Einzelpreis 20 Pig.. 4. Jahrgang Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags nur einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Buftellung ins Haus für Groß- Berlin 10 m. im voraus zahlbar. Für Boftbezug nehmen fämtliche Poftanftalten Bestellungen ents gegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland, Defterreich, Ungarn, Danzig, das Saan. Memelgebiet sowie die früheren deutschen Gebiete Bolens u.Luremburgs 20 M., Er das übrige Ausland 27 M. per Brief bez. für Deutschland u. Desterreich- Ungarn 95 m. Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin C2, Breite Straße 8-9. Sonnabend, 25. Juni 1921 Nummer 292 Abend- Ausgabe Die achtgespaltene Nonpareillegeile oder beren Raum koftet 5,- m. einschließlich Teuerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2, M., jedes metters Wort 1,50 M. einschließlich Teuerungszufching. Laufende Anzeigen laut Tarif Familien- Anzeigen und Stellen- Gesuche 3,20 m. netto pro Zeile. Stellen Gesuche in Wort- Anzeigen: das fettgetruckte Wort 1,50 M., jedes weitere Wort 1,- m. Fernsprecher: 3entrum 15230-152 39 Freiheit gr Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Zum Januar Putsch Bon Paul Lange Der Vorwärts" hat sich in der letzten Zeit wiederholt mit dem Berliner Januar- Putsch", d. h. mit den Vorgängen beschäftigt, die im Januar 1919 mit der Ermordung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs endigten. Für die Liebknechts und Rosa Luxemburgs endigten im Anschluß an einen Aufsatz von Fritz Wolffheim und Heinrich Laufenberg. Nicht nur im Interesse der Wahrheit über vergan gene Dinge, sondern vor allem um den Blick der Arbeiterschaft gleichviel welcher politischen Richtung für die Zukunft zu schärfen, soll hier geschildert werden, wie sich die damaligen Ereignisse entwickelt haben. Am Morgen des 9. November 1918 erließ die alte sozialdemokratische Partei einen Aufruf an die Berliner Arbeiterschaft, der die Mahnung enthielt, die kaiserliche Regierung nicht zu stürzen, weil sonst der bevorstehende Friede gefährdet werde! Am selben Tage, nachmittags, zwar Scheidemann Die Räumung Oberschlesiens Ultimative Antwort DA. Oppeln, 25. Juni. Heute morgen um 22 Uhr ist die Antwort auf das deutsche Angebot betr. die Räumung Oberschlesiens in Form eines ultimativen Schreibens, das unterschriftlich vollzogen zurüderwartet wird, eingegangen. Nach diesem Schreiben haben die Polen bis zum 30. d. Mts. das Gebiet zu räumen, das etwa von einer Linie begrenzt ist, wie sie von den Deutschen vorgeschlagen wurde. Diese Linie läuft hart östlich Hindenburg vorbei. Sie hat jedoch eine Aenderung dadurch erfahren, daß Peiskretscham, dessen Bahnhof die Polen angeblich gebrauchen, ihnen überlassen werden soll. Auf deutscher Seite hat die Räumung derart zu erfolgen, daß die deutschen Formationen den Nordteil bis in das Gebiet nordwestlich Kreuzburg und den Südteil des Selbstschutes bis in die Gegend von Leobschütz bis zum 2. Juli zurückziehen müssen. nehmen, welche die Unversehrtheit der Türkei in nationaler Hins ficht nicht durchaus sicherstellt. Der Redner erklärte zum Schluß, daß der Schritt der Verbandsmächte ganz ausgezeichnete Ergeb nisse zeitigen tönne, aber nur unter der Bedingung, daß bei den Verhandlungen der Geist wahrer Versöhnlichkeit walte. Paris, 25. Juni. Im Kammerausschuß für auswärtige Angelegenheiten erklärte der ehemalige Ministerpräsident Leygues, als er Ministers präsident gewesen sei und sich mit dem Vertrag von Sevres zu beschäftigen gehabt habe, seien Lloyd George und er über die Abänderung des Vertrages einig gewejen. Ministerpräsident. Briand antwortete, daß er von diesem Abkommen nichts wisse, da sich keine Aufzeichnungen darüber am Qua d'Orsay befänden. Lengues hielt seine Bhauptung aufrecht, wonach Briand vors schlug, sofort Lloyd George selbst darüber zu befragen. Kundgebung für den Völkerbund London, 25. Junt. Heute nachmittag findet im Hydepark eine große, von der Völkerbundsunion peranstaltete Kundgebung batte ouer Gegebenen omitatiert, daß durch die Erhebung Die Auflösung der Einwohnerwehren des Böllerbundes statt. Acht Prozeſſionen, an denen Sunderte des Volkes das faiserliche Regime gestürzt Republik an dessen Stelle getreten sei, aber er berichtet in seinem Buche„ Der Zusammenbruch" selbst, einer seiner Parteifreunde habe ihm deswegen heftige Vorwürfe gemacht, benn über die zufünftige Staatsform werde die Konstis tuante zu bestimmen haben". Zu Mittag des 9. November war Ebert zum faiserlichen Reichstanzler ernannt worden. Am Abend desselben Tages schrieb der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands" an die Unabhän= gige Sozialdemokratische Partei, ob Deutschland eine Republik sein solle, habe die„ tonstituierende Nafionalversammlung zu entscheiden". 10. November tagten noch die alten faiserlichen Staatssekretäre unter Borfit des Reichstanzlers Ebert. Am Für die U. S. P. und den Spartakusbund war die Republit am 9. November 1918 eine Tatsache, für die Rechtssozialisten aber noch eine Frage, die von der künftigen Nationalversammlung zu beantworten sei. Unter diesen Umständen war es flar, daß die Monarchisten im heftigsten Gegensatz zur U. S. P. und zum Spartakusbund stehen muzten; die Monarchisten waren aber auch raffiniert genug, den Rechtssozialisten gegenüber Freundschaft zu heucheln und so zu tun, als seien auch sie gewillt, sich freiwillig den diesbezüglichen Beschlüssen einer Nationalver= Sammlung zu fügen. Wie„ Utd. Tel." meldet, ist die Verordnung der Reichsregierung zur Auflösung der Einwohnerwehren gestern abend nach München abgesandt worden. Sie wird voraussichtlich Sonntag früh in den Zeitungen veröffentlicht werden. Der griechisch- türkische Konflikt Paris, 25. Juni. Havas meldet aus Angora: Die temalitische Regierung hat Telegramme von Betir Sami Bei, der sich augenblicklich in Rom befindet, erhalten, daß die großen alliierten Mächte sich mit der Absicht tragen, den griechisch- türkischen Konflikt auf dem Bermittlungswege zu regeln. Die Nationalversammlung ist unverzüglich einberufen worden. Jm Verlaufe der Besprechung der augenblicklichen Lage erklärt der Boltskommissar für auswärtige Angelegenheiten, daß gewisse Anzeichen darauf hinweisen, daß die Griechen geneigt seien, sich mit einer freundschaftlichen Lösung der anatolischen Frage einver standen zu erklären. Der Miniſter bemerkt dazu, für den Fall, daß die hellenische Regierung offiziell freundschaftliche Absichten zu erkennen gebe, dürfe man zur Zeit nicht achtlos daran vorbeigehen. Bei der Erwähnung des Eingreifens der Verbandsmächte erklärte der Kommissar für auswärtige Angelegenheiten, daß die Regierung von Angora in gewissem Maße die in London unterzeichneten Abkommen beachten wird. Angesichts der Tatsache jedoch, daß die erste kemalitische Abordnung in London übernommen hat, sei es ganz ausgeschlossen, eine Lösung anzuLüttwig"( Anmerkung: Lüttwig ist ein Offizier aus der persönlichen Umgebung des ehemaligen Kronprinzen) unterstellt. General Ma er der berichtet in seinem Buche:" Vom Kaiserheer zur Reichswehr"( 1. Auflage, Seite 42), bereits am 6. Dezember 1918 habe er bei einer„ Besprechung" von höheren Führern und Generalstabsoffizieren im erzbischöffeinerlei Verpflichtungen in bezug auf Smyrna und Thrazien lichen Palast zu Paderborn den Gedanken gefaßt, aus seiner bisherigen Division eine freiwillige Truppe zu bilden. Am 12. Dezember 1918 legte er feinem vorgesetzten Kommandierenden General, Generalleutnant von Morgen, eine Denkschrift über die Bildung freiwilliger Truppen vor. Am 14. Dezember 1918 erließ Maerder den„ Grundlegenden Befehl Nr. 1 für das Freiwillige Landesjägerkorps". Einen Vorschlag, seine Truppe auf die Regierung Ebert- Haase zu verpflichten, lehnte er nach seiner eigenen Befundung( Seite 53) ausdrücklich a b. Auf Vorschlag Hindenburgs vom 17. Dezember 1918 verpflichteten sich die freiwilligen Truppen auf die„ vorläufige Regierung des Reichstanzlers Ebert, bis durch Nationalversammlung die neue Reichsverfassung bestimmt iſt". Nicht der republikanische Volksbeauftragte Ebert, sondern der kaiserliche Reichskanzler Ebert wurde von ihnen anerkannt. Noch vor Weihnachten 1918 fam General Lequis nach Berlin um hier die militärische Macht der monarchistischen Offiziere wieder aufzurichten. Es gelang dies troß seiner Kämpfe in den Weihnachtstagen nicht. Denn so teilt Maerder mit-: ,, Als vor den Weihnachstagen General Lequis vor Berlin lag, war der größte Teil seiner Mannschaften der Beeinflussung durch die Spartatisten erlegen. Nur die Gardekavallerie- Schützendivision( Anmerkung: Sie, die später den Mord an Liebknecht und Luxemburg durchführte, war also schon vor Weihnachten 1918 vor Berlin) hatte leidlich standgehalten." Und er fährt fort: Ich ver,, Diese Erfahrung suchte ich mir zunuze zu machen. Ich schaffte eine innere Front der Truppe gegen Spartakus anstaltete Aufklärungsvorträge von Rednern aller Parteien, von den Deutschnationalen bis zu den Mehrheitssozialisten." Die Leute, die von den Monarchisten in den freiwilligen Truppen gesammelt wurden, wollten von Politik überhaupt nicht viel wissen. Maercer sagt: Spartatus muß eins aufs Dach friegen! Das war ihr politisches Glaubensbekenntnis. Mit der Frage der Mittagsfoft und der Zigaretten, des Kinos und der Mädels und dem Verlangen nach nicht allzuviel Dienst war ihr Neigungsbereich leider vielfach erschöpft." Noch vor Weihnachten 1918 erhielt General Maerder den Befehl Hindenburgs, mit seiner Truppe Berlin zu besetzen. Maerder schreibt: Die O. H. L.