. Einzelpreis 40 Pfg. 4. Jahrgang Die Freiheit erscheint täglich morgens und nachmittags, Sonntags und Montags nur einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Buftellung ins Haus und durch die Poft bezogen M. 12.-, im vorans zahlbar. Für Postbezug nehmen Jämtliche Bostanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland, Danzig, das Saar- und Memelgebiet sowie die früheren deutschen Gebiete Bolens und Luxemburg M. 23.-, für das übrige Ausland M. 30.Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin C2, Breite Straße 8-9 Freitag, 21. Oktober 1921 Nummer 493 Morgen- Ausgabe Die neungespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum koftet 6,- M. einschließlich Inferatensteuer. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2,-M., jedes weitere Wort 1,50 m. einschließlich Inseratenfteuer. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gefuche 3,75 m. netto pro Zeile. Stellen- Gesuche in Wort- Anzeigen: das fettgedruckte Wort 1,50 m., jedes weitere Wort 1.-M. Fernsprecher: Zentrum 152 30-152 39 greiheit Berliner Organ ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Die Alliierten drohen mit Zwang! Die Ueberreichung der Entscheidung über Oberschlesien Der Oberste Rat verlangt die Annahme der Entscheidung Die rechtssozialistische Reichstagsfraktion für Wirth Das Begleitschreiben Briands echtigt, daß aus der uns jetzt so ungünstigen Entscheidung EE. Paris, 20. Oktober. Das Schreiben, das Briand als Präsident des Obersten Rates dem deutschen Botschafter und dem polnischen Gesandten in Paris übermittelt hat, hat folgenden Wortlaut: Paris, 20. Ottober 21. über Oberschlesien doch noch ein Gutes erstehen kann. Aus allen diesen Gründen ist zu verlangen, daß jetzt eine verhandlungsfähige Regierung am Ruder sitzt. Sowohl vom Standpunkt der inneren wie der äußeren Polis tit wäre es das törichste, wenn die bürgerlichen Parteien die Entscheidung über Oberschlesien zum Anlaß nehmen wollten, um das Kabinett Wirth zu beseitigen. Die rechtssozialistische Fraktion hat dies in ihrem Beschluß auch zum Ausdruck gebracht. Wie sich das Zentrum verhalten will, ist aus der parteioffiziösen Mitteilung über den Verlauf seiner Fraktionsfizung nicht deutlich zu erkennen. Nur das eine erklärt es, daß es nicht daran denke, den jetzigen Reichstanzler durch einen anderen Mann aus dem Zentrum zu ersetzen. Und in einem Artikel der„ Zentrums- Parlaments- Rorrespondenz" wird gefragt, ob man allen Ernstes die ohnehin schon vorhandenen großen Schwierigkeiten noch weiter steigern wolle dadurch, daß man ohne einen vernünftigen Grund, letzten Endes deshalb, weil von rechtsradikaler Seite der Alarmruf zum Rücktritte des Kabinetts ausgestoßen worden ist, blindlings den Rechtsradikalen Gefolgschaft leisten wolle. Jezt hat der Reichstag das Wort. Dort und nicht in den Sitzungen der Fraktionen oder im Schoße irgend welcher Cliquen wird darüber zu sprechen sein, was nach der unter 3wang gestellten Entscheidung der Alliierten zu tun ist. Und es darf nur das geschehen, was wir verlangt haben: sofortige Verständigung mit Polen! Ich habe die Ehre, Ihnen beigeschlossen den Wortlaut der am 20. Ottober von der Botschafterkonferenz getroffenen Entscheidung zu übermitteln. Die Botschafterkonferenz handelt im Namen des britischen Reiches, Frankreichs, Italiens und Japans, der bedeutendsten alliiers teu Sauptmächte, die den Versailler Vertrag unters zeichneten. Die genannten Mächte haben in Anwendung des Friedensvertrages eine Lösung gesucht, die den in= schen der Bevölkerung Oberschlesiens ent: spricht, wie sie bei der Boltsabstimmung befundet wurben, wobei auch der geographischen und wirtschaftlichen Lage Der Dertlichkeiten Rechnung getragen wurde. Nachdem die Botschaftertonferenz ein Gutachten des Bölkerbundsrates eingeholt hatte, gelangte sie zur Aufteilung des obers schlesischen Industriegebietes. Angesichts der geographischen Verteilung der deutschen und polnischen Bes völkerung und der Verquidung dieser beiden völkischen Eles mente mußte jede Teilung dieses Gebietes zu beiden Seiten der Grenzlinie beträchtliche Minderheiten lassen, ebenso wirt: haftliche Interessen. Unter diesen Bedingungen enthält die getroffene Entscheidung Maßnahmen, die die gemeinsamen Interessen, die Fortdauer des Wirtschaftslebens in Obers Schlesien sowie den Schuh der Minderheiten garantieren sollen. Die deutsche Regierung soll sich dessen bewußt werden, daß die alliierten Mächte der Meinung kind, ihre Entschei dung bilde ein Ganze s. Die Alliierten sind ents schlossen, die Beobachtung dieser Entscheider Höhe von Nyobotschau. Von hier an wendet sie sich nach dung seitens der beiden Parteien durchzu segen. In dem Falle, daß die interessierten Regierungen oder eine von ihnen es aus irgendeiner Ursache ablehnen sollten, die ganze Entscheidung oder einen Teil davon anzus nehmen, oder in dem Fall, daß sie durch ihre Haltung be= tunden sollte, der loyalen Durchführung dieser Entscheidung Hindernisse in den Weg zu legen, find die alliierten Regierungen im Interesse des allgemeinen Friedens der Ansicht, daß die Notwendigkeit vorliege, so schnell wie möglich das in Aussicht genommene Regime einzusehen, wobei sie sich vorbehalten, solche Maßnahmen in Anwendung zu bringen, die sie als notwendig erachten, um die volle Wirkung ihrer Entscheidung sicherzuStellen. gez. Briand. Mit der Veröffentlichung der Entscheidung des Obersten Rates der Alliierten, die inhaltlich dem Gutachten des Bölferbundrats entspricht, ist insofern eine flare Lage geschaffen worden, als den Regierungen Deutschlands und Bolens jetzt jede Möglichkeit genommen ist, eine Abände rung des Spruches herbeizuführen. Ganz offen wird in dem Schreiben des französischen Ministerpräsidenten, der im Namen sämtlicher Alliierten spricht, mit der Anwendung von Gewaltmaßnahmen gedroht, wenn Deutschland oder Polen fich der Entscheidung nicht fügen wollten, oder wenn eine der beiden Parteien versuchen sollte, in illoyaler Weise bei dem Abschluß oder bei der Ausführung des zwischen den beiden Ländern zu treffenden Wirtschaftsabkommens zu verfahren. Die deutsche Regierung steht also jezt unter einem 3wange. Sie hat die Pflicht, mit aller Aktivität die Einleitung der Verhandlungen mit der polnischen Regierung zu beginnen, um zu versuchen, was im Interesse beider Länder liegt, einzelne ungünstig wirkennde Bestimmungen möglichst günstig zu gestalten. Darüber hinaus muß geschehen, was wir immer und immer wieder betont haben: die Beseitigung aller wirtschaftlichen und politischen Differenzen, die bisher zwischen Deutschland und Polen lagen. Auch das liegt im Interesse beider Länder, daß insbesondere die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen ihnen in vollem Umfange und so schnell wie möghigh aufgenommen werden. Nur so ist die Erwartung beDer Berlauf der Grenze EE. Paris, 20. Oftober. Die Grenze, die ber Oberste Rat für Oberschlesien festlegte, vers läuft folgendermaßen: Sie folgt dem Laufe der Oder von dem Punkte an, wo dieser Fluß in Oberschlefien eintritt, bis zu Nordosten, sie läßt auf polnischem Gebiet die Gemeinden Hohens firchen, Wilhelmstal, Raschütz, Adamowitsch, Bogutschüz, Lissot, Gebiet die Gemeinden Ostrow, Markowitsch, Babiz und eine Summin und eine Reihe weiterer Gemeinden, auf deutschem Reihe weiterer Gemeinden nach Schomberg hin. Von hier verläuft fie zwischen Rosenberg, das an Deutschland fällt, und Birkenhain, bas an Polen fällt. Dann wendet sie sich nach Nordwesten und läßt auf deutschem Gebiet die Gemeinden Karmiechowitsch und eine Reihe anderer Gemeinden bis nach Sorowski, auf polnischem Gebiet die Gemeinden Scharley und eine Reihe anderer Ges meinden bis nach Lissau hin. Von dort fällt die Grenze nach Nordwesten mit der früheren Grenze zwischen Deutschland und Ruhland bis zu dem Punkte zusammen, wo diese die Grenze zwischen Deutschland und Polen berührt, wie es der Artikel 28 des Frie bensvertrages beschreibt. Die Grenzfestlegungstommission wird an Ort und Stelle die Grenze bestimmen und ihre Arbeit sofort aufnehmen. Das Wirtschaftsabkommen EE. Paris, 20. Oftober. Das Wirtschaftsablommen ist ein 15 Seiten langes Schriftstüd, bas Bestimmungen enthält: 1. über Eisenbahnen, 2. über Wasser und Elektrizitätsversorgung, 3. über die Währung, 4. über den Postverkehr, 5. über Zollfragen, 6. über Kohlen und Mineralien, 7. über Gewerkschaften der Unternehmer und der Angestellten, 8. über soziale Versicherungen, 9. über den Verkehr, 10. allgemeine Bestimmungen, 11. Rechte der Nationalitäten und Schutz der Minderheiten. Der Schutz der Minderheiten Aus den Veröffentlichungen über Oberschlesien ist weiter hervor zuheben der Absatz über den Schutz der Minderheiten. Danach erhält jede im Augenblid der endgültigen Teilung des Abstim= mungsgebietes in den Polen zufallenden Teilen ansässigen Bersonen, die für die deutsche Staatsangehörigkeit optiert und während 12 Monaten, die auf den Tag der Ausübung des Optionsrechts folgen, feinen Gebrauch von dem Rechte macht, ihren Wohnfig nach Deutschland zu verlegen, das Recht, ihren Wohnfig in Polen während einer Zeitdauer von 15 Jahren beizubehalten. Jede Berson polnischer Abstammung, die über 18 Jahre alt ist und im Augenblick der endgültigen Gebietsteilung in dem Deutschland zugewiesenen Teile ansässig ist, erhält das Recht, innerhalb zweier Jahren für die polnische Staatsangehörigkeit zu optieren. Alle an dem gleichen Tage in dem endgültig Deutschland zugeteilten Teile Oberschlesiens ansässigen Polen sind berechtigt, dort ihren Wohnsitz während einer Periode von 15 Jahren beizubehalten. Diese Bestimmung findet Anwendung sowohl auf die Polen, die deutsche Staatsangehörige waren und für Polen optiert haben, wie auch die polnischen Staatsangehörigen, die keine deutschen Staatsangehörige gewesen sind. Alle anderen Fragen, die sich auf die Nationalität der in Oberschlesien ansässigen Personen und auf den Schutz der Minderheiten im Abstimmungsgebiet beziehen, find entsprechend dem Versailler Vertrag und der VölkerbundsJagung zu regeln. Die in diesem Sinne getroffenen Maßnahmen werden für Deutschland und für Polen internationale Verpflich tungen barstellen und in gleicher Weise wie die Bestimmungen des am 28. Juni 1919 zwischen den alliierten Staaten und Polen abgeschlossenen Vertrages unter die Bürgschaft des Völkerbundes gestellt werden. Das Verkehrswesen Um die Fortdauer des wirtschaftlichen Lebens Oberschlesiens nach der Teilung zu sichern und auf ein Mindestmaß die Schwierig teiten der Uebergangsperiode zu beschränken, wurden folgende Maßnahmen vorgeschlagen: Die Bahnlinien, die Privatgesellschaften gehören, werden auch weiterhin wie bisher verwaltet. Für die Bahnstrecken des deutschen Staates wird ein gemeins James Betriebssystem während fünfzehn Jahren in Kraft treten. Die Tarife werden vereinheitlicht und die Fahrpläne sollen den Bedürfnissen der Industrie angepaßt werden, und der Aufenthalt an der Grenze möglichst furz sein. In dem Abstimmungsgebiet wirb während eines Zeitraumes, der 15 Jahre nicht übersteigen darf, die Mart das einzige gefehliche Zahlungsmittel sein. Dieses System tann nach einer Vereinbarung zwischen beiden Regierun gen geändert werden. Für Post, Telephon- und Telegraphen gebühren wird für die ganze Dauer des deutschen Geldsystems bie Mart als Zahlungsmittel festgesetzt. Zollverwaltung Die Zollgrenze fällt mit der politischen Grenze zusammen. Die 3ollgrenze und Zollgebühren kommen mit einigen Ausnahmen zur Anwendung. So werden während sechs Monaten Rohstoffe, Halbfabrikate und unvollendete Fabritate, welche aus den industriellen Unternehmen der beiden Parteien ins Abstimmungsgebiet kommen und von den industriellen Unternehmen der andern Partei der gleichen Zone fertiggestellt und verbraucht werden sollten, zofffrei über die Grenze gehen. Während 15 Jahren dürfen die gleichen Erzeugnisse der gleichen Herkunft und zu gleicher Bestimmung die Grenze zollfrei überschreiten, wenn sie zum Wiederimport in bas Ursprungsland bestimmt sind. Naturprodukte oder Fabrikate aus dem polnischen Teile des Abstimmungsgebietes sind auf die Dauer von drei Jahren von sämtlichen Zollabgaben bei ihrer Einfuhr in das deutsche Zollgebiet befreit. Diese dreijährige Periode beginnt mit dem Tage der Notifizierung der deutsch- polnischen GrenzfestIegung. Kohlen und Gruben Polen wird mährend 15 Jahren die Ausfuhr der Grubens erzeugnisse aus dem Abstimmungsgebiet erlauben. Was die Kohle anbetrifft, so wird den verschiedenen Bestimmungen der Verträge, Beschlüsse, internationalen Vereinbarungen usw. zwischen Deutschland und Polen. und den Gegenden, die unmittelbar oder mittelbar an der Einfuhr oberschlesischer Kohlen interessiert sind, Rechnung getragen werden. Deutschland wird gleichfalls auf die Dauer von 15 Jahren die Ausfuhr seiner Grubenerzeugnisse nach Polen ers lauben. Berschiedene Bestimmungen Verschiedene andere Maßnahmen werden ins Auge gefaßt, be treffend der sozialen Versicherungen, der Arbeiterverbände und des Verkehrs zwischen den beiden Parteien im Gebiet. Jeder Einwohner, der seinen regulären Wohnsitz im Abstimmungsgebiet hat oder seine reguläre Beschäftigung, wird eine Verkehrserlaub nis tostenlos erhalten, die ihm erlaubt, die Grenze ohne Förma lichkeiten zu überschreiten. Die in Kraft befindlichen Verordnungen im Abstimmungs gebiet, betreffend im besonderen Gruben, Industrie- und Handelsunternehmen, Arbeitergesetzgebung bleiben in Kraft bis zum Augenblid, wo Polen eine auf sein ganzes Gebiet anwendbare Gesetzgebung geschaffen hat, die an die Stelle der früheren Verordnungen toeten tann. Alle diese aufgeführten Maßnahmen werden der Gegenstand eines zu treffenden Abkommens zwischen Deutschland und Bolen in der Form einer allgemeinen Konvention zwischen den beiden Ländern bilden. Diese Konvention wird daher Oberschlejien während der Uebergangszeit unter ein besonderes Regime stellen. Zur Erleichterung der Vorbereitung und der Ausführungsfontrolle dieser zeitlichen Maßnahmen wird eine Kommiffion ges bildet, die aus der gleichen Anzahl Polen und Deutscher aus Oberfalesien besteht mit einem Vorsitzenden anderer Stagts. angehörigteit. Sie wird den Titel„ Gemischte Oberschlesische Kommission" führen und hauptsächlich beratend sein. Ein Schiebs gericht tann eingesetzt werden, um alle Privatstreitigteiten zu regeln, die sich aus der Anwendung der zeitweiligen Maßnahmen ergeben können. Streitfälle, die sich aus der Ausführung und der Auslegung der allgemeinen Konvention ergeben, werden auf Grund der Bestimmungen der genannten Konvention und des Völkerbundstatuts, falls dies nötig ist, geregelt. Oer nationale Block Von Nndolf Breitscheid Als die französische Kammer am Anfang dieser Woche zu ihrer Herbsttagung zusammentrat, lagen auf ihrem Tisch nicht wenige: als öl) Interpellationen. Davon bezogen sich 18 auf die auswärtige Politik der Negierung und diese sind sofort zum Gegenstand einer auf 4 Tage berechneten De- batte gemacht worden, von deren Ergebnis das Schicksal des Kabinetts Briand abhängen wird. Die Nationalisten laufen heftig Sturm gegen den Ministerpräsidenten, geführt von dem Halbnarren Leon Daudet, der u. a. erklärt, er liebe die deutschen Sozia- listen und Republikaner sehr, weil er Deutschland die Pest wünsche und dem ernster zu nehmenden Andre Tar» dien, der sich stolz als einer der Väter'des Friedens- Vertrages fühlt. Sie werfen ihn, in immer neuen Wendun- gen Mangel an Energie gegen Deutschland vor und behaup- ten, dag diese Schlappheit Frankreich in einen neuen Krieg : reibe. Ihre Reden haben'aber eine merkwürdige Aehn- lichleit mit denen ihrer deutschen Eesinnungsverwandten. Die Deulschnationalen und die französischen Chauvinisten könnten ihre Konzexte untereinander austauschen. Mit ge- ringen Veränderungen wären sie im deutschen Reichstag wie in der Pariser Deputiertenkammer zu verwenden. Hier wird das Kadinett Briand, dort das Kabinett Wirth an- gegriffen, weil es zu wenig Kühnheit an t»en Tag lege. Hier wie dort gebrauchen die Retter des Vaterlandes große Worte, und an der Seine wie an der Spree sucht man ver- geblich hinter diesen Phrasen nach greisbaven praktischen Vor- schlügen für eine andere, erfolgversprechendere Politik, als die beiden Regierungen sie getrieben haben. In Zwischen- bemerkungen, wie sie die Geschäftsordnung des französischen Parlaments gestattet, hat Briand sehr schlagfertig zu wiederholten Malen auf diese Lücke in der Argumentation seiner Gegner aufmerksam gemacht und ihnen durch die neu- gierige Frage, was denn nach ihrer Ansicht hätte eigentlich geschehen sollten, einige Verlegenheit bereitet. Deutschland, so sagte er, habe das Ultimatum angenommen und genau nach dem Zahlungsplan seine Verpflichtungen erfüllt. Was wolle man mehr? Ja, was will man mehr. Man will den Minister stürzen, der nicht ganz das gefügige Wertzeug in der Hand des nationalen Blocks ist, das man sich wünscht. Man will einen starken Mann an der Spitze des Ministeriums sehen, ohne sich freilich darüber klar zu sein, welche Wege dieser einschlagen soll, wenn Deutschland nicht aus Mangel an gutem Willen, aber unter dem Druck der wirtschaftlichen Verhältnisse mit seinen Leistungen in Rückstand geraten sollte. Briand hat dem Lande nahegelegt, sich Rechenschaft darüber abzulegen, daß der Wechselkurs den Milliarden deutscher Goldmark ihre Bedeutung nehme. Diese Gefahr sehen die Nationalisten ebenfalls, aber da sie sich nicht ent- schließen können, die Notwendigkeit einer Veränderung der Bertragsbasis zuzugeben, schreien sie hysterisch nach neuen Männern, als ob die in der Lage sein würden, Unmög- liches möglich zu machen. Aber es spricht noch ein anderes Motiv mit. Daudet und Tardieu sagen Deutschlaird und meinen England. .�Mgs sie quält, ist die Abneigung der Londoner Regierung '> gogen ihre eigene Ueberspanntheit. Sie sprechen das nicht offen aus und verbergen ihren Groll gegen den Verbünde- ten hinter heftigen Ausfällen gegen das Land, in dem sie nach wie vor den Feind zu sehen vorgeben. Nur hin und wieder reißt einen von ihnen das Temperament mit, wie den Abgeordneten Peyroux, der meinte, der Minister- Präsident habe bei der Tagung des Obersten Rates im August den Alliierten eine gut« Rückreise wünschen und dabei die Hoffnung auf eine baldige Wiederkehr aussprechen wollen. An diesem schwachen Punkte kann Briand immer wieder einsetzen. Der kluge Taktiker hütet sich, sein Abweichen von der von den Nationalisten gezogenen Linie mit der eigenen besseren Einsicht zu begründen, er weist vielmehr immer wieder auf die Nn Möglichkeit hin, sich von den Verbünde- ten zu trennen. Frankreich stehe nicht allein, es habe Rück- sichten auf die Mitunterzeichner des Friedensvertrages zu nehmen. Es könne sich nicht von ihnen trennen, ohne die schwerste Gefahr zu laufen. Das ist der stärkste Trumpf in seinem Spiel. Aber noch ein anderer Umstand ermöglicht es ihm, sich diesmal gegen i-ine Angreifer entschlossener zur Wehr zu setzen als bei früheren Gelegenheften. Es kriselt im nationalen Block. Unter der Bezeichnung„Liga der Republik" hat sich in den letzten Tagen eine neue linksbürgerlichc Partei- gruppe gebildet, an deren Spitze die beiden radikalen De- putierten H e r r i o t. der Bürgermeister von Lyon, und Painleoö, der frühere Ministerpräsident, stehen. Sie will heraus aus dem Sumpf, in dem die Hurrawahlen vom November 1919 alle bürgerlichen Parteien vereint haben. Sie will sich aus der I d e e n 1 o s i g k e i t einer Politik be- freien, die sich in dem Haß gegen Deutschland und in dem Kampf wider den Sozialismus erschöpft. Die Liga gibt sich ein demokratisches Programm, das die Herabsetzung der militärischen Lasten, eine gerechte Verteilung der Steuern, das Frauenstimmrecht bei den Gemeindewahlen und einige andere Punkte mehr umfaßt. Vor einigen Tagen warnte der„T e m p s" sehr eindringlich vor dieser Absplitterung. Er erinnerte an die Einigungssormel von 1919 und fragte, warum sie heute nicht mehr gelten soll. In dieser Formel war von d-r Zurückweisung jeder Allianz sowohl mt der Reaktion rot« mit der Revolution die Rede. Sie forderte die absolute Weltlichkeit des Staates und der Schule. Sie proklamierte den Kampf wider den Bolschewismus, wider alle Diktatur. wider die Gewalt in allen Formen. Ob diese Prinzipien heute keine Bedeutung mehr für das Bürgertum hätten, fragt der„Temps", oder ob sie etwa von dem nationalen Block verletzt worden seien? In einer Rede zu Avignon hat Painlsv6 bereits die Ant- wort erleilt. Er weist darauf hin. daß ein« Gesandtschaft beim Vatikan errichtet worden sei, obwohl dieser die Gesetz« der franzSsischen Republik nicht anerkannt habe. Das vertrage sich nicht mit der Betonung des weltlichen Charak- ters des Staates. Der Kampf wider den Bolschewismus habe sich verwerflicherweise in einer bewaffneten Inter- rention gegen die Sowjetregierung und in der Ablehnung einer Hilfsaktion für die hungernden russffchen Massen geäußert.„Die Furcht vor dem Bolschewismus hat uns mehr Hebel zugefügt, als alle Propagandisten." Aber das Wesentliche ist" nach Painkevö, daß der nationale Block durch sein Eäibelrasseln und seine reaktionären Intriguen die Freunde Frankreichs, die Verbündeten und die Neutralen, vor den Kopf gestoßen hat. Die Mittel, die die Nationalisten uns vorschlagen, be- stehen darin, daß sie uns gleichzeitig gegen unsere Ver» bündeten und gegen unsere Feinde hetzen und daß sie der ganzen Welt die Faust zeige. Ihre Politik würde auf unsere vollständige Isolierung in einer mißtrauischen oder feindlichen Welt hinauslaufen, angesichts eines Deutsch- lands, dem in der Zukunft nichts anderes bliebe als die Revanche. Besonders wendet sich der vormalige Ministerpräsioeni gegen die Reparationspoliti! des nationalen Blocks. Die Wiedergutmachung sei nur zu verwirklichen durch Auferlegung einer Fron oder durch gemeinsame Ar- beit. Wer halte es für möglich, ein fleißiges und energisches Volk von 60 Millionen vierzig Jahre lang Sklavendiensts tun zu lassen, ohne eine Katastrophe heraufzubeschwören? Rur ein Hand-in-Hand-Arbeiten könne günstige Ergebnisse erzielen, ohne immer wieder den Nerven Europas und den Beziehungen zwischen den beiden Völkern neue Spannun- gen zuzumuten. Hier spricht das andere Frartkreich, das sich bereits vor kurzem in der Rede Noblemaires zu Genf vernehmen ließ. Seine Stimme verdient unsere volle Beachtung, und nichts wäre verfehlter, als über die Zeichen, die sich drüben bemerkbar machen, mit einem Achselzucken hinwegzugehen. Nichts ist bedenklicher, als wenn Deutschland jetzt eine Poli- tik triebe, die die zarten Keime einer erwachen- den E insicht wieder zerstören müßte. Die Liga der Republik will mehr als in ihrem Pro- gramm steht. Sie strebt einen Block der Linken mit Ein- flu» der Sozialisten an. Aeußerungen, die vor einer Woche auf dem Verbandstag der sozialdemokratischen Seine- forde rat ion gefallen sind, lassen darauf schließen, daß in den Reihen unserer Freunde einige Neigung für ein gewisses Zusammengehen besteht. Wir nahmen als fslbstverständ- lich an, daß sie ihr nur in dem Maße stattgeben werden, als es sich mit den Interessen und den Grundsätzen des proletarischen Klassenkampfes verträgt. Aber wie dem auch sei: e» yzill etwas Neues in Frankreich werden, und wir haben gerade in diesen Tagen die doppelte Pflicht, auf diese Wendung Rücksicht zu nehmen. Nur werm der nationale Block in Deutschland nicht Wirklichkeit wird. haben die Gegner des nationalen Blocks in Frankreich Aus- ficht auf Erfolg. Die Rechissozialifien für Wirih Berli«, SS. Oktober. Di« sozialdemokratische Reichstazsseaktio« trat am heutige« Rachmittag zu einer Sitzung zusