Einzelpreis 20 Pfg. 4. Jahrgang Die Fretheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags nur mmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 10 M. im voraus zahlbar. Für Boftbezug nehmen fämtliche Postanstalten Beftellungen ents gegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland, Defterreich, Ungarn, Danzig, das Saaren. Memelgebiet sowie die früheren deutschen Gebiete Bolens u.Luxemburgs 20 m., ür das übrige Ausland 27 M. per Brief bez. für Deutschland u. Defterreich- Ungarn 95 M, Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin C2, Breite Straße 8-9. Sonnabend, 23. Juli 1921 Nummer 340 Abend- Ausgabe Die achtgespaltene Nonpareillegeile oder deren Raum koftet 5,- M. einschließlich Tenerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2, M., jedes meitere Wort 1,50 m. einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien Anzeigen und Stellen- Gesuche 3,20 m. netto pro Belle. Stellen- Gesuche in Wort- Anzeigen: das fettgedruckte Wort 1,50 m., jedes weitere Wort 1.-. Fernsprecher: Zentrum 15230-152 89 Freiheit Berliner Organ ostro si der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Vor der englisch- französischen Verständigung Der Streit um Oberschlesien Paris, 23. Juli. Der Meinungsaustausch zwischen Paris und London über das Verfahren, welches einzuschlagen ist, um die oberschlesische Frage zu lösen, dauert an. Gestern abend wurde der Botschafter St. Aulaire telegraphisch ersucht, bei der englischen Regierung auf der Notwendigkeit zu bestehen, vor der Einberufung bes Obersten Rates 1. Verstärkungen nach Oberschlesien zu senden, um die Durchführung des Spruches der Alliierten zu sichern; 2. die sofortige Einberufung eines Sachverständigenausschusses zu fordern, der die technische Seite der Frage prüfen solle, ehe Verstärkungen in Oberschlesien eintreffen. Die Lage in Oberschlesien sei sehr ernst und werde es bleiben, bis ein Lösung gefunden werde. Die Streifräfte, über welche die Interalliierte Kommission in Oppeln verfüge, ge= nügten nicht, um einer etwaigen Erhebung vorzubeugen, auch nicht, um die Ordnung in dem gesamten ausgedehnten Abstimmungsgebiet aufrechtzuerhalten. Wenn man also mit der Entsendung von Verstärkungen noch lange warte, so werde die Notwendigkeit dazu nur immer gebieterischer werden. Das sei in furzen Worten der allgemeine Sinn der Note der drei Kommissare in Oppeln. Die französische Regierung dürfte demnach wohl das Recht haben, daraus die befannten Schlußfolgerungen zu ziehen. St. Aulaire werde dem Foreign Office noch miteilen, daß der französische Botschafter in Berlin beauftragt werde, bei ber Reidsregierung in Berlin einen biplomatischen Schritt zu unternehmen, um sie erneut darum zu ersuchen, alle Borberitungen zu treffen, um den Abtransport der französischen Division nach Oberschlesien gegebenenfalls durchführen zu können, bie marschbereit sei. Wie Petit Parifien" zu wissen glaubt, wird die Absendung ber Truppen erfolgen, sobald Großbritannien feine Zustimmung gegeben hat. EE. Paris, 23. Juli. Der französische Botschafter Laurent in Berlin wurde gebeten, bei der deutschen Regierung vorzusprechen, damit alle Maßnahmen für den Durchzug der Verstärtungstruppen durch Deutschland getroffen werden, welche, so= bald England seine Zustimmung gegeben hat, sofort nach OberSchlesien abgehen werden. England mit dem Aufschub einverstanden? TU. Paris, 23. Juli. Der französische Botschafter in London hat vorgestern Lord Curzon die Antwort der französischen Regierung auf die lette englische Note bezgl. Oberschlesiens übermittelt. Die französische Regierung hält ihre Ansicht aufrecht. Es heißt, daß sie auf fol gende Punkte besteht: Sofortige Entsendung von Berstärtungen nach Oppeln, Zusammenkunft von technischen Sachverständigen und erst später Tagung des Obersten Rates. Aus der Unterhaltung, die zwischen Lord Curzon und dem französischen Botschafter stattfand, geht, wie eine französische Nachrichtenstelle behauptet, hervor, daß die englische Regierung Wert darauf legte, daß der Oberste Rat in allernächster Zeit eine Sigung abhält, doch würde sie eine Vertagung bis zum 15. August annehmen. Reine weiteren diplomatischen Schritte London, 23. Juli. ,, Morningpost" schreibt: Wir erfahren von amtlicher Seite, daß feine weiteren diplomatijchen Schritte in der oberschlesischen Frage getroffen worden sind. Die britische Regierung hat Briands Note nicht beantwortet. Sie habe teinen Grund, ihre Haltung zu ändern, und alle aus Oberschlesien eintreffenden Nachrichten bekräftigen die Ansichten, auf denen diese ihre Haltung beruht. Sie beabsichtige indessen nicht, sich mit der französischen Regierung darüber zu streiten, sondern wünsche allein bringend, baß die oberschlesische Frage vom Obersten Rat so schnell wie möglich geregelt werde.„ Times" meldet, die britische Antwort auf die französische Note wird, wie man glaubt, nicht vor Beginn der nächsten Woche erfolgen. Ein Beruhigungsversuch London, 22. Juli. Das Reutersche Bureau verbreitet folgende Mitteilung: Weitere Telegramme aus Oppeln von dem britischen Kommissar in Oberschlesien betonen von neuem die Notwendigkeit einer schleunigen Regelung der oberschlejijchen Frage in Uebereinstimmung mit dem Vorschlage der Interalliierten Plebiszitkommission. Man ist der Ansicht, daß es politisch nicht zweckmäßig sei, Truppen aller drei Alliierten abzuschiden, und man glaubt, daß dies auch gar nicht notwendig sein würde, menn eine rasche Entscheidung durch den Obersten Rat zu er reichen wäre. Inzwischen gibt das Auswärtige Amt seiner Verwunderung Ausbrud und migbilligt das Gerede auf beiden Seiten des Kanals über gespannte Beziehungen zwischen der beiden Regierungen. Man Eält an dem Glauben feft, daß die französische Regierung in dieser Angelegenheit wie in der Vers gangenheit mit den Alliierten zusammenwirten wird bei der Lösung der beunruhigenden Frage, in der eine Meinungsver schiedenheit nur über die Art und Weise des Verfahrens besteht. Der Konkurrenzneid EE. Paris, 23. Juli. Das„ Petit Journal" meldet, daß am 16. Juli die englische Regierung an die französische Regierung eine Note richtete, worin um Auftlärung über die deutsch französischen Wirtschaftsverhandlungen gebeten wird. Die englische Regierung befürchtet, daß sich die französische Regierung durch diese direkten Besprechungen mit Deutschland eine Art Priorität, zum Schaden der übrigen Alliierten fichern tönnte. Die französische Regierung erteilte darauf die Antwort, daß bisher in Berlin feinerlei feste Abmachungen getroffen wurden und daß es übrigens die englische Regierung selbst war, die wiederholt Frankreich empfahl, mit Deutschland in dirette Verhandlungen zur Lösung des Wiedergutmachungsproblems einzutreten. Das besondere Interesse Frankreichs an dieser Angelegenheit sei unbestreitbar. Clemenceau über seine Schlachten" EE. Paris, 23. Juli. Einigen Journalisten aus Uruguan gab Clemenceau ein Interriem, in dem er erflärte, daß er im Kriegebrei Schlachten" schlagen mußte: 3unächst mußte die Schlacht gegen die Boches" gewonnen werden, dann eine zweite Schlacht gegen die Alliierten, bei denen die Einheit der Aktion durchgelegt werden mußte, und als dritte Schlacht die Schlacht gegen die Franzosen, die alle Hoffnung auf den Sieg verloren hatten. Bezüglich des Frie bensvertrages erklärte Clemenceau, daß er nicht sagen möchte, daß dieser ausschließlich sein Wert sei, aber es sei ein Wert, welches jede Eventualität vorausgesehen habe. Der Vertrag sei das Produtt einer gewissenhaften Arbeit, welche von einer Elite von Männern ausgeführt wurde, die von dem Jdeal der Gerechtigkeit durchdrungen waren und in der Welt das moralische Gleichgewicht wiederherstellen wollten, das durch die Adeutschen zerstört worden war. Es sei nicht der Fehler der Verfasser des Friedensvertrages, die die tragischsten Augen blide des Krieges durchlebt hatten, wenn der Verstand jener Männer, die ihn durchführen sollen, nicht hinreiche, um den Vertrag zu verstehen. Karlchen unter Bewachung London, 22. Juli. Das Reutersche Bureau meldet: Auf Erfundigung bei der Schweizerischen Regierung ist ber britischen Regierung mitgeteilt worden, daß die strenge Bewachung des früheren Kaisers Karl aufrechterhalten wird und daß feine Wahrscheinlichkeit dafür besteht, daß er noch einmal entweichen kann. Die in diesem Sinne aus Budapest verbreiteten Gerüchte fommen wahrscheinlich aus monarchistischen Kreisen, die an dem Widerstand gegen die Abtretung der westlichen Bezirke Ungarns an Desterreich beteiligt find. Eine türkische Gegenoffensive? EE. Paris, 23. Juli. Die Die Nachrichten aus Anatolien lauten widersprechend. griechischen Berichte teilen mit, daß die griechische Offensive fortgesetzt werde. Der türkische Generalstab spricht von einer sehr energischen Reaktion auf beiden Flügeln der Front. Nachrichten aus Angora zufolge soll Afioum Karahissa von den Truppen