. Einzelpreis 20 Pfg. 4. Jahrgang Die Freiheit erscheint morgens uno nachmittags, Sonntags und Montags me inmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Buftellung ins Haus für Groß- Berlin 10 M. im voraus zahlbar. Für Boftbezug nehmen fämtliche Boftanstalten Bestellungen ents gegen. Unter Streifband besogen für Deutschland, Defterreich, Ungarn, Danzig, das Saaren. Memelgebiet sowie die früheren deutschen Gebiete Bolens u.Luremburgs 20., ir das übrige Ausland 27 M. per Brief beg für Deutschland u. Defterreich- Ungarn 95 9. Vedaktion, Expedition und Berlag: Berlin 2, Breite Straße BB. Montag, 13. Juni 1921 12 Nummer 270 • Abend- Ausgabe Die achtgespaltene Monpareillegelle aber beren Staum koftet 5,-. einschließ Seuerungsaufchlag. Kleine Anzeigen: Das fettgebrachte Wort 2- M., jebes weitere Bort 1,50. einschließlich Teuerungszufchlag. Laufende Anzeigen laut Tarifa Familien- Anzeigen und Stellen- Befuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen Besuche Wort- Anzeigen: bas fettgebruckte Wort 1,50 M., jebes weitere Wort 1.-M. Fernsprecher: Bentrum 15230-152 89 greibeif Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Poehner provoziert weiter Die Lage in Bayern Der Generalftreit in Bayern hat sich noch weiter ans gedehnt. Auch Nürnberg ist in den Generalstreit ge treten, ebenso Coburg. Sier ruht die Arbeit in allen Betrieben. Straßenbahn, Gas, Elektrizitäts- und Wasserwerte liegen still; die Zeitungen sind nicht erschienen. In München hat der Polizeipräsident Boehner immer noch nichts unternommen, um die Spuren der Mordtat aufzus deden. Sein ganzer Beamtenstab ist auf den Beinen, um Jagd auf Flugblattverbreiter zu machen. Die Münchener Polizei will anscheinend dem Mörder Gelegenheit geben, zu verschwinden, und auch seinen Auftraggebern genügend Zeit laffen, alles verdächtige Material beiseite zu bringen. So lange dieser Boehner noch Polizeipräsident von München ist, wird der Mörder des Genossen Gareis nicht gefunden werden. Die Münchener Arbeiter wollten sich heute nachmittag auf der Theresienwiese versammeln und nach dem Ost friedhof ziehen, wo die Beerdigung des Genossen Gareis stattfindet. Die Polizei hat den Trauerumzug verboten, die Flugblätter, die dazu aufforderten, beschlagnahmen lassen. Auch die sieben Versammlungen in den größten Sälen Münchens sollen nach dem Willen Boehners nicht statt finden. Durch grelle Platate tündete der Mann, der längst ein Objekt der Staatsanwaltschaft sein müßte, immer wieder an, daß er gewillt sei, jede Demonstration mit allen verfügbaren Mitteln nieber zuschlagen. Alle Montagskundgebungen in München verboten TU. München, 13. Juni. In einem am Sonntag verbretteten und von der Polizeidiret tion nicht genehmigten Flugblatt der sozialistischen und frei gewerkschaftlichen Organisationen waren die Streifenden aufge fordert worden, am Montag vormittag 11 Uhr in den größten Sälen Münchens zu Bersammlungen und nachmittags 2 Uhr auf der Theresienwiese zur Aufstellung eines Trauerzuges zu erscheinen, der sich durch die Stadt zum Friedhof bewegen sollte. Der Staatskommissar, Polizeipräsident Boehner, hat diese Ber anstaltungen verboten und durch Anschläge in der Stadt die Bes völkerung bringend vor der Teilnahme an den Veranstaltungen gewarnt, da mit allen verfügbaren Mitteln gegen die Nichtbeachs tung des Verbotes eingeschritten werde. Die Schußpolizei ist in Bereitschaft, die Polizeimachen sind verstärkt. Der Streiksonntag in München Drahtmeldung unseres Rorrespondenten München, 18. Juni Der Streiffonntag in München ist im allgemeinen ruhig ver laufen. Die bürgerliche Presse brachte ein gemeinsames Blatt heraus, in dem sie gegen die Generalstreifidee Sturm läuft. Das Extrablatt schreibt: Der Generalstreit ist inzwischen völlig entartet und schwer mißbraucht worden. Man hat das Recht, Don einer Serabwürdigung anständiger Gefühle zu sprechen und alle Streifenden darauf aufmerksam zu machen, was sie wissen follen, ob sie sich bewußt zum Wertzeug von Plänen machen lassen, von denen beim Ausbruch des Streifs teine Rede war." Dieses Extrablatt der bürgerlichen Presse und das Verbot der Polizeibirettion, die angefündigten Montagsvers sammlungen und den Trauerzug abzuhalten, haben eine starke Er regung in der Arbeiterschaft ausgelöst. Zu Ausschreitungen ist es aber nirgends gekommen. Das Streitbild in München war durch die Sonntäglichkeit des Stadtbildes wesentlich verwischt, es verkehrten ein Teil der Straßenbahnen, ebenso war ein Teil der Gaststätten und Hotels geöffnet. Die Einheitlichkeit der Streifleitung tonnte im allgemeinen aufrecht erhalten werden. Am Sonntag vormittag erklärten allerdings die Kommunisten, daß sie weiterhin mit der politischen Streifleitung nicht zu jammenarbeiten fönnten, weil die Sozialdemokratie die Ges schlossenheit der Bewegung durch ihr ständiges Nachgeben gegenüber der Polizeidirektion gefährde. Abends um 9 Uhr jedoch erflärten sie sich wieder bereit, in die Streifleitung einzu treten. Auf das Verbot der für Montag angefündigten Veranstaltungen durch die Polizeibirettion versuchte die Streifleitung, abends 6 Uhr beim Ministerpräsidenten Kahr vorzusprechen. Derselbe ließ fich verleugnen. Daraufhin begaben sie sich zum Polizeipräft benten Boehner. Dieser äußerte, er wäre durch das Pronramm Don Massen versammlungen und einer Trauerfundgebung überrascht worden. Der Generalitzeit sei seiner Ansicht nach nicht notwendig gewesen. Der Impuls der Massen war nach seiner Meinung nicht vorhanden. Das Verbot sollte den Arbeitern, die gegen den Streit seien, das Rüdgrat steifen. Seine Handlungsweise würde vollkommen gededt durch das Ministerium des Innern und die Staatsregierung. Boehner habe tein Bedürf nis nach einer Neuauflage von Eisners Begräbnis. Hierauf machte ihm Genosse Unterleitner auf die ungeheure ernste Lage und die Erbitterung aufmerksam, welche die Arbeiters schaft nach Bekanntwerden des Verbotes ergriffen hat. Er er suchte ihn, in irgendeiner Form eine Berichtigung des erlassenen Verbotes im Interesse der Gesamtbevölkerung Münchens vorzu nehmen. Die Sigung verlief resultatios. Karl Gareis Unser Genosse Gareis wird heute in München beerbigt. Die Berliner Arbeiterschaft demonstriert fast um dieselbe Stunde im Zentrum der Stadt, um ihrem Abscheu gegen die Mordbuben und gegen ein reaktionäres Regime Ausdruck zu geben, das solche Taten hervorruft und sich mit den Tätern identifiziert, indem es die Arbeiterschaft Münchens, die in entscheidender Stunde gegen die Reaktion aufsteht, Ine belt und verfolgt. Unsere Demonstration ist ein Gelöbnis, daß wir nie vergessen werden, was Gareis uns geleistet hat, wofür er fiel und worin wir ihm nachStreben müssen. Sein Andenten wird uns in Zukunft eine Mahnung sein, gleich dem Andenken an Rosa Luxemburg, an Liebknecht, Saafe und an alle die gefallenen Führer der Arbeiterklasse. Angesichts der Toten vereinigt sich die ge samte Arbeiterschaft gegen die Schandwirtschaft einer torrupten Gesellschaft, deren Herrschaft an dem Willen der Arbeiter zur Freiheit und zum Recht zerbrechen wird, wenn die Stunde gekommen ist. Der Mord an Gareis war Dorbereitet. Drohbriefe haben ihn angekündigt. Die Tat sollte den Auftakt bilden und die Atmosphäre Schaffen für eine große allgemeine fonterrevolutionäre Aftion. Unsere Demonstration ist das Gelöbnis- an Gareis und an die Arbeiterschaft der ganzen Welt, daß dieses Streben nie Erfolg haben wird! Deutsch- französische Ministerzusammenkunft Die Verhandlungen Rathenaus mit Loucheur EE. Paris, 13. Junt. Der„ Petit Parifien" berichtet über die gestrige Besprechung des Wiederaufbauministers Dr. Rathenau mit dem Minister Louchene in Wiesbaden. Die Unterhaltung dauerte insgesamt 6% Stunden. Zweimal versuchte Rathenau das oberschlesische Problem anzuschneiden. Er wollte darlegen, daß diese Frage wirtschaft lichen Charakter habe. Wenn das Industriegebiet von Obera Schlesien Bolen zufiele, so würde Deutschland einen Kohlenmangel gaben. Loucheur ließ sich nach dem Betit Paristen" nicht auf dieses Gebiet hinüberführen, und er erinnerte Rathenau an die Bestimmung des Versailler Friedensvertrages, der Deutschland 15 Jahre hindurch die oberschlesische Kohlenlieferung durch Polen fichere. Zudem fei dies eine politische Frage und er habe nicht die Aufgabe, über solche zu verhandeln. 93 Rathenau wandte sich dann als erstem Beratungsgegenstand Der 26prozentigen Ausfuhrabgabe zu. Er fonnte noch teinen festen Borschlag auf Abänderung dieses Inder machen, doch teilte er Loucheur mit, daß er dem System von London das Pariser System vorziehen würde, bei welchem die festen Jahresraten höher wären. Außerdem wünschte Rathenau, daß das System der Schuldverschreis bung, wie es in London beschlossen wurde, durch ein anderes er Jetzt werde, wonach Deutschland selbst Anleihen auf dem Welt martt begeben tönnte. 2oucheur gab ihm zu verstehen, daß Deutschland fich nicht die Hoffnung machen dürfe, derartige An leihen würden Don den Aйtierten garantiert werden. Rathenau erörterte sodann ausführlich die Naturalleistungen, indem er darauf hinwies, daß bei der gegenwärtigen Valuta dies für Frankreich wie für Deutschland Leben und Tod sei. Loucheur wies Rathenau auf die großen Schwierigkeiten hin, die bei den Naturallieferungen zu überwinden seien. Insbesondere drang et barauf, daß derartige Lieferungen nicht im gleichen Jahre gen zahlt werden, in dem sie erfolgen, sondern wie dies bei der In buftrie allgemein üblich ist, daß die Bezahlung auf mehrere Jahre verteilt würde. Keinesfalls aber dürfe von Frank reich innerhalb eines Jahres für Lieferungen mehr bezahlt wer den, als die jährlichen Leistungen Deutschlands in Geld auss machen; denn wenn Frankreich mit barem Gelde der Bezahlung der deutschen Lieferungen nachhelfen müßte, so hätte es wenig Interesse an ihnen. Wenn dagegen die deutschen Lieferungen einen Ratenvorschuß auf die fünftige Jahreszahlung bedeuten würden, so fönnte sich Frankreich mit diesem Projekt abfinden. Loucheur fragte Rathenau, ob es nicht möglich wäre, sich gewisser Einkaufsgesellschaften als Vermittler zu bedienen, so daß Deutschland in der Lage wäre, die Zahlung auf mehrere Jahre zu ver teilen. Die Besprechung wandte sich dann der Frage der Holzhäuser zu, wobei Loucheur darauf drang, daß der Preis für diese vermindert werde. Einem Bertreter des Matin" in Wiesbaden gegenüber äußerte sich Loucheur selbst über die Unterredung mit Rathenau „ Wir sind auf dem Gebiet der Allgemeinheiten verblieben. Mor gen früh werden wir in die Details übergehen. Gegenwärtig lann ich nur sagen, daß ich in Rathenau, den ich zum ersten Male gesprochen habe, einen Menschen fand, der von den besten Absichten beseelt ist, und der den deutlichen Willen hat, zu bekunden, daß die Unterschrift Deutschlands von diesem respettiert werden muß. Als Geschäftsmann wird Rathenau die praktischen Mittel finden, um zum Ziele zu gelangen. Ich werde mit ihm eine neue Bes Sprechung heute nachmittag und morgen zwei weitere haben. Man muß die Erörterung der Einzelfragen abwarten, um eine volltommene Uebersicht über die möglichen Ergebnisse dieser Bes Sprechungen zu haben." Heute wird Loucheur drei oder vier Punkte, die ihn besonders interessieren, mit Rathenau diskutieren und zwar: die Rüld erstattung des von Deutschland während des Krieges beschlag nahmten Industriematerials, worüber schon seit langem Verhand lungen mit der deutschen Regierung schweben, die Rückerstattung des Mobiliars und des Viehs und endlich die Lieferung der Holzhäuser. Ueber die Besprechungen am geftrigen Nachmittag äußerte fich Loucheur folgendermaßen: Ich bin von diesen Zusammenkünften mit einem Menschen, der in allgemeinen und wirtschaftlichen Problemen sehr erfahren ist und welcher ich wiederhole dies, weil ich darüber eine viel flarere Ansicht bekommen habe von den besten Absichten beseelt zu sein scheint, sehr zufrieden. Das sind sehr nugbringende, so sogar unumgänglich notwendige Bes sprechungen, um zu irgendeinem Ergebnis zu gelangen. Sie tönnen in nüzlicher Weise mit Vertretern Rathenaus in Paris fortgesetzt werden und können den Sachverständigen die besten Fingerzeige geben. Aber weiter darf man im Augenblid nicht fehen. Rathenan ist nicht, wie man hätte annehmen fönnen, mit festen Vorschlägen und einem vollständig ausgearbeiteten Plan nach Wiesbaden gekommen. Es handelt sich nur um einen Ge bantenaustausch, um weiter nichts." Der Vertreter Rathenaus, Herr Wolf, wird, wie Petit Parisien" mitteilt, in Paris die Massen heraus zum Protest! Heute nachm. 5 Uhr: Demonstration auf dem Schloßplatz. begonnenen Besprechungen gen", haben die Bürgerräte entschieden. hau un nere fungen forfehen. Es ist möglich, daß Stathe| Die Ordnungsaktion in Oberschlesien hoe een Wir wünschen ihnen Loucheur nochmals zusammentreffen werden. Vielleicht sei man am Anfang einer wirksamen Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland, meint das Blatt. Entwaffnungsaktion in Oberschlesien Einigung über die Maßnahmen TU. Paris, 12. Juni. Französische Nachrichtenstellen melden: Es bestätigt sich, daß zwischen den Mitgliedern der Interalliierten Kommission in Oppeln eine Einigung über die Maßnahmen herbeigeführt werden soll, um die Ordnung in Oberschlesien wiederherzustellen. Diese Maßnahmen entsprechen dem Plan, den die Botschafter. tonferenz aufgestellt hatte, nämlich die Schaffung einer neutralen 3one und progreffive Entwaffnung der deutschen und polnischen Truppen. Aus dem Hauptquartier Korfantys. EE. Paris, 13. Juni. Der Berichterstatter der„ Chicago Tribune" meldet aus dem Hauptquartier Korfantys: Es ist anzunehmen, daß am 22. Juni, also 50 Tage nach dem Ausbruch des polnischen Aufruhrs, die Autorität in Ententemächte wieder die völlig menn Deutschland Oberschlesien ausüben werden, und Polen die Bestimmungen bezüglich der Entwaffnung, wie sie in den Konferenzen zwischen Alliierten, Polen und Deut schen in Blotnic im Kreise Rosenberg festgesetzt wurden, durch führen. Das Programm, das zur Durchführung gelangen soll, lautet wie folgt: Oppeln, 12. Juni. Bei den Berhandlungen mit General Hoefer hatte die Interalliierte Kommission wiederholt auf das bestimmteste versichert, daß sie den Insurgenten jede Kampfhandlung untersagen werde. Wie sehr der deutsche Selbstschuh recht hatte, als er diesen Versprechungen des Generals Le Rond mit großem Mißtrauen gegenüberstand, wird durch das weitere Verhalten der Insurgenten bewiesen. Diese entwidelten heute an der ganzen Kampflinie eine lebhafte Tätigkeit. Auch hinter der Front wurden Bewegungen beobachtet, die feineswegs auf Einstellung der Kampftätigkeit oder gar auf Ruhe hinweisen. Allein Ratibor= Plania wurde am heutigen Nachmittag durch die Polen mit 32 Schuß Artillerie belegt. Mehrere Ortschaften, die der deutsche Selbstschutz auf Aufforderung der Interalliierten Kommission für die Ententetruppen frei gemacht hatte, wurden heute von den Polen erneut besetzt. Diese Tatsache bestätigt, daß die gegen= wärtig von der Interalliierten Kommission den Insurgenten gegenüber getroffenen Maßnahmen nicht geeignet und ausreichend find, um den Insurgenten Paroli zu bieten. Man wird diese Nachricht mit Vorsicht aufzu= nehmen haben. Sie drückt zu deutlich die Bestrebungen des deutschen Selbstschutzes aus, fich als unentbehrlich hinzustellen. Das ist gefährlich in dem Augenblick, in dem die interalliierten Truppen die Durchführung der Ordnungsattion begonnen haben. Es ist Pflicht der deutschen Regierung, soweit sie darauf Einfluß hat, auf den deutschen Selbst Schutz in Oberschlesien, insbesondere auf General Höfer, eins zuwirken, damit jede selbständige, das Vorgehen der Alliierten durchkreuzende Aktion unterbleibt. 1. Am 14. Juni beginnen die Truppen der Insurgenten und bes Der tägliche bayerische Skandal deutschen Selbstschutes die Entwaffnung, die am 22. 6. burchge führt sein muß. 2. Je nach Fortschreiten dieser Entwaffnung übernehmen die alliierten Truppen die Garnisonen in dem Abstimmungsgebiet. 3. In Abänderung der Korfantylinie soll eine neutrale 3one geschaffen werden, die die Insurgenten und die deutschen Truppen vollständig trennt. 4. Jebe der beiden Zonen wird burch Militärftreitkräfte ge schütt sein. Im Korfantygebiet werden Polen für die Polizei rekrutiert, im deutschen Gebiet Deutsche. 5. Angriffsatte von beiden Teilen werden im Verlaufe der Ent waffnungsperiode oder späterhin das ganze Abkommen unwirts jam machen. Die alliierten Truppen würden in einem solchen Falle zur Gewalt greifen. Meuterei unter den Aufständischen Den legten Nachrichten zufolge haben die deutschen Delegiers ten das Abkommen angenommen. Seitdem das Gerlicht verbreitet wurde, daß Korfanty dem Abkommen zugestimmt habe, ist heller Aufruhr in seinen Reihen eingetreten und fichtbare Zeichen der Desorganisation machen sich bemerkbar. Man wirft Korfanty vor, daß er im Interesse internationaler Kapitalisten handle. Diesen Zustand haben die Kommunisten benugt, um Unruhe in seine Reihen zu bringen. Einzelne biefer Agitatoren wurden bereits gefangen gefeht und vor ein Kriegsgericht gestellt. Diejenigen, die mit dem Abtommen Korfantys unzufrieden find, stellten sich hinter einen gewissen Hauptmann Adolf Saute, der Kommunist ist und sich zum Oberkomman bierenden der Insurgenten gemacht hat. Er wurde verhaftet, ebenso mehrere seiner Mitverschworenen. Allerdings mußten sie alle am gleichen Tage wieder entlassen werden. Saute soll es jogar gelungen sein, mit seinen Soldaten Korfantys Haus mit Maschinengewehren zu bedrohen. Korfanty wurde aber aus dieser Gefangenschaft befreit, was allerdings nur dadurch möglich wurde, baß er zunächst vom Balton aus die Mitteilung machte, daß Haute und seine Soldaten straflos ausgehen würden. Korfanty hatte am Sonntag mehrere Besprechungen mit militärischen und politischen Bevollmächtigten der Alliierten, in denen er besonders Amnestie für die Insurgenten verlangte. Geduld Aus dem Schwarzwald wird uns geschrieben: Es ist ein leiner Ort hoch oben im Schwarzwald. Vor einem furchtbaren Unwetter habe ich mich in einen kleinen Gasthof geflüchtet. Der Simmel ist wie mit schweren schwarzgrauen Tüchern verhangen, ich sehe so einer langen Gefangenschaft entgegen. Drinnen in der großen Gaststube siehts aus wie hier überall: In der Mitte reingefcheuerte Tische und Bänke, an der Wand ein Bogelbauer, dessen goldgelber Insasse bei dem trachenden Donner ängstlich hin- und herflattert, und als Schmud ein paar Geweihe, das ist alles. Nein, doch noch nicht alles; oben um den großen grünen Kachelofen ist ein Gestell befestigt, an dem Wäsche, ganz kleine Kinderwäsche hängt. Und der Besizer dieser Windeln und Hemdchen, ein fleiner fugel runder Bube, liegt im Wagen und läßt seine wenig wohltönende, dafür aber deutliche Stimme ertönen. Außer mir ist fein Gaft da, aber da am hintersten Tisch ist ein fleines Mädchen über seine Schiefertafel gebeugt, und neben ihm der Vater. Die beiden sind so eifrig, daß sie mein Eintreten nicht haben. Ei diftiert Bater. viel Erfolg. Sie werden, wo sie auch ansehen mögen, auf den geschlossenen Widerstand der gesamten Arbei ferschaft stoßen. Deutschnationale Steuerhinterzieher Bon der Steuerhinterziehung der agrarischen Kreise legt folgendes Inserat in den Salzwedeler Zeitungen Zeugnis ab: Bekanntmachung In der Zeit vom 18. bis 25. Mai 1921 find wegen unrichtiger Angaben in ihren Steuererklärungen zur Kriegsabgabe vom Vermögenszuwachs bzw. zum Reichsnotopfer mit folgenden Beträgen, einschließlich der für verfallen erklärten und eingezogenen Werte, die nachgenannten Personen vom Finanzamt bestraft worden: 1. Ackermann Friedrich Böwe in Ahlum. 2. Adermann Hermann Lemme in Zierau. 3. Landwirt Ernst Genecke in Stödhain 4. Hotelbesitzer Anton Müller in Salzwedel. 5. Landwirt A. Müller in Brunau • 6. Viehhändler Ferdinand Lüder in Ellenberg. 7. Kossät und Gastwirt Wilhelm Schulz Nr. 2 in Siebenlangenbeck 57 150 M. • 141 200 225 200 99 99 • 109 650 " • • 103 450 18 710 " 24.900 22 500 20 250 99 " 9 30 21 600 32 100 • 24 200 19 8. Adermann Hermann Schulz Nr. 7 in Redlingen 9. Gastwirt Adolf Schmidt in Winterfeld 10. Adermann Friedrich Müller in Siedenlangenbed Nr. 16 . 56 700 • 43 600 99 44 300 岸 9 100 津 71 800 29 bayerische Skandal 16. Frau Elisabeth Errleben in Salzwedel Preisschießen der Einwohnerwehr 11. Aderinann August Tegge in Hohenlangenbed 12. Gutsbesitzer Friedrich Kamith in Liesten 13. Kaufmann Otto Klinkom in Salzwedel 14. Ackermann Gustav Gose in Ahlum 15. Adermann Hermann Neuling in 3iethnik 17. Adermann Joach. Gädte Nr. 3 in Hohenlangenbed 18. Mühlenbefizer Heinrich Landsmann in Rohrberg 142 800 19. Adermann Reinhard Bierstedt in Klein- Bierstedt 162 400 Insgesamt 1331 610 M. Wie die bayerische Einwohnerwehr entwaffnet wird, zeigt das folgende Zirkular, das in München unter den Bertrauensleuten der Einwohnerwehr verbreitet wurde: Morgen, Sonntag, den 12. Juni, findet das Breis. schießen der E. M. im Keller des Hotel Grünwald statt. Für Herren, die nicht Zeit haben, ist noch Mittwoch, den 15. Juni, Gelegenheit zum Preisschießen geboten. Die E. W. wird eventuell in den nächsten Stunden aufgerufen. Gruppenführer. gez. Sans Wieser So werden also die Scharfschützen ausgebildet, die sodann in nächtlicher Stille und Dunkelheit auf Arbeiterführer losgelassen werden. Es würde uns nicht wundern, wenn der Preis an den Mörder von Gareis fiele. Das Ganze ist ein unerhörter und gesezwidriger Vorgang, und wenn Regierung und Polizei in München nicht alles daran segen, um den Keller im Hotel Grünwald auszuheben, so ist das ein neuer Beweis dafür, daß sich die regierenden Realtionäre im Bunde mit den Preisschüßen und in offener Fronde zur Reichsregierung und zu ben Reichsgefegen befinden. Der Reichsbürgerrat Cr tagte foeben in München und seine Beschlüsse zeigen, daß er dorthin gehört. Die Erinnerung an dieses Fossilium wird wachgerufen, und zwar erscheint das Bild des Bürger, rats auf dem durchaus charakterischen Hintergrunde ber gegenwärtigen Münchener Reattionsorgien. Daß alle Reden der Bürgerräte eine einzige Scharfmacherei gegen die Arbeiterbewegung waren, ist selbstverständlich. Um so interessanter ist es, daß ein Mitglied der christlichen Gewerkschaften über das Thema„ Arbeiterschaft und Bürgertum" sprach. Leider machen die telegraphischen Berichte, die bisher vorliegen, teine näheren Angaben über den Namen und das Programm dieses seltsamen Arbeitervertreters. Boller Bes geisterung sind die Bürger über die Technische Rothilfe. " Die Hauptversammlung sieht in der Technischen Nothilfe ein wesentliches Mittel, um zur inneren Gesundung und Einigkeit in Grundfragen unseres zerrissenen Boltes zu gelan hombracht. Eigentlich", meinte ich lachend, hätte sie eine Ges buld- Note für den Bater mitbringen müffen".„ Geduldisch sei musch ma scho, musch ma scho", entgegnete er, mei verarbeitete Händ tönne nit mehr schön schreibe, aber be Rinner müsche es lerne, gell?" Die Kleine nidte ernst, die beiden waren trog der langen Plage im innigsten Einvernehmen. Eine tiefe Bewunderung hatte sich in mea Serz geschlichen für diesen Mann, der vom frühsten Morgen an schwer arbeitet im Stall und auf dem Feld, und der dann gegen Abend dasizt und die Schularbeiten seines Kindes beaufsichtigt, mit einer Geduld, die bei uns Menschen mit den Großstadtnerven wohl taum noch zu finden ist. Freilich ist es fraglich, ob es recht. ist, so viele Mühe, Zeit und Geduld gerade auf die ersten Schreibübungen zu verwenden, eins aber wurde mir durch dieses fleine Erlebnis wieder einmal so recht tlar, wieviel mehr man bei den Kindern mit Ge= buld erreicht, und was für ein Unrecht wir Mütter begehen, wenn wir, leicht gereizt und aufbrausend, durch erregtes Schelten und Strafen schon von flein auf auch die Nervenkraft unserer Kinder schädigen. Sophie Landau. in Worten: Cine Million Dreihunderteinunddreißigtausenda sechshundertundzehn Mart. Weitere Strafverfahren sind eingeleitet. Salzwebel, den 26. Mai 1921. Finanzamt. Groth Regierungsrat. Zur Erläuterung sei bemerkt, daß es sich bei den Steuerhinterziehern fast ausnahmslos um Angehörige der deutschnationalen Partei handelt, darunter um zwei deutschnationale Kreistagsabgeordnete. Selbstverständlich find sie auch alle gute Antisemiten, wes halb sie auch alle bei einem jüdischen Bankier Depots unters hielten. Die amerikanischen Einwanderungsbeschränkungen. Der Ein wanderungskommissar hat befanntgegeben, daß die Schiffahrts gesellschaften dafür verantwortlich gemacht werden, daß nur die zulässige Anzahl von Auswanderern nach Amerita befördert wird. Bon 2000 Bolen, die sich gegenwärtig auf dem Wege nach ben Bereinigten Staaten befinden, werden ungefähr 600 die Erlaubnis zum Landen nicht erhalten tönnen. Das erste Urteil bes beutsch- englischen Schiedsgerichts. Das deutsch- englische Schiebsgericht fällte am Donnerstag das Urteil in dem Prozeß gegen Mosse. Der Vorsitzende führte aus, daß der Beklagte zu Unrecht gehandelt und daß die Kläger dadurch einen Schaden erlitten hätten. Das Gericht erkannte auf 3ahlung des geforderten Betrages nebst zwanzig Pfund Kosten. Auch Südafrika verzichtet auf die Beschlagnahme deutschen Eigentums. Der Regierungsanzeiger der südafrikanischen Union bringt zur allgemeinen Kenntnis, daß die Regierung der Union nicht beabsichtigt, ihr auf§ 18 des Anbanges 2 zu Teil 8 des Friebensvertrages beruhendes Recht der Beschlagnahme des Eigentums deutscher Staatsangehöriger in der Union auszuüben, falls Deutschland seinen Reparationsverpflichtungen nicht nachkommt. zen für Kinder und Erwachsene, Stiderei und Spizenkurse, Schach, Ruber und Gegelsport, Schwimmen, Fußball, Hockey, Bolo, Schwerathletik. Auch die Kleinwirtschaftsturse bilden einen Bestand teil der Uraniaarbeit, der unserem Volkshochschulwesen in ähn licher Weise angegliedert werden sollte. So fanden über 200 Kurse statt für Bienenzucht, Geflügel und Kleintier zucht, Obst- und Gemüsebau und Landwirtschaftslehre. Ein besonders großes Kapitel nehmen die Vorträge für Volts., Bürger und Fortbildungsschulen ein. Die Urania veranstaltete ferner 153 Konzerte mit durchschnittlich 393 Teilnehmern, sie hat eine Wanderbühne, versorgte 42 Vereine mit Vorträgen und veranstaltete Bortragsreisen in allen größeren Städten von Deutschösterreich. Die der Urania angegliederte Sternwarte wurde von 10 000 Personen besucht. Die Lichtbildersammlung befigt 50 000 Diapositive und 30 000 Negas tive. Die Urania gab ferner eine eigene Bücherei heraus, von der im Berichtsjahr 18 Bände erschienen sind. Im Verein ist ein fleines Heer von wissenschaftlichen und tech nischen Kräften tätig. Zum Vorstand gehören außer den Ver einmal bemet bab herunter, aber träftiger muscht die Abiti Das Volksbildungshaus der Wiener tretern aller wissenschaftlichen Körperschaften Vertreter der Res „ Schräch auf, schräch Abstrich mache, Nei, dasch isch nit guot. Muscht wieder megwische. Aber nit mit de Fingerche, nimm das Läppche." Die Ermahnungen werden alle mit gleichmäßig freundlicher Stimme wieder und wieder gegeben, aber doch stehen der fleinen A- B- C- Schüßin schon die Tränen in den Augen.„ Ich hoab so'n Sunga", schluckt ste plöglich.„ Sol Dir was zu effe", erwidert der Vater ruhig. Auch jett bekümmert sich der Mann, der Besitzer des Gasthofes, nicht um mich. Das überläßt er seiner Frau, er hat Wichtigeres zu tun. Gar ernsthaft studiert er die Buchstaben auf der Tafel Da tommt das Kind schon wieder, mit einer großen Käseschnitte in der Hand, und wieber geht es gleichmäßig:„ Auf, ab, muscht wegwische". ,, Rannscht doch aber beim Schreibe nit effe", mahnt der Vater lachend, wenn das Töchterchen zur Kräftigung und zum Trost von Zeit zu Zeit einen tüchtigen Biß in sein Brot tut. So ist etwa eine Stunde vergangen, der Wind heulte grausig. Blig und Donner jagten einander, der kleine Bub schrie, troy all meiner Beruhi gungsversuche, der Kanarienvogel hüpfte aufgeregt von einem Stab auf den anderen, der Vater läßt sich nicht aus der Ruhe bringen. ,, Siehscht, so isch guot, immer weiter so, gell?" Jch atme mit dem fleinen Ding erleichtert auf, denn ich hatte schon Mitleid mit ihm gehabt, als es immer wieder ,, wegwische" hieß.„ So, jest bischt ferti und hascht guot macht". Liebevoll und stolz streicht der Vater dem Töchterchen über ben Blondkopf. Nun war ich aber doch neugierig geworden und nähere mich dem Tisch, um das Wert der Kleinen zu betrachten. Da stehen die„ Eis“ und die Aus" alle tabellos ba, wie„ gestochen". Wie schön das Kind schon schreibt", begann ich das Gespräch.„ Joa", erwiderte der Bater gar stolz, sie hoat heut für gutes Schreibe e Fleiß- Not mit Urania Die Wiener Urania versendet ihren gebrudten Jahresbericht, ein Seft von 40 Seiten Umfang mit zahlreichen Bildern und Tabellen. Die Urania hat sich darnach in den Berichtsjahren außerordentlicherweise entwickelt, und ihr Tätigkeitsgebiet hat heute schon einen Umfang, ber in Europa taum seines gleichen hat. Die Wiener Uranta bietet den Massen das, was sich z. B. in Berlin auf verschiedene Institute, wie die Treptower Sternwarte, bie Bolkshochschule, die Berliner Urania, verteilt. Es gibt zwar neben der Uranta in Wien noch andere Boltsbildungsunternehmungen, boch ist die Uranta ein wahrhaft populäres Institut, das nicht nur in Wien, sondern in ganz Deutschösterreich von großem, fulturellem Einfluß ist. Die Urania veranstaltete im Berichtsjahr 5280 Borträge, die von 819 165 Personen, also mehr als breiviertel Millio= nen besucht wurden. Die Vorträge teilen sich ein in elf Arbeits. gemeinschaften, 96 Semesterturse, 136 türzere Kurse, 12 Bortragsreihen und viele hunderte Einzelvorträge, fünstlerische Ber anstaltungen, Musit. und Literaturabende ufm. Während die Gesellschaftswissenschaften eine verhältnismäßig fleine Rolle spielen, nehmen die technischen, naturwissenschaftlichen, künstlerischen und geschichtsgeographischen Themen einen großen Raum ein. Interessant ist, daß auch sogenannte& ertigteits. furse stattfinden, z. B. Zeichnen und Malen, Solzschnigen, artonnagearbeiten, weibliche Sanbarbeiten, Tangierung und der Zentralstelle für das sozialdemokratische Bil bungswesen. Neben dem eigenen großen Gebäude in der Urania Straße soll ein neues 3weighaus in einem anderen Wiener Bezirk gebaut werden. Eignungsprüfung für Lehrlinge. Da ich junge Leute bei der Firma Karl Zeiß häufig als ungeeignet erwiesen, so hat man dort eine Eignungsprüfung für Lehrlinge seit 1918 durchgeführt, über deren Ergebnisse Gustav Immig in der Braktischen Pinchologie" berichtet. Die erste Ausleje der jungen Leute geschieht nach dem Schulzeugnis. Für die weitere Prüfung werden selbstregistrierende Apparate angewendet, und zwar erfolgt eine 2½stündige gemein same Prüfung bezüglich der natürlichen und allgemeinen Intelli genz, Borstellung, Konzentration, Zuverlässigkeit und Findigkeit. Eine dreistündige Einzelprüfung erftredt sich dann auf Sinnes tüchtigkeit, Geschicklichkeit, technisches Verständnis, Kombinationsvermögen, Beobachtungsgabe, Willensleistung, Ermüdbarkeit und Reaktionsfähigkeit. Es werden dabei die höchsten Anforderungen an diefe Feinmechaniker- Lehrlinge gestellt, und es hat sich ergeben, daß Entlassungen nicht mehr vortamen, wenn die jungen Leute Diese Eignungsprüfung bestanden hatten. Große Boltsoper Berlin. Rüdbfid auf die Spielzeit 1920/21( 1. Oftober 1920 bis 31. Mai 1921): Opernvorstellungen: 20 im Walhalla Theater und 9 in der Neuen Welt und zwar: Barbier von Sevilla( 2mal), Carmen( 5mal), Fidelio( imal), Fledermaus( man), Lohengrin( 8mal), Tiefland( 4mal), Trous babour( Smal), Traviata( imal), Walküre( 4mal). Ferner Ballett- Abend. Orchestertonzerte: Neue Welt( 5), Marmorsaal( 7), Blüthersaal( 7). Brauerei Königftab!( 3). Außerdem: Lieberabende( Happoldtfaal), 1. Lieberabend( Beethovenfaal), 2 Domortonzerte( Marmorsaal und Reue Welt) 1 Gesellschaftsabend( Esplanade) und ein Ballfest( 300). Der Prozeß gegen Mar Hölz Heute vormittag begann vor dem außerordentlichen Gericht des Landgerichts I die auf zehn Tage berechnete Verhandlung gegen Mag Sölz Es waren umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen getrof fen. Von den Eingängen des neuen Kriminalgerichts war nur bas große Portal geöffnet, das durch doppelte Posten besetzt war. Jeder Eintretende unterlag scharfer Kontrolle. Die Verhandlung selbst wird geleitet von Landgerichtsrat Braun. Die Anklage wird von Staatsanwaltschaftsrat Dr. Jäger vertreten, als Verteidiger bes Hölz fungieren die Rechtsanwälte Justizrat Bittor Fränkt, Justizrat Dr. Broh und Hegewisch- Celle. Die Antlage gegen Hölz enthält einen ganzen Rattenkönig von Einzelbelitten. Zur Berhandlung stehen nur die während des Aufstandes in Mitteldeutschland im März d. J. begangenen Straf taten. Als solche stehen u. a. in der Anklageschrift: Mord, ver suchter Totschlag, Aufruhr, Landfriedensbruch( Rädelsführer), Hochverrat, Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze, Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung eines gemeingefährlichen Verbrechens, Bildung bewaffneter Haufen, Freiheitsberaubung, Nötigung, Erpressung, räuberische Erpressung bzw. Schweren Raub, Berbrechen gegen das Sprengstoffgesetz, vorsätzliche Brandstiftung, vorsätzliche Gefährdung eines Eisenbahntransports, Störung einer Telegraphenanlage u. a. Zu Beginn der Vernehmung gibt Hölz eine Erklärung ab, daß er in der Voruntersuchung zwar jede Aussage abgelehnt habe, daß er fich aber jetzt trotzdem zur Anflage äußern werde. Das geschehe aus tattischen Gründen, da er nicht als Angeklagter, sonber, als Antläger gegen die menschliche Gesellschaft vor Gericht tehe. Auf die Frage des Vorsitzenden nach seinen Personalien perweigert Hölz die Aussage, da dies nicht zur Sache gehöre. Auch in der weiteren Vernehmung macht Hölz des öfteren von der Verweigerung der Aussage Gebrauch. Einen vorliegenden Aufruf, in dem zur Entwaffnung von Sipo und Reichswehr, zur Sprengung von Brüden, zur Zerstörung von Eisenbahnen und zur Abschlachtung der Bourgeoisie, welche Widerstand leistet, aufgefor bert wird, erkennt Hölz an und äußert sich dazu folgendermaßen: Dieser Aufruf erfolgte mit meiner Einwilligung. Ich bekenne mich zu diesen Proklamationen und ich bekenne auch, daß darin von Tötung und Abschlachtung der Bourgeoisie gesprochen wurde, Allerdings handelte es sich hier nur um Drohungen. Im Ernst bachten wir natürlich nicht daran, Bürger zu töten. Zum Beweis hierfür möchte ich auf die Vorgänge 1920 im Vogtland verweisen. Bei den Kämpfen in Mitteldeutschland war uns allen flar, daß es hier sich nicht um den Endkampf zwischen Proletariat und Rapitalismus, sondern um das Vorpostengefecht handeln müsse. Deshalb mußten wir auch von Gewalttätigteiten absehen, vielmehr haben wir von Gewalttätigkeiten abgesehen. Wir era reichten durch unsere Drohungen, daß uns das gegeben wurde, was wir verlangten. Sölz bestreitet weiterhin, daß die Aftion in Mitteldeutsch land von der B. K. P. D. oder einer anderen Partei inszeniert worden sei. Die Arbeiterschaft habe vielmehr das von Hörfing entzündete Feuer weitergeschürt, um die Revolution weiter zu treiben. Auf keinen Fall sei die Bewegung von den russischen Ge nossen eingeleitet worden. Höls bestätigt, daß er von der K. A. B. D. ausgeschlossen worden ist. Sein und seiner Kampfes genossen Bestreben sei, die Errichtung der Diftatur des Proles fariats gewesen. Auf die Frage des Borsigenben bestätigt Hölz, daß er mit einem Redakteur Schneider zusammengearbeitet habe. Kreistagswahlen in Mansfeld Mißerfolg der Kommunisten Drahtmeldung unseres Korrespondenten Salle, 13. Juni aus bem Bericht des Rassierers spricht, der fein erfreuliches Bild" zeige. Es set notwendig, daß das Kaffenwesen neu aufgebaut werde, ferner, daß der beschlossene einmalige Beitrag pon 50 Bf. bald erhoben werde. 3ahlen fonnten, lagt ber Bericht, noch nicht( 1) genannt werden". Ja, ja, die Zahlen und das 3ahlen! Da niemand von den alten Führern diesen Neuaufbau der bankerotten Partei übernehmen fonnte, wurde der Vorstand aus Personen zusammengefeßt, die in ber Halleschen Bartelbewegung bisher taum dem Namen nach bekannt waren. Als einziges sachliches Ergebnis stellt der Bericht fest: ,, Dann gelangten zwei Anträge zur einstimmigen Annahme. Der eine fordert, daß Neuaufnahmen nur durch bie Distriktsversammlungen zu erfolgen haben und daß die Aufzunehmenden in der Versammlung, die entscheidet, an mesenb sein müssen. Der zweite Antrag fordert, daß die Verwaltungs sein müssen. Der zweite Antrag fordert, daß die Verwaltungsstellen in erster Linie mit ansässigen Genossen zu besetzen sind und daß man von unten aufrüden lassen soll." Diese Be schlüsse offenbaren den vollkommenen Zusammenbruch der„ Vereinigten" und die Ratlosigkeit der Führer" noch deutlicher, als die Reben, die auf der Aufbautonferenz gehalten wurden. Man dente: eine„ Massenpartei", die das ganze Proletariat umfassen will, nimmt neue Mittämpfer nur in fleinen, lettenhaften Konventiteln auf, in denen die Beitretenden anwesend sein müssen. Die stärkste Ortsgruppe im„ blutroten Herzen" ist offenkundig zur Sefte geworden. Der Zusammenbruch der V. K. P. D. auch in Mitteldeutschland geht unaufhaltsam vorwärts. Kraffin über die Konzeffionen Söfliche Einladung an den internationalen Kapitalismus Paris, 12. Junt. Eine Mitarbeiterin bes Betit Baristen" hatte in London eine Unterredung mit rain. Der Vertreter der russischen Sowjetregierung Sprach sich u. a. auch über die Konzessions. frage aus. Bis jett, sagte er, hätten die wirtschaftlichen Be ziehungen Rußlands zum Ausland ausschließlich in einfachen Käufen bestanden. Er schätzte die Kontratte mit England auf 5 Millionen englische Pfund, mit Schweden auf 50 Millionen Kronen, mit Deutschland auf 3 Millionen Mart und mit Amerita auf 10 Millionen Dollar. Aber die russischen Goldreserven seien nicht unerschöpflich. Rußland ziehe es vor, fich auf den Weg der Konzessionsgeschäfte zu begeben. Der russische Export sei erst in ganz kleinem Maßstabe wieder aufgenommen worden. Die Zerrüttung der Transportwege verhindere die Be förderung der Rohstoffe nach den Häfen. Es blieben also nur die Konzessionen übrig. Bon einer Wiederherstellung des Brivats eigentums fönne nicht die Rede sein und darauf fomme es auch nicht an. Der Kapitalist, der durch Rußlands Reichtümer ange lodt werde, müsse begreifen, daß er seiner Arbeit in Rußland nur einen Vertrag zwischen ihm und der Sowjetregierung au grunde legen tönne. Er werde aus diesem Bertrag ebensoviel oder mehr Nuten ziehen, als aus seinen Unternehmungen vor dem Kriege. Die Regierung aber werde Herr ihres Bodens bleiben und niemals Monopole zugestehen. Wenn der Kapitalist genügenden Profit aus der Konzession gezogen habe, müsse fie wieder an die Regierung zurüdfallen. Krassin behauptete, es fei niemals jemand geschädigt worden, der einen Vertrag mit den Sowjets besaß. Wenn 1918 tapitalistische Unternehmungen na tionalisiert worden seien, so nur deshalb, weil sie feinen Bertrag mit Sowjets hatten und auf Grund der zaristischen Wirtschaft arbeiteten. Der Kapitalist tönne aber auch in aller Ruhe mit ben Sowjets Verträge abschließen, denn, da es teine raditalere Regierung gebe als diese, so könne jede Regierung, die nach ihrem Sturze auftrete, die Verpflichtungen der Sowjets gegenüber ben Kapitalisten nur mit umso größerer Sicherheit übernehmen. Bis jetzt sei nur eine einzige Kongession, und zwar an die Svensta Kullager Fabrit vergeben worden. Allerdings stamme bas Des tret über die Ronzessionen erst aus dem Dezember 1920. Das ist eine unverblümte Einladung an die internationale Hochfinanz und Großindustrie, denen größere Profite versprochen werden, als sie früher gehabt haben. Größere ProIn schlauer Spekulation auf die durch den verunglüdten Kommunistenputsch erzeugte Stimmung hatten die Bürgerlichen die am 12. Februar erfolgten Wahlen zum Kreistag des Mansfelder Seefreises für ungültig erklärt. Man glaubte durch diesen heimtüdischen Ueberfall, die Serrschaft der Arbeiterklasse im Kreiswahlparlament zu brechen. Die gestern stattgefundene Kreistagswahl hat die Hoffnungen der Realtion nicht erfüllt. Es wurden an Stimmen abgegeben für die U. S. P. D. 3334, für die Rechtssozialisten 4535, 23. K. B. D. 6719, 3en- fite lassen sich natürlich nur durch verstärkte Aus. trum 1007, für den vereinigten bürgerlichen Ordnungs block( Deutschnationale bis Demokraten) 9560. Von den 26 Sigen des Kreistages entfallen auf die U. S. P. D. 3, auf die echtssozialisten 5, V. K. P. D. 7, Zentrum 1, Bürgerliche 10. Die Unabhängige Partei erhielt bei der legten 3a hI 1495 Gtimmen, die Rechtssozialisten 3783 und die B. R. B. D. 18 164, so daß die U. S. P. D. 1939 Stimmen gewonnen hat. Auch die Rechtssozialisten erhielten 752 Stimmen mehr, während die Kommunisten 11 427 Stimmen verloren haben. Die vereinigten Bürgerlichen haben 3340 und bas Zentrum 276 Stimmen verloren. Die Wahlbeteiligung betrug etwa 50 Proz Das Trümmerfeld in Halle Aus Salle wird uns geschrieben: Nach Wilhelm Roenen gilt der Bezirk Salle- Merseburg als das rote Herz Mitteldeutsch lands, als die Sochburg des revolutionären Sozialismus. Kein Wunder, daß nach dem Spaltungsparteitag fast der gesamte Organisationsapparat an die Mostauer verloren ging. Der Uebermut der Kommunisten, namentlich in Salle selbst, tannte ebenso feine Grenzen, wie der Terror, der gegen die unserer Partei treugebliebenen Arbeiter angewendet wurde. Und jetzt? Schon nach ganz turzer Zeit müssen die Mostauer einsehen, daß fie initten eines öden Trümmerfelbes stehen. Das ganze mmunistische Elend tritt deutlich in Erscheinung in einem Be icht, den bas Sallische kommunistische Organ über die General versammlung der V. K. P. D. in Salle bringt. Ueber den Tätig teitsbericht heißt es da, fein vorsichtig frisiert und gefärbt: Bor der Aftion stand das Barteileben in der Blütezeit, die Aktion unterbrach diese Entwidlung in gewisser Sinsicht".( Von den etwa 20 000 Mitgliedern dürften wohl nicht allzuviel mehr bei ber Stange halten.)„ Es wird höchste Zeit", sagte der Vorsitzende Schmidt, baß wir an den Neuaufbau der Partei gehen". Noch vor furzem prahlte man, daß die B. K. B. in Salle fest stehe, Abgeordneter Schumann, der an Stelle des wegen Feigheit entfernten Bezirksleiters Delßner jegt Dittator in Mitteldeutschland ist, meinte, die Partei brauche jetzt einen Vorstand, der die richtige Einstellung und die notwendige Berbin. dung nach oben und unten habe. Dem Abgeordneten stilian warf er vor, bie Disziplin nicht gehalten zu haben, als er die Genoffen vom Generalstreit abhielt. Da wird es also bald wieder eine Reinigung" geben. Um dem sichern Sinausschmiß zu entgehen, beteuerte Kilian, am Wiederaufbau der Partei mitarbeiten zu wollen. Auf dem Lande draußen stehe es noch schlimmer als in Salle. Die seit einem Jahre in Salle geübte Methode habe banterott gemacht. Bezirkssekretär& i ebler bezichtigte Kian der Mit Schuld an der Banterottpolitit in Salle. Freundlieb, Vorstandsmitglied:" Nach den Fehlern der Märzattion müßten wir gelernt haben, den Sebel an der rechten Stelle anzulegen. Wir müssen sofort an den Aufbau und an die Positive Arbeit gehen." Die Hallischen Kommunisten müssen also felber eingestehen, daß fie Fehler",„ Banterott gemacht" haben, und baß es auf dem Lande noch schlimmer aussehe. Noch größer ist das Elend, daß beutung erzielen. Die russischen Arbeiter, denen ge predigt wird, daß sie in einem tommunistischen Staate leben, in dem der Kapitalismus mit Stumpf und Stiel ausgerottet ist, haben das Bergnügen, für den vermehrten Profit der ausländischen Kapitalisten zu schuften. Trotzdem es der fom munistische Macchiavellismus fertig bringt, auch die Konzessionserteilung als eine Maßnahme auf dem Wege zum Kommunismus zu bezeichnen, bedeutet sie nichts weiter als bas Wiedereindringen des Kapitalismus in Rußland, allerdings auf einem anderen Wege, als man ihn unterdrückt hat. Die Arbeiterbewegung in Spanien Aus Madrid wird uns geschrieben: Da die Veröffentlichung der revolutionären Gewerkschaftspresse in Catalonien verboten ist, geben die maßgebenden Vertreter des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes soeben in Madrid eine Wochens schrift heraus, die den Titel„ Nueva Senda"( Der neue Weg") trägt. Das Erscheinen dieser Zeitschrift ist mit Sympathie begrüßt mor ben auch von denen, die mit den Tendenzen des Gewerkschafts bundes nicht einverstanden sind; denn es ist sehr notwendig, daß von dieser Organisation zu den ernsten Ereignissen der Gegen wart Stellung genommen wird. In der Frage des Terrors ist ble Saltung der Zeitschrift flar und eindeutig. Der Genosse Pestana, ber bekannte Gewerkschaftsführer, der sich augen blidlich im Gefängnis von Montjuich befindet, schreibt, daß die Arbeitergewerkschaft mit dem Terror nichts zu tun hat, und fün bet eine Artikelserie an zur Bekämpfung jener, bie hartnädig den Terrorismus mit dem revolutionären Syndikalismus verwechseln. Was das Problem der 3. Intrnationale anbetrifft, so prüft die Nueva Senda" die berühmtn 21 Bedingungen von Mostau und Spricht fich offen gegen sie aus. Die Diftatur," sagt fie, ausgeübt von den Arbeiterorganisationen, nicht durch eine Partei, sondern durch das Proletariat, ist uns, selbst in vorübergehender Weise, nicht sehr lockend, denn die Staatsgewalt birgt viele Gefahren, und wir fürchten, daß die Arbeiterorganisation, die Masse, die Folgen zu ertragen hätte. Aber die Diktatur des Komitees einer Bartei ist vollkommen unzulässig." In einem„ Rußland" betitelten Artikel tritifiert das Gewerk schaftsorgan sehr scharf gewisse Journalisten und eine große Anzahl avancierter Elemente( bie ,, Nueva Senda" unterstreicht dieses Wort), welche ausschließlich von Rußland, den Sowjets und der 3. Internationale sprechen und dabei vollkommen die schredlichen Dinge vergeffen, die sich in Spanien ereignen. Die Zeitschrift fine bet dieses Borgehen zu bequem für Leute, die fortwährend davon Sprechen, daß fie die Revolution machen". Der Stand der Arbeitslosigkeit in Sachlen. Die Zahl der Arbeits lofen in Sachsen betrug am 1. Mai 56 472, im Bormonat 62 427 männiiche und 22 632, im Bormonat 28 223, weibliche Ber fonen, zusammen 79 104, im Vormonat 85 615. Dazu tommen noch 86 138, im Vormonat 97 889 Zuschlagsempfänger. Der Aufwand im Monat April für Arbeitslosenunterstügung betrug 81 542 352 Mart Groß- Berlin Jubiläumsfeier im Lindenhof Nicht immer war der Lindenhof das, was er heute ist, ein Er ziehungsheim, in dem neben Arbeit auch Lust und Freude zu Saufe ist. Früher war der Lindenhof die unter dem Namen Lichte" berüchtigte Fürsorgeerziehungsanstalt, in dem der Ge fängnisgeist heimisch war. Erst in neuerer Zeit ist das anders geworden. Dr. Wilters, der seit 1917 bis Anfang dieses Jahres dort Direttor war, tann für sich das Verdienst in Anspruch nehmen, diese Umwandlung durchgeführt zu haben. Der jetzige Direktor Blum hat das Beginnen Wilters verständnisvoll weitergeführt, und so ist aus der ehemaligen Fürsorgeerziehungs anstalt in Lichtenberg der Lindenhof geworden, den wir am Sonn tag besuchten. Vor 25 Jahren, am 10. Juni 1896, war die Eröffnung. Die 25. Wiederkehr dieses Tages sollte festlich begangen werden. Wochenlang hat man an den Vorbereitungen gearbeitet, um die zu erwartenden Gäste, die Eltern und Geschwister der Bfleglinge und die Vertreter der städtischen Behörden, teilhaben zu lassen an der Freude, die im Lindenhof wohnt. Das Festprogramm, ausgeführt von Pfleglingen und Erziehern des Linden hofes, fand den allgemeinen Beifall der zur Feier am Sonntag zahlreich Erschienenen. Musifvorträge, ausgeführt von der Kapelle des Lindenhofes, Rezitationen von Jugendlichen, Gesänge des Chors sowie die Aufführung einiger Theaterstücke hielten die Festteilnehmer tro ber ungünstigen Witterung bis in die späte Abendstunden beis fammen. Auch sonst hatte man für Abwechslung reichlich gesorgt. In einigen Zelten wurden von den Jungens selbst gefertigtes Spielzeug für Kinder sowie Gebrauchsgegenstände verlost. An einem Glüdsrad fonnten Blumenfreunde auf dem Lindenhofe ge zogene Blumen gewinnen. Auch für den Verkauf von Kaffee, Kuchen und Würstchen hatte man Bertaufsstellen errichtet und lo dem Ganzen den Charatter eines Boltsfestes verliehen. Direttor Blum erklärte in seiner Ansprache, die Aufgabe des Lindenhofes sei, eine Lebensgemeinschaft zu bilden, die wahre Menschheitsbildung zum Ziele habe. Erreicht wird dieses Ziel durch gemeinsames Arbeiten aller Bewohner des Lindenhofes in einem gemeinsamen Geist. Wohl hat die Fürsorgeerziehung einen üblen Klang, aber man dürfe nicht glauben, daß man es mit Verbrechern zu tun habe. Die Pfleglinge find junge Menschen, die durch besondere Berhältnisse in einen Konflitt mit der Gesellhaft gelommen wären. Die Aufgabe des Lindenhofes ist es, das Band der Freundschaft und der Liebe wieder neu zu knüpfen. Der Lindenhof hat den guten Ruf, daß es auch tatsächlich gelingt. Weil man weiß, daß die Menschen das Produtt ihrer Verhältnisse find, muß man viel Geduld aufbringen, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Die Pfleglinge sollen den Lindenhof nicht nur als Berufs, sondern auch als Kulturmenschen verlaffen. Ein Urteil über die bisher auf dem Lindenhof geleistete Tätig teit gewinnt man durch die 3öglinge. Alles gesund aussehende, muntere Burschen, die teine andere Furcht tennen, als den Lindenhof verlassen zu müssen und in eine andere Anstalt zu kommen. Eine patriotische Schulfibel Ein Lefer schreibt uns: Meine Tochter besucht die 180. Gemeindeschule in der Sano perschen Straße seit April dieses Jahres. Uns wurde bei Schulbeginn mitgeteilt, daß die Fibel noch im Drud sei, daher fonnten wir dieses wichtige Lehrbuch, Berliner Heimat- Fibel( Reimann und Jante), erst am 16. Mai bekommen. Ich habe diesen Neudrud genauer betrachtet und als einzige Neuheit daran entdeckt, daß der alte Preis, der gebunden 80 31. hieß, überflebt war und jest„ Sechszehn Mart" dafür genom men werden. Ich sehe mir dann das Buch auf seinen Inhalt näher an. Da fällt mir Seite 12 das Bild auf, bei dem alle Kine ber mit Säbeln, Selmen und schwarz- weiß- roten Fahnen Solbat Spielen. Gewiß eine fleine Entgleisung, dente ich, und blättere weiter. Da finde ich auf Seite 75 einen Lehrartikel", betitelt: Parade". Den muß man gelesen haben. Ich zitiere nur einen Gay: Die Goldaten marschierten alle vor dem Kaiser vorbei. Wie sie bie Beine in die Höhe warfen eins zwei, eins zwei alle fo zugleich und alle so in einer Reihe. Das sah doch zu fein aus. Da hat sich der Kaiser gewiß gefreut." So geht es weiter mit Tram- tram und„ Surrah! Hurrah"! blöd und entseglich! Auf Seite 95 findet sich dann die schöne Geschichte:„ Auf dem Kasernens hofe", auch sehr lejensmert, und dann Seite 106:„ Ferien in Berlin", wo der ganze Klimbim geschlossen nochmal vorgeführt mirb mit Königliches Schloß", wo der Kaiser aus dem Fenster dem Aufziehen der Schloßwache zusteht und Friedrich der Große gudt von weitem zu und freut sich. 3 bas geeignet für Schulanfänger? In die. ler Schund 16 M. wert? Was sagt der Herr Kul tusminister dazu? Lagermiete an städtischen Wasserstraßen Die Ladestraßen längs der Spree und Kanalufer in Berlin werden seit jeher von den Reedereien und Speditionsbetrieben aum Lagern von Gütern der verschiedensten Art benust. Für biese Inanspruchnahme der Straßen, die für die betreffenden Firmen von erheblichem Nuhen ist, wurde bisher im Gegensat zu anderen Hasenstädten in Berlin meist teine Gebühr erhoben, trotzdem ble Stadt für die Unterhaltung, Beleuchtung und Reis nigung der Labestraßen erhebliche Beträge für 1921 fast eine halbe Million Martaufwenden muß. Es geschah dies, weil die Ladestraßen eigentlich nicht für die Lagerung, sondern nur für den Umschlag der Güter einschließlich der An- und Abfuhr bestimmt sind, und die Stadt sich die Möglichkeit freihalten wollte, jederzeit die Fortnahme der Güter zu fordern. Die Bragis hat aber gezeigt, daß das Lagern von Gütern im ge= wissen Umfange ohne Schaden für den Verkehr gestattet werden tann. Anderseits ist es der Stadt bei der jetzigen Finanznot nicht länger möglich, die erheblichen Aufwendungen für die Labestraßen zu machen, ohne die Interessenten anteilig zu den Kosten heranzuziehen. Troß erheblicher Steigerung der Schiffs. liegegelder sowie ber Gebühren für Anlagen Privater auf den Labestraßen ergab der Boranschlag der Ladestraßen allein für den Bereich der früheren Stadtgemeinde Berlin für 1921 infolge der hohen Kosten für Beleuchtung, Reinigung und Unterhaltung einen Fehlbetrag von 280 000 Mart. Mit Rücksicht auf diese Sachlage und aus den angeführten Erwägungen heraus hat der Magistrat folgenden Beschluß gefaßt: Für das Lagern von Gütern auf den von der Stadt unter haltenen Ladeufern und straßen ist eine Lagermiete zu erheben, bie täglich 0,50 Mart oder monatlich für Baustoffe 1 bis alle anderen Güter 2,- bis 4, Mart pro 2,- Mart, für Quadratmeter betragen soll. Die Miete wird vom Hafen- und Schiffahrtsamt festgesetzt, das auch die Berechtigung hat, an Stelle der Berechnung nach Quadratmetern Bauschbeträge zu vereinbaren." Die Lagermiete wird vom 1. Juli d. J. zur Ere hebung tommen. Die Gefahren des Heineschen Schießerlaffes Zu der von uns in der Abenbausgabe vom Freitag mitgeteilten Ershießung des Saafe durch den Kriminalassistenten Geißler wird uns legt von einem Sotelbesitzer aus der Taubenstraße ein Borfall mitgeteilt, bei dem auch der Friminalassistent Geißler bes teiligt gewesen sein soll, und der auch beweist, wie groß die Gea fahren des Beineschen Schießerlasses find. Erscheint eines Tages bei dem Hotelbesitzer ein Herr, der sich in Gelbverlegenheit befindet, und bietet gegen eine Summe von 300 M. seinen Mantel als Pfand; einige Tage später fommt ein anderer Herr, der behauptet, der Mantel wäre seiner und ist ihm in einem Lotal abgehangen worden. Endlich erscheint der Inhaber und will seinen Mantel ohne Rüdgabe des Geldes wieberhaben. Der Hotelbesitzer lehnte beides ab und forderte bak innerhalb von acht Tagen der Mantel abgeholt sein mille. Nach einigen Tagen erscheint der besagte zweite Herrr mit einem Kriminalbeamten und fragt nach dem Wlantel; er erhält auf dreimaliges Fragen die Antwort: der ist nicht mehr da". Runmehr wird der Kriminalbeamte sehr erregt und geht auf den Hotelbefizer los, den er einen Revolver vorhält und zu er schießen drohte. Als letzterer forderte, die Waffe wegzulassen, wollte der G. den Besitzer fesseln. Nur durch das Dazwischens treten eines Besonnenen wurde größeres Unglüd verhütet. Der Sotelbesitzer, der sich sehr ruhig verhielt und fich nicht provo zieren ließ, fonnte noch die Nummer des Beamten feststellen, die auf 3027 lautete. Nach Eingabe einer Beschwerdean das Polizeipräsidium, auf welche bis heute noch teine Antwort eingelaufen ist, hatte der angegriffene Hotelbefizer Gelegenheit, den Kriminalbeamten wieder zu sehen; bei der Berfolgung, die er aufnahm, fonnte er in einem Café in der Friedrichpassage durch zwei Sipobeamte feststellen lassen, daß es der Kriminal assistent Geisler war, der übrigens jetzt die Nummer 1546 und nicht die oben angegebene Nummer hatte. Dieler Borfall, in dem nach unseren Ermittlerungen faum Zweifel bestehen, zeigt mit aller Klarheit, daß es eine große Ge fahr ist, Leuten, die so schnell mit der Waffe bei der Hand find, solche verantwortungsvollen Stellen anzuvertrauen. Darüber hin aus ist es aber der Heinesche Schießerlaß, der jene Leute zum Richter über Leben und Tod der Mitbürger einsetzt. Die Aufhebung des Schießerlisses ist deshalb ein Gebot der Stunde, weiter diesen eine zu überlassen. Darüber hinaus ist es aber der Seineaus am Plaße. Das Bezirksamt VI( Saffelches Tor) veranstaltet am 13., 14. und 15. b. Mts. In der Aula des Friedrich- Realgymnasiums, Mittenwalder Str. 37, Lichtbild- und Filmvorfüh⭑ rungen mit fachärztlichen Vorträgen über Rat schläge für Eltern in der seguellen Aufklärung ihrer Kinder und praktische Auftlärungsarbeit auf dem Gebiete der Bekämpfung von Geschlechtstrantheiten, welche für Eltern, Elternbeiräte, Erzieher und die Allgemeinheit bestimmt sind. Bei der ungeheuren Wichtigkeit dieser Bestrebungen wäre es zu begrüßen, wenn weiteste Kreise der Bevölkerung die Vorführungen besuchen. Nähere Auskunft und Einlaßtarten durch das Bureau des Bezirksamts, Schleiermacherstr. 23, 3immer 5. Die Charlottenburger Stadtbücherei schließt zur Prüfung des Bücherbestandes und zur Vornahme baulicher Arbeiten ihre drei Zweigstellen Wormser Str. 6a, Dandelmannstr. 41, Kaiserin Augusta- Allee 80 Dom 3.- 24. Juli und die Hauptbücherei Wil mersdorfer Str. 166 vom 30. Juli bis 28. August d. Js. Ent liehene Bücher tönnen während dieser Zeit werktags Don 11-1 Uhr abgeliefert werden. Neukölln, Brig, Berlin- Süden. Am Mittwoch, den 15. d. M., findet im großen Saal von Kliems Festsälen, Sasenheide, eine große öffentliche Boltsversammlung statt( Einberuferin: u. 6. B. D. Neukölln), in der Genoje Dr. phil. theol. Hompf über Menschheitsreligion statt Kirchentum spricht. Da zu dieser Versammlung Geistliche aller Konfessionen eingeladen find und freie Aussprache stattfindet, werden die Genossen und Genossinnen aufgefordert, zahlreich zu erscheinen. 3ur Dedung der Untoften 50 Pfg. Eintritt; Arbeitslose erhalten gegen Borzeigung der Stempelfarte freien Eintritt. Zur vierten Butterversteigerung waren 440 Fässer Medlenburger, Oldenburger, Schleswig- Holsteiner, Hommersche, Oft und Westpreußische, Altmärter und Schlesische Moltereibutter_zu geführt. Es wurden davon 435 Fässer vertauft, 5 Fässer zurüdgezogen. Der Höchstpreis, der bezahlt wurde, belief sich auf 19,50 Mart, der niedrigste auf 16,80 m. Verloren. Im Zuge nach Schöneberg fft ein grüner Rudsad fiegengeblieben. Der Rudjad enthielt unter anderem sehr wich tiges Verbandsmaterial bes Transportarbeiters perbandes. Der ehrliche Finder wird gebeten, den Rudsad bei Johannes Grimsmann, Lichtenberg, Goetherage 8 pt., gegen Belohnung abzugeben. Theater und Bergnügungen Bolksbühne Leffing- Theater Der Bauer als Milionar Direkt.: Bictor Barnowsky Allabendlich 7%, Uhr: Neues Volkstheater Die Ballerina des Königs Röpenicker Str. 68. 7 Uhr: Die St. Jalobsfahrt Staatstheater. Overnhaus 7 Uhr: Biotetta Schauspielhaus B, Uhr: Maria Stuart ( Konstantin, Gög) Dentich. Künstl.- Theater Allabendlich 71% Uhr: Rosenmontag ( Haack, Loss, Schroth) Komische Oper Direktion: Max Reinhardt 7 Die Oper Deutsches Theater 7: Potajch u. Berlmutter Kammerspiele 8 Uhr: Mesallians Großes Schauspielhaus Karlstraße 7 1L: Ein Sommernachtstraum ( 9. Abteilung, 5. Abend) Theater i. D. Königgräger Str.: Täglich 7.30 Uhr: 7% Alt- Heidelberg Rose Theater 7% Uhr: Wo die Schwalben nisten Walhalla- Theater 7 Uhr: Mit dem Feuer spielen Die Scheidungsreife 9 Uhr: Satans Maske ( Orska, Riemann, Bildt) Theater Berliner Theater: am Nollendorfplatz 7 Uhr: Milliarden illiarden Der Vetter aus Dingsda 7.30 Uhr: Dilbe Börner, f Ellest, Ralph Arthur Roberts, Herb. Riper, Paul Rebtopf 8. Folies Caprice 8 U. am Oranienburger Tor Der ledige Ehemann mit erd. Grünecker Komödienhaus: 7 Apollotheater 7% Allabenblich 7.30 Uhrt Der blonde Engel Don Robert Winterberg Paul Heidemann a. G., Josefine Dora v. Staatsth. a.6., Jnge van derStraaten, Jfa Narfen, Georg Baselt, Kurt Busch, Julius Rogg. Thalia- Theater 1/ Uhr: Mascottchen Residenz Theater 1, Uhr Mag Adalbert in Wenn das Spiel gemacht ab dafür ift Trianon Theater 7% Uhr: Alfred Abel in Am Teetisch Kleines Theater Uhr: Olga Limburg in Nur ein Traum Friedrichstraße 218 Täglich: Tip- Tip Hurra! oder Der Sport- Schlemihl mit Wilhelm Hartstein Berliner Prater Raftanien- Allee 7-9 Täglich 4, Uhr: Die Schönste von Allen Operette von Jean Gilbert Varieté- Sensationen ● ommer- Theater chweizergarten Am Friedrichshain 29-32 Heute Montag Gr. Jubiläumsvorstellung Zum 25. Mate: Die Fahrt ins Glückstand Anfang 4 Uhr. Borverkauf von 10 Uhr vorm. abl Voraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Diens tag. Ein wenig wärmer, zeitweise heiter, aber noch überwiegenb bewölft mit leichten Regenfällen und ziemlich frischen, westlichen Winden. Gewerkschaftliches Bom Verbandstag der Friseure Der Bericht vom Verbandstag der Friseurgehilfen wurde am Donnerstag, den 9. Juni, von den Delegierten in der General versammlung gegeben. 3obel ging auf den Geschäftsbericht des Hauptvorstandes ein, berichtete über die Diskussion, an der fich 27 Redner beteiligten, und verurteilte, daß die so notwendige Genossenschafts- und Sozialisierungsfrage des Friseurgewerbes nicht behandelt wurde. Zu den Wahlen, erklärte 3obel, sind wir wieder dazu gefommen, nur einen Vorsitzenden zu wählen und diesen Posten gleich mit dem des Redakteurs zu verbinden. Ge wählt wurde der Kollege K. Lorenz mit 30 Stimmen bei sechs weißen Stimmzetteln. Matuschte ergänzte den Bericht und äußerte sich über die Aufgaben der Betriebsräte. Die Kollegen müßten fich mehr um das Betriebsrätegesetz fümmern, Wahlen in den größeren Betrieben vornehmen und den Unternehmern, da, wo es notwendig sei, Widerstand leisten. Auf die Lehrlingszüchterei im Gewerbe tommend, hob er die Einmütigkeit des Verbandstages hervor, bei allen Behörden zu beantragen, die Einstellung von Lehrlingen auf die Dauer von zwei Jahren zu verbieten. Durch die Aenderung des§ 2 des Statuts find der Hauptvorstand und die Zweigvereine gehalten, im Sinne der an genommenen Resolution über die Sozialisierung zu wirken. Mas tuschte ermahnte die Kollegen, für die Verbandstagsbeschlüsse einzutreten. Schwanz als lehter Redner tam auf die Sonntagsruhe zu sprechen und betonte hierbei das schmähliche 3urüdweichen seiner Parteigenoffen( S. P. D.) in dem Ausschuß des Sächsischen Landtages. In diesem versteht das Amt des Schriftführers ein selbständiger Friseurmeister Drescher, der es fertigt brachte, trotzdem schon die Verord nung auf Verbot der Sonntagsarbeit in der Zeit vom Mai bis September erlassen war, durch Mobilmachung der Arbeitgeber in Sachsen dieselbe noch zu Fall zu bringen! Alle S. P. De Abgeordnete im Berein mit den Bürgerlichen, stimmten bei nochmaliger Abstimmung dagegen und so ist auf biesen, Berrat ein Fortschritt der Gehilfenschaft zunichte gewor den. Schwanz verwies auf den Beschluß, durch dirette Attion an bestimmten Sonntagen für die Durchführung der Sonntagsruhe zu wirken. Auf die Internationale Konferenz der Friseurgehilfen tommend wies der Redner auf die Notwendigkeit hin, im Friseurgewerbe mit der Internationale Fühlung zu nehmen. Als Delegierte wurden bestimmt Lorenz- Berlin, Giese Frantfurt, Sommer- Breslau und als Ersagmann Matuschtes Berlin. Für den Gewerkschaftstongreß, wurde der Kollege 20renz, als Erlazdelegierter 2iere Berlin gewählt. Die Be ratung der Sagungen und sonstigen Anträge hat ja nicht alle Wünsche der Berliner befriedigen tönnen, doch muß gesagt wer den, daß die Berliner Delegierten infolge ihrer Tätigkeit auf dem Verbandstage alles, was sich erreichen ließ, herausholten. Das zeigte sich dadurch, daß die Mehrzahl der Berliner Anträge angenommen wurde. Bei der Wahl der Beither zum Sauptvorstand wurden die Kollegen Ettorn, Sortmann, Seidebring, Küch ler, Schwanz und als Revisoren der Haupttasse Nölte, Port und Stengert, als zweiter Borsigender des Zweig vereins Berlin wurde Kollege P. Präste, als Revisor R. Simon, gewählt. Gewerkschaftliche Jugendkonferenz Der Ilgemeine Deutsche Gewertschaftsbund beruft zu Freitag, den 19., und Sonnabend, den 20. Auguft, eine Konferenz zur Besprechung von Fragen der ges Theat. a. Kettb.Tos Tel Moritsplata 18071 Täglich 7 Uhr: Elite- Sänger 10 Herren! Vorvk. 11-1 TEQ VARIETE KABARETT Behrenstraße 7% Uhr: Intern, Damen- Boxkämpfe und der unübertreffliche Junt Spielplan Bilder, Kunstblätter, Wand fchmuck mit und ohne Rahmen tauft man in der Buchhandlung Freiheit, Breite Straße 8/9. Soeben erschienen! wertshaft! ten Jugendbewegung nach Kassel ein. Die Einladung zur Entsendung von Delegierten richtet sich nur an die Verbandsvorstände, doch können auf Wunsch auch Ge werkschaftskartelle, die besondere Jugendsekretäre angestellt haben, an der Konferenz teilnehmen. Die Tagesordnung lautet: 1. Die Methoden der gewerkschaftlichen Jugendbewegung. 2. Vertre tung der wirtschaftlichen Interessen der Jugendlichen. 3. Bil bungsfragen. 4. Das Verhältnis zur politischen Jugendbewe gung. Zentrales und lokales Zusammenarbeiten der gewerla schaftlichen Jugendabteilungen. -OOO Zimmerer! Morgen, Dienstag, abends 6% Uhr, im„ Gei werkschaftshaus", Saal 4, allgemeine Mitgliederversammlung Tagesordnung: Die zehn Forderungen des A. D. G. B. Referent Dtto 3ista. Korreferentin: Ruth Fischer Jugendbewegung 6. B. 3. Sefretariat C. 2, Brette Etr. 8-49. Die Ortsgruppentaffiere Zentrale: Donnerstag, den 16. Juni, Chorabend. werben gebeten, unbedingt für Mai abzurechnen. Beranstaltungen der Gruppen: Diten. Echule Tifftter Straße. Freitag, ben 17. Juni, Vortrag: Jugendbewegung. Montag und Mittwoch Spielen im Friede richshain. Norden. Sped. Lohmann, Huffitenstr. 43. Dienstag, den 14. Juni, Uebungsabend. Freitag, den 17. Juni, Vortrag. Montag Rasenspiele im Humboldthain. Süben. Schule Wasserthorstr. 31. Dienstag, den 14. Juni, Diskussionsabend. Wedding. Schule Tegeler Str. 18. Dienstag, den 14. Juni, Bortrag. Neuwan. Montag: Einweihung des neuen Heims, Friedelftr. 58 Jugendheim Schierkestr. 44. Dienstag Bericht. Freitag Vortrag: Die Schule, mie fie ist und fein soll( Gen. Krämer). Mittwoch, Donnerstag, Sportplay; Treffp Stralas. Mittwoch Leseabend. Freitag Vortrag 167 Uhr Bahnhof Neukölln. Bürgerliche Demokratie. Die übrigen Wochenprogramme tönnen nicht veröffent licht werden, da fie der Zentrale nicht mitgeteilt wurden. Parteiveranstaltungen Montag, 13. Juni 18. Diftrift, Sall. Tor( früher 1. und 5. Distrikt). Abends 7% Uhr Frauen Tefeabend bet Schweifardt, Alte Jakobstr. 24. Vortrag des Genossen Dr. Grumach Die Mitglieder der Bildungstommiffion, der Frauenarbeitskommission und bez Kinderschutzkommiffion müssen anwesend sein, Schöneberg- Friedenan( 11. Verwaltungsbezirf). Abends 7% Uhr Frauenlejeabend bei Wernide, Ebersstr. 18. Dienstag, 14. Juni 1, Distrift, Berlin- Mitte. Abends 7 Uhr Sigung der Zeltungskommission wh Selfer bei Schweifarbt, Alte Jakobstr. 24. 5.( früher 14.) Distritt. Kommunale Kommission. Abends 7 Uhr bet Kaiser, Goglowstoftr. 34, 18. Diftritt, Hall. Tor. Abends 7 Uhr Sigung der Zeitungstommission und Helfer bei Schweifardt, Alte Jakobstr. 24. 2. Berwaltungsbezirt( 4. Diftritt). Abends 7% Uhr bei Wiemer, Billowstr. 58, Borstandsfizung. Abends 7 Uhr bek 19. Berwaltungsbezirt, Abteilung Mieberschönhausen. Schlegel, Eichenstr. 43, Funktionärtonferenz. 20. Berwaltungsbezirt. Die für heute angefehte Kommissionsfigung findet det Demonstration wegen erst am Mittwoch, abends 6 Uhr, in Waidmannsluft, Berge Schloß. statt. Echöneberg- Friedenau( 11. Berwaltungsbezirt). Sigung bei Glame, Frig- Reuters, Ede Marstraße. Abends 8 Uhr Funktionä Vereinskalender Montag, 13. Juni Bund der technischen Angestellten und Beamten. Mitgliederversammlung Nordwest 2 im Jugendhaus, Rathenower Str. 8a, abends 7% Uhr; Wildau: abends 7% Uhr im Cafino Wildau. Bersammlung der Bertrauensleute der Fad grappe Staatstechniker: abends 7% Uhr in der Geschäftsstelle. Versammlung der Erwerbslosen im Roten Saal, Logenhaus, Linienftr. 121, vorm. 11 Uhr. Dienstag, 14. Juni Bund der technischen Angestellten und Beamten. Lichterfelbe- Zehlendorf: Abends Lande 7 Mitgliederversammlung im Hohenzollern, Hindenburgdamm 93a. meffer: Abends 7 Uhr Fachgruppenversammlung im Berliner Clubhaus, Ohmstr. 2 Sozialistische Proletarierjugend( Ortsgruppe Gesundbrunnen). Bortragsabend. Gotenburger Str. 2( Schule). Berantwortlich: für Politif a. Feuilleton: Les Biebichi, Berlin- Friedenau; für Kommunalpolitit, Lofales und Gewerkschaftl.: Robert Sensel, Berlin; für den Inseratenteil u. geschäftliche Witteilungen: Ludwig Romeriner Drud Rarishorit. Berlagsgenossenschaft Freiheit", e. 6. m. b. 5., Berlin, ber Berliner Druderei 6. m. b. S., Berlin C2, Breife Str. 8-9. Soeben erschienen! Russische Korrespondenz Nummer 5 Inhalt: 9. Lentu: Die Borbebingungen und die Bedeutung der neuen Polttik SowjetsRußlands( Weber die Natural ftener). Ueber die Rolle und die Aufgaben der Gewerkschaften( Reden von G. Sinowiew, 2. Erogki und W. Schlapnikow auf dem X. Rongreß der Kommuniftifchen Partei Rußlands, Moskau, März 1921)./ R. Lenin: Ueber die Einheit der Partei( Rebe auf dem X. Rongreß der R. P. R.). M. Bucharin: Ueber den Parteiaufbau ( Rebe auf dem X. Rongreß der R. P. R.)./ 2. Krigmann: Aufbau der wirtschaftlichen Organisationen in Sowjets Rußland. E. Barga: Die neue Wirtschaftspolitik Sowjet- Rußlands. Lenins Rede auf der Allruffischen Konferenz der Transportarbeiter. Der englisch russische Handelsvertrag. Vertrag zwischen Rußland und Persien./ Bertrag zwischen Rußland und der Türket. Friedensvertrag zwischen Rußland, der Ukraine und Bolen. J. Rappoport: Die Wirtschaft Turkestans im Jahre 1920. A. Golzmann: Das Problem des Arbeitslohnes. 128 Selten Preis Mark 5.128 Selten Zu beziehen durch Frankes Verlag G. m. b. H., Leipzig Überzeugen Sie sich selbst von unserer Leistungsfähigkeit Sie faufen bei uns stets gut und billig Beachten Sie unsere Preise! m. und ohne entzückende alles la Dou 8950 8800 DOR 9. schw. Chevr. Hochschaftst. Back..... 9. saw. et Cheor. Spange nfchuhe., 8., 2.K., mod.Forms. D. br. echt Cheor. Schnüru. Spangenschuhe entenbeusfärg. 12500 3800 D. weiß Leinen- Spangenfchuhe in guter Ausfahrung. 5. Schw. Kinobor- od. Roß- Chevr.- Sin. mit und ohne Packk 11800 5. braun Bor- oder Chevr.- Stfl. belle a bankle Farben, chicke formen v. Schuh- Engros- Lager Kaatz Keln Laden! 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