Einzelpreis 30 Pfg. . 4. Jahrgang Die Freiheit erscheint morgens uno nachmittags, Gonntags und Montags mur einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Buftellung ins Haus für Groß- Berlin 10 M. m voraus zahlbar. Für Boftbegug nehmen sämtliche Boftanftalten Beftellungen ents egen. Unter Streifband bezogen für Deutschland, Defterreich, Ungarn, Danzig, das Baaru. Memelgebiet sowie die früheren deutschen Gebiete Bolens u.Luxemburgs 20 m., das übrige Ausland 27 M. per Brief beg. für Deutschland u. Defterreich- Ungarn 95 M. edaktion, Expedition und Berlag: Berlin C2, Breite Straße 89. Dienstag, 9. August 1921 Nummer 367 • Morgen- Ausgabe Die echtgespaltene Monpareillezetle ober deren Raum koftet 5,- M. einschließlich Teuerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2,- M., jebes weitere Wort 1,50 m. einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien Anzeigen und Stellen- Gesuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen- Gefuche in Word Anzeigen: das fettgedruckte Wort 1,50 m., jebes weitere Wort 1.-M. Fernsprecher: Zentrum 15230-152 39 greiheit Berliner Organ ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Klarheit Das Dunkel, bas bisher über den Steuerabfichten der Regierung lag, ist gewichen. Die Veröffentlichung der Stillstand der Pariser Verhandlungen nicht das Selbstbestimmungsrecht der Völker, wie es bei 15 Steuervorlagen, so untlar oder nichtssagend, so ein- oder Berichterstattung der Sachverständigen ber Abstimmung zum Ausdrud gekommen sei, zum Hohn vieldeutig die Angaben über die einzelnen Steuern auch find, schafft doch Klarheit über das, was die Regierung Wirth erstrebt. Erneut zeigt sich, daß eine herrschende Klasse freiwillig nichts von ihrer Macht aufgibt, daß von der Kraft und der Einsicht der Arbeiterklasse ihr Einfluß im Staate und damit ihr Einfluß auf die Verteilung der Steuerlasten abhängt. Als die Regierung ihr Amt antrat, ließen wir vom ersten Augenblid an feinen, 3weifel darüber bestehen, daß ihre Eristenz davon abhängen würde, welche Stellung sie zu der Grundfrage der inneren Politik, der Arfbringung Der Reparationslasten einnehmen würde. Ueber die Be strebungen der bürgerlichen Koalitionsparteien gaben wir uns nicht der geringsten Jllusion hin. Von der politischen Einsicht der Regierung aber hing es ab, ob sie bedingungs los vor dem Blod der Steuerscheuen fapitulierte oder den ehrlichen Versuch machte, das Kapital zur Tragung der Reparationslasten heranzuziehen. Es ist kaum anzunehmen, daß solche Erwartungen jetzt noch bestehen. Die Steuervorlagen der Regierung Wirth haben sie vernichtet. So sind Tausenden und Hunderttausenden erneut die Augen geöffnet worden, daß guter Wille, menschlich lautere Absichten die großen Klaffengegensäge weder aus der Welt schaffen noch überbrüden fönnen. Dadurch ist denn der Augenblick gekommen, wo die„ Bewährungsfrist", die die Unabhängige Sozialdemokratie dem Kabinett Wirth zur Durchführung der aus dem Ultimatum fich ergebenden Aufgaben gewährt hat, a bläuft. Entsprechend ihrer am 4. Juni im Reichstage abgegebenen Er tlärung, zunächst aus außenpolitischen Gründen die ,, Taten" der Regierung abzuwarten, ihr gegenüber aber jederzeit ,, die Klasseninteressen des Proletariats mit aller Entschiedenheit zu vertreten", tann gegenüber den jezigen Absichten der Regierung nur noch rüdsichts= loser Kampf in Frage fommen. Man wußte, daß umfangreiche Steuern auf den Verbrauch beabsichtigt waren, daß die Teuerungswelle, die sich jetzt bereits von Tag zu Tag verstärkt, dadurch erheblich gesteigert und die Lebenshaltung der Massen noch weiter eingeschränkt würde. Was die Regierung aber in dieser Beziehung jetzt bietet, und wie sie es ankündigt, das zeigt doch, daß alle diese Steuerpläne aus der Zapfzeit den Geist atmen, der stets die rechtsgerichtete Beamtenschaft des Finanzministe riums beseelt hat. Dieser Geist der Schonung gegenüber dem Besitz hat nun wiederum gefiegt über jede soziale Erwägung und mehr noch über die unbedingte Notwendigkeit einer großzügigen und grundsäglichen Entscheidung. Anstatt einer Gesamtvorlage, die den trostlosen Finanzen des Reiches und den gewaltigen Lasten aus der Wiedergutmachung entsprechen, die das Gleichgewicht des Haushalts des Reiches herstellen würde, ist ein fümmerliches Flidwerk entstanden. Wir haben stets betont, daß die wichtigste Forderung an die fünftige Finanzreform die Herstellung des Gleichgewichts im Staatshaushalt ist. Denn dieses Riesendefizit im Etat hat den immer stärkeren Notendruck zur Folge. Vermehrung der Notenmenge aber bedeutet Erhöhung der Preise und Sinken der Löhne, automatische Verschlechterung der Lebenshaltung aller auf feste Bezüge Angewiesenen, der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Es ist die denkbar schlechteste, die Arbeiter am meisten schädigende Besteuerungsart und in ihren Wirkungen schlimmer als jede indirette Steuer. In gleichem Maße, wie sie die Lohnempfänger schädigt, begünstigt sie aber die Besitzer der Produktionsmittel, der Goldwerte. Deren Einnahmen steigert sie auf Kosten der Arbeiterklasse. Gie hindert ferner aber auch die Steigerung der Produktion und fenkt die Baluta, die der Industrie Exportprämien, den Landwirten hohe Preise und den Lohnempfängern Hunger und Not Auch der Reichskanzler Wirth hat bisher die Herstellung des Gleichgewichts im Staatshaushalt als das von ihm erstrebte Ziel erklärt. Jekt aber ist mit einemmal feine Rede mehr davon. Die Regierung scheint die Absicht, durch diese Finanzreform den Etat ins Gleichgewicht zu bringen, völlig aufgegeben zu haben. Denn nach der Berechnung des Reichsfinanzministers, die er dem Reichstag unterbreitet hat, weist der Etat einen Fehlbetrag von 107,5 milliarden auf. Mittlerweile wird sich dieser Fehlbetrag im tommenden Etat noch um ungefähr 20 Milliarden Mark erhöhen, weil mittlerweile der ganze Wert des Etots die Etatsfoſten für die Reparationen anschwellen läßt. Würde man selbst den geplanten neuen Steuern auf 85 Milliarden Mart schätzen, so würde im Etat noch immer ein Defizit von rund 40 Milliarden bleiben. Anstatt fleiner würde also das Loch im Reichssädel immer größer. bringt. 3u dieser drückendsten aller indirekten Steuern, die zu beseitigen die Regierung auch stets als ihre Hauptaufgabe bezeichnet hatte, sollen aber nun noch die Steuern auf so notwendige Nahrungsmittel wie 3 u der, auf VerDer diplomatische Mitarbeiter des Daily Telegraph" hatte es als möglich bezeichnet, daß der erste Tag der Pariser Konferenz auf einen toten Puntt tomme. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen der britischen und der französischen Regierung seien zu weitreichend. Die britische Regierung sei davon überzeugt, daß eine Entscheidung über Ober: Schlesien sofort getroffen werde und daß sie von den dort jekt befindlichen Ententetruppen durchgesetzt werden könnte. Noch am Tage der Ankunft der britischen Delegation in Paris feien dort Nachrichten aus London eingetroffen, die diese Ansicht der britischen Regierung in dieser Frage nur bestärkt hätten. Diese Voraussage ist durch den Verlauf der ersten Sigung des Obersten Rats bestätigt worden. Von der„ Agence Havas" wird über sie folgender inoffizielle Bericht herausgegeben: Die Sigung ist um 6,05 Uhr zu Ende gegangen. Sie war voll. ständig durch die Besprechung der oberschlesischen Frage ausgefüllt. Ministerpräsident Briand eröffnete die Sigung und begrüßte die alliierten Vertreter. Darauf wurde jede Delegation aufgefordert, ein allgemeines Exposé der oberschleftschen Frage zu geben. Der Vorsitzende des Sachverständigenauss schusses, Fromageot, legte den französischen Stands punkt dar und zeigte, daß das Abstimmungsgebiet geteilt werden Lönne und daß der Grenzverlauf durch das Ergebnis der Abstim mung nach Gemeinden bestimmt werden müsse. Darauf gab Sie Cecil Hurd eine Darstellung des englischen Standpunktes, der auf die Unteilbarkeit des Industriegebiets und feine Zusprechung an Deutschland hinausläuft. Der französische Sachverständige Laroche gab der Ansicht Ausdrud, daß das Industriegebiet geteilt und zum großen Teile, einschließlich Königshütte, an Polen fallen müsse, wobei der Grenzverlauf sich merklich der Sforza- Linie zu nähern habe. Der italienische Delegierte hat einen vermittelnden Standpunkt vertreten. Die Berichterstattung der Sachverständigen hat also schroff gegenüber, wie die Auffassungen der englischen und nichts Neues ergeben. Ihre Meinungen stehen sich ebenso lungen nach ihrem Bericht braucht allerdings noch kein der französischen Regierung. Der Abbruch der VerhandZeichen dafür zu sein, daß eine Einigung zwischen den Alliierten über die oberschlesische Frage überhaupt nicht mehr möglich scheine. Vielmehr ist anzunehmen, daß jezt die Beratungen hinter den Kulissen ihren Anfang nehmen werden und daß man eifrig nach einem Kom= promiß suchen wird. Inzwischen hat der deutsche Reichstanzler noch einmal versucht, auf die Entscheidungen des Obersten Rates, einzuwirken. Er hatte mit dem Vertreter eines italienischen schlesiens an Deutschland als unabweisbar bezeichnete, wenn Blattes eine Unterredung, worin er die Zuteilung Oberbrauchsartikel wie Leuchtmittel und Zündhölzer, Kaffee, Tee, Kakao usw. treten! Das ist nichts anderes, als der Versuch, den allergrößten Teil der Lasten den am we= nigsten leistungsfähigen Schichten aufzubürden. Wie es scheint, find deshalb auch Angaben über die voraussicht lichen Erträge der einzelnen Steuern mit voller Absicht vermieden worden. Ist das vom Standpunkt derer, die die Belastung des Besitzes nach Möglichkeit verhindern wollen, verständlich, so ist es in unseren Augen einer der größten Fehler. Wenn es am Schluß der amtlichen Veröffentlichung über die Steuervorlagen heißt, daß die Gesamtbelastung durch durch indirekte Steuern im Gleichgewicht steht und dadurch dem Grundsatz einer ausgleichenden steuerlichen Gerechtig= feit Rechnung trägt", so ist das nur die deutliche Absicht, Die Massen über die Wirkungen der Regierungsabsichten zu täuschen Die Unterscheidung zwischen direkten und indirekten Steuern ist heute vollkommen willkürlich geworden. Die Einkommensteuer z. B., also eine direkte Steuer, trifft heute mit besonderer Wucht gerade das Arbeitseinkommen und macht diese Unterscheidung völlig un brauchbar. Trogdem wird die Regierung kaum so ehrlich gewesen sein, um die durch die Lohnsteuer aufgebrachten gewesen sein, um die durch die Lohnsteuer aufgebrachten Milliarden den Leistungen der nichtbesitzenden Schichten zuzurechnen. Dazu kommt aber, daß durch die Geldentwertung, die langsame Einziehung der sogenannten direkten Steuern ihre Abwälzbarkeit auf die Verbraucher, gewaltig erleichtert worden ist. Auch die sogenannten diretten Steuern find nicht von den Besitzern von Vermögen getragen, sondern von den Massen geleistet worden. Ist es nicht dem Kapital seit 1918 trotz aller Steuern mit hohen Säßen sehr gut er gangen? Hat es nicht vermocht, durch die Abwälzung auf die Verbraucher, durch die Kapitalverschiebungen ins Aus land, durch Umgehung und Durchlöcherung der gesetzlichen Bestimmungen sich den Wirkungen der Steuergesetze zum großen Teil zu entziehen? werden solle. Er wandte sich dann besonders gegen die, in der nationalistischen Pariser Presse ausgesprochene, Befürch tung, daß Oberschlesien zu einer Waffenschmiede für Deutschland werden könne. Deutschland führe feinerlei friegerische Absichten im Schilde. Ein deuts sches Oberschlesien werde berufen sein, in friedlicher Arbeit den Wiederaufbau Europas zu fördern. Wirth fuhr fort: Die deutsche Regierung hat sich schon in ihrer Note an die alliierten Mächte vom 1. April bereit erklärt, Bolen unter vors zugsweisen Bedingungen die für seine Wirtschaft etwa noch ers forderlichen Kohlen und sonstige Erzeugnisse zu liefern, solange das an Bodenschäzen überaus reiche polnische Gebiet, welches ben größten Teil des südöstlichen Bedens umfaßt und viel größer als das deutsche Areal ist, noch nicht erschlossen ist. Sie hat sich weiterhin bereit erklärt, weitgehende Hilfe bei der Erschließung der polnischen Bodenschätze zu leisten. Sie hat gehofft, auf diese Weise enge wirtschaftliche Bande zwischen Deutschland und Polen zu knüpfen, die auch eine Grundbedingung für den Bestand des polnischen Staates sind. Sie hat aber aus Warschau nur Spott und Hohn gehört, sie hat erleben müssen, wie die polnische Regierung den dritten blutigen Aufstand in das oberschlesische Land trug, und sie muß jeden Tag noch erleben, wie der deutsche Abstimmungsfieg durch unsaubere Methoden verfälscht wird. Wir tönnen und wollen mit solchen Waffen nicht tämpfen, wir wollen Frieden, Arbeit und Recht. Aber wir verlangen das gleiche von der Gegenseite und müssen fordern, daß sie aufhört, nach un rechtmäßigen Zielen zu