Wr. 229 Kdonnements-Kedingungen: Abonnements- Preis pränumerando! Wierteljährl. 3,80 Mb, monatl. 1,10 Mb, wöchentlich 28 Pfg. frei tnS Hau». Einzelne Nummer 5 Pfg. EonntagS- N ummer mit illuftrirter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mark pro Quartal. Singetragen in der Post- ZettungS- Preisliste für 1397 unter Dr. 7437. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für da» übrige Ausland 3 Marl pro Monat. 14. Jahrg. Die Inftttions- Gebühr beträgt für die fechSgefpallene Kolonel- zeile oder deren Raum 40 Pfg., für Berelns- und VerfammlungS-Anzetgen, fowte ArbeitSmarlt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müsse» bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werde». Die Expedition ist an Wochenlagen btS 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis o Uhr vormittags geüssnel. Erscheint täglich»Ilster Wonlag«. Vevlinev Volksvlakk. Fernsprecher: Bmt I, Dr. 1608. Telegramm-Adresse: ,>So,i»ldemokr«t Belli»". Zentrawrgan der sozialdemokratischen Uartei Deutschlands. Wed.llUio»: SW. 19, Wettty-Slr.che 2. Freitag, den 1. Oktober 1897. S�peditton: SW. 19, Uettty-Stmße 3; Die scils, Irschen Unndkngsmnhsen. Es war Ende der siebziger Jahre, uuter der Herrschaft des Sozialistengesetzes, daß die Sozialdemokratie Sachsens sich zuerst an den Landtagswahlen betheiligte. Bis dahin hatte die deutsche Sozialdemokratie ihre Wahlthätigkeit, außer für den Reichstag mit seinem allgemeiilen Stinnurecht, nur noch für die G e m e i n d e- V e r t r e t u n g e n aus- geübt, und zwar wirksam namentlich in Schleswig- Holstein und Sachsen. Besonders in Sachsen, wo in- folge der hohen wirthschaftlichen Entwickelung das politische Leben sehr cutivickelt ist, weil durch scharfe Zuspitzung der Klassen- gegeusätze die Arbeiterklasse früh zu kräftiger Bertheidiguug gegen die Uebergriffe des Kapitalismus und des ihm dienenden Staates gezwungen und in den Kampf zur Eroberung der politischen Macht getrieben ward. Tie Siege, die unsere sächsischen Genossen auf dem Ge- biete der Gemeindevertretung, trotz des verkümmerten Gemeinde- Wahlrechts errangen, spornten an zu dem Bersllch, auch in dem s ä ch s i s ch e n L a n d t a g Sitz und Stimme für die Sozialdcniokratie zu erkämpfen. Man sah sich das Landtags- Wahlgesetz an, welches das Wahlrecht an einen Steuerzensns von 3 Mark knüpfte. Und man kam zu der Ueberzengung, daß, wenn auch eine sehr große Zahl der Arbeiter keine 3 Mark an direkten Steuern bezahlte, und also vom Wahlrecht ausgeschlossen war, doch eine beträchtliche Zahl von Arbeitern derj Zensus- Vorschrift genügten. Ten Ausschlag gab die Erwägung, daß die Sozialdemo- kratie unter allen, auch den ungünstigsten Bedingungen, den Kampf mit dem Feind aufnehmen muß, vorausgesetzt, daß nur irgend ein praktischer, sei es äußerlich noch so geringer Vortheil erreicht werden kann; und daß es unter dem Sozialistengesetz, das uns politisch mnndtodt zu machen bezweckte, zivicfach nothwendig ivar, in das feindliche Gebiet einzudringen und neue Agitations- selber zu gcivinnen. Ter Versuch gelang— die Spitze des Keils ward ein- geschoben und mit jeder nachfolgenden Wahl ward er tiefer hineingetrieben. Erst hatten wir einen Sitz, dann zwei, dann drei, und die letzte Wahl, die auch die letzte nach dem Zensus- Wahlgesetz sein soll, gab uns 15 Sitze— unter 82. Trotz des Zensus ein für uns günstigeres Verhältniß als im Reichstag mit dem allgemeinen Wahlrecht. Die Gegner, welche sahen, wie all' ihre Kunststückchen und Maßregelnngskniffe an uns zu Schanden wurden, und wie weder List noch Gewalt das Fortschreiten der Sozial dcniokratie aushalten konnte, erblickten in dem zerknirschenden Gefühl ihrer Unfähigkeit, der Sozialdemokratie in dem Landtag mit geistigen Waffen entgegenzutreten, die einzige Rettung in einem parlamentarischen Staatsstreich. Mit der Intelligenz des Bauers, der, um gutes Weller zu bekommen, den Barometer zerbrach, der schlechtes Wetter anzeigte, zcr- brachen sie das Wahlrecht, das zwar ein verkümmertes, aber doch ein Wahlrecht war, und boten dafür ein Schein- w a h l r e ch t, das die thatsächliche W a h l e n t r e ch t u n g bedeutete. Selber zn gcistcsarm, um die Ungeheuer lichkcit in gesetzliche Formen zn bringen, entliehen sie Preußen das berüchtigte Dreiklassen-Wahl- syst cm, das einstens von dem, wahrhaftig keines Liberalis- Inns geschweige denn Temokratismus verdächtigen Fürsten Bismarck als das„elendeste aller Wahlsysteme" bezeichnet worden war. Sie ließen den überflüssig gewordenen Zensus fallen und ertheilten auf dem Papier allen sächsischen Staatsangehörigen männlichen Geschlechts über 25 Jahren, sofern sie nur überhaupt eine direkte Steuer zahlen, das Wahlrecht, verwiesen aber vier Fünftel der' Bevölkerung, darunter die g e s a m m t e Arbeiter- s ch a f t, in die dritte Klasse, über welche die zwei oberen Klassen der Besitzenden gestellt sind, jede von beiden mit dem Recht, eine gleiche Anzahl von Wahlmännern zn wählen, und folglich einen gleichen Einfluß auf die Wahl des Abgeordneten auszuüben, wie die dritte Klasse, so daß die in dieser enthaltenen vier Fünftel der Bevölkerung von dem in den zwei oberen Klassen ent- haltcnen einen Fünftel stets doppelt überstimmt werden. Das sächsische Volk protestirte zornig gegen diese schmäh- liche Entrechtung, die durch den Schein der Gesetzlichkeit dem brutalen Unrecht noch den empörenden Hohn hinzufügte. Der Protest ward nicht beachtet; die gcsammte Kammer, mit alleiniger Ausnahme der sozialdemokratischen Abgeordnclen und einiger weniger liberaler und antisemitischer Gegner des Dreiklassenwahl-Systems, ertheilten dem parlamentarischen Staatsslreich ihre Sanktion. Was nun thnn? Sollten die sozialistischen Abgeordneten ihre Mandate der Kammermehrheit vor die Füße werfen, und den Kampf gegen die sächsische Mißwirthschaft außerhalb der Kammer mit gesteigerter Energie führen? Das war der erste Gedanke. Aber— sagte man sich dann— die Gewählten haben kein Recht, über die Mandate zn ver- fügen, das ist Sache der Wähler, und zivar der Wähler des ganzen Landes. Den Wählern ward die Entscheidnng anheimgestellt und eine s ä ch s i s ch e L a n d e s v e r s a m in l u n g berufen. Diese trat im Frühling des vorigen Jahres zusammen und beschloß mit großer Majorität, unter Prolest gegen die Ent- rechtnng auch auf dem Boden des neuen Wahlgesetzes den Kampf anfznnchmen. Die nächste Wahl sollte eine Probe- w.a h t und eine P r o t e st>v a h l sein. Eine Minderheit, die von vornherein jede Betheilignng an der Wahl unter dem neuen Wahlgesetz verwarf, hatte leider nicht so viel demokratische Parteidisziplin, sich der Mehrheit zu fügen— und so wurde zur Freude und zum Nutzen der Feinde die Einheitlichkeit der sozialdemokratischen Aktion gestört und damit die Wucht des Protestes zweifellos ab- geschwächt. Durch die Beibehaltung der geheimen Wahl war es den Massen möglich gemacht, ebenso wie bei den Reichstags- wählen, an die Wahlurne zu gehen, und einen A! a s s c n- p r o t e st zu erheben. Die Frage der M a n d a t s e r w e r b u n g trat in den Hintergrund gegenüber dem großen Ziel: die Wähler- massen an die Wahlurne zn bringen und die gegnerischen Wahlmänner aus der dritten Wählerklasse zu vertreiben. Erst 14 Tage vor den Wahlmännerwahlen wurde— vor 3 Wochen— der Wahltermin veröffentlicht. Doch die sächsischen Genossen waren auf dem Posten und sofort begann der Wahl- kämpf mit einer Begeisterung, Energie und dabei ruhigen Planmäßigkeit, die den Erfolg verbürgten. Am vorigen Montag wählte die dritte, am Dienstag die zweite, am Mittwoch die erste Klasse. Der erste Tag, an dem die Massen des arbeitenden Volkes zu wählen hatten, übertraf unsere Erwartungen, während die zwei anderen Tage ihnen genau entsprochen haben. Die Bcthciligung der dritten Klasse war eine massenhafte — es war in Wahrheit ein M a s s e n p r o t e st. Und ein Protest durch die T h a t und die Wahl ist eine ungleich größere Kraftbethätignng, als ein Protest, und sei es der flammendste, in einer Volksversammlung. In den zwei anderen Tagen ist es uns nicht gelungen, eine irgend ins Gewicht fallende Zahl von Wahlmännern zn wählen. Zweierlei ist hiermit festgestellt: Das arbeitende Volk Sachsens steht unter der Fahne der Sozialdemokratie— die Massen gehören uns, Und durch das Dreiklasscn-Wah'.system, das der besitzen- den Klasse von vornherein eine Ziveidrittel-Mehrheit gewährleistet, ist das Wahlrecht der Arbeiter t h a t s ä ch l i ch vernichtet. Die praktischen Lehren zu ziehen, ist Sache der sächsischen Genossen und der Gesammtpartei, die sich ans dem bevorstehenden Parteitag damit zn beschäftigen haben wird. Jedenfalls war der Massenprotest der sächsischen Arbeiter gegen das Klassenwahlgcsctz keine nnfrnchtbare Kundgebung — er hat vor der ganzen gesitteten Welt das brutale Unrecht, die blöde Vernnnftwidrigkeit dieses Attentats auf das sächsische Volk dargelegt, und die Urheber des Attentats gcbrandmarkt. Das Attentat ist vernrtheilt, die Urheber und Mitschuldigen sind gerichtet und der sächsische Staat trägt an der Slirne das Wort: K l a s s e n st a a t. . Der 27. September 1897 reiht sich den schönsten Ruhmes- tagen des deutschen Proletariats an. An diesem Tage haben die sächsischen Arbeiter den Beweis geliefert, daß es unter der Herrschaft des ausgebildeten Kapitalismus nur noch eine Partei gicbt, die für die Rechte des Volkes eintritt: die Sozialdemokratie. Wo war bei dieser Klassenwahl die bürgerliche Demo- kratie? Sie glänzte durch Abivesenheit. Wo waren die Demagogen des Rassenhasses' und des Zunftzopfes, die so gern die Löwenhaut der Demokratie um den mottenzerfressene» Schafspelz hüllen, und großmäulig behaupten, sie seien„das Volk"? Sie wurden von den lachenden Wählern mit Fußtritten heimgeschickt. Für Sachsen ist der Moment gekommen, der mit der rasch zunehmenden Verschärfung des Klassengegensatzes auch für das übrige Deutschland bald kommen wird: Es giebt nur noch ein Hübe n und Drüben! Hier der Völker knechtende und Völker ausbeutende Kapitalismus! Hier der Völker befreiende Sozialismus! K>o!ittsche Mvbovfiiszk. Berlin, 30. September. Herr Thielen hat in einem Erlaß vom'26. September an die Eiienbahn-Tircktjoncn„die strengste Beachtung der Vorschristcn über die tägliche Dienstdaner des Betriebs- Personals wiederholt eingeschärft", so berichtet die„Ber- liner Korrespondenz". Ter Erlaß theilt aber auch� mit, daß die Vorschriften bisher schon gut durchgeführt und früher vorgekommene Abweichnngen beseitigt worden seien. Man versteht daher nicht, was mit der nochmaligen Ein- schärfnng dev Vorschriften eigentlich genutzt werden soll. Offen- bar hat Herr Thielen das Bedürsniß verspürt,� dem gegen sein Regiment unwilligen Publikum zn zeigen, daß er auch in bczug auf die Dienstdaner des Personals nicht nur Vorschriften erlassen habe, sondern daß diese Vorschriften ailch streng durchgeführt würden, daß also auch in dieser Hinsicht alles in schönster Ordnung sei. Und zum Ueberflnß legt der Herr Minister die zahlreichen und immer schon gut durchgeführten Vorschriften den unteren Stellen nochmals ans Herz. Was will man mehr? In Wirklichkeit hat Herr Thielen, wenn es richtig ist, daß die Vorschriften über die Dienstdauer gehörig innegehalten wären, nichts anderes bewiesen, als daß gerade, woraus wir stets den Hauptton legten, die Vorschriften über die Dienst- daner selbst nichts taugen. Er hat die Nothwcndigkeit einer Nenregelnng und Verkürzung der Dienstdaner in erfreulicher Weise bewiesen. Möge er nun schleunigst Hand an's Werk legen!— Die Nationnl-Sozialen haben getagt. Gespalten haben sie sich zwar nicht, aber zur Bedeutnngslosigkeit haben sie sich selbst herabgedrückt durch ihre Resolution gegen die Soziatdemo« kratie. Im Zeitalter der Sozialistentödter, der Köller, von der Recke, Pnttkamcr, Pastor Schall, Stumm, Bneck, Hertling, Engen Richter, um nur einige Namen zu nennen, ist wahrlich keine Nachfrage nach neuen Sozialisten- tödtern. Und wenn Sohni, Lorenz und Genossen sich anbieten, dann müssen sie ohne wenn und aber hinter Stumm's Sieges- ivagen rangiren, sonst nutzt ihnen all' ihr Antimarxismus nichts. Ter Versuch der Gründung einer national-sozialen Partei war eine bcachtenswerthe Erscheinung, ihr Parteiorgan, die „Zeil", war trotz der Kleinheit der Partei ein mit recht sehr beachtetes, tapferes und trefflich redigirtcs Blatt. Die Offen- hcit, der Freimuth und die Energie, mit der die„Zeit" sich der Arbeiterinteressen annahm, hat die Mehrheit der national-sozialen Partei nicht zu dem Standpunkte des Blattes hinaufgezogen, sondern zn Feinden des Blattes und der in demselben dargelegten Aufgaben der national- sozialen Partei gemacht. Herr Sohm hat gesiegt, aber auch seine Partei um alles Ansehen, um jede Zukunft gebracht. So manche werden dar- über trauern; wir aber sehen in dem kurzen Leben der national- sozialen Partei die glänzendste Bestätigung unserer Lehre vom Klassenkampf.— Ein Beamter darf einem Sozialdeniokraten keine Woh- »nng uermicihcn!— also hat nun der K r e i s a n s s ch» ß zu Velzig enlschicde». Arn Mitiwoch ivnrde vor diesem Kreisausschub gegen de» Ortsvorsteher Ziegeleibesitzer A. F. S ch u l tz e in Nahmitz bei Lehnin verhandelt, der der Fra» A l»> a P a l m, die vielfach i» sozialdeiiiokralische» Versamuilunge» agitatorisch hervorgetreten ist, in seiiiein Privathaus zn Netzen Wohnung gegeben hat, und durch Versügniig des Landraths, Geheimen Raths von S t ü l p» a g e l, vom 20, Juli von, A m t enthoben worden i st, iv e i l er sich g e- weigert halte, die Fra n Palm binnen drei Tagen ans seinem Hause z n e n t s e r» e n. Den Vorsitz führte Land- rath v. Stnlpnagel, der die Amtscnlhebniig des Herrn Schnitze seiner Zeit verfügt hat. Die Slaatsanwallschaft verlrat der Kreis- sekretär Kanzleirath Lange. Dieser führte ans, daß Schnltze»ach seinem eigene» Zugeständnisse gewußt habe, daß Frau Palm eine sozialdemokratische Agilatorin sei, die i» Lehnin keine Wohnung niehr bekommen konnte. Dadurch, daß er sich bereit finde» ließ, ihr Wohnung zu geben, habe er den sozialdemokratischen B e st r e b u» g e n Vorschub geleistet, und dies genüge schon, seine Entferiiung ans dem Amte zu rechlfertigeii. Rechtsanwalt Träger als Ver- theidiger Schnltze's führte ans, daß Schnitze sich bisher im Amte tadellos geführt habe. Es stehe ihm wie jedem Privat- »laiiu das Recht zu, seine Wohnung zu vermielhen, a» wen er wolle, lind dies Recht habe er durch Vertrag vom LS. Juni mit Frau Alma Palm ausgeübt. I» der Wohnung seines anderen Mielhcis, des Rentners Müller, der nölhigensalls als Zeuge mit.zur Stelle sei, habe Schnitze bei Ab- schlnß des Vertrages Frau Palm gefragt, ob sie noch der sozial- demokratischen Partei angehöre; sie habe erklärt, dies sei nicht mehr der Fall. Ulimöglich sei es gewesen, in drei Tage», wie dies der Landralh verlangt habe, Frau Palm aus der Wohnung zu entserneii, weil der Kontrakt aus ein Jahr laut«. Der Hauplvorivurs, daß Schnltze der sozialdemokratischen Partei Vorschub geleistet habe, sei nicht stichhaltig, denn irgendwo müsse die Frau, die sich und ihre Kinder ehrlich ernährt, doch wohne», und wen» Schnltze sich vorher vergewissert habe. daß die von ihm vermiethele Wohnung nicht zu agitatorischei, Zwecken benutzt würde, habe er vollkomnie» seiner Pflicht genügt. Stach der politische» Richtung seiner Miether habe er keine Be- rechligung zu fragen, deshalb beantrage er, Schnltze im Amte zu belassen. Schnltze gab hierauf die Erklärung ab, daß er sein möglichstes thnn werde, Frau Palm, sobald er das Küiidignugsrecht habe, aus dem Hause zu entfernen. Stach längerer Beralhung erkannte der K r e i s a u s s ch n ß auf A in l s e» l s e tz»» g des S ch u l tz e. Es ivurde i» dem Ver- iniethe» der Wohnung a» Frau Palm eine grobe Verletzung seiner Pflicht a l s O r l s v o r st e h e r gesunde». Er habe dadurch beivnßlerinaße» die sozialdemokratische Thäligkeil der Frau Palm befördert, während er dazu berufen sei, bei der Aufrecht- erhaltniig der staatliche» Ordnung initzmvirken. Gegen das Urtheil ivnrde sofort das R e ch l s ni i l l e l der Berufung a» das Ober» Verivaltiingsgerichl>» Berlin angemeldet. Wir ivolle» die schwächliche Haltung des freisinnigen Orts« Vorstehers nicht weiter besprechen, der sich damit zu entschuldige» sucht, daß er nicht gewußt habe, wer die Mietheriu sei, »ud der verspricht, sie möglichst bald zu entfernen, wo- mit er ja eigentlich selbst eine Schuld zugesteht. Hier handelt es sich nicht um die betheiligte» einzelne» Per- sonen. sonder» ui» eine wichtige Prinzipiensrage. Wollen die Machthaber die Hetze gegen die Sozialdemokratie so weil treiheu, daß sie jeden, der einen Sozialdemokraten bei sich beherbergt, verfehl»«» und. sosern er ein Beamter ist, seines Amtes entsetzen? Wen» ein solcher Grundsatz, der übrigens mit der„christlichen Nächstenliebe" jener Kreis« ivunderbar harmonirt, wirklich durchgeführt werden soll, so würden sich die unabsehbarsten Konscciuenzen daraus ergebe». Aber man ivird diesen Grundsatz, daß Beamte den Sozialdemokraten nicht irgendwie sörderlich sein dürfe», nur insoiveit durchfuhren ivolle», als die Sozialdeniokrale» dadurch geschädigt werden, nicht aber, sobald der Staat selbst dabei Schaden erleiden würde. Oder will man auch de» Eisenbahn- Beamten, der dem sozialdemokratischen Ver- sammlungsrediicr das Villet verkanst, das ihn zum Ort seiner rednerische» Thätigkcit führt, wegen„Beförderung sozialdemokratischer Bestrebungen" bestrafen? Uebrigens wird ans Flensburg ein Fall berichtet, der sich dein Belziger würdig zur Seile stellt. Dort hatte der soiialdemvkralische Gastivirth Wuslrack, welcher das Ela- blissemeut„Bellevue" in Schleswig käuflich erwarb, gegen de» ab- IcDrcnbcn Bcschtld des Magiflmls alS Koiizessiousbehörde mündliche Verhandlung beantragt. In dieser ivnrde Wnslrack dahin belehrt, dan er Sozialdeinokrat sei»nd die Schleswiger Genossen in seinein Lokale sammeln»volle, mithin könne ihm die Konzession nicht er- lheilt»verde». W.»vird eine Entscheidung des AezirkSauSschnsseS provoziren. Dieses Verfahren gegen Wnslrack»vtdersprtcht offenbar der GeuKrbedOrdmmg. die von derartigen Gründen«tuer KonjessionS« veriveigernng nicht« iveih. Die Entscheidung der OberbehSrden tn diesen beiden Fällen darf man mit Spannung»rnmrte». Sollten sich die OberbehSrden den Enlscheiden der unteren anschließen, so»vlirde damit der viel- gcriihnlle„Rechtsstaat"»nserer Tage von neuein in ein« eigenartige Velenchlmig gesetzt iverde». Der Sozialdemokratie freilich>vird iiian auf solche Zlr» keine» Abbruch bereiten. Im Gegentheil!— Tic Seekrankheit, welche einen Theil der regierenden Kreise in Dentschland ergriffen hat, ist weit schlimmer, weil >veit gefährlicher als das häßliche Uebel, das gemeiniglich mit diesem Namen bezeichnet»vird. Während die geivöhnliche See- trankhcit blas dem von ihr Befallenen Pein verursacht, ohne ihm jedoch ernsthaft zu schaden, hat die»»eue, nennen»vir sie: weltpolitische Seekrankheit die Eigenschaft, den von ihr Befastcnen eher Bergntlgen zu niachen, sie aber zu Handlungen zu drängen, Ivclche die nicht Befallenen, und das sind in Deutschland mindestens 53 Millionen— das heißt das gesanrmte Volk mit Ansnahnie der paar Dutzend oder paar Hundert Seekranken— niit den»»achtheiligstcn und nn- angcnchmsteil Folgen bedrohen. In»vclche Kategorie der psychisch- physischen Krankheiten diese ncncste Krankheit gehört,— ans welchen Krankhcits- Erreger sie znriickznführc» ist, das überlassen»vir Anderen z»» erforschen. Mit der ordinären Seekrankheit scheint sie das gemein zu habe», daß sie»nhcilbar ist. Wenigstens haben wir bei de»» von ihr Befallenen noch kein Beispiel von Genesung entdeckt. Und daS schadet ja auch nichts, da die Opfer sich anscheinend ganz»vohl fühlen. U»ltcr solchen Uniständen gilt es, dafür zu sorgen, daß die— zu»» Glück»vcnig zahlreichen— Opfer den gesunden Theil der Bc- völkcrnng nicht anstecken und auf ihn keinen üblen Einfluß ausüben können. Und das»vird an» besten durch eine klare ungeschminkte Schildennig der Krankheit herbeigeführt. Diese besteht darin, daß der voi» ihr Befallene die fixe Idee hat, Deutschland müsse so viel Kriegsschiffe ans dem Meer schiviiiilnen habe»,»vie die Franzosen und Engländer, d. h. Völker, die seit Jahrhunderten schon große Seemächte sind, und deren gcgenivärligc Flotten, in Geld ans- gedrückt,»nit allem nothivendigen Zubehör(Werften, Docks, Hafcnarbciten:c.) einen Werth von mindestens siebzehn- l a u s e»» d Millionen Mark über den Werth u n s r c r Flotte darstellen. Soll daS Ziel der Seekranken erreicht»verde», so ist also ziveierlei nöthig: I. Teutschland muß bcivirken, daß die Franzosen»nd Engländer eine zeitlang schlafen— sagen»vir 7 oder 10 Jahre lang; und 2. daß wir in diesen 7 oder 10 Jahren jährlich 2400 oder 1700(nicht 17 OOO, wie vorgestern der Druckfehlerteufel nnS sagen ließ) Millionen— zivcitansend vierhundert oder sieb- zehnhundert Millionen jährlich!—- ins Wasser »verfen. DaS ist, aller Floskeln entkleidet, die nackte Thatsache. Und»ver sie sich vor Augen hält nnd die Unmöglichkeit»nd die Sinnlosigkeit des Erstrebten begriffen hat, der ist gegen die neueste Seekrankheit i n» in»» n. Aber— kreischt irgend ein hysterischer Angstpatriot— sollen»vir dann zur See schivächcr sein als die Engländer und Franzosen? Sollen»vir jedem Angriff von ihrer Seite preisgegeben sein? Gemach! Tie Größe nnd Macht eines Volkes besteht»licht in Kaserlle»», Soldaten nnd Kriegsschiffen. Und die Franzosen nnd Engländer»nüßtei» verrückt sein,»vollten sie uns an- greifen. Tie Herren, die in Dcntschla>»d die„Politik" machen, sie »nüssen lernen, daß die»virkliche„Weltpolitik" einen»vcitcren Horizont hat als den der Wachtstnbe nnd Kaserne, und daß Polizist etwas anderes als Politiker, Unteroffizier etivas anderes als Staatsniani»— sie müssen lernen, daß die An- sertigung lebendiger und todter Niordniaschincn keine Kultur- aufgabeist, und sich mit»lodcrncm Geist jetzt der Lösung moderiler Kulturaufgabcn und Probleme»vidmen. Thun sie das, so »vird Deutschland ungleich größer, mächtiger»nd angeschener sei»», als es ist u»»d unter dem jetzigen System»Verden kann.— O« Deutsches Reich. — Die„glänzende Finanzlage". Die„Bert. Polit. Nachr." schreiben:„Daß in Preußen den reichen Ueder- s ch ü s s e i» deS JahrcS 1S0b 9S ein noch beträchtlich höherer Neberfchuh für tSSö/S7 gefolgt ist und daß auch daS laufende Jahr wieder ein Neberschnßjahrzn»verde» verspricht, ist bekannt. Die Mitlheilungen, welche der Finanz- minister von Riedel über die reichen U e b» r s ch ü s s e der ba»ierischei> Slaatskasse iiiachl«. lassen erkennen, daß die glänzende Finanzlage nicht eine Besonderheir Prenbens. sonder» daß sie«ine Erscheinung allgemeiner Natur ist. Und zivar nicht in den Bundes- staale», allein, sonder» auch daS Reich nimmt an der überaus günstigen s i» a i» z i e I l e» E n t>v i ck e l u n g vollen Antheil. Im Jahre 18SS/S7 sind nicht iiiir all« im Etat ans Anleihe ver- mieseneii Ausgäben de« außerordeiillichei» Eiats ans ordenlliche» Einnahmen bestritien worden, sondern eS ist auch noch eine Summe von etwa 24 Millionen Mark zur Tilgung von Reichsschnlde» ver- blieben nnd den» ReichshanShaUi'Etal für 1896/99 ein Ueberschuß von rund 29 Millionen Mar! zugeführt worden. Die günstige Entivickelung der Zölle und BerbranchSstenern, sowie der Einnahmen der Beiriebsverwalinuge», auf denen der so überaus günstige Abschluß des Jahres 1896/97 beruht, dauert im laufenden Jahre fort. Zluch bei de» Reichssteinpelabgaben ist die rückläufige Bewegung überivuudeii. Es darf daher auch f ü r das laufende Etatsjahr ein den Etatsausatz weit übertreffe i» derRech» n ngsabschlnß erwartet werden und zivar sowohl bei der Reichskasse selbst, als bei den der Klausel Franckenstein n n t e r l i e g« n d e n Zöllen und Neichssteuern. Da �/i deS die Matrilularnnilagen über- steigenden Betrages der Ueberweisungen zur Reichskasse zurückfließen, ist wiedernni die Bereit nell»mg recht erheblicher Mittel zur Schuldentilgung zn erwarten. Wen» der Betrag auch schwerlich z»r vollen Decknng d«S im Etat vorgesehenen AnleihebedarsS hinreicht, so steht doch jedenfalls in Aussicht, daß wieder»in«in sehr beträchtlicher Theil der auf Kredit verwiesenen Slnsgaben in den l a u f e n d e n Einnahmen seine Deckung finden wird. Für 1898/99 steht eine mehr als gewöhnliche Ber- vi e h r u n g der ordentlichen Ausgaben bei keinem Ressort bevor, nnd zwar»veder bei den danemden. noch bei den einmaligen Ausgaben. Dagegen werde» die Ei»- nahmen anS den Zölle» und Verbrauchssteuern und zwar in gleicher Weise diejenigen, welche der Reichskasse, alS diejenigen, welche den Bmidesstaalen zufließen. sowie die Ueberschüsse der BetriebSverwallungen erheblich höher in den Etat einzusetzen sein, als die? in dem Etat des laufende» JahreS der Fall war. Auch steht ei» Ueberschnß ans den» Vorjahre von »veit höhcrem Lclrage als im lausenden Jahre zur Ver- sügnug. Das V e r h ä l t n i ß der dauernden Aus- gaben nnd der einmaligen Ülusgabei» des ordeullicheu Etats zu d e>i ordentliche» D e ck»» n g s»> i t t e l n stellt sich daher für 1698/99 sehr viel günstiger, als da» im lanfende». Jahre der Fall war, und man kann sich daher ruhig der befriedigen- den U eberzeug»mg hingebe», daß auch die Finanz- läge im Si e i ch e e i»>« glänzend« ist." Wenn Marincvorlagcn in Aussicht stehen, ist die Finanzlage selbstverständlich überaus glänzend;»vcnn aber einig« hunderttausend Mark für«ine sozialpolitische Maßregel oder für die Einführung der Bernfnng In Strafsachen gcforder»»verde»; wen» behnsi Erhöhung de? Maxlnialgehalts für Landbrtesträger ans 1000 M. auch nur ganze 187«00 M. nöidig sind, oder die Gewichlsgienze der einfachen Briese von IS ans 20 Gramm erhöhl»verde»» soll, so sind dies Forderung«», denen die Reichskasse nicht ge»vachsen ist.— — Bon der Kriegsmarine. Ein f ch>v e r e r Unfall ereignete sich,»vi» nachträglich bekannt»vird, in der Nordsee unweit Holienau ans den» P a n z e r- K a n o» e n b o o t e„Mücke". Bei schwerer See sollte auf diesem»nitiels deS Gangspills der schwer Auler eingeholt werden. Als infolge dessen die eiserne Hebeivinde frei»ourde, rolirte dieselbe plötzlich mit gewalliger Wucht»in ihre illxe. Hierbei ivurden acht Matrose» verletzt,«nd zwar drei derselbe» so erheblich, daß sie an Bord ins Lazarelh gebracht»verde» mußte».— — WaS thut die deutsche Diploniatie anS Anlaß der bei der Metzelei bei Hazlcton in Pennsistvaiiien slaltgesnndene» Ermordung zweier Deutscher, deS Nnverheiralhelen Marli» C. Frank und des Joseph Pavlaczek, der Frau nnd Kinder Hai. Man ist doch sonst so redselig,»venu»»»an vom Ansehen des Diulschen Reiches im 'Auslände spricht; hat ma» keinen Anlaß, das Gewicht des dcnlschea Namens in die Wngscbale zu werfen, wenn es sich um den von AliilSversonen verüble» Meuchelmord von Prolelarieru handelt? Um recht baldige Antwort»vird gebelc».— — Die Nichtigkeit des von»ins mitgelhellien Erlasses d e s M i n i st e r s der ö f f e n t l i ch e n Sl r b e i t e» C. B. 1794 »vird heute von der„Nordd. Allg. Zeitung" bestätigt.— — Ueber die Behandlung des Noalitionsrechts im„Verein für Sozialpolitik" spricht sich die letzie nnler der Leilung des Herrn Dr. Jasliow erscheinende Nummer der„Sozialen Praxi!" in einer von unseren Leitartikeln in Nr. 226 und 227 ab- weichenden Weise ans. Die„Soziale Praxis"»»«int. daß die illedner, welch« gegen den Aibeilertrutz sprachen, zwar Beifall in der Ber- snmmlung fanden nnd iheiltveise sogar siarle» Beifall. „Ader Aenßernngen der Eutrüstnng, wie si« mehrere Redner darüber verlang» Halle», daß ein solcher Vorschlag(Berschnrfnng des K 153 der G.-O.) überhaupt möglich sei, sind in größcrem Umfange, sodaß sie als Stimmnngssympiom gelte» könnien, nicht zn verzeichnen. Selbst der Korreferent ging über eine zivar zweisels- freie, aber doch kurz und gcineffc» gehaltene Erklärung nicht hinaus." Die„Soz. Praxis" fürchtet ferner, daß die Stnmm'sche Richtung nnler Bernfnng ani Loening's Autorität eine Erneuerung des Ar- beitertrnhcS im Reichslage versilchcn wird; daS Blail schließt nül den ivarnenden Worte»:«Wer gegen Koaliliousfrecheit ausirilt, ist ein lölpeihasler nnd darum uugesährlicher Gegner; die ernste Gefahr droht von Seiten derer, welche die Koalitionsfreiheit im Prinzip »»angelasiel laffen, ja sogar für ihre Eiivcilernng einirete», jede ihntsäcbliche A n s n b nn g des RechlS aber zu cum» sirasgesähr- lichen Uniernehmen inachen." ES besteht in unseren Reihen wohl kein Zweifel, daß die Rcaklion nichls lieber möchte, als den Versuch einer noch weileren Berschärfnng des§ 153 der Gewerbe- Ordnni g zu ernenern Auch ans die schönen Worte so mancher Herren im Verein für Sozial- Politik, welcher Verein ja überhaupt keinen besonders großen Einfluß ans die politischen'Aktionen der Regierung und der'Parteien hat, legen wir nicht allzuviel Gewicht. Jiiiiiierhin besteht die Thaisache, daß dieser Berein im allgemeinen schärfer und einniüihiger als je für das Koalitionsrccht eingetrelen ist, und von politischer Bedentung scheint uns doch vor allem die Erklärung des sozialpoliiischen Führers der im Reichsiag ausschlaggebenden Zentrumspariei. des Herrn Hitze zu sein, daß er Gegner jeder Verschärfung des tj 153 sei.— — Bienen im d Drohnen. Die„Nordd. Allgem. Ztg." halle in einem Artikel über die„Grundsätze der Siealpoliiil" geschrieben: Ob Fürst Bismarck zu dem«Bienen- und Drohnen"- Artikel in nnmillelbarer oder in mehr miitelbarcr Veziehnng sieht, ist auch ziemlich gleichgillig. Jedenfalls ist der Gedanke der seinige. Dazu bemerken die„Hanivniger Nachnchten":«Wir können dies im r bestätige u." Und die«Kreuz-Zeitung" druckt die? ab.— — Die antisemitische Kandidatur im 9. schleswig- holsteinischen Wahlkreise ist sallcii gelassen worden.— — Herr Hinzpeter, der Erzieher des Kaisers, dessen Name häusig im Zusammenhang mit der Enistehnngsgeschichle der kaiserlichen Erlasse vom 4. Februar 1890 gebracht wurde und der nachher vom Hose ferngchallen wurde, hat, wie heule der«Reichs- Zlnzeiger" an der Spitze des amtlichen Theiles meldet, den Stern zum rolhen Adlerorden erhalten. ES wäre falsch» dieser Dekorirung politische Bedentung beiznuiesse». Herr Hinzpcler war beim Empfange des Kaisers in Bielefelb, wo die Rede zuin Schutze der„Arbeiis- willigen" gehalten wurde, anwesend. Da damals viele Orden ver- iheil» wurden, durfte Herr Hinzpcler nicht recht übergangen werde». Herr v. Slnmm kann ruhig schlafen.— — Eine neue Osfiziers-Maßregelnug wegen politischer Gesinnung. Man erinnert sich des Falles, in dem vor kurzem«in Landwehr-Osfizier in Göllingen wegen feiner Zugebürigkeil znm naiional-sozialeu Berein zur Einreichung seines 'Abschieds veranlaßt wurde. Em ähiillcher, nur noch krasserer Fall bat sich jetzt in Bianuschweig zugelragen, wo ei» Landwehr- Lienlenaiit wegen seiner lrene» monarchische» Gesinnung zum«an- gestammten" brannschiveigischen Fürstenhans zu Dienstenilassung und zwei Mqnalen Festung vernrtheill worden ist. Der belreffende Osfizier, 'Assessor Hampe, Halle sich in einem Privaibrief an den Bezirks- kommandenr in Brannschweig gewandt, um ibm die Gründe auseinanderzusetzen, die ihn veraiilaßte»», seinen Abschied zu nehmen. Diese Gründe»varen für Herrn Hampe:„feine treue Gesinnung dem angestammten Fnrstenhanse gegenüber, daS noch immer zn Unrecht durch de» von den Preußen herbeigesnhrlen BnndeSraihsbeschlnß von der Regierung in Brannschweig znrnckgehallen»verde". Es lag also gar kein eigentliches Abschiedsgesuch, sondern nur eine private, vertrauliche Anfrage vor,»vi« sich der Briesschreiber in einem solchen Govissenskonflikt verhallen solle. Der Bezirlskommandenr erwiderte jedoch diesen Privalbiief nicht, sondern reichle ibn weiter und die 20. Division veraiilaßte ein kriegsgerichtliches Verfahren gegen Hampe wegen Beleidigung eines Borgesetzien in bezng auf den Dienst. Auch ans Majeslälsbeleidignng sollie die Anklage erstreckt weiden, dieser Punkt ist aber fallen gelassen. Eampe wurde daung zn Dieiisleiulassniig und zwei Monaten esängiiiß verurlheilt, welch letzteres Unheil der Kaiser in Festungs- hast umwandelte. Der Fall ist nach mehrfacher Hinsicht doch schr merkivurdig, und einige Fragen scheinen angebracht zn sei». Erstens: War denn das Verhallen des Bezirkskommandeurs korrekt, der einen ihm ver- traulich zugesandten Brief zu einer evenluellen Strafverfolgung einreichte? Zweitens: Ist es praktisch, die«anneklirte»" Welsen durch solche Maßregeln zu erbittern und sie unversöhnlich zu stimmen? Drittens: Ist«S von der preußischen Regierung»virklich klug, die Treue für das. angestammt« Fürstenhaus", für die»vir persönlich ja herzlich wenig Stimpalhie haben, znlbestrase»? Schließ- lich kann man doch nicht»vissen, was die Zukunft auch für Preußen »och einmal bringen kann. Jedenfalls feiert mai» heule als Patrioten diejenigen preußischen Offiziere und Beamte», die 1813, als es galt, Napoleon aus dem Lande zu schlage», die Treue für das„angestammte preußisch« Fürstenhaus" beivahrten. — Der Strasprozeß wegen Beleidigung des Königs der Belgier, der bekanntlich gegen den verantivort« lichen Redakteur des„Hamburger Echo" angestrengt ist, scheint eine sehr interessante Wendung zu nehmen. Es ist nämlich festgestellt, daß nicht der König der Belgier, sondern der preußische Gesandte am belgischen Hofe, Baron v. Greindel, Straf an trag gestellt hat. Die Aertheidigung, Rech'.s- anwalt Dr. S»se- Hamburg, behauptet nun, daß der Gc- »annle nicht die Befngniß habe, in diesen» Falle den Elrafautrag zn stelle», ei» solcher»nüfle von» König der Belgier ausgehe». Es ist nunmehr der Antrag geslellt»vorden, den König der Belgier darüber zu vernehme», ob derselbe den» Ge- sandte» speziellen Austrag ertheilt hat, de» Slrnf- antrag zu stellen. Der preußische Gesandte scheint ja für den guten Ruf ans- ländischer Monarchen sehr besorgt zn sein;»vir dächten, die Herren preußischen Gesandlen hällen denn doch ganz andere iiinfgabe», als preußische Staatsbürger»vege» etlvaiger Angriffe gegen sremd« Potentaten zu denunziren. Schade übrigens, wenn ans diese Weise vielleicht der ganze Prozeß ins Wasser fallen und die Welt um das Schauspiel kommen»vürde, die löblichen Thaleu Leopolds von Belgien an der Hand des öffentlichen Gerichtsverfahrens keimen zn lernen.— Krcifcubcrg i. P.» 20. September. Amtliches Wahl- resnl l a t. Bei der beule statlgehabteii L a n d l a g s< E r s a tz- wähl in» Wahlkreise Greifenbeig-Kamini» ivnrde Obersilieuieuant v. Normanu- Barkoiv(k.) gewählt. Ei» Gegenkandidat war nicht anfgesiellk.— Dresden, 30. September. Das AmlSblatt«Dresdener Journal" schreib!: Gegenüber der von einem Theile der Tagee- presse gebrachie» Sensaiionsnachricht. daß die Eins ü K r nn g von S t a s f e l s ä tz e u für die Brau st euer und eine Eihöhnng der jetzigen Braußenersätze geplant sei. sind wir zn der Eiklärung ei- mächiigt, daß in hiesigen maßgebende» Kreisen von einer solchen SI b s i ch t nicht das in in d e st e bekannt in. Ein durchaus irriger Weise in diesem Sinne gedcnleler Erlaß der hiesigen Zoll- und Sienerdireklioii an die uiiler- gciirdiieten Haupt- Zoll- nnd Haupt- Steuer- Aemier lj.it lediglich den Zweck versolgt, Unierlage» für die Benrlheilimg zahlreicher noch nnerledigler, an den tAeichslag gerichleier Peiilionen von Brauereibesitzern zu gewinnen, von denen der eine Theil die Einsührung von Elnffelsätzen lebhasl besürworlet, der andere eine solche Maßregel heslig beknmpsl. während beide Theile ver- meintliche Wiiknngei» der bayerischen Staffelsätze als Beweis- Material für ihre Ansichten zn verwerlhen suchen. Die Handels- und Gewerbe- Kammer um ihr Gutachten zn ersuchen, lag kein Grund vor, und war auch von der vorgesetzten Behörde weder veranlaß» noch beabsichtig». Wenn dies von seilen einer einzelnen Slcnerbehörde gleichwohl geschehen nnd hierdurch zur Enlsiehnng des, übrigens den Siempel der Uuwahrschcinllch- keit von Hans ans Iragenden Gerüchtes'Anlaß gegeben worden ist, so hat doch die belreffende Behörde eben lediglich in gänzlicher Ber- kennulig des Zweckes der geiroffenen Anordnungen gehandelt. — Der sächsische Landlag»vird nach vorläufiger Zu- saininensiellung in folgender Weise zusammeiigesetzt sein: 48 Kon- servative, 19 Nalionallibcrale. 5 FortschriUler. 1 Reformer und 9 Sozialdemokralen. Der bisherige Besitzstand war: 43 Kouservalive, 16 Nalioualliberale. 6 Forlschriiller. 2 Reformer und 15 Sozial- demokralen. Die Sozialdemolraie» können, da sie ans 9 zusaimnen- geschmolzen sind, selbständige Anträge nicht mehr stellen. Wen» einige Blätter von einem Siege der„Ordnnngspartesen" rede», z. B. die«Teulsche Tageszeiiung" von einem glänzenden Siege des Kartells und dcs Bundes der Landivirlhe. so ist da««in- fach lächerlich. Das Kartell hat gesiegt auf grund de? Dreiklasse». Wahlsystems, aus grund der schmählichste» Bergeivaltigung des Volkes. Wenn unsere Parteigenoffen keine selbständigen Anträge mehr stellen können, so werden sie um so schäiferejKcilik an der ordnungs- parteilichen Mißwirthschaft ansübe».— Zwickau, 29. Sept.(Eig. Bericht.) Die Nmtshanpt- Mannschaft Zivickan hat den schon läiiger den» ein Jahr währenden Kamps mit dem Gemeinderalh zn Nieder- h as l a u noch nicht anfgegeben. Auch de», zum Gcmeindeällesien vorgeschlagenen Herrn G e r b e r ist die Bestätigimg ebensalls ver- sagi worden; dieser soivie alle bereits Nichlanerkaunie» gehörie» früher dem ausgelösten«Ortsverci»" nn. Ter nun vorgeschlagene ttanfmaiii! Flechsig hat diesen Makel nicht a» sich, aber— sein Baler passirle bereits in derselbe»'Angelegenheit die behördliche Revue, ohne Gnade vor den Herren zn finden: wird nian's dem Sohn enigelle» lasse» und ihn ebensalls zu«seinen Vätern" ver- sainmeln? Als provisorischer Gemeindeältester fungirt jetzt immer noch Herr Regier,»igsassessor Hallbauer.— — Die Umsatz st euer aus Konsumvereine, mit der man>» Sachsen dem.Milteisiande" eine Freude machen will, findet bei einigen Siadtveiwalluugen doch keine freundliche Ausnahitte. So hat der Chemnitzer Sladlralh jetzt nicht nur die von den Sladt- veroidiielen geforderie Umsatzsteuer, sondern auch eine derartige Be- stenernng von solchen geschäftlichen Zweig nieder- l a s s n» g e ii abgelehnt, die mit Gegenständen des täglichen Ge- branchs handeln. Der Rath begründet seine Hallung damit, daß dem Kleingewerbe durch eine derartige So,, berstener kein Vorlheil, der Sladt aber ein Schaden erwachse» iverde. Die Steuer war besonders vo» den Aiitiseiniteu verlangt ivorde» und die Ami» semite» ersreuen sich nicht der Gunst des Sladtralhs und des Bürgermeisters B e i k.— Miincheii, 29. Sepiember.(Eig. Ber.) Für Herrn v. Waller alS Präsidenten der Adgeordneleiikammer slimmte» das Zenlinm nnd die Nationalliberale» geschlossen, während die Sozinldcmolralen, Banernbnndlern nnd Freisinnigen durch'Abgabe weißer Zellel gegen die Wiederwahl des selbst bei sei»«,» Parleisrennden nicht sehr be- lieble» Herrn Walter proteslirlen.— Strastbnrg i.(f., 28. September.(Eig. Ber.) Wir berichteten seinerzeit eingehend iiber die Fälscbiing, ivelche das Pariser Sporls« blatt„Le Velo" a» einer Zuschrift einiger Herren aus dem lvih- ringischen Saarburg ans Gründen chauvinistischer Natur vorgenoimiini halte. Einem der Uiilerzeicbner jener Zlischrist, dem Restanralenr Clement, war»ach Veröffentlichung derselben die Wirihschasls- konzession«nlzogen worden. Jehl, nachdem die von seilen der Re- daklion des„Velo" vorgenomiiiene Fälschung bekannt geworden, hat man wohl die Einsübrung des Pariser Sporlsblaltes nach den Reichslanden v e r b o l e n, die jeder vernünfligen Begründmig enl- behrende Maßregel gegen den Reftauralenr Cl-ment aber keines- weg? znrückgeiiomme», sondern ausdrücklich a» s r e ch t e r h a l t e>1. Die Rathschlüsse der elsaß-loihringische» Polizcigeivalten sind eben niiersorschlich>ind nnergrnudlich.— Eii,« neue Chan- viiiiftenaffäre hat nnii den Saarburger Fall ab- gelöst. Nachdem gelegenilich der Eiilhiillnngs- Feier des Kaiser Friedrich- Denknials in Wörih ein Verlreler dcs Pariser„Petit Journal" den Neich?lags-'Abgeordneten Preiß von Colmar„ausgeholt" balte»nd daS Resultat dieses Interviews dann von Preiß sofort dementirt worden war, veröffentlicht jetzt „La P a t r i e" eine Unterredung, die ihr Vertreter vor einigen Tagen mit dein Abbs-Redakieur Wetterls, dem neugeivähllen Bezirksiagsimtglied für den Kaiilo» Colmar, gehabt haben will. Daiiach soll Wcilerls seinen Wahlsieg als einen„großen s r a n- z ö s i s ch e n Sieg" bezeichnet haben. Natürlich blieb auch in diesem Fall das Demenli dcs„Ansgeholien" nichi lange ans. Abbs Welteila »ellt in seinem„Journal de Colmar" jene'Ae»ßer»iig enischiedei, in Abrede nnd bestreilet, dieselbe iveder bei» Wortlaut noch dein Sinne nach gelhan zn haben. Wer die Aorsichi nnd polilische Schlauheit der politistrcnden reichslaiidischen Klerisei leiiiit, der wird den Bersicherungei» des Weilerlö-BIaltes ohne weiiercs Glauben schenke».— Oesterreich. Wie», 80. September.'Abgeordnetenhaus. Nachdem zahlreich« Abgeordnete in sachlichen Reden für die Dringlich- keit der Nolhnandsanträge eingetrelen. wird die Sitznng nach Verlesung mehrerer Jnlerpellalionen nnd Anträge geschloffen. Ter Verlauf derselben war rnyia nnv ohne Zwischenfall. Unter den vcr- kirnen Antrüge» befindet sich ein solcher des Abg. Taniaezkiewicj (radikaler ilinlhtne) auf ein vtationalilätengeseh znr Anbahnung des nntionale» Friedens, ferner e!» Anlrag der Clirisilich-Soziale» ans «m Trnukrnheitsgesrtz und die Errtchlniig von Trinkerasiflen. Niederlande. Haag, 23. September.(Eig. Brr.) D i e holländischen Sozialdemokraten in der zweiten Kammer. I» Hottano wird das Parlament alljährlich mit einer kurzen Niede der ilirgenlin eröffnet, welche einige die Zustände des Landes betreffende» offizielle» Allgemeinheiten und in beschränkter Form ein Programm der zn erledigenden Älrbeiten enthält. Das Hans anlwortet ebenso mit Allgemeinheiten und erst bei der Bebandlnr.g des Etats finde» die gropen politische» Debatten statt, wobei jede Partei ihre» Stand punlt klarlegt und die Slellmig, welche sie der Ltegiernng gegenüber bchauplen will, andenlet. Nichlsdestoweniger haben die Sozialdemokraten schon heut« in der zweiten Kainmer bei der sogenannlen Zldrebd- balle protestirt gegen die Fälschung. Jahr aus Jahr ei» den Zustand des Handels und der Industrie «befriedigend" oder„in mancher Hinsicht befriedigend" zu nennen von„der Zlrbeil" ganz und gar zn schweigen, und damit sozusagen daS offizielle Nichlsthn» von vornherein z» sanklioniren. Ann de Z w. g(wilder Sozialist) tadelte energisch den Byzantinismus. mit dem der Holtändische Bourgeois sich vor der Monarchie beugt � T r o e I st r a(Soz.) befürwortete Alters- und Jnvaiidenpensionen für die Arbeiter; van Kol(Soz.) sprach im Interesse der Javanen, welche noch innner in rüelsichtslosestcr Weise von den holländischen Kapitalisten ausgebeutet werden. Das allgemeine Wahlrecht wurde von alle» diesen Nedner» gefordert; freilich ist von dieser Llegiernng nicht zu erwarten, das, sie dieser Fordeinng des arbeitenden Volkes Rechnung tragen wird. Ter Mniiiterpräsident antwortete mit den übliche» Phrasen und mit der Vorspiegelung sozialer Reformen. che seiner Meinung nach iveit mehr eine Konsequenz der Ideale des liberalen BürperthumS seien, als ein« Nothwendigkeil, einer wirkliche» Roth des Volkes adzndelfen. Als solche Reformen führte er an die Schulpflicht und die persönliche Erfüllung der Milizpflichtcn. Aber im gleichen Alhemzuge versicherte er, daß an eine Wahlrechts reform gerade dieser„sozialen Reformen" wegen i» den nächsten vier Jahren nicht zu denken sei.— England. Pviido», 29. September. Die Torpedoboot-Zerstörer„Thrasher »nd. itiux" gerielben heute Morgen während de? Nebels bei Dodman Points in der Nähe von Falmonth auf Grund.„Trasher" ist i» zwei Stücke geborsten, der„Linx" droht dasselbe Schicksal. Auf dem „Trasher" wurden drei Heizer getödlet und zwei schwer verletzt. Der„Trasher" ist sodann nach Falmonth eingeschleppt worden. Die„Linx" ist in Devonport angekommen und wird sofort in Dock gehen.— — Handelsbeziehungen mit China. Den„Times ist die Nachricht zugegangen, daß die chinesische Anleihe, über ivelche zur Zeit von dem Hooley�Jamesan-Syndikal verhandelt wird, durch die Zolleinnahiue» und die Salz- und Likin-Abgabc» aller Provinzen sichergestellt wird. Nach Erfüllung gewisser Formalitäten wird das Esung-li-Iamen die chinesische Gesandlschafl i» London anweise», die Trmächligung zur Emission der Anleihe zu erlheilen.— Spanien. — Das Kabinet demissionirt. Der Ministerralh be schloß am Mittwoch an die Königin-Regentin die Vertrauensfrage zn stelle». Der Ministerpräsident General Bzearraga begab sich in daS königlich« PalaiS, um der Regentin die Demission deS Kabineis anzubieten. Die Königin-Regentin nahm dieselbe an, er suchte jedoch Slzcarraga, die Geschäfte biS zur Lösung der Krifis sortznsühren. Die Königin-Regentin wird alsbald die Führer der Parteien und die Präsidenten der Kammern u sich berufen, um deren Meinung kennen zu lernen. S a g a st a st telegraphisch nach Madrid berufen worden; man glaubt, Sagasta werde mit der Bildung des neuen Kabinets beaustragt werden. Ein weiteres Telegramm a»S Madrid meldet: Falls, wie !i ...______«S wahrscheinlich ist, Sagasta das Kabinet übernehmen sollte, würde General Weyler dem Vernehmen nach von Kuba ab berufen werde». Sagasta würde Kuba Autonomie ge mähre».— Wie verlautet, dürfte Gainazo das Portefeuille des Aeußern übernehmen. Auch einem liberalen Kabinet wird es kaum gelingen, der Verwirrung der spanischen Zustände Einhalt zu gebieten.— Madrid, 30. September. Der oberste Kriegsrath hat den Militär-Audtteur von Barcelona wegen seiner mangelhaste» Führung des Prozesses gegen de» angeblichen Anarchisten Eempan seines Amtes entsetzt.— Türkei. Konstantiiiopcl, 29. Eeplcmber. Es verlautet, die Pforte habe gegen die in Philippopcl und andere» Punkten O st r n in e l i e» s begonnenen Befestigungen protestirt, welche eingestellt worden seien.— Griechenland. Athen, 29. September. Verschiedene Blätter betrachten eine M i u i st e r k r i s i s nach der Vorlegung des Präliuunar-Friedens- Vertrages als unvermeidlich und bespreäien die Aussichten hinsichtlich der Nachfolgerschaft. Die„Hestia" spricht zn gunsten der Bildung eines Kabinets, das außerhalb der politischen Partei steht. Das Blatt„Asty" wünscht dagegen, daß die Milglieder des neuen Kabinets aus allen Parteien unter dem Vorsitze des Admirals Kanaris oder eines anderen genommen werden.— Slsicn. — Bom tndischen Kriegsschauplätze wird berichtet: Die dritte Brigade, welche gegen die Mohmands eullandt war, zer störte die Thürine und die befestigte» Ortschaften im Turan-Thale. Ferner wurde englischerseits durch eingeborene Truppen und eine Gebirgsbatterie eine Anzahl Befestigungen genouuue», nachdem diel selben mit Granaten beschossen'worden waren.— Die„Times" melden ans Siinla, eine Deputation von Au gehörigen der Orakzai- und Afridistämme, welche sich kürilich nach Kabul auf den Weg gemacht habe, nm den Emir von Afghanistan zur Hilfeleistung aufzufordern, sei auf Beseht des Emirs in Jalalabad angehalten und zurückgesandt worden. Auch die erbetene Munition sei ihnen abgeschlagen worden.