m ii: en ät Bel Be ber et fe, Пев De). Lat tgs Lbe fis fen. atf Det ber дет nds upt las குது ent: Bor eim f ichel Пев AHEB BEARERS re 379 Einzelpreis 30 Pfg. . 4. Jahrgang Ote Fretheit erfcheint morgens uno nachmittags, Sonntags und Montags wur mal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zuftellung ins Haus für Groß- Berlin 10. m voraus zahlbar. Für Poftbezug nehmen fämtliche Postanstalten Bestellungen ents gegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland, Defterreich, Ungarn, Danzig, das Saaren. Memelgebiet sowie die früheren deutschen Gebiete Polens u.Luxemburgs 20 9., ir das übrige Ausland 27 M. per Brief bez. für Deutschland u. Defterreich- Ungarn 95 M. Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin C2, Breite Straße 8-9. Freitag, 19. August 1921 Nummer 385 Morgen- Ausgabe Die achtgespaltene Nonpareillegeile oder beren Raum koftet 5,- M. einschließlich Teuerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2,- M., jedes weitere Wort 1,50 m. einschließlich Teuerungszufchlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien Anzeigen und Stellen- Gesuche 3,20 m. netto pro Zeile. Stellen Besuche in Wort- Anzeigen: das fettgedruckte Wort 1,50 m., jedes weitere Wort 1.- M. Fernsprecher: Zentrum 15230-152 39 greiheit Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Der Kampf gegen Teuerung und Steuerdruck 3nternationaler Der Bundesausschuß des A. D. G.B. zur jetzigen Teuerung Der Bundesausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes hat am 18. August durch Annahme nachstehender Entschließungen zur jetzigen Lage der Arbeiterschaft und zu den bevorstehenden Lohnbewegungen Stellung genommen: I. Die von der Mehrheit des Reichstages beschlossene Brot perteuerung bedeutet eine schwere Gefährdung der Lebenshaltung der Arbeiterschaft. Die Erhöhung der Kohlensteuer und die neuen Steuerpläne der Regierung vermehren die Gefahren für die Eristenz der Arbeiter in unge heurem Maße. Der Ausschuß des A. D. G. B. ruft deshalb die deutsche Arbeiterschaft auf, sich gegen die drohende Herabdrückung ihrer Lebenshaltung mit aller Kraft zur Wehr zu sehen. Die Gewerkschaften, die rechtzeitig gewarnt und die Brotverteuerung vergeblich bekämpft haben, haben jetzt die Pflicht, den politit muß sein, den Produktionsertrag erheblich zu steigern, die Unkosten aber zu verringern und dadurch die Pro dukte zu verbilligen. Beides ist möglich in einer Wirtschaftsordnung, die alle Kräfte und Hilfsquellen in rationeller Weise der Produktion nutzbar macht, die inneren Reibungen unwirtschaftlicher und übertriebener Wettbewerbsverhältnisse beseitigt und die einzelnen bisher zusammenhaltlosen oder nur nach Profitinteressen zusammengefaßten Wirtschaftszweige organisch und gemeinwirtschaftlich bindet. Der= Die Not des deutschen Volkes und der Zwang zur Spar samkeit verbieten es, die Vergeudung von Material und Kräften fortzusehen, die mit der unorganisierten, nicht auf die Bedarfsdedung, sondern auf Gewinnerzielung eingestellten Einzelbetriebswirtschaft verbunden ist. Indem die Gewerkschaften eindringlich auf diese Notwendigkeiten hinweisen, fordern sie die verantwortlichen Stellen im Reiche auf, die geeigneten Wege zu suchen und vorzuschlagen, die zu einer solchen Umstellung der Wirtschaft führen fönnen. Sie erklären selber sich bereit, mit ihren Kräften an der baldigen Lösung dieser Aufgabe mit= zuwirken. Kampf der Arbeiter um ausreichende. Lohnerhöhungen mit allen Mitteln zu unterstützen. Die Durchführung der erforderlichen Lohnbewegung ist Aufgabe der einzelnen Verbände, denen hierbei die Pflicht obliegt, die Solidarität der gesamten Arbeiterschaft hochzuhalten. Der Vorstand des A. D. G. B. wird beauftragt, den Verbänden im einzelnen und in ihrer Gesamtheit in der bevorstehenden allgemeinen Lohnbewegung jede mögliche Hilfe zu leisten. Die eingelei- ger bar. Er richtet sich gegen die niederdrückenden, ihre tete Berbindung mit den anderen Gewerkschaftsrichtungen, fowie mit den Gewerkschaften der Angestellten und Beamten ist aufrechtzuerhalten, um der Bewegung durch eine geschlossene Einheitsfront aller Lohn- und Gehaltsempfänger einen um so größeren Erfolg zu sichern. Die Arbeitgeber aller Berufe und Industriezweige werden gewarnt ,. nicht durch Abweisung der notwendigen Lohnforderungen große Arbeitskämpfe und die daraus sich ergebenden neuen Erschütterungen des Wirtschaftslebens hervorzurufen. Ernste Pflicht der Regierungen und Behörden, sowie aller derjenigen, denen die Erhaltung und Stärkung der deutschen Volkskraft obliegt, ist es, der Arbeiterschaft in ihrem Existenzkampfe tatkräftig beizuStehen. new mi DOK tall und ix 30. ente eften bet rege Rit nbal Tino, Thes thet igs Liers bis tug en. ben ben det oter Bel ger Des nan: gen: weit C2 II. In dem Maße, als die Preissteigerungen eine Erhöhung des Lohneinkommens bedingen, müssen auch die aus Unfall, Alters- oder Invalidenrenten bestehenden Einkommen, die schon lange hinter der Teuerung weit zurüdgeblie ben sind, sowie die Unterstützungssäge der Erwerbslosen und der Kranken aufgebessert werden. Die Gewerkschaften fordern von den verantwortlichen Verwaltungsbehörden und den parlamentarischen Vertretungen des Volkes in Reich, Ländern und Gemeinden, daß sie sich ihrer Pflicht auch gegenüber diesen Notleiden= ben bewußt sind und die zu ihrer Erfüllung notwendigen Maßnahmen mit Eile beschließen. III. pläne der Reichsregierung vorwiegend den Verbrauch Die Gewerkschaften verurteilen, daß die neuen Steuerbelasten sollen. Dieser Weg führt lediglich zu neuen un geheuren Preissteigerungen, die ihrerseits die Steuereinnahmen des Reiches zum größten Teile wieder aufzehren und drückt den Reallohn der Arbeiterschaft weiter herab. Die Riefenleistungen, die das Reich jetzt aufzubringen hat, dürfen nicht in bisher gewohnter Weise auf den lezten Berbraucher abgewälzt werden. Es ist vielmehr ein SteuerSystem zu fordern, daß in erster Linie die Sachwerte, von der Geldentwertung seither unberührt gebliebenen insbesondere die in Industriewerfen und im Boden ruhenden Kapitalwerte, erfaßt, sie zugunsten des Reiches belastet und das Reich an den Erträgnissen des mobilen und immobilen Kapitals teilnehmen läßt. Dieser Aufruf des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes stellt die Einleitung eines umfassenden bundes stellt die Einleitung eines umfassenden Kampfes aller Lohn- und Gehaltsempfän= Lebenshaltung, Arbeitsfähigkeit und Gesundheit bedrohenden Folgen der Teuerung, der unaufhörlichen Preissteigerung durch Geldentwertung und Steuerbrud. Bei der überall herrschenden Erregung in den Kreisen der Lohn- und Gehaltsempfänger wird die Aufforderung zum geschlossenen Vorgehen aller Schichten des Proletariats sicherlich freubigen Wiederhall finden. Auch wir unterstügen diese Aufforderung zum Kampf für die Sicherung der Lebenshaltung aller Lohn- und Gehaltsempfänger mit allen Kräften, entspricht sie doch dem Standpunkt, den besonders die U. G. P. stets vertreten hat. Die Stärke des Proletariats liegt in seiner großen Zahl, seiner Stellung im Produktionsprozeß, aber nicht zuletzt auch in der Einsicht von der Macht, die das Zusammenstehen aller proletarischen Kräfte darstellt. Wird überall nach der Parole gehandelt, die der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund jetzt ausgegeben hat und in der alle Arbeiter, Angestellte und Beamte einig sind, so muß der Kampf um die Erhöhung der Löhne erfolgreich sein. Dann fann aber auch die Regierung an dieser Willenskundgebung von mehr als drei Vierteln der gesamten Bevölkerung Deutschlands nicht achtlos vorübergehen. Sie muß sowohl dem Verlangen nach Erhöhung der Bezüge der von der Gesetzgebung so überaus stiefmütterlich behandelten Rentenempfänger nachgeben, als auch in der Steuerfrage Wege einschlagen, die die ausreichende Heranziehung der Besitzenden zu den gewaltigen Milliardenlasten nach jeder Richtung hin sicherstellt. Man täusche sich nicht: die restlose Heranziehung des fargen Einkommens aller Festbesoldeten zur Steuerleistung, die Kapitalflucht und Steuerhinterziehung der Besitzenden haben eine ungeheure Erregung geschaffen. Soll sie nicht zum offenen Ausbruch gelangen, so muß die Bevorzugung der Besitzenden durch die Steuergesetzgebung jezt endlich einmal völlig ein Ende nehmen. Aber mit diesem Mittel allein dürfte die Gesundung der Finanzen und des Wirtschaftslebens nicht zu erreichen sein. Die Sozialisierung der entscheidenden Pro= duktionszweige des Wirtschaftslebens tritt neben der steuerlichen Erfassung der Goldwerte wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Kampfes. In dieser Richtung ist zwar der Aufruf des Allgemeinen = Deutschen Gewerkschaftsbundes nicht frei von Jllu. fionen. Es ist ein Irrtum, den bereits die ersten Versuche der Verwirklichung Wissel- Möllendorfscher Jdeen in den letzten Jahren beseitigt haben sollten, daß bei Aufrechterhaltung des fapitalistischen Privateigentums Gemeinwirtschaft zu verwirklichen wäre. Wir sind sicher, daß diejenigen unserer Genossen, die als kleine Minderheit im Bundesausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes sizen, alles getan haben werden, um diese Illusionen, die sich leider trotzdem in den Aufruf eingeschlichen haben, zu bekämpfen. Daß sie herauszubringen ist die Folge ihrer zahlenGenossenschaftstag Von Paul Lange In den Tagen vom 22. bis 25. August wird in Basel ( Schweiz) der zehnte internationale Kongreß der Konsumgenossenschaften abgehalten werden. Es ist der erste nach dem Kriege. Die deutschen Konsumgenossenschaften dürfen ihm mit besonderem Interesse entgegensehen, weil zu hoffen ist, daß er gerade die deutsche Bewegung befruchten wird. Die deutsche Konsumgenossenschaftsbewegung hat ihren Führern, wie Heinrich Kaufmann, Heinrich Lorenz und anderen, die in der Leitung des Zentralverbandes Deutscher Konsumvereine zu Hamburg sigen, in organisatorischer und geschäftlicher Hinsicht zweifellos viel zu verdanken. Aber es ist ebenso richtig, daß die deutsche Konsumgenossenschaftsbewegung unter dem vorwiegenden Einfluß jener Hamburger Richtung geistig nicht reicher geworden ist. Ein Schlagender Beweis dafür war der Deutsche Genossen= schaftstag zu Baden- Baden im Juni dieses Jahres, dem vom Vorstand, Ausschuß und Generalrat des Zentralverbandes Deutscher Konsumvereine eine pro= grammatische Resolution vorgelegt wurde, die besagte, daß die Konsumvereine alle möglichen Bedarfsgüter verteilen und sie für ihre Mitglieder produzieren wollen, im übrigen aber fein Programm haben. Zwar mußten Vorstand, Ausschuß und Generalrat diesen Resolutionsentwurf fallen lassen, aber der Deutsche Genossenschaftstag hat in seiner Mehrheit doch nur eine andere Entschließung angenommen, die nicht viel besser war. Dagegen vergleiche man den Britischen Genossen schaftstongreß, der im Mai dieses Jahres zu Scarborough stattfand, den ich nicht erwähne, um allen seinen Beschlüssen zuzustimmen, sondern um zu zeigen, wie viel weiter der Ideenkreis der britischen Genossenschafter als der der deutschen reicht. Der Scarborougher Kongreß verwarf den Vorschlag der britischen Regierung, einen Schutzoll auf Waren, die nach England eingeführt werden, zu erheben und ist der Meinung, daß diese Vorschläge nicht zu einer Vermehrung der Arbeitsmöglichkeiten führen, sondern im Gegenteil lediglich den Verbrauchern ungeheure Lasten auferlegen werden. Er betont erneut, daß er durchaus Anhänger des Freihandels ist, da dieser nicht nur für unser Handels- und Industrieleben wichtig, sondern auch die beste Bürgschaft für eine internationale Freundschaft und die wahrhaft internationale Genossenschaft ist.