Einzelpreis 30 Pfg. 4. Jahrgang Mittwoch, 25. Mai 1921 Nummer 237 Morgen- Ausgabe Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags nur einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 10 M. im voraus zahlbar. Für Boftbezug nehmen fämtliche Bostanstalten Bestellungen ente gegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland, Desterreich, Ungarn, Danzig, das Saarsu. Memelgebiet sowie die früheren deutschen Gebiete Bolens u.Luxemburgs 20 m., ir das übrige Ausland 27 M. per Brief bes. für Deutschland u. Defterreich- Ungarn 95 M. Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin C2, Breite Straße 8-9. Die achtgespaltene Nonpareillezetle oder deren Raum koftet 5,- M. einfchließlich Teuerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2, M., jedes weitere Wort 1,50 M. einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif, Familien Anzeigen und Stellen- Gesuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen Besuche in Wort- Anzeigen: das fettgedruckte Wort 1,50 M., jedes weitere Wort 1, M. Fernsprecher: Zentrum 15230-152 39 greibeir Berliner Organ ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Briand über Oberschlesien Fort mit dem Kriegsgefchrei! 99 Eine Rede in der Kammer/ Wichtige Erklärungen/ Merkbare Entspannung des Baterlandes" und meinen die Sicherstellung des tapi Paris, 24. Mai. In der heutigen Rammersigung wurde die Beratung über die auswärtige Politit der Regierung fortgesetzt. Ministerpräsident Briand erklärte, er begreife die Erregung, die sich angesichts der Ereignisse in Oberschlesien im Lande zeige. Wäh rend der Beratungen über den Friedensvertrag habe eine interalliierte Kommission die oberschlesische Frage genau geprüft. Die Arbeit habe mehrere Monate gedauert, und die Mitglieder der Kommission seien einstimmig zu dem Entschluß gekommen, Oberschlesien Polen zuzusprechen. Auch die Alliierten hätten sich einstimmig diesem Beschluß angeschlossen, und diese Bertragstlaufel sei Deutschland übermittelt worden, das dann in Gegenvorschlägen Anspruch auf diese Gebiete erhoben habe. Der Oberste Rat habe alsdann den Interessen Bolens entgegen eine Boltsabstimmung zugelassen, um das Recht Polens zu rechtfertigen. Die Polen hätten starte Gründe gehabt, zu glauben, daß Oberschlesien ihnen zufallen werde. Bei der Abtimmung aber hätten 180 000 in Oberschlesien geborene Deutsche mitgestimmt. Frankreich habe immer gewollt, daß der Friedens vertrag loyal ausgeführt werde. Niemals habe es die Absicht gehabt, Polen Gebiete zuzuteilen, die den Deutschen zuge sprochen werden müßten. Nach dieser Richtung sei er mit dem englischen Premierminister vollkommen einig. Oberschlesien sei niemals als ein rein deutsches Land ange sprochen worden. Die englischen und die deutschen Autoren, auch der deutsche Atlas, befundeten das. Oberschlesien sei vor 600 Jahren mit Gewalt zu Deutschland gekommen. Der Vertrag lage, daß die Grenz bestimmungen nach geographischen Rüdichten getroffen werden müßten. Es wäre also teine gerechte Abstimmung, wenn man eine Unterscheidung machen wollte zwischen armen und reichen Gebieten, zwischen den Stimmen der polnischen Arbeiter und der reichen Deutschen. Briand fuhr fort: Wenn in dem Minenbezirk die polnischen Arbeiter die Mehrheit der Stimmen hätten, dann müßten diese Stimmen bei dem Votum den Ausschlag geben.( Beifall.) Er sage das nicht in der Absicht, zu polemisteren, denn unter Alliierten müsse man dies in Ruhe auseinandersezen und dürfe teine Hintergedanken haben. Dann werde man sich verstehen. Man habe behauptet, Frankreich fordere, daß die Minenbezirke Bolen zugesprochen würden, und es begünstige damit Polen. Nach einem Kriege, wie dem legten, habe Frankreich das Recht, gewisse Befürchtungen zu hegen. Wenn man einem Lande wie Polen das Leben gegeben habe, sei es nur natürlich, daß man auch daran dente, ihm seine Existenzmöglichkeit zu geben. Bon diesem Wunsche beseelt, hätten die Aliierten Polen einen Zugang zum Meere durch Preußen hindurch gesichert. Das genüge aber nicht. Wenn ein Land nicht die Mittel zum Leben habe, dann Sterbe es oder es falle der Herrschaft der Nachbarn anheim. In Den Bergwerksbezirken Oberschlesiens habe Bolen nicht nur die gesamte Mehrheit, sondern auch die Mehrheit nach Kommunen erlangt. Der französische Kommissar sei also berechtigt gewesen, feine Schlußfolgerung zu unterbreiten. Nach einer AuseinanderSegung über die Rolle des französischen, des englischen und des italienischen Kommissars sagte Briand, es bereite oft Ungelegenheiten, wenn eine Debatte wie die über die Voltsabstimmung auf dem öffentlichen Martte erfolge und wenn eine Bressepolemit sich dieser Frage bemächtige.. Briand fuhr fort. Er habe noch eine schwere Stunde gegens wärtig, eine dramatische Stunde der Londoner Konferenz. Damals habe es den Anschein gehabt, der Unterschied in der Auffassung zwischen Frankreich und Großbritannien jei jo groß, daß es unmöglich sei, die beiden Auffassungen einander näher zu bringen. Die Worte des englischen Premierministers lägen ihm noch in den Ohren, als er gesagt habe, er möge nicht der Staatsmann sein, der es mit seinem Gewissen verantworten müsse, ein So ernstes Ereignis vorbereitet zu haben. Wenn man das Gefühl des Ernstes eines solchen Ereignisses habe, dann sei es ficher, daß man alles tun werde, um es nicht zu provozieren, und Frankreich verlange, daß der Bertrag loyal spiele, und zwar in feinem Geifte und in seinen Worten. Ministerpräsident Briand gibt zu, daß die Militärs vielleicht nicht ganz geeignet seien, um in voller Gerechtigkeit die Bestimmungen des Bertrages zu wür digen, und um eine Grenzlinie zu ziehen. Die Alliierten müßten sich nach dem Abkommen wie in allen anderen Fällen aus= sprechen. Die Gerechtigkeit müsse siegen, und an dem Tage, an dem die Gerechtigkeit triumphiert habe, werde Oberschlesien vor der Anarchie gerettet sein( Beifall). Briand geht alsdann auf den Ursprung der Unruhen zurück und sagt, die Polen seien erregt gewesen, weil sie geglaubt hätten, sie sollen das Opfer ge= troffener Abkommen sein. Von London aus habe er angeordnet, daß sofort dem französischen Vertreter telegraphiert werde, daß er alles unternehme, was in seiner Macht stehe, um die Ordnung wieder herzustellen und um die Menschenleben und die Vermögenswerte zu schützen. Sätte man etwa Blut vergießen sollen mit Tants und Mitrailleusen? Frankreich habe 12 000 Mann in Oberschlesien; diese hätten die bedrohten Deutschen beschützt, bie Ordnung Jei wieder hergestellt. Alle Welt müsse davon befriedigt sein. Der polnischen Regierung habe man mitgeteilt, daß ihre Landsleute sich ins Unrecht setzten. Die polnische Regierung habe die verlangten Maßnahmen ergriffen. Auch die Worte Lloyd Georges feien falsch ausgelegt und schlecht übermittelt worden.( Jronische Zwischenrufe rechts.) Briand forderte die Kammer auf, den Taft einzuhalten, den die Debatte erfordere. Ministerpräsident Briand erinnert an die Erklärung, die er in Abwesenheit des Parlaments in aller Defentlichkeit habe machen müssen. Er habe Deutschland zu erkennen gegeben, menn es Truppen entsende wozu, wie er wisse, eine gewisse Geneigtheit bestanden habe, dann würden ernste Ereignisse dadurch hervorgerufen. Die deutsche Regierung habe begriffen, er habe die Befriedigung gehabt, am nächsten Tage in den erregs testen Zeitungen eine gewisse Zurüdhaltung zu bemerken. Heute vormittag, zu früher Stunde, habe die deutsche Regie rung mitgeteilt, daß alle Maßnahmen angeordnet jeien, und daß die Zeitungen, die hezten, verfolgt würden. Es sei auch mit geteilt worden, daß der preußische Minister des Innern Sicher. heitspolizei entsandt habe, um die gegebenen Instruttionen ausführen zu lassen. Ministerpräsident Briand fährt fort: Sie fönen mir fagen, daß das Worte sind und daß wir seit zwei Jahren so viele Worte gehört haben, die nicht befolgt wurden, aber heute denke er loyal und aufrichtig, daß Dr. Wirth, der an der Spige der augenblidlichen Regierung stehe, die sich auf eine andere Mehrheit itüge, als die legte Regierung, bis jetzt Beweise einer großen Aufrichtigkeit und einer großen Loyalität gegeben habe. Er habe seine Verpflichtungen gehalten und er, Briand, werde darauf nachträglich bei Besprechung der Londoner Beschlüsse zurückommen. Dr. Wirth habe nicht nur seine Verpflichtungen übernommen, sondern auch begonnen, fie auszuführen. Ministerpräsident Briand sagte alsdann, er habe eine Bo litit erläutert, er übernehme feine Berantwortlichkeit, die Kammer möge die ihrige übernehmen. Sie solle alsdann wählen zwischen seiner Politit oder einer andern. Die andere Politit wolle er nicht mitmachen ohne zwingende Notwendigkeit.( Lebhafter Beifall lints und in der Mitte.) Ministerpräsident Briand fährt fort, er sei beauftragt, den Friedensvertrag von Versailles anzuwenden. Er müsse daran er innern, daß der Friedensvertrag von Versailles ein einheitliches res, ein tärteres Deutschland in bezug auf Rohäfton und Assimilierung der Rassen geschaffen habe als der Friedens vertrag von Frankfurt. Er wundere sich, daß man ihm Schwäche bei dem Gebrauch dieses Instrumentes vorwerfe. Er habe alle Verpflichtungen gegen das Parlament, nämlich durch die Bes Jegung von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort, erfüllt. Abgeordneter Tardieu scheine bie Bergangenheit vergessen zu haben und nur an die Zukunft zu denken. Nach einer Schilde rung der Verhandlungen von London unterstreicht Briand die große Anstrengung der Belgier, um zu dem Eegebnis in London zu gelangen. Er Briand, wäre stärker beflatscht worden, wenn er das Ruhrgebiet besett hätte. Aber diese Art von Popularität habe er niemals gesucht.( Beifall links und in der Mitte; auf der rechten Seite wird Briand lebhaft unterbrochen, was Proteste von links hervorruft.) Briand fordert seine Kollegen auf, zwischen den beiden Arten von Politit zu wählen. Der Abgeordnete Roblemaire ruft dazwischen:„ Die Frage steht doch viel höher, als eine ministerielle Frage." Ministerpräsident Briand sagt, der Abgeordnete Nobelmaire habe ihn nicht verstanden. Wenn es sich um das Interesse Frankreichs handele und wenn er die Kammer auffordere, ihre Wahl zu treffen, dann handele es sich um eine Frage des allgemeinen Interesses. Die für ein isoliertes Frankreich seien, hätten. zu bedenken, 200 000 Mann ständen vor dem Industriegebiet, das innerhalb acht Stunden besetzt werden fönne. Er frage sich, was erfolgt wäre, wenn man nicht das Abkommen von London getroffen hätte, das die Interessen Frankreichs sicherstelle, und wenn er zurüdgetommen wäre mit der Erklärung, Frankreich sei isoliert. Man sage, wenn man Frankreich vertrete, müsse man erflären: ich will, und wenn der andere sich nicht beuge, dann müsse man ihn brechen. Wenn er das getan hätte, dann hätte man es ihm 8 oder 14 Tage später vorgeworfen. Prüfen Sie Ihr Gewissen, ruft Briand unter dem Beifall der Linken und der Mitte. Er fährt fort, es sei ihm bis jetzt gelungen, die Einigkeit unter den Alliierten aufrecht zu erhalten. Er sei sicher, daß ihm das auch morgen gelingen werde, selbst in der Frage von OberSchlesien. Man müsie unermüdlich daran arbeiten, die Einigkeit in der Welt aufrecht zu erhalten, aber nicht nur im Interesse Frankreichs, denn das britische Bolt habe die gleichen Interessen wie das französische. Kein Bolt tönne mehr isoliert leben. Er steige von der Tribüne herab, indem er sage, die Lage Frant reichs sei weit davon entfernt, schlecht zu sein. Die Stimme Frankreichs sei gehört worden, und überall, in Amerika und in England besonders, würbige man die Festigkeit und die Mäßigung Frankreichs. Deshalb werde er, solange er an der Spize der Regierung stehe, nicht auf die Politit der Festigkeit und Mäßigung verzichten.