— Amerika. — Kanada'S Zollpolitik. Nach einer Meldung der „Times" ans Ottawa ist Kanada, nm seine Handelkireiheit zu sichern, willens, zeitweilig die fremden Staaten zu de» Vergünstigungen seines Miniinallarises zuzulassen, obwohl dadurch für dieses Jahr ein Einuahiueverlust von b(K>0Cg Dollars entsteht. Ende Juli 1893 wird Kanada Freiheit des Handels haben, und dann wird der Tarif im wesenllicheu in einem England günstigen Sinne gestaltet werden._ Für den dritte» obcrbahcrischcu NcichStags- Wahlkreis Aichach wurde von einer Parleiversanimluug in Lechhausen der altbewährte Parteigenosse Johann Braun einstimmig als Kandidat a»fgesteUt. Zni» Hamburger Antrage, betreffend den I. Mai, schreibt die« V o I l s st i in ui e" in Magdeburg:„Wir können ans unserer Eifahrniig heraus konstatircn. daß die Maifeier, die lürbeils- ruhe am 1. Mai im Wahlkreise Magdeburg eine sehr benchtcus- werthe Eleigeruug erfahren hat. Ruhte doch im gesammtcn Bau- Handiverl die Arbeit; Tischler, Lederarbeiter, Haudschuhmacher und andere Berufe hatten die Arbeitsruhe beschlossen. Und da kommt ein solch' verwerflicher Anlrag aus Hainburg!' Die Parteigenossc» i» Kassel beschäftigten sich in zwei Ver- sammlmigen mit der Frage der Betdeiliguug an den preußischen L a n d l a g s w a h l e ii. In der letzten Versammlung sprachen sich John, Trilse, Jordan und Schade für Beiheitigilug durch Nuterflilhiing bürgerlicher Kandidaten au?, während Garbe, D e t t»i e r i ii g. Rosenberger. Thöue, Hedderich und T r u b e zwar für Aushebung des Kölner Beschlusses, aber gegen jede Nuterstlltzung anderer Parteien eintraten. Die Resolution des Referenten John, die aus die Unterstützuiig anderer Parteien ohne jede Gegenleistung hinzielte, wurde gegen nur wenige Stimmen ab- gelehnt, dagegen folgende Resolulio» mit großer Mehrheit an- genommen:„'Die Versammlung«rklärl sich für die Belheilignng an den preußische» Landtagsivahlen, jedoch nur in solchen Wahlkreisen, Ivo die Möglichkeit vorliegt, eigene Kandidaten durchzubringen, und spricht sich gegen jedeS Kompromiß und gegen jede Unterslühmig bürgerlieller Kandidaten ans." Weiter erklärt sich die Versammlung «iiisliminig gegen den Anlrag der Hamburger Geuossen, wonach die Forderung der Arbeilsruhe am 1. Mai fallen gelassen werden soll. Eine Parlcivcrsaniniliiiig für de» S. schleSwig-holsteiiischru Wahlkreis, die am 23. d.M. in Flensburg abgehalle» wurde, sprach sich für Ankhebnng des Kölner Beschlusses ans. Der Antrag des I. Hamburger Wahlkreises, die Forderung der Arbeilsruhe am 1. Mai fallen zu lassen, wurde für unannehmbar erklärt; der Be- schloß des Pariser Kongresses soll ausrecht erhalte» werden. Als Delegirter zum Parteitag wurde der Genosse F. Holzhäußer gewählt. Die Parteigenossc» nnS den obcrschkflschcu und poscnfchrn Wahlkreise» haben, wie uns mitgeihcilt wird, durch sechs Mandate den Genossen Franz MorawSki in Berlin zn ihrem Delegirle» für den Hamburger Parteitag ernannt. Po» der Agitation. Tie Parleigeliossen in Fürsten- w n I d e an der Spree verlheilten vorigen Sonnlag in ca. dreißig Ortschasten des Kreises Lebuö ein für die ländliche Bevölkerung gc eigneles Flugblalt. Anö KöiiigShütte wird der BrcSlauer„Volkswachl" geschrieben: Der Verfolg n ii gSeifer der Polizei gegeniiber den ober- schlesischen Parteigenossen wird nach und nach stark komisch. Kaum waren am Montag einige Benthener Parteifreunde auf die Straßenbahn gekommen, um»ach KöuigShiilte zu fahren, so waren sie auch schon von Beuihen aus nach hier avistrt. Hiesige Polizeibeniiite snchten nun den„bösen Feind" und faiiden ihn endlich glücklich, wie er nach dem Abcndbiot einen kleinen Skat spielle. Der KönigSdnller Polizei-Jnspeklor selbst überzeiigle sich davon, ob diese Silnalion gefährlich sei und zum„Eim'chreilen" Vermilassniig gäbe. Natürlich konnic er den„versammelten" vier Skalbrüderu nichts anhaben. AnS Oesterreich. Mit dem I. Oktober beginnt für die c z e ch i s ch e Sozialdemokratie eine nene Phase. An diesem Tage erscheint die erste Nummer des Tageblalies„Pravo Lid»" (Volksrccht). Es ist eine schier unendliche Enmnie von Opfern persönlicher uno materieller Natur, die diesem vor wenig Jahre» kaum erträuniten Ereigniß den Weg gebahnt haben. Zur Zeit des Hainfelder Parteitages, also vor knapp neun Jahren, gab es drei in vierzehn tägigen Ziviscdenräninen erscbeinende Blätter, deren Gesammtnnslage die Zahl 4090 kaum überschritt. Der stetige 9I»si schwnng der österreichischen Partei, der von diesem Parteitage dalirt, zeigte sich auch an der czechischen Presse. Im Jahre 1894 zählte sie acht politisch« Blätter, daniiiier ein wöchentlich erscheinendes, mit einer Gesnmmtanilage von über 23 000. Dann kamen die Wahlrechtskämpse und schließlich die Wahlbewegung, die die endgiltige Scheidung von dem bürgerlichen Raaikalisnins zur Folge halten und der Parteipresse immer iveilere Volkskreise erschlossen. Die Kräfte wuchsen und die Aufgaben. So schrillen die Genossen daran, dem immer lauter werdenden Sehne» Ersüllung zu gewähren. Di« driiigendsten Mittel wurden in kaum einem Halb- jähre unter rühmlichster Theiliiabme der deutsch- österrcichischc» Parleigeuosse» aufgebracht. Als Chefredakteur wirkt Genosse Rem er, bekannt als Gegen- Kandidat Lneger's in Wien und durch sein Auftreten auf dem Züricher Arbeiter- schütz- Kongreß. Die bisher in Prag erscheinenden politischen Blätter werden natürlich mit der Herausgabe des Tageblalies ein- gestellt mit Ausnahme der vierzehn lägig erscheinenden kdreuzerblätter „Zar" und„Ruda Zar", die für die popnläre Agitation beslimmt sind und eine Auflage von ungefähr 2ö 000 besitze». Ein herzliches Glückauf dem neuen Kämpfer für die proletarische Idee aus dem klassische» Boden der nalionalen Hetze». Polizeiliches, Gerichtliches:c. — Im Prozeß gegen den Genosse» Vahle in Magdeburg wegen Beleidigung des preußischen S t a a t s m i n i st e r i n in s banbcltc es sich«m einen Artikel der„Volks slimme", worin die preußische Vcreiiisgcsctz Novelle scharf kritistrt war.' Ter Angeklagte beanspruchte den Schutz des ß 193, da er nicht allein als Redakteur, sondern auch als Eeiverkschaster gehandelt habe. Der Staatsanwalt, dessen Stiafanlrag aus 6 Monate Gesängniß lantele, wollte vom ß 193 incksts wissen, da Vahle als Redakteur keinen Anspruch ans diesen Schutz habe; das Gericht erkannte dem SIngeilagten aber den Schutz dieses Paragraphen zn, denn er sei Slaatsbnrger und es habe sich um staalsbürgerliche Rechte gehandelt. Daß Vahle zu'ällig Redakteur sei. beraube ihn nicht der Ansprüche ans den Schutz des Z 198, der jedem Slaals- bürger zustehe. Das Gericht erkannte, wie schon im„Vorwärts" »litgelhcilt worden, ans b00 M. Geldstrafe, und zwar wegen formaler Beleirignug. Die Höhe der Strafe rechlfertigle das Glicht noch damit, daß Vahle schon wegen öffentlicher Beleidigung bestrast war. GewevkfchLtfttichvzs« Perlin und Uiiigcbniig. Zum Ausstand dcr Former verbricht die„V o s s i s ch e Z c i l n ii g" noch in letzter Stunde vor den Einignvgcveihandlungeii einen Leitarltkel, in dem sie sich die erdenklichste Mühe giebt, die Daislellniigen der Arbeiter über die ilrsachen des Ausstandes niißzu- verstehen»nd zu verdrehe». Aus dem Umstände, daß auf die Umfrage der Firma Borsig am 17. August, ob die Arbeiter Beschwerde» hälicu. solche nicht geäußert wurden, schließt die Vossin, daß der Streik„plan- mäßig und grundlos" hervorgernfe» worden sei. Wenn dem o wäre. häile» dann die Arbeiter nicht gerade bei dieser Gelegenheit die„ n n b e r e ch t i g t st e n und u n- r f ü l l b a r st e n" Forderungen stelle» müssen, um ihre» an- jeblichen Ziveck, den Streik, heibeizusühre»? Im übrigen möge uer die„Voss. Ztg." durch ihre Unkeniilniß über den Werlh oder Unwerth, den derartige Umsragen für den Arbeiter habe», enl- chnldigt sei». Sie hat keine Ahnung davon, wie sehr der i n z e l ii e, von seinem Chef oder dessen Vertreter befragte 'Arbeiter eS vermeidet und vermeiden muß. sich zu beschwere». Daß sie mit dein einzelnen immer fertig werden, wissen die Unter- nehmer ganz genau, darum ihr Haß gegen die Organisation der Arbeiter. Direkt gefälscht ist der Satz der„Voss. Ztg.", in dem es heißt, die Arbeiter dälleii zugegeben, daß sie für eine Arbeit, die rnher mit 178,40 M. bezahlt wurde, jetzt 2S0 M. verlangt hätten. In der gestrigen Erkärnng der Arbeiter über diesen Punkt heißt es wörtlich:„Diese Arbeit war im Jahre 1895 mit 178,40 M, bezahlt worden; dcr Meister Wilke erllnrie jedoch bereits damals, daß üir diese» Preis der Zylinder nicht wieder angefertigt werden könne esp. solle, da sich herausgestellt Halle, daß der Preis viel z» niedrig bemessen und 250 M. für diese Arbeit nicht zu viel sei." Daraus macht die Vossin, die Arbeiter habe» 250 M. verlangt und hätten das zugegeben. Weiter, erklärt die„Voss. Ztg.". daß sie den GeschäslSbücher» des Herrn Borsig, ans denen bekanntlich hervorgehen soll, daß die Former dort 7 M. im Durchschnitt verdiene», nicht weniger Glaube» schenke, als den„unbekannte» Statistikern", den Arbeitern, die am 28 Februar d. I. einen Durchschnittslohn der Sandsormer von 5—5.50 M. herausgerechnet haben. Hier nnterschlägt die Tante ihren Leser» wieder, daß es sich bei den Differenzen, wie in der gestrigen Erklärung ausdrücklich hervorgehoben wurde, nm die Sandsormer hnndelle; die Borsig'fche Ausstellung redet von sormern schlankweg und wird jedenfalls den allerdings höheren Satz der L e h in former zu gründe gelegt haben. Tie übrigen Entstellungen und Verdrehungen der Vossin über- gehen wir; vor dem Gewerbegericht werden die Sireitpnnkte akten- mäßig festgelegt werden und daß das Gewerbegericht daran shin zn einer„enischiedenen Vernrlheilung des GebahrenS" der Arbeiter kommen werde, wie die ehrwürdige Tante meint, wagen wir einst- weile» zu bezweifeln. Znr linterstühnng ihrer Berliner Vcrnfsgenofseu beschlossen die Breslau er Former, 50 Pf. pro Mau» und Woche bis auf weiteres z» erheben. Beim Eintreffen Berliner Arbeit soll erst Beschluß gefaßt werden, ob dieselbe ausgesührt werden soll oder nicht. Achtung, Rabttzpntze« k Die Sperre über die Firma Paul Zöllner n. Ko. ist ausgehoben, da die Forderung der Putzer bewilligt ist.— Die Finnen Bosivau u. Knaner und Stüwe bleiben bis auf weileres gesperrt. Der Vertrauensmann. Tie Firma BoSivan«. Knaner, Inhaber Gebr. Knaner, Bangeschäst, übersendet nnS ein Schreiben, in dem behauptet wird, daß, im Gegensatz z» den Millhcilungen, die uns ans den betheiliglen Arbeilerkreisc» zuginge», lelnerlei Differenzen zwischen ihr und ihren Arbeitern bestünden. Den bei ihr leit längerer Zeit beschäsliglen und tüchligeren Arbeitern sei eine Lohn- zulage bewilligt. Deutsches Reich. Ter Generalrath deö GewerkvercinS der Maschinen- bau- und Metallarbeiter hat beschlösse», den im Ans- stand befindlichen englischen Metallarbeiiern 10 000 M. zn über- weisen. Dieser Beschluß muß jedoch erst durch die Mitglieder- abstiiuulNiig bestätigt werden. Ter erste deutsche TecmannS- Kongreß ist von der Ngitatioilskommission der Seeleute zum 15. Roveniber nach Hamburg mit folgender Tagesordnung berufen: 1. Die Lage der Seeleute und die Mißstände im Seemannsberuf. 2. Die Gründling eines See- mannsverbandes in Denischland. 3. Stellungnahme zur deutschen Seemauneordnnng und Dnrchberathuiig der verschiedenen Ab» äudernngSanträge nnd Resolutionen. An die Barbiere und Friseure tu Tciitschlaiid t Wie den Berufskollegen bekannt ist, haben die Jnnungsmeister auf ihrem letzten Kongreß den Beschluß gefaßt, den Gehilfen die Trinkgelder zu entziehen. Z» dem Zweck sollen die Aliestbücher einen Passus erhallen, der ermöglicht, den Gebilsen ohne Kündigung zn entlassen. wenn er das Trinkgeld für sich beansprucht. Gegenüber diese» Maiiipnlativnen empfehlen wir de» Barbier- und Frisenrgehilsen an allen Orten Prolestversammluiige» einzuberusen. Anfragen sind zn richten an Karl Wesche, Branuschweig, Rosenhagen Nr. 5. Der Berbandsvorstand. 350 Metallarbeiter der S t e t t i n e r Nähmaschinen, und Fahrräderfabrik S l ö w e r, Aktien-Gesellschaft, haben wegen Lohn« differenzen die Arbeit eingestellt. Bis auf acht sind sämmtliche Streikenden organisirt. Der Metallarbeiter- Verband hat den Ans« stand genehmigt nnd Unteistntzniig zugesagt. Tic Verciiiigte» Gummiwaarrn- Fabrikeil in Harburg habe» den Arbeitein der Abtheilung, in welcher die Mäntel der Fahrräder hergestellt werden, größere Lohnreduktioniii angekündigt. Da die bisherigen Verhaiidlnngen zu keinem befriedigenden Resultat geführt, so haben 85 Mann die Kündigung eingereicht. Wege» Lohlivcrkiirzuug halten, der„Brest. Ztg." zufolge, am Monlag in Beuihen sämmtliche Maurer und Handlanger am neuen Kreis- Ständehanse die Arbeit niedergelegt. Nachdem ihnen versprochen worden war, daß der alte Lohnsatz wieder beibehalten werden solle, wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Slnö dem schlesischen Bcrgrevier. Die �anze Belegschaft der Hobenzolleriigrnbe, dem Grasen Schaffgotsch gehörig, ist in den Ans- stand geirelen. Bei der Wahl zum Kewerbcgericht in Freibnrg(Schlesien) wurden in dcr Klasse der Arbeiluehmer unsere Kandidaten mit großer Majorität gewählt. Tie Ladcrgchilfcn deS Nlirnbergcr TranSportgcwerbeS sind in eine Lob» vrwegiiilg getreten, die wahrscheinlich zum Ausstand führen wird. Die'Arbeiter beanspruche» eine Erhöhung des Wochen- lohneS auf 20 M. Dieses Gesuch ist von den Unternehmern zum lheil gar nicht bcnntmorlct, während einige versuchten, die Forderung derabziisehen. Es steht deshalb am nächsten Montag ein Ausstand der Ladergehilscn bevor. Tie Uliiier GcwcrbcgcrichsStvahl brachte trotz der An- strengung von gegnmscher«eile einen glänzende» Sieg der von den Gewerkschaften nnfgesielltcn Liste. Von 5U abgegebenen Stimmen sielen 350 ans unsere Kandidaten. In der Klasse der Arbeitgeber ging die Liste des Geiverbevereins durch. De» Beisitzer» deS Leipziger GewerbegerichtS wird auf Ansuche» dcr'Arbeitnehiner-Beisitzer vom Rath der Stadl je ein Exemplar des Otls-Sinluls über das Gewerbegericht, des Gewerbe« gerjchis-Gcsetzes nnd der Gewerbe-Oidnung auf die Zeit ihrer Amtsdnuer liihweile überlassen und die Zeilschrift„Das Gewerbe« gerichl" in drei Exemplaren unter Verzicht auf lliückgabe znr Zirkulation unter den Beisitzer» geliefert werden. Ter Maurcrstreik in Leipzig dauert fort. Die Zabl der Streikenden hat sich wieder'um einige vermehrt, weil ein Unter- nehmer dadinch die neuen Bcdii gnnge» zu durchbrechen versuchle, daß er die'Arbeit im Akkord heisiellen lassen wollte. Die Maurer kamen seinem Verlangen nicht nach und legten die Arbeil nieder. Wegen Streikpostenstebc» vor dem Bahnhof in Leipzig erhielt der Maurer Ludwig ei» Stralniandat in Höhe von tt M. Bei der hiergegen beaniragteii richterliche» Cnlscheidniig bestätigte das Leipziger Schöffengericht diese Strafe mit folgender Begründun g: Das Gericht sab als erwiesen an, daß L. den Weisungen des Schutzmanns nicht Folge geleistet habe, die zur Aufrechterhallnng der Stcherheit und Ordnung vom Schntzmann erfolgten. Jeher Arbeiter iömie arbeite» wann nnd wo er wolle; wenn sich aber Stieilposien ansstelllen. so sei dies geeignet, bei de» Leuten, die von auswärts hierher kommen, um Ali eil zu suchen, das Gefühl der Rechisstcherheit zn bceiimächligcn. Ebenso werde beim Publikum die Rechtssicheiheit dceinlrächligt, wenn es sehe, wie den Leute«, die mit der Bahn ankomme», ansgcpaßt werde. Tic Tlffcrcnzeii der Maurer ans dem Kasernenbau in Magde- bürg sind zu gmiften der Arbeiter beigelegt. Ter„Banhandtneikcr", das Organ dcr lokalorganisirleii Bauaibeiier, Hai sein E> scheinen eingestellt,»nd wird nunmehr die „Einigkeit", das Zeiitralblalt der ans du» Boden des Verlrancns- niänner- Systems organisirten Arbeiter, als Fachorga» der hiesigen lokalen Richiung anerkamit. Sozinles.! Der Werth der Gcwcrbegerichte wird auch im letzten Jahresbericht der bayerischen Fabrik- nnd Gewerbe- Inspektoren hervorgehoben. I» der Einleitung des Berichts, Seile XXXIII, heißt es darüber:„Von großer Bedenlniig für die Nnfrechterhaltnng guter Bezichimgen zwischen Unternehmern und 'Arbeitern ist, wie schon in srühcren Berichten betont wurde, eine klare, erschöpfende Absassung deS Arbeitsvertrages. Treten mangels einer solche» Streiligkeiten ans oder werden ans sonstigen Ursachen Ansprüche verletzt, welche sich ans das Arbeitsverhältniß siützen, so erweisen sich die G e in e r b e g c r i ch t e mehr und mehr als w e r l h v o l l e R e ch l s s ch u tz m i t l e l." Weiler heißt eS dann:„Die seither mit den Gcwerbkgerichtm und auch anderwärts gemachten Grsahrnngen lassen daS Bcdürsnitz der arbetlenden Klassen nach Rechtsbelehrung erkeiintii, nach Einrichlungen, wo in Fragen des wirthschastlicheii Lebens nnd dcr gewerblichen Arbeit AnSkunst, Rath und unter Umständen Bei- Hilfe erhofft werden kann. Mit B e s r i e d i g u n g wird den Berichten entnommen, wie sich derartige, theilweise direkt aus der Arbeiterschaft hervorgegangene Ver- a n st a l t u» g e n(Sl ii s k u n f I s st e l l e n, V o l k S b n r e a n s ir.) a l l m ä l i g einbürgern. Beispielsweise gewährt der nnlängst erschienen« Jahresbericht deS ZlrbettersekretariatS Nürn derg einen sehr belehrenden Einblick in das vielseitige»nd erfolg. reiche Schaffen der dortige» Slnstalt»nd zugleich in die Enlivicklnng der Nürnberger SlrbeiterverhäUnisse.— Die cvaugclischffozialc Vereinignng fiir Bade» nnd die cvangelisch-soziale Konferenz für Württemberg erlassen einen itlufruf zum Besuch eines s o z i a l iv i s s e n s ch a f t l i ch e n Kursus, der in Karlsruhe vom 4. bis 8. Oktober abgehalten »'erden soll. Die Vorlesungen betreffe» Agrarpolitik, Handelspolitik, Kommunalpolitik. Unternehmer- und Arbeilerverbände, Hnndiverker> frage und das Bevölkerungsproblem und iverden im großen Audi- lorimn der technische» Hochsdjute gehalten. Nach jedem Vortrage ist freie Diskussion.„Wie die vorausgegangene» Berliner Kurse des evangelisch-sozialen Kongresses"— so sagt der Ausruf—„werden auch diese Vorlesungen einen rein wissenschasllichen, insormalorischen Charakter haben." Eine neue„christlich- kommnnlstische" KolonicgrÜndnng steht in Kalifornien in Aussicht. Wie aus London gemeldet wird, hat das englische Hauptquartier der Heilsarmee in Ver- bindung init seiner Filiale in San FranziSko 80 000 Acres Land im südlichen Kalifornien erworben, um dort große kommunistische Kolonien für die A r b e i t s l o s e n in England»nd Nordamerika anzulegen. Einen Erfolg des Unternehmens verspricht man sich insofern, als in den Kolonien zivar vollständige Gleichberechtigung aller Mitglieder nnd gleiche Vertheilnng der Güter herrschen, jedoch die Gefainmtleitnng des Unternehmens von dem Vorstände der Heils- arm« ans nach strengen Gesehen gehandhabt werden soll. DevsÄmmlttttZen. Schiedsspruch. Verhandelt am 29. September 1897 in Sachen Ledcbour gegen Stadthagen. Das Schiedsgericht ist»ach Anhörung der Zeugen zn der Ueber- zeugung gekommen, daß der Genosse Ledebour sich in der fragliche» Versammlung des 2. Berliner vteichstags-Wahlkreiscs gegen die Be- theiligung an den Landtagswahlen ausgesprochen hat. Bezüglich des Vorganges in der Vockbrauerei- Versammlung ist das Schiedsgericht der Meinung, daß die gegenseitigen persönlichen Angriffe sich kompensireu. Aus diesem Grunde war die Einberufung des Schiedsgerichts überflüssig und wird den beiden Genosse» in Zukunft mehr Duldsamkeit anempfohlen. Der Genosse Lcdebonr kann sich um so mehr zufrieden geben, da der Genosse Sladthagen wiederholt erklärt hat, es habe ihm vollständig ferngelegen, de» Genosse» Ledebour durch seine Aeußerung in der Meinung der Gc- nosse» herabzusehen. I. A. des Schiedsgerichts: __ Th. D o ch o>v. Der Deutsche Holzarbeitcr-Verband hielt am 22. d.M. seine regelmäßige Vertrauensmänner-Versaminlung ab. Kollege Glocke reserirte über den Tischlertag in Bremen. Alljährlich hallen die Tischlerinnungen ihren sogenannte» Tischlertag ab. Diesmal hatten sie Bremen mit ihrem Besuch beehrt. Wenngleich allzu große Be- dentung diesen Tischlertagen nicht beigemessen werden kann, so sei es doch nothwendig, so führte der llteferent ans, daß die Arbeiter die Verhandlungen dieser Zusammenkünste verfolgen, sie könnten aus denselben ersehe», daß das Kleinmeisierlhum, lroh des Rückganges seiner wirthschaftlich-sclbständigcn Existenz, auf dem Klassenstandpunkt der Großindustriellen steht. Außer dem gegenseitigen Ausschimpfen haben die zusammengekommenen Tischlermeister auch erkleckliches im Schimpfen ans die Geselle» geleistet. In erster llicihe wolle» die Herren Tischlermeister die Streiks verhüten. Zn diesem Behnfe wurde vorgeschlagen, Verbände ähnlich dem der Metallindustriellen zn gründen, um im Falle eines ausbrechenden Streiks sich gegen- seitig unterstützen zu können. Gleichzeitig sollen alle Slrbciler, auch die„Arbeitswilligen", ausgesperrt werden, während von anderer Seite wieder gewünscht wurde, den Minister des Innern zu ersuchen, einen Erlast zu geben, der einheitlich durchgeführt iverden müsse und der dahin gehen müsse, daß alle Streikposten eingesteckt und bestrasl werden müßten; also eine Ausforderung an die Behörden, die Gesetze zu verletzen. Ferner sollen JnmmgSverbandsbücher für jeden Gesellen an geschafft werden, kein Geselle soll, ohne im Besitze eines solchen zu fein, eingestellt iverden. Auch soll kein Arbeiter einer Stadt, in der gestreikt würde, in Arbeit genommen iverden dürfe». Als Grund aller dieser Maßnahmen gab der den Berliner Kollegen bekannte Tischlerincister L i» d e m a n» den großen Verlust an, dem die Tischlermeifler durch eine» Streik niiSgesehl seien. Er rechnete seinen Kollegen vor, daß pro Stunde nnd Arbeiter SO Pf. eingebüßt würden. Durch den Tischlerstreik in Berlin 1896 wäre» den Tischlermeistern drei Millionen Mark jährlich entgangen. (Dieses Recheiiexempel kann nur Herr Lindemann ausstellen.) Hier- nach wäre also ei» Tischlermeister mit 10 Gesellen bei wöchentlich S2 stündiger Arbeitszeit in der angenehmen Lage, pro Woche 260 M. reinen Verdienst einzustreichen. Die Kollegen sollte» sich das merken und bei vorkommenden Differenzen ihre» Meister ans die Aus- führmige» des Herr» Lindcinann verweise». Ter Tischlertag be- schäftigte sich sodann»och mit dem neuen Handwerkergesetz. Sie gaben ihre Freude über verschiedene Bestimmungen in demselben kund, so bezüglich der Krankenversicherung, wo sie die Gesellen terrorisire» könnten, vorausgesetzt, daß dieselben sich dies gesallen lassen; dieArbeits- verinitlelnng, Herbergsivesen»nd Jnnungsschicdsgerichl sind alles Dinge nach ihrem Geschmack. Aus den ganzen Verhandluuge» geht hervor, daß sie unfähig sind, die Ursachen ihres eigenen Niedergangs zu erklären und deshalb auch ohnmächtig, ihre ivirlhschastliche Lage zu heben. Von ihren Beschlüssen gegen die Geselle» werden sie keinen einzige» zur Durch sührung bringen, wenn die Arbeiter wie bisher fortfahren, für ihre Organisation zn wirken und dieselbe zu stärken, nm zu jederzeit die Verbesserung ihrer Lage anzustreben und der Grostmannssncht der Arbeitgeber entgegenzutreten. Die Vertrauens- niänner möchte» ihrer Aufgabe>iachkou»ne», die Kollegen in den Werk- stätte» über alle Vorgänge, welche in den Vertrauensmänner- Versammlungen besprochen werde», zu unterrichten, damit die Er- kenntniß sich durchringt, daß eine machtvolle Zlrbeiterorganisation die einzige tund beste Vertreterin ihrer Interessen ist. Der ziveite Punkt der Tagesordnung: Antrag Tost, betreffend Unterstützung bei Angriffsstreiks, wurde nach nnimirter Disknssio» abgelehnt. Es bleibt somit der früher gefaßte Beschluß aufrecht, wonach bei An- griffsstreiks für die erste Woche keine Unterstützung gezahlt wird. Am Schluß berichtete der Arbeitsvcrmittler Kollege Ma aß noch über die in den letzten 4 Wochen vorgekounnene» und zu guusten der Kollegen beigelegten Werkstatt-Differenzen. Die Schneider und Näherinnen tagten nm Mittwoch im „Englischen Garten", um eine» Vortrag des Dr. W e y l über„Die Zustände in der Orts- Krankenkasse der Schneider. Schneiderinnen und verwandter Gewerbe" entgegenzunehiuen. Der Vorstand und die Aerzte der betreffenden Kasse waren zu der Versammlung ein- geladen und zum theil erschiene». Den Vorsitz führte T i m>». Der Referent führte aus, daß bei dem alten System der Anstellung einer beschränkten Zahl von Aerzten nicht innner nur die Tüchtigkeit des Arztes bei der Anstellung maßgebend gewesen sei. Speziell von der Orts- Krankenkasse der Schneider geht das Gerücht, daß die a»zu- stellende» Aerzte bei den, ersten Machthaber der Kasse sich Anzüge machen lassen muffte», wenn sie Anssichl auf Anstellung haben wollten. Auf einen Artikel der„Mediz. Reform", der diese Verhältnisse darstellte, ist keinerlei Berichtigung erfolgt, trotzdem der Artikel den betreffenden Vorstandsmitgliedern bekannt gemacht worden ist. Man könne nach alledem die Ge- rllchte nicht für unglaubwürdig halten.: Es handele sich für den Redner jedoch nicht darum, bestimmte Personen uinnög- lich zu mache», sondern lediglich darum, die Schattenfeiten des Zwangs-Aerzte-Systeins zii zeigen. Daß eine Sleihe von Aerzte», die bei der Schneiderkasse angestellt sein wollten, sich bei dem ersten Vorsitzenden Garderobe haben herstellen lassen, sei eine Thatsache. Dadurch habe aber der Glaube entstehen müssen, daß derartiges Borbedingung der Anstellung sei. Bei den angestellten Aerzten der Schneiderkaffe finden sich in den Sprechstunden oft 40 bis SO Personen ein. Davon, daß die Mitglieder unter drei Aerzten freie Wahl habe», sei de» wenigsten etivas bekannt. Was die Einführung der freien Arztwahl bei der Orts-Krankenkasse der Schneider betrifft, so habe die Kasse frei- lich mit einer Reihe von Aerzte« lOjädrig« Kontrakte, die jetzt noch drei Jahre lausen. Wenn aber die Generalversammlung die freie Arzlivahl annehmen sollte, dann würden vielleicht eine Anzahl von diesen Aerzten freiwillig aus die Durchführung ihres Kontraktes verzichten. Soweit dies nicht der Fall sein sollte, müßten eben die Kontrakte durchgeführt werden. Aerzte, die in böswilliger Absicht die Einführung der freien Arztivahl hintertreiben sollten, könnte» event. aus dem„Verein der freigcwählten Kassenärzte" ansgeschlosse» werde», welchem Verein auch die sestaugeslellten Aerzte der Schneider- lasse augehören. Voni Vorstand der Schneiderkaffe spricht Stock. Er theilt mit, daß der Voi stand den Dr. Weyl wegen Beleidigung verklagt habe. Der erste Vorsitzende, Mathies, sei krank und habe au» Sonn abend schon sei» A in t niedergelegt. Die Durchführung der freien Arztivahl sei bei der Schneiderkaffe der bestehenden Kontrakte wegen schiver. Auch seien die Mitglieder bei dem jetzigen System keinesivegs so schlecht gestellt. Bei der Schneiderkaffe könnten die Aerzte alles verschreiben, ivas sie für nothwendig halten, ivährend beispielsweise bei einer Kasse, die freie Arztwahl hat, den Aerzten, die lhcnere Medikamente verschrieben haben, der Preis dafür am Honorar gekürzt werde. Die dann folgende sehr ausgedehnte Debatte dreht sich hanpt sächlich um die Frage, ob den» System der freien Arztwahl oder anderen Arztsysteme» der Vorzug gebühre. Der Vorsitzende der Schnhniacherkasse, Lange, ist gegen freie Wahl, weil dadurch de» Kassen der Einfluß auf die Aerzte verloren gehe. Dr. Munter theilt unter anderem mit, daß sich der Vorstand des„Vereins der sreigewähllen Kassenärzte" mit der eventnellen Einsührnng der freien Arztwahl bei der Schneiderkaffe beschäftigt habe und zu dem Be schluß gekommen sei, wenn die Schneiderkaffe die freie Arztwahl ein- führen ivolle, den jetzt angestellten Aerzten das Gehalt bis zum Ab- lauf der Kontrakte zu garantiren.