“ Der erwähnte Britische Genossenschaftskongreß beschäftigte lich außerdem mit einem, nachher mit einer Mehrheit von nur vier Stimmen abgelehnten Antrag, mit der politischen Arbeiterpartei ein Bündnis abzuschließen,„, um die Kräfte der Arbeiter und Genossenschaftsbewegung in bezug auf Vertretung im Parlament und in allen lokalen Körperschaften zusammenzufassen und um einander in dem Bemühen zu unterstützen, die neue soziale Ordnung durchzuführen". Das„ Internationale Genossenschafts- Bulletin" berichtet ferner über den Scarborougher Kongreß: „ Das Interesse der Delegierten für die Frage des inter nationalen Güteraustausches im allgemeinen und bes Handels mit Rußland im besonderen erhellte aus der Schärfe, mit der der englische Verband und die englische Großeinkaufsgesellschaft wegen der Untätigkeit in beiden Fragen fritisiert wurben. Sir Thomas Allen verteidigte die Haltung der englischen Großeinkaufsgesellschaft, konnte jedoch diejenigen, die sie fritis fierten, nicht überzeugen. Die Diskussion wurde vom Generalsekretär des Internationalen Genossenschaftsbundes geschlossen. ber sich auf den Standpunkt der Kritik stellte. Die GenossenIchaftsbewegung hätte in den letzten anderthalb Jahren eine der größten und günstigsten Gelegenheiten, die sich ihr je seit ihrem Bestehen geboten haben, vor sich gehabt. Er wolle nicht leugnen, daß man Rußland genossenschaftliche Sympathie entgegengebracht habe, wolle auch nicht in Abrede stellen, daß etwas getan worden fei, um engere Beziehungen herzustellen, aber er müsse durchaus bestreiten, daß irgendwie ein planvoller Versuch gemacht worden fet, diese große Gelegenheit wirklich zu ergreifen. Die Großeinkaufsgesellschaften hätten nichts getan, um den internationalen genossenschaftlichen Güteraustausch im allgemeinen oder auch die Handelsbeziehungen zu Rußland im besonderen zu fördern. Die Versuche erinnerten an die Arche Noahs, die plan- und steuerlos auf der über die Welt hereingebrochenen Sintflut umhertreibe. Was not tue, sei ein genossenschaftliches Rettungsboot, das mit flarem Kurs die Schwierigkeiten durchsteuere." Die Gewerkschaften verlangen, daß in der Steuergeeggebung Wege eingeschlagen werden, die eine Herstellung bes Gleichgewichts im Haushalt des Reiches, der Länder und Gemeinden ermöglichen ohne weitere Zuhilfenahme der Rotenpresse. Denn die Vermehrung der Papier mäßigen Unterlegenheit. Wir bedauern das, find jedoch wieder anknüpfen, dürfen auch die Konsumgenossenschaften, geldflut ist einer der ersten Ursachen der Preissteigerun gen und das größte Hindernis eines wirksamen Preisabbaues. IV. Um in Zukunft weitere Preissteigerungen und die damit fortschreitende Berarmung der Volksmassen zu verhindern, ist cine Aenderung der Wirtschaftspolitik in der Richtung zur Gemeinwirtschaft( Vergesellschaftung der Produktionsmittel) ficher, daß im Kampfe um die Forderungen, in denen die Arbeiterschaft ohne Unterschieb der Partei einig ist, auch diese Illusionen verloren gehen werden. Jezt heißt es zunächst, alle Kräfte zusammenzufassen, um das Ziel der 3u sammenschweißung der Arbeiterschaft zu einheitlichem Kampf für die Erhöhung der Löhne und Sicherung der Lebenshal unabweisbar. Das nächste Ziel einer neuen Wirtschafts- tung der Arbeitertlasse zu erreichen. Länder die internationalen In der Tat: zu einer Zeit, in der die Kapitalisten aller die die Massen des Voltes vertreten, dahinter nicht zurüdbleiben. Eine Voraussetzung dafür ist allerdings, daß jeder Arbeiter und jede Arbeiterfraudabei mithilft, indem sie sich dem Konsumverein anschließen und durch diesen ihre Lebensmittel und sonstigen Bedarfs= güter beziehen. So erfreulich das Wachstum der Kon= sumgenossenschaft Berlin und Umgegend ist, so steht doch fest, daß es noch immer sehr viele Arbeiter gibt, die ihr nicht angehöre Der letzte internationale Genossenschaftsfongreß 1913 in, Glasgow hatte erklärt, es liege im Interesse der Genossenschafter aller Länder, daß sie ihr möglichstes zur Erhal= tung des Friedens beitragen. Als 1914 der Krieg ausgebrochen war, schickte der„ Leitende Ausschuß des Internationalen Genossenschaftsbundes"( Sit London) ein Rundschreiben an die Zentralen der Genossenschaften aller Länder, er wolle ein Manifest herausgeben, um der„ ganzen Welt den Entschluß, den Frieden und die Eintracht zu fördern, nochmals zu wiederholen und zu betonen". Die füh renden nichtenglischen Genossenschafter sprachen sich aber wie es in dem dem bevorstehenden Basler Kongreß vorge legten Geschäftsbericht heißt fast einstimmig gegen ein solches Manifest aus, und so wurde nach dieser Richtung hin feine Aktion unternommen. Die Zentrale der deutschen Genossenschaftsbewegung trieb furze Zeit danach steuerlos in dem Meere patriotischer Kriegsbegeisterung. Der bevornoch Meldungen aus Oberschlesien verbreitet werden, die von Störungen des Friedens durch die Polen zu berichten wissen. Es ist ihnen ohne weiteres anzusehen, daß sie zum mindesten über trieben sind. Es wäre angebracht, daß die bürgerliche Presse im Reiche diese tendenziöse Berichterstattung endlich einstellen würde. bie Sarin besteht, daß bie deutschen Waren zwar ins Ausland, sche Frage zu lösen. Es muß aber festgestellt werden, daß immer kommen, die Gegenwerte aber in fremden Devisen angelegt und dem Eingriff des deutschen Reichs entzogen werden. Aber gerade gegen die Anwendung dieser einzig wirksamen Mittel zur Gesundung der deutschen Wirtschaft sträuben sich die kapitalistischen Kreise, und der Widerstand beschränkt sich nicht nur auf die Inhaber von Industriepapieren, sondern er regt sich noch viel stärker in den agrarischen Kreisen. Wir brauchen nur daran zu erinnern, daß der deutsche Landbund, der von den Großgrundbesitzern beherrscht wird, die Erfassung der Sachwerte aufs heftigste bekämpft, und daß der teufliche Plan, die Heranziehung auch des ländlichen Befiges zu den Reparationslasten durch die Aushunge= rung des Volkes zu durchkreuzen, unter den Agrariern den lebhaften Wiederhall gefunden hat. Jagows Zuversicht Jm Lokal- Anzeiger" tann man einen Bericht von einem Be such bei Herrn von Jagow lesen. Der Mann weilte seit acht Tas gen auf einem der märkischen Herrensite als Gast des Besizers, eines ihm seit langen Jahren befreundeten und im öffentlichen Leben sehr bekannten Mannes. Wir hören weiter, daß Herr von Jagow so frisch unb jugendlich aussehe, wie etwa bei Antritt seines Berliner Postens vor einem Jahrzehnt. Er werde ſtehende zehnte internationale Genossen Lloyd George über die Reichskonferenz demnächst zur weiteren Kräftigung seines Körpers schaftsfongreß in Basel wird sich mit einer Revision der erwähnten Glasgower Friedensresolution beschäftigen, und zwar( die Weltgeschichte leistet sich manchmal Streiche grimmigen Humors) auf Antrag des Herrn Albert Tho= mas, ehemaligen sozialistischen Munitionsministers Frant reichs. Der Berichterstatter zu diesem Tagesordnungspunkte, Herr Charles Gide, Professor an an der französischen Akademie, schlägt für die Zukunft eine Resolution vor, die der Haltung des Herrn Thomas und der Rechtssozialisten während der Kriegsjahre von 1914 bis 1918 grundsätzlich widerspricht. Marksturz und Steuerscheu Neue Wege müssen beschritten werden! lieber die Spetulanten an der Börse ist eine große Enttäuschung gekommen, denn seit gestern zeigt sich wieder eine er hebliche Verbesserung des Martturses an den ausländischen Märkten, was einen Rüdgang der Devisenund Industriepapie bei uns zur Folge haben muß. An der New Yorker Börse war die deutsche Mart am Mittwoch von 1,12 bis auf 1,19 gestiegen, dementsprechend wurde gestern der Dollar in Berlin mit rund 83 notiert. An der Bärfe war eine gewisse Zurückhaltung eingetreten, da man dort an eine dauernde Wiedererholung der Mart nicht glaubt und beshalb lieber noch etwas wartet, bevor man sich dazu, entschließt, die in der Hoffnung auf großen Gewinn getauften Papiere mit Verlust wieder abzustoßen. Die Besserung der deutschen Valuta wird vor allem aus der Tatsache erklärt, daß die deutsche Regierung volle Dedung für die am 31. August fällige Goldmilliarde besitzt und daß fie wenigstens in der nächsten Zeit nicht gezwungen ist, ausländische Devisen zu jedem Preise kaufen zu müssen. Der Handelsredakteur der Deutschen Tageszeitung" widmet dem„ Reparationssturz" der Mark einen Leitartikel in ber gestrigen Abendausgabe seines Blattes. Er behauptet erst, daß sich zwar der Außenwert der deutschen Mart erheblich verschlechtert habe, daß dagegen die Kauffraft der deutschen Mart auf dem inneren Martte bedeutend stärker sei. Es mag zutreffen, daß die Inlandspreise erst eine gewisse, allerdings sehr kurz bemessene, Zeit brauchen, ehe sie sich der Verschlechterung der Valuta anpassen. Diese Erscheinung wird aber doppelt ausgeglichen durch die Tats sache, daß bei steigender Baluta die Inlandspreise sich nur sehr zögernd und höchst unvollkommen dem Weltmarktniveau anpassen. Jeder Konsument wird den Handelsredat teur des agrarischen Blattes darüber belehren können, in welcher Weise jetzt schon die minderbemittelte Bevölkerung die Verschlechterung der deutschen Baluta in den Preisen für alle Lebensmittel und Gebrauchsartikel zu spüren bekommt. Ueber die Ursachen für die neueste Verschlechterung des Martkurses werden dann in dem Artikel folgende Bemerfungen gemacht: Von drei Seiten erfolgt heute der Angriff gegen die Mart: von der Reparationsseite, durch die Steuervor lagen und durch das Loch im Westen. Als vierte Seite gefellen sich dazu alsbald die Forderungen nach neuen Lohn und Gehaltserhöhungen. Was die Reparationszahlungen anbetrifft, so sind diese die Hauptursache für die heutige Entwertung der Mart im Auslande. Deutschland ist gezwungen, Devisen zur Bezahlung an die Entente, man darf ruhig sagen ,,, um jeden Preis" zu erwerben. Die winzigen Kredite winzig gemessen an den Milliardenzahlungen-tönnen uns nur vorübergehend helfen, zudem sind sie offenbar so teuer, daß man gar nicht diese Bedingungen mitzuteilen wagt. Nur wenn Deutschland in der Lage wäre oder in die Lage gebracht würde, aus seiner Ausfuhr sich die Devisen zu beschaffen, die zur Bezahlung der jährlich 342 Milliarden Goldmart notwendig sind, tönnte der Wert der Mark stabilisiert werden, wobei Voraus setzung ist, daß dann noch soviel Devisen verbleiben, um die für die deutsche Industrie erforderlichen Rohstoffe und etwaigen Lebensmittel, die wir unbedingt vom Auslande haben müssen, bezahlen zu können, denn die jetzt hierfür gewährten Kredite müssen doch abgetragen werden. Da das nicht möglich ist, so wird die Matt weiter sinten, benn an eine internationale große Anleihe glaubt im Ernste doch wohl niemand, außerdem würde sie an der tatsächlichen finanziellen Lage nichts, ändern. Welche Folgen die neuen Steuern auf die Bewertung der Mart, in diesem Falle des Binnenwertes der Mart, haben, wird sich wohl ebenfalls noch, bevor diese Steuern verabschiedet sind, bemerkbar machen. Schon heute treten daraufhin die verschie bensten Organisationen mit der Forderung nach höheren Löhnen und Gehältern auf, feit Monaten geht an der Börse eine Steigerung. der Aktienkurse vor sich, die man als Steuer- Hausse bes zeichnen muß. Die Inflation ist also im besten Gange und damit der Rückgang der Kaufkraft der Mart gesichert. Dem vereinten Angriff von so vielen Seiten standzuhalten, wäre selbst einer gegen äußere Einflüsse besser gesicherten Währung unmöglich. Man merkt an dieser Darstellung die tendenziöse Absicht, vor allem die aus der Erfüllung des Ultimatums sich ergebenden Verpflichtungen für die Verschlechterung des Martfurses und die fich daraus entwickelnden Folgen verantwort lich zu machen. Diese Folgen tonnten aber bisher nur des halb eintreten, weil die Regierung sich in unbegreiflicher Kurzsichtigkeit damit begnügt, sich in der bisher üblichen Weise Einnahmen zu verschaffen, wie das besonders deutlich aus den neuen Steuervorlagen ersichtlich ist. Auch eine mit allen Kräften geförderte Erweiterung des deutschen Exports fönnte die weitere Aufblähung des Geldmarkts nicht unterbinden. Es müssen eben neue Wege beschritten werden. Der eine führt zur Erfassung der Sachwerte und zur Beteiligung des Reichs an den laufenden Einnahmen in Handel, Industrie und Grundbesitz. Ein zweiter Weg ist die Ueberführung der Produktion zum mindesten der Urstoffe in den Besitz der Allgemeinheit. Ein dritter Weg ist die strengste Ueberwachung des Außen= handels und die Beseitigung der indirekten Kapitalflucht, London, 18. August. Im Unterhause erklärte Lloyd George zu der Reichs= fonferenz, sie habe sich mit der gesamten auswärtigen Politit Eng lands beschäftigt, mit der oberschlesischen und fleinasiatischen Frage, mit den Reparationen, der Entwaffnung Deutschlands, bem englisch- japanischen Bündnis und mit Aegypten. Es sei auf der Konferenz eine gemeinsame Ver ständigung in bezug auf die politischen Richtlinien erreicht worden, eine Tatsache, die nicht nur bazu beigetragen habe, ihm und Lord Curzon in Paris mehr Kraft zu verleihen, sondern auch auf die ganze Welt Eindruck gemacht habe. Völkerbundsratsfizung am 29. August Baris, 18. August. Der derzeitige Vorsitzende des Völkerbundsrats, Vicomte Ischii, hat, wie Havas mitteilt, den Völkerbundsrat für den 29. August zu einer Sonderjigung nach Genf einberufen, um über das Schreiben des Vorsitzenden des Obersten Rates wegen der Festsetzung der Grenze in Oberschlesien zu beraten. Paris, 18. Auguft. Nach dem Temps" nimmt man an, daß die Besprechungen des Wölferbundrates über Oberschleften, bie am 29. August beginnen, zunächst nur einen Tag bauern werden. Man habe sich zunächst über das Verfahren und dann über die Ernennung eines Berichts erstatters zu einigen. Dieser Berichterstatter würde alsdann jeine Arbeiten während der Tagung des Völkerbundes in Genf fortsetzen, und es scheine, daß er Ende September so weit sein werde, daß die Angelegenheit vor den Rat gebracht werden könne, der dieses Mal in die Materie hineingehen werde. Man könne also erst für die erste Hälfte des Ottober eine endgültige Lösung erwarten, und das auch nur dann, wenn der Völlerbundrat liber die Sache selbst urteile und sie nicht Schiedsrichtern übertrage. Vanderlip für Aenderung der