Cinzelprets 30 Bfg. . 4. Jahrgang Die Freiheit erfcheint morgens une anchmittags, Sonntags und Montags wuz emmal. Der Begugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 16 m. hm voraus zahlbar. Für Boftbezug nehmen sämtliche Boftanstalten Beftellungen ents gegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland, Defterreich, Ungarn, Danzig, bes Cagen. Memelgeblet fowie bie früheren deutschen Gebiete Bolens u.Luxemburgs 20 M., ir bas übrige Ausland 27 M. per Brief bes, für Deutschland u. Defterreich- Ungarn 95 M Bebektion, Expedition und Berlag: Berlin C2, Breite Straße 89. Sonnabend, 27. Auguft 1921 Nummer 399 Morgen- Ausgabe The echtgelpaltene Ronpareillezetle sher Beren Raum koftet 5,-. einschließlic Tenerungszufchleg. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2- M., jedes weitere Bort 1,50 m. einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif Familien Anzeigen und Stellen Gefuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen Gefuche Wort Unzeigen: bas fettgebrachte Wort 1,50 M., jedes wettere Wort 1.-M. Fernsprecher: Zentrum 15230-152 39 greiheis Berliner Organ ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Erzberger von der Reaktion gemeuchelt Die Täter entkommen Offenburg i. B., 26. Auguft. Der Reichstagsabgeordnete Erzberger, der sich seit einigen Tagen mit seiner Familie in Bad Griesbach aufhielt, von wo aus er täglich Spaziers gänge zu machen pflegte, ist heute gegen Mittag auf dem badischen Knicbis bei Griesbach er: mordet aufgefunden worden. Der Leichnam wies 12 Revolverschüsse auf. Bad Griesbach, 26. August. Zur Ermordung des Reichstagsabgeord neten Erzberger erfahren wir folgende Einzelheiten: Erzberger befand ich heute vormittag gegen 9 Uhr auf dem Wege von Bad Griesbach zur Alexanderschanze beim Kniebis. In seiner Bes gleitung befand sich der Reichstagsabgeordnete Diez. Es jollen zwei Burschen im Alter von 25 Jahren als Täter in Betracht tommen, die die beiden Abgeordneten von ein ander trennten und auf der Berfolgung den Abs mehrere geordneten Erzberger Durch Schüsse in die Brust und den Kopf niederstredten. Der Abgeordnete Diez wurde verwundet und befindet sich im Spital in Oppenau. Eine Gerichtskommission hat sich mit Polizeihunden an den Tatort begeben. Der Borgang spielte sich in der zehnten Morgenstunde ab. Mit Sicherheit fonnte bereits feitgestellt werden, daß fein Raub. mord vorliegt. Salffer ich heißt der Mörder. Ka hr und Boehner Jeine Helfershelfer. In der Leitung der Deutschnatio. nalen Partei, in den Verbänden der Front. lämpfer Vereinigungen, in den Redaktionen der Kreuzzeitung", der„ Deutschen Zeitung" und der Deutschen Tageszeitung", der bayrischen Ordnungspresse, sizzen die An Stifter. Dort find die Revolver geladen worden, die in Gries. bach losgegangen find. Die intellektuellen Urheber des Mordes werden jetzt die etelhafte Komödie spielen, die sie jedesmal veranstaltet haben. Sie werden beteuern: wir haben es nicht gewollt. Ruglos die feige Lüge! Sie wußten und mußten wissen, was fie taten. Endlos und entfeßlich ist die Reihe der Opfer. Von LiebInecht und Luxemburg bis zu Gareis. Nie mar ein Zweifel möglich. Ein Opfer wurde erwählt, dann begann die Hege. Täglich erschienen die Artikel, die den Gezeichneten, der den Deutschnationalen, den Militaristen, den Monarchisten, den Steuerscheuen gefährlich erschien, als Verderber Deutschlands, als Abschaum der Menschheit geschildert. Was in der HauptStadt von den führenden Organen, von den Leitern der Par tei, von den Generalen auf den Frontkämpfertagen nur vingpreffe offen propagiert: der Mord. allzubeutlich angedeutet wurde, das wurde dann in der ProIn Bayern war das Zentrum. Unter dem Schutze des Die Blutschuld der Deutschnationalen und Militariffen haben sie am meisten gehaßt. Ihm fonnten sie es nicht ver zeihen, daß er einer der wenigen bürgerlichen Politiker war, die vom Geiste der neuen Zeit einen Hauch verspürt haben. bas Sie konnten ihm nicht verzeihen, daß er zu spät Verbrecherische ihrer Politif erkannt und an den Pranger gestellt hatte. Sie wußten, mußten wissen, mußten gerade bei Erzberger wissen, wohin das führen wird. Schon einmal hatte Helfferich die unausbleibliche Wirkung der Hehe, beren Urheber er war, gesehen. Während des Prozesses gegen Erzberger wurde das erste Attentat auf ihn ausgeübt. Sie haben das zweite nicht gewollt? Aber wann haben verantwortliche und einflußreiche deutschnationale Führer je ein Wort gegen die Fortsetzung dieser Heze gesprochen, wann find sie dem Schandtreiben in Bayern, wann den blutgierigen Ausschreitunegn ihrer Presse entgegengetreten? Nie und niemals! Und deshalb sind sie die Hauptschuldigen! Daß sie die Werkzeuge fanden, wer will sich wundern. Es find doch gute 3eiten für Mörder. Mord um Mord geschah. Immer wieder Morde an den Rettern Deutschlands Es trifft sich gut, daß wir die Einberufung des Reichstags. ausschusses gefordert haben. Die Reichsregierung, die an dieser entseglichen Untat sehen kann, wohin ihre Duldung der reaktionären Organisationen, der bayrischen Zustände geführt hat, hat die Pflicht, ein wirksames Programm zur Bekämpfung der reattionären Gefahr vorzulegen. Die Arbeiterschaft aber wird dafür sorgen, daß dieser Mord und mit diesem Mord alle anderen nicht nur Sühne finden an den unmittelbaren Tätern, sondern auch an ben verantwortlichen Urhebern. Wir wün schen feinen Terror und verurteilen individuelle Gewalttaten. Aber die politischen Konsequenzen müssen mit Energie gezogen und die politische Macht endlich gum Kampf gegen die Reaktion mobilisiert werden! Der Meuchelmord aus der Katastrophe, in die die Deutschnationalen und Mili- die politische Waffe der Reaktion faristen Deutschland gestoßen haben. 3wei Jahre Mord! Mord um Mord und jeder Mord ungeführt. In München wird Gareis ermordet, die Mörder entkommen, der Polizeipräsident, unter dem der Mord geschehen ist, bleibt. Er macht feinen ernsthaften Versuch, den Mörder zu finden und bleibt. Die Regierung Kahr hält den Polizei: präsidenten des Mordes, fie bleibt und verschärft die Anwen dung des Belagerungszustandes gegen die Partei des Ermordeten. Sie fnebelt die Presse, die gegen die schmachvollen Zustände anfämpft und gibt der Mordpresse freie Bahn. Ein unberechenbarer Zufall fügt es manchmal, daß ein Mörder gefaßt wird und vor Gericht steht. Aber troydem: gute Zeiten für Mörder! Der Staatsanwalt formuliert die Anklage, und es handelt sich nicht mehr um Mord. Die Richter sprechen Recht, und auch der Totschlag ist nicht geschehen. Die Buße für schwere Körperverlegung oder unbefugtes Waffentragen wird nicht vollzogen, denn rechtzeitig öffnen sich dem Opfer des Zufalls die Tore zur Flucht. Oh, juristisch ist sicher alles in Ordnung. Nur sind die Richter deutschnational und die blödschüchterne Revolution hat vor der Unabsetzbarkeit ihrer grimmigsten Feinde einen höllischen Respett. Ungefühnter Mord aber zeugt wieder Mord, und wenn die Edelsten und Besten der Nation, wie sie sich nennen, in Wort und Schrift ihren politischen Gegner meucheln, dann ftellt sich schließlich der Meuchelmörder unentrinnbar ein. Diesmal hat der deutschnationale Mordstrahl feinen Arbeiter und feinen Sozialisten getroffen. Es ist ein Füh= rer der größten und mächtigsten bürgerlichen Partei, einer der bedeutendsten Politiker des neuen Deutschland, der gemeuchelt worden ist. Das Uebergreifen des Meuchelmordes auf die bürgerlichen Gegner der Deutschnationalen wird endlich die stumpfe Lethargie, die sträfliche Gleichgültigkeit verscheuchen, die bisher der deutschnationalen Maffia ihr Werf so erleichtert hat. So darf es nicht mehr weitergehen! Absicht, lich und planvoll arbeiten die Deutschnationalen, und der Belagerungszustandes, unter dem Schutze der Regierung, schmutzige Anhang, den sich die edlen Herren als ihre Stoßunter Beihilfe des Münchener Polizeipräsidenten wurde die Mordheze systematisch gepflegt. Jmmer ärger die Verrohung und Berwilderung. Kahr und Poehner reagierten, indem sie jede Gegenwirkung noch brutaler unterdrückten. Die Deutschnationalen jubelten. Bayern, das war ihr Ordnungsstaat. Und die Früchte reiften heran. Gareis wurde ermordet. Ihr Werk war es. Sie haben es nicht gewollt? Nur noch wilder und ver tohter schrieb ihre Presse. Noch willkürlicher und brutaler handhabten Boehner und Kahr den Belagerungszustand Aan alles, was Tag für Tag erschienen ihre Blätter in immer tollerer Hetze Begen den politischen Gegner. Und politischer Gegner war jeber, ber nicht deutschnational, nicht militaristisch und monarchistisch war. Wirth und Rathenau waren Freiwild. fozialistisch, republikanisch, freiheitlich war. truppe ertoren haben, darauf hin, Faszistenzustände in Deutschland zu schaffen. Aber Deutschland ist nicht Italien, und die deutschen Arbeiter werden es nicht dulden, daß ihre Verderber, die fluch- und schuldbeladenen Anstifter bes Krieges, die aufs Haupt geschlagen, jekt den Bürgerfrieg organisieren, ihr frevles Wert vollenden. Wir lassen uns diese Zustände nicht länger mehr gefallen! Mit der Reaktion muß gründlich aufgeräumt werden, in der Politif, in der Justiz, in der Verwaltung. Der Ausnahmezustand muß überall und vor allem in Bayern fallen. Entschiedene und verläßliche Republikaner müssen die polis tische Verwaltung übernehmen, die Justia muß gesäubert werden und die Unabsetzbarkeit der Richter, einst eine Ga. rantie der Unabhängigkeit der Rechtspflege, darf nicht länger Borwand fein, um die Justiz an einer Dirne beutihnatio aus verherrlicht. Und„ Kaltmachen" war die immer wieder. helte Lesung gegen unsere Genossen. Erzberger aber naler Parteipolitik zu machen. Die politische Saison ist eröffnet. Nach den Monarchistens paraden in München, Königsberg und Berlin, nach den chau ninistischen Hetreden der Ludendorff, Golz, Epp usw. knallten gestern die Revolverschüsse zweier Mordbuben, die den Reichstagsabgeordneten und früheren Staatsminister Erz berger niederstreckten. Die Mörder haben diesmal bessere Arbeit geleistet als ihr Vorgänger, der deutschnationale Fähnrich Oltwig von Hirschfeld, der im Januar 1920 ein Attentat gegen Erzberger verübte. Bon zahlreichen Re❘volverschüssen durchbohrt, blieb Erzberger als Opfer des neuen Attentats auf der Strede. Zurzeit liegen noch feine Angaben über die Person der Attentäter vor. Es ist feineswegs ausgeschlossen, daß sie genau so wie der Mörder unseres Genossen Gareis in München im Dunkel verschwinden, denn die Komorra, die den politischen Mord in Deutschland zu ihrer Spezialität ge die Mörder sich nicht einmal ber Unbequemlichkeit auszu macht hat, verfügt über so ausgezeichnete Verbindungen, daß fegen brauchen, varhaftet und vor Gericht gestellt zu wer den, um dort den Freispruch entgegenzunehmen. Sie ver schwinden ebenso leicht wie sie gekommen sind, um den von Moral triefenden intellektuellen Urhebern ber Morde in der rechtsstehenden Presse die Möglichkeit zu geben, den poli tifchen Charakter des verübten Attentates zu bestreiten. Heze" In diesem Falle wird freilich das perfide Lügensystem der reaktionären Komorra niemand zu täuschen vermö Schon zur Zeit des ersten Attentats gegen Erzberger fonn ten von amtlicher Seite Aeußerungen deutschnationaler Blätter wiedergegeben werden, die ziemlich offen zu se er Ermordung aufforderten. Und mit Recht fonnte damals die , Germania" darauf hinweisen, daß das Attentat ,, a uf das Schuldtonto der nationalistischen tomme. Seitdem ist die Haltung der rechtsstehenden Presse gegenüber Erzberger, den sie schon seit seinem Eintreten für einen Verständigungsfrieden im Jahre 1917 mit dem wütendsten Hasse verfolgte, feineswegs anders geworden. Die Heftigkeit ihrer Angriffe nahm allerdings ab, seitdem Erzberger, infolge des Kesseltreibens der plöhlich für poli tische Sauberteit eintretenden Helfferichelique fich eine Zeite lang vom politischen Leben zurüdziehen mußte. Aber in ben legten Monaten, als Erzberger einigemale politisch her. portrat, mehrten sich die Anzeichen dafür, daß das Kessel treiben gegen ihn erneut einsetzen sollte. 