( Oberste Heeresleitung) hatte auf Ersuchen der Reichsregierung die Ueberführung des Landesjägertorps in Gegend Berlin befahlen und es dort der Abteilung Diese eigenartige Bezeichnung für eine Kommandobehörde mit den Aufgaben eines erweiterten Generalfommandos war gewählt worden, um die Bedeutung der gegen Berlin ges planten Unternehmung zu verschleiern. Etwas viel Ehre für die Berliner Aufrührer!" In den Tagen vom 28. bis 31. Dezember 1918( als eben die Unabhängigen aus dem Rate der Volksbeauftragten ausgetreten waren) führte Maerder seine Truppen nach 3ossen. Er versuchte, die Truppen mit Gas- und NebelBossen. Er versuchte, die Truppen mit Gas- und Nebelgeschossen zu versehen, von denen er sich im Massentampf Vorteile versprach. Das Generalfommando fonnte jedoch nach seiner Angabe ihre Verwendung„ oben" nicht durchdrücken. Wie intim sich die Beziehungen zwischen gewissen Rechtssozialisten und auch andern Freikorpsführern, die inzwischen mit ihren Truppen vor Berlin gekommen waren, gestaltet hatten, schildert Maerder wie folgt: ,, Schon in den ersten Januartagen( 1919) hatte im Generalstabsgebäude in Berlin eine Besprechung der Freikorpsführer über die Einzelheiten des Einmarsches stattgefunden, an der auch der soeben aus Kiel zurückgekehrte Roste teilgenommen hatte." Nach Maerders Mitteilung wäre es den Freikorpsführern zwar lieber gewesen, einen Offizier an ihre Spitze zu haben; fie hofften aber, daß die Befehlshaberschaft Roskes der damals noch recht schwachen Freiwilligentruppe mannigfache Schwierigkeiten aus dem Wege räumen würde, indem sie verhinderte, daß sich auch die Mehrheitssozialisten der Truppe feindlich gegenüberstellten, eine Hoffnung, die eine Hoffnung, die fich freilich nicht immer als berechtigt zeigte." Für die Regel hat sie sich aber doch als berechtigt herausgestellt. Nach dem so alle militärischen Vorbereitungen getroffen waren nach Maerders Bekundungen haben sich Ebert und Noste am 4. Januar 1919 im Lager von 3ossen überzeugt, daß alles aufs beste vorbereitet war- konnte der Kampf beginnen. Man provozierte einen gewaltsamen Konflikt mit der Berliner Arbeiterschaft durch die Absehung des Polizeipräsidenten Eichhorn, die die monarchistischen OffiDas ziere mit ihren Truppen militärisch durchführten. war der„ Januarputsch"- eine militärische Offensive der Antirepublikaner. Die infolgedessen geschehene Besehung der Zeitungsgebäude durch Unabhängige Arbeiter und Spartatusbündler am 5. Januar 1919 war ein militärischer Unsinn, der wahrscheinlich non monarchistischen fis von Vertretern fremder Länder in ihren Nationalkostümen teil nehmen, werden nach dem Hydepark gehen. Von den Rednertribünen im Park werden Reden in 17 Sprachen zugunsten des Bundes gehalten werden. Auch in den übrigen Teilen des Landes werden von 550 3weigstellen der Völkerbundsunion Rundgebungen zugunsten des Bundes veranstaltet. Der Vorfigende der Union, Lord Grey, veröffentlicht eine Erklärung, in der die Notwendigkeit der Beibehaltung des Bundes betont wird als wesentliches Werkzeug zur Wahrung des Weltfriedens. Auf dem Essen der Völkerbundsunion, das am Mittwoch Abend unter dem Vorsiz Lord Greys stattfindet, werden General Smuts und Lord Robert Cecil Reden halten. Die spanischen Gewerkschaften gegen Moskau Die mächtige afturische Bergarbeitergewertschaft, sowie die Graphische Gewerkschaft haben mit einer großen Mehrheit die Beibehaltung der bisherigen Tattit be= schlossen. Auch der Kongreß der Eisenbahner hat mit 5853 gegen 1720 Stimmen den Anschluß an die Moskauer Gewerks schaftsinternationale abgelehnt. Es zeigt sich also, daß die Bes mühungen der Kommunisten, die Gewerkschaften zu erobern, auch in Spanien durchaus gescheitert sind. Die entscheidendent Berufszweige gehen mit der Ablehnung der Moskauer Methoden voran, womit der ganzen zersetzenden Bewegung in Spanien der Boden entzogen sein dürfte. Dabei war in den sehr start anarchistisch- sndikalistisch orientierten Gewerkschaften Spaniens noch am ehesten Aussicht auf einen Erfolg der Moskauer Sendboten vorhanden. Spigeln verursacht worden ist, um Gelegenheit zu schaffen, das Proletariat militärisch zu paden. Im übrigen waren die Berliner Arbeiter in der Defensive. Das geben auch Scheidemann und Noske zu. Scheidemann schreibt z. B.: ,, Den Montag( 6. Januar 1919) über haben unsere un bewaffneten Parteigenossen mit ihren Leibern wie ein Wall die Wilhelmstraße( die Reichskanzlei) geschützt." Nun, wenn die Unabhängigen und Spartakusbündler auch nur ein Maschinengewehr hätten arbeiten lassen, so wären ficher alle unbewaffneten Leiber ausgerüdt. Scheidemann sagt zwar durchaus glaubwürdig, daß er sich ,, in der Reichs tanzlei unter ewigem Maschinengewehrschießen, unterbrochen von den Detonationen der Handgranaten" aufgehalten habe, aber diese Schießerei hat Maerder auch für diejenigen aufgeklärt, die sich über ihren wahren Charakter noch unklar waren. Unter Nostes Oberbefehl zogen General von Wissel, Kommandeur der 31. Infanterie- Division, Ges neral von Roeder, Kommandeur des Landesschützen. forps, General Maerder, Kommandeur des Landesjägerforps, Generalleutnant v. Hofmann, Kommandeur der Gardekavallerie- Schüßen- Division, General v. Hülsen, Kommandeur des Freikorps Hülsen, General v. Held, Kommandeur der 17. Infanterie- Division, mit ihren Truppen in Berlin ein. Nach Abschluß der Spartakuswoche ließen die monarchistis schen Offiziere auch den Rechtssozialisten gegenüber ihre Maske etwas fallen. Noske hat freilich selbst diese Situas tion nicht begriffen. Die Offiziere entfachten jetzt dieselbe Hetze, die sie gegen die Spartafisten betrieben hatten, gegen die bewaffneten rechtssozialistischen Arbeiter und Soldaten. Maerder schrieb am 25. Januar 1919 an das Generalfommando Lüttwiz. diese rechtssozialistischen Wehren seien eine ebenso große Gefahr, als es die Spartakisten" waren, ja, sie würden von ,, einem großen Teil ver Bevölkerung mehr gefürchtet als die Spartafisten". Schließlich provozierten die monarchistischen Offiziere im März 1919 in noch frecherer Weise als im Januar den Kampf mit den noch vorhandenen Wehren, um endlich im alleinigen und vollen Besitz der militärischen Macht zu sein. Der blinde Noste immer als Schrittmacher vorne weg. Ueber den wirklichen Verlauf der Spartakuswoche im Januar 1919 macht General Maerder folgende Mite teilungen, die an sich nichts neues bringen: Als ich am 15. Januar in Berlin einrüdte, tobte noch Nacht für Nacht das Maschinengewehrfeuer non den Sausdächern der Friedrich- und Dorotheenstadt, am Belle- Alliance- Blah, im Astanischen Viertel und am Karlsplay. Am 16. erklärte ich den Vertrauensleuten der( Anmerkung: rechtssozialistischen) Wehren meine Ueberzeugung, daß das Schießen nicht von Spartatiften, sondern von Mannschaften der Wehren herrühre; daß es teils Angst schießen, teils Wichtigtuerei sei, ja, daß ich sogar den Verdacht hätte, daß die Posten nur schössen, um damit die Notwendigkeit des Bestehens der Wehren darzutun.( Revolutionsgewinnler!) Mein Schießverbot bewirkte, daß in der Friedrich- und Dorotheenstadt seitdem taum noch ein Schuß gefallen ist. Bald hörte auch das Schießen am BelleAlliance- Plaz und am Karlsplatz auf, ebenso am Anhalter Bahnhofe, nach dem Oberst v. Frantenberg die Bahnhofswache ernsthaft zur Ruhe ermahnt hat. Dort hatte z. B. ein Matrose eine Landesjägerpatrouille gebeten, bei einer evtl. Schießerei nicht wieder zu schießen, da ein Angriff auf das Bahnhofsgebäude fingiert werden solle". " Tatsächlich ist also die Berliner Bevölkerung 10 Tage lang durch gewissenlose Elemente der freiwilligen Wehren in Angst und Schreden versezt worden. Das letztere stimmt; diese gewissenlosen Elemente" waren aber, wie ich aus eigener Wissenschaft zu bekunden vermag. mindestens zum Teil verkleidete Offiziere. Nach alledem ist also offenkundig: der„ Januarputsch 1919" war fein militärischer Angriff, der von Unabhängigen oder Kommunisten ausging, sondern ein von monarchistischen Offizieren wohlvorbereiteter Krieg, um das Prole= tariat und die Republif zu treffen. Damit ist die Legende widerlegt, als habe Noste infolge des Januarputsches zur Rettung des Vaterlandes" die Offiziere rufen und die Reichswehr bilden müssen. Nein, die monarchistifchen Offiziere hatten längst alle Vorbereitungen getroffen und sich zum Schluß ihren Noste geholt. Nur indem sich das Proletariat über vergangene Dinge flar wird, fann es den Weg zu fünftigem einigen Handeln finden und verhindern, daß es dauernd von seinen gemeinsamen Feinden gegeneinander gehekt wird. Dem Verdienste seine Krone Wir haben vor einigen Tagen mitgeteilt, daß die Zentrale der B. K. P. D. sich mit dem Fall Brandler eingehend beschäftigt und den Beschluß gefaßt hat, ihrem Vorsitzenden wegen seines Verhaltens vor Gericht eine scharfe Rüge zu erteilen. Um aber den Seelenfrieden der Parteimitglieder nicht zu stören, sollte dieser Beschluß der Zentrale nicht veröffentlicht werden. Erst durch unsere Mitteilung fonnten die Mitglieder der B. K. P. D. erfahren, was in einer so wichtigen Angelegenheit von ihrer Leitung beschlossen worden ist. Jezt, nach Ablauf mehrerer Tage, meldet sich die„ Rote Fahne" in ihrer Freitagausgabe zu dieser Angelegenheit. Die Zentrale der V. K. P. D., schreibt sie, habe zur Verurteilung Brandlers allerdings Stellung genommen und beschlossen, das Material über den Prozeß Brandler zu veröffentlichen, um„ den eigenen Parteigenossen Gelegenheit zu geben, sich über die Haltung Brandlers vor Gericht auf Grund des stenographischen Protokolls eingehend zu unterrichten, und um den menschewistischen und levitischen Kritikern die Haltlosigkeit ihrer Beweisführungen nachzuweisen". Kein Wort über die an Brandler erteilte scharfe Rüge, tein Wort über die Geheimhaltung dieses Beschlusses! Wozu auch auf solche Kleinigkeiten eingehen: die Parteimitgliedschaft wird auch diese Bevormundung schlucken. Als Trost im Unglüd erscheint in der nächsten Nummer der Roten Fahne" die Mitteilung aus Moskau, daß Brandler zum Ehrenvorsitzenden des Kongresses der 3. Internationale gewählt worden ist. Derselbe Brandler, der vor Gericht die gesamte Praris der deutschen Kommunisten preisgegeben hat, und deshalb von seiner eigenen Parteileitung gebrandmarkt worden ist, ist nun Ehrenvorsitzender des Kongresses der zielflaren",„ fonsequenten“,„ revolutionären", tommunistischen Internationale! Es ist schwer, darüber keine Satire zu schreiben. Ebenso fordert es geradezu zu einer Satire heraus, wenn in dem Artikel, den die„ Rote Fahne" in ihrer Freitagausgabe an leitender Stelle über das Grubenunglüd in Mont Cenis veröffentlicht, zum Schluß die„ Sofortige Sozialisierung des Bergbaues" gefordert wird. Monatelang hat die Kommunistische Partei in der infamsten Weise die Aktion der Unabhängigen Sozialdemokratie für die Sozialisterung des Bergbaues sabotiert und dazu beigetragen, daß diese Attion nicht jenen ErDer Ursprung der Che Bon Paul Krische Mit einem Schlußwort von Dr. Ed. Eetes Gegen meine Darlegungen über den gegenwärtigen Stand bes Problems vom Ursprung der Ehe in der Nr. 128 der Freiheit" hat Dr. Eduard Erkes in der Nr. 228 eine Entgegnung veröffentlicht, in welcher er die Lehre von der urzeitlichen Promiscuität ( Geschlechtsvermischung) aufrechterhält und den Standpunkt der Ursprünglichkeit der Ehe für unmarristisch erklärt. Ich muß hier auf die Erklärung von Dr. Ertes furz eingehen, da sie meinen Standpunkt mißverständlich wiedergibt. Mit feinem Wort bin ich für das Bestehen der Urmonogamie, d. h. der Ureinehe eingetreten, noch nicht einmal für irgendeine ursprüngliche dauernde Form der Ehe. Ich betonte vielmehr in erster Linie, daß die heute durchweg in sozialistischen Kreisen aus Engels Wiedergabe befannte Promiscuitätstheorie von Morgan durch neue Forschungen überholt ist und suchte zu einer Beachtung der neueren Arbeiten anzuregen. Ich sehe allerdings den wichtigsten Beweisgrund für die Ursprünglichkeit der Ehe in der Beobachtung des Lebens der höher entwidelten Tiere, die, wie ich bereits hervorhob, durchweg die Einrichtung der Ehe zeigen. Dr. Erfes bestreitet die Ehe bei Herdentieren. Das Gegenteil berichten die Beobachter von fast allen Herdentieren.( Pavianen, Hirschen usw.) Dr. Ertes bestreitet die Eifersucht bei den Herdentieren, da ein solches unsoziales Gefühl den Bestand der Herde gefährde". Die wilden Eifersuchts= fämpfe der Hirsche, Hengste, Büffel, Gemsböde usw., aller Hühnervögel, beweisen das Gegenteil. Bei allen Herdentieren beobachtet man, daß sich zur Zeit der Brunst oder später innerhalb der Herde einzelne Unterabteilungen bilden, die aus einem Männchen und einem oder mehrere Weibchen bestehen, also eine Ehe bilden, eine Gemeinschaft, die bis zur Geburt des Nachtömmlings besteht, bisweilen noch darüber hinaus. Mein Standpunkt, der sich hauptsächlich auf einer Beobachtung des Lebens der höheren Tiere gründet, ist also der, daß in den Herden des Urmenschen sich bereits fürzer oder länger dauernde Ehe und Familiengruppen bildeten und daß niemals die von Morgan konstruierte allgemeine Geschlechtsvermischung in den Urmenschenhorden bestand, weil diese weder bei den höheren Tieren noch bei den primitivsten Naturvölkern überhaupt zu finden ist. Ob man diese ursprünglichen und primitiven Bindungen innerhalb der Herden und Horden wie Müller- Lyer als Syndasmie ( Bindung) bezeichnet oder als Ehe, erscheint mir als Wortspiel, ich sehe in diesen Bindungen eben die ersten Formen der Ehe und Familie. Ehe als Liebesbund ist selbstverständlich erst eine sehr späte Entwidlungsstufe, die durchweg heute noch eine Ausnahmefolg gehabt hat, den sie bei einem geschlossenen Vorgehen der Arbeiterschaft hätte haben können. Nun aber nimmt die„ Rote Fahne" die Parole der Sozialisierung des Bergbaues auf, die sie monatelang mit Dreck beworfen hat. Gibt es noch ein trasseres Beispiel für die Konfusion und Gewissenlosigkeit der kommunistischen Parolenschmiede? Der Mord bei der Schupo Der von uns gemeldete Fall des Oberwachtmeisters Buchholz in Charlottenburg, der angeblich Selbstmord beging, in Wirklichkeit aber ermordet sein dürfte, zieht immer weitere Kreise. Der amtliche preußische Pressedienst hat allerdings versucht, durch eine offizielle Erklärung die vorgebrachten Anklagen zu entkräften, und die peinliche Angelegenheit aus der Welt zu schaffen, wie aber der„ Vorwärts" mitteilt, sind diese offiziellen Meldungen über den Novembervorfall bei der 3. B. V.( Hunderschaft zur besonderen Verwendung) von Anfang bis zu Ende unrichtig. Vor allem sei Hauptmann Stennes, den der amtliche Pressedienst zu entlasten gesucht hat, bei der Meuterei nicht abwesend gewesen, sondern er führte die Hundertschaft und wurde auf die Mitteilung von der Waffensuche hin in einem Auto hinzugeführt. Es war eine reguläre Meuterei, deren Teilnehmer jedoch größtenteils heute noch im Dienst sind. Noch wichtiger jedoch sind die Angaben, die dem Vorwärts" von zuverlässiger Seite über den Fall Buchholz gemacht werden. Die Revision der von Buchholz verwalteten Kasse hat kein Defizit ergeben, so daß die Hypothese eines Selbstmordes wegen began gener Unterschlagung fortfällt. In Wirklichkeit verhielten sich die Dinge so, daß Buchholz kurz vor seinem Tode mit einer eingehenden Aufstellung über den Verbleib der von ihm verwalteten Gelder beschäftigt war, bei der es ans Tageslicht kommen mußte, daß er auf Geheiß seiner Vorgesezten bis in die Tausende gehende Beträgean, 3ivil angestellte", d. h. an Spizel, gezahlt hat. Kurz vor seinem Tod hat Buchholz Kameraden gegenüber geäußert:„ Der Stein ist jetzt im Rollen. Jetzt werden die Puppen bald tanzen." Es bestand also für die Leiter der 3. B. V., die nichts weiter ist als eine Fort setzung der berüchtigten Kraftfahrstaffel Kessel, die Gefahr, daß ihre systematisch betriebene Spigeltätigkeit dokumentarisch nachgewiesen werden würde. Deshalb mußte Buchholz beseitigt werden. Die militaristische Spitzeltloate betätigte sich wiederum, wie zur Zeit Kessels, als Mörderzentrale. Es ist nicht anzunehmen, daß die jetzt im Gange befindliche Untersuchung andere Ergebnisse zeitigen würde, als eine Vertuschung der Wahrheit und eine Entlastung der eigentlichen Schuldigen. Denn nach einer bestehenden Verfügung ist die Kriminalpolizei von der Untersuchung dieses, wie aller ähnlichen Fälle ausgeschlossen, die nur durch die betreffende Abteilung selbst erledigt werden darf. Die eigentlich Schuldigen brauchen also teine Angst vor der Untersuchung zu haben, denn eine Krähe hadt der anderen die Augen nicht aus. Die Stinnefierung der öffentlichen Meinung Die Parlamentsberichterstattung ist seit je das Schmerzenstind der sozialistischen Presse. Lange 3eit war die ganze sozialistische Bresse von der bürgerlichen Berichterstattung abhängig, und erst seit nicht allzu langer Zeit besitzt unsere Partei einen eigenen Parlamentspressedienst. Wie ungeheuer wichtig diese Einrichtung ist, geht daraus hervor, daß ein großer Teil, wenn nicht der größte, des parlamentarischen Berichterstattungsdienstes in die Hände von Herrn Stinnes übergegangen ist. Herr Stinnes hat das ehemalige Becklersche Parlamentsberichterstattungsbureau, ebenso wie das Bureau Gutmann aufgekauft und der TelegraphenUnion einverleibt. Da diese beiden Bureaus den größten Teil der deutschen Presse mit ihren Barlamentsberichten versorgen, so ist es also in das Belieben der Stinnes- Söldner gestellt, die bürgerliche Presse über die Vorgänge im Parlament so zu unterrichten, wie es den Interessen ihres hohen Prin= zipals jeweils angemessen erscheint. Diese Tatsache beweist aufs neue die große Gefahr der Stinnefierung der öffentlichen Meinung. Selbst in der bürgerlichen Presse beginnen Stimmen hörbar zu werden, die über die Ungeheuerlichkeit der Korruption der Presse empört sind. Bisher ist es aber bei den erscheinung ist und die erst eine sozialistische Epoche zum Durch Schnittstypus erheben wird. Wenn ich zugleich in meinem Aufsatz gegen die gleichfalls in sozialistischen Kreisen verbreitete Illusion vom paradiesischen Leben der kommunistischen Urzeit aufgetreten bin, so geschah dies deshalb, weil bei der Behandlung der Probleme des Urmenschen, gerade diese irrtümliche Ansicht gern vertreten wird. Nicht nur Kolonialpolitiker, Missionare und verwandte Geister, zu denen ich scheinbar gerechnet werde, vertreten die Lehre vom Jammerdasein des Wilden im Gegensatz zu der Lehre Rousseaus, sondern diejenigen, deren Urteil in erster Linie maßgebend sein muß, d. h. die Vertreter der wissenschaftlichen Völferkunde, die an Ort und Stelle ihre eigene Beobachtung gemacht haben. Uebrigens ist die sentimentale Verherrlichung einer paradiesischen tommunistischen Urzeit unmarristisch, da sie ja die Entwid lung verneint. Gegenüber der kommunistischen Urzeit ist nach Marg selbst die Barbarei mit ihrer Stlavenarbeit eine höhere Stufe der Entwidlung. Ueber die Barbarei erhebt sich als weitere notwendige Entwicklungsform die Zivilisation mit dem Kapitalismus. Dagegen vertritt im Gegensatz zu Marg der Anarchis mus die Auffassung, daß die Menschheit zum vollen Glüd gelangt, wenn sie in den fommunistisch- anarchistischen Ur- und Naturzustand wieder zurückkehrt. Zur Replit des Genossen Krische macht Genosse Ertes folgende Schlußbemerkungen: 1. Sein Auffah war allerdings nicht anders zu verstehen, als ein Gintreten für die Urmonogamie, namentlich die Berufung auf Westermard und Wundt zwang direkt zu dieser Annahme. Will er das nicht, so werden seine Ausführungen eigentlich gegenstandslos. Seine weiteren Bemerkungen und die aus dem Tierreich angezogenen Parallelen zeigen aber, daß er tatsächlich doch auf diesem Standpunkt steht. Und dagegen sprechen eben die in meinem Aufsatz angeführten Gründe, auf die Genosse Krische nicht eingegangen ist. 2. Das vorübergehende Zusammenleben einzelner Paare unter Serdentieren erklärt sich aus dem Bestehen einer Brunstzeit, die aber für den Urmenschen nicht anzunehmen ist, weil sie schon bei den Affen nicht mehr existiert. Aus diesen Verhältnissen läßt sich also nicht auf das Leben des primitiven Menschen schließen. 3. Die Kämpfe um die Weibchen zur Brunstzeit beweisen nichts für die Existenz der Eifersucht bei Herdentieren. Sie sind Begleiterscheinungen eines Ausnahmezustandes nicht Aeußerungen eines dauernd vorhandenen Gefühls. Als solches tann, Eifersucht unter Herbentieren nicht existieren. 