Mustapha Kemals zurüderobert worden sein. Wenn das Doppelnanöver der Türten im Norden im Abschnitt von Brussa und im Süden im Abschnitt von Guemelit Erfolg hätte, würde die griechische Armee dadurch start beunruhigt werden. Unruhen in Marokko EE. Paris, 23. Juli. Der Berichterstatter des Journal meldet aus Madrid, daß im Spanischen Kriegsministerium Nachrichten über Unruhen in Marotto eintrafen. Die Kabylen von Beni- Uriaguel, Beni- yamen, Beni- Busin und von Guelaya griffen die Vorposten der Spanier in Melilla an. Der Kampf, der noch andauert, ist äußerst heftig. Hilfstruppen wurden herbeigerufen und aus Ceuta abgesandt. Gestern abend sprach man in Madrid von mehreren hundert Toten und Verwundeten und verglich die Kämpfe mit dem Unglüd von Barrengo- De- Lobo, welches 1909 die Urso che ber Revolte in Barcelona war. Man erklärte dem Korrespon benten auch, daß die Nachricht sich bestätigt, wonach der General Fernandez Syliester, der die spanischen Truppen im Gebiete von Melilla tommandiert, verwundet sei. Gegenwärtig studieren die Minifter die Lage im Kabirettsrat Die Polizeiwirtschaft in Bayern Aus München wird uns geschrieben: Wir Der sogenannte Ausnahmezustand ist in Bayern zum Normals zustand geworden und alle Rechtsübergriffe der Behörden, jede Einschränkung der nach der deutschen Reichsverfassung gewähr leisteten Rechte, wie Versammlungs- und Pressefreiheit, Vereins recht usw., wird für„ gesetzlich" erklärt, unter Berufung auf den Ausnahmezustand, der auf Grund einer Verordnung des Reichspräsidenten Ebert über Bayern verhängt wurde. wollen gar nicht erst davon sprechen, daß der Ausnahmezustand in Bayern einseitig nur gegen die Arbeiterschaft gehandhabt wird. Das ist bei einer Klassenregierung der Bourgeoisie, wie der bayerischen, nicht anders zu erwarten. Aber daß mit diesem Ausnahmezustand Eingriffe in die elementarsten Grundrechte der Staatsbürger gerechtfertigt werden, sollte der Reichsregierung doch zu denken geben und ihr die Prüfung der Frage nahelegen, ob der bayrische Ausnahmezustand überhaupt noch mit der Verfassung des deutschen Reiches in Einklang zu bringen ist. Nicht nur, daß in Bayern fein einziges tommunistisches Organ erscheinen darf, teine tommunistische Versammlung möglich ist also einer ganzen Partei jede Betätigungs möglichkeit genommen wurde, daß das Münchenet Organ der U. G. B. Der Kampf" polizeilich verboten wurde, sind auch zwei Berliner Bläter, die Freiheit" und die ,, Rote Fahne" für Bayern verboten morden. Alle politischen Versammlungen der Arbeiterschaft werden durch ein Heer von Polizeispigeln überwacht und Versammlungen, die des Polizei nicht genehm sind, einfach verboten. In der Oberpfalj wurde vor kurzem vom Bezirksamt Tirschenreuth eine Versamm lung verboten, in der über das Thema gesprochen werden sollta „ Muß der Mensch Religion haben?". Also selbst die Gewis fensfreiheit ist in Bayern abgeschafft. Erst vor wenigen Tagen hielt die Polizei in der Druckerei des Münchener rechts Jozialistischen Organs Haussuchung und beschlagnahmte ein Flug blatt, das die Sarmlosigkeit selbst ist. Man begnügte sich aber nicht einmal allein mit der Beschlagnahme, sondern zerstörte auch noch Matrizen und Platten. Die sich in Bayern aufhaltenden Nichtbayern unterstehen einer besonderen schitanösen Meldepflicht. Ausländer müssen hohe Auft enthaltsgebühren entrichten und sind allen möglichen polizeilichen Scherereien ausgesetzt. Die Erhebung der Aufenthaltsgebühr hat im Ausland nicht gerade förderlich auf die Belebung der Beziehun gen zu Bayern gewirkt. In der Tschechoslowakei ist man bereits dazu übergegangen, als Represalie gegen die Erhebung von Aufenthaltsgebühren für Ausländer in Bayern, besondere Aufenthaltsgebühren von banerischen Staatsangehörigen zu er heben, die sich in der tschechoslowakischen Republit aufhalten. Das alles fonnte die bayerischen Polizeibehörden bis jetzt nicht von ihrer bisherigen Fremdenpolitik abbringen, obwohl gerade Süd bayern auf den Fremdenverkehr angewiesen ist. 33 99 Neuerdings beginnen die Bezirksamtmänner in der Provinz, den Polizeimaßnahmen des Münchener Polizeipräsidenten Böhner nach zueifern. Das ist begreiflich, bei dem hohen Ansehen, das der Münchener Polizeipräsident megen seiner Verdienste" um die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung" genießt. Man will sich auch in der Provinz den Ruhm nicht entgehen lassen, der Reaktion Schergendienste zu leisten. So erdreistete sich der Bezirksamtmann von Tirschenreuth in der Oberpfalz durch eine Verordnung, die sozialistischen Parteien und die Gewerkschaften aufzufordern, ihre Mitgliederlisten einzureichen! Selbstverständlich weigerten sich sämtliche Vorstände, diesem durch nichts gerechtfertig ten Verlangen nachzukommen. Die U. E. P.- Fraktion des bane rischen Landtages hat von der Regierung Aufschluß darüber vera langt, ob sie diesen groben Vorstoß gegen das Vereinsrecht dede wartet aber heute noch vergebens auf Antwort. Die Zustände, die heute in Bayern herrschen, find für die fozias listischen Parteien weit schlimmer, als sie unter dem Sozialisten gese waren. Solange die Regierung Kahr und mit ihr das Polizeiregiment des Herrn Pöhner in Münchene am Ruder find, wird eine Aenderung der gegen das Proletariat gerichteten Unterdrückungspolitit nicht eintreten, menn nicht vom Reich aus Schritte dagegen unternommen werden. Die bayrische Regierung leitet das Recht zu den getroffenen Ausnahmemaks nahmen einmal aus der auf Grund des Artikels 48 der Reichs verfassung erlassenen Verordnung des Reichspräsidenten über den Ausnahmezustand ab, beruft sich aber auch auf den sogenannten Novembervertrag von 1870 betreffend Beitritt Bayerns zur Ver faffung des Deutschen Bundes, wonach Bayern bei Schaffung und Ausgestaltung seines Kriegszustandsrechts grundsätzlich frei ist. In Bayern stellt man sich auf den Standpunkt, daß die Reichs verfassung den bayerischen Ausnahmemaßnahmen nicht entgegen Stebe. Dabei stützt man sich insbesondere auf Artikel 178 Abj. S der Reichsverfassung, wonach Anordnungen der Behörden, die auf Grund bisheriger Gesetze in rechtsgültiger Weise getroffen waren, ihre Gültigkeit behalten bis zur Aufhebung im Wege anderweitiger Anordnung oder Gesetzgebung. Run besagt aber Artikel 178 auch, daß Gesetze und Verordnungen des Reiches, die vor der Weimarer Verfassung erlassen wurden, nur insoweit in Kraft bleiben, als ihnen die Reichsverfassung nicht entgegensteht Und da sind wir der Meinung, daß die banerischen Ausnahme maßnahmen mit einer Reihe von Verfassungsbestimmungen nicht mehr vereinbar sind. An dieser Auffassung ändert auch nichts daß das bayerische Oberste Landesgericht dahin entschieden ha daß die Ausnahmemaßnahmen in Bayern der Reichsverfassung nicht entgegenstünden. Letzten Endes hat ja nicht ein bayerisches Gericht, sondern die Reichsregierung darüber zu wachen, daß auch in den Einzelstaaten die Reichsverfassung bes achtet wird. Und in der Verfassung Find Bestimmungen vorhanden, die es der Reichsregierung sehr wohl möglich machen, gegen Bayern einzuschreiten, wenn es sich den Anordnungen des Reiches nicht fügen sollte. Allerdings wurde von dieser Möglichfeit immer nur dann gegen Regierungen, von Einzelstaaten Gebrauch gemacht, wenn es sich um eine Regierung handelte, die in Händen der U. S. P. oder R. P. D. lag. Die Polizeiwirtschaft in Bayern ist eine Schande nicht nur für Bayern selbst, sondern für ganz Deutschland. Es ist höchste Zeit, daß die Reichsregierung einmal aus dem Stadium der„ Erwägungen" heraustritt und endlich einmal beginnt zu handeln! Die Schande von Niederschönenfeld TU München, 23. Juli. Der Verfassungsausschuß des bayrischen Landtages lehnte gestern abend mit allen gegen sechs sozialistische Stimmen einen tommunistischen Antrag auf Einsegung einer parlamen tarischen Kommission zur Untersuchung der Beschwerden der poli tischen Gefangenen in der Festungs- Anstalt Niederschönenfeld ab. Die Regierung teilte mit, daß der radikale Teil der Ge fangenen den größten Terror entfalte, nadi herumlaufe, ein Brü gelfommando gegen. ruhige Gefangene gebildet habe, Rachepläne und Todesurteile gegen Anstaltsbeamte schmiede, an die Anstaltsleitung ultimative Forderungen stelle und beim Briefwechsel 6 es heimschriften anwende, indem sie beispielsweise mit durch 3uder verdidten Urin schreiben, so daß die Anstaltsleitung ein chemisches Laboratorium unterhalten müsse. Die widerspenstigen Gefangenen feien jene, welche, längst für Minister und Kom mandantenposten ausersehen, Angst vor dem Vergessenwerden hätten und sich burch Standalmachen immer wieder bemerkbar machen wollten. vorher angekündigt hatten, daß auch Minister Brandenstein fallen müsse, verstärkten nunmehr ihren Hezfeldzug. Jm Ministerialtollegium ergaben sich Unstimmigkeiten darüber, ob Minister Brandenstein zur Verlesung dieses Gutachtens berechtigt war. Um den ewigen Unstimmigkeiten ein