Einzelpreis 20 Pfg. 4. Jahrgang Die Freiheit erscheint morgens uno nachmittags, Sonntags und Montags nuz einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 10 M. im voraus zahlbar. Für Postbezug nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen ents gegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland, Defterreich, Ungarn, Danzig, das Saarsu. Memelgebiet sowie die früheren deutschen Gebiete Bolens u.Luremburgs 20., ür das übrige Ausland 27 M. per Brief bez. für Deutschland u. Defterreich- Ungarn 95 M. Redaktion, Expedition und Verlag: Berlin C2, Breite Straße 8-9. Montag, 8. August 1921 Nummer 366 . Abend- Ausgabe De achtgespaltene Ronpareillegelle oder beren Raum koftet 5,- M. einschließlich Teuerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das feftgedruckte Wort 2, M., jebes meitere Wort 1,50 M. einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gefuche 3,20 m. netto pro Zeile. Stellen- Gefuche in Wort- Anzeigen: das fettgebruckte Wort 1,50 m., jedes weitere Wort 1.- M. Fernsprecher: Zentrum 15230-152 89 Freiheit 8 Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Die Tagung des Obersten Rates Der Berfall der Demokratie Vor dem Beginn der Konferenz Die Pariser Presse widmet den heute in Paris beginnenden Beratungen des Obersten Rates ausführliche Besprechun gen, die allerdings nicht viel Neues enthalten. Sie sind ohne Zweifel von dem französischen Auswärtigen Amt inSpiriert und drüden immer die gleichen Auffassungen aus. Am deutlichsten gehen sie aus dem Leitartikel der Sonntags: ausgabe des Temps" hervor. Das Blatt sagt, daß jetzt in Paris eine Woche beginne, die über die 3ufunft ents scheiden werde. Die französisch- englische Einigkeit und der europäische Friede ständen auf dem Spiele. Zuerst müsse der Oberste Rat sich über die Truppenverstärkungen aussprechen. Es bestände die Möglichkeit eines deutschen AufStandes in Oberschlesien und dann wären die alliierten Regierungen vielleicht dazu gezwungen, wenn sie an Ort und Stelle nicht sofort handeln könnten, 3wangsmaßnahmen gegen das gesamte deutsche Reich anzuwenden. Wenn feine Lösung der oberschlesischen Frage zu finden sei, die Frankreich als gerecht ansehen könne, so müsse man sie in der Schwebe belaffen, denn keine französische Regierung fönne einer Regelung zustimmen, die die Masse des Volks in Frankreich für ungerecht halte. Frankreich werde sich dann auf fich selbst zurückziehen und sich damit beschäftigen, einem deutschen Angriff vorzubeugen. Schließlich aber glaubt das Blatt doch, daß noch eine Verständigung zustande kommen werde. Was über die Vorbereitungen für die Konfe tenz, über das Eintreffen der Minister in Paris und über ähnliche Dinge gemeldet wird, das verlohnt nicht der Wiedergabe. Lloyd George hat mit Briand nach seiner Anfunft eine Privatunterhaltung geführt, die erste Beratung des Obersten Rates soll Montag, nachmittag um 3 Uhr, beginnen. Die englische Presse berichtet in Bestätigung früherer Mitteilungen, daß England von seinem bisherigen Standpunkt in der oberschlesischen Frage nicht abweichen und auch für die sofortige Aufhebung der Sanktionen eintreten werde. Die Diftatur der Demokratie Die fommunistischen Mandate für nichtig erffärt Wie der„ Frankfurter Zeitung" aus Belgrad gemeldet wird, wurden in Ausführung des sogenannten Gesetzes zum Sauze des Staates sämtliche tommunistischen Mandate in der Nationalversammlung, nahezu 60, für nichtig erklärt. Die tommunistischen Abgeordneten wurden vom Polizeidirektor aufs gefordert, Belgrad unverzüglich zu verlassen. Der Mörder Tiszas verhafte TU. Hamburg, 8. August. Der Mörder des ungarischen Ministerpräsidenten Tisza, der frühere Offizier Czsermyat, wurde gestern in Hamburg ers mittelt und verhaftet. Er war hier in einer Automobilwerkstatt beschäftigt und hatte einen umfangreichen Briefwechsel nach Budapest und Wien. Als er Briefe vom Bostamt abholen wollte, wurde er verhaftet. Auflösung des bulgarischen Heeres Nach einer Meldung der bulgarischen Telegraphenagentur aus Sofia, hat die interalliierte Militärtommission die Auflösung des bulgarischen Heeres innerhalb einer Frist von zwei Monaten, sowie die Umgestaltung des künftigen Heeres in ein freiwilliges Seer gefordert. Das bulga rische Bureau bemerkt dazu: Obgleich das jetzige Heer aus der allgemeinen Dienstpflicht hervorgegangen ist, übersteigt es doch nicht die im Friedensvertrag festgesetzten Höchstzahlen. Wenn Bulgarien das ganze Seer auflöst, so wie es die interalliierte Kommission verlangt, so wird das Land von diesem Tage an ohne Heer sein. Denn die von der Regierung unternommenen VerJuche, Freiwillige auf die Dauer von 12 Jahren zu werben, find erfolglos geblieben. Der neue Schritt der intetallierten Kommission hat auf das bulgarische Bolt und die Bresse einen sehr peinlichen Eindruck gemacht. Man hatte sich der Hoffnung hingegeben, daß die Auflösung des Heeres nach und nach erfolgen könne, damit das Land im gegebenen Augenblick nicht ganz ohne Heer dastehe. Die Operationen im Orient Athen, 7. August.( Pressebüro.) Der Ministerpräsident Gunaris und der Kriegsminister sind an Bord eines Zerstörers im Biräus eingetroffen. Vor jeiner Abfahrt dorthin erklärte Gunaris, er sei durch die Ergebnisse der militärischen Operationen vollkommen befriedigt. Die Haltung des Seeres sei vorzüglich gewesen, und es sei bereit, jede Die Tagesordnung der Konferenz Paris, 7. August. Auf der Tagesordnung der Konferenz steht außer der Frage der Entsendung von Truppenverstärkungen nach Oberschlesien und der Zuteilung des Abstimmungsgebietes die Frage der Aufhebung der Zwangsmaßnahmen am Rhein, die Aburteilung der Kriegsbeschuldigten, die Frage der Herstellung von Luftschifmaterial für den Verkehr in Deutschland, die Orientfrage, die Frage der Hilfe für Rußland und jedenfalls auch die finanzielle Lage Desterreichs. Der Bericht der Sachverständigen Paris, 7. August. Wie Havas mitteilt, haben die alliierten Sachverständigen, die mit der Vorprüfung der oberschlesischen Frage beiraut waren, gestern den Bericht an den Obersten Rat beendet, in dem das Ergebnis ihrer Arbeiten niedergelegt ist. Der Bericht enthält Punkte, über die eine Einigung erzielt wurde, und Punkte, die Meinungsverschiedenheiten ergeben haben. Der Sachverständigenausschuß überläßt dem Obersten Rat die endgültige Entscheidung über Oberschlesien. Keine Erörterung der Kredithilfe für Desterreich vor dem Obersten Rat? EE. Paris, 8. August. Die Frage der österreichischen Kredithilfe wird auf der Tagung des Obersten Rates nicht erörtert werden tönnen. Von englischer Seite wird ausdrücklich geltend gemacht, daß hierfür keinerlei Unterlagen vorhanden seien, so daß erst Sachverständige die Frage prüfen müßten. Namentlich jei an eine Bereinigung der österreichischen Finanzen durch die Alliierten nur dann zu denken, wenn die österreichische Regierung mit aller Energie im Innern des Landes die Finanzen selbst ordne. Vor allem müsse das wüste Wirtschaften mit dem Gelde aufhören, das Desterreich immer tiefer gebracht hätte. Die heutigen Pariser Morgenblätter haben dann auch bei der Erörterung des Programms des Obersten Rates den Puntt Kredithilfe für Desterreich" bereits vollständig verschwinden lassen. weitere Aktion durchzuführen. Bei seiner Landung im Piräus teilte Gunaris den anwesenden Vertretern der Presse mit, daß die Operationen alsbald wieder aufgenommen und bis zur völligen Niederwerfung des legten Widerstandes des Feindes fortgesetzt werden würden. Der Ministerpräsident fügte hinzu, er beabsichtige zurzeit feine Reise nach dem Westen. Bon einer Einberufung der augenblicklich in Ferien befindlichen Nationalversammlung sei feine Rede. Freilassung der Mitglieder des Ginnfeinerparlaments Dublin, 7. Auguft. Nach einer amtlichen Veröffentlichung hat die Regierung in Gemäßheit des von dem Premierminister öffentlich geleisteten feierlichen Versprechens, daß die britische Regierung in jeder möglichen Weise die im Gange befindlichen Bestrebungen zur Herbeiführung des Friedenszustandes in Irland fördern werde, nunmehr beschlossen, unverzüglich und bedingungslos alle Mitglieder des Sinnfeinerparlaments freizulassen, die gegenwärtig interniert sind oder in Gefängnissen sich befinden. Die einzige Ausnahme bildet Mac Keown, ein überführter Mörder. Es verlautet, daß die irischen Führer auch auf seine Freilassung bringen. Neuer Konflift? London, 8. August. Die Entschließung der englischen Regierung, Max Keown von der Freilassung der Mitglieder des Sinnfeinerparlaments, die der Freiheit beraubt waren, auszunehmen, weil er des Mordes überführt