Einzelpreis 30 Bfg. 4. Jahrgang • Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags nue einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groh Berlin 10 M. im voraus zahlbar. Für Poftbezug nehmen sämtliche Bostanstalten Bestellungen ente gegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland, Desterreich, Ungarn, Danzig, das Saarn. Memelgebiet sowie die früheren deutschen Gebiete Bolens u.Luremburgs 20 M., ür das übrige Ausland 27 M. pe: Brief bez. für Deutschland u. Defterreich- Ungarn 35 M. Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin C2, Breite Straße 8-9. Donnerstag, 19. Mai 1921 Nummer 227 Morgen- Ausgabe Die achtgefpaltene Stonpareillegeile oder deren Raum hoftet 5,-. einschließlich Tenerungszuschlag, Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2- M., jedes weitere Wort 1,50 M. einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen Gefuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen- Gesuche in Wort- Anzeigen: das fettgebrachte Wort 1,50 M., jebes weitere Wort 1,- M. Fernsprecher: Bentrum 15230-152 39 greiheit Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Ein Ende dem Werberummel! Ein Einspruch der Entente Nach den Mitteilungen des Berliner Korrespondenten der " Daily News" hat die Erklärung Lloyd Georges über die oberschlesische Frage auf die Führer der Aufstän= dischen niederdrückend gewirkt. Der Berichterstatter hat Korfanty selbst gesprochen; er sei feineswegs mehr der selbstbewußte, politische Agitator, als den er ihn früher fennengelernt habe. Korfanty habe erklärt, daß er teinen Versuch machen werde, sich irgendeiner Entscheidung der Alliierten über die Zukunft Oberschlesiens zu widersehen. Wenn seine Erwartungen enttäuscht werden sollten, so werde er seinen Posten niederlegen. Das oberschlesische Belt wolle nicht gegen die Alliierten fämpfen, aber es werde sich auch niemals wieder freiwillig unter bas preußische Joch begeben. Der Korrespondent bestätigt schließ lich noch die uns gestern zugegangenen Mitteilungen, daß die Disziplin unter den Korfantyleuten erschüttert sei; die Armee der Aufständischen kann nicht mehr ernst genommen werden. Im Gegensah zu den Beobachtungen unbeteiligter Berichterstatter läßt aber eine zuständige Stelle", also wohl das Reichswehrministerium, erflären, daß vor allzugroßem Optimismus gewarnt werden müsse. Die Meldung vom Rüdzug der polnischen Aufständischen bedeute noch feineswegs ein Ende des Aufruhrs. Es bestehe auch gar kein Grund zu der Annahme, daß der Einfluß der War Schauer Regierung start genug gewesen sei, um einen Drud bürfte in für auf Korfanty für sein Rüdzugszeichen auszuüben; desgleichen ruf unter dem Eindrud der Wirkung der Rede Lloyd Georges erlassen hat. Vielmehr dürfte die Anregung dazu von Oppeln ausgegangen sein, und es dürfte sich bei dem Lloyd George für die genaue Innehaltung des Friedensvertrages Die Ihr Oberschleßen mitschüßen wollt, laßt Euch Alle in die Liste unserer Ortsgruppen eintragen, sekt Euch nur auf Abruf hin in Marsch, pamit unbedingt die Ordnung gewahrt bleibt. Ist dieser Aufruf mit Zustimmung der Regierung in die Welt gesetzt worden? Er bedeutet nichts anderes, als daß die Vorbereitungen für einen Feldzug gegen die die Vorbereitungen für einen Feldzug gegen die sollen. Das Reuterbureau hatte gestern eine polnische MelPolen jetzt schon in aller Oeffentlichkeit betrieben werden bung verbreitet, wonach die Deutschen ihre Streiffräfte in der Nähe der Grenze des AbstimmungsMeldung als Lüge bezeichnet und behauptet, es ließen sich gebietes zusammenzögen. Offiziös wurde diese sollte sich doch endlich von dem Glauben freimachen, daß man für fie feinerlei Beweise erbringen. Die deutsche Regierung bestimmte nicht wegzuleugnende Tatsachen durch Dementis mehr die Pflicht, dafür zu sorgen, daß der Werbe= von dieser Art aus der Welt schaffen fönne. Sie hat vielrummelsofort eingestellt und jeder Versuch unterteuer zu beginnen. drüdt wird, in Oberschlesien ein neues friegerisches Abenlichte Innehaltung des Friedensvertrages Sie hat um so mehr die Pflicht dazu, als nur die pein oberschlesischen Wirren dazu beitragen fann, daß die endund jede Vermeidung einer bewaffneten Einmischung in die gültige Entscheidung über Oberschlesien die deutschen Interessen nicht schädigt. Jede direkte oder indirekte Unterſtügung militärischer Pläne muß aber das Gegenteil dessen zur Folge haben! Ein„ Erfolg“ der Nationalisten drud eines Alliierten, der nicht mit der eigenen Meinung übereinstimmt, als Ungehörigkeit zu bes Wenn diese Geistes handeln, unheilschwanger ist. verfassung andauern sollte, so wird sie für jede Entente unheil voll sein. Der Standpunkt, den die englische, amerikanische und italienische Presse in der oberschlesischen Frage eingenommen hat, sollte Frankreich nicht anstäßig sein. Sie stehen zum Vertrage von Versailles und wollen die Bestim mungen, des Vertrages gerecht anwenden, ob sie nun für oder gegen Deutschland ausfallen. Das Schidjal Oberschlesiens muß durch den Obersten Rat entschieden werden, nicht durch Korfanty. Es darf ben Kindern des Vertrages nicht gestattet werden, ungestraft in Europa Geschirr zu zerbrechen. Jemand muß ihnen die zügelnde Sand anlegen, andernfalls wird es ständige Schwierigkeiten geben. Der Lauf der Welt in lommenden Jahren tann nicht vorauss gesehen werden. Die Rebel vor uns find dichter als gewöhnlich. Viel wird von dem Zusammenhalten der Alliter ten abhängen. Außer den aus dem Vertrage fich ergebenden Vers pflichtungen müssen Ereignisse, die nicht vorausgesehen werden tionen bestimmen. Die Zukunft der Welt, in Sonderheit tönnen, bie zufünftigen Gruppierungen der Na Europas, wird durch alte eder neue Freundschaften bestimmt failles ein Dotument von unendlicher Beden werden. Unter diesen Umständen ist der Vertrag von Bere tung, besonders für die Nationen der Entente. Er bindet uns zufammen, wo es soviel gibt, das uns trennt. Diejenigen, bie bie Bestimmungen des Bertrages behandeln, als ob fie ein Sport für Leidenschaft und Vorurteil wären, brauchen nicht langa zu leben, um ihre Sigtöpfigkeit noch zu bebauern. Das englische angekündigten Rüdzug nur um ein Zurückgehen der Auf Die Entente fordert die Einstellung der Werbungen Bolt entzieht sich feinem Teile seiner Verantwortlichkeit aus den wobei sich die Interalliierten Truppen mit der Besehung einer neutralen 3one begnügen würden, um die Deutschen und Polen auseinanderzuhalten. Dadurch würde Korfanty allerdings die beste Gelegenheit geboten, das von ihm beJette Gebiet Oberschlesiens in polnischem Sinne auszubauen. Diese Stimmungsmache ist nur geeignet, den Plänen der Nationalisten und Militärs Vorschub zu leisten und die schnelle Lösung der oberschlesischen Frage zu ver hindern. Von allen Seiten wird berichtet, daß die Wer= bungen für den Grenzschuh, für die Selbstwehr- für die Apo und für ähnliche militärische Organisationen in vollem Gange find. Die Militärs fühlen sich wieder in die Zeit vom Anfang des Jahres 1919 zurüdversetzt, wo sie unter dem begeisterten Beifall von Noste das herrliche Kriegsheer" wiederauferstehen lassen wollten. So finden wir amtliche Note verbreitet: In später Abendstunde wird durch W. T. B. folgende Dem Auswärtigen Amt ist eine Note der Interalliier. ten Militär kontrolltommission zugegangen, worin darauf hingewiesen wird, daß in verschiedenen Teilen Deutsch lands die Werbung von Freiwilligen für Schle sien stattfinde. Es wird gefordert, sofort Maßnahmen zu treffen, um diese Anwerbungen, die im Widerspruch zu den Bes stimmungen des Friedensvertrages ständen, zu verhindern und die Auflösung der in Schlesien bereits gebildeten Formas teilung der zu diesem Zwede unternommenen Schritte. tionen herbeizuführen. Die Kontrollfommission bittet um Mits Die hier wiedergegebene Mitteilung zeigt, wie begründet die Befürchtungen waren, die wir angesichts des neuen Vertrage. schweren es, Truppen zu erübrigen. Aber diese Schwierigkeiten werden, wie ich vertrauensvoll schon jetzt ans nehme, bald vorüber sein, und ich mache auf die Tatsache aufmerksam, daß wir auf der jüngsten Konferenz unsere Bereits willigkeit fundgegeben haben, unsere Flotte, falls Deutschland die Bestimmungen der Aliierten nicht annehmen würde, den Alliiers ten für jebe militärische Operation zur Verfügung zu stellen, über die beschlossen werden würde. in der Sonntagsausgabe der„ Frankfurter Oderzeitung" militaristisch- nationalistischen Rummels hegten und die auch bei der Feitlehung der ſchleſfiſchen Grenze eine Stimme haben, wi Sämtliche ehemaligen Angehörigen der Eijernen Division, Deutschen Legion und Grenzschuhformationen werden um sofortige Angabe der Adresse gebeten an Zunte, Richtstraße 16. Glaubt die Regierung etwa, daß sich die Baltikumer und die anderen Kappisten nur zu dem Zwede versammeln, um Zitronenwasser zu trinken und Stat zu dreichen? Will sie Damit beginnen, daß sie den Rationalisten die AufstelIung eines neuen Heeres gestattet? Fast noch schlimmer aber muß ein Aufruf wirken, den die Hauptgeschäftsführung der„ Verbände heimattreuer Oberschlesie r" in Breslau ,, An das deutsche Volk" durch das offiziöse Wolffsche Bureau verbreiten läßt. Es heißt darin: Deutsche! Brüder! Wo jeib 3hr? Habt Ihr vergessen, daß Oberschlesien ein untrennbares Stüd Deutschlands ist? Könnt 3hr tatenlos zusehen, wie die Oberschlesier schmählich erschlagen werden, weil sie mit Euch vereint bleiben wollen? Wollt Ihr die tiefste Treue mit Untreue vergelten? Muß Euch erst das Ausland, muß Euch erst England sagen, was Euer Recht ist? Was alle Welt von Euch erwartet? Was Eure Würde Don Euch fordert? Deutsche. Brüder! Wir rufen Euch in höchster Not, Ihr könnt, Ihr dürft uns nicht im Stich lassen. Ihr dürft uns nicht verbluten lassen, Ihr müßt uns helfen. Wie die Heimattreuen vollzählig zur Abstimmung gefahren find, so haben fie fich auch jetzt bereits in dichten Scharen ges meldet, um die Heimat mit ihrem Leben zu schüßen. Geld und Gut haben sie gespendet, um der Not ihrer Heimat zu mehren. Deutsche Brüder! Was tut Jhr? Ertennt die Schicksalsschwere dieser Tage, die über Oberschlesien und Eure eigene 3ufunft entscheiden! Seid treu den Boltsgenossen, die in bitterster Not um ihr Deutschtum ringen, Selft Alle, die Ihr helfen fönnt! in unseren obenstehenden Ausführungen zum Ausdruck famen. Genügt haben diese von nationalistischer Seite betriebenen Werbungen niemand, sie haben vielmehr nur die außenpolitische Stellung Deutschlands geschädigt und der Entente den Anlaß geliefert, mit neuen Forderungen an Deutschland heranzutreten. Um so mehr hat die Reichs= schnell und rücksichtslos ein Ende zu machen, um den chauviregierung nun die Pflicht, dem militaristischen Sput Anlaß zu nehmen, die öffentliche Meinung, die augenblicklich nistischen Säbelrasslern auf der Gegenseite auch den letzten den deutschen Interessen günstiger gesinnt ist, gegen Deutschland aufzubringen.. . Eine neue Erklärung Lloyd Georges London, 18. Mai. Lloyd George machte einem Vertreter von Reuter folgende Darlegung: Ich halte an der Erklärung, die ia im Unterhause bezüglich Oberschlesiens abgegeben habe, fest. Ra türlich kann ich nur für das die Verantwortung übernehmen, was ich wirklich gesagt habe, nicht für die verstümmelten und verdrehten Berichte in der französis jchen Presse. Die nahezu einmütige Zustimmung der ames ritanischen und italienischen sowohl als auch der englischen Presse zu den von mir bei jener Gelegenheit zum Ausdrud ges brachten Gefühlen zeigt, daß die großen Völker, die im Kriege an der Seite Frankreichs tanben, den Vertrag von Versailles in fairer Weise auszulegen be absichtigen. Ich war niemals Zeuge einer berartigen Ein mütigteit in irgendeiner Frage. Alle Richtungen der öffent lichen Meinung in diesen drei Ländern nehmen denselben Stand. punkt ein. Es wäre unglücklich, wenn die französische Presse bie französische Preise einen anderen Standpunkt einnehmen sollte, aber wir müssen gegenüber Meinungsverschiedenheiten unter uns bulbsam sein. Ich möchte der franzöfifchen Bresse mit allem Respekt Jagen, bah Die Gewohnheit, einen jeden Meinungsaus: Die britische Regierung war bestrebt, die Frage einer Teilung Schlesiens auf der Londoner Konferens zu regeln. Alle Tatsachen der Volksabstimmung waren bes fannt. Unjere Bundesgenossen waren aber night bereit, mit der Besprechung fortzufahren. Wir merden treu zu der Entscheidung stehen, die von der Mehrheit der Mächte getroffen werden wird, die auf Grund des Vertrages auch immer der Spruch lauten möge. Wir nehmen die Voltss abstimmung als Ansbrud der Wünsche der Be Da wir aber in den völkerung Schlesiens voll an. großen