99 Es fann feinem Zweifel unterliegen, daß Erzberger, dessen spüren bekommen hatten, mit auf der Liste jener Politiker vernichtende Schläge die Deutschnationalen mehrfach zu stand, die von den Mordbuben der Rechten beseitigt werden follen. Wir wissen, daß die Reaktionäre auch in dieser Beziehung sich nicht auf Drohungen beschränken, sondern ihren Worten Taten folgen lassen. Schon am 17. Juli konnten wir aus der in Halle erscheinenden Allgemeinen Zeitung für Mitteldeutschland", einem Stinnesorgan, die Mitteilung an führen, daß in legter Zeit verschiedene Geheimorganisatio nen in Deutschland geschaffen worden sind, deren Aufgabe es ift, die" Landesverräter" durch Mord zu beseitigen. Prahle risch wurde darauf hingewiesen, daß es in letter Beit in Berlin einige unaufgeflärte Morde" gegeben habe und baß vor den geheimen Brüderschaften und Jagdkommandos Don Unbedingten" bereits mancher erzittere. Die hier ge machten Mitteilungen dedten sicherlich nur einen fleinen Teil jenes Verschwörerneges auf, das von rechtsstehender Selle über das ganze Reich gefponnen ist und dessen Aufgabe bari besteht, die unbequemen politischen Gegner durch Meuchel-, lozialdemokratischen Arbeiter, diefe treuen Rämpfer, die seit Jahr, mord aus der Welt zu schaffen. ihre Daß es so weit gefommen ist, ist ein Ergebnis der ungeheuren Entartung, der die gesamte deutsche Politik in den letzten Jahren verfallen ist. Es ist das charakteristische Kennzeichen der nachrevolutionären Periode, daß die Reaktion mit unerhörter Roheit und Brutalität gegen politischen Gegner vorgeht und den nackten Mord zu ihrer vornehmsten Waffe erkoren hat. Während das revolutionäre Boit in den November- und Dezembertager 1918 mit der größten Milde gegen seine bisherigen Herrscher vorging und jedes Menschenleben heilig hielt, fannte der Blutburst der herrschenden Klassen, als sie wieder Stüd um Stüd die Macht an sich riß, feine Grenzen, um an jenen Rache zu üben, bie sich gegen sie erhoben hatten. Wie Dr. Gumbel in seiner bekannten Schrift 3wei Jahre Mord" dokumentarisch nachweist, sind in den Jahren 1919 und 1920 314 offenfun= dige Morde durch die Reaktion verübt worden, ungerech= net die vielen, noch ungezählten hunderte im Straßenkampfe verübten Morde der militärischen Formationen der Reattion. Demgegenüber stehen in derselben Zeit nur 15 Morde, die von links verübt wurden. Aus derselben Statistik geht. ferner hervor, daß eine lange Reihe bedeutendster Führer der Linksparteien der Mordpragis der Rechten zum Opfer gefallen ist; dagegen ist kein einziger Führer der Rechtsparteien getötet worden. Noch bedeutsamer jedoch ist, daß die verhältnismäßig wenigen Attentate gegen Reaktionäre so gut wie sämtlich durch schwere Strafen gefühnt worden sind; dagegen ist von den fehr zahlreichen Attentaten gegen Männer der Linken kein einziges gefühnt worden. und Tag trotz aller Versuchungen und Beschimpfungen ihren Führern die Treue gehalten haben, warten mit Spannung darauf, was nun geschehen soll. Die sozialdemokratischen Arbeiter etwarten, daß endlich von ihren Führern unbarmherzig durchs gegriffen wird. Es sind noch keine drei Tage her, da schrieb die Freiheit", ob denn mit dem Standal der Aufrechterhaltung des Ausnahmezustandes in Bayern nicht endlich Schluß gemacht würde. Wir machten fein Hehl daraus, daß wir durchaus die Forderung der Freiheit" billigen. Wir rufen unserem Genossen Gradnauer im Reichsministerium des Innern zu: Werde hart! Sei unerbittlich, wo es sich um eine Forderung der Gerechtigkeit hanbelt! 3eig' ben Gegenrevolutionären in Bayern, die sich über dich lustig machen wollen, die Zähne! Wir rufen allen sozialdemokratischen Führern, ganz gleich, ab ste in irgendeiner Regierung stehen oder nicht, zu: Tut alles, um die Arbeiterschaft za fammenzuführen, denn Gefahr ist im Verzug. Die Reaktion in München spricht davon, es stehe eine politische Umwälzung" bevor. Da in Bayern die Linke fürchterlich geschwächt ist, versteht jeder Mensch, worauf das Gerede hinaus will. Die Reaktion Jah mit Berdruß, daß das Kabinett Wirth einige außenpolitische Erfolge erzielt hatte. Die Front von Helfferich bis Gothein, bie Front des Egoismus und der Habsucht, fürchtete, daß im Herbst vielleicht doch größere Laften auf die Schultern der Befizenden gelegt werden fönnten. Erzberger vor den Toren!" so schrie es schon vor einigen Wochen aus den Blättern der Rechten. Die Reaktion konnte nicht warten, fie beeilte sich, den Mann zu töten, " Di oft in Zentrumsversammlungen gesprochen und die Versamm lungen bewiesen, daß er starten Rünhalt bei den Arbeitern und Bauern hatte. Es war llar, daß seine Rückkehr ins politische Die Leben eine Stärkung der demokratischen und sozialpolitischen Richtung im Zentrum bedeutete. Die Aussichten auf die Be festigung einer lintsgerichteten Regierung brachten die Deutschnationalen aber zuz Raserei. Aufs neue entbrannte eine tolle Sege. | nicht blog politisch zu töten, der in der kommenden Krise für die Vinfe eine wertvolle Kraft bedeutete. Dieser Punkt ist das Entscheidende auch in diesem AugenBlid, wo eine neue Mordtat der Reaktion den Abgrund der Leidenschaften aufgedeckt hat, die das politische Leben Deutschlands durchtoben. Es muß immer wieder mit aller Deutlichkeit ausgesprochen werden, daß es die rechts= tehenden Parteien sind, jene Parteien, die die Wiederherstellung des alten Kaiserreiches und des alten Militarismus anstreben, die den Mord als Hauptwaffe ihrer Politit ertoren haben. Die objektiven Zahlen der Statistit zeigen, daß die revolutionären Parteien dieses Kampf: mittel scheuen, während es von den Parteien der Reaktion fühl berechnend, systematisch und planmäßig angewendet wird. Und noch eins ist von Bedeutung: Die reaktionären Mörder wissen, daß sie nicht nur über ein weitverzweigtes Neg von Verbindungen verfügen, daß ihnen nicht nur der irregeleitete Anhang der Deutschnationalen zujubelt, sondern daß ihnen die deutsche Justiz völlige Straflosigkeit zusichert. Während von den Gerichten die grausamsten Strafen gegen Angehörige der Linksparteien gefällt worden sind, während noch in den letzten Monaten im Anschluß an die Vorgänge in Mitteldeutschland zahlreiche Arbeiter insgesamt zu mehreren tausend Jahren Zuchthaus verurteilt wurden, sind die Morde der Reaktionäre gegen Mitglieder der Linksparteien sämtlich ungefühnt, und von zahlreichen Hochperrätern, die im vorigen Jahr den Kapp- Putsch verübten, ist noch bisher tein einziger verurteilt worden. Erzberger Die Deutschnationalen haben einen ihrer gefährlichsten und gehaßtesten Gegner zur Strede gebracht. Aus fleinen Anfängen hat sich der Volksschullehrer zu einem der einflußreichsten Polititer entwidelt, der in der letzten Zeit des alten Systems und ganz entscheidend seit dem Zusammenbruch in das historische Geschehen eingriff. Es gilt als allgemein anerkannter Erfahrungssay, daß der Stand der Rechtspflege der jeweiligen Kulturhöhe des betreffenden Boltes entspricht. Gemessen an dem Niveau der deutschen Rechtspflege, wie tief steht Deutschland! Jene Richter, die sich vor allem als deutschnationale Politifer fühlen, sind, soweit politische Delifte in Frage fommen, nicht Eräger des Rechts, sondern Werkzeuge des Klassenhasses und Klaffentampfes der Reaktion. Sie tragen die Verantwor tung dafür, daß der von den Rechtsparteien geübte politische Kampf Formen des Meuchelmordes und des Banditentums angenommen hat. Na Der Ben ihaj tag neue Aus hat Ber Sie hat Erfolg gehabt. Der gefährlichste Gegner der Deutsche Betr nationalen liegt tot auf der Bahre. Erzberger wurde gemordet nicht wegen seiner Fehler, sondern wegen seiner Berdienste. Und nichts zeigt vielleicht mehr die Verblendung der führenden Kreise des deutschen Bürgertums, als daß sie den Mann als ihren Tods feind bagten, der derjenige gewesen ist, der in dem Kampf um die Berwirklichung des Sozialismus dem Bürgertum den größten Dienst erwies, indem er jene demokratisch sozialreformistische Poli tit entschlossen einschlug, die dem Bürgertum zuerst wieder Einfluß und Mitherrschaft gab. leh Di 3 gen arb gent tatt Ertl bauh ein Berk Matthias Erzberger wurde am 20. 9. 1875 als Gohn eines Boltsschullehrers in Buttenhausen( Württemberg) g.boren. Et besuchte das Lehrerseminar in Gaulgau und war dann zwei Jahre als Volksschullehrer tätig. Dann studierte er in Freiburg ( Schweiz) Staatsrecht und Rationalötonomie. Von 1896 bis 1903 lebte er als Schriftsteller und Redakteur in Stuttgart, wo er auch in der christlichen Gewerkschaftsbewegung tätig war. Im Jahre 1903 wurde er zum erstenmal als Mitglied der Zentrumspartei von dem Wahlkreis Biberach- Leutkirch- Waldsee- Wangen In den Reichstag gewählt, dem er seither ununterbrochen angehörte. Seinen Wohnsis verlegte er inzwischen nach Berlin, wo er Heraus geber einer Korrespondenz für die Zentrumspresse wurde. Als Mitglied der Zentrumsfraktion trat er bald in Budgetfragen hervor. Er gehörte zu dem sogenannten demokratischen Flügel der Fraktion und erregte öfter Anstoß bei deren rechten Flügel. Jedoch verstand er, gestigt von seinem Landsmann Grö: ber, fich erfolgreich durchzulegen. Während des Krieges nahm sein Einfluß immer mehr zu. Er wurde von der Reichsregierung mehrfach mit Aufirägen ins Ausland geschickt. Er wandte sich gegen den U- Boottricg und trat für einen Berständigungsfrieden ein. Bei der Neugestaltung, die Prinz Max von Baden Ende Seps läufi tember 1918 im Reich und in Preußen durchzuführen unternahm, der trat er als Staatssekretär ohne Portefeuille in dessen Kabinett ein mit dem besonderen Auftrag, als Führer der deutschen WaffenStillstandstommission mit dem Feind zu unterhandeln. Auftrag wurde auch nicht widerrufen, als die Revolution völlig neue Verhältnisse schuf. Erzberger war as Persönlichkeit nicht ausgeglichen. Scharfer Verstand, rasche Auffassungsgabe, außerordentlicher Fleiß, eine tolosale Arbeitstraft, große Gewandtheit zeichneten ihn aus. Aber sein Berstand war mit einer Schlauheit gepaart, die ihn bisweilen hinterhältig erscheinen ließ, und für die politische Intrige, die im parlamentarisch verbedten absolutistischen System ge= deihen mußte, hatte er nicht nur natürliche Begabung, sondern offensichtlich auch Gefallen. Sein Charakter war nicht ohne alle Schladen, und der Mann, der in furzer Zeit aus ärmlichen Verhältnissen zur politischen Höhe emporgestiegen mat, verschmähte nicht sich darbietende Gelegenheiten, jene materielle Unabhängigfeit zu erwerben, die nun einmal in der bürgerlichen Welt so begehrenswert erscheint. Aber Erzberger war fein schmutziger Interessenvertreter, wie sein späterer Feind Helfferich, und sein öffentliches Wirten widerlegt die Behauptung, daß er in großen Dingen seine Ueberzeugung materiellen Vorteilen geopfert hätte. Der arme Volksschullehrer, der zum einflußreichsten Zentrums politiker geworden war, dessen Kraft von allen Gruppen des Zentrums umworben wurde, verirat dort die sozialpolitischen und bemokratischen Tendenzen und wurde immer mehr zum Führer des linken Flügels. Diese Tatsache feststellen, heißt auch den Weg zu ihrer Ueberwindung meisen. Wenn jest nach der Ermordung Erzbergers erneut die Frage nach den eigentlich Schuldigen aufgerollt wird, so muß neben der deutsch nationalen Pogrompresse mit ihrer fortgelegten mörderischen Seypropaganda, neben den militärischen Verbänden und Organisationen, die den Mutterboden für die reaktionären Verschwörer und Attentäter bilden, in erster Linie das völlige Bersagen der deutschen Justiz genannt werden. Der Kampf gegen alle diese Fattoren ist unerläßlich, soll das politische Leben Deutschlands nicht in dem Blut und Schmutz erstiden, das die Träger der Reaktion ringsum aufgehäuft haben. Gefahr in Verzug! Einem Artikel der Sozialistischen Korrespondenz" über die Ermordung Erzbergers, der die Stimmung der Rechtssozialisten wiedergibt, entnehmen wir: Dieser Wie Erzberger gemeuchelt wurde häng einze But burd werk bes Gig lagt. 21 Thi ber get eine und lang 50p ger für Stu 31 lebe liche Heb Die tari lich Ueber die Vorgänge, die sich bei der Ermordung des Abgeords neten Erzberger abgespielt haben, erfährt die Telegraphens Union" noch folgende Einzelheiten: Die beiden Reichstagsabges ordneten Diez und Erzberger gingen in der Zeit zwischen 10 und 11 Uhr vormittags auf der von Griesbach nach Freuden stadt führenden Landstraße spazieren. In naher Entfernung folgat ten ihnen zwei Männer. Den beiden Abgeordneten wurde die Sache ungemütlich, fie machten tahrt und gingen auf der Land strage nach Griesbach zurüd. Auch die beiden Fremden wandten sich um und gingen nahe an Erzberger und Diez heran. Ohne irgendein Wort zu sagen, zog einer der Fremden sem schließlich eine Schuhwaffe und brüste los. Durch den Schuß wurde der Abgeordnete Diez an der Schulter verlegt und stürzte zu Boden. Erzberger sprang nun über die Böschung der Straße, um sich den beiden Unbekannten zu entziehen. Diese eilten ihm nach und feuerten mehrere Schüsse auf ihn ab. Bei der Berfolgung bradh Erzberger zusammen, was die beiden Täter aber nicht abhielt, unausgefekt auf den am Boden liegenden Mann zu feuern, ber von 12 Augein durchbohrt, alsbald verstarb. Inzwischen war Diez wieder aufgestanden und hatte sich zu Erzberger begeben, der bereits verschieden war. Die beiden Täter standen in nicht allzu großer Entfernung, wahrscheinlich um sich zu überzeugen, daß Erzberger tot war. Den Abgeordneten Diez ließen sie unangefochten. Sie verschwanden, als Dies fich vom Blaze wegbegab, um Hilfe zu holen. Reichstags abgeordneter Diez fand in Petershad Aufnahme. Er wird mor gen das Offenbacher Krankenhaus aufsuchen. Seine Verlegung ist nicht bedentlich. Die Leiche Erzbergers blieb den ganzen Nachmittag an dem Tatorte liegen, der in weitem