Ende zu machen, hat Minister Brandenstein seinen Posten niedergelegt. Er will jedoch noch bis zum 15. Oktober im Amte bleiben, um die dringendsten Arbeiten zu erledigen. Wie die Kriegsverbrecher gearbeitet haben Eine Erinnerung an den 23. Juli 1914 Der frühere Reichskanzler Bethmann- Soffweg hat noch in seiner 1919 erschienenen Rechtfertigungsschrift behauptet, das österreichische Ultimatum an Serbien, das den eigentlichen Anstoß zur Entfesselung des Weltkrieges gegeben hat, sei ohne Kenntnis des Inhalts und ohne Billigung der deutschen Regierung erlassen worden. Auch der damalige Staatssekretär des Auswärtigen Amis, v. Jagow, fagt in seinem Buch über„ Ursache und Ausbruch des Weltkriegs", der deutschen Regierung seien die Entschlüsse Desterreichs zu spät mitgeteilt worden, daß ihr die Möglichkeit abgeschnitten war, dazu Stellung zu nehmen. Beide Behauptungen gehören in das Gebiet der Geschichtsfügen, mit denen die am Ausbruch des Krieges hervorragend Beteiligten ihre Schuld zu verschleiern suchen. Das österreichische Ultimatum an Serbien sollte ursprünglich am Morgen des 23. Juli in Belgrad überreicht werden. Aus den Berichten des sehr gut informierten deutschen Botschaf ters in Wien, Herrn von Tschirschky, hat die deutsche Regies rung das ganz genau gewußt. Auf Betreiben des Herrn von Jagow ist dann die Stunde der Ueberreichung auf 6 Uhr nachmittags des 23. Juli verschoben worden. Der Staatssekretär von Jagow hatte die Wiener Regierung da rauf aufmerksam gemacht, daß, wenn das Ultimatum vor diesem Zeitraum überreicht werden würde, die Nachricht da von noch vor der Abreise Poincarés aus Petersburg bekannt werden fönnte. Am 22. Juli, 6 Uhr nachmittags, ist eine entsprechende Depesche der deutschen Regierung an die österreichische dem Telegraphenamt in Berlin übergeben worden. Wenn also die deutsche Regierung eine Milderung des Ultimatums hätte erreichen wollen, so hatte sie noch sehr viel Zeit dazu. Die deutsche Regierung hat von dem Inhalt des Ultimatums genaue Kenntnis gehabt, denn es ist ihr in je einem Exemplar von dem österreichischen Botschafter Graf Szögeny und von dem deutschen Botschafter in Wien rechtzeitig übermittelt morben. Diese Begründung" der bayrischen Regierung für die Ablehnung eines solchen Antrages fachlich widerlegen au wollen, wäre Unfug. Fest steht, daß im Festungsgefäng nis Niederschönenfeld haar straubende Zustände herrschen, die aber nicht auf das Betragen der Gefangenen, fondern auf die Maßnahmen der Anstaltsleitung zurüdzu führen sind. Aus unseren Berichten, deren Darstellung durch gleichzeitige Berichte im Vorwärts" bestätigt wurde, ging das hervor. Und nun magen es die Mitglieder der bayrischen Regierung, diese höchsten Würdenträger des Lan bes, auf eine Beschwerde mit Sohn und dummem wit zu antworten. Dieses Verhalten zeugt von einem so er schreckenden Mangel an Ernst und Gewissenhaftigkeit bei diesen in so verantwortlicher Stellung stehen den Leuten, daß sich das deutsche Bolt dieser Erscheinung aufsschen Regierung hervorgehen. Der Inhalt des Ultimatums tiefste schämen muß. Wieder einmal haben die Kahr und Genoffen ein wohlgetroffenes Selbst porträt gezeichnet. Regierungsfrise in Thüringen Die reaktionären Kreise in Groß- Thüringen haben durch thre fyftematisch betriebene Hege ein neues Opfer zur Strede gebracht. Der Minister des Innern, Frhr. von Brandenstein, hat am 22. Juli in der Landtagssigung in Weimar die Erklärung abgegeben, daß er gewillt fei, aus seinem Amte au scheiben. Der Schritt des Ministers Brandenstein ist auf Meinungsver Siebenheiten im Ministerialfollegium zurückzuführen und hängt mit dem Abgang des Majors Müller- Brandenburg zu fammen. Müller- Brandenburg wurde durch rechtsstehende Kreise beschuldigt, die Staatspolizei in Thüringen für umstürzlerische 3wede bereit zu halten. Diese Beschuldigungen haben sich als un wahr erwiesen. Wie es sich herausstellte, gingen die Informationen über diesen Fall von einem Leutnant 2ampel aus, ber die ganze rechtsstehende Bresse mit Material versorgte. Auf eine Anfrage teilte der Minister Brandenstein vor einigen Wochen im Landtag mit, daß dieser Lampel ein unzuverlässiger Mensch sei. Aerztliche Autoritäten hätten Geistestrant. heit bei ihm festgestellt und zum Beweise dafür, verlas er ein ärztliches Gutachten. Die Rechtsparteien, die schon lange Das Peonage- System" in den Vereinigten Staaten In der englischen Zeitschrift Nineteenth Century and after" vom Jahre 1907 ist in einem„ Beonage- System" überschriebenen Auffah auf die Kulturblüten, besonders des ganzen amerikanischen Südens der Union, hingewiesen worden. Ebenso wie heute noch die preußischen Junter etwa ihr Herrentum zur Schau tragen, so Tebt in den Agrariern der amerikanischen Südstaaten bas Jbol des fchrantenlosen SfIapenhalters, ber den ganzen Staat und feine Gesetzgebung beeinflußt. Da die einzelnen Staaten der Union eine weitgehende Autonomie befizen, so ift non dieser auch schrankenlos Gebrauch gemacht worden, wenn dabei auch die Grundgesege der Vereinigten Staaten nicht nur verlegt, sondern auch aufgehoben wurden. Insbesondere richtete sich dieses Herrentum gegen die amerikanischen Neger. In den ganzen Südstaaten besteht heute noch ein mehr oder weniger verftedtes Peonage- System, das sich von der Sflaverei faum noch unterscheidet. Eine infame Gesetzgebung liefert die vielen Fallen, in die die arme Bevölkerung gefangen und zur Beute des Staates und der Stlavenjunker wird. Fast der ganze Süben, wie insbesondere der berüchtigte Staat Georgia, weiter Alabama, Nebraska ufm., unterhalten faft feine Gefängnisse. Die Verurteilten werden einfach auf die Dauer ihrer Strafe an Unternehmer verpachtet, die diese armen Menschen zu allen Gruben und sonstigen Arbeiten heranziehen, brutal ausbeuten und behandeln, so etwa, mie während des Krieges die Kriegsgefangene behandelt wurden. In einem Parlamentsbericht in Georgia wurden feinerzeit die hohen Einnahmen, die durch dieses System erzielt wurden, hervorgehoben, und es wurde mit Befriedigung festgestellt, daß der Staat nicht nur Geld sparte, sondern noch einen namhaften Gewinn erzielte, der zum Ausbau des Schulwesens verwandt wurde. Dieser Barbarei erfreuen sich nun nicht nur die Reger, sondern auch die weißen Proletarier, Bon Zeit zu Zeit wird die ameri tanische Deffentlichkeit burch besondere Borfälle aus dem dunklen Süden aufgerüttelt, ohne daß dieser Schmach begegnet wird. Alle Bräsidenten der Bereinigten Staaten erließen geharnischte Brotlamationen gegen diese Kulturschande; die Slavenvögte aber ließen sich in ihrem Gehaben nicht stören und tobien sich mehr denn je aus. Einen grausamen Beleg dafür hat der jetzige Gouverneur von Georgia, Sugh M. Darien, eben durch die Veröffentlichung eines Buches gegeben, in dem er die Zustände feines Staates jayilderte. Er fah feinen weiteren Ausweg, um ernsthaft und mit Das sind die geschichtlichen Tatsachen, wie sie aus den im Jahre 1919 veröffentlichten amtlichen Aktenstüden der deutwar so gefaßt, daß der Ausbruch des Krieges zwischen Desterreich und Serbien unausbleiblich war. Das wußte die österreichische Regierung, aber fie wollte den Kriegsausbruch, um an Serbien ein Erempel zu statuieren. Auch die deutsche Regierung hat genan gewußt, welche Folgen bas Ultimatum haben werde. Beide Regierungen waren sich aber weiter barüber klar, daß dieser österreichisch- serbische Krieg nur das Signal zur Entfellelung des Weltkrieges sein tönne. Die Mitschuld Wilhelms II. und seiner Ratgeber am Beginn des Bölfergemegels ist also geschichtlich bewiesen. Reine von intereffierter Seite verbreitete Geschichtsluge wird diese Tatsache aus der Welt schaffen. Der heutige 23. Juli, der Tag der Ueberreichung des österreichischen Ulti matums an Serbien, soll nicht nur die Erinnerung an jene fluchwürdige Zeit auffrischen, sondern den Willen der Arbeiterfiaffe ftärken, durch ihren Kampf wider Kapitalismus und Imperialismus eine Wiederholung solcher Ereignisse unmöglich zu machen. Amnestie uab Bergarbeiterstreit. Aus London wird gemeldet: Eine Abordnung von Arbeiterführern hat den Minister bes Innern aufgesucht und gefordert, daß für die während des Bergarbeiterstreits Berhafteten eine allgemeine Amnestie erfassen wird. Der Minister stellte aber feine allgemeine Amnestie in Aussicht. Erfolg gegen dieses Uebel ankämpfen zu fönnen, beshalb trat er mit feinen Dokumenten an die Deffentlichkeit. Eine Zusammenstellung von 135 Fällen aus den letzten zwei Jahren zeigt, in welch grausamer Weise die Neger mißhandelt, gelyncht, von Haus und Hof vertrieben und von ihren Familien getrennt wurden. ( Man sollte das die Weiße Schmach nennen.) Dorsey sagt zusammenfassend folgendes: „ Aus einigen Gegenden wird ber Neger vertrieben, als wäre er ein wildes Tier; in anderen wird er als Sflave gehalten; in wieber anderen darf es überhaupt feine Reger mehr geben. Ich habe mir teine Mühe gegeben, alle Fälle von Mißhandlung und Brutalität zusammenzubekommen. Wäre dies geschehen, so hätte mein Material, glaube ich, vervielfacht merben tönnen." Der Gouverneur erzählt weiter, wie ein 60 Jahre alter Neger, der mit Frau und zwölf Kindern auf einer unter unfäglichem Fleiß erarbeiteten Farm lebte, von weißen neidischen Farmern ohne daß er sich auch nur überfallen, angeklagt und schließlich zur Mehr setzte zu 500 Dollar Geldbuße und 1 Jahr am ..Rettengang" verurteilt wurde. Die Familie wurde von der Farm vertrieben, die Kinder dürfen sich nicht mehr im Staate bliden lassen, der alte Mann aber siecht unter den Beitschenhieben der staatlichen Stlaventreiber langsam dahin.„ Was", fragt der Gouverneur, hatte dieser Mann für ein Verbrechen begangen, wofür er so schwer zu büßen hatte? Er tat viel für die Erziehung seiner Kinder, und außerdem beging er noch das Verbrechen, auf seiner Farm vorwärtszukommen." 3u fagen wäre dazu noch folgendes: Die amerikanischen Neger haber ich ungeheuer fultusfähig gezeigt. Es gibt feinen Beruf, sei es Landwirtschaft, Sandwert, Kunst oder Wissenschaft. der nicht von ihnen ebenso beherrscht wird, wie von den Weißen, es hat sich sogar gezeigt, daß die amerikanischen Reger, die allerdings zum großen Teil nicht mehr reinraffig" find, unter gleichen Lebensbedingungen den Weißen an Kulturfähigkeit überragen. Der Reger wirb alfo den Weißen otonomisch gefährlich, und beswegen erfolgen alle diese Brutalitäten. Man will den Neger als willen und rechtloses Subjeft behandeln und nicht als Mensch werten und deshalb diese ihnen angetanene Barbarei. Man serbietet z. B. die Heirat in manchen Staaten zwischen Regern und Weißen, was zu ben tragischsten Konflikten führt. Es gibt nämlich viele Reger", bie gar feine mehr sind, die laufafische Gefichtszüge und glatte Saare haben und sich weder in ber Stimme, noch sonst von einem Weißen unterscheiden, die aber bas Unglüd hatten, daß ihre Vorfahren Neger waren.( Die reinen Neger, männlich wie weiblich, find nämlich schon an der Stimme erfennbar, und an vielen amerikanischen Barietébühnen treten weiße Artisten als Regerimitatoren auf.) Diese Menschen, die zumeist fulturell auch sehr hoch stehen, müssen in feparaten Negerwaggons reifen und sind sonst noch vielen, die Noch immer eine Frage In der Sozialistischen Korrespondenz" wird empfohlen, den Beschluß über ein neues Programm auf einen Späteren Parteitag zu verschieben. Dafür sollen die Ges genwartsfragen ausführlicher erörtert werden, neben dem Steuerprogramm die Frage des Zusammengehens der Sozialdemokratie mit der Deutschen Volkspartei. Der Parteitag müsse eine ganz konkrete Antwort darauf geben, ob es für die Sozialdemokratie in Preußen besser gewesen sei, völ lig aus der Regierung auszuscheiden oder sich mit der Deutschen Volkspartei zusammen in die Regierung zu sehen. Die Korrespondenz meint zwar, die Ablehnung des 3u sammengehens hätte eine Parteischädigung vermieden und wäre infolgedessen richtig gewesen, aber der Parteitag müsse nochmals zu dieser Frage Stellung nehmen. Diese Bemerkungen find deshalb interessant, weil sie zeigen, daß die Richtung, die einen Anschluß an die Deutsche Volkspartei sucht, bei den Rechtssozialisten offenbar über einige Stärke verfügt, obwohl man nach den großen Redensarten, die im Preußischen Landtag gemacht wurden, hätte glauben müssen, daß die Rechtssozialisten den Anschluß an die Stinnesmannen unter feinen Umständen wünschen. Leichtgläubige Gemüter werden jegt eines Besseren belehrt. Eine Niederlage der Faszisten Aus der Provinz Florenz waren 400 Falzisten ausgezogen, um gegen die Kommunisten- Stadt Sfarzana bei Pisa eine„ Strafexpedition" zu unternehmen. Die Behörden waren aber vorbes reitet, und als die Fassisten vor der Stadt antamen, stießen sie auf eine Abteilung Militär, die auf die Eindringlinge Feuer gab. Nach den Darstellungen der bürgerlichen Preise sollen auch die Einwohner bewaffnet und mit Gewehren gegen die fliehenden Faszisten vorgegangen sein. Bisher wurden 27 tote Faßzisten ges zählt, sehr viele sind durch Schüsse und Dolchstöße verwundet worden. Die Diese Vorgänge haben bereits Nachwirkungen gehabt. Faizisten erzwangen in einer Reihe größerer Städte, wie Bologna, Genua und Florenz zum Zeichen der Trauer die Schließung der Läden und der Theater. Aber auch politische Fotzen dürfte dieses Ereignis haben. Der Ministerpräsident Bonomi hatte Einigungsverhandlungen zwischen Fassisten und Sozialisten ange bahnt. Sie find jekt abgebrochen worden, und die Blätter der Rechten fordern bereits zum Sturze des Kabinetts Bonomi auf, weil er gewagt hat, gegen die Falzisten schärfer vorzugehen, als sie es bisher gewohnt waren. Rommunistenhehe in Jugoslavien Freitag vormittag ist der frühere jugoslavische Innenminister Drastowitsch in Delnice, wo er sich zur Erholung aufhielt, von dem bosnischen Tischlergehilfen Alia Aliagitsch erschossen worden. Nach den offiziellen Meldungen soll der Täter Kommunist sein und die Tat auf Grund des Beschlusses eines Terroristenaus Schuffes ausgeführt haben. Sie soll im Zusammenhang mit einer großen Verschwörung stehen, an der weite jugoslavische Kreise be teiligt seien. Das Attentat hat der jugoslavischen Regierung Gelegenheit ge geben, eine müfte Seke gegen die Kommunisten zu entfeleln Ministerpräsident Paschitsch hat infolge des Ereignisses eine Aus landsreise, die er am Sonnabend antreten wollte, verschoben. Das Parlament soll sofort zusammentreten, um die Maßnahmen, bie die Regierung gegen die Komunisten beschließen will, zu bes ftätigen. 600 Personen, die den verschiedensten Gesellschaftstreifen angehören, sollen bereits perhaftet sein. Durch Feuer vernichtet. Freitag abend brach in dem Holzlager der Firma Grenz u. Co. in Bamberg ans unbekannten Urjamen ein gewaltiges Großfeuer aus, bem trot stundenlanger Arbeit der Feuerwehren die ganze Anlage mit großen Vorräten im Werte von Sunderttausenden von Mark zum Opfer fiel Folgen der Dürre in Stadinavien. Die andauernde Dürre und bie große Sitze drohen für ganz Nord- und Osteuropa zu einer Katastrophe zu werden. Jn Dänemart ist nur eine sehr unbe friedigende Ernte zu erwarten. In Schweden ist der Götatanal, bie große Verkehrsroute zwischen Stocholm und Göteborg, beinahe ausgetrodnet. Wenn ber Regenmangel anhält, wird es notwendig sein, den Kanal für größere Fahrzeuge zu sperren. Menschenwürde verlegenden Bestimmungen ausgesetzt. Unter solchen weiblichen-Regern gibt es besonders im Staate Louisiana hervorragend berüdende Schönheiten, die vielfach französisch- Spanisches Blut in ihren Adern haben und oft in glüdlichster Gemeinschaft mit Weißen leben. Sie dürfen aber nicht gefeglich heiraten und ihre Kinder werden gesellschaftlich gemieben. Diefer Standal des ganzen Südens der Vereinigten Staaten, der burch verschiedene Mordtaten der letzten Zeit die ganze ameri Lanische Bresse beschäftigt, läßt die New Yorker Boltszeitung" folgendes fagen: " In der Tat, wir haben ein Recht, auf die amerikanische Kultur und Zivilisation stolz zu sein. Und wie nötig hatten wir es, die amerikanische Demokratie nach Europa zu exportieren!" Wir haben diesem Urteil nichts hinzuzufügen. B. Rudner Ein neuer Sprechchor Die meisten Leser der Freiheit" werben sich gewiß mit Freuden ant die Proletarischen Feierstunden erinnern, die uns im ver gangenen Winter so oft im Großen Schauspielhaus vereinigt haben. Schöne Stunden menschlicher Gemeinschaft und wirklicher Feier haben wir dort miteinander erlebt. Und wenn die große, Schöne und echt sozialistische Absicht dieser Feierstunden: nicht einem genießenden Publikum Kunstgenüsse zu servieren, sondern aus Rünstlern und Hörern eine große gemeinsam fühlende Ge finnungsgemeinde zu schaffen, wenn diese schöne Absicht zuweilen Wirklichkeit wurde, so ist das wohl vor allem dem Sprechchor zu banken, der nicht durch Einzelleistungen, sondern als von einem gemeinsamen Gedanken und von gemeinsamen Gefühlen bewegte Masse die verwandte Masse der Zuhörerschaft nicht zum Genießen, sondern zum Erleben mitriß. Wollen wir im nächsten Winter wieder solche gemeinsamen Feierstunden erleben, so muß wieder ein Sprechchor geschaffen werden. Jeder Genosse, ob alt, ob jung, ob Frau, ob Mann, der die Lust und die Fähigkeit in fich fühlt, an dieser schönen Aufgabe sich zu beteiligen, möge sich aur Berfügung stellen! Borkenntnisse, Vorbildung sind nicht nötig. Alles Nötige wird in gemeinsamer Uebung gelernt. Die Parteigenossen, die Ichon dem vorjährigen Sprechchor angehörten, find natürlich besonders willkommen. Meldungen mit genauer Abreffe werden erbeten an: Arbei ter Bildungs gule, Breite Str. 8-9. Die einzige Bedingung ist: Zugehörigkeit zur U. S. P. D. Die Egl- Gesellschaft im Königgräger Theater verbreht bas Sprichwort von der Sechzeit zu Kanaan: Erst den guten, bann den schlechten Wein" in fein Gegenteil. Sie hat mit Schönher Metallarbeiter! Auf zur