Krieg eingetreten sind und für die Verteidigung des alter Vertrages, an dem unser Land beteiligt war, gewaltige Verlusts erlitten haben, tann Großbritannien nicht einwilligen, dabei zu stehen, während auf dem Bertrag, den seine Vertreter getreten wird vor weniger als zwei Jahren unterzeichnet haben, herum Doch eine Konferenz des Obersten Rates EW. London, 18. Mai. In Londoner politischen Kreisen ist man zu der Auffassung ges kommen, daß die oberschlesische Frage nicht durch Telephongespräche zwischen den beiden Ministerpräsidenten von England und Frank reich gelöst werden könne, und daß deshalb eine kurze Besprechung des Oberken Rates in Paris oder Boulogne notwendig sei. Der erste Schritt zur Einberufung dieser Konferenz ging von dem französischen Ministerpräsidenten aus, der angeblich genau soviel Wert auf eine Einmütigkeit der Alliierten in der oberschlesischen Frage legt wie Lloyd George. Wahrscheinlich wird auch der amerikanische Vertreter an der Sigung teilnehmen. * Die französische Regierung hatte gestern eine offiziöse Meldung verbreiten lassen, wonach sich in englischen Regie rungsfreisen ein vollkommener Umschwung vollzogen, und daß der Standpunkt der englischen Regierung fich dem der französischen beträchtlich genähert habe. Die neue Erklärung Lloyd Georges zeigt, daß das nicht zutreffen fann, denn sie wiederholt im allgemeinen das, was der englische Premierminister bereits in seiner Unterhausrede ausgeführt hat. Wenn er sich jetzt auch in scharfer Zu pigung gegen die irreführende Berichterstattung der frans zösischen Presse wendet, so ist ohne weiteres klar, daß er das mit die französische Regierung treffen will. Zwischen ber französischen Regierung und den anderen Alliierten besteht also der Gegensatz in der oberschlesischen Frage unverändert fort. Es ist deshalb geradezu ein Wahnwig, wenn die deutsche Regierung durch die Duldung der militärischen Werbungen den nationalistischen Kreisen in Frankreich frisches. Wasser auf ihre Mühlen leitet. Gerade mit Rücksicht auf die bestimmten Erklärungen der englischen Regierung, denen von der italienischen und der amerikanischen Regierung zugestimmt worden ist, muß jetzt alles vermieden werden, was als eine Verlegung des Frie densvertrages ausgelegt werden könnte. Jtalien für eine rasche Lösung Rom, 17. Mai( Stefani). Graf Sforza antwortete dem englischen Botschafter, der ihn im Namen feiner Regierung fragte, ob ez an der interaliierten Konferenz zur Löfung der oberschlesischen Frage teilnehmen merde, er sat dazu bereft Angesichts der gegenwärtigen Lage scheine ihm eine rasche Lösung im allgemeinen Interesse zu Tiegen. Die französische Kammerdebatte über Oberschlesien Baris, 18. Mai. Morgen beginnen in der Kammer die Interpellationen über ble französische Auswärtige Politif. Daran wird sich eine Debatte schließen. In deren Verlauf wird Briand das Wort ergreifen und auch ifber die oberschlesische Frage Sprechen. Man glaubt, daß er nicht den ganzen nationalen Blod hinter sich haben wird, daß er aber doch eine große Mehrheit erhält bei der die extreme Linfe und die extreme Rechte fehlt. Späte Einsicht Paris, 18. Mai. Der Londoner Korrespondent bes Temps" berichtet: Sente, nachdem man die außerordentliche Gefahr erkannt habe, der der Friede von Europa ausgefeht gewesen sei und vielleicht noch ausgesetzt werden könnte, frage man sich, warum man eine derartige Lage habe entstehen lassen lönnen. In gewissen Kreisen führe man die Krise zum Teil auf die späte Boltsaskimmung in Obers Zentralfomitees der Unabhängigen Sozialdemokratischen Bartet| Deutschlands vom 14. Mai 1921 enthalten ist und bie fich zujammenfassen läßt in den Eag: fofortige Jnangriff nahme der Sozialisierung. Aber diese Aufgabe wird und tann das Kabinett Wirth ebensowenig erfüllen, wie es das frühere Reichstabinett getan hat, dem der heutige Kritifer Erzberger als Finanzminister angehört hat. Regierung und Ententeforderungen Ententeforderungen Die Regierung ist noch immer unvollständig. Die„ Bostiche Zeitung" will wiffen, daß Dr. With neben dem Reichskanzleramt auch das Finanzministerium übernehmen wird. Soon unter seiner früheren Ministerschaft feien eine Reihe von Blänen zur Aufbringung der Reparationslaften ausgearbeitet worden, die unter den neuen Verhältnissen leichter durchzusehen sein würden als unter dem Kabinett Fehrenbach. Ueber die Uebernahme des Außenministeriums werde gegenwärtig noch verhandelt. Jm Auswärtigen Amt sollen eine Reihe von Verände rungen bevorstehen, insbesondere soll der bisherige Staatssekretär von Saniel für einen Botschafterposten in Aussicht genommen sein. Auch der Chef der Reichstanzlei, Staatsjefretär 1 beti, hätte sein Rüdtrittsgesuch überreicht. Der Rüdtritt dieser beiden Männer, die noch ganz in den Traditionen des alten Systems befangen waren, wäre zu begrüßen. . 3m übrigen ist das Rabinett mit bez Dardhführung ber Ententeforderungen beschäftigt. Dem Reichstag werden in der nächsten Zeit Gesetzesnorlagen zugehen, die die Korrektur bes Reichswehrgeleges und die Frage der Exportabgabe betreffen. Das Reichswehrministerium hat ferner die Befehle zur Entwaff nung der Ostseefeftungen und zur Vernichtung des überschüssigen Heeresmaterials herausgegeben. Es sind auch bereits Berhandlungen mit den Banken über die Ausgabe der 12 Milliarden Echaganweisungen aufgenommen wor den, die der Entente auszufolgen find. Ferner hat Frankreich das deutsche Angebot auf Lieferung von 25 000 Holzhäusern an genommen, mit deren Herstellung unmittelbar begonnen werden joll. S Die Forderung des Senats nach Beförderung des Beamten wurde mit dem Hinweis begründet, daß sich die Regierung eines anderen ndesstaats bemüht habe, ihn in ihre Dienste zu übers nehmen. Da son vornherein Zweifel in diese Angabe gesetzt wurde, verlangte bie. E. B- Fraktion die Vorlegung des ge famten Briefwechsels in diefer Frage zwischen der bremischen und der fächsischen Regierung. Das wurde jedoch abgelehnt und die Vorlage non ben Bürgerlichen und Rechtssozialisten bes willigt. Auf Anfrage bei der fächsischen Regierung aber stellte fich heraus, daß der Bremer Beamte nur ganz unverbind ich gefragt wother war, ob er in sächsische Staatsdienste treten würde, und daß das fächsische Ministerium erst jett von der rein privaten Unterhaltung zwischen ihm und zwei sächsischen Beamten Kenntnis erlangt hatte. Gine baraufhin von der. E. Brattion eingebrachte Inter pellation wurde wieberum, trotz des Widerspruchs der Unab hängigen, vertraulich behandelt. Die Beratung endete wiederum mit der Billigung des Verhaltens des Senats. Diese Verstöße gegen die Pflichten einer gewählten Körperschaft haben deshalb die Unabhängige Fratiion veranlaßt, die Vertraulichkeit, unter deren Schutz rechtliche Mißbräuche begangen werden, zu brechen und den geschilderten Sachverhalt der Deffentlichkeit befannizu geben. Man wird dieses Borgehen für durchaus berech= tigt halten müßen, insbesondere da es als das einzige Mittel erfchten, die unter Bruch von Treu und Glauben herbeigeführte 3ustimmung zu einer unberechtigten Maßnahme öffentlich zu fritifieren. Rechtssozialisten gegen eine fozialistische Regierung Unsere Forderung nach Bildung einer reinfozialistischen Regie rung ist vom ,, Borwärts" deswegen als hinfällig bezeichnet wor ben, weil die sozialistischen Barteien im Reichstag nur über eine Minderheit verfügen. Es ist aber hinreichend bekannt, daß in rechtssozialistischen Kreisen überhaupt wenig Neigung zu einem sozialistischen Kabinett besteht und daß die Zahl derer nicht ges ring ift, bie niemals mehr den Baft mit der Bourgeoisie zu lösen gewillt sind. Diese Richtung findet eine besonders warme Fört derung in der rechtssozialistischen Dresdner Bolts islekten und zum Teil auch darauf zurüd, daß man die Berwal Zentrum und Deutsche Bolkspartei seitung. Dieses Blatt beschäftigt fich in einem elastite tung der Boltsabstimmungszone Militärs anvertraut habe. Ein Problem von solcher politischer und juristischer Bedeutung hätte, wie man fagt, nicht militärischen Chefs übertragen werden dürfen. Erzberger über die Erfüllung des Friedensvertrages Der Zentrumsabgeordnete Mathias Erzberger hält den Zeitpunft für gekommen, aus seiner selbstauferlegten politischen ReTerve herauszutreten und sich wieder in die politische Kampfarena zu stürzen. Nachdem er kürzlich im Rheinland in großen Berfammlungen über den Begriff christliche Solidarität" eine mehr dogmatische Rede gehalten, sprach es nunmehr in verschiedenen Zenitumsversammlungen des badischen Oberlandes über die politische Lage und über den Bersailler Friedensvertrag, dessen loyale Ausführung er verlangte, Er führte u. a. aus: Ich spreche von den Fehlern der jüngsten Vergangenheit nicht gern, aber ich muß ein offenes Wort jagen, damit aus den Fehlern gelernt wird. Seit den letzten Reichstagswahlen, noch mehr erkennbar aber seit Anfang dieses Jahres, hat die deutsche Politif ungeheuer schwere Fehler gemacht. Man hat an die Stelle der richtigen Politit, der elastischen Verteidigung. des flugen Vorbeugens und Ausweichens bewußt die Politit des Zusammenprallens gesezt, eine Polittt, die allerdings geradezu elendiglich zum Nachteil unseres Voltes zusammengebrochen ist." Erzberger verteidigte dann nochmals seine Haltung, die ihn zum Einbringen der Friedensresolution im Jahre 1917 veranlaßte, nannte die jetzige Reichsregierung ein Rabinett der logalen Ausführung des Versailler Vertrages und der neu übernommenen Berpflichtungen" und forderte, daß das Kabinett den Kampf gegen alle Saboteure des Friedensvertrages aufnehme, deren es auch in amtlichen Stellen in Berlin gibt. Alle jene Forderungen, die nur vom guten Willen Deutschlands abhängen und welche erfüllt werden fönnen, müssen sofort und restlos durchgeführt werden. Dazu rechne ich", erklärt Erzberger, in erster Linie die Ab urteilung der sogenannten Kriegsverbrecher. Die in dem Ulitmatum eingegangene Verpflichtung zur Entwaffnung müssen wir in dem vorgesehenen Umfange durchführen." Ueber die Frage der Wiedergutmachung äußerte er sich folgendermaßen: Jch halte es für unentbehrlich, daß wir unsere Kraft darin anstrengen, für die Reparationsfommission einen Vorschuß in Höhe einer Jahresleistung von zwei Milliarden Goldmart zu hinterlegen. Durch die Abgabe der geforderten einen Milliarde haben wir eine Atempause bis zum 1. November dieses Jahres. Diese Milliarde wird aufgebracht werden. Wir müssen aber die Zeit benutzen, um durch die alleräußerste Kraftanspannung, wenn irgendmöglich aus eigener Kraft, zwei weitere Milliarden Goldmart aufzubringen. Um dieses Biel zu erteichen, muß ein erheblicher Teil unseres Boltsvermögens geopfest werden. Wir haben noch frembe neutrale Wertpapiere, die zu diesem Zmed vom Reich aufgerufen und gegen Entschädigung beschlagnahmt werden können. Wir haben noch Gold und Silber, Perlen und Diamanten in unserem Besiz. Sie gehören heute dem Reich. Durch Beschlagnahme dieser Bermögensmerte merben mir zwei Milliarden Mark erhalten und was nicht ausreicht, wird uns fremde Hilfe geben. Haben wir einen solchen Vorschuß von zwei Milliarden Goldmart für die Reparationstommiffion Itegen, dann sind wir gesichert gegen feindlichen Einmarsch, gegen neue Ganttionen." Jm weiteren Verlauf seiner Rede plädierte er für eine Erhöhung der Steuern, eine Anrechnung der an die Entente gelieferten Kohlen zum Weltmarktpreise, evtl. für eine gewaltige Erhöhung der Kohlenstener. Sehr gewagt ist sein Sinweis auf die Entschädigung der deutschen Lieferanten der Farbstoffe und anderer Materialien an die Entente, denn die Reederei- Entschädi gungen, wie sie der Reichstag festgesetzt hat, sind ein warnendes Beispiel. Dies gilt auch für die von ihm vorgeschlagene Entschädigung der deutschen Lieferanten für die 25prozentige Ausfuhrabgabe, für deren Regelung er allerdings eine großzügig burchgeführte organisierte Wirtschaft verlangt. Recht hat er hingegen, wenn er erklärt: Mit der freien Wirtschaft ist diese Frage überhaupt nicht lösen. Es gibt eine Reihe deutscher Industrien, die in der Lege find, einen ganz erheblichen Teil dieser Ausfuhrabgabe zu tragen. Wenn man liest, daß deutsche Lokomotiven im Ausland zu zwei Millionen angeboten werden, während alle Konte turrenzländer vier Millionen bezahlen, so wird man mir nicht widersprechen fönnen, daß Deutschland auch den Zuschlag eralt, wenn es feine Offerte um 26 Prozent erhöht. Bei anderen Industrien wird eine Schöhung au einem fleineren Brogentg möglich sein. Wir fönnen und dürfen nicht auf der ganzen Belt die billigsten sein." Daß aber dieses Riesenproblem mit großen Arbeitsgemeins haften für die einzelnen Branchen gelöst