streben, und daß sie auf alle Mittel der Gewalt verzichtet. Der Reichskanzler erklärte schließlich, daß der Gedanke einer provisorischen Lösung der oberschlesischen Frage für die deutsche Regierung völlig un annehm bar sei; sie widerspreche dem flaren Worte des Friedensvertrages und würde den Keim zu dauernden Konflikten im Often tragen. Often tragen. Deutschland vertraue fest darauf, daß der Spruch des Obersten Rates im Sinne des Rechts ausfallen werde, das allein den so nötigen Frieden und Wiederaufbau Europas ermöglichen und gewährleisten könne. Keine Mobilisation Rußlands E. E. Warschau, 8. Auguft. Der Vertreter Bolens bei der baltischen Konferenz, UnterStaatssekretär im Außenamte Dombjti, hat Pressevertretern gegen über erklärt, die Konferenz habe festgestellt, daß die Gerüchte von der allgemeinen Mobilisieruna unbegründet seien, und daß die Vertreter der einzelnen baltischen Staaten die Bereit willigkeit ihrer Regierungen mitgeteilt haben, den Opfern der russischen Hungersnot zu Hilfe zu tommen. Alle diese trostlosen Erfahrungen und verhängnisvollen Wirkungen der bisherigen Steuergesetzgebung sollen aber nach den Absichten der Regierung unberüdsichtigt bleiben. Denn so wenig sie der Forderung zu entsprechen gedenkt, daß durch die künftige Finanzreform das Defizit im Reichshaushalt gedeckt, also ein wesentliches Mehr an Steuern aufgebracht werden muß, so abgeneigt scheint sie auch dem anderen Erfordernis: der schnelleren Dedung des Staatsbedarfs, entsprechen zu wollen. Gewiß ist das mit den bisherigen Steuergrundsägen und-methoden nicht zu erreichen. Dann aber war um so notwendiger, sollte kein finanzen und die Erfüllung der Reparationsverpflichtungen mehr hindert als fördert, daß neue Wege gegangen wurden. Auch davon hat die Regierung abgesehen. Zwar erklärt fie, daß die Erfassung der Sachwerte auf anderem Wege als dem der Besteuerung„ noch der eingehenden Prüfung des Kabinetts" unterliegt. Jn Wirklichkeit aber hat der Kampf innerhalb der Regierung bereits mit einem Siege der Gegner der Erfassung der Goldwerte geendet. Das Reichswirtschaftsministerium ist unter dem Druck dieser Gegnerschaft gezwungen gewesen, seine ursprünglichen Pläne erheblich einzuschränken. Die Belastung des landwirtſchaftlichen und städtischen Besites durch Zwangshypotheken ist endgültig aufgegeben. Auch der Vorschlag der Beteiligung des Reiches an den Industrieunternehmungen besteht heute nur noch insofern, als an die Stelle der erhöhten Körper= schaftssteuer eine Kapitalbeteiligung des Reiches treten soll. Zwar würde auch das schon ein erheblicher Fortschritt gegenüber den Absichten der Reichsregierung bedeuten. Denn während die Körperschaftssteuer völlig ungenügend ist, würde die Beteiligung des Reiches an den Sachwerten bei den größeren Industrieunternehmungen einen Ertrag.von 67 Milliarden Mart bringen, der in einem Zeitraum von etwa fünf Jahren eingehen würde. Man sieht deshalb an der offiziellen Auslassung, daß man lediglich das Etikett. ,, Sachwerte" gestohlen hat, in der Hoffs 19th nung, auch damit über die wirklichen Absichten hinwegtäuschen zu können. Bei der Dürftigkeit der Pläne der Regierung aber ist diese Spekulation verfehlt. Man weiß endgültig, daß all die ungeheuerlichen Nachteile der bisherigen Besteuerungsmethoden erhalten, die Besizer der Sachwerte geschont, ihre Veranlagung erschwert, die Hinterziehung erleichtert werden wird und daß das Reich auf Beschaffung einer Notreserve zur Erfüllung der Reparationsverpflichtungen bei Versagen seines Kredits verzichtet. Die an Stelle der Erfassung der Sachwerte vorgeschlagene Bermögenszuwachs steuer ist geradezu ein Hohn auf eine wirkliche Besitzbesteuerung. Sie enthält jetzt bereits so viele Lüden und Schlupflöcher, daß ihr Ertrag außer ordentlich fümmerlich sein und so spät eingehen wird, daß bis dahin durch eine neue Hochwelle der Inflation, durch Geldentwertung und Preissteigerungen, die Wirkungen dieselben sein werden, wie bei der bisherigen Besitzbesteuerung. Die erste Veranlagung soll nämlich nicht vor 1926, also erst in fünf Jahren, erfolgen! Wann dann die Einziehung erfolgen wird, ist nach den bisherigen Erfahrungen ja nicht zweifelhaft. Noch schlimmer ist die Nachfriegsgewinnsteuer. Das also ist die berühmte Leg Rathenau, die dem Kriegsgewinnlertum zu Leibe gehen und das Reparationsgewinn= Tertum verhindern will! Dabei sollen bei dieser Steuer Gewinne nur insofern erfaßt werden, als sie auch tatsächlich verwirklicht sind, also nur bei Verkäufen. Das bedeutet, daß neben der Steuerfreiheit für die nicht veräußerten Industries und Handelswerte- genau wie bei der Vermögenszuwachs Steuer 1919 der gesamte städtische und länd liche Grundbesig von dieser Steuer überhaupt nicht betroffen wird. Unter diesen Umständen versteht man es, daß insbeson dere die agrarische Bresse jest nach der Veröffentlichung der Steuerpläne der Regierung völlig still geworden ist. Sie ist befriedigt über den unerwartet großen Erfolg ihres bisherigen lauten Geschreies und geheimen Wühlens. Mit fichtbarer Genugtuung stellt auch die„ Deutsche Augemeine 3eitung" fest, daß die Besitzsteuern wohl außerordentlich schwer auf dem Bermögen lasten werden, daß ihnen aber jener tonfiskatorische Charakter fehlt, der gerade der großen Finanzreform, die in Weimar verabschiedet wurde, anhaftete. Um so größer aber wird die Gegnerschaft der nichtbefizenden Schichten gegen die Steuervorlagen der Regierung sein. Der große landwirtschaftliche Besih, dem durch die Wirtschaftspolitik der jetzigen Regierung Milliardengewinne eröffnet werden, Industrie, Handel und Banten, die von der Geldentwertung so großen Nugen gezogen haben, sie alle müssen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit herangezogen werden. Die Erfassung der Goldwerte muß das Kernstüd der fommenden Finanzreform sein, und nicht, wie jetzt die Vermögenssteuern, schmückendes Beiwerk zu den ungeheuren Verbrauchsbelastungen oder gar eine 3wangsanleihe, die die Rot des Reiches zu einem guten Geschäft für die Kapitalbefizer machen würde. Das Reich hat mehr Mittel notwendig, und braucht sie fchneller, als sie nach den Vorschlägen der Regierung eintommen. Deshalb muß die Vorlage über die Erfassung der Goldweste auch zeitlich zuerst beraten und verabschiedet werden. Denn von der Gestalt dieser Vorlage und ihrent voraussichtlichen Ertrag muß die Art und das Maß der übrigen Steuern abhängen. Vorerst müssen deshalb die Vers tretungen der Arbeiterklasse die Beratung der Steuervorlagen, wie sie von der Regierung jetzt vorgelegt worden sind, jo lange ablehnen, bis die Vorlage über die Erfassung der Goldwerte hinzugetreten ist und zuerst beraten werden kann. Bivat Justitia! Eine Perle republikanischer Rechtsprechung 3wischen dem fommunistischen Verlag der Lichtstrahlen" und einem Drudereibesiger war ein Rechtsstreit entstanden, der am 25. April 1921 vor dem Landgericht I zu Berlin( 13. 3ivilfam mer) zum Austrag fam. Inhalt und Ausgang des Streits interessieren die Deffentlichkeit nicht. Dagegen enthält die Begründung des Urteils einige Säge, die bekannt zu werden verdienen. Gegenstand der Klage waren u. a. zwei Broschüren, die der ge nannte Berlag veröffentlicht hat,„ Der bolschewistische Staat" und„ Der historische Materialismus". Sierüber sagt die Urteilsbegründung wörtlich: ,, Aus den Aufträgen über die Drudlegung ber beiden ber bolfchemistischen Propaganda dienenden Broschüren tönnen beide Teile vertragliche Ansprüche nicht herleiten. Die hierüber geschlossenen Verträge verstoßen gegen das Staatsinteresse und hiermit gegen die gute Sitte und sind nichtig.... Es ist mehr als naiv von den Parteien, jür Verträge, welche indirekt die Zerstörung des Staates för bern sollen, bie Rechtsschuhmittel eben dieses Staates in Anspruch zu nehmen. Sie müssen im Interesse des bedrohten Staates verlagt werden." So bestätigt sich wieder einmal, daß in der Ebert- Republik die Behörden sich Dinge erlauben, die weit über alles hinausgehen, was jemals unter Wilhelms II. glorreicher Regierung vorgefom men ist. Damals wurde viel gerasselt mit Nebensarten von ben „ vaterlandslosen Gesellen", die den Staub von ihren Pantoffeln schütteln" sollten. Aber daß ein Gericht in so ungeschminkten Worten das Interesse der jeweiligen Machthaber als„ das Staatsintereffe" hingestellt hätte, ein solcher Fall ist uns von damals nicht erinnerlich. Wenn man damals einem Sozialdemo fraten den Rechtsschutz entziehen wollte, so brauchte man dazu ein besonderes Sozialisten geseg. Heute tut dies bas erste beste Gericht mit einem Federstrich. Es kommt aber noch hinzu, daß die Herren Richter in die Broschüren, über die sie ein amtliches Urteil abgeben, offenbar auch nicht einen einzigen Blid getan haben. Denn was sie behaupten, trifft gerade auf diese beiden Broschüren gar nicht zu. Es sind beibes zein wissenschaftliche Abhandlungen, zur objektiven Aufflärung bestimmt. Der bolschewistische Staat ist eine Sammlung von Gelegen der russischen Sowjetrepublit, die allen zu tennen nottut, die mit Rußland zu tun haben, besonders also vielen deutschen Beamten. Sogar das Kriegsministerium und das Auswärtige Amt Wilhelms II. waren 1918 mit der Herausgabe einer solchen Sammlung einverstanden, die dann nur durch die Berjagung der russischen Botschaft aus Berlin vereitelt wurde. Und„ Der historische Materialismus" ist eine gemeinverständliche Darlegung einer geschichtswissenschaftlichen Theorie. Ein deutsches Gericht aber begnügt sich mit den Titeln, um solchen Schriften den Rechtsschutz zu verjagen! Um jedoch allem die Krone aufzusetzen, tut das Gericht unmittelbar darauf das Gegenteil dessen, was es soeben verkündet hat. Soeben hat es gesagt, daß Rechtsansprüche auf solche Berträge nicht begründet werden können, und dann fährt es fort: Es bleiben jedoch diejenigen Ansprüche bestehen, die sich auf ungerechtfertigte Bereicherung des Beklagten( d. i. der Verlag der Lichtstrahlen) stügen lassen. Er ist jedoch durch die Lieferung der Broschüren um die Kosten des Papiers, mindestens Des Drudes und der Seftung bereichert. In ihrer Höhe ist Beklagter in seinem Vermögen gemehrt; denn der Mor der Broschüren übersteigt auch noch heute denjenigen ihrer vers stellungs- und Berbreitungskosten erheblich, da, wie die letzten Ereignisse lehren, die Lehren des Bolschewismus auch in Deutschland noch willige Gläubige finden, und seine Propaganda- Broschüren gekauft werden. Vermutlich wollte sich das Gericht die Möglichkeit nicht entgehen lassen, zu beweisen, daß es auch die letzten Ereignisse" noch im Sinne derer, die gerade die Macht in Händen haben, auszuwerten versteht. Der Fall ist von prinzipieller Bedeutung; denn die famose Theorie:„ Was der gerade herrschenden Staatspolitik Leichtigkeit nicht nur gegen alle sozialistische, sondern sogar gegen entgegenarbeitet, verstößt gegen die guten Sitten" tann mit alle irgendwie oppositionelle Betätigung nach Bedarf angewandt werden. Eigenlob stinkt! Die von dem Reichspräsidenten Ebert eingesetzten Sondergerichte haben mit geradezu affenartiger Geschwindigfeit ihre Aufgaben erledigt. In wenigen Monaten wurden hunderte und aberhunderte Arbeiter, die an dem März putsch irgendwie beteiligt waren, abgeurteilt; es regnete Zuchthaus- und Gefängnisstrafen mit einer Schnelligkeit, daß von einer Maschinengewehrjustiz gesprochen werden fonnte. Die harten Urteile, die meist ohne jede ernsthafte Prüfung des Tatbestandes, ohne Berücksichtigung der oft idealen Beweggründe, ausgesprochen wurden, haben zu einer scharfen Kritik der Sondergerichte geführt, und der Reichsjustizminister hat sich dieserhalb bewogen gefühlt, eine Nachprüfung sämtlicher Zuchthausurteile anzuordnen. Darob sind nun die Richter in Empörung geraten; fie erbliden in dem Erlag eine Bensur ihres Handwerks, und da sie sich für unfehlbar halten, haben sie folgenden Beschluß gefaßt: Zu dem Erlaß einer solcher Anordnung ist der Reichsjustiz minister zwar formell berechtigt. Die darin enthaltenen Richtlinien führen jedoch dazu, daß fast sämtliche 3ucht₁ hausstrafen nicht vollstredt werden. Bei dem Umfang der Gnadenerweise wird durch den Erlaß die gleiche Wirkung erreicht, wie durch eine Amnestie, die aber nur im Wege des Gesetzes erlassen werden könnte. Bei der Bevölkerung wird daher der Einbrud erwedt, baft bie Urteile der Sondergerichte ungerecht feien. Es stellt der Erlaß einen Eingriff in die Rechtspflege dar, welcher geeignet ist, die Achtung vor dem Gejez zu untergraben, die Wiederherstellung der Staatsautorität zu erschweren und feindliche Elemente zu gewaltsamem Vorgehen zu ermutigen." Dieser Beschluß wurde von den Richtern in Halle ge= faßt. Gerade die dortigen Sondergerichte haben nun eine wahre Blutarbeit verrichtet. Es ist deshalb recht erklär lich, wenn gerade die Halleschen