Reparationslasten Berlin, 18. Auguft. WIB. meldet: Frant Banderlip, der heute von Berlin nach Brag abgereist ist, hat dem hiesigen Bertreter der„ Associated Preß" eine Unterredung gewährt, in der er u. a. erklärte: Deutschland arbeitet schwer. Von der Oberfläche aus gesehen, läßt vieles barauf schließen, daß Deutschland sich erholt: Unter der Oberfläche aber sind die nationalen Finanzen in einem heiflen Zustand. Es scheint teine Hoffnung zu bestehen, das Budget ins Gleichgewicht zu bringen, und neues Papiergeld muß andauernd hergestellt werden. Das wird dazu führen, die Preise weiter in die Höhe zu treiben, die Mart zu entwerten und die Stellung der Regierung Jchwierig zu gestalten. Ich habe mit dem Reichstanzler Dr. Wirth und den führenden Ministern gesprochen, und habe den Eindrud gewonnen, daß sie sich auf das ernstlichste bemühen. Doch glaube ich, daß sie an einer Aufgabe arbeiten, die zu groß ist, um erfolgreich zu sein, und früher oder später wird man eine Aende rung oder einen Aufschub in den Reparationsforderungen eintres ten lassen müssen. Aus dem Auslande Bayern Die Demokraten für den Ausnahmezustand München, 18. Auguft. Im Hauptausschuß des Münchener Stabtzats wurde heute ein Antrag der U. S. P. behandelt, der von der Reichsregierung Aufhebung des Ausnahmezustandes in Bayern forberte. Die vür gerlichen Parteien sprachen sich gegen den Antrag aus und bezeichneten es für unzwedmäßig, die Reichsregierung zum Schutz anzurufen. Die Demokratie wende sich, wenn Bayern sich an die Reichsregierung wende, ebenso dagegen, als wenn Deutsche fich an die Entente wenden würden. Damit ist das übrige Deutsch land für Bayern als Ausland gekennzeichnet und das pakt fehr gut zu der übrigen Politik der bayrischen Demokraten. Der Antrag der U. S. P. wurde im Ausschuß mit 12 sozialistischen gegen 11 bürgerlichen Stimmen angenommen. Polizeiliche Revolvermethoden München, 18. Auguft. Gestern war eine Vertretung der bei der„ verbotenen" Münchener Morgenpost" beschäftigten Drudereiangestellten bei dem Polis zeipräsidenten Boehner vorstellig. Sie wurde von dem Pressebezernenten Assessor Frid empfangen, der den Arbeitern sagte, daß fie gegenüber den Redakteuren der„ Morgenpost", diesen Schweines hunden, zur Selbsthilfe greifen sollten. Dieser Polizei- Assessor steht also feine Aufgabe unter dem Regime Boehner darin, die Arbeiter im Sinne der Hafentreuzler und ihrer Revolvermetho= den aufzuhehen, die seiner Sippe unangenehmen Rebatteure im Kasernenhofstil zu beschimpfen und die Arbeiter zu ihrer Beseiti gung aufzuhegen! Die Maßnahmen gegen den Getreidewucher T. U. München, 18. Auguft. Wie der ,, Münchner 3eitung" aus Berlin gemeldet wird, haben die von dem Vertreter des bayerischen Landwirtschaftsministeriums mit der Reichsregierung geführten Verhandlungen damit geendet, daß die Reichsregierung gegenüber den bayerischen Borstellungen betreffend Maßnahmen gegen den Getreidewucher bei ihrem ablehnen den Standpunkt verharrt. Friedenszustand in Oberschlesien Die deutschen Parteien und Gewerkschaften und die polnischen Parteien und Gewerkschaften in Oberschlesien haben gleichlautende Aufrufe erlassen, um auf die Bevölkerung in beruhigendem Sinne einzuwirken. Beide Seiten erklären, daß sie gegen jede gewaltsame Lösung der oberschlesischen Frage seien und die nationalen Gegenfäge überbrüden wollen. Jebe Gewalttätig teit gegen Andersdente werde verurteilt. Durch paritätische Ausschüsse soll für Sicherheit und Ordnung gesorgt werden. Auch nach der Entscheidung soll der Geist der Versöhnlich. Auch nach der Entscheidung soll der Geist der Versöhnlich= teit herrschen. Wir begrüßen diese Entwicklung, die den ersten Versuch darstellt, mit anderen Mitteln als denen der Gewalt die oberschleftnach Oberbayern gehen und mit gekräftigter Gesundheit und mit großer Zuversicht dem Verfahren gegen ihn entgegensehen. Die Anklageschrift gegen ihn laut: auf Hochverrat, die Antwort darauf werde in den nächsten Tagen dem Reichsgericht zugehen. Wir können es verstehen, daß Herr von Jagow der weiteren Entwidlung der Dinge mit größter Zuversicht entgegensteht. Er wird in Leipzig verstehende und mitfühlende Richter finden, und ba er fein Arbeiter ist, so darf er erwarten, daß sein Gesundheits zustand auch nach Beendigung dieser Justizkomödie sich nicht ver schlechtern wird. Die Zersplitterung wird fortgesetzt Das Gewerkschaftssekretariat der B. K. P. D. veröffentlicht In der Roten Fahne" eine Erflärung, aus der hervorgeht, daß sie ihre besonderen Sammlungen für Rußland fort zusetzen gedentt. Sie sagt, daß sie sich darum bemüht habe, we nigstens in Berlin eine Einheitsfront herzustellen, das sei aber gescheitert. Der Ertrag ihrer Sammlungen jolle dem Auslands fomitee ,,, bas unter beglaubigter Vertretung des russischen Hilfs tomitees, des Genossen Münzenberg, gestellt würde", zugeführt werben. Das ist nichts anderes, als bas Eingeständnis der Gewerkschaftss kommunisten, das sie aus parteiegoistischen Gründen ihre Zersplitterungsarbeit auch bei dieser Gelegenheit fortsetzen wollen. Wir wollen bemgegenüber noch einmal feststellen, daß bie Bentralisierung der proletarischen Hilfe für Rußland vollständig burchgeführt ist. Sie befindet fich international in den Händen der Amsterdamer Gewert fchaftsinternationale, für Deutschland arbeitet der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund an dieser Aufgabe, und für Berlin bilben die Gewertschaftsfommission und das Ortstartell des Af Bundes die allein verantwortlichen Steller für die proletarische Rußlandhilfe. Jebe anders geartete Aftion schädigt nur das große Wert, das die proletarische Internationale aufzurichten gedenkt. Gelbst bie vom tommunistischen Gewerkschaftssekretariat erwähnte ,, beglau bigte Vertretung" bietet nicht die Gewähr dafür, daß die vo den Arbeitern gesammelten Geldern ihrem wirklichen 3wede zugeführt werden. Für Berlin haben nur die pon Gewer! fchaftstommission und AfA herausgegebenen Gammel listen Geltung, alle anderen, von dritter Seite ausgehenden Sammlungsversuche sind als eine unbefugte Störung des Einheitswillens der Arbeitertiaffe ener gisch zurückzuweisen. Die Verlängerung der Polizeiffunde Wiedereröffnung der Reichsratssitzungen Der Reichsrat hielt am Donnerstag nachmittag unter Vorfi des Ministers Rathenau eine öffentliche Sigung ab. Eingegan gen sind bereits jämtliche Steuervorlagen. Sie wurden den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Der Reichsrat erledigte dann eine große Reihe fleinerer Borlagen. Zum Schluk erinnerte der Preußische Ministerialbirektor Nobis an die bevorstehende Aufhebung der Bundesratsverordnung über bie Polizeiftunde und ersuchte die Bertreter der einzelnen Länder bei ihren Regierungen möglichst darauf hinzuwirken, daß bet bet Festlegung der Polizeiftunde nach einheitlichen Grundsägen ver fahren wird. Ein Bertreter des Reichsministeriums des Inner teilte mit, daß die Aufhebung der Bundesratsverordnung mi Wirkung vom 1. September an erfolgen solle. In einem Runb schreiben an die Länder hätte das Ministerium im Interesse det Einheitlichkeit folgende Grundläge aufgestellt: Alle Gast- und Schantwirtschaften und Cafés find grundsägli um 12 Uhr zu schließen, Sonnabends um 1 Uhr. Für gewisse Be zirte, namentlich für Großstädte und Badeorte, tönnte bei na gewiesenem dringenden Bedürfnis die Polizeistunde burchweg bis 1 Uhr verlängert werden. In einzelnen Ausnahmefällen, die be sonders geartet find, namentlich bei Wohltätigteitsveranstaltun gen und vaterländischen Veranstaltungen sowie nächtlichen Ver jammlungen von Berufen, die fich tagsüber nicht versammeln fönnen, follten die Polizeibehörden Ausnahmen, jedoch nicht über 2 Uhr hinaus, gewähren tönnen. Für Theater und sonstige fünft Terische Beranstaltungen erscheine die Verlängerung über 12 hinaus nicht geboten. Das Reichstabinett habe zugestimmt, we eben die Beschränkung der Polizeistunde nicht mehr zu halten fei Die Republik Baranya Nach einer Meldung des jugoslawischen Pressebureaus habe die Brotlamierung der neuen Republit überall Antlang gefunden Die Bevölkerung wolle Schußtruppen aufstellen, um den ungar schen Einmarsch abzuwehren. Die Ententevertreter verlangen, ba bie jugoslawischen Truppen das Gebiet Tofort räumen sollen. Ungarn würden jedenfalls am 20. Auguft eintreffen. Die Im Auswärtigen Ausschuß der ungarischen Nationalversamm lung erklärte der Außenminister Graf Banffy, baz an de Bollziehung der Räumung festgehalten werde. Den Ereigniffer in Fünffirchen messe er feine besondere Bedeutung bei. einer Meldung aus Budapest habe der Einmarsch der Ungarn das Gebiet bereits begonnen. Nad in Parteitag der R. A. P. D. Wie die Kommunistische Arbeiter zeitung" meldet, ist der ursprünglich auf den 28. August vorgelehn Parteitag der K. A. P. D. auf Beschluß der Mitglieder des erwei terten Zentralausschusses auf den 11. September verschoben worden Die Tagesordnung enthält u. a. einen Punkt, der auf die Not wendigkeit der Schaffung einer fommunistischen Arbeiter- Inter nationale hinweist. Der Parteitag findet in Berlin statt.. Metallarbeiterstreit in Schwäbisch Gmünd. Die im Chriftliche Metallarbeiterverband organisterte, über 4000 Personen umfaffenbe Arbeiterschaft der Edelmetallindustrie in Schwäbisch Gmünd b schloß mit allen gegen zwei Stimmen, von Donnerstag ab in den Streit zu treten, weil die Verhandlungen zwischen den Arbeiter und den Fabrikanten zu feiner Einigung führten. Riesenstreit in Warschau. Es wird gemeldet, daß in Warha 128 000 Arbeiter der Metallindustrie streiten. Sie forber 75 Prozent Lohnerhöhung. Der Textilarbeiterstreit im Gebiet von Roubaig dauert an; Zwischenfällen ist es nicht gekommen. Die Zahl der Streifenben in der Textilindustrie in Roubaix und Tourcoing wird auf 53 000 geschätzt. mi zu ler in au Ar 21 fin ha al ge jel Dr jc D 3 do er 3 ge de Bu a 111 31 id 11 Td S b It 2 CREAWAY Die Angst vor der Wahrheit Vom Genossen Friedrich Mind wird uns geschrieben: Die„ Rote Fahne" vom 11. August hat eine„, Warnung" gegen mich losgelassen, um ihre Schäflein vor meinen Ausführungen zu behüten. Es heißt in dieser Warnung, in der ich als„, Schwindler" bezeichnet werde, ich hätte mich während meines Aufenthaltes in Rußland als„ politischer Flüchtling und radikaler Kommunist" aufgespielt, die Gastfreundschaft der Sowjetregierung erheblich in Anspruch genommen, mich aber nach meiner Rückkehr plöglich als Antibolschewist aufgespielt. Daß die Behauptungen der„ Roten Fahne" glatt erlogen find, müßte Genosse Roenen eigentlich wissen; denn er selbst hat im August 1920 meinen Ausweis der U. S. P. unterschrieben, als ich nach Rußland reiste. In diesem Ausweis war gang flar gejagt, daß ich zu wirtschaftlichen Studienzweden reise, und das jelbe war in den anderen Ausweisen, die ich mithatte, zum Ausbrud gebracht. Diese Ausweise wurden ausgestellt von der Räteschule der Groß- Berliner Arbeiterschaft( Frid) dem Genossen Dr. Dunder( K. P. D.), der Betriebsrätezentrale Münzstraße ( Richard Müller) und dem Landesarbeiterrat und Räteschule Braunschweig( Sermans und Bremte). Mit diesen Papieren reiste ich nach Rußland, legitimierte mich dort zuerst bei Agelrod in Romno, erhielt dort die Einreise erlaubnis, sodann bei Budich und Max Bartel in Minst und dann noch einmal bei objekti von der Kommunistischen Internationale in Mostau. Die Wahrheit aller meiner Behauptungen sind zu bestätigen gern bereit: die Schweizer Sozialistin Riegg in Zürich und der russische Genosse Aljechin, der jetzt auch in Zürich wohnt. darauf befinnen, daß es die frühere 3entrale der B. K. B. D. war, welche Braß und Genet beauftragte, mich aus den Händen der Außerordentlichen Kommission in Sowjetrußland zu befreien. Sie fannten meine ehrliche sozialistische Einstellung, an der die Rote Fahne" jetzt Zweifel erwecken möchte, da ihr meine Wahrhaftigkeit unbequem ist. Schließlich sollten meine kommunistischen Freunde sich doch auch Kommunistische ,, Idealisten" Unter den deutschen Kommunisten, die nicht müde werden, von Sowjetrußland aus das deutsche Proletariat zu beschwindeln und die gröbsten unwahrheiten über die verhaßten Menschewisten" zu verbreiten, ist der„ Dichter" Max Barthel einer der schlimmsten. Ihn wie seine Freunde aus der angeblich fommu nistischen Herrschertaste tennzeichnet folgende Schilderung der Schweizerischen Genossin Anneliese Ruegg, die als glühende Kommunistin nach Rußland reiste, vor turzem aber, von dem bollchemistischen Jrrglauben gründlich geheilt, zurückgekehrt ist und nun einen energischen Aufklärungsfeldzug unter der schweizerischen Arbeiterschaft begonnen hat. Es heißt in dieser Schilderung: Im Dezember vorigen Jahres fam ich mit Genossen Mind und Mar Barthel zujammen nach Rußland. Mit noch anderen ausländischen Genossen hatte uns die dritte Internationale auf eine foziale Studienreise nach Sibirien geschiat. Im täglichen per önlichen Umgang mit Gen. Mind tam ich zu der Ueberzeugung, daß