werden fann, wie Erz terget in feinen Reden vorschlägt, ist eine irrige Annahme. Sollen bie roeiter nicht völlig unter die Räder geraten, so bleibt nur jene Lösung des Riesenproblems, wie sie in dem Aufruf des Mus parlamentarischen Zentrumstreisen lägt fich die Berliner Germania" eine Notiz schreiben, die sich siemlich scharf siemlich scharf gegen einzelne Abgeordnete der Deutschen Bolisportci, mie Moldenhauer und Mittelmann, wendet und sich besonders dagegen wehrt, daß das Kabinett Wirth ein„ Erzberger- Kabinett" genannt wird. Sierüber heißt es in der Zuschrift: Herr Erzberger hat weber mitgemirft an der Regierungss bildung noch hat er überhaupt Kenninis von den Borgängen gehabt. Erzberger fichi völlig außerhalb der Regierungs politit! Darüber hinaus wird es die Gegner des Reichsfang lers intereffieren, zu erfahren, daß die Ranglerfchafs Cr. Wirths insbesondere von den Führern der Zentrumsfraktion als erwünscht und gegeben bezeichnet wurde. Die Anregung zu dieser Kanzlerschaft ging fogat von den Führern unserer Frattion aus." Ob diese Deutung in allen Buntien ben Tatsachen entspricht, oder ob nicht doch dabei der Sintergebante mitspielt, bie Deutsche Boltspartei über den Charakter des Wirthschen Kabinetis qu besänftigen? Auf die legte Annahme deutet wenigstens ber Bassus hin, man möge doch ja nicht den Kampf und die Erzbergersche Steuerpolitik wieder ausleben lassen, und die melieze Wendung, daß man im Zentrum den Boltsparteilern gegenüber bis zuletzt ble politische Tteue zu bewahren bemüht gewesen ist. Die alte Methode Während der Kriegszeit hatte das Kriegspresseamt, eine Abteilung der Heeresleitung, die Vertreter der Bresse regelmäßig zu Besprechungen geladen, um ihnen Aufschluß" zu geben über die Kriegslage und alles, was damit zusammenhing. Diese Besprechungen waren weiter nichts als Verfuche, die Pressevertreter und durch sie die Oeffentlichkeit hinters Licht zu führen, und bei einer Gelegenheit nahm ja auch ein Vertreter der Admiralität das Recht auf Lüge" für sich in Anspruch. Der Krieg ist zwar längst beendet, aber auch die Regierung des demokratischen" Deutschland scheint der Ansicht zu sein, daß Pressekonferenzen dazu bestimmt seien, die Deffentlichkeit hinters Licht zu führen. Dies gilt mindestens von der Besprechung, zu der das Reichswehrministerium am Dienstagabend die Bertreter der Presse gelaben hatte, um ihnen Mitteilungen über die von der Entente gestellten Bedingungen in der Entwaffnungs= frage zu machen. Wir wollen übergehen, was der Bertreter des Reichswehrministeriums über die Stärke der Reichswehr, über gewisse Dienststellen und über das Waffenmaterial der Reichswehr gesagt hat, und uns nur furz beschäftigen mit dem Ausschluß" über den Charakter, der Shuzpolizei. Der Beauftragte des Herrn Geßler sagte barüber: Was die polizeilichen Bestimmungen angeht, so erhöhten die Boulogne- Beschlüsse unsere Schußpolizei auf 150 000 ann unter der Bedingung, daß sie feine militärische Streitmast sei. In organisatorischer Hinsicht wurde barunier verstanden, baß fie feiner zentralen, sondern nur einer Iotalen Organisation unterstand. Entsprechend der seinerzeitigen Note der Entente ist die Schußpolizei umgestaltet worden. Wie glaubten, daß wir allen Anforderungen der Alliierten entsprochen hätten. Das ist aber nicht der Fall gewesen. Die Kontrollfommiton t immer no der Ansicht, daß unsere Schußpolizei den Chazalter einer milt tärischen Streitmacht habe. Inwiefern das der Fall sein soll, wissen wir nicht, und haben es durch Rückfragen bisher auch nicht wissen wir nicht, und haben es durch Rückfragen bisher auch nicht erfahren können." Wenn man im Kriegsministerium über den Charakter der Schukpolizei nicht genau orientiert ist, so möge man sich an den Obersten Weber, den Organisator der Schuhpolizei, wenden. Vielleicht gibt dieser dann die gleiche Auskunft, wenden. Vielleicht gibt dieser dann die gleiche Auskunft, die er im Prozeß effel gegeben hat, wo er als Ent lastungs- und Leumundszeuge für den meineidigen Herrn v. Kessel sich zu einem Loblieb auf Stessel und die Staffel Kessel hinreißen ließ und sagte: Ich habe die Schugpolizei nach dem Vorbild der Staffel Kessel organisiert. Sie diente mir als Muster." Oder ist vielleicht das Kriegsministerium der Meinung, daß auch die Staffel Keffel teine militärische Organisation war? Mißbrauch der Vertraulichkeit In Bremen ist es zu einem Konflikt zwischen der Unabhängigen Frattion der Bürgerschaft und ber bürgerlich- rechtsfozialistischen Mehrheit gekommen. Diesem Konflikt liegt folgen ber Sachverhalt zugrunde: Gegen den Brotest ber 1. S. 3.- Fraktion ist vor einiger Zeit ein Antrag bes Eenats, einem Staatsbaurat eine persönliche, ruhegehaltsberechtigte Zulage und die Ernennung zum Oberbaurat zu bewilligen, in einer vertraulichen Sigung beraten worden. mit dem Aufruf unserer Partei zur Regierungsbildung und macht den Versuch, unfere nur zu sehr berechtigte Kritik an dem Ber haften der Rechtssozialisten zurückzuweisen und gegen unsere Bar iei zu fehren Sierbei unterläuft dem Blatt folgendes beachtens werte Geständnis: Wählerlaunen find befanntlich unberechenbar und felbst wenn wir bei ber nächsten Wahl eine reinjozialistische Mehrheit ergielen, wäre es, de fich die, politische Entwicklung im Auf und Ab von Aurven bewegt, recht gut denkbar, daß es mit Dieser Mehrheit jon bei der übernächsten Wahl wieder vorbei wäre. Dieses Wechseln der Kräftenerhältnie hätte dann zuz Baige, daß wir wichtige, durch eine reinjozialistische Regierung geschaffene demokratische und Sozialistische Errungenschaften immer wieder einer gegnerisch- bürgerlichen Regierung preis geben, daß wir wichtige Arbeit immer wieder der Gefahr realSo etwas wäre fionärer Zerstörung ausfegen müßten. Silaphusarbeit, die auf die Dauer nicht nur auf die sozialtitt schen Parteien, sondern vor allem auf die Wählermaßen ez mibend wirten müßte." 1 Das heißt also mit anderen Worten, daß die von der„ Dresde ner Boltszeitung" vertretene Richtung eine sozialistische Regie rung auch dann ablehnt, wenn diese auf eine Mehrheit im Par Iament geftüzi wäre, denn o weise Boraussicht Wähler launen find unberechenbar" und die nächsten Wahlen fönnten bie Sozialisten wieder in Minderheit bringen. Abgesehen von ber Erhebung des Stimmzettels zur Allmacht, die in diesem Befennt nis ausgesprochen liegt, sind die Ueberlegungen der„ Dresdner Boltszeitung" von sehr geringem Vertrauen in den Sozialismus getragen. Da loben wir uns schon mehr das freimütige Ge fiändnis des Serrn Profeffor Lensch, der den Sozialismus als eine große Jrrung deutete und die wirkliche, der sozialdemokrati then Partei vorbehaltene Aufgabe in der tätigen Mithilfe zur Züchtung eines Sochtapitalismus erblidt. Die Ueberlegungen der„ Dresdner Boltszeitung" geben uns aber auch die Erklärung für die stetigen von Dresden ausgehenden Bestrebungen, die auf eine Beseitigung der sozialistischen Regie tung in Sachsen hinzielen. Es ist ja, wenn man der Dresdner Boltszeitung" glauben soll, doch nur„ Sisyphusarbeit“, was diese Regierung leistet. 3m übrigen gesteht der Borwärts" selbst in einer Bolemit gegen das Berlinez Tageblatt", daß Negiezungsbildung tein blojes Noditionsegempel" jet. Die Konfequens hieraus vermißt man jzeilich auch beim Vorwäris". Der bestrafte Hohenzollernprinz Die Berhandlung gegen den Brinzen Eitel Friedrich von Breußen hat mit der Verurteilung des Angeklagten zu 5000 M. Geldstrafe geendet. Der Gerichtshof ist also zu einer milderen Auffassung als der Staatsanwalt gelommen, der 15 000 M. beantragt hatte. Aber auch diese gelinde Bestrafung des Prinzen wird. den nationalen Kreifen Gelegenheit zu Klagen geben; denn es erscheint ihnen unerhört, daß ein Hohenzollern Sproß ich überhaupt vor einem bürgerlichen Gericht verantworten durfte. Die Urteilsbegründung belagt, daß der Angeklagte nicht cus ehrenrührigen oder gewinnsüchtigen Motiven gehandelt habe. Er wollte sich seinen lichten als Staatsbürger gegenüber der Boubehörde nicht entziehen, und nur aus Untenntnis der Vers ordnung vom 21. Rovember 1918 sei er der Bestrafung verfallen. Aus der Verhandlung selbst ist zu berichten, daß der Bring bem Banthaus Grußer Wertpapiere im Betrage ven 337 000 m. übera geben hat, die in Sicherheit gebracht werden sollten. Grußer, der Solländer ist, hat sie einem anderen Banthause überwiesen und Don ba aus nach Holland geschafft. Der Prinz redete sich darauf hin aus, daß er über die Firma nicht unterrichtet worden sei, daß er teine Steuerveranlagung gehabt habe und deshalb auch keine steuerlichen Interessen verlegen wollte. Die Wertpapiere Jelen von seiner Bermögensverwaltung nag wie vor in den Büchern ge führt worden. Der Zollinspettor Willhulen befundete als 3euge, daß die Wertpapiere des Prinzen, den ez als„ Königliche Soheit" bezeichnete, bei dem Bankhaus Grußer nicht gebucht ge wesen seien. In etwa 18 Fällen feien von der Staatsanwaltschaft Strafbefehle erlassen worden; durch die die Angelegenheit erledigt worden sei. Einmal wurde auf 100 000 M. Geldstrafe und Ein ziehung der Summe, etwa eine halbe Million, erkannt. Der Hohenzollernprinz ist zwar mit einem blauen Auge davon getommen, es ist aber jetzt durch ein bürgerliches Gericht un sweifelhaft festgestellt worden, daß die Hohenzollernfamilie mit einer Edhieberfirma in engster Berbindung geftauben hat, und daß ihre einzelnen Glieder, Bater ebenso wie die Söhne und sonstige Anverwandte, nach dem Zusammenbruch im Jahre 1918 nights eiligeres zu tun gehabt haben, als the Vermögen in Sicherheit zu bringen. Von der Sorge um ihre eigene Existenz haben diese Herrschaften sich ganz allein leiten lassen. Und die nationalen Kreise magen es noch immer, diese Sorte Menschen als Bots bilder für das ganze Bolf zu preifen! 4 Reichs- Jugendtag der sozialistischen Proletarierjugend achien ist. Die Kommuniſten haben sich nur an das Gefühl der Die S. B. J. D. hatte für die Pfingsttage zu ihrem ersten Reichsjugendtag und zur dritten Reichstonferenz eingeladen. Dem Rufe waren ca. 2000 Jugendliche gefolgt, die im Laufe des Sonnabend und Sonntag in munteren Scharen in Gera eintrafen. Leider wazen die Jugendlichen aller entfernt gelegenen Drte infolge des hohen Fahrpreises am Erscheinen behindert. Immerhin hatte aber allein Leipzig 700, Dresden 80, Braunschweig 20 usw. Teilnehmer gestellt. Das Straßenbild Geras gestaltete sich die Feiertage außerordentlich lebhaft. Auch die Geraer Jugendgenossen hatten teine Mühe gescheut, den Erkhienenen die Anwesenheit so angenehm als möglich zu gestalten. Quartiere für die Massen der Jugendlichen waren genügend beschafft, wenn auch ein Teil mit Massenquartieren vorieb nehmen mußte. Es sei der Geraer Arbeiterschaft für ihze freundliche Aufnahme besonders gedankt. Die Jugendlichen von Gera hatten auch ihr Bestes getan, die Auswärtigen zu bewillkommnen. Am Pfingstionnabend fand in der Ostvorstädtischen Turnhalle eine Begrüßungsfeters lichkeit statt. Das Programm wurde ausschließlich durch Jugendliche bestritten. Die Geraer Ortsgruppe der S. P. J. sorgte durch Mandolinen- und Gitarrevorträge für Unterhaltung. Gute Rezitationen bereicherten die Darbieiungen; zum Schlub erfreute die Aufführung eines 3weiafters, Aufbruch" von E. R. Müller die Erschienenen. Er versinnbildlichte den Kampf Der Jugend gegen alles Alte für die neue, reine Idee. Die jugendlichen Gäste verbrachten so den ersten Abend in angenehmfter Unterhaltung. Am ersten Pfingstfeiertag vormittags trafen sich die einzelnen Gruppen auf dem Südfriedhofe zur Ehrung der in den Märztagen vorigen Jahres Gefallenen. Die Jugendlichen sentten ihre toten Fahnen vor den Gräbern. Der alte Genosse Knauf wies in seiner Rede auf die unvergängliche Tat jener Arbeiter hin, die in den Märztagen ihr Befres, das Leben, im Kampfe gegen die Reaktion geopfert hatten. Er forderte bejonders bie Jugendlichen auf, denen nachzueifern, und so schzoden für unsere Sache zu kämpfen. Das Denimal der Gefallenen, das ihnen die erwachsene Arbeiterschaft gesetzt hatte, wurde besichtigt. uner Runmehr zogen die Teilnehmer in langem 3uge unter Wehen zahlreicher Fahnen nach dem Waldtheater Seldendant". Hier brachten die Arbeiterfänger im Freien einige Lieder dar. Der Schauspieler Regler vom Reußischen Theater sprach einen Brolog an die Jugend. Darauf fübrien die Leipziger Jugendfreunde eine Szene aus Tollers Wandlung" auf, die außer ordentlich gut dargestellt wurde, und in den Ruf: Nach der Revolution! austlingt. Ueber die Zenbenz diefes Stüdes tann man allerdings verschiedener Auffassung sein.. Die Teilnehmer des Jugendtages zogen nunmehr nach den Sofwiesen, um zu rasten und Mittag zu machen. Muntere Spiele und Tänze erfreuten die Jugendlichen. Rachmittags halb drei Uhr wurde zum Demonstrationszug durch bie Stadt Gera gestellt, der fich in imposanter Größe durch eine Reihe Straßen der inneren Stadt bewegte. Manchem Spießer mochte da das Bewußtsein gekommen sein, daß die Arbeiterjugen fein willenlofes Objekt ihrer Gelüste mehr ist. und selbst han belnd auf den Plan tritt. Und auch mancher Arbeiter mog Stolz ob dieser klassenbewußten Jugend in feiner Brust gefühlt haben. 