Delegiertenwahl! Im September wird die Arbeiterschaft der Welt auf Jena bliden. Die Generalversammlung des Deutschen Metallarbeiterverbandes, dieser achtunggebietenden Macht, ist ein Ereignis von weittragender Bedeutung. Die Entscheidungen dieser Macht werden beispielgebend fein für breite Massen der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft der Welt. Eurer Organisation, deutsche Metallarbei ter, gehührt eine führende Stellung in der Internationale Eurer Organisation- denn sie ist die Schöpfung Eures Seiftes, das Wert Eures Dentens und Eurer Kämpfe. Den Kusbau der Organisation gilt es in Jena. Und die taftifchen Linien müffen gefunden werden, die Gewähr dafür bieten, daß Euer Wille Tat und Wirklichkeit werde- inmitten des Chaos der Wirtschaftskrise und im Gähren revo lutionärer Zeit. Sorgt dafür, daß die Generalversammlung Euer in früheren Jahrzehnten geleistetes Wert fröne. Die Entscheidungen von Jena müssen barstellen. eine Leistung Denn auch Staatsgewalt und Unternehmertum nehmen auf ihre Art Anteil an Eurer großen Tagung. In Jena werden sie den Geist erkennen müssen, der in der Arbeiterschaft lebendig ist. Zwei taktische Möglichkeiten liegen nahe und bedrohen die Gewerkschaftsbewegung: das Berharren in einseitiger und ausschließlicher Lohnpolitit, die den Lohngroschen über alles setzt und ihm das große 3ufunftsinteresse der Arbeiterklasse opfert, oder das Berfinten in phrasenhaftem Radau und utopisti icher Revolutionsphantasterei Beide Wege find falsch. Der erste Weg ist gleichzusetzen ber Profitdevise des Unternehmertums, wonach das Ziel erreicht ist, wenn der Schornstein raucht". Er führt daher mit innerer Notwendigkeit zur Borstellung von der Gleichheit der Interessen. Der andere Weg lähmt die Gewerkschaft bei der Erfüllung ihrer täglichen fleinen Aufgaben, die in ihrer Gesamtheit von unendlicher Bedeutung find. Metalfarbeiter! Schütt Eure Organisation vor beiden Jrrwegen durch die Wahl von Männern und Frauen, die Zähigkeit, Eifer, Sorgfalt und Sachkenntnis im Tagestampf verbinden mit renolutionärem Kampfeswillen, der sich orientiert an der Erkenntnis der Lage der Arbeiterflasse und belebt wird vom Willen zur Macht. Gewiß ist der Lohnfampf wichtig! Aber jeder Schritt im Lohnkampf muß getragen sein von der Jbee, daß Wohl, Wille und Machtsteigerung der gesamten Arbeiterklasse durch ihn gefördert werden müssen. Und ein neues tommt hinzu: die organisierte Arbeiterschaft muß festen Fuß fassen in der Produktion, muß der Lohnpolitik eine von sozialistischem Geist erfüllte Produktionspolitik hinzufügen, muß Macht gewinnen, um die Produktion plan mäßig zu gestalten. Auch hier müssen sich zähe Kleinarbeit am täglichen Objekt verbinden mit dem Klasseninteresse des Proletariats. Richts darf geschehen, was nicht geeignet wäre, der Gesamtheit der Arbeiterklasse zu dienen. Auch auf diesem neuen Gebiete und hier vor allem muß die Arbeiterklasse ihre eigenen Wege gehen und eine unabhängige und selbständige, nur vom Geiste des Sozialismus geleitete Politif betreiben. angefangen und spielt jetzt Anzengruber. Schönherr möchte ein Bollsdichter sein. Anzengruber ist einer. Der Gwis fenswurm ist eine richtige Bauerntomödie, ein wirkliches Bollsstüd. Man darf nun beileibe nicht erwarten, daß es die Einfachheit, Schlichtheit und Nüchternheit selbst ist. D nein! Es hat eine ganz gehörige Bortion Sentimentalität und Rühr seligteit. Einfache Leute lieben wohl die Einfachheit, aber auch die Rührseligkeit muß dabei Jein; vor allem, wenn fie ins Theater gehen. Da wollen sie nicht nur ihr Alltagsleben barge= Stellt fehen, sondern: zwar ihr Leben, aber durch Rührung ver Schönt. Aus diesez findlichen Mischung von Lebenswahrheit und rührender Sentimentalität besteht der G'wissenswurm" und der ganze Anzengruber. Es ist eine gefährliche Mischung manch mas geht's scharf an der Geschmadloftgteit vorbei aber immer mieder bleibt der Dichter in Anzengruber Sieger und führt über alle Sentimentalität zurüd zum einfachen, starten, echten Gefühl. -Die Eri- Leute treffen im großen und ganzen den richtigen Ton. Es ist eine mertwürdige Mischung von Echtheit und Salbs echtheit in ihnen. Nur Ludwig Auers Leistung ist ganz lüdenlos und voll. Er bringt es jogar fertig, im bramatischen Höhepunkt des Stüdes ein ganz sentimentales Lied auf eine Weise vor sich hin zu fingen, daß man nicht weiß, ab man lachen eder meinen soll. Wer macht ihm das nach? Anna Er! und August Burger waren ein niedliches, junges Liebespaar. Rur Eduard Kid übertrieb und war oft tein scheinheiliger Erbschleicher mehr, sondern schon fast ber leibhaftige Gott- eibei- uns nur glaubte man's ihm nicht. H. S. Saber die Profefforen gelogen? Der Deutsche Pazifistische Studentenbund hat in feiner legten Mitgliederversammlung vom 19. Juli b. Js, folgende bankenswerte Resolution beschlossen: Herr Profeffor Nicolai veröffentlichte im April 1920 eine Erklärung, in der er den Senat der Berliner Universität in bezug auf das Senatsurteil vom 5. März v. Js. der glatten unwahrheit und bewußten Berleumbung zieh. Im Laufe der Zeit hat Herr Brof. Nicolai die betreffenden Professoren mehrfach öffentlich und amtlich der bewußten Lüge und Berleumdung beschuldigt und Herrn Brofessor Eduard Meyer einen Agent provocateur" genannt, ohne daß Herr Profeffor Eduard Mener oder einer der übrigen zwölf Profefforen auf diese Beschuldigungen geantwortet hat. Dieles Berhalten der Berliner Brofessoren ist dazu angetan, das Ansehen der beuten 3illenialt im In- und Auslande aufs schwerfte zu schädi gen. Wir Studenten haben ein Recht darauf, über den tatsäch lichen Sachverhalt restlos aufgeklärt zu werden, und erwarten baher von den betreffenden Brofessoren, daß fie in aller Deffentli@ leit zu den Behauptungen und Vorwürfen des Serrn Brofessor Nicolai Stellung nehmen." Die neue Bibliothef in Löwen wird ihre Grundsteinlegung am 28. Juli begehen. Gelehrte aus den Ententestaaten wohnen dem feierlichen Afte bei. Deutschland ist bekanntlich im Bersailler Bertrag verpflichtet worden, burch Stellung von Büchern die Wiedererrichtung der Bibliothet zu erleichtern. Lelder it h Jena ist bestimmt, diefen Weg zu suchen. Nicht nur für Nicht nur für die Metallarbeiter, sondern für die Arbeiterklasse. Die Metallarbeiter Deutschlands sollen sich als Vortrupp der deutschen Arbeitertiaffe bewähren, der dem Gegner Respekt und der Arbeiterschaft Stolz und Vertrauen auf den Sieg einflößt. Denkt daran, Genossen, wenn ihr zur Wahl geht. Wählt die Liste A Jhr bewahrt damit Eurer Organisation und ihrer Tradition die Treue. Gebt den Männern und Frauen Eure Stimme, die die Gewähr bieten für eine Kampfestaktit, die der Arbeiterklasse dient und der Organisation der Metallarbeiter und ihren Berufsinteressen zugleich. Auf zur Wahl! Aus dem Wahlkampf Da der Wahlkampf im Metallarbeiterverband gegen eine fommunistische Liste zu führen ist, bewegt er sich zum Teil auf einem Niveau, das in seiner Niedrigteit ganz dem fommunistischen We sen entspricht. Es ist nicht ohne Ueberwindung möglich, diesen an Argumenten so armen und dafür an Phrasen und Verleumdungen Jo reichen Gesellen auf ihrer Bahn zu folgen, aber das Geschäft des Wahlkampfes erfordert es leider. So behauptet die Rote Fahne" 3. B. gestern, von den 95 Kandidaten der Liste A befänden sich 26 im Anstellungspers hältnis, während die Männer der Liste B. ausschließlich den von den Bürgerlichen so sehr geliebten schlichten Mann" aus der Werkstatt" zur Wahl präsentiere. Zunächst ist die erste Behaup tung gelogen. Von den 95 Kandidaten der Liste A sind noch nicht einmal zehn Genossen in einem Angestelltenverhältnis. Dagegen weiß jedes Kind, daß fast die gesamte Bhalang der sogenannten Gewerkschaftsfachleute der VKBD. längst als betriebsame Agenten von Mostan mit dem Gelde der VKPD. ausgehalten werden. Ist schon die Absicht, die Angestellten durch eine solche Erwähnung ihrer Beteiligung an den Kandidatenlisten in den Augen der Wählenden herabzuwürdigen, verwerflich, so ist es geradezu unmöglich, für diesen bewußten Schwindel eine Bezeichnung zu finden. Ferner machen die kommunistischen Agenten, die im Wahlkampf ihr Unwesen treiben, unseren Parteigenossen daraus einen Borwurf, daß sie ein Bündnis" mit der S. P. D. geschlossen hätten. Dazu ist zunächst zu sagen, daß dieses Bündnis einfach badurch entstehen mußte, daß das Statut des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes eine Verhältniswahl nicht zuläßt. Sollten also drei oder noch mehr Kandidatenlisten aufgestellt werden? Sollte man zugeben, daß der Wahlkampf ausartet in ein wüstes Gezänt, das das Ansehen der Organisation hätte schädigen müssen, ohne daß die Möglichkeit besteht, ein einigermaßen erfprießliches Ergebnis in Gestalt der Berteilung der Kandidatenzahlen nach dem Verhältnis der Stimmen zu erzielen? Auch diese Erfindung ist so recht tommunistisch. Aber auch hier tommt zum bemagogischen Trid die bewußte Unehrlichteit. Aus sehr zuverlässiger Quelle wird uns betannt, daß Herr Oskar Rusch im Auftrage der fommunistischen Fraftion tagelang bemüht war, ein Zusammengehen mit der SPD.- Fraktion zu erzielen. Er bemühte sich. den SPD.- Metall arbeitern flar zu machen, daß es auch in ihrem Interesse sei, wenn zunächst einmal die USB aus der Organis sation entfernt werde. Der Abgesägte wäre also gern mit einem von der SPD. bezahlten Billett nach Jena gefahren. Müffen wir diesem Tatbestand noch etwas hinzufügen? Wir wie glauben es nicht, denn diese Vorgänge zeigen von neuem, biefe Gefellen bei Tage betrachtet aussehen. Neugestaltung der Zeitungsliste Nach einer Denameldung wird im Reichspostministerium erwogen, die wertvolle Arbeit, die in der Zeitungspreisliste enthalten ist, der Allgemeinheit nugbar zu machen. Die Liste, in der alle in Deutschland erscheinenden Zeitungen sowie die in Deutschland durch die Bost zu beziehenden ausländischen Zeitungen aufgeführt find, foll weiter ausgestaltet und zu einem Nachschlagewert für das inserierende Bublifum und die Annoncenexpeditionen gemacht unjere bornierte Universitätswelt gar nicht richtig bewußt, wie fehr fie verpflichtet wäre, durch große freiwillige Lieferungen das Verbrechen zu fühnen, das sie seinerzeit gebilligt hat. Elektrische Wundbehandlung. Eine Methode, um Bazillen, durch die Wunden infiziert sind, mit Hilfe der Elektrizität zu zerstören, ist von dem englischen Arzt Bollingwood Fenwid angegeben mor ben, der darüber im British Medical Journal berichtet. Fenwid hebt hervor, dak bisher noch niemand vor ihm auf den Gedanken getommen sei, Batterien durch Elektrizität zu vernichten, und er glaubt, daß diese elettrische Behandlung fünftighin im Kampf gegen die Wundfrankheiten eine große Rolle spielen werde. Es ist ihm gelungen, mit Hilfe dieser neuen Methode Fälle, die bes reits ganz hoffnungslos erschienen, schnell zur vollständigen Heilung zu bringen. In einem Fall hatte ein Mann eine schwere Sepfis am Unterarm, die durch die gewöhnliche Behandlung nicht behoben werden konnte. Der Arm wurde darushin in eine Por jeffanwanne gelegt, bie mit einer Salzlösung gefüllt war, und bann ließ man den elektrischen Strom hindurchgehen. Am folgenben Tage befand sich der Arm schon in einem viel besseren 3uStande, der von Tag zu Tag zunahm, und nach zehn Tagen war er vollkommen geheilt. Tiefe Wunden von Granitsplittern, die bes Jonders schwierig zu behandeln find, wurden mit dem gleichen Erfolg furiert. Tages- Notizen Theater. Die Dielenbege" im Theater in der Kommandantenstraße ist auf Sonnabend verschoben worden. Karten behalten ihre Gültigkeit. Bom Neuen Boltstheater. Direttor Séin; Goldberg tritt mit dem heutigen Tage auf seinen Wunsch von der Leitung des Neuen Boltstheaters zurid. Er ist indeffen aufgefordert morben, auch in der kommenden Spielzeit die Inszenierung einzelner Werfe zu übernehmen. Für die weitere Leitung des Neuen Volkstheaters ist von der Boltsbühne E. B., die das Saus seit mehreren Monaten bewirtschaftet, Dr. S. Nepriepte bestimmt worben. Die Arbeiter Kun- Ausstellung( Beiersburger Str. 39), mit Bildern som ArBeiter Maler Otto Ragel, ist nur noch bis 31. Juli geöffnet. hrane gen: Sonntag, den 24. Juli, vormittags 10 Uhr und abends 7 Uhr. Blüthner Orchester. Das nächste Städtische Bolfskonzert findet Montag 8 Uhr in bez Brauerei Königftabt unter Leitung von Theodor Mingersbott Patt. Programm: Wagner Abenk. Karten bei Horsch, Engelufer 15, Drchesterbureau, Lükowftraße 76( 11-1 Uhr), Freiheit", Breite Straße, und Abendkasse. Botanischer Garten. Rad minifterieller Verfügung wird im Botanischen Garten zu Dahlem vom 25. Juli ab am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag eine Eintrittsgebühr son 1 Mart erhoben. An den übrigen Tagen bleibt ber Zutritt fret. Der Garten t während des Gommets fortan geöffnet Den 7-7, an Gann- und Feiertagen 10-7 Uhr. Die Schauhäuser find offen von 10-12 und 1-6 Uhr. Botanische Sonntagswanderungen. Die Volkshochschule Groß- Berlin veranstaltet während der Ferienmonate vier botanische Wanderungen unter fachmännischer Führung. Die erße Wanberung ftabet am fommenden Sonntag( 24. 3alt) ftatt. Biel: Michenbart( Strede Beelis- Seinätten). bfahrt: 6.30 hr fel som Bahnhof Charlottenburg. Benagung ber Bäderfammlung ber Raiser Wilhelm- fabemle. Die Benutzung biefer größten webisinifden Bibliathet Garopas, ble allen deutschen Herzten, Zahnärzten, Tierärzten und Apothelern sowie ben Stubierenben dez Universität und her terärailies Sadhule Berlins effen Reht, wird som Ende biajes Monats en wefentlig fetatest Die Bidjezet is ben Räumen bes Reichsarbeitsmfuifteriums( Ede Jesaftben z. Charnhorse) untergebro werben. Zu dem 3wede soll die Zeitungspreisliste fünftig außer dem Titel der Zeitungen Angaben über die Anzeigenpreise, Größe der Zeitung, Zeilenhöhe, Zeilenbreite bringen. Der erste Teil der Liste mird alle deutschen und die in fremder Sprache ers scheinenden Zeitungen, der zweite die deutschen Zeitungen nach Berlagsorten alphabetisch geordnet, der dritte die Fachzeitschriften nach Fachgruppen aufgeführt enthalten. Besonderen Wert wird. die Preisliste dadurch erhalten, daß regelmäßig monatlich Nachträge und Berichtigungen vierteljährlich in Ergänzungsheften zu fammengestellt werden, so daß jedem Käufer jederzeit ein nac bem neuesten Stande berichtigtes Stüd zur Verfügung steht. Selbst wenn dieser Plan auf den Widerstand der bürgerlichen Annoncenexpeditionen stoßen sollte, die bisher schon derartige Zeitungstataloge herausgegeben haben, so müßte das Unter nehmen doch verwirklicht werden. Verlangt muß allerdings wer den, daß das Postministerium nicht bureaukratische und fistalische Methoden anwendet, sondern sich lediglich von taufmännischen Gefichtspunkten leiten läßt, wenn der beabsichtigte 3wed, der Bost neue Einnahmen zuzuführen, erreicht werden soll. Die Reaktion in Lettland Wie uns ein Brivattelegramm aus Riga meldet, ist Genosse Braun, der Vorsitzende des der Internationalen Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Parteien angeschlossenen sozialdemokratischen Bundes" in Lettland, amnestiert worden. Braun war auf Grund der Aussagen eines Polizeispigels von einem Kriegsgericht in Riga wegen bolschewistischer Propaganda" zum Tode verurteilt worden und im Anschluß daran hat eine Nera der Verfolgungen gegen die Partei und sozialistische Presse begonnen. Die stürmischen Forderungen des lettländischen Proletariats, die von der Sozialistischen Arbeitsgemeinschaft nachdrüdlich unterstügt wurden, haben nun zur Folge gehabt, daß Genosse Braun amnestiert worden ist. Ob die lettländische Reaktion damit lediglich einen Ausnahme fall geschaffen oder ob sie sich unter dem Drude der Arbeiterschaft dazu entschlossen hat, den sozialistischen Parteien die volle Be wegungsfreiheit wiederzugeben, ist aus der uns zugegangenen Meldung nicht erkenntlich. Schwere Anklagen gegen einen bayrischen Minister. Nach einer Meldung aus München wird der bayrische Minister von Frauendorfer der Fälschung altrömischer Münzen beschuldigt. Frauendorfer ist plötzlich verschwunden, und es wurde mit geteilt, daß er in sein Amt nicht mehr zurückkehren werde. Die Angelegenheit soll bereits die Anflagebehörde beschäftigen. Eine Stadt ohne Arbeitslose. Da der Geschäftsverkehr in den Tertil- Fabriten des thüringischen Städtchens Pößned feit einiger Zeit recht gut ist, und sich auch die Bautätigkeit belebt hat, ist diese Stadt jeit einigen Tagen ohne Arbeitslose. Groß- Berlin Der Obst und Gemüsehandel Die Entwidlung des Verkehrs mit Lebensmitteln hat die vots handenen Markthallen überschritten. Die Räumlichkeiten reichen nicht mehr annähernd aus, um den Handel zu fassen und es hat sich ein immer größerer Teil davon auf die Straße begeben müssen. Besonders der Obst- und Gemüsehandel findet heute nur noch zum Teil unter Dach und Fach statt. Wer in den frühen Morgenstunden in die Nähe der Zentralmarkthalle tommt, findet die ganzen angrenzenden Straßenzüge geftedt voll Wagen, von benen direkt verkauft wird. Das entspricht eigentlich nicht den polizeilichen Vorschriften, aber die Ware würde verderben, wenn man dagegen rigoros einschreiten wollte. 