Umkreise ab gesperrt ist. Die Verfolgung der Täter wurde jofort auf genommen. Erzberger hatte sich schon vor dem Kriege als genauer Kenner des Etats, als Kritiker der Verwaltung eine sichere Stellung und eine mit Angst und Abneigung- gemischte Achtung bei der regierenden Bureaukratie erworben. Während des Krieges unterstützte Erzberger, wie fast alle bürgerlichen Politifer, die Kriegführung und wurde Leiter und Organisator vor allem der Kriegspropaganda. Aber früher als mancher andere seiner Kollegen sah er das Herannahen der Katastrophe, die Berderblichkeit und Sinnlosigkeit der Annexionspolitif. Viel zu spät, aber noch immer als einer der ersten von den einflußreichen bürgerlichen Bolitifera fand er den Mut, sich dieser Politik entgegenzustellen, die sich da mals noch mit allen terroristischen Mitteln als einzig richtige durchsetzen wollte. Er entlarvte die verbrecherische Täuschung des U- Bootkrieges und war der Urheber der Friedensresolution. Das mals entstand der tödliche Saß der Militaristen und Nationalisten. Als dann der Zusammenbruch lam, weil Ludendorff von Foch geschlagen wurde, als der Zusammenbruch vollendet wurde, weil Hindenburg und Ludendorff in der ungünstigsten Stunde die sofor tige Kapitulation verlangten und durchsetzten, da wurde Erzberger zu den Waffenstillstandsverhandlungen entsandt. Das Ergebnis war ungeheuer drüdend, aber es war nur das Siegel auf die Katastrophe, die Ludendorff und die Kriegsverlängerer verursacht better. Reine Täuschung! Die Folgen der Ermordung Erzbergers wer ben fatastrophal sein für Deutschland. Der Arbeiterschaft be mächtigt sich ein talter, aber bauerhafter Haß gegen die Setzer in den Rechtsparteien, die den Mord auf dem Gewissen haben. Das ist der Dant für die Mäßigung der vichisch und schamlos ge quälten Proletarier, die im November 1918, als die Kanaille der Rechtsparteien sich verkroch, die Schuldigen nicht an die Wand stellten, wie sie es verdienten. Die Feigheit der großen Herren auf der Rechten im November 1918 ist notorisch. Sie winselten und baten, man möge sie nicht verfolgen. Es dauerte nur ganz furze Zeit, da tam Ludendorff, der deutsche Mac- Mahon, wieder nach Deutschland zurüd, weil er wußte, es wird ihm nichts geschehen. Raum fühlte sich die Kanaille sicher, da hegte sie ihre fanatischen Anhänger auf die Führer der Linken. Mordtat auf Morbtat folgte, und noch immer haben die Blutsäufer, die aus dem„ Stahlbad des Weltkrieges" heil davongekommen find, nicht genug Blut gesoffen. Der Mord an dem Unabhängigen Abgeordneten Gareis in München ist noch ungeführt. Gareis Grab ist noch frisch, da burchbohren die Kugeln der Rechtsbolschewisten den vielgehaßten Erzberger. Da setzte die deutschnationale Seze ein, die die Schuld für die Katastrophe auf Erzberger, der den Waffenstillstand unterschrieben hatte und unterschreiben mußte, abzuwälzen suchte. Erzberger fehrte zurück und entfaltete eine ungemein rührige und vielseitige Tätigkeit, sehr im Gegensatz zu den rechtsstehenden Politikern, die fich damals alle vertrochen. Er setzte alles daran, um seiner Partei die Mitwirkung und den Einfluß bei der Neuordnung der Dinge zu sichern. Der Riß- im sozialistischen Lager fam ihm dabei zu Hilfe. Er blieb der Bundesgenosse der Rechtssozialisten und ficherte gerade damit den bürgerlichen Einfluß auf die Gestaltung der Ereignisse. Er konnte dies nur tun, indem er die republikanische und demokratische Entwidlung atzeptierte. Daß er dies tat, steigerte den Saß der Reaktion, sobald diese den Mut fand, ihre wahre Gesinnung zu befunden. Und vollends wurde Erzberger non ihr zum Sündenbod gemacht, als er im Gegensatz zur Mehrheit des Kabinetts Scheidemann für die Annahme des Friedensvertrags eintrat. Selfferichs Hehe hat Erfolg gehabt, großen Erfolg. Helfferich und seine Freunde werden jest selbstverständlich mit großer Entrüftungsgefte offiziell ihren Abscheu über die Mordtat befunden. Die Rechtsblätter werden sagen, wir wollten die Ermordung Erzbergers nicht, wir wollten nur die politische Kaltstellung dieses Mannes. Allein die Leser der Rechtspresse, alle die Leute, denen die Rechtspresse erzählte, Erzberger habe Deutschland ins Unglück gestürzt, Erzberger habe sich Millionen gemacht, Erzberger habe Steuerbetrug getrieben, alle diese Leute, die die Lügen der Rechts: presse für bare Münze nahmen, erklären schon jetzt vor den Schaufenstern der Berliner Zeitungshäuser: Dem Lumpen ist recht geschehen!"„ Es ist ganz gut so, daß sie diesen Kerl, diesen Erzberger, totgeschossen haben!" Deutschland ist blutbesudelt. Das ganze Ausland ist entlegt über bie Tatsache, daß die Gegenrevolution in Deutschland seit Jahr und Tag ungeftraft morben darf. Bluts und schmugtziesend steht Deutschland heute vor der Welf ba. Mit dieser Samach muß aufs geräumt werden. Die sozialdemokratischen Arbeiter stehen, tarz vor Schred, vor der neuen Blut ber Gegenrevolution. Die tet neh Ab beit unb fülb ber Ma nad ang Ga be Be Es bie Ber Be WTB. meldet ergänzend zu dem Attentat aus Bad Gries= bach: Heute vormittag 11 Uhr waren die Reichstagsabgeord neten Erzberger und Diez auf einem Spaziergang nach bem Kniebis begriffen. Die beiden Herren wurden dort von zwei Weglehre wieder vor ihnen standen. Ohne ein Wort zu sagen, gut gekleideten jungen Leuten überholt, die bald darauf an einer feuerten die jungen Leute aus fürzester Entfernung auf Erzberger und Diez eine große Anzahl Schüsse a b. Diez wurbe an der Schulter getroffen und fant zu Boden. Erzberger suchte Schuh in einer Böschung, wurde aber von den Mördern verfolat und durch einen Kopfschuß getötet. Insgesamt sind 12 Sch!! auf ihn abgefeuert worden. Bon den Tätern, die mit großer Kaltblütigteit zu Werte gingen und sich furz vorher mit einem Straßenwärter unterhielten, liegen genaue Beschreibungen vor, doch fonnten sie bis jetzt nicht festgenommen werden. Gegen Abend wurde die Leiche Erzbergers, nachdem die Gerichtsbehörden den Tatbestand aufgenommen hatten, nach Griesbach geführt und hier aufgebahrt. Nach Einberufung der Nationalversammlung war Erzberger erst Bizetanzler und später Finanzminister. Nach der Unfähigkeit und Untätigkeit seiner demokratischen Vorgänger Schiffer und Dern burg machte er endlich mit der Finanzreform ernst. Seine um fassende Besitzbesteuerung war trotz all ihrer Mängel ein großer Wurf, und es ist nicht Erzbergers persönliche Schuld, wenn sie schließlich in der Ausführung an dem Widerstand der Besitzenden und an der fortschreitenden Geldentwertung zu einem großen Teile scheiterte. Noch wichtiger aber als die finanzielle war die politische Bedeutung der Vereinheitlichung des Steuerwesens und der Verwirklichung der Steuerhoheit des Reichs. Dann dies be. deutet neben der ebenfalls von Erzberger betriebenen Berreich. lichung der Eisenbahnen einen bedeutenden Schritt zum Einheits. Staat. Erzbergers Befigsteuern stießen auf den wütenden Widerstand vor allem der Deutschnationalen. Erzberger sollte fallen. Eine wütende Sete begann; aus fleinen Verfehlungen wurde durch Ausnügung gestohlener Steueraften, durch Uebertreibung, Entftellung und Verleumdung die Anflage geschmiedet. Das Gericht, Erzberger gegenüber von vornherein ungünstig gestimmt, tam dem Helfferich zu Silfe. Erzberger trat im April 1920 aus dem Winifterium aus und zog sich zunächst aus dem Vordergrund des und mit parlamentarischen Lebens zurüd. Aber er arbeitete - an feiner Rehabilitierung. Die schwersten Borwürfe, Erfolg Die gegen ihn erhoben waren, fonnte er entfräften. Es war flar, daß Erzberger in nicht allzu ferner Zeit wieber in ben Reichstag zurüdgefehrt wäre. In der legten Zeit hatte er Die Mordpropaganda In Verbindung mit dem Attentat gegen Erzberger ges winnt die Tatsache Bedeutung, daß vor einigen Wochen die Schwarzwälder Bolts wacht" in Schramberg folgendes Gedicht veröffentlichte: Du tapfrer Held, du schokt ben Garcis nieber, Du brachtest allen uns Befreiung wieder Bon einem saubert: Sozihund. Welch Licht in unserer Trauerstund! Auch Nathenan, der Walter, Erreicht fein hohes Alter. Die Rache, die ist nah. Hurra! Hurra! Hurra! Laßt uns froh und munter sein, Schlagt dem Wirth den Schädelein! Lustig, lustig, tralleralia, Bald ist Wilhelm wieder ba. Wenn einst der Kaiser fommen wird, Schlagen wir zum Krüppelden Wirth, Knallen die Gewehre tack, tad, tad, Aufs schwarze und das rote Pad. Saut immer feste auf den Wirth! Saut seinen Schädel, daß es wirrt! Knallt ab den Walter Rathenau, Die gottversluchte Jubensan! SEZESHERIES let Angeblich soll dieses Lied von einer Schar von Jünglingen mit dem Hakenkreuz am Waffenrod gesungen worden sein Die Schwarzwälder Rolfswacht", ein deutschnationales Organ, forgte für entsprechende Verbreitung des Segliedes. Der Erfolg ist offensichtlich: Griesbach, mo Erzberger er mordet wurde, liegt nicht weit von Schramberg. 92 be I 247 PERSEES be De he 22536 ent Bea ch He Die Zeuerungszulagen für die Beamten Die Stellung der Gewerkschaften zu dem Verhandlungs: ergebnis Nach dem Abschluß der viertägigen Berhandlungen zwischen der Reichsregierung und der Berhandlungskommission der Seamten, Arbeiter und Staatsangestellten haben die in che Betracht kommenden Verbände ihre zuständigen Körper: Det schaften nach Berlin berufen. Die Tagung muß bis Dien sa nd tag, den 30. August, abends 6 Uhr beendet sein, weil die neuen Bezüge mit größter Beschleunigung zur Huszahlung tommen sollen. Die Verhandlungskommission hat sich einmütig bereit erklärt, den Mitgliedern ihrer Verbände die Vereinbarung zur Annahme zu emp uß fehlen. tje QC Die Cent tes Cr hre irg 903 fachen geben. Nachdem der Vorsitzende und Berichterstatter bieles Grifid verlefen hat, with er feinen Kollegen bas Wort ez jorge für Binchopathie, zu den Problemen der Bekämpfung der Schriftüd wird er teilen zu einem Meinungsaustausch über das anzuwendende Bers fahren. Man ist der Ansicht, daß diese erste Verhandlung den Rat 2 bis 3 Tage in Anspruch nehmen werde. Man ist sich in den Krelsen des Völterbundes ganz klar darüber, daß die öffentliche Meinung aller Länder eine möglichst schleunige Lösung der oberschlesischen Frage herbeisehnt. Aber man seint hier auch zu wünschen, daß die öffentliche Meinung sich auch ganz genau alle Schwierigteiten der Muigabe vergegenwärtige. Man forbert für die Mitglieder des Rates, die sich niemals mit dieser Frage befaßt haben, das Recht, sich eingehen zu unterrichten, und reiflich zu überlegen. Die vorbereitende Arbeit wird für die Mitglieber hes Rates die unbedingte Borausjegung für die Unabhängigkeit ihres Urteils jein. schließenden frei von austedenden Krankheiten sind, zu der Füz Tuberkulose und der Geschichtsfrantheiten. Er geigelte mit chars fen Worten den rüdständigen Standpunkt der Regierung in Sachen der Ehrengerichtsbarkeit. Wenn die Gegner der Sozialisierung der ärztlichen Seiltätigkeit meinen, die Beamteneigenschaft der Aerzte sei ein Hindernis für ärztliche Qualitätsleistung, fo frage er, ob denn ein Beamter stets faul, gleichgültig und interesselos sein müsse. Darüber, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen weber die Interessen der Aerzte noch die der Allgemeinheit ges nügend geschäßt find, tönne ein 3weifel nicht obwalten. Auch für die Aerzteschaft würde die Sozialisierung eher eine Bermehrung als eine Verminderung ihrer Freiheit bedeuten. Sie liege in der Linte der Entwidlung und tänne nicht mehr aufgehalten merden. Deshalb sei es beller, sie zu fördern und zu leiten, als ihr harta nädigen starren Widerstand entgegenzusehen. Rathenau und Loucheur in Wiesbaden ministerium dürften am Sonnabend mit den Abstimmungen über Die Lohnverhandlungen im Bergbau angekündigten Verhandlungen begonnen, es fanden zwei mehrBon zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Ueber die gegenwärti gen Lohnforderungen der Bergarbeiter haben im Reichsarbeitsministerium am 26. August getrennte Besprechun gen mit Vertretern der Arbeitnehmer- und Arbeitgeber- Verbände re tattgefunden, in deren Verlauf die Arbeitgebervertreter folgende Erklärung abgaben: uch tet Den ets hent cem to Die bestehenden Teuerungsverhältnisse lassen in allen Bergrte. baubezirken eine Gehalts- und Lohnerhöhung als angemessen ers us heinen, deren Durschührung und Höhe von den wirtschaftlichen Berhältnissen der einzelnen Bergbauzweige und Reviere abhängig sein muß. Die Arbeitgeberschaft ist bereit, in den einzelnen Bezirlen sofort in Lohnverhandlungen ein utreten. Zu der Frage, ob die Berständigung außerdem hm durch sofort zu beginnende Bezhandlungen gefördert werden kann, ung werden die Arbeitgeber baldigit Stellung nehmen, die Arbeitgeber fich bes Kohlenbergbaues gelegentlich der unmittelbar bevorstehenden Den Sigung des Reichsfohlenverbandes am 30. August. Dieses voreps läufige Ergebnis der Verhandlungen bedeutet eine Annäherung der Standpunkte beider Teile, die eine Berständigung erhoffen Tett Fen efer Alig ords gens Oges hen Den olg die and ent Diez den huß und Der eila Der iter den Erz ben lich Abais ags nor ung zen ab= auf es= nach wei iner gett, läßt. Die Lohnbewegung im Reich Aus Greiz mird gemeldet: Jm Bezirke des Sächsisch. Thüringischen Weberverbandes find sowohl die Tarife ber Arbeiter als auch der Angestellten durch die Arbeitnehmer gefündigt worden. Die Forderungen der Weber betragen eine Erhöhung von 3 Mart pro Stunde bis su 20 Jahren und 3,50 M. für die Arbeiter über 20 Jahre. Die Angestellten verlangen ein Monatsgehalt als Sonderzulage und einen 50prozentigen Zuschlag zu den bestehenden Gehältern. Im Bereiche des Arbeitgeberverbandes ber Gettion 4b der Semishen Industrie Deutschlands( Westdeutschlands) bat der Berband der Fabritarbeiter das Tarifablommen ge= fündigt Seine Mehrforderungen betragen 2 Mart je Stunde. Außerdem sind noch einige Nebenforderungen erhoben torben. 