2000 Jugendliche beteiligten sich am 3uge, der sein Ende auf dem Markte fand. Hier richteten ein Vertreter der erwachsenen Arbeiterschaft, ein jugendlicher Genosse unserer Bruderorganisation in der Tschechoslowakei und bez Borsigende der E. P. 3. begrüßende Worte an die Masse des Jungproletariats. Die Jugendtagteilnehmer zogen hierauf nach den Hofwiesen zum Spiel zurüd, das bis zum Anbruch der Dunkelheit dauerte, während die Delegierten zur Reichstonferenz zufammentraten. Der zweite Bfingsttag brachte Wanderungen in die weitere Umgebung Geras. Die Teilnehmer verließen abends oder den nächsten Tag die gaftliche Stätte und werden noch lange Zeit freudigen Herzens an ihren ersten Reichsjugendtag denken. Er war alles in allem ein großer Erfolg für die proletarische Jugendfache. Die Reichsjugendkonferenz Am 1. Pfingitfeiertag, abends 46 Uhr. eröffnete Genosse Schröter die 3. Reichstonferenz der Sozialistischen Proletariers jugend. Er begrüßte die Delegierten, sowie die zahlreich erschie renen Gäste. Als Vertreter des sozialistischen Jugendverbandes in der Tschechoslowatei war Genosse Müller erschienen. MIs Bertreter der erwachsenen Arbeiterschaft am Drte begrüßte Senosse 3hätsch die Konferenz, während Genoffe Echneider im Ramen des Zentralfomitees der U. S. P. D. Begrüßungsworte an die Delegierten richtete. Genoffin Mathilde Wurm, als alte Freundin der Jugend und als Vertreterin der Frauen gab ihrer Freude besonders darüber Ausdrud, daß reit viele Mädchen erchienen seien. Als Vertreter der deutschen Jugend in der Tschecholowatei überbringt Genosse Müller die herzlichsten Grüße jeines Verbandes. Der Verband der sozialistischen Arbeiterjugend Desterreichs hat ein Begrüßungsschreiben gefandt. Er hringt den Wunsch zum Ausdruck, daß die deutsche Organisation sich der internationalen Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Jugendorgani jationen anschließen möge. Es erfolgt nunmehr die Wahl eines Bureaus. Auf Zuruf wird als Vorigender gewählt Genosse Fuchs- Gera, Shröter- Leipzig, Schriftführer Wölfel- Nürnberg, Wagner- Eilenburg. Als Beisiger Kühn- Leipzig, Krämer- Berlin, Laukant- Berlin. Zur Tagesordnung wird vorgeschlagen, als zweiten Punkt einen Bortrag des Genossen Engelbert Graf über Die weltpolitische Lage" einzuschieben, der mit Mehrheit angenommen wird. Ferner foll beim Buntt Jugendschuh die Frage der Gewertschaftsjugendfraktionen behandelt werden. Das Referat des Genossen Graf, das wir aus Raumgründen nicht wiedergeben tönnen, wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Cine längere Resolution gegen die Stellung Jugendlicher vor Ausnahmegerichte, die Forderung deren Aufhebung überhaupt, und Amnestie bereits verurteilter Jugendlicher, wird einstimmig angenommen. Begrüßungsschreiben sind vom Genossen Eisner und Festungsgefangenen, u. a. Ernst Toller, eingegangen. Ueber die Frage " Jugend und Bartei" führt am 2. Pfingsttag Genosse Schröter aus: Jch habe in dreierlei Sinsicht etwas zu sagen: 1. Geschichtlich, 2. prinzipiell und 3. organisatorisch. Die Gegenfäße awischen Jungen und Alten find rein natürlich gegeben. Im Krieg hat sich die Jugend von den Erwachsenen losgejagt. Die Jugend mußie ihre Organisation selbständig führen, da die Erwachsenen im Kriegsdienste standen. Sie wurde auch selbständiger durch die Kriegsverhält nisse. Als die Revolution ausbrach, waren die Jungen auf sich selbst angewiesen. Wir haben gelernt, daß, wenn wir fämpfen wollen, wir mit den Erwachsenen zusammengehen müssen. Wir gingen bisher zu unvorbereitet in alle Kämpfe. Was sich in den Barteien zutrug, hat auch auf die Jugend abgefärbt. Wir sind nicht in der Lage, materiell aus eigener Kraft unsere Dr ganisation aufrecht zu erhalten. Das ist bei der tommunistischen Jugend das gleiche. Die politische Anteilnahme der Jugend an ben politischen Kämpfen hat start nachgelassen. Der größte Teil ist in Sportvereiner. Alle proletarischen Jugendorganisationen zusammen haben höchstens 100 000 3ugenbliche erfaßt. Es gibt aber viele Millionen junger Arbeiter. Die rechtss fozialistische Jugend hat start zugenommen. Die Erfahrung hat uns gefehrt, daß die U. S. P. D, als der beste Waffenbruder zu bes Jugend gewandt, und infolgedessen bei den Märztämpfen viele Hundert Jugendliche in die Zuchthäuser gebracht. Wir müssen uns eng an die Erwachsenen anschließen. In organisatorischen Fragen müsse zwischen Jugend und Partei Gleichberechti gung herrschen. Die Bezirkseinteilung fann am besten der der Partei angepakt werden. Genosse Grohmann( Leipzig) erstattet den Bericht der Mandatsprüfungstommission. Es sind vertreten 93 Delegierte mit 131 Mandaten, die 114 Ortsgruppen vertreten. 1 Delegierter aus der Tschechoslowakei. Vertreter der U. S. P. D., der Frauen, der Zentrale, Reichsausschuß und Redaktion des Jungen Kämpfer". Um die Mandate der Freien proletarischen Jugend Hamburg, die zugelassen werden, entsteht eine Debatte. Als Diskussionsredner spricht Genosse Bräuer. Die Jugendbewegung ist ein Teil der proletarischen Bewegung. Als Jugend müssen wir mit anderen Sitteln, tämpfen als die Erwachsenen. Wir denken nicht daran, unsere organisatorische Selbständigkeit aufzugeben. Nur ideel! müssen wir uns an eine Partei anlehnen.. Es geht nicht, daß wir uns neutral den Partelen gegenüber stellen. Die Parteien und Gewerkschaften brauchen wir zur Durchführung des Sozialismus. Die Jugend muß Schulter an Schulter mit den Alten fämpfen. Die Konflikte zwischen Jungen und Alten müssen durchgefochten werden. Die namentliche Abstimmung ergab nach weiterer furzer Ausprane folgendes Resultat: 125 für die Richtlinien, 17 dagegen Schräpler Zeis erklärte für die Opposition, daß hie nicht nach den Richtlinien arbeiten werden, daß sie aber als Oppo= ition der Organisation anerkannt werden wollen. Ueber die Jugendinternationale spricht Meinide- Leipzig: Er gibt einen geschichtlichen Rückblic über die Entwidelung der Jugendinternationale. Tzok aller Todlagen dura) das Erefutinfomitee der kommunistischen Jugend internationale lebt unsere Organisation, die der in Wien geschaffenen Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Jugendorganisationen angehört. Wir vertrauen auf die Entwidelung, überlassen ihr jedoch nicht alles. Wir wollen lämpfende Lentez jein. Laßt uns zur internationalen Arbeitsgemeinschaft zusammentreten. Sierauf gibt Genosse Sübler Bericht von der Wiener Jugendfonferenz. Die Einberufung geschah gleichzeitig durch Desterreicher und Franzosen. Genosse Lat..( Paris) ging von dem falschen Standpunkt der Wiedererrichtunu der Borkriegsinternationale aus und hatte auch die kommunistischen Berbände eingelaben. Die Kommunisten tämpften mit allerhand Mäschen. Der genaue Bericht liegt gebrudt vor. Die Berhandlung mit den Kommunisten ging bald auseinander. Wir gestehen ein, daß unfere internationale Verbindung unterminiert ist. Unsere Unterscheidung von anderen Richtungen fußt in der Hauptsache auf einer anderen weltpolitischen Einstellung. Der Kampf gegen den Militarismus ist ein außerordentlich michtiger Programmpunkt. Dez wirtschaftliche Kampf wurde zu start vernachläßigt. Es ist nur eine umfassende Internationale möglich, die gilt es erst zu schaffen. Genosse Schröter teilt mit, bak die Ortsgruppen fich gegen eine Beichidung des Weltkongresjes ausgesprochen hatten. Aber bas tommunistische Jugenderetutivlomitee hatte uns vom Beginn rechtssozialistischen Jugendinternationale murde von der Zentrale der Tagung feine Mitteilung gemacht. Die Teilnahme an der abgelehnt. Unser Wiener Exefutinfomitee hat ein längeres Begrüßungsschreiben gesandi. das besonders auf die Gefahr des Militarismus, vor allem in Franfrein, hinweist. Von einer Disfusion mird abgesehen. Der Beitritt zur Wiener Arbeitsgemeins shaft wird einstimmig beschlossen, Nach der Mittagspause spricht Genosse Sauber über Jugendichuz. Er führt aus, eine Wenderung der Siellung, die der Jugendliche im Produktionsprozeß einnimmt, ist durch die revolutionären Kämpfe nicht erfolgt. Der Jugendschuh ist eine Machtfrage. Der Achtstundentag besteht für die meisten Jugendlichen nicht. In den Gewertschaften und Betriebsräten gilt es darauf hinzuweisen, daß fie fich der Jugendlichen annehmen. Außer einigen Rotverordnungen ist nichts geschehen. Die restlose Erfüllung unserer Jugendschutzforderungen ist erit möglich, wenn sich die politischen Machtverhältnisse zugunsten des Proletariats vers schoben haben. Die Handels-, Gewerbekammern und Innungen ftehen einer Reihe Forderungen energisch entgegen. Die Lehrlingsausbeutung ist recht groß. Genosse Sander führt eine Reihe Beispiele dafür an. In der jezigen Krise tritt eine neue Er Scheinung auf: Die Entlassung der Lehrlinge nach bes endeter Legrzeit. Das Züchtigungsrecht des Lehrmeisters und die Mädchenausbeutung find empörend. Ein Jugendschuhprogramm ift im Jungen Kämpfer" enthalten. Es tommt nicht darauf an, Rekordforderungen aufzustellen, die gesamte proletarische Jugend muß hinter diesen Forderungen stehen. Wir wollen uns nicht immer vor der fommunistischen Jugend verbeugen. Wir müssen mit den Jugendlichen in den gewerkschaftlichen Jugendsektionen zusammenarbeiten. Die Argumentation des Genossen Kühn in feiner Broschüre ist falsch. Dem Reichsausschuß bez proletarischen Jugendorganisationen muß unsere Jugendorganisation angehören. Wir wollen untertauchen in der Masse der Arbeiterjugend, die uns noch fernsteht. Wir müssen geschlossen für unser Jugendschutzprogramm einstehen. Bergebliche Hoffnungen Zum Moskauer Kommunistenfongreß Das Mostauer Exekutivlomitee veröffentlicht zu dem am 1. Juni in Moskou beginnenden Weltfongreß" der kommunistischen Inter nationale eine der bekannten langen Rundgebungen, in welcher das Fazit über die in der Komniunistischen Internationale seit dem letzten Kongres verrichtete Arbeit gezogen wird. Mit großer Genugiuung wird darin festgestellt, daß die Scheidung innerhalb des Proletariats in Deutschland, Frankreich, England, Schweden, Norwegen, Rumänien, Südstawien, Griechenland, Schweiz, Belgien und anderen Ländern bereits zum offenen Bruch zwischen Kommunisten und 3entristen" geführt hat. Offenbar ist damit Aufgabe besteht daher in einer Säuberungsaftion in aber die Scheidung noch nicht vollkommen genug und die nächste den kommunistischen Parteien selbst. Das wird mit aller wünschenswerten Klarheit ausgesprochen: Der, 3. Kongres muß sich vor allem überlegen, in welchem Maße jebe der Kommunistischen Internationale angehörende Partei tatsächlich all die Bedingungen erfüllt hat, die der 2. Kongreß der Kommunistischen Internationale aufgestellt hat." Diese Prüfung dürfte insbesondere die französischen Kommunisten betreffen, die bereits in einer fürzlichen Kundgebung aufgefordert worden sind, alle sich breitmachenden opportunistischen Tendenzen zu bekämpfen. Das lange Schreiben enthält auch sonst manches, auf was noch bei Besprechung des Kongresses zurüdzukommen sein wird. Wenn aber ein Sinowjew schreibt:„ Es ist notwendig, daß auf dem Kongres möglichst viele Arbeiter erscheinen, die am unmittelbarsten die Stimme der Arbeiter wiedergeben" so möchten wir die Erfüllung dieses Wunsches sehr befürworten. Arbeiterstimmen scheinen uns in Mostau bringend not zu tun. Sie tönnten in diese dumpfe Atmosphäre manches Wort schleudern, das die Sinomjews und Genossen von ihren Bolsterseifeln auffcheuchen und ihnen, einen Augenblic wenigstens, die Verbrechen demonstrieren würde, die, von Mostau ausgehend, in aller Welt am Prole. tariat begangen worden sind. Solche Arbeiter könnten erzählen, mie jeder von Mostau geforderten 3erreißung der Partei die. Reaktion und der weiße Echrecken auf dem Fuße gefolgt sind, wie mit der Zerschlagung der U. S. P. D. die revolutionäre Kraft des deutschen Proletariats geschwächt wurde, wie die italienische Arbeiterschaft mit einem Schlage das Freiwild der Faszisten wurde, und vieles mehr. Ob Sinowjew an solche Arbeiterstimmen denkt, erscheint uns fraglich. Auch auf dem dritten Moskauer Kongreß werden die Arbeiter höchstens als Statisten auftreten dürfen. Und selbst jene Kom munistenführer, die sich in gewissem Umfange eine eigene Meinung bewahrt haben und die europäische Arbeiterbewegung vor den mörderischen Experimenten der Turkestaner" schützen wollen, werden in Mostau von den Mamelucen Sinowjews an die Wand gebrüdt werden. Wenn heute noch mancher Arbeiter in den Reihen der Kommunisten sich der Hoffnung hingibt, daß der Mosfauez Kongreß eine Gesundung der kommunistischen Bewegung herbeiführen könnte, der verfennt die Stimmung, die in den maßgebenden Kreisen der dritten Internationale herrscht. Mögen diese Kreise im angeblich fommunistischen Rußland den Kommunismus Stüd um Stüd preisgeben und eine ausgesprochen opportunistische Bolitit treiben, den westeuropäischen Arbeiterparteien gegenüber halten sie nach wie vor an einer Politik fest, die selbst hervorragende Kommunisten als ein Ges misch von Blanquismus, Batunismus und Butschismus bezeichnen müssen, und deren Ergebnis nur sein kann, daß die europäische Arbeiterbewegung von einer Niederlage zur anderen getrieben wird. Wer in diese Internationale hineingeht, der lasse- um mit Dante zu reden alle Soffnung draußen! Ser englische Rohlenstreik Aussichten auf baldige Beilegung? Utd. Tel. London, 18. Mai. Die Aussichten für eine Beilegung des Rohlenjireits haben sich entschieden gebessert. Lloyd Georges plögliche Rückkehr dentet darauf hin, daß eine Grundlage für neue Verhandlungen ge= funden wurde, an denen Grubenbesiger, Bergarbeiter und Ver treter der Regierung teilnehmen werden. Die Konferenz wird vielleicht Ende der Woche zusammentreten, doch mochen die Ver handlungen nur langsame Fortschritte, da man andererseits be fürchtet, daß die Zusammenfunft in einer Konferenz die Lage wieder verschärfen fönnte. Es besteht daher der allgemeine Wunsch, erst dann zu fonjerieren, wenn sich definitive Aussichten für einen günstigen Ansgang einer solchen Konferenz eröffnen. Regierungsänderunger in Moskan DE. Riga, 17. Mat. Das Alrussische Zentral- Erefutipfomitee hat die vom Nat der Boltstommiffare verfügten Aenberungen in der Befehung der Boltskommissariate für Berkehr und Post- und Telegraphen wesen bestätigt. Das Berkehrstommissariat hat Dserschinski übernommen, unter Beibehaltung seiner Aemter als Boltskommissar für Inneres und als Borsigender der Außerordentlichen Untersuchungskommission( The- la). Sein Vorgänger Jemschanow ist als sein Stellvertreter im Verkehrstommissariat geblieben. Das Kommissariat für Poft- und Telegraphenwesen ist Sapronow übertragen, der nebst dem stellvertretenden Kommissar für Landwirtschaft Offinfti ein Führer der Oppositionsgruppe des Demo fratischen Zentralismus" in der Kommunistischen Partei war. Die in der europäischen Presse verbreiteten Nachrichten über Sinomjews Abdankung und den Rüdtritt führender Mitglieder der„ Außerordentlichen Kommission" sind erfunden. Eine französisch- portugiesische 3ollonvention in Vorbereitung. Zwischen der französischen und der portugiesischen Regierung sind Verhandlungen über eine 3ollonvention im Gange. Der portugiesische Gesandte in Paris hat einen Vertragsentwurf in Emp fang genommen, den er seiner Regierung in Lissabon unterbreiten wird. Aus der Wirtschaft Deutsche Unternehmer und Auslandspreise Die Unternehmer im Auslande flagen ständig über die deutsche Konturrenz, die bei der Ausfuhr ihrer Waren systematisch die Breise unterbiete, ein Verfahren, das man in England als Dumping" bezeichnet. Die Unternehmerzeitschrift Konfet tionär beschäftigt sich in Nr. 39 mit dieser Frage und meint, die Preisunterbietung werde nicht planmäßig geübt, sondern er Iläre sid) aus der antenntnis des deutschen Kaufmanns über Die Preisverhältnisse im Auslande. Für den einzelnen Industriellen oder kaufmann sei es heute mit ziemlichen Schwierig feiten verknüpft, sich über die Preisentwidlung und den jeweiligen Preisstand im Auslande zuverlässig zu informieren. Das gelte insbesondere für Halbfabrikate und Fertigerzeugnisse. Tatsächlich legt der Unternehmer vor allem Wert darauf, die Preise seiner Waren entsprechend den Rohstoffpreisen so zu taltu= lieren, daß er einen ansehnlichen Profit gewinnt. Die fartelierte Industrie versteht es auch, bei der Ausfuhr den nie brigen Stand der deutschen Mark für sich vorteilhaft auszunuzen, was bei dem meniger straff organisierten Unternehmertum nicht im beutsche Dumping", wenn auch nicht ganz von der Hand zu gleichen Maße der Fall ist. Daraus erklärt sich zum Teil bas weisen ist, das tatsächlich deutsche Unternehmer die Preise im Auslande unterbieten, um ins Geschäft zu kommen. Der„ Konfektionär" fordert deshalb, daß in der Marktberichterstattung der führenden Fachorgane regelmäßig Tabellen der Engross preise von Halb und Fertigfabrikaten der einzelnen Industrien, in denen in reichhaltiger Gliederung Art, Formen, Qualität und Bearbeitung der einzelnen Artikel, für jeden Auslandsmartt gesondert, zur Darstellung gelangen. Der Konfettionär" regt doher die Gründung einer G. m. b. H. für Preisberichterstattung der deutschen Fachpresse" an, die die Preisberichte vom Ausland zu liefern hätte. Sie soll natürlich nur tapitalistischen Interessen bienen; sie soll den deutschen Unternehmern die Möglichkeit verschaffen, die Breije ihrer nach dem Ausland verkauften Waren so hoch zu veranschlagen, als es nach bem jeweiligen Stanbe der deutschen Währung möglich ist. Das englische Antidumpinggesetz Das englische Unterhaus hat am 12. Mai mit 236 gegen 72 Stimmen das Antidumpinggesez angenommen, das für Groß britannien und Irland gilt. Dadurch wird für optische Artikel und verwandte Waren, sowie für alle synthetisch organischen Chemikalien( ohne Farbstoffe) ein 3oll von 33% Prozent des Mertes eingeführt. Der wichtigere Teil des Gesezentwurfes aber bestimmt, daß auch andere Waren durch Verordnung mit einem gleichen Zoll belegt werden sollen, wenn sie in England verkauft oder zum Verkauf angeboten werden a) zu Preisen, die unter den Gestehungskosten der Waren sind, b) zu Preisen, die wegen bes niebrigen Standes der Währung des Landes, in dem die Waren hergestellt sind, im Vergleich zum Sterlingsturs unter den Preisen sind, zu denen gleiche Waren mit Nugen in Großbritannien hergestellt werden tönnen, und daß auf Grund dieser Tatsache der Beschäftigungs. grab einer britischen Industrie ernstlich beeinträchtigt wird oder werden könnte. Deuthland bem englischen Markte infolge des Währungsunter Dieser Beschluß ist eine Folge davon, daß namentlich aus schiebes Waren zu billigeren Preisen zugeführt worden sind. Billige Lebensmittel Gemüse Obst Fische, Räucherw. Spargel dann... Plund 30 Pi. Spargel stark........... Plund 175 Spinat................. Plund 20 PL. Grüne Gurken..... Stack 450 Salat......... Kop! 30P Rhabarber...... Pfund 50 Pl. Apfelsinen....... Stück von 85P on Zitronen............. Stück 50 PL. Käse Briekäse............ Plund 560 Plund 560 Harzer Käse Plund 740 ***** Tilsiter Käse........ Pluna 620 Dän.Goudakäse Plund 1050 Holländer Käse..Plund 1150 Lebende Aale stark, Pid. 2100 Frische Makrelen.. Plund 360 Kabliau kopilos, im ganzen, Plund 120 Schellfisch............ Pfund 120 Schleibücklinge.... Plund 580 Kieler Flundern.... Pfund 450 Seelachs geräuchert..... Pfund 320 Lachsheringe Stock 100 ***** Fette Pfund 780 Margarine Margarine..... 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Plond 500 Gem. Backobst Plund 500 Haushalt- Pudding in verschiedenem Geschmack... Pokel 85 PL Gebr.Kaffee. elgener **** Rösterei, täglich frisch geröstet, Pfund 2000 Dän.Rahm In Flaschen 600 Magermilch sezuckert cher 390 Vollmilch( ideal) 790 Corned- Beef Dose grosse Dose 2- engl.- Pfund... Dose 1050 Dose 1050 HERMANN TIETZ Theater und Bergnügungen Volksbühne Lessing Theater 7 Uhr: Das Boftamt Die Komödie der Jrrungen Direkt.: Bictor Barnowsky Neues Volkstheater Köpenicker Str. 68. 7 Uhr: Jugend Staatstheater. Opernhaus 7 Uhr: ( Außer Abonnement) Bum 1. Male: Turandot Arlecchino Schauspielhaus 7 Uhr: Fiesco rektion: Mag Reinhardt. Deutsches Theater 7% Potash u. Perlmutter Kammerspiele 8 Uhr: Mesallianz Großes Schauspielhaus 73.: Karlstraße Eln Sommernachtstraum ( 29. Abteilung, 5. Abend) Theater t. D. Königgräger Str.: 8 Uhr: Salome( Drska) Freitag: Rugby Sonnabend und Sonntag: Maria Orska, Blidt, Riemann: Mit dem Fener spielen bazu Satans Maske Berliner Theater: DAS Milliardey SOUPER 7.30 Uhr: ilde Wörner, fchi Elleot, Ralph Arthur Roberts, Herb. Riper, Paul Rehtopf Komödienhaus: Allabendlich 7.30 Uhr: Der blonde Engel Don Robert Winterberg Paul Heidemann a. G., Josefine Dora v. Staatsth. a.G., Jnge van derStraaten, Ifa Narsen, Georg Baselt, Kurt Busch, Julius Rogg, Alfred Walters Residenz Theater Täglich 7%, Uhr: %: Gespenster ( Loffen, Loos) Freitag bis Montag 7%, Uhr: Rosenmontag Neue Welt Arnold Scholz Safenheide 108/114 Heute Donnerstag, den 19. Mai 1921 76 Theater a. Kottbus. Tor Kotibuser Straße 6. Täglich 7, Uhr und zu halben Breifen Sonntags nachm. 3 Uhr Elite Tag Bororth. Großes Gala- BaradeDeutsch. Künſtl. Theater Feuerwert Allabendlich 7 Uhr: Die selige Grzellenz ( Adalbert, Junkermann, Büller) Komische Oper 7% Die Oper 7 Alt- Heidelberg Stg. nachm. Barbier v. Sevilla Walhalla- Theater 7 Uhr: Die Scheidungsreife 8 Casino Theater 8 Nur noch einige Aufführungen: Bollrich& Sohn 8. Folies Caprice 8 u. am Oranienburger Tor Der ledige Ehemann mit Ferd. Grünecker 7% Apollotheater 72 Friedrichstraße 218 Naturalistische Neuheit Im Relche der Venus und weitere 10 Sensationen. METROP VARIETE KABARET Behrenstraße 54 präc. 71 Uhr: 12 Mai- Attrattionen Das Privileg CIRCUS BUSCH 131ka Grüning, Ad. Edgar Licho) Trianon Theater Täglich 7 Uhr: Am Teetisch Luftfpiel von Karl Swoboda. Theater am Nollendorfplat 1 Uhr: Genoveva 7 Uhr: Der Better aus Dingsda Kleines Theater Puhr: Nur ein Traum Luftspiel von Lothar Schmidt. Thalia- Theater Uhr: Mascottchen Rose Theater 7% Uhr: Wo die Schwalben nisten Circus- Sensationen 7 21. Serpentin- Ballet zu Pferde Das denkende Bferd" Brollig. Hundepensionat Der Jiu- Jitsu- Meister 81, Eln berühmter Gast 8, Konrad Gebhardt v. Dt. Schauspielh. Hamburg im Manege Schanstlick Krone u. Feffel" Senat. nacam. 3 U. 1 eig. 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Todos- Anzeige. Den Kollegen zur Nach richt, daß folgende Mitglieber gestorben sind: Der Arbeiter Paul Lipinski Neukölln, Allerstr. 4, am 15. Mai. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 19. Mai, nachm. 13 Uhr, von der Leichenhalle des in Michael Kirchhofes Neukölln, Mariendorfer Weg, aus ftatt. Der Dreher Wilhelm Beilig Manteuffelstraße 91, am 14. Mai. Die Beerdigung findet am Freitag, den 20. Mai, nachm. 1/2 Uhr, DOR der Leichenhalle des Gemeinde Kirchhofes in Neukölln, Mariendorfer Weg, aus ftatt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung wirb erwartet. Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Berband Berwaltungsstelle Berlin N. 54, Linienftr. 83-85 Geschäftszeit von vorm. 9 hr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Achtung! Gürtler! Achtung! Heute, Donnerstag, den 19. Mai 1921, abends 5 Uhr Branchen- Versammlung ber Gürtler, Kronenschloffer u. Kronenklempner im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15( großer Saal). Tagesordnung: 1. Bortrag.( Referent wird in der Bersammlg. bekanntgegeben). 2. Freie Aussprache. 3. Branchenangelegenheiten. 4. Ergänzungswahl zur Branchenkommiffion. 5. Berschiedenes. NB. Die Bertrauensmänner- Konferenz fällt an diesem Tage ars. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen ist unbedingt notwendig Die Ortsverwaltung. Kaufen Sie keine Anzüge bevor Sie mein Lager gesehen haben. Herren- Anzüge, erft klaffig, mit prima Zutaten verarbeitet mk. 355,-, Rk. 385 ,, Mk. 425,-, Mk. 465, Seder, auch weitefte Besuch sehr lohnend. A. ZANGER, Berlin, Münzstraße 26 Reise- Leftüre Reife Führer Wander- Karten ( Neueste Ausgaben) H erhält man am beften und billigsten in der Buchhandlung „ Freiheit“ Breite Straße 8-9 N. 227 Groß- Berlin Die beunruhigten Realschüler In Lantwit ist eine bürgerliche Hezze gegen den früheren Gemeindevorsteher und Studienrat Dr. Ostrowski( Mitglied der S. P. D.) im Gange. Ohne auf die Sache sellst einzugehen, wollen wir nur aus einer bürgerlichen Korrespondenz einen Satz zitieren, den man fich für die Zukunft merten muß. Ein Boltsparteiler schreibt: Auf die völlige Entfernung Dr. Ostrowskis vom Lankwizer Realgymnasium richtet sich ein Antrag der Deutschen Boltspartei, wonach die Bezirksversammlung 12 beschließen soll, den Magistrat zu ersuchen, den Studienrat Dr. Ostrowski vom Realgymnasium in Lantwit an eine andere Anstalt zu versetzen. Die Fraktion der Deutschen Volkspartei folgt mit dem Antrage einer wiederholten Anregung und Eingabe von weit über 100 Eltern und Schülern des Lantwizer Gymnasiums, wonach eine baldige Versehung des Herrn Dr. Ostrowski im Interesse der Lantwiker Schulverhältnisse liegt und geeignet ist, die Beunruhigung unter den Eltern und Schülern zu beseitigen. Mlo die Herren Realschüler sind„ beunruhigt" und„ regen an", daß ein Lehrer entfernt wird. Die Herren Realschüler sind der Ansicht, daß die Versetzung des Lehrers im Interesse der Lank mizer Schulverhältnisse liegt". Die Deutsche Volkspartei aber treibt bereitwilligst die Politik der Hoffnungsvollen Sprößlinge des Lantwizer Bürgertums! Was würde dieselbe Bartei für ein Geschrei erheben, wenn sich Arbeiterlinder durch einen monarchistischen Lehrer be unruhigt fählen würden und im Interesse der Schulverhältnisse anregen würden, diesen Lehrer zu versetzen? Wenn zwei dasselbe tun, so ist es nicht dasselbe! Der selbstherrliche Oberbürgermeister Der Berliner Oberbürgermeister Boek zeigt in seinen Mak nahmen ein auffallend autokratisches Bestreben, über die Köpfe der Dezernenten hinweg zu verfügen. Gelegentlich des Abbaus der städtischen Kohlenstellen hat der Oberbürgermeister wie Serum in einer Angelegenheit, die von dem Stadtrat Genossen Sligting im Einverständnis mit dem Betriebsrat ganz glatt geregelt wurde, über den Kopf des Dezernenten hinweg gehandelt. Die Bezirkstohlenstellen der früheren Mtberliner Stadtbezirke beschäftigen überflüssiges Personal, das zur Entlassung tommen soll. Genosse Schlichting als zuständiger Dezernent hat sich mit dem Betriebsrat jowohl der Kohlenstellen, wie mit dem städtis schen Gesamtbetriebsrat in Berbindung gefeht. Um alle Härten zu vermeiden, wurde eine aus Betriebsratsmitgliedern und Stadtperordneten bestehende Kommission eingesetzt, die dem Magiftrat entsprechende Vorschläge unterbreitete. Die Kündigungen erfolgten im Einverständnis mit den Betriebsräten, zum Teil wurden die Arbeitskräfte anderweitig untergebracht, zum Teil haben sie sich selbst mit ihrer Entlassung abgefunden. Auf irgendeine merkwürdige Weise greift nun plötzlich der Oberbürgermeister Boez ein und ordnet, ohne eine Berständigung mit dem Dezernenten überhaupt nur nötig zu befinden, die Kündigung sämtlicher Angestellten der Bezirkskohlentellen an. Der Magistrat wird fich mit dem Vorgehen des Oberbürgermeisters in dieser Angelegenheit noch zu beschäftigen haben. In der geftrigen Magistratssigung ereignete sich ein Borfall, der so recht den Charakter des Oberbürgermeisters fennzeichnet. Der Herr richtete einen Brief an die Stadträtin Genoffin Weyl in der er fie in einem unerhörten, schulmeisterlichen Tone fragte, warum sie fürzlich den Magistratssitzungssaal vor Beendigung der Sigung verlassen habe. Der Magistrat einschließlich der bürgerlichen Mitglieder verbat sich ganz entschieden die Hand lungsweise des Herrn Boeß. Man könne wohl verstehen, daß der Oberbürgermeister als Vorsitzender des Magistrats Wert barauf lege, jeberzeit ein beschlußfähiges Kollegium zu haben, Hundert Prozent Die Geschichte eines Patrioten Roman von Upton Sinclair Bus bem Manuftript übertragen von Serwywie 3r Mife* Copyright by Der Malit- Berlag Berlin- Halensee 1921 ( Nachbrud verbeien) ( 55. Forkfekung). Beter erhob sich, wantte zur Tür. Er dachte bei sich: Soll ich ihnen drohen? Sagen: ich gehe zu den Roten über, verrate alles?" Rein, lieber nicht, sonst wirft ihn Guffen bestimmt ins Loch. Wie wagt es Guffey überhaupt, ihn gehen zu laffen, etwas derartiges zu ristieren? Er muß doch bedenken, daß Peter in einem Wut- oder Verzweiflungsanfall zu den Roten gehen, alles verraten könnte. Und dann ist die Geheimagentur für immer ruiniert. Rein, dies wird Guffen nicht ristieren. Peter schritt äußerst langfam, zur Tür, öffnete sie widerstrebend, hielt sich an der linte fest, als sei er zu schwach, um aufrecht zu stehen. Wartete wartete. Und richtig ,. Guffey sprach:„ Kommen Sie zurüd, Sie Gjel!" Peter wandte sich um, strebte auf den Detektiv zu, erhob die Hände zu einer demütigen Gebärde; hätte er sich in einem öftlichen Land befunden, er wäre auf die Knie gefallen, hätte dreimal mit der Stirne den Boden berührt. Bitte, bitte, Herr Guffen", flehte er wimmernd,„ versuchen Sie es noch einmal mit mir. Wenn ich Sie wieder anstelle", Inurrte Guffen, werden Sie bloß tun, was ich Ihnen sage und nicht tun, was Ihnen beliebt?" Ja, ja, Herr Guffey." ,, Werden auf eigene Fauft nichts arrangieren?" ,, Nein, nein, Herr Guffen." ,, Gut, ich will es noch einmal versuchen. Aber bei Gott, wenn Sie noch einmal ein Mädchen auch nur anschauen, Schlage ich Ihnen alle Zähne ein." Peters Herz jauchzte auf. Dante, dante, Herr Guffey." Ich werde Ihnen wöchentlich zwanzig Dollars geben, nicht einen Cent mehr. Sie sind mehr wert, aber ich kann Ihnen tein Geld anvertrauen. Wollen Sie, oder wollen Sie nicht?" Beilage zur„ Freiheit" aber er dürfe sich niemals einen so schulmeisterlichen Ton gegenüber dem Magistrat erlauben. Es ist überhaupt sehr mertwürdig, daß Herr Boeß, der doch unseres Wissens Mitglied der Demokratischen Partei ist, so menig von Demokratie versteht und als„ Demokrat" einen derartig autokratischen Charakter an den Tag legt. Man wird ihn entsprechend in seine Schranken zurüdweisen müssen! Straßenbahnsonderzüge Die Berliner Straßenbahn hat an den Pfingsttagen einen gelungenen Versuch mit Sonderzügen nach den Rennplägen gemacht. Diese Züge verkehrten vom Alexanderplatz nach Karlshorit, Ruhleben usw. Der Fahrpreis betrug 5 M. pro Person. Bedient wurden die Wagen bzw. Züge zum Teil von Betriebsräten. Diese neue Einrichtung hat sich besonders hins sichtlich des finanziellen Ergebnisses bewährt und dürfte weiter ausgebaut werden, d. h. zu einer dauernden werden. Es soll auch erwogen werden, den Nachtverkehr eins zuführen, weil sich herausgestellt hat, daß hierfür von den größeren Bahnhöfen aus nach den Hauptstadtteilen besonders nachts nach Dinge so, daß die vielen Fahrgäste der Fernzüge nachts weder am Antunft der Fernzüge ein Bedürfnis vorliegt. Heute liegen die Anhalter, noch Stettiner, Schlesischen oder Lehrter Bahnhof eine Verkehrsmöglichkeit vorfinden. Fahrgäste, die stundenlang gereist find, Gepäck mit sich führen, müssen heute stundenweit durch Berlin pilgern, um nachts zu ihrem Ziele zu gelangen. Besonders unangenehm ist es für Familien mit Kindern, wenn diese in entfernteren Gegenden wohnen. Die Einnahmen an den Pfingſttagen erreichten die guter Wochentage, während sonst die Sonntagseinnahmen hinter denen der Wochentage stets zurückbleiben. Generaldirektor für Wohnungs- und Siedlungswesen Die Stadtverordnetenversammlung hat vor einigen Tagen beschlossen, die Stelle eines Generaldirektors für das Wohnungsund Siedlungswesen zu schaffen und sie öffentlich auszuschreiben. In der jetzt erfolgten Ausschreibung des Postens heißt es: „ Die Gemeindebehörden haben die Schaffung der Stelle eines Direttors für Städtebau, Siedlungs- und Wohnungswesen beschlossen. Der Städtebaudirettor soll Generaldezernent für das gesamte Aufgabengebiet der Deputation für das Siedlungs- und Wohnungswesen und Leiter des Zentralamts für Städtebau und Siedlungswesen werden. Als Bewerber fommen nur solche Kräfte in Betracht, die auf dem Gesamtgebiete des Städtebaus, des Siedlungs und Wohnwesens in jeder Beziehung erfahren, organisatorisch befähigt, voltswirtschaftlich vorgebildet und mit dem Verwaltungsdienst vertraut find. Die Anstellung soll auf Privatdienstvertrag mit der Aussicht auf lebenslängliche Anstellung bei Bewährung erfolgen. Bewerbungsgesuche sind bis zum 30. Mai an die Deputation für das Siedlungs- und Wohnungswesen in Berlin zu richten." Wenn in dieser Ausschreibung wiederum von einem„ Städtebaudirektor" die Rede ist, so ist das irrig. Die Stadtverordnetenversammlung hat es ausdrücklich abgelehnt, der neu zu schaf= fenden Stelle diese Bezeichnung zu geben. Es handelt sich des= halb bei dieser Ausschreibung um die Stellung des General: direttors für Wohnungs- und Siedlungswesen. Mord an einem Rechtsanwalt In der Fregestraße 42a, Friedenau, wurde in der Nacht zum Mittwoch der Rechtsanwalt Dr. Ernst Martens in seiner Wohnung von dem 22 Jahre alten Arbeiter Erich Fichte aus Lichtenselbst durch einen Schuß in die Schläfe getötet berg, Prinzenallee 22, erschossen Der Täter hat sich dann Dr. Martens stand mit Fichte feit über einem Jahr in freundschaftlichem Berkehr. In der legten Zeit ist es wiederholt zwischen den beiden zu Streitigkeiten gekommen, da Dr. Martens das Freundschaftsverhältnis auflösen wollte. Bor drei Wochen trat Fichte eine Erholungsreise an, von der er am dritten Feiertag zurüdfehrte. Gegen Abend suchte er den Rechtsanwalt wieder auf. Kurz nach zehn Uhr rief Dr. Martens seine Wirtschafterin, die in einem Rebenhaus wohnt, telephonisch an und bat sie, zu ihm herüberzukommen, da Fichte äußerst auf Wohnung des Rechtsanwalts betrat, fand sie ihren Dienstherrn geregt sei und seine Wohnung nicht verlassen wolle. Als sie die mit schweren Kopfverlegungen bewußtlos am Boden liegend und den jungen Fichte tot auf einem Ruhebett. die vierundzwanzig Engel vom Plafond des Hotel de Soto anlächeln. Er wird in einer gemeinen Kneipe seine Mahlzeiten verzehren, wird tatsächlich der bescheidene Prole= tarier, der Jimmie Higgins seiner Rolle sein. Er tat die Jonnigen Träume eines Vermögens von sich, begnügte sich mit der harten täglichen Arbeit, schloß mit weiteren Agitatoren Bekanntschaft, beobachtete fie, stahl ihre Briefe, Adreß- und Notizbücher, brachte diese nach Zimmer 427 des American- House. Es gab in dieser Zeit viel zu tun. Troh dem Lynchen, der Prügel, der Gefängnisstrafe oder vielleicht gerade deshalb lebte die radikale Bewegung mit neuer Stärke auf. Die J. W. Ws. hatten sich im geheimen neu organisiert, sammelten Gelder für den Verteidigungsfonds ihrer Gefangenen; auch die anderen, rosa und röter schattierten Sozialisten, waren nicht müßig, hatten nie aufgehört, den Prozeß Goober auszubeuten. Eben jezt handelten sie um energischer, da Frau Goobers Prozeß stattfand. In Rußdemonstriert, weil ein Mann, den die Russen:„ Guba" land hatten Anarchisten vor der amerikanischen Botschaft nannten, mißhandelt worden war. Die New- Yorker ZeiDie New- Yorker 3ei tungen, denen die Wahrheit über den Fall Goober sorg: fältig vorenthalten worden war, brachten diese Nachricht und den russisch ausgesprochenen Namen„ Guba". Dies veranlaßte die Roten, höhnisch zu lachen und darauf hinzuweisen, wie sehr sich die New- Yorker Zeitungen für das ProDen extremsten Roten schien es in Rußland äußerst gut zu gehen. Im Spätherbst stürzten sie die Regierung, übernahmen die Leitung des Landes, schlossen mit Deutschland Frieden, was den Alliierten äußerst peinlich war und ein neues Wort in Umsatz brachte: das erschreckende Wort: Bolschewit. Von da ab genügte es, von einem Menschen zu behaupten, er sei ein Bolschewit, und war auch schon un möglich gemacht. Die Radikalsten jedoch nahmen diesen Namen an, trugen ihn als Erkennungszeichen. Die sozialistische Lokalgruppe von American City nahm unter einem Beifallssturm die Resolution an, sich fürderhin die„ bolschewistische Lokalgruppe" zu nennen, und eine Zeitlang herrschte der linte Flügel. Der Führer der Linken war der Rebatteur der American- Citynalist, hager, blaß, unglaublich verbittert... Ashton hatte anScheinend sein ganzes Leben mit dem Studium der Intriguen bes internationalen Kapitals verbracht, wußte auf jedes Ar gument eine Antwort. Ihn deuchte der Krieg ein Kampf zwischen dem alten englischen Kommerzialismus die bris tische Regierung hezeichnete er als eine ungeheuere Handels" Ich bin ganz zufrieden, Herr Guffen", entgegnete Beter. Parteizeitung Die Trompete", Herbert Ashton. Ein Jour68. Damit endete das vornehme Leben für Peter Gudge. Er bewegte fich nicht mehr in olympischen Kreisen, jah nicht mehr den chinesischen Diener des Herrn Aderman, noch die franzöfifche 3ofe der Frau Gott. Nie mehr werden ihn Donnerstag, 19. Mai 1921 Sie benachrichtigte die Stegliger Kriminalpolizei, die sofort mit einem Arzt des Rettungsamtes, Dr. Lattermann, am Tatort erschien. Der Arzt fonnte bei Fichte nur noch den Tod feststellen, während Dr. Martens nach furzer Zeit ebenfalls seinen Ber legungen erlag. Nach Ermittlungen der Stegliger Kriminalpolizei hat Fichte die Tat im Affeft begangen. Er hielt in der Hand einen Trommelrevolver, ans dem er drei Schüsse auf Dr. Martens und einen auf sich selbst abgegeben hatte. Die Leichen der beiden Er schossenen wurden nach dem Schauhause gebracht. Eine granenhafte Statistik Die Zahl der Todesopfer, die auf das Konto der Kriminalitä in Groß- Berlin zu setzen sind, ist in den letzten Jahren