— Dr. G u m p e r t, Arzt der Schneiderkaffe, erzählt, daß ein junger Arzt vier Jahre bei Mathies habe arbeiten lassen und endlich, als eine Arztstelle frei wurde, bei der Wahl doch durchgefallen sei. So leicht zu beiveisen seien also die Bestechungen nicht.— Niederaller meint, Dr. Wey! hätte sein Thema lanten lassen müssen:„Die Korruption in der Berliner Aerzte- schaft", den» die Aerzte, die Bestechungsversuche machen, seien doch mindestens so korrupt, ivie die Vorstände, die sich bestechen lasse».— Es bclheilige» sich weiter E r d in a n n, Dr. W e y l, Stollen- berg. Dr. David erklärt u.a.. daß er den Vorsitzenden Mathies vor seiner Anstellung bei der Kasse gar nicht gekannt habe. Ein Herr Alexander Dame ivar früher bei Mathies beschäftigt und hatte Gelegenheit, zn beobachten, daß die Aerzte sich in der That oft durch Bestellung von Garderobe bessere Chancen für die An- stellung zn verschaffen suchten.— Nachdem noch Frau Reiniann und Fräulein Klara Jens ch erklärt habe», daß bei der Schneider- kasse von einer freien Arztivahl innerhalb der festangestellten Aerzte keine Rede sein könne, da die Aerzte die Behandlung von Patienten, die nicht in ihrem Medizinalbezirk wohnen, ablehne», wird die Ver- samnilung, ohne einen besondere» Beschluß gesaßt zu haben, geschlossen. Eine öffentliche VersantMlniig der Maurer tagte am Mitt- ivoch im Louisenstädtischen Konzerthans, Alle Jakobslraße 87. De» Situaliousbericht erstattete Metzle als Mitglied der Lohn- koniniission. Den Aussührungen war zn entnehmen, daß eine wesentliche Aenderung der Verhältnisse nicht eingetreten ist, obwohl verschiedentlich verflicht wurde, den durch die Lohnbeivezung er» rmigenen Stundenlohn zu kürze», was iviederholt von den betreffenden Maurern mit Erfolg zurück gewiesen werden konnte. Auch bei vorkommenden Maßregelnngen blieben die Arbeiter standfest und ivurde» dieselben i» de» meisten Fälle» durch 'Arbeitsniederlegungen, die nur kurze Zeit dauerte», oder nach einer entsprechenden"Verhandlung rückgängig geinachr. Die Zahl der Arbeitslosen ist allerdings von 200 auf ca. 3S0 gestiegen, trotzdem ist die Bankonjunktnr der späten Jahreszeit angemessen, eine an- dauernd günstige. Die Entlassung der Reservisten, von denen sich »»gefähr 200 bei der Lohnkonnnission gemeldet haben, mag ans die Zahl der Arbeitslosen ivohl auch eingewirkt haben. Vielfach wurde der Komuiissio» gegenüber wieder Klage geführt über das Verhalten der Behörden gelegentlich der verschiedene» Bausperre». Außer- dem sind immer noch arge Mißstände bezüglich der Bau- bilden, Schutzvorrichtungen tc. ans den Bauten zu verzeichnen. Die Auszahlung der Löhne in Gastwirlhschafte»— ein Fall wurde an- geführt, Ivo die Arbeiter direkt gezwungen wurden, bei dieser Ge- legenheit eine bestiminle Zeche zu machen— der Markenzwang von einem dem Polier oder Unternehmer genebinen Budiker, gab ver- schiedenllich Veranlassung zu Differenzen. In der Diskussion wurden eine Reihe von derartigen Mißständen angeführt und des weiteren das Verhalten der Akkordmanrer mit ihrem famosen, von dem Unter- nehinerlhum gehätschelten Verein, einer recht abfälligen Kritik unter- zogen. Nach einer längeren Debatte wurde beschlossen, von nächster Woche ab den wöchentlichen Beitrag zum Sireiksonds bis ans weiteres auf 25 Pf. herabzusetzeii. Ferner wurde, um fahrlässige und nicht genügend begründete Bausperren zu verhüte», ein Antrag angenonime»,»ach welchem Arbeits- »icderlcgnngen nur vorgenoimnen werden dürfen, wenn der Lohnkoinmijsion davon Miltheilmig gemacht worden ist und die- 'elbe zn der Arbeitsniederlegung ihre Zusliinniung ertheilt hat. De» Bauarbeitern, die in nächster Zeit die Ausnahine einer Statistik über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in diesem Berufe beabsich- ligen, ivurde aus ihren'Antrag zu diesem Zweck und zur weitere» Agitation eine Unterstützung von 300 M. ans dem Streikfonds der Berliner Maurer bewilligt. Von dem Vorsitzende» wurde sodann ans die Lohnbewegung der Rabitzpntzer hingewiesen sowie die Firmen bekannt gegeben, über die zur Zeit die Sperre verhängt ist, nnd aus- gefordert, diesen Berufskollegen nicht durch Aniinhine derartiger Arbeiten bei diesen Firmen den Kampf z» erschweren. Zum Schluß ivurde bekannt gegeben, daß die nächste Mitgliederversammlung des Verbandes am nächsten Sonntag bei Cohn. Benthslraße, stattfindet und zum regen Besuch der Versaininlung eingeladen. In Nixdorf tagte am 21. September eine öffentliche Metall- a r b e i t e r- V e r s a m ni l u» g, in der N ä t h e r reserirte. De», Vortrage schloß sich eine Diskussion an über die Zustände in den Rixd orfer M e s s i n g w e r k e». Der Meisler Kuhnert aus genannter Fabrik war gelade», aber nicht erschiene». Kuhnert soll, >vie ausgeführt wurde, den Arbeitern gegenüber sich ziemlicher Grobheit befleißigen. Die sanitäre» Verhältnisse in der Fabrik seien die denkbar schlechtesten, die Ktosets voller siugeziefer; auch die Vcnlilalio» i» der Gießerei lasse 'ehr viel zu wünschen übrig. Ebenso sehr ivurde Klage geführt iber die Waschgelege» heit, in einem Eimer müßte» sich 7-8 Per- onen Hände und Gesicht waschen. Am liebsten stelle man polnische Arbeiter ei». Die Richtigkeil dieser Tarstellung wurde von ver- chiedenen lltednern bestätigt. Die Anwesende» verpflichteten sich, der Organisation beizutreten und beschlossen, für die streikenden Former wöchentlich SO Pf. zn zahlen. Kerllner tzira»I>«i>-Zl»t»rst>>tinng«.>i»d KegrälinlSvercl» fiir Fra»,»» und Miidch-N. Heute, abends 7— s Uhr, bei Mehrwald, Alte Jalobstr. 5t— öS, Zahlabtiid. Taseibst werden auch jederzeit neue MUgUeder aufgenommen. Gevicszks-Bc Wmtö» Ter Markthallen- Inspektor als Kviiininnalbeamtcr. Der Inspektor der Markthalle v, Liste, war siir das Steueijahr 1896/97 nr Kommunalsteuer mit 70 M. herangezogen worden, und zwar zatte der Magistrat von Berlin der Veranlagung diejenige zur Staats- Einkoinmenstencr zn gründe gelegt. Liste erhob dagegen Einsprnch und machte geltend, er Komnninalveaniter und als solcher hätte er nur nach der Hälfte seines Einkommens veranlagt werden könne», so daß er nur 26 M. Komnnlnalsteuer zn zahlen brauchte. Der Einspruch wurde aber zurückgewiesen. Der Magistrat sprach Liste die Eigenschaft eines Konnnunalbealnte» ab. Es sei mit ihm nur ein Privat- Dienst vertrag abgeschlossen worden, nicht aber habe man ihn als Gemeindebeamter in dem fraglichen wirth- sehafllichen Betriebe der Stadt beschäsligt. Der Jnspekor klagte darauf beim Bezirlsausschiiß. Liste, der vom April 1336 bis zum Mai 1889 Assistent war, legte ein Schreiben des Magistrats vom 17. Mai des letztgenannten Jahres vor. worin es heißt:„Bei Anerkenung Ihrer iilfriedenstellendeu Leistungen übertragen ivir Ihne» nunmehr die bisher von Jhnenprovisorisch gesührteVerwaltnng derMarkthalle V de- stniliv und wirerneiiiien Siezm» Inspektor. DerMagistrat. gez. Dniicker." Der Bezirksausschuß erkannte zu grinsten des Klägers und führte aus: Dem Kläger sei die Beamteneigenschast zuzllerkeiiileil. Der Dienst des Markthallen- Inspektors sei kein rein wirth- schaftlicher oder mechanischer. Die Polizei- Verordnungen, die de» iviarkihallenverkehr betreffen, verliehen den Inspektoren der Markthallen wesentlich obrigkeitliche Befugnisse, so die Be« anssichtigung und Ueberwachnng des Verkehrs und die Er- zivingiing der erforderlichen Ordnung. Dazu koinnie noch das Schreiben des Magistrats, das gleichsam das Anstellmigspatent des Klägers darstelle. Demgegenüber sei es unerheblich, daß das Pensionsreglement für die'Angestellten der ivirthschaftlichen und indnstiiellen Anstalte» der Stadt vom Jahre 1695 die Inspektoren der Marklhalleii nicht als Gemeiudebeamte ansehe. Das Ober- Berwallungsgericht bestätigte gestern diese Eiitscheidmig, in der es keinen Rechtsirrthum entdecken konnte. Wogen Aiiffordcniiig z»ni Widerstände gegen die Staats- getvalt Halle sich der Maurer Hoffina»n vor der vierte» Slraf- kninmer des Landgerichts I zn verantworten. Er hat als Redner in einer Maurerversammluiig erzählt, daß er in der Hansthürnische eines Nenbaiies stand nnd von einem Schiltzman» znm Verlasse» dieses Platzes aufgefordert worden sei. Dieser Anfforderuiig habe er aber nicht Folge geleistet, sondern dem Schntzmann bedenter, baß er de» Polier erivarte, de» er»in Arbeit ansprechen ivolle, ivoranf ihn der Beamte zur Wache brachte. Dieses Einschreiten des Schutz- »ia»ns hat Hoffinann für ein seiner Meiiiliiig nach unberechtigtes erklärt»nd im Anschluß daran soll er— wie die überwachenden Polizeibeamten bekunden— an die Versammelte» die Worte gerichtet haben:„Ich fordere Sie auf, in solchen Fälle» den Beamte» Widerstand zu leisten." Drei andere Zengen hallen diese Bemerkung nicht gehört. Der Staalsanivalt beanlragte eine Gefängnißstrafe von sechs Wochen. Der Verlheidiger, Rechtsanwalt Dr. Herzseld, führte aus, daß. selbst wenn der Gerichtshof die betreffende Aeußernng Hoffmann's für erwiesen hallen sollte, doch keine strafbare Hand- lmig vorliege. Eine Bestrafniig des Angeklagten könnte nur dann erfolge», wenn er znm Widerstände gegen Beamte aufgefordert hätte, die sich in r e ch t m ä ß i g e r'A u s ü b u n g i h r e s A m t e s be- fanden. In dem von dem'Angeklagten dargelegten Falle habe aber der Schiitzma»» n n b e r e ch I i g t e r w e i s e den Hoffinann zum Weitergehen aufgefordert»nd somit nicht in rechtmäßiger Aus- Übung seines Amtes gehandelt. Da aber der Angeklagte nur solche Fälle im A»ge gehabt habe, so könne höchstens von einer Aufforde- rung ziiin Widerstande gegen solche Beamte, die eine unrecht- mäßige Amlshaiidlinig vornehme», die Rede sein. Eine solche Ans- fvrderniig sei ebensoweiiig strafbar, wie der Widerstand gegen einen Beamten. der i»»»rechtmäßiger Ansübinig seines Amtes handele. Der Gerichtshof hielt zwar für erwiesen, daß der Angeklagte zum Widerstände aufgefordert habe, folgte aber im übrigen den Aus- sührlingen des Verlheidigers und erkannte aus kostenlose Frei- p r e ch» n g. Unter der Anklage der fahrlässtgeu Körperverletznng stand gestern der Student der Thierheilkunde Karl Jüterbock vor der vierten Strafkammer des Landgerichls I. Der Angeklagte bekannt« sich schuldig und erzählte die Vorgänge, welche der Anklage zn gründe lagen, in folgender Weise. An, Abend des 31. März d. I. sei er »ach einem in Moabit gelegene» Restaurant gegangen. Dort babe er mehrere bekaiuile junge Leute, n. a. den Snpernumerar Otto Hein getroffen. Der letztere sei etivas angetrunken gewesen nnd habe dabei eine ausfällige Erregung an de» Tag gelegt. Nach etwa einer Slmide habe der Augeklagte sich»ach Hanse begeben, mu seiiiem schiverkranke» Onkel eine Dienstleistung zu ver- richten. Zufällig sei sein Blick auf seine Hausapotheke und auf die darin bcstndliche Flasche mit Opiumtinktur gefallen»nd da sei ihm der Gedanke gekoinmen, daß eine kleine Dosis Opium seiiiem Freunde Hein gute Dienste leisten und zu dessen Beruhigung dienen könne. Er habe die Flasche zu sich gesteckt und sich wieder nach der Restauration begeben. Hein sei noch aufgeregter gewesen als znvor, habe mit dem Stock auf den Tisch geschlagen u. s. w. Der Angeklagte habe die Gesellschafter des Hein verständigt, was er vor- habe. Tann habe er znnächst selbst die Opiumflasche an den Mund gesetzt nnd etwa einen Tbeelöfsel voll von dem Inhalte getrunken, der gegen 25 Gramm betragen mochte. Mit de» Worte»:„Prosit, ein, trink mal einen Sämaps!" habe er die Flasche dann dem ein herübergereicht, der ohne Prüfinig einen Schluck daraus trank. Tie Flasche war jetzt bis aus ein Drittel geleert. Hein müsse etwa 15 Gramm Opiumliiiktnr zu sich genommen haben. Die Wirkung stellte sich bald ein. Hein wurde ruhig und verfiel bald in einen npalhischen Zustand. Seinen Freunden wurde ängstlich, sie brachten ihn nach dem Moabiler Kiankenhanse.>vo die Aerzte sofort geeignete Maßregeln ergriffen, dem Patienlen den Magen nuspumpten u. s. w. Tie Begleiter Hein's wurden durch die vom Arzte aiisgesprochene offnnng, daß Hein schon ivicder zn sich kommen würde, beruhigt. liefe Hoffnung bewahrheitele sich nicht, Hein ist am folgenden Morgen verstorben. Da die Sachverständigen begutachteten, daß der Tod infolge des Opiuingeniisses eingelrelen sei. so koiinle an der Schuld des Angeklagte» kein Zioeiset sein. Der Staatsanwalt be- anlragte sechs Monate Gefängniß. der Gerichtshof ging aber über den Antrag hinalis, iiideur ans eine Gefängnißstrafe von neun M o» a t e u erkaiiiit ivurde. Taö Postcnstche» Aiiöständiger als grober Nufng. Vom Landgericht Lübeck waren vor einiger Zeit sechs streikende Tischler des grobe» Unfilgs schuldig besiinde» und verurtheilt worden, >veil sie bei dem'Aiissiaiide ihrer Pflicht als Slreikposte» genügt halten. Auf die R e v i s i o n der Bernrlheilten hob gestern das Hnnsealische Ober-Landesgericht, wie uns in einem Privat- t e l e g r a m m aus H a i» b u r g gemeldet wird. dasUrtheil auf und verivics die Angelegenheit in die Vorinstaiiz zurück. Ter Ranbniord im Bahnpostwagen, der i» der Nacht vom 3l. iviärz ans den 1. April 1897 im SchneUzug Geuf-Bern an dem 30 j ä h r i g e» P o st k o n d n k t e u r H e i n r i ch A» g it verübt wurde, beschäftigte vorige Woche nnd am Montag, also sieben Tag« lang, das Schivnrgericht in Freibilrg. Angellogt ivar der 3t j ä h r i g e e i» r i ch H n der, der in Genf bei seinen Eltern wohnte. Der Angeklagte w»rde des ihm zur Last gelegten Verbrechens für über- ührt erachtet»nd zn lebenslänglicher Zuchthausstrase verurtheilt. Neposiszett und lohte Itadjuidjfou- Bozen, 30. Sept.(33. H.) Der von der Staatsaiiivaltschaft i» Regensburg wegen großer Uiilerschlagnngen, die er früher als Postbeamter verübt hat. steckbrieflich versolgte Jesnitenpater Philipp ist in Klausen verhaftet worden. Prag, 30. September.ts„Umilck" Sn>i»kl UMlM Ihitflij, 1. Otifolict 1897. Punfif„PvcTIV Nicht mit im 1., 3. und 5. Wahlkreise, sondern auch im 2. und 4. Berliner Wahlkreise sowie im Nieder- Barninier Bezirke ist der Antrag, den die Berliner Mitglieder bezüglich Eriveiterung der Siechte der Prehkoniinissto» gestellt habe», inil großer Majorität durchgedrungen, so daß man mit Fug und Siecht behaupten kann, die Genossen Berlins und der Bororte flehen hinler dein Slntragc. Slnch ohne die Zlusforderung des Parteivorstandcs wäre eS Pflicht der Berliner, diesen Antrag zu begründen; da»im aber gar der Vorstand selbst wünscht, die obschivebcndcn Anschannngen möchten vorher gründlicher Erwägung unterzogen werde», so sieht flch Nnterzeichncler verpflichtet als einer der Miloulrngstcller, die kkontroveise über diesen Punkt zu eröffnen. Es mar im Jahre 1891. Tie Unabhängigen-Bewegung in Berlin schlug hohe Wellen; Bewiesenes und noch niehr Unbewiesenes wurde den, Partcivorstand zum Vorwurf gemacht, unter anderen auch dasi der Vorstand den Berliner Genossen keinerlei Einfluß aus ihr Organ gestatte. Der Parteitag in Erfurt halte sich nach tagclangc» stürmischen Tcballcn der Opposition entledigt; um aber dein begründeten Vorivnrfe von der Mnndtodt» machnng Berlins zu begegnen, wurde auf Antrag Bebel'S eine Prcßkoniinission für den lokalen Thcil errichtet. Dia» beschränkte wohl mit Siüclsicht ans die gereizte Cliniinnng der Provinzler gegen Berlin die Thäligkeil dieser Koinniission ans den lokalen Theil, andcrerscils erhoffte aber auch wohl der Parteitag einen großen auswärtigen Abonnentenstand. Man war hierzu um so eher berechtigt, da die „Volks» Tribüne" als Wochenblatt und Ersah eines Zentral- orgaus sich nicht halten konnte und jedermann glaubte, den Abonnentenstand des eingegangenen Blattes mit Leichtigkeit zni» „Vorwärts" hinüberführen zu könne». Das Entstehen einer großen Anzahl Provinzblälter, wornnter einige ganz vorzüglich rcdigirte, hat diese Erwartungen zu uichie gemacht. Ter auswärtige Abonnentenstand des„Vorwärts" bewegt sich seil lange» Jahren genau auf derselben Höhe, und wenn uian die P o st a b o n n e n t e u- E i n» a h m e n betrachtet, so er- giebt sich das Resultat, daß noch in» Jahre IKSS/OC 39 19t> Mark vereinnahmt wurden,»nährend im Jahre 1896/97 nur 31397 Mark Kasseneingang verzeichnet stehen,»vas einem Bestände von kann» 2799 auswärtigen Abonnenten »nlsprecheu würde.— Nach Mitthcilnngen der Expedition stellt es sich thatsächlich so, daß Berlin und die Vororte ca. 4S 999 Abonnenten zum Zentralorgan stellen, während ansivärls deren noch keine 3999 vorhanden sind. In dein Maße,»vie nun die Provinzpresse»nächst und ihre Aufgabe» ersüllt,»vird das Zenlralorgai» iininer mehr an Abonnenten außerhalb Berlins und seiner Umgebung verlieren. Seien»vir froh, daß der ngitnlorische Eiser der Berliner Genossen diese nnveriiieidlich« Minderung nicht nur»vclt gemacht, sonder»» immerhin die Aboniicntcnzahl,»nenn auch langsam, so doch stetig »vachsen ließ. An keinen» Parlciblatte aber haben die Genossen so»venig An- rechte,»vie die Berliner an dein ihrigen. Berlin ist zum Stieskinde »nid Prügelknabe» der Partei geivorden. Da fällt nicht ins Gewicht, was hier gesteuert und gearbeitet»vird, nicht daß die Berliner Ueberschüsse des„Vorivärls" daS finanzielle Rückgrat der Partei bilde», nicht daß durch die Opferivilligkcit der Berliner ganz allein die Agitation in der Provinz Brandenburg >l»d wo anders belrieben»vird, auch»licht, daß bei großen Streiks die Berliner glänzende Beiveise der Solidarität ziffernmäßig beibringe»; das hilft uns alles nichis, die Amipalbie ist da und»ver ans Parteilagen gegen Berlin spricht,»st des beifällige» Nickens der meiste» Delcgirlen sicher. I» Leipzig, Cheinnih, München, Brannschiveig und im kleinste» Orte Deutschi and-, bei dem kleinsten Partei- blalte haben die Genosse» durch ihre Preßkoniniisston das alleinige Bestimiilungsrecht, wir aber in Berlin sind auf de» Allenlheil des Lotalei» beschränkt. Ja die brave» Braunschiveiger Genossen »vollen sogar beantragen:„Ter Parletlng»vählt den Chesredallenr, der kann thu»»vas er>vill."— Die Be» sammln» g der Gcinülhs »nenschcn, die diesen herrlichen Beschluß faßte,»velcher Berlin ganz rechllos macht, handelt augenscheinlich nach den» Grnndsahe: „Was Du nicht»villst, das ina» Dir thu'", Das füg' nur den Berlinern zu." Der in Erfurt im Jahre 1391 gesaßtc Beschluß schwebt überdies völlig i» der Luft. Ter Parteitag setzte eine Berliner Preßkounnissivn ei», doch steht davon im Organisationsstainl der Partei absolut leine Silbe und»ver es nicht glaubt, konii's in» Golhaer Pro- lokoll von 1896 suche», er»vird es nimmer fiiiden. Diesen» rechtlosen Zustande»»acht nun der Antrag, de» fast alle Preßkominissions-Mitglieder vertrete», ein Ende.— Wir verlangen die Einfügung«iiies§ 17a, der die bestehenden Rechte der Berliner Genosse» statutarisch feststellt und dahin erweilerl, daß nicht»nr in lokalen Sache», sonder» auch bei alle» Dingen finanzieller Natur, bei allen Anstellunge». Berlin vertreten durch seine Preßkomlnifsio», mit zu entscheide» hat.— Ter Antrag verkennt keinen Moment; so lange der„Vorwärts" noch Zentral organ ist, hat der Vorstand ei» Anrecht ans seine politische Leitung »ino seine Benutzung. Bei allen anderen Dinge» aber»vollen»vir Berliner Genosse»,»velchc»vir das Zeiilraloiga» einzig und allein Halle»,»> i t bestimme»».— Dafür, daß»vir den„Vorivärls"— der ja zu 94 pCt. doch Lokalblatt ist— der Partei zur Verfügung stellen, wolle»»vir»ich», »vie ei» Genosse neulich ganz richiig anssnhrte, rechtlos sein. Wir forder» damit viel»veniger Rechte, als»vie alle andere» Partei genossen Dentschlands bereits besitze». Dieser Mindestforderung aber sollte sich kein billig deutender Genosse der Provinz enlgcgen stellen. Man»vende mir nicht ein, daß das bisherige Verhältnib ja recht gilt»nd ersprießlich gc»vese» sei.— Ans eigener Erfahrung kann ich bezenge», daß alle an den bisherigen Zunaiiden Bctheiligten sich in der taktvollsten Weise bemüht haben, Differenzen zu venneiden, und»venu die Klagen über den„Vorwärts" nicht verstilininen, so ist»vahrlich nicht die Redigirnng des Blattes schuld, sondern einzig und allein der Umstand, daß die Genossen fest glauben— Berlin sei gänzlich einflußlos auf die Redaklions- führnng. Solche Klagen und Belchrnngen, wie eS zu machen sei,»verde» aber sofort jchivinden, sobald die Berliner mit zu entscheiden habe» und der überwiegende Inhalt des Blattes s o redigirt»vird,»vie sie es selbst wünschen»ind verlangen. Wen» nun ferner die Bcfürchlung enlsteht. eine vielkopsigc Koinniission werde eher hinderlich als fördernd ans die Berivaltung des„Vorivärls"«iiuvirken, so muß de», entgegen geHalle»»verde», daß die Preßkonnnisston ja ans jedes Ressort»nr einige Milglieder zu veriheilen braucht.— Bei Anstelltinge» ist es aber geradezu »»entbehrlich, zu höre»,»vie über die Fähigkeit und Tüchtig- kcit der Anznstellenden hier geurtheilt»vird. Es können dabei viel »veniger Fehler nnlerlaitfe», als»ven» eine ganz kleine Zahl darüber zu bestimmen hat.— So niaiiche Anstellung, die vo»»venigen Leuten vorgenommen wurde,»var für das Zenlralorga» nicht besouders ersprießlich. Die bisherige Preßkoiniiiission hat sich mit großen» Eifer der Nßitalio» für Verbreitung des„Vorivärls" angenommen;»venn das Resultat sich auch erst im nächsten Parleibericht zifferinäßig ergebe« »vird, so steht doch fest, daß der Abonnentenstand in Berlin sich gc- Hobe» hat.•— Alle diese Gebiete auszubauen, in alle Verhältnisse des Zenlralorgans Einblick zu nehuien, niit zu wirken, »nit zu agitiren für unsere Presse ist Pflicht der Berliner Genossen. Verlüimnere man ihnen aber auch andererseits nicht das bescheidene Recht, das sie fordern— auch mit zu bestimmen. Unlerzeichiieter hofft ztwersichllich, der Parteitag wird A 17» einfüge» und sich nicht von Vorurtheilen gegen die Genoffen Berlins leiten lassen. Leopold Liepmann. Mommunttles. Stadtverotdiiete» Versam mliing. Oeffentliche Sitzung v o in D o n n e r st a g, 39. S e p t b r., nachmittags 5 Uhr. In den Ausschuß zur Vorberathung des Antrages Borg- m a»» wegen Verinchrnng der Heiuiftälle» für Lungenleidende und wegen Netlbaues einer Hcilanstnll sür Tuberkulose ist u. a. Sladlv. Z a d e k depuiirt. Die Verhandlung der Anträge Borgmann wird fortgesetzt. Der zlveite dieser Anträge fordert die Versaininlnng ans, einen schon am 16. Januar 1896 gefaßten Beschluß zu»viederholc», durch ivelchcn der Magistrat un» Mitthcilung darüber ersucht wurde, irnvieiveil sür die Fälle von Krankheiten oder U n- s ä l l e» v o ii A r b e i t e r i», die sür die verschiedenen Ver- »vallnngsziveige der Stadt Berlin beschästigt sind. Für- sorge getroffen ist. Sladlv. S t a d t h a g e»: A» dem im Antrage genannte» Tage bat die Bersainnilung einstimmig die erwähnlc Anfrage an de» Magistrat perichlet. Es war damals ei» zweiter Antrag gestellt, der dieselbe Fürsorge für die im städüsche» Betriebe beschäftiglcn Arbciler verlangte,»nie sie sür die in staatliche» Betrieben Be- schäfiigtcn gesetzlich bestellt. Dieser Antrag ist zurnckgestellt ivotde», bis man jene slalistische Unterlage haben würde. Seil 29 Monaten läßt»ins der Magistrat auf diese Auskunft warte»; so lange Zeit brauchte es doch sür diese Slrbeit gewiß nicht. Vo» den 19 999 hier in belracht kämmenden Personen unterliege» etwa 2ö99 dieser Kranken- und Unsallsürsorge nicht. Die Versammlung ist ein- stimmig der Meinung, daß auch diese derselben Fürsorge theilhastig tncrden sollen; die Lage derselben wird immer schwieriger und in einzelnen Fallen liegt geradezu ein Nolhstand vor. Stadtralh Weigert erklärt, daß die betreffenden statistische» Ansnahinen seitig gestellt sind und in einigen Woche» der Versa»»»- lnng znxehe» werden. Ter Antrag»vird darauf a>» g e»» o m m e n. Nach dem dritten Antrage soll der Magistrat ersucht»verde»», der Versammlung eine Vorlage zu mache», di»ch welche eine Pen s i o n s b e r e ch t i g n i» g sür die vo» der Stadt bcschästigtc» arbeitsunfähig geivordenen Arbeiter eingesührt»vird. Stadiv. Kalis ch bcaniragt, de» Antrag einen» Ausschuß zu überiveiscn. Sladlv. Spinola beanlragt Uebcrgang zur Tages ordiuing. Sladtv. Singer: Wir habe» wiederholt ans die Nolhivendigkeit einer solchen Maßnahme hinge, vicsen. Tie in stäMische» Betrieben arbeilsnnsähig geivordenen Personen solle»»veder der Armenpflege noch der Wohllbäligleit der Stadl anheimfallen. Der soziale Zug der Zeit verlangt, daß auch sür diese Leute eine Einrichtung geschaffen ivird, die ihnen einen Rechlsanspriich darauf gewährt, daß sie vor äußerster Roth geschützt sind. Ich würde glaube», die Versaininlnng zu be- leidige»,»venn ich annehmen»mirde, daß sie leinen Sinn sür die Vcrcchlignng dieses Anspruches»nd dieses Antrages hälle. Es handelt sich darmi,, das Prinzip zum Dnrchbrnch zu bringe», daß derjenige, der seine Kräfte i» treuer Arbeit ans- gerieben hat, nicht der Noth verfalle» soll, also daß die Stadt das lhut,»vas jeder anständige private Arbeitgeber schon von selbst thut. Die Tagesordnung unserer geheime» Sitzungen bringt uns ja stets. so auch beute Anträge, u-elche die Nachsnchnng von Unteistütz»>i>ge>l sür Personen belreffen, die 29, 25 und mehr Jahre ihre Dienste der Stadl gewidmet haben. Den Ar- beilm»»»»iß aber als Recht zugestanden»verde»,»vas bisher ans Villigkeitsgrnnden schon vielfach geschehen ist. Viele Privatiliilernehiner haben für ihre Beiriebe solche Penstvnskassen eingerichtet; die Pserdebahngescllschast»vird eine solche auf unsere direkte Veranlassung errichten. Die staatlichen Beiriebe, die Militär-, Marine-, Eisen- bahn> Verwallnng haben ebenfalls derarlige Kasse». Tie Sladt Berlin wird sich den, nicht entziehen könne», will sie anders auch ihre Beiriebe als Muster-Anstalten gelte» lassen. In London, Paris, Birmingham, aber auch in deutschen Slädle» existire» solche Einrichinnge»; es ist beschämend, daß gerade Berlin ans einer Art von cigensinniger Prinzipicnreilerci im Sinne der Manchcsterthcorie sich hierbei hat überflügeln lassen. Die städtische» Betriebe solle» nicht im Schlepptau der privalkapitalislischen gehe», sondern sie solle» vorbildlich ivirkc». Vluch die finanzielle Frage lrilt i» dem Grade dabei zurück, als i» gleichet» Schrille der Arme»- etat entlastet»vird. Dresden hat vor kurzem eine» Fonds von 59 999 M. z» diesem Ziveckc ansgeworfcn. I» München ist ein Verein zu demselben Zwecke ins Leben perusen, der durch städtische Beiträge unterstützt»vird und dessen Leitung in den Händen eines der obersten Koinninnalbeamle» liegt. München hat auch diejenige»achahmc»S»vcrlhe Einrichtung, daß die Privat- nnternrhmer,»vclche städtische Arbeiten übertrage» bekommen, '/« pCt. zu dieser Wittmeiilasse beitrage»»nüsscn. Hier ist also sozialpolitische Fürsorge in einem gnvisse» Maße für die städtischen 'Arbeiter vorhanden. In höherem Maße ist dies in Frankfurt a. M. der Fall; dort wird ein« Pension n»d ein Williven-»nd Waisengcld gezahlt, die Pension beträgt zwischen 29 und 75 pCt. des Arbeits« Verdienstes,»nindcstens aber 249 Mark. Diese Einrichtung ent- spricht dlirchans den Stnfoidcrlingen der Gerechtigkeit. Merk- würdig, daß das all- Wort„die Norddeutsche» sind dem Süden zu liberal", jetzt nnigekehrt werden muß; selbst ans sozialem Gebiet sind die Süddeulsche» uns jetzt vorangegangen. In Siuttgart ist jüngst einfliinmig im Geineindekollegiiini beschlossen worden, eine derartige Kasse einznrichie». Tie richtige Konstruktion einer solche» Kasse muß naliirlich Beiträge der Arbeiier festsetze» und die Arbeiter a» der Verwallnng bcthciligen. Ich beantrage, den Antrag einem Ausschuß von 19 Mitglieder» zu überweise». Beseitigen Sie den Antrag durch Uebergang zur Tages- ordiuing, so schaden sie sich selbst damit am ineisten; durch solches Verfahren»vird die Forderung selbst nicht beseitigt, sondern die Nolhivendigkeit ihrer Erfüllung»vird sich dann später nur»m so schärfer ansdrängcn. Die Anträge gehen vo» Mitgliedern ans, welche der Zahl nach eine»veil größere Anzahl vo» Bürgern vertreten, als die Mehrzahl dieser Versammliiiig. Vergessen Sie nicht, daß»vir hier sitzen ans grund des Treiklnssen-Wahlrechts. Durch eine einfache Handbewegnng sollle inau nicht zur Tagesordnung übergehen.(Beifall.) Sladtv. Spinola(sür Uebergang zur TageSordiuing): Der Antrag ist»»nütz liiib überflüssig, er würde sogar manche Arbeiter sehr schädige»,»vcn» er angenommen würde. Für die Beamten habe» wir ein Pciisionsreglement geschassen. Zwischen pcnsionsberechligtcn Beamten und Arbeiten, muß eine Grenze gemacbt werden, beide Kategorien gleich zu beHandel», ist unslallhaft. Für die Arbeiler sorgen wir sehr reichlich. Zunächst sind diese Leute alle rcichsgesetz- lieh versichert, und außerdem haben»vir eine offene Hand sür alle, die»»» Roth gerathen sind. Die anderen Slädle erreichen uns lange nicht i» dem, ums»vir thn». Wir geben reichlich, nur einen Pensions a n s p r u ch könne»»vir nicht geivähre». Wir beschäslige» jetzt viele Leute, die schon ein hohes Aller erreicht habe» und nicht mehr taktfest sind; die Fixirnng der Bedingungen für eine Pensionskassen- Einrichtung für sämmlliche Arbeiter würde viele Arbeiter geradezu benachlheiligen. Sladtv. K a l i s ch(gegen die Tagesordnung): Iii seiner All- genieinhctt de» Antrag anzunehmen, ist nicht möglich, aber»vohl önnle man in einen» Ausschuß überlegen, iinvieiveil für gewiffe ArbeiUrkalegorien doch eine Pensionsberechtigung zu konstruiren iväre. Es ist der Stadt Berlin thatsächlich nicht würdig, auch die- jenig«»» immer»nr auf die Unlcrstütznngeii zu verweisen, denen vielleicht bei näherer Prüfung ein Rechlsanspruch zuerkannt»verde» »vürde. In namentlicher Abstimmung»vird der Antrag auf Ueber- gang zur Tagesordnung mit 56 gegen 37 Stimmen a n g e» o in in e n. Die folgenden sechs Anträge berühren das»veite Gebiet der S ch n l f r a g e. Zunächst wird das Verlange» der» n e>» t g e l t« l i ch e» Lieferung der Lehrmittel a» die Gemeinde- s ch i» l e r erneuert. Diese Maßregel soll vom 1. April 1893 ab in krast trcle» und die Mittel dafür sollen in den nächstjährigen Etat eingestellt werde». Die Sladtvv. Cassel und Spinola bringen einen Antrag ans motivirte Tagesordnung ein, in»velchen» ans die früheren Beschlüsse der Versammlung bezug genoinulen und die fort- gesetzte Thätigkcit in derselbe» Richtung versprochen, aber die all- gemeine Durchführung der Unentgeltlichkeit als eine einem großen Theil der Bevölkerung gegen ihre» Willen anfzudrängende Wohlthat bezeichnet und auch als ungcrcchlferligle Belastttng der Steuerzahler zurückgewiesen»vird. Stadlv. Vogtherr: Wir haben schon 1399/91 einen gleichen Antrag eingebracht,»velcher z>»'ar nicht angenommen»vnrde, aber doch die Folge halte, daß der Fonds vo» 9999 Mark sür »»KNigellliche Lieserung vo» Lehrmittel» auf 49 999 M. erhöht»vnrde, n'ährend freilich der niedergesetzle Ausschuß 69 999 M. beantragte. Die Dinge haben sich feilden» immer mehr in einer Richtung ent- unckelt,»velche zu der'Annahme unseres Antrages fuhren muß. Ter Nachweis der Bedürstigkeit. an welche» bisher die Bewilligung geknüpft ist, ist höchst schwierig zu sühren �»ind enlhält zudem sür den belrcssenden eine arge Belästigung und Demülhigung. Tie Festsetzung einer bestimiule»» Enmm« im Elat schließt sodan» aus. baß alle»virllich Bedürsligen befriedigt wer- de» können. Wir haben aber längst gezeigt, daß es gerade diese demülhigende» Bedingungen sind,»velche die Mehrzahl der Ella» abschrecken, von diesem Hilfsmittel Gebranch zn machen/ Gegenüber de» große» Leisinnge»» der Stadt für Schul- zivecke sind die finanziellen Eiinvände gegen»»»serei» Antrag hinfällig. Die GesaniMllelstniig sür ein Kind»vürde sich pro Jahr nnf eltva 2 M. belansen, also höchstens ein« jährliche Anslvendnng vo>» 499 999 M.,»vovon die jetzigen 49 999 M. in Wegsall kämen. Vo» einer ungerechtfertigten Belastttng der Sleuerzahler kann ina» nicht sprechen. Sie haben doch erst vor kurzen» den gesa»»»len Gcmeiildeschnlern auf städtische Koste» ein Buch aufgedrängt zur Eri»»er»»g a» de» 22. März! Die Beschaffung der Lchiiniltel durch die Eltern soll aus die Kinder er- zicherisch wirken; das Kind soll zuerst znrErkenntniß seiner Pcrsönltchkeit komme»,»»'-»» es sei» kleines Etgenthmn zu verwalten hnt(sehr richtig!). Das mögen Sie für sehr richtig ballen; ich meine, der Gemeinsiiui des Kindes»vird viel mehr gepflegt und gestärkt,»ven» die AU- gcnieinheit ih», die Lehrmittel llefert.(Lachen und Widerspruch.) Wie schwer hat es gehalten, die Schulbäder einzn führen! Was ist nicht alles gegen die Beseitigung des Schulgeldes gesagt»vordc»! Heute haben sich die Meinnuge» sehr geändert. Sv wird es auch i» de» Frage der unentgeltliche» Lieferung der Lehrmittel gehen. Stadlv. Cassel: Stach unserer Meinung liegt heute kein Anlaß vor, auf diese Frage näher einzugehen. Di- eingestellte Stimme reicht ans»nd die Prüfung des Bedürfnisses ist ems zweckmäßige; eventuell»vnrde die städtische Verwaltung gewiß zu höheren Bewilligungen bereit sein. Schleunigst« Erledigung der Gesuche und»veitgehendste Rücksichlnahme ist de» Schulkommissione» zur Pflicht gemacht»vorden, darüber heranszugeheii und alle» Schülern diese Zuivendung zu mache», hallen wir sür unziveckuläßig,»veil auch 369 999 Mark eine sehr erhebliche Summe sind und die Hingabe dieser Summe nicht uölhtg ist. Sladlv. B or g m a n»: ES entspricht nicht völlig der Wahrheit, daß die Lehrmittel in liberalster Weise denen beivilligt werden, die darum»achsuche». Es»verde» z. B. Rechenbücher nicht gegeben. 'Auch dauert es oft drei Wochen und länger,»amenllich bei Um- schnlungen, bis über die Anträge entschiede»»vird. Bis zu 35 Schüler habe» in einer Schule so lange ohne Lehrmittel unterrichtet werde» müsse»!(Hört, hört!) Was heute hier vorgebracht wird, ist schon bei de» Verhandlunge» über die Altshebung des Schulgeldes vor- gebracht»norden. Ihr Parteiheiliger Waldeck(Zurufe) hat damals die Unenigelllichleit des Echttlunterrichts gegen die Regierung einpsohlen. Stadlrath S e l b e r g erklärt, daß auch Rechenbücher geliefert werden; es sei ihm kein Fall des Gcgenlheils bekannt. Sladlv. Kreitling: Wir beantragen Ansschußberalhlliig. An der Bedürsnißfrage Halle» auch wir fest. Aber es sollten doch jedem, der liberhanpl Unterstützniig bezieht, ohne jede Weiternug auch diese Lehrmittel zugestände»»verde». Die finanzielle Tragivette»st»ach unserer Kenntniß der Dinge doch sehr erheblich; es ivürden ans jedes Kind jährlich 19 M., also ca. 4 Millione» oder 6*/s pCt. Einkonniieiistener komme»». Sladlv. Cassel: Die Antragsteller wollen gar keine zweck« mäßige Vertheilung, sondern nncnigettliche Liefernng. Mit dein Al»ssch»ßaiitrag kommen»vir also nicht»veiter,»vir lehne» ihn ab. Sladtv. Singer: Herr Cassel befindet sich offenbar in der Meinung, es handle sich»in eine Art Armeniliiterstütziing. DaS wollte ich nur annageln, den» das ist der innere Grund, weshalb Sie dieser Forderung, die alle Pädagogen nulerstntzen, die der BerlinerLehrer- verein gebilligt hat, zurückweise». Die Unentgeltlichkeil der Lehrmittel ist ein noihweudiges Korrelat der Unenlgcltlichkrit des Schulunterrichts. Wollen Sie denn die Klassengegeniätze bereits die Niuderherzen vergiften lasse», indem diejenigen, die nnenigeltliche Lehrmittel erhalle» haben, von den andere», deren Elter» die Bücher bezahlt habe», stigmntisirt »Verden? Theoretisch könnte» ja auch»virklich diejenigen Väter, »velche die Lehrinttlel annehinen, des Wahlrechts für verlustig erllärl »verde». Rehme» Sie den Antrag nicht an, so»vird er eben»vieder- kehre», bis er angenonimei» ist!(Gelächter.) Sladtv. Weber bestrettet, daß i» einer bestimmten Schule 95 Kinder drei Wochen lang ohne Lehrmittel unlerrichlet »vorden seien. Stadlv. Hugo Sachs sticht die Behanplnng Singer'S zu eilt- kräflen, daß es sich hier»in» eine Art vo» Arme»- Uiilerstützniig handle, die des Wahlrechts verlustig mache. Sladtv. Borgmain» bedauert, daß die Freisinnige» die Be- rnsung ans Waldeck nicht gelte» lasse»»vollen; er würde»vünschen, daß sich noch heule recht viele Leute»vie Waldeck i» dieser Partei bcsänden.(Zwischenrus Singers: Ist ganz nnd gar unmöglich! Groß- Heiterkeit.) Der Sln trag a u f in o d e r i r t e T a g e s o r d n u» q»vird a» g e n o m in ei». Die nächste» vier Initiativanträge beantragt Stadlv. Meyer sür heule abzusetzen, da sie gar keine Eile hätten, und»>aii ja daran gewöhnt sei, daß vor de» Wahlen solche Anträge in großer Menge kämen. Stadlv. Sing er: Wir haben garnicht die Absicht, diesem An« trag Widerspruch entgegenzusetzen; es miißt« um unsere Wahlaus- sichlcn schlecht bestellt sein, ivenn wir dazu diese'Anträge brauchte». Die Absetzung»vird b e s ch l o s s e n und znrnr ans 14 Tage, da in der nächsten Woche die Aittragsieller vo» Berlin abwesend sein werden. Zur Erschließung des„neuen H a» s a v i e r t e l s", der ans den» rechten Ufer der Spree unterhalb der Hansabrncke ge- legenen, bis zur Gotzkoivskybrücke, Jagowstraße und zn den Borsig- scheu Anlage» sich erstreckende» sogenannlen In den wiese, soll eine 5 Meier breite Fußgängerbrücke im Zuge der Straße „Siegnninthos" auf Koste» der betreffende» Terrain-Gescll- Sehnst erbaut und dann in das Eigenihum und die dauernde Unter- altnng der Sladt übernommen werden. Es wird beschlösse», die Vorlage abzulehnen»nd den Magistrat zu ersuchen, neue Verhandlungen darüber herdeiziifnhren. unler welchen Bedingungen die Adjazente» zum Bau einer eiserne» Fahr- brücke bereit sind. Am 17. Juni d. I. haben die Sladtvv. Singer, Bruns, H e rz f e l d t, Wernau und B o r g»i a na» folgende A»» s r a g e an den Magistrat gerichtet: Ii» verschiede««» Zeilimücn befindet sich»nchsieheiidc Mit- theiluiig: »Das„Teltower Kreisblati" berichtet e»>S Kroßbeere»: Eine Ei>>richt«»g, die jeden Meiischei» mit tiinij»em Btilleid erfiille« imisi, besieht hier dari», daß auf den Rieselfeldern des Berliner Magistrats die Schulkinder bereits als Tagelöhner verwendet »verde». Bis IL Uhr befindet sich das Kind in der Schule, nni IVe Uhr»i»ß es»üt der 5liepe ans dein Rücke» vor dein Gntshanse antreten uiidniarschirt darauf i» dergivßleuHihe iusFcld. wo es bis zum Abend bleibt. Natürlich können die etwa öv Kinder die Schularbeiten nicht»lachen und an» Vormittage nicht dem Unterricht gelingend folgen, zumal schon Kinder verwendet »verde», die noch nicht elf Jahre alt sind. Die Kinder müssen Tag aus, Tag ein aus dem Felde arbeiten und»verde» da- durch i» der schönen Sommerzeit in ihrer Erholinig und Aus- bildung gehindert. Die Nuterzeichi, eleu richten an de» Magistrat die Anfrage, vb die in der Zeitungsnotiz behauptete Thalsache auf Wahrheit beruht, lind,»venu ja, ob der Magistrat entsprechende Maßregel» ergreifen»vird,»mi die— die Nichtigkeit der Angabe vorausgesetzt— auf dem Rieselgul Großbeerei» eingeführte Kinderarbeit sofort zu beseitige». Die Beantwortung der Anfrage steht aus der heuligen Tages- vrdnulig. Sladtv. Singer bezieht sich auf die alisführliche Zeitungsnotiz nnd verzichtet einstiveilen auf nähere Begründung. Sladtrath S lr n v e: Der Artikel hat den Magistrat ebenso überrascht wie die Antragsteller. Wir erschienen ja darin etwa »vie verkappte Sklavenhalter. Auf gehaltene Umfrage hat sich ergeben, daß von einem direkten oder indirekten Zwang zu einer Arbeits- lcistung nicht die Rede ist. Wenn Kinder beschäftigt»Verden, so gc- schieht es ans ausdrücklichen Wunsch der Eller»; die Beschästiguug beschränkt sich auf leichteste Arbeiten,»vie sie überall auf den» Laude von Kindern ausgeführt werde». Einer der Administratoren be- stätigt ausdrücklich, daß diese Beschäftigungsart nicht bloß dem Wunsche der Elter», sondern auch dem des Lehrers nnd des Schul- inspcklors entspricht. Wir haben aber eine Zirkiilarversügung er- lassen, wonach pro kuturo ausschließlich Kinder von über II Jahren beschäftigt werden solle», jüngere nnr bei besonderer körperlicher Entwicklung und alle nicht über die Dauer von 5 Stunden. Die „Kiepen" bringen die Kinder nicht mit, weil sie ihrer bei der Arbeit dedürfen, sondern im» gejätetes Unkrant als Viehsutter mitjnnehme». Stadtv. Singer beantragt die Besprechung der Anfrage nnd führt aus: Die Antwort ergiebt zu meinein lebhafte» Bedauern, daß auf nnseren Rieselgütern eine Wirthschaft herrscht, wie ich sie nicht für möglich gehalten Härle.(Oho!) Es ist allerdings eine Art Sklavenlebe», ,ve»n so junge Kinder in dieser Weise beschäftigt »verde», gleichviel ob ans Wunsch der Eltern oder nicht. Wie jämmerlich muß erst die Lage dieser Eltern sein!(Unruhe.) Bon den Preisen für diese Arbeit erfahren»vir leider nichts. Kinder in f ch n l p f l i ch t i g e n» Alter sollten von der Stadt auch in dieser Weise nicht beschäftigt werden. Wenn jetzt fünf Stunden vorgeschrieben sind, so sind also vorher die Kinder länger beschäftigt geivesen. Wie kann der Magistrat, die Kanalisationsdepntalion es verantivortc», diese Kinder, die vormittags in der Schule waren, nachmittags derart arbeite» zu lassen? Die Kiepen dienen also zur Forlschaffung von„Unkraut". Un- krant ist die ganze Kinderbeschäftigung, die auf unseren Riesel- gütern»nächst. Warum werden nicht die Hänslinge»ut diese» Arbeiten befaßt? Hier liegt ein A» s b e u t u» g s s») st e in i in schlimmsten M a ß e v o r, ausgeübt gegen widerstandsunfähige Schulkinder.(Lebhafter Widerspruch, Unruhe.) Die erlassene Verfügung ist durchaus ilnznreichend. Wie soll die Älrbeit dort„erziehlich" sein? Die Thatsachcn sind zngegebei». Sie sind keine Ehre für die Berliner Stadtverwaltung, den»»vir hören dieselben Gründe von den ostelbischen Junkern geltend mache». ,ve»n sie die verrottete Wirthschaft ans ihren Gütern verlheidige». Ueberschüsse aus de» Rieselfeldern auf Kosten zarter Kindcrknochen»vollen»vir»ich» habe»!(Beifall und stürmischer Widerspruch, nnterinischt mit Lache».) Bürgermeister K i r s ch n e r legt entschieden Verwahrung gegen diese Darstelliing ein,»velche die Wahrheit auf den Kopf stelle. Nicht im Interesse der Rieselfelder nnd der Verivaltnng, sondern im Interesse der Kinder selbst»viirden diese beschäftigt. Es sei für die Kinder ein Segen, im ländliche» Betriebe mit Unkrautjäte» und dergleichen beschäftigt zu»verde». Die Ans- fassung des Vorredners würde gerade in den betheiligten Kreisen aus die größte Opposition stoßen.(Zuruf Singer's: Natürlich!) Stadtv. S p i» o l a findet es geradezu ungeheuerlich, zu welchen Exzessen Parteileidenschasl verleiten könne. Es sei für die Kinder eitel zuträglich nnd vorlheilhaft, in dieser Weise de» Eltern helfen zu können. I» dieses Verhältniß eiiizngreifen, habe ma» kein Recht. „Im sozialdemokratischen Zukunftsstaate mag das paffen,»vas Sie verlangen; uns paßt es votläufig nicht!" Stadtv. Sladthagen: Jede gewerbliche Thätigkeit ein- schließlich der landivirthschastlichen wird für das schul- Pflichtige Alter von allen einsichtige» Personen perhorreszirt. Jede Kinderarbeit drückt den Loh» der crivachseiien Leute; und die Löhne der Kinder drücken dann»viedcr auf den schon gesunkene» Lohn der Erwachsenen. Auf ter Berliner Synode von 1895 hat der Geistliche Schönberner konstatirt, daß von 1vie sein Organ, würde ich mich für geschlagen halte», aber feine Gründe sind»vohlfeil»vie Brombeere». Wer hier von Ausbeutung spricht, kennt die Verhältnisse auf den Siieselseldern nicht. Wir gebe» gute Löhne, n»sere Leute stehen sich dort besser, wie die Arbeiter in Berlin; unsere dortigen Wohniliigen sind alle besetzt. Die Nachbar» unserer Rieselfelder machen uns gerade Vorwürfe, daß»vir zu hohe Löhne zahlen. Es ist bei den Arbeitern eine danerude Steigerung der Lebenshaltung eingetreten. Durch Deklamalione» über Ausbeutung u. f. iv. werde ich mich nicht irre machen lassen, so lange ich an diese», Platze stehe. Stadtv. G o l d s ch»n i d t kann den Standpunkt des Magistrats Nicht theilen. Wie die gnverbliche Kinderarbeit Überhaupt, muß auch die landwirlhschastlichc verboten sein. Die Kinder gehören ans den Spielplatz.(Sladtv. B o r g in a n n: Aber die der Arbeiter nicht!) Stadtv. Singer: Ich habe garnicht verlangt, daß der Herr Sladtrath sich durch„Deklamationen" beeinflussen läßt; aber er »vird sich ivohl bald Überzeugen niüssen, daß für Anschaunngen,»vie er sie vertrit, im Berliner Magistrat kein Platz mehr ist(Bcwegnng). Herr Strnve hat mit keinem Worte die Ausführungen»viderlegt, welche die Beseitigung der Kinderarbeit forder». Das ist ja eben Ihre Ailschantliig: de» Kinder» der Arbeiter will man die paar Kinder- jähre durch diesen Zwang zur Arbeil auch noch rauben. Herrn Kirschner halte ich entgegen, daß es doch nicht ansgeschlossen ist, daß den Arbeiter» etwas zugelegt, verde»»nüßte, wenn die Kinderarbeit verboten wird. Auch die gesetzliche Schulpflicht ist ein Eingriff i» die Rechte der Eltern, das wolle sich Herr Spiuola gesagt sein laffe». Sicht Herr Spinola die Dinge so a». dann empfehle ich ihn», zu den Anarchisten zu gehen!(Stürmische Heiterkeit.) Stadtrath Strnve: Hier»Verden landwirlhschaftliche Ul,d gewerbliche Arbeit verwechselt;-das sind zwei ganz verschiedene Dinge. Weder die Männer noch die Kinder mache» den Eindruck der Ber- kümmenliig. Damit schließt die Besprechmig. Nach Erledigung einiger»veniger»vichtige» Vorlagen erfolgt der Schluß der öffeutlichen Sitzung nach 6'/- Uhr. Ter AnSschust der Stadtverordnete»- Versammlung zur Vor- beralhnng der Magistratsvorlage»vegen Neubaues eines Kühl- Hanfes nebst Maschinengebäudes ans dem für die Enveilerung des Schlachthofes erworbenen Gelände hat unter Borsitz des Stadt« verordneten Dr. S ch iv a l b e»ach Besichtigung der Kühlanlage in der Zentral- Markthalle am Mittwoch beschlossen, den Magistrat bezw. dessen Vertreter zu ersuchen. Über die Rentabilität der An- läge der nach der oben angcgebeiien Vorlage seitens der Be- triebsverivaltnng außer den eigentlichen Kühlräume» noch geforderte» Ei»richt»»ge», und zwar 1. einer Pökelei, Räncherei und Trocknern in größere»» Umfange, 2. einer Eisbereilnngsinaschine zur Erzengnug von täglich 200 Zentnern Eis zur Abgabe an die Sündschlächter für die von ihnen in ihren Fleischkellern eingerichtete» Kühlkammer», 3. besondere Gefrier« räume für schwachfinniges Fleisch, um dieses behufs besserer Vcr- iverthung länger ansbewahren zu können, nachstehende Erhebnnze» anstellen zu lassen: a) Wie hoch sind die Baukosten, das Betriebs- kapital bezw. die Belriebskofle»? d) Wie viel Zellen»Verden für die Pökelei, Räucherei und Trockuerei ciiigerichtel und zu»velche» Preisen werden solche vermiethet? o) Wie hoch»verde» ungefähr die Einnahmen aus dem Verkauf des selbsterzeugten Eises ver- anschlagt? Tic Assessoren in, Dienst der städtische» Verwaltung habe» eine Petition m» Ausbesserung ihrer Slellungeu an den Magistrat gerichtet._ Ter grüne Wage»» hat auch bei den» Unglück, das Fräulein Maria Gerdes heimsuchte, eine beträchtliche Rolle gespielt. lieber die Behandlung, der Fräulein Gerdes als Gesangene unterworsen war, schreibt die„Bert. Ztg.": „Es mag dahingestellt bleiben, in wie weit es nöthig»var, die Verhaftete erst aus dem Umwege über de» Älleranderplatz nach Moabit zu fahren. Galt sie doch bereits in der Charitee als Ge- fangene, wie der Umstand beiveist, daß ihre gesammte Korrespondenz der Aufsicht unterlag. Glaubte man aber schon, Fräulein Gerdes vor ihrer Einliesernng in das Unlersiichnngsgefänguiß erst nach dein Polizeipräsidini» bringe» zu müsse», so hätte das vielleicht in etwas anderer Fori» geschehen können, als es geschehe». So aber brachte nian das eben dem Schmerzenslager entrissene Mädchen in de» berüchtigten„grünen Wagen", der vo» der Charitee aus ganz gemüthlich seine Umfahrt begann. In den verschiedenen Revieren ivurden nämlich die Sistirtcn eingesnninielt, bis der Wagen seine volle Ladung halte nnd so ging es zum großen Depot. Wie Fräulein Gerdes die Fahrt mit Menschen halte mache» müssen, die, um mit ihre» eigenen Worten zu reden,„nichts Menschliches mehr halten", so halte sie in dieser Gesellschaft in den Sistirnngsziunner» zu harren, die Höfe und Korridore zu passire», die Verhöre z» bestehen»». f. f. Wen» das genannte Blatt sich über solche Behandlung mit der Phrase hinwegzuhelfen sucht,„Mitgefangen, niitgehangen", so sei bemerkt, daß verbürgten Nachrichlc» zufolge der Erzgauner Freiherr vo» Hammerslcii» in einer Droschke nach Moabit gebracht wurde. KnrsnS in dcr HnfbrschlagSschniicde. I» der an» 30. Anglist a» der Charlottenburger Hufbeschlagklehischmicde zu Charlottenburg staltgefundenen Prüfung haben die Berechlignng zum Betriebe des Hnsbeschlaggelverbes erhalle»: Ter Schmicdegcsclle Karl Doerlh aus Unna Kreis Hamin(Westfalen). Ferner die Schmiedegesellen Ernst Frederich aus Berlin und Moritz Bauer aus Lindena». Es erhielten das Diplom als„geprüft« Huf- beschlagsschmiede" sämmtliche drei Prüflinge. Die beiden ersten erhielten das Prädikat„gut". Moritz Bauer das Prädikat„be- standen". Der nächste Kursus beginnt am Montag, den I. November, vormittags 8 Uhr. Meldniigen zur Theilnahme sind an den Vorsteher, Oberstabsarzt a. D. Herrn Brandt zu Charloltenburg, Sprccslr. 42, zu richten. Zur Aufnahme sind erforderlich: I. der Nachweis über Erlernung- des Schmiedehandwertes, 2. ein polizci- lieh es Führnugsatlest.— Uiibemiltclte erhalten freie Ausbildung und haben keinerlei Prüfungsgebühren zu eutrichlen. Ein hiesiger Einwohner hat bei den znständigcn Behörden eine Konzession zur Ausstellung von F a h r r a d-?t n t o l» a t e n innerhalb dcr Stadt nachgesucht. Die Automaten habe» den Zweck, einen Schutz gegen F a h r r a d- D i e b st ä h l e zu sclmffe» nnd das Rad mehr als bisher als Ko»nn»inikatio»sinitlel in Brauch zu bringen. Die Automaten fnnktioniren so, dnß dcr Radfahrer nach Einwurf eines Geldstücks sein Rad sicher befestigen nnd es mit eine», reiwerdenden Schlüssel, den er a» sich nimmt,»vieder auslöse» kann. Dcr Unternehmer beabsichtigt, einige T a n s e n d solcher Apparate i» Gastivirthschaflc», Hanshöfcn nnd an öffentlichen Plätzen. oweit vom Magistrat und den» Polizei-Präsidinm hierzu die Ge- »ehmigniig ertheilt wird, aufzustellen, so daß dcr gtadfahrer nach ledern Orte der Stadt fahren kann nnd die Sicherheit hat, einen gegen Diebstahl gesicherten Platz für sein Rad zu finde». In Sachen der nciicn Lokoinotivbeamtcn-Klcidiiilg hat die königliche Eisenbahudirektion eine Verfügung erlassen, wonach die neue' Kleidung Versuchs, veisc eingeführt»verde» soll. Tie Joppe dcr Lokomotivbeamten ist in Zukunft an stelle des Stehkragens mit einem Umlegekragen von» Stoffe der Joppe verschen; die vorschriftsmäßige» Abzeichen werden vorn am Kragen angebracht. Die Hose wird statt ans blanmelirlein Joppensloff ans diiukelgrauci» Köpersloff ohne orangefarbencn Vorstoß angefertigt. Man sollte»»einen, daß die Eisenbnhnbehörde angesichts der zahllosen Unglücksfälle eigentlich etwas anderes zu thun hatte, als bezüglich der Frage: Stehkragen oder Umlegekragen für die Lolomotivbeamlen eingehende Dienst- Verordnungen zu erlassen. Straßcnspcrrnng. Die Heidereitergasse»vird behufs Reparatur des Straßenpflasters vom b. Oktober ab bis ans weiteres für Fuhr- werke und Steiler gesperrt. Tic Polizeivcrordnnug des Obcrpräsidenlen der Provinz Brandenbnrg vom 28. März 1893. ivelche das Fahre» mit Fahr- rädern»nr ans Fahrdämme» und Fnhrivegen gestattet, das Fahren aus Fußgnngerbankelts(im Grunewald) aber verbietei, ist nach einein Erkcnntniß des Kainniergertchls rechlsgiltig. Das 5tami»ergcrichl ägt, wie aus dcr„D. J»r.-Zlg." zu ersehen, i» dieser Beziehung: Die i» Rede stehende Polizeivcrordnniig findet, indem sie der Orb- iiung, Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs auf öffentliche» Straßen und Wegen dient, ihre gesetzliche Begründung im§ 6b des Gesetzes vom II. März 1850 über die Polizeiverwaltung. Tie Acva dcS Kapitalis»n,is. Wie bedeutend der Börsen- verkehr in Berlin geivordcn ist, beweist die Thalsache, daß in de» Kellern des Berliner Kassenvercins i» letzter Zeit einmal an be- sonders lebhafte» Geschäftslagen die Eunnne von 31 Milliarden Mark— das sind 31 Tausend Mill. Mark— in Werthpapicrcn auf- bewahrt waren. 16 Bcamte sind, wie der„Konfektionär" mittheilt, angestellt,»in diese Aktie», die an hiesiger Börse gehandelt werde», und die in eisernen, feuersicheren Schränken»vohl verschlossen sind, »vährend der Nacht vor gewöhnlichen Dieben z» bewahren. Gegen die Gaunereien, durch welche die Börseaner einander die Kapitalien abknöpfen, können die Kassenbeamten natürlich nichts ausrichten. Weil das Ncklamcbild„Im Zeichen des Kreuzes" nicht an den Aiischlagssäule» prange» sollte, hatte sich die Direktion des Friedrich Wilhelmstädlischen Theaters befchiverdeführend a» de» Magistrat gewendet, dem in dem Vertrage bezüglich der Anschlags- änlen mit Nanck u. Hartmann bekanntlich eine Art Anfsichtsrecht zugestanden ist. Der Magistrat hat der Direktion des Friedrich Wilhelmstädtische» Thealers geantwortet, daß er seinerseits nicht das geringste gegen die Anhestung der kreuzlragenden Figur einzu- wenden habe. Da aber das eigentliche Anfsichtsrecht über die Säiileii- anschlüge dem Polizeipräsidium zustehe, gebe er anHeim, sich zunächst mit diesen, zu verständigen. Diese Behörde hat aber nil»»vieder geantwortet, daß sie den Herren Nauck u. Hartum»»» recht gebe. DaS Abspringe» von einen, Wagen der elektrischen Straßen- bahn hat dem 60jährige» Arbeiter August Jaekel ans der Steinmetz- straße 3ä das Leben gekostet. Jaekel fuhr am Dienstag Nachmittag von seiner Arbeitsstelle in der Möckerustraße mit einem elektrischen Wagen nach Hanse. Bei der Lulherkirche sprang er, obwohl der Wagen noch nicht hielt, dicht vor der Haltestelle ab und kam zu Falle. Er raffte sich, äußerlich uuverlctzt. sofort wieder ans und ging in seine Wohnung. Schon in der nächsten Nacht stellten sich heftige innere Schmerzen und Blntspncken ei». Ein Arzt, der am andere» Morgen z» Rath« gezogen wurde, konnte den Verunglückten nicht mehr retten. Jaekel ist an» Mittwoch seinen Verletzungen er- legen. Ter neue Winterfahrplan der Berliner Tainpf-Strasteu- bah», der morgen, am I. Oktober, in kraft tritt, weist neben den üblichen Veränderungen gegenüber den» Soinmerfahrplan auch dem Winterfahrplan des vorigen Jahres gegenüber viele»vesentliche Verkehrsverbessernngen nnd Neuerungeil auf. So beginnt auf der Strecke Steglitz— Zoologischer Garten in diese»» Winter der 10 Minuten- Verkehr ab Friedenau- Lauterstraße bereits um 6� stich, während er im vorigen Jahre erst um 8� seinen Anfang nahm. Hinsichtlich des Abendverkehrs sind die Züge 16�, 1043 und U03 des Sonnnersahrplans auch für den Winter beibehalte» worden, so daß der Abendverkehr gegen de» vorigen Winter um eine volle Stunde verlängert wird. Ferner»vird in der»mgekehrten Fahrrichtung dieser Strecke vom Bahnhof Zoologischer Garten der erste Frühzug»ach Sleglitz-Schloß- park schon um st33 gegen 716 im Vorjahre abgelasfe», und außerdem beginnt der Zehnminuten-Vcrkehr vom Bahnhof Zoologischer Garten bis zur Laulerslraße 40 Minuten früher als im vorigen Winter, nämlich um 716 morgens. Abends fährt der letzte bis Steglitz durch» gehende Zug vom Zoologische» Garten nicht, wie im Vorjahre, um II36, sonder» erst um II56 ab. An Sonn- und Feiertagen wird bei günstiger Witterung von 2 Uhr nachmittags ab der Zehnmiiinten- Verkehr bis Steglitz ansgedehnt:c. Fcucrbcricht. Ein Kellerbrand in der Alexandrinen« straße 113 beschäftigte Mittwoch Nachmittag die Feuerivehr längere Zeit. Es brannte hier Holzwolle. Ein Rohr löschte das Feuer. Zur selbe» Zeit war durch ansslrömendes Leuchtgas B r» n neu- straße 25 Stroh in Brand geralhen, dcr sich bald einei» Posten i» dcr Nähe lagernder Kisten iniltheilte. Nachts 12 Uhr mußte auf dem Lehrter Güterbahnhofe ein brenneuder Haufe Preß- kohlen gelöscht werden. Früh 6 Uhr brannte wieder einmal ein Hausboden in Moabit und zwar S i ck i n g e n st r a ß e 44. Vermulhlich liegt hier wieder vorsätzliche Brandstiftung vor. Durch rasches Eingreifen der Feuerivehr wurde das Feuer, das bereits verschiedene Bodenverschläge ersaßt nnd auch noch sonstige» Hansfchadc» verursacht hatte, schnell gelöscht. Durch blinden Lärm wurde die Wehr nach Grünanerslraße 9 und Bad- straße 47/48 gerufen. Wiescnstraße 60 war brennender Theer abzu- löschen. Abends 6 Uhr erfolgte Neanderstraße 3b in einein Droguen- laden eine kleine Explosion, die verschiedene Gegenstände in Flammen setzte. Zug 5 löschte den Brand leicht. Durch eine» Schlag mit einer Wagendeichsel ist Donnerstag Nachmittag der Steinkniswer Wulsack ans der Nostizslr. 55 schwer verunglückt. Auf dem Grundstück Köpnickerstr. 72 wollte man einen Stein, vage» rückwärts auf den Bauplatz schaffen. Während»nai, die Pferde hinten augespannt hatte, suchte Wulsack den Wagen mit dcr Deichsel zu slenern. Als aber der Wagen schief a» die Bord- schwelle kam, gab es einen so starken Ruck, daß die Deichsel den» Kutscher mit großer Wucht gegen den Kopf flog lind ihn, den Schädel einschlug. Der Schwerverletzt«»vnrde in ein Krankenhaus gebracht. Das Kunstgewerbc-Mitsenm, Prinz Albrcchtstr. 7, veranstaltet In den Monaten Ottobcr-Dczeinber dieses Jahres die nachstehenden Bor- lesmigcn: a) Dcr Klassizismus in Berlin und Potsdam bis zum Tode Schinkel s. Prosesior Dr. Alfred Gotihold Meyer, 10 Vorträge, Montag abends 8»/,— 0V-Uhr. Beginn: Montag den 11. Oktober, b) Die Geräthe dcr christlichen Kirche. Dr. Adolf Brüning, 10 Vorträge, Freitag abends gi/.,— m/z Uhr. Beginn: Freitag den 15. Oktober, o) Die Bronce- und Silbergernthe des'klassischen AllerthiiUis. Dr. Erich Pernice, 7 Vortrage. Donnerstag abends S'/z-'J'/z Uhr. Beginn: Donnerstag den 4. November. Die Vorlesungen studen im Hörsaal des Muse, uns statt, der Zutritt»st un- entgeltlich. Tic hcnte, Freitag, pünktlich 3 Uhr, in der Philharmonie statlsiudende»iiisikalisch. literarische Abe»du»terhaltn„g zi»n besten von Fränlci» M a ri a G erd e s weist dank der liebenswürdigen Bercitwilligleit einer großen Reihe hervorragendster Jnftrin»e>ital- »nd rezitirender Künstler ein ebenso reichhaltiges wie interessantes Programm auf. Unler anderem wird Frau Prof. Selnia Nicklaß- Kempuer de» hier von ihr»och nicht gesungenen„Schmuckwalzer" ans Faust, Herr Pcof. Waldemar Meyer Wieniawski's„Margareten- Fanlasic", Herr Felix Breyschock auserwählle Koiiipositioiien von Chopin, Godard und einige eigene Sliicke zu Gehör bringen, während Frau Mcyer-Förster, sowie die Herren Kainz, Reicher»»d Christian Morgcusierii den dekiamalorischeu Theil mit einer Auswahl humorislifcher und ernster Werke übernehmen. Ans de»« Nnchbarorien. Zn erregten Debatten ist es ans Anlaß der bevorstehenden eiste» Stadlverordiielenivahlen für Schöueberg i» der letzten Sitzllug dcr dortige» G c>» e i n d e v e r t r e t»» g über das Wahl- rech I verschiedcucr Einwohiier gekommen. Fürdie frühereLandgeiiitiude Schöueberg war nämlich nach der Laudgemeilide-Ordinnig jeder orts- ausässigegteichsnugehörige wahlbercchligl. Fürdie iieucStadtverordneten» Versammlung könne» jedoch»ach der Städle-Ordniliig»»r ge- bore»c Preuße n oder solche Angehörige nicht- preußischer Staaten»vählen, die hier ihre R a t u r a I i s a t i o» als preußische Unterlhaue» erlangt haben. Demgemäß haben verschiedene Schöne- berger Einwohiier ihr Wahlrecht als Reichsnngehörige zur Land- gemeinde bisher zwar ansüben dürfen, konnten jetzt aber in die Wählerliste für die Sladtverordnelen-Wahlen nicht ans» g e» o in»i c n werden. Einen wunderlichen Eindruck inachte es daher, als in der letzten Genieindevertreter- Sitzung von einem Geineinde-Verordneleii angefragt wurde, ob es wahr sei, daß der Schöffe Weißinnller nicht n a t u r a l i s i r t sei, sich aber trotzdem stillschweigend in die Wählerliste habe eintragen lasse», und diese Anfrage seitens des belreffendei» Schöffen n i ch t verneint werde» konnte. Begreislicheriveise erregte der Fall in der Gemeiiide-Vcrlretnng fast allgemein die heftigste Eiitrüsl>i»g. Und besonders von einige» Verordnete» wnrde die Älbsicht des Schöffe», sich in rechtsividriger Weise an den Wahlen soivohl als Wähler wie auch sogar als Wahlkandidat betheilige» zu wollen, umso schärfer gekennzeichnet, als es sich dabei»in einen der erste n E h r e n b e a n» t e» der Gemeinde handelt. Bon dein Gemeinde» Vorsteher, der in dcr Sitzung selbst sür das Verhalten des Schöffen nicht ciiilrcteii konnte, ist nachträglich zwar erklärt worden, daß feiner Ansicht»ach dcr Bctieffcnde durch seinen auf die preußische Aerfassnng als— Schöffe geleisteten Eid die Naturalist nnig erlangt habe. Doch wird diese Anffnssnng vo» den Gemeinde- verordneten als liiizntrefsend erklärt und soll, falls der Gemeinde» Vorsteher ans diesem Wege dein Schöffe» die Ausübung der Wahl sollte ermögliche» wollen, aufs entschiedenste angefochten iverde». Stadtrath Sanitcr in Charlottenbnrg ist in der gestrigen Sitzung der dortigen Siablveiordnelen- Bersainnilniig als stell- vertretender Vorsitzender des Gewcrbegerichls wiedergewählt worden. Wie wir berichtet haben, hat Stadlrath Eamter das Disziplinar- verfahre» gegen sich beim Siegleruiigspräsideuten in Polsdam bean- tragt, llin die Griindlosigkeil dcr gegen seine Thätigkeit als Vor- sitzender des Geiverbegerichts erhobenen Vorwürfe gerichtlich erweisen zu könne». Ihm war vorgeworfen worden, daß er zu gnilsten der Arbeiter parteiisch urtheile. Infolge deö Todes deS Geh. Rath Pindter hört mit dem heutige» Tage die ihm gehörige„Charlottenburger Zeitung" z» er- cheincn auf, da die Eiben das Zuschüsse erfordernde Unleriichinen nicht sorlsctzen wostc». Tie„Charlotieiiburger Zeitliiig" hatie zuletzt wohl kaum über 1000 Abonnenten. Waö die Polizei ollcS z« th«n hat. An den Anschlags- siiule» Schönebergs liest man heute(2a September) folgende Bekanntmachung: Ansang Oktober werden in Schöneberg Exerzier- schulen sür Knaben und Jünglinge von 8— 20 Jahren eröffnet werden. Zweck derselben ist: körperliche Abhärtung und Kräftigung, Erziehung zu militärischer Disziplin und Ausbildung im Kompagnie- exerzieren. An geeigneten schulfreien Nachmittagen im Sommer: Abhaltung kleiner Felddienstübungen. Alles Nähere auf dem Rath- Haus, Zimmer 16, den Polizeibureaus: Nolleudorfftraße, Hedwig- ftraße. Würzburgerstraße, woselbst Listen für die betreffenden Eltern zur Einzeichnung ausliegen und Prospekte entgegenzunehmen sind. Er.-Lichterfelde. Kluge. Hauptmann des 4. Garde-Regimenls z. F. Wenn man in belracht zieht, daß der Polizei außer der völlig ungehörigen Unterstützung des Kluge'sche» Privatunteruehmens noch die Pflicht erwächst, sämmtliche Arbeiterverfammlungen des Ortes zu überwachen, und daß sie sich sonst um alle mögliche» Dinge der Bewohnerschaft zu lümmern hat, so wird man es ganz begreiflich finden, daß hier und da einmal ei» Mörder«»entdeckt bleibt. Zwei Znsamnienstöstc der Tampf-Ttrasiclibahn an einem Tage haben sich schon wieder in Schöneberg ereignet. Nachdem in der letzten Zeit fast jede» Tag ei» Znsanimeustoß vorgekommen war, fanden vorgestern sogar zwei Unfälle kurz hinlercinander stall. Zuerst rannte vormittags gegen 9'/4 Uhr die Maschine eines Dampfbahn- zugcs in der Gvltzstraße gegen einen Schlächterwagen und drückte dessen mit Blech beschlagene» Deckel völlig ei»; des Mittags um Vji Uhr stießen an der Ecke der Maaßenstraße und des Nollendors- Blatzcs ein Tampfbahnwage» und ei» Gesckäftswage» zusammen. Zum Glück ginge» beide Unfälle ohne Verletzungen an Menschen ab, doch ist der Materialschaden beide Male erheblich gewesen. Maugel an Patriotismus gab sich am Mittwoch in Spandau zu erkennen. Das erste Bataillon des fünften Garde-Regiments rückte am Mittwoch Vormittag dort ein. Verschiedentlich waren vor allein die Hausbesitzer von berufenen Ordnungsstützen auf- gefordert worden, ihre Häuser mit Flaggenschmuck zu verschen, aber leider fand man bei diesem festlichen Ereigniß nur ganz vereinzelt Flaggen herausstecken. Mehr und mehr scheinen aitch in Spandau die Guten zu schwinden. Ter Bürgermeister von SandSbcrg a. W. hat an die dortige Schuhmacher- und Schneidet-Jnunug ei» Schreiben gesandt, in welchem es heißt:„Bei der diesjährigen Musterung habe ich wiederum die Wahrnehmung gemacht, daß von den jungen Leuten das T u r n e n leider sehr vernachlässigt wird, natürlich zum erheblichen Nachtheil ihrer Gesundheit. Besonders tritt dieser Uebelstand bei Ha ndiv erlern sitzender Lebens- weise, wie Schuhmachern und Schneider» hervor. Es müssen die jungen Leute durchaus mehr zu Leibesübungen herangezogen werden. Ich bitte den Vorstand, sich auch iu dieser Hinsicht der Gesellen und Lehrlinge mit warmem Herzen anzunehmen und seinen Einfluß dahin gellend zu machen, daß die L e h r h e r r e» diese mit ihnen arbeitenden jungen Leute zum Eintritt in den Turnverein und zur Theilnahme an de» Jugend» und Volksspiclen anhalte n." Der Bürgermeister hätte auch die Frage beantworten sollen, wie es bei der gemeingefährlich langen Arbeitszeit, die in den genannten Berufen noch üblich ist. dann ermöglicht werden soll, daß die Schuhmacher und Schneider die Zeit zum Turnen nehmen. Hoffentlich werden die Behörden— wenigstens Landsberg a. W.— hrnfort denjenigen Arbeitern, die sich eine mit den Grundsätzen der Gesundheitsflege verträgliche Verkürzung der Arbeitszeit erkämpfen wollen, ihre volle Sympathie zu erkennen gebe». Eine brennende Zigarre war die Ursache zum Tode des Arbeiters Zimmermann. Er war angeheitert nach Hanse gekommen und hatte sich mit brennender Zigarre ins Bett gelegt. Das Bett fing Feuer und bevor die Hansbewohner die Thür öffnen konnten. war Zimmermann besinnungslos geworden. Man brachte ihn ins Krankenhaus, wo er bald nach der Einlieferung gestorben ist. Die bekannte Beleidigungsklage des Pfarrers Witte gegen den Hofprediger a. D. Slöcker gelangle heute vor der Etraskammer des Landgerichts II zur Verhandlung. Den Vorsitz des Gerichtshofes führt Landgerichtsrath Weber, die Parteien, welche persönlich zur stelle sind, werden durch die Rechtsanwälte Grass ow(für den Kläger) und Viel haben(für den Beklagte») unterstützt. Als Zeugen sind n. a. gelade» die früheren Redakteure des„Volk", Oberwinder und v. Gerlach, Konsislorialrath Leouhardt, Frau Pfarrer Witte und der Schneidermeister Grüneberg. Hofprediger a. D. Stöcker ist beschuldigt: a) den Verfnffer des in der Nr. 79 der Zeitung„Das Volk" vom 2. April 1896 euthal- teilen, mit„Pfarrer Witte" überschriebenen Artikel vorsätzlich dazu bestimmt zu haben, den Pfarrer Witte zu beleidigen und dadurch zugleich selbst durch Mitlheilrnig der in dem Artikel enthaltenen Thalsachen den Pfarrer Witte beleidigt zu habe»; b) den Privat- klüger durch den in der Str. IS der„Deutscheu Evangelischen Kirchen- zeilnng" enthaltenen, mit„Wahrheit" überschriebenen Artikel beleidigt zu haben. Hofprediger a. D. Slöcker hatte derzeit Widerklage nach drei Richtungen hin erhoben: er fühlte sich beleidigt durch ein Eingesandt in Nr. 328 der„Kreuz-Zeilung", ferner durch eine Broschüre„Schneider G r ü» b e r g oder der gefälschte Brief" und durch einen Schlußsatz, in welchem ihm Pfarrer Witte„niedrige Gesinnung" vorwarf. Es bandelt sich, wie hier wiederholt werden mag, um die Frage, ob Hofpredigcr a. D. Slöcker den viel behandelte» Brief an den Schneider Grüueberg, in welchem er diesen aufforderte, gegen den Pfarrer Witte in öffentlicher Versammlung zu agiliren, geschrieben hat. Witte behauptet, daß Grüneberg seiner(Wilte's) Ehefrau einmal diesen Brief gezeigt und sie sich Abschrift davon genommen habe. Slöcker hat das Vorhandensein eines solche» Briefes bestrillen und als Pfarrer Witte mit dem Wortlaut desselben herausrückte, von„Fälschung" gesprochen. Auf grund des von ihm gegebenen Materials hat dann v. Gerlnch den inkriminirtcn Artikel im„Boll" verfaßt. Das Schöffen- gericht hat seinerzeit auf grund der eingehenden Beweisaufnahme an- genommen, daß dieser Brief thalsächlich existirte, daß Hofprediger Slöcker dies wissen mußte und deshalb wider besseres Wisse» handelte, wen» er dennoch gegen den Kläger den Vorwurf der Fälschung erhob. Slöcker wurde deshalb der v er- I e»»i d e r i s ch e n Beleidigung für schuldig befunden und zu 600 M. Geldstrafe eveut. 40 Tagen Gefängnis! verurtheilt, während Wille ans die Widerklage sreigesprocheu wurde. Die achte Strafkammer änderte nach zweitägiger Verhandlung das Urlheil ab. Die Berufungsiustanz glaubte zwar auch, daß manche Umstände auf die Existenz eines solchen Briefes hindeuteten, hielt aber den Beweis dafür doch nicht sicher genug erbracht. Hosprediger Slöcker wurde deshalb nur wegen einfacher Beleidigung in zwei Fällen(Artikel deS„Volk" und„Evangel. Kirchenzeitung") z» 500 M. Geldstrafe «vcnt. SO Tagen Gcfängniß verurtheilt. Wille wurde aus die Widerklage auch in zweiter Instanz freigesprochen. I» der Revisionsinslanz hat dann das Kammergericht das Urlheil der Strafkammer aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung an das Landgericht II verwiesen. Die Thalsachen und Streitfragen, um die es sich in diesem Prozesse handelt, sind durch die drei umfangreichen Verhandlungen allseitig so bekannt geivorden, daß es sich erübrigen dürfte, nun zum vierten Male eingehend darauf zurückzukommen. Die Widerklage Slöcker's ist durch das kammergerichtliche Urlheil ausgeschlossen und es handelt sich in der Hauptsache noch darum, ob dem Beklagten Slöcker der Schutz des§ 193 zuzubilligen sei Die Verlesung der früheren Urtheile nimmt über eine Stunde in Anspruch, die Zeugen werden daher bis 11 Uhr entlassen. Das Kammergericht hat, wie a»Z dem verlesenen Erkenntniß hervorgeht, die Revision des Pfarrers Witte als unbegründet zurück- gewiesen, die Revision des Privatbeklaglen dagegen insoweit sür de- gründet erachtet, als das Berusungsgericht bei Versagung des Schutzes des Z 193 von irrthümlichcr Auslegung dieses Paragraphen aus- gegangen sei und somit eine Verletzung materiellen Rechts vorliege. Die thatsächlichen Feststellungen, welche feiner Zeit die achte Straf- kammer getroffen, sind durch das kammergerichtliche Erkenntniß nicht ausgehoben worden, bleiben vielmehr bestehen. Nach langen Auseinandersetzungen zwischen den Parteien kommt schließlich aus Veranlassung des Vorsitzenden die Frage des Ver- gleichs zur Sprache. Herr Stöcker wiederholt, es sei absolut nn- wahr, daß er mit der Amtssuspension des Pfarrers Witte das ge- riugste zu thun gehabt habe.•— Pfarrer Witte: Es sei durchaus falsch, daß die Angelegenheit des gefälschten Brieses einen solchen Umfang angenommen hatte, wie der Gegner behaupte. Er lehne einen Vergleich ab.— Der Gerichtshof beschließt, die Beweis- aufnähme zunächst ans die Vernehmung des Zeugen Grüueberg und der Frau Pfarrer Witte zu beschränken.- Zeuge Grüne- berg erklärt, daß er infolge von Krankheiten, der Kopf- rose zc. absolut nicht mehr im stände sei, sich auf die Vorgänge irgendwie klar zu erinnern. Seine Vernehmung macht infolge dessen große Schivierigkeiten und es sind nur mit Mühe dunkle Er- innerungen aus ihm herauszubringe».„Er bringe die Sachen gar nicht mehr auseinander und gar nicht mehr zusammen. Die Fragen, die ihm hier vorgelegt würden, umfassen so viel, daß er sie nicht fassen könne. Er könne gar nichts sagen und wenn man ihn zum Tode verurtheilt. Schon wenn er einzelne Fragen, die ihn hier vorgelegt worden, beantworten sollte, würde er den ganzen Tag darüber nachdenken müssen." Er weiß dunkel, daß er mehrfach Briefe vom Hospredigcr Slöcker erhallen habe, daß alle Briefe von ihm verbrannt worden seien und spricht auch diesmal wieder sei» Erstaunen darüber ans, ans welche Weise sein Tagebuch in den Besitz des bekannten Leclert gekommen ist. Noch heute kämen Leute in seine Woh- Illing, welche versuchen, Brief« von ihm zu erhallen, seine Frau lasse aber diese Leute nicht mehr vor.— Zeugin Frau Pfarrer Witte bekundet in Uebereinstimmung mit ihren trüberen Aussagen: Grüneberg habe ihr zuerst eine von ihm ge- fertigte Abschrist aus dem Briefe des Herrn Stöckcr vorgelegt, auf ihr Verlangen ihr aber auch den Originalbrief, auf dem sie die Handschrist des Hofpredigeis Stöcker deutlich erkannt habe, flüchtig gezeigt und alsdann habe sie von der Abschrift eine Abschrist gc- uommen und dabei bewußt die orthographischen Fehler stehenlassen. — Auf die Frage des Rechtsanwalts V i e l h a b e u, ob sie nicht von Haß gegen Herrn Slöcker ersüllt sei, erwidert die Zeugin: sie habe ans ihren Gefühle» gegen den Hofprediger niemals ei» Hehl gemacht, diese Gefühle bewegte» sich aber nicht auf dein Gebiete des Hasses, sonder» auf dem Gebiete— der Achtung. Wenn ihr jetzt Gefühl des Hasses untergeschoben werden solle, so könne sie nur sagen:„Warum sehen Sie denn i» dieser Beziehung de» Splitter in unserem Auge und nicht den Balken im eigenen?"— Die Zeugenvernehmung ist hiermit beendet. Es werden»och die Verhandlunge» des Abgeordnetenhauses über den Fall Witte verlesen, aus denen Rechtsanwalt Grasso deduziren ivill, daß sie dem Hos- Prediger Slöcker keinen Anlaß zu neue» Angriffen gegen Witte haben gebe» können.— Privatbeklagier S t ö ck e r bestreitet»achdrücktichst, daß er den Pfarrer Witte bade beleidigen wolle», er habe sich nur in einer Art Ehren-Nothivehr bcfunde», denn das, was ihm Herr- Witte hier in einem Falle vorwerfe, komme i» dessen Broschüre» fünfzig Mal gegen ihn in Ainvendung.— In den längeren Plaidoyers vertritt Rcchtsanwalt Viel haben de» Standpunkt, daß seinem Klienten der Schutz des Z 183 im vollsten Maße zuzubillige» sei, ivas Rechtsanwalt Grasso durch- aus bestreitet. Auch die Parteien geben in längeren Schluß- worten ihren sich gegenüber stehenden Anschaluiugen über diesen Punkt Slusdruck.— Nach siebenstiindiger Verhandlung fällte der Gerichtshof folgendes Urlheil: Das Gericht halle nicht sür erwiese», daß Privatbeklagler Stöcker den Brief an Grüueberg, dessen ganzes Aiislrele» höchst zweifelhaft sei, geschrieben habe. Es sei wahrscheinlich, daß Frau Witte das Opfer der Täuschung eines Fälschers geworden ist. Der Beklagte Stöcker habe sich objektiv zweier Beleidigunge» schuldig gemacht, der Gerichtshof billige ihm aber in vollem Umfange den Schutz des§ 193 zu, da die beiden Artikel in der Form nicht beleidigend, sondern sachlich gehalten seien. Der Privatbeklagte sei, nnuienllich nachdem er im Abgeordnetenhause direkt provozirt worden, unmittelbar zu den Artikeln veranlaßt worden; er wollte damit nicht den Kläger beleidigen, sonder» sich selbst rechtfertige». Deshalb sei auch unter den Umständen, unter welche» die zur Abwehr bestimmte» Artikel geschrieben seien, eine Beleidigung nicht zu finden und der Gerichtshof hat deshalb de» Angeklagten Stöcker ganz frei- gesprochen und die Kosten einschließlich der uothwendigen Auslagen dem Kläger auferlegt. Die Geschichte deS„falschen Einjährigen" beschäftigte gestern das Schwurgericht am Landgericht I unter Vorsitz des Land- gerichtsraths A 0 i s l y. Auf der Anklagebank nahmen Platz: 1. der Schreiber Wilhelm H i st e r»1 a»», 1868 zu Magdeburg gebore», nicht Soldat geivese» und unbestraft; 2. der Haudlungs- gehilfe Christian Gustav Fritz Köhler. 1375 geboren, Sieservist, 1894/95 Einjährig-Freiivilliger beim Garde-Füsilier-Regiment gewesen, unbeslrasl, vom 9. November bis 4. Dezember v.J. in Untersuchungshaft gewesen; 3. der Arbeiter Johann Friedrich Ernst Leb, in a n n. seit dem 23. Stovcinber in Unlersuchniigshaft, 43 Jahre alt und vor- bestraft; 4. dessen Ehefrau Anna Marie L e h in a n» geb. Schulz. Es werden angeklagt: Histerinanu und Köhler gemeinschaftlich der wiederholte» iutellektuellen Urkundenfälschung, und zwar Histerman» in der Absicht, sich einen Vermögensvorlheil zu verschaffe», Lehma»» der Beihilfe hierzu; ferner Köhler der fortgesetzten Fälschung von Privaturkunde», Histerniau» des fortgesetzte» Gebrauchs dieser ge- fälschten Urkunden zum Zivecke der Täuschung; Köhler sodau» der Fnlschung einer öffentlichen Urkunde und endlich das Ehepanr Lelnuan» der Erpressung.— Als Vertheidiger stehen de» An- geklagten die Rechtsanwälte Leonh. Friedman», D 0 r n I und Ä 0 d l ä n d e r zur Seite. Der Angeklagte Köhler hat in den Jahren 1888 bis 1892 die Friedrich-Werdcrsche Gewerbeschule bis zur Untertertia besucht. 1892 ging er von dort ab. weil er nicht weiter kam,»iid meldete sich alsdann bei der Dr. Fischer'schcn Vorbereitungsanstalt in der Zielhenstraße zur Vorbereitung sür das Freiivilligen- Examen. Auch hier machte er wenig Fortschritte, namentlich war er i» Mathematik sehr schivach. Als Retter i» der Roth erschien ihm Histerman», mit dem er bekannt geworden war. Dieser Halle s. Z. das Realgymnasium zu Magdeburg von der Untersekunda ver- lassen. Er war ein fähiger Mensch, hat aber daS Unglück gehabt, schon zivcimal längere Zeit als Geisteskranker in Jrrcnanstalte» zubringen zu uiüsseu. Seit 1892 gilt er als gesund. Er erlheille, soweit ihm seine Thätigkeit als Schreiber bei einem Rechtsanwalt Zeit ließ, dem Köhler Nachhilfestunde». Durch de» Angeklagten Leh- man», der bei dem Nestanratenr Köhler, dem Vater des An- geklagten Köhler, als Bierzapfer angestellt war, soll der Gedanke ersonnen wordc» sein, daß sich Köhler doch das Freiwilligen-Examen auf seinen Namen durch den Hister- mann machen lassen könnte, und diese Anregung ist auf fruchtbaren Boden gesallen. Hiflermann sagte seine Milivirkung zur Nusführung dieses Betruges zu, nachdem ihn Köhler durch das Versprechen ge- ködert halte, sein Vater würde ihm später bei einer Brauerei eine Buchhnlteistelle mit 90 M. Monatsgebalt verschaffen. Weitere Bedenken Histermann's beschwichtigte Lehmann mit dem Hin- iveis, daß diesem ja nie etwas passire» könne, da er schon im Jrreuhause gewesen sei. Das Ergebniß der Erivägungeii der Drei ging dann dahin: Histerinanu sollte sich»»ler dem Name» Fritz Köhler ans einer össenlliche» Schule anmelde» und dort das Examen»lachen; dafür sollte Köhler für die Beschaffung des Schulgeldes sorgen, die nothwendige» Bücher bezahlen und Histermann täglich 1,50 M. zukonime» lassen. Der Plan wurde dann wie folgt ausgeführt. Köhler ging eines Tages zu dem Diroktor Bach von der Falk-Realschule und erbat die Auf- nähme für seinen angeblichen Bruder Fritzi u habe.— Vorsitzender Landgerichtsrath B 0 isly: Ich weise den Herrn Vertheidiger darauf hin, daß eine solche Bemerkung sicher nickit hierher gehört und daß es keineswegs feststeht, daß der betreffende schon längere Zeit geiste?» krank gewesen.(Wer will denn behaupte», daß Branseweller noch während seiner Amtsdauer nicht bereits wahnsinnig war? D. R.)— Verth.: Dann imisi ich diese Bemerkung zurücknehinen, bisher habe ich geglaubt, daß diese Thatsache gar nicht zweifelhaft sei.— Der Vertheidiger führt serner aus, daß das auf einer sechs- wöchigen Untcrsuchuug beruhende Gutachten des Geh. Staths Sander in sich durchaus schlüssig sei und man niit einem Obergut- achten des Medizinal- Kollegiums auch nicht weiter komme» ivürde. Der Gerichtshof beschließt, dem Antrage des Staatsanwalts statt zu geben. Der Kultusminister soll ersucht werde», ein Gutachten der ivissensdiaftlichen Deputation für das Medizinnlivesen zn ver- a»lasfen, und wenn dies abgelehnt werden sollte, soll ein Gutachten des Medizinalkolleginnis der Provinz Brandcuburg eingeholt iverden. — Rechtsanwalt Bodländer beantragt, den Angeklagten Lehmann aus der Haft, in welcher er nun schon 10 Monate sitze, zn ent- lassen; Staalsanivalt Krebs ividerspridst aber lebhaft diesem An- trage, da Lehman» der Vater des Gedankens, den die beiden jungen Leute ansgesührt, gewesen sei und dann»och Erpressungen unerhörter Art ausgeführt habe. Der Gerichtshof beschließt»>it Rücksicht darauf, daß der Ver- dacht der Beihilfe zur schweren Urkundenfälschung nicht mehr so dringend sei, iven» die beiden Angeklagten Köhler und Histermaun wirklich geisteskrank seien, de» Angeklagten Lehman» einstiveile» auS der Haft zn entlasse», um ihm Gelegenheit zu gebe», für Frau und Kinder zu sorgen. Hiermit ist die Verhandlung beendet. ffl. H«»« l. SolmtNr. 44 I Kraut«, äöilänodcv ,«erlNie» Arb,ttirv«»»r»t«r- N»rrl,i tagt ledsii Dtenslag nach dem erNen «,» Manat dct B» s l c. Ercnadtersu. zz, abend«! 8� Uhr. U>i«»lLel>lich-r Ralh wird erlheilt: Sil« Norde» S'rlius: stur Unfall-, Juvalidttäi»-»nd Rlier». Aersich«. «»>«. adendZ ooh 7-9»hr: W. B» ch h a l,. HutM-ntirab- zs, v.« Tr, «.»aehne. Tenimiiiertir,°6. v, 8 Tr� St. 0 u t p c 1 1, Wiefeiistr. ,9». von »—» Uhr abend«, st. Pieschel. Earteiitir. ss, o. s Iv. E. Tiinanowskt, Gartenstr. 78, Portal 2, 2 Tr. M. S t u h l m a n n, Oderbergerstr. 87, 4 Tr.. von SrL wt,v Di. 2 am m, Husstlenslrabe 6. von 8—9 Uhr abends A. Voigt, Wicsenslrabe 41-42. E- War n tt, Kolberaerflraße 7. von«- 7 Uhr abendS.— Nur für InvalidilätS- und RlterSversicherung: F. Blume. Etrelttzerstr. 88. P. R e i m a n n, Bellermannstr. sz. F. Trapp, Echulstr. ss, von 7— s Uhr abends. S"' llorb- Witen; Nur für ZnvalidilhI«- und AllcrSocrNcherung W. Mo h«i. Schöiihaiitcr Allee S2. Ii»«».»! Nur für ZuvalldilSlS- und ZllterSoerflchernug:(5. Bader ®t. straurfmlctflr. 34, 0. 4 Ir. Sur Unfall-, Invalid»«!«- und AllcrSvsrstchsrung! s ch a l I h 0 f f. Michaelkii chfir. IS. Sii?V,: stur Unfall-, Invalid»«!«- und Rtt-riverfichernng: I. Stügel In J V,' Erinuntirabe 39.— Nur für Znvalidilal«- und iillerSverticheruntt B- Keller, Rixdorf, Panierstr. 68, Hof pari. J.1> Knd Uirftrii! Nur für UntaNversichcruna: Zu, Nord W.st.i,! Nur»ir Uiisalloersichernna: fltal« 19. N. E i- p h a u, Leffingfir. S4. J"> Zeiitriiui! Nur für Unfalloerstcherung: E. L ö f f l-r, KloN-rfir.»I. Bei fanmiilichen voraenaniiten Personen, bei denen hier leine Eprechze» an- g«g«ben. ist dieselbe Wocheniaa« von 7-9 Uhr. CNnflcInnfcuc Trnckschriftcn. ®0".''«r Geschichte der Deutschen Zoiinldriuoiuotie von Franz Mehring (Silillgait. D i e h Berlag) sind He» 19 und 211 erschienen. Mit den vor- liegenden Heflcn begtmi« der zweite Theil der Gcschichie der»enische« Sozial- oemotvotlc. In der ErscheinungOweise ist eine Aeiündorung getroffen woiden, vahingebeiid, dab die Lielerungen nicht in achllägigcu, sondern in oierzchn- ragtgen Zwischenräumen zur SinSgalic gelangen. Ter zweite Theil reicht von 1868 616>898, von Lassalle'« Offeiicin Nntworlfchreiben bi» zur Gegenwart. Er zersallt in drei Abschnitte. Der erile Abschnilt umsastt die jungen Jahre der deutschen Sozialdeinolraiie. die Agilation Lassallc's und die Jnleniationale Ardeiterassoziaiion, die KSinpse der Lafsalleaner und Wisenacher, die Einigung der beiden strattionen und die geiiicinsanic Bewegung bi« zum Erlaß" de« Toilalistengcfctze«. Der zweite Abschnitt erzählt die Cchidsale der Partei unter dem Lozialtsiengesche. Der dritte Abschnilt faßt die lienesie» Entwilllungen unter gemeinem Stechte in einem summarischen Ucberblicl zusammen. Bon der..Neue» Zeit"(Slultaarl, J. H. SB. D i e h' Verlag) 1,1 soeben da« 1. Heft de« 10. Jahrgang« terschtenen. An« dem Inhalt heben wir hervor: Zum Hamburger Parteitag.— Ein Brief de« jungen Marx... Minister Dbielen u»d die preußischen Eisenbahnnrbciter. Von Mar Schippel.— Der Kampf der Maschinenbauer und der GewerloereinSlongreß von Birmingham. Bon Eduard Bernstein.— Literarisch- Nuudschau.- Notizen: Der Erzbergbau in Sachsen. «on Arno Reichardl. Salpetifrsäuregchalt von Hochwässern. Künsilich- Befiuch- 'ssrg van Hündinnen.— Feuittetoii: Der gelbe Domino. Roman von Maieel Prevost. von der Glelchhelt, Zeilschrift für die Interessen der Arbeiterinnen(Stuttgart, Dieh' Verlag) ist»n« soeben die Nr. 29 de» 7. Jahrgang« zugegangen. An« dan Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Die Hauptaufgabe de« bevor- stehenden Parteitags der Eozialdeinolralie.— Der gesetzliche Arbeiterinnenschuh. Referat vor dem Internationalen Kongreß für Arbeilerschu« von Margarethe Treulich in Zürich.(Schluß.)— Ans der Bewegung.— Feuilleton: Der Brot- Herr. Slizze von Alfred Herin. Fried.— Notizen theil von Lily Braun und Klara Zettin: Gewerksckiafiliche Arbeiterinnen-Organisalion.— Weibliche Fabrilinspettoren.— Frauenarbeit auf dem Sebiele der Industrie, de« Handel« und Verkehrswesens.— Soziale Gesetzgebung.— Frauenbewegung. Die..Gleichheit" erscheint alle u Tage einmal. Pres« der Nninnier 10 Pf., durch die Post bezogen(eingetragen in der Reichspoft- Zcitiingsliste für 1897 unter Nr. 2902) beirägt der AbonuemenlSprei« vicrlcljährlich ohne Bestellgeld 66 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Die..Hoiinle Ktroei», Zeniralblatt für Sozialpoltlil", enthält In ihrer neuesten Nr. 6.9 folgende Aiissätze und Notizen: Drei Jahre deutscher Sozialpolitik.— Da« KoaliiionSrecht im„Verein für Sozialpolitik".— Driller internationaler GenosseiischaftSlongreß zu Tclst.— Arbeitsverhältnisse der Angsstellten von Arbeiter-Konsumvercinen in Deutschlaiiv.— tSewinnbetheiligung in England 1SSS.— Besteuerung fremdländischer Arbeiter in Pennshloamen. Nichtigkeits- erklärung.— Zur Steuerfreiheit der Standesherre» in Preußen.— Mindest- lohn Klauseln mit Strafrciiiuimungen in Belgien.— Bestimmungen für die Vergebung städtischer Arbeiten in Osnabrück.— Bcrstadtlichungen in Deutsch- land.— Beschassuiig von Fenslerschmuck für ärmere Städtvierrcl in Liverpool. — Der Koustilt im Verband der deutschen Buchdrucker. Von Max Pfund.— Die diesjährige ElrcilbewcguNg im oberschlestschen Industriegebiet. Von Dr. A. Winter.— Kausmännischc Schiedsgerichte. Gutachten der Handels- kammer Frankfurt a. M.- Anthetl der Handlungsgehilfen am Gewerbegericht der Stadt Bern.— Niisallversicherung in Oesterreich 1896.— llebernahnie des Heilverfahren« durch die Jnoalidenvcrsichcrung. Denlfchrift der Hanseatischen Veisicherungsanstali.— Heisische WohiinngSinspcklion 1896—90.— Neue Bau- 0 rdnungcn in d> Nischen Städten.— Arbetterwohnnngen in Budapest.— Fort- bi ldungs-Slipendicu des Londoner GrasschastSralh«. Dienstag Briefkasten der Redaktion. Tie jili'istische Tprcchftundc fintiet am Montag und G 0 11 11 a l> e u d von l» bis 7'/2 tl h r statt!! l ?l. K. Die städtische Hochschnle für Tischler in der Krautstrabe 49. Beachten Sie ferner die Bekaulitmachiliigen an den Anschlagsäulen. Hin. C. E., Schlvsscr. Geben Sie Ihre Adreffe, uiid Sic kSimen Bescheid erhalten. Im Bricfkaslcu dcö„Vorwärts" löiincn wir leine Ge- schäftscinpfchlung gelien. E. B. Leider ist die Herrschasf im Recht.— A. W. 47. Innerhalb spätestens ii Monaten nach Ehcschlub muß der Antrag aus Rück- erstattnng der Klcbcuiarken gestellt sein. Formulare snr solchen Antrag er- halten Sie in der Bnchhaiidlnng des„Vorwärts".— H. M. 1. Bis zum zurückgelegten 24. Lebensjahre bcdars ein Mädchen der Einwilligung des Vaters zur Eheschließung, grohsährige(über 2l Fahre alte) Mädchen können eventuell auf Ergänzung der verweigerten Genehmigung klagen. 2. 8 pEt. — A. D. 37. Am i. Oktober.— M. T. 13. Das ist in den per- schiedenen Staaten Deutschlands verschieden. In Prenbeu sind van der Einkommensteuer befreit: die Mitglieder des königlichen Hauses, des Hohen- zollernfchen Fürstenhauses, des vormals hannöverschcn Königshauses, dcS ehedem Inrhessifchcn und herzoglich naffanischen Fürstenhauses, die Gesandten, auberprenbische Bundcsraths- Bevollmächtigte n. Vgl. Die sogenannten Rcichsuninittelbarcn sind seit dem Gesetz vom 18. Juli 1892 nicht mehr stenerfrei.— H. 1. Nein.— E. Sch. Ittv. l. Nein. 2. Der betreffende kann ans HerailSgabe der Uhr beim Amtsgericht klagen.— 888. Nein. — F. G. K. iit 8. Soweit ersichtlich, ist die Kündigung, van der leider Abschrift nickt beigefügt ist, in rechtsgiltigcr Weife erfolgt.— Bischofs. Glciwist. I.— 4. Ein Schuldner, der den Offcnvarungscid ohne Grnnd zu leisten sich weigert oder der in dem Eidesiermin nick» erscheint, kann auf, Antrag des Gläubigers und ans varlänstge Kosten des Schuldners bis ans die Dauer von sechs Monaten verhaftet werden. Sobald der Schuldner den Eid leistet, mub er enllasseu werden. 5. Uns ist die Adresse unbekannt.— Witterliitstsiilici ficht Uoiii 30, September 1887. Wetter-Prognose für Freitag, den I. Oktober 1887. sviilo und zeiliveise heiler, vieisach wolkig mit süvas Regen und schwachen südlichen Winde». Berliner W e t t e r b» r e a n. Bekanntmachttttg. Don seht ab bitte» wir Naturalspendeu für die Neverschwemmte» nicht mehr an die Wännehallc», sondcni»ach der Holzinarktstr. 83 zu adrcssiren. Zur kostenfreien Abholung ist nach wie vor jeder Spediteur bereit Berlin, den 80. September 1897. Der geschäftSsiihreildc Ausschnst des Zentral-Koiiiitees für dir dnrch tliiwcttcr Grschüdigte» Trutschlaiids. _ I. A.: Kirsch 11 er, Bürgermeister. Arbeiter- Bildaugs- Schule InsclKtr. Lehrplan für IO, vorn II. Etage. das IV. Quartal 1897. Unterrichtsfach National- Oekonom. Geschichte. Beehts- kunde. Behandelter Lehrstoff GrundbogrifTe der National- Oekonomie. Die vorgeschichtliche Zeit nnd die ersten geschichtlichen Ueber- lieforungen. Arbeitsvertrag, die sociolpolitische Gesetzgebung, Strafrecht, Straf- prozess, gewerbliches Konzessionswesen, Eherecht, Miethsrecht, Erb- und V ornrandsch aftsrocht, Voreins- recht, öffentliches Kecht. Der Untemoht beginnt in Katlonnl-Ookonomle, Mittwoch, den 13. Oktober; in Geschichte. Donnerstag, den 14. Oktober; und in Ucchtsknndc, Freitag, den 15. Oktober. Jeder Kursus erstreckt sich auf 10 Abende und beginnt pünktlich um O Uhr und endet pünktlich um>/zlI Uhr. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichts- geld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 M. und ist spiitestens am zweiten Abend zu zahlen. Der erste Abend jedes Kurses steht Jedermann zur unent- gcldlichen Benutzung frei. Ausserdem finden in kurzen Versammlungen statt. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolg' besten bei Boginn jedes Kurses— im Schullokal lnsel«tr. IO und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfv. ISchulz, Admiral- strasse 40a; Iteul, Bamimstr. 42; Schiller, Bosenthalerstr. 57; Cilclncrt. MüBerstr. 7 a; Mücke, Mantouffelstr. 128; H. Königs, Dieffenbachstr. 30. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden P. Mücke Jr., S.O., Manteuffolstrasso 128. Geldsendungen an den Kassirer H. Königs, Berlin S. 59, Dieffenbachstr. 30, zu senden. 6/8 Der Vorstand. Zwischenräumen Sonntags- Heute, Freitag. 1. Oktober, abends 8 Uhr prttc., BBHMI Philharmonie WWW» Musikalisch- literarische Ahendnnterhaltimg zu wolilthätlgem Zweek untor gütiger Mitwirkung der Damen Frau Prof. SClUltl Hicklass-Kerapner(Ges), Frau Elsbelh Meyer- Försler(Beoit.), sowie dor Uei-ren Professor IVttlllöhütl' Meyer vioi). Felix Dreyschock(Klavier), Joseph Kainz a>eki.), Emanuel Reicher(Deid.)u Christian Morgenslern(Deki,) und o. Bake �°°°mp.) Karten M. S, 9(Saal), 1(Stohpl.). 4(Log.) in den Musikhandlungen von llotc& Bock, Leipzigorstrasse 37 und Itanbc dir Plothoiv, Potsdamers tr. 7 a, sowie in den Buchhandlungen vonAinclang, Potsdamers tr. 120 und T. Trant- wein, Leipzigerstr. 8, sowie an der Abendkasse. Neue freie Volksbühne. (Sonntag, den 10. Oktober, nachm. prliziso LV- Uhr, Im Thalia-Theater Novität! Novität! Das neue System. Schauspiel in 6 Alten von B. B j 5 r n s o n.— Regle: Franz Haid. Nene Mitglieder werde» in allen Zahlstellen anfgenoniine». Elnschrclhegcld 50 Pf. Der monatliche Beitrag Incl. Vorstcllnng 70 Pf. Xcnclutrctendc, welche schon obige svorftellnng sehen wollen, müssen sich mindestens Ä Vage vorher iii einer der Zahlstellen einschreiben lassen.(Siehe auch Säuleiianschlag am Mittwoch._ 152/6 Ächtung! R. Baske, Grenadierstr. 33. st CSff»0» ränanirt 3" Versammlungen, Festlichreiten, sowie mehrere « �Ull, Hill ttstlil>a», Bereinszimnier zu vergeben. Sonnabende und Sonntage noch frei.— Meldungen rechtzeitig erdeten Grotze öffentliche Verfannnlnng fitv Nl ii n e v nnd Is v n tt r n ves Samariter--ß- Kursus fiir Arbeiter ttnd Arbeiterinnen Montag, den 4. Okt., abends 8Vz klhr, bei Wernau, Schwedterstr 23. Vortrag des prakt. Arztes Herrn Dr. Prle«leherg über:»Tie erste Hilfe bei lliiglürtssiillen." Eröffnung der Filiale im Norden Briiniienstr. 150 am Montag, den 18. Oktober nnd der Zentrale, Beuthstr. 20, am 11. Oliober, abends 9 Uhr. Neue Theilnehiuer werden ebendaselbst anfgenoinmen. 155/7 Der Vorstand. Achtung! Maurer. Achtung Sonntag, den 3. Oktober, vormittags lOVi klhr In W. Cohn's Lokal, Beuthstr. 20(großer Saal). Sf Plitglieder-Uevjammlnng der' Filiale Berlin II. Zentral-Berband deutscher Maurer. Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Dislusswn. 3. Gewerlichaftliches. LHf Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Gäste haben Zutritt. Mitglieder werden aufgenommen. 137/15 Die Dokal-Vemvaltnng. Achtung. Putzer! Zentralverband der Manrer Deutschlands Filiale Berlin I(Putzer). Sonntag, den S Oktober 1897, vormittags 11 Uhr, _ in den«Nrminhallen�, Kominaiidanteiistr. SV:_ Mitglieder-Versammlung."WU T« g e s- O r d u n n g: 1. Abrechnung des Kasffrers vom 3. Onorial 1897. 