3wei große Sallen filt ben Engrosverlauf von Fleisch und Gemüse sind immer noch nicht fertig, und die Berteuerung der Baustoffe läßt ihre Inbetrieb nahme auch nicht so bald erwarten. Die Zustände, die sich infolge davon entwickelt haben, sind natürlich nicht sehr erfreulich, aber es wäre eine große Unvernunft, wenn man aus organisatorischen Gründen diefen ungeregelten Verkehr unterbinden wollte. Die Jntereffenten freilich sind anderer Meinung. Die ,, Arbeitsgemeinschaft zur Prüfung der Preisverhältnisse auf dem Berliner Obst- und Gemüsemartt", in der die Produzenten den Ausschlag geben, hat dieser Tage eine Entschließung an das Polizeipräsidium gerichtet, in der sie die Vertreibung des Straßenhandels aus der Umgebung der Zentralmarkthalle verlangt. Man denkt dabei freilich nicht an die Produzenten, für die man in Gegenteil die polizeiliche Erlaubnis hier zu erhalten verlangt. Das ist nichts anderes als ein Versuch zur Monopolisierung des Obst- und Gemüsehandels, denn man würde nicht dabei stehen bleiben, den Straßenhandel aus der Nähe der Zentralmartthalle zu beseitigen, sondern ihn allmählich ganz zu erdrosseln versuchen. Es hat sich gezeigt, daß der Straßenhandel sozial von hoher Bedeutung ist, da er einer großen Zahl von Existenzen. die sonst arbeitslos wären, Verdienstmöglichkeiten bietet. Darüber hinaus würde die Resolution die Preisbildung auf dem Oost- und Ge= müsemartt völlig in die Hände der Produzenten Tegen, so daß man fich von vornherein nicht scharf genug gegen diese Absichten wehren fann. Tatsächlich befindet sich eine Neutegelung der Straßenpolizeiordnung in Vorbereitung, die voraussichtlich zum 1. Oktober in Kraft treten und den Straßenhandel aus der Um gebung der Zentralmarkthalle verbannen soll. Es würde dafür ungefähr folgender Umkreis in Frage kommen: Neue Friedrichstraße, Königstraße, Spandauer Brüde, Dirdfenstraße, Neuer Markt, Münzstraße. Selbstverständlich denkt man dabei nicht daran, die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft auszunehmen. Aber auch dieses generelle Berbot scheint uns durchaus unangebracht zu sein. Wichtiger als straßenpolizeiliche Bedenken ist doch wohl die möglichst reichliche Versorgung Berlins mit Nahrungsmitteln, ganz davon abgesehen, daß derartige Maßnahmen in der Praxis fich bisher fast immer als undurchführbar erwiesen haben. Die Markthallen sind bekanntlich nur bis 6 Uhr geöffnet und besonders in der heißen Jahreszeit besteht häufig die Gefahr, daß eintreffendes Obst fich bis zum nächsten Morgen nicht mehr hält. Schon darum läßt sich der Verkauf vor der Markthalle nicht immer umgehen. Es wird geltend gemacht, daß der Bertauf auf der Straße die Standinhaber innerhalb der Salle schädigt, weil diese die ziemlich erheblichen Kosten des Abladens zu tragen haben, und man befürchtet, daß eine Abwanderung zu dem sogenannten Markthallenvorstand" stattfinden würde. Das würde auch eine Schädigung der Markthalle bedeuten, die zu einem erheblichen Teile von Obst- und Gemüseverkäufern gefüllt wird. Uns erscheint diese Gefahr nicht so groß. Allein die Abhängig feit von der Witterung wird einen sehr großen Teil der Bertäufer immer an die Salle fesseln, und es würde auch ein Wechsel mit Verkäufern anderer Waren eintreten, die sich zum Straßen verkauf nicht eignen. Beispielsweise der offene Verkauf von Fleisch bringt so ezhebliche gefundheitliche Gefahren, daß gegen ihn mit allen Mitteln eingeschritten werben muß; während gegen den Obst und Ge müsehandel nicht so viel einzuwenden ist. Es wäre fein großes Unglüd, wenn man ihn ruhig auf der Straße belassen wollte, und es mürbe fich fogar durch eine Konzessionierung eine neue Eins nahmequelle für bie Stadt eröffnen. Die Notftandstarife für Fernverkehr Die Notstandstarife für Wochenkarten des Fernverkehrs find nun ebenfalls erschienen. Sie sehen, ebenso wie die bisher gültigen Tarife nur Entfernungen bis zu 50 Kilometer vor. Die soeben veröffentlichte Preistafel dieser Notstandstarife, die, wie auch die neuen ermäßigten Sähe der Monatstarten im Fernver tehr zum 1. September d. J. in Kraft treten sollen, beginnt mit der niedrigsten Entfernung, für die überhaupt Wochenkarten aus: gegeben werden( 1-6 Kilometer) für die der Preis auf 3,30 Mark festgesetzt ist, während die bisher geltenden Breistafeln als die niedrigste Entfernung 1-7 Kilometer zum Preise von 6,50 Mart vorjahen. Die verhältnismäßig große Ermäßigung erklärt sich einmal aus der Ermäßigung der Preise für die Monatstarten 4. Klasse um rund 20 vom Hundert und zweitens daraus, daß die Breisberechnung der Wochenfarten nach anderen Grundsägen als bisher erfolgte. Während die ersten, jegt gültigen Preise für die Wochenkarten ein Drittel des Preises der Monatstarten für die gleiche Entfernung fosteteten, so wird jezt der Preis der Wochen tarte rund ein Viertel des Preises der Monatstarten 4. Klasse für dieselbe Strede foften. Die neuen Preise sind also wesentlich herabgesetzt, so daß die Ermäßigung nicht wie bei den Monatsfarten 20 vom Hundert, sondern etwa 35 vom Hundert beträgt. Die Preise gestalten sich gegenüber den seit dem 1. Juni geltenden Säßen, wie folgt:( Die eingeklammerten Zahlen bedeuten die jegt geltenden Säge.) 1-6 Kilometer 3,30 Mart, 7 Kilometer 3,80( 6,50), 8 Kilometer 4,30( 7,-), 9 Kilometer 4,80( 8,-), 10 Kilometer 5,50( 9,-), 11 Kilometr 6,-( 10,-), 12 Kilometer 6,50( 11,-), 13 Rilometer 7,( 12), 14 Kilometer 7,50( 13,-), 15 Kilometer 8, ( 13,-), 16 kilometer 8,50( 14,-), 17 Kilometer 9,-( 15,-), 18 Kilometer 9,50( 16,-), 19 Kilometer 10,-( 19,-), 20 Kilometer 11,( 18,-), 25 Kilometer 13,-( 22,-), 30 Kilometer 16,-( 26,-), 35 Kilometer 19,-( 31,-), 40 Kilometer 21, ( 35,-), 45 Kilometer 24,-( 39,-) und 50 Kilometer 26, ( 44,-) Mart. Neben diesen Preistafeln ist dann noch eine weitere neu als Rotstandstarif herausgegeben worden, die die Preise für Schülermonatstarten in allen drei Klassen( 2., 3. und 4. Klasse) enthält, die ebenfalls als türzeste Entfernung den Breis für 1-6 Kilometer enthält, der für die 2. Klasse auf 16, für die 3. Klasse auf 9,50 und für die 4. Klasse auf 6,50 Mart festgesetzt ist. Im allgemeinen betragen diese Preise die Hälfte der Preise der Monatstarten des Fernverkehrs. Die neue Preistafel, die im Personen- und Gepädtarif bisher nicht enthalten war, sieht Entfernungen bis zu 60 Kilometer für die Schülermonatstarten vor. Rücksichtslosigkeit der Neuköllner Polizei Als eine grobe Rüdsichtslosigkeit gegenüber den Bürgern ist das Verhalten der Schußpolizei Neukölln zu bezeichnen, die ihre Uebungen im Handgranatenwerfen auf dem östlichen Teile des Tempelhofer Feldes abhält, wie es 3. B. wieder am Mittwoch, 20. d. M., geschehen ist. Nicht nur, daß die ganz in der Nähe befindlichen Anlagen der Stadt von Erholungsbedürftigen gemieden werden müssen, werden auch die Bewohner des westlichen Neukölln in ihrer Ruhe erheblich gestört, wenn schon von 8 Uhr an bis nach 10 Uhr vormittags ein fortwährendes Getöse die Fensterscheiben erflirren läßt. Ebenso ist das Erschrecken der Kinder bei gleichzeitigem Explodieren von vier bis acht Handgranaten feine Annehmlichkeit für die Mütter. Von der Leitung der Polizeiabteilung Neukölln muß erwartet werden, daß fie derartige Uebungen, über deren Notwendigkeit im Bublitum wohl andere Anschauungen bestehen, an eine Stelle hin verlegt, wo die Bevölkerung dadurch nicht belästigt wird; es stehen zu diesem Zwede noch genügend Schießstätten in der Umgebung Berlins zur Verfügung. Daß trok wiederholter Beschwerden darüber immer noch teine Abänderung getroffen worden ist, be= weist, daß die Rüdfichtnahme auf das Publikum zumindest bei der Polizeiabteilung Neukölln nicht an erster Stelle steht. Parteijubilare. Der 6. Abteilung des 20. Diftritts gehören wei Genossen an, die in diesem Monat in voller geistiger Frische das Jubiläum der 25jährigen Parteimitgliedschaft be= gehen. Es sind dies die Genossen Ostar Hönide und Albert Lid. Mägen fie noch recht lange zum Vorbilde der jüngeren Genossen der Arbeiterbewegung ihre unermüdlichen Dienste widmen! Einigung mit den Volontärärzten. Die Verhandlungen, die im Kultusministerium mit den Vertretern der Volontärärzte an den Berliner staatlichen Kliniken stattfanden, haben zu einer vorläufigen Einigung geführt. Das Ministerium wird zunächst 50 Volontärärzte als Asistenten außerplanmäßig anstellen und im Ottober im Nachtragsetat eine Reihe weiterer Assistentenstellen mit rüdwirtender Kraft vom 1. April 1921 beantragen. Der Erlaß des Ministeriums, wonach die im Nachtdienst beschäftigten Volon tärärzte vom 1. August ab für Kost und Logis in den Kliniten hohe Preise zu bezahlen hätten, wurde aufgehoben. Eine Vollversammlung der Bolontärärzte hat sich mit dieser Regelung einverstanden erklärt, vorausgesetzt, daß fich das Finanzministerium den im Kultusministerium getroffenen Vereinbarungen anschließt. Freie Badegelegenheit für Schüler und Schülerinnen in Lichtenberg. Den Schülern und Schülerinnen aller LichtenSchweißfußLeidende sollten nur den antiseptischen berger, Friedrichsfelder und Karlshorster Schulen steht der Besuch des Rummelsburger Seebades während der Sommerferien in der Zeit von 8 bis 12 Uhr vormittags, fostenlos frei. Bades farten werden im Stadthaus, Lichtenberg. Türschmidtstraße 25, Zimmer 67 und in der Barade 2, 3immer 21, Rathausstraße, während der Zeit von 8 bis 3 Uhr werttäglich ausgegeben. Die Schüler und Schülerinnen der Schulen von Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf tönnen das Böckelsche Bad in Kaulsdorf, an der Wernerstraße, während der Sommerferien, in der Zeit von 8 