in er schredendem Maße gewachsen. Die nüchternen Ziffern des Sta tistischen Amtes über die Bewegung der Berliner Bevölkerung im Jahre 1920, die soeben veröffentlicht merden, erhalten eine erschredende Bedeutung, wenn man liest, daß im letzten Jahre allein in Berlin 75 Personen einem Mord oder Tot schlag zum Opfer gefallen sind. Von diesen gewaltsam ums Leben Gekommenen sind 51 Männer und 24 Frauen und Mädchen Diese Zahl übersteigt weit das Doppelte der vor dem Kriege verübten Kapitalverbrechen. Sie bleibt allerdings gegenüber Städten wie New York, Chikago und Paris erfreulicher weise zurüd. Ameisen eine neue Wohnungsplage ** Rach Berichten, die dem Laboratorium für Vorratsschäde linge in der Biologischen Reichsanstalt in Dahlem zugegangen find, häufen sich in lezter Zeit die Klagen über massenhaftes Auf treten von Ameisen in den Häusern, besonders in den Vorrats räumen und Speisekammern. Von einem Einsender wird die Vermutung ausgesprochen, daß es sich um bisher in Deutschland nicht vorhandene Arten handelt, die mit Lebensmittelpafeten aus Amerita eingeschleppt worden sind. Die Biologische Reichsanstalt in Berlin- Dahlem bittet daher um Mitteilung von Beobachtungen und Einsendung von Proben. Die Ameisen werden am besten in denaturiertem Spiritus( Brennspiritus) konserviert. Auslagen für Verpackung und Porto werden von der Biologischen Reichss anstalt gern vergütet, ** Die 231. Brottommission, Birkenstraße 77, wird am 21. Mak d. Js. nach Turmstraße 86 verlegt und dortselbst mit der 137. Brotkommission vereinigt. Die vergrößerte 137. Kommission wird der Bankbeamte Krämer führen. ** Das nächste Städtische Bollskonzert des Philharmonischen Or chesters unter Leitung von Richard Hagel findet am Donnerss tag, den 19. Mai 1921, in der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10-11 statt. Beginn des Konzerts 8 Uhr. Das Programm lautet: Ouvertüre zu„ Wenn ich ein König wär" von A. Adam, Wiegenlied aus Jocelyn" von B. Godard( Violoncello- Solo: A. Kropholler), Ungarische Rhapsodie Nr. 2 von Fr. Liszt( instru mentiert von Müller- Berghaus), Ouvertüre zu„ Der Freischüt von C. M. v. Weber, Andante und Finale aus dem Konzert d- moll für Violine von H. Wieniawski( Konzertmeister M. v. d. Berg), Norwegischer Künstler- Karneval von 3. Svendsen, Duver türe zu Die Stumme von Portici" von D. F. C. Auber, Serenade von J. Haydn, Bei uns zu Haus", Walzer von J. Strauß. Der Vorverkauf zu den Volkskonzerten findet statt bei A. Wertheim, Leipziger Straße, in der Berliner Gewerkschaftskommission, Engelufer 15 im Zigarrengeschäft von Horsch, und in dem bes treffenden Konzertsaal. Die im Vorverkauf nicht untergebrachten Karten werden abends an der Kasse verkauft. Der Eintritts. preis beträgt 1,50 Mart. Rasseneröffnung 7 Uhr. " ** Eine gefährliche Pfingstfahrt machte ein Droschfenchauffeur. Auf dem Potsdamer Plaz nahmen zwei junge Herren seinen Wagen zu einem Ausflug nach Staaten. Am Ziel der Fahrt blieb einer von ihnen bei ihm, während der andere sich unter dem Vorwande, eine Rusine besuchen zu wollen, entfernte. In der Zwischenzeit ließ sich der Zurüdgebliebene von dem Chauffeur die Einrichtung und Führung des Wagens erläutern. Nach der Rüd fehr des zweiten fuhren beide Gäste wieder nach Berlin und stiegen vor einem Hotel in der Lintstraße aus. Der Chauffeur hatte 150 Mart zu fordern. Die Fahrgäste gingen in das Hotel hinein, tamen aber nicht wieder zum Vorschein. Nach längerem Warten schöpfte der Wagenführer Verdacht und erkundigte sich nach ihnen. Er stellte fest, daß sie im Hotel wohnten und bes nachrichtigte die Bolizei, weil er Fahrpreispreller in ihnen ver ihr Zimmer zu öffnen. Um eine Schießerei zu vermeiden, wariete mutete. Als Beamte tamen, weigerten sich die jungen Herren, man ab, bis die Beiden heraustamen. Jetzt wurden sie verhaftet, und nun fand die Fahrt eine überraschende Aufklärung. Die | gesellschaft"- und dem neu aufstrebenden agressiveren deut fchen Kommerzialismus. Ashton bemächtigte sich der Schlagworte der Kriegspropa gandisten und behandelte sie wie ein Terrier eine Ratte. Also dies ist ein Krieg für die Demokratie! Seit zwanzig Jahren haben Pariser Bankiers die russischen 3aren finan ziert, jene 3aren, die hunderttausend Verbannte nach Gi birien gesandt haben, um der Welt die Demokratie zu sichern. Auch das britische Reich ist für die Demokratie in den Krieg gezogen zuerst in Jrland, dann in Indien und Aegypten und auch in den Slums von Whitechapel! Nein, sagte Ashton, die Arbeiter lassen sich von einem derartigen Schwindel nicht Die Wallstraße, die Börsenstraße, hatte den alliierten Banfiers etliche Milliarden Dollars geliehen und nun sollte das amerikanische Volk sein Blut vergießen, um diese Anleihe zu sichern. narren. bereiten, und der Rattengesichtige erklärte, die Zeit zum Peter rebete Mic Givney zu, dieser Agitation ein Ende zu Handeln sei gekommen. Eine große Massenversammlung sollte die bolschewistische Revolution feiern, und Mc Ginner warnte Peter vor dieser Versammlung, dort dürfte es Hieb absetzen. Peter nahm sein rotes Abzeichen und da Schildchen mit den verschlungenen Händen ab, verfügte fi auf die Galerie, verschwand in der Menge. Er erblidte unte den Anwesenden eine beträchtliche Zahl Spizel, sah auch de Polizeikommissar und den Leiter des städtischen Detekti bureaus. Als Herbert Ashton seine Rede zur Hälfte gehalte hatte, trat der Leiter des Detektivbureaus an die Trib heran und ließ Ashton verhaften. Etwa zwanzig Poliziste stellten sich zwischen den Redner und die tobende Menge. Im ganzen wurden sieben Leute verhaftet, und da am Vorgehen bei den Zeitungen hervorgerufen hatte, beschlo folgenden Morgen ersichtlich ward, welche Begeisterung dieses man, noch weiter zu gehen. Ein Dutzend von Guffeys Leute überfielen zusammen mit einem Duzend Leuten des Staats anwaltes die Redaktion der Trompete", warfen das Re daktionspersonal die Treppe hinunter, oder aus dem Fenster ruinierten die Maschinen, schleppten die Abonnenter und eine Unzahl Schriften in den Hof, um sie dort zien brennen. Auch das Hauptquartier der bolschewisem Lotalgruppe wurde überfallen, fieben Mitglieder des ang tiv- Komitees verhaftet, die Raution für jedes auf fünen zwanzigtausend Dollars festgesetzt. 3wei bis dreische, der Woche sandte die Times" einen Angestellte Guffeys Agentur, und Guffey übergab ihm einen er von Peter zusammengestellten Materials, das klar undermit Terrorismus und Mord lich bewies, das sozialistische Programm sei gleichbenem ( Forthegung sulsLeute ungen Männer bekannten, daß sie einen Raub mord= inschlag geplant hatten und wurden dem Raubdezernat der Kriminalpolizei vorgeführt. Man brachte sie zu einem vollen Seständnis. Die Ausflügler entpuppten sich als ein 17 Jahre alter Wildhändler Alfred Krieger und ein 19 Jahre alter Technikumschüler Ludwig Weser aus Hamburg. Beide waren von bort durchgebrannt, nachdem Krieger seinem Vater 800 Mark unterschlagen hatte. Ihr Geld reichte aber nur ganz kurze Zeit. Um sich neues zu verschaffen, tamen fie auf den Gedanken, einen Chauffeur auf einem Ausflug zu erschießen und zu berauben und dann auch noch den Wagen zu verkaufen. Mit scharfgela= denen Pistolen und Eierhandgranaten ausge= rüstet machten sie nun den Ausflug nach Staaten, um unterwegs ihren Plan auszuführen. Dazu fanden sie aber doch nicht den Mut. Der Besuch bei der Kusine" war nur eine Vorspiege lung für den ahnungslosen Chauffeur. Die Unterweisung, die dieser dem einen Fahrgast gab, sollte den jungen Mann befähigen, den Wagen unauffällig wegzuschaffen, wenn auf dem Rüdwege der Anschlag doch noch gelungen wäre. Die Verhafteten wurden dem Untersuchungsrichter vorgeführt. ** Wegen Unterschlagung von Steuermarken ist ein angeblicher früherer Oberfeldwebel, Robert Gefahr, verhaftet worden. Beamten der Kriminalpostdienststelle in der Friedrichstraße 129 fiel es auf, daß ein Postschaffner Fraß in Tegel Steuermarken, die bei der Post zu kaufen sind, in größerer Menge zu Geld zu machen suchte. Die Nachforschungen ergaben, daß Fraß diese Marken von einem Tegeler Gefängnisbeamten erhalten hatte. Dieser wieder hatte sie von seinem Schwiegervater, dem angeblichen früheren Oberfeldwebel Gefahr bekommen, der eine Zeitlang bei einer Abwidelungsstelle in Lichterfelde beschäftigt war. Sier hatte Gefahr von seinem Zahlmeister den Auftrag erhalten, die Steuermarken für die bei der Stelle beschäftigten Leute zu besorgen. Er hatte die Marten auch eingefordert, bei der Auflösung der Abwickelungsstelle erklärt, die Sachen seien erledigt, die Listen aber nicht abgegeben. So hatte er für 50 000 Mart Steuermarten für sich behalten, um sie nun durch andere versilbern zu lassen. Dem Postschaffner war eine Provision von 10 Prozent versprochen worden. ** Schreckliches Ende einer Geburtstagsfeier. Die 57 Jahre alte Frau Magdalene Fuchs, geborene Glaser, feierte in ihrer Wohnung, Weberstraße 9, ihren Geburtstag. Jm Verlauf der Feier geriet Frau Fuchs mit ihrem Ehemann, dem 55 Jahre alten Schneidermeister Christoph Fuchs, wegen eines Geschentes, das ihr der 19jährige Stiefsohn Herrmann gemacht hatte, in einen heftigen Streit. Christoph Fuchs geriet in eine derartige Er regung, daß er mit einem Küchenmesser auf Frau und Sohn einstach und die letztere am Kopfe und den Sohn an der linken Schulter und am Unterarm verletzte. Als beide zusammenbrachen, glaubte er sie erstochen zu haben und stieß sich selbst das Messer in den rechten Oberschenkel, wodurch die Schlagader durchschnitten wurde. Man schaffte ihn nach dem Krankenhaus Friedrichshain, wo er bald darauf infolge Verblutung verstarb. Gewerkschaftliches Amsterdam und die italienischen Gewerkschaften Die italienischen Gewerkschaften find faum weniger den brutalen Angriffen der Faszisten ausgesetzt wie die Sozialisten. Sie stehen daher seit Monaten in schwersten Kämpfen. Obwohl sich nun der italienische Gewerkschaftsbund auf seinem legten Kongresse der Mostauer roten Gewerkschaftsinternationale zuwendet und die Amsterdamer Internationale verlassen hat, nimmt diese doch einen lebhaften Anteil an den Kämpfen der italienischen Gewerkschaften. Das findet seinen besonderen Ausdrud in einer von der Amster damer Gewerkschafts- Internationale am 27. April angenommenen Resolution, die gegen die fortgesetzten Ueber= fälle der italienischen Gewerkschaften öffentlichen Protest erhebt, die italienischen Gewerkschaften ihrer uneingeschränkten Sympathie versichert und zugleich die Verpflichtung ausspricht, die italienischen Genossen mit allen moralischen und materiellen Mitteln zu unterstützen. Dieser Beschluß ist dem italienischen Gewerkschaftsbund mit einem Betrag von 50 000 Lire, das sind etwa 150 000 Mart, übermittelt worden, die zur Verstärkung der gewerkschaftlichen Propaganda in Italien und zur Behebung erlittener Schäden verwendet werden sollen. Genosse d'Aragona drüdt der Amsterdamer Internationale im ,, Avanti" seinen Dank öffentlich in folgenden Worten aus: „ Wir danken der Gewerkschaftsinternationale, die in einem schwierigen Augenblid unseres Gewerkschaftslebens zur Hilfe gekommen ist und uns in rührender Weise die Solidarität des internationalen Proletariats bewiesen hat." Auch der„ Avanti" findet warme Worte des Dankes und der Anerkennung für die Tat von Amsterdam. Er erinnert zwar daran, daß die italienischen Sozialisten von manchem Führer dieser Gewerkschaftsinternationale abwichen, aber", so fährt das Blatt fort, wir wollen die Bedeutung dieser uns tief ergreifenden internationalen Kundgebung nicht perkleinern. Wie auch immer der Name ihrer Führer lauten mag, und wie zahlreich auch die von ihr begangenen Fehler sein mögen, sicher ist, daß das internationale Proletariat, das zu Millionen in Amsterdam vereinigt ist, gemeinsame Interessen mit allen Ausgebeuteten der Erde hat. Und uns verbindet dieses auch mit ihm. Auch ist gewiß, daß alle aufrichtigen und herzlichen Kundgebungen internationaler Solidarität die proletarische Einheit aller Länder beschleunigen. Solidarität ist der stärkste Antrieb zur Vereinigung der Arbeiterlaffe zweds Eroberung der eigenen Freiheit." „ Schwarzarbeit" Der Deutschen Technifer- Zeitung, dem Organ der technischen Angestellten und Beamten entnehmen wir diese Notiz: Mit diesem Schlagwort wird neuerdings die Tätigkeit eines Arbeitnehmers bezeichnet, der über seine achtstündige Arbeitszeit hinaus eine Rebentätigkeit ausübt, um sich noch einen besonderen Verdienst zu verschaffen. Es wird dabei, namentlich in Arbeitgebertreisen, darauf hingewiesen, daß die Nebenarbeit vollbe= schäftigter Arbeiter und Angestellten immer mehr um sich greife, ein Mißstand, der natürlich