( Lebhafter Beifall in der Mitte und auf der Linken, sowie auf einigen Bänten rechts und auf der äußersten Linken.) Die Sigung wurde für einige Zeit unterbrochen. Nach Wiederaufnahme erhielt das Wort der sozialistische Abgeordnete Vincent Auriol. Er erinnerte daran, daß der Abgeordnete Klos von einer Schuldsumme Deutschlands im Betrage von 463 Milliarden gesprochen habe. Er geht dann dazu über, das Abkommen von Paris gegen das Abkommen von London abzuwägen. Man habe immer behauptet, daß die 68 Milliarden Goldmart, die man in London festgelegt habe, den 210 Milliarden Papierfranten ent sprächen, die Frankreich verlange. Er erinnere daran, daß die sozialistische Partei, die jetzt in Deutschland der Regierung angehöre, die Pflicht zur Reparation anerkenne. Er fragt, ob man etwa die Politik der 3wangsmaßnahmen gegenüber Deutschland weiter verfolgen wolle, damit die Allbeutschen und Militaristen ans Ruder fämen. In diesem Falle müsse man die Jahrestiasse 1919 fünfzig Jahre unter den Waffen behalten. Der Abgeordnete empfiehlt zum Schlusse das Programm der Sozialdemokraten, das in Amsterdam aufgestellt wurde. Die arbeitende Klasse solle fich verständigen und dem grausamen Kriegszustand für die Völker ein Ende bereiten. Die Weiterberatung wird alsdann auf morgen nachmittag vertagt. Die Nationalisten und Militaristen in allen Ländern sehen einander doch zum Verwechseln ähnlich! Sie schreien Ehre talistischen Profits. Sie rufen das ganze Bolt" zum Kampfe gegen den Feind auf und denken dabei doch immer nur an die Interessen der eigenen Klasse. Die oberschlesische Frage wäre schon längst erledigt gewesen, wenn nicht die französischen Nationalisten die günstige Gelegenheit ergriffen hätten, um doch noch eine neue Vergewalti gung der deutschen Wirtschaft zu versuchen, die durch die Annahme des Ultimatums verhindert worden war. Der pol nische Aufstand in Oberschlesien wäre ebenso schnell erloschen, wie er entbrennen konnte, wenn es nicht in die Pläne des franzöfifchen Imperialismus gepaßt hätte, ihn über seine natürliche Lebensdauer hinaus zu unterstügen. Aber auch den Säbelraẞlern in Deutschland find die oberschlesischen Wirren nicht unerwünscht gekommen. Nach ihrer Auffassung hat Deutschland ja gar nicht den großen Krieg verloren, und wenn nicht der berühmte Dolch stoß von hinten gekommen, wenn das deutsche Volt nur noch ein paar Kriegsjährchen den Hindenburg und Ludendorff. gefolgt wäre, so würde das deutsche Schwert über die ganze bekannte und unbekannte Welt triumphiert haben. Bitteres Unrecht wird uns zugefügt, so lamentieren sie jezt; wir seien feineswegs verpflichtet, die Schlußfolgerungen aus der Tatsache zu ziehen, daß wir den Krieg verloren haben. Nun aber gilt es, für die Tat der Revanche sich vorzubereiten, und was man den Siegern von heute notgedrungen zuges stehen muß, das darf nur unter der Voraussetzung geschehen, daß es ihnen morgen im Vergeltungskriege mit 3ins und 3inseszins wieder abgenommen wird. Welch herrliche Ges legenheit also, unter dem Dedmantel der Rettung Obers schlesiens für die kommenden Kriege zu rüsten! Heute der Krieg gegen Polen, morgen der Feldzug gegen Frankreich und übermorgen der entscheidende Schlag wider die übrige Welt: Es ist wieder eine Lust zu leben! Das deutsche Proletariat muß den Nationalisten, ob sie nun diesseits oder jenseits der Grenze ihr Unwesen treiben, so deutlich wie möglich zu verstehen geben, daß es alle diese friegerischen Unternehmungen bis obenhin satt hat. Wenn die deutschen Arbeiter fämpfen wollen, so werden sie nicht fämpfen für die Ziele des deutschen Imperialismus, sondern sie werden fämpfen für die Forderungen des Sozialismus. Die deut sche Arbeiterklasse wird nicht die Pläne der deutschen Reaftion unterstügen, sondern sie wird arbeiten für die prole tarische Revolution. Wir wollen, daß die Nationen endlich in friedlichem Wettstreit ihre Kräfte gegenseitig erproben und in gemeinschaftlicher Arbeit stärken. Wie wollen aber nicht, daß der Wiederaufbau der Welt immer aufs neue verzögert wird durch die Anmaßungen unbeschäftigter Militärs. Wir fordern, daß endlich die Bahn frei wird für den Sozialismus! Wenn die deutschen Arbeiter so ihre Aufgabe im eigenen Lande erfüllen, so befinden sie sich in Uebereinstimmung mit den Klassen genossen in Frankreich, die sich der Pflicht unterziehen, die französischen Säbelraßler zur Raison zu bringen. Soeben wird aus Paris gemeldet: Abgeordneter Léon Blum schreibt im„ Populaire", die große französische Presse übertreibe und beute gern die Nachrichten aus Oberschlesien aus. Geschehe das auf Anraten der Regierung? Das wäre seitens des Ministerpräsidenten Briand eine sehr ernste und vielleicht für ihn tödliche Unklugheit. Woran man vor allen Dingen erinnern müsse, sei, daß das neue deutsche Ministerium feine dirette Verantwortung für die oberschlesischen Ereignisse trage, daß es mit aller Gewalt den Anregungen Lloyd Georges widerstanden habe und daß es also augenscheinlich nicht mehr Entgegenkommen gegenüber den Freikorps und Freiwilligen gezeigt habe, als die polnische Regierung gegenüber den Insurgenten Korfantys. Wer habe also ein Interesse, die Dinge zu verwideln? Niemand, mit Ausnahme derer, die seit vielen Monaten Frankreich dazu treiben wollten, das Ruhrgebiet zu besehen, die ihre großen Absichten auf. militärische oder industrielle Beherrschung durch die Annahme des Ultimatums seitens Deutschlands hätten zerfließen sehen und die heute in den Ereignissen das Mittel sähen, die Beute wiederzu erlangen. Briand möge sich in acht nehmen. Er habe diesen Bea gehrlichkeiten schon von zu viel Nahrung gegeben; er könnte wohl morgen ihr Opfer werden. Die in diesem Artikel enthaltene Anerkennung der Maß nahmen der deutschen Regierung darf uns nicht dazu vers leiten, nunmehr die Hände in den Schoß zu legen und den Dingen ihren Lauf zu lassen. Erhöhte Aufmert. samteit tut not. Der Reichspräsident hat eine Ber ordnung erlassen, wonach die Bildung von Freikorps oder die Beteiligung daran mit Strafe bedroht wird. Wir wissen, daß die Rebellen von rechts bisher außerordentlich glimpflich behandelt worden sind, während man gegen Ar beiter, die sich an Aufständen beteiligt hatten, mit den härtesten Strafen vorgegangen ist, die die bürgerliche Gesetza gebung überhaupt nur fennt. Wir fordern keine Ausnahme gerichte gegen die Orgeschbanditen, wie man sie gegen die Teilnehmer am Märzputsch geschaffen hat. Aber das eine müssen wir verlangen, daß alle Machtmittel bes Staates gegen die Ruhestörer aus den nationalistischen Kreisen eingesetzt werden. Wenn aber diese Verordnungen nicht auf dem Papier stehen bleiben sollen, so müssen die Arbeiterorganisationen für ihre Ausführung Sorge tragen. Wir wollen nicht, daß einzelne Arbeiter eine Aktion auf eigene Faust beginnen, die sie den Fängen der bürgerlichen Justiz aussehen könnte, aber wir müssen aufs neue verlangen, daß die in Betracht kommenden Gewerkschaften und Betriebsräte mit allen Machtmit= teln ausgestattet werden, um die Ausführung der Regierungsmaßnahmen zu unterstützen. Wird diese Forderung erfüllt, so wird der nationalistische Sput sehr rasch verflogen sein. Die Unabhängige Sozialdemokratie hat die Berliner Arbeiterschaft für heute abend zu einer Kundgebung gegen die Versuche aufgerufen, die oberschlesischen Wirren zur Entfesselung eines neuen Krieges zu benutzen. Wir erwarten, daß diese Kundgebung einen starken Besuch aufweisen und dadurch zum lebendigen Ausdruck des Willens der Arbeiterklasse werden wird, sich nicht länger zum Spielball nationalistischer Hezereien und militaristischer Spielereien machen zu lassen. Die deut: schen Arbeiter wollen aber zugleich dem internatio= nalen Proletariat sagen, welches ihr Standpunkt in dieser Stunde ist: Die oberschlesische Frage tann nicht durch Säbel und nicht durch Kanonen gelöst werden. És liegt im Interesse des deutschen ebenso wie des polnischen Volkes, daß über Oberschlesien eine Verständigung herbeigeführt wird, die die Lebensnotwendigkeiten dieses Gebietes selbst, wie der von Deutschland und Polen berücksichtigt. Wenn die Regierungen dieser beiden Länder sich bisher als ohnmächtig erwiesen haben, zu einer solchen Verständigung zu kommen, so müssen wir jetzt von den Alliierten verlangen, daß sie endlich die ihnen nach dem Friedensvertrag zustehende Entscheidung fällen, und zwar so, daß sowohl das Abstimmungsergebnis anerkannt wird, als auch die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands und Polens geschützt werden. Das Selbstbestimmungs= recht der Völker muß auch in Oberschlesien gewahrt werden. Wenn das Land aufgeteilt wird, so muß durch Schaffung eines Wirtschaftsvertrags dafür gesorgt werden, daß die Rohstoffe wie bisher dem ganzen Gebiet zur Verfügung stehen. Steht das Proletariat in diesen fritischen Stunden § 2. Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft. Berlin, 24. Mai 1921. Der Reichspräsident. gez. Ebert. Der Reichstanzler. gez. Dr. Wirth. Der Reichsminister des Innern. gez. Dr. Gradnauer. Die Sperrung der oberschlesischen Grenze Die polizeilichen Maßnahmen zur Sperrung der abers schlesischen Grenze sind durchgeführt. Die Grenze ist ge= Sperrt. Das Preußische Ministerium des Innern entsandte neun Sundertschaften Schugpolizei an die Grenze, welche den Eintritt von Bewaffneten aus Deutschland hindern und aus Oberschlesien zurückkehrende Bewaffnete entwaffnen sollen. Lipinski zum Orgeschunfug In der gestrigen Gigung des sächsischen Landtages ergriff der Minister des Innern, Lipinsti, das Wort zur Frage der Freiwilligen- und Waffentransporte nach Oberschlesien und zu dem Vorfall auf dem Dresdner Bahnhof, wo vor einigen Tagen ein Zusammenstoß zwischen Reisenden aus Bayern und dem Betriebsrats- Vorsitzenden stattgefunden hatte. Lipinski erklärte, daß die Polizeibehörde angewiesen sei, dauernd auf Berhinderung jolcher Transporte bedacht zu sein. Nachdem die Reichsregierung bereits festgestellt habe, daß die Werbung, Zusammenstellung und der Transport von Freiforps verboten sei, sei in Sachsen eine weitere Verfügung ergangen, die sich gegen etwaige Transporte durch sächsisches Gebiet wendet. Auch in Leipzig und Chem. nig würden die Züge scharf überwacht; es feien bereits mehrere Transporte angehalten worden. Da die Schichauwerke unrühmlichst bekannt sind als Brutstätte anmaßendster Scharfmachereien, ist fast mit Gewißheit anzunehmen, daß die Schauergeschichten der obigen Meldung über das Auftreten der Arbeiterschaft zum mindesten start übertrieben sind oder daß die Arbeiter schon ihre guten Gründe für ihre Maßnahmen hatten. Seltsam mutet es nur an, daß in einem Lande, in dem das Unternehmertum in solchen Fällen volle Freiheit des rücksichtslosesten Handelns hat, Sozialpolitiker die Jdee vertreten, daß den Gewerkschaften die Freiheit des Handelns genommen werden soll, was auch der neue Entwurf der Schlichtungsordnung bezweckt. Oder glaubt man etwa, daß solche Scharfmacherwillkür durch Gesetzesparas graphen beseitigt oder gehemmt werden könnte? Die Schichau- Leute werden lachen Wie die Schieber auf Reichskosten schmarotzen 39 Der bisherige Reichsfinanzminister Wirth hat am 25. April 1921 dem Reichstage eine Dentschrift über die Entwicklung des sogenannten Elberfelder Lebensmittelvertrags" zugehen lassen, die sich lieft wie ein Schundroman. Es handelt sich furz um folgendes: Die Eisenbahndirektion in Elberfeld oder das Reichsernährungsministerium oder das preußische Ministerium der öffentlichen Arbeiten oder sonstwer feiner will es gewesen sein hat sich im Jahre 1919 pon einer Kölner Firma für 359 600 000 Mart meist minderwertige, zum Teil sogar verdorbene Waren aufhängen lassen. Die Lieferanten waren Belgier. Auf Veranlassung des preußischen Ministeriums der öffentlichen. Arbeiten wurde bei der Durchführung des Geschäfts ein Finanzsachverstänbiger hingezogen, und zwar ausgerechnet die Kölner Bermittlungsfirma. Da die Bevölkerung den als Nahrungsmittel gelieferten Dred zum Teil nicht getauft hat, ist ein Verlust von hundertfünfundsiebzig Millionen Mart entstanden, der nach dem Vorschlage des Reichsfinanzministers aus der Reichstasse gebedt werden soll. wiederum teilnahmslos beiseite oder glaubt es den tommus Der erste Kriegsverbrecher- Prozeß versichert jedoch, daß alle beteiligten Beamten ehrenwerte Leute nistischen Paroleschmieden, daß aus dem oberschlesischen Aufstand die Weltrevolution erblühen werde, so wird es die Folgen dieser Untätigkeit bald zu spüren bekommen. Nur wenn die Stimme der deutschen Arbeiterklasse zusammen mit den Kundgebungen des Proletariats der anderen Länder zu einem gewaltigen Chor sozialistischen Willens zuSammenschlägt, fann sie jene Wirkung erzeugen, der sich auch die Alliierten in ihren Entschlüssen beugen müssen! Kundgebung der sächsischen Organisationen An die gesamte Arbeiterschaft Sachsens! Nach einwandfreien Feststellungen find die Organisatio. nen der Orgesch, troh aller Ablengnungsversuche der rechts tehenden Presse, im vollen Aufmarsch begriffen. Die Reichsregierung und die sächsische Regierung hat in Berfolg des Friedensvertrages die Bildung illegaler Formationen und Ban Aen verboten. Die Leiter der Orgesch tehren sich nicht an diese Berbote, vielmehr werden unter dem Dedmantel nation naler Phrasen auch Arbeiter und Arbeitslose, genau wie beim Baltikum- Abenteuer, für diese verbrecherischen 3wede eingefangen. Das deutsche Volk und vor allen Dingen die deutsche Arbeiterklasse müssen alles aufbieten, um diesen realtionären Treibereien, die zu den schwersten Folgen führen müssen, mit allen Mitteln entgegenzutreten. Die Eisenbahnbetriebsräte, die am ehesten in der Lage find, die Gemeins gefährlichkeit der verschleierten Orgesch- Transporte aufzudecken, find bei der Ausübung ihrer im Interesse aller Volksgenossen gelegenen Aufgabe von solchen Banden zum Teil schwer mißhans belt worden. Nach eingehender gemeinsamer Besprechung mit den fozialistischen Parteien und ben in Frage kommenden Gewerkschaften herrschte einmütig die Auffassung, die Eisenbahnbetriebsräte in der Durchführung ihrer wichtigen Aufgabe auf das Tatkräftigste zu unterstühen. Seid wachsam! Dul. bet teine Vorbereitungen, die zu einem neuen Baltikum- Abenteuer und Kapp- Putsch führen müssen. Die Hauptbetriesräte der Eisenbahn- GeneralDirettion Dresden. Bezirksleitung des Deutschen Eisenbahner- Verbandes Dresden. Sozialdemokratische Partei