3ur Lohnbewegung der Samburger Safenarbeiter wird noch emeldet: Der Schlichtungsausschuß hat den Sajenarbeitern für jeben Arbeitstag eine Lohnzulage von 8 Mart zugebilligt, weiblichen und jugendlichen Arbeitern vier Mart. Auch soll für Heberstundenarbeit ein Lohnzuschlag von 33% Prozent erfolgen. tariflichen Alfordsäge. Die Sajenarbeiter menden sich namentgegen die Verschlechterung für die Attordarbeitet. Auch die übrigen Zugeständnisse werden angesichts der zunehmenden Teuerung als zu gering bezeichnet. In namentlicher Abstimmung wurde der Schiedsspruch mit überwiegender Mehrlich beit abgelehnt. Maffenfundgebung der Münchener Arbeiterschaft Drahtmeldung unseres Rorresponbenten München, 26. Auguft. Die Massenfundgebung der Münchener organisierten Arbeiter und Angestellten gegen die Wucher und Preistreiberei für Einführung der Weltmarktslöhne ist unter gewaltiger Beteiligung orbs Derlaufen. Am Nachmittag nach Arbeitsschluß bewegten sich die Maffen in geschlossenem Zuge von den Betrieben durch die Stadt nach den Versammlungslokalen. Trotzdem nur eine Bersammlung angelegt war, füllten an 30 000 Personen die Räume und die Gärten der sechs größten Versammlungslokale der Stadt. Min beftens bie gleiche Anzahl sammelte sich vor den Lokalen an. Beitere Taufende bewegten sich auf den angrenzenden Straßen. Es sprachen Redner in den Sälen und Gärten. Von den Fen die auf der Straße Versammelten, infolgedessen mußte der Stras henbahnverkehr zum Teil eingestellt werden. Nach Schluß der Bersammlung bewegten sich die Teilnehmer in gewaltigem Zuge über die Jarbrüden in das Innere der Stadt hinein. rger urbe achte olat Bet mit gen egen rden ührt ges bie 499 erg gen ein. ales des. er ftern und Terassen herab richteten andere Redner ihre Worte an Die Polizei hatte umfassende Borkehrungen getroffen, wagte aber angesichts des machtvollen Aufmarsches des Münchener Bro= letariats weber den 3ug noch die Versammlung, die zum großen Teil gegen die Verordnung des Ausnahmezustandes abgehalten wurde zu stören. Der Ausnahmezustand hat sich dem Druck ber großen Masse gegenüber als ohnmächtig erwiesen. Nach dem ungeorien Verlauf der Demonstration tam die Polizei geritten und in Lastautos herbei, um die Brüden abzusperren. Dieses Bedürfnis, fich zu zeigen, erregte allgemeine Seiterfeit. Die ganze Kundgebung verlief völlig ungestört, trotzdem die Be hörben alles getan hatten, um Zwischenfälle hervorzurufen. Die Ermordung Erzbergers hat hier große Er tegung wadhgerufen, besonders in den Kreisen der christs ligen Gewerkschaften und bei dem katholischen Kleinbürgertum. Man erinnert an die Mordaffaire Downer- Prader und an die Ermordung des Abgeordneten Garcis und dah beibe Taten unter ähnlichen Umständen erfolgt find. Die Bayeris the Boltspartei hat sich bekanntlich in der Perjen ihres Führers, bes Geheimrats Seld, im Falle Downer- Prader schützend vor bie Mörderzentrale gestellt. Vor der Tagung des Völkerbundsrates| Genf, 26. Auguft. Ein Sonderberichterstatter von Havas meldet: Bicomte Jihii, berzeitiger Borfizender des Bölferbundsrates, ist heute vormittag in Genf eingetroffen, desgleichen ist Paul Hymans einge troffen, der den Vorsiz in den neuen Verhandlungen zwischen Polen und Litauen führt. wie auch Wiesbaden, 26. August. Zwischen den Ministern Rathenau und Loncheur haben heute die stündige Sigungen statt, und zwar wurden am Bormittag a II: gemeine Fragen behandelt, am Nachmittag murde abjah weise der Zegt des Hauptablommens über Sachleistungen durch gesprochen. Einige Punfte bleiben der morgigen Erörterung vorbehalten. Währenddessen vereinigten sich die beiderseitigen Refe renten, um die Nebenablommen über Restitutionsfragen zu be raten. Diese Besprechungen werden heute abend und morgen fortgesetzt. Zwischen den Ministern sollen morgen zwei weitere Besprechungen stattfinden, die sich auf die noch zu lärenden Buntte des Hauptabkommens und auf die Einzelberatung ber Nebenabkommen erstreden werden. Die Jren lehnen ab London, 26. Auguft.( Reuter.) In seiner Antwort auf das britische Anerbieten sagt de Balera, er habe die Vorschläge der britischen Regierung dem Dail Eirean unterbreitet. Dieses habe sie einstimmig abgelehnt, sei indessen mit 3u bereit, auf der Basis einer Regierung stimmung der Regierten" weiter zu verhandeln. Unglaubliche Wirtschaft Konfusion im Arbeitsnachweiswefen Auf recht trübselige Zustände macht der Gewerkschaft. liche Nachrichtendienst" in einer Notiz über die unglaubliche Verwirrung aufmerksam, die in den Reichs- und Lan desministerien in der Arbeitsnachweisfrage zu herrschen scheinen. Die Korrespondenz schreibt: Die gemerbsmäßige Stellenvermittlung, bie besonders im Gastwirtsgewerbe die Not der Arbeitslosen aus. Demobil. beutete, wurde durch Verordnung ber machungsbehörden und Landesregierungen, u. a. in Bayern, Baden, Württemberg, Medlenburg, in Preußen in ben Städten Berlin, Danzig, Königsberg, Stettin ufw. verboten Dieses Gewerbe, das feine Existenzberechtigung hatte, war also zu einem nicht unbedeutenden Teil verschwunden. Seit der selben Zeit datieren die Bestrebungen, bas Arbeitsnachweiswesen gesetzlich zu regeln, die zu dem Arbeitsnachweisgesehentwurf ge führt haben. Trotz dieser Vorgänge hat der Reichsminister des Innern durch Erlah vom 28. Mai 1920( 1. M. 5289) die Verord nungen, die auf Grund der Bollmachten der Demobilmachungs tommissare vom 7. November 1918 erlassen waren, aufgehoben und damit auch der Stellenvermittlung bie Möglichkeit zu nenem Leben zu erstehen, gegeben. Der Zentralverband der Hotel-, Restaurants und Café- Angestellten hat in einer Eingabe Dom 20. September 1920 unter Sinpeis auf die obigen Tatsachen erJucht, die Verbote der Stellenvermittler bis zum Intrafttreten des Arbeitsnachweisgesetzes, das dieses Gewerbe befeitigen soll, bestehen zu lassen. Inzwischen hat, wie uns berichtet wird, die bayerische Regierung Entschädigungsanträge der Stel lenvermittler, deren Gewerbebetriebe verboten find, abgelehnt. Der preußische Sandelsminister hat erst am 23. Juni 1921 ( 3.-Nr. III 7771) angeordnet, daß in Rücksicht auf das tommende Urbeitsnachweisgesetz feine Neutonzessionen an Stellenvermittler erteilt werden sollen. # Nunmehr scheint der Reichsarbeitsminister wieder wie vorher in entgegengesetter Richtung wirken zu wollen. Wie wir erfahren, soll der Reichsarbeitsminister durch einen vertrau lichen Runderlag angeordnet haben, daß die Konzeffionen ber verboten gewejenen Stellenvermittlerbetriebe wieder Gültig leit haben sollen. Sollte sich diese Mitteilung bewahrheiten, so hieße das dem Faß den Boden ausschlagen. Dieser Erlaß stände im ftriften Gegensatz zu den Maßnahmen der preußischen und bayerischen Regierung sowie der Absicht des Arbeitsnach weisgelegentwurfs. Wir erwarten, daß der Reichsarbeitss minifter für bringende Aufklärung zu dieser Angelegenheit sorgt. Diesem Wunsche der Gewerkschaften schließen wir uns an. Es fann nicht energisch genug ausgesprochen werden, dena solche Wirtschaft darf nicht geduldet werden. Wir sind vollkommen einig mit der Korrespondenz des A. D. G. B., wenn sie ihren Artikel folgendermaßen schließt:„ Die Ge merfschaften verlangen, daß die gewerbsmäßige Stellenver. mittlung verschwindet und daß Maßnahmen von den Regierungsstellen verhindert werden, die geeignet sind, die gewerbsmäßige Stellenvermittlung in das Leben zurüdzurufen." Das Wohlfahrtsministerium 0 Aus dem Hauptausschuß des Landtags Die Verhandlungen des Ausschusses über das Wohlfahrts. die einzelnen Anträge zu Ende gehen. Der Parteitag der BKPD. Jena, 26. Auguft. Die Statutenberatung, die die Donnerstagsgung abschio, nachdem eine besondere Kommission beauftragt worden war, bie Gewerkschaftsritlinien der Zentrale zu verbessern, ergab luftigerweise, daß bie, bie einst so grimmig die Organi Jationsspielerei der anderen perspottet haben, schon im Organifationstretinismus gelandet find. Wie soll man es anders bezeichnen, daß ein Antrag Hedert angenommen wurde, monach eine Registrierung ber Mitglieder nach ihren Fähigkeiten für die verschiedenen Arten der Parteiarbeit vorgenommen werden folt. Das gibt ein vorzügliches Material für den Staatsanwalt, Stöhnte einer der Gegner des Beschlusses nach der Annahme. Wies viel Sekretäre für die Anlage und Fortführung dieser Kartother angestellt werden müssen, danach hat niemand gefragt. Dann ftritt man darüber, ob die Verpflichtung zum Bezug des Partei blattes in die Statuten aufzunehmen jei, und die Mehrheit seyte diese Selbstverständlichkeit wahrhaftig hinein. Beispielgebend aber dürfte die Beitragsfestsegung fein: 1 Mart wöchentlich jir männliche und 50 Pf. für weibliche Mitglieder und Arbeitslose. Der Name murde wieder einmal geändert, fünftig nennt man sich nur noch kommunistische Partei"; auf„ Vera einigte" hat man verzichtet, was nicht unberechtigt ist. Eine Resolution zur Lage Sowjet- Rußlands, die nach einem Referat Friesland angenommen wird, rust alle Arbeiter zur Hilfe auf, beschimpft aber zum Schluß die sozialdemokratische Partei und bie Gewerkschaften, meil fie angeblich eine gemein same Aftion des Proletariats verhindert hätten, und, wie es mit frecher Lügenstirn weiter heißt, die Hilfsattion in eine Inters vention zur Wiederherstellung des bürgerlich- demokratischen Kapitalisten, verfälschen wollen. Regimes, in Wahrheit der Herrschaft der russischen Junter und Die Gewertschaftsfrage wird durch die Annahme der unpejentlich geänderten Richtlinien der Zentrale erledigt. Be mertenswert ist ber ohne große Anteilnahme vollzogene Beschluß auf Schaffung eines Kampffonds für die rote Gemertschaftsinternationale. Menschlich ergriffen hat die erschütternde Echilderung der Analen der in den 3 uthäusern und in den zur Festung umgewandelten Zuchthäusern schmachienden Opfer des März putsches und der weißen Rachejustiz, die donnernbe Rejonnanz bes Parteitages fand. Eine scharfe Protestresolution, bie Freilassung fordert, wurde einstimmig angenommen. Der ehemalige Münche ner Rationalbolichemist Thomas begründete einen Antrag zur Genossenschaftsfrage, die die Pflicht zur Bedarfsdedung bei den Genossenschaften ausspricht. Aber auch die Pflicht zum Kampf gegen die Genossenschaftsbureaukratie, die angeblich daraus ein Bollwert der Reaktion machen will. Die Redaktionstommission hat inzwischen die Resolution gu dem Steuern und Wirtschaftstampf, die das in den Papiertorb befördernde Steuerprogramm der Zentrale ersegt, fertiggestellt. Es ist ber glatte Sieg der inten", bie die Erfassung der Geldwerte, die durch die Zentrale noch furz vorher noch selbst ge fordert wird, für eine Erfindung der Gewerkschaften und Sozial demokraten erklärt, um dem wirklichen Machtkampf um die Steuern auszuweichen, ebenso wie die veraltete Unterscheidung zwischen direkten und indiretten Steuern. Außerdem fönne diefe Gelbwerterfaffung bei unveränderten politischen Machtverhälinissen die Abwälzung der Lasten nicht verhindern. Gefordert wird: Ablehnung ber indiretten Steuern, durchgreifende Vermögenss eintommensteuer bei Freilassung aller Einkommen bis 24 000 m. und Vermögen bis 100 000 M. Wegsteuerung aller Erbschaften, die 100 000 2. übersteigen, Beschlagnahme der fürstlichen Bermögen und der am Bölfermord beteiligten Heerführer und Staatss männer, Einstellung der Zinszahlung für die Staatsschulden unter Schonung der fleinen Zeichner, Kontrolle der Produktion und der Preise durch die Betriebsräte, allgemeine Lohnerhöhung um 100 Prozent. Die Lohnfämpfe sollen aufs Schärfste gesteigert und einheitlich zusammengefaßt werben. Geftrichen wurde nach heftigem Kampf mit geringer Mehrheit die von Maßlow als eine Unterstützung des Staats verworfene Forderung nach einer Kontrolle der Stenezablieferung durch die Betriebsräte, für die sich Stoeder heftig eingesetzt hatte. Ein Antrag Hamburg for derte, daß die Parteien und sämtliche wirtschaftlichen Organisationen der Arbeitertlaffe zu einem einheitlichen Rampf für die 12 Bunfte bes Manifestes, das an die Partei erlassen wird, auffordern