sei, hat in Jrland eine schwierige Lage geschaffen. Das Sinnfeinerparlament hielt am Sonnabend, bis zu später Stunde eine Sigung ab, in der mit Bestimmtheit erklärt wurde, ohne Freigabe Mac Keowns liege die Möglichkeit vor, daß die Sinnfeiner den Waffenstillstand sofort abbrechen würden. Englands Hilfeleistung für Rußland London, 7. August. Wie der politische Berichterstatter der„ Sunday Times" meldet, hat eine Abordnung der russischen Handelsdelgation in London Llyod George einen Appell der Sowjetregierung überreicht, in dem diese um Hilfe bei der furchtbaren russischen Hungersnot bittet. Sunday Expreß" zufolge hat die britische Regierung über eine neue endgültige Politit zur Unterstügung Rußlands auf dem Gebiet des Handels Beschluß gefaßt und wird den Ueberseekreditplan auch auf Rußland ausdehnen. Die britische Regierung wird auch den Beschlüssen des Obersten Rates mit Bezug auf die Organisation der Sendungen für Rußland zustimmen. " In der Welt am Montag" beschäftigt sich Herr v. Gerlach unter diesem Titel mit der Frage des kommenden Bürgerblocks für die kommenden Stadtverordne= tenwahlen. Ein Teil der demokratischen Presse tue so, als handle es sich dabei um etwas ganz Ündenkbares. Mit allem Aufwand sittlicher Entrüstung werde gegen diesen Plan zu Felde gezogen, bis eines Tages die angebliche Verleumbung der Demokraten die Wahrheit von morgen ge= worden sein werde. Das wirkliche Schlimme sei gar nicht der Plan dieses Bürgerblods von den Deutschnationalen bis zu den Demokraten, sondern vielmehr die Tatsache„ daß ungezählte Mitglieder der deutschen demofratischen Partei mit ganzem Herzen nach einer antisozialistischen Koalition gieren." Seien die Demokraten in ihrer Gesinnung aber schon so weit fortgeschritten, dann sei es besser, sie werde auch offen durch den Bürgerblod realisiert. Gerlach fährt fort: Ich habe unmittelbar nach der Revolution die Gründung der Deutschen Demokratischen Partei begrüßt und an ihr teilgenommen. Ich hoffte, etwas von dem ungeheuren Impuls, den die aroße französische Revolution von 1789 dem französischen Bürgertum gegeben hatte, werde auch in der deutschen Revolution von 1918 steden. Es gab bis dahin keine deutsche bürgerliche Demofratie. Aber konnte das große Ereignis nicht endlich ein großes Geschlecht schaffen? Ich habe mich schwer geirrt. Wie manche andere RevolutionsAllusion. ist auch diese zerstoben. Die Deutsche Demokratische Partei ist heute im Kerne nichts anderes, als was einst der Freisinn war. Man hat etwas Zuzug von rechts, von den hemaligen Nationalliberalen, bekommen. Aber die alten Nationalliberalen sind nicht durch den Freifinn demokratisiert worden, der Freisinn ist vielmehr durch sie nationalliberalisiert worden. Der Bürgerblod ist schon heute eine Tatsache, offen in Bayern, in Gotha in Braunschweig, in einer Menge von Stadt- und Gemeindevertretungen, etwas verhüllt in Preußen und in Thüringen. Was in Berlin sich vorbereitet, wäre nur ein neues Glied in einer schon langen Kette. Nur, daß es seine besonderen Konsequenzen haben müßte, weil es sich an so sichtbarer Stelle mollzieht. Wenn der Bürgerblod in Berlin wirklich Tatsache wird, muß r zur Sprengung der Demokratischen Partei führen. Ein sehe großer Tell ihrer Mitglieder und vor allem ihrer Führer ist ja längst reif für die Fusion mit der Deutschen Volkspartei. Manche würden sie nicht mitmachen können. Wenigstens kann ich mir das Don Hugo Preuß, von Otto Ruschte, von Anton Erke= Tena. von vielen Frankfurter und hessen- nassauischen Demokraten nicht vorstellen. Sie müßten eben dann, soweit ihnen ihre Ueberzeugung einen Eintritt zur Sozialdemokratie nicht ges itattet, als demokratische Außenseiter ihre bisherige Politik fortsetzen, ebenso wie einzelne Zeitungen, denen man ernsthafte Demokratie nicht absprechen kann. Aber das Gros würde sich zwanglos in die Deutsche Volkspartei und in den Bürgerblock einfügen.. Steht es doch heute offensichtlich schon da, wo der Freisinn zu den Seiten des Bülowblods stand. Sein Antisozialismus ist so groß, daß ihm der Bund auch mit Antidemokraten als das kleinere Uebel erscheint. Deutschland möglich sein werde, eine große radikal- demokra= 1918 habe er gehofft, so sagt Gerlach weiter, daß es in tische Partei zu bilden, nicht auf den Sozialismus einges schworen, aber erst recht nicht antisozialistisch. Er habe diese Hoffnung nicht mehr. Der Weltkrieg habe fich als ein Fluch für die bürgerliche Demokratie nicht nur bei uns, sondern auch in England und Frankreich erwiesen. Zum Schluß gibt Gerlach seiner Meinung darin Ausdruck, daß der Bürgerblock wenigstens das eine Gute im Gefolge haben werde, die beiden sozialistischen Parteien fast automatisch zu einander zu treiben. Er unterschätze die Schwierigkeiten einer sozialistischen Einigung nicht. Die Unabhängigen seien mit einem politisch verhängnisvollen Dogmatismus behaftet, der sie sich an unfruchtbare Formen flammern lasse. Die Mehrheitssozialisten hätten sich zum großen Teil noch immer nicht von dem verruchten Opportunismus frei= gemacht, der fie unentwegt die Kriegskredite bewilligen ließ und sie auch heute von dem Bekenntnis abhält, daß das eine Sünde war. Wenn jedoch in den Gewerkschaften die Arbeiter einig bleiben fonnten, so müssen sie in der Partei einig werden können. Je mehr die Hoffnung auf die bürgerliche Demokratie begraben werde, um so dringender werde die Notwendigkeit der Einheit der sozialistischen Demofratie. H. v. Gerlach ist einer von jenen wenigen aufrechten De mokraten, die ihre ehrliche Gesinnung nicht verleugnen, auch wenn sie im einzelnen irren mögen. Bei ihrer ideologischen Veranlagung muß ihnen eine Entwicklung schmerzlich sein, die doch eine historische Notwendigkeit ist. Der Zerfall der Demokratie nicht nur bei uns, sondern auch in der übrigen Welt. ist feine zufällige Erscheinung, eben so wenig mie die Beschleunigung dieses Zerfalls durch den Krieg. Die Verelendung der minderbemittelten Bevölkerung hat in allen Ländern einen ungeheuren Umfang angenommen. Die Klassengegensätze drängen zu einem immer stärkeren Auss drud. Das muß von selbst auf der einen Seite die Arbeitera klasse, auf der anderen Seite die besigenden Kreise zum Zus sammenschluß drängen. Es gibt nur das eine, oder das andere: Entweder Aufrechterhaltung der bisherigen wirtschaftlichen und staatlichen Verhältnisse und damit die Verewigung des Elends, des Hungers, der Ausbeutung der Nichtbesitzenden, oder die Errichtung einer neuen wirtschaft lichen und staatlichen Ordnung auf Grund der Forderungen des Sozialismus. 3wischen diesen beiden Polen ist für eine bürgerliche Demokratie, die Kapitalismus und Sozialismus, Wolf und Lamm miteinander versöhnen möchte, kein Raum mehr. Den bürgerlichen Demokraten muß die Trennung von ihrer bisherigen Jllusion überaus schmerzlich sein. Das fönnen wir begreifen, ebenso wie wir verstehen, daß ihnen die Grundsätze der Unabhängigen Sozialde motratie als Dogmatismus" erscheinen. In Wirklich feit steht die Unabhängige Sozialdemokratie auf dem Boden jener Aufassungen, die die alte sozialdemokratische Partei groß und stark gemacht und ihr das Vertrauen der Massen in ununterbrochen wachsendem Maße erobert gat. Wie wenig dogmatisch aber wir veranlagt sind, das ergibt sich daraus, daß wir nicht an dem Programm der alten Partei flammern, das den früheren politischen Verhältnissen entsprochen haben muß, sondern aus der revolutionären Entwicklung unserer Zeit unsere Aufassungen schöpfen und von hier aus unsere Tattit bestimmen. Was uns von den Rechtssozialisten trennt, ist nicht unser Dogmatismus", sondern unser Festhalten an den Grundlinien der sozialistischen Erfenntnis. Und die lehren uns, daß die Gegensäge zwischen fapitalistischer Welt und Proletariat nicht durch eine Versöhnung der beiden Klassen überbrüdt, sondern nur durch den Klassenfam pf ausgetragen werden fönnen. Wie recht im übrigen Herr v. Gerlach mit seiner Voraus sage hat, daß es trotz des Einspruchs einzelner demokratis schen Kreise zum Bürgerblod fommen werde, das geht auch aus einer Zuschrift hervor, die Dr. Theodor Hirschfeld, Vorstandsmitglied der demokratischen Partei in Spandau, in der„, Spandauer Zeitung" vom 4. Auguft veröffentlicht. Der demokratische Führer sagt, daß das demokratische Bürgertum sich mit der Tatsache einer in GroßBerlin errichtenden Diktatur abzufinden habe, deren Wiedererscheinen unter allen Umständen zu verhindern ein Gebot der Stunde sei. Für die demokratische Partei fönne daher die Wahlparole nur lauten: Rampf gegen links, Brechung der rein sozialistischen Mehrheit!" Eine gemeinsame Bürgerliste habe zwar für die demokratische Partei wesentliche Bedenken,„ doch", so führt Dr. Hirschfeld wörtlich aus: " ,, bei den diesmaligen Stadtverordnetenwahlen handelt es sich nicht um Parteifragen, sondern um Fragen der Wirtschaft, der Kommunalisierung und Sozialisierung, und die Zuschrift in der ,, Spandauer Zeitung" vom 1. August hat zu Recht behauptet, daß in diesem Punkte die Demokraten genau so bürgerlich denken müßten, wie die anderen nichtsozialistischen Parteien. Wenn aber der in Frage kommende Artikel es so darstellt, daß von demokratiScher Seite Strömungen im Gange find, die aus allgemeinen politischen und aus Koalitionsrücksichten von einer bürgerlichen Einheit nichts wissen wollen", so entspricht das, soweit es die Berliner Demokraten betrifft, jedenfalls nicht den Tatsachen. Es ist müßig, bereits jetzt etwas Sicheres über die Haltung der Deutschen demokratischen Partei, die doch noch immerhin den größten Teil des liberalen Bürgertums vertritt, sagen zu wollen. Berliner Demokraten sind, soweit ich unterrichtet bin, grundsäglich bereit, einer Berständigung zwischen den übrigen bürgerlichen Parteien näher zu treten. An ihnen soll es gewiß nicht liegen, wenn das Bürgertum nicht einheitlich vorgehen sollte." Die Herr Dr. Hirschfeld bringt dann einige Forderungen vor, die die Koalitionsparteien erfüllen müßten. Sie sollen fich auf den Boden der Einheitsgemeinde stellen und dort für eine aufbauende Politif" eintreten. Alle Streitigkeiten innerhalb der bürgerlichen Parteien müßten im Interesse des gemeinsamen Kampfes sofort aufhören, zwischen ihnen müsse ein Burgfriede zustande kommen. Die Deutschnatio nalen müßten sich jeder Klassen- und tonfeffionellen Verhehung enthalten. Würden der demokratischen Partei diese Der Neger und das blonde Mädchen Bon Kole Koff. ( Nachdrud verboten.) In Amerika werden ab und zu Neger gelyncht. Es ist dabei nicht immer nötig, daß der Schwarze ein weißes Mädchen mit oder ohne dessen Einwilligung ,, vergewaltigt" hat. Es genügt manchmal schon, wenn er das Recht ertrozen wollte, mit einem Yankee im selben Abteil zu reisen oder am gleichen Tisch mit ihm seine Mahlzeit einzunehmen. In Europa ist man nicht so. Schon deshalb, weil es bei uns verhältnismäßig wenig Neger gibt und man sie zu den vers schiedensten Geschäften gut brauchen fann. In Deutschland z. B. maren sie beim Militär sehr beliebt. Wir alle erinnern uns mit Vergnügen des Bildes aus unserm Lesebuch, auf dem die langen Kerle" Friedrich Wilhelms I. abgebildet waren. Gewissenhaft war darunter vermerki:„ Der Trommler ist ein Mohr". Wieviel bescheidener Stolz lag in dieser nüchternen Feststellung! Wer da weiß, daß die Potsdamer Riesengarde ein Stlavenregiment war, das durch geschickt organisierten Menschenzaub in aller Herren Länder zusammengestohlen wurde, wird ermessen, wieviel Scharf. finn und Geld dazu gehört haben mögen, um in einer Zeit, die noch feinen Hagenbed tannte, dieses feltene Exemplar zu erwerben. Im übrigen ist die schwarze Ueberlieferung von der Riesengarde auf die roten Potsdamer Husaren übergegangen. Deren Kapelle ritt( und reitet wohi noch heute) ein schwarzer Kesselpaufenreiter voran, der es bis zum Unteroffizier gebracht hat und damit der unmittelbare Borgesetzte von ein paar Hundert rasfereinen märkischen Bauernföhnen war. Auch außerhalb bes Heeres sieht man den Neger am liebsten in Uniform: im weißen Dreß des Stewarts, in der Generalsuniform des Tür stehers und sofern er jung und wohlgewachsen, in der knappen, goldknopfgezierten Livree des Fahrstuhlführers, eine ebenso zarte wie wohlberechnete Aufmerksamkeit gegenüber dem weib lichen Geschlecht. Die Neger in Europa find also für das Lynchen zu fostbar. Andrerseits ist das Lynchen ein amerikanischer Sport. Es geht also nicht an, daß man ihn bei uns gänzlich außer Acht läßt. Ein fluger Kopf erfand deshalb den„ mehrfach lynchbaren Reger", mit dem ein freier Arbeitsvertrag abgeschlossen wurde und für dessen berufliche Tätigkeit man besondere Schuhmaßnahmen traf. Nachdem besagter Neger bei der Krankenkasse und der Unfallversicherung angemeldet worden war, standen der Einführung des Lynchsports in Deutschland weder gesetzliche, noch polizeiliche, noch sonstige Bedenken entgegen. Ich selbst habe gesehen, wie dieser Reger im Laufe einer fleinen Stunde etwa ein Dugend Mat geluncht wurde. Man hatte itin zu diesem Zwecke auf eine t sehr foes med p bort oben auf einer dünner Stonge our wit einer Lebe Garantien gegeben, jo liege tein Grund vor, den| Antrages sich an den weiteren Arbeiten des Parlaments nicht Gedanken einer Bürgerliste nicht zu ver= wirflichen. An der demokratischen Partei werde es gewiß nicht liegen, wenn die Gelegenheit, dem Bürgertum die nötige Stoßtraft zu verleihen, verpakt werde. Die„ Spandauer Zeitung" bringt dann noch als Ergänzung zu diesen dauer Zeitung" bringt dann noch als Ergänzung zu diesen Ausführungen die Meldung, daß die vor einigen Tagen verbreitete Mitteilung„ Kein Bürgerblock" den Tatsachen nicht entspreche. Die Aussichten für ein gemeinsames Vorgehen der bürgerlichen Parteien bei den Stadtverordnetenwahlen seien durch die Verhandlungen der letzten Tage im Gegenteile gewachsen. Die Arbeiterschaft Berlins hat also mit der Tatsache zu rechnen, daß der Bürgerblod für die kommenden Stadtverordnetenwahlen nicht nur im Werden ist, sondern schon dicht vor der Vollendung steht. Alle Parteien, von den Deutschnationalen bis zu den Demokraten, bestridt nur der eine Gedanke: Fort mit der sozialistischen Mehrheit im Stadtparlament! Ob der kapitalistische Besiz sich in fatholischen, evangelischen, jüdischen oder theistischen Händen befindet, alle drängen fie darauf, der Arbeiterklasse bei den fommenden Wahlen einen Schlag zu versetzen, der ihr die Erfüllung sozialistischer Forderungen so bald nicht mehr mög lich machen soll. Schon wird im„ Lofalanzeiger" ein Aufruf veröffentlicht, der die Bürger Berlins zum gemeinsamen Handeln gegenüber dem Proletariat auffordert. Es steht fein Name darunter, es wird auch feine bestimmte Partei genannt, sondern daran erinnert, daß alle bürgerlichen Barteien von den Demokraten bis zu den Deutschnationalen bis her schon zusammengegangen seien, und daß sie deshalb jetzt auch gemeinsam schlagen müßten. Die Arbeiterklasse Berlins weiß jetzt, wo ihr gemeinsamer Feind steht. Sie darf sich nicht nur auf die Abwehr beschränfen, sondern sie muß zum Angriff vorgehen. Die Unab= hängige Sozialdemokratie hat von Anfang an darauf verwiesen, daß der geschlossenen Front der Bourgeoisie darauf verwiesen, daß der geschlossenen Front der Bourgeoisie die geschlossene Front der werftätigen Be völkerung entgegengestellt werden muß. In diesem In diesem Sinne wird sie den Wahlkampf führen und sie vertraut darauf, daß die Berliner Arbeiterschaft die Pläne der Reattion zunichte machen wird! Berfehlter Beruhigungsversuch Halbamtlich wird mitgeteilt: Die bisher veröffentlichten amtlichen Richtlinien des Kabinetts über die neuen Steuerpläne der Regierung Wirth bilden noch feineswegs den Abschluß der großen Finanzreform. Der Gedante der Beteiligung des Reiches an den Sachwerten ist vorläufig nur zurüdgestellt. Die Beteiligung des Reiches an den Sachwerten bildet nach wie vor den Gegenstand eingehender Be= ratungen der Regierung, wenn auch wohl anzunehmen sein dürfte, daß im gegenwärtigen 3eitpunkt mit den gestern befanntgegebenen fünfzehn neuen Steuern das Finanzprogramm des Kabinetts Wirth zu einem gewissen Abschluß gelangt ist. Diese offiziöse Berlautbarung scheint immer noch von der verfehlten Meinung auszugehen, daß sich die Deffentlichfeit damit abfinden werde, daß die bekanntgegebenen 15 neuen Steuern vorweg beraten werden können, und daß man in gottergebener Langmut warten werde, bis das Kabinett mit seinen Beratungen über die Erfassung der Sachwerte zu Ende gekommen sei. Die Danziger Vorgänge Der Danziger Boltstag beschäftigte sich am Sonnabend mit dem Antrag der Mehrheitssozialisten auf Haftentlaffung der kommunistischen Abgeordneten Rahn und Schmidt. Die bürgerlichen Parteien gaben eine Erklärung ab, in der sie sich mit dem Vorgehen des Senats einverstanden erklären. Die Polen und die Linksparteien machten dem Senat den Vorwurf, daß er die Verfassung und die Gesetze gebrochen habe, und erklärten, im Falle der Ablehnung des mehrheitssozialistischen fleidet. Unter ihm befand sich ein mehrere Meter tiefes Wasserbassin. Außerdem gehörte zu der Geschichte noch eine Art Schießscheibe, die so angebracht war, daß der Neger fie nicht sehen fonnte. Nach dieser Scheibe warf man mit Holzbällen. Es war nicht