Sachsens. Unabhängige Sozialdemokratische Partei Sachsens. Bereinigte Kommunistische Partei Sachsens. Die Weiterführung der am Montag mittag unterbrochenen Berhandlung gegen den ehemaligen Unteroffizier Heynen wurde mit der weiteren Vernehmung der englischen Zeugen ausgefüllt. Sie bestätigten übereinstimmend die Aussagen der vor ihnen vernommenen Zeugen. Einige Zeugen wurden auf den Kopf ge schlagen, andere mit Kolbenstößen mißhandelt, weil sie sich sträubten, Bergarbeit zu leisten. Eine besondere Rolle spielt der Fall Croß, der unter die talte Dusche gestellt wurde. Croß habe schon vorher Zeichen von Geistestrantheit gegeben. Ein anderer Zeuge, der sich über die Behandlung im Bergwerf beim Angeklagten beschwerte, behauptet, deshalb von ihm geschlagen worden zu sein. Er betont, es feien in dem Lager Strafen bis zu 56 Tagen bei Wasser und Brot verhängt worden. Ein weiterer Zeuge sagt aus, er sei mit dem Gewehrkolben gestoßen worden und dabei zu Boden gefallen. Wer in der Nähe des Angeklagten gewejen jei, habe immer Stöße bekommen. Unten im Bergwert seien die Engländer von den Zivilarbeitern mit Revolvern bedroht worden. Auch die Verhandlung am Dienstag beginnt mit der weiteren Bernehmung der englischen Belastungszeugen. Ihre Aussagen ergeben im wesentlichen das gleiche Bild. Bezeichnend ist noch die Schilderung eines Vorganges, bei dem der Angeklagte einen Kiloftein nach einem Gefangenen geworfen hat, glüdlicherweise ohne ihn zu treffen, weil der Mann sonst auf der Stelle tot gewesen wäre. Der Kaufmann Rademacher, der in dem Kriegsgerichtsverfahren gegen Sennen als Gerichtsschreiber tätig war, macht gegen die englischen Kriegsgefangenen geltend, daß sie darauf ausgegangen seien, die Borgefegten zu reizen. Nach der Verfündung des Urteils des Kriegsgerichts sei der eng lische Zeuge Bater zu ihm gekommen und habe ihm zu verstehen gegeben, daß die Sache ja nicht so schlimm gewesen fei. Der Zeuge Bater beftritt entschieden, eine solche Aeußerung getan zu haben. Die Verhandlung dauert fort. Der anläßlich der Prozesse gegen die deutschen Kriegsbeschuldigten in Leipzig anwesende Solicitor General Sir Ernest Bollod und das Mitglied des englischen Unterhauses Major Chillcott haben dem Präsidenten des Reichsgerichts Delbrück und dem Oberreichsanwalt Dr. Ebers mayer offizielle Besuche abgestattet. Noch keine Aufhebung der Sanktionen Wie mitgeteilt wird, ist bei der deutschen Regierung über die Aufhebung der Zollsanttionen und der Räumung von RuhrortDuisburg, womit nach Pressemeldungen bis zum 6. Juni zu rechnen sein sollte, nichts betannt. Es hat vielmehr den Anschein, als ob die Franzosen Düsseldorf und andere neue be= setzte Städte länger besetzen und sich dort häuslich einrichten wollen. Dafür spricht auch, daß in Düsseldorf von den Fran Verbot der Freikorpswerbung zolen der Bau einer neuen Kaserne gefordert worden ist, Verordnung des Reichspräsidenten Amtlich wird mitgeteilt: Um eine Unterlage für die nachdrückliche Unterbindung der Bildung von Freikorps und anderen Freiwil, ligenverbänden für Oberschlesien in ben anderen Teilen des Reiches zu geben, hat der Reichspräsident auf Antrag des Reichsministeriums in Ergänzung der bestehenden Strafbestim mungen eine besondere Verordnung erlassen. Danach wird mit Geldstrafe oder Gefängnis bestraft, wer es unternimmt, ohne Genehmigung der zuständigen Dienststellen Personen zu Verbänden militärischer Art zusammenzuschließen, oder wer an solchen Verbänden teilnimmt. Auch jede Art der Geldunterstützung solcher Unternehmungen ist danach strafbar, ebenso die Werbung und die Aufnahme von Werbeinferaten in der Preise. Die Verordnung bezieht sich auf das ganze Reich mit Auss nahme des Abstimmungsgebietes selbst, in dem die Berwaltung ben Alliierten zusteht, denen auch die Regelung des Gelbstschutes bort unterliegt. Der Wortlaut der Verordnung Verordnung des Reichspräsidenten über das Verbot militärischer Verbände vom 24. Mai 1921. Auf Grund des Artikels 48 der Verfassung des Deutschen Reiches verordne ich zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung für das Reichsgebiet folgendes: § 1. Wer es unternimmt, ohne Genehmigung der zuständigen Dienst stellen Personen zu Verbänden militärischer Art zusammenzus schließen, oder wer an solchen Verbänden teilnimmt, wird mit Geldstrafe bis zu 100 000 Mart oder mit Gefängnis bestraft. der etwa 12 Millionen fosten wird. Weiter ist auch der Bau von neuen Stallungen verlangt worden. In der Nähe Düsseldorfs sollen außerdem zwei neue Schießplätze angelegt werden, die ein Kostenaufwand von 1% Millionen erfordern. Die Reparationsangelegenheit W. T. B. gibt bekannt: Die Arbeiten in der Repa zationsangelegenheit gehen in den beteiligten Ministerien in vollem Umfang weiter. Die Beratungen im Finanzministerium find so weit gediehen, daß in dieser ginnen kann. Was die Frage des Jn der schemas be trifft, so wird auch an dieser wichtigen Frage weiter ge= arbeitet. Schließung der Schichauwerke Elbing, 24. Mai. Die gesamten Elbinger Schichauwerte find am Montag mittag, 12 Uhr, stillgelegt worden. Am Freitag hatten größere An= jammlungen vor dem Verwaltungsgebäude stattgefunden, die in lärmende Kundgebungen ausarteten. Die Leitung der Schichauwerke hatte in diesen Kundgebungen Drohungen und ungesegliche Gewaltmaßnahmen erblickt. Sie hatte infolgedessen an ihre Arbeiterschaft eine firenge Warnung vor Wiederholung solcher Kundgebungen erlassen. Die Kesselschmiede lehnten sich gegen dieses Verbot auf. Da sie von ihrer Ansicht nicht abzubringen waren und weitere Maßnahmen sich vorbehielten, antwortete die Verwaltung darauf mit der Stiflegung der gesamten Werte. Die Stillegung tam so plöglich, daß die Arbeiterschaft im allgemeinen gänzlich überrascht wurde. Das Reichsfinanzministerium verschweigt den Namen der Kölner Vermittlungsfirma; es verschweigt, wieviel diese Firma Provision erhalten hat. Das Reichsfinanzministerium feien und feinem eine strafbare Handlung nachzuweisen set. Merkwürdigerweise vergißt es anzugeben, welche Schritte es unternommen hat, die Kölner Firma und die beteiligten Beamten zur Tragung des Schadens zivilrechtlich heranzu ziehen. Rebenbei bemerkt, fann man aus der Denkschrift den Schluß ziehen, daß die Defizits der Staatsbahnen zu einem wesentlichen Teile auf ähnliche Geschäfte zurückzuführen sind, die sich schon vor dem 359 600 000- Mart- Geschäft abgespielt haben. Eine Offerte Der Deutsche Lehrerverein und die christlichen Gewerks schaften night Der Beschluß des Deutschen Lehrervereins, die größte deutsche Lehrer- Organisation zu einer Gewerkschaft auszubauen, die sich aller gewerkschaftlichen Kampfesmittel bedienen will, veranlaßt Herrn Baltrusch, einen der Führer des christlich- nationalen Deutschen Gewerkschaftsbundes, die Ohren gewaltig zu spizen. Es könne noch hingehen, schreibt er im Organ Stegerwalds„ Der Deutsche", daß die Erzieher der deutschen Jugend zweds Durchs segung ihrer Berufsangelegenheiten sich des Mittels des Streifs bedienen wollen, obwohl man zweifeln fönne, ob das notwendig und zweckdienlich sei. Entsetzlich aber sei es, daß die neue Lehtergewerkschaft sich dem Deutschen Beamtenbund an schließen und dafür wirken will, daß dieser als gewerkschaftliche Vertretung mit den Organisationen der Angestellten und Arbeiter zusammenarbeitet. Da der Deutsche Beamtenbund in aussichtsreichen Verhandlungen mit dem A. D. G. B. zweds Anschluß an ihn stehe, so fönne dieser Beschluß nur so zu verstehen sein, daß die Lehrergewerkschaft durch ihren Anschluß an den Beamtenbund auch gleichzeitig Anschluß an die freien Gewerkschaften suchen wolle. So folgert Herr Baltrusch. Ob er die Absichten der Führer des Deutschen Lehrervereins damit ganz richtig kennzeichnet, wissen wir nicht. Zunächst liegt nur ein Beschluß vor, der allerdings Anlaß zu der von Baltrusch ausgesprochenen Vermu tung geben tann. Aber ein Beschluß ist noch teine Tat, und der Weg von Beschlüssen bis zu entscheidenden Handlungen ist manchmal weit. Uns amüsiert aber das Entsezen, das die Vorstellung, eine deutsche Lehrergewerkschaft fönne Sand in Hand mit freien Gewerkschaften arbeiten, bei Herrn Baltrusch hervorruft. Er schreibt nämlich: Man dente: die Erzieher der deutschen Jugend stehen im Begriff, zum Teil vielleicht unbewußt, sich in die engste Ges folgschaft der gewerkschaftlich organisierten und rein materi alistisch orientierten Sozialdemokratie zu begeben! Alle christlich- nationalen Kreise unseres Bottes find in ihrem Gewissen Derpflichtet, alles zu tun, um die nichtsozialdemokratisch ges sinnten Lehrer von diesem verhängnisvollen Schritt abzuhalten." Man dente... find auch wir versucht, auszurufen. Welch ein Unheil schwebt da über dem Haupte des deutschen Boltes! Es ist ein Glück, daß Herr Baltrusch hellsichtig genug ist, das drohende Unheil rechtzeitig zu erkennen und das öffentliche Gewissen entsprechend zu schärfen. Aber er sieht nicht nur das Unglück voraus, sondern er weiß auch einen Ausweg. Daß die Lehrer Anschluß bei der gewerkschaftlich organisierten Beamten-, Angestellten- und Arbeiterschaft suchen, ist durchaus verständlich und richtig, meint Herr Baltrusch. Aber dazu brauchen fie feineswegs bei der gewerkschaftlich organisierten Sozialdemokratie zu landen". Denn es bestehe doch erfreulicherweise" bereits eine Zusammenfassung aller auf christlich nationalem Boden stehenden Be amten, Angestellten- und Arbeitergewerkschaften im Deut ichen Gewerkschaftsbund. Hier gehören die Lehrer hin, erflärt Herr Baltrusch, womit er sagt, daß nach seiner Ansicht ein deutscher Lehrer notwendig christlich national sein muß. Er versäumt es nicht, die genaue Adresse des Deutschen Gewertschaftsbundes hinzuzufügen, wie es sich für eine ordentliche Geschäftsofferte gehört, und er betont ferner, daß der Herr Mi nisterpräsident Stegerwald Borsigender des Deutscher Gewertschaftsbundes ist. Das ist ein deutlicher Wink an die Lehrer. Will Herr Baltrus etwa damit andeuten, daß der Herr Ministerpräsident die preuzi jchen Lehrer als Beamte entsprechend behandeln wird je nach dem, ob sie dem von ihm vertretenen Deutschen Gewerkschaftsbund zuneigen oder den freien Gewerkschaften? Wir nehmen an, daß sowohl Baltrusch wie Stegerwald die Artikel der Reichsver faffung tennen, die den Terror gegen gewerkschaftlich organi fierte Arbeitnehmer jeder Richtung streng untersagen. Die Lehrer aber werden hoffentlich aus dieser mehr als aufbring lichen Offertemacherei den Schluß ziehen, daß sie sich durch nichts einschüchtern lassen dürfen, sondern lediglich nach ihrer eigenen und besseren Einsicht handeln müssen. Politischer Geist nd politische Technik gen Leute mehr ankommt als auf die Hunderte und Hunderte von Attenfabrikanten in den unzähligen Taubenschlägen des beständig| vergrößerten Betriebes. Der neue Mann, Herr Dr. Rosen, findet also neben den gewiß nicht einfachen Verhältnissen der afuten Außenpolitit ein weites Arbeitsfeld der inneren Umorganisation seines Resorts. Enttäuschte Erwartungen Die deutsche auswärtige Politit ist nicht nur eine Sache der mit ihrer Führung beauftragten Person, sondern in hohem Maße eine solche der politischen Technik. Und diese wiederum ist gegründet und abhängig von der inneren Organisation des Beamten und Sachapparates des Auswärtigen Amtes. Daß diese unter dem alten System völlig unzulänglich war und deshalb Fehler über Fehler, gemacht wurden, ist genugsam bekannt. Aber auch in der Republik ist es mit der Umformung des Auswärtigen Amtes äußerst langsam vorangegangen. Der zähe Widerstand einer eingesessenen Beamtenschaft und der zünftigen Anwärter auf den politischen Außendiest ist nicht leicht zu überwinden. Eine Eine weitere Schwierigkeit bildet der mangelnde Ueberfluß an fachlich tüchtigen, politisch durch- chaft gegründet wurde, und sie erhofften auch von der Haltung gebildeten Persönlichkeiten, die auf dem Boden der politischen Umordnung stehen. So fam es, daß auch in der Republik zeitweise eine auswärtige Politit geführt werden fonnte, die der der wilhelminischen Aera nicht eben sehr widersprach. Hoffnungsfrohe Seelen in den Gewerkschaften aller Richtungen haben einst die Erwartung gehegt, daß die Revolution auch einen Umschwung in der Gesinnung des Unters nehmertums hervorgebracht habe. Manche glauben es sogar noch immer. Sie gingen mit freudiger Zuversicht jenen Bund ein, der am 15. November 1918 als Arbeitsgemein: der politischen Vertretungen der Kapitalistentlasse und von der Zusammenarbeit mit ihnen eine gemeinsame Arbeit am sogenannten Wiederaufbau. Bei großzügigen Reformen würden, so hofften sie, erfleckliche Vorteile für die Arbeiter tlaffe heraustommen. Natürlich war dieser Aberglaube unter den christlichen und sonstigen Harmoniegewerkschaften noch viel weiter verbreitet und tiefer verwurzelt als bei den freien Gewerkschaften. Und nun sind die braven Bürger höchst erstaunt, daß sie mitansehen müssen, daß die Unternehmer auf das Bolts wohl pfeifen und jede Gelegenheit benutzen, um Reben der mangelnden politischen Technik fehlt eben einfach der Geist der Politit, der die