bis 12 Uhr vormittags, tostenlos benutzen. Chronik der Lebensmüden. Vom Alexander- Ufer in der Nähe des Lehrter Bahnhofes sprang gestern abend der 39 Jahre alte Guido Weiß aus Krettin ins Wasser, wurde aber durch einen Passanten wieder herausgezogen und nach der nächsten Rettungsstelle gebracht. Jm Jagen 101 im Tegeler Forst fand man gestern die Leiche eines etwa 60 Jahre alten Mannes. Der Unbekannte muß fich dort bereits mehrere Wochen vorher erhängt haben, da die Leiche schon start in Verwesung übergegangen war. An der Schleuseninsel zog man aus dem Landwehrkanal die Leiche eines etwa 35 Jahre alten Mannes und übergab sie dem Schauhause. Beim Baden ertrunken. Gestern mittag nahm das Dienstmädchen Charlotte Gülland aus der Mogstraße ein Bad im Teufelssee im Grunewald. Plöglich ging fie unter und kam nicht wieder zum Vorschein. Der Arbeiter Bartling aus Charlottenburg sprang ihr sogleich nach und holte sie heraus, doch war der Tod bereits eingetreten. Voraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Sonn tag. Etwas fühler, zeitweise aufklärend, jedoch überwiegend be=" wölft, mit wiederholten Regenfällen und frischen westlichen Winden. - Gewerkschaftliches Der bekannte Lügenfeldzug der BKPD. Eine Auseinandersehung in einer Branchenversammlung der Werkzeugmacher im Mai d. J., welche sich zu einem Ausschlußverfahren wegen Verleumdung gegen ein Mitglied der kommunistischen Partei zuspitzte, veranlaßte die Rote Fahne" in ver leumderischer Weise diese Angelegenheit zu dem Wahlfeldzug zum Verbandstag nach Jena anzusehen. Die Branchentommiffion, welche sich mit dieser Frage beschäftigte, stand einmütig auf dem Standpunkt, daß diese Art von Kampfesweise auf das Schärfte zu verurteilen ist, und brachte ihren Willen durch Annahme folgender Richtigstellung zum Ausdrud: ,, Die Branchenkommission der Werkzeugmacher sowohl der U. S. P. D. wie der V. K. P. D. hat sich in ihrer letzten Sigung mit dem Artikel Nr. 319 der Roten Fahne" mit der Ueberschrift„ Wie der Angestellte Knopf vom Deutschen Metallarbeiter- Verband die Interessen seiner Kollegen wahrt", be schäftigt und erklärt einstimmig hierzu, daß die Darstellung in teinem ihrer Teile der Wahrheit entspricht. Eine am 21. Juli 1921 stattgefundene Vertrauensmännertonferenz der Wertzeugmacher Groß- Berlins nahm zu dieser Angelegenheit Stellung und machte sich ebenfalls diese Auffassung zu eigen, indem sie beschloß, daß diese Berichtigung zur Festtellung der Wahrheit in der Freiheit", Roten Fahne" und dem Vorwärts" veröffentlicht werden soll. Die Branchenleitung der Werkzeugmacher. Die Branchenleitung nimmt an, daß damit der Wahrheit zu ihrem Recht verholfen ist, sollte die Rote Fahne" sich mit dieser Richtigstellung nicht begnügen, ist die Branchenleitung sehr gern bereit, unter eingehender Darstellung des Falles, die bewußten oder unbewußten Unterstellungen als Berleumdung nachzuweisen. Metallarbeiter! Meldet Euch sofort zur Wahlhilfe im Zentralwahl- Bureau Rietschmann, Aderstr., und beim Kollegen Pfaffenschläger, Linienstraße 83-85. Sämtliche Betriebe müssen bis Sonntag vormittag 10 Uhr neues Material abgeholt haben. Auf zur Arbeit. Es geht um die Einheitlichkeit der Organis jation! Gechewöchige Beschäftigung ist feine Aushilfsarbeit Eine nach dem Betriebsrätegeset grundsätzliche Entscheidung hat der Schlichtungsausschuß Groß- Berlin über die Aushilfszeit gefällt. 3wei Angestellte einer Berliner Großhandelsfirma wurden nach sechswöchiger Beschäftigung entlassen mit der Begründung, fie feien nur aushilfsweise eingestellt worden. Auf ihre Beschwerde hat der Schlichtungsausschuß die Entlassung für un wirtjam erklärt. Die Kammer mar einstimmig der Ansicht, daß trot Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses auf einen Tag nach einer sechswöchigen Beschäftigungsbauer von einem Aushilfsverhältnis nicht mehr die Rede sein könne. Es sei nicht nur das Fukpuder Pfeifferol" benutzen. Beseitigt den lästigen Schweißgeruch und verhindert Brennen und Wundwerden der Füße. Streudose à 2.50 und 2.- Mk. Reicht mehrere Monate. das idealste Präservativ- Creme ,, Pfeifferol" alte Wundlaufen. Mittel gegen Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Apoth. 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Das hatte die Wirkung, daß der Arbeits geberverband, der noch ½ Stunde vorher jede Lohnerhöhung abgelehnt hatte, sich nunmehr bereit erklärte, am Donnerstag mit genügender Vollmacht versehene Bertreter zu erneuten Verhand= lung zu senden. Diese Verhandlungen haben gestern vormittag stattgefunden und gelang es, eine 15prozentige Lohnerhöhung zu erzielen. Eine Bollversammlung der Eisenhandelsarbeiter nahm auf dem Hofe des Gewerkschaftshauses Stellung zu diesem Angebot. Obwohl dasselbe nicht allen Forderungen der Arbeiter entsprach, hatten wir doch 20 Prozent gefordert, nahm die Versammlung nach längerer Distusfion das Abkommen, das nur auf 2 Monate ge= schloffen ist, mit 610 gegen 272 Stimmen an. Auskunft über alle Fragen des neuen Vertrages erteilt Kollege Kohlschmidt, Engelufer 14-15, 2 Tr., Zimmer 32. Textilarbeiterstreif in Amerifa Ieue Die Betriebe der Strumpfwirkerei in Nord- und Südamerika befinden sich seit ca. acht Monaten im Streit, um einen 15prozentigen Lohnabbau zu verhindern. Besonders haben es die Unternehmer darauf abgesehen, das Zweimaschinensystem einzus führen. Die dortige Kollegenschaft, die sich zum größten Teil aus Deutschamerikanern zusammensett, wehrt sich verzweifelt dagegen und zieht es teilweise vor, nach Deutschland zurückzukehren. Die Unternehmer versuchen nun aus Deutschland Arbeitskräfte zu erhalten, und scheuen selbst die weite Reise nicht, um die Arbeiter selbst zu holen. Hauptsächlich die erz gebirgische Wirtergegend wird abgegraft. Den Neuangeworbenen wird nicht gesagt, daß fie als Streitbrecher und Lohnbrüder verwendet werden sollen. Sie sehen erst, wenn sie die Ueberfahrt hinter sich haben, daß sie dazu mißbraucht werden sollen, der dort fämpfenden Arbeiterschaft in den Rüden zu fallen. Organisierte Arbeiter wollen die Unternehmer überhaupt nicht haben, sondern haben es darauf abgesehen, die dortige Organisation zu zertrümmern. Zu jeder Auskunft ist bereit: Amerikan Federation of Full Fashioned Hosiery Workers. Präsident: Mr. Fredy Held, 438 Lafayette Av., Brocklyn N. N., U. S. A. Vor Arbeitsannahme in Amerika wird dringend gewarnt. Soweit die Zuschrift. Wir möchten noch bemerken, daß nach amerikanischen Gesezen Einwanderer, die einen Kontrakt abs schlossen, nicht ins Land gelassen werden. Buchbinder! Am Montag, den 25. Juli, nachmittags 5 Uhr, findet im Lokal von Baum, Stallschreiberstraße 47. eine Versammlung aller in den Metallbetrieben beschäftigten Kolleginnen und Kollegen statt. Es ist für jeden einzelnen von größtem Interesse, dort anwesend zu sein. Die Branchenleitung. Arbeitersport Die Freie Turnerschaft Lichtenberg- Friedrichsfelbe hat zweds Gründung einer Arbeiter Turn- und Sportabteilung zum Montag, ben 25. Jult, abends 8 Uhr. nach Karlshort, Trestom- Allee 66, Suths Vereinslotal, eine Versammlung eins berufen, wo über das Thema: Die Ziele ber Arbeiter- Sportbewegung mit ans schließender freier Aussprache referiert wird. Sämtliche Freunde der Bewegung find hierzu bringend eingeladen. Parteiveranstaltungen 16. Berwaltungsbezirt. Ranist 3m Restaurant Sanssouci( Wiesengeläube), hori findet unser Waldfest statt. Feftrebner: Landtagsabgeordnetes Walbed- Manafe. Mitwirkende: Gefangvereine und Sozialistische Broles tarierjugend. Kinderbeluftigungen aller Art, Berlojung usw. Beginn 3 Uhr nachmittags. Treffpunkt für die Orte Cöpenid, Schmödwig, Bohnsdorf, Grüner, in Copenid, Shlokplay. Abmarsch 1 Uhr nachmittags. Treffpunkt für bie Dete Friedrichshagen, Rahnsdorf und Umgegend am Bahnhof Copenid, Ede Dahlwiger Straße, um 1% Uhr. Die Groh Berliner Genossen find herzlichst eingelaben. 2. Berwaltungsbezirt, Diftritt( Weften). Die Abrechnung mit den Bezirks führern ist nicht Sonnabend, sondern Montag, den 25. Juli, abends 7% Uhr, bel Wiemers, Bülowftr. 58. Vereinsfalender Montag, 25. Juli. Deutscher Holzarbeiter.Berband. Musikinstrumentenarbetter und Tischler, Mi glieber ber Ortstrantentasse der Tischler und Pianofortearbeiter. Abends 7 Uht Mitgliederversammlung im Reichenberger Hof", Reichenberger Str. 147. Tages orbnung: Die bevorstehenden Wahlen des Ausschusses der Krantentasje. Berantwortlich: für Bolitik u. Feuilleton: 2es Liebschüt, Berlin- Friedenau; für Kommunalpolitit, Lofales und Gewerkschaftliches: Gerhart Seger Mahlsdorf- Süd bei Berlin; für den Inseratenteil u. geschäftliche Mitteilungen: i. B. Gustav Ratush, Berlin NW. Berlagsgenossenschaft Freiheit", e. 6. m. b. S., Berlin, Drud der Berliner Druderei G. m. b. S., Berlin C 2, Breite Straße 8-9. Ausnahme- Angebot ( Leicht beschädigte Bücher) zu bedeutend herabgesetzten Preisen! 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