ganz leicht, die Scheibe zu treffen. Prallte aber einmal der Ball dagegen, so brach automatisch die Stange unter dem Reger fort und er stürzte aus drei Meter Höhe ins Wasser, schwamm ans Ufer, fletterte pudelnaß am Gerüst hoch, brachte seinen Sitz wieder in Ordnung und wartete geduldig, bis es wieder gelang, ihm die Stange unterm Gesäß fortzuschlagen. Wohlgemerkt: der Neger konnte die Scheibe nicht sehen und die Flugbahn der Bälle nicht verfolgen. Er mußte jede Setunde damit rechnen, in die Tiefe zu stürzen. Von vier Uhr nachmittags bis elf Uhr abends mußte er dauernd in ,, innerer Bereitschaft" sein. Und die einzigen Erholungspausen, die sich ihm boten, waren die wenigen Minuten, in denen er nach einem Sturze das Bassin durchschwamm und am Gerüst hochkletterte. Da konnte die Spannung nachlaffen. Ich möchte teinen Aft echter Lynchjustiz erleben, aber ich glaube, die Menschen, die daran teilnehmen, find in ihrer mehr beteiligen zu wollen. Der Antrag auf Haftentlassung wurde Die Sozialdemokras mit 52 gegen 41 Stimmen abgelehnt. tische Partei bragte sodann einen weiteren Antrag ein auf Auflösung des Parlaments und Neuwahlen zum 30. Oftober. Mit dieser Antrag wird sich das Plenum am näch Sten Mittwoch beschäftigen. Ferner wurde ein Antrag auf Einfegung eines Untersuchungsausschusses gegen den Senator Schümmer von den Linksparteien eingebracht und angenommen. Der Präsident des Bolfstages Matthai gab während der Sigung die Absicht bekannt, sein Amt niederzu Iegen. Eigentümliche Ehrbegriffe Aus Kreisen von ehemaligen U- Boots- Offizieren ist nach einer Meldung der„ Telunion" an die Oberleutnants z. S. Dithmar und Boldt folgendes Telegramm gesandt worden: J Biele hundert frühere U- Boots- Offiziere haben mich als seiner und ich zeit ältesten U- Boots- Kommandanten beauftragt glaube, damit allen U- Boots- Offizieren aus dem Herzen zu prechen Euch zu sagen: Kein Spruch des Reichsgerichts fann baran etwas ändern, daß Ihr dem Vaterlande in seinem Daseinss fampie gegen eine Welt von Feinden, der Kviegsflagge und den Kameraden die Treue gehalten habt. Ihr bleibt unsere treuen Kameraden wie bisher, und vor unsern Augen steht Ihr weiter in der Uniform, die Ihr mit Ehren getragen habt. 3hr wißt, daß der Gedanke, draußen vor dem Feind dem Kommandanten den Gehorsam zu verweigern, feinem U- Boots- Offizier jemals getommen ist und auch fünftig nie lommen wird. Treue um Treue gilt auch heute noch bei unserer alten geliebten Waffe. gez. Rophamel, Fregattentapitän a. D. und ehemals Kommandant auf S. M. U 35, U 151 und U 140. Die deutschen Offiziere haben seit je eigentümliche Ehrbegriffe entwidelt. Die Ehre, die darin liegen soll, jeden Befehl des Vor gesetzten, sei er noch so gemein und niederträchtig, blindlings auszuführen, jene Ehre, die in der Ausschaltung des eigenen Dentens beruht und den Untergebenen zum willen und seelenlesen Werkzeug herunterwürdigt, jene Ehre ist keine Ehre, sondern Un ehre. Die Ages" geht um! Das Berliner Tageblatt" bringt an versteckter Stelle fol gende Nachricht: ,, Aus Lesertreisen wird uns geschrieben, daß in letzter Zeit von ehemaligen Offizieren in abenteuerlicher Kleidung eine rege Sammeltätigteit für Oberschlesien ents faltet wird. Diese Herren erzählen, sie hätten an den Kämpfen in Oberschlesien teilgenommen. Da die Kämpfe täglich wieder aufleben tönnten, und um den Bolen zu begegnen, müßten ge heime Formationen unter dem Namen Arbeitsgemeinschaften so schnell als möglich aufgestellt werden. Sie treten an Berliner Großfirmen heran, um von diesen geldliche Unterstützung zur Auj stellung der Kampftruppen zu erlangen. Daß jede Werbetätigteit für militärische 3wede durch Reichsgeseh unter Strafe gestellt ist, fümmert diese Herren wenig, da fie nach ihrer naiven Auffassung ia die Arbeitsgemeinschaften" zu fördern beabsichtigen. Det 3wed dieser Sammeltätigteit ist für jeden auf den ersten Blid flar. Der anftändige Mensch empfindet es aber traurig, dah unser bedrängtes Oberschlesien als Mäntelchen benutzt wird, un damit Ziele zu verhüllen, die dem gesamten Vaterlande verderb lich werden können. Wir warnen vor diesen ,, pertapp ten" Helden." Die Arbeitsgemeinschaften" ehemaliger Soldaten rüften also erneut zum Kampf. Sie sammeln Gelder, um Krieg führen zu können. Weiß nun die Regierung endlich, daß die Arbeitsgemeinschaften" illegale militärische Formationen find, die auf Arbeit sehr wenig Wert legen, dafür umo mehr auf den Kampfgegen die Republit eingestellt find. Die„ Deutsche Zeitung" bringt die Nachrichten über die Arbeitsgemeinschaften in ihrer militärischer Wochenbeilage Deutsche Wehr" unter. Sie rangiert fie also ganz richtig ein. Wenn die Regierung gegen diese Formationen nichts zu unternehmen daß weiß, dann muß angenommen werden, sie die Richtungen der illegalen Organisa tionen zum Kampf gegen die Republi billigt. " Mit Das blonde Mädchen im Schaufenster ist an einem Tisch, auf dem sich ein Gastocher und eine auf niedrigem Stativ montierte Gaslampe befinden, nebst den nötigen Leitungsschläuchen. der einen Hand dreht sie die Gashähne auf und zu, mit der andern hält sie einen neuartigen Anzünder" über das auss strömende Gas, das sich an ihm entzündet. Brennt der Kocher und glüht die Lampe, so dreht sie die Hähne wieder zu und das Spiel beginnt von neuem. Das Ganze hat teinen andern 3wed, als dem vorbeigehenden Publikum zu zeigen, daß dieser„ Schla ger" fein Humbug ist. Nur um das allzuberechtigte Mißtrauen der Leute gegenüber neuen„ Erfindungen" zu zerstreuen, muß sich ein lebendiger Mensch hinsetzen und acht Stunden lang nichts anderes tun als: Hahn auf! Sahn zu! Hahn auf! Sahn zu! Dreimal in der Minute, einhundertundachtzig Mal in der Stunde, eintausendvierhundertundvierzig Mal während des achtstündigen Arbeitstages. Nur, weil ein lebendiger Mensch billiger ist, als eine fleine maschinelle Einrichtung, welche die gleichen Dienste tun würde. Tierhaftigkeit nicht so verworfen, wie das gebildete europäische Publikum, das sich für je eine Mart das Recht auf das Vergnügen erfauft, diesen Reger symbolisch zu lynchen. Der Yantee scheut das entsetzliche Geschrei des zu Tode Gefolterten nicht, das fürchterliche Knaden brechender Knochen, den Anblid blutig geshundener Gliedmaßen nimmt er mit in Kauf und hat feine Angst, es möchte ihm der tote Jimmy nachts erscheinen und als Albbrud auf der Brust lasten. Die junge Dame, die mit dem Ball nach der Scheibe wirft, um den Nigger ins Wasser purzeln zu lassen, tostet genau die gleiche gemeine Gier aus, - aber sie ist zu feige, einen Angriff auf ihre Nerven zu ristieren. Dieser Schwarze schreit nicht, er fleischt nur grinsend die Zähne. Er stürzt topfüber aus der Höhe, aber ihr wißt, er wird sich nicht den Wollschädel zerschmettern, und der Nerventigel ist dort der gleiche. Wenn ihr den Ball fliegen seht, zittert ihr in dem Wunsch, er möchte die Scheibe treffen. Das ist der Ersatz für die herzhaftere Freude eures amerikanischen Sportsgenossen, der statt Der Neger auf der Stange ist vom besseren Pöbel geluncht worden. Vor dem Schaufenster mit der lebendigen blondes sehen:„ Das Dings funktioniert". Wer von ihnen aber sieht, daß um ihnen dieses zu zeigen, der gemeinste Mißbrauch mit einer lebendigen Seele getrieben wird? Jeder von ihnen hat schon in grimmig darüber geflagt, daß das eiserne Zeitalter ihn zur Maschine gemacht hat, daß er seelenloje Arbeit leiste. Aber Freunde, eure Arbeit hat doch einen Sinn, es fommt do etwas heraus dabei. Und eure Arbeit ist unentbehrlich, sonst hätte längst eine Maschine sie übernommen. Das Mädel im Schaufenster aber tut, was finnlos und entbehrlid it er fleischt nur grinsend die Zähne. ihr Gefährte, der Neger auf der Stange. Gie und er find mu fie dient einer Spetulation auf die Schaugier der Menge, just wie Mittel zum 3wed, werden gebraucht, ohne daß man ihres Menschenrechtes und ihrer Menschenwürde achtet. Dies hat Kant als die größte fittliche Schmach bezeichnet. den Titel berechtigt glaubten, einen Beitrag zur schwarzen Und nun bitte ich sehr diejenigen um Verzeihung, die sich durch der Holzbälle Pflastersteine schleudert und ein inniges Behagen Schmach" erwarten zu dürfen und sich in ihren angenehmsten Fr spürt, wenn das Blut aus der Wunde stürzt. Ihr habt diesen Sport humanisiert", und er steht auf der gleichen Stufe wie eure humanisierten Kriege. . wartungen enttäuscht sehen. Aber ich muß gestehen: follte es etwa dem Neger und dem blonden Mädchen einfallen, allem ander zu leben, so würde ich das als eine geradezu versöh Patriotismus und Rassenhochmut zum Trog in wilder Ehe mitein nende Lösung ansehen gegenüber der„ weißen Schmach", die Tages- Notizen Der Neger auf ber Stange hat eine Leidensgefährtin: bas blonde Mädchen im Schaufenster. Ihr Apparat ist viel einfacher, unsere Kultur an beiden verübt. die Sensation, die sie zu bieten hat, ist gar teine, das Honorar, das sie erhält, wird sich mit dem des Innchbaren Schwarzen nicht vergleichen lassen. Sicher nicht; denn wäre sie teuer, so hätte man statt ihrer doch wohl die kunstvolle Puppe ins Fenster gestellt, eine als menjd verffeld te Majhine. Aber das lebendige ben billiger Erftaufführungen: Trianon- Theater: 9. Die große Leidenschaft." Theater: 11. Jugend". Rofe Theater in bet Königgräger Straße: 13. Notruf" Wolfsbühne: 13. Der Opernball". Jonbern lorian Gener" zur Aufführung. Im Großen Schauspielhaus gelangt heute nicht„ Die Weber Arbeiter, Angestellte und Beamte Mit der wirtschaftlichen Entwicklung die dazu führte, die Arbeiter von den Produktionsmitteln loszulösen und diese in den Händen weniger Kapitalisten anzusammeln, entstand die moderne Arbeiterbewegung. Diese Entwidlung raubte bei ihrem weiteren Fortschreiten auch den Angestellten in Industrie, Handel und Verkehr die Möglichkeit, einmal selbständig" zu werden; auch fie wurden für immer Lohnarbeiter. Sobald die Angestellten bies erkannten, begannen sie naturgemäß in ihrer Weltanschauung von den Kapitalisten abzurüden und sich den Arbeitern, ihren Klassengenossen, zu nähern. Dieser Prozeß ist noch keineswegs abgeschlossen, wie ja auch bei den Arbeitern noch keine Rede davon sein kann, daß sie alle klassenbewußt wären. Immerhin aber sehen wir, wie fich neben den freien Arbeitergewerkschaften( Allgemeiner Deutscher Gewerkschafts- Bund) auch freie Angestelltengewerkschaften( Afa- Bund) gebildet haben. Die in den Staats- und Gemeindebetrieben beschäftigten Arbeiter sind den Jdeen der modernen Arbeiterbewegung bisher schwerer zugänglich gewesen, weil Staat und Gemeinden insofern die brutalften Unternehmer waren, als sie vielfach jeden Arbeiter maßregelten, der überhaupt unzufrieden war und diese Unzufriedenheit zum Ausdrud brachte. Das ist nach der Revolution besser geworden; die Arbeiterschaft hat eine größere Zahl von besoldeten und unbesoldeten Vertretern in die Verwaltungen Des Staats und der Gemeinden hineingebracht, die dort freiheitlichere Jdeen vertreten. Infolgedessen bahnt sich aber auch ein anderes Verhältnis der Staats- und sonstigen Beamten zur Arbeiterbewegung an. Die Beamten, deren Aufgabe es bisher war, im tapitalistischen Interesse die Arbeiterbewegung niederzuhalten, beginnen sich selbst als ein Teil dieser Bewegung zu fühlen. Freilich sind das bisher nur schwache Anfänge aber gerade darum müssen sie gehegt und gepflegt werden. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschafts- Bund und der Afa- Bund haben jetzt mit den leitenden Instanzen des Deutschen Be= amten- Bundes ein Abkommen vorbehaltlich der Zustim mung seiner Mitglieder getroffen, in dem es heißt, man wolle 1. in der Wahrung der gemeinsamen Arbeiterinteressen zu fammenwirten, 2. sich den gegenseitigen organisatorischen Befihstand anerkennen, 3. die demokratisch- republikanische Ver fassung des Reiches anerkennen und jeder ungesehlichen Aenderung dieser Berfassung entgegentreten, 4. in wirtschaftspolitischen Fragen solle stets das Allgemeinwohl den Privatinteressen voran gehen. Das Abkommen ist zweifellos mager, wie dies ja zwischen Organisationen, deren Weltanschauung sich zwar in gleicher Richtung entwickelt, sich aber noch nicht deckt, gar nicht anders sein fann. Trotzdem schreibt Herr F. Geisler, der Vorsitzende des gelben Nationalverbandes Deutscher Gewerkschaften, in Nr. 350 ber Täglichen Rundschau", durch dieses Abkommen werde der Deutsche Beamten- Bund auf die republikanische Staatsform fest gelegt und den republikanischen Parteien als Verteidigungswaffe in die Hand gespielt. Er sagt:„ Namentlich mit Hilfe der ge werkschaftlichen Organisation, durch ständiges Verabreichen sozialdemokratischer Anschauungen und Forderungen im Wochenblatt der Gewerkschaft und in den Reden der regelmäßigen Gemertschaftsversammlungen tann der Mensch, wenn auch allmählich, so doch aber am sichersten, zum sozialdemokratischen Wähler umgetrempelt werden." Aber nicht nur die Deutschnationalen eifern gegen das Abkommen, sondern auch der„ Demokratische Zeitungsdienst" teilt durch das„ Berliner Tageblatt" in Nr. 353 mit, das Abkommen bedeute den Anschluß an die sozialistische Partei- und Gewerkschaftsbewegung; und er fordert, daß alle demokratischen Beamten darauf hinarbeiten, den Anschluß an die sozialistische Arbeiter und Angestelltenbewegung abzulehnen. Run zur komischen Seite der Sache: die kommunistische Rote Fahne" tobt über den konterrevolutionären Charakter der AmsterDamer Gewerkschaftsbureaukratie, der sich aus dem obenerwähnten britten Punkt des Abkommens ergäbe:„ Offener haben sich die Amsterdamer noch nie als die wahren Stügen des Kapitals gezeigt als hier." Da die gegenwärtige Redaktion der„ Roten Fahne" teinen Aufsatz ohne raffinierte Fälschung schreiben kann, behauptet sie ferner, es sei in dem Abkommen vereinbart worden, bas Allgemeinwohl habe den Arbeiterinteressen Doranzugehen; das Allgemeinwohl bedeute aber soviel wie Aufrechterhaltung der bürgerlichen Gesellschaft. Tatsächlich ist jedoch vereinbart worden, das AII gemeinwohl habe den Privat interessen voranzugehen ein Saz, der für jeden flar genug ist, der überhaupt ein wenig zu denken vermag. -" Ob das Abkommen demnächst von dem Bundestag des Beamtenbundes genehmigt wird, steht noch dahin. Es ist interessant, baß ,, Tägliche Rundschau" und Berliner Tageblatt" Arm in Arm gegen ein Abkommen anrennen, durch das sich der Beamtenbund von der Monarchie lossagen und für die demokratische Republik erklären würde. Hat diese Pressehezze Erfolg, d. h. wird das Abkommen vom Beamtenbund abgelehnt, so erhalten die freien Arbeiter- und Angestelltengewerkschaften ihre Bewegungsfreiheit in organisatorischer Hinsicht zurück. Sie brauchen dann den Besizstand des Deutschen Beamtenbundes nicht anzuerkennen, sondern fönnen alle andern neuen organisatorischen Bestrebungen unterstützen, denen der Geist jenes Abkommens zu Grunde gelegt wird. Die Beamten haben oftmals geflagt, fie feien in mancher Be ziehung schlechter gestellt als die Arbeiter. Jetzt bieten ihnen die Arbeiter und Angestellten ein Bündnis an, das ihnen nur von Rugen sein tann. Mögen sie es nicht ausschlagen! Das große Verbrechen Trokti gegen die Offensivtaktit " Auf dem jogenannten Moskauer Weltfongreß hat die Aussprache über die Taktik der kommunistischen Internatio nale einen sehr breiten Raum eingenommen. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand die Märzation" der deutschen Kommunisten. Sie war geboren aus der angeblich neuen Erkenntnis heraus, daß die Arbeiterschaft nicht mehr in der Defensive verharren könne, da das auf die Dauer lähmend wirken und jeden revolutionären Geist erstiden müsse. So wurde ohne Prüfung der tatsächlichen Berhält nisse die Offensivtaftit als neues Evangelium gepriesen und im Verfolg dieser Tattik der mitteldeutsche Butsch inszeniert. Auf dem Mestauer Kongres haben nun die Befürworter Piefer sogenannten neuen Taftit ihre Haltung mit allen möglichen und unmöglichen Gründen zu verteidigen gesucht, und es ist höchst interessant, wie gerade Trozky die Verteidiger dieser neuen Taftif' lächerlich machte. Unter dem Hinweis darauf, daß Heckert die Situation im März für start revolutionär gehalten habe, während ein anderer ( Thälmann) das entgegengesetzte Bild entwarf, führte Trotty aus: wühlt. Sturm und Drang. Und dann tam ble mitteldeutsche Ges schichte. Der andere Genosse sagt: alles war versumpft. Es war ein Wall der Passivität vorhanden. Wir mußten durch brechen, foste es, was es wolle. Jedes dieser Bilder ist ja vortrefflich als ein in sich geschlossenes logisches Bild, aber ich meine, sie passen faum zueinander. Ein anderer Genosse wieder, es war Gen. Koenen, meinte, es herrschte in Mitteldeutschland heller Aufruhr und rings= umher Passivität. Es war Attivität in die Bassivität eingetapjelt. Man gewinnt aus alledem den Eindruck, daß die Mitglieder der deutschen Delegation die Sache noch immer so an= sehen, daß man sie um jeden Preis verteidigen muß, nicht untersuchen, nicht analysieren, und alles was wir hören, ist sozusagen nur das Mittel; der 3wed ist aber, daß man die Märzattion vor der Internationale um jeden Preis verteidigt. Das wird ja faum gelingen. Trotty bestätigt also, was wir Dukende Male festgestellt haben: innerhalb der deutschen