sachlichen Dinge immer vom Standpunkt der politischen Erfordernisse beurteilt und wertet und dementsprechend handelt. Der Geist der Politik besteht nicht darin, daß die Führung der auswärtigen Angelegenheiten eines Staates von einer fleinen Clique nach einem vorgefaßten Interesse betrieben wird, dem alles, auch jede bessere Einsicht geopfert wird, sondern daß sie getragen wird von der Erkenntnis der eigenen Stellung und Machtgeltung und in erster Linie der der anderen unmittelbar in Frage kommenden Länder. Eine Massen heraus! auswärtige Politit nach diesen Grundsägen wird offenbare Ungeschicklichkeiten und Geschmadlosigkeiten, wie sie wäh rend der letzten zwei Jahre in Deutschland häufig zu verzeichnen waren, vermeiden. Auf zum Proteft! An die arbeitende Bevölkerung Berlins! Auf zum Protest! USB. D. Bezirksverband Berlin- Brandenburg. in das Parlament. Nur in brei ber alten Wahltreise sind die Sozialisten ohne Mandate geblieben. Es sind dies: Salerno, Campobasso und Palermo. Unter den gewählten Sozialisten befinden sich alle bekannten Führer der sozialistischen Partei, mit Ausnahme von Serratt, der eine Kandidatur mit dem Hinweis abgelehnt hat, seine ganze Kraft dem Avanti", dessen Hauptschriftleiter er ist, widmen zu wollen. Dennoch ist die neue Fraktion von der alten sehr verschieden, da nicht weniger als 44 Mitglieder der alten Frattion nicht angehört hatten. Der„ Avanti" jagt von der neuen sozialistischen Parlamentsfraktion, daß sie in der Qualität besser sei als die alte. Der englische Bergarbeiterstreik EM. London, 23. Mai. Der auch bei den Arbeitern bekannte Bergwerksbefizer Denis Boylei verhandelte mit Hodge und Herbert Smith im Namen aller Grubenunternehmer. Diese desavonierten ihn jedoch. Man glaubt, daß man schließlich zu folgendem Kompromis fome men werde: Nationale Lohnregelung und Preisgabe der Arbeiterforderung auf eine nationale 3entraltasse. Dadurch kämen die Löhne immer höher, als dies die schlecht rentierenden Gruben vertragen. Diese würden bann ausgeschaltet werden. Die Arbeiter wollen einen Lohn auf der Basis von 128 Pros zent über dem Stand von 1914 annehmen, was dem Lebensstandard entspräche. Die Löhne müßten für zwei Jahre garan tiert werden. Löhne m Bum Staatsstreich in Portugal EE. Paris, 24. Mai. Ueber den Staatsstreich in Portugal erfährt man jest den näheren Sachverhalt: Danach mußte das ministeriumt Machado de misfioniezen, weil die Truppen, die ihre Republit entsandten, welche die Demiffion des Kabinetts und die Kaserne verlassen hatten, eine Abordnung zum Präsidenten ber Auflösung des Parlaments forderten. Der Präsident der Repu blit berief sofort einen Ministerrat ein. Machado nahm unmittelbar barauf seine Demission. Die Truppen nahmen von dieser Entscheidung Kenntnis und begaben sich in die Kaserne zurüd, hatten sich nämlich mit Kanonen und Maschinenohne daß weitere Zwischenfälle sich ereignet hätten. Die Soldaten gewehren ausgerüstet und waren von einer Artillerie Brigade begleitet. In einer Entschließung schen Charakter hatte und daß sie auf den Wunsch der Anhänger betonten fle ausdrüdlich, daß ihre Demission feinen monarchistiDon Sidonio Paes gehandelt hätten. Das neue portugiesische Ministerium. Das neue portugiesische Ministerium setzt sich wie folgt zusammen: Ministerpräsident und Finanzen: Burros Queoros, Inneres: General A bel Hipolite, Justiz: Mattos Cib, Krieg: General A'Silveira, Marine: Baes Gomez, Sandel: Antonio Gran jo, Arbeit: Lima Duque, Landwirtschaft: Constantin be Oliveira, Auswärtiges: Mello Barreto. Die Ruhe im Lande ist wieder völlig hergestellt. Südilawien befreit deutsche Maschinen von der Ausfuhrabgabe. gud sonol meldungen aus Belgrab zufolge hat die fübſlamiſche Regierung Schatz auf Schatz zu häufen auf Kosten des arbeitenden und tonfumierenden Voltes. Das erbost sie ungemein. Und die weniger staatsmännisch Beranlagten unter den Enttäuschten geben gelegentlich ihrem Unmut polternd Ausdruck. So schreibt jetzt ein Mitarbeiter der Stegerwaldzeitung Der Deutsche", ein deutschnationaler Handlungsgehilfe, einen Artikel„ Wirtschaftsgesinnung", in dem es heißt: Diesen Geist der Politik und die politische Technik im Die Militaristen und Nationalisten wittern Morgenluft. deutschen Auswärtigen Amte zu besserer Gestaltung zu Oberschlesien mit seinen Differenzen zwischen Deutschland bringen, ist die innere Reform des Auswärtigen Amtes und Polen soll den willkommenen Anlaß bieten, eine neue eine zwingende Notwendigkeit. Die Frankfurter Zeitung" erörterte jüngst in einem Artikel die Möglichkeiten und nationalistische Stimmung und damit erneute friegerische Notwendigkeiten dieser Reform, der auch von uns des öfte Berwidlungen hervorzurufen. Die Gefahr ist groß und der ren betonte Gesichtspuntte gut zusammenfaßt. Wir geben Augenblid ernst. Darum rufen wir die Berliner daraus den nachfolgenden Abschnitt wieder: bearbeitende Bevölkerung auf, unsere morgen, Welches Instrument findet der Nachfolger des Herrn Dr. St Mittwoch, abends 7 Uhr, in den Sälen des Lehrermons vor? Ein schlechtes. Nachdem jahrelang an der Reform Vereinshauses, Berlin, Alexanderplatz, stattfindende des Auswärtigen Amtes und Dienstes gearbeitet worden ist, läßt Rundgebung Mann für Mann zu besuchen. fich sagen, daß diese Reform vollständig miklungen ist. Referenten sind die Reichstagsabgeordneten Georg LedeSie ist von Leuten, die das zu lösende Problem im wesentlichen bour und Dr. Kurt Rosenfeld. von außen her sahen, äußerlich angefaßt worden, in einer für. gewisse Seiten des deutschen Dentens charakteristischen Weise. Maffen heraus! Man ging von der richtigen Feststellung aus, daß die Politik vor dem Kriege und während des Krieges falsch geleitet wurde. Wer hatte sie im Amte zu behandeln? Run, wesentlich die berühmte„ politische Abteilung", in der ein Häuflein diplomatischer Granden geschützt vor dem Lichte der Oeffentlichkeit beisammen saß. Die Reformer fanden, daß der Graf X. und der Baron Y. zu favaliermäßig gearbeitet hatten. Sie wollten Methode unt Disziplin. Also beseitigten sie die Granden und errichteten eine ganze Reihe von Abteilungen für die wichtigsten Länder oder Ländergruppen. Anstatt sich fernerhin, was etwa England oder Frankreich betrifft, dem Zufallswissen oder dem Gutdünten des Grafen X. anzuvertrauen, machte man für jedes eine sehr statt Hiche Abteilung mit einem Ministerialdirektor, einer ganzen Reihe von beigeordneten Räten dazu Lettoren und sonstigem HilfsperJonal. Das Qualitätsverfahren ist an gewissen Stellen vorzüg lich. Wenn eine chemische Fabrit zwanzig geprüfte Chemiter nach einer neuen Verbindung suchen läßt, so ist Aussicht, daß man zwanzigmal so rasch zum Ziele tommt, als wenn bloß einer forschte. Allein in der Politit ist es leider nicht ebenso. Weil zehn Herren den ganzen Tag einen bestimmten Staat studieren, der eine die Parteiverhältnisse, der andere die auswärtige Politif, der dritte die Kolonien, der vierte das Wirtschaftliche und was nicht sonst noch, deshalb ist noch lange teine Garantie geboten, daß der Minister in dem Augenblide, wo er über diesen Staat den führenden erleuchtenden Aufschluß haben will, ihn auch erhält. Die politische Brauchbarkeit des Amtes ist vielmehr noch vermindert worden, seit man einen ungeheuren Wasserkopf daraus machte, mit unzähligen Angestellten, die teils aus anderen Ministerien tamen, teils aus allen möglichen Berufen neu herbeigezogen wurden. Sat man einmal ein solches Ungeheuer geschaffen, so frißt es um sich und will nach seinen eigenen Lebensgefegen noch wachsen. Hier fehlt ein Referent für die Wirtschaft von Beludschistan, dort ein wirklicher Kenner der Presseverhältnisse in Haiti. Nicht wenige, die als Beamte täg lich in dieses Haus gehen, sagen sich täglich, daß sie Narrenwerk treiben. Ein Auswärtiges Amt ist ganz und gar nur dazu da, um dem Meister darüber in jedem Augenblide als brauchbares Werkzeug zur Hand zu sein, ihm und den wenigen Männern, oenen er sein geheimstes Vertrauen schenkt, die unausgesetzt mit ihm denken sollen. Spezialisten für das ganze Universum unter dem Dache zu ,, Vorübergehend hatten wir gehofft, daß die fortschreitenden Organisationen der deutschen Arbeitgeber ein gedeihliches, von sozialem Verständigungswillen geregeltes 3ujammenarbeiten zum 3wede des Wieder aufbaues ermöglichen. 3weijährige Erfahrungen genüg ten, in erschreckender Deutlichkeit aufzuzeigen, wie rein materialistisch und antifozial, wie losgelöst von allem nationalen Bers antwortungsgefühl die Unternehmerverbände handeln. Viels fach find sie zu Synditaten, zu Trusts, zu Spekulationsgemein schaften geworden, um durch gemeinsame Kraft aller natür lichen, gefunden Entwicklung zum Troß den Warenmarkt fünft lich zu beherrschen und die Preise diktatorisch zu bestimmen." Der Mann flagt heftig über Lohnabbauversuche. Er hat so gar erwartet, daß die Unternehmerverbände ein geistiges Bers hältnis" zu den Gewerkschaften finden würden. Auch darin ist er enttäuscht, aber er findet auch seinen Prügeltnaben: Die So. zialisten haben das Zusammenfinden" vergiftet. Seltsamer weise läßt er die Juden aus dem Spiel. Woraus sich nur ers gibt, daß die Leute aus ihren ganz richtigen Beobachtungen nicht die rechten Folgerungen ziehen fönnen. Solange fie diese Fähigkeit nicht besitzen, werden sie, und sie allein, stets das Semmnis für den Fortschritt der Arbeitertlasse sein. Ein wenig Poltern hilft nichts. beschlossen, daß alle Maschinen und Apparate, die von Deutschland eingeführt werden und den Bedürfnissen der Indus strie und des Erwerbs dienen sollen, sowie auch landwirtschafts liche Maschinen, Farben und Meditamente von der 50prozentigen Ausfuhrabgabe vollständig befreit werden sollen. Bevorstehende Abreise der russischen Handelsbelegation in ta lien. Dem Vernehmen der Blätter aufolge hat die ruffische Sandelsmission von der Konsulta ihre Bässe gefordert, um nach Rußland zurückzukehren. Sie erklärt, daß ihr bie gebotenen Garantien für die Erfüllung ihrer Aufgabe nicht aus. reichend erscheinen. Bergarbeiterstreit im Waldenburger Revier. Die Bergarbeiter im Waldenburger Revier haben Montag nachmittag die Arbeit niedergelegt. Sämtliche Gruben liegen still. Aus der Partei Landeskonferenz der USP. in Anhalt Am Sonntag tagte in Köthen eine von Delegierten besuchte Landestonferenz der U. S. B. für die Wahlkreise Anhalt I und II. Genosse Dittmann von der Zentrale hielt ein informatorisches Referat über die politische Lage, wobei er die Regierungsbildung und die 10 Forderungen der U. S. P. besonders erläuterte. Eine turze Aussprache ergab volles Einverständnis mit der Saltung der Zentrale und der Reichstagsfrattion. Einstimmig wurde folgende Entschließung angenommen: Der heute in Röthen tagende Landesparteitag der U. S. P. D. Anhalts billigt einstimmig die Haltung des Zentralfomitees und der Reichstagsfrattion in der Regierungsbildungfrage." Ueber die Bedeutung der Presse referierte Genosse Redakteur Fuchs, der an der Entwidlung der sozialistischen Bewegung zeigte, welch unentbehrliches Rüstzeug die sozialistische Presse ist. In Anhalt ist die Verbreitung unseres Magdeburger Parteiblattes aus vielen Gründen mangelhaft. Die Aussprache ergab, daß die Genossen nach Ueberwindung der Spaltungswirtung nun auch mit einer einstimmig angenommenen Entschließung wurde die Haltung ber Rebattion und ihre Schreibweise gegen rechts und lints gebilligt. fünfte vere su baben, iſt zu teuer; werden ganz besondere Aus: Das ledige Wiederaufbauminifterium doppeltem Gifer an bie Arbeit für die Breſſe gehen wollen. In Die bürgerliche Presse teilt mit, daß mit Dr. Walter Rathenau Berhandlungen wegen der Uebernahme des Wiederaufbauministeriums geführt wurden, und daß Rathenau zugesagt habe. Diese Mitteilung ist nur im ersten Punkt- richtig. Rathenau hat aber abgelehnt. verlangt, so gibt es draußen Professoren genug. Ein gro ßer Teil des neuen Beamtentums war für die auswärtige Politit von vornherein nicht geeignet. Auch hat sich Dr. Simons in den entscheidensten Fragen des plumpen Apparats gar nicht bedient, sondern alles selbst mit ein paar Beamten bearbeitet. Wozu dann das kostspielige Werkzeug? Der Schöpfer dieser Eins richtung ist hauptsächlich beheimrat Schüler gewesen, der Ministerialdirektor ber Berfonalabteilung war, bis sich Dr. Si mons von ihm trennte. Serr Schüler war ein sehr mächtiger Friedenszustand zwischen Deutschland öffentlichen Bersammlung unserer Partei die tommuniſtiſche Boweshalb manche an Mann, er hat nicht nur die Unzahl der neuen Beamten angestellt, fondern bei der Ernenning der Botschafter und Gesandten erheblich mitgewirkt und gewiß auch den Gang ber Politit beeinflußt. Seine Reform it offenbar verfehlt, im übrigen hat er fich viele persönliche Feinde gemacht und vielleicht machen müssen, mgeübte Kritik verdächtig ist. Fehlen unter den Beamten fin in diesem Hause nicht selten. Für die Deffentlichkeit sind siete Cliquen und Intrigen an die Wand nur dann gleichgültig, wenn ein fester Wille an der Spike Tiquen blühen wie je, liegtei. brudt. Denn dre spofitit- ein, arbeiten im Baz fen in die