Richter dagegen protestieren, daß ihre Arbeit angezweifelt wird. Die„ Achtung vor dem Gejez" fann durch eine Revidierung der Urteile natürlich nicht untergraben werden. Die ist schon lange nicht mehr vorhanden. Aber gerade der Umstand, daß sich die Halleschen Richter gegen eine Revision der Urteile wenden, zeigt, wie schlecht es mit der Rechtsgrundlage bestellt ist. Die Richter wollen die Rechtsschändung vertuschen, deshalb loben sie ihre eigene schlechte Arbeit- und Eigenlob stintt! Das Danziger Gewaltregiment Der Volksrat tritt seine Macht an die Sipo ab Die Danziger Ereignisse sind ein Beweis für die unerhörte Rücksichtslosigkeit und Gewalt, mit der das Bürgertum da, wo es die Macht hat, gegen die Arbeiterklasse vorgeht. Das Vorgehen des Danziger Senats steht ohne Beispiel da in der parlamentarischen Geschichte. Der Volksrat wurde auf Anordnung des Genats der Sipo ausgeliefert und die Welt erlebte das Schauspiel, daß ein Polizeileutnant vom Rednerpult aus verkündete: Im Auftrage des Boltstagspräsidenten habe ich den Sigungsjaal zu räumen und fordere die Abgeordneten auf, den Saal zu verlassen." Natürlich antwortete ihm schallendes Gelächter von der Linken. Hinterher suchen sich der Boltstagspräst dent und der Senator des Innern Schümmer gegenseitig die Verantwortung für die polizeiliche Besetzung des Volfstages zuzuschieben. Schlimmer noch als dies ist die Verhaftung der beiden kommunistischen Abgeordneten Sch midt und Rahn, die von der Sipo aus dem Sigungssaal herausgeholt wurden. Eine jämmer= liche Preisgabe der 3mmunität. Sofort nach der Ver haftung der beiden Abgeordneten wurde um das Boltstagsgebäude ein Drahtverhau( Spanische Reiter) gezogen und nur Personen mit Ausweisen durften diese Straßen passieren. Die Berhafteten wurden sodann mittels Auto und unter scharfer Bewachung nach dem Polizeipräsidium gebracht, wo sie in Saft behalten wurden. Als die Beiden angebracht wurden, stimmten die zahlreich sich vor und im Polizeipräsidium untergebrachten Sicher heitswehrleute Surrarufe an und fangen das Lieb: Deutschland, Deutschland über alles!" Die Staatsanwaltfchaft hat bisher den Saftbefehl nicht aufgehoben. Nun höre man erst die Begründung für die Berhaftung der beiden Abgeordneten. Sie sollen wegen Verbrechen gegen den § 105 bes Strafgesetzbuches angeklagt werden. Der Paragraph Iautet: Wer es unternimmt, den Senat oder die Bürgerschaft einer der freien Sansestädte, eine gefeßgebende Versammlung des Reichs oder eines Bundesstaats auseinanderzufprengen, zur Fassung oder Unterlassung von Beschlüssen zu nötigen oder Mits glieder aus ihnen gewaltsam zu entfernen, wird mit Zuchthaus nicht unter fünf Jahren oder mit Festungshaft von gleicher Dauer bestraft. Sind mildernde Umstände vorhanden, so tritt Festungshaft nicht unter einem Jahre ein. Wer seine fünf gefunden Sinne auch nur einigermaßen bewahrt hat, wird zu dem logischen Schluß tommen, daß nicht Schmidt und Rahn, sondern der Boltstagspräsident ins 3uchthaus gehört und alles das wegen einfacher Ob= struttion, einem parlamentarischen Kampfmittel, das in der ganzen parlamentarischen Geschichte selbstverständlicher Brauch war. Wahrhaftig, der neue Freistaat Danzig scheint den Ehrgeiz zu haben, trotz seiner geographischen, finanziellen und staatlichen Unzulänglichkeit der Welt das Schauspiel einer starten Regierung geben zu wollen. Das dürfte. den Danziger bürgerlichen Herr schaften, die jetzt den ganzen Standal deden, auf die Dauer doch recht schwer fallen. In Wirklichkeit sind sie ja nicht einmal Herr im Haus und es fönnte ihnen passieren, daß der Völkerbund, der Schutzherr Danzigs, ihnen ganz energisch auf die Finger flopft. Aber was Senat und bürgerliche Mehrheit des Volfstages heute gegen die sozialistischen Parteien unternehmen, das kann ihnen selbst morgen paffieren. Mehrheitsverhältnisse mechseln und die Bürgerlichen haben ein gutes Beispiel ges geben. Es ist jetzt Aufgabe der drei Parteien, in Danzig ben Kampf mit dem reaktionären Bürgertum durchzuführen und zu beweisen, daß weder die Paragraphen des Strafgesegbuches noch die Hundertschaften der Sipo der Arbeiterklasse die Behauptung ihrer Existenz und ihrer politischen und wirtschaftlichen Rechte wehren fönnen. Judenpogrom in Bayern TU. Memmingen ,, 8. August. Am Sonnabend nachmittag sammelte sich eine große Boltsmenge vor dem Anwesen des Großhändlers Rosenbaum, der unter dem Berdacht stand, Butter und Käse zurückgehalten zu haben. Die aufgeregte Menge verlangte nach dem Angeschul digten und demonstrierte über sechs Stunden vor dem Hause. Inzwischen war der Haftbefehl erwirkt worden. Die in die Tausende zählende Menschenmenge verlengte nun, daß der Verhaftete durch die Straßen geführt werden sollte. Die Polizei fonnte dem stürmischen Verlangen sich nicht mehr widersetzen und wurde mit dem Verhafte ten förmlich durch die Straßen geschoben. Nachdem der Ver haftete im Gefängnis untergebracht war, versuchte die Menge, noch in weitere Wohnungen von Israeliten ein zubringen. Während der ganzen Nacht durchzogen große Menschenmassen die Straßen, und auch am Sonntag war die Ruhe noch nicht wieder hergestellt. Wie einwandfrei festgestellt wurde, soll der Aufruhr von judenfeindlicher Seite hervorgerufen worden sein, beren Führer sich im Hintergrunde halten. Die schamlose antisemitische Hetze, die gerade in Bayern getrieben wird und die Billigung der Kahr- Regierung findet, hat also ihre ersten Früchte getragen. Der Bericht über die Vorgänge ist sehr zurückhaltend, die tatsächlichen Vorkommnissess scheinen also noch weit schlimmer gewesen zu sein als gemeldet wird. Vorbildliche Arbeit Die Telegraphen- Union meldet aus Braunschweig: Nach einer Meldung der hiesigen Deutschen Nachrichten" ließ das bekanntlich rein sozialistische Staatsministerium am Sonn abend durch den sozialistischen Polizeipräsidenten feststellen, welche Schupoleute Mitglieder des Stahlhelms", des Bundes der Frontsoldaten, find. der Frontsoldaten, find. Am Montag früh verfügte das Ministerium die sofortige Entlassung sämtlicher Echupo Teute, welche dem Stahlhelm" angehören. Die Leitung des „ Stahlhelms" hat sofort die notwendigen Schritte getan, um bei dem zuständigen Reichsministerium den entlassenen 40 Beamten zu ihrem Recht zu verhelfeit. " Die torbildliche Arbeit der rein sozialistischen brauns schweigischen Regierung findet bei der Reichsregierung hoffentlich Danf und Anerkennung. Der„ Stahlhelm" und der Bund der Frontsoldaten" sind zwei tappistische Organis sationen, die der Orgesch angeschlossen sind und gemeinsam mit dieser den Sturz der Republif und die Wiederaufrich tung der Monarchie anstreben. Die Beamten der Sichers heitspolizei, die sich derartigen Organisationen anschließen, find für ihren Dienst nicht geeignet, und es ist die Erfüllung einer selbstverständlichen Pflicht, wenn eine republikanische Regierung derartige Elemente aus der Schutzpolizei entläßt. Aussperrung in Braunschweig TU. Braunjweig, 8. Auguft. In den größeren Betrieben der Braunschweiger Metall industrie sind am Montag die Arbeiter ausgesperrt worden. Die Differenzen haben in Lohnforderungen ihren Ur Sprung. 3am Schuhe einiger Firmen, bei denen die Arbeiter in ben Streit getreten waren, erklärten sich die übrigen Metall industriellen solidarisch und sperrten nach vorheriger Ankündigung bie Arbeiter aus. Von den Aussperrungen nicht betroffen sind die Arbeiter der Mühlenbauanstalt Luther, mit denen unlängst ein besonderer Lohntarif vereinbart wurde, und die Kleinen hand werksmäßigen Betriebe der Metallindustrie, die auch bisher noch nicht an der gemeinsamen Lohnregelung beteiligt waren. Bon der Aussperrung find 20 000 Arbeiter betroffen. Horthy will Blut trinken Hamburg, 8. Auguft. Zu der Berhaftung des mutmaßlichen Mörders des Grafen Tisza, bes Sauptmanns Casernnat, wird gemeldet, daß Ungarn feine Ausliefrung unter der Anschuldigung gemeinen Mordes verlangt. Der Senat Hamburgs wird in einer bes fonderen Sigung darüber entscheiden, ob der Berhaftete auss geliefert werden soll oder nicht. Die Ermordung des Grafen Tisza entsprang ohne Zweifel politischen Motiven. Es ist deshalb eine selbstvers ständliche Pflicht des Hamburger Senats, den Ausliefe rungsantrag der ungarischen Regierung abzulehnen Ein gemeines Vergehen liegt nicht vor. Das wird nur von der ungarischen Regierung vorgeschoben, weil diese gerne Arbeit für ihre Henter haben möchte. Gefangenenrevolte in Gielow Eine Anzahl Flüchtlinge verleht In dem bei Cottbus gelegenen Internierungslager Sielow be finden sich zurzeit etwa 230 polnische Deserteure, die bei dem Einbringen ber Bolschewisten in den polnischen Korridor aus der polnischen Armee über die deutsche Grenze geflüchtet und hier interniert worden waren. In den letzten Wochen tam es öfters zu Zusammenstößen mit den Wachmannschaften. Am Sonntag abend versammelten sich die Internierten in der Ges gend des Haupttors und forderten, freigelassen zu werden. Es kam dann gegen 9 Uhr abends zu einer Revolte, die damit endete, daß etwa 30 Mann das Tor zertrümmerten. Nun gaben die Wachmannschaften Feuer, und etwa fünf der Internierten Stürzten getroffen zu Boden. Ungefähr 20 Mann gelang es, bas 100 Meter entfernt liegende Waldstid zu erreichen, wobei noch weitere 4 bis 5 Verlegte mitgeschleppt wurden. Durch das Dunkel der Nacht gelung es den Ausbrechern, zu entkommen Die fofort von Schußpolizei, Gendarmerie und Reichswehr aufs genommene Verfolgung ist bis zum Montag abend ergebnislos verlaufen. Man nimmt an, daß die Ausbrecher nach Schlesien geflüchtet sind, um von hier aus Oberschlesien zu erreichen. Die Berlegten befinden sich im Lazarett des Internierungslagers und dürften sämtlich mit dem Leben davonkommen. Saitentlassung der Kommunistin Schaumann, Die Kom munistin Malli Schauman, die unlängst zweds Beschleunigung ihres Strafverfahrens zweimal in den Hungerstreit getreten war, wurde am Montag aus der Untersuchungshaft entlassen. Aufhebung der Malzkontingente. Da eine behördliche Beliefer rung der getreideverarbeitenden Industrien mit Geireide int tommenden Wirtschaftsjahr nicht mehr stattfindet, ist die Bere ordnung über die Malzkontingente der Bierbrauereien und den Malzhandel mit Wirkung nom 16. August 1921 außer Kraft gelegt worden. Maffenprotesto gegen Teuerung und Steuerlaften Eine Kundgebung der Gewerkschaften Bom Bezirkskartell Stralsund des A. D. G. B. und der Afa wurde folgende Resolution beschlossen und in einer Stralsunder Massenversammlung angenommen: Entschließung: Die öffentliche Gewerkschaftsversammlung des Ortsfartells Stralsund protestiert aufs schärffte gegen die erneut auf allen Gebieten einsehende Teuerung, besonders aber gegen die neue ungeheuerliche Erhöhung des Brotpreises. Sie protestiert ferner gegen jede neue steuerliche Belastung der breiten Masse des Volfes durch indirekte Steuern. Sie verlangt von allen Parlamentsvertretern der Arbeiterparteien aufs entschiedenste, daß sie sich unter allen Umständen gegen jede indirette Steuer mit aller Schärfe wenden. Diese Forderung ist um so mehr berechtigt, als schon der A. D. 6. B. in einer Dentschrift an die Völter der Entente vom Februar dieses Jahres feststellte, daß die Löhne der Arbeiter un gefähr um das 8 fache, die Kosten der notwendigen Lebenshal tung aber um das 15 fache gestiegen seien. D. h. daß die Löhne doppelt so hoch sein müßten, wie sie sind, wenn sie nur die be= Scheidene Lebenshaltung vor dem Kriege ermöglichen sollten. Inzwischen haben sich die wirtschaftlichen Verhältnisse noch be= deutend verschlechtert. Von der gegenwärtigen Regierung erwartet die Arbeiterschaft nichts. Ihre Taten beweisen, daß sie sich nur als Vertreterin der besigenden Klasse fühlt und gegen die Arbeiter nur reaktionäre Gewaltmaßnahmen zur Verfügung hat. Die Arbeiterschaft lehnt ferner aufs entschiedenste den Ge= danken ab, der auf der Hamburger Gewerkschaftstonferenz vom 10. Juli von ersten Führern der deutschen Gewerkschaftsbewegung ausgesprochen wurde, daß die Arbeiterschaft die Folgen des tapitalistischen Krieges zu tragen und die ungeheuren Lasten des Friedensvertrages auf sich zu nehmen habe. Auch der Gedanke der Einführung eines 3wangsarbeitsdienstjahres und einer 9. und 10. Arbeitsstunde, der dort ernsthaft biskutiert wurde, bedeutet eine Provokation der Arbeiterschaft. Es ist bedauerlich, daß solche Gedanken von Arbeiterführern überhaupt besprochen werden in einer Zeit, wo Millionen arbeitslos find. Die Lasten des Krieges fallen auf jene Kreise zurüd, die es immer verstanden haben, in der bittersten Not des deutschen Bolles Riesengewinne zu erzielen und die deutsche Wirtschaft zugrunde zu richten. Die Versammelten fordern den Borstand des A. D. 6. B. auf, unverzüglich umfassende, fich über das ganze Reich erstredende Kampfmaßnahmen vorzubereiten, um der ungeheuren Teuerung ernsthaft entgegenzutreten. Es wird gefordert: 1. Sofortige Erfüllung der 10 Punkte des A. D. 6.B. mit allen den Gewerkschaften zu Gebote stehenden Machtmitteln. 