es ihm um das Wohl des Volkes ehrlich zu tun war. Dem Mar Barthel dagegen war es vor allem um die Gunst der Kommissare zu tun; das Leiden des russischen Boltes dagegen rührte ihn nicht so sehr. Er machte große Phrasen und war bemüht, den wärmsten Pelz zu bekommen. Und als ihm die Genossen in Jetaterinenburg sagten:„ Wir holen nur noch Fuchspelze", verlangte er, daß man ihm solche nach Mostau fende, damit er diese für seine Frau nach Berlin mitnehmen fönne. Der Leser urteile selbst! Ich erzähle nur noch zwei unvergeßliche Begebenheiten: In Berm war es unser Kommissar Sarrat vertraute mir an: Ich lasse Mind noch verhaften." Warum", fragte ich erstaunt und betam qur Antwort: Mind tritisiert und Rind prit russis, und Mar Barthel behauptet, daß biefer Mind imftande sei, den Arbeitern in den Fabriken zu sagen, baß sie nicht länger auf die deutsche Revolution warten sollen usw., das schadet uns." Da hatte der Kommissar recht, denn Mind jagte laut, was ich mir oft im stillen dachte. Woher tommt biefe Butter auf den Tisch, und warum tönnen die Arbeiter feine betommen? Warum sind nur die Sowjetbeamten gut gekleidet und warum nicht auch das Bolt?" und ähnliches erlaubte sich Mind zu äußern. Ich warnte Mind, denn ich fannte den Streber Garrat und wußte, daß M. in Gefahr war." wir Mind, der ohnehin fchon den Wunsch hatte, bald nach Deutsche land zurüdzukehren, verlangte seine Rüdfahrt nach Mostau. In Jekaterinenburg dauerte es einige Tage, ehe Mind jeine Fahr tarte bekommen fonnte. Dazumal glaubten außer Barthel und Garrat mit Genoffen, daß Mind, wie andere Passagiere, die wir tagelang auf den Bahnhöfen lagern sahen, auf einen Blat warten müsse. Doch Satrat erzählte uns folgendes: 3 wollte für Mind einen ganzen Wagen, in welchem alles, Schaffner, Bebiente, Baffagiere Spigel für Mind gewesen wären." Doch diese geniale dee Kommissar Sarrats scheiterte, wie leider auch gute Ideen in Rußland, an der technischen Unmöglich leit. Die Genoffen von Zelaterinenburg hatten nur einen Spigel frei, und der, es war ein politisch ungebildeter Mann, wurde Mind nach Mostau mitgegeben. Doch der Spigel tat, was er fonnte. Er offerierte Mind Fahrkarten bis zur Grenze. Und Mind in feiner Unwissenheit über die Spigelei und Sehnsucht nach Deutschland, nahm solche dantend an, und wurde, als er In Mostau weiter reisen wollte, auf Grund dieser Fahrtarte Berhaftet. Drei Monate hungerte er im Gefängnis ber Thcheka und wurde dann erst, zum Aerger von Sarrat und Barthel, von deutschen Genossen befreit. Eine andere Begebenheit, die ich erzählen muß, und erzähle, bamit das Bolt feine Führer fennen lernt, ist folgende: Als wir aus Omst nach Mostau zurüdfuhren, da waren die Bahnhöfe, infolge der Demobilisation der Roten Armee, von wartenden, hungernden und frierenben Menschen noch überfüllter als früher. Diese stürzten sich jeweilen, wie Berzweifelte, auf unsere zwei großen Waggons. Bergebens, auf jedem Trittbrett stand ein soter Soldat: Fort da, dieses sind Extrawagen für Fremde." Einmal, als wir von Tscheljabinst nach Slatoust fuhren, flüch teten sich diese Wartenden auf die Lokomotive hinauf. Ich sah, wie an gefährlicher Stelle auf Kohlen und Puffern im offenen Wind bei 26 Grad Kälte oder mehr, schlecht gekleidete Frauen und Männer mitfuhren. Und wir hatten zwei gutgeheizte Waggons mit zwei großen leeren Korridors und drei leeren Rupees. Entsett lief ich zum Kommissar Sarrat und forderte, daß diese frierenden Menschen zu uns hineingelassen werden. Um jonst, hier befehle ich, diese Leute können warten, bis ihr Zug tommi". Dieses wat die Antwort. Auch Mar Barthel sah diese frierenden armen Menschen. Aber der große Revolutionär hatte Angit vor den Läufen und sagte:„ Der Kommissar hat recht, das wäre Anarchie, was die da wollen." Seine Frau unterbrach du auch noch so fleinbürgerliche Ansichten?" ihn:„ Nein, menschlich." Aber auch sie wurde abgewiesen: Saft Max Barthel, agte 3ufunft ihre Säte von Freiheit und Gleichheit Er lachte und wiedrholte sein„ fleinbürgerlich". Annaliese Ruegg." Zu dieser Schilderung der Genoffin Ruegg ist nicht viel hinzus dufügen. Sie zeigt deutlich, wie sehr die tommunistischen Sowjet beamten, die zu einem großen Teil aus sehr zweifelhaften Elementen bestehen, durch ihre schrankenlose Machtfülle, die sie fälschlicherweise„ Diktatur des Proletariats" nennen, torrumpiert werden. Sie zeigt aber auch den wahren Charakter jener tom. munistischen bealisten", die aus Deutschland und anderen Boltes ein gutes Leben zu führen. Von allen Barafiten, die sich in der kommunistischen Bewegung eingenistet haben, find diese Glemente die ekelhaftesten, denn sie beuten nicht nur das russische Bolt aus, sondern tragen auch das Gift der Demoralisation und des Betruges in die westeuropäische Arbeiterschaft hinein. Prügelszenen im Rathaus Die Forderungen der Gutsarbeiter- 100000 Mart für Rußland bewilligt Die Berliner Stadtverordneten- Versammlung hat schon| die Rechtssozialisten gern getan haben würden, miklang. manchen Sturm erlebt, aber was sich gestern ereignete, über- Mit 72 gegen 68 Stimmen entschied die Ber bot alles Dagewesene. Es blieb nicht nur bei Lärm und sammlung, daß die Abstimmung zu erfolgen Radauszenen, sondern es fam auch zu Handgreiflich hat. teiten zwischen Mitgliedern der Parteien. Die Versammlung hatte eine Reihe Abstimmungen in Sachen der Gutsarbeiter hinter sich, als beantragt wurde, die Anträge der drei sozialistischen Fraktio ten, 100 000 Mark für das notleidende Rußland zu bewilligen und die entsprechende Magistratsvorlage zu beraten. Die bürgerlichen Parteien wünschten im Anschluß daran auch über Hilfeleistung für notleidende Oberschlester zu verhandeln. Dem wurde entsprochen. Einige bürgerliche Redner wandten sich hin und her, sie wollten und wollten auch nicht. Einer ihrer Redner erklärte sich schließlich im Interesse der eigenen Bevölkerung mit der Bewilligung einverstanden, um der Verbreitung von Seuchen vorzubeugen. Die sozialistischen Vertreter redeten nicht, sondern stimmten der Bewilligung zu, ohne ein Wort zu sagen, von dem Gefichtspunkt ausgehend, handeln ist besser als reden. für das Silfswerkt der Oberschlesier 10 000 Mart zu bewillt gen. Diese Summe ist schon aufgewendet worden, um die stattgehabten Sammlungen zu finanzieren. Diese Vorlage führte die Differenzen herbei. Für unsere Partei legte Genosse Schneider dar, daß wir gewillt sind, auch notleibende. Oberschlesier zu unterstützen. Wir fönnten das aber nur, wenn wir die Garantie hätten, daß den Notleidenden auch wirklich geholfen würde. Diese Garantien bestünden nach der Vorlage nicht. Der Verein heimattreuer Oberschlesier verdiene das schärfste Mißtrauen, in ihm und von ihm würden nationalistische Zwede verfolgt, er sei der Träger der Orgeschorganisation und des Selbstschutzes und schäSige die Interessen der breiten Massen der Bevölkerung. Jhm Mittel in die Hand zu geben, müßte unsere Fraktion. ablehnen. Und nun trat der Rebner der Deutschen Volkspartei, Herr Kimbel, ein Scharfmacher und Arbeiterfeind ersten Ranges ans Rednerpult und legte los. Er sprach davon, daß man nach Rußland große Unterstüßungssummen gebe, aber den eigenen Brüdern nichts geben wollte. Die Bustände in Rußland seien die Folge der fommunistischen Mißwirtschaft. In diesem Zusammenhang sprach er auch von fommunistischer Schweinewirtschaft in Rußland. Das war das Signal für die Kommunisten. Sie drangen zum Rednerpult vor und bedrohten den Redner. Andere Stadtverordneten drängten fich dazwischen, Fäuste erhoben sich und bald hatten sich einige Mitglieder am Kragen. Wieder andere stürzten herbei, um zu helfen und wieder andere, um zu schlichten. Dazu ein unbeschreiblicher Lärm, so daß der Vorsteher den Platz ver ließ, wodurch die Vertagung der Versammlung herbeigeführt wurde. Nach einer Pause erklärte der Vorsteher Weyl, nachdem er oie Vorgänge scharf verurteilte und die Beteiligten zur Ordnung gerufen hatte, daß nach einer Rücksprache mit Herrn Kimbel und nach Einsichtnahme in die Stenogramme det Redner erklären lasse, daß er feineswegs die Mitglieder der tommunistischen Frattion beleidigen wollte, in Preußen gäbe es feine fommunistische Mizwirtschaft. Als der Borsteher dem Redner Kimbel das Wort zur Fortsetzung seiner Rede geben wollte, tam es zu einer Geschäftsordnungs= debatte, in der Gäbel von den Kommunisten Herrn Kim bel Frechheit und Feigheit vorwarf und rüdhaltlose Zurück nahme seiner Worte verlangte. Das lehnte Kimbel ab, worauf die Kommunisten solchen Lärm schlugen, daß er nicht weiterreben fonnte. Nochmalige Bertagung. Die Kommunisten drängen wieder nach der Rednertribüne. Alles Ersuchen und Bitten des Borstehers, die Pläge einzunehmen, blieb erfolglos. Die Kommunisten blieben am Rednerpult und erhoben einen ohrenbetäubenden Lärm, als Rimbel weiterreben wollte. Der Vorsteher sah sich schließlich veran laßt, die Sigung zuschließen, jo daß eine Reihe wich tiger Gegenstände nicht mehr verhandelt werben fonnten. Die Vorgänge am geftrigen Tage find tief beschämend. Man fann es begreiflich finden, wenn Provokationen scharfen Widerspruch und Empörung bei den Angegriffenen auslösen. Wir verstehen auch, daß sich in der Size des Gefechts sich der eine oder andere einmal hinreißen läßt, etwas zu tun, was nicht in Knigges Umgang mit Menschen" zu finden ist. Aber zum Programm darf das nicht werden. Das haben aber die Kommunisten gestern durch ihren dauernden Rabau getan, indem sie alle Ermah nungen der Stadtverordnetenvorsteher unbeachtet ließen. Das gab dem Redner der Demokratischen Partei, Herrn Merten, willkommene Gelegenheit, festzustellen, daß die Vorsteher desavouterten und bloßzustellen versuchten. Kommunisten den von ihnen jelber gewählten Wir meinen, die Scharfmacher im Rathause müßten den weitesten Spielraum haben, sich in ihrer Volksfeindlichkeit vollkommen zu desavouieren. Ihnen dann die Maske vom Geficht zu reißen, sie als Voltsfeinde vor aller Welt zu brandmarten, ist der Sache der Arbeiterklasse viel dienlicher Kommunisten das gestern getan haben. als die Herrschaften niederzuschreien und zu prügeln, wie die k Zu Beginn der Tagesordnung hatte die Versammlung die Abstimmung über die Anträge unserer Frattion zur Guts arbeiterfrage zu wiederholen, welche in der letzten Sitzung nicht zu Ende geführt werden konnten. Der Stadt verordnetenvorsteher schlug vor, zunächst über die Magistratsvorlage abstimmen zu lassen und dann über die von unserer Fraktion gestellten Anträge, die er als 3usakanträge anfah, obwohl unsere Anträge weit über die Mas gistratsvorlage hinausgingen. Formell hätte über unsere An träge als die weitgehenderen zuerst abgestimmt werden müssen, aber der Vorsteher wollte damit erreichen, daß durch die Annahme der Magistratsvorlage die Gutsarbeiter zunächst in den Besitz der ihnen vom Magistrat zugebilligten Lohnerhöhungen kommen sollten, unbeschadet etwaiger wetterer Erhöhungen, welche eventuell durch Annahme der Anträge unserer Frattion ihnen gewährt werden würden. Gegen den Vorschlag des Vorstehers, in dieser Weise zu vers fahren, erhob sich kein Widerspruch. Nachdem aber die Magistratsvorlage angenommen worden war, erhoben die Rechtssozialisten und auch die Bürgerlichen Einspruch dagegen, daß nunmehr über unsere weitgehenderen Anträge abgestimmt würde. Das sei nicht mehr zulässig. Dieser Bersuch, die Abstimmung über unsere Anträge zu hinter. treiben und sich so vor der Abstimmung zu brüden, wie das Drei namentlichen Abstimmungen mußte sich die Versammlung auf Antrag der Bürgerlichen unterziehen, um zum Ziel zu fommen. Die Rechtssozialisten schwankten hin und her und wußten nicht recht, sollten sie für oder gegen unsere Anträge stimmen, die den Gutsarbeitern das volle Mitbestimmungsrecht, die Bewilligung von 10 Prozent an= statt 7% Prozent und eventuell die 7% Prozent des Magistrats auch auf das Deputat ausdehnen wollen. Schließfich entschlossen sie sich, ihre Stimmen für unsere Anträge abzugeben, einige threr Mitglieder enthielten sich der Stimme, wie die Stadtverordneten Borchardt und Heimann. So fam es, daß in der Endabstimmung unsere Anträge mit 99 gegen 46 Stimmen zur Annahme gelangten. Zu diesen Anträgen wird nunmehr der Magistrat erneut Stellung nehmen. Vorderhand aber ist durch diese Art der Abstimmung den Arbeitern die entrat don augestimmt hat und die bekanntlich vom 1. April in Wirfung treten sollen. Somit zeigt sich von neuem, bak gerade durch die Taktik der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei im Rathause den Arbeitern am besten gedient worden ist. Das sollten alle Arbeiter sich merken. Sigungsbericht Auf der Tagesordnung steht zunächst die in voriger Sizung durch Beschlußunfähigkeit unerledigt gebliebene Abstimmung über die Magistratsvorlage betr. die Bewilligung eines prozentigen Zuschlages zu dem Barlohn der städtischen Gutsarbeiter und arbeiterinnen. Die Magistratsvorlage wird in namentlicher Abstimmung mit 91 gegen 47 Stimmen angenommen. Stadtv. Merten( Dem.) macht nach der Abstimmung darauf aufmerksam, daß diese gefaßten Beschlüsse nüt den Sinn einer Resolution haben tönnen, die dem Magistrat zur Stellungnahme überwiesen werde. Et erwarte, daß der Magiftrat jo tonfequent sein werde, von seinem früheren Standpunkte nicht abweichen werbe.( Beifall und Unruhe.) Die Stadtv. Zimmermann und Gaebel( US.) erwarten, daß der Magistrat sich dem Mehrheitswillen fügen werde. Stadtv, Gaebel( Kom.) beantragte nunmehr, zunächst über den Antrag zu verhandeln: Mittel für das notleidende Sowieirußland zu bewilligen. Stadtfynditus Lange teilt mit, daß der Magistrat in seiner gestrigen Sigung beschlossen habe, 100 000 Marf für das notleidende Rußland zu bewilligen. Maßnahmen zur Silfsaltion feien bereits in die Wege geleitet.( 3urufe rechts: Und Oberschlesien?) Stadto. Thomas( D.Bp.): Uns stehen die Oberschlesier, unsere Landsleute, sehr viel näher als Cowjetrußland.( Lärm lints.) Stadtv. Dr. Kirchner( Dntl.) Berbreitet sich über die Silfs= attion des Roten Kreuzes und fordert auch für die OberschlesienHilfe 100 000 Matt. Der Antrag, 100 000 Mart für Sowjetrußland zu bewilligen, wird mit großer Mehrheit angenommen. Es folgt der Antrag des Magistrats, dem Oberschlesiet= Silfswerf eine Beihilfe von 10 000 Mart zu bewilligen, seine Fraktion für die Oberschlesier ebenfalls dieselbe Sympathie Stadtv. Genosse Schneider führt unter großer Unruhe aus, daß empfinde wie der Borrebner, dennoch lehne fie eine Bewilligung von Mitteln an die Oberschlesier- Verbände ab, da teine Gewißheit besteht, wie das Geld verwendet wird. Nach sicheren Nachrichten aus Oberschlesien herrscht dort eine große Korruption. Die Führer des Oberschlesien- Hilfswerts führen ein jorgenfreies Dafein, während die Flüchtlinge furchtbare Leiden durchtoften müssen. Die Schuld trifft die Orgesch, welche Oberschlesien erst in diefe Katastrophe geführt haben. Wir sind bereit, für die bebrängten Oberflester Mittel zu bewilligen, wenn man uns Stellen angibt, die eine wirkliche Hilfe gewährleisten. wenn für uns Silfsaktionen in Frage tommen, so fragen wir nicht nach der Nationalität, sondern wir helfen, wo Me it en in Not find.( Beifall bei den Unabhängigen.) Stadtv. Kimbel( Din.) tritt dem Borrebner scharf entgegen. Gs fei boch taum zu fassen, wenn man für Oberschlesien nichts bewilligen fonte, nachdem man foeben für Rußland 100 000 m. bewilligt hat. Wenn wir das anhören, was der Vorredner ge= lagt hat, so muß man sich doch fragen, wie so etwas im Roten Saufe möglich ist. Man muß doch daran denten, daß bie Ratatrophe durch die verbrecherischen Maßnahmen der Kommunisten herbeigeführt ist. Es gehört doch dazu eine bodenlose Verranntdiese Schweinewirtschaft einzulegen. heit, sich in einer deutschen parlamentarischen Bersammlung für Die Bei diesen Worten erhebt sich der oben geschilderte Tumult. Nach geraumer Zeit eröffnet Vorsteher Dr. Went die Sigung wieder und erklärt: Es haben sich hier widerwärtige Szenen abgespielt, die der Würde des Hauses nicht entsprechen.( Sehr richtig! Lärm.) Ich muß mit aller Entschiedenheit alle tätlichen und wörtlichen Angriffe, die sich hier entwidelt haben, zurüdweisen.( Großer Lärm.) Es ist nicht möglich, einen einzelnen herauszugreifen; ich rufe deshalb feden, der wörtlich und tätlich gegen einen Kollegen vorgegangen ist, zur Ordnung! Kommunistische Fratilon des Hauses hat sich durch die Worte des Stabiv. Kimbel getränkt gefühlt. Herr Kimbet hat mich beauftragt, für ihn zu erklären, daß er die Fraktion der Kommunisten im Rathause mit seiner Bemerkung nicht gemeint hat( Sohnlachen lints, Rufe: Feigheit!), sondern er habe von der kommunis Slet in Deutsch stischen Mihwirtschaft in Mostau gesprochen. land und Preußen gibt es teine tommunistische Mizwirtschaft! ( Langandauernde Heiterkeit und laute Zwischenrufe Iints.) Mir ist gesagt worden, daß( zur Rechten gewendet) ein Mitglied ges rufen hat:„ Verbrecherische Gesellschaft"; ich ertelle hierfür nachmir mitgeteilte Erklärung abgegeben hat, ersuche ich ihn nunträglich einen Ordnungstuf! Nachdem Stadtv. Kimbel die von mehr, feine unterbrochene Rede fortzusehen.( Die Kommunisten widersetzen sich dieser Anordnung des Vorsitzenden durch fortgeset ten Tumult und laute Rufe: Rein! Nein! Stadtv. Gabel ( Komm.) zur Geschäftsordnung: Wir sind durch die Erklärung Kimbels nicht befriedigt! Er hat bewußt befelbigend gesprochen. ( Lebh. Unterbrechungen rechts und fotrwährende Rufe: Zur Ge fchäftsordnung!- Stadts, Fabian( Dn.): Wer Herrn Kimbel an gegriffen hat, muß doch wohl zuerst um Entschuldigung bittent ( Abermaliger Lärm bei den Komm.) Es entspinnen sich wieder anschließend an diese Erklärung heftige Geschäftsordnungsdebatten, wobei es auch wieder zu wüsten Lärmizenen tommt, da die Kommunisten den Stadtv. Kimbel ( Dn.) nicht weiterreben lassen wollen. Da bie Kommunisten, die ble Rebnertribüne lärmend umfagern, die Aufforderung des Vorsigenden, sich auf die Plätze zu begeben, mit einem entschiedenent Nein beantworten, erklärt schließlich Dr. Went, bak unter diesent Umständen eine geordnete Geschäftsführung nicht möglich sei und bertagt die Ethung auf furze Zeit. Nach Wiederaufnahme der Sigung wiederholt sich dasselbe Bild Die Kommunisten wollen nicht dulden, daß Stadtv, Kimbel weis terspreche, und als dieser dennoch zu sprechen beginnt, überschreien fie ihn, so bak fein Wort zu verstehen ist.( 3urufe rechts: Das ist Ihre Rebefreiheit!) Borsteher Dr. Went: Da eine ordnungsmäßige Geschäftsführung unmöglich ist, schließe ich die Sigung. Schluß 8½ Uhr. Theater und Bergnügungen Volksbühne Sommerdirektion 7 Uhr: Der Opernball Direktion: Mar Reinhardt. Deutsches Theater 7: Potasch u. Perlmutter Kammerspiele 7%, Uhr: Der Herr, der die Maulschellen kriegt Komische Oper Gaftspiel: Alfred Läutner 7: Der fidele Bauer Rose Theater 8 Uhr: Jugend Walhalla- Theater 72 Uhr: Großes Schauspielhaus Die Scheidungsreise Karlstraße 8 Uhr: Die Weber ( Außer Abonnement) Theater i. d. Königgräger Str.: Täglich 7.30 Uhr Notruf Drama v. Herm. Sudermann Berliner Theater: Täglich 7.30 Uhr: Milliarder SOUPER Komödienhaus: Allabendlich 7.30 Uhr: Der blonde Engel Theater am Rollendorfplat 71, Uhr: Der Vetter aus Dingsda 7% he Residenz- Theater Albert Baffermann in Traumulus Trianon- Theater 8 Uhr: Jda Wüst in Die große Leidenschaft Kleines Theater 8 Uhr: Hanfi Arnstädt in Der Dieb( Le voleur) VRV 73/4 Casino- Theater 7% Exzellenz Mare Sonntag 3: Mittelarrest 71/2 Apollotheater 72 Friedrichstraße 218 Internat. August- Programm :-: Opium- Träume:-: Eine Haremsgeschichte mit 24 Damen Sowie 10 Sensationen Theat. a. Kottb.To Tel. Moritzplatz 16077 Täglich 7, Uhr: Elite- Sänger - 10 Herren! 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Allen Freunden, Bes kannten, Berwandten und Kollegen für die rege Teilnahme bei der Eins äscherung meines lieben Mannes, Bruders, Onkels, Schwagers Max Döring unferen herzl. Dank. Frau Marie Döring geb. Arndt nebst Angehörigen. Mietervereinigung Spandau u. Umg. ( Mitglied des Bundes D. M. B. E. V.) Einladung zu der am Montag, den 29. August, abends 7%, Uhr, in Sawades Festsälen, Schönwalder Str. 98/99, stattfindenden Außerordentlichen Generalversammlung der Vertrauensleute( Mieterräte) Tagesordnung: Te ge 01 fte p 33 G fi 2 200 le be me be Di me a Be 1. Die neuen Höchstmietenzuschläge. Referent Kollege Conradt. ne 2. Bestätigung der neuen Geschäftsleitung. 3. Prozeffe. 4. Vereinsangelegenheiten. Der wichtigen Tagesordnung wegen wird um zahlreiches Er Der ZentralsBorstand. Altmetall cheinen gebeten. kauft Kottbuser Damm 66 Flur links Bestflaifta Wunderbar hat Shr Bartflechtenmittel ,, Parasan" gewirkt. Es iftnonallenMitteln d. befte, was ich feit 4 Jahren anges wendet habe, Bestrahlungen und alles ondere haben nicht so gea holfen wie Jhr berühmt. Spezials mittel. m. 15.-. Otto Reichel, Berlin 46, SD, Eisenbahnstr. 4. Bilder, Kunftblätter, Wandschmuck mit und ohne Rahmen tauft man in der Buchhandlung Freiheit. Breite Straße 8/9. Werkzeuge Hämmer aller Art und für alle Berufe, Hobeln, Hacken, Schraubenschlüssel, Autowinden Bohrer aller Art und Größe, Meißel, Winkel usw. aus bestem englisch, Stahl neu bis zur Hälfte herabgesetzte Fabrikpreise Handelsgesellschaft für Landwirtschaftsund Industrie- Bedarfsartikel m. b. H. Verkaufsstelle Berlin C 2, Spandauer Straße 7,, Verkaufszeit von 9 bis 2 Uhr Prozesse, Rat, Beistand, mäß. Preise, Teilzahlung, Ehes, Aliments, Straffachen. Gnadengefuche, Landgerichtsrat Dr. von Kirchbachs Alexanderstr. 45 Gesellsch.( geg. Tieg) 8-7. Glänz. Erfolge. Beobacht. Mitm. nahm. Jurist. 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Und in der eigenen Tasche steden die Margarineftullen, die nu: Sonntags eine Scheibe Wurst zu sehen kriegen. Diese Proleten aber geben willig dem Zeitungskapitalisten die Mittel, daß er die Arbeiterklasse täglich verhöhnt, begeifert, verleumdet, belügt und das arme Gehirn rettungslos vertleistert! Am Schleifstein in der Werkstatt. Der Kollege will mir eben Blah machen. Ich halte ihn einen Augenblid zurüd. Jch:„ Na, Mare, hast du gelesen, was für glänzende Dividen ben die großen Werte ausgeschüttet haben." Er:„ Nee! Kann id ooch nich ändern. Ja lese teene Zeitung mehr." Jh: Du machst Spaß! Der Mensch muß doch wissen, was in ber Welt vorgeht." Er( mitleidig):„ Und det, meenste, sagt dir die Zeitung?" Jch:„ Ja, wie sollte ich es denn sonst erfahren?" Er: 3d verlag mir uff meinen jesunden Menschenverstand. Die Zeitungen schwindeln alle, alle, alle, ooch deine„ Freiheit". Ich:„ Ich will nicht leugnen, daß auch eine Arbeiterzeitung ng. Aber die Schnur hauen tann. Aber wie kommst du nur zu deiner mertwürdigen Berallgemeinerung?" Er: Det will id dir jleich auseinanderposamentieren. Saft du Ends hon mal eene Zeitung jesehen, die nich alle Geiten bedruckt 8,99, ing ) radt. d. 3333333 300 bat?" Ich( mit fragendem Erstaunen):„ Nein..." Beilage zur„ Freiheit" steigen: für a) den Ehegatten 5.- M., b) die Kinder und sonstige unterstügungsberechtigte Angehörige 4.25 M. Mit demfelben Zeitraum wird der Hundertsaz für die Berechnung der Kurzarbeiterunterstügung nach§ 9 Abs. 2 der Verordnung über die Erwerbslosenfürsorge von 60 auf 50 herabgefeßt. Wie die Zentralstelle der Groß- Berliner Erwerbslosenfürsorge mitteilt, hat sie ihren Geschäftsstellen bereits Anweisung gegeben, die erforderliche Umrechnung der Unterstügungsfähe sofort vorzunehmen, so daß mit der Auszahlung des Mehrbetrages seit 1. August 1921 voraussichtlich schon am 22. August 1921 begonnen werden kann. Zum Steuerabzug Bon jetzt ab fönnen die für minderjährige Kinder beim Steuerabzug vorgesehenen Ermäßigungen auf Antrag auch für sonstige mittellose Angehörige, die vom Steuerpflichtigen unterhalten werden, gewährt werden. Ueber den Antrag entscheidet das Finanzamt des Arbeitnehmers, das diesem im Bewilligungsfalle eine Bescheinigung über die zulässige weitere Ermäßigung ausstellt. Nur auf diese hin darf der Arbeitgeber den weiteren Betrag von je 6 M. täglich bzw. 36 M. wöchentlich bzw. 150 M. monatlich abzugsfrei lassen.( Der Steuerabzug ermäßigt fich also um 0,60 m. bzw. 3,60 m. bzw. 15 M.) Kommunistische Methoden In Briz finden am 28. August die Elternbeiratswahlen statt. U.S. P. D. und S. P. D. haben gemeinschaftliche Listen aufge stellt. Die Kommunisten haben die Beteiligung an diesen Wahlen abgelehnt. Für eine am 19. August, abends% 8 Uhr, in der 1. Gemeindeschule, Chausseestraße, stattfindende Versammlung sind Platate geklebt worden. Unmittelbar unter diese roten Platate hat die B. K. P. D. grüne, ohne Unterschrift versehene Plakate ge= flebt mit der Aufschrift in der Versammlung am Freitag bei Raddah fingt die Neuköllner Liedertafel". An diesem Tage beabfichtigt die K. P. D., wie aus dritten, an anderen Stellen geklebten Plataten hervorgeht, eine Versammlung in zuletzt genanntem Lotale abzuhalten. Durch die verschiedene Größe der Schriften liest der flüchtige Leser bei den übereinandergeklebten Plakaten folgenden Text: Freitag, 19. Auguft, abends 48 Uhr, spricht Stadtschulinspektor Nydahl in der 1. Gemeindeschule, Chauffeeftr. 137, über Schule und Sozialismus, in der Versammlung am Freitag bei Raddah fingt die Neuköllner Liedertafel." Selbst der aufmerkjame, aber uneingeweihte Leser muß Fich fragen, wo findet die Versammlung nun eigentlich statt, in der 1. Gemeindeschule oder bei Raddah. Die Kommunisten sind durch ihr Verhalten nicht imstande, auch nur die Hälfte der notwen digen Kandidaten zu stellen. Großmütig wird auf die Beteiligung verzichtet. Jm Januar d. Js. war ihnen an der Beteiligung gelegen. Jetzt zu den Neuwahlen machen sie nicht mit. Unseren Parteigenossen aber wird dieses Manöver der Antrieb dende Versammlung vermehrt zu agitieren. Er( großartig überlegen):„ Siehste, id ooch nich! Ja habe die Mottenpost", die„ Volkszeitung"," Rote Fahne“,„ Vorwärts", die Freiheit" gelesen. Immer war'n fie von vorne bis hinten bebrudt. Wenn id wenigstens eenmal e e ne Seite oder ooch bloß ne halbe leer jefunden hätte. Denn hätt id mir jesagt: Die Rebaftion hat feenen Stoff mehr jehabt, und weil sie nich schwinbeln wollte, hat se eben een Stide von de Zeitung leer jelassen. sein, für die in der 1. Gemeindeschule, Chauffeeste. 137, stattfins Die Zeitung wirde idk heute noch lesen. Aber weil se alle ſchwinbeln, lese id ieberhaupt feene mehr und behalte meinen jesunden Menichenverstand." Sagte es und ging stolz an seinen Arbeitsplay, wo ihn schon ein Kollege erwartete, um ihm die sichersten„ Tips" zu offerieren. Leider ist diese Werkstattepisode tein Phantasieprodukt, sondern bitteres Erlebnis. Und stehen die proletarischen„ Morgenpost“,„ Generalanzeiger" unb Lobalanzeiger"-Lefer geistig etwa höher wie dieser teine Beitung lejende Kollege mit dem unheilbaren gesunden Menschenperftand?" P. S. Dom Die erhöhten Unterstühungsfähe für Erwerbslose Mit Genehmigung des Reichsarbeitsministers find 1. August 1921 ab für die Erwerbslosen erhöhte Unterstützungsfake eingeführt worden. Sie betragen: 1. für männliche Perfonen: a) über 21 Jahre, sofern sie nicht in dem Haushalt eines anberen leben, 12 M.; b) über 21 Jahre, sofern sie in dem Saushalt eines anderen leben, 10 M.; c) unter 21 Jahren 7.25 Mart. 2. Für weibliche Personen: a) über 21 Jahre ,, sofern sie nicht in dem Haushalt eines anderen leben, 10 M.; b) über 21 Jahre, sofern sie in dem Haushalt eines anderen leben, 7.25 Mart; c) unter 21 Jahren 4.75 M. Die Familienzuschläge, die ein Erwerbslojer erhält, dürfen insgesamt das Zweifache der ihm gewährten Unterstützung, im einzelnen folgende Säße nicht über( 46. Fortfehung) Felfenbrunner Hof Bon Anna Croissant- Rust ( Nachorud verboten) nur dort hängen blieb! Wenn er nur nicht nachtam! Heinrich war seit heute morgen in der Stadt. Wenn er Jm plöglichen Entschluß rannte Peter die Treppe hinunter, und ohne etwas zu genießen, fort. Seine Mutter Schlief, wie sie jeden Tag nach Tisch schlief; er hatte auch gar feine Veranlassung, ihr besonders Lebewohl zu sagen; dennoch zauderte er einen Augenblick vor ihrer Türe, wie ihr zu gehen; da hörte er das Kind weinen, schob sich menn er ein Unrecht täte, so ohne ein Wort, ohne Gruß von den Hut in die Stirne und lief weg. Zuschüsse für Blinde. Der Magistrat ist dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung, für die in der Blindenanstalt beschäftigten, bedürftigen Blinden einen angemessenen Zuschuß zu ihrem Verdienst zu gewähren, beigetreten und hat für diesen 3wed 200 000 Mart aus Borbehaltsmitteln bewilligt. Keine Streďungsmittel mehr bei Brot erlaubt. Der Reichs ernährungsminister hat angeordnet, daß vom 16. August ab alle Stredungsmittel bei der Brotbereitung fortfallen müssen, um das Kartenbrot in einwandfreier Beschaffenheit zu baden. Zuwiderhandlungen werden bestraft. Auch darf Kartenmehl nicht in martenfreiem Brot verbaden werden. Mehr Kleingeld! Die Münzen, die Gold und Silber nicht mehr schlagen, arbeiten unverdrossen an der Schaffung von Kleingeld. Milliarden von 50 Pfg.-, 10 Pfg.- und 5 Pfg.- Stüden( Alumi nium, Zink und Eisen) find bereits auf den Martt geworfen und die Kleingeldnot besteht noch. Zur weiteren Schaffung fleiner Münzen fordert die Regierung vom Reichsrat die weitere Prägung von 160 Millionen Mart in fleiner Münze( 100 Millionen Mart 50 Bfg., 40 Millionen Mart 10 Pfg.-, 20 Millionen Mart 5 Pfg.- Stüde). Auch die Prägung DON 1 Mart- Stüden wird noch immer erwogen, bisher ist aber noch keine Entscheidung gefallen. Blumenverlosungen. Als höchstzulässigen Loseinsatz bei Blumenverlosungen hat der Polizeipräsident den Betrag von 1 M. festgesetzt. Was das Kind für gescheite, blante Augen hatte! Wie die gligern fonnten! Es sah wirklich nett aus in seinem weißen, gestärkten Kleidchen; es war schon fast so groß wie die Schwester, nur trug es noch kurze Röcke, die es fleiner machten. Kätchens Art war grundverschieden von der Gretchens; fie war geschäftig, vernünftig, gediegen, fleißig und vertändig, und wäre der eigentümlich scharfe, blanke Blid der raschen Augen nicht gewesen, hätte man sie für den Typ eines Musterfindes halten tönnen. Freitag, 19. August 1921 Straßensperrung. Die Brunnenstraße von der Invalidenstraße bis zum Rosenthaler Platz ist bis zum 10. September zur Ers neuerung der Straßenbahngleise für den Fuhrwertsverkehr ab. wechselnd einseitig gesperrt. ,, Da drüben fitzt Ihr Vater und die Mädchen", sagte fie und deutete mit der Hand hinüber. ,, Laß das!" fnurrte Peter, und hielt den ausgeftredten Arm fest ,,, und daß du mir da drüben nicht sagst, daß ich da bin! Verstehst du?" Die Kleine zwinkerte schlau. Zehn Pfund Seife für zwei Mäntel. In der vergangenen Nacht gegen 3 Uhr statteten zwei Einbrecher dem Rathause Wittenau einen Besuch ab. Sie stiegen auf einer Leiter in das Gerätes zimmer des Kastellans hinein und hatten sich hier bereits einen Ulster und einen Militärmantel des Rastellans angezogen, als diefer, durch das Geräusch gewedt, auf der Bildfläche erschien und die beiden Eindringlinge verscheuchte. Sie hatten eine schlechte Bezahlung zehn Pfund Seife zurüdgelassen, die aus einem anderen Diebstahl herrühren dürften. „ Warum schaust du mich so an? Bin ich schmutzig, oder was ist denn an mir? Stell dich lieber nicht her, sondern mach, daß ich was zu essen und zu trinken frieg, schnell!" Peter war jetzt sehr mißvergnügt und bereute es, unter bie Menschen geraten zu sein. Das summte wie ein BienenWegen eines gefährlichen Brandes wurden am Donnerstag vormittag die Feuerwehren von Adlershof, Oberschöneweide, Niederschoneweide, Treptow, Glienide usw. nach der Chemischen Fabrit von C. F. A. Kahlbaum 6. m. b. 5., am Glienicker Weg in Adlershof, alarmiert. Dort war in einem Fabrikraum ein gefährliches Feuer ausgefommen, das vermutlich in der Böttherei seinen Herd hatte. Durch tatkräftiges Eingreifen der Fa briffeuer fomie der obengenannten freiwilligen Wehren, lonnte dieses Mal das Feuer eingedämmt werden. Er ging nicht den Weg, den die andern genommen, denn er wußte jeden Pfad und jeden verborgenen Steg; so stieg er auf Umwegen bergan, und da es naß und schlüpfrig im Wald war, tam er erst an, als all die Bänke auf dem großen freien Play vor der Wirtschaft in Andreaskreuz schon bejetzt waren. Dort hatte die Sonne schon wieder alles trodnen tönnen. Es war ein recht buntes Durcheinander, schwarm um ihn und drückte sich herum wie eine Herde, ein Rufen und Schreien und Verlangen ringsum. Die bedienenden Mädchen rannten durcheinander; man war nach dem Gewitter nicht auf den Andrang gefaßt gewesen, und nun ging es etwas tonfus zu. dienten ängstlich und behutsam ein paar Kinder, die man zur Aushilfe geholt, und die nun, verwirrt durch die Anrufe und die Befehle und Gegenbefehle, den Wirrwarr vermehrten. beAll die rohgezimmerten Bänke, die große Veranda, sogar alle Zimmer waren besetzt. Von Zeit zu Zeit schüttelten sich die großen Bäume, und ein tüchtiger Guß tam von den Blättern herunter. Dann freischten die dummen Mädchen, und schrien die Weiber; bald waren sie aber wieder im Pappeln und Lachen. Was hatte sich denn das dumme Volk nur zu sagen? Weshalb dies Gerede und Gelächter? ,, Gretthen ist nicht da! Gretchen ist nicht da!" summte es in seinen Peter hatte seinen Vater und seine Schwestern sofort Ohren; dann dachte er an die Mutter, die allein zu Hause Er suchte sich einen verborgenen Winkel unter einer Linde entbedt, aber er machte einen weiten Bogen um sie herum. aus, der gemieden war, weil sich noch alle Feuchtigkeit dort gehalten hatte. Er saß da und fam sich wie verloren vor unter den rufenden, schreienden, eifrigen und fröhlichen Menschen; er hatte Hunger und bekam nichts zu essen, und Durst und bekam nichts zu trinken. Sein alter Trotz tam über ihn. Er schlug herrisch mit dem Stod auf den Tisch, et wollte bedient sein. Er war fein Wegelagerer, er war war. Dies Kind! Er knirschte mit den Zähnen. Er durfte nicht daran denken und doch, die Mutter wollte ihm nicht aus dem Sinn heute. Er glaubte das Lachen seines Vaters herüberzuhören, dies helle und scheinbar so sorgloje junge Lachen Straßenunfälle. Gestern nachmittag wurde der sechsjährige Kurt Heinze vor dem elterlichen Wohnhause Mödernstraße 133 durch eine Kraftdroschte überfahren und trug schwere innere Verlegungen davon. Am Spittelmarkt stießen ein Auto und der 19jährige Radfahrer Franz Krümper zusammen, wobei K. einen Oberschenkelbruch erlitt. Der 51 Jahre alte Radfahrer Leo Urbansti tam vor dem Hause Blücherstraße 37a so unglücklich zu Fall, daß er sich schwere Kopfverlegungen zuzog, die seine schnelle Ueberführung nach dem Urban- Krantenhause notwendig machten. Aus der Chronit der Lebensmüden. Als in der vergangenen Nacht gegen 1 Uhr eine Streifmannschaft die Zennpromenade in Steglik passierte, hörte sie plöglich einen Schuß fallen. Die Beamten suchten das Gelände ab und fanden auf einer Bant in der Nähe der Grunewaldstraße eine etwa 30 Jahre alte Frau auf, die noch schwache Lebenszeichen von sich gab. Neben ihr lag ein Trommelrevolver, mit welchem sie sich eine Kugel in den Kopf gejagt hatte. Man brachte sie nach der Rettungsstelle in der Albrechtstraße in Steglig, wo sie aber wenige Augenblicke später starb. Ihre Persönlichkeit fonnte bisher nicht festgestellt werden. An der Gogtowskybrüde wurde gestern vormittag die Leiche eines 40 bis 50 Jahre alten Mannes gelandet und dem Schauhause zugeführt. Der Unbekannte ist 1,75 Meter groß, schlant und bartlos, er hat graumeliertes Haar und rundes Geficht und war bekleidet mit dunklem Anzug, schwarzen Strümpfen und Schnallenschuhen.-In einem Gebüsch des Friedrichshains wurde gestern ein etwa 22jähriger Mann laut stöhnend aufgefunden. Man brachte den Bewußtlosen, der sich mit Lysol vergiftet hatte, nach dem nahen Krankenhause. Irgendwelche Pas piere hatte er nicht bei sich. Wegen eines unheilbaren Nervenleidens hat sich gestern die 44 Jahre alte Frau Meta N. in ihrer Wohnung in der Hagenstraße in Friedrichsfelde an einem Bettpfosten erhängt. Auf dieselbe Weise machte der 42jährige Arbeiter Friedrich D. in seiner Wohnung in der Cuvrystraße seinem Leben ein Ende. Verstohlen sah er hinüber, der Vater hatte den Kopf zurückgeworfen, rauchte und schenkte fleißig von dem Wein ein, den er vor sich stehen hatte. Eine Gesellschaft junger Männer faß mit am Tische, die sich um die beiden hübschen Schwestern bemühten. Alwine in ihrem blühenden Kolorit, in ihrer banalen Hübschheit, mit dem etwas vorlauten und gebracht hate, fam eingeschüchtert näher, er erkannte es erit, treffsicheren wikigen Mundwerk gefiel augenscheinlich der Eines der Kinder, das eben Bier an einen Nebentisch als es vor ihm stand: das war ja Kätchen! Er wurde fofort rot und ärgerte sich darüber. War Gretchen am Ende Männerwelt weit besser als Helene, die blaftiert, blaß und ohne eine Miene zu verziehen oder sich am Gespräch zu beteitraulich, und wie ihm schien, beobachtend neben ihn stellte. ihr der junge Räder, aber er hatte nur Augen für Alwine. auch da? Aber er nidte Kätchen zu, als sie sich halb zu- ligen, wie eine Lady in ihrem duftigen Kleide dasaß. Neben | Bollshochschule in Spandau. Am Freitag, den 19. b. M., abends 6 Uhr, findet im Bezirksverordnetenjigungssaal des Rathauses eine Besprechung über die Ausgestaltung der Volkss hochschulfurie im tommenden Winter statt. Hierzu find nicht nur die Hörer der Volkshochschule, die Wünsche vorzutragen haben, eingeladen, sondern es steht auch Organisationen jeder Art( Gewerkschaften, Parteien, Berufsverbänden usw. usw.) frei, Bertreter hierzu zu entsenden. U.S. P. Schöneberg- Friedenau. Der Ortsverein veranstaltet am Sonntag, den 21. August, im Birkenwäldchen zu Tempelhof ein Kinderfest, bestehend aus Konzert, Marionettentheater, Spiele, Tänze, Kinderreigen. Jm Saal Tanz. Karten sind beim Genoffen Drews, Gustav- Müller- Straße 13, Bahr, Golzstraße 3, sowie bei den Bezirksführern zu haben. Abmarsch mit Musit um 2% Uhr vom Kaiser- Wilhelm- Play. Wir bitten, für zahlreichen Besuch zu sorgen. Die Genofsinnen und Genossen von Tempelhof, 4. Distrikt und Nachbarorte, sind herzlichst eingeladen. Die Bildungstommiffion. Lichtenberg. Der Männerchor Lichtenberg veranstal tet am Freitag, den 19. cr., abends 6 Uhr, im Strandschloß BelleDue, Hauptstraße 2, ein Wohltätigkeitsfonzert unter Mitwirkung des Vortragstünstlers Walter Hulde, des Gemischten Chores Lichtenberg, des Mufitvereins Freiheit" und den Mitgliedern des Arbeiterschwimmerbundes. Der Gesamtertrag ist bestimmt für die Hungernden Rußlands. Herrgott, das war der„ Gähbauer, der Schwolltopp", von dem Helene mit Verachtung Sprach? Seinetwegen konnte Alwine den Didkopf heiraten! Helenens Augen suchten, sie hob auf einmal wie witternd ben Kopf, und nun folgte Peter der Richtung ihrer Blicke. Natürlich, da saßen die Thomanns! Die Alte gemütlich, eingebildet, selbstzufrieden