. Einzelpreis 30 Pfg.• 4. Jahrgang Ste Freiheit erscheint täglich morgens und nachmittags, Sonntags and Montags nur einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Buftellung ins Haus und durch die Boft bezogen M. 12.-, im voraus zahlbar. Für Postbezug nehmen fämtliche Poftanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland, Sangig, das Saare und Memelgebiet sowie die früheren deutschen Gebiete Bolers und Luxemburg M. 23.-, für das übrige Ausland M. 30.Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin 2, Breite Straße 89 Montag, 17. Oktober 1921 [ 486] Nummer 487 . Abend- Ausgabe Die neungespalter: Nonpareillezetle ober deren Raum koftet 6,- m. einschließlich Inseratensteuer. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2, M., jedes weitere Wort 1,50. einschließlich Inferatensteuer. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gesuche 3,75 M. netto pro Beile. Stellen- Gesuche in Wort- Anzeigen: das fettgebruckte Wort 1,50 m., jedes weitere Wort 1.-M. Fernsprecher: Zentrum 152 30-152 39 greiheis Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Vorläufiges Ergebnis der Wahlen Wahrscheinliche bürgerliche Mehrheit von 2 bis 3 Sihen Welches ist die stärkste Partei? Ueber das Gesamtergebnis wird von bürgerlicher Seite folgende Meldung ausgegeben: Abgegeben waren insgesamt 1 653 637 eutfielen auf Unabhängige Rechtssozialisten Rommunisten. Demokraten • . Deutsche Bollspartei Deutschnationale Wirtschaftspartei Zentrum. Deutschsoziale . Stimmen, davon $ 18 206 339 947 • 157 013 122 673 255 266 299 880 83 531 61 259 12 588 Mit diesen Berechnungen Stimmt die des Vorwärts annähernb überein. Auch er berechnet einen Vorsprung der Rechtssoziafiften gegenüber den Unabhängigen und ein Ge Jamtergebnis, bei dem die Bürgerlichen etwa 15 000 Stimmen mehr haben als die brei sozialistischen Parteien Bujammen. Nach unseren Berechnungen Dagegen ergibt sich Jelgenbes vorläufiges Gesamtbild: 1. 6. B. D.. 8. B. D.* 329 823 316 962 2.4.2... 158 927 Sozialistische Bartelen: 805 712 Demokraten 113 654 Deutsche Boltspartei 226 771 Deutschnationale 313 461 102 984 59 581 12 747 Wirtschaftliche Vereinigung Zentrum Deutschjoziate • Bürgerliche Parteien: 829 198 Es ist im Augenblid nicht möglich, festzustellen, welche Be rechnung bie zutreffendere ist. Fest steht aber jedenfalls, baß das Ergebnis, das wir in unserer Sonderausgabe für Klein- Berlin( Verw.- Bez. 1-6) Wiebergegeben haben, nur ganz anwesentlich von den Angaben anderer Stellen abweicht. Danach ist das Stimm rgebnis von Klein- Berlin( die eingellammerten Zahlen nb bie Zahlen der Landtagswahl vom Februar 1921): Unabhängige Partei 198 854 Stimmen( 197 031) 6. B. D. K. P. D. Goz. Parteien zul Demotraten Deutsche Volkspartei Deutschnat. Partei Wirtschaftl. Vergg Zentrumspartei Deutschsoziale Bürgerl. Bart. zuf 183 966 Stimmen( 221 014) 95 641 Stimmen( 112 259) 478 461 Stimmen( 540 304) 58 408 Stimmen( 66 370) 110 865 Stimmen( 120 338) 153 125 Stimmen( 168 135) 42 396 Stimmen( 45 000) 32 329 Stimmen( 40 000) 1837 Stimmen 399 066 Stimmen( 439 843) Was sich in den erften Morgenstunden vermuten ließ, ist zur Tatsache geworden. Die gestrigen Wahlen haben eine bürgerliche Mehrheit ergeben. Wie start sie ist, fteht noch nicht fest, Erheblich aber ist sie auf keinen Fall. Gegenüber der Landtagswahl des Februar 1921, die schon eine fleine bürgerliche Mehrheit in dem Gebiete der Einheitsgemeinde ergeben hatte, ift teine wesentliche Verschie bung zugunsten des Bürgertums eingetreten. Seine Mehrbeit beträgt wahrscheinlich nur 20 bis 25 000 Stimmen, so baß alle Gruppen des Bürgertums gufammen nur etwa drei bis fünf Mandate mehr haben werden als die brei fogiafistischen Parteien. Dieses Ergebnis ist für die Berliner Arbeiterschaft kein Ruhmesblatt. Die vorliegenden Nachrichten lassen deuts lich erkennen, daß, obwohl im allgemeinen die Wahlbeteili gung größer geworden ist, fte in einzelnen Arbeiter bistrikten sehr gering war und sogar noch geringer als bei früheren Wahlen. Das läßt erkennen, daß im Gegenjay zu dem Bürgertum die Arbeiterschaft die hohe Bes deutung der Wahl nicht erkannt hatte. Weite Kreise der Arbeiterschaft find teilnahmslos geworden, weil fie in der bisherigen Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung feine mit allen Kräften zu verteidigende Errungenschaft gesehen haben. Hier zeigt sich leiber wieder einmal das für die Gesamtarbeiterbewegung traurige Ergebnis der Arbeit der Kommunisten. Sie hat es zustande gebracht, daß viele Arbeiter teilnahmslos wurden, andere Bu den Dentnationalen gegangen find unb daß in Spandan bie Partei des Knippelfunge faft doppelt so viel Stimmen aufgebracht hat als die Kommunistische Partei. Wahrlich etne bittere Lehre, die hoffentlich zur Einkehr und Üm= tehr führt. Riesenhaft waren die Anstrengungen des Bürgertums, mit allen Mitteln hat es seinen Erfolg zu fördern gewußt. Am besten haben die frupellosesten Setzer abgeschnitten. Thuen, den Deutschnationalen ist nicht nur zustatten getommen, daß der Aufbau der Einheitsgemeinde erst im Werben begriffen ist und die unvermeiblichen Schwierig feiten von ihnen zu einer demagogischen Propaganda ausgenugt werden fonnten, sondern auch die Erregung über die Entscheidung des Böllerbundes wegen Oberschlesien. Haben die Deutschnationalen zugenommen, so hat insbe fondere die Deutsche Boltspartei abgenommen. Die Verwirklichung ihres und der Demokraten Wunsch nach einer Arbeitsgemeinschaft der Mitte, zu der auch die Rechtssozialiften gehören würden, erscheint deshalb sehr wenig wahrscheinlich. Es ist unwahrscheinlich, daß eine solche Arbeitsgemeinschaft eine Mehrheit hat. Noch fraglicher natürlich, ob es die Rechtsfozialisten wagen tönnten, diesen Kampf gegen einen großen Teil der Arbeiterklasse mitzumachen. Nach den Auslastungen des„ Borwärts" in der heutigen Sonderausgabe besteht dort eine solche Absicht nicht. Er er flärt vielmehr: Die sozialistischen Parteien werben aber immer noch start geang fein, um ein Sinüber gleiten der Kommunalpolitik in ein reaktionäres unb tapitalistisches Fahmwasser verhindern zu können. Dazu wird es aber der vereinten Anstrengun gen der Sozialdemokraten und der Unabhängigen bedürfen, neuer Saber zwischen den beiden Parteien würde den Sieg der Bürgerlichen vollständig machen." Wenn in der fünftigen Stadtverordnetenversammlung die fozialistischen Parteien fachlich und ernst zusammen arbeiten, Dann wird das Bürgertum seines Erfolges faum sehr froh werden. Schon jetzt erklären Zentrum und Demokraten es für unmöglich, im Rathause mit den Deutschnationalen zu= fammen zu arbeiten, so daß nun das Bürgertum, nachdem es bie Mehrheit hat, in der Ausübung dieser Mehrheit ges hemmt ist. Umstritten ist in diesem Augenblid auch noch, welche Partet im Rathause fünftig die stärkste sein wird. Nach den Bes rechnungen der Rechtssozialisten find sie es, nach unseren Fest stellungen die Unabhängige Partei. Gewißheit darüber läßt sich erst im Laufe des Tages bei genauer Nachprüfung der Fest steht jedenfalls, daß Einzelergebnisse erzielen. die Unabhängige Sozialdemokratie im alten Berlin wie der Dor Spaltung, die stärkste wiederum, Partei ist und den den Vorsprung, die Rechts sozialisten bei der Landtagswahl gewonnen hat, ein geholt hat. Trok Rüdgang aller Parteien hat sie ihre Stimmenzahl gegenüber der Landtagswahl im Februar 1921 um 1800 gesteigert. Ungünstig ist dagegen das Ergebnis für die Rechtssozialisten und die Kommunisten. Die rechtssozialistische Partei hat ihre Stimmenzahl nicht zu halten vermocht, fie ist zurüdgegangen von 221 000 auf 184 000, fie büßte also 37 000 Stimmen ein und vermochte nicht einmal die Stimmenzahl von der letzten Reichstagswahl ( 473) zu halten. Ebenso steht es bei den kommu ninen. Ihre Stimmenzahl ging von 112 259 auf 95 641 zurüd, verminderte sich alfo um faft 17 000 Stimmen. Die Gesamtzahl der sozialistischen Stimmen ist dadurch von 540 304 auf 478 461 zurüdgegangen. Wertet man den Ausgang der Wahl von partei politie schen Gesichtspunkten, so tann man nur das Ergebnis der Landtagswahl zum Vergleich heranziehen, nicht aber das der Dorjährigen Stadtverordnetenwahl. Zwischen beiden liegt die Spaltung der U. S. P., die selbstverständlich ihre Schwächung zur Folge haben mußte. Jetzt aber ist die Unabhängige Sozialdemokratie wieder im vorwärtsschreiten begriffen. Nicht nur in Klein- Berlin, sondern auch in einer ganzen Reihe von Bororten hat sie sich überaus wader geschlagen. Ihr hat der Ansturm des Bürgertums teine Anhänger streitig machen fönnen, so daß die Hoffnung berechtigt ist, daß, wenn die Arbeiterklasse Berlins aus ihrer Niederlage lernt, die Freude des Bürgertums über seinen Erfolg nicht lange andauern wird. Oberschlesiens Schickfal Nene Schwierigkeiten Die Verhandlungen der Botschafterkonferenz scheinen doch nicht so glatt zu verlaufen, wie es nach den am Sonnabend verbreiteten Meldungen den Anschein hatte. Wie aus den neueren Nachrichten hervorgeht, stehen sich zwei Auffaffungen gegenüber. Frankreich will die politische Grenze in Oberschlesien sofort veröffentlichen, die Ausführung der wirtschaftlichen Vorschläge soll dann späteren Verhandlungen überlassen werden. England dagegen möchte die politischen und die wirtschaftlichen Fragen als ein Ganzes zum Abschluß bringen und ihre Ausführung erst dann vornehmen, wenn die Verständigung zwischen Deutschland und Polen über die fünftige Wirtschaftsführung in Oberschlesien sichergestellt ist. In der englischen Presse erheben sich gewichtige Stimmen gegen den Völkerbundsbeschluß. Es wird dort vor allem darauf hingewiesen, daß die Entscheidung weder Deutschland noch Polen befriedigen könne, und daß auch die Lösung nicht den von der englischen Regierung im Obersten Rat bisher vertretenen Plänen entspreche. In der Pariser Presse ist man über die neue Verzögerung fehr ungehalten und man verlangt bort, daß Deutschland und Polen die Beschlüsse der Alliierten in ultimativer Form vorgelegt werden sollen. Es ist also wahrscheinlich, daß auch der heutige Tag die Entscheidung noch nicht bringen wird. Differenzen im Botschafterrat Paris, 16. Oftober. In einem Bericht über die diplomatische Lage beschäftigt sich Havas mit den Einzelheiten, die in der gestrigen Sitzung der Botschaftertonferenz noch nicht geregelt wurden. Die Engländer vers träten den Standpunkt, daß die Lösung von Genf ein unteilbares Ganzes darstelle. Die Grenzziehung müsse notwendigerweise zu gleicher Zeit mit dem provisorischen Regime wirtschaftlicher Anpassung erfolgen. Wenn auch der Vertrag den Alliierten das Recht gebe, den beiden Staaten eine territoriale Trennung in Oberschlesien aufzuzwingen, so sei es ihnen nicht gestattet, diejen beiden Staaten diefe oder jene politische oder wirtschaftliche Kon veution aufzunötigen. Der Abschluß eines derartigen Abkommens betreffe nur Bolen und Deutschland, die in voller Unabhängigkeit entscheiden müßten. Die englischen Vertreter fragten deshalb, was die Alliierten tun tönnten, wenn eine der beiden Parteien fich weigern würde, die in Genf anempfohlenen wirtschaftlichen Ronventionen abzuschließen. Man scheine nach dieser Richtung in London hauptsächlich am guten Willen Bolens zu zweifeln. Man frage ferner, ob denn eine Frage noch offen gelassen werden tönne, die, wenn sie noch länger in der Schwebe bleibe, den Welt frieden in Gefahr bringen würde. Von französischer Seite antworte man hierauf: Gewiß nicht, man erkläre jedoch, daß die Genfer Borschläge zwei Teile enthalten, die sich ergänzen, die aber voneinander unabhängig feien. Der eine betreffe die Grenz abstimmung und könne Polen und Deutschland aufgezwungen werden, der andere das provisorische wirtschaftliche Regime, das nur anempfohlen werden könnte, weiter nichts, da der Vertrag den alliierten Mächten nicht gestatte, einen 3wang zur Annahme auszuüben, Aus diesem Grunde schlage man in den französischen Kreisen folgendess Verfahren vor: Man benachrichtige Berlin und Warschau formell über die neue Grenzlinie. Nach Artikel 88 Ab fag 6 feien die polnischen und die deutschen Behörden verpflichtet, im Laufe eines Monats nach Notifizierung die Verwaltung der zugesprochenen Gebiete zu übernehmen. Sei das geschehen, dann nehme die Befugnis der Interalliierten Oberfommission ein Ende, Es wäre dann wünschenswert, daß im Laufe dieses Monats Polen und Deutschland die vom Völkerbund anempfohlenen wirtschaft. lichen Konventionen abschlösen. Zu diesem Zwede teile man ihnen die Vorschläge des Völkerbundes mit, und die Botschafter tonferenz verpflichte die beiden Regierungen, sofort Bevollmäch tigte zum Abschluß der für die Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen Lebens notwendigen Abkommen zu ernennen. Warschau und Berlin sollten dann aufgefordert werden, auch ihre Delegier ten für die gemischte Verwaltungsstommiffion zu bestimmen und der Völkerbund seinerseits werde unverzüglich den Präsidenten neutraler Nationalität für die Kommission ernennen. Mit einem Wort, man appelliere an die Weisheit der beiden Völker, damit sie nach gemeinsamem Uebereinkommen das Uebergangsregime, das die neue Lage verlange, festlegten. Bolen könnte sich dieser Verpflichtung nicht entziehen, da es nach Artikel 90 des Friedens vertrages die Verpflichtung übernommen habe, während der Dauer non 15 Jahren den Export von Bodenerzeugnissen der ihm übertragenen Gebiete nach Deutschland zu geftatten, Durch die Lag« der Dwge aber Hab« DeuMlaiÄ» ein Interesse daran, so wie vorgeschlagen, zu verfahren. Von englischer Seite glaube man nicht, daß die wirtschaftlichen Abkommen innerhalb eines Monats geschlossen werden könnten. »us diesem Grunde empfehle man,, die Notisizierung der Grenze hinauszuschieben, um im vorhinein die deutsch-polnischen wirt- schastlichen Verhandlungen vorzunehmen. Am kommenden Montag werde der französische Justitiar Fromageot der Botschafterkonferenz seine Beschlüsse über die der polnischen und der deutschen Regie- rung zu machende Mitteilung vorlegen. Die dreizehn Punkte London, 16. Oktober. „O b s e r v e r" bringt eine Uebersicht über die Entscheidung des Obersten Rates in der oberschlesischen Frag«, die mar, gen veröffentlicht werden soll. Das Neinergebnis der Lö- sung des Völkerbundes ist dem Blatte zufolge, daß die Hälfte des oberschlesischen Industriegebiets, das infolge seiner jahrhundertelangen Entwicklung unter deutscher Vermal- tung einer der wichtigsten industriellen Mittelpunkte Europas ge- worden ist, und besonders das wirklich ertragsreiche Industrie- gebiet Oberschlesiens Deutschland weggenommen und Pole« g e g e b e n w i r d. In der Hauptsache läuft die Lösung auf fol- gendes hinaus: t. Politisch: Die neue Grenzlinie schneidet mitten durch das Jndustriedreieck. Sie ist festgelegt worden nur nach dem Grund» satz, eine Mindestzahl von Polen auf deutscher und eine Mindest- zahl Deutscher aus polnischer Seite zu lassen. 2. Wirtschaftlich: Man habe versucht, der politischen Grenze die Bedeutung zu nehmen, indem man gewisse Wirtschaft- lichc Maßnahmen auferlegte, die dazu bestimmt seien, den einheit- lichen Charakter des Industriedrciecks während eines Zeitraums von 15 Iahren zu wahren. Es werde die Schaffung einer ge- mischten Kommission von Deutschen und Polen vorgeschlagen, so- fern beide Parteien dies wünschten, unter dem Vorsitz eines Löl- kerbundvertreters. Diese Kommission solle die Befugnis haben, die praktischen Einzelheiten zur Durchführung des Planes auszu- arbeiten. Der Kommission solle zur Seite stehen eine Reihe von gemischten Ausschüssen. Z. Bei der Frage der Eisenbahnen solle z. B.«in gemischter Ausschuß einen Plan zur Aofrechterhaltung des gesamten Eisenbahnsustemo sowohl auf deutscher wie aus polnischer Seite der Grenzlinie als gemeinsames System für das gesamte Indu- striedreieck ausarbeiten. Die Einnahmen aus den Eisenbahnen sollen nach der Länge der Schienenstreck«, sowie nach dem Um- fang des Verkehrs in den verschiedenen Zonen verteilt werden. 4. Es sei klar, daß eine politische Grenze sofort eine Zollgrenze werde. Um diesen Einwand zu beheben, schlag« der Bölkerbundsrat vor, daß zwei Uebergangsperiodea geschaffen werden sollen, aj eine Periode von sechs Monaten und d) eine Periode von 14 � Iahren, während deren die normalen Zoll- abgaben eingestellt werden sollen. 5. In der Periode von 6 Monate« soll beiden Staateu voll- kommen gestattet sein, ihre Geschäfte zu organisieren, als ob die politische Grenze überhaupt nicht bestände. Wenn beispielsweise ein besonderer Artikel, der nach Deutschland eingeführt werde, zur Verarbeitung in Oberfchlcsicn nach einer Fabrik geschickt werden soll, die aus der polnischen Seite der neuen Grenzlinie liege, so könne der Gegenstand die neoe Grenz« passiereil, ohne daß dafür ein Zoll entrichtet werde« müsse. 6. In der Periode von l4� Jahren sollen alle Roh» st o f f e, die aus der deutschen oder polnischen Zone stammen oder in einer dieser Zonen verbraucht werden sollen, die Grenze ohne Zoll hin und her passieren. Desgleickzen können z. B. deutsche Maren, die in deutschen Fabriken, die in der neue« polnischen Zone liegen, fertiggestellt werden sollen, zollftei ausgehen. 7. Die gemischte Kommission soll befugt sein, ein allgemei« ites Uebereinkommen zwischen Deutschland und Pole« auszuarbeiten, das eine vollständige Ausfuhrfreiheit der Artikel vorsieht, die von den Industrie« auf der jeweilig anderen Seit« der Grenzlinie benötigt werden. Eine besondere Klausel ist beigefügt, die es Deutschland nicht gestattet, auf Ware» aus Polen Einfuhrzoll zu legen. 8. Während der Periode von 15 Iahren sei keinerlei Zwangsenteignung gestattet. 8. Die Deutschen, die auf der polnisech« Seite der Grenze leben, haben wShrend der 15 Jahre das Recht, für die deutsch« Untertanenschast zu stimmen. 16. Die deutsche Mark wird als gesetzliche» Zah- lungsmittel in der polnischen Zone anerkannt. 11. Die deutsche soziale Gesetzgebung bleibt in Kraft, bis die polnische Regierung allgemeine eigen« Gesetze aus- gearbettet hat. 12. Die Wasserversorgung im ganzen Jndustriedreieck, auf jeden Fall soweit die bestehenden Systeme in Betracht low» men, bleibt in.dauernder internationaler Dienstbarkeit". 18. Das augenblickliche Systey» der elektrischen Kraft- Versorgung soll bestehen bleiben. Die Polen sollen jedoch nach einem Zeitraum von drei Jahren has Recht haben, eine der beiden Kraftstationen im Dreieck anzukaufen. Die Kraftstation, die für den Ankauf durch Polen in Betracht kommt, ist die von Chorzow, das auf polnischer Seite liegt, da die andere Kraft- station, nämlich die von Hittdenburg, auf deutscher Seite liegt. „O b f e r v e r" kann über den genauen Verlauf der vom Völker- bund vorgeschlagenen politischen Grenze in Oberschlesien keine An- gaben machen, man könne jedoch jetzt mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß neben Pleß und Rybnik drei der wichtigsten indu- striellen Mittelpunkte, nämlich Kattowitz, Königshütt« und Tarno- witz an Polen fallen werden.„Observer" erklärt die Aushändigung von Kattowitz und Königshlltte, die bei der Abstimmung eine Mehrheit von 17 537 und 21 525 Stimmen zugunsten Deutsch- lands aufgewiesen hätten, sei der bei weitem ernsteste Punkt im Völkerbundsplan. Vor allem sei wichtig, daß Kattowitz der Eisen» bahnmittelpunkt des südlichen Teiles des Industriegebietes sei. Die Hauptlinie Berlin— Krakau gehe durch Kattowitz. Der süd- westliche und westliche Teil des Bergwerksgebiets gehöre Polen. Dl« Zinkgegend, die fast vollkommen im östlichen Teile des Indu- striegebietes liege, von östlich Bcuthen bis Antonienhütte und bis zum Lipinebogen, werde ebenfalls polnisch.„Observer" weist darauf hin, daß, obgleich die deutschen Interessen bis zu einem gewissen Grade in dem oberschlesischen Gebiet, das man Deutschland jetzt wognehme, geschützt seien, der Zeitraum, in dem dies der Fall sei, nur 15 Jahr« betrage. Darnach trete Polen in den Vollbesitz. Das Kapital, die Leitung und die gelernten Arbeiter in den jetzt Polen zugesprochenen Gebieten seien vollkommen deutsch. In einem Leitartikel schreibt der„Observer", der Dölkerbunds- plan bedeute keine Lösung der oberschlesischen Frage. Durch den Völkerbund sei der Streit um Oberschlesien wieder an Deutsch- land und Polen zurückverwiesen worden, wenn die Lösung über- Haupt dauernd sein solle, denn ohne das Zusammenwirke« Deutsch- lands und Polens könne der Völkerbundsplan kaum zur Durch- flhrung gebracht werden. Die britische Regierung habe die Vor- schlage des Völkerbundsrates angenommen. Sie war dazu verpflichtet, ein anderer Weg wäre nicht denkbar gewesen. Ein beut- scher Korfanty oder Zeligowsti würde nicht ein einziges Zeichen oder Wort der Ermunterung von feiten Englands erhalten. „New S t a t e s m a n" bezeichnet den Beschluß des Völker- bundcs als unheilvoll hauptsächlich wegen der unvermeidlichen Wirkung, die er aus das Prestige des Völkerbundes haben werde. Der Völkerbund scheine ein neues Elsah-Lothringen geschaffen zu haben. Wie könne man erwarten, daß Deutschland jetzt noch dem Völkerbund beitreten werde? Und ein Völkerbund ohne Deutsch- land sei eine Farce. Basfour über die Teilung In einer Ansprache an die Vertreter der Londoner Presse erklärte B a l f o u r, Mitglied des Rates des Völkerbundes, daß der Bölkerbundsrat versucht habe, sein Bestes in der Lösung der oberschlesischen Frage zu tun. Es sei nicht wahr. daß seine Mitglieder von den Regierungen beeinflußt wor- den seien. Sie hätten ein« unabhängige Entschei- d u n g gefällt. Balfour führte weiter aus: Der Friedensvertrag habe in nicht mißzuversichenden Worten festgelegt, daß die Grundlage der Teilung Oberfchlesiens soweit als möglich mit den Wünschen der Bevölkerung übereinstimmen müsse, daß jedoch die industriellen Verhältnisse in Betracht gezogen wer- den müßten. Der Friedensvertrag habe die Bevölkerung Ober- schlcsiens an die erste und die Industrie an die zweite Stelle ge- setzt. Es könne kein Zweifel daran bestehen, daß der westliche Teil Oberschlesiens deutsch und der südöstliche Teil polnisch sei. Das Problem der Grenzfestlegung sei sehr verwickelt gewesen, und man mußte einen Schnitt durch ein hochindustrielles Gebiet machen. So liege z. B. eine Kraftstation auf der einen Seite der Grenzlinie und die Mehrheit der Einwohner, die von dieser Kraftstation ab- hängen, befinde sich auf der anderen Seite der Grenze:«ine Wasser- versoraungsstelle liege auf der polnischen Seite und müsse von den Deutschen auf der anderen Seite benutzt werden. Balfour sagte, er sei sicher, daß es keinen Engländer geben würds, der i« diesem Eeoiete reist und nicht mit Bestürzung die Zerteilung dieses Gebiete» sieht, man würde wegen dieser Zerschveidung sogar Entsetzen emp- finden. Er sei der letzte, der in Abrede stelle, daß im Zusammen- hang mit diesem Verfahren Ungelegenheiten entstehen würden, vielleicht sogar ziemlich ernste, er glaube jedoch trotzdem, daß durch sorgfältige Anordnungen diese Ungelegenheiten ungeheuer vor- mindert werden würden. Wenn die beiden Parteien gewillt seien, Klugheit und eigenes Interesse walten zu lassen, dann würden sie in der Lage sein, den Plan zu einem durchführbaren Borschlag zu machen. Balfour wies darauf hin. daß auch das Jndustriegüiet von Tefchen scharf in zwei Teile geschnitten worden fei, und er habe erfahren, daß der dortige Plan gar nicht schlecht arbeit«. Die Völker auf beiden Seiten der Grenze sähen dort ein, daß sie zu- sammenarbeiten müßten, und sie arbeiteten auch zusammen. Er hoffe, daß der Geist, der die Tfchechoslowaken und die Polen in Tefchen beseele, auch die Deutschen und die Polen in Oberschlesien erfüllen werde. Es könne gefragt werden, ob es der Mühe wert fei. so sorgfältige Vorkehrungen zu treffen, durch die die Wirtschaft- lichen Interessen des Gebietes gewahrt werden könnten, und ob es nicht einfacher gewesen wäre, das zu tun, was die„großen Autort, täten" wünschte«,«ämlich das Ganze entweder de« Polen im Osten oder den Deutschen im Westen z« übergeben. Es beständen einleuchtende und zwingende Beweis- gründe zugunsten eines solchen Verfahrens. Er glaub« je/doch nicht. daß man jemals in dieser Frage zu einer Uebereinstimmung im Vdllerbundsrate gelangt wäre, und Zwar ebensowenig wie es im Obersten Rate der Fall war. Er wisse nicht, ob der Völkerbundsrat zugestimmt hätte, dem Grundsatz der Bevölkerung in so scharfer Weise zuwiderzuhandeln. Von einem sei er jedoch überzengt, daß, wenn der Rat beschlossen hätte, daß das Gebiet entweder Polen oder Deutschland gehören müsse, niemals eine Uebereinstimmung darüber erzielt worden wäre, wer bei diesem Versahren der be- günftigts Teil sein solle. Vom Standpunkte eines praktischen Staatsmannes aus gesehen, glaube er, daß die Erörterung dieser Frage im Völkerbundsrat ebenso erfolglos gewesen wäre, wenn man diese Politik versucht hätte, wie sie erfolglos war, als der Obersie Rat sich damit befaßte. Der Völkerbundsrat habe einen ehrlichen Versuch unternommen, und der Plan, auf den man sich geeinigt hätte, würde eine schließlich«, wenn nicht eine sofortige Lösung sichern Zum Schluß sprach Balfour die Hoffnung aus, daß das deutsche und polnische Volk erkennen würde, daß wenig- st ensein ernster Versuch unternommen worden sei, um die Bestimmungen des Friedensvertrages in fairer Weife und voll auszuführen. Er wisse genau, daß noch manche Ungelegenheiten entstehen würden. Aber es fei doch Vorsorge getroffen worden, um die Minderheit nach beiden Seiten der Grenzlinie zu schützen. Der Völkbevbundsrat erwarte keine Dankbarkeit für seine Arbeit, er hoffe je- doch, daß mit der Zeit in dem geteilten oberschlesischen Gebiet der Geist des Mißtrauens beseitigt werde. Ltm die Regierung Heute findet eine Besprechung der Koalitionsparteien statt, die über Rücktritt oder Verbleiben der Regierung Wirth beraten wird. Wir haben schon gesagt, daß es nicht Sache der Fraktionsführer fein darf, in geheimen Kon- venhkeln die wichtigsten politischen Fragen zu entscheiden, sondern daß der Reichstag in voller Oeffentlichteit und ohne vor vollendete Tatsachen gestellt zu sein, seine Beschlüsse fassen muß. Daß der Rücktritt der Regierung Wirth außenpolitisch schädlich wirken muß und innenpolitisch einen Sieg der Rechtsparteien bedeuten würde, ist klar. Das sieht auch der „Vorwärts", der schreibt: Daraus gcht hervor, daß die Sozialdemokratie eine Aenderung des außenpolitischen Kurses nicht mitmachen kann. Soll sie herbeigeführt werden, so müssen wir dafür sorgen, daß die Verantwortung für sie ausschließlich auf die Schultern derer fällt, die sie gewünscht haben. Ebenso kann die Sozialdemokratie auf keinen Fall einer Regie- rung angehören, die ihren innerpolitischen Kurs weiter nach rcchts dreht. Lassen sich für eine Politik des verstärkten Schutzes der Republik und des sozialen Fortschritts neue zuverlässig« Stützen(??) gewinnen, fo kann uns das nur recht fein. Ein« nach rückwärts gerichtete Entwicklung wird die Sozialdemokratie auf keinen Fall mitmachen. Und ebensowenig ist von ihr zu er- warten, daß sie sich an einer Steuerpolitik beteiligen wird, die es unterläßt, für die Heranziehung des Besitzes zu den Lasten des Reichs realste Garantien zu bieten. Auf keinen Fall soll man sich darauf verlassen, die Sozialdemo- kratie werde, wenn die Not offenbar werde, schon wieder ein- springen. Wenn durch das Verhalten der bürgerlichen Parteien eine Notlag« geschaffen wird, dann mögen sie auch die Mittel der Abhilfe schaffen. Wenn sie ein künstliches Labyrinth er- zeugen, dann mögen s i e auch den Ausweg finden. Wenn irgend jemand glauben sollte, die Sozialdemokratie als den Pudel be- Handel« zu dürfen, der gehorsam apportiert, was andere mut- willig ins Wasser geworfen haben, dann hat er seine Rechnung nicht nur ohne den Wirch, sondern auch ohne die Sozialdemokratie gemacht, Wie es heißt, haben die bürgerlichen Krisenpolitiker jm» nach leine neue Reichstagsmehrheit, aber schon �nen neuen Reichs. kanzler. Er heißt Adenau«, ist Oberbürgermeister von Köln, Vorsitzender des preußischen Staatsrats und politisch rechtsgerichteter Zentrumsmann. Wir wollen diese Erklärungen festhalten und werden an sie erinnern, wenn es anders kommen sollte. Dag die Stresemänner keine„zuverlässigen Stützen" der Republik irnÄ des sozialen Fortschritts sind, ist im Ernst �oÄ.uu- zweifelhaft. Die„breite Koalition" würde in der Tat zene Rechtsdrehung bedeuten, die der„Vorwärts.ablehnt. Wir möchten meinen, daß wohl auch die rechtssozialistische rung das Malheur einsehen müßte, daß sie bereits durch das kokettieren mit der Deutschen Volkspartei angerichtet hat. Setzt sie es auch jetzt noch' fort, dann ist der Sieg der Rechts- Parteien über die Regierung Wirth gesichert. Donnerstag Reichstag DerAeltestenratdesReichstags hielt heute vor- mittag 10 Uhr eine Sitzung ab. Von der Regierung wurde mitgteilt, daß über O b e r s ch l e f i e n bis zur Stunde immer noch nicht amtliche Nachrichten vorliegen. Es sei auch nicht gewiß, wann solche Nachrichten der Regierung zugehen werden... Vom Reichstagspräsidenten wurde vorgeschlagen, die Mit- glieder des Reichstags auf alle Fälle am Donnerstag nach Berlin zu rufen. Es soll den Mitgliedern des Reichs- tags Gelegenheit gegeben werden, zur Situation Stellung zu nehmen. Von den Unabhängigen wurde gewünsajl, daß der Reichstag so früh wie möglich zusammentritt, und wenn amtliche Mitteilungen über Lberjchlesien nicht vor- liegen, daß dann der Reichstag sich mit anderen dringenden Arbeiten beschäftigt. Der Aeltestenrat entschied sich in seiner Mehrheit für den Vorschlag des Präsidenten. Die Unabhängigen richteten die Frage an den Reicks- kanzler, ob die Pressemeldungen richtig wären, nach denen unter Umständen mit einem RücktrittderRegier u n g vor dem Zusammentritt des Reichstags zu rechnen fei. Die Unabhängigen erklärten es für selbstverständlich, daß über die Frage eines etwaigen Rücktritts der Regierung n u r d e r Reichstag entscheiden könne und nicht irgendwelche Partei- konventikel. Vom Reichskanzler Wirth wurde geantwortet. daß das Kabinett beschlossen habe, daß unter allen Umständen eine aktionsfähige Regierung im Amte sein müsse und daß die Frage einer eventuellen D e m i s s i o n der Zkegierung erst dann erörtert werden könnte, wenn amtliche Mitteilungen über die oberschlesische Frage vorliegen. Aussperrung im Zeiiungsgewerbe? Eine Erklärung der Verlegerorgamsation Die Arbeiterschaft des Verlages Rudolf Moffe hatte außer den soeben durch Beschluß der zentralen Taviftnstanzen des Buch- druckgewerbes bewilligten Zulage««in« weitere Forde- rung in Höh« von etwa 20 M. pro Woche gestellt. Der Verlag erklärte daraus, er könne kollektiv« Bewilligungen nur in Uebereinstimmung mit seiner Organisation. als der mitverantwortlichen Trägerin der Tarifgemcinfchast. vor- nehmen. Dieser Organisation, dem Berliner Zeitungsverleger- verein, werde er die Angelegenheit schleunigst unterbreiten. Die Arbeiterschaft trat darauf am Sonnabend nachmittag in dön Streik. Damit droht«in Konflikt, der für die gesamte Berliner Arbeiterschaft große Bedeutung er- langen kann. Die Forderung der Arbeiter ist verständlich. denn jedermann weiß, daß auch die weitestgehenden Bewilligungen durch die Tarifinstanzen die wahnsinnige Steigerung der Kosten der Lebenshaltung leider nicht wettmachen können. Es ist auch noch nicht klar, ob das Unternehmertum berechtigt ist, sich in diesem Falle auf das formale Recht stützen und behaupten zu können, daß hier ein tarifwidriges Verhalten der Arbeiterschaft vorliege. Wir wollen über diese Vorgänge heute nur kurz refcrie- ren und den Entscheidungen der Buchdrucker selbst und ihrer Or- ganisation in keiner Weise vorgreifen. Die Organisation der Berliner Zeitungsver- leger aber versendet durch Wolffs Telegraphenbureau eine öffentliche Erklärung, in der sie sich mit der Firma Masse sali- d a r i f ch erklärt. In dieser Erklärung isi bereits vom Tarifbruch die Rede. Neben Phrasen vom Wiederaufbau Deutsch» Jands enthält die Erklärung eine Wendung, worin diese Zeitungs- verleger bereits von„dem uns aufgezwungenen Kampfe" sprechen. Das istdteDrohung mit der Aussperr u n g. Die Arbeiterschaft Berlins muß sich also auf«inen gewaltigen Kampf gefaßt machen, denn das Unternehmertum ist brutal genug, um die Vorgänge bei Masse zum Anlaß für«inen Gewalt st reich zu nehmen. Eisenbahnergeneralstreik in Amerika ET. New York, 17. Oktober. Am 30. Oktober, 8 Uhr früh, wird auf den amerikanischen Eisenbahnen der Generalstreik beginnen. Die Sttellleitung hat die Eisenbahnlinien in vier Gruppen geteilt. In der ersten Gruppe, die alle größeren Linien umfaßt, wird der Streik am 30. Oktober, in den anderen je einen Tag später eintreten. Prä- sident Harding ist bestrebt, den Konflikt zu schlichten. Er hat die Ansicht, die Führer der Gewerkschaften sofort zu sich zu rufen, um sie zum Verzicht auf den Streik, dessen Folgen für das Land unabsehbar find, zu veranlassen. Neunzig Prozent der AngestMen für den Streik New York, 1«. Oktober(Reuter). Wenn die Aufforderung zum Eifenbahnerstreik in vollem Um* fang« befolgt wird, so werden am 30. Oktober über«ine halbe Million Eisenbahnangestellte in den Ausstand treten, und am 2. November werden etwa zwei Millionen Ange- st e l l t e infolge der vollstäindigen Einstellung des Eijenbahn» dienstes feiern. M« gemeldet wird, haben über neunzig Prozent der Angestellten bereits für den Streik gestimmt. Während die Eifenbahngefellfchaften in einer früheren Bekanntmachung eine zwölfprozentige Lobnherab- sctzung angekündigt hatten, haben sie gestern bekanntgegeben, daß noch weitere Herabsetzungen notwendig seien. Die Arbeiterführer erklären, daß dies der größte Streik in der Geschichte der Vereinigten Staaten sein werd«. Andererseits erklärt der Prä- sident der Chicago Ereat Western Railway, die Eiseitbahnen wür- den trotz des Streikes imstande sein, ihren Dienst aufrechtzu- erhalten, da das Publikum mit den Eisenbahnern nicht sym« pathistere. Nollet bleibt. Der Divisionsgeneral N o l l e t, der Vorsitzende der Interalliierten Militär-Kontrollkommisston in Deutschland, der an Stell« des Divisionsgenerals Rivell« zum Mitglied des Obersten Kriegsratcs ernannt wurde, behält feine gegen- wältig« Tätigkeit bes. Die Einzelergebnisse der Wahl 1. Verwaltungsbezirk Der Verwaltungsbezirk Berlin- Mitte wies eine Wahlbeteiligung von 61 Proz. auf. Das Stimmenverhältnis im gesamten Bezirk ist folgendes: Wahlberechtigt 198 198, abgegebene Stimmen 122 251. Unab hängige 20 821, SPD. 23 633, KPD. 9880, Dem. 12 243, D. Bpt. 18 359, Dnt. 25 973, Wirtsch. B. 6912, 3enir. 5072, Dtsoz. 248. 1. Diftritt: Unabhängige 44 09, SPD. 6564, KPD. 1913, Dem. 3867, D, Vpt. 6296, Dnt. 8771, Wirtsch. V. 2094, Zentr. 1916, Difoz. 70. 2. Diftritt: Unabhängige 9590, SPD. 9056, KPD. 4693, Dem. 4169, D. Vpt. 4790, Dnt. 7925, Wirtsch. V. 2643, 3entr. 1326, Dtsoz. 121. 3. Distrift: Unabhängige 6822, SPD. 8013, KPD. 3274, Dem. 4207, D. Bpt. 7273, Dnt. 9277, Wirtsch. V. 2175, Zentr. 1836, Disoz. 57. 2. Verwaltungsbezirk Der zweite Verwaltungsbezirk Tiergarten weist vorwiegend bürgerliche Bevölkerung auf. Die Wahlbeteiligung betrug 60 Prozent. Das Wahlergebnis im Bezirke weist folgendes Bild auf: Wahlberechtigt 195 408, abgegebene Stimmen 132 562. Unab hängige 21 755, SPD. 21 666, PD. 9216, Dem. 11 522, D. Bpt. 22 440, Dnt. 31 750, Wirtsch. V. 6890, 3entr. 5336, Dtsoz. 667. 4. Distrift: Unabhängige 4708, SPD. 6164, KPD. 1575, Dem. 4048, D. Bpt. 7598, Dnt. 12 010, Wirtsch. B. 2042, 3entr. 1654, Dtsoz. 69. 5. Distrift: Unabhängige 4215, SPD. 5266, KPD. 1463, Dem. 4973, D. Bpt. 7395, Dnt. 9022, Wirtsch. V. 1791, Zentr. 1355, Dtsoz. 426. 6. Distrift: Unabhängige 12 832, SD. 10 236, KPD. 6178, Dem. 2501, D. Vpt. 7457, Dnt. 10 718, Wirtsch. V. 3057, 3entr. 2327, Disoz. 192. 3. Berwaltungsbezirk Der proletarische Verwaltungsbezirk Wedding tann für die Beurteilung des Verhältnisses der Arbeiterparteien untereinander gewertet werden. Die durchschnittliche Wahlbeteiligung betrug im gesamten Bezirk 66 Prozent. Die zahlenmäßigen Erz gebnisse sind folgende: Wahlberechtigt 229 961, abgegebene Stimmen 153 422. Es er: hielten: Unabhängige 50 217, SPD. 30 958, KPD. 23 948, Dem. 5884, D. Bpt. 11 939, Dnt. 19 789, 3entr. 4623, Wirtsch. V. 5836, Dtsoz. 204. 7. Diftrift: Unabhängige 11 061, SPD. 8468, KPD. 5655, Dem. 1279, D. Bpt. 2569, Din. 5823, 3entr. 1808, Wirtsch. B. 1433, Dtsoz. 36. 8. Distrift: Unabhängige 12 331, SD. 7694, 1574, D. Bpt. 1471, Dnt. 4183, 3entr. 1110, Dtsoz. 69. 9. Diftrift: Unabhängige 12 855, SD. 7327, 1494, D. Bpt. 3036, Din. 4278, 3entr. 771, Difoz. 34, RD. 5330, Dem. Wirtsch. V. 1630, RD. 5784, Dem. Wirtsch. B. 1374, 10. Diftritt: Unabhängige 13 970, SPD. 7469, KPD. 7179, Dem. 1537, D. Bpt. 2263, Dnt. 5505, 3entr. 934, Wirtsch. B. 1399, Dtsoz. 65. 4. Berwaltungsbezirk Der Verwaltungsbezirk Prenzlauer Berg hat Bevölkerung aller Schichten, doch überwiegt die proletarische Einwohnerschaft. Die Wahlbeteiligung im gesamten Bezirk war durchschnittlich 61 Prozent. Das Stimmenverhältnis ist folgendes: Wahlberechtigt 216 690, abgegebene Stimmen 142 709. Unab gängige 32 338, SPD. 33 651 PD. 15 235, Dem. 8850, D. Vpt. 15 772, Dnt. 21 298, 3entr. 5108, Difoz. 218. 11. Distrift: Unabhängige 7914, 6BD. 10 030, KPD. 4147, Dem. 3610, D. Vpt. 5239, Dnt. 7934, Wirtsch. B. 2284, 3entr. 1393, Difoz. 104. 12. Diftritt: Unabhängige 11 341, SD. 10 640, RD. 4882, Dem. 2116, D. Bpt. 4765, Dnt. 6949, Wirtsch. B. 2163, 3entr. 1643, Difoz. 32. 13. Diftritt: Unabhängige 8121, SPD. 7456, RD. 3882, Dem. 1407, D. Vpt. 2907, Dnt. 1265, Wirtsch. Ver. 1272, 3entr. 810, Dtizo. 33. 14. Diftritt: Unabhängige 4954, SD. 5525, D. 2324, Dem. 1717, D. Bpt. 2861, Dnt. 5151, Wirtsch. B. 1363, 3entr. 1256, Disoz. 49. 5. Berwaltungsbezirk Der Verwaltungsbezirk Friedrichhain hatte eine Wahlbeteiligung von 65 Prozent. Das Wahlergebnis zeigt folgendes Bild: Wahlberechtigt 226 377, abgegebene Stimmen 147 336. Unab hängige 39 399, SPD. 30 660, BD. 19 932, Dem. 7049, D. Vpt. 14 612, Dnt. 21 592, Wirtsch. B. 7708, 3entr. 5592, Difoz. 294. 15. Diftrift: Unabhängige 11 095, SPD. 8508, KPD. 5539, Dem. 2369, D. Bpt. 4419, Dnt. 6373, Wirtsch. V, 2780, 3entr. 1702, Dtsoz. 87. 16. Distrift: Unabhängige: 12 977, SPD. 10 994, PD. 5733, Dem. 2332, D. Vpt. 4977, Dnt. 6692, Wirtsch. B. 2180, 3entr. 2028, Disoz. 78. 17. Diftrift: Unabhängige 15 327, SPD. 11 158, RD. 8660, Dem. 2348, D. Bpt. 5236, Ont. 8527, Wirtsch. B. 2816, 3entr. 1862, Difoz. 129. 6. Verwaltungsbezirk Der Verwaltungsbezirk Hallesches Tor hat gemischte Bevölkerung, da zu ihm ein Teil der Friedrichstadt gehört. Die Wahlbeteiligung betrug 69 Proz. Das Stimmenverhältnis war im Bezirk folgendes: Wahlberechtigt 262 787, abgegebene Stimmen 183 257. Unab hängige 34 324, SPD. 43 398, PD. 17 230, Dem. 12 862, D. Vpt. 27 743, Dnt. 32 725, Wirtsch. B. 8368, 3entr. 6448, Difoz. 206. 7. Verwaltungsbezirk Der 7. Verwaltungsbezirk umfaßt den Stadtteil Charlottenburg mit überwiegender bürgerlicher Bevölkerung. Abgegeben wurden 129 158 Stimmen. Es erhielten: Unabhängige 16 133, SBD. 21 792, D. 6752, Dem. 15 079, D. Bpt. 26 197, Ont. 30 289, Wirtsch. Ver. 6610, Zentr. 4681, Difoz. 1441, ungültig 178. 8. Verwaltungsbezirk Spaudau. Endgültiges Ergebnis: Unabhängige 6253, SPD. 11 607, D. 2664, Dem. 3555, Deutschsoz. 4951, Bentr. 1955, Dnt., D. Bpt., Wirtsch. V. 10 044. 9. Berwaltungsbezirk Endgültiges Ergebnis: Unabhängige 4103, SPD. 9208, KPD. 1800, Dem. 9463, Dnt. 20 763, Dtsoz. 1104, D. Bpt. 17 403, Wirts schaftliche Ver. 2758, 3entr. 2116. In Wilmersdorf, Schmargendorf und Grune wald wurden gewählt: Unabhängige 4015, SPD. 8055, KPD. 1357, Dem. 8347, D.Bpt. 15 508, Dinat. 20 062, Wirtsch. B. 3354, Jentr. 2345, Disoz. 1240. 3mei Bezirke stehen noch aus. 10. Verwaltungsbezirk Im Berwaltungsbezirk 3 ehlendorf wurden folgende Stim men abgegeben: Unabhängige 1167, SPD. 2271, KPD. 405, Dem. 1110, D. Bpt. 6267, Ont. 4470, Wirtsch. V. 883, 3entr. 589, Dtfoz. 14. 11. Verwaltungsbezirk. Der 11. Verwaltungsbezirt umfaßt die Orte SchönebergFriedenau, die Domäne der Deutschnationalen. Trotzdem haben in diesem Bezirk die Arbeiterparteien gut abgeschnitten. Die Wahlbeteiligung im gesamten Bezirk betrug 64 Prozent. Das Stimmenverhältnis ist folgendes: Wahlberechtigt 155 904, abgegebene Stimmen 102 467. Unab hängige 9316, SPD 17 157, KPD 4135, Dem. 11 305, D.Bpt. 20 738, Din. 27 055, Wirtsch.B. 4955 3entr. 4047, Difoz. 2036, un= gültig 135. 12. Berwaltungsbezirk Der 12. Verwaltungsbezirk umfaßt die Orte Stegliz, Lankwiz, Lichterfelde und Südende. Das vorläufige Ergebnis ist folgendes: Abgegebene Stimmen: 75 031; Unabhängige 6219, S. P. D. 12 068, R. P. D. 2629, Demokraten 6026, Bolkspartei 23 118, Deutschnationale 16 706, Wirtsch. Vereinig. 4009, 3entr. 2479, Deutschsozial 803. 13. Berwaltungsbezirk Im Verwaltungsbezirk Tempelhof war die Wahlbeteiligung 90 Prozent. Das Wahlergebnis ist folgendes: Wahlberchtigte 39 491, abgegebene Stimmen 28 207. Unabs hängige 4582, SPD. 6178, KPD. 1970, Dem. 2385, D. Bpt. 5620, Dnt. 4346, Wirtsch. V. 1597, Ver. niedersächs. Landespartei 1344, Zentr. 147. 14. Verwaltungsbezirk Der Verwaltungsbezirk Neukölln mit vorwiegend proleta rischer Bevölkerung hatte eine Wahlbeteiligung von 62 Prozent. Das Gesamtergebnis ist: Wahlberechtigte 194 287, abgegebene Stimmen 128 120, nabhängige 29 233, SPD. 34 070, D. 15 974, Dem. 5496, D. Bpt. 11 572, Dnt. 12 748, Wirtsch. B. 6911, 3entr. 3392, Disoz. 215. In den einzelnen Orten wurde folgendermaßen gewählt: Neatölln. Unabhängige 27 450, SPD. 32 215, PD. 14 798, Dern. 5293, D. Vpt. 10 377, Dnt. 11 314, Wirtsch. V. 6482, 3entr. 3247, Difoz. 212. 15. Berwaltungsbezirk Der 15. Verwaltungsbezirk umfaßt die Orte Adlershof, AltGlienice, Baumschulenweg, Johannisthal, Niederschöne weide, Oberschöneweide, Treptow. Auch hier ist die proletarische Bes völkerung vorwiegend. Stimmen wurden abgegeben: Unabhängige 8164, SPD. 9469, KPD. 5060, Dem. 3051, D. Bpt. 6335, Dnt. 4345, Wirtsch. V. 2059, 3entr. 2395, Difoz. 3, ungültig 107. Insgesamt gaben von 66 100 eingeschriebenen Wählern 39 956 ihre Stimme ab, also 60 Prozent. Die Stimmen verteilen sich in den einzelnen Orten wie folgt: Adlershof: Unabhängige 1409, SPD. 1239, KPD. 987, Dem. 498, D. Vpt. 1006, Dnt. 480, Wirtsch. B. 160, 3entr. 111, ungültig 13. Alt- Glienide: Unabhängige 482, SD. 551, KPD. 255, Dem. 206, D. Vpt. 364, Dnt. 311, Wirtsch. V. 109, 3entr. 12, ungültig 8. Baumschulenweg: Unabhängige 1262, SPD. 1374, APD. 438, Dem. 487, D. Bpt. 1154, Dnt. 705, Wirtsch. B. 350, 3entr. 121, ungültig 15. Johannisthal: Unabhängige 576, SPD. 625, KPD. 270, Dem. 168, D. Bpt. 482, Dni. 352, Wirtsch. Ver. 134, 3entr. 43, ungültig 8. Nieberschöneweide: Unabhängige 667, SPD. 1278, APD. 509, Dem. 429, D. Bpt. 850, Dnt. 342, Wirtsch. V. 273, Zentr. 159, ungültig 9. Oberschöneweide: Unabhängige 1931, SPD. 1902, KPD. 1822, Dem. 533, D. Bpt. 744, Dnt. 707, Wirtsch. B. 558, 3entr. 747, Dtsoz. 3, ungültig 18. Treptow: Unabhängige 1837, SPD. 2500, KPD. 779, Dem. 730, D. Bpt. 1735, Dnt. 1448, Wirtsch. Ver. 475, Zentr. 202, ungültig 36. 16. Verwaltungsbezirk Bom Verwaltungsbezirk Köpenid- Friebrichshagen. Rahnsdorf liegen folgende Resultate vor: Köpenid. Unabhängige 2279, SPD. 3689, KPD. 2148, Dem. 709, D. Bpt. 3170, Wirtsch. V. 898, Zentr. 401, Ordnungsblock Los von Berlin" 1078, ungültig 35. Friedrichshagen. Unabhängige 933, SPD. 1802, D. 982, Dem. 499, D. Bpt. 1113, Wirtsch. V. 19, 3entr. 175, Ordnungsblod Los von Berlin" 231, ungültig 36. Rahnsdorf. Unabhängige 158, SPD. 306, KPD. 128, Dem. 186, D. Bpt. 4, Wirtsch. B. 4, 3entr. 25, Ordnungsblod Los von BerIin 613, ungültig 7. Gesamtresultat des 16. Verwaltungsbezirks: Unabhängige 3992, SPD. 6805, KPD. 3434, Dem. 1522, D. Bpt. 5011, Wirtsch. B. 1100, 3entr. 628, Ordnungsblod Los von Berlin" 4737, ungül tig 94. Der 17. Verwaltungsbezirt umfaßt Lichtenberg- Stadt 17. Berwaltungsbezirk und Land mit vorwiegend proletarischer Bevölkerung. Wahlbeteiligung betrug 64 Prozent. Die Das Stimmenverhältnis ergibt folgendes Bild: Abgegebene Stimmen 77 021, Unabhängige 18 534, SPD. 16 964, KPD. 9816, Dem. 4210, D. Vpt. 10 504, Ont. 10 510, Wirtsch. B. 5921, 3entr. 3007, Deutschsoz. 33, ungültig 126. Lichtenberg- Land. In den einzelnen Orten wurde folgendermaßen gewählt: Biesdorf. Unabhängige 380, SPD. 424, KPD. 91, Dem. 128, D. Bpt. 204, Dnt. 374, Wirtsch. Ver. 115, 3entr. 49. Karlshorst. Unabhängige 584, SPD. 1281, KPD. 354, Dem. 572, D.Bpt. 1908, Dnt. 1713, Wirtsch. Ver. 781, 3entr. 316 Dtsoz. 10. Marzahn. Unabhängige 32, SPD. 48, KPD. 49, Dem. 5, D. Vpt. 35, Dnt. 141, Wirtsch. B. 22, 3entr. 1. Kaulsdorf. Unabhängige 225, SPD. 643, RBD. 189, Dem. 135, D. Bpt. 284, Dnt. 361, Wirtsch. B. 225, 3entr. 20. Friedrichsfelde. Unabhängige 763, SPD. 783, APD. 815, Dem. 149, D. Vpt. 403, Dnt. 716, Wirtsch. B. 471, Zentr. 137. Mahlsdorf. Unabhängige 279, SPD. 654, KPD. 289, Dem. 182, D. Bpt. 333, Dnt. 600, Wirtsch. B. 418, Zentr. 86, Dtsoz. 1. Jn Weißenfee wurde folgendermaßen gewählt: Unabhängige 4492, SPD. 3432, KPD. 1568, Dem. 559, Wirtsch. Ber. 931, Zentr. 802, D. Bpt. 2616, Ont. 2676. Unab Wahlberechtigt 38 433, abgegebene Stimmen 25 039. hängige 3882, SPD 4791, RBD 2172, Dem. 1944, D.Vpt. 5341, Dinat. 4754, Wirtsch. Ver. 1448, 3entr. 666, Dtsoz. 6. 18. Verwaltungsbezirk Jm Verwaltungsbezirk Weißensee war die Wahlbeteiligung nicht besonders gut. Stimmberechtigt 34776, abgegebene Stimmen 20.993, Un abhängige 5305, S. 3. D. 3906, R. B. D. 2117, Demokraten 707, Boltspartei 3612, Deutschnationale 3612, Wirtsch. Vereinig. 1116, Zentrumspartei 911. 19. Verwaltungsbezirk Der Verwaltungsbezirt Bantom weist eine Wahlbeteiligung von 64 Prozent auf. Die Stimmenverteilung ist folgende: Wahlberechtigt 62 913, abgegebene Stimmen 42 319, Uns abhängige 6916, G. B. D. 8158, R. B. D. 3586, Demokraten 3068, Boltspartei 8140, Deutschnationale 8578, Wirsch. Vereinig. 2678, Zentrumspartei 1016. 20. Berwaltungsbezirk Der Berwaltungsbezirk Reinidendorf Tegel, ein proletarischer Bezirt, hatte eine Wahlbeteiligung von 66 Prozent. Das Stimmenergebnis ist folgendes: Wahlberechtigte 58 815, abgegebene Stimmen 39 380. Unab hängige 8544, SPD. 7556, KPD. 5447, Dem. 1874, D. Vpt. 6816, Dnt. 5445, Wirtsch. B. 2628, 3entr. 1539. Bilder vom Wahltage Harter Stimmenfampf Die Wahllokale waren am frühen Morgen von Stimmzettels verteilern aller Parteien besetzt. Während die sozialistischen Pars teien ihre Mitglieder mit dieser Aufgabe betrauten, hatten die bürgerlichen Parteien vielfach bezahlte Kräfte für diese Arbeit herangezogen. Deutschnationale und Zentrum hatten in erster Linie Frauen mit dem Stimmzettelverteilen beauftragt. Für die Volkspartei waren auch Schüler in großer Anzahl tätig, ein Bea weis für die angebliche politische Berhezung der Jugend durch die sozialistischen Parteien. Die Wähler konnten sich meist des Ansturms der Zettelverteiler nicht erwehren. Um niemand zu kränken, nahmen sie alle Stimma zettel geduldig entgegen, obwohl sie den ihrer Wahl meist schon in der Tasche hatten. In den Wahlzellen sah es denn auch bald wüst aus, da dort meist die unbrauchbaren abgelegt wurden. Die Wahl in den Arbeitervierteln Jm Often, Nordosten und Norden Berlins setzt das Wahlgeschäft zeitig ein. In der ersten Stunde war der Betrieb ziemlich rege, ließ dann aber bald nach. Bis gegen 12 Uhr hatten etwa 25. Proa zent der Wähler ihre Wahlpflicht erfüllt. Erst nach 2 Uhr wurde es wieder lebhafter, um dann bis zum Schluß sich noch etwas zu steigern. Doch war auch in der letzten Stunde nirgends Andrang. Um 5 Uhr, als der Wahlakt geschlossen wurde, waren überall die Wähler abgefertigt. Bei dem frühen Wahlschluß entschloß man sich auch überall sofort, die Auszählung der Stimmen vorzus nehmen. Gegen 7 Uhr abends war auch das Zählgeschäft beendigt und die Wahlvorstände fonnten das Wahlprotofoll fertigstellen. Alle Parteien hatten in der letzten Nacht noch gearbeitet, um ihre Wähler an die Urne zu bringen. Fast überall wurden nachts noch Platate geklebt, so daß das Straßenbild am Sonntagmorgen völlig im Zeichen der Wahl stand. Unsere Genossen hatten tro angestrengter Arbeit in den legten Tagen auch diese Nacht noch fleißig gearbeitet, so daß die Plakate unserer Partei, die der anderen Parteien bei weitem überwog. An manchen Stellen der Stadt hatten unsere Genossen große Transparente über Straße gespannt. Einige Distrikte hatten außer den vom Bers liner Parteibureau gelieferten Plakate noch eine Anzahl anderer recht wirkungsvoller Plakate aus eigenen beschränkten Mitteln hergestellt und verbreitet. Der rote Bär Der Bär als Stadtwappen war für viele Wahlplakate als Vors Tage benutzt worden. Manchmal wurde der Bär dabei übel zu gerichtet. Nicht wenige wollten dem Pelz des Bären eine neue Farbe geben. Einen lebendigen Bären in den Dienst der Wahlpropaganda zu stellen, blieb aber unseren Genossen im Halleschen Torbezirt vorbehalten. Sie führten am Sonn abend vor ihrem Demonstrationszug einen lebenden Bären, dem sie eine rote Müße aufgesezt hatten. Dieser Zug erregte begreifa licherweise viel Aufsehen. Die Wahl im Westen Berlins Jm Westen der Stadt setzte das Wahlgeschäft recht schleppend ein. Als um 9 Uhr früh der Wahlatt für eröffnet erklärt wurde, waren zwar die Listenführer, Zettelverteiler und sonstigen Wahl helfer zur Stelle, aber man tann nicht gerade sagen, daß sie bes sonders viel zu tun gehabt hätten. Bedächtigen Schrittes gingen da und dort ein behäbiger Portier oder eine hochherrschaftliche Dame über den Asphalt. Sonst freilich glänzte das Vorderhaus durch Abwesenheit. Um so zahlreicher wirften die proletarischen Wähler und Wählerinnen, die in den Hinterhäusern der wests lichen Wohnburgen ihre Bleibe" haben: Kleine Angestellte und Beamte, Schaffner und Fahrer von der Straßenbahn, Arbeiter, Chauffeure und dergleichen Leute, die gewöhnt sind, bald aufzus zustehen, weil Dienst und Pflicht es verlangen. und Es dauert nicht lange, und die Hinterhausparade ist zu Ende. Mit wichtiger Amtsmiene patrouilliert ein Schupozwilling vorbei, fonft geschieht garnichts. Der Himmel ist blau und das Wetter ist schön. Sonntagsreiter streben dem Grunewald zu. Ausflügler. eilen zur Bahn. Jm Zigarrenladen an der Ede werden Wetten auf Frankreich angenommen die Zettelverteiler langweilen fich. Gegen Mittag belebt sich das Bild der Straße. Die Sonntags reiter fommen aus dem Grunewald zurück. Automobile rasen hin und her. Das Vorderhaus hat ausgeschlafen. Die Herren Bankiers und Börsianer mischen sich leutselig unter das Bolt. Auch ihre Damen haben die Güte. Wolten von Parfüm vers mengen sich mit dem verhältnismäßig angenehmeren Auss dünstungen der Automobile. In den Lurusspelunten Betrieb wie sonst( es gibt genug, die offen sind, trotzdem der Streit noch angeftaunt wie fremde Tiere. Die Damen stellen ihre neuen Herbst dauert). Die Streitposten mit ihren roten Plakaten werden an toiletten aus, die Herren ihre Damen. Zwischendurch wird groß gefrühstückt. Wein, Musit, Tanz, denn nicht nur die Papiera fabriken florieren, die großen Echeine fliegen nur so. Rachher riecht man dann ein wenig ins Wahllofal hinein. Die Zettelperteiler der Linksparteien haben wenig Glück bei diesen Edlen. Mit vornehmer Geste winten fie ab. Deutschnational oder deutsch- volksparteilich ist ihre Parole. Sogar die sanften Demokraten find zu wild für sie( von Ausnahmen abgesehen). Und dann wird groß gemittagmahlt. Nach getaner Arbeit schmeckt es doppelt so gut. ... In einer kleinen Seitenstraße liegt eine bescheidene Kneipe, Wahlbureau der U. S. P. besagt ein roter Zettel im Fenster. Hier wird nicht gefrühstückt und nicht gemittagmahlt, nicht groß und auch nicht flein, aber desto mehr geschuftet. Seit Tagen geht das Schon so, Blafate fleben, Flugblätter verteilen Versamms lungen abhalten.... Slepperdienst organisieren. Stimmzettel anbieten... nichts macht sich von selbst. Doch die Sache willsda gibt es teine Müdigkeit. Jeder und Jede fezt das Leyte an Kraft und Können ein, und wenn der Westen dieser Sort reattios närer Profitgeier troh allem und allem für den Sozialismus feis neswegs verloren ist, so ist es zuerst und zuletzt das Verdienst dieser Trenen und Selbstlosen. " Was verdienen Sie damit, daß Sie hier stehen?" fragt ein ele ganter Herr voll Jronie und Hochmut einen unserer Zettelverteiler am Wittenbergplay.„ Ich würde verdienen, daß man vor mir ansfpudt, wenn ich einen Groschen dafür nähme," lautete die Ant wort. ,, Aber erlauben Sie mal," meinte der andere, jede Ar beit ist doch ihres Lohnes wert. Bei unserer Partei z. B. würdes Sie sehr gut bezahlt werden." ,, Danfe," tam es zurück, ich bin doch kein Achtgroschenjunge des Kapitalismus!" Die Zettelverteiler der Bürgerlichen machten ein etwas verlegenes Gesicht. Der elegante Herr verschwand von der Bildfläche. Dieses fleine Erlebnis halten wir für wichtiger und wesentlicher, als selbst den größten politischen Erfolg, denn es beweist, daß ein neues Menschentum heranwächst, vor dem die alten Wertungen teinen Bestand haben. Gattenmord in Steglit Ihren Ehemann durch drei Revolverschüsse ge totet hat Sonnabend die 42 Jahre alte Ehefrau Wanda Lehs mann aus der Borstelstraße 1a in Steglit. Frau Lehmann er schien selbst auf dem Polizeiamt Steglig und teilte dort mit, daß fie vor mehreren Stunden ihren Ehemann erschossen habe und die Leiche in der Wohnung liege. As Kriminalbeamte daraufhin nachfahen, fanden sie die Angaben der Frau bestätigt. Der 37 Jahre alte Mann, der Preturist einer hiesigen Terraingesellschaft war, lag in einem Borderzimmer der im hohen Erdgeschoß belegenen Wohnung auf dem Fußboden. Eine Kugel war ihm ins Herz ge drungen, die beiden anderen in den Kopf, davon eine in die Stirn, die andere in die rechte Kopffeite. 3wei Kugeln hatten eine Tür durchbohrt. Die Täterin, Frau Lehmann, gibt an, daß fie ihren Mann im Streit erschossen habe. Nach der ganzen Lage scheint es sich jedoch um einen planmäßigen Anschlag zu handeln. Auch die bisherigen Feststellungen und Zeugenver nehmungen Sprechen für diese Annahme. Wie ermittelt wurde, lebte das Ehepaar schon seit geraumer Zeit in Unfrieden. Beide gingen thre eigenen Wege. Frau Lehmann wird als sehr leichtfinnig geschildert. Sehr auffällig ist auch ihr Verhalten nach der Tat. Sie hat sich in der Wohnung, in der ihr erschossener Mann lag, in aller Ruhe frisiert und umgekleidet und ist dann mit ihrem Hund spazieren gegangen. Schließlich hat sie den Hund in einer Hundeanstalt abgegeben und ist dann zur Polizei gegangen, um dort obige Angaben zu machen. Der Erschossene wird als ein sehr ruhiger Mann geschildert. Die Täterin wurde in Haft behalten und die Leiche des Mannes nach Aufnahme des Tatbestandes und photographischer Festlegung des Tatortes be Schlagnahmt. Von der Tat, die am Sonnabend verübt und b. Stegliger Bolizei gemeldet war, wußte man merkwürdiger weise noch am gestrigen Sonntag nichts auf dem Polizeipräfidium. Die geftrige Mondfinsternis Bei völlig flarem Himmel bot die geftrige Monbafternis ein sehr bemerkenswertes Schauspiel der Natur. Bald nach 10 Uhr tauchte der nordöstliche Rand in den Schatten der Erbe. Langsam verfinsterte sich dann die silberne Scheibe in den anschließenden Teilen, bis gegen Mitternacht das ganze Gestirn mit alleiniger Ausnahme der schmalen auf dem Rüden liegenden" Sichel, die hell blieb, vom Erdschatten bededt war. Reichlich fünf Sechstel der Mondoberfläche waren völlig verdunkelt. Höchst reizvoll war es, zu beobachten, wie dann der Erdschatten sich allmählich wieder verzog, bis um 1,34 Minuten nachts die letzte Spur des Schattens verschwunden war und der Vollmond in seiner ganzen Helligkeit am Himmel stand. Zahlreiche Nachtschwärmer entdeckten plötzlich astronomische Neigungen in ihren Herzen und die fliegenden Fernrohrstände machten gute Geschäfte. Das Städtische Marionettentheater spielt am Dienstag, den 18. d. M., nachmittags 4 Uhr, in der Turnhalle ber 1. Schule in Berlin- Mittenau. Zur Aufführung gelangt ein Zauberdrama in 4 Aufzügen.„ Das Eulenfchloß" von Franz Bocci. Der Eintrittspreis beträgt für Kinder 75 Pfg., für Erwachsene 1,50 M. Die Beratungs- und Sprechstunde der Hauptfürsorgestelle der Stadt Berlin erteilt Rat in Renten-, Verschidungs- und Um anertenungsfragen. Anträge auf Unterstützungen und Renten vorschüsse werden auf keinen Fall in der Beratungs- und Sprech Stunde angenommen. Dieselben sind nach wie vor schriftlich bei der betreffenden Fürsorge zu stellen. Die Sprechstunde findet, wie nochmals mitgeteilt wird, jeden Mittwoch von 5-7 Uhr in der Poststraße 13, Hof, Quergebäude, 1 Treppe lints, statt. Nach 6% Uhr fommende Ratsuchende können nicht mehr abgefertigt Die Kriegsbeschädigten müssen berücksichtigen, daß die Theater und Bergnügungen Bolksbühne 7%, the: Mane Menich Neues Bolkstheater Köpenicker Str. 68. 7, Uhr: Nie Wildente Staatstheater. Opernhaus 7.: Der flagende Holländ.. Schauspielbans ( Anßer Abonnement) 74 Uhr: Peer Gynt Sirekt.: Mag Reinhardt Dentiches Theater The U.: Derodes n.Mariamae Kammerspiele 8 Uhr: Der Silnerhof Wallner- Theater Täglich 7.30 Uhr: Nixchen Theater am Nollendorfplat & Uhr: Der Better aus Dingsda TRIANON- THEATER Täglich 7, Uhr: Mein Freund Tebby Sonntag 4U.: Kleine Preise Die Freundin Theater des Offens 7 Uhr: Großes Schauspielhaus Das Glück der kleinen beute Karlstraße 7 Uhr: Die Ränber Theater i. d. KLEINES THEATER 18 Uhr: Carola Zoelle in meine Frau Sonntag, 4 U.: Kleine Pr. Casanovas Sohn Königgräger Str.: Fr. Josette 7.30 Uhr: Die Fahrt: ins Blaue RESIDENZ- THEATER Richard, Engl, Bildt 8. Apollotheater 8L Friedrichstraße 218 Unter persönlicher Leitung des Komponisten Paul Lincke FRAU LUNA Ausstattungsoperette ORCUS GEB FELD raterteilenben Beamten auch vormittags schon ihren Dienst ge leistet haben und deshalb um 7 Uhr vünfttlich schließen müssen. Spracheilfurse. Auch im Winterhalbjahr werden an der Städt. Fortbildungsschule für Schwerhörige und Ertaubte Heilturse für Stotternde Jugendliche und Erwachsene abgehalten. Anmeldungen nimmt noch täglich entgegen Direktor Schorsch, Markusstr. 49. Honorar für das Halbjahr 15 M. Voraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Diens tag. Troden und überwiegend beiter, zeitweise etwas neblig. ziemlich fühl, am Tage mild bei schwachen, südlichen Winden. Sirenengefänge NO Zum Streit im Gastwirtsgewerbe Während die bürgerliche Lügenfront andauernd Tataren nachrichten über angebliche Ausschreitungen bringt, verschweigt sie wohlweislich die authentischen Vorfälle, die von Unternehmerseite und ihren Handlangern provoziert werden, über die wit andauernd zu berichten haben. Im übrigen fährt die bürgerliche Breffe fort, die vom Verband der Gastwirte ausgegebenen Ta tarennachrichten zu bringen, die befagen, daß der Streit im Abflanen begriffen sei. Wie haltlos diese falschen Behauptungen find, fann aus den heutigen an den Anschlagsäulen erschienenen Plakaten des Unternehmerverbandes ersehen werden. Diese Leute flären" mal wieder die Bevölkerung und die Streifenden auf. Bisher geschah dies nur mit Flugblättern und Inseraten, doch scheint nicht der gewünschte Erfolg erzielt worden zu sein. Nun wird's durch große Platate versucht, und nachdem erst die ablehnenden„ Gründe" der Unternehmer gegen die Forderungen der Streibenden angeführt werden, werden dann die Angestellten aufgefordert, vernünftig zu sein, teinen Terro: auszuüben und in bie Betriebe zu geben, bevor ihre Bläge besett feien! Dieser Sirenensang wird die gastwirtschaftlichen Angestellten nicht betören, im Gegenteil, er wird fie anspannen, auszu harren. Beweist doch dieser platatierte Aufruf, daß den Unter nehmern im Gastwirtsgewerbe das Wasser bis zum Halse steht. Ueber weitere Ausschreitungen gegen die Streifenden ist fol= gendes noch nachzutragen: Ein das Exelsior Hotel ver lafsender Arbeitswilliger fiel Freitag ohne jede Veranlassung über die dortigen Streifposten mit einem 1 Meter langen, zoll diden Eisenrohr her, das zu diesem Zwed an einem Ende leicht gebogen ist. Er wurde von der Bolizei in das Hotel zurüdge bracht, die Feststellung seines Namens war aber nicht möglich, da der Kriminalassistent Mastropf( 1788) fich ausdrüdlich weigerte, das zu tun. METROPOL Behrenstraße 54. 8 Uhr: Der unübertreffliche Oktober- Spielplan f. Feftlichkeiten Säle frei!. Derfamml., zu folid. Breifen Rellers Festfäle, Roppenfte. Inhaber: Gustav Sawagki MAGDEBURG Neukölln Metall am Polizeipräsidium 22 Circus- 7/2 Attraktionen! ankanisstelle Osten, Grüner Weg zahlt Tagespreise für 80 Kupfer, Messing, Blel, Zink etc. Gold Silber. Platin Bench, Ringe, Ketten, Löffel Zahngebiffe, Brennstifte afw. kaufen zu den jegigen hoben Tagespreifen Gebr. Fuhrmann frest Préckt, Stiede, shot 7%, the Der König in Paris Nollendorfstraße 39 Dt.: Manon Lescaut Sonntag, 4 Kleine Mi.: Manon Lescaut Do.: Die Fahrt ins Blane Frtg.: Manon Lescaut bb.: Manon Lescaut Stg.: Manon Lescaut Evchen Humbrecht Walhalla- Theater 8 Uhr: Mo.: Die Fahrt ins Blane Die Glocken von Cerneville Komödienhaus: Täglich 8 Uhr: Der burleske Schwank: Jonnys Busenfreund Hans Waßmann 7 Casino Theater • Exzellenz Mage Stg. 34, Uhr: Pantoffelheid Arnold Rieck Komische Oper 71, allabendlich 7 Berliner Theater: Die große AusstattungsTäglich 7.30 Uhr: Operetten- Revue 1 Min.». Nollendorfplay Eine Einführung in die sozialistische Gedankenwelt Unter diesem Titel erschien soeben, von Hans Hackmack verfaßt, das flinfte Heft der Proletarischen Jugend". Die Schrift ist ein Wegweiser Prinseffin Der Herr der Welt für die Jungen u. auch für die Alten Olala Friki Massary a. G. Ralph Arthur Roberts, Bepi Zampa, Herb.Kiper Theater a. Kottbus. Tor Tel.: Mpl. 16077 Tägl. 7, Uhr u Stg. nachm. 32. Ellie- Sänger Bluthgen- Konzert Bokf. 11-1, n. 4-6 Demnächst erscheint! Preis 2.50 Mark Buchhandl.„ Freiheit" Berlin C2 Breite Str. 8-9 Ein Streitbrecher aus dem Hotel Esplanade ließ sich am 8. b. M. abends von einem Sipobeamten, der zur ständigen Wache des Hauses gehörte und die Nummern 3. 4. trug, nach seiner Woh nung in der Augsburger Straße begleiten. Vier Streifende, welche den beiden folgten, sahen, wie der Kellner dem Beamten mehrere Geldscheine in die Tasche stedte. Graphische Hilfsarbeiter. Der Attionsausschuß im Graphischen Hilfsarbeiter- Berband, Richtung Amsterdam, teilt mit: Die am Dienstag, den 18. Oftober stattfindende Mitgliederver sammlung soll Stellung nehmen zu dem Ausschluß Kraas. Kolleginnen und Kollegen! Es ist nicht angängig, bevor der Ber bandsbeirat, der am 23. Oftober zusammentritt, entschieden hat, irgend etwas zu unternehmen. Ein Beschluß wie im Falle Krumren, diesen als Selbstzahler zu führen, ist undurchs führbar; denn es fann in einer Zentralorganisation nicht an gehen, daß in einer der größten Zahlstellen jemand Mitglied bleibt, der von der Zentralorganisation ausgeschlossen ist. Um einen solchen Antrag nicht wieder zur Annahme zu bringen, ist es dringend notwendig, daß auch die letzte Kollegin und der letzte Kollege in der Versammlung erscheint. Parteiveranstaltungen Breffe Rommission. Mittwoch, abends 7 he, wichtige Gigung Breite Str. 8-9. 14. Distrift. Die Genossen werden gebeten, die Armbinden von der Wahl bek Bok, Schwebter Str. 256,[ ofert abzuliefern. Montag, 17. Oftober 18. Diftritt( Kreuzberg). Der Frauenabend findet nicht Dienstag, sondern heute abend 7 Uhr bei Schweifarbt, Alte Jakobjtr. 24, statt. Vortrag der Ge noffin Oberlehrerin Gerhardt: Sozialistische Schul- und Erziehungsfragen. Mittwoch, 19. Oktober 15. Berwaltungsbezir!( Treptam, Baumschulenweg, Niederschöneweide, Obe [ choneweibe, Johannisthal, Ablershof, Alt- Glienide). Abends 7 Uhr Sigung ber Frauenarbeitstommiffion in Niederschöneweide bei Rog, Berliner Str. 26. 10. Diftrift. 7 Uhr Sigung der Bildungsfommission; 8 Uhr Zusammenkunft der Lern und Lesegemeinschaft. Beides im Schiller- Lgzeum, Pantstraße. 16. Diftrift. Abends 7 Uhr engere Vorstandssigung bei Rosin, Gubener Str. 19, Bereinskalender Dienstag, 18. Oktober Touristen Berein Die Naturfreunde", Abteilung Südwest. Abends 7 hr der Aula bes Sophien- Realgymnasiums, Steinstraße, Bortrag des Gen. Karl Mensde über Die ezotische Frage". Berlin- Frie Berantwortlich für Politik und Feuilleton: Leo tebi. benau; für Kommunalpolitit, Lofales und Gewerkschaftliches: B. Rudner, Berlin; für den Inseratenteil und geschäftliche Mitteilungen: Ludwig Romeriner, Charlottenburg. Berlagsgenossenschaft Freiheit", e. 6. m. b. H., Berlin, Drud der Berliner Druderei 6. m. b. 5., Berlin C. 2, Breite Straße 8-9. Schuhhaus Cassel 3 Minuten vom Bahnhof Gesundbrunnen Solange der Vorrat reicht verkaufen wir noch Herren- u. Damen- Stiefel von der einfachsten bis zur feinsten Ausstattung, froß enormer Preissteigerung noch zu unseren allbekannten billigen Preisen, ohne irgend einen Aufschlag Arthur Caffel G.m.b.H./ Badstr. 54 Demnächst erscheint! Todesanzeige 16. Distr. Bez. 337 Karl Liebknecht Reden und Aufsätze Aus dem Inhalte: Der Kampf für die Jugend/ Gegen den Militarismus/ Gegen den Reformismus/ Gegen den Krieg/ Gegen die offizielle deutsche Partei/ Um das proletarische Klassenbewußtsein/ Gegen die preußische Klassenjustiz und Verwaltungswillkür/ Für die russische Revolution/ Für die deutsche Revolution 374 Selten Preis: In Leinen geb. 30 M. Pappband 20 M. Organisationspreis 15 M. BO Bestellungen sind zu richten an: Verlag Carl Hoym Nadt. Louis Cahnbley, Hamburg 11 Am 13. Dktober ver starb unsere langjäh rigeGenoffin an Herzs und Nierenleiben Augufte Zickelbein Die Einäfcherung fin det am Dienstag, den 18. Oktober, nach mittags 2.30 Uhr, im Krematorium Baums fchulenweg, ftatt. Um rege Beteilig. ersucht Der Borstand. Erftklaffige felbftändige Fahrstuhlmonteure Annahme in allen Speditionen des Berlages Kleine Anzeigen Geschäftsstelle: Berlin G2, Breite Str. 8-9 Das Ueberschriswort 2.- Dit., jebes weitere 25ort im Tert 1.50 Mt. netto. Stellungsgesuche: Webersdriftswort 1,50 M., jebcs weitere Bort im Zegt 1.-D. Verkäufe Staunenerregend! Rot 75.- Mark an! arten! Kaufgefuche Glühlampen, Drähte, füchse 60.-, Kreuzfüchje Lizen kauft Stork, Brücken Alaska ftrage 13, Tel. pl. 16 331. füchse! Silberfüchse! Zobel Schellack, Leim, Malers füchse! Skunkfe! Stiffe! fowie alle anderen Belge artikel kauft jeden Boften. Linien Farbenkeller Riefenauswahl! Keine Bersagwaren! Alles trage 199 a( Rofenthaler u bedeutend herabgefeßten, Blag). Morden 5053. 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