2. Einleitung einer einheitlichen Lohnbewegung, über das ganze Reich mit der Forderung einer mindestens 50prozentigen Lohnerhöhung. Sollte der A. D. 6. B. es ablehnen, wirklich ernsthafte Maß nahmen gegen die Teuerung zu treffen, so fieht sich die Arbeiters schaft gezwungen, selbst die nötigen Maßnahmen zur Einleitung eines einheitlichen Kampfes zu treffen, um die Arbeiter vor der völligen Berelendung zu schühen. Die örtlichen Gewerkschaften aller Berbände des ganzen Reiches werden aufgefordert, gemeinsam mit uns den entschiedenen Kampf gegen die neue Teuerung aufzunehmen und * die Gewerkschaftsleitungen zur Einleitung eines einheitlichen Kampfes auf der ganzen Linie zu zwingen. Einheitsfront der Elbinger Arbeiter In Elbing haben die Vertreter der Rechtssozialisten, der Unab hängigen, der Bereinigten Kommunisten, der freien Gewerkschaften und der Afa- Verbände eine Arbeitsgemeinschaft gebildet. Die Diskussion der theoretischen Streitfragen soll zurückgestellt und ihr Austrag späterer Zeit überlassen werden. Die Arbeitsgemeina schaft, in deren engeren Ausschuß jede Körperschaft mit zwei Mits gliedern vertreten ist, will die Arbeiterschaft sammeln zum Kampf gegen den in Ostpreußen noch immer bestehenden Belage rungszustand, gegen den Wucher und gegen die Steuera belastung der Arbeiter. Weiter soll eine wirkliche Ers werbslosenfürsorge angestrebt werden. Die Hilfsaktion für Rußland wird von der Arbeitsgemeinschaft in einheitlicher Weise in die Hand genommen. Die Elbinger Arbeitsgemeinschaft ist zum entschiedensten Kampf gegen die Agrarier und Großkapitalisten entschlossen und will dafür eintreten, daß im Bezirk Ost preußen wie im Reich sämtliche Arbeiterorganisationen ihrem Beis friel folgen. Die niedrigen Löhne in Deutschland Nach der„ Industrie- und Handelszeitung" hat ein Komitee des Parlaments der Vereinigten Staaten Nordameritas eine 3u Jammenstellung über die in der Textilindustrie gezahlten Löhne herausgegeben, geordnet nach den verschiedenen Industriezweigen und Hauptproduktionsländern. Löhne in Dollars. Baumwoll- Wollwebereien Spinnereien Woll webereien Rordamerita 20,80 39,33 England 12,39 15,58 Belgien 12,29 9,54 38,98 17.70 9.63 Frankreich 9,12 12,9 Italien 5,14 Japan Deutschland 4,56 4,35 6,0 4,35 4,74 Der deutsche Industriearbeiter steht noch unter dem ja pa nischen Arbeiter. Er wird am meisten ausgebeutet. Daß die deutschen Landarbeiter noch schlechter bezahlt wer ben, ist allgemein bekannt. Berliner Bezirkstag der GPD. O In der am Sonntag stattgefundenen Berliner Bezirksversamm lung der S. P. D. wurde nach einem Referat Franz Krügers haupt sächlich über den neuen Programmentwurf der S. P. D. diskutiert. Sowohl der Referent wie sämtliche Diskussionsredner waren sich in der Ablehnung des Programmentwurfs einig. Ob eine ent sprechende Resolution angenommen wurde, geht aus dem Vorwärts"-Bericht nicht beutlich hervor. Charakteristisch war ferner, daß sich eine Anzahl Rebner unter startem Beifall der Versamm lung gegen eine Koalition mit der Deutschen Boltspartei wen deten, und daß Riesstahl unter lebhaftem Beifall der Anwesenden einen energischen Kampf gegen die Reaktion in den militärischen Berbänden und in der Verwaltung forderte. Zum Schluß wurde folgender Antrag angenommen: Der Parteitag wolle beschließen: Ein Zusammengehen der Sozialdemokratischen Partei in der Regierung des Reiches oder eines Landes ist nur mit solchen Barteien möglich, bie 1. die Republif anerkennen und zu verteidigen bereit sind, 2. für die Sicherung des demokratischen Selbstbestimmungsrechts des Boltes Die russische Hungersnot H Der Hunger beginnt In der Stadt Saratow wurde am 1. Juli die Ausgabe jeglicher Lebensmittelrationen eingestellt, weil keine Lebensmittel mehr vorhanden sind. Die Lage im Gouvernement Samara Ueber die Lage im Gouvernement Samara wird berichtet: Die Bevölkerung dieses Gebietes nährt sich vorwiegend von Surro= gaten und leidet an Storbut. Auch wütet hier die Cholera: in Samara allein tommen täglich 400 Cholerafälle vor. Besonders schwer ist die Lage der Kinder: die Zahl der aus öffentlichen Mitteln zu versorgenden Kinder, welche im Mai noch 20 000 betrug, ist auf 60 000 angewachsen. Täglich kommen 60 bis 70 Kinder, die von ihren Eltern verlassen werden, hinzu. Die Nahrung dieser Kinder, welche aus Saferbrot und Hafergrüße besteht ,. ist ungenügend. Zur Versorgung der Kinder find 30 000 Bud Brot erforderlich. Auch müßte ein Teil dieser Kinder in bessergestellte Gebiete transportiert werden. Die Lage in den deutschen Wolgafolonien Ueber die Lage in den deutschen Wolgafolonien liegt folgender offizieller Bericht vor: Die Kolonien erleben bereits das zweite Mißerntejahr. Schon 1920/21 hatte dieses Gebiet ein Defizit von 4 Millionen Pud. Das neue Erntejahr hat die Lage nicht ge bessert, da 70 Prozent aller Saatfelder vollständig vernichtet sind, während 30 Prozent des Aderlandes einen Ertrag von nur 5 Pud pro Deßjatine ergeben. Die Bevölkerung nährt sich von Surrogaten und ähnlichem. Das Volkskommissariat für Ernährung hat bis jetzt für das ganze Gebiet 27 000 Bud Brot und 15 000 Bud Fische geliefert. Am wichtigsten ist die Sicherstellung der Wintersaaten für 200 000 Deßjatinen Aderland. Dazu find 1 000 050 Pub Mintersaatkorn erforderlich. Aus eigenen Mitteln kann das Land nur 20 000 Deßjatinen besäen. Zur Versorgung von 300 000 Hungernben find monatlich erforderlich: 51 000 Pub Brot, 14 000 Bub Grüße, 7500 Pud Fett, 225 000 Bud Gemüse. Die Organisierung von öffentlichen Speisungen erfordert 1 Millionen Rubel. Die allgemeine Notioge Am 26. Juli fand in Mostau die erste Sigung des Hilfs. tomitees des Gouvernements Mostau für die Hungernden statt, an der auch Vertreter der Gewerkschaften, Genossenschaften und anderer Organisationen teilnahmen. Sungerkatastrophe. Nach seinen Angaben umfaßt das Hunger Ramenew vervollständigte in einem Bericht das Bild der gebiet zehn Gouvernements und eine Anzahl Kreise benachbarter Gouvernements. Zur Versorgung der Landbevölkerung sind 41 000 000 Bud Brot zur Versorgung der Stadtbevölkerung.. 18 000 000 " insgesamt 59 000 000 Pub Brot erforderlich, also fast ebensoviel, als das fruchtbare Land sonst für den Bedarf des ganzen Reiches lieferte( 60 000 000 Bud). Der allgemeine Verlust an Getreide für ganz Rußland beläuft sich auf nahezu 120 000 000 Bud Getreide. Bis zum 1. September in Reich, Staat und Gemeinde, 3. für die Demokratisierung der Berwaltung und für die Republifanisierung der Reichswehr und der Polizeiorganisationen, 4. für eine pazifistische Außenpolitit, 5. Te die loyal Erfüllung des Friedensdittats und für die auf: bringung der Lasten in erster Linie durch größtmöglichste steuerliche Seranziehung des Besiges eintreten." Zweierlei Maß Bom Internationalen Gewerkschaftsbund wird uns geschrieben: Die fommunistischen Gewerkschaftszersplitterer in Westeuropa Schwindeln den Arbeitern vor, daß die Gewerkschaftsführer die fapitalistische Produktion auf Kosten der Arbeiterschaft wieder in Gang bringen wollen. Durch diese heuchlerische Formulierung wollen sie den Anschein erweden, als wenn sie selbst mühelos den Aufbau der Weltwirtschaft in zein tommunistischer Form durch führen und gleichzeitig alle sozialen Notstände einschließlich der Arbeitslosigkeit, aus der Welt schaffen tönnten. Zu diesem 3wed stellen sie es so dar, als sei der Kapitalismus am Ende Jeiner Kraft und auf der ganzen Linie leicht zu ersehen durch zielbewußte, voltswirtschaftlich und betriebstechnisch geschulte Gewerkschaftler und Kommunisten. Der westeuropäischen Arbeiterschaft ist es bisher erspart geblieben, die tommunistischen Maulhelben als Welterleser bei der Arbeit zu sehen; sie haben es aus begreiflichen Gründen vorgezogen, sich auf die„ praktische" Tätigkeit zu beschränken, die jeder Mortgewandte und gewissenlose Stümper und Charlatan ausüben tann: die Aufhehung der Ar. beitslosen gegen die Gewerkschaften, und im Bunde mit den Re altionären aller Sorte: die Schmähung und Herabsehung aller lozialen, politischen und rechtlichen Errungenschaften der letzten Jahre. Bon einem Zerfall der Macht des Kapitalismus sprechen die Mostauer selbst nur, wenn sie auf ihren Kongressen unter sich sind oder in ihren Zeitungen vor den Arbeitern das große Wort führen. Krassins Berhandlungen und die Wirtschaftsver träge, die sie nach und nach mit den Regierungen als Vertretern bes ausländischen Kapitals schließen, beweisen, wie wenig fie sich selbst aus der weltwirtschaftlichen Umflammerung des Kapitalismus zu befreien vermögen. Nur wenn er ihr Bundesgenosse ist, glauben sie an ihre eigene Zukunft. Der Kapitalismus ist in großen, maßgebenden Ländern von teiner Revolution erschüttert. In den anderen ist er bank den kommunistischen Bahnbrechern der Reaktion, die die Einheit des politischen Sozialis langt. Bielleicht war er nie mächtiger als jetzt; jedenfalls war mus zerstört haben, von Monat zu Monat zu neuer Kraft ge er nie gefährlicher. Die fommunistischen Hezer, die das Proletariat glauben machen wollen, er sei mit ein paar politischen Aktionen zu vernichten, begehen Berrat an den Arbeitern und ihren Bundesgenossen. Wie Lenin selbst über die Tätigkeit, ausgerechnet der Kommunisten, die Produktion wirtschaftlich und sozial befriedigend aufzubauen, denft, geht aus einer Ansprache hervor, die er vor den ehemaligen Fabrikanten der Textilindustrie gehalten hat. Er bittet in dieser schweren Zeit alle, ohne Unterschied der Ueberzeugung, zu helfen und die vaterländische Industrie wieder herzustellen, die durch den Bürgerkrieg und die Maßnahmen unverantwortlicher Personen, die bedauerlicherweise zur tommu nistischen Partet gehören, zerstört worden ist. Es ist volltommen richtig, daß es unter uns Stubentheoretifer gab, die von der Wirklichkeit weit entfernt, gewohnt waren, mit einem Beilschlag den gordischen Knoten zu zerhauen. Reine Idealisten der politischen Ueberzeugung verstehen es oft nicht, den richtigen Moment zu erfassen und damit haben sie unsere Industrie so fundamental zerstört. Jetzt haben sie sich von den Fehlern ihrer Tattit überzeugt und sind zur Seite getreten." Lenin und der fleine Kreis um ihn find im Gegensatz zu ihren westeuropäischen Kollegen die einzigen Kommunisten, die prakti find dringendst 12-15 Millionen Pub Saatform zur Sicherstellung der Aussaat in den betroffenen Gebieten notwendig. Die Hilfsaftion D. E. Teriofi, 8. August. Das Borstandsmitglied des Mostauer Hilfstomitees, der ehes malige Minister der Kerensfi- Regierung, Propofowitsch, betont in einer Unterredung mit einem Verireter der Petersburger Krasnaja Gajeta", daß die Aufgaben des Moskauer Komitees, das unter dem Zeichen des Roten Kreuzes stehe, jenseits aller Politit lägen; feine Hauptaufgabe sei, die Hilfe des Auslandes zu organisieren. Das Komitee werde eine Mission nach Europa, Amerita, Kanada und Argentinien entsenden und den Transport der Lebensmittelspenden organisieren; eine Beschaffung von Saatmaterial fame indessen der vorgerückten Jahreszeit megen nicht mehr in Frage. In der Provinz würden Gouvernements und Kreis- 3weigstellen des Moskauer Hilfskomitees überall dort geschaffen werden, wo die Regierungshilfe der Aufgabe nicht gewachsen sei. Ginnloses Gerede Bom Bressedienst der Berliner Sowjetvertretung wird uns geschrieben: Es fursieren Gerüchte, daß angeblich Millionen Hungernder ft auf Mostau zu bewegen, daß die gegen die hungernden Bauern abfommandierten Truppenteile der Roten Armee sich der Hungerlawine anschließen u. ä. Dieje Gerüchte sind völlig aus der Luft gegriffen. Nach Moskauer Meldungen fann von einer Manenbewegung der Wolgabauern teine Rede fein. Es tommt vor, daß ein oder mehrere Dugend Bauerngehofte von ihren Besitzern verlassen werben, welche in ten weniger betroffenen( vornehmlich östlichen) Nachbargebieten auf einige Zeit ein Durchlommen suchen. So z. B. berichtete bie Sowjetpresse Mitte Juli von der Aussiedelung von zirka 800 Familien. Es fursieren auch Gerüchte über angebliche Ueberfüllung der Dampfer und Eisenbahnen mit Personen, welche aus den Hungergebieten in die Umgegend ausschwärmen, um Brot zu suchen. Das steht aber in gar teinem Zusammenhang mit der Aussiedelung. An den Knotenpunkten der Eisenbahnen in den südlichen und östlichen Gouvernements stehen fleinere Truppenteile als daß die aus dem Süden und Often nach Norden zurückkehrenden Schuhfordon, jedoch nur zu janitären Zweden, um zu verhindern, Hamsterer, welche größtenteils schon im Frühling in die sonst fruchtbaren Gebiete gegangen waren, Cholera und andere Epidemien in den zentralen und nördlichen Rayons verbreiten. Die Gesamtzahl diejer Hamsterer beläuft sich auf mehrere Tausende. Gerüchte über Zusammenstöße zwischen diesen Bersonen und Truppenteilen, wobei angeblich die Kavallerie eingreifen mußte, find glatt erfunden. Einige Berliner Morgenblätter verbreiten Gerüchte, daß angeblich in Petrograd eine Revolution ausgebrochen sei, die Sowjets vertrieben seien oder mindestens ein Wechsel in der Regierung bevorstehe; daß in den Städten Woronesch, Orel, Kurik und Tambow heller Aufruhr" herrsche, Troyty demissioniert habe und ähnliches Gerede. An diesen Gerüchten ist auch kein wahres Wort. Ebenso find alle Gerüchte von Aufständen und blutigen Zusammenstößen zwischen Hungernden und Rotgardisten glatt etfunden. sche Arbeit geleistet haben. Aber sie mußten den Weg vom Dogma zur Wirklichkeit gehen, um das zu fönnen. Wenn Lenin mit solcher Geringschäzung von den Kommunisten als Organisatoren für den Wiederaufbau der Wirtschaft rebet, hat die Amsterdamer Internationale feinen Grund, ihm zu widersprechen. Die Gewerkschaftsführer aber werden sich nach dieser Aufklärung durch kommunisti sche Verleumbungen um so weniger hindern laffen, für den wirtschaftlichen Aufbau im Interesse der Arbeiter zu sorgen, als auch Lenin in allen Ansprachen der letzten Zeit zugegeben hat, daß der Kapitalismus nicht von heute auf morgen aus dem ökonomischen Leben ausgeschaltet werden kann. Was Lenin recht ist, ist den Gewerkschaften billig. Es ist eine nichtswürdige Berdrehung der Kommunisten, zu behaupten, daß die Gewerkschaften den Kapitalismus anerkennen oder sich ihm verschreiben, weil sie, wie Lenin, damit rechnen, daß der Kapitalismus nicht durch Dilettanten gestürzt, sondern nur durch überlegene Prattiter überwunden werden kann. Ein unfauberer Fall Der Gumpf der politischen Polizei Die berüchtigte Abteilung la beim Polizeipräsidium( politische Polizei) fann ihrem übelduftenden Ruhmestranz ein neues Reis einflechten. Dieser neueste Fall, den wir im folgenden schildern, deckt auch die innigen Verbindungen zwischen den reaktionären deutschvölkischen Kreisen und dieser Spigelabteilung des Polizeipräsidiums auf. Es handelt sich um folgende Sache: Am 14. Juli brachte das Wullesche Deutsche Abendblatt" eine angeblich genaue Aufstellung über das zufünftige Rote Aftionss programm Berlin". Der Spigelbericht besagte, daß unter anderem auch der bekannte Gesangspädagoge Professor Rosebery d'Ar= guto zum Roten Armeerichter auserforen sei. Zwei Tage darauf, am 16. Juli, brachte dasselbe Blatt einen Artikel, der Rosebery speziell gewidmet war und eine efelhafte Hege gegen benselben enthielt. Am Sonnabend, den 23. Juli, wurde Rosebery zur Vernehmung vor die Abteilung la geladen und nicht mehr freigelassen. Am Montag darauf überreichte ihm die Abteilung la des Polizeipräsidiums einen Bettel des Inhalts, daß er als lästiger Ausländer von Landespolizei wegen aus Preußen auss gewiesen werde. Die Durchführung der Ausweisung geschehe durch Zwangsabschiebung. Bis zur Ausführung der Anordnung werde er einem Internierungslager überwiesen. Rosebery wurde dann in das Interntertenlager Stargard gebracht, wo er sich zur Zeit noch befindet. In einer Zuschrift an uns betont Rosebery, daß er sett 14 Jahren in Berlin ansässig lei. Das letzte halbe Jahr sei er von seiner Reformtätigkeit auf dem Gebiete des Gesangs voll tommen in Anspruch genommen worden und habe nur seiner theoretischen und praktischen Arbeit in dieser Richtung gelebt. E bestand also nicht die geringste Veranlassung, diesen Mann aus zuweisen und ihn bis zu seiner Ausweisung zu internieren, feine Veranlassung, als eben die Denunziation des Wulle- Blattes. Und das scheint für die Abteilung la Veranlassung genug zu sein. Wir verlangen schleunigste Aufklärung dieses unsauberen Falles. Brandkatastrophe in Herrenhat. Von einer großen Brandfatastrophe murde der Ort Herrenhut betroffen. Reben anderen Häusern wurde auch das Witwenhaus ein Raub der Flammen. Das Schwesternhaus fonnte gerettet werden. Den aus Zittau, Löbau und anderen Orten herbeigeeilten Feuerwehren gelang es gegen Abend, den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Raubanfall im Elsenbahnzuge. In einem Bersonenzug Franks furt- Mainz wurde ein junges Mädchen, das zur Zahlung eines größeren Betrages nach Mainz fuhr, während der Fahrt hinter Mainz- Süd von drei jungen Burschen überfallen. Den Tätern, die aus dem langsam fahrenden Zug sprangen, fielen 3000 Mart in die Sände. 3wei wurden verhaftet, der britte entfam. HERMANNS TIETZ Enorm billige Angebote Sowell Vorrat Theater und Bergnügungen Leipziger Strasse Alexanderplatz Frankfurter Allee 128 Jm 1. Stock Ausstellung: modifche Gebrauchsgegenstände für die Dame Leipziger Strasse Alexanderplatz Kleider- Rock 4900 Fr. Rinderkammu. Brust Damen- Hemd 2350 Sportform, guler Stoff... Gummi- Schwämme 1275 gute haltbare Qualität............ Stück Korsett Drell mit Langette, 1 Paar Halter Halsketten modern, i 2950 Elfenbein imit., runde und ovale Perlen 14,50 Volksbühne Leffing Theater Sommerdirektion 8 u.: Die Liebelei Direkt.: Bieter Barnowsky Oper von Franz Neumann Direktion: Max Reinhardt. Deutsches Theater 7: Botafch u. Berlmutter Kammerspiele 7%, Uhr: Der Herr, der die Maulschellen kriegt Allabendlich 71%, Uhr: Die Ballerina des Königs ( Ronftantin, Gög) Deutsch. Künstl.- Theater 7. Der Herr Berteidiger ( Hell, Gebühr, Kaiser- Tig) Komische Oper Großes Schauspielhaus Gastspiel: Alfred Läutner Karlstraße 8 Uhr: Die Weber ( 29. Abteilung, 6. Abend). 7814 Der Koele Bauer Casino- Theater 78% Berliner Theater: Eröffng. Freitag, 12. Auguſt Täglich 7.30 Uhr: Milliarder Komödienhaus: Allabendlich 7.30 Uhr: Der mit der neuen Boffe Excellenz Maxe 7% Apollotheater 72 Friedrichstraße 218 Internat. Auguft- Programm - Oplum- Träume:-: Eine Haremsgeschichte mit 24 Damen Sowie 10 Sensationen blonde Engel Theater a. Kottbus. Tor 71hr Refidenz- Theater Albert Baffermann in Traumulus Trianon- Theater Täglich 8 Uhr: Lady Windermeres Fächer Kleines Theater 8 Uhr: Hansi Arnstädt in Der Dieb( Le voleur) Walhalla- Theater Die Königin der Luft 7 Uhr: Rose- Theater 71 Uhr: Mein Leopold Theater am Nollendorfplat 71, Uhr: Der Vetter aus Dingsda Kottbuser Straße 6. Täglich 7, Uhr Elite- Sänger Neues August- Programm! Borverk. 11-14%, and 4-6 Uhr. Berliner Brater Kastanien- Allee 7-9 Internationale Ringkampf- Ronkurrenz Varieté THORO 3& 59 VARIETE KABARET Behrenstraße 04. 71, Uhr: 4 Black Diamonds Ratoffs Chor Carmellini カン und 8 weitere Schlager Rieler Derbstwoche für Kunst und Wissenschaft vom 9. bis zum 18. September 1921 Opern- und Schauspiel- Feftaufführungen mit berühmten Gäffen; Ricberbeutsche Schauspiele. Große Fefflonzerte mit wel licher und firchlicher Diufit; Männerchöre: Helden und Bollelieber. Wissenschaftliche Vorträge angesehener Gelehrter. Kunst und Kunstgewerbe Ausstellungen Volkstümliche, gesellige und sportliche Veranstaltungen mannigfacher Art. Nordische Meffe vom 15. bls zum 18. September. Schau fenffer Weltbewerb./Kongreffe./Borträge./Besichtigungen. Wandelfonzerte auf verschiedenen Plätzen der Stadt. Gelegenheit zu Ausflügen in die Offfee, nach ber Holsteinischen Schweiz usw. Das ausführliche Programm iff nach auswärte von ber Geschäftsstelle der Herbstwoche, Fatheus, Zimmer 21 O, zu beziehen. in Riel von den größeren Buchhandlungen. Be ftellungen auf Karten für die Veranstaltungen im Stadt theater und Schauspielhaus nimmt die Intendang ber Tere. el igten flädtischen Theater, für alle übrigen Veranstaltungen die Buchhandlung üblau entgegen. Alle anderen Zuschriften find an die Geschäftsstelle zu richten. Unterkunft und Verpflegung find gesichert. Auskunft hierüber ertei f gleichfalls die Geschäftsstelle. 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Der Schleifer Max Kurkowsky Ragler Str.18, am 4. d. M. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 10. August, nachmittags 3Uhr, von der Leichenhalle des Lutherkirchhofes in Lank wig aus ftatt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung er wartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter Verband für alle Gegenden Berwaltungsstelle Berlin N. 54, Linienſtr. 83-85 erhält man in der Buchhandlung„ Freiheit" Berlin Breite Straße 8-9 M ünzen Sammlungen kauft Ball, Berlin, Wilhelmftr. 46/47 Münzen Handlung Geschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Umt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Donnerstag, den 11. August 1921, abends 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15( aal 4) Branchen- Versammlung der Hilfsarbeiter Tagesordnung: 1. Welche Forderungen müffen wir zur Tarifkündigung stellen? 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Branche der Dreher. Donnerstag, den 11. August 1921, abends 7 Uhr in den Sophien- Sälen, Sophienftraße 17/18 Botenfrauen Branchen- Versammlung sofort gesucht! Haupterpedition Breite Str. 8-9 Spedition Reinickendorf- Ost Residenzstraße 126 Spedition Werner Greifswalder Straße 29 Tour: Neue König- und Linienstraße Spedition Lohmann Hussiten Straße 43 Melbung: 10-12 und 3-6 Uhr Spedition Wuzki Choriner Straße 68 Spedition Wengels Cadiner Straße 11 Spedition Krüger Neukölln, Emser Straße 32 Meldung: 10-12 und 3-6 Uhr Spedition Spiekermann Pankow, Mühlenstraße 20 Spedition Jordan Dresdener Straße 24 " Freiheit"-Ausgabestelle Steinmetzstraße 23 " Freiheit"-Ausgabestelle Charlbg., Wallstraße 90, Seitenflügel part. Spedition Lachmann Stargarder Straße 13 Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu unseren Lohn- und Arbeitsbedingungen. 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. Achtung! Maschinenschloffer! Achtung! Am Donnerstag, den 11. August 1921, abends 6 Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11/12 Versammlung aller Maschinenschlosser der Metallindustrie. Tagesordnung: Stellungnahme zum neuen Lohnabkommen. Mitgliedsbuch legitimiert Am Donnerstag, ben 11. August 1921, abends 7 Uhr, bei Hummel, Sophienstraße 5 Branchen- Versammlung der Bauanschläger. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu unserer Lohnbewegung. 2. Verbandss und Branchenangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Arbeiter- Setretär( in) sucht zum sofertigen Eintritt Ortsausschus Solingen des. D. G. B. Bedingung: Erste Kraft. 10 Jahre organisiert. Gehaltsansprüche angeben. Bewerbung bis 20. August an August Wieden, Solingen, Kölner Str. 45. Spezial- Behandlung Alle Geschlechtskrankheiten beiMänner u.Freven schnell, schmerzl. u.n og) ohne Berufsstörung Heilanstalt C.Weissert, Nahe Rosenthaler Platz. Viele Jahre in Krankenhäusern und Kliniken tätig gewesen. Sprechst. 10-12 u. 4-7. Sonntags 10-12. Untersuchung kostenlos Nr. 367 SURTH ST Groß- Berlin 180 000 Marf verjubelt Vor einigen Tagen meldeten Berliner Blätter, daß ein sich zur Zeit hier aufhaltender Däne zur Bolizei getommen fet und angezeigt habe, Taschendiebe hätten ihm die ganze Barschaft in 5886 DOR 180 000 in Worten: einhundertachtzigs tausend!!- Mart gestohlen. Die Polizei habe Etmittelungen angeftelli, und es sei festgestellt worben, daß der Däne diese 180 000 in Worten: einhundertachtzigtausend Mart in einem Lebe lofal unserer mit derartigen Sumpfitätten zeich gesegneten Metropole berju her hat. Die bürgerlichen Blätter verlieren über die Tatsache, daß hier troy alledem eine Rauberet borliegt, tein Wort. Sie glauben, bie Nachricht mit Spigmatten wie:„ Eine feure Nacht" oder„ ,, Cine gehörige Beche" abtun au tönnen. 3wischen den Zeilen ihrer Rotizen flingt förmlich eine geheime Freude heraus, daß ein Auss länder mit prallgefüllter Brieftasche gehörig eingeseift worden ist, und damit erscheint für sie die Sache erledigt. Ste mag es vielleicht in mancherlei Beziehung sein, unter Um ftanden gar auch für den Dänen, der sich der Berdacht tegt nahe möglicherweise durch die Anzeige bei der Polizei nur einen Ausweis darüber verschaffen wollte, daß er den Mammon eben nicht versoffen hat. Damit das in Kopenhagen wartende Ehes gespons beruhigt sei. Na, und die Zeitungsnotizen über sein Berliner Erlebnis wird er sicherlich nicht mit nach Hause nehmen. Judeffen: Was sagt das Proletariat zu diesem Vorkommnis? Sieht es hier nicht mitten hinein in den Sumpf der Bour geoffie, in eine Welt, die tagtäglich das Bun gerade und darbende Bolt fte herausfordert? 180 000 Martin Worten: einhundertachtzigtaufenbart verfäuft und verjubelt ein Mensch in einer Nacht in einem Berliner Lebelotat und feinem der noch anwesenden Gäſte, des Personals, der Geschäftsführung fällt es ein, dem Truntenen in die Arme zu fallen. Im Gegenteil: der Herr Direktor reibt sich schmunzelnd die Sände und zecht mit, die Kellner schleppen heran, vergessen ihre Menschenwürde und fazbudeln vor dem trunkenen Manne da zwischen Dirnen und Halbdirnen, der mit Kronen Scheinen umberschmeißt, und die Musit prostituiert sich im Taumel um das goldene Kalb. Um das alles zu verstehen, muß man sich einen Begriff perSchaffen von dem Leben und Treiben an diesen Stätten, wo fafte Provinzler und Berlin- W miteinander wetteifern, recht viel Geld auszugeben und des Lebens ungemischte Freude bet Seft und qufen Fressereten, halbnadien Weibern oder auch ganz nadten nach Herzenslust zu genießen. Hier finden fich unfere rammen Monarhisten und alles, was Geld hat, in frauter Gemeinschaft zusammen mit och staplern und ben teurern, und die armseligen Töchter der Aermsten aller Armen dienen dazu, diesen Degenerierten und Uebersättigten in Tand und Flitter neue Mernentigel zu bereiten. Während das Bolt sich abscinder für Sungerlöhne und sich die bescheidensten Gente entgehen lassen muß, weil es zum Notwendigsten nicht reicht, derprassen die Nutnfeßer des großen Elends in Riefenzechen ihre Gewinne. Sunderttausende fließen allnächtlich durch diese Kloaten des Großstadtlebens and Sunbert taufende werden verjubelt, dis wären te ein Richts. Jeben Morgen hebt man jest Bioterertettinber per Straßenbahn ins Freie hinausfahren. Kleine Kerlchen und Madels mit dünnen Hälsen und dünnen Aermchen. Sie haben Ferien, und doch feine, denn sie lernen nie das fennen, was die Kinder aus Berlin W für selbstverständlich halten. Sie tommen nicht an die See oder ins Gebirge, und wären nicht wirkliche, gute Schulmeister als ihre Süter bestellt, sie blieben auch jetzt zwischen ben hohen Steinmauern. Das Elend tott hinaus porbie Stadt, während die Braffer fich rüsten, nach durchsumpfter Nacht neue Kräfte für ein Lofferleben zu sammeln. Sie erkennen nicht, fie wollen nicht ertennen das Berbrechen, das sie an der Gesamtheit begehen. Sie feben nicht die Zeichen der Zeit, tragen das Hakenkreuz und impfen auf die Proletarier. Felfenbrunner of ( 37: Fortehung.) Bon Anna Croissant- Rust ( Nachbrud verboten.) Peters Geficht brannte, und fein Setz tobte. Es trieb ihn, aufzuspringen und den beiden feine Verachtung ins Gesicht uleudern; aber er blieb zitternd fauern. Mit Fäusten häfte er auf diesen Mund losfchlagen sollen, der sich nicht vom Mund des Mannes trennen fonnte, diefem lügnerischen, heuchlerischen Munde! Aber er blieb in dumpfer But, in rattofer Verzweiflung fihen und ließ die beiden ihren Weg fortjeßen, während er fühlte, daß sein Kopf heißer und heißer wurde und seine Glieder zu zittern anfingen. Warum ging er ihnen nicht nach? Da lag er auf der Erde, und seine Finger bohrten fich in das nasse Serbstlaub; sein Körper brannte wie Feuer Gretchen!" Jahrie es in ihm. Regungslos und gepeinigt lag er lange Zeit, bis ihn die Stühle auftrieb. Wie ein Verjagter, Flüchtiger, nicht wie ein Zürnender, Antlagender tam et helt, mit mirrem Roj er Kopf und ratios. Er zieh sich der Feigheit und schämte fich deshalb; er fachelte sich an und big die Zähne übereinander und wuste bom, daß er nichts sagen würde, er schlich sich ins Haus, wie wenn et auf etwas ertappt worden wäre. Beilage zur Freiheit" Die aber fordern: hinweg mit all diesen Lasters höhlen, die in unseren schweren Tagen teine Eristenzberechtigung haben. Ein besiegtes Bolt petsäuft teine Hunderttausende, sondern spart und opfert!( Freilich: vom Stamme Nimm sind sie alle, die zur Fahne Wilhelms des Lekten halten; das beweist das tägliche Ergebnis der Berliner Oberschlejtensammlung. Mit den paar Märtern tönnen die reaktionären Drgeschbänden teine großen Sprünge machen!) Griffe der Staat gehörig zu; duldete er nicht allenthalben Steuerbrüderef und Steuerhinterziehung, förderte er nicht durch hathe Maßnahmen Bollerei und Unzucht, diefen fauberen Gesellen in Bars und Dielen würde gar bald das Handwerf gründlich gelegt. Aber leider stehen ja gerade jekt, da wir eine glorreiche Republit haben, dant dem WechselBalg einer reattionären Regierung, alle Gesetze nur auf dem Papier. Die Bertzuwachoffener Die am 23. März bis 9. Juni von den Gemeindebehörden Berlins beschlossene, qm 18, Zuni d, 3 vom Oberpräsidenten genehmigte und am 6. Juli, bzw. 4. August geänderte neue Wertjuwachssteuer für Berlin ist am 7. August d. J. veröffentlicht und fofort in Kraft getreten. Durch diese Steuer wird in Berfin ein großer Teil des Wertzuwachjes besteuert, d. h. illuforisch gemacht. Die Steuer steigt progreffio por 10 Pro. bei 10.000 m. auf 20 Broz. bei 100 000 m. usw. Sie erhöht sich um 20 Proz falls feit der legten Doraufgegangenen Steuerpflichtigen Veräuße rung weniger als fünf Jahre verflossen find, find weniger als vier Jahre verflossen, erhöht sich die Steuer um 40 Broz., find weniger als brei Jahre verflossen, werden weitere 60, wenn weniger als zwei Jahre verflossen sind, werden 80, und wenn weniger als 1 Jahr verflossen ist, erhöht sich die Steuer um 100 Prozent, jedoch mit der Maggabe, da die gesamte Steuer 50 Prozent des Wertzuwachses nicht übersteigen darf. Wucher mit Kohlen Schiebungen mit Abfalltohle, bei denen er einige hunderttausend Mart verdient hatte, führten den Kaufmann Alfred Müller aus Charlottenburg vor das Muchergericht des Landgerichts II. Mitangeklagt waren der Kaufmann Julius Neustadt, der Kaufmann Gustav Riffel und der Kaufmann Hermann Brenide. Reustadt war wegen Krantheit nicht erschienen. Der Angeklagte, welcher wegen dieser Vorkommnine entlassen worden war, war früher bei der Kohlenfirma Schilling als Geschäftsführer tätig gewefen. Bei der Steinfohlenaufbereitung ebenso wie bei der Britettfabritation entstehen große Mengen minderwertiger Abfallfohlen, fog. Waschbergtohlen, Lehmbergtohlen, und Klärteichfohlen, welche in Friedenszeiten überhaupt nicht verwendet, sondern auf Halden gebracht wurden. Infolge der Rohlentnappheif machte man mit dielen in vielen Millionen von Tonnen vorhan denen Abfalltohlen Versuche und fand, daß diefe, in Berbindung mit anderer guter Roble, noch sehr gut brannten und deshalb ein brauchbares Streamittel barstellten. Der Angeklagte Müller bezog nun ohne Erlaubnis der Rohlenstelle diese Abfallfohlen in Bosten von je 30 000 Tonnen, und zwar zahlte er 27 bis 30 M. pro Zonne, bas find 20 3entner. Unter Mitwirtung der Mitangeflagten vertaufte er diese Kohlen mit einem enormen Aufschlag, und zwar für 62 bis 90 M. pro Tonne, d. h. zirta 80 Prozent Verdienst. Staatsanw Rat Gen hielt die Angeklagten des Wuchers und des Rettenbandels für überführt und beantragte gegen Müller 20 000 M. Geldstrafe und Einziehung von 100 000 m., gegen die übrigen Geldstrafen bis zu 500 M. Das Gericht ertannte gegen Müller auf 2 Wochen Gefängnis, 10 000 M. Geld trafe und Beilagnahme von 100 000 m. Heber gewinn, gegen die übrigen auf Ge18strafen bis zu 500 M. Gegen Neustadt wurde das Verfahren abgefrennt, Gegen die Lieferanten der Kohlen schwebt ein besonderes Verfahren. Berliner Kriegsverbrechertum Eine Untersuchung über das Berliner Berbrechertum während des Krieges in polizeistatistischer Beleuchtung veröffentlicht Dr. Hans Guradze, Mitglied des Statistischen Amtes der Stadt Berlin, im Deutschen Bolizei- Archio, der Zeitschrift des Reichsver bandes der Bolizeibeamten Deutschlands. Während das polizeiliche Berliner Berbrecheralbum Ende 1913 167 Mörder beiderlei Geschlechts enthielt, tieg Diefe 3ah tändig bis auf 215 Ende 1918, bei ben Räubern son 620 auf 774, der Einbrecher pon 7796 auf 9587. Ende 1918 mies das Ber brecheralbum die Bilder von 315 Hotelbieben gegenüber 149 Ende Sünde, was er gesehen, und was er dabei empfunden? Auch das, was ihn jetzt immer an Gretchens Seite überfiel? Gretchen und Selene bie Racht am Weiher, und die Tage neben der fleinen Roten verbracht, vermischten sich für ihn und peinigten ihn. Gt getraute fich nicht, feine Schwester anzuschauen! Oh! er dachte nicht mehr an Anlagen; er fürchtete fich, daß fie fprechen würde, wie wenn e in feine Geele hätte schauen fönnen. Et ging die nächste Zeit wie ein Betrunkener umher. Der Kandidat zanfte, bat, befchwor ihn Beter Jah the Ichen an wollte reben und fdieg. Wie hätte et das, was ihn bebrüdte und quälte, irgendeinem fagen Tönnen! Der Kandidat frug gemis nur, weil er ihn verändert und verstört fand und wurde gewig wieder zufrieden, sowie er wie früher war. Beter mies jest Kateberg. Er zudte furüd, wie wenn er sich gebrannt hatte, wenn er nur das Wort hörte. Aber er lief auf die Anhöhe und schaute von fern nach dem Dach von Rayeberg und fühlte, wie es ihm das Sera zuſammenframpfte, wenn er an Gretchen dachte. Ach, die Mutter! Wenn e both geahnt hatte, wie er id quälte; wenn sie nur mit ihm gesprochen, fich feiner erbarmt hätte. Wenn sie nur gewußt hätte, wie oft er sich in schlaflosen Nächten vorgenommen hatte, mit ihr zu teden, und wie et fidh Jhämte, wenn der Tag fam! Et taumelte, nur so durch die Zeit, und Alwine, die ihn ein paarmal scharf Beobachtet hatte, tief ihm zu:„ Se, du! Stolper' doch nicht über deine eigenen Gefühle!" Die Treppenlampe brannte, das jab heimlich aus; aber oben in dem monbhellen breiten Storridor übertam ihn ein Steden, als ich die Türe öffnete, und Selene in einen weichen weißen Schal gewidelt, das Haar offen, heraustrat. Sie sah in streng an und drohte mit dem Finger! Wo tommst du so spät her? Wo treibst du dich herum, du Tauge nichts? Ganz naß sind deine Kleider! Ich werd's dem Bater jagen!" War alles nur ein Traum gewesen? Betets Kopf glühte ichüttelnd: Beter, Beter, bie bösen Zeichen mehren jah! wie im Fieber; er rannte von Selene weg wie ein Ber brecher und warf sich auf sein Bett in rafloser Qual und Stöhnte über das Neue, Quälende und Unbegreifliche, das über ihn gekommen war. Et wälzte fich unruhig herunt und flief zulett halb ein. 3n feinen Fieberträumen tamen Gretchen und Helene und vermischten sich zu einem Wesen das ihn beängstigte und verfolgte; die geheimnis polle Monbnacht, das rote Licht, der junge Thomann, der Selene im Arm hielt, Gretchen, die ihn füßte fügte Am Morgen erschien ihm die Welt wie ein Wirral, in dem er sich nicht mehr zurechtfinden fonnte. War das Eine wilde Bitternis überfam Peter, er troch immer mehr in fich zurüd, seine Unsicherheit wuchs; er war wieder der Scheue und Verstockte, und der Kandidat meinte topf Stehen wir vor einer Krisis? Sie sind ja wie aus gewechselt! Was ist denn los? Haltung! Ein Mann werden wollen!" Doch Beter wies ihn höhnisch zurüd: Ein Mann! Ich Doch Peter wies ihn höhnisch zurüd:„ Ein Mann! Ich foll ja erst ein Mufferfnabe werben! Geben Sie mir doch das Rezept; wie macht man das? Wie haben Sie das gemacht?" Der Kandidat jah thn mit hochgeschnellten Augenbrauen erstaunt und beleidigt an, sprach fein Wort mehr als unbedingt nötig, und beachtete es auch nicht, daß Beter seine Schroffheit bereute und beengt und traurig mat, und doch Dienstag, 9. August 1921 1913 auf. Zum besseren Verständnis dieser Zahlen sei angeführt, daß von unseren schweren Jungen und Mädchen" in der Zeit von 1913-1918 verhältnismäßig nur wenige festgestellt wurden, so 1 Mörder, 8 Räuber, 233 Einbrecher, so daß der Unterschied der Bestandszahlen von 1918 und 1913 angenähert den Zuwachs der Zwischenzeit ergibt. Uebrigens muß man sich infolge des weiteren Sintens des Martwertes und der leider unvermeidlichen weiteren Andrehung der Steuerschraube auf eine starte Erhöhung der Selbstmordfälle gefaßt machen. Sprechend find ferner die absoluten Zahlen der Leuchtgasvers giftungen, die von 1914-1918 einschließlich so verlaufen: 135, 177, 191, 409, 560. Der Zahlenstoff der Allgemeinen Sicherheitspolizei lehrt bis 1918 einschl. die Abnahme der wegen Trunkenheit in die Polizeireniere eingelieferten Leute. Dies waren 1914 noch 2437 Männer und 273 Frauen, 1918 hingegen man beachte den hohen Frauenanteil, der nur zum Teil durch die numerische 227 Männer und Starte des weiblichen Geschlechts erklärt wird 51 Frauen, wobei sich für die 3wischenjahre ein ständiger Rüdgang ergibt. Es ist dies eine der wenigen wirklich günstigen Kriegsfolgen, die durch die Affoholabjperrung herbeigeführt wurde. Leider haben sich sofort nach Friedensschluß die Liförstuben, Dica len, Kasinos und sonstigen Repplokale ungeheuer vermehrt. Sier muß mit starter Hand bald Wandel geschaffen werden, auch schon der Wohnungsnot wegen. Parteijubilar. 25 Jahre Mitglied der Barfei ist Genosse Serm. Buggenhagen, Görlizer Straße 70. Bei der Spaltung hielt er mutig zu unserer Sache und hat dazu beigetragen, daß die 12. Abteilung wieder eine ansehnliche Stärke erreichte. Bei feiner Kleinarbeit fehlte Genolje Buggenhagen. Der Genose August Uebel, Dolziger Straße 42, tann seit Juli auf eine 25jährige Mitgliedschaft in der Partei zurüdbliden. Der Genosse hat in der Partei stets seine Schuldigkeit getan; möge jeder Genosse ihm nacheifern. Gültigkeit der Fahrkarten. Infolge der ungleichen Tarife zwischen den Zügen des Fernverkehrs und den Zügen des Berliner Stadt, Ring- und Borortverkehrs berechtigen im allgemeinen die Vorortfahrtarten nicht zur Benuhung der Fernzüge. Reisende, die zur regelmäßigen Fahrt zwischen Berlin und Vororten, die gleichzeitig Vorort- und Fernbahnstation haben, wahlweise Fern= oder Vorortzüge auf Monatstarten benußen wollen, müssen Monatstarten des Fernverkehrs zu diesem Zwed lösen. Der Uebergang aus der driften in die zweite Wagentlasse ist auf Monatsfarten 3. Klaffe nicht mehr zugelassen. Umgekehrt lag bisher das Berhältnis bei der Benuzung der Borortzüge mit Fahrtarten des Fernverkehrs. Diese berechtigten im allgemeinen ohne Nachzahfung, zur Fortiehung der Reise in einem Borortzuge. Dies traf auf die Benutzer der 4. Wagentlasse zu, die unumschränkt die Fahrt in der 3. Klasse der Vorortzüge fortjeßen fonnten. In diejer Sinjicht fritt mit dem 1. September eine Aenderung ein. Fahrtarten 4. Klase gelfen in den Stadt- und Borortzügen in der 3. Klasse ohne Nachzahlung, soweit nicht Ausnahmen durch Schalteraushang bekanntgegeben sind. Manderfahrt durch die Lüneburger Seibe" fautet das Thema des mit 100 farbigen Lichtbildern ausgestatteten Vortrages, den Herr Th H. Jansen am Mittwoch, den 10. August, abends 7% Uhr, im großen Hörsaat der Treptow- Sternwarte harf. Mit dem großen Fernrohr werden bei flarem Wetter und Auftreten von leden von 2-7 Uhr die Sonne, Don 7%-11 Uhr der Mond, ein Fizftern oder Ringnebel in der Lener beobachtet. Führungen durch das astronomische Museum finden täglich von 2 Uhr nachm. bis 8 Uhr abends statt. Brig. Die Neuwahlen der Elternbeiräte an den GemeindeSchulen in Brig Find auf Sonntag, den 28. August, angeordnet. Die Wählerlisten liegen zu jedermanns Einsicht aus. 1. Schule, Chausseestraße, vom 1. bis 15. August täglich von 6-7 Uhr; Sonnfags von 10-12 Uhr. 2. Gyle, Bürgerstraße, vom 31. Juli bis 13. August täglich von 5-7 Uhr; Sonntags von 12-2 Uhr. 3. Schule, Hannemannstraße, vom 1. bis 14. August jederzeit, nur Sonntags von 10-12 Uhr beim Schuldtener. Wahlberechtigt find an jeder Schule alle Eltern, Väter und Mütter, deren Kinder die Schule besuchen. Zeugen gesucht! Es wird gebeten, daß sich diejenigen Personen melden, die den Zusammenstoß zwischen einem Droichtenauto ( Rt. Ia 7695) und einem Radfahrer am Freitag, den 15. Juli 1921, abends 7 Uhr, am Kronprinzemufer, Ede Roonstraße( an der Karlsbrüde) gefehen haben. Der verlegte Radfahrer wurde im bewußtlosen Zustande von demselben Auto nach der Charitee gefchafft. Speziell wird um die Adresse des Mannes, melcher mit Jeinem Rabe hinter dem Verletzten am Kronprinzenufer entlang fuhr, gebeten. 3u melden bei Friedrich Ernst, RW., Berle= berger Straße 49 II, oder Transportarbeiter- Berband, Engelufer 14-15, 3immer 31. bei Gelegenheit sein Fühlen schier brutal abweisend vor ihm versteckte. Eines Abends, der Herbstwind stöhnte in den Zweigen, der Wald donnerte von der Höhe herunter, floh Peter aus dem Sause und tannte nach Rageberg. Die Berge standen in der beginnenden Dämmerung so nah, so unverschleiert, förmlich schamlos jahen Sie ans, zeigten alle ihre Risse und Schrunden. Etwas Höhnisches und zugleich Aufreizendes lag in der weichen und dabei heftig bewegten Luft, in den Wolfen, die fich förmlich vor Haft ineinanderschoben, in den wilden föhlenden Zönen, die über die öden Felder gellten und in den Föhren ihren Sput trieben. Ein düfteres Abendrot hodte am Rand des Himmels und folgte Peter, bis er im Haus der Kazebergern wat. Der Sturm geterte um die Mauern; aber es war ganz still in dem fleinen Dunklen Haus, nichts rührte sich. Peter drüdte erregt auf die Türflinke der Wohnstube; sie war verschlossen, doch näherten fich hastig Schriftchen, und Gretchens Stimme fragte halb unwillig, halb furchtsam: Wer ist denn brauken?" Sch der Betet." Ady bu! Wie fann man so spät fommen!" " Mach auf!" bat Peter heiser. Gleich! gleich!" Mach auf!" Peter drüdte wie rasend auf die Klinke. Endlich Inirschte der Riegel, bie Tür gab nach, er fiel fast ins 3immet, in dem er vor dem düster drohenden Abendrot die Silhouette Gretchens gewahrte. Schon hatte er das Mädchen an sich gerissen, wortlos und fast weinend vor Sehnsucht, schon hielt er es fest an sich geprekt und suchte ihren Mund, und suchte ihre Worte und ihr Wehren mit Küssen zu erstiden. „ Nicht!" schrie Gretchen, als sie endlich ihren Mund von seinen Lippen trennen fonnte, und stemmte ihre kleine derbe Fauft auf seine Brust:„ Ich will nicht, daß du so wild bist. Nein, ich will nicht!" und als Beter wieder nach iht greifen wollte, biß und fragte und stieß Gretchen nach ihm, der sie immer wieder an sich rik, bis sie endlich in ein halb furchtfames, halb zorniges Weinen ausbrach. Licht! Mach Licht!" schrie Peter und stieß das Mädchen von sich, schnell, mach Licht!" Und wie auf ein Stichwort erschien mama Rageberger mit einer sehr dünnen, sehr unschuldigen, sehr unsicheren Kerze. ( Fortsetzung folgt.) Gewerkschaftliches Die Erwerbslosenfürsorge terbamer Gewerkschafts- Internationale in bie Prüfung und Vorbereitung der praktischen Anwendung der Mittel und Wege einer Aktion eintreten soll, durch die die organisierte Arbeiters schaft gegebenenfalls den Unterdrückungs- und Ausbeutungs absichten des kapitalistischen Unternehmertums begegnen fann, um so bald wie möglich für die ganze Welt die Rückkehr zu einer normalen Wirtschaftslage und die Verwirklichung der gewerkschaftlichen Ziele zu erreichen." Ferner wurde beschlossen, den Internationalen Bergarbeiter Kongreß auf das nächste Jahr zu verschieben, auf das nächste Jahr zu verschieben, dafür das Internationale Komitee öfter zusammenzuberufen. Wenn besondere Ereignisse teine frühere Einberufung des Komitees notwendig machen, soll diefes im Oktober d. Js. zusammentreten, damit den ost- und südeuropäischen Bergleuten die Teilnahme an der Beratung erleichtert wird. Auf Einladung des Amsterdamer Internationalen GemertUnter diesem Titel erscheint in den nächsten Tagen im Verlag der Freiheit", Berlin C2, eine Schrift von Rudolf Wed, Arbeitersetretär in Königsberg i. Pr. Die Schrift ist nach dem neuesten Stande bearbeitet. Sie enthält den Sie enthält den Wortlaut der Reichsverordnung über Erwerbslosenfürsorge unter Berücksichtigung aller bisher ergangenen Aenderungen einschließlich der vom 1. August 1921 ab geltenden neuen Unterstützungssäge und eine gemeinverständliche Darstellung der Erwerbslosenfürsorge in einer Anzahl Sonderabhandlungen unter Berücksichtigung der wichtigsten Ausführungsschaftsbureaus wurde beschlossen, zu dem im November d. Js. in bestimmungen, ministeriellen Bescheide und der letzten Reichs: tagsbeschlüsse. Die Schrift wird für alle unentbehrlich sein, die sich über die schwierigen Bestimmungen der Erwerbslosenfürsorge orientieren und wirksam die Interessen der Erwerbslosen und Kurzarbeiter wahrnehmen wollen. In feinem Arbeiter oder Gewerkschaftssetretariat wird die Schrift zu entbehren sein, auch für die Betriebsräte ist fie unentbehrlich. Der Ladenpreis für das in handlichem Taschenformat hergestellte, recht umfangreiche Werk wird etwa 8 M. betragen. Beim Bezug durch die gewerkschafts lichen oder politischen Organisationen bedeutende Preisermäßigung. Internationale Bergarbeiterbewegung Sigung des Internationalen Bergarbeiter- Komitees An den ersten drei August- Tagen hielt das Internationale Bergarbeiter- Komitee unter dem Vorsitz von Herbert Smith ( Yorkshire) im Saag in Holland eine sehr wichtige Sigung ab. Anwesend waren Bergarbeitervertreter aus Holland, Bel gien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Tschecho- Slowatien. Die übrigen Seftionen hatten ihr Ausbleiben mit Baßschwierigkeiten und den hohen Unkosten der Reise, so auch Amerika, entschuldigt. Der Generalsekretär Frant Sodges( London) erstattete Bericht über den Verlauf des dreimonatigen Lohntampfes der englischen Bergarbeiter. In der Aussprache über den englischen Kampf wurde allseitig betont, daß die Internationale der Bergs arbeiter attiver werden müsse. Der große Kampf der englischen Bergarbeiter für einen Lebenslohn sei ein Kampf für die Interessen der gesamten Bergarbeiterschaft gewesen. Wenn fünftig die Bergarbeiterschaft eines anderen Landes vor die harte Notwendigkeit, um einen Lebenslohn zu kämpfen, gestellt wäre, müßte die Bergarbeiter- Internationale handeln. Die Leitung der englischen Berarbeiter- Organisation habe leider nicht die Bergarbeiter- Internationale zur aktiven Mitarbeit herangezogen. Die Berichterstattung über die wirtschaftliche Lage der Bergarbeiter in den einzelnen Ländern ergab, daß sich überall der Bergbau wegen des starten Rüdganges des Verbrauches an Berg mertserzeugnissen in einer Arise befinde. Die Förderung an Kohlen, Erzen und Kalisalzen ift bedeutend geringer als vor dem Kriege, trotzdem werden Feierschichten eingelegt, Betriebe eingestellt, Lohnfürzungen vorgenommen. Susemann( Deutschland) schilderte die Lage der Bergwerksindustrie in Deutschland. Im Steinkohlenbergbau sei die Beschäftigung noch verhältnismäßig gut; es fehle noch an guten Qualitätsfohlen, weil davon 2 Millionen Tonnen monatlich an die Entente geliefert werden müßten. Der Braunkohlen und Erzbergbau und die Kali- Industrie litten unter starten Absazschwierigkeiten. Die wiederholten blutigen Wirren in Oberschlesien und sein ungewisses Schicksal störten das europäische Wirtschaftsleben in außerordentlicher Weise. Die Delegierten der tschechischen und der holländischen Bergarbeiter berichteten ebenfalls über sehr ungünstige Wirkungen der Unsicherheit in Oberschlesien und der Sanktionen auf die Lage ihrer heimischen Industrie. Wenn diesen militaristischen und fapitalistischen Gewaltmaßregeln fein Ende bereitet würde, ginge alles zugrunde. Die französischen, belgischen und und britischen Delegierten legten besonderes Gewicht auf die Betonung der Internationalität des Kapitals. Die tapitalistische Profitsucht lasse die Welt nicht zur Ruhe tommen. In allen Ländern verfuchten die Kapitalisten, die Arbeiterschaft zu tnechten und wirtschaftlich zu schädigen. Zu diesem Zwecke bediene sich der Kapitalismus der militaristischen Gewaltpolitif. Folgende Resolution, von den Franzosen angeregt, fand einstimmige Annahme: „ Das Internationale Komitee der Bergarbeiter stellt die Einheitlichkeit der Unternehmerattion in allen Ländern fest. Ueberall tommt sie durch Lohnherabjegungen und gleichzeitige Angriffe gegen die Bergarbeiter zum Ausdrud. In dieser Gleichmäßigkeit erfennt das Komitee die Internationale Gemeinschaft der Unternehmer in ihrem planmäßig vorbereiteten Kampf gegen die Bergarbeiter. Das Komitee ist der Ansicht, daß es notwendig ist, ber inter nationalen Macht der Unternehmer eine tatkräftige Attion der Bergarbeiter Internationale gegenüberzustellen und diese Aftion systematisch vorzubereiten. Es erhebt Protest gegen die Tatsache, daß die deutsche Res parationstohle entgegen ihrer ursprünglichen Bestimmung dazu verwendet wurde, den Widerstand der englischen Bergarbeiter zu brechen. Indem es gegen dies Verfahren Proteft erhebt, stellt es feft, daß für die Lahmlegung von Handel und Industrie einzig und allein der internationale Kapitalismus des Unternehmertums verantwortlich ist. Das Internationale Romitee der Bergarbeiter- wendet sich energisch gegen diese Tatsache und gegen die imperialistischen Absichten des Unternehmertums aller Länder. Angesichts dessen, daß das gesamte Proletariat der Welt unter diesen anormalen Zuständen leidet, und in Gemäßheit der auf dem Internationalen Bergarbeiterfongreß in Genf angenommenen Resolution beschließt es, daß das Internatio nale Bergarbeiter- Sekretariat im Einvernehmen mit der AmKON LINON Paris stattfindenden Algemeinen Internationalen Gewerkschaftsfongreß als Vertreter der Bergarbeiter- Internationale zu ent senden: Bartuel( Frankreich), Hue( Deutschland) und Hodges( Großbritannien). Die Differenzen in der Klavierindustrie verschärfen fich Nach wie vor erklären die Klavierfabrikanten, eine Erhöhung der Löhne wäre zur Zeit durch nichts gerechtfertigt, denn die Lebenshaltung hätte sich seit Juni des Vorjahres nicht verteuert, sondern nach den Inderziffern jogar noch ermäßigt. Da derartige Behauptungen aber nicht die Tatsache aus der Welt schaffen, daß die Not des Arbeiters von Tag zu Tag wächst, und die dadurch hervorgerufene Erbitterung nun drohte sich in Lohnfämpfen ein zelner Betriebe Luft zu machen, bequemten sich die Unternehmer zu Verhandlungen. Gefordert waren 15 Prozent auf die bestehenden Löhne. Der tarifliche Durchschnittslohn beträgt 6 M., macht also die Er höhung ganze 90 Pf. pro Stunde aus. Bei den Berhandlungen, über die der Branchenleiter Dorn am Sonnabend im Reichenberger Sof" in einer überfüllten Funt tionärversammlung Bericht erstattete, machten die Unternehmer so lächerlich geringe Zugeständnisse, daß dieselben eher als Herausforderung angesehen werden tonnten. Trotzdem die Unter nehmer vorher zur Begründung ihrer ablehnenden Haltung er flärt hatten, man tönne noch nicht übersehen, welchen Umfang die Teuerungswelle annehme, und daher dieselbe erst abgewartet werden müsse, verlangten fie von den Arbeitern eine Bindung auf 3 Monate, und dafür sollten dann die Löhne wie folgt erhöht werden: Auguft um 45 Pf. pro Stunde, September weitere 10 f. und Oftober nochmals 5 Pf. In drei Monaten eine Lohnerhöhung um 60 Pf. angesichts einer über uns hereinbrechenden Teuerunswelle, deren Wirkung eine entsegliche sein tann. Daß fich zu solchem Angebot jedes Wort erübrigt, ist selbstverständlich. Auch die später vorgeschlagene Erhöhung um 50 f., 60 Pf. und 90 Bf. mußte als zu gering abgelehnt werden, wie eine Bindung auf 3 Monate überhaupt unter feinen Umständen in Frage lommen tönnte. Nachdem die Unternehmer dann in beweglichen Worten die Not der Fabrikanten und die Schwierigkeiten der Industrie geschildert, wurden die Verhandlungen abgebrochen, indem beide Parteien erklärten, ihren Auftraggebern folgenden Vorschlag zu unterbreiten: Die geforderten 15 Prozent werben in der Weise bewilligt, daß die Löhne für August um 10 Prozent, für September um 5 Prozent erhöht werden. Die Lohnerhöhung gilt ab 1. Auguft. In der Diskussion wandten sich alle Redner, zum Teil unter heftigen Angriffen gegen den Vorschlag der Verhandlungstommiffion, welcher Umfall und Verrat vorgeworfen wurde. Die Versammlung beschloß, an der Forderung einer sofortigen Erhöhung der Löhne um 15 Prozent festzuhalten, den Unternehmern aber insoweit entgegenzutommen, daß diese Vereinbarung auch für September Gültigkeit haben solle. Die Klavierarbeiter werden am Dienstag, den 9. d. M., in einer Branchenversammlung, die in den Andreasfestsälen", Andreasstraße 21, abends 7 Uhr, stattfindet, über die Antwort der Unternehmer die Entscheidung treffen. Die Bewegung in der Berliner Zigarettenbranche und im Zabatarbeiter Berband Bom Tabalarbeiter- Verband erhalten wir folgende Zuschrift: Nachdem von feiten des Metallarbeiter- Verbandes( Sektion der Zigarettenmaschinenführer) weiter versucht wird, die Deffentlichfeit gegen den Tabatarbeiter- Verband aufzuhehen, fühlt sich derselbe verpflichtet, nun den ganzen Hergang der Bewegung der Deffentlichkeit zur Beurteilung zu übermitteln. Die Ortstarife der Tabatarbeiter, Metallarbeiter, Buchbinder und Transportarbeiter liefen am 30. April 1921 ab. Eine Ver ständigung über ein gemeinsames Borgehen war nicht möglich, da die Maschinenführer es wie immer ablehnten, bei derartigen Bewegungen gemeinsam vorzugehen, und so verhandelte denn jebe Gewerkschaft gesondert. Im Laufe der Verhandlungen ließen die Unternehmer die von ihnen geforderten Verschlechterungen fallen, so daß als Streitobjeft für die Maschinenführer nur noch einige Tage Ferien und Bezahlung einiger Krankheitstage in Frage tamen. Bisher erhielten die Maschinenführer 15 Tage Ferien, gefordert wurden 21 Tage; Bezahlung der Krankheitstage bisher 3 Wochen, gefordert wurden 6 Wochen. Nachdem die Berhandlungen fein Ergebnis gebracht hatten, wurde das Einigungsamt des Gewerbegerichts angerufen. Dieses fällte einen Schiedsspruch dahingehend, daß 18 Tage Urlaub sowie Bezahlung bis 18 Krankheitstagen zu gewähren feien. Nachdem die Verhandlungen tein zufriedenstellendes Ergebnis brachten, reichten die Maschinenführer die Kündigung ein und übten zu gleicher Zeit passive Resistenz. Hierauf entließen die Fabrikanten die Maschinenführer fristlos. Die Folge davon war, daß auch alle anderen Arbeiterfategorien, nachdem die Arbeit fertiggestellt war, wegen Arbeitsmangel bie Arbeit verlassen mußten. Am 5. Juli fand dann eine Verhandlung vor dem Schlichtungsausschuß GroßBerlin statt. Da die Unternehmer ihre Verschlechterungen, weiche fie im Tarifvertrage hineinbringen wollten, schon fallen gelassen hatten, ermäßigten auch die Maschinenführer ihre Forderungen und zwar bei Urlaub sowie Bezahlung der Krantheitstage auf je 18 Tage. Hierauf machte der Schlichtungsausschuß folgenden Einigungsvorschlag: Urlaub bleibt bis 15 Tage bestehen unter Berechnung der Betriebszugehörigkeit, bei Bezahlung der Krantheitstage 21 Tage( ftatt 18 Tage) unter Anrechnung der halben Branchenzugehörigkeit. Die Maschinenführer lehnten diesen Einigungsvorschlag trotz Empfehlung ihrer Ortsverwaltung, denselben anzunehmen, ab. War es angesichts dieses geringen Streitobjekts von drei Tagen Urlaub von den Maschienführern noch zu verantworten, daß zirka 3000 Arbeiter und Arbeiterinnen der 3igarettenindustrie die als Unbeteiligte auf der Straße Tagen, noch weiter auf der Straße liegen? Sieht so das Mitgefühl der Maschinenführer mit der notleidenden Arbeiterschaft, insbesondere der Frauen, aus? Dieses zu beantworten überlassen wir der Deffentlichkeit. Bemerken wollen wir noch, daß an dem Streitfall nur zirka 200 Maschinenführer beteiligt waren. Im übrigen stehen die Maschinenführer auf dem Standpunkt, daß nur Schlosser, Dreher, Mechaniter und Werkzeugmacher be rufen sind, an der Zigarettenmaschine zu arbeiten. Wenn dieser Standpunkt richtig wäre, müßten alle Schneider, Schuhmacher, Maschinenschreiberinnen sowie sonstige Arbeiter und Arbeite rinnen, die an irgendeiner Maschine arbeiten, gelernte Dreher, Schlosser, Mechaniker oder Werkzeugmacher sein. Wenn die Maschinenführer erklären, daß 3igarettenmaschinen zu tompliziert seien, um nur von diesen vier genannten Gruppen bedient werden zu können, so beweisen die Verhältnisse in anderen Städten das Gegenteil. Die Tabafarbeiter stehen auf dem Standpunkt, daß alle Arbeiter und Arbeiterinnen, wenn sie die Befähigung erweisen, das Recht haben, Zigareettenmaschinen zu führen. Dieser Standpunkt ist von der Tabatarbeiterschaft von jeher eingenommen worden. Und weil wir uns auf diesen Standpunkt stellen und diese Rechte im Tarif festgelegt haben, wirft man uns vor, wir wollen den Maschinenführern in den Rüden fallen. Bevor wir diese Frage tariflich geregelt hatten, ist unsererseits wiederholt der Versuch gemacht worden, diese Angelegenheit mit den Maschinenführern zu besprechen. Dieselben erklärten jedoch, daß sie über diese Frage mit uns nicht sprechen tönnen, weil sie eben auf dem Standpunkt stehen, daß nur sie geboren find, an Zigarettenmaschinen zu ats beiten. Ueber das solidarische Verhalten der Maschinenführer anderen Arbeitergruppen gegenüber wäre noch manches zu sagen, jedoch nehmen wir im Moment davon Abstand. Deutscher Tabatarbeiter- Verband, Zahlstelle Berlin. Arbeitersport Am Sonntag, den 7. August 1921, veranstaltete die Berliner Schwimm- Union, Mitgl. b. A.-W.-B. ihr diesjähriges Streden schwimmen auf der Strede Krampenburg- Müggelheim. Die Beteiligung der Schwimmer war eine sehr gute und von 64 Startenden erreichten 61 das Ziel. Es war zu begrüßen, daß einige, die im vergangenen Jahre erst das Schwimmen erlernt hatten, fich an diesem Schwimmen beteiligten. Es ist ein Beweis dafür, welch ein Geist in der Arbeiterschwimmerei herrscht. Durch fleißiges Baden und Ueben in unseren Uebungsstunden wird es auch denen gelingen, welche diesmal nicht auf einen Plas gekommen, bei unserem tommenden lokalen Schwimmfest, am 2. Oktober, in der Badeanstalt Schillingsbrücke, unseren Besten etwas näher zu tommen. Ergebnisse: 1400 Meter für. Manner: 1. W. Luftig, 21 in. 48 Sef. 2. A. Singe, 21 min, 10 Set. 3. T. Rohn, 21 Min. 27,48 Set. 4. M. Opis. 21 Min. 30 Sef. 5. 5. Wiesener, 23 Min. 50 Set. 6. F. Anders, 24 Min. 07 Set. 7. G. Weigandt, 24 Min. 16 Set. 8. B. Orfin, 24 Min. 37 Set.B. Damen: 1. Lisi Maywalb, 31 Min. 46 Set. 2. Emmy Maing 31 Min. 56,48 Set.-C. Jugend: 1. R. Czach, 21 Min. 26 Set. 2. 5. Boll, 24 Min. 17 Set. 3. B. Balmowsky, 24 Min. 27 Set 1000 Meter. A. Manner: 1. 5. Zernilow, 16 Min. 44,24 Get. 2. E. Rorn, 17 Min. 36 Set. 3. W. Wendt, 17 Min. 43 Get. 4.&. Heinemann, 17 Stix. 47 Sel. 5. 5. Drehne, 17 Min. 59,48 Set. 6. B. Koczat, 18 min. 14 Sef. 7.. Fels, 18 Min. 36 Set. 8. D. Roegel, 18 Min. 49 Sef. B. Damen: Erna Rotschte, 17 Min. 58 Set. C. Jugenb: 1. B. Ott, 17 Min. 31 Set. 2. F. Schulz. 17 Min. 32 Get. 3. 5. Janzon, 17 Min, 33 24 Set. 4. E. Orfin, 17 Min. 36 Sef. 5. 3. Lambrecht, 17 Min. 58 Set.-D. Knaben: 1. Chr. Rifolai, 17 Min. 31 Sef. 2. P. Tichierschte, 17 Min. 48 Gef.&.&. Strjentin, 18 Min. 45 Set. -Parteiveranstaltungen Dienstag, 9. Auguft 15. Diftritt. Die Genoffen beteiligen fich am Sonntag, ben 14. ugut, an ber Demonstration und Feftzug in Spandau. Abfahrt vom Schlesischen Bahnhof 11: 8 unb 12.46 Uhr, Alexander- Play 11.55 und 12.52 Uhr. Mittwoch, 10. Auguft 5. Berwaltungsbezirt, 17. Diftrift, 2. Abteilung. Gemeinschaftlicher Zahlebenb ber Bezirke in der Schule Petersburger Str. 4, 3immer 6. 15. Berwaltungsbezirt, Treptow( Abt. Adlershof). Abenbs 8 Uhr im Lotal von Ziege, Bismarditt. 29, Abteilungsversammlung. Stellungnahme zur Stadt und Bezirksverordnetenwahl. 15. Berwaltungsbezir!( Niederschöneweibe, Oberschöneweld, Adlershof, Johannis thal, Alt- Glienide, Faltenberg, Treptow und Baumschulenweg). Nur Genoffinner treffen fich zu einer Zusammenkunft abends 7 Uhr bet Rob in Rieberschöneweibe, Berliner Str. 26, nicht, wie irrtümlich gestern abend angegeben, auch die Genossen. 15. Berwaltungsbezirt, bil. Treptow. Abends 7 Uhr Abteilungsversammlung im Zeichensaal der Schule Wildenbruchstraße, Ede Graegstraße. Tagesordnung: 1. Die Stadt- und Bezirksverordnetenwahlen. Referent: Stabts. Genosse Frei gang. 2. Aufstellung der Kandidaten. 3. Berschiedenes. 15. Berwaltungsbezirt, Abt. Johannisthal. Abends 8 Uhr Mitgliederversamm fung bei Schreiner, Friedrichstr. 6. Vortrag des Genossen Schneider über Rom munalpolitif. Borschläge zur Aufstellung der Kandidaten zur Bezirks and Stabtverordnetenversammlung. 15. Diftrift, 4. Abteilung, Stadtbezirke 149, 150, 162, 163. benbs 7 the ge meinschaftlicher Zahlabend im Lofal von M. Seinrich, Lange Str. 97-98. Bor trag des Gen. Megner über: Die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen". Die Genossen vom 150. Stadtbezirf find hierzu besonders eingeladen. 20. Diftritt, 12. Abteilung. 3ahlabend bei Ronnebed, Slaliger Str. 50c. Bore trag des Genoffen Walter: Das Finanztapital. Brik, Budow. Abends 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Meier, Chauffeeft. Nr. 69-70. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Elternbeiratswahl. 2. tellung der Kandidaten zur Stadtverordnetenwahl. Die Funktionäre treffen fi um 6% Uhr. Lichtenberg- Stabt, 2. Biertel. 7% Uhr gemeinsamer Bablabenb im Cäcilien Lyzeum, Rathausstraße. Tagesordnung: Die Stadtverordnetenwahlen. Referat: Genoffe Thum. Lichtenberg- Stadt. 5. Biertel. Abends 7, Uhr Viertel- 3ahlabend in der Schule Siegfriedstraße. Lichtenberg- Stabt, 4. Biertel. Viertelsversammlung bei Jäger, Lüdstraße 71 Röntgenthal Zepernid. Abends 8 Uhr Zablabend bei Bohle, Siemensftrage. Schühenthal. Abends 8 Uhr Zahlabend bei Briefe. Steglig. Der 4. Bezirk hält seinen Zahlabend im neuen Lokal Sort- Rohl- Str. Rr. 18, bei Schneider ab. Die anderen Bezirke bleiben in den befannten Lotalen. Diftritt Spandau. Abends 7 Uhr Gruppenversammlungen in ben befannten Zablabenblokalen. Aufstellung der Kandidaten zu den Stadt und Bezirksvers ordnetenwahlen. Jedes Mitglied muß erscheinen. Spandau. Sämtlige Elternbeiräte der U. 6. B., S. B. D. und 2. B. D. 6 Uhr abends im Hotel zum Stern, Potsdamer Straße. Wichtige Besprechung. Weißenfee. 7 Uhr Abteilungsversammlungen. 1. Abt. bei Ragel, Lothringer Straße, Ede Straßburg- Straße. 2. Abt. Rieler Bucht, Kronprinzentr. 4. 3. Abt. Bohlmann, Langhansitr. 102. 4. Abt. Gesangsjaal bes Realgymnasiums. 5. bt. Grünen Baum", Berliner Alle. Eichwalde. 8% Uhr Zahlabend bei Linder. Bereinsfalender Dienstag, 9. Auguft Zentralverband der Angestellten. 3igarrenhandel. Die angelegte Mitglieber versammlung findet nicht heute, sondern am Donnerstag, den 11. Auguft, tatt. Mittwoch, 10. Auguft U. S. B. D.- Gastwirtsangestellte. Zahlmorgen in der Arbeiter- Bildungsschule bet Freiheit", Breite Str. 8-9. Brivatwächter. Morgens 9 Uhr bei Schirm, Charlottenstr. 7-8, große Mächter versammlung aller auf Bauten, Solz und Lagerplägen, Fabrit und Industrie häusern beschäftigten Wächter. Berantwortlich: für Bolitik u. Feuilleton: Les Liebl, Berlin- Friebena; für Kommunalpolitit, Lotales und Gewerkschaftliches: XB.: Robert Hensel, Berlin; für den Inseratenteil und geschäftliche Mitteilungen: Ludwig Komeriner, Charlottenburg. Berlagsgenossenschaft Freiheit, e. G. m. b. S., Berlin. Drud der Berliner Druderei G. m. b. 5., Berlin 2, Breite Strake 8-9. Schlicht die Hülle, aber echt und edel der Jnhalt! Dies sind die bewährten Eigenschaffen der frischen, guten MASSARY- Zigaretten. Urteilen Sie selbst!