Staaeranstalten Feldzüge in lamest und Hausherr sollte neben den vielen großen Presse. Der neue en muß, auch einen derben Griff mitbringen; Talenten, die er beim Gemäuer. Jedenfalls wäre es gut, eine es nistet allerhand figer Beamter die inan nicht brotlos wegzu= D der große Zahl überflüßeren Stellen besser verwenden sollmachen, aber an an zwedmäßig zu brauchen. Damit ist nur die schiden und den Restorischen Aufgabe geleistet. Das weitere, eine Hälfte der organisgahl von Menschen ersten Ranges als dauernde leine, sehr fleine winnen, gleichsam als einen Conseil( Rat), Oberbeamte zu gewortlichen Manne das Wichtige fortwährend der mit dem veran ählich die auch in einer Republik notwendige durchdenkt und alliese höhere Aufgabe ist nicht in einem Tage Tradition schafft, te der Minister wissen, daß es auf diese weniau lösen. Doch foll und China Wie von zuständiger Stelle, mitgeteilt wird, ist am 20. d. Mts. in Pefing ein Abkommen zwischen Bevollmächtigten der deutschen und der chinesischen Regierung untereichnet worden. Hierdurch wird der Kriegszustand zwischen Deutschland und China de jure beendet. Die diplomatischen Bestehungen werden wiederaufgenommen, und der deutsche Handel in China erhält wieder freie Bahn. Das Abkommen soll unverzüglich den gefeßgebenden Körperschaften zur Genehmigung vorgelegt werden, Es trägt den Charakter, eines vorläufigen Bertrages; ein eigentlicher Freundschafts- und Sandelsvertrag, zwischen Deutschland und China soll später auf der Grundlage dieses Abkommens abgeschlossen werden. Die italienischen Wahlen Die neue fozialistische Parlamentsfraktion In 32 der 40 Wahlkreise, in welche Italien eingeteilt war, haben die italienischen Sozialisten Mandate errungen. Nur in 8 Wahlkreisen find fie leer ausgegangen. Bemerkenswert ist, daß fünf Wahltreise hiervon auf das neue sogenannte„ er löst e Gebiet entfallen. Dort haben die Wahlen durchwegs na tio= nalistischen Charatfer gehabt. So entsendet Bozen vier Deutschnationalisten und Göra vier slavische Nationalisten In Anhalt ist infolge des mitteldeutschen Butsches die K. P. D. besonders start erschüttert. Viele ehemalige Genossen wollen zur 1. S. P. zurück, zögern aber noch aus einem gewissen Scham gefühl heraus. Der Sekretär Böttger Bernburg, ber schon vor der Spaltung in unserer Partei den Sekretärposten bekleidet hatte und von der K. B. D. ausgeschlossen wurde, weil er in einer litit verurteilte, hat um Wiederaufnahme in die U. S. P. nachgesucht. Die Landestonferenz billigte nach langer Aussprache Im Brinzip die Aufnahme, überließ aber die Entscheidung der Ortsgruppe Bernburg unter Hinzuziehung des Landes- und Bezirtsvorstandes. Ueber Organisation referierte Bezirkssekretär Peters- Magdeburg. Seit der Spaltung ist emfig am Ausbau der Organisation gearbeitet worden. Jegt wird bie 3entralisation des Kaffen wesens durchgeführt: Die Einheitsmarten find am 1. April ein geführt. Es werden im Quartal die ersten beiden Monate je 2 Mart, im 3. Monat 3 Mart bezahlt; die Wahlfondsmarken fallen dafür weg. Die 3entralisation wurde gutgeheißen. Der alte Landesvorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Aus der Parteipreffe Die neueste Nummer der Kämpferin", der Frauenzeits Schrift der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei, ist soeben erschienen. Sie enthält folgende Beiträge: Harte Zeiten. Patrios tismus. Vom Problem der Arbeitslosigkeit. Käufliche Liebe. Die Ueberführung weiblicher Arbeitsträfte aufs Land. Aus der Schule der Zukunft. Der zweite Frauenfurjus der Heimvolks hochschule in Schloß Ting. Aus der Bewegung. Ostpreußen, Blauen- Reichenbach- Delsnig. Niederrhein. Aus Gitanjali ( Gangesopfer). Die Kämpferin" erscheint monatlich zweimal. Die Einzels nummer foftet 50 Bf. Durch die Bost bezogen vierteljährlich 2 m Kreuzbandsendung 4 M. Des Rauchers Sorge. Von der Verteuerung des Tabats soll hier nicht die Rede sein, obgleich diese wohl zurzeit jeden Raucher am meisten interessiert. Dennoch ist die größte Sorge des Rauchers die Gefahr für seine Gesundheit. Doch dies wollen sie sich nur ungern eingestehen. Es bilde sich niemand ein, daß die Pfeife oder eine leichte Zigarre weniger Nitotin enthalten als Sigaretten oder schwere Zigarren. Einwandfreie Versuche haben dargetan, daß selbst sogenannte nikotinfreie Zigarren ebenso schädlich sind wie die übrigen. Schon mäßiges Rauchen ruft bei manchen Bersonen unange nehme Beschwerden hervor. Vielleicht haben auch Sie schon Schä digungen Ihrer Gesundheit hin und wieder nach dem Rauchen bemerkt, wie Schlaflosigkeit, Halsentzündung, Flecken vor den Augen, saures Aufstoßen, Schluden, Magenverstimmung, Appetitlosigkeit, Herzklopfen, Händezittern, Gedächtnisschwäche, Schwindelanfälle usw. Mit diesen Unannehmlichkeiten will die Natur Sie warnen vor ernsteren Folgen. Beachten Sie diese Winke Jhres Körpers. Je nach der Veranlagung tann aus übermäßigem Tabatgenuß sich ein schweres Leiden entwideln; bekannt ist die Tabaksblindheit, die manchmal unheilbar ist. Nervenleiden, ja selbst Geistesfrankheit infolge vielen Rauchens ist nicht selten beobachtet worden. Am häufigsten und regelmäßigsten aber entwidelt sich eine Adernvertaltung daraus. Kleide Dich billig, elegant! Nun weiß jeder Raucher, wie schwer es ist, den Tabatgenus einzuschränken aus freien Stüden. Natürlich gelingt es mit Energie und großem Willen. Aber wozu solche unnötige Vergeudung von Nervenkraft, die man heute wahrlich zu besseren Zweden verwerten tann, zumal es jetzt ein ganz einfaches und unschädliches Mittel gibt, das Rauchen nach Willtür einzuschränten oder auch es sich gänzlich abzugewöhnen, ohne dabei irgendwelche Entbehrung zu empfinden oder gar Qualen wegen des unbefriedigten Genusses auszustehen. Durch Genuß einiger harmloser Pflanzenegtrafte tann man dies erreichen. Daraus wird seit 20 Jahren ein Präparat unter dem Namen Raucherheil" hergestellt. Wie angenehm ist es, statt mit sich selbst um jebe Zigarre oder 3igarette einen Kampf auszufechten, in dem man noch meist unterliegt, eine Bastille Raucherheil in den Mund zu nehmen. Sofort schwindet jedes Verlangen nach Tabat, ja, der jedem Raucher angenehme pitante Geschmad und der wohlriechende Duft bilden direkt einen Genuß, der den Tabat vergessen macht. Dazu kommt, daß Raucherheil jeden üblen Mundgeruch benimmt und auch den schädlichen Wirkungen des Tabats, befonders des giftigen Ritotins, entgegenwirft. Wenn Sie dann aber eine Zigarre oder Zigarette, die Sie sich gönnen wollen, tauchen, so werden Sie nicht nur teinen Schaden davon haben, sondern um so größeren Genuß. Welchen Segen Raucherheil bereits gestiftet hat, tönnen Sie aus den vielen Anerkennungen entnehmen, von denen Sie hier. nur eine lesen sollen: Jackett- Anzüge, Cutaways, Ulster teils auf Seide, früher bis 1200 Mk.. 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Bertrag zwischen Rußland und der Türket. Friedensvertrag zwischen Rußland, der Ukraine und Polen./J. Rappoport: Die Wirtschaft Turkestans im Jahre 1920./. Golzmann: Das Problem des Arbeitslohnes. Preis Mark 5.128 Selten 128 Selten Zu beziehen durch Frankes Verlag G. m. b. H., Leipzig der Zigarettenmaschinenführer und Betriebshandwerker Groß- Berlins Tagesordnung: 1. Bericht über den derzeitigen Stand unferer Tarifbewegung. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Betriebsangelegenheiten und Verschiedenes. Ohne Mitgliedsausweis kein Zutritt. Mechaniker Am Donnerstag, den 26. Mai, abends 7 Uhr, in be Kommandanten Festfälen, Kommandantenstraße 62 Versammlung aller Kollegen und Kolleginnen, deren Betriebe dem Arbeitgeberverband für Feinmechanik und Optik angeschlossen find Tagesordnung: Stellungnahme zur neuen Arbeitsordnung und zum Rahmenvertras Die Ortsverwaltung. Billige Arbeiterstiefel! gut burchrepariert, nen besohlt. 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Siegesfroh wird sie in den Briefkasten gestedt in der Ueberzeugung, daß nun der unangenehme Kritiker dadurch eine Rüge erhalte. Wir sind in Berichtigungen ja verschiedenes gewöhnt, aber eine uns jetzt vorliegende Berichtigung" eines Räuchereibesizers in der Raugarder Str. 8 übersteigt doch verschiedenes bisher Dagewesene. " In der Abendausgabe vom 12. Mai tritisierten wir unter der Spigmarke„ Grober Mißbrauch von Wohnräumen" die Tatsache, daß in der Naugarder Str. 8, ein Wohnzimmer in eine Fisch räucherbude umgewandelt wurde, daß ferner der Rauch dieser Bude die Gesundheit und das Leben der Hauseinwohner erheblich gefährde, da der Rauch nicht, wie unbedingt erforderlich, abgeleitet wird. Der Inhaber der Räucherei hat uns nun mit einer„ Berichtigung" bedroht, in der die angeführten Tatsachen glatt bestritten werden. Die Angelegenheit ist von unserem Bertreter nach geprüft worden, der die Angaben unserer Ge= währsleute vollkommen bestätigt hat. Wir stellen nochmals feſt: Die jetzige Räucherbude war bis zum Jahre 1920 bewohnt. Aus diesem Zimmer wurden vergangenes Jahr zwei Frauen eg mittiert. Ein vorschriftsmäßiger und besonderer Rauchabzug ist nicht vorhanden, sonst könnten die Defen im Hause nicht qual men und die Gesundheit der Hauseinwohner gefährden. Daß die Baupolizei das Räuchern verboten habe, wurde nicht von uns Behauptet. Der Einsender bestreitet ferner, daß Kinder durch den Qualm. betäubt worden seien. Wir stellen demgegenüber fest, daß die beiden Kinder der Witwe Busse, Quergebäude 1 Tr., von dieser, als sie von der Arbeit zurückkehrte, betäubt auf= gefunden wurden. Das eine der Kinder ist dazu noch lungentrant. Wir empfehlen dem Herrn„ Berichtigung"-Einsender dringend, in einer Berichtigung nur Tatsachen festzustellen, aber nicht Tatfachen als Unwahrheiten zu bezeichnen. Vom Wohnungsamt und der Baupolizei fordern wir nochmals Beseitigung der standalösen Zustände in dem fraglichen Hause. Der Brandenburgische Provinziallandtag Sette Montag die Beratung des Haushaltsplanes fort und beendigte sie nach mehrstündiger Verhandlung; in erster Lesung wurde dem Hauptvoranschlag mit einigen Menderungen und Anträgen zugestimmt. In der weiteren Beratung der Fürsorges. erziehung wurde ein von sozialdemokratischer Seite gestellter Antrag, wonach die Provinzialverwaltung dahin wirken wolle, daß die in den Anstalten noch immer übliche Prügelstrafe Beilage zur„ Freiheit" Dahme wurde eine besondere einmalige Beihilfe von 35 000 Mart bewilligt und die Gesamtunterstützung für die landwirtschaftlichen Schulen von 550 000 auf 660 000 m. erhöht, wobei der bisherige Maßstab noch für dieses Jahr gelten soll. Die Verhandlungen des Provinziallandtages nehmen einen langsamen Fortgang, weil sich an zahlreiche Posten des Haushalts ausgedehnte, oftmals lange Erörterungen anlehnen. Ein pflichteifriger Arzt Der Betriebsrat der Firma Bruno Pahlitzsch, Maschinenfabrik, Berlin S. 61, Gneisenaustr. 67, schreibt uns: Am Dienstag, den 26. April 1921, nachmittags gegen 3 Uhr, erlitt der Maschinenbauerlehrling Hans Walla, wohnhaft bei seinen Eltern, Urbanstraße 5, einen Unfall im Betriebe. Er ist nämlich beim Auspugen an der Drehbant mit dem Zeigefinger der rechten Hand in das Loch einer Mutter hineingeraten, die Mutter drehte sich auf den Finger hinauf und mußte im Betriebe auf dem Finger zersägt, bzw. fonnte nur auf diese Weise entfernt werden. Die Verlegung des Fingers war derart, daß in der MuskelStelle eine etwa 6 Millimeter breite Wunde entstanden und der Finger von dem Gewinde ringsrum zerschnitten war. Nach Anlegen eines Notverbandes wurde der Lehrling sofort zum näch Sten Arzt, Dr. Lüdecke, Gneisenaustr. 82, geschickt, mit der Weisung, unde evil. Schmus und Schmiegelteile hineingekomden Arzt darauf aufmertjam zu machen, daß in der Arzt gesagt. Herr Dr. Lüdede hielt es aber nicht mal für nötig, men sein tönnten. Der Lehrling Walla hat dies auch gleich dem den in aller Eile im Betriebe von Laien angelegten Rotverband zu lösen, geschweige fich die Wunde überhaupt anzusehen. Dr. Lüdecke schickte den Verletzten einfach nach Hause mit dem Bemerten, er habe bei sich zu Hause fein warmes Wasser. Glüdlicherweise hatte die Mutter des Berlegten den Einfall, die Hand und die Wunde sofort selbst zu reinigen und hat vielleicht dadurch den Verlegten vor weiteren Komplitationen, möglicherweise vor Blutvergiftung geschützt. Soweit der Tatbestand. Der Arzt wird sich dazu äußern müssen. Um ihm das Absenden einer nicht dem Pressegesez entsprechenden Berichtigung zu ersparen, wollen wir schon jetzt bemerken, daß Herr Dr. Lüdede nur die tatsächlichen Angaben widerlegen darf und sich jedes Urteils enthalten muß. Wir tönnen uns dagegen nicht des Urteils enthalten, daß dieser Fall wieder ein typisches Beispiel für die Be= handlung ist, die leider ein Teil der Aerzte Krankenkassenpatien ten angedeihen lassen. Ein sinnloses Berbot Wie wir erfahren, ist durch die Oberförsterei Potsdam das Befahren des Satrowie es ebenso wie das Baden in diesem verboten worden. Diese Maßnahme ist ein Zeichen, daß auch in den Oberförstereien noch die permoderte Amtsstubenluft herrscht. Durch dieses sinnlose Verbot soll einer der schönsten Seen der Mart eine unberechtigte Ausnahmestellung erhalten. Der wahre Grund dafür ist, daß Bewohner des Berliner Westens glauben, diesen See für sich reklamieren zu können. In der Vorkriegszeit war das Befahren des Sees von der 3ahlung einer besonderen Pauschalsumme abhängig. Genehmigung zum Zeltbauen wurde nicht erteilt. Soll dieser Zustand vielleicht wieder herbeigeführt werden? Sat man sich vielleicht daran gehoffähiger Kleidung zu spazieren, gebadet haben? Stoßen, daß am See in letzter Zeit eine Anzahl Ausflügler, statt in Wir hoffen, daß die Berfügung sofort wieder aufgehoben wird. Mittwoch, 25. Mai 1921 Mahnung sein, sich auch in Sport- und Gesellschaftsorganisationen ihren Klassengenossen anzuschließen. Sie soll ferner ein Aufruf sein an alle Arbeiter Eltern, ihre Kinder dem Turnen und Sport in Arbeiter- Bereinen zuzuführen, damit sie durch die Leibesübungen gekräftigt in den Kampf ums Dasein eintreten können. Treffzeit auf sämtlichen Sammelstellen nach mittags 5 Uhr. 1. Friedrichshain( am Märchenbrunnen). 