Wasser auf die Mühle dieser Gegner des Achtstundentages ist. Sie haben bereits amtliche Stellen, wie die Sächsische Regierung und Sandelstammern, mobilgemacht, damit sie dieser Erscheinung in ihrem, d. h. arbeiterfeindlichen Sinne, Rechnung tragen, aber auch die Gewerkschaften be= fämpfen bekanntlich die Ausübung solcher Schmugtonfurrenz", weil sie dem Geist unserer sozialpolitischen Gesetzge= bung widerspricht, ganz davon abgesehen, daß sie die Maßnahmen zur Milderung der Arbeitslosigkeit oft sehr erschwert, weil Arbeitslosen offene Stellen oder doch die Gelegenheit zu Aushilfsstellen genommen werden. Die Solidarität der Arbeitnehmerschaft und die Folge dieser Lohnbrüderei" verlangen es, daß die sozi alen Errungenschaften nicht gefährdet werden. Zwar sind Uebertretungen des Achtstundentages aus der individuellen Notlage heraus, in er sich viele Arbeitnehmer, besonders wenn sie eine große Familie haben, trok voller Beschäftigung befinden, verständlich. Dies ändert jedoch nichts an der ersten Pflicht, die bestehende soziale Schutzgesetzgebung unter allen Umständen zu respektieren. Gewerkschaftskonferenz in Bitterfeld Am 10. Mai tagte in Bitterfeld eine von 113 Funktionären besuchte Gewerkschaftskonferenz, die sich mit den Vorgängen in Mitteldeutschland und Gewerkschaftsfragen beschäftigte. Genosse Krüger Merseburg behandelte in seiner Eigenschaft als Zivilfommissar die Vorgänge in Mitteldeutschland. Ueberzeugend wies er nach, daß der letzte Putsch die Arbeiterbewegung und insbesondere die Gemertschaftsbewegung schwer geschädigt habe. Methoden, die vor zirka 20 Jahren einzelne Arbeiterschich ten glaubten anwenden zu können, haben ihre Auferstehung neu gefeiert. Die Gefährlichkeit der tommunistischen Tattit wurde er fannt und in einer eingebrachten Resolution jede Butschtattit abgelehnt. Die Versammlung erklärt ,,, auf dem Boden des A. D. G. B. zu stehen und verurteilt jede 3eriplitterung der wirtschaftlichen Organisation der Arbeiterschaft. Die Organisation verlangt. Daß Inhaftierten fjoll alle mögliche Unterstügung gewährt werden." die Sondergerichte beseitigt und die Juhastierten vor ordentliche Gerichte gestellt werden. Den Angehörigen der Berurteilten und Inhaftierten soll alle mögliche Unterstügung gewährt werden, Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter! Die Urabstimmung muß, da infolge der Feiertage die Mitgliedsbücher nicht restlos ausgegeben werden konnten, auf Sonnabend, den 28. Mai, verschoben werden. Die Vertrauensleute sind verpflichtet, diese Woche beim Abrechnen die Mitgliedsbücher von den Bezirtstassierern zu fordern. Die Ortsverwaltung. Gewerkschaftsversammlungen Große öffentliche Bankangestelltenversammlung. Der Allgemeine Verband der Deutschen Bantangestellten hat, nachdem der Schiedsspruch des Schlichtungsauss Schuffes auf Zahlung einer erhöhten Teuerungszulage von dem Reichsverband der Bantleitungen abgelehnt worden ist, für Freitag, ben 20. b. M., abends 7% Uhr, nach den Germania Brachtsälen, Chauffeestraße 110, eine große öffentliche Bankangestelltenversammlung einberufen. Die Tagesordnung lautet: Buntt 1. Die Ablehnung des Schiedsspruches durch ben Reichsverband. Puntt 2. Unsere Stellungnahme. Es sprechen Benno Marr und Karl Emonts. An die Referate wird sich eine freie Aussprache anschließen. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Freitag, den 20. Mai, nach mittags 5 Uhr, im Deutschen Hof, Ludauer Straße, große Mitgliederversammlung. Kollegen und Kolleginnen! Zu dieser Bersammlung wird in Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung Massenbesuch erwartet. Die Ortsverwaltung, Deutscher Wertmeister- Berband. Freitag, den 20. Mai, abends 6% Uhr, Ver fammlung der Betriebsvertrauensmänner aller Branchen in Saverlands Zest sälen, Neue Friedrichstraße 35. Kupfer Achtung, Laubenbauer! Messing, Zinn Quecksilber Plati, Gold, Silberbrach Händlern Extrapreise! Brunnenstr. 11 Beusselstraße 29 Fennstraße 48. Altmetalle verkauft man nur Badstr. 34 im Hof Händler Seife, Lichte, Schuhcrem, Streichhölzer jetzt konkurrenzlos billig! Our gut.Qualitätsware Dietz, Kl. Frankfurter Str. 13 Spezial- Arzt Dr.Scotti, Rosenthalerstr.69-70 für alle Geschlechts-, Haut-, Harn-, Frauenleiden. Syphilis-, Salvarsan- Kuren. Blutuntersuchungen. Damen separat. 10-1, 5-7. Meine Flechte, für deren Beseitigung mir von Aerzten feit etwa einem he alle möglichen Mittel rieben wurden, die aber halfen, ist jetzt durch Spezialmittel faft cichwunden. reiben viele über den Jahren sicher bewährt. jenbalfam. M.12.50. chzeitigen innerlichen bel's Saltarine Bluts ge- Bulve, Schacht. , 3 Sch. 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Diftritt Land. 7 Uhr bei Tempel, Friedrichsfelde, Brinzenallee, Ede Wilhelmstraße, Ronferens aller Funktionäre von Karlshorst, Friedrichsfelde, Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdorf, Hellersdorf, Wuhlgarten und Marzahn. Tagesordnung: Neuaufbau der Organisation und Wahl der Distriftss leitung. 3. Distrift( Berlin- Mitte), Generalversammlung bei Köhler, Tiedstrafe 24. 4. Diftritt. Heute abend 7 Uhr Generalversammlung bei Graumann, Naunyns traße 27. 1. Bericht und Neuwahl der Distrittsleitung. 2. Vortrag des Reichss tagsabgeordneten Genossen Künstler über: Die politische Lage und das inter nationale Proletariat", Mitgliedsbuch legitimiert. 6. Distrift. 2. Abteilung. Übteilungsversammlung abends 7 Uhr, Blücherftr. 34, Pilzeder. Vortrag. 12., 13. Dikrift. Kinderchor- Uebungsstunde jeden Donnerstag 6-8 Uhr, Schule, Bappelallee 41/42. Bilderausgabe. 50 Pfennig find mitzubringen, Aufnahme zum Chor zu jeder Uebungsstunde. 16. Diftritt. 27 Uhr Generalversammlung in der Schulaula, Müllerstraße, Ede Triftstraße. Geschäftsleitung Charlottenburg. Die öffentliche Bersammlung mit dem Referat Dr. Moses findet nicht statt. Reutölln, Die Frauenarbeitsfommision nimmt heut in der Mitgliederversamme lung Material in Empfang. Die Obleute der Schulen holen solches erst am Sonnabend 6 Uhr im Parteibureau ab. Steglig. Weltliche Schule. Abends 7% Uhr bei Thiele, Albrechtstraße, Ede Arugstraße, Agitationeigung. Alle Elternbeiräte und Agitatoren für die welts liche Shule müssen bestimmt erscheinen. Material- und Bezirksverteilung. Freitag, 28. Mai. Berweltungsbezirf Friedrichshain. Kommunale Kommiffion, 7 Uhr Sigung der Abteilungsobleute bei Rosin, Gubener Straße 19. Renferens aller Borstandsmitglieder, Abteilungsleiter, Bezirksführer und Vor sitzenden der Kommissionen von Teilen des 6. und 10. Diftrifis, soweit diese Teile zum Verwaltungsbezirt Berlin- Mitte( neuer 2. Distrift) geschlagen werden, abends 6 Uhr im Beratungszimmer, Breite Straße 35, 1 Treppe. Tagesordnung: Aufbau des neuen Diftriftes. 4. Diftritt. 7 Uhr Sigung der Zeitungs- und Agitationstommission bei Lier, Raunnnstraße 9. 7. Diftrift. 7 Uhr Besprechung der Frauenarbeitsfommission, Romintener Str. 2. 8. Diritt. Wegen der Zentralnorstandssigung findet unsere Borstandsligung und Abrechnung abends 7 Uhr bei Drelse, Schreinerstraße 18, statt. 14. Dijtrift. Funktionärigung 8 Uhr bei Kaiser, Gogtowstystraße 34. Deles gierte zur Generalversammlung müssen teilnehmen. Der Vorstand tagt ½ Stunde früher. 15. Diftrift. Nicht wie irrtümlich angegeben, am Donnerstag, sondern Freitag abend 7 Uhr Diftrittsgeneralversammlung, Schulaula, Siemenstraße 20. Tagess ordnung: Borandswahl und Geschäftsbericht. Begirlsführer miffen einladen. 16. Diftrift, 7 Uhr Funktionärssung mit gitationstommission bei Abraham, Nordufer 10. Vollzähliges Erscheinen dringend notwendig. 17. Diftrift. 1. Abteilung. Abends 7 Uhr Abteilungsversammlung in der Schulaula, Ruheplatstraße 8/9. Tagesordnung: 1. Wahl der Delegierten zur Verbandsgeneralversammlung. 2. Stellungnahme zur Vorstandswahl. 3. Wahl der Abteilungsleitung. 4. Bortrag. 17. Diftritt. 3. Abteilung. Abends 7 Uhr Abteilungsversammlung in der Schul aula, Lütticher Straße 47-48. Die Genossinnen und Genossen der früheren 2. Ab teilung nehmen an dieser Versammlung teil. 17, Dijtrift. 2. und 3. Abteilung. Abteilungsleiterversammlung abend's 7 Uhr in der Aula der Gemeindeschule, Lütticher Straße 47/48. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen sehr notwendig. Steglit. Abends 7 hr findet in der Aula der Realschule, Stubenraunlag, die Generalversammlung des Vereins Arbeiter- Jugendheim statt. Aeuferit wigtige Tagesordnung. Daher Erscheinen aller Mitglieder unbedingt Vilicht. Sonnabend, 21. Mai 15. Berwaltungsbezirk( Treptow, Baumschulenweg. Oberschönewetbe, Nieber Schöneweide, Adlershof, Johannisthal und Alt- Glienice). Die Abteilungsleiter holen Flugblätter für Freiheit" Agitation ab nachmittag 4 Uhr im Lokal von Weber, Niederschöneweide, Blücherstraße 17. Vereinskalender Donnerstag, 19, Mai. Berband der Buchbinder und Rapierverarbeiter. Nochm. 5 Uhr im großen Saal von Graumanns eftsälen, Raunynstraße 27, Branchenperjamuriang aller in den Karton, Kartonagen, und Wellpappbetrieben beschäftigten Mitglieder. Freitag, 20. Mai. Zentralverband der Angestellten. Berband. und Zellfloffe: Mitgliederversamm Einzelhandel: Lung abends 7 Uhr, Saverlands Fejtjäle, Neue Friedrichstr. 35. Herrens, Demen- und Kinderbekleidung: Abends 7% Uhr Mitgliederversammlung Brachtfäle Alt- Berlin", Blumenstr. 10. Einzelhandel: Qugus, Galanteriewaren, Bijouterie und Bazare: Abends 7% Uhr öffentliche Bersammlung Saverlands Festfäle, Neue Friedrichstr. 35. Deutscher Transportarbeiter- Berband. Funktionäre und Delegierte zur örtlichen Generalversammlung der Reichsbetriebe, Berwaltungsbehörden und Reichsorganis fationen! Abends 6% Uhr im Saal 1 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 14/15, Funktionärversammlung aller brei Branchen. Branche Bretterträger! Abends 7 Uhr Branchenversammlung im Lofal Englischer Hof, Berlin. C., Alexanders straße 27 b. Tagesordnung: Bericht der Lohnfommission über die letzte Lohn bewegung, Teuerungszulage betreffend. Deutscher Transportarbeiter Verband. Kraftdroschtenführer! Abends 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Saal 5, Branchenversammlung. Berband der Gärtner und Särtnereiarbeiter, Landschaftsgärtner! Gruppenvers Jammlung 8 Uhr abends, Restaurant Saendel, Schöneberg, Borbergstraße 11. Bund der technischen Angestellten und Beamten. Abends 7 Uhr Bertrauenss Abends männerversammlung des Bundes im Nordischen Hof, Invalidenstr. 126. 18 Uhr Versammlung der Fachgruppe Bermejfungswesen im Berliner Clubhaus, Ohnstr. 2. F Sonnabend, 21. Mai Arbeiter Samariter Rolonne Berlin E. B. Die außerordentliche Generalvers fammlung findet abends 6 Uhr in der Schule, Sinter der Garnijonkirche, statt. Wer nicht erscheint, leistet den Zerstörern Vorschub. Also nochmals, erscheint alle. Es geht diesmal um das Wohl und Wehe der Kolonne Berlin. Berantwortlich: für Bolitit u. Feuilleton: Leo Liebschüz, Berlin- Friedenau; für Kommunalpolitit, Lotales u. Gewertschaftl.: Gerhart Seger, Berlin; für den Inseratenteil n. geschäftliche Mitteilungen: Ludwig Romeriner Karlshorit. Berlagsgenossenschaft Freiheit" e. 6. m. b. 5, Berlin. Drud der Berliner Druderei G. m. b. 5., Berlin C 2, Breite Str. 8-9. 777 Geschlechtsleiden Harnröhrenleiden, frisch und speziell veraltet, Syphilis, Spezialität: Arbeitss u. Militär- Hosen von 50 m. an Mannesschwäche, Weissfluss behandelt ohne Berufsstörung Münzstr. 8. Sonnabends geschlossen Dr. med. Dammanns Heilanstalt BOTENFRAUEN stellt sofort ein Berlin M 6, Potsdamer Strasse 123 B, Sprechstunden: 9 bis 11, 3 bis 6, Sonntags 10 bis 11, Belehr. Brosch. mit zahlr. Dankschr. u. 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Proletarische Gerichtsbarkeit 6. Schule und Kommunismus/ 7. Religion und Kommunismus/ 8. Die Organisation der Industrie 9. Organisation der Landwirtschaft 10. Organisation der Verteilung/ 11. Organisation der Banken und die Geldzirkulation/ 12. Die Finanzen im proletarischen Staate/ 18. Programm der Kommunisten in der Wohnungsfrage 1 14. Arbeiterschutz und soziale Fürsorge 15. Schutz der Volksgesundheit 376 Selten/ Preis Mk. 8.-( geb. Mk. 15.-), Organisationsprets Mk. 5, Bestellungen sind zu richten an die Verlagsbuchhandlung Carl Hoym Nachf. Louis Cahnbley, Hamburg 11 bient aur Selbsthilfe bei leichteren Krankheiten und gibt Berbaltungsmaßregeln bis&. Erscheinen des Arates bei schweren Krankheiten Mit Anhang: Anleitung z. Errichtung einer Hausapotheke Preis 1,50 Mt. Behörden Schulen Krankenkaffen Fabriken Organisationen bezog. bereits große Partien Bestellen Sie sofort bei der Buchhandlung, Freiheit Berlin 62, Breite Str. 8-9 Zeißfeldstecher 6 und 8fach, kauft ständig. M. 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