4. Daß Bertreter der wissenschaftlichen Bölferfunde dem Wilden ein Höllendasein zuschrieben, muß ich als Ethnologe entschieden bestreiten; wenigstens sind mir derlei Aeußerungen bisher nur vereinzelten Stimmen geblieben, und die zuständigen Organi sationen haben bisher noch kein Wort zu dieser Beschimpfung ihrer Berufsehre gesagt. Die Lügen der bayrischen Regierung Auf eine Anfrage der Unabhängigen Sozialdemokratie ing bayrischen Landtag wegen der Duldung des russischen Mon= archistentongresses in Reichenhall zu Anfang Juni teilte der Vertreter der bayrischen Regierung mit, daß es sich bei dem Kongres um um die Behandlung rein wirtschaftlicher Fragen handelte. Ein Anlaß zum Einschreiten sei daher nicht gegeben gewesen. Wie nun aber, nach Angabe der„ Post", die in Belgrad erschei nende reaktionäre russische Zeitung ,,,, Novoze Wremja" mits teilt, ist auf dem Monarchistentongreß in Reichenhall eine Reso= lution angenommen worden, in der erklärt wird, daß die Aufrichtung eines starten und freien Rußland nur auf dem Wege der Wiederherstellung einer Monarchie aus dem Hause Romanow möglich sei. So sehen die„, wirtschaftlichen Fragen" aus, die nach der Erklärung der bayrischen Regierung auf dem Monarchistentongreß in Reichenhall behandelt worden sind! Die Schandregierung Kahr gibt den russischen Pogromisten und Monarchisten nicht nur die Möglichkeit, den monarchistischen Uma Sturz vorzubereiten, sie deckt auch mit allen Mitteln die verschwös rerische Tätigkeit ihrer russischen Gesinnungsfreunde, indem sie mit eiserner Stirn vor dem Parlament Erklärungen abgibt, die von Anfang bis zu Ende erlogen sind. Die Lage im englischen Kohlenstreif UT. London, 24. Juni. Die englischen Blätter sprechen sich ziemlich optimistisch hinsichtlich der Beendigung des englischen Bergarbeiterstreits aus. Der Vollzugsausschuß der Bergarbeiter ist heute abend zusammengetreten, um über die von den andern Gemertschaften hinsichtlich der Sympathieattion erteilte Antwort, zu beraten. Alles deute darauf hin, daß dieser Versuch, einen Generalstreik herbeizuführen, ein ebenso völliger Fehlschlag ist, wie es im ersten Stadium des Kohlenstreites der Versuch war, den Gewerkschaftsdreibund in einen Generalstreik hineinzuziehen. Deswegen ist es wahrscheinlich, daß in der heutigen Sigung des Bollzugsausschusses die für morgen angesetzte Konferenz mit den anderen Gewerkschaften abgesagt wird. Nach der Meinung des ,, Evening Standard" erscheint eine dramatische Wendung der Si tuation möglich. Die Ratschläge politischer Arbeiterführer wie Clynes und Henderson, die in Privatunterhaltungen mit den Bergarbeiterführern während des Parteitages in Brighton, erteilt wurden, sollen im Sinne der Mäßigung gewirkt haben. Im Unterhause erklärte Sir Robert Hornes heute abend, es seien neue Aussichten auf eine baldige Beendigung der Kohlen trije vorhanden. Nach zwölfwöchentlicher Dauer der Kohlenkrije sei man heute an einem tritischen Puntte angelangt, doch scheine fich gerade heute eine Aussicht auf Beendigung des Streifes zu bieten. Augenblicklich seien Bemühungen zur Herbeiführung eines Ausgleichs im Gange. Er fönne nicht sagen, daß die Regierung eingreife, auch nicht, daß gegenwärtig Unterhandlungen statts fänden, aber Gelegenheiten zur Anknüpfung von Unterhandlungen hätten sich geboten, von denen er vollen Gebrauch machen würde. Richtigstellung. In der heutigen Morgenausgabe befindet sich unter der Ueberschrift„ Ludendorffs Hoffnung eine Notiz, bie einen finnstörenden Druckfehler enthält. Es muß in bezug auf den Generalobersten von Heeringen heißen, daß er vor einigen Tagen erst ein offenes Bekenntnis zur Monarchie ab gelegt habe, also nicht zur Republit, wie es in der Notiz heißt. Die Arbeiten der Reparationstommission. Savas zufolge hat fich die Reparationskommission in ihrer Sigung vom Freitag mit der Ausführung des Artikels 156 des Versailler Vertrages bes züglich der in der Provinz Shantung befindlichen deutschen Güter befaßt. Sie hat ferner sich mit der Zurüdzahlung der Neuseeland durch die Besetzung von Samoa erwachsenen Ausgaben beschäftigt und hat endlich auf Grund des Artikels 134 des Fries densvertrages den Wert des deutschen staatlichen Eigentums in dem britischen Konzessionsgebiet von Shameen in Canton auf 469668 Goldmart festgesetzt. bei Vertretern der genannten Interessentreise begegnet. Daß die kulturelle Fortentwicklung sich mit Notwendigkeit vollzieht, spricht durchaus nicht dagegen, daß sie das Glück des Einzelwesens und der Gesamtheit sehr oft vermindert. Ein Hötz unter den Hohenzollern Es ist alles schon dagewesen. Auch ein Hölz. Sogar einer aus dem„ erlauchten" Stamme der Hohenzollern. Es sind allerdings bald 400 Jahre her seit seinem Wirten. Das menschliche Gedächt nis ist schwach, noch schwächer, wenn es sich um Schandtaten fürst licher Personen handelt. So sei denn dem Hölz, der Tagesgespräch ist, sein fürstlicher Vorgänger an die Seite gestellt. Er stellt Hölz in den Schatten. Und ist auch sonst in jeder Beziehung un sympathischer. " Der Krieg war sein Element. Im Frieden stöhnte er:„ Es ist aller Krieg abgestorben. Gott erbarms." Der Passauer Friede war 1552 geschlossen. Dem Martgrafen Albrecht vont Brandenburg- Kulmbach, der, von Schulden bedrängt, im Kriege sein Glück zu machen gehofft hatte, behagte er nicht So zog er denn mit tausenden von Kampf, Mord- und Raubs genossen durch die Gaue des Mains. Er plünderte und brands schatte die Bischöfe von Bamberg und Würzburg. Auf die„ Pfaffen und Pfeffersäde" war der Hohenzoller schlecht zu sprechen. Er wollte ihnen ,, weidlich ins Maul greifen". Der„, tapfere" Bischof von Mainz versentte angesichts des hohenzollerschen Terrors sein schweres Geschütz in den Rhein. Aber diese friedfertige Gesinnung schützte ihn nicht vor dem Austlauben" Albrechts. Jn Trier wunderte man sich, daß nach seinem Abzug das Blei auf den Dächern noch geblieben war.( Sölz, du bist ein Engel dagegen!) Bezold sagt in seiner Geschichte der Reformation, daß das Verzeichnis der von Albrecht zerstörten Städte, Dörfer, Flecken, Schlösser und Klöster den Bergleich mit den Brandstätten vom großen Bauernfrieg des Jahres 1525 nicht zu scheuen brauche. Er zählt im Würzburgischen 300 zerstörte Plätze. Bor Ulm waren es nach demselben„, 100 halb oder ganz zerstörte Ortschaften".„ Bor Nürnberg sanken 2 fleine Städte, 3 Klöster, über 90 Schlösser und Herrensize, 17 Kirchen, 170 Fleden und Dörfer in Asche." Scham Tos waren seine Erpressungen. Bezold verzeichnet 80 000 Gulden, die der Bamberger Bischof zahlte, 220 000 Gulden zahlte der von Würzburg auf den bloßen Schreden hin", außer den 350 000 Gulden, die er dem Markgrafen an Schulden abnahm. Die Stadt Nürnberg zahlte 200 000 Gulden. Seine Gesamteinnahme in 2 Monaten berechnet Bezold auf 870 000 Gulden. Hölz, tommst du da mit? Auf seine Kunst im Niederbrennen tat er sich bes sonders zugute ,,, so er ein Feuer anmache, da fönne man leicht die Reste mit dem Besen zusammenfehren." Schon seine Gestalt flößte Schreden ein Das Gesicht hatte er aut Ein musterhafter Etat Für das gesamte preußische Polizeiwesen werden im laufenden Etatsjahr etwas mehr wie drei Milliarden Mart'angefordert. Das ist eine ungeheure Summe, wenn man bedenkt, daß die Reichswehr, die letzten Endes doch auch zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung dienen soll, während des gleichen Zeitraums 5 Milliarden Mart für sich beansprucht hat. Eine so riesenhafte Summe, lediglich für die 3wede der Polizei beansprucht, steht in trassem Gegensatz zu den Ausgaben, die für tulturelle 3 mede bereitgestellt sind. Sie wirkt geradezu wie ein Hohn auf unser trostloses Finanzwesen. Sie ist aufreizend vor allem deshalb, weil angesichts dieser Finanzlage der preußische Ministerpräsident in seiner Antrittsrede das Be tenntnis ablegte, für Wohlfahrtszwede tönnte in 3utunft taum noch etwas ausgegeben werden. Je größer das Elend, desto mehr Soldaten! Das scheint der Sinn der Politik zu sein, die die gegenwärtigen Machthaber in Preußen betreiben. Leider stößt der Polizeietat mit seinen ungeheuren Ausgaben im Hauptausschuß des Preußischen Landtags nahezu auf teinen Widerspruch. Und doch müßte schon die ganze Anlage dieses Etats dazu herausfordern. Denn dieser Etat ist in einer Weise angelegt, daß schluderhaft noch ein gelinder Ausdruck ist. Die Ausgaben für die Besoldung der Schutzpolizei sind nur in einer generellen Endsumme vermerkt. Die Ausgaben für die verSchiedenen Beamtentlassen sind nicht getrennt aufgeführt, so daß eine tagelange Arbeit dazu gehören würde, um ein genaues Ergebnis darüber zu erzielen, welche Summen für die Beamten im Offiziersrang und für die Beamten im Mannschaftsrang beanSprucht werden. Das Offizierselement ist in der Schugpolizei, nicht zum Segen der Bevölkerung und natürlich auch nicht zum Es ist ja Segen der unteren Beamten, viel zu stark vertreten. bekannt, daß auch die Schutzpolizei für viele Offiziere lediglich als Versorgungsamt in Frage kommt. Dieses trasse Mißverhältnis zwischen Offizieren und Mannschaften ist es wohl auch, was die preußische Regierung veranlaßt hat, den Etat zu ver= dunkeln. Vor Sachverständigen fann ein solcher Etat jedenfalls nicht bestehen. Der Staatsrat hat sich ja nur flüchtig mit ihm befassen können. Wir glauben, daß der Etat sonst wohl taum die Prüfung vor dieser Körperschaft bestanden hätte. Nachdem sich der Hauptausschuß tagelang in end- und uferlofen Debatten mit der Personalpolitik beschäftigt hatte, hat er nunmehr feine Zeit mehr, um den Etat für das Polizeiwesen einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Während der ganzen bisherigen Beratungen schien es manchmal so, als beschränke sich bie ganze Sorge des preußischen Boltes lediglich auf seine 2andräte. Nachdem schon während der Generaldebatte das Landratsthema dermaßen erschöpft war, daß kaum noch etwas Neues gesagt werden konnte, sprachen am Freitag bei der Spezialdebatte, Kapitel Landräte, noch einmal sage und schreibe 22 Redner über die Landratsfrage! Der Etat der Schutzpolizei hingegen soll durchgepeitscht werden. Mit einer derartigen oberflächlichen Behandlung eines so wichtigen Postens setzt sich das Parlament vor der Deffentlichkeit und vor seinen Wählern selbst herab. Unser Standpunkt zur Schutzpolizei und zur Polizei überhaupt ist bekannt. Den Militarisierungstendenzen fann nur entgegengearbeitet werden durch die Kommunalisierung der Polizei. In ihrer