und hochfahrend zugleich. Sie trug einen enormen Kapottehut mit violetten Schleifen, ihr Geficht hatte fast dieselbe Farbe wie ihre Bindebänder. Mila und Eugenie waren in eleganten Spizentoiletten da, sie waren im Wagen gekommen und hatten jetzt Mühe, ihre Schleppen auf dem feuchten Boden vor der Nässe zu schützen. Peter drückte sich tiefer in seine Ede, auch von den Thomanns. wollte er nicht gesehen werden. Sein Herz klopfte ,. wenn er daran dachte, daß ihn Eugenie anreden könnte. Rolf, der Lord, konnte geradewegs zu Helene hinüberSchauen; aber obwohl fie fortwährend und unruhig seinem Blid zu begegnen trachtete, sah er geistesabwesend an ihr vorbei, wie wenn sie eine fremde Person wäre. Peter sah Helene immer unruhiger werden, immer häufiger nach dem Tisch der Thomanns bliden, aber Rolf rührte sich nicht. Er war wohl heraufgeritten; er trug seinen englischen Reitanzug und eine englische Mühe. Er saß mit einer Miene überlegener Langweile da und sprach fein Wort. Auch als im Pavillon die Musik zum Tanz rief, blieb er unbeweglich fihen. Neben ihm wurden die Schwestern weggeholt, ste schlangen ihre weißen Schleppen über den Arm. Mila trippelte in ihrer bekannten„ schußligen" Manier weg, Eugenie folgte ihr mit ziemlich gleichgültigem, ja fast hochmütigem Gesicht. Helene hatte ein junger Forstmann ge wählt; während sie an seinem Arm nach dem Tanzplatz ging, hatte sie versucht, Rolf verstohlen zuzuniden, aber er sah in die Luft, und die alte Frau, die das Lorgnon vor den Augen, ihren Töchtern nachschaute, nickte endlich gönnerhaft zurüd. Beter fühlte ihre Berachtung und ihren Hochmut, genau, wie wenn sie von Glas wäre, sah er durch sie durch. Und da dienerte und Scharwenzelte Helene? Den Knix, den sie gemacht hatte! Hatte sie denn fein Schamgefüht? Sah das der Bater nie, oder Heinrich? Peter sprach seit Wochen tein Wort mehr mit Heinrich; die Empörung über sein gleichgültiges, egoistisches, leichtsinniges Wesen stand ihm bis zum Halse, und wenn er angefangen hätte zu reden, wäre es schlimm ausgefallen. Er fah schon zu lange, wie er's trieb. Unbegreiflich, wie der Vater alles so gehent lassen tonnbe! ( Fortsegung folgt) Gewerkschaftliches Protest gegen die Arbeitgeberverbände Der in Berlin tagende Bundesausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes hat folgende Entschließung gefaßt: Gegenüber den zwingend notwendigen Lohn- und Gehaltsforde rungen hat die Bereinigung der Deutschen Arbeits geberverbände in den letzten Tagen öffentlich den Gewerk schaften unverantwortliche Uebertreibung der Dinge" vorgewors fen, die von der gesamten Arbeitnehmerschaft erhobenen Forbes rungen ,, als durch die Verhältnisse nicht gerechtfertigt" hingestellt und gleichzeitig erklärt, daß höhere Löhne nur dann zugestanden werden könnten, wenn gleichzeitig eine Steigerung der Arbeitsleistung erfolgt und zu diesem Zweck auch die Tarif- und Lohnpolitik von allen produktionshemmenden Bestimmungen freigemacht wird." Der Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes weist den in dieser Stellungnahme der Bereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände liegenden Versuch, eine erhöhte und unbe schränkte Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft durchzuführen, aufs entschiedenste zurüd. Die Bereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände offenbart mit ihrer Veröffentlichung des Bestreben, die Arbeitszeit durch Beseitigung des Achtstundentages zu verlängern und die den Arbeiterinteressen dienenden und für den Arbeiterschuh unerläßlichen Bestimmungen der Tarifverträge zu verschlechtern. Diesen arbeiterfeindlichen Bestrebungen muß der schärfste gefchloffene Widerstand der Gewerkschaften entgegengestellt werden. Heren Unterstützungsfommission zur Generalversammlung der Bes triebsräte des Wirtschaftsbezirks Groß- Berlin am Dienstag, den 23. August 1921, abends 6 Uhr, in den Sophien- Sälen, Berlin, Sophienstr. 17-18, eingeladen. Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale für den Die Notlage der Landangestellten Zu den Leitfäßen über Agrarpolitik Aus Landangestelltenfreifen wird uns geschrieben: Nachdem durch den ganzen Verlauf der Revolutionen, die in den legten Jahren Europa erschütterten, der Nachweis erbracht ist, daß das Industrieproletariat allein nicht imstande ist, die Revolu tion durchzuführen, sondern daß Stadt- und Landproletariat in diesem Kampf zusammenstehen müssen, gehen die verschiedenen Parteien, die die Befreiung des Proletariats aus der Knechtschaft des Kapitals auf ihre Fahnen geschrieben haben, daran, die Konsequenzen aus dieser, unter blutigen Opfern gemachten Erfahrung zu ziehen. Wir wollen hier heute den Teil der vom Genossen Otto Bauer gemachten Borschläge zum Agrarprogramm behandeln, der sich mit der Frage des Landarbeiterrechts beschäftigt. Seinen diesbezüglichen Borschlägen, die die Freiheit" in Nr. 351 vom 30. Juli veröffentlichte, tann im allgemeinen nur zugestimmt wer den. Ist doch bis auf den heutigen Tag ein großer Teil des landlichen Proletariats dem Arbeitgeber auf Gnade und Ungnade ausgeliefert. Wir meinen hier in erster Linie die land und forstwirtschaftlichen Angestellten, die- zu zweien und dreien, höchstens bis zu einem halben Dugend auf einem Gute beschäftigt dem brutalsten Terror des Großagrariers unterworfen find, der die Notlage, in der sich diese Berufsgruppen durch die unglaubliche Lehrlings- und Elevenzüchterei, durch die bevorzugte Einstellung von ehemaligen Offizieren und dergleichen befinden, auf das rücksichtsloseste ausbeutet. Wer nicht eine deutschnationale Gesinnung wenigstens heuchelt. tann überhaupt nicht darauf rechnen. eine Anstellung in diesem Berufe zu finden, der ersten Seite ellenlange Leitartikel mit der Ueberschrift ,, Terror" bringen, wenn ein Landarbeiter eine Lohnzulage forbert, bringen im Inseratenteil unter der Rubrit Stellenmarkt" Generalausfperrung in der Berliner Holzinduftrie und die Deutsche Tageszeitung" und ähnliche Blätter, die auf Kurz vor Redaktionsschluß erhielten wir die Nachricht, dah die Berliner Holzindustriellen durch Rundschreiben die Stiflegung sämtlicher Betriebe ab heute angeordnet haben. Befriedigte Rengier Die Rote Fahne" veröffentlicht in ihrer Nr. 370, Abenbausgabe vom Sonnabend, den 13. 8. 1921, ein Rundschreiben der Ges werkschaftskommission Berlins und Umgegend an die Unterfommissionen. Zu dieser Veröffentlichung hätten wir nichts zu fagen, da wir nach wie vor an dem darin enthaltenen Standpunkt festhalten, wenn nicht die„ Rote Fahne" daran Bemertungen fnüpfte, die die vollständige Unkenntnis der„ Roten Fahne" in diesen Dingen zeigt und damit für die Leserschaft der Roten Fahne" Vorspiegelung falscher Tatsachen bedeutet. Mit der Roten Fahne" darüber zu streiten, was die Untertommissionen für Tätigkeit auszuüben haben, lohnt sich nicht, denn das weiß ja die Rote Fahne" angeblich besser als wit. Bei dieser Gelegenheit stellt die Rote Fahne" auch eine Frage in bezug auf die Einziehung der Gelder für die Rußlands- Delegation im Betrage von M. 204 587,40, während die Delegation nur M. 172 531,15 gekostet habe, und wo die M. 30 000 Mehr einnahme hingewandert seien. Es ist geradezu bezeichnend für die ,, Rote Fahne", daß sie nicht einmal imftande ist, die Klarste Abrechnung resp. Bilanz zu lesen. Und diese Leute wollen die Führer großer Massenbewegungen sein. Wir können der Roten Fahne", ohne ein Geheimnis zu verraten. mitteilen, daß die Delegations: toften nach Rußland feine 9. 172 531 15 betragen haben, sondern noch 59 400 3arenrubel davon in Abzug gebracht werden müssen. Aus der Bilanz somie aus dem Bermögensbestand der Berliner Gewerkschaftskommission geht flipp und flar hervor, wo die weiteaten m. 30 000 geblieben find. Oder wünscht vielleicht die„ Rote Sahne daß wir diese M. 30 000 auch denjenigen zuführen, die meisterlich verstehen, mit Geld umzugehen, wie beispielsweise der ehemalige rote Bollzugsrat" oder auch die„ Rote Fahne", die von dem jetzt schwer gequälten Rußland für die Möglichkeit ihres Erscheinens wahrscheinlich noch recht beträchtliche Zuschüsse nimmt? Außerdem haben wir bis jetzt noch feine spezialisierte Abrechnung erhalten, auch sind die Reisetoffer von der Delegation noch nicht abgeliefert worden. die dann von der Summe noch in Abrechnung gebracht werden könnten. Daß wir den schriftlichen Bericht nicht im Drud erscheinen lassen, liegt an der tendenziösen Abfaffung und an der völligen Inhaltslosigkeit desselben. Auch haben wir feine Luft, uns und die Delegation durch denselben noch mehr bloßzustellen, wie Schumacher es bereits bei den Industriellen beforat hat. Es fann feine Rede davon sein. daß wir unsere Kraft nur dazu verwenden, Kommunisten zu bekämpfen, sondern wir sind stets in der Abwehr. und in dieser müssen wir uns selbstverständlich von den Dreckübeln, die von den Kommunisten über uns auscegoffen werden, reinigen. Gewerkschafts- Kommission Berlins und Umgegend. Bollmerhaus. Wertheim als Gittenrichter Ueber dieses Thema referierte Grete Weinberg am Dienstag in einer vom 3. d. A. einberufenen Frauenversamm Iung der Warenhausangestellten. Oft vom Beifall der zahlreichen Zuhörerschaft unterbrochen, schilderte die Rednerin die Migstände in dem Warenhaus A. Wertheim. Die Geschäftsleitung hat sich nicht gescheut, acht Lehrmädchen, die Quäferspeisung erhielten, Stunde Lohn für die verlorene Arbeitszeit abzuziehen. Die Schulzeit ist für die Jugendlichen in die Zeit von 8-9 Uhr morgens verlegt, so daß die Arbeitszeit 9 Stunden beträgt. Lange Berhandlungen waren notwendig, um die tariflichen Ferien durchzudrücken. Damit nicht genug, glaubt die Geschäftsleitung auch ein Recht zu haben, sich in die persönlichsten Angelegenheiten der Angestellten zu mischen. Man hat z. B. einer Angestellten das Haarfärben verboten. Dem weiblichen Personal verbietet man, einen Freund oder Bräutigam im Geschäft zu haben. Der Höhepunkt ist jedoch die Entlassung einer Angestellten, die an geblich eine Fehlgeburt gehabt haben soll. Die Angestellte, Krie germitwe und Mutter von 2 Kindern, ist auf Klatsch von anderen Angestellten und Zeugnis eines Arztes, der sie jedoch nicht behandelt hat, nach viertägiger Krankheit fofort entlassen worden. Trotzdem nach Zeugnis des behandelnden Charitéarztes teine Fehlgeburt vorlag. Der Schlichtungsausschuß hat inzwischen die Firma zur Wiedereinstellung resp. Entschädigung der Entlassenen perurteilt. Dieser Bevormundung und Einmischung in die ureigensten Rechte der Angestellten durch die Firma muß ein Ende gemacht werden. Notwendig ist es, daß sich alle Angestellten dem Jentralverband anschließen, da nur dieser energisch ihre Rechte vertritt. Gleichfalls notwendig ist es, am 28. August bei der Kaufmannsgerichtswahl nur die Liste des 3. b. A. zu wählen. In einer furzen Diskussion zeigte die Versammlung, daß sie sich vorbehaltlos den Ausführungen der Referentin anschloß. U. S. P. D.- Eisenbahner! Heute abend, 6 Uhr, spricht Genosse Mint im Gewerkschaftshaus über: Sowjet- Rußland. Genosse Mint hatte 8 Monate Gelegenheit, die wirtschaftspolitischen Berhältnisse in Rußland zu studieren und hat sich ein objet, tines Urteil bilden fönnen. Unsere Genossen müssen restlos an dieser Versammlung teilnehmen, da nach einer Notiz in der ,, Roten Fahne" wahrscheinlich eine der rühmlichst bekannten fommunistischen Sprengungsverfuche beabsichtigt ist. Unsere Genossen müssen durch vollzähliges Erscheinen dergrtige Versuche unmöglich machen. Generalversammlung der Betriebsräte. Da auf Anfordern Abolf Baer es ablehnte, die Adressen der Unterstügungstommission zweds Einladung zur Generalversammlung zur Verfügung zu stellen, werden hiermit sämtliche Mitglieder der früGewerbegerichtswahl! Zu der am Sonntag, den 21 August, von Dormittags 9 bis nachmittags 5 Uhr, stattfindenden Gewerbegerichtswahl für die Arbeitnehmerbeisiger weisen wir nochmals darauf hin, daß jeder Wahlberechtigte eine Wahlbescheinigung haben muß. Diese Wahlbescheinigung ist mit dem Firmenstempel und der Unterschrift des Arbeitgebers.( die Unterschrift kann auch durch Faksimile- Stempel gegeben werden) oder durch Stempel und Unterschrift der Polizeibehörde zu versehen. Wir machen ferner darauf aufmerksam, daß die Listen der Kandidaten sowie der zuständigen Wahllokale seitens des Magistrats an den Litfaßsäulen veröffentlicht sind. Ehrenfache der organisierten Arbeiterschaft ist es, der Liste der freien Gewerkschaften" Gewerkschaftskommission Berlins und Umgehend( Orts ausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes), Allgemeiner freier Angestelltenbund, Ortstartell Groß- Berlin, zum vollständigen Siege zu verhelfen. Die Listen des Nationalen Gewerkschaftstartells und der Gewerkvereine dürfen teine Stimme erhalten. Alles wählt die ,, Liste der freien Gewerkschaffen"! Afa- Bund, Ortstartell Groß- Berlin. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. fast ausnahmslos Stellenanzeigen für Landangestellte, in denen den Bewerbern deutschnationale Gesinnung zur Pflicht gemacht wird. Weil die Großagrarier ihre wirtschaftliche Uebermacht in dieser Schmählichen Weise ausnuten, genügt die von Genossen Bauer unter 11 aufgestellte Forderung einer öffentlich- rechtlichen, paritätischen Arbeitsvermittlung" nicht, sondern hier fann nur ein Arbeitsnachweis mit Melde- und Benugungsawang einigermaßen Abhilfe schaffen. Abgesehen von ber gesetzlichen Regelung dieser Angelegenheit sollten sich insbeson dere die Magistrate mit jozialistischer Mehrheit die Durchführung dieser Forderung angelegen fein lassen und sich nicht, wie es bei der Stadtgemeinde Berlin der Fall ist, hinter formellen Bedenten verschanzen. Als eines der unter den gegebenen Verhältnissen wichtigsten Mittel zur Beseitigung des bei den in der Land- und Forstwirtschaft und in deren Nebenbetrieben beschäftigten Angestellten in der Praxis immer noch bestehenden Koalitionsverbotes( wer sich der freigewerkschaftlichen Organisation, dem Verband land- und forstwirtschaftlicher Angestellter, Berlin SW 48, Endeplatz 6, anSchließt fliegt) betrachten wir den auch von Genossen Bauer unter 9 geforderten Ausbau des Angestelltenschutes für Guts- und Forstbeamte, worüber Genosse Bauer unter 1 und 2 Näheres sagt. Desterreich besitzt bereits seit dem Jahre 1914 ein Güterbeamtengefet, das sich aber zu allem anderen eher eignet, als zum Schutze derjenigen, für bie es erlassen ist. Immerhin ist es aber zum Teil auf das Konto diefes wenn auch ungenügenden Gesetzes zu sehen, daß die österreichischen Guts- und Forstbeamten insbesondere in legter Zeit sich mehr und mehr dem Standpunkt der freien Gewertschaften nähern tonnten. Wir wollen hier nicht näher auf die Unzulänglichkeiten des österreichischen Güterbeamtengefeßes eingehen verlangt ja auch Genosse Bauer den weiteren Ausbau des Angestelltenschutzes. Aber in Deutschland ist in dieser Beziehung bisher noch gar nichts geschehen. Genau wie in Deutschland, als zu Beginn der Revolution das Koalitionsverbot für Landarbeiter aufgehoben wurde, dieses schlafende Heer mit einem Schlage erwachte und als Mitstreiter auf ben Plan trat, so würden die uns bisher fernstehenden Landangestellten in Massen zur gemeinsamen Front stoßen, wenn ihnen durch eine entsprechende Gefeßgebung einigermaßen ein Schutz gewährt würde. Ein sehr großer Teil der Landangestellten, der durch die Not der Zeit und durch die Enttäuschung, die sie mit gelben und fogenannten christlich- nationalen Organisationen er lebt hat, fühlt sich schon längst mit uns verbunden. Schon längst Schwillt die Flut und wartet sehnsüchtig auf den Durchftich des Dammes. Befreien wir unsere Mitbrüder, deren Existenz der großen Masse des Proletariats immer noch nicht recht zum Be wußtsein gekommen ist, aus der Stlaverei, in der sie sich befinden. Versuchen wir wenigstens, ihnen ein wenig Luft zu verschaffen, damit sie sich rühren fönnen, um ein wertvoller Bundesgenosse für uns werden zu fönnen. Das Gehirn des modernen landwirtschaftlichen Großbetriebes ist ein unentbehrlicher Faftor im Befreiunastampf des Broletariats. Mir fordern ein Güterbeamtengejet, das unseren Kollegen tatsächlich das Koalitionsrecht gewährleistet. Schnelle Silfe ist doppelte Hilfe. Arbeitersport Arbeitersportfest im Grunewald- Stadion Am Sonntag, den 21. August, veranstalten die Arbeitertum und schwimmer der Mark Brandenburg ein Großes Spo fest im Stadion. Ueber 1000 Teilnehmer an den vers benen Wettkämpfen im 2aufen, Werfen, Springen Schwimmen sind gemeldet, so daß ein interessantes Program geboten wird. Für Konzertunterhaltung sorgt die töllner Turnerkapelle. Die gesamte Arbeiterschaft ist eingelad Insbesondere auch diejenigen, die heute noch ihre sportliche Tätig in bürgerlichen Verbänden ausüben. Kein Arbeiter, der Kla bewußtsein hat, tann Mitglied von bürgerlichen Organisation sein. Jeder überzeuge sich von der Leistungsfähigkeit des beitersports und helfe lieber mit, vermeintliche Mängel zu bessern. Die Vorfämpfe finden Sonnabend ab 5 Uhr und Go tag früh statt, das Hauptprogramm Sonntag nachm. 2 Uhr. tritt 2 M., Kinder frei. Arbeiter Groß- Berlins! Erscheint in Massen! E 10 Die Freien Schwimmer Norden", gegr. 1893, Mitgl. b. A. W. V., veranial am Sonntag, den 7. August, ihr diesjähriges lotales Schwimmen im Se Wilhelmsrug bei Reinigendorf Rosenthal. Von den Brudervereinen Kreises 1 des. B. V. hatten die Vereine Freie Swimmer" Charlottenb Freie Schwimmer"-Reutolin, Freie Schwimmer"-Spandau, A. S. B. Hennigsdorf, Schwimm- Verein Welle"-Strausberg und B. 5. V. Welle" Schwimmer zum Start gesandt. Eine große Anzahl Knaben und Mädchen, in diesem Jahre erst Schwimmen gelernt hatten, zeigten mit großer Freude „ Erftichwimmen ihren Eltern und Angehörigen ihr Können. In Anbet ber bort bestehenden Wasserverhältnisse wurden nachstehende Resultate et Erstschwimmen 25 Meter: a) Mädchen: 1. Richter 35 Gef., 2. Wlauser 40 b) Knaben, 1. Lauf: 1. Müller 35 Set., 2. Bujad 41 zwei Fünftel Set., 2. 1. Edert 39 Set., 2. Gladilowski 41 Sef.. Eritichwimmen 50 Meter: Man 1. Lauf: 1. Gernbt 1 Min. 9 Set., 2. Silje 1 Min. 9 vier Fünftel Set., 2. 1. Geßler 58 vier Fünftel Set., 2. Wöhlert 1 Min. 1 zwei Fünftel Set. Inte Damenschwimmen 50 Meter, beliebig: 1. Tönnies 1 Min. ein Fünftel 2. Steinte 1 Min. 10 Set. Lotale Jugendlagenftafette 4X 50 Meter: 1 Sw.- Charlottenbg. 2 Min. 1 Set., 2. Fr. Schw. Reutölln 3 min. 30 Dier F Setunden. Mädchenschwimmen 50 meter: 1. Geisler 56 vier Fünftel 2. Saut 59 Set., 3. Rönig 1 Min. 1 Set. Internes Rettungsschwimmen 25 mit 25 Meter ohne Objekt: 1: Geßler 1 Min. 19 Set., 2. Knappe 23 ein Fünftel Sef., 3. Wöhlert 1 Min. 25 vier Fünftel Set. Internes Ju fchwimmen 50 Meter, beliebig: 1. Anaben: 1. Lauf: 1. Berg 58 Get., 2. 1. Min. 2. ein Fünftel Set., 3. Lorenz 1 Min. 3 drei Fünftel Sef.; 2. 1. Reich 1 Min. 2 zwei Fünftel Ser., 2. Timmint 1 min. 3 Get., 3. Gott 1 Min. 3 vier Fünftel Set. Jugend: 1. Lauf: 1. Wittiber 52' vier Fi Sef., 2. Führt 53 zwei Fünftel Get., 3. Rörner 56 brei Fünftel Set; 2. 1. Rülil 1 min., 2. D. Eppler 1 min. 3 vier Fünftel Set., 3. Bröter 1 4 Set.; 3. Lauf: 1. Schulze 48 Set., 2. Schirmer 49 amel Fünftel Sef., 3. Mann 53 vier infiel Set. Lotale Damenbruststafette 4 50 1. Ft. Schw. Charlottenba. 3 min. 52 Set., 2. Fr. Schw.- Neukölln 3 56 zwei Fünftel Set. Lokale Männerlagenitafette 450 Meter: 1. 1. Fr. Schw. Norben 2 Min. 57 drei Fünftel Set., 2. Fr. Schw.- Neukölln 3 3. Ft. Schw.- Spandau 3 Min. 4 zwei Fünftel Sef.: 2. Lauf: 1. Fr. Schm föln 2 Min. 49 Set., 2. B. S. B. Welle 3 Min. 6 zwei Fünftel Get. Babbeln 25 Meter Ropf 25 Meter fukwärts: 1. Lauf: 1. Fuchs( r. Schw fölln) 1 Min. 16 amet Fünftel Set., 2. Robel( r. Schm.- Reutöfn) 1 27 zwei Fünftel Set.. 3. Dahle( B. S. B. Melle) 1 min. 48 zwei Fünftel 2. Lauf: 1. Berner( Ft. Schw. Norben) 1 min. 29 vier Fünftel Set.. 2. ( A. S. B. Otter- bf.) 2 Min. 2 Gef., 3. Shmidt( A. S. B. Otter- 5bf.) 2 vier Fünftel Get. Lofotes Strefentauchen: 1. Eberlein( 33% Meter) 34 Fünftel Set.. 2. D. Filcher( 33 meter) 47 vier Fünftel Get., 3.& ( 26 meter) 25 ein Fünftel Sef. Lofales altes Sertenfchmiminen: 1. Ste 42 amet inftel Set., 2. Fuchs: 48 Set. Lofotes Kürfprinnen: a) De 1. rl Pehrberner 1814 Bunfie, 2. Smeber 14% Bunkte. 51 Männer: 1. ( t. Sm Neuf) 20% unfte. 2. Charton und Grund( Ft. Sam. Nor 19% Bunkie. 3. Reinhold Melle- Strausberg) 16% Tunkte. Lokale Waffe ( piele: a) unend: Fr. Schm.- Charlottenhura B. 5. B. Welle 2 5) B. G. B. Welle Fr. Schw. Norben 2 min. 2 Gef. Arbeiter- Wanberbund Naturfreunde". Wanderungen am 20./21. Auguft: Bezirkswanderung nach Ertner, Mo Abf. Sonnabend abends 5.30 Uhr hf. Friedrichstr., 5.35 Uhr Schlel. 5.45 Uhr Stralan- Rummelsburg. Stortow, Scharmügelfee. Abf. Gonn abenbs 6 Uhr Bhf. Neuföln. Velten, Krämer. Abf. Sonnabend 6.30 Uhr Stralau- Rummelsburg. Strausberg, Böhfee. Abf. Sonnabend 5.30 Uhr Bhf. Treptow. Sangelsberg, Marfee. Abf. Sonnabend 5.33 Uhr Bhf. Charlottenburg. Bernau, Budowlee. of. Sonnabenba 8.10 Uhr Stettiner Bhf. Bernau, Bogensee. Abf. Sonnabend abends Bhf. Steglit. Sonntag früh 6.30 Uhr Nettelbedplay, 7 Uhr Bhf. Gesundbrunnen. barfer See. Treffpunti Sonntag früh 7 Uhr Bhf. Steglit. Treffpunkt Sonntag früh 6.30 Uhr Bhf. Schöneberg. Rinderwanderungen: Hennigsdorf, Papenberge. Treff Sta C Die ein tin geg Sa ür i e be au en وة Des ba ha jci La dü fo un be na Si ba bi in fei De B bi Ertner, Stori Arbeiter Wanderbund„ Raturfreunde", Bezirk Berlin. Alle Genoffinne Genossen über 20 Jahre, welche zur Gewerbegerichtswahl berechtigt find, ersucht, am Sonntag von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und baran fchließend die Bezirksveranstaltung am Mollenfee zu besuchen. br in 20 al in jo be m 111 C fu in fr Touristen Berein Die Naturfreunde", Drtsgr. Berlin. Fahrten an tag, den 21. g. 1921: Abt. Norden: Arbeitssonntag am Ueberfee. Abf. abenb 5.43 Uhr Bhf. Gesundbrunnen. Abt. Sub- West: Strausberg- Lange Treffpunkt Sonnabend 6 Uhr Schles. Bhf. Abt. Sub- Oft: Bernaubf. 7.40 Uhr Stett. Bororibhf. Sonnabend. Abt. Lichtenberg: Treffahrt ber Abt. Stegliz zum Masefee. Abf. Sonnabend 4.41 Uhr Stralau- Rummels Abt. Often: Bernau- Lante. Abf. Sonnabend 9.10 Uhr Stett, Beroribah Abt. Weißensee: Melchow- Schwarze See. Abf. 5 Uhr Bhf. Weißenle bt. Moabit: Belzig- Rabenstein. Abf. 1.50 Bhf. Charlottenburg, Gonna Abt. Treptow: Strausberg- Blumenthal. Treffpunkt Sonnabend 6.30 Bahnhof Treptow. Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität. Sämtliche Touren fallen weges Wahl zum Gewerbegericht aus. Arbeiter- Radfahrerverein Groß- Berlin. Sonnabend, den 20. b. M., Somme In den Kontorbiasälen( vorm Karpfenteich), Berlin, Treptower Part 69. Sonntag, den 21. b. M., nachm. 1½ Uhr Fahrt nach Ridemal im Seide Start: Mariannenplay. Es Einen Fortschritt in der Sangestant machte der Gesangverein Fraz und Mädchenchor Narben, Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes Seiner am Montag, dem 1. Auguft, stattgefundenen Mitgliederversammlung tonstituierte sich genannter Verein zu einem gemischten Chor Norden. bies 115 weibliche und 15 männliche Mitalieber im Chor. Es ist wünschens daß ich fangestundige, organisierte Arbeiter in den allwöchentlichen Lebu tunden einfinden. Diese finden Mittwoch 18 Uhr im Familienrestaurant Se Bafewalter Straße 3, statt. Parteiveranstaltungen Freitag, 19. Auguft 6. Berwaltungsbezirt( Kreuzberg). Die Kommission, welche bie Randidate ber einzelnen Distritte zusammenstellt, trifft sich abends 7 Uhr beim Gen Schwahn, Ritterstraße 20, 1 Treppe. 13. Berwaltungsbezirt( Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Lichten Abends 7 Uhr bei Röple, Mariendorf, Bergstraße, Ede Rathausstraße. Borstandsfizung. 15. Verwaltungsbezirk( Abt. Baumschulenweg). Wichtige Flugblattverbre abends 6 Uhr von Beges, Baumschulenstraße, aus. Die Varteigenossen werden lucht, reftlos zu erscheinen. gemeinfame Sigung ber Kinderschuk und Frauenarbeits- Kommiffion. 8. Diftritt. Abends 7 Uhr bei Barleben, Burgsdorfstraße 13. äußerst wid 11. Diftrift, 3. Abteilung. Bezirksführerhitung 7½ Uhr; diesmal bei Mali Marienburger Straße 31. Schöneberg- Friedenau. Abends 8 Uhr im Lindenpart, Sauptstraße 13, teilungsversammlung( 1., 2., 3. und 6. Bezirk). Die bevorstehenden Stadtve netenwahl. Referent: Gen. Wilberg. Sonnabend, 20. August 20. Verwaltungsbezirk( Reintendorf- Tegen). 6 Uhr Generalversammlung Relchenfaal der Gemeinbelchule, Reinidendorf, Lindauer Str. Aufstellung muk erfcheinen. Weihensee. Straße, Abrennung der Sommerfeftfarten und Ablieferung ber zur Kandidaten für Stadt- und Bezirksverordnetenwahlen. Jeber gewählte Deleg Abends 8 hr bei Neumann, Ede Rötte, und Charlottenbu nehmen. Verfol gespendeten Gegenstände aller Art. Die Gruppenführer soffen affe Mitgli barauf aufmerksam machen und erstere möglichst die Sachspenden gleich in Empl fich um 5 Uhr bei Lehnhardt zu einer äußerst wichtigen Aussprage. Abfahrt Tegel. Die Defeaterten zur Generalversammlung und die Sandidater Generalversammlung um 5.58 Uhr. Bereinsfalender Freitag, 19. August tre Deutscher Transportarbeiter- Berband, Settion 8( Tabalbranche). Rachit 4 Uhr Germania- Brachtsäle, Chauffeeftraße 110: Versammlung sämtlicher Bigarettenindustrie tätigen gewerblichen Arbeitnehmer. Sonnabend, 20. Auguft Freie Bebrergewertloaft. Abends 7% Uhr Rathaus, Zimmer 63, Rigung und 3ahlabend. Sonntag, 21. August Gelga Treffpunkt morgens 7% Uhr im Botal Frängel, Reinidendorfer Straße Intern, Bunb bez Kriegsopfer R. 3. Ausflug nach Rübersdorfer Rattbe 42 Berantwortlich: für Bolitif u. Feuilleton: Les tebimü, Berlin- Trieben file Kommunalpolitit, Sofales und Gewerkschaftliches: 3. B.: Rob Sexfel, Berlin; für den Infezatenteil und geschäftlich. Mitteilung Ludwig Romeriner, Charlottenburg. e. 6. m. b. 5., Berlin. Verlagsgenossenschafte Drud der Berliner Druderei 6. m. b. 5., Berlis Breite Straße 8-9. f 17 e