foll. Die Wahl zur Zentrale ergab als wesentlichstes, daß Stoeder und Koenen durchfielen. Die Gewählten sind: Mener, Bied. Boettcher, Roft Wolfffteien, Walcher, Remmele, Eberlein, Hedert, Hoernle, Friesland, Berta Braunthal, Klara Bettin, Schmidt- Hannover. Alara Bettin rangiert mit 181 Stim men hinter Berta Braunthat, die 184 Stimmen erhielt! Mit einem Schlußwort Pieds wird der Parteitag geschlossen. Der Reichskanzler, bie Reichsregierung und der Reichsa präsident haben an die Gattin des ermordeten Abgeordneten Erzberger sehr warm gehaltene Beileidstelegramme ge sandt, in denen sie ihre innigfte Teilnahme an dem Tode Erzbergers und ihrem Abscheu über das feige, fluchwürdige Vera brechen Ausdrud geben. Unstimmigkeiten in der Chemnißer Schuhpolizei. Die Chem niger Allgemeine Zeitung" berichtet: Bei einer Sundertschaft der Chemnizer Landespolizei ist vor einigen Tagen eine Meu a terei ausgebrochen. Als von der Hundertschaft verlangt wurde, zu einer angelegten Uebung außerhalb der Stadt den Stahlhelm aufzulegen, trat ste mit dem Czako an. General Reichert. Dresden, der der Uebung beiwohnen wollte, erstattete Meldung an den Ministerpräsidenten Bad und dieser verfügte die sofor tige Entlassung der Leute. Inzwischen sind an den zuindienststellung der Entlassenen herbeizuführen. In der gestrigen Sitzung des Sauptausschusses gab Ministeriale direttor Dr. Bracht auf eine Anfrage zu, daß bei der Verwendung der Sammlungen für Oberschlesien erhebliche Unregel mäßigkeiten in der Verteilung der Gelder vorgekommen seien und baß einzelne Personen sich hierbei Gehälter verpaẞt" hätten, die ein fofortiges Eingreifen des Wohlfahrtsministeriums nötig mach ten. Die Verwaltungsstellen der gesammelten Gelder find infolge dessen unter staatliche Kontrolle gestellt worden. In der weiteren Debatte legte Genoffe Dr. Men den Standpunit unserer Gratständigen Stellen Verhandlungen eingeleitet, um die Wieder. tion zu den Angelegenheiten des Wohlfahrtsministeriums bar. wies daß ihre Anträge demonstrativen, Sweden blenten. Auch wit, baben die Uebers zeugung, daß ohne Beseitigung der fapitalistischen Parafiten, ohne Sinaufführung der Menschheit zu einer höheren Produktionsords nung eine durchareifende Verbesserung der Verhältnisse nicht erreicht werden fönne; bis dahin können aber unsere notleidenden Boltsgenossen nicht warten, es gilt schon heute, für die minder bemittelten Kreije so viel wie irgend möglich herauszuholen und dabei die tragfähigen Schultern zu behaften. Unser Redner verda Cunha, der brasilianische Delegierte, perwahren sich trat dann den Antrag unserer& rattion, auf die Reichs bagegen, daß sie irgendwie um die Berichterstattung in der oberschlesischen Frage angegangen worden sind. Sie hätten, aljo gar teine Gelegenheit gehabt, einen solchen Auftrag abzulehnen. Bicomte hit hat es aus eigenem Antrieb übernommen, Den Bericht über die oberschlesische Frage zu erstatten, weil er regierung einen Drud auszuüben, daß die Rentenverfahren ber Kriegsbeschädigten mit der allergrößten Beschleunigung burch geführt werden, sowie den von unsern Freunden im Reichstag eins gebrachten Antrag auf Abschaffung der SS 218 ff. des Strafgefchs Buches( Abtreibungsparagranhen). muf die mehrfach in der Debatte wußte, daß da Cunha in Royat zurüdgehalten war, und Symans Bingewiesen worden war. Dr. WenI bearündete hierauf unsere Die Angelegenheit von Wilna vor sich hatte. Der Borikende des Bölferbundstates wird in dent Bericht, den Forderungen, bak mit den übrigen zur Eingehuna bez Che er forderlichen Bapieren dem Standesamt ein ärztliches Gesunde er bem Rat erstatten wird, eine rein sachliche Borstellung der Tate heitsattest beizubringen ist, zum Nachweis dafür, daß die Che Empfang des megitanischen Gesandten. Der Reichspräsident hat am Freitag den megitanischen Gesandten Balbino Davalos zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens empfangen. Bei dem Empfange war der Reichsminister des Auswärtigen, Rosen, zugegen. Riefenunterschlagungen im Ein- und Ausfuhramt Ems. Wie aus Bad Ems gemeldet wird, ist der in der Kasse des Ein- und Ausfuhramtes veruntreute Betrag bisher auf vier Millionen Mart festgestellt worden. Einer der Haupttäter, namens Rellin, ber seit einigen Wochen in Urlaub ist, soll sich in Frankreich aufhalten. Ballan Verkehrsfragen. Nach einer Havasmeldung aus Bukarest ist dort eine jugoslavische Abordnung eingetroffen, um über die Frage der gegenseitig n Eisenbahnverbin bung und über eine große internationale Linie zwischen dem Westen und bem Often, die über Belgrad und Butareft gehen soll, zu verhandeln. Die Wiedereinrichtung des Expreßauges Berlin- Bufarest soll für Ende Oktober in Aussicht ges nommen fein. B3 28.5 in ge 23 bi 3 er g JAKESER er Бо th te fü bi 90 9 b b Theater und Bergnügungen Bolksbühne Gmmerbirektion Der Opernball Machm. 8: Die Fledermaus Direktion: Mag Reinhardt. Dentiches Theater 7 Uhr: Kean Kammerspiele 7: Botajd u. Berlmutter Großes Schauspielhaus Karlitraße 71: Der Kaufmans vos Venedig ( Außer Abonnements Wallner- Theater Täglich 7, Uhr: Nixchen Theater i. b. Kleines Theater 8 Uhr: Bank Arustädt in ( Le Der Dieb voleur) Komische Oper Goftfviet: Mifred Läntner ur: Der fidele Bauer Rose- Theater 8 Uhr: Jugend Walhalla- Theater 7%, Uhr: Die Scheidungsrelie Casino- Theater. Exzellenz Mare 7% Sonntag 3: Mittelarreft Königgräger Str.: 17 Apollotheater 7 Täglich 7.30 libr: Notruf Bramana. Berm. Subermann Berliner Theater: Tagle 7.30 ar: DAS Milliarder Friedrichstraße 218 Internat. Augna- Brogramm Oplum- Träume 1-: Eine Haremsgeschichte wit 24 Damen Sowie 10 Genfationen Berliner Prater Saftanien- Hee 7-9 Internationale Ringkampf- Ronkurrenz Komödienhaus: Varieté Habenblic 7.30 1lhe: Der blonde Engel Theater am Nollendorfplat 8 Uhr: Der Vetter aus Dingsda Refidenz- Theater Paul Wegener, Irene Triesch Totentanz Trianon Theater 8 Uhr: Jba ft in Die große Leidenschaft Möbel u bebeutenb 興 Theat, a. Keitb.To Tel Moritsplats 18077 Täglich 7 Uhr: Vo fourt, Zücker VRY per gum Güßen von Speilen. Getränken ufw foots zur Bereitung een Rompoften oder zum infoden von Cost usw. Güßfloff verwendet billig- belömm. Bartenfrei erhältlich in Dregen. und Relenialmerenbaublungen Volks- ReiseVerband Neukölln Münchener Straße 53 Bom 3. bis 10. September: Durch den Odenwald zum Neckar bis Heidelberg Bieberholung der v. 18.- 25. 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Im großen und ganzen soll seine Tätigkeit darin bestanden haben, die Meldungen von Interessenten des Wohnungstausches, die sich auf Grund feiner Anzeigen an den Anschlagsäulen bzw. auf seine Zeitungsinserate hin an ihn gewandt hatten, auf einem Formular entgegenzunehmen. Die Interessenten hatten dann eine Schreibgebühr von 15 Marf für das Zimmer zu erlegen und erhielten dafür die tröstliche Zusage, daß durch seine Vermittelung bald ein passender Wohnungstausch zustande fommen würde. Rempel stellte dann die eingegangenen Meldungen in einem von ihm herausgegebenen„ Nachrichtenblatt" zusammen, das er den Interessenten regelmäßig zujandte mit dem Anheimgeben, sich eine für sie passende Wohnung auszusuchen, Rempel würde ihnen dann die näheren Adressen mitteilen und sie tönnten auf diese Weise miteinander in Verbindung treten. Beim Zustandekommen eines Wohnungstausches sollte dann wieder ein Betrag von 15 Mark für das Zimmer gezahlt werden. Wie lutrativ dieses Wohnungsgeschäft" war, geht daraus hervor, daß er schon nach acht Wochen den Betrieb für einen Betrag von 46 000 Mart an Grün verkaufen konnte. Es sollen bis zu diesem Tage 750 Anmeldungen vorgelegen haben, aber nach den Behauptungen ber Antlagebehörde nicht ein einziger Wohnungstausch zustande gekommen sein. Der Angell. Grün führte das Geschäft im Hause Gr. Frankfurter Straße 73 fort. Nachdem er etwa 280 Anmeldungen entgegengenommen, von denen ihm nur in acht Fällen eine er mittelung gelang, fonnte er das Nachrichtenblatt Anfang Oftober 1920 infolge des Bujoruderitr: its vorübergehend nicht erscheinen laffen. Die Ausgabe desselben wurde dann gänzlich eingestellt, ohne daß die Interessenten Nachricht davon erhielten, und das Geschäft war zu Ende. Der Staatsanwalt hielt beide Angeklagte des Betruges für schuldig, da es ihnen gar nicht darauf angelommen sei, den Interessenten Wohnungen zu verschaffen- wozu sie gar nicht in der Lage gewesen seien jondern nur darauf, von den Interessenten, denen falsche Vorspiegelungen gemacht seien, die VorSchüffe zu erhalten. Gegen Rempel wurden 9 Monate, gegen Grün 6 Monate Gefängnis beantragt. R.-A. Dr. Wisloch bestritt dagegen, daß irgendein Tats bestandsmerkmal des Betruges vorliege. Es handle sich bei dem Unternehmen Rempels um eine ganz gesunde Idee(!), der heutigen Wohnungsnot abzuhelfen. Naturgemäß werde es ftets längere Zeit dauern, um die verschiedenen Interessenten einander näher zu bringen und einen Erfolg zu erzielen. Wenn dies nur in wenigen Fällen gelungen sei, so jei dies nicht Schuld ber Ang: flagten, die durch persönliche Rüdsprachen, Herausgabe des Nachrichtenblattes usw. alles getan hätten, was sie überhaupt tun fonnten. Das Gericht hielt auch einen Betrug nicht für nachgewiesen und erkannte auf Freisprechung. Dieses Urteil ist einfach hanebüchen und wird von feinem Wohnungsuchenden verstanden werden, der mit solchen Schwindelfirmen zu tun gehabt hat. Wenn man der Wohnungsnot abhelfen will, wie dies der offenbar recht merkwürdig unterrichtete R.-A. Wisloch den Angeklagten als menschenfreundliche Absicht unterstellt hat, so kann dies einzig durch Vermehzung der vorhandenen Wohnräume geschehen, nicht aber dadurch, daß findige Herren( und ihre Zahl in Berlin ist Legion!) 750 Leuten für jedes Zimmer zweimal 15 Mart aus der Tasche ziehen. Die Profitsucht, mit möglichst geringer Anstrengung möglichst viel Geld zu verdienen, hat sich naturgemäß auch der Bohnungsnot als Arbeitsgebiet und der Wohnungsuchenden afs Opfer bemächtigt, und in Berlin sind Zustände auf diesem Gebiete eingetreten, die zu bekämpfen ein Berdienst der Gerichte fein Felfenbrunner Sof Bon Anna Croissant- Rust ( Rachbrud serboten) Beilage zur„ Freiheit" Sonnabend, 27. August 1921 tönnte. Wir machen uns anheischig, sowohl Serrn Rechtsanwalt| Vielfaches überragenden Fran darstellt. Alle angeblichen Gründe der Direktoren sind unwahr. Wisloch als auch das Gericht sehr anschaulich über die Tendenz folajer Firmen zu belehren! Die Flüchtlingsfürsorgestelle des Roten Kreuzes Eine unzweckmäßige Einrichtung. Neben der Erwerbslosenfürsorge des Magistrats besteht noch eine besondere Erwerbslosenfürsorge für Flücht= linge beim Roten Kreuz. Die Flüchtlinge müssen den Arbeitsnachweis des Magistrats und des Roten Kreuzes besuchen. Der Dualismus in der Erwerbslosenfürsorge hat schon zu scharfen Konflitten einersetts zwischen dem Magistrat und dem Roten Kreuz, anderseits zwischen den erwerbslojen Flüchtlingen und dem Roten Kreuz geführt. Der Magistrat Groß- Berlin wird durch die sozialistischen Vertreter start beeinflußt. Der Arbeitnehmer ist einigermaßen gegen Lohnbrüderei durch geregelte Tarifverträge geschüßt. In der Flüchtlingsfürsorge des Roten Kreuzes aber herrscht„ jener Egiraft non Dummheit und Bosheit, den man in Preußen den Geheimen Rai nennt". Reben dem Geheimen Rat herrscht noch der Kommißgaul des alten Regimes, der Offizier a. D. Diese Vorfämpfer der nationalen Reaktion vertreten hinsichtlich des sozialen Fortschritis Grundsätze, die das Tempo der Echternacher Springprozession noch übertrumpfen, sie springen, ge= trieben vom sozialen Fortschritt, 2 Schritte vor, aber drei Schritte zurüd. Die Flüchtlinge werden als 2ohndrüder benut, in der strupellosesten Weise aus ihrem Beruf heraus gerissen und zwangsweise deportiert und anderen Berufen zugeführt: der Schwerindustrie und dem Großgrundbesitz usw., gleichpiel ob fie törperlich fähig sind, derartige Arbeiten zu leisten. Diejenigen Flüchtlinge, die durch Entscheidung des Roten Kreujes,( das leine Instruktionen und Geldmittel von der Reichsregierung erhält), lediglich der Erwerbslosenfürsorge bes Roten Kreuzes unterstehen, erhalten 1. Die Teuerungsbeihilfe nicht, 2. die erhöhte Erwerbslosenunterstügung nicht ab 1. August. Da die Grundlage der Flüchtlingsfürsorge die Erwerbslosenfürforge bildet, so hat sich die nationale Realtion zwar bequemen müßen, mit Wirfung vom 22. August ab die Sätze der E. U. zu erhöhen. Der sozialfeindliche Geist dieser Abwicklungsstelle bes Roten Kreuzes wird aber am besten durch die Tatsache gefennzeichnet, daß ein Flüchtling, dessen nächste Unterstützung erst am 31. August 3. B. fällig ist, die Erhöhung ezt von dielem Tage ab erhält. Der nationale Krämergeist schaltet hier mit der gleichen souveränen Willfür, wie während des Krieges. Angesichts dieser Tatsachen fordern wir im Interesse der Allgemeinheit, dem Dualismus in der Erwerbslosenfürsorge schnell und gründlich ein Ende zu machen. Die Mittel, die vom Reich und der öffentlichen Wohltätigteit seit zwei Jahren zum Besten der Flüchtlinge bewilligt wurden, sind von dem nimmersatten Abwicklungsapparat des Roten Kreuzes aufgefressen worden. Um diese angeblich unpolitische nationale Kriegsgesellschaft der entlaffenen Offiziere und stellungslosen Beamten am Leben zu erhalten, wird der Dualismmus in der Fürsorge aufrecht erhalten, der die erwerbslosen Flüchtlinge mehr schädigt als fördert. Es wird zwar behauptet, 1. merben die Interessen der Flücht linge von den Gemeinden nicht wahrgenommen, 2. ist eine Kontrolle notwendig, daß kein Flüchtling Beihilfen länger als notwendig bezieht, 3. müssen die Schadensersatzansprüche der Flüchtlinge geprüft werden. Die Auflösung der Flüchtlingsfürsorge des Roten Kreuzes und die Zusammenlegung dieses Dezernates mit der Erwerbslosenabteilung bezw. den Arbeitsämtern der Gemeinden bedeutet eine erhebliche Geldersparnis, vereinfacht das Berwaltungsverfahren und garantiert den Flüchtlingen eine bessere Vertretung ihrer Interessen wie bisher. Der Kampf um die Schuldezernenten Die Schuldeputation hat vor einiger Zeit Fräulein Dr. Anna Siemsen aus Düsseldorf als Dezernentin für das städtische Fach- und Fortbildungsschulwesen gewählt. Gegen diese Wahl hat nun die übliche Heze eingefegt, die dittiert ist teils von egoistischen Gründen, teils von der Furcht, daß fortschrittlicher Geist im Fortbildungsschulwesen seinen Einzug halten Lönnte. So haben deshalb die Direttoren an den Berufsschulen gegen die Wahl von Fräulein Dr. Siemsen Einspruch erhoben; Fräulein Dr. Siemsen fehle die Qualifikation, und sie sei ein Neuling im Fortbildungsschulwelen. Sie fönne beshalb nicht als befähigt für die Aufsicht erachtet werden. Es ist fein 3weifel, daß diefer Brotest in erster Linie der Proteft von Männern gegen die Wahl einer sie geistig um ein Helene hatte, während sich all die wirren Gedanken und Dunklen Gefühle bei ihr brängten, eine merkwürdige Bision. Es war ihr, als sei fie in einem ganz finsteren, aber be fannten Zimmer und bemühe sich, von der Mitte des Raumes ausgehend, die Wände zu finden. Aber ob sie sich auch nach links oder rechts, nach rückwärts oder vorwärts wenbete and tastend die Wand zu erreichen suchte, sobald sie mit dem Finger hinstieß, wichen die Wände zurüd, und sie hielt mit einem Aufschrei inne und mit dem Gefühl, ins Leere zu ftürzen. Dabei wurde ihr Körper falt vor Schrecken, und sie bradh in immer trostloseres und lauteres Weinen aus, bis ( 63. Fortsetzung) Selene versuchte ihre unruhigen Hände zu halten; vergebens, fie machte sich immer wieder frei, und sofort wurde das halblaute Reden immer schneller und leidenschaftlicher, immer beschwörender. Sie rief des Vaters Ramen, sie wollte hn trösten und flagte ihn an, fie rief ihn von der Mutter bes Kindes zu sich zurüd und streďte doch abwehrend beide Sände aus. Ich kann dich endlich Alwine herbeifam. „ Richt! Komm nicht näher! Ich kann dich nicht sehen: dein Kind ist tot, Albert, und das ist gut. Nun follst du weinen, weine nur! Ich habe so viele Nächte geweint, und du hast es nicht gewußt! horch!" So begann ein leidenschaftliches Weinen, bei dem die Fränen schwer unter den geschlossenen Augenbedeln hervorzannen, und bei dem das Geficht ruhig blieb, während der Körper unruhig zudte. Selenens Tränen flossen mit denen der Kranten. Was hätte sie auch tun sollen? Erschien ihr nicht heute das Leben lo Jower, wie ein Alp lag's über dem Haus. Das war nicht allein Heinrichs wegen; der Arzt meinte ja, er würde bald aus seiner Bewußtlosigkeit aufwachen es sollte nur Der Blutverlust sein, der ihn geschwächt hatte, und eine pirette Lebensgefahr wäre eigentlich ausgeschlossen. Sein, alles war wüft und fraus und wirr, und dennoch leer zingsum. Gie hörte die Mutter nach dem Vater rufen wenn sie ihn nur heute gesehen hätte! Wie er wieder, ganz wie früher, zuviel getrunken und sich ausgelassen gebärdet hatte; wie er dann in eine wütende Stimmung gegen das Leben und die Quälereien im Leben geraten und nach ein paar haftig hinuntergegossenen Gläsern Rognat fortgestürzt war, dahin, wo sie ihn schon einmal gesehen an jenem wundervollen Maimorgen oben am Andreastreuz mit Rolf zu Jammen. " Rolf!" rief sie leise in die wirren Reben der Kranken hinein und legte ihren schweren Kopf neben den der Mutter, und rief nach ihm, der sie heute wie eine Aufdringliche bes handelt hatte. Balb weinte sie mit der Weinenben, während Tina, raifos am Türpfosten lehnte und nicht wagte, ihren Schmerz zu tören. Schimpfend tam sie und rüttelte Helene auf:„ Ist man denn in einem Narrenhaus hier? Niemand geht einem zur Sand, lauter verstörte Gesichter und zitterige Finger! Schämt euch doch! Was tut ihr denn, wenn ein wirkliches, ein großes Unglüd geschieht? Es wäre wahrlich anderes zu tun, als zu heulen. Niemand kümmert sich um das Nota wendigste. Es find doch lauter fremde Leute im Haus außer dem alten Hannes; die andern tinzen ja noch alle am Anoreasfreuz, die Bande! Ich muß laufen und hehen nach Arzt und Verbandzeug und Wasser und Watte, und wer weiß was noch alles, und ihr greint und schneuzt euch! Was ist denn so schlimm? Mit Heinrich steht's doch nicht schlecht. Rappelt euch auf, ich muß Hilfe haben! Vor allem muß nach dem Galgenstrid, dem Beter, gefahndet werden. Was?" wandte sie sich barsch an Tina, die sie leise angerebat. Kommen Sie doch mit mir, Fräulein!" bat das Mädchen. „ Es ist tot?" " und dann, ich hab' „ Za „ Es ist gut, Tina, laß es tot fein. Was fann ich denn dabei tun? Ich fann's nicht lebendig machen." „ Ich ich hab vorhin was da brin gehört." „ Go? Wo? In Vaters Schreibzimmer?" " Ja; ich war im Halbschlaf. Ich hab' doch ein paar Nächte gewacht. Aber nun, wo ich gehört hab', was der Peter getan hat, läßt mir's feine Ruh'." Ich habe feine Zeit!" wehrte Alwine ungeduldig ab,„ geh mit mir und hilf und pappel fein dummes Zeug." „ Ach. Fräulein, wär's nicht besser, wenn Sie mit mir gingen? Wissen Sie, jegt fällt mir alles erst ein; ich hab' aufschließen gehört Alwine nahm Tina rasch das Licht aus der Sand und ging auf ihres Vaters Zimmer zu. Fräulein Dr. Siemfen ist fein Neuling, sondern versieht das Dezernat für Fortbildungsschulwesen in Düsseldorf bereits feit Jahren. Sie hat auch dort ihre Befähigung und Eignung für diesen Posten völlig zweifelsfrei bewiesen. Wenn trotzdem das Berliner Tageblatt" bie Einwände der Direktoren für durchaus berechtigt erflärt, so ist das ein neuer Beweis dafür, daß die Kommunalpolitik diefes Blattes sich von der der Deutschnationalen auá um nichts unterscheidet. Dent Blatt fehlt, da sein Blid durch seinen Saß gegen alle Sozialisten getrübt ist, eben die Fähigkeit, zu einem objettinen Urteil. Das geht auch ganz zweifelsfrei aus der Tatsache hervor, daß selbst die „ Boilisme 3eitung" die Wahl der Genoffin Siemjen durch aus sympathisch beurteilt. Sie schreibt: Damit ergab sich von selbst die Kandidatur Siemsen für die Fach- und Fortbildungsschulen, da sie schon in Düssel dorf auf diesem Gebiete gearbeitet hat. Wenn auch nicht bestritten werden soll, daß die Wahl eine rein poli tische ist, so ist doch bisher nichts Stichhaltiges gegen die Eignung der neuen Dezernentin vorgebracht worden. Daß die Direktoren der Fach- und Fortbildungsschulen peinlich bcrührt sind, unter eine Frau geftelt zu werden, ist begreiflich. Aber natürlich fann der Magiftrat seine Wahl night rüdgängig machen und es ist auch manchmal porgefommen, bag Männer an der Spike solcher Shulzweige Dersagt haben." Das letztere ist häufig eingetreten, und es ist sicher, daß es auch in Berlin eintreten würde, wenn man einen von jenen Direttoren mit der Leitung betranen würde, von denen der Protest gegen die Genossin Siemfen ausgeht. Fürsorge für Mutter und Kind Der Magistrat teilt mit: In dem Pflegeftellennachweis bes Vormundschaftsamtes Landsberger Straße 43-47 werben Rindern, die eines Elternhauses entbehren, Pflegestellen nachgewiesen, auch besteht die Möglichkeit, für Mütter mit Säuglingen in Heimen untentgeltlich Aufnahme zu vermitteln, wenn die Mutter bereit ist, dort Sans- oder Näharbeit zu leisten. Aber Mütter zu bezaten, die einer außerhäuslichen Arbeit nachgehen und mit ihrem Kinde zusammen wohnen wollen, ist recht schwierig. Außer den wenigen Mütterheimen, die meist überfüllt sind, gibt es wenig Möglichkeiten. Fast nie sind die beim Pflegestellennachweis ge meldeten Pflegefrauen bereit oder in der Lage, auch die Mutter mit aufzunehmen. Es muß das Bestreben sein, das Zusammenbleiben von Mutter und Kind nach Möglichkeit zu unterstügen, und es wäre dankbar zu begrüßen, wenn sich Frauen, die bereit wären, Mutter und Kind aufzunehmen, beim Pflegeftellennachweis Landsberger Straße 43-47 melbeten. Die in Frage tommenden Mütter jind meist Arbeiterinnen oder werden mit einfachen Bureauarbeiten beschäftigt, so daß sie nur Bezahlung für einen einfachen Lebensunterhalt leisten können. Das Berhör des Luftmörders. Seit Montag vormittag wird der Frauenmörder Karl Groß. mann von der Berliner Kriminalpolizei täglich ununterbrochen bernommen. Seine recht bewegte Bergangenheit erfordert die eingehendsten Nachforschungen. Alle Orte, bie Großmann bisher angegeben hat, sind durch die Kriminalpolizei aufgesucht und durchforscht worden, Ueberall fommen Meldungen, daß Großmann auch dort als ein gefährlicher Mädchenfreund berüchtigt manund nach ganz furzez Zeit seine Stellungen wieder aufgeben mußte, meil er nach Berübung mehrerer Schandtaten den Behörden aus dem Wege gehen mußte. Da es nicht mehr möglich erschien, aus dem verstodten Bez brecher auch nur ein einziges neues Wort herauszubekommen, hat man Großmanns Bernehmung gestern abgebrochen und mit dem Mehrere Berhör der zahlreichen 3eugen begonnen. Stenotypiftinnen haben vollauf zu tun, um die Fülle bez belastenden Aussagen zu Bapier zu bringen. Nachdem man bei der gestrigen Durchsuchung seines früheren Laubengeländes an der Landsberger Chaussee die blutbefleckte grüne Segeltuchtasche gefunden hatte, die nach den übereinstimmenden Mitteilungen von mindestens zwanzig 3eugen der ermordeten Frida Schubert gehört hatte, ist es außer jedem Zweifel, daß Großmann auch diese Frau umgebracht hat. Gestern vormittag hat Kriminalkommissar Dr. Riemann durch neue Zeugenaussagen einwandsfrei feststellen fönnen, daß die Frida Schubert, bie Großmann angeblich niemals gesehen haben will, acht Tage vor ihrem Berschwinden bei dem Märder als Wirtschafterin tätig war. Großmann hatte sich mehrere Male Bleib zurüd", befahl sie. Auch sie wußte, mo der Bater meistens die Schlüssel aufbewahrte. Sie waren am rechten Ort. Aber da, der Schreibtischer war, wie in Hast vor dem Schloß verschlossen. Einen furzen Augenblid zögerte Mwine, dann zog sie ent weil sie rasche schlossen die Schublade auf und erschrat, Schritte sich nähern hörte. Bater", sagte sie entschlossen, es ist gut, daß du kommst Tina will jemanden hier gehört haben, war der Schreibtisch auch wirklich verschlossen?" ,, Laß das doch jest!" wies fie der Vater gequält ab. ,, Wie fannst du an dergleichen denken, wo es soviel Schweres und Trauriges gibt im Haus." ,, Das aber ist das Wichtigste!" erwiderte Almine streng. Ich ersuche dich, schau sofort nach; ich habe meine Gründe, das zu verlangen. Peter ist fort, man findet ihn auch wahrs Scheinlich nicht-" Unwillig und vorwurfsvoll zog der Vater bie Lade auf; er wurde fahl und mußte fich auf den Sessel vor dem Schreib tisch Jetzen. Mit stieren Augen sah er auf die Geldrollen und begann fie mechanisch zu zählen; leise zuerst und dann laut. Eine jede einzelne tippte er mit den Fingern an, immer langsamer wurde das Zählen; er sant in sich zus sammen, die Arme suchten Salt auf der Platte des Schreibtisches, und der Kopf fiel schwer auf die Arme. Er hat es gestohlen?" fragte Alwine mit harter und blecherner Stimme. Ihr Vater antwortete lange nicht, dann sagte er endlich: .Er hat sich sein Erbteil genommen, weiter nichts." Wie wenn er den Flüchtigen sähe, im donnernden Schnellzug mit Jeinem Raub in der Tasche, schaute er in die Ferne. Nur einen Augenblid war Alwine wie gelähmt, dann famen die Worte stoßweise, sich überstürzend: ., Und das sagst du so? Du mußt doch sofort telegraphieren! Ich lasse anspannen, nach allen Richtungen muß man depeschieren! Jeden Dieb hält die Polizei auf. Man muß das anzeigen, sofort; ein Steckbrief muß erlassen werden. Was hat er denn nur angehabt? Welchen Anzug? Tina soll unter den Kleidern nachsuchen, oder erinnerst du dich?" Du rührst dich nicht, hörst du? Reine Schritte weiter, kein Wort! Ich will das haben! Vor allem hüte dich, etwas gegen meinen Willen zu fun; nichts zu Fremden, feine Ane zeige. Er ist fort, er ist tot für uns. Er ist gewesen, viel leicht ist es so das beste." Fortseyung folgt.) mit ihr in einer Boltsspeisehalle in der Andreasstraße fehen laffen. Zahlreiche Besucher dieser Gastwirtschaft erklären, daß Großmann seine Wirtschafterin Schubert sogar in dem Speisehaus mit Ohrfeigen bedachte und auf fie mit bem Griff eines Messers wie wild losschlug. In diesem Restaurant pflegte Großmann auch seine anderen Wirtschafterinnen zu engagieren". Dort hat er auch im Dezember 1920 die Melanie Sommer fennengelernt, als sie beim Mittagstisch traurig dasaß und zujehen mußte, wie die anderen ihre Beche machten. Melanie Som mer fonnte sich aber nichts bestellen, weil sie seit Tagen tein Geld hatte. In dieser Verfassung näherte sich ihr Großmann, zeigte ihr feine stets mit Hundertmartscheinen gefüüte Brieftasche und fragte die Berzweifelte, ob fie mit ihm Leid und Freud teilen" würde. Die Sommer schüttelte sich vor Etel, als fie bielen alten, unsauberen und widerlichen Mann vor sich sah, folgte ihm aber trobem nach längerem Widerstand, weil sie in ihrer großen Not den Aufenthalt bei ihm dem Hungertode vorzog. Grohmann gibt bei seiner Bernehmung an, daß er die Sommer nach acht Tagen die Treppe hinuntergeworfen hätte. Die zweite Wirtschafterin, auf die sich Großmann noch befinnen will, soll in seinen Kreisen nur mit dem Namen ,, die schwarze Anna" befannt gewesen sein. Er hatte sie bei der Polizei nicht gemeldet, weil sie wegen mehrerer Bodeneinbrüche von der Bes hörde feit langem gesucht wurde. Die Schwarze Anna" ist ein altes Straßenmädchen, das seit langer Zeit in großer Not gelebt hatte. Auch sie ist seit ihrer Wirtschafterinnentätigkeit bei Groß mann( purlos verjamunden, während fie früher regelmäßig in der Umgegend der Andreasstraße gesehen worden war. Die anderen Namen der Wirtschafterinnen Hausbewohner Sprechen von mindestens 150! find nur unter den allergrößten Schwierigkeiten von Großmann herauszubekommen. So gibi er an, daß er nach der schwarzen Anna" eine gewisse Marie Feld bei sich aufgenommen hätte, die jetzt noch in der Weberstraße 10, wohnen sollte. Das nächste Mädchen, das er auf vierzehn Tage in feine Junggefellenwohnung geschleppt hatte, war Emmy Baumann. Ihr Name mußte dem Mörder erst genannt werden, damit er fich angeblich an diese Wirtschafterin erinnern fonnte. Es stellte sich heraus, daß es sich um ein bildhübsches, neunzehnjähriges Mädchen handelte, das nach einem 3erwürfnis mit seinen Eltern aus Medlenburg zu Fuß nach Berlin gekommen und hier am ersten Tage in ihrem völlig verzweifelten Zustand auf Großmann gestoßen war. Da auch Emmy Baumann bisher trotz der Nachforschungen in Berlin und bei den Eltern, die als Lanbarbeiter auf einem Gut in Mecklenburg beschäftigt sind, nicht ermittelt werden fonnte, besteht der dringende Berdacht, daß Großmann diese Wirtschafterin ebenfalls in seiner Wohnung umgebracht hat. Dann nannte Großmann noch eine Erna Montti, non der bis her auch jebe Spur fehlte. Eine Woche lang war bei ihm auch Die 26 Jahre alte Frida Thomas angestellt". Ihre Nachfolgerin war eine Liesbeth Porsche, die er nach feinen Angaben hinausgeworfen hatte, weil sie im Eifersuchtsszenen bereitete. Es ist fürchterlich, aus diesen Verhören die Tatsache feststellen zu müssen, wie gerade Mädchen aus den arbeitenden Schichten durch ihre Notlage die Opfer des Berbrechers wurden! Das Boltsbildungsamt bes 20. Berwaltungsbezirks veranstaltet am tommenden Sonntag. Den 28. D. M., einen Ausflug mit Rinbern von Reinidendorf- Ost. Das Ziel ist der Lehnitsee bei Oranienburg. Die Rinder treffen sich um 8 Uhr am Bahnhof Schönholz, von dort aus soll bis Birkenwerder die Bahn benugt werben. Der Fahrpreis beträgt für jebes Kind über 10 Jahre 1,25 M. und unter 10 Jahren die Sälfte für die Sin- und Rüdfahrt. Die Eltern werden gebeten, ihre Kinder hierfür zu intereffieren und thnen Fahrgeld und Verpflegung mitzugeben. Unbemittelte Kin der haben freie Fahrt. Musikinstrumente und Badezeug sind mitzugeben. Im Walde wird das Städtische Kasperletheater spielen. Die Rückkehr erfolgt vor Einbruch der Dunkelheit. Die nächsten städtischen Boltskonzerte des Philharmonischen Dr chefters unter Leitung von Richard Sagel finden statt am Montag, den 29. August 1921, in der Philharmonie, Bernburger Str. 22-23, am Dienstag, den 30. August, Freitag, den 2. September, Freitag. ben 9. September, Freitag, den 16. September, in der Braueref Königstadt, Schönhauser Allee 10-11, am Donnerstag, den 1. September, Donnerstag, den 8. September, Donnerstag, den 15. Sep. tember, und Mittwoch, den 12. Oftober, in der Brauerei Happoldi, Sasenheide 32-38, und am Dienstag, den 11. Oftober 1921, in den Germania- Prachtfälen. Chauffeeftr. 110. Nächste Woche teine Stadtverordnetenfihung. In der kommenben Woche findet infolge Mangels an Beratungsstoff teine Sigung der Stadtverordnetenversammlung statt. Dagegen treten mehrere Ausschüsse zusammen, u. a. der Ausschuß, der zur Borberatung des unabhängigen Antrages auf Uebertragung der dem Bolizeb präsidenten durch das neue Lichtspielgesen eingeräumten Befugnisse auf das Jugendamt der Stadtgemeinde Berlin eingesetzt ist. Sperrgeleg und Borortbeamie. Der Angestelltenausschuß der Stadtverordnetenversammlung, dem die Magistratsvorlage wegen der Anwendung des Sperrgesetzes auf die Beamten und Angestellten der früheren Vorortgemeinden überwiesen worden ist, trat bereits gestern zu einer Sigung zusammen. Er beschloß nach eingehender Aussprache, die vom Magistrat erhobenen Beanstans bungen von Höhergruppierungen der Beamten und Angestellten in ben früheren Borortgemeinden den betreffenden Bezirksämtern mit dem Ersuchen zu übermitteln, sich über die Berechtigung dieser Regelung zu äußern. Bolizeistunde und Eisenbahn. Zeitungsnachrichten zufolge foll die Eisenbahndirektion Berlin anlaßlich der hinausschiebung der Bolizeistunde eine erhebliche Verstärkung des Spätverkehrs auf den Berliner Stadt, Ring- und Borortstreden planen, Diese Nachricht ist unzutreffend. Die Eisenbahndirektion hai die Abficht, den Bugvertehr der neuen Bolizeiftunde anzupassen, jedoch nicht durch eine allgemeine Vermehrung der Züge, sondern durch eine Stredung der Fahrpläne, durch Vergrößerung der Zug obstände. Voraussichtlich wird der legte Zug auf der Stadtbahn. nicht gegen 1.30 Uhr, sondern bereits um 1.18 bezw. um 1.19 Uhr nachts abfahren, d. h. in der einen Richtung nur zehn Minuten und in der anderen Richtung nur 20 Minuten später als bisher. Auf der Ringbahn wird beabsichtigt, die legten Züge, bie nur bis Westend gefahren werden( bisher an 1.53 Uhr nachts), über den Norbring nach Hermannstraße und den legten, in Hermann Straße endenden Zug bis Westend durchzuführen. Es wird sich nach der Einführung der neuen Bolizeistunde herausstellen, ob die Maßnahmen der Eisenbahnverwaltung ausreichen und den Anforderungen des abendlichen Berufsverkehrs genügen. Auch im Vorortverkehr werden die gleichen Maßnahmen ausreichen, zumal schon jetzt die legten 3üge auf den meisten Bororiftreden fast ohne Fahrgäste gefahren werden. 3. B. wird auf der Nordbahn der letzte Zug nach Oranienburg( jeht ab Stett. Bhf. 12.20 Uhr nachts) eine halbe Stunde später gefahren, ab Stett. Bhf. 12.50 Uhr nachts, während die beiden vorher fahrenden Züge zur Bermeidung einer größeren 3ugpaufe ebenfalls später gefahren werden. Die gleiche Maßnahme ist auf der Strede Berlin- Bernau vorgesehen, wo der letzte Zug um 12 Uhr nachts vom Stettiner Bahnhof abfahren wird. Rach Spandau ist ab Charlottenburg ein neuer Spätzug vorgesehen. Glüdliche Finder". Im Walde bei Copenid stießen Polizeibeamte auf zwei Männer, die mit schweren Baleten beladen waren. Als diese die Beamten auf sie zukommen sahen, lief der eine davon. Der andere wurde gestellt und die schmere Last untersucht. Es ergab sich, daß fie mit Tischbeden vollgepfropft waren. Der Angehaltene, ein Arbeiter Reinhard aus Berlin, wollte sie auf einem Spaziergang gefunden haben. Warum fein Kollege bavongelaufen sei, lönne er fich nicht erklären. Run ergab sich aber, daß die Deden aus dem Restaurant Prinzengarten am Müggelsee gestohlen worden waren. Trogdem blieb Reinhard dabei, fie gefunden zu haben. Eine Durchsuchung seiner Wohnung widerlegte aber feine Behauptung. Dort wurden nämlich noch viele andere Deden aus Garienrestaurants vorgefunden und be schlagnahmt. Deren Gigentümer tannten bisher noch nicht ermittelt werden. Sie liegen im 3immer 51a des Berliner Polizei präsidiums sur Ansicht für Bestohlene aus. and Gewerkschaftliches Zu dem Streit und der Aussperrung der Holzarbeiter Berlins! Nachdem die Leitung der Bereinigten Verbände der Berliner Solzindustrie" sieht, wie ihre Front gegen den Reichsmantelvertrag abbrödelt, greifen sie zu Mitteln, bie, gelinde gefagt, als 11 fair" zu bezeichnen find. In den einzelnen Bezirksverfammlungen der Arbeitgeber wird nach wie vor damit operiert, daß mit Anerkennung des Vertrages jede Selbständigkeit der einzelnen Arbeitgeber- Ortsgruppen ausgeschaltet ist, ja, man versteigt sig soweit, zu erklären, die Annahme des Reichsmantelvertrages ist der erste Schritt zum Kommunismus". Das Schwenfen mit dem roten Lappen soll die bis auf die Knochen deutschnationalen Tisch lermeister abhalten, den Vertrag anzuerkennen. Der Holzarbeiters verband hat, da diese unwahren Behauptungen täglich wiederLehren, eine Aufklärungsschrift an alle Tischlermeister verbreiten laffen, deren Wirkung sich schon bemerkbar macht. In dieser Aufklärungsschrift Weshalb der Kampf" find alle die von Paeth und Genossen angeführten Uebertreibungen richtiggestellt, und den Arbeitgebern gejagt, daß die Treibereien ihres Obermeisters" das Berliner Holzgewerbe auf den Hund bringen. Zu seinem großen Leidwesen muß Herr Baeth sehen, wie mehr und mehr Arbeitgeber durch Leistung der Unterschriften Frieden mit ihren Arbeitern schließen, und um dies zu verhindern, erscheint diesen Leuten jedes Mittel als gerecht. In der Anwendung von Druckmitteln sind sie strupellos und selbst vor der Bestechung anderer Arbeiter, die als Seizer die Kraft für Solzbearbeitungsmaschinen liefern, schreden sie nicht zurüd. Auch in der Beeinflussung der Aerzte haben sich die Serren schon versucht, indem Rundschreiben an Kassenärzte verfandt sein sollen, worin ersucht wird, sich frankmeldende streifende und ausEin Beitrag zur Kaufmannsgerichtswahl Ein würdiges Mitglied des Deutschynationalen Handlungsgehilfenverbandes ist der Personalchef der Nationalen AutomobilAttiengesellschaft, Berlin- Oberschöne weide, Serr Heidike. Er verweigert, wie uns mitgeteilt wird, den Wertstatischreibereinnen und schreibern den Ausweis, der zur Wahl der Kaufmanns gerichtsbeisiger notwendig ist. Troy wiederholten Hinweises des Betriebstates auf das Unstatthafte diefer Handlungsweise hat ez noch bis heute die Bescheinigungen nicht ausgestellt. Die betreffenden Kolleginnen und Kollegen fahen fich genötigt, die Wahlbescheinigung vom zuständigen Polizeirevier stempeln zu laffen. Sie werden den Deutschnationalen am Sonntag bei der Wahl die rechte Antwort erteilen, indem sie die Lifte des Zentralverbandes der Angestellten wählen. gesperrte Solzarbeiter nicht trant zu schreiben. Bei der Exwerbslosenfürsorge wird ebenfalls eingewirtt, feine Unterstügung an ausgesperrte Holzarbeiter zu zahlen. Entlassungsscheine wer ben den Ausgesperrten ausgestellt, auf denen vermerkt ist, daß die Entlassung durch Stillegung infolge non Streit erfolgt und infolge dessen nach§ 11a des Statuts der Stadt Berlin über die Gewährung von Erwerbslosenunterstützung die ErwerbslosenfürJorge feine Unterstügung zahlen braucht. Damit sollen die Kassen ber Organisation geschwächt und die Arbeiter zum Nachgeben gezwungen werden. Trok dieser wahrhaft schoflen Mittel stehen die Holzarbeiter mit derfelben Zuversicht, wie am ersten Tage, im Kampf, und werben fich feinen Schritt von ihren Forderungen abdrängen lassen. Die Holzarbeiter haben den Kampf gegen bie Teuerung als eine der ersten Gruppen aufgenommen. Die Not zwang uns in ben Kampf, den wir auch siegreich beenden werben. In dem Streit befinden sich 3t. 667 Betriebe mit 9300 Arbettern, ausgesperrt haben 29 Betriebe mit 189 Arbeitern. Durch Unterschrift den Reichsmantelvertrag und das Berliner Lohnablommen anerkannt haben 227 Betriebe mit 2478 Arbeitern. In diesen Tagen finden mieder mehrere Bersammlungen ber Arbeitgeber in den einzinen Stadtbezirten statt, werden die irre geführten Arbeitgeber erneut widerspruchslos die Unwahrheiten der Drahtzieher aus der Alexanderstraße 31 hinnehmen? Das Flugblatt des Solzarbeiterverbandes wird so manchem ein Licht aufgestedt haben, die falsche Berichterstattung Baethscher Send boten wird unter die Lupe zu nehmen kein und Klarheit gefordert werden müssen. Auch mit dem Brinzip des nicht sofort erkennbaren 3wangs mittels, der öffentlichen Abstimmung in den Unternehmerversammlungen, müßten die Arbeitgeber aufräumen, und wie in allen demotratischen Organisationen geheime Abstimmung über alles, was zur Beschlußfassung vorgelegt wird, verlangen. Infolge des Kampfes in bez Berliner Holzindustrie ist ber Zuzug für Holzarbeiter aller Branchen nach Berlin gesperrt. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abbrud gebeten. Generalversammlung der Glasarbeiter In ber Generalversammlung der Glasarbeiter, bie am Donners tag stattfand, referierte Kommunist Bachmann über den Ges werfichaftstongreb in Mostau und Genosse Abramowitsch über die Wirtschaftliche und politische Base Rahlands". Bachmann hielt ein Referat von über eine Stunde, oing aber auf das Thema so gut wie gar nicht ein. Die Gewerffgaftstattit, so führte er aus, fei nur bis zum Jahre 1914 die richtige gewesen. Die Arbeiter müßten Klassen und teine Lohnfämpfe führen; die Revolutionierung der Gewerkschaften tönne von Mostau aus verwirklicht merben. Die Tarifverträge und die durch fie hervorgerufene Existenzsicherheit der arbeitenden Klaffen seien Schuld daran, daß das Bro letariat nicht vorwärts tomme. Die Gewerkschaften verhandelten mit den Kapitalisten, gingen mit ihnen Arbeitsgemeinschaften ein, würden also vom Kapital ausgehalten und tönnten mit vollem Recht als ge I h" bezeichnet werden. Der Aufruf der U. S. B. D. zum 25. Auguft, betreffend die Erfassung der Goldwerte, sei fonterrevolutionär". Rach weiteren ähnlich geistreichen Ausführungen Bachmanns ergriff Genosse Abramowitsch das Wort. Es war ihm durch Bachmann sehr leicht gemacht worden, die Unfinnigkeit ber fommu nistischen Tattik zu beweisen. Genome Abramowitsch sprach feine Berwunderung darüber aus, daß B. über den Kongres garnicht gesprochen habe, und andererseits feinen einzigen praktischen Weg gewiesen hätte, wie die Gewerkschaften sich umstellen müßten. Eine Offensiv oder Defenfiotartit der Gewerkschaften hänge nicht von dem guten Willen des einzelnen ab, sondern müsse sich nach den gegebenen Verhältnissen richten. Wenn B. behauptet, er wolle nicht zersplittern, so habe er selbst das beste Beispiel gegeben, wie man 3ersplitterungsarbeit verrichtet. Genosse Abramowitsch erörterte bann eingehend die rufft. schen Verhältnisse und wies nach, wie der hundertprozentige Kommunismus mit seiner finnlosen Bolitit Rußland an den Randbes Verderbens gebracht hat. Die Menschewisten, die an dieser Politik berechtigte Kritit übten, habe man als Konter revolutionäre in die Gefängnise gefperti, und heute, wo sich die Richtigkeit der menschewitischen Anjichten erwiesen habe, perre man die Menschewisten noch weiter ein, da man sie für die AufStände und Streits der russischen Arbeiter verantwortlich made Die Ausführungen des Genossen Abramowitsch, die sich auf reich haltiges Tatsachenmaterial stützten, waren den anwesenden Kom munisten außerordentlich unangenehm, und sie versuchten burd dauernde Zwischenrufe, den Redner aus dem Konzept zu bringen In der Aussprache zogen die Kommunisten, mangels fachlicher Ap gumente, einen persönlichen Kampf gegen Genossen Abra mowitsch vor. Er fertigte diese Rampfesweise in seinem Schluß wort gebührend ab und appellierte an die Bersammlungstell nehmer, das leidende russische Proletariat durch tatkräftige Hilfe zu unterstüßen. Nach den Ausführungen des Genossen Abramowitsch, die mit großem Beifall aufgenommen wurden, fanden einige ohn fragen ihre Erledigung Streit bei Hermann Meyer u. Co. Bei der Litörfabrik Hermann Mener u. Co., A.- 5., Wattstr. 11-12, stehen die Betriebshanbmerfer und helfer feit Sonnabend, den 20. August, im Streif. Wir bitten um ftrengste Solidarität. Die Streifleitung. Versicherungsangeßiente zur Raufmannsgerichtswahl. Zu einer wuchtigen Kundgebung für die Kandidatenliste bes 3entral verbandes der Angestellten( AA) gestaltete sich die überfüllte Versammlung der Versicherungsangestellten in den Musikerfälen. Der Verbandsvorsitzende, Kollege Giebel, behan belte in eingebender Form die Stellung der Versicherungsange stellten in diesem Wahlkampfe. Ueberzeugend wies er nach, daß gerade angesichts des schwierigen Tariffampfes der Versicherungs angestellten diese Wahl mit einem pollen Siege der freigewerk chaftlichen Kandidatenliste des Zentralverbandes bet Angestellten enden müsse. Mit rauschendem Beifall unter strin die machtrolle Versammlung seine Aufforderung, bie wenigen Stunben für restlose Werbearbeit auszunugen. In der Aussprache verfuchte der Borfihende des Algemeinen Verbandes der Ber ficherungsangestellten, fi gegen die Angriffe des Referenten wehren. Bis auf wenige Anwesende stimmte die imposante Ver sammlung den Ausführungen der Kollegen Schmidt und Bublis sowie der energischen Schlußabrechnung mit diesem Organisations zersplitterer zu. Der Kampfeswille fand in einer Resolution Aus brud, die entschieden protestiert gegen das Almosenangebot der Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen. Arbeitersport Die Sports arb Fußballabteilung Fiste- D, Mitgl. b. M. S. B. a. Arb.- Tur u. Sp. B., petanftaltet am Sonntag, den 28. August, von 3 Uhr ab, auf dem Sport play Sohenschönhausen, Sommerstraße, große Fußballmettspiele gegen den Reutöllner Ballspiel- Club. Da wir dort mit ben bürgerlichen Sportlern schwer zu tämpfes haben, wirb um Unterstügung der Arbeiterschaft gebeten. Urbeiter Radfahrer- Bund Solidarität. Touzen für Sonntag, den 28. Muga 1. Abteilung: Raueniche Berge; Start 5 Uhr früh. Nachmittags Hessenwinkel Start 12 hr Blowfiz. 58. 2. Abiellung: Nach dem Bläger Vordersee; Start Sonnabend 5 Uhr abends; Sonntag nach ebenda; Start 5 Uhr früh Planufer 63, Ede Wilmstraße. 3. Abteilung: Rattour nach Budow, Märkische Schweiz ( Bollersdorf Nachtlager); Start 6 Uhr abends. Sonntag nach ebenba; Start 4 Uhr früh Laufiger Blah( Kirche). 4. Abteilung: Störigee; Start 5 Uhr früh Rachmittags Rahnsdorf, Waldschloßchen; Start 12 Uhr Weberwiese, Ede Frant furter Adee. 5. abiellung: Sitenisjee( Wachtelburg) bei Strausberg; Start 6 Uhr früh. Nagmitags Shöneihe( Mann); Start 12 Uhr Comtureiplay. 8. Abteilung: Gofener Berge; Start 6 Uhr früh. Nachmittags Sirschgarten; Start 12 Uhr Kopenhagener Str. 26. 7. Abteilung: Sonnabend nach Jechlin Start 4 Uhr nachmittag. Sonntag nach Menfidendorf; Start 5 Uhr früh. Nach mittags mach Bergfelbe, Sohenneuenborfer Straße: Start 12% Uhr Schul, Ede Bring- Eugen- Straße. 8. Abteilung: Sonnabend nach Eberswalde; Start 51% h abends Walbftr. 8, 10. Abteilung: Sonnabend nach cells( Seiltätte); Stat 6 Uhr abends. Sonntag na bem Gorinfee; Start 5 und 12 Uhr Comentus plak.- 11. bfellung: Sonnabend Eberswalbe; Start 6 Uhr abends. Sonntag Bernau, Salzmann; Start 12 Uhr Seeltr. 101. 12. bteilung, Motorfahres: Nach dem Rahmet See; Start 8 hr früh Prenzlaners, Ede Heinersdorfer Straße Jugendabteilung: Sonnabend Nattout nach Budow( Märkische Schweiz); Start 6 Uhr Petersburger Straße, Ede Frankfurter Allee. Landstrenenfahrer: Sonnabend nach Rehlin; Start 4 Uhr See, Ede Minerstraße. 21. Bezirf. Die Ortsgruppen bes Bezirts zur Versammlung nach Blumberg um 10 Uhr vormittags Erscheinen ist flight. 2. Bezist. Die Ortsgruppen des Bezirks zur Bersamm lung nach Zehlendorf, Karlstraße, vormittags 10 Uhr. Erscheinen ist flight. Der Straßenftaffellauf ner durch Bichtenberg" der Freien Turner 16aft 2itenberg riebzigsfelbe ist vom 4 September auf Sonntag, ben 11. September, nahm. 3 Uhr, verlegt. Melbungen nimmt no entgegen Alfreb Frid, Lichtenberg, Mozartstr. 7, 1 Tz. Die Strede beträgt 8 Atlometer, Männer, 20 Läufer, und Jugendliche, 25 Läufer, außerdem Einzel Tauf über 8000 Meter. Sportgenossen, haliet euch ben 11. September frei! Reis Berein barf fehlen. Es gilt, burd die Propagandaveranstaltungen neue Brescher in bie Reihen der Bürgerlichen zu flagen. Diefer Straßenlauf soll noch besser werden als seine Vorgänger. Darum auf am 11. September zum Straßenlauf nach Lichtenberg! Eine Borshan bringen wir nächste Woche. Arbeiter.Wanderbund Naturfreunde. 27.28. Auguft. Alle Groh Berliner Mitglieder beteiligen fich am rbeiter Werbesportteg in bers walbe. Sonnabend, abends 8 Uhr, in Müllers eftfaal: Begrüßungsabend ( Männergesang, Rezitationen, Lichtbildernortrag: Wanderungen durch die Mar 11. a.). Sonntag, nachmitags 1.30 Uhr: Beteiligung am Umzug, Boffstänge. Treffpunkt aller Mitglieber Sonntag, mittags 12 Uhr, an ber Eisenbahnüber führung am Bahnhof Eberswalde. Fahrten nach Biesenthal- Eberswalbe. b fahrt Sonnabenb, abends, Bahnhof Gelundbrunnen 6.16 Uhr, Stett. Borortbahn hof 6.10 Uhr Bernas' umilelaen). Sonntag frilh Abfahrt 6.35 Uhr Stett Fernbahnhof mit Sonberzug( Rildfahrtlarte 4 RL nach Eberswalde), Bahnhof Wafferfall aussteigen. Touristenverein Die Naturfreunde. Abteilung Fahrten am 28, Huguft. Steglig. alfahrt 8. Ptenewigfee; Abf. Sonnabend 6.30 Uhr und Bahnh. Stegli 8.03 Uhr. Abteilung Sub- Often. Burschenfahrt nach Botsdam ufm.; Treffp. Sonnabend 4.45 Uhr Betsbamez Bahnhof. Wstellung Sub- West. 3offen Möglinsee; bf. Sonnabend 6.28 Uhr Boisdamez Bozortbahnhof. Abteilung Charlottenburg. Mabelfahrt nach b. beidesec; Treffp. Sonntag 6.30 Uhr Bahnh fergarten. Burfenfahrt Strausberg- Gamengrund; Treffp. Sonnabend 5.45 h Bahnhof 300. Abteilung Morben. Jugendgruppe, Biefenthal- Budonie bf. Connabend 6.48 Uhr Gesundbrunnen. Sangelsberg- Trebufer Gee; b. Sonnabend 5.45 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. Melchow- Nonnenfiles: Abf Sonnabend 6.08 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. Abteilung Often. Strausberg Wernenchea; Abf. Sonnabend 6.25 Uhr Schles. Bahnhof. Arbeiter- Rabfahrerverein Grot- Berlin. Gonnabend, den 27. Auguft, nachm 6 Uhr, nach Angermünde. Sontag, ben 28. Auguft, früh 4 Uhr, nach Ange münde bei Seeblid; nachm. 1 Uhr nach Ladeburg. Turnverein Fichte. Am Sonnabenb, ben 27. Auguft, abends 6 Uhr, findet is den Augusta- Vittoria- Sälen das 1. Stiftungsfet ber 12. Grauen- und 19. Männer abteilung bes Arbetter- Turn- und Sportvereins Fichte tatt. Freunde und Spor genoffen find herzlichst eingeladen. Anfang 6 Uhr. Eintritt 2,00 m. Parteiveranstaltungen Urbelter Rinderhor Menn. Wieberbeginn der Uebungsstunden am Montag ben 29. Auguft, nahm. 6 Uhr, im Gefangefaal ber Knaben- Mittelschule, Donaw ftraße 120. Alle Kinder, welche bet bet legten Jugendweihe gesungen haben, werden ersucht, au ben ersten Uebungsstunden zu erseinen. Knaben unb Räb fen mit guten Stimmen werden als neue Mitglieder aufgenommen. Eintritts gelb 1 M., Monatsbelitag 1 M., jebes zweite Kind einer Familie 50 Pfg., jebes 15. Diftrift. Bartelgenoffen, welche 1 Jahr Mitglieb und 1 Jahr Freifelt lefer unb feit 2 Monaten arbeitslos find, erhalten während der Arbeitslosigkeit bie Freiheit" gratis geliefert. Diese Genossen haben i jeden Monat vom 25. weitere Rind fref. bis Schluß zur Kontrolle beim Gen. Gallas, Barnimftr. 20, zu malben. Sonntag, 28. August mittags 12 1hr Madais, Ede Fruhistraße. 18. Diftrift und Stralan. Zum Ausflug nach Boisbam treffen fich die Genoffer flug nach Potsdam. Treffpunft 12 Uhr Baltenplay. Begirlsführer einladen. 5. Berwaltungsbezirt, 17. Diftriff. Die Genossen beteiligen fich an bem u Hration in Potsdam treffen fi bie Genoffen und Genoffinnen vormittags 11% Ut 2 Berwaltungsbezirt,& Diftritt( Westen). Zur Teilnahine an der Demon Bahnhof Großgörschenstraße, bam teilnehmen, treffen fich früh Buntt 10 Uhr an ber Chriftiania- Promenade 18. Dikrift( Gesundbrunnen). Die Genossen, bie an dem Ausflug nach Bots Rachzuofer 11 Uhr Botsdamer Bahnhof. punft in Botsbam am Bahnhof. 15. Drift. Alle Genoffen beteiligen han ber Demonstration in Botsbam gegen Hindenburg und Ludendorff. Abfahrt 12 Uhr Schlesischer Bahnhof. Treff Distrilt Spanbau, Sämtliche Genoffinnen und Genoffen werden aufgefordert fich an der Demonstration in Botsbam a beteiligen. Abfahrt: Bahnhof We 11.05 Uhr, von Charlottenburg 11.36 Uhr. Die Abteilungsführer haben die Fahnes am Sonnabenb von Gen. Guth abzuholen. Charlottenburg. Die Bartelgenoffen treffen fich zum Ausflug nach Boisban puntt 12 Uhr am Bahnhof Charlottenburg. bam um 19 Uhr vorm, am hehhehnhof Schönhauser Allee. Abteilungsführer 13. Diftrift. Alle Genoffen und Genoffinnen treffen fich zum Ausflug nach Bot bringen ein Teil abnen unb Armbinden mit. 19. Dikrift, 2. Abteilung( Area bera). Für Mitglieder, welche aur Demon Eration nad Botsbam fahren, Breffpunti vormittags 9% Uhr Chamissoplas 14. Berwaltungsbezir!( Reutöln, Brik. Budow, Rudow). Die in den Begirfes gewählten Ordner zum Sommerfest treffen sich vorm. 10 Uhr im Garten ber Kindl- Brauerei. Bereinsfalender Dienstag, 30. Auguft Berbeub ber Sattler, Tapezieres und Bortejouiller. Betriebsfatter. Shembs 7 Uhr bei Shuis, Rönigsgraben 2, Branchenversamminng. Erscheinen mit Berantwortlich für Politik and Benilleton: Led 2ieb1, Berlin- Friedenau für Kommunalpolitik, Lotales und Gewerkschaftliches: 3. B.: Robert Sensei, Berlin; für den Inseratenteil und geschäftlich Mitteilungen: Ludwig Komeriner, Charlottenburg. e. 6. m. b. 5., Berlin. -Drud der Berliner Druderet 6. m. b. S., Berlin C& Berlagsgeneffenschaft Grethell Breite Straße 8-0.