heutigen Gestalt ist die grüne Polizei nichts weiter als eine Reichswehr Nr. 2. Wir können weder einer solchen Institution noch einem derartigen Etat unsere Zustimmung geben. Das war der Standpunkt, den der Vertreter unserer Fraktion bei der Betatung am Freitag zum Ausdrud brachte. Die Stange. Die Rote Fahne" treibt ihre eigene Gesinnungsroheit und Berlegenheit auf die Spize, indem sie die tieftraurigen Vorgänge im Gewerkschaftshaus wie einen beliebigen It behandelt. Mit ihrer Behauptung, Sabath habe mit einer Eisenstange auf die Erwerbslosen eingeschlagen, in die Enge getrieben, verfiel sie auf den dummen Kniff. Beweismaterial zu fabrizieren". Sie zeigt sich auch darin als gelehrige Nachahmerin von Spigelmethoden. Am Mittwoch schrieb sie: Bor uns liegt die Eisenstange, mit der Sabath zugeschlagen hat" und am Donnerstag brachte sie die Eisenstange bereits im Bilde. Nicht etwa eine photographische Reproduktion, sondern eine Strichzeichnung. Aber selbst diese poll von Sommersprossen. Er trug einen roten Vollbart und langes blondes Haar. Seinen Räuberbanden ritt er mit Panzerhemd und Faustkolben versehen voraus. Geine Ehre setzte er barein, die erste Fadel an ein Dorf zu schleudern, das er zum Untergange bestimmt hatte. Kaiser und Reich wurde dieses Treiben bald zu bunt. Albrecht wurde in die Acht erklärt. Er spottete aber seiner Verfolger und tief bei einem Trintgelage aus:„ Acht und Aberacht sind sechzehn; wir wollen fie fröhlich und in Frieden miteinander vertrinken." Zum Weihnachtsfest und zum Neujahr 1554 wollte er den Pfaffen ein Feuer anzünden, daß die Kinder im Mutterleibe einen Fuß an sich ziehen oder auch beide."(!!) Seine Tage waren gezählt. Seine Drohungen schredten nicht mehr. In Deutschland fonnte er sich nicht mehr halten; er flüchtete nach Frankreich, beffen Könige er die Dörfer und Städte auf seinen Raubzügen hatte huldigen laffen, um dem französischen König zu beweisen, daß die deutsche Treue und Anhänglichkeit noch nicht aus gestorben sei!" K. G. Zur Entwicklung des Lehrfilms. Die Bewegung für den Schulund Lehrfilm ist gegenwärtig in England wie bei uns im Wachsen begriffen, und allenthalben lucht man die besten Organisationen du schaffen, um dieses wertvolle Anschauungsmittel für den Unterricht zugänglich zu machen. Einer der Vorkämpfer dieser Be wegung, E. H. Heywood, tritt nun mit dem Plan hervor, man folle einen„ Völkerbund im Film" schaffen. Wenn die Unterrichtsbehörden der großen Mächte", jagte er, fich zusammentun würden und zunächst einmal einen Grundstod von 200 ausge zeichneten Lehrfilms schaffen tönnten, dann würde eine Zentralorganisation da sein, die von höchstem Wert wäre. Die einzelnen Länder tönnten solche Films untereinander austauschen, und so ließe sich ein wirklicher internationaler Geographieunterricht mit geringen Kosten ermöglichen. Bisher gibt es noch teine guten Schulfilms. Es gibt nur Films, die auch für Unterrichtszwede benutzt werden können. Die Zusammenarbeit der Völker und der verschiedenen Filmindustrien wäre notwendig, um das hohe Ziel au erreichen; wirkliche gute Lehrfilms, die allen Schulen zur Verfügung gestellt werden könnten." Wie amerikanische Arbeiter ihren Willen durchsehen. In Norfolt( Virginia) tam es zu einem Maschinistenausstand. Er fonnte lange dauern, denn hinter den Streifenden stand die International Machinists Union mit einem für Streitunterstügungen verfügbaren Kapital von 2 Mill. Dollar. Aber nach ein paar Tagen fügte es der Zufall, daß die Streitleitung Kenntnis betam Don einer Schulo des Crescantwertes von 40 000 Doll., die überfällig war und nicht eingelöst wurde. Schnell ging der Gewerk haftssekretär E. C. Davison zur Bant und legte 40 000 Doll. auf den Tisch, um den Schuldtitel zu taufen. Erst wollte die Bant nicht darauf eingehen, aber die Unionisten hatten Depots bort liegen; diese fingen an, in auffälliger Weise zu schwinden, und bald änderte die Bant ihren Sinn. Nun ging die Streitleitung zum Crescantwert und stellte ihre Forderungen. Die DiStrichzeichnung tann nicht verbergen, welcher Art diese EisenStange war. Es handelt sich um den Draht eines 3eitungshalters. es ,, Das ist die Stange, mit der Sabath auf hungernde Arbeitslose eingedroschen hat", setzt die„ Rote Fahne" unter die Abbildung. Welche Bewandtnis hat es aber in Wirklichkeit mit dem Zeitungshalterdraht? Als die Demonstranten am Montag nachmittag in das Restaurationszimmer des Gewerkschaftshauses eindrangen und an der Wand eine Zeitung hängen sahen war nicht die Rote Fahne" schrie einer von ihnen: Ein solches Blatt gehört nicht ins Gewerkschaftshaus". Schrie's und riß die Zeitung mit solcher Wucht aus dem Halter, daß der DrahtSpanner sich loslöfte. Den Zeitungshalterdraht schwang später einer der Demonstranten in der Hand und nachträglich fand er seinen Weg nach der Redaktion der Roten Fahne", die ihn als= dann im Bilde mit der angeführten Unterschriftszeile veröffentlichte. So der Sachverhalt. Die„ Rote Fahne" aber wagt es, den Berliner Arbeitern einen Wig zu erzählen, womit sie nur von neuem zeigt, wie niedrig sie das Proletariat einschätzt. Es ist gut genug, um es zu beschwindeln und zu Kanonenfutter zu machen. Es wird Zeit, daß sich ein Jrrenarzt des Falles annimmt. Neue Täuschungsversuche 37 Der Pommersche Landbund und seine Arbeitnehmergruppe Zu unserem Artifel in Nr. 274„ Die Arbeitnehmergruppe des Pommerschen Landbundes. Wozu fie mißbraucht wird", sendet uns ein Herr Johannes Wolf aus Stettin, der sich Borfizzender der Arbeitnehmergruppe des Pommerschen Landbundes nennt, eine Berichtigung“ mit der Aufforderung, sie auf Grund des§ 11 des Preßgefeges zu veröffentlichen. Obwohl die Zuschrift den preßgesetzlichen Anforderungen nicht entspricht, so daß ein 3wang zur Veröffentlichung für uns nicht vorliegt, veröffentlichen wir den Brief des Herrn Wolf doch mit besonderem Vergnügen. Nichts tann die ganze Art und Stellung der Arbeitnehmergruppe des Landbundes so treffend tennzeichnen, wie diese " Berichtigung“, die angebliche Unrichtigkeiten richtigzustellen sucht durch neue Täuschungen. Das interessante Schreiben lautet: 1. Die stattgefundene Obmännerversammlung ist nicht vom Reichslandbund befohlen, sondern entspringt der eigenen Entschließung der Leitung der Arbeitnehmergruppe. 2. Wir beschwindeln nicht unsere Mitglieder, wie die„ Freiheit" behauptet, wenn wir gegen die Verpfändung deutschen Grundbesizes an das Ausland protestieren, wir sind imstande, aus einer ganzen Reihe sozialistischer Zeitungen das Bestehen eines solchen Planes nachzuweisen. 3. Die Arbeitnehmergruppe des Landbundes ist nicht durch hohe Löhne für den Landbundgedanken eingefangen worden, sondern folgt allein der Erkenntnis, daß auch der Arbeiter zum Landvolk gehört. Die gegenwärtigen Löhne hat sich die Arbeits nehmergruppe im Verhandlungswege im zähen Kampf errungen. 4. Die Mitglieder der Arbeitnehmergruppe sind teine Eunuchen des Großgrundbesizes, sie schüßen den Betrieb, weil auch sie vom Betriebe leben, sie werden sich zu wehren wissen, wenn einmal der Besiz sich Uebergriffe erlauben sollte. 5. Es ist tein Schwindel, wenn die Arbeitnehmergruppe 45 000 Mitglieder angibt, diese Zahl ist tatsächlich überschritten, wie wir jederzeit aus den Listen nachzuweisen in der Lage sind. 6. Die Arbeitnehmergruppe ist in keiner Weise abhängig vom Großgrundbesitz, sondern sie ist vollständig Herr ihrer Entschlie Bungen. So wenig wir genötigt waren, diese Zuschrift zu veröffent lichen, so überflüssig ist es eigentlich, auf diese Berichtigung etwas zu erwidern. Dennoch mögen einige turze Bemerkungen angefügt sein. Die von uns erwähnte Resolution der Obmännerversammlung.. der Arbeitnehmergruppe des Reichslandbundes deckt sich wörtlich mit einer Entschließung, die kurze Zeit zuvor der Reichslandbund selbst angenommen und veröffentlicht hat. Wiederum einige Zeit früher begann die Deutsche Tageszeitung" ihren Sturmlauf gegen den Gedanken der Erfassung der Goldwerte. Der eigene Entschluß" der Arbeitnehmergruppe des Landbundes, dem die Resolution entsprungen sein soll, tam also erheblich nach diesen Aktionen des Großagrariertums und ist nur eine Kopie von ihnen. Was die Verpfändung deutschen Grundbesitzes an das Aus land angeht, so zweifeln wir gar nicht daran, daß deutsche Großgrundbesizer ihr Eigentum auch an ausländische Kapitalisten verpfänden würden, falls ihnen ein solches Vorgehen für ihre Steuerbrüdebergerei irgendwie nüglich erscheinen sollte. Andere Kreise denten an eine solche Verpfändung nicht. reftion meinte, fie müßte das Wert schließen, wenn sie die Forde rungen bewilligte, denn sie schulde noch 40 000 Doll. Sofort tam die Schuldforderung zum Vorschein, mit der Drohung sofortiger Klage, wenn die Forderungen der Union nicht bewilligt würden. Das wirkte sofort. Die Arbeiter verdienten jetzt ohne UeberStunden 20 Doll. mehr die Woche, und bald wurde durch Organisationsänderungen lohnende Arbeit für 360 Leute geschaffen, an Stelle 40 unter dem alten System. Run wollten Banten und Lieferanten das neue soziale Unternehmen durch Kreditsperre sabotieren. Aber die Union depo nierte die notwendigen Summen, und bald fügten sich die Gegner, die ihren geschäftlichen Vorteil höher schäzten als ihren Widerwillen gegen die Arbeiterschaft. Und so blühte das Unternehmen weiter, sogar Staatsaufträge tonnte es sich verschaffen. Ein Streit von 12 Wochen hätte 60 000 Doll. gekostet; so genügte eine Investierung von 40 000 Doll. um ohne Streit weit größere Vorteile zu erlangen als anfänglich beabsichtigt war. Das ist die Norfolk- Jdee", die jezt in Amerika und England großes Aufsehen erregt und zur Nachahmung anreizt. Vindex. Eine Demonstration im Großen Schauspielhaus. In der geftrigen Borstellung der Weber" im Großen Schauspielhaus gab es eine unliebsame Unterbrechung. Im dritten Att erschollen plöglich vom Dritten Ring herab laute Rufe:„ Hölz heraus, Hölz heraus!" Die Rufe pflanzten sich durch den ganzen Ring hindurch fort und führten schließlich dazu, daß die Vorstellung unterbrochen werden mußte. Einer der Darsteller trat vor und bat das Publi fum in einer furzen Ansprache, sich ruhig zu verhalten, um den Fortgang des Spieles zu ermöglichen. Nach einigen Minuten war dann auch wirklich die Ruhe wieder hergestellt, und die Aufführung fonnte ohne weitere Unterbrechung zu Ende geführt werden. Tages- Notizen Erstaufführungen. Schiller- Th.: 30. Meine Frau, das Fräulein. Staatliches Opernhaus: 1. Die Strohwitwe. Th. in der Königgräger Straße: 1. Glaube und Heimat. Boltsbühne: 1. Der Kaiserjäger. Luisen- Th.: 1. Das Tages buch einer Verlorenen. Ausstellungen. Im Kunsthalon Ferdinand Möller find graphische Ar beiten von Ernst Barlach, Lyonel Feininger, Gothein, Erich Sedel, E. 2. Kirchner, Ostar Rotoschta, Otto Mueller, Emil Nolde, Max Bechstein, Schmidt- Rottluff und Richard Seewald neu ausgestellt. Kleine Mitteilungen. Das Neue Theater am 3oo ist im Umbau faft beendet. Es wird Ende August eröffnet. Der neue Stadtbaurat von Magde burg, Bruno Taxt, hat ben durch Ausstellungen und Literatur bekannten Bautünstler C. Krayl als Mitarbeiter für das städtische Hochbauamt gewonnen. Der Verband Deutscher Muhittrititer hat seine Hauptversammlung am 13. Juni in Nürnberg unter guter Beteiligung abgehalten. In den fast achtstündigen Ber handlungen nahm die Beratung von Schuhmaßnahmen gegen Anfeindungen und sogar Bedrohungen, denen die Musiffritifer in ganz Deutschland in steigendem Maße ausgelegt find, breiten Raum ein. Die Mitglieberzahl hat sich von 64 im vorigen Jahre auf 86 in biefem Jahre erhöht. Der bisherige Vorsitzende Paul Beffer, ber eigentliche Grünber bes Berbanbes, und ber 1. Schriftführer Prof. Dr. Schünemann lehnten eine Wiederwahl in den Vorstand ab. Die Neuwahl erbrachte Prof. Dr. Hermann Springer( Berlin) als ersten Vorsitzenden, Dr. Alfred Einstein( München) als zweiten Borsigenden, Eugen Thart( Dresden) als 1. und Dr. Werner Wolffheim als 2. Shriftführer, Alexander Eisenmann( Stuttgart) ais Kassenwart, Um die Stellung der Arbeitnehmergruppe zum Kern des Reichslandbundes, dem organisierten Großagrariertum, zu fennzeichnen, brauchen wir uns nur von neuem auf die Entscheidung des sozialpolitischen Ausschusses des Reichs= wirtschaftsrates zu berufen, der der Arbeitnehmergruppe die Eigenschaften einer Gewerkschaft abgesprochen hat, und zwar deswegen, weil sie in ihren Entschließungen nicht unab= hängig ist, wie vor dem sozialpolitischen Ausschuß von Sach tennern nach gewiesen wurde. Einen Wit aber macht Herr Wolf, wenn er behauptet, die gegenwärtigen hohen Löhne für die Eunuchen des Großgrundbefizzes habe sich die Arbeitnehmergruppe im Verhandlungswege im zähen Kampf errungen". Warum haben denn die zähen Kämpfe, die der Deutsche Landarbeiterverband ,, im Verhandlungswege" mit dem Agrariertum geführt hat, nicht gleich günstige Abschlüsse erzielt? An Bemühungen des Landarbeiterverbandes, die sich durch eine seltene Friedfertig feit auszeichneten, hat es doch wahrhaftig nicht gefehlt. Der Grund ist allein der, daß der Deutsche Landarbeiterverband seine Unabhängigkeit nicht für hohe Löhne an die Großagrarier vers faufen wollte. Die Arbeitslosigkeit im Mai W. T. B. verbreitet folgende offiziöse Darstellung: Im Monat Mai 1921 ist die Zahl der unterstützten VoIIerwerbslosen( nicht gleichbedeutend mit der Zahl aller vorhandenen Bollerwerbslosen) im Deutschen Reich von rund 395 000 auf rund 358 000( darunter rund 282 000 männliche und 75 000 weibliche) gefallen. Die Zahl der 3uschlags= empfänger, das heißt der unterstützungsberechtigten Familienangehörigen Bollerwerbsloser, ist gleichzeitig von 440 000 auf 384 000 heruntergegangen. Die Zahlen stehen allerdings noch erheblich über den Ziffern vom 1. Juni 1920. Bet der Bewertung dieser Zahlen ist ferner zu berücksichtigen, daß sie die erwerbslosen Kopfarbeiter, deren Zahl gerade nach den letzten Beobachtungen in einer Reihe von Orten wieder in der Zunahme begriffen ist, nicht mit umfassen. Es wäre daher vers fehlt, aus der Besserung des Arbeitsmarktes im legten Berichtss monat auf eine Besserung unserer Wirtschaftslage zu schließen. Unter den Gründen, aus denen die Zahl der unterstützten Erwerbslosen in Deutschland abgenommen hat, verdient neben dem Fortgang der landwirtschaftlichen Arbeiten die Belebung der Bautätigkeit hervorgehoben zu werden. Es darf aber auch nicht übersehen werden, daß die produktive Erwerbslosenfürsorge, die den Erwerbslosen statt Unterstützung Arbeit gibt, zurzeit 250 000 Personen beschäftigt, die sonst der Unterstützung anheimgefallen wären. Es ist also gegenwärtig für mehr als 40 Prozent der Erwerbslosen durch die produktive Erwerbslosen fürsorge Arbeit geschaffen; hierbei werden die langfristigen Erwerbslosen, die erfahrungsgemäß am schwersten Arbeit finden, besonders berücksichtigt. Ein französisches Ausnahmegesetz Die Reaktion in Frankreich beschreitet immer brutalere Wege. Mit besonderer Schärfe wendet sie sich gegen die antimilitaristische Agitation. Deren Unterbindung soll ein Ausnahmegesetz bewirken, das nun im Entwurf der Kammer vorliegt. Wir greifen im folgenden einige hauptsächliche Bestimmungen dieses Gesetzentwurfes heraus: 1. Die Soldaten haben allen Befehlen ihrer Vorgesetzten Ges horsam zu leisten. 2. Wer, in welcher Form und auf welche Weise dies auch immer sei, diese Bestimmung zu kritisieren sich unterstellt, wird mit einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren und einer Geldstrafe von 100 bis 20 000 Franken belegt. 3. Derfelben Strafe unterzieht sich, wer, in welcher Form dies auch immer geschehe, die militärische Indisziplin verherrlicht. 4. Wer unter Ausbeutung der achtungswertesten Gefühle in antimilitaristischer Propaganda an die Mütter, die Frauen und die Kameraden appelliert, verfällt denselben Strafen. 5. Das Gericht tann dem Schuldigen das Aufenthaltsrecht bis zu fünf Jahren entziehen. Man versteht, daß ein solches provozierendes Gesetz eine Her bürgerliche Partei bisher gegen diesen Gesezentwurf Stellung ge ausforderung ist, und es ist außerordentlich bezeichnend, daß keine nommen hat. Um so geschlossener steht die französische Arbeiters schaft in der Abwehr dieses Gesetzes. Paris, 24. Juni. Havas zufolge hat eine Anzahl sozialistischer Abgeord neter dem Präsidenten der Kammer angekündigt, daß sie beab sichtigen, zwei Jnterpellationen wegen der während des Krieges erfolgten ungefeßlichen und ungerechten Verurteilung" von Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten durch das Kriegss gericht einzubringen und den Minister zu befragen, welche Maß nahmen er zu ergreifen gedente, um den Verurteilten eine gerechte Entschädigung zuteil werden zu lassen, und die für die Verurtei lung verantwortlichen Persönlichkeiten heranzuziehen. Die beiden Interpellationen, die von der sozialistischen Gruppe auf ihrer legten Bersammlung beschlossen wurden, sollen die Antwort auf militaristische Propaganda richtet. den Gesetzentwurf der Regierung sein, der sich gegen die antis Aus der Partei Unsere Parteibewegung in Sachsen Der soeben erschienene Bericht des Landesvorstandes der U. S. P. Sachsens ist in jeder Beziehung erfreulich zu nennen. Der Bericht enthält eine ausführliche Darstellung der politischen Ereignisse und beschäftigt sich eingehend mit dem Eintritt der U. S. P. in die Regierung. Wie die Partei im ganzen Reich, so war sie auch in Sachsen während des letzten Jahres einem Auf und Nieder unterworfen. Aber seit dem Ausscheiden der Kommunisten ist die Partei auch in Sachsen in steter Aufwärtsentwidlung begriffen. Das zeigen einwandfrei die Mitgliederzahlen. Der Mitgliederbestand betrug für alle sächsi schen Bezirke am 1. April 1920 insgesamt 90 513, am 1. April 1921 insgesamt 79 178. Aus diesen Zahlen ist ersichtlich, daß das Ausscheiden der Neutommunisten taum eine Lücke hinterlassen hat. In den Gemeindevertretungen ist unsere Partei zahlreich verfreten. In sämtlichen Bezirken gibt es insgesamt 1337 Ge meindevertreter, 117 Gemeindeälteste, 356 Stadtverord nete und 112 Stadträte. Die fächsische Parteipreffe meist einen befriedigenden Stand auf. Das gilt sowohl in bezug auf die Zahl ihrer Abonnenten, als auch in bezug auf die finanzielle Grundlage der Parteibruckereien. Die Leipziger Voltszeitung" verfügt über einen Abonnentenstand, der weit über dem der Vors triegszeit liegt. Die„ Boltszeitung für das Muldental", ein Kopfblatt der„ Leipziger Volkszeitung" het den Vorkriegsstand fast verdoppelt. Sier ist auch nach der Parteispaltung nicht Die nur fein Rückschritt, sondern ein Fortschritt eingetreten. Boltszeitung für Westsachsen" wird in eigener Druckerei in Plauen hergestellt. Die Druderei ist ein Tochterunternehmen der Leipziger Buchruderei A.-G. Troß seiner Jugend steht das Unternehmen in jeder Beziehung gefestigt da. Die Zahl der Leser hat durch die Parteispaltung taum eine vorübergehende Minderung erfahren. Auch die Chemnizer Boltszeitung", bie Unabhängige Boltszeitung in Dresden" und das Zittauer Partei blatt„ Die Wahrheit" entwideln sich günstig. Alles in allem zeigt der Bericht, daß unsere sächsische Parteis organisation an Zahl der Mitglieder und Festigung der Organisas tion mit an der Spize marschiert. Groß- Berlin Ein friegerischer Gymnasialdirektor Der so mühsam unschädlich gemachte Stadtschulrat Reimann foll von neuem auf die Jugend losgelassen werden. Er ist zum Direktor des Gymnasiums„ 3um grauen Kloster" gewählt worden. Die für diese Wahl Verantwortlichen müssen nicht gewußt haben, welch Geistes Kind der Herr Reimann ist. Wir sehen uns daher verpflichtet, zur besseren Beurteilung beizutragen. Als Reimanns Hauptschrift wird sein:„ Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation" angegeben. Vergessen ist, daß Herr Reimann auch der Neuherausgeber von Adolf Lassons Kulturideal und der Krieg" 1916 ist. In dem Vorwort sagt Herr R. wörtlich: „ Heute, im Zeitalter der Freunde des Friedens um jeden Preis tann die Schrift vielleicht eine nützliche Wirkung dadurch hervorrufen, daß sie zur Erneuerung der Debatte einiges Material beibringt. Auf die Gewinnung des Nobel- Preises hat allerdings der Verfasser jede Hoffnung aufzugeben sich entschließen müssen." Romain Rolland gibt in seiner Schrift: ,, Andessus de la mêlée" neben anderen auch namentlich Herrn Lasson einen großen Teil der Schuld an der Völkerverhezung. In dem obenerwähnten Büchlein sagt Lasson, für den Reimann so warm eintritt, ziemlich wörtlich:„ Ein Bolt und nun gar einen Bruchteil eines Volkes entscheiden lassen über internationale Dinge, etwa über seine Zugehörigkeit zu diesem oder jenem Staate, wäre etwa dasselbe, als wollte man die Kinder eines Hauses darüber abstimmen lassen, wen sie als ihren Vater anerkennen, achten, lieben und ehren wollen. Dies Selbstbestimmungsrecht ist der frivolste Betrug, den je ein welscher Kopf ersonnen hat!" Und ein solcher Mann, der sich wohlweislich durch seinen politischen Fanatismus als Stadtschulrat ungeeignet erwiesen hat, soll jezt wieder als Direktor einer Anstalt fungieren? Die zufammengestrichenen Haushaltspläne der Bezirke Im Verlauf der Beratungen des Haushaltsausschusses über die Boranschläge der Verwaltungsbezirke hob der Stadtfämmerer Dr. Karding hervor, daß bei der Berechnung der Verwaltungsfosten auf den Kopf der Bevölkerung sich merkwürdige Ergeb nisse, insbesondere große Unterschiede zwischen den einzelnen Bezirken herausgestellt hätten, die sich wohl aus den geschichtlich gewordenen Besonderheiten auf verschiedenen Gebieten erklären lie= ßen. Die höchsten Kosten auf den Kopf hat der Bezirk Zehlendorf; er ist aber trotzdem im ganzen hinter dem Voranschlag des Vorjahres zurückgeblieben, weil er sich starke Abstriche gefallen lassen mußte. Von den 6 Millionen betragenden Anmeldungen der außerordentlichen Verwaltungen bleibt nichts stehen. Auch der Wunsch des Bezirks, ein Heimatmuseum einzurichten, mußte fallen. Zu den Bezirken, die bezüglich des Bedarfs an letter Stelle stehen, gehört Stegliz, wegen der Kosten in der ordentlichen Verwaltung als billigste Verwaltung sogar an erster Stelle. Neukölln hatte 103 Millionen für die außerordentliche Verwaltung aus Anleihemitteln angefordert; der Betrag wurde auf 26,7 Millionen zusammengestrichen. Lichtenbergs Anleihemittel wurden von 2,3 Millionen auf 125 900 M. und Reinidendorfs Anmeldungen auf diesem Gebiet von 9,6 Millionen auf nur 100 000 vermindert. Was den Gesamtbedarf der Bezirke anlangt, so wurde Köpenick von 33 auf 18 Millionen herabgesezt, Lichtenbergs Bedarf von 68 auf 54,88 Millionen, Weißensees Bedarf von 26 auf 23, Pantows Bedarf von 36,9 auf 30,4 und Reinickendorfs Bedarf von 40 auf 36,1 Millionen. Die Reinickendorfer VolksSpeiseanstalt tommt in Wegfall; die dortige Gemeidemolkerei erfordert einen Zuschuß von 400 000 m. Reflameunternehmungen auf den Straßen Berlins Der Magistrat beabsichtigt, dem Beispiel anderer Städte folgend, Straßen und Pläge Berlins mehr als bisher für Werbezwede mehreren Gesellschaften zur Verfügung zu stellen. Eigenbewirtschaftung durch die Stadt tommt nach Ansicht des Aufsichtsrates der von der Stadt gegründeten Berliner Anschlag- und Reklamewesen G. m. b. S. nicht in Frage. Die zwecks Vergebung geführten Verhandlungen ergaben, daß die Stadtgemeinde wirtschaftlich am besten fahre, wenn das Recht auf Ausnutzung des betreffenden Reflamezweiges auf das gesamte Gebiet der Einheitsgemeinde Berlin ausgedehnt wird. Es kommt in Betracht die Aufstellung von Auskunftsautomaten sowie. von Verkehrswartplänen, die Anbringung von Reflameschildern an den Straßenschilderpfosten und den Trägern der öffentlichen Straßenbeleuchtung und zwar lediglich für Dauerreklame. In allen Verträgen ist ferner neben einer festen jährlichen, in vierteljährlichen Raten im voraus zu zahlenden Miete, noch eine Gewinnbeteiligung der Stadt vorgesehen. Der Magistrat hofft eine Einnahme im ersten Jahre von ca. 3% Millionen Mark zu erzielen. Warum Eigenbewirtschaftung der Stadt nicht in Frage tommt, wird hoffentlich der Magistrat den Stadtverordneten beim Einbringen der Vorlage begründen. Zeure Pilzscheine Früher stellten die Forstverwaltungen sogenannte Pflüchscheine, Erlaubnisscheine zum Sammeln von Heidelbeeren, Bilzen usw. für 25 Pfg. aus. Kinder und Bedürftige erhielten solche Scheine schon für 5 und 10 Pfg. Jetzt kostet ein derartiger Schein 10 M. und mehr. Und was ist nun der Erfolg? Während früher ganze Familien, oft 6-10 Personen, sich aufmachten, um Pilze, Erdbeeren, Heidelbeeren usw. zu sammeln, und mit Erfolg von ihren Touren zurückkehrten, eine Menge Waldfrüchte heimbrachten, ist es heute umgekehrt. Nur wenige sammeln, bringen geringe Mengen nach Haus, die von den Familien oft selbst verbraucht werden, so daß für den Verkauf wenig übrig bleibt. Mit anderen Worten, das Angebot von Waldfrüchten muß sinken und die Preise müssen steigen. Heidelbeeren, die früher 20-40 Pf. tofteten, sind heute nicht unter 4-6 M. zu haben. Mit Walderdbeeren und Pilzen ist es natürlich noch ungünstiger bestellt. Pfefferlinge und Steinpilze werden immer rarer. Schon tosten sie 5-6 m. das Pfund. Wenn das so weiter geht, müssen die Familien in den Städten auf den Genuß von Waldfrüchten ganz verzichten. Kartoffelwucher In den Berliner Markthallen stehen die Frauen wieder nach Kartoffeln an. Alte Kartoffeln werden nur noch 5- Pfundweise von den Händlern abgegeben, weil nur ganz geringe Quantitäten auf dem Markt sind. Der Preis beträgt 90 Pfennig und 1 Mart für das Pfund, aber selbst die 1 Mart- Kartoffeln sind derartig schlecht, daß die Hausfrauen nur ein Drittel davon gebrauchen tönnen. Bei diesem Kartoffelwucher ist den Deutschnationalen die unmittelbare Schuld direkt nachzuweisen. Denn diese Kreise waren es, die den Magistrat daran hinderten, rechtzeitig für genügende Kartoffelzufuhren zu sorgen. Daneben versuchten sie auch noch die Preisprüfungsstelle zu beseitigen, um dann ungehindert den Raubzug auf die Taschen des arbeitenden Volkes ausführen zu können. Wie notwendig die Preisprüfungsstelle ist, beweist jetzt ihr erfolgreiches Eingreifen bei der Preisfestsetzung für neue Kartoffeln. Die Zufuhren an neuen Kartoffeln haben in den letzten Tagen wieder reichlicher eingesetzt. Die hohen Preise, die bisher dafür gefordert wurden, haben die Preisprüfungsstelle veranlaßt, nähere Feststellungen auf den Märkten zu machen. Beamte dieser Behörde unterzogen nachts den Neuköllner Frühkartoffelmarkt einer Prüfung und stellten dabei fest, daß die Landwirte für den 3entner durchschnittlich 180 m. verlangten und erhielten. Die Beamten schritten gegen diese Verteuerung sofort ein und zwangen die Produzenten, den Preis auf 120 M. zu reduzieren und von den erhaltenen Kaufsummen entsprechende Beträge zurückzuzahlen. Das Urteil im Prozeß Bock- Nagler Nach zweitätiger Verhandlung im Mordprozeß gegen die Ge schwister Nägler und den Drogisten Wilhelm Bock wurde gestern abend das Urteil verkündet. Das Gericht verurteilte auf Grund des Wahrspruchs der Geschworenen und in voller Uebereinstimmung mit den Anträgen des Staatsanwalts den Angeklagten Wilhelm Bock wegen gemeinsamen schweren Raubes mit Todeserfolg zu lebenslänglichem Zuchthaus; Gertrud Nägler wegen Raubes zu 15 Jahren Zuchthaus, und ihren Bruder Ernst Nägler wegen Anstiftung zum schweren Raube zu lebenslänglichem Zuchthaus. Von der Verteidigung wurde sofort Revision angemeldet. * Der vor dem Schwurgericht des Landgerichts II verhandelte Prozeß gegen den Kaufmann Hans Günther Goede, der seinen Onkel, den Buttergroßhändler Eitner in der GleditschStraße 30 getötet hat, ist durch ergangenes Urteil beendet worden. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage wegen Körperverlekung mit Todeserfolg. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 4 Jahren Zuchthaus unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Zeugen gesucht. Personen, welche gesehen haben, wie am 23. 6. 1921, mittags 12 Uhr, ein alter, kleiner Mann am Bülowplay, Ede Koblantstraße, von einem Schlächterwagen überfahren wurde, werden um ihre Adresse gebeten von Wilh. Schrolle, Kl. AndreasStraße 21. Voraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Sonntag: Etwas wärmer, vielfach heiter, bei mäßigen westlichen bis südwestlichen Winden. Keine oder unerhebliche Niederschläge. Gewerkschaftliches Transportarbeiter über den Kommunistenradan In der am Donnerstag abend im großen Saale des. Gemertschaftshauses stattgefundenen Generalversammlung des Bezirkes Groß- Berlin des Deutschen Transportarbeiter- Verbandes wurde den Freunden der K. P. D. Gelegenheit gegeben, der an sie durch die„ Rote Fahne" ergangenen Aufforderung nachzukommen, dadurch, daß sie einem aus der Mitte der Versammlung gestellten Antrag, der verlangte, vor Erledigung der vorliegenden Tagesordnung zunächst einmal eine Aussprache über die Vorgänge in dem Gewerkschaftshause vorzunehmen, ihre tatträftige Unterstützung hätten zuteil werden lassen können. Aber obwohl sonst die Betreffenden sich oft auf das lebhafteste bemühen, Erörterungen über meist an den Haaren herbeigezogene Themata herbeizuführen, zogen sie es diesmal vor, entgegen der Parole ihrer Partei, die Erörterung der Vorkomm= nisse im Gewertschaftshaus zu verhindern, indem fie fich mit allen Mitteln bemühten, die Ablehnung des Antrags durch die Generalversammlung zu erreichen. Die überwiegende Mehrzahl der Delegierten aber machte Ernst mit der Forderung der Roten Fahne" und benugte die Gelegenheit der Generalversammlung, um sich über ihre Stellungnahme zu den Krawallen durch eine Aussprache schlüssig zu werden. Mit neunzehntel Mehrheit wurde eine längere Entschließung angenommen, in der ausgesprochen wurde, daß nicht ein Moment die Not der Arbeitslosen verkannt und ihnen die Solidarität neuerdings erklärt wird. „ Sie verurteilt aber mit aller Entschiedenheit die Ausschrei tungen und Gewalttätigkeiten, zu deren Ausübung bzw. stillschweigenden Duldung die Arbeitslosen sich durch dunkle Ehrenmänner haben verleiten und mißbrauchen lassen." Die Versammlung wies ferner auch mit aller Entschiedenheit die Zumutung zurüd, daß ihre Beauftragten sich über die Ausführung der ihnen durch die organisierte Arbeiterschaft gewordenen Aufträge vor unorganisierten Arbeitern, ja noch mehr vor einem völlig unkontrollierbaren Forum zu verantworten habe. " Die Versammlung gibt ihrem lebhaften Bedauern Ausdrud über die durch eine die Tatsachen völlig auf den Kopf stellende Berichterstattung der„ Roten Fahne" bewirkte Verhegung der Arbeiter: schaft. stellt ein für Botenfrauen Botenfrauen Neukölln werden sofort eingestellt Wanzlick-, Mahlower u. Selchower Str. Hof, Stil., part., geöffn. von 9-11, 2-5 Uhr Spedition Krüger, Neukölln, Emser Straße 32 Charlottenburg, Wallstraße 90, Ata LAUSE Henkel's Scheuerpulver putzt remiot Alles Ata eignet sich für alle Küchengeräte besonders auch für Öfen, Badewannen, Klosetts, Marmor, Steinböden. Hersteller: Henkel& Cie Düsseldorf Erhältlich in Apotheken und Drogerien, Apotheker Otto Pfeiffer& Piehler, Berlin N. 65, Schulstraße 16 Zur Justizreform! nebst Nissen, Wanzen, Motten, Flöhe, Schwaben werden radikal vernichtet durch PFEIFFEROL Jetzt aftuell! Homöopath. Klassenjustiz Chronologische Gegenüberstellung von Gerichtsurteilen gegen Revolutionäre und Reaktionäre Bon Fritz Schneider Preis 1.80 Mt. Inft.