2. Humboldthain( Gustav- Meier- Allee). 3. Kleiner Tiergarten ( Stromstraße). 4a. Astanischer Play( Mödernstraße). 4b. Belles Alliance- Play.( Die Züge 4a und 4b vereinigen fich an der Jerusalemer Kirche.) 5a. Hermannplag. 5b. Görlizer Bahnhof. ( Die Züge 5a und 5b vereinigen sich am Michaelkirchplatz, Engel beden.) 6. Bahnhof Frankfurter Allee. Die Abteilungen der Groß- Berliner Vereine Sammeln sich art demjenigen Plaz, der ihrem Uebungslokal am nächsten liegt. Die Ortstartelle der Groß- Berliner Vororte begeben sich zweckmäßig geschlossen zu dem für sie am besten ereichbaren Sammelplat Aufstellung in den Zügen: Zuerst die Radfahrer( wenn möglich, die Spitze Motorräder) Es folgt jetzt die Musit. Wenn mög lich, zuerst ein Tambourtorps.( In Frage tommen hierbei nur sowie die Tambourchöre unserer Turnvereine.) Hinter den die Tambour- Vereine des Bundes„ Frei weg" und„ Wanderlust" Spielleuten die Bläser. Auch hier kommen nur die Mitglieder des Bundes der Arbeiter- Musikvereine in Frage und die Musiker der Turnvereine. Dahinter die Kinder. Die Abteilungsleiter der Kinderabteilungen müssen die Kinder geschlossen zu den Sammelpunkten führen und während der Demonstration die Aufsicht führen. Es wird zweckmäßig sein, sich mit dem Kinderturn ausschuß Fichte, Geschäftsstelle Köpenider Straße 108, in Verbins dung zu setzen. Hinter den Kindern die übrigen Sportler, Män ner und Frauen in beliebiger Aufstellung. Es ist selbstverständlich, daß Genossinnen und Genossen in Sports fleidung erscheinen. Die Arbeiter- Musikvereine, insbesondere die Mandolinisten, setzen sich sofort mit ihren Gruppenleitungen in Verbindung zweds Einteilung in die einzelnen Züge. Großes Arbeiter- Sportfest im Stadion Grunewald ( Reichs- Arbeiter- Sport- Tag) Um der Groß- Berliner Arbeiterschaft zu beweisen, was die Arbeitersportler zu leisten vermögen, findet am Sonntag, den 29. Mai, im Stadion Grunewald, ein großes Arbeiter- Sportfest statt. Weit über tausend Kinder und viele hunderte erwachsene Turner zeigen in Frei- und Geräte- Uebungen ihre Kunst. Die Leichtathleten messen sich im Laufen, Springen, Wurfübungen usw., die Schwerathleten im Seben, Ringen, Tauziehen und Vorführung japanischer Kämpfe( Jiu- Jitsu). Die Wanderer zeis gen Voltstänze, die Schachspieler eine lebende Schachpartie in historischen Kostümen, die Schwimmer Wasserball, Wettschwimmen und Kunstspringen. Der Verband„ Boltsgesundheit" veranstaltet eine Ausstellung. Die Radfahrer werden einen Riesenteigen, unter Teilnahme von über hundert Sportgenossen, fahren. Außerdem Kunstfahren. Den Abschluß bildet ein hochwertiges Fußballspiel: zmeier Auswahlmannschaften der Märkischen Spiel Vereinigung. Für musikalische Unterhaltung sorgen die ArbeiterMusikvereine des Kartellverbandes. Beginn der großen Veranstaltungen nachmittags 2 Uhr. Das Stadion wird vormittags 10 Uhr geöffnet. Eintrittstarten im Vorverkauf bei allen Arbeiter- Sportlern in den Betrieben zu erfragen. Preis 1,50 M., an der Tagestasse 2 M. Fahrgelegenheiten: Straßenbahn Linie D und U bis Bahnhof befettigt wird und ein humanitäre Behandlung der Zöglinge ein- Demonstration der Arbeiter- Sportler Groß- Berlins Heerstraße, Untergrundbahn his Reichstangerang pan sowie daß Berstöße hiergegen im Wege des Disziplinarverfahrens zu ahnden sind, auf Grund eines Zusazantrages Schowalter der Bürgerlichen Frattion angenommen, wonach die Prügeltrafe in den Fürsorgeanstalten möglichst beseitigt werden soll. leber einen von unabhängiger Seite gestellten Antrag auf Sinzuziehung der Gewerkschaften bei der Berufsberatung der 3öglinge und ihrer Unterbringung in Arbeitsstätten aller Art wurde getrennt abgestimmt und nur der erste Teil, wonach die Gewerkschaften aller Richtungen bei der Berufsberatung der 3ögs linge hinzugezogen werden sollen, angenommen. Der unab hängige Antrag, mit den Gewerkschaften auch die Unterbringung der Fürsorgezöglinge in Arbeitsstätten jeder Art gemeinsam zu regeln, wurde mit 38 gegen 32 Stimmen abgelehnt, mit berselben Mehrheit auch der dritte Teil des unabhängigen Antrages, wonach das Koalitionsrecht der 3öglinge nicht anzutasten fei. Angenommen wurde ein sozialdemokratischer Antrag, die Mittel zur Förderung der Jugendwohlfahrt von 50 000 auf 100 000. zu erhöhen. Eine ausgedehnte Erörterung entspann ich über die Unterstützung der landwirtschaftslichen Schulen, wobei die Redner der Sozialdemokratie wiederholt Angriffe auf die Landwirtschaft machten. Der landwirtschaftlichen Schule in Hundert Prozent Die Geschichte eines Patrioten Roman von Upton Sinclair Aus dem Manuskript übertragen von Hermynia 3ur Malew Copyright by Der Malit- Verlag Berlin- Salensee 1921 ( 60. Fortsetzung.) ( Nachbrud verboten.) Tötliche Angst vertrieb aus Peters Gehirn alle anderen Gedanken. Seine Zähne flapperten wie ein zorniger Specht, feine Füße trugen ihn nicht mehr, er sant auf den Bettrand, Starrte die drei Aztekengesichter an. Also Sie, Gudge", Sprach endlich Andrews, sind der Spion, den wir seit lan gem suchen?" Beter erinnerte fich Nells Rat: ,, Durchhalten, Peter, durch halten." " Wa- as mei- einen Sie, Herr Andrews?" Geben Sie es auf, Gudge", entgegnete Andrews.„ Wir haben soeben mit Rosie gesprochen. Rosie ist unsere Spionin." Sie hat gelogen!" rief Peter. Andrews jedoch erwiderte:„ Unsinn, Gudge, so leicht betrügt man uns nicht. Miriam Jankowitsch hat hinter der Tür gelauscht und jedes Wort gehört." Peter sah ein, die Sache sei hoffnungslos, nun galt es nur noch zu erfahren, was seiner harre. Würden sie ihn bloß beschimpfen und an sein Gewissen appellieren? oder würden sie ihn fortschleppen, foltern, erwürgen? Dies war. die Angst, die Peter seit dem Beginn seiner Laufbahn als Spion verfolgt hatte. Allmählich ward ihm flar, die drei Azteken beabsichtigten feinerlei Gewalttat, wollten bloß erfahren, wie viel er seinem Vorgesetzten berichtet habe. Beter lachte in seinem Herzen, äußerlich jedoch brach er in Tränen aus, schluchzte, das ganze sei so gekommen, weil Mc Cormid über ihn und die fleine Jennie die grausame Lüge verbreitet hatte. Ein Jahr lang habe er der Versuchung widerstanden, bann jedoch sei er arbeitslos gewesen, das Goober- Berbigungskomitee habe ihn nicht mehr anstellen wollen, er habe gehungert und schließlich Me Givneys Vorschlag, er solle die Roten ausspionieren, angenommen. Doch habe er feinen einzigen Menschen angezeigt, der sich tatsächlich wider das Ge set vergangen hatte, habe auch Mc Givney immer nur die Wahrheit gesagt. Andrews begann ihn auszufragen. Beter leugnete hartnädig, daß er je etwas über den Fall Goober ausgesagt, auch mit dem Bombenschwindel habe er nichts zu tun gehabt. Am Sonnabend, den 28. Mai, wird der für das gesamte Reich auf Sonntag, den, 29. Mai, festgesetzte Reichs- Arbeiter- Sport- Tag in Groß- Berlin mit einer Riesen- Demonstration der hiesigen Arbeiter- Sportler eingeleitet. Alle Mitglieder folgender, dem Kartell- Verband Groß- Berlin für Sport und Körperpflege angeschlossenen Organisationen, wie: Arbeiter- Turn- und SportBund, Fußballer, Leicht- und Schwerathleten, Arbeiter- Radfahrer Solidarität", Arbeiter- Wassersport- Verband, Touristen- Verein Die Naturfreunde", Arbeiter- Wanderbund Naturfreunde", Arbeiter- Schachspieler, Verband Boltsgesundheit, Arbeiter- Samariter- Bund, Bund der Arbeiter- Mujitvereine( Bläser, Mandolinisten, Tambour) und Arbeiter- Theater- Bund werden sich an dieser Demonstration beteiligen. Der Aufmarsch dieser Organi fationen soll den Gewerkschaften und Arbeiter- Parteien zeigen, daß hier keine Vereinsspielerei vorliegt, sondern daß diese Arbeiter- Sport- und Gesellschafts- Organisationen als gleichberechtigte Faktoren in bezug auf Partei-, Gewerkschafts- und WirtschaftsOrganisationen in der Arbeiterbewegung anzusehen find. Die Demonstration soll unseren noch in bürgerlichen oder fogen.„ neutralen" Vereinen befindlichen Arbeitsbrüdern eine Als sie versuchten, ihn zu überführen, nahm er jählings feine ganze Würde zusammen, erklärte, sie hätten fein Recht, ihn auszufragen, er sei ein hundertprozentiger reinblütiger amerikanischer Patriot, habe sein Land und seinen Gott vor den deutschen Agenten und den verräterischen Bolschewifi geschützt. Dies brachte Donald Gordon zum Rasen. Sie haben in unsere Broschüren Sätze eingeschmuggelt, die zu unserer Berhaftung führten!" ,, Das ist eine Lüge, ich habe nie derartiges getan." ,, Sie haben die Bleistiftstriche ausradiert, mit denen ich in der Broschüre den einen Sah ausgestrichen hatte." „ Ich habe es nicht getan!" rief Peter immer wieder. " Habe es nicht getanPlöglich ballte der riesenhafte John Durand die Fäuste, sein Gesicht wurde vor zurückgehaltener Wut schauerlich. Sie feiger, jämmerlicher Hund!" schrie er. Wir sollten Ihnen die Lügenzunge ausreißen." Er trat einen Schritt vor, als wolle er es wirklich tun. 99 David Andrews sprang zwischen die beiden. Er war ein Advokat, mußte genau, was fie und was Guffeys Leute tun fagte er.„ Das nicht. Wir haben jetzt wohl alles Nötige erdurften, und dies war nicht das gleiche. ,, Nein, nein, John", fahren. Können den Kerl, seinem eigenen Gewissen und feinent Jingo- Gott überlassen. Komm, Donald." Er nahm den weißgesichtigen jungen Quäter und den riesenhaften Arbeiterführer an der Hand, zerrte sie aus der Stube. Peter hörte, wie sie die Treppen hinabstampften. Er vergrub das Gesicht in den Kissen, fühlte sich äußerst unglüdlich, weil er abermals wie ein Jdiot gehandelt hatte und wie immer von einer Frau dazu verführt worden war. 73. Als Peter die ganze Sache recht überlegte, ward ihm alles flar und er erkannte, welch ein wahnsinniger Idiot er gewesen sei. Er hätte doch wissen müssen, es gälte vorsichtig zu sein, besonders jetzt, da er im Verdacht stand, Donald Gordons Bleistiftzeichen ausradiert zu haben. Die Roten hatten ein Mädchen ausgewählt, das Peter noch nie gesehen, fie hatte sich als Miriams Freundin ausgegeben, hatte Peter bei der Rafe zum Abgrund geführt, ihn hineingestoßen. Jetzt wird sie ihn verlachen, den Freunden von ihrem Triumph erzählen, und Peter wird nie mehr seine dreißig Dollars die Woche sehen. Peter verbrachte einen beträchtlichen Teil der Nacht mit dem Ausdenken der Geschichte, die er morgen Mc Givney erzählen würde. Natürlich würde er Rosie Stern nicht er| dau). Beste Verbindung Vollring bis Bahnhof Wizleben, dann 15 Minuten Fußweg.. Arbeitsbrüder und schwestern! Kommt, seht euch die Leistun gen eurer Sporttreibenden Klaffengenossen an. Gestaltet das F Surch Massenbesuch zu einem wirklichen Boltsfeft! Berwaltungsbezirk Lichtenberg. Wir fordern alle proletarischen Eltern auf, ihre Kinder, die zum Herbst die Schule verlassen, zur Jugendweihe anzumelden. Teilnahme tostenlos. Anmeldungen bei Klüsener, Scharnweberstr. 53, Seipfe, Kronprinzenstr. 46, Werner, Wilhelmstr. 3 und Richter, Eitelstr. 72. Betriebsänderungen bei der Berliner Straßenbahn. Vom 26. d. M. ab wird die während der verkehrsschwächeren Stunden wenig benutte Linie 86 eingezogen und an den Werktagen nur während der Hauptverkehrszeiten früh und nachmittags je nach Bedarf als Einfeglinie 83 E verfehren, ebenso wird der Betrieb auch an Sonn- und Feiertagen je nach Bedarf unter der Bezeichnung 83 E erfolgen. Zur Serftellung eines 15- Mi nuten- Betriebs auf der Strede bis zum Platz am Spreetunnel, wähnen, würde behaupten, die Roten wären seiner Spur bis zu 3immer 427 gefolgt, hätten in Guffeys Agentur einen Spion. Peter erzählte am folgenden Tag feierlich diese Ge schichte und erkannte wieder einmal zu spät, daß er abermals eine Dummheit begangen habe. Im Verlauf von viers undzwanzig Stunden wußte jeder Rote von American- City die Wahrheit über die Enthüllung Peter Gudges als Spion des Trustes. Die Geschichte nahm in der Trompete" etliche Seiten ein, die Zeitung brachte auch Peters Bild, sowie einen Bericht über die Rolle, die Peter bei verschiedenen Verschwörungsschwindeln gespielt hatte. Das meiste davon stimmte, und die Tatsache, daß es größtenteils von Donald Gordon kombiniert worden war, tröstete Peter feineswegs. Natürlich lasen Mc Givney und seine Leute die Geschichte und wußten ebenso gut, wie Peter selbst, was für ein Trots tel dieser sei. sagte Mc Givney, und Peter trollte sich verzweifelt von ,, Suchen Sie sich eine Arbeit mit Schaufel und Spaten", dannen. Er hatte bloß etliche Dollars in der Tasche. Diese waren bald ausgegeben, nun stand ihm abermals der Hungerwolf gegenüber und glotte ihn grimmig an. Da er schien eines Tages Mc Givney mit einem neuen Vorschlag. Es gab für Peter noch eine Arbeit, wenn, er dazu stark ges nug sei. die rote Bewegung, kenne die Pazifisten, Sozialisten, Syn Peter sollte als Staatszeuge auftreten, er fenne genau dikalisten und J. W. Ws., die sich im Gefängnis befanden. In etlichen Fällen ermangelte es an Beweisen; Peter könne wiederum seinen Lohn erhalten, wenn er bereit, sei, in der Zeugenbank zu fizen, auszusagen, was man ihm vorschrieb, wenn er es vermöge, sich im Gerichtssaal aufzuhalten, ohne fich in einen weiblichen Geschworenen oder in eine Spionin der Gegenpartei zu verlieben. Peter fühlte nicht einmal die tödlichen Hohnpfeile, derart erschreckte ihn Mc Givneys Vorschlag. Aufs offene Feld herauskommen, dem blenden den Haß der Roten ins Auge zu schauen! Sich, die Ameise, zwischen die ungeheueren, zuschlagenden Fäuste der Riesen zu werfen! derartigen Feigling, doch hatten bereits viele hiezu den Ja, meinte Mc Givney, es sei nicht ungefährlich für einen Mut gehabt, und noch keiner sei daran gestorben. Mc Givney behauptete, ihn interessiere es wenig, ob Peter einwillige oder nicht, er befolge bloß Guffeys Befehl. Die Arbeit sei pierzig Dollars die Woche wert, Peter möge es sich über Tegen. ( Fortsetzung folgt.) auch während der Zeiten, in denen die Einseglinie 83 E nicht verfehrt, wird an Stelle der Linie 90 die Linie 82 neben der Linie 83 bis zum Spreetunnel durchgeführt, dagegen wird die Linie 90 im Osten bis zum Schlesischen Tor, im Westen bis zum Savignyplaz verkürzt. Das nächste Städt. Bollskonzert des Blüthner- Orchesters findet am Mittwoch, den 25. Mai, abends 8 Uhr, in den Germaniajälen, Chauffeestraße, statt. Dirigent: S. Manromis. Programm u. a. Berlioz, Wagner, Smetana, Nicolai, Sumperdint, Brahms. Karten zu 1,50 zu haben: Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 15, 3igarren haus„ Moabit", Stromstraße 67, Buchhandlung„ Borwärts, Linbenstraße 2, Buchhandlung„ Freiheit", Breite Straße 8/9, Orchesterbureau, Lüzowstraße 76, Jowie an der Abendkasse. ** Wein, Weib und Gesang. In einem Pensionat im Hause Leffingitraße 43 ging es in der vergangenen Nacht hoch her. Man befand sich bei Gesang und Wein( die Flasche zu 270 Mart) bereits in recht feuchtfröhlicher Stimmung und wollte fich gerabe an einigen Radttänzen ergögen, als die Polizei dazwischen führ. Die anwesenden 17 Personen mußten sich über Nam' und Art ausweisen. Aufklärung des großen Einbruchs in der Alexander- Passage. Für eine viertel Million Bernstein- und Elfenbeinwaren erbeutete eine Einbrecherbande, die in der vergangenen Woche die Bernsteinhandlung von Barthum in der Alexander- Bassage heimsuchte. Die Diebe verschafften sich des Nachts zunächst Eingang in die Räume des Passage- Cafés und gelangten von dort über einen zweiten Ausgang nach dem Geschäft von Barthum, in das sie gewaltsam eindrangen, indem sie ein großes Loch in die Wand brachen. Nachdem sie dann für eine viertel Million Sachen zufammengepackt hatten, gingen sie wieder in das Caféhaus zurüc und veranstalteten bort ein großes Trintgelage. Sie erbrachen die Vorratsräume und schleppten aus diesen Settflaschen, Liköre, Brötchen, Wurst- und Käsebelag und verschiedene andere Leckerbissen heran und taten sich gütlich. Niemand störte sie dabei, und so enttamen die Verbrecher mit der wertvollen Beute unangefochten. Die Kriminalpolizei, die bereits mit der Aufklärung eines furz vorher verübten Einbruchs in das gleiche Geschäft be schäftigt war und auch von der Bande bereits einen Täter ergriffen hatte, sette ihre Nachforschungen fort, und jezt gelang es ihr, die ganze Bande unschädlich zu machen. Die Täter sind ein Schlächter Erich Laskowski und die Arbeiter Gebrüder Erich und Willy Serrig. Ihre Festnahme gelang in dem Augenblid, als fie die wertvollen Sachen gerade verkaufen wollten. So tonnte die Beute bis auf einen fleinen Teil auch wieder herangeschafft werden. Die Verhafteten sind gestern dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden. Gewerkschaftliches Und wieder Demobilmachungskommissar! Der zwischen dem Arbeitgeberverband der chemschen Industrie, Seftion Ia, Geschäftsstelle Groß- Berlin, und dem Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands, Gau III, Provinz Brandenburg und Ortsverwaltung Goß- Berlin( Chemietartell) im Januar 1921 nach sehr langwierigen Verhandlungen abgeschlossene Bezirks. lohntarifvertrag ist zur Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen der gewerblichen Arbeiter in den Betrieben ber chemischen Industrie mit Ausnahme der Seifen- und Kaliindustrie, Delmühlen und Apotheken, für die besondere Tarifver träge gelten, für das Gebiet der Povinz Brandenburg einschl. der Einheitsgemeinde Berlin unter dem 6. Mat für allgemein verbindlich erflärt. Die allgemeine Verbindlichkeit beginnt mit dem 1. Febuar 1921. Die Verbindlichkeitserklärung ist im Reichsarbeitsblatt vom 15. Mai 1921, S. 574, unter IV D 1868 veröffentlicht. Man Jollte annehmen, daß diese Bekanntmachung auch bem Herrn Demobilmachungstommissar nicht nicht entgangen sein bürfte. In einem Schiedsspruch, der unter dem 19. April 1921 gegen die chem.- pharm. Fabrit Gloria" gefällt wurde und der bie Firma verpflichtet, die im Tarifvertrag festgesetzten Löhne Au zahlen, weil die Löhne des Betrages als ortsüblich anzusehen find, hat der Demobilmachungstommissar die Verbindlichkeits erflärung abgelehnt. Die Begründung hierfür lassen wir wörtlich folgen: " „ Die Antragsgegnerin ist unstreitig nicht Vertragspartei bes von der chemischen Industrie mit deren Arbeitnehmern abgefchloffenen Tarifvertrages. Da dieser Taifvertrag nicht für allge mein verbindlich erklärt worden ist, besteht auch keine Verpflich tung der Antragsgegnerin, ihre Arbeitnehmer nach dem Tarif vertrage zu entlohnen. Eine Verpflichtung hierzu fann auch nicht mit der Begründung anerkannt werden, daß Arbeitgeber von der Art der hiesigen Antragsgegnerin ihr Bersonal orts üblich nach dem Tarifvertrag zu entlohnen pflegen. Dem Schiedsspruch war daher die Verbindlichkeit zu verjagen." Datiert ist dieses Schreiben vom 20. Mai 1921. Gegen bie Ablehnung ist von seiten des Verbandes der Fabritarbeiter Be schwerde beim Demobilmachungskommissar, unter Hinweis auf die Bekanntmachung im Reichsarbeitsblatt erhoben worden. Die Antwort ist uns im voraus bekannt. Sie witb lauten, baß, als der Schiedsspruch am 19. April gefällt wurde, der Tarifvertrag noch nicht für verbindlich erklärt war und daß sich der Demobil machungskommissar nur mit dem Spruch vom 19. April zu be schäftigen hatte. Wir gestatten uns trozdem die Frage: Zeugt bie Ablehnung der Berbindlichkeitserklärung von einem taum noch zu überbietenden Bureaukratismus oder Unkenntnis ber ers gangenen Verfügungen? Und weiter, fann eine Behörde noch Anspruch auf das Vertrauen der Arbeiter erheben, die so objet tip", wie aus obigem ersichtlich, arbeitet? Die Beschwerden gegen die Braris des Demobilmachungs fommissars mehren fich wie Sand am Meer. Es ist allerhöchste Zeit, daß da energisch durchgegriffen und der Stein des wieders holten Anstoßes endlich beseitigt wird. Suchbinder Bom Aktionsausschuß der USPD. geht uns folgende Buschrift zu: Nachdem erst vor 14 Tagen burch unsere Genossen im Verbands- Beirat in der Ausschlußangelegenheit des Kollegen Kaspar ber drohende Ausschluß verhindert wurde, wird ere neut von den Kommunisten versucht, die nur notdürftig zwischen Beirat und Verbandsvorstand erzielte Verständigung illuforijah zu machen. In nicht zu verantwortender Weise wird im legten Flugblatt der O. B. und den Mai- Mitteilungen Nr. 7 gegen die Verbandsinstanzen angegangen, anscheinend nur zu bem 3wed. ben faum geschlichteten Streit zwischen V. V. und Ortsverwaltung von neuem a úfleben zu lassen. Weiter wird in den Mai- Mitteilungen Propaganda gemacht, in der am Sonnabend stattfindenden Urabstimmung für die Beschidung Mostaus zu stimmen. Wir stellen fest, das dieses geschehen ist, ohne die 3uftimmung der Gesamt- Ortsverwaltung einzuholen, und stellen weiter fest, das die ausübenden Organe der Ortsverwaltung die von der Jahresgeneralversammlung mit gro ger Mehrheit angenommene Refolution, in welcher den Instanzen Richtlinien für die Arbeit innerhalb der Organisation gege ben werden, nicht beachten. Zur Urabstimmung verpflichten wir unsere Anhänger, alle 3 Moskauer Anträge mit zu beantworten. Nein Ründigung einer Angestellten infolge häufigen Dienstversäumniffes Das eben erschienene Mitteilungsblatt des Schlichtungsaus schusses Groß- Berlin Nr. 21 enthält u. a. folgende grundsägliche Entscheidung: In Sachen E. R. gegen den Magistrat Berlin entsprach die ordentliche Spruchtammer 71 des Schlichtungsausschusses GroßBerlin am 19. Januar 1921 dem Antrage der Beschwerdeführerin auf Wiedereinstellung bzw. Festlegung einer Entschädigung durch folgende Entscheidung: Die zum 31. Dezember 1920 ausgesprochene Kündigung ist un wirksam. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Antragstellerin weiterzubeschäftigen oder ihr eine Entschädigung von 4000. zu zahlen. Gemäß§ 87 Abs. 3 des Betriebsrätegesetzes hat innerhalb dreier Tage nach Kenntnis von dem Eintritt der Rechtstraft der vorstehenden Entscheidung der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer mündlich oder durch Aufgabe zur Post zu erklären, ob er die Weiterbeschäftigung oder die Entschädigung wählt. Erklärt er sich nicht, so gilt die Weiterbeschäftigung als abgelehnt. Begründung: Der Schlichtungsausschuß hält aus folgenden Gründen eine unbillige Härte gemäß§ 84 Abs. 4 für vorliegend: 1. Antragstellerin ist über 5% Jahre beim Magistrat beschäf= tigt, so daß der Schlichtungsausschuß 32 Einzelfehltage und das Fehlen an 52 Tagen infolge afuter Nervenerfrantung angesichts der langen Beschäftigungsdauer als Kündigungsgrund nicht schwerwiegend genug erachtet. 2. Es ist festgestellt, daß die Prüfung des Einspruchs durch ben Angestelltenrat nicht mit der genügenden Sorgfalt erfolgt ist, da der Angestelltenrat später, ohne daß neue Momente hinzutraten, die Kündigung für ungerechtfertigt erklärt hatte. Würde ber Schlichtungsausschuß sich nur an die erstmalige Ablehnung des Einspruchs durch den Betriebsrat halten, so würde sich dadurch eine schwere Schädigung der Antragstellerin ergeben. 3. Bon Bedeutung für die Entscheidung ist für den Schlich tungsausschuß die Tatsache, daß sowohl der Magistratsvertreter als auch der Betriebsrat und auch der Dienststellenvorsteher die Möglichkeit der Weiterbeschäftigung zugegeben haben. Die in 88 84 Abs. 1, 86 Abs. 1 BRG. gegebenen Form- und Fristvorschriften find erfüllt Nach den getroffenen Feststellungen ist die Kündigung am 16. November 1920 erfolgt und von dem gefündigten Arbeitnehmer der Einspruch beim Angestelltenrat am 18. November 1920 erhoben worden. Letterer hat die An rufung zunächst nicht für begründet erachtet, jedoch später mit dem Arbeitgeber zweds Herbeiführung einer Berständigung verhandelt. Da eine solche nicht gelungen ist, hat der betroffene Arbeitnehmer am 30. November 1920 den Schlichtungsausschuß angerufen. gez. Caminer, Borsitzender. Betriebsräteschule. Freitag, den 27. Mai 1921, beginnen folgende Kurse: Sophien Lyzeum, Weinmeisterstraße 16:17: Der Betriebsobmann im Kleinbetriebe", abends 7 Uhr, 3immer 25; Leibniz- Gymnasium, Maris annenplay:„ Die wissenschaftliche Betriebsführung( Taylor gen in der Großindustrie", abends 7 Uhr, Beichenjaal;& a hSystem), nahm. 5 Uhr, Zeichenjaal; Konzentrationsbestrebun chule für Textil- und Befleidungsgewerbe, Warschauer Play 6-8: Bom Wertzeng zum modernen Großbetrieb", abends 7 Uhr, Sörjaal I. Anmeldungen aller gewertschaftlich organisierten Arbeiter, Angestellten und Betriebsräte bet Reginn des Kurses in der Schule. Karten tönnen.nach träglich bis zum 2. Kursabend gelöst werden im Bureau der Bes triebsrätezentrale, Engelufer 14-15, 2. Sof, I. Freigewerkschafts liche Betriebsrätezentrale. Ausschuhwahlen bez Drtstranfenfasse der Klempner. Sente, nachmittags 4-8 Uhr, findet im Kaffenlotal Wallstraße 68, die Ausschußwahl zur Ortstrantentasse der Klempner statt. Alle über 21 Jahre alten männlichen und weiblichen Mitglieder find wahlberechtigt. Wir bitten die Kollegenschaft, nur Lifte 1 zu wählen, deren Vorschlagsvertreter Josef Hartmann ist. Die Lifte 2 ist von einer Gruppe aufgestellt worden, die, nachdem fie in der Bat tei und in den Gewertschaften abgewirtschaftet hat, thre Tätig feit in die Krantentassen verlegen will. Wer nicht will, daß bie fommunistischen Treibereien auch bei der Krantentaffe Play greifen, der wähle die Liste 1. bre Die Eisen- Revolverbreher und Dreherinnen fowie Rundschleifer peranstalten am Donnerstag, ben 26. Mai 1921, abends 6 Uhr, im Kriegervereinshaus, Chausseeftr. 