fommunistischen Partei herrscht eine he illose Ronfusion. Soviel Führer, soviel Ansichten. Nicht einer ist in der Lage, die Situation erst von Moskau aus ins Hirn gehämmert werden. Aber richtig einzuschäßen. Die erforderliche Klarheit muß ihnen Selbst Trotky zweifelt an dem Erfolg seiner Erziehungsarbeit, Er sagte auf dem Kongreß, daß die Vertreter der V. K. P. D. und damit meinte er nicht die Opposition, sondern die Verfechter der neuen Taftifeine tonfuse Resolu tion wünschten, in die sie allmählich einen Sinn hineinlegen fönnten. Die vielgepriesene Offensivtaftik aber, die von deutscher Seite aus in Moskau zu verteidigen versucht wurde, fertigte Trokky folgendermaßen ab: „ Die Offensivphilosophie, die absolut unmargistisch ist, ist folgendem seltsamen Geist entsprungen: Es bildet sich allmählich der Wall der Passivität heraus und das ist ein Unglüd, das die Bewegung versumpft. Also auf! diesen Wall zu brechen! Ich meine, in diesem Geiste hatte man im Laufe einer gewissen Zeit eine ganze Schicht der leitenden, halbleitenden Genossen der deutschen Partei erzogen, und sie warten, was der Kongreß darüber sagen wird. Und wenn wir nun sagen, wir schleudern Paul Levi zum Fenster hinaus und über die Märzattion nur in ganz fonfusen Redensarten sagen, sie sei der erste Versuch gewesen, ein Schritt nach vorwärts, mit einem Wort, daß wir die Kritik phraseologisch verbeden, so haben wir damit unsere Pflicht nicht erfüllt. Wir find verpflichtet, der deutschen Arbeiterschaft flipp und flar zu jagen, daß wir diese Offensivphilosophie als die größte Gefahr und in der praktischen Anwendung als das größte politische Verbrechen auffaffen." Mit diesen Ausführungen hat Trotky zugleich die ganze Arbeit der fommunistischen Partei im letzten Jahre vers dammt. Erinnern wir uns an folgendes: Die Notwendigfeit der Spaltung der U. G. P. D. wurde in der Haupts sache damit zu begründen versucht, daß die Arbeiter aus ihrer Passivität heraustreten und um jeden Preis den Kampf mit der bürgerlichen Gesellschaft aufnehmen müßten. förperlich und geistig zugrunde gehe, in den Sumpf gerate Und zwar auf schnellstem Wege, da sonst die Arbeiterschaft und damit überhaupt unfähig würde zu einer neuen Revoluund wenn diese Offensivtaltit jetzt von Trogfy als ein Vertion. Die Offensivtaktit war also der Preis der Spaltung, brechen bezeichnet wird, so ist damit auch die Spaltung der U. S. P. D. ein großes Verbrechen gewesen. Die Erkenntnis, zu der Trokky heute gekommen ist, kann der deutschen Ars schnitt so tiefe Wunden in die deutsche revolutionäre Be beiterklasse freilich nicht mehr viel nügen. Die Spaltung wegung ein, daß sie noch auf Jahre hinaus gelähmt sein wird. Und das Allerschlimmste ist, daß die Öffenfiptaftit setzte, die durch die Leichensteine in Mitteldeutschland feine bloße Philosophie blieb, sondern sich in Taten um und durch die überfüllten Gefängnisse und 3ucht. häuser markiert werden. In der Sigung des Zentralausschusses der B. K. P. D. ftellte Friesland den Antrag, Heinrich Brandler als Zentralmitglied abzusehen, da die Partei mit seiner Haltung vor Gericht nicht einverstanden sei. Es wurde beschlossen, die Angelegenheit dem Parteitag zu überweisen. Wir möchten bei dieser Gelegenheit an die„ Rote Fahne" die höfliche Bitte richten, doch endlich den Brief Heinrich Brandlers, dieses wahrhaft flassische Dukoment revolutionären Denkens, zu veröffentlichen. Wir haben im Hinblick darauf, daß Brandler wegen seines mutigen Verhaltens vor Gericht zum Ehrenpräsidenten des Moskauer Kongresses ernannt wurde, den Brief im Wortlaut wiedergegeben und sind nun von allen Seiten dermaßen nach dieser Nummer bestürmt worden, daß die Auflage in furzer Zeit vergriffen war. Eine nochmalige Veröffentlichung durch die„ Rote Fahne" würde somit einem allseitigen Bedürfnis entsprechen. Also bitte! Die„ Geeschlacht" bei Murmansk In einem Telegramm an die Pariser„ Humanité", in dem Tschitscherin verschiedene Lügenmeldungen über Sowjetrußland zurückweist, heißt es über die Schießerei zwischen deutschen Minensuchern und der russischen Küstenbatterie bei Murmanst: Was den Zwischenfall bei Murmanst betrifft, so wurde er durch das Verhalten der Deutschen verschuldet, welche in unsere territorialen Gewässer ohne Erlaubnis und ohne Ankündigung einliefen. Das stellt eine Verlegung der elemen taren und allgemein bekannten Grundsäge dar. Niemand in Murmanst war darauf vorbereitet, als plötzlich fremde Fahrzeuge erschienen. Natürlich waren unsere Batterien zum Feuern gezwungen. Sie haben ihre Pflicht erfüllt und werden sie jeder zeit in analogen Fällen so erfüllen. Kein fremdes Fahrzeug hat das Recht, in territoriale Gewässer ohne Erlaubnis einzulaufen, und Kriegsschiffe müssen ihre Ankunft besonders antündigen und die Erlaubnis zum Einlaufen abwarten. Ergebenheitserklärung der Dominien London, 6. Auguft.( Reuter.) Die Premierminister des britischen Reiches richteten an den König eine Adresse, in der sie ihre loyale Ezgebenheit dem Throne gegenüber zum Ausdruck bringen und erklären, sie seien im Verlaufe ihrer Beratungen baß ihre so weit voneinander entlegenen Böller zusammenschließe, stets dessen voll bewußt gewesen, daß das wichtigste Bindeglied, die Krone sei und, so heißt es wörtlich weiter, unser Vorsatz, feine Veränderung in unserem völfischen Bestande oder in der Regierungsform die uns allen gemeinsame Treue dem Reiche und seinen Souverän gegenüber schwächen zu lassen." Ein Weißbuch über Leipzby. Dem Reichstag ist vom Reichsminister der Justiz ein Weißbuch enthaltend Abbrude der vom Reichsgericht auf Grund der Geseze zur Verfolgung von Kriegsverbrechen und Kriegsvergehen bisher erlassenen Urteile, vorgelegt werden. Buchdruckerstreit in Mainz. Die Buchdrudergehilfen in Mainz haben beschlossen, sofort in den Streit zu treten. Sie verlangen für Mainz außer der vom 1. August an erhöhten monatlichen Wirtschaftsbeihilfe, welche in Verbindung mit dem Reichsarbeitsministerium vom Tarifamt der Deutschen Buchdruder in Berlin Derselbe Genosse( Thälmann) sagte uns, es herrschte in der Arbeiterschaft ein Wall der Bassivität und es galt, diejen Ball der Bassivität zu brechen durch die revolutionäre Initiative einer entschlossenen Minderheit. festgelegt wurde, neuerdings eine wöchentliche Sedert sagte dagegen, alles war in Aufruhr, alles war aufgefagungszulage von 44 ML 3e= Groß- Berlin Der schlecht bezahlte Krieg An den Ufern des Berliner Nils( im gewöhnlichen Leben Dahme genannt) hat am Freitag eine heftige Schlacht getobt. Keine Angst es war nur eine Kinoschlacht. Aber sie zeigte doch einen wesentlichen Fortschritt gegenüber den Schlachten des Weltfrieges: man unterbrach den Sturmangriff, um erst eine Lohnerhöhung durchzusetzen. Warum haben wir das nicht schon im Weltfriege gemacht! Kein 3weifel, er wäre viel schneller zu Ende gegangen. Vor jedem Sturmangriff ein Streit der Infanterisien, vor jedem Trommelfeuer ein Streit der Artilleristen wie bald wäre der Obersten Heeresleitung die Bufte ausgegangen! Der Streif der Aegypter war erfreulich. Welch ein Berlangen, von morgens 6 Uhr bis abends spät einen blutigernsten Krieg zu mimen und zwischendurch noch eine andere Filmschlacht schlagen zu müssen, bergauf, bergab im Sturmlauf, schwitzend unter ber Schminte wann ist je nach der Revolution ein Krieg so schlecht bezahlt worden! Man hat erreicht, was man wollte. Es mußte ja auch gelingen: die Massenbewegungen ägyptischer Krieger, geleitet durch moderne Aegypterräte- welcher Feldherr vermöchte einem solchen Angriff standzuhalten! Wir freuen uns des ägyptischen Sieges, und wollen uns diese Tattit für einen kommenden Krieg merken! Bereitelter Mordanschlag Bon einem in Neukölln wohnenden Kaufmann erhielt die Bers liner Kriminalpolizei die Mitteilung, daß ein angeblicher Robert Wagner, mit dem er in Geschäftsverbindung gestanden hatte, ihm vorgeschlagen habe, sie wollten gemeinsam eine russische RegimentsTalle mit 16 000 Goldrubeln und mehreren tausend Silberrubeln heben, die während der Kämpfe im Jahre 1914 von einem später in deutsche Gefangenschaft geratenen russischen Offizier in einem See bei Lyd versenkt worden sei. Dieser Offizier habe ihn beauftragt, die Kasse zu heben und einen bestimmten Teil des Geldes an eine Bank zu überweisen. Er selbst solle als Unterpfand da= für, daß er das Geheimnis wahre, einen Roffer mit 100 000 Mart auf dem Bahnhof in Lyd hinterlegen. Das Raubdezernat der Berliner Kriminalpolizei beauftragte nun den Kaufmann, zum Schein auf den Vorschlag einzugehen. 3u feiner Sicherheit fuhren einige Beamte mit nach Königsberg, wo sich der Kaufmann mit dem angeblichen Wagner traf. Von dort fuhren beide, heimlich von den Beamten gefolgt, nach Lyd. Hier wurde der Koffer deponiert und nun erklärte der angebliche Walter, daß sie, um an den See zu gelangen, einen 20 Kilometer langen Weg durch den Wald antreten milßten. Das beste wäre, sich abends auf den Weg zu machen, damit sie morgens in aller Frühe an Ort und Stelle wären. Jetzt griffen die Kriminalbeamten ein. Der angebliche Wagner wurde festgenommen. Bei seinem Vers hör gab er an, nicht Wagner zu heißen, sondern ein IntendanturSekretär Gerhard v. Radziewsti zu sein. Er blieb auch dabei, daß er tatsächlich beabsichtigt habe, bie Kriegskaffe zu heben. Um völlige Aufklärung zu schaffen, fuchten die Beamten den See an verschiedenen Stellen ab, fanden aber nicht das geringste. Es gilt als sicher, daß Radziewsti alle seine Erzählungen erfunden und es nur auf die Ermordung des Rentöllner Kaufmanns abgesehen hatte, um sich in den Besitz des deponierten Koffers zu setzen. Das Eisenbahnunglüd bei Groß- Behnth, bei welchem durch Bu sammenstoß des Stendaler Personenzuges mit einem Güterzüge der Postschaffner Willberg getötet und mehrere Eisenbahnbeamte schwer verlegt worden waren, hatte gestern in vierter Intanz ein Nachspiel vor der Ferienstraflammer des Landgerichts III. Angeflagt wegen fahrlässiger Tötung usw. war der Lokomotivführer Alfred Mattner. Am Morgen des 26. Februar 1919 gegen vier Uhr fuhr auf dem Bahnhofe Großfahrens eines Borsignals auf einen dort haltenden Güterzug auf. Behnig der von Stendal tommende Personenzug infolge Ueber Reben erheblichem Materialschaden wurden mehrere Eisenbahnpostbeamten schwer verlegt und der Postschaffner Willberg getötet. Die Schuld an diesem Unglüd wurde dem Angeklagten beigemessen, der schon vor dem Schöffengericht von Rechtsanwalt Dr. Herbert Fräntel geltend machen ließ, daß er gezwungen gewesen sei, eine völlig befette Lotomotive zu fah ren, welche infolge Undichtigkeit eines Flansches und der Kolbenkopflissen soviel Dampf ausströmte, daß durch den aus strömenden Dampf der Ueberblick über den Fahrweg teilweise vers [ perrt war und er infolgedessen das Vorsignal übersehen habe. Das Schöffengericht tam zu einer Freisprechung. Hiergegen legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Die Straitammer folgte aber ebenfalls der Berteidigung, daß eine Schuld des Angetlagten nicht vorliege und erkannte ebenfalls auf Freispruch. Auf die Revision der Staatsanwaltschaft hob das Kammergericht das Urteil auf und verwies die Sache an die Straffammer zu rüd. Vor dieser beantragte der Staatsanwalt drei Monate Ge fängnis. Das Gericht schloß sich jedoch auch hier wieder der Auffassung des Verteidigers an und erkannte auf& reisprechung. Jim Streite erschossen. In dem Schantlofal im Hause Stettiner Straße 17 geriet gestern vormittag der 37 Jahre alte Kellner Baul Römer, Grünthaler Straße 88, mit mehreren Gästen in Streit. Jm Berlaufe desselben zog der 28 Jahre alte Arbeiter B. K. einen Revolver aus der Tasche und streckte den Kellner Römer durch einen Schuß nieder. Der Tod trat auf der Stelle ein. Nachdem der Täter noch einen Schuß abgefeuert hatte, durch den ein noch unbekannter Mann eine Berlegung davontrug, flüch tete er und tonnte bisher nicht ergriffen werden. In der Saalestraße in Neukölln fam es gestern morgen zwischen dem 48 Jahre alten Metallbrüder Karl Stabler und dem 58 Jahre alten Schneider Franz Gebhardt zu einem Streit, in dessen Ver lauf Gebhardt einen Revolver zog und seinen Gegner Stadler durch einen Schuß in den rechten Oberschenkel schwer verletzte.. Während man den Täter festnahm, wurde Stabler in ein Krantenhaus in Neukölln transportiert. Städtische Beamte in Differenzen mit dem Magistrat. Unter Borsiz des Stadtfyndifus Dr. Lange fand Montag vormittag eine Sigung im Rathaus statt, die sich mit der Regelung der Gruppeneinteilung der Beamten und Festangestellten beschäftigte. Nach einstündiger Beratung mußte die Sigung ergebnislos ab gebrochen werden, da die Bertrett der Beamten erklärten, auf der Grundlage des Magistratsentwurfs nicht verhandeln zu können. Da andererseits der Magistratsvertreter es ablehnte, die VorInge der Beamten als Berhandlungsgrundlage anzuerkennen, fam es zum Schluß der Gikung. Der Magistrat wird ebenso wie die Beamten zu dieser Lage Stellung nehmen müssen, um eine neue Verhandlungsgrundlage zu schaffen. Das nächste städtische Boltsfonzert des Philharmonischen Or chesters unter Leitung von Otto Marienhagen findet am Montag, den 8. August 1921, in der Philharmonie, Bernburger Straße 22/23, statt. Beginn des Konzertes 8 Uhr. Das Programm lautet: Polonaise E- Dur von F. Liszt, Ouvertüre zu„ Die Fledermaus" von J. Sirauß, Ave Maria für Violincello( Walter Schulz) von M. Bruch, Beer Gynt, 2. Suite für Orchefter von J. Grieg, Ouvertüre zu„ Ein Sommernachtstraum" von F. Menbelssohn, Legende Nr. 4 von A. Dvorat, Menuett von L. Boc cherini, Geschichten aus dem Wiener Wald", Walzer von 3. Strauß. Voraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Diens tag. Etwas fühler, zeitweise aufklärend, jedoch überwiegend be mölft, bei einzelnen leichten Regenfällen und frischen westlichen bis nordwestlichen Minden. Gewerkschaftliches Zwischen Amsterdam und Moskau welcher Der italienische Eisenbahnerverband, mehr wie 150 000 Mitglieder umfaßt und dessen Tätigkeit bedeutende Erfolge zu verzeichnen hat, beriet gelegentlich seines unlängst abgehaltenen Kongresses den Anschluß an den italienischen Gewerkschaftsbund. Diese mächtige Gewerkschaft stand nämlich bisher außerhalb des allgemeinen Gewerkschaftsbundes. Die sozialistisch gesinnten Mitglieder befürworteten bisher den Anschluß. während die Kommunisten ihn ablehnten, da der Gewerkschaftsbund in ihren Augen nicht revolutionär war. Im Laufe des Kongresses haben die Kommunisten ihr Taktik geändert, und nunmehr waren fie es, welche einen Antrag für den Anschluß eingebracht haben, in der Hoffnung, im Gewerkschaftsbund die Leitung an fich reißen zu können. Daraufhin mußten die sozialistischen Mitglieder, bisher eifrige Anhänger des Anschlußgedankens, gegen Sen Anschluß stimmen, und der Vorschlag wurde auch mit großer Mehrheit zu Fall gebracht. Der leidtragende Teil war wieder einmal die Arbeiterbewegung; die Zersplitterung der Kräfte in einem Zeitpunkt, wo der wirtschaftlichen Reaktion nur durch einheitliches Vorgehen der Arbeiterschaft ein Damm vorgebaut merden kann, wird verhängnisvoll werden. Soeben wird über die italienische Textilindustrie berichtet, daß diese sämtliche Kollektivverträge gefündigt hat und sie nur unter der Bedingung zu erneuern geneigt sei, daß der A cht stundentag in der Textilindustrie abgeschafft und eine zehnstündige Arbeitszeit eingeführt wird." Auf dem gegenwärtig in Lille stattfindenden Kongreß des französischen Gewerkschaftsbundes spie len sich nach den eingelaufenen Berichten Szenen ab, die geeignet find, zur Schwächung des Gewichts der Arbeiterschaft beizutragen. Es steht damit auch sonst in Frankreich ungünstig genug! Es fällt uns eine fleine Mitteilung in der Zeitschrift Le Producteur" in die Augen. Danach ist in Frankreich ein Oberster Rat für die öffentlichen Arbeiter errichtet worden, in welchem Vertreter der verschiedenen Interessen Platz haben. Neun verschiedene Interessentengruppen mit zusammen 22 Mitgliedern haben Sig in diesem Rat und darunter kein einziger Vertreter der organisierten Arbeiterschaft! Internationaler Metallarbeiterfongreß Das Zentralfomitee des Internationalen Metallarbeiterverbandes hat am 6. August in Zürich unter dem Vorsiz von Jlg= Bern eine Sigung abgehalten zur Besprechung der Tagesordnung für den am heutigen Montag beginnenden, auf vier Tage berechneten neunten Internationalen Metallarbeiterkongreß. Borgesehen sind u. a. Statutenrevision, Wahl des Bundesexekutivtomitees. Von amerikanischer Seite liegt ein Antrag vor, der vermehrte Propaganda für den Frieden und Verhinderung der Theater und Bergnügungen Volksbühne Lessing- Theater Sommerdirektion Uhr: Die Liebelei Oper von Franz Neumann Direkt.: Bictor Barnowsky Allabendlich 7, Uhr: Direktion: Max Reinhardt. Die Ballerina des Königs Deutsches Theater 7%, Potasch u. Perlmutter Kammerspiele P, Uhr: Der Serr, der die Maulschellen kriegt ( Konstantin, Gög) Komische Oper Gastspiel: Alfred Läutner 7 Der Adele Bauer 74 Casino- Theater Broßes Schauspielhalls Eröffng. Freitag, 12. Auguft Karlstraße Florian Gener Berliner Theater: Täglich 7.30 Uhr: DAS Milliarder mit der neuen Boffe Excellenz Maxe 7%, Apollotheater 7/2 Friedrichstraße 218 Saternat. Auguft- Programm :-: Oplum- Träume:-: Eine Haremsgeschichte mit 24 Damen Sowie 10 Sensationen Komödienhaus: Berliner Brater Allabendlich 7.30 Uhr: Der blonde Engel 7% Uhr Residenz- Theater Täglich 8 Uhr: Albert Vassermann in Traumulus Trianon Theater Lady Windermeres Fäcker Kleines Theater 8 Uhr: Hanft Arnstädt in Der Dieb Le voleur) Walhalla- Theater Die Königin der Luft Rose- Theater 7% Uhr: 712 Uhr: Mein Leopold Theater am Nollendorfplat 7 Uhr: Der Vetter aus Dingsda Deuta. Künstl- Theater 7: Der Herr Berteidiger 7% ( Hell, Gebühr, Kaiser- Tiz) Schlafzimmer eichenes, echter Marmor, Auflege- Matragen, 3850.Herrens weißes 2900-, zimmer, schwere Ausfüh rung, Bibliothek, geschliff. 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Keine- Geldern und Gustav Karpeles mit 5 Bildniffen und 5 Faksimiles Ein 360 Seiten starker Ganzleinenband 30.- Mark Buchhandlung„ Freiheit“ Forlin C2 Breite Strasse 8-2 Munitionsfabrikation im Falle eines neuen Kriegesfordert. Am] ein Tarifvertrag für die Angestellten des Möbelhandels abge Rongreß werden über 60 Delegierte aus 15 verschiedenen Ländern teilnehmen. Dem Internationalen Metallarbeiterverband find gegenwärtig 18 Landesorganisationen mit 3 360 000 itgliedern angeschlossen. U. S. P.- Kartellbelegierte und Gewerkschaftsvorsitzende in Spandau. Am Freitag, den 12. August 1921, abends 6 Uhr, im Hotel zum Stern, Potsdamer Straße, wichtige Besprechung. Um 7% Uhr findet die Kartellsigung statt. Streit der Leipziger Graveure. Die Leipziger Graveure sind mit dem 30. Juli 1921 in den Streit eingetreten. Die Unter nehmer hatten es auch hier abgelehnt, die durch Schiedsspruch festgelegten Säße des Reichstarifs zu zahlen. Sie machten vielmehr nur ein Angebot, Leistungslöhne zu zahlen in der Höhe von M. 6-6,60, was von den Leipziger Graveuren abgelehnt wurde. Wir ersuchen alle Graveure, Arbeit nach Leipzig nicht anzunehmen. Betriebsräte und Gewerbegerichtswahlen. Sämtliche Betriebsräte des Bezirks 11( Schöneberg- Friedenau) werden hierdurch aufgefordert, die Wahlausweise zu den Gewerbegerichtswahlen täglich in der Zeit von 5-8 Uhr abends im Lokal von Grundt, Schöneberg, Meininger Straße 8, abzuholen. Genossen, die gewillt sind, am Tage der Wahl mit tätig zu sein, werden gebeten, sich ebendaselbst zu melden. Arbeitslose Eisenbahner, Mitglieder des Deutschen EisenbahnerVerbandes, welche bis zum 1. Auguft ausgesteuert wurden, und sich der Arbeitslosen- Kontrolle unterworfen haben, werden aufgefordert, sich bis zum 30. August d. Js. in den Kassenstunden von 9-12 und 2-5 Uhr auf dem Bureau Bethanien- Ufer 10, 1, zur Entgegennahme einer Extra- Unterstügung zu melden. Wir bitten die arbeitslosen Eisenbahner darauf aufmerksam machen zu wollen. Ortsverwaltung Berlin des D. E. V. Der Transportarbeiter- Berband, Abteilung Erwerbslosenfürs forge, bittet uns um Aufnahme folgender Mitteilung: Die Role Fahne" hat berichtet, daß die Auszahlung der Erwerbslosen Sonderbeihilfe bereits am Montag feginnt. Wir weisen demgegenüber ausdrücklich darauf hin, daß laut Beschluß des Fürforgeausschusses die Auszahlung am Donnerstag, den 11. August, und folgende Tage beginnt. Ferner werden die Erwerbslosen darauf aufmerisam gemacht, daß diejenigen, die nicht 26 Wochen arbeitslos sind und Anspruch auf Sonderbeihilfe zu haben glauben, einen schriftlichen Antras bis zum 20. August an den Fürsorgeausschuß stellen müssen. Später eingehende Anträge finden keine Berüchtigung mehr. Verwaltung von Pensionskassen. Der Betriebsrat hat feinen Anspruch darauf, bei Festsetzung des Ruhegehaltes und der Hinterbliebenen fürsorge mitzuwirken. So hat der Vorläufige Reichswirtschaftsrat als zuständige Stelle( gemäß§§ 93/94 des BRG) entschieden. Kaufmännische Angestellte des Möbelhandels! Mit Wirkung ab 1. Juli 1921 ist durch den Zentralverband der Angestellten Soeben erschien: schlossen worden. Derselbe ist gegen Erstattung des Selbstkosten preises durch den Zentralverband der Angestellten, BelleAlliancestraße 7/10, zu beziehen. Allgemeiner freier Angestelle tenbund Zentralverband der Angestellten. Parteiveranstaltungen Jugendweihe Adlershof am 18. September, vorm. 10 Uhr, in der Turnhalle, Hadenbergstraße. Anmeldungen werden in der 3. Gemeinde- Schule und von E. Stropp, Waldstraße 7a, entgegengenommen. Jugendweihe im 20, Berwaltungsbezirt. Ende September d. J. findet sie Dom Volksbildungsamt veranstaltete Jugendweihe in Reinidendorf statt. Mit dem Ferienschluß beginnt der vorbereitende Unterricht. Anmeldungen nimmt das Bolksbildungsamt entgegen. Montag, 8. Auguft 5. Berwaltungsbezirt, 15., 16. und 17. Diftritt. Heute abend 7 Uhr gemeine Jame Funktionärtonferenz in der Schulaula, Edardstraße. Vortrag des Genossen Dr. Wenl. 6. Diftritt. Die Diftrittskonferenz findet bei Max, Bredowstraße 11, statt, nicht bei Krüger. Reinidendorf- Oft. Heute abend Funktionärtonferenz im Seebad. 15. Dienstag, 9. August Adlershof, Berwaltungsbezirt( Niederschöneweide, Oberschöneweide, Johannisthal, Alt- Glienice, Faltenberg, Treptow und Baumschulenweg). Abends pünktlich 7 Uhr Zusammenkunft sämtlicher Genossen bei Roß, Niederschöneweide, Berliner Straße 26. Wichtige Tagesordnung, u. a. Stellungnahme zur Wahl. 5. Diftrift. Abends 7 Uhr Frauenarbeits- und Kinderschuttommission bet Kaiser, Gostowstafirake 34. 8. Diftritt. Leste Rindertour während der Ferien. Wir bitten alle Parteis genoffen, ihre Kinder auf diese Veranstaltung aufmerksam zu machen. Treffs punft 9 Uhr Sparrplay. 12. Diftritt. Frauenarbeits- und Kinderschutzkommission 7% Uhr Sigung bet Alämpel, Dunderstraße 83. 16. Sikrift( 1. Abteilung). Gemeinsamer Zahlabend bei Wegner, Stralauet Allee 31, Ede Hohenloheftraße. Stellungnahme zur Stadtverordnetenwahl. Weißenfee der Bildungs und Hohenschönhausen. Gemeinsame Sihung fommiffionen pijnfilich 7 Uhr abends im Wirtshaus am Orantefee. eigenjte. Atends 6 Uhr bei Reumann, Ede Rölle- und Charlottenburger Straße furze Besprechung der Gruppenführer und Abteilungsleiter. Entgegens nahme der Sommerfestprogramme und Werbeplatate. Bereinsfalender Dienstag, 9. August Begir! 15( Treptow, Ober und Niederschöneweide). Erwerbslose Genossen, die innerhalb des Bezirfes wohnen oder Stempelstellen besuchen, werden dringend erfucht, um 10% Uhr sig an der in bez Aula Frischenstraße 8-9 in Oberschönes weibe Rattfindenden Arbeitsiofenversammlung zu beteiligen. Mitgliedsbuch der Gewerkschaft legitimiert. Holzarbeiter.Berband( Alarierarbeiter)., Die Vertrauensmännerversammlung im Reichenberger Sof findet nicht statt; dafür Branchenversammlung abends 7 Uhr Andreas- Festfäle, Andreastraße 21. Verantwortlich: für Politik u. Feuilleton: Leo Lieblüt. Berlin- Friedenau Robert und Gewerkschaftliches: 3. V.: für Kommunalpolitik, Lofales Hensel, Berlin; für den Inseratenteil und geschäftliche Mitteilungen Ludwig Komeriner, Charlottenburg. Verlagsgenossenschaft Freiheit", e. 6. m. b. 5., Berlin. Drud der Berliner Druderei G. m. b. 5., Berlin C2, Breite Strake 8-9. Band XIII der Bibliothek der Kommunistischen Internationale N. Bucharin und E. Preobraschensky: Stoffe für Herren Anzüge, Ulster, Baletots, Damen- Kostüme, Meter 50.-, 100.-, 150.-, 200.- Mark. Nur langjährige Berbindungen mit altbewährten Fabrikanten bürgen für preiswerte, gute Qualitäten. G. m. Koch& Seeland S Gegr. 1893. Gertraudtenstr. 20-21. Gegr. 1893. b. H. Botenfrauen Das ABC des Kommunismus sofort gesucht Inhalt: Vorwort. I. Teil: Entwicklung und Untergang des Kapitalismus Einleitung: Unser Programm. 1. Die kapitalistische Gesellschaftsordnung. 2. Die Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. 3. Kommunismus und Diktatur des Proletariats. 4. Wie die Entwicklung des Kapitalismus zur kommunistischen Revolution führte. 5. Die Zweite und die Dritte Internationale. II. Teil: Die Diktatur des Proletariats und der Aufbau des Kommunismus Einleitung: Bedingungen der kommunistischen Aufbautätigkeit in Rußland. 6. Die Sowjetmacht. 7. Die 9. Proletarische nationale Frage und der Kommunismus. 8. Das Wehrprogramm der Kommunisten. Gerichtsbarkeit. 10. Schule und Kommunismus.. 11. Religion und Kommunismus. 12. Die Organisation der Industrie. 13. Organisation der Landwirtschaft. 14. Organisation der Verteilung. 15. Organisation der. Banken und die Geldzirkulation. 16. Die Finanzen im proletarischen Staate. 17. Programm der Kommunisten in der Wohnungspflege. 18. Arbeiterschutz und soziale Fürsorge. 19. Schutz der Volksgesundheit. 376 Seiten/ Preis 8.-M.( Organisationen 5.- M.) geb. 15.- M. Zu beziehen durch die Verlagsbuchhandlung Carl Hoym Nachf. 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