( 1905) Erfolgreich giftfreie Kuren ohne Einsprigungen. Bin.- Hohens Kries schönhausen( 55 Oberfeeftr. 41( Telefon) Ausk. u. Brosch. 80 Pf. Porto. Annahme in allen Speditionen des Verlages Bon den organisierten arbeitslosen Kollegen wird erwartet, daß dem Treiben der dunklen Ehrenmänner, den eigentlichen Arran geuren der Demonstrationen, mit aller gebotenen Energie das Handwerk gelegt wird. Von der Ortsverwaltung erwartet die Genes ralversammlung, daß sie alle zum Schuhe des Eigentums und der Einrichtungen der Organis sationen notwendigen Maßnahmen trifft." Zum Kampf der Bankbeamten Freitag, den 24., fand eine vom Allgemeinen Verband der deutschen Bantangestellten einberufene öffentliche Versammlung in der Brauerei Königstadt statt, die sich mit dem Tariftampf im Bankgewerbe beschäftigte. Vor der überaus gut besuchten Versammlung berichtete Marg über die Verhand lungen im Schlichtungsausschuß, die noch nicht zum Abschluß gekommen sind. Er wandte sich gegen die Methoden der Unters nehmer, die wir ja bereits fürzlich schilderten und erklärte, daß die Prämienzahlung an Angestellte eine Gesinnungs bezahlung sei, die nur Spigel, Denunzianten usw. züchte. Die Ausweise der Banken, resp. der Bilanzen, so auch die der Deutschen Bant, sind durchweg falsch, weil mindestens dreis fach höhere Berdienste herausgewirtschaftet wurden.Emonts bespricht den Schiedsspruch, der inzwischen gefällt wurde und den die Versammlung mit größter Entrüstung aufnimmt. Redner wendet sich auch gegen die Ueberstundenwirtschaft, die im Bankgewerbe getrieben wird und erklärt, daß dadurch der AllVerschiedene gemeinheit ungeheurer Schaden zugefügt werde. Redner vom abgesplitterten Reichsverband der Bankangestellten erregten den lebhaftesten Unmut der Versammlung, so daß etwa 35 Mann dieses Verbandes den Saal verließen. In einer einstimmig angenommenen Resolution, die sich an die Bantangestellten Deutschlands wendet, wird erklärt, daß die vers sammelten Bantangestellten Groß- Berlins sich einmütig hinter die Forderungen des Allgemeinen Verbandes stellen, und daß sie es müde sind, weiter zuzusehen, wie die Gewinne des Gewerbes sich häufen, sie selbst aber hungern müssen." Sie erwarten daher von allen Bantangestellten Deutschlands, ohne Rücksicht auf die Organisationszugehörigkeit, daß sie dem Rufe zum gewerkschaftlichen Kampfe gegen das Bankkapital Folge leisten, wenn der Ruf dazu seitens der Organisationen ergeht." Akademiker und Kapitalisten Wollen sich die Chemiter nach dem gegebenen Beispiel der Ar beitgeber organisieren, also dementsprechend sich mit den anderen Angestellten zu geschlossenen, machtvollen Verbänden vereinigen, so hören sie von ihren Chefs schöne wohlwollende Worte über die Standeswürde der„ Herren Mitarbeiter", welche doch eine solche„ kommunistische Gleichmacherei" nicht gestatte u. dgl. Jm äußersten Falle gestattet" man noch ein harmloses Sonderver bändchen, wie es z. B. der in christlich nationalem Fahr wasser schwimmende Bund der angestellten Chemiter und In genieure" ist. Der Kizel des Standes- und Zunftdünkels war ja Don jeher das erfolgreichste Mittel, einen Reil in die Angestellten schaft zu treiben. = In welch brutaler Weise Unternehmer gegenüber Akademiter vorgehen, zeigt folgender Vorfall, der fürzlich vor dem Schlich tungsausschuß Berlin verhandelt wurde: Der Chemiter Professor Dr. L. flagte gegen eine Char lottenburger chemische Fabrit auf 3 ahlung des Tarif gehalts der chemischen Industrie. Der Firmeninhaber machte geltend, daß die erhaltenen 1500 M pro Monat noch viel zu viel seien. In Wirklichkeit sei Professor L. nicht einmal 50 m. wert gewesen, da er„ dov" gewesen sei!( Wörtlich und in einem ein gereichten Schriftsah noch extra zu den Akten gegeben!) Diese, für einen deutschen Professor immerhin nicht alltägliche Qualifikation rief um so mehr Erstaunen hervor, als festgestellt wurde, dok dessen ungeachtet die Firma noch kurz vorher mit demselben „ doven Professor" einen allerdings hahnebüchenen Vertrag über die Ausbeutung seiner Erfindungen abgeschlossen hatte. Die Chemiker und anderen akademischen Angestellten mögen aus diesem für sich selbst sprechenden Beispiel erkennen, wo orgas nisatorisch ihr Platz im modernen Wirtschaftsgetriebe ist. Nicht Arm in Arm mit dem sie ausbeutenden und obendrein noch ver höhnenden Unternehmertum, aber auch nicht in der Mitte zwischen diesen und den Arbeitern und übrigen Angestellten, wie ihnen die falschen Propheten des„ Budaci" einzureden versuchen Wollen sie sich die Achtung und Anerkennung erringen, die ihrer Bedeutung im Arbeitsprozeß zukommt, so kann das nur im engsten Einvernehmen mit den anderen freigewerkschaftlich organisierten Angestellten ohne Rücksicht auf die mehr oder minder zufällige Vorbildung geschehen. Die richtige Organisation der Che miker ist nur die Einheitsorganisation der deutschen Techniter, der Bund der technischen Angestellten und Beamten", Berlin NW 52, Werftstr. 7. Parteiveranstaltungen 11. Diftrift( früher 9.). Die Delegierten zur letzten Generalversammlung habes auch an der morgen vormittag 10 Uhr in der Brauerei Königstadt stattfindenden teilzunehmen. Die Karten werden am Eingang durch Genossen Woiwode aus gegeben. Sonntag, 26. Juni Bezirk Röntgental und Umgegend. Alpenberge bei Jorisch: Waldfeft. Um 2 Uhr Treffpunkt bei Bärwolf, Röntgental, und Ede Bahnhofstraße. Abmarsch 2 Uhr. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. Bernau. Beteiligung am Röntgentaler Waldfeft. Die Genossen treffen fich 1% Uhr am Bernauer Bahnhof. Abfahrt 2.01 Uhr bis Röntgental. Bereinskalender Sonnabend, 25. Juni Internationaler Bund der Kriesbeschädigten und Kriegsopfer. Abends 7 Uhr Generalversammlung im Realgymnasium, Kaiser- Friedrich- Straße. Die Mitglieder der U. S. P. treffen sich vorher um 6 Uhr im Jdeal- Kafino, Weichselstraße. Verantwortlich: für Politik u. Feuilleton: Le o Liebschüz, Berlin- Friedenau; für Kommunalpolitit, Lokales und Gewerkschafft.: Robert Hensel, Berlin; für den Inseratenteil u. geschäftliche Mitteilungen: Ludwig Romeriner, Charlottenburg. Verlagsgenossenschaft Freiheit", e. 6. m. b. H., Berlin. Drud der Berliner Druderei 6. m. b. 5., Berlin C 2, Breite Str. 8-9. Kleine Anzeigen Geschäftsstelle: Berlin C 2, Breitests. 89 Das Ueberschriftswort 2.- k., jedes weitere Wort im Zegt 1.50 Mk. netto. Stellungsgesuche: Ueberschriftswort 1.50., jebes weitere Wort im Tegt 1.- Mh. Verkäufe Staunenerregend! Kreuz füchse 85.-, Rotfüchse 75.Mark an, Alaskafüchse, Bobel füchse sowie alle anderen Belz arten, Belgmän tei, alles zu bes deutend heraf gejezten, spotts billigen Sommerpreisen! Reine Lombardwaren! Warschauer Straße 7. Möbel Umbausofas 925 bis 1525,-, Chaiselongues 200,- bis 575,-, Auflagmatragen, Patents matragen 110,-. Walter, Stars garder Straße achtzehn. wie Fahrräder Brennabor, Leihhaus Anzüge 250.-. Covers coats 375.- Gummimäntel Kugellager, hochzahlend, Selbstverbraucher. Pilz, Reis nickendorfer Str. 93, Hof part links. Moabit 3020. Geld- Berkehr Küchen, moderne, mit und ohne Anrichte, lackiert, laftert, roh, jegt von 350 M. ab. Riefens Küchenmöbelfabrik auswahl. Himmel, Lothringer Straße 22 Sofort Geld auf Wertsachen, ( Schönhaufer Tor). Erftklaffige Markenräder Brillanten, Wäsche, Pfand Möbel- Cohn, Wanderer, scheine, Rückkaufsrecht. Schult Große Frankfurter Str. 58, im Stower, N. S. u. usw. von Danziger Straße 69( an der Norden: Badftr. 47-48, liefert 675 m. an. Fahrradgunni, Prenzlauer Allee). gegen Bars und Teilzahlung, Decken 40 m. Schläuche 15 m. bei kleinster An- u. Abzahlung. Größte Reparaturwerkstatt. Alle 275., Hosen 65.-, Friedens ganze Wohnungs- Einrichtungen, Erfagteile, Achsen, Conen, Spez. stoffe. Keine Lombardware. Schlafzimmer, Speisezimmer, Freilaufteile ftets am Lager. Leihhaus Rosenthaler Tor, Lis Herrenzimmer, farbige Küchen, Klein, Charlottenburg, Bis nienftr. 203/4, Ecke Rosenth. Str. einzelne Möbel in bester Ausmarkstraße 62. führung. Gekaufte Möbel Leihhaus Friedrichstr. 2 können kostenlos lagern. Liefere ( Hallesches Tor) verkauft spott auch nach auswärts. billig Herrengarderobe. Keine Chaiselongues 100,- Chaise Languedecke 75,-, Metallbetten 160.-, Kinderdrahtbett. Meicke, Auguftstr. 32a, Dugb. Lombardware. Restehaus Pelz, Rottbuser Straße 5. Kammgarne, Gabar Stoffe für Herrens und Knabens anzüge, fertige Mäntel, Kostüme, Röcke fehr preiswert. Buchhandl., Freiheit", Berlin C2, Breite Str. 8-9 Alt- Metalle bine, Euche, Seiden, Futterſtoffe. verkauft man nur richtig Oderberger Straße 1 Reinickendorfer Straße 107 Teilzahlung. Einzelmöbel, ganze Einrichtungen, bequeme Zahlweise. Möbelhaus Rehfeld, Badstraße 34. Werkzeuge und Maschinen Berschiedenes Lebensmittelgeschäft, zmei Stuben, Küche und Stall gegen Wohnungstausch. Habermann Adalbertftr. 36, Preis 10 000. Erwerbstätige Frauen! Berlangt den Aufruf von Luis Zieg, Willst du arm und unfret bleiben?"( 30 Pfg.), gegen Ein Spiralbohrer, Schmirgels fendung von 45 Pfg. von der leinen, Feilen, Nägel, Mafch. Buchhandlung Freiheit", Breite Schrauben Waßmannstraße 22.| Straße 8-9.