94, ihre Branchenverfammlung. Die Branche hat mit dem Eintritt des Krieges äußerst start gelitten. Der frühere Elan bei den Drehern ist nicht mehr vorhanden, so daß die Verhältnisse in diesem Berufe sehr zuriids gegangen find. Es muß wieder versucht werben, Einigkeit unter die Kollegen zu bringen, damit in der jegigen schweren Zeit die Berufsinteressen besser gewahrt werden fönnen. Aus diesem Grunde ist es unbedingt Pflicht unserer Genossen, zu dieser Bers fammlung bestimmt zu erscheinen. Betriebsräte ber Metallindustria Die Versammlung heute abend findet umständehalber nicht statt, doch machen wir aufmertlam auf die Versammlung der Borsitzenden der Betriebsräte der Metallindustrie am Montag, den 30. d. M., nachmittags 5 Uhr, in der Schulaula am Roppenplag. Gewerkschaftsversammlungen Deutscher Transportarbeiter Verband. Betriebsräte, Arbeiterräte unb Betriebs. obleute bet Settion 2. Am Donnerstag, den 26, Mat, abends 7 Uhr im Gemertschaftshaus, Engelfufer 14-15, Saal 1, Vortrag bes Arbeiterfefretärs Badhans: Das zurzeit geltende Arbeitstecht". Stellungnahme und Wahl ber Delegierten zur Reichstonferenz der Betriebsräte. Ohne Mitgliebsbuch bam, Karte und Auss wels als Betriebsrat fein Eintritt. Der Verwaltungsausschus. Aus der Wirtschaft hatte Das Wiedererfassen wucherischer Gewinne Die Daimler Motoren Gesellschaft wäh renb bes Krieges wahrheitswidrige Breistaltulationen aufgeftent und der Heeresverwaltung gedroht, ihren Betrieb einzuschränken, wenn sie nicht noch höhere Preise bewilligt erhalte. Der Bertreter des Preußischen Kriegsministeriums fah jich genötigt, in ber Reichstagsfizung vom 20. März 1918 zu ertlären: Was die ftrafrechtliche Seite der Angelegenheit angeht, so ist seitens der Staatsanwaltschaft in Stuttgart das Strafverfahren wegen versuchten Betruges und Kriegswuchers einges leitet worden, und das Schreiben der Firma, in dem die Heeress verwaltung eine Drohung mit Betriebseinschräntung sah, ist burch die genannte Staatsanwaltschaft dem Oberreichsanwalt zur Prüfung zugeleitet worden, ob darin etwa versuchter Landesverrat zu erbliden ist." Der Verwaltung der Daimler- Motoren- Gesellschaft ist indes nichts geschehen; ihre vers wandtschaftlichen Beziehungen reichten nämlich damals und reichen noch heute bis in die engste Umgebung Wilhelms II. Das Königlich Breußische Kriegsministerium hat im Jahre 1918 eine Prüfungskommission einsehen müssen, bie festgestellt hat, daß die Reingewinne der Daimler- Motoren- Gesell schaft in den Jahren 1914 bis 1917 nicht 25 Millionen Mart, wie fie angegeben hat, sondern fast 96 Millionen Mark betragen haben. Durch die Berheimlichung dieser wahren Gewinne find natürlich beträchtliche Steuersummen erspart" worden. Der Bericht dieser Prüfungstommiffion, der im Jahre 1920 fertigge stellt und in der Reichsbruckerei in 100 Exemplaren gedruckt worden war, ist von großer voltswirtschaftlicher und politischer Bedeutung, weil er die Profitmacherei während des Krieges in ihrer vollen Abscheulichkeit enthüllt. Der republikanische Reichsfinanz minister Wirth, der jegige Reichstanzler, perheimlichte Diesen Bericht aber jogar bem Reichstage; eine Anfrage bes rechtssozialistischen Abgeordneten Reil im Ottober 1920, wann der Bericht veröffentlicht werde, ließ Wirth vollständig unbeantwortet; auf eine neuerliche Anfrage Keils im März 1921 ließ die ausweichende Antwort geben, einer Veröffentlichung des Berichts der Prüfungstommiffion des preußischen Kriegsministeriums in Sachen Daimler- MotorenGesellschaft steht zurzeit noch der Umstand entgegen, daß die Bor unterfugung gegen die Vorstandsmitglieder der Gesellschaft. er im Strafverfahren wegen übermäßiger Preissteigerung no Die Angelegenheit wird nach nicht abgeschlossen ist. Abschluß des Strafverfahrens erneuter Prüfung unterzogen werden". Biel flarer war indes die„ Denkschrift über die Abwicklung des Krieges" vom 26. Oftober 1920, in der der Reichsfinanzminister Wirth sagte:„ Das Wiedererfassen wucherischer Ge winne, die während des Krieges zum Teil in ungeheure m Ausmaß zum Schaden des Reiches von den Unternehmern gemacht worden sind, mußte im Hinblick auf das wichtigere Ziel, die Abwicklung selbst beschleunigt zu erledigen, zunächst rüdgestellt werden. Bei den unzureichenden gefehlichen Grundlagen und den zu erwartenden Widerständen weiter und einflußreicher Kreise ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß auf diese Aufgabe der Abwidlung überhaupt verzichtet werden muß. Inzwischen ist wieder ein halbes Jahr seit dieser Zurüdstellung des Wiedererfassens wucherischer Gewinne" vergangen, ohne daß man darüber etwas von den Staatsanwälten, Gerichten und Finanzämtern hört. Streifen denn alle diese Organe so lange, bis die Wucherer ihre Gewinne vollständig in Sicherheit gebracht haben? Parteiveranstaltungen Jugendweiher in her Stabigemeinbe Berlin am 11., 18. und 25. September im Großen Schauspielhause. Anmeldungen hierzu müssen sofort in Bureau ber Arbeiter- Bildungsschule, Breite Str. 8-9, in der Zeit von morgens 10 bis nach mittags 5 Uhr erfolgen. Arbeiter- Bildungsschule. S. B. D. 3. Diritt( Salleshes Tor). Die Abteilungsführer wollen Sorge tragen, bag umgehend die Flugblätter zur Freiheitagitation von Genoffen Schäfer, Gneise naustraße, abgeholt werden. Der Tag ber Agitation bleibt den Abteilungen überlaffen. 7. Distrlit( 3. Berw. Bez. Webbing). Laut Beschluß der Diftrifts- Generalver fammlung erhalten Parteigenesien, die vier Wochen arbeitslos find, die Freiheit zur Hälfte des Abonnementspreises. Bedingung ist: Ein Jahr Parteimitglieb und ein Jahr Freiheit".Abonnent. In Frage tommende Genossen melden fich bis zum Montag, den 30. Mai, bei ihren Abteilungsführern und entrichten dort gleich die Hälfte des Abonnementsgeldes in Höhe von 5 M. für den Monat Juni Ausweise, wie Arbeitslosenkarte, Mitgliebsbuch, find vorzulegen. Mittwoch, 25. Mai 3. Diftrift, Salle des Tor. Zu der heute abend im Lehrervereinshaus, Megans berplan stattfindenden Bersammlung werden die Genossen verpflichtet, zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. 4. Diftrift. Abends 6 Uhr Extrazahlabend sämtlicher Abteilungen in den bes fannten Lotalen. 1. Abt, bei Bogel, Briger Str. 46. 13. Abt. bei Eichholz Cuvryftr. 23. 3. Diftritt. Treffpunkt zur Kundgebung 6 Uhr Königsthor. 12. Diftritt. 8 Uhr Lese- und Lerngemeinschaft bei Schmidt, Bappelallee 84 Jeder Parteigenoffe hat Zutritt. 12. Diftrift. Die Genossen treffen sich um 5% Uhr Helmholtplat 14. and 17. Diftritt. Die Versammlungsordner der beiden Diftritte treffen abends 5% Uhr bei Kaiser, Goytowskyftraße. Unbedingtes Erscheinen erforderlich. 17. Diirilt. Abends 7 Uhr Sigung der Frauenarbeits- und Kinderschuhkom miffion bei Rhinow, Malplaquetstr. 7. Die Abteilungen werden gebeten, baz einzuladen. 5. Berwaltungsbezir! Friedrichshain. Die heutige Bezirksverordnetenverfamme lung findet, 6% Uhr, in der Martusftr. 49( Aula) statt. 13. Berwaltungsbezirt.( Tempelhof, Mariendorf, Marienfelbe, Lichtenrabe.) Nachmittags 6 Uhr im Lyzeum Germaniaftr. 5-6, Sigung ber Bezirksversammlung Etatsberatung. Brig. Abends 48 Uhr Franenlejeabend bei Schalder, Chauffeeftr. 55. Ferner finden jeden Mittwoch nachmittag von 3-6 Uhr im Wäldchen, gegenüber ben Krankenhaus, Kinderspiele statt. Parteigenossen werden ersucht, die Kinder reche zahlreich hinzuschicken. Charlottenburg. Frauen und Kinderschuttommiffion. Abends 7% Uhr bel Lat Lützowerstr. 8, gemeinsame Sigung. Wichtige Tagesordnung. Donnerstag, 26. Mai 8. Diftritt. Kommunale Rommiffion. Abends 7 Uhr Boffverfammlung, Ghrel nerstraße, Erte Samariterstraße bei Neumann. 10. Ditrift. Sigung der Frauenarbeits- und Kinderschuhfommiffion bei Rura tod, Zionsfirchplah 5. 16. Diftrift. Abends 7 Uhr Busammenkunft aller Mitglieber ber Bildungs tommiffion bet Klinge, Sellerfir. 14. 16. Dikrift. Abends 7 Uhr Zusammenfunft aller Mitglieber ber Bilbungstow miffion bei Kath, Tegeler Straße, Ede Sprengelstraße. 17. Diftrift. Abends 7 Uhr Diftrifts- Generalversammlung in den Bharusfäfen Tagesordnung: Bortrag bes Genossen Geger. Distusfion. Neuwahl des Boze Standes. 17. Diftrift. 1. Abteilung. Die Bezittsführer treffen Rich weds wichtiger Mide feilungen eine halbe Stunde vor der Generalversammlung. 18. Diftritt. Abends 48 hr Lern und Lesegemeinschaft int Gilles- Engen Bantstraße. Reue Teilnehmer erwünscht. Handzettel, Flugblätter, Brosure Zeitschriften, Bücher für das Diftritts- Archiv find abzugeben an W. Fiedler, Ri Babstr. 26, v. 4 Tr. 12. Berwaltungsbezirf( Steglit, Lankwig, Lichterfelbe). Abends 7 hr ge meinfame Mitgliederversammlung in Stegliz, Gymnaftum Seefeltraße. 15. Berwaltungsbezirt. Abends 48 Uhr im Lokal Roß, Berliner Str. 28, ge meinsamer Frauenlejeabend. 20. Berwaltungsbezirt. Abends 7 Uhr Sigung der Elternbeiräte in ber 4. G meinbeschule( Lehrerzimmer), Eingang am Hausotterplag. Ortsgruppe Smöneberg- Friebenan. 7% Uhr Sigung der Fraktion mit bez toute munalen Kommiffion im neuen Rathaus, Zimmer 143. Marienfelde. Abends 8 Uhr Mitgliederversammlung bei Moldenhanez. Buntifor nate um 8 Uhr. Bantow. Abends 6 Uhr Flugblattverbreitung von Sämtlichen Zahlabenbe lolalen. Die Gruppenführer holen biefelben aus der Spedition ab. Tegel. Abends 7 Uhr im Lotal von Leonhardt, Berliner Str. 86, ttgtieber versammlung. Vortrag: Praktische Kommunalisierung". Die Bezirtsführe werben gebeten, einzuladen, 標 Vereinskalender Mittwoch, 25. Mai. Deutscher Transportarbeiter- Berband. Kraftdroschtenführet, Abenbs 7 Uhr ind Gewerkschaftshaus Eaal 3. Branchenverfomnilung. Soz. Broletarierjugend Berlin. Die Generalversammlung findet wiht a 26. Mai, sondern am 2. Juni in ber Arbeiter- Bildungsschule tatt. Am Mittwoch Den 25. Mai, Materialausgabe: Junget Kämpfer" Str. 4. Mieterverein Spandau. Die Vertrauensmännerfarten find zur Neuftempelung von dem Inhaber am Mittwoch, Donnerstag und Sonnabend biefer Wehe vo 5-7 Uhr in der Geschäftsstelle, Schönwalderstr. 94, vorzulegen. Ungeftempelta Karten find wertlos und verlieren die Berechtigung zu den Versammlungen. Donnerstag, 26. Mai 6. unb 9. Diftrift. Sämtliche Zeitungskommissionsmitglieder der Speditio Werner, Greifswalder Straße, versammeln fich abends 7 Uhr in der Spedition Sprachschule für Bzoletarier. Auf Wunsch zahlreicher Genossen beginnen am 1. Juni neue Abendturje in English and Französisch für Genossen und Genoffinnes one Borkenntniffe. Anmeldungen am Donnerstag, den 28. Mai, Sonnabend, be 28. Mai, und Mittwoch, ben 1. Juni, von 5-8 Uhr abends in der Gemeindejchule, Gipsstr. 23a( Nähe Rosenthaler Straße). Dentscher Transportarbeiter Berband. Branche der Geschäftstatscher, Bagets arbeiter und arbeiterinnen aus ben Rohprobuffenbetrieben, Aliflaschenhandlun gen, Altpapier, Fliesengeschäften, Leichenträger der Jüdischen Gemeinde, Lurus und Beerdigungsfuhrwesen, Fouragehandlungen, Kutscher, Mitfahrer unb better aus den Runfteisfabriten, Kartonnagentutscher und Dungkutscher. Abenbs Sanbels 7 Uhr in Boeters Festsälen, Weberstr. 17, Branchenversammlung. arbeiter und arbeiterinnen aus allen Betrieben ber Uniformen- Branche und ber Schneider- Maßgeschäften. Abends 7 Uhr im Lotal von Karl Witte, Boststr. 29, Gruppenversammlung. aus Sandelshilfsarbeiter und arbeiterinnen Engrosbetrieben der Herrens, Knaben- und Burschentonfettion, Gummimantel, Fantasieweften sowie Berufskleidung. Abends 5 Uhr im Lotal von Karl Witte, Boftstr. 29, Gruppen- Versammlung. Arbeitersport den 12. Berweltungsbezirt, Arbeiter- Sportfartell. Sonntag. ben 29. Mat( Reich arbeiter- Sporttag)( Steglig, Lichterfelde, Lantwig, Güdende) erstes gropes Sportfeft. Alle Sportgenossen und Festteilnehmer versammeln fich um 12 h mittags auf dem Händelplay in Lichterfelbe. Pünktlich 12% Uhr Abmarsch mit Musit nach dem Gemeindesportplag in Steglis, Ringstraße, Ede Südenbestraße, auf dem die sportlichen Kämpfe um 1 Uhr beginnen. Ab 3 Uhr nachmittags Konzert im Garten des Restaurant Lindenpart" in Lichterfelbe, Unter ben Eichen Arbeitereltern, Angeftente, beteiligt euch in Massen an der Demonstration für Sier außer dem sportlichen Teil heitere Vorführungen, Tanz, Gesang, Theater. ben Arbeitersport in Interesse der Gesundheit eurer Rinber. Geschäftliches Die Fahrt ins Glidsland". Am 26. Mal ist im herrlichsten aller Sommer garten, im Schweizergarten Am Friebrichshain 29-32, ber erfte Clitetag. diesem Tage findet großes Brillantfeuerwert ftatt, u. a. der Ausbrug bes Beluos Dazu bas hervorragende Spezialitäten- Brogramm Die Fahrt ins Glädsland" Vorverkauf täglich von 10 Uhr vormittags ab. Verantwortlich: file Bolitif a. Feuilleton: Leo Llebjük, Berlin- Friedenau für Kommunalpolitit, Lotales u. Gewerkschaftf.: Gerhart Geger, Berlin für ben njeratentell u. gefchäftliche Mitteilungen: Ludwig Komeriner Karlshotft. Berlagsgenossenschaft Freiheit", e. 6. m. b. S., Berlin, Dru bez Berliner Druderei 6. m. 5. 5., Berlin C2, Breite Str. 8-9. ukirol Millionenfach bewährt. Schachtel A3beseitigt schnell, sicher und schmerzlos Hühneraugen Homhaut, Schwielen u Warzen. Jn Apotheken& Drogerien erhällida