2. Zweck der bis setzt durchgesührten BanteiikontroNe evcnt. wie stellen sich die Mitglieder betreffs der weiteren Zahlungen zum Streikfonds? 3. Vcrbandsaiigelegcn- heitcn.— Die Mitglieder werden ersucht, recht pünktlich und zahlreich zu erscheinen,— Die Krankennniersrützungs-Koiilinisstons-Mitgliedcr werden er- sucht, um 9 Uhr bei Kleber zwecks Empfangnahme der Urania-Billets pünktlich zu erscheinen. 135/7 Die örtliche Berwaltnng. lfddiwem der MnMnstritmenlen-Arhetter. Sonnabend, den 2. Oktober, abends 8'/, Uhr, im Saale des Herrn 11 e I Fe r, Oranien- Strasse Mo. 51; V cps sb mm Butt cg« Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bernstein über: Das Wesen des Sozialismns. 2. Disknssiaii. 3. Verschiedenes. In dieser Versammlung werden die Billcis zn dem am 9. Oktober staitfilidenden Stiftungsfest ausgegeben, besonders werden die Werkstatt- Delcgirten ausgesordert, für ihre Kollegen in den Wcrlstätten Billeis ab- znhebcn. 1143/8) Der Vorstand. Verband der Bau-, Erd- nnd gewerbl. Hilfsarbeiter. 10. (Zahlstelle Berlin l.j Sonntag, den 3. September, vormittags IvV- Uhr. Jnselstr. Mitglieder-Berfam»ulm»g. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1897. 2. Vei Verfchicdcncs. Die KaNegen werden ersucht, mit dem Kassirer betreffs der Streikfonds- Mnrkcii abzurechnen, ebenso sind sämmtiiche Sammellisten in dieser Ver- sammlnng abzuliefern. Der Borstand. 37/3 I. A.: Richard Beter, Hnssiienstr. S. 2. VcrbalidSangclegenhciien und kormer unä öerutsgenossen. Rm Sonntag, den 3. Oktober, mittags 12 Uhr. im Cösliner Hof. Cöslinerstraste Nr. 8. Gr. öffentliche Versammlung. Tages-Ordnung: Die GencralauSsperrung der Berliner Farmer und Bentssgenossen. Die Streiklvmmission befindet sich Ackcrstr. 123 bei Dicke. 63/9 Der Vcrtranensmann. L. Müller. Verein der Bauattfchläger Verl, u. Umg. Versammlimg"MU am Sonntag, den 3. Oktober 1897, vormittags 10 L'hr, bei Bnskc, Grenadierstrafte 33. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Antrag Zühling. 3. Antrag Marx. 4. Verichiedenes und Fragekasten. Der Vorstaad. 34/7 I. A.; Wieg and, Schriftführer, Wollinerstrabe 51. ! Achtung! Verein der Former. Am Sonntag, den 3. Oktober, vormittags lO'/z Uhr, findet im Vereinslokal Hirienstr. 21 die erste Sonntagssttzung statt. Da wichtige Tages- ordnung, bittet um recht regen Besuch. Der Vorstand. G3/8____ I. A: Albert Meves. Vorsitzender. Sciiaftebi*anche. Verein deutscher Schuhmacher. �Pliale V.) Sonnabend, den S. Oktober, abends 8>/i Uhr, Roseiithaterftr.»7, DM" Versammlutig."MW Tagesordnung: Vortrag._ 286/1 Achtung l Achtung! Dau-, Erd- ntld gewerbliche Zsilssarbetter Schiinebergs und Ilmgegend. Sonntag, den 3. Ottober, nachmittags 2 Uhr Große öffentliche Versammlung im Saale des Genossen Dhst, Grunewaidstr. 110. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Köllen 31. Berger-Stettin. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um rege Betheiligung ersucht Der Vcrtranensmann. s*- Gleichzeitig sei bemerkt, daß betreffs der Lokalsrage Versamm- lungen am 3. Oktober in Schöneberg, am 4. Oktober in Charlotten. bürg stattsiiiden._ 29/2 Allitimg! Zimmerer. AJUims! Ne jn Sonntag, den 3. Oktober, plante lisfciltlichc VersmmlNg der orgllnißrten Ziminerer kalts llmstiinde halber nicht Kattfinden. 278/6 Nähere Bekanntmachung erfolgt später. Die Lohnkommlsston. Ti�vhtvK'-T erein. Sonilabeiid. 2. Oktober, abends 8>/,»Hr. SNclchiorstr. IS Vevsstnmlnng. TageS-Ordnung: 1. Vortrag deS Zahnarztes Herrn Semmel über„Die Hhg!eine de» Mundes". 2. VcreinSangclcgcnhciten und Ausgabe der Billeis zum Stiftungsfest am 23. Oktober.— Damen hoben Zittritt. 199/3 Der Vorstand. Zeiltral-Kraiiken- u. Sterbe- fasse d. Mal er u. Benissg. Teutschlands.(£. H.?ir. 7l (Filiale Berlin I. Norden.) Mittwoch, den«. Oktober er., abends 8Vi Uhr, im Kasscnlokal. Rnppiner u. SchönholzcrStravcn-Ecke, Vier tQitti.hr liehe Mitglieder-Bersammlüng. Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl der Krankenbesucher. 3. Ber- schiedenes. 123/5 iiiibiiwiiiii imi—e ea—' Zentral- Verband der Zimmerer Dentschlands. Zahlstelle Berlin. 255/1 j Den Mitgliedern zur Nachricht, I dag unser Mitglied, der Zimmer- polier Hermann Schneider,! nach lurzeni Krankenlager an der! Bauchfenentzüiidiing am 2S.Scv- i teinber, nachmitags i3/, Uhr, im I Alter von 42 Jahren gestorben ist I Wir verlieren in ihm ein treues I Mitglied uniercs Verbandes, der I allezeit bereit war, mit dem ganzen I Eifer, im Vertrauen auf unsere« gerechte Sache, die Jnicrcssen dcö I Verbandes zn vertreten. ScinI Streben und sein uneigennütziges> Wirken wird ihm ein ehrendes I Andenken setzen. Die Bceediguiig findet Sanntag. I den 3. Oktober, nachmitt. 2ll, Uhr, vom Krankeiihansc Moabit, Ein- gang Birkenstrabe, aus nachl Westend statt. Um rege Bcthcili- gung bittet Ter Borstand. Danksagung. Hiermit sogen wir allen, die bei der Beerdigung unseres lieben Mannes und Vaters Mermnnn Knsskc uns ihre Theilnahme enviesen, den herzlichsten Dank. 1003b Louise Knfike und Sohn. Somldemokratiselier Walilverein f. d. 2. Herl. Reiclistags-Walilkreis. Den Mitgliedern zurNachricht, dab am 28. September, nach- niittags 4-/« Uhr, unser be- währtcr Parteigenosse, der Ziiiimerpolicr Hermann Schneider im Alter von 42 Jahren ver- storben ist. Jn schlichter Weise trat er stets für die Grundsätze der Partei ein nnd erfüllte stets seine Pstichi als Parteigenosse. Die Beerdignng findet am Sonntag, den 3. Ottober, Nachm. 2Vz Uhr, vom Krankenhause Moabit, Eingang Birkenstrabe, ans nach Westend statt. Um rege Betheiliaung bittet 239/1 Der Borstand. Den Parteigenossen Char- lotteiiburgs zur Nachricht, dab am Dienstag, den 28. d. Mts., nachmittags Uhr, unser allezeit tüchtiger Genosse, der Zinimeipolier Hermann Schneider nach kurzem, schweren Kranken- lager verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Oktober, nach- mittags VzZ Uhr, vom Kranken- Hause Moabit(Eingang Birken- strabe) ans, nach Westend statt. Um rege Betheiligung bittet Ter BertranenSmann. Meista fsä (5red.-il.Hhp.-Ba»kgeschKoraUns, Breslau. Statut geg. 40 Pf. Äeranlwortlicher Medaktenr: August JarobrY in Berlin, gnr den Jnseraleulheil veraillivorllich: Td. Glvete in Berlin. Druck nnd Berlag von Max vadiiig in Berlin. 0t. 229. 14. IlihtgW. 2. Ktliage ks„Umiills" Sttlintt MMN. Fttilag, 1.©Milkt 1897. SoDliSischk Messe DeuWanils. 4. Quartal 1897. Zrntral-Grgan. „Vorwärts" Bcrljucr Volksblatt, Beuthstr. 2. L.'W. 19. täglich erscheinend. Mies-nschaftNch- Moch-nschrift. „Die Nene Zeit." Revue des geistigen und öffentlichen Lebens. Stuttgart, Furthbachstr. 12. Westew Täglich rrfcheinrndr Zeitungen. Bant„Norddeutsches Volksblatt" Neue Wilhelmshavenerstr. 38. Bielefeld„Vollswacht" Schulstr. 20. Brandenburg„Brandenburger Zeitung",„Märkisches Volksblatt", St. Annenstr. 33. Braunschwcig„Braunschw. Volkssreund" Kannengießerstr. 13. Brcme»„Bremer Burger-Zeitung" Hankenstr. 21/22. Breslau„Volksmacht" Neue Graupeustr. S/6. Cassel„Volksblatt für Hessen" Hohenthorstr. 2. Dortmund„Rheinisch- Weslsälische Arbeiter- Zeitung" hellmeg 120. DreSdcn„Sächsische Arbeiter- Zeitung" Nmmonstr. 61. Düsseldorf„Niederrheinische Volkstribüne" Karlsplatz 3. Clbcrfcld-Barincn„Freie Presse" Kleine Klotzbahn 10. Erfurt„Tribüne" Fulterstr. 7 p. Frankfurt a. M.„Volksstiimne" Großer Hirschgraben 17. Fürth„Fürther Bürger-Zeitung" Königstr. 95. Geestemünde„Norddeutsche Bolksstiinnie" Georgstr. 13. Gera„Reußische Tribüne" Zschocher» S4. Halle a. S.„Volksblatt für Halle" Geiststr. 21. Hamburg„Hamburger Echo"' Gr. Theatcrstr. 44. Harburg„Bolksblatt" Großer Schippsee 4 p. Hannover„Volksmille" Burgstr. 9. Hof„Oberfränkische Vitlkszeiiuug" Bismarckstr. 6. Kiel„Schlesmig-Holstein'sche Volks-Zeitung" Bergstr. 11. Köln„Rheinische Zeitung" St. Agatha 3. Leipzig„Leipziger Volkszeitung" Mittelstr. 6/7. LndwigShafc»„Pfälzische Post" Oggersheimerstr. 10. Lübeck„Lübecker Volksbote" Johannisstr. SO. Lüneburg„Lüneburger Volksblatt" Lainberlilirche II. Magdeburg„Volksstimme" mit Beilagen:„Der Landbote „Die Frauenpost", Breileiveg 127. Mainz„Mainzer Volkszeituug"(Hessische Volksstimme) Marga retheugasse 13. Mannheim„Volksstimme" R. 3, 14. München„Münchcuer Post" und„Augsburger Volkszeitung felderftr. 4, I. Nürnberg„Fränkische Tagespost" Weizenstr. 12. Offenbach„Ofsenbacher Abendblatt" Große Marktstr. 25. Saatfeld„Saalselder Volksblatt" Rosmaringasse 15. Stettin„Volks-Bote" König Albertstr. 15. Stuttgart„Schmäbische Tagmacht" Furthbachstr. 12. Würzbnrg„Fränkische Volkstribune" Lochgasje 11. und Sene- Wochontlich dreimal erscheinende Klätter. Burgstädt„Die Volksstimme" Augustusstraß«. Chemnitz„Der Beobachter" Gartcnstr. 29. Crefeld„Niederrheinische Volkstribüne" Am Ofiwall 133. Tcffau„Volksblatt für Anhalt" Landstr. 38. Dortmund„Westsälische Vollstribüne" Lüdenscheid, Louisenstr. 7. Dresden„Der Volksfreund" Gerbergasse 1. Falkenstcin„Vogtläudische Volkszeitung", Anzeigerfür Stadt und Land Forst i. L.„Märkische Volksstimme" Frankfurterstr. 11. Gotha„Gothaisches Volksblatt" Mohrenberg 7. Greiz„Reußische Volks-Zeitung" Untere Silberstr. 1. Königsberg>. Pr.„Volks-Tribüne" Knochenstraße 32 p. Offeuburg i. B.„Volksfreund" Kesselstraße. Rostock„Mecklenburgische Volkszeitung" Hopfenmarkt 19. Solingen„Bergische Arbeiterstimme" Kaiserstr. 29. Zwickau i. S.„Sächsisches Volksblatt" Richardstr. 15. Wöchentlich zweimal erscheinende Klätter, Nachen„Zlachener Volksblatt" Büchel 46. Altenburg„Der Wähler" Hillgasse 7. Breslau„Die Wahrheit" Neue Graupeustr. 5/6. Delmenhorst„Delmenhorster Volksblatt" Bahnhosstr. 23. Laugenbielan„Ter Proletarier aus dem Eulengebirge" Ober- Langenbiela», 2. Bezirk. Saalfeld„Thüringer Volkssreund"(Thür. Waldpost) Rosmarin- gaffe 15. „Thüringer Volksblatt"(Schwarzbnrger Volkssreund) Rosmarin- gaste 15. „Neustädter Volksblatt" Nosmaringnsse 15. Solingen„Solinger Freie Presse" Oststr. 31. Wöchentlich einmal erscheinende Klätter. Bant„Die Rord-Wacht" Neue Wilhelmshaveuerstr. 33. Berlin„Gazeta Robotnicza" Andrcasstr. 78a. Braunschwcig„Der Landbote" Kannengießerstr. 13. Gieße»„Mitteldeutsche Sonnlags-Zeitung" Kircheuplah 11, Halbcrstadt„Sountags-Zeitung" Bakenstr. 37. Linden-Haunover„Brauer- Zeitung", Falkenstr. 29 II. Löbtau-Dresden„Der Fachgenosse"(für Glas-, Porzellan- und Thonwaaren-Arbeiter), Reisemitzerstr. 34. Nürnberg„Deutsche Metallarbeiter-Zeitung", Weizenstr. 12. Offenbart) a. M.„Die G l a s e r- Z e i t u n g". Stuttgart„B u ch b i n d e r- Z e i t u n g", Heusteigstr. 30. „Der H a n d s ch u h>» a ch e r", Böbliugerstr. 44. Zwickau„Glück aus I"(für Bergarbeiter), Rosenstr. 25, H Monatlich dreimal erscheinend. Berlin»Der Töpfer"(Fnchblalt jür Töpfer und Ziegler). Rosenlhalerstraße 57. Monatliciz einmal»rschrinrnd. Hanau„Der Bauerusreund" Philipp Ludmigs-Slnlage 9. Witzblätter(Erscheinen alle 14 Tage.) Münclicn„Süddeutscher Postillou" Seuefeldersir. 4. Stuttgart„Der wahre Jacob" Furthbachstr. 12. Illnstrirteo zsntrrtzaltnngoblatt. Hamburg„Die Neue Welt" Große Theaterstr. 44. Erscheint wöchentlich einmal. Gtiverkschastspttsse pfirtiiljliinto. 4. Quartal 1897, Dreimal wöchentlich erscheinend. Leipzig-Rendnitz„Correspondent für Deutschlands Buch drucke r und Schriftgießer", Secburgstr. 3/5. Zweimal wöchentlich erscheinend. Lcipzig-Ncnduitz„B u ch d r» ck e r- W a ch l", Oslstraßc 41. Wöchentlich erscheinend. Nltenbnrg„Correspondent für die Arbeiter und Arbeiteriunen der Hut- und F i l z m a a r e u- I» d u sl r i e" Wilhclmflr. 2, parterre. Berlin„D i e Ameise", Organ des Porzella narbeiter- Verbandes, Charlotten bürg, Marchstr. 22, I. „Bildhauer- Zeitung". NeaNderstr. 3. „Allg. Fahr- Zeitung", Schützenstr. 58. „Der Gastwirthsgehilf e", Jüdeustr. 36. Bochum„Deutsche Berg- und Hüttenarbeiter- Zeitung". Bremen Deutsche„B ö t t ch e r- Zeitung", Langestr. 100 I. Burgstädt„Der Textilarbeite r". Marienstr. 285. Gotha„Schuhmacher- Fachblatt", Mohrenberg 7. Hamburg„Correspondenzblatt der G e n er a l k om m i s s i o n der Gewerkschaften Deutschlands", Zollvcreins-Nieder- läge, Wilhelmstr. 8 1. „Gluck auf!"(für Former) Hamburg-Eilbeck, Konventstr. 5. „Der Grundstein"(für Maurer) St. Georg, Nene Brennerstr. 19 II. »olzarbeiter- Zeitung", Eimsbüttel, Bismarckstr. 10. ! rüder Schmied", Uhlenhorsts Herderstr. 21, Hs. 8 II. „o luvet W UJ»»l» V V, v 1*'«fc/v 1. wvv|*v.-——• «Fachzcitung für Schneide r", 2. Durchschnilt 10. „Bereius-Anzeiger für Maler:c.". Barmbeck. Vogelweide 19. „Der Zimmere r", Barmbeck, Feßlerstr. 28 I. Leipzig„Der Tabakarbeiter"(s. Ei garre narbeiter) Mittelstr. 7. Leipzig-Schkeuditz„Graphische Presse", Schkeuditz. Alle 14 Tage ersci/einend. Nltenbnrg„Einigkeit", Pnblikationsorgan für die deutschen Müller und Konditoren, Pfeffer- und Lebküchler-Verbände, Mauergasse 4b. Berlin„Barbier- und Friseur-Zeitung", Prinzen« Allee 17. „Der Courier", Zentralorga» für die Jutereffen der im Handels-, Transport- und Vcrkehrsgewerbe beschäftigten Arbeiter Deutschlands. C, Heiliacgeiststr. 15, Hof pari. ,,D i e E i» i g k e i t", Organ der Verlrauensmänner- Zentralt« salionen Deutschlands. Dresdenerstr. 110, IV. „Die Gewerkschaft", Organ für die Interessen der Ar« beiler in Gasanstalten und sonstigen städtischen Betrieben, W, Bülowstr. 32. „Der H a n d e l s- A n g e st e l ll e", K, Schönhauser Allee 151, „Der Handels»Hilfsarbeiter", Organ für alle im Handels- und Trnnsportgewerbe beschäftigten Hilfsarbeiter Teutschlands, C., Kommandanlenstraße 25 I. „Lederarbeiter- Zeitung", H.,--Prinzen-Allee 90. „Sattler- u. T a p e z i r e r- Zeitung", dl., Juvalidenstr. 145, „Allg. S te i u s e tz e r» Zeitung", Waldeuserstr. 18. „Solidarität", Organ aller im graphischen Berufe be« schäsligten Arbeiter und Arbeiterinne», Chauffeestr. 52. Frankfurt ä. M.„Neue Deutsche D a ch d e ck er- Zeitung", Buch« gaste 10. Hamburg„Der Arbeiter"(für Bau- und Hilfsarbeiter) Eilbeck, Kouventstr. 5. „Tciltsche B ä ck e r- Zeitung", Organ des Bäckerverbandes. Ida» straße 15/17. „Der G o l d a r b e i t e r", Bartelsstr. 96 l. „Der S ch i f f s z i m in e r e r", Eilbeck, Konventstr. 5. „G ä r t ii e r- Z e i t n ii g Organ für die Jnieressen der Gärtner und ihrer sreie» Vercinigiingeii, Markistraße 10, H. 1 p. „Der K u p f e r s ch in i e d", Eilbeck, Wandsbecker Chaussee 180, II, „T a p e z i r e r- Zeitung", Roslockerstr. 1, III. Hannover„Der Proletarier"(für Fabrik-:c. Arbeiter und LI r b e i t e r i ii n e u) Burgstr. 41. Lcipzig-Reuduiiz„Zeilschrist für Graveure und Ziseleure", Kohlgarten 30 I. Georg Wagner. Stuttgart„Die Gleichheit". Zeitschrift für die Interessen der ....... xcht—— Arbeiterinnen. Furthbachstr. 12. Monatlich rinmal et sclirinend. Berlin„Der Bäcker", Organ für die Interessen der Bäcker» gesellen Berlins und Umgegend, Klosterstr. 101. „C o r r e s p o n d e n z- B l a t t des Verbandes der im V e r« golderge werbe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands", Oppelnerstr. 43, v. IV. „Ter Bureau- Angestellt e",£(.. Arkonaplatz 3, II. •• Obige Zusammenstellung veröffentlichen wir zu Beginn jedes Ouartals. In der Zivischeuzeit sich ergebende Adreß- oder sonstige Veränderungen bitten wir uns behufs Vormerkung mitlheilen zu wollen. Hnmburg-EimSbüttel, Eichenstr. 4. Der grschäftsfützrende Ansschnff. Die Nestbestände bcftehende.��wenommirte« Herren- und Knaben-Gardernben- Gescbäfts von Benno Ferester sollen in kürze st er Zeit ansverkanft werden Winter-Paletots/ früher 14/18, 24, 30,.ket-t S. 12. 13, 18«ölt.] Joppen, früher 8, 10, 12, 15, J« ........... jetzt 5, 7, 8, 9«»lt. Hohcnzollern< Mäntel, früher 25, 29, 33, 40, jetzt I 17, 22, 23. 28 Silk. „ Knaben-Mäntel, früher 4, B, 6, 8, Jetzt 2, 3, 4, 5 SDK. Jaquet-Anznge. früher 15, 19, 24, 30, Jetzt 10, 12, 16, 19 Mk. Rock-Anzüge, früher 22, 20, 30, 38, jetzt 18, 18. 21. 24«ölt. Burschen-Anzüge, früher 9, 12, 15, 19, Jetzt 5, 7. 9, 10«ölt. Knaben-Anzüge, früher 4, 5, 6, 8, Jetzt 2, 3, 4, 5 Mt. Stoff-Hosen, früher 3, 4, 5, 9, jetzt 2, 3. 4. 6 Mt 3177L« 02 Reinlckeiidorferstr. 62 am üettelbeckplatz. an der Stadtbahn. i Theilzahlung, L. Silberslein, geringe Anzahlungen. Roscnthalerstratze 49, 1. 0««ZttF Ikllt-Logrozlligsr vresäenerstr. 1w. »m vr»m«»xl»ti(kein backen) Dlozelverliaar reeller Wauren zu — KnsroepreiMen(Perthiewewren führe nicht), Herrenhiite, weich» 1,21 1,50 2,- 2,50 3.— 3,60 n. 4,— cko.«teif 2,- 2,50 3,-». 3,50 do. ff. Haarfilz...» 4.60 5,— 6,- a Cyllnderliüte......*4,-6,— 7,50 S,- o. 11.— Herren-Mützen.,» 0,35 0,40 0,50 0,60 0,75 bis 2.50 Kinder-Mützen.......» 0,50 0,60 0.75 bis 2,50 h Kinder u. Conflrmandenh. 40,75 1,— 1,25, 1,50 2,— n. 2,50 Welche Damenhüte, leichte Reisehüte, Lodenhüte, ff»» cavaav« �'«•zucaiuu.1�7, zcit/ua« iVüiaoaauiü, UUUCUUUlrDf — Chapeanx claqnes. Tarnerhüte, Jagdhüt«, etc.» Billifftte Betuffgqneue für Wiederverkänfer! Bitte genau tut die Adrette zu achten, da ich keine HUalieo habe, ophastoffe c wmm «H auch Erx, in Rips, Damast, Crepe, Phantasie,(ffobelin tuib Plüsch spottbillig: 2952Ü* g0i Proben franko! ««iifttMe'vaair Emil Lefäure, Nr. 138. i nfallsachen. Klagen, Eingaben Pntzzrer, Stcgliherstr. 63. Küustl. Zähne w tadelloser AuS- führniig v. 3 M., Plombe» v. 2 M. an. Schmerzlos. Zahnziehen inftt. Cocain, Cloröthyl, Chloroform und Lachgas unter Leitung eines prakt. tlrzles. Bei BcsteNiuig v. küustl. Zähnen Zahn- ziehen, Zahnreinigen umsonst: Raten iche 1 M. zahlniig gestattet, Woche Cnekel, Lousitzcr Platz S, Elsasserstraße 12, Steglitzerstraße 71. Xum Ül. Älmeckl'& Gie. 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Maschinenmeister, die sich an der Fahrt nach Leipzig zum Besuch der Ausstellung betheiligen wollen, haben sich Sonnabend 11�° abends ans dem Anhalter Bahnhof einzufinden._ 1007b Zkrauenkrankheite«: Dr. med. Seluiper, hoinUop. Arzt, Schöneberger User 25. Spr. 9—1, 4—7 Zur Umzngszeit empfehle mein zroßes Lager Möbel, Spiegel und �olsterwaaren unter koulauten Be- dingunge».<*. Klanasse, Reinicken- dorferstr. 2 B, am Weddingplatz.[1004b Warnnng! Ich ersuche jedermann, meiner Frau auf meinen Namen nichts zu borgen, da ich für nichts aufkomme- l997b Carl Adelt, Buckowerstr. 13. Möbl- Schlasstelle(1 oder 2 Herren), Manteuffelsir- 85 3 Tr. bei Hentschel- Separate Schläfst- f- 2 Damen oder Herren Markncstr- 11, II- bei Hecht- Schlafst- Wasserthorstr. 64. Bocker, v-III- Schlafst-, 6 M-, Pallisadenstr- 57, Schuhgeschäft-_ 1009b Flurz-, möbl. Muskauerstt. 38, v. II, l. CO i ff iÄ n rs a ev? 3 z—, Q es 5 Je 1 Wo kauft man zum Umzug billig Ausziehtische und Bettstellen? 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Spezialitäten. Au- fang 71/2 Ut)t. Rpollo. Spezialitäten. Stuf. 7»/. Uhr. Feen-Palait. Spezialitäten. Passage> Panoptitnui. Indisches Dorf. Srh i llr T lz e c» ke v WaNlicr-Thcater). Freitag, abends 8 Uhr: Ei» Tropfen Gift. Sonnabend, nachm. 4 Uhr: Zweites Gastspiel des Märchcn-Enfcmblcö Geschwister Scitz: Perdita, daö verlorene KSnigökind. Sonnabend, abends« Uhr: Die Kreuzelschreiber. Sonntag, nachm. 8 Uhr: Erste Vor- stellnng dcS Schiller-Zyliuö: Die Räuber. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Kinder der Exzellenz. Iillisell-VkeÄer 34. Rcichenbergerstrafse 34. Slbends 8 Uhr: Zu Netnen Preisen: 11. Volku-Yovstcllung Preeftosa. Schauspiel in 4 Anfziig. v. P. A. Wolff. Mnsit von Karl Maria v. Weber. Sonnabend: Zir kleinen Preisen: IL. V«IIi»-V<>r»tvIKii»ix. Wilhelm Tell. Sonntag, nachmittag 3 Uhr: IS. YoIIist-Yorurvllunx: unter Regie von Siillii» Türk Preclosa. Billcts ä 60 Pf. in den bekannten BerkanssstcNen. Central-Tlieatcp 9n französische Soubrette. Flip, Flap, Flop!! 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I. in dem Haufe Chanffeestrasie 11V in Berlin 2 WeHkaufssteiiesi für Material- und Kolonial-Waaren, Landesprodukte, Delikatessen, Konserven aller Art, Wein, Tabak nnd Cigarren crössnet. wurde im Jahre 1861 in Görlitz von II Arbeitern gegründet Nachdem das»etrlek». kapital auf 3 Thaler angewachsen, wurde das ernte ElnkanfHgcschUft unternommen: ein Zchntellistchcn Cigarren. Der bei dem Cinzelverkauf erhielte Gewinn betrug 34 Pseiinige. Auö diesen kleinen Anfängen ist da« heutige Institut— feit 188» Aktien- Gesellschaft- entstanden, da« in Görlitz« Gnmdststckc und 18 Verkaufsstellen, in Franlfiirt a. 0. 1 grosses Griinb- stiick und 8 BerkaufSstellen und in Dresden 12 Verkaufsstelle» besitzt uud dessen Jahresumsatz xe«en 7 Sllllioncn 91ark beträgt. DaS Prinzip, welches den TS-iaren-GiuransS-Bercin zn Görlitz»rosi gemocht und an dem heute noch unverrittkbar festgehalten wird, lautet: Verkauf guter, unverfälschter Waare« zu den billigsten Preisen gegen sofortige Bezahlung. auSw. Rcpar. u. Best. , reell u. bill. Runge. Britzerstrahe 43. 11008b ,»*»11 � J nvll—«Kinintllclie Gautwlrtlis- Artikel iBillara-Balle Fern. I>ie>lrlcii.?��s>ll>s. imerican-Thealer. Dresdenerstr. 55. Kolossaler Erfolg! Ststrm. Beifall! Berli» wic'S näht und ticiint. Bolksstlick»i. Gesang in 2 Abth. V.L. Elh. Miifil von Schmidt. Ter Traum von Payreuth. Parod. Traumbild. Hugo Schulz als Seemann. Wally Siiivlliio, Soubrette. Eniiuy und Ernst Rebrntisch, Dnetlisten. Paul Bendix, Humorist. Anfang der Vorstellungen: Sonntags 7''z, Wochentags 8 llhr� .. Kanfniaiiii's Variete. a S Täglich niisverkauft~ durch den- s unbeschreiblich. Lacbcrfolg" 2 der Zug- u. Kassenstücke:? Ein Abend « im Wintergarlea nnd " Em Atelier. Sensations- Novitäten des ersten Original- ItiidnpeNter Possen u. Oncrctten-Tbcatcr, Direktion Gebrüder Anton ii. DonatHcmifeld. Xcu! Arcu! Solo-Spozialisten: Minna Poretti, Kunst- Radfahrerin, Xhe Giilrcds, Excentrische Teufelskerle, Carl Jürgcnsen, Charnhte- ristiker, u. Dr. Guido Schi nitz, Improvisator. Anf. V«S Uhr. Kasseneröffnung>/,? Uhr. Vorzugskarton gelten. Vorverkauf von 11— 5 Uhr. I? « GB n ? S" « X IV S Maehr'sTheater Ornnlcnstrassc 2 4. JJV Täglich Gr. Elite-Vorstsliung IVovitUtcn-Prograniin. Auf. Sonntags 6 Uhr, Woche 8 Uhr. Preise wie gewöhnlich. Entre« aus BouS 15 Ps. Nachzahlung. L0!I22rlkAN8 l,cIpxigQrstr.Mo.48. Täglich itoffmann's Quartett und Humoristen. Heut« Anfang 7 Uhr. X. Rang u. Loge 1 M., Sperrsitz 50 Pf., Entrce und II. Nang 30 Pf. Schweizer Garten Am KönIgSthor. Am FrtedrichShaw. Im gänzl. renovirten großen Saal Ä. Ball Anfang 4>/z Uhr.-���4.4.4.» An Wochentagen Ist der Saal zu Bersanlinlungen u. Privatfestlichkeiten zu vergeben._[916b Habe mich als 4.r»t in Ripdorf niedergelassen. 714b Dr. Silberstein, Rixclorr. Berlinerstraste 94. Carl Becker [Ml Cigarren, C'igarrettcn n. Tabake Liudowcrstr. 25 an der Miillerstr. Portiärcn, Garddien, Läufer, Rcmontoinihren, Negulatorcn, Kleidungöst., Ovcrngl., Rcssekoffer svotlb. Pfandl. Ncandcrstr. 6. »-VW Mtitsiiiliikl. zelltral-ArbtttsilchiiitiS der Töpfer Deiltsiij' Ncrlln. Itosicntlialcrxl>-.57, zweiter Eingang Gorma,»istraste. SettT' Ofensetzer», Kacheln, achen, u. Schewenarbeiter» kann Arbeit nach ausserhalb nachgewiesen werden,[l 56/15 Tüchtige 078b Leltlselirknlc-ArbeilLr die auf eigener Hand Geldschränke herstellen können, finden Anstellung bei Joha» D.»lössel in Malmö, Schweden._ Tüchtige Barockvergolder werden gef„cht Liegnitzerstr. 15._ 0736 Tüchtige Oberhemden-Plätterinnen ausser dem Hause finden dauernde Besdiästigung. 003b Gebr. Benjamin. Grüner Weg Hg. Mädchen für Handarbeit, welche auch Maschine nähen kann, verlangt Kaezutarezyk, Müllerfir. 183, Eing. II BnrgSdor'slrasse._(9996 Kartonarbeitermnen oerlangt Pape, Wassergnsse 3._ 9066 Bardierlehrling verlangt, Weissen- bnrgerstr. 40._ O!);'0 50 Mamsells ans Jockels. 1,25 bis 2,25 M.. ohne Ausfertigen. Fritz, Gerichtstr. 16 1, Eing. Kolbergerstrasse. �Vüaehenähcrliinen auf Taincu- Oberhemden verlangt gegen Vvrlegung von Probcarbcit.- Gustav Fromberg. Kronenstr. 31, I Virantworllicher viedalleur: Slngiist Jacodcy l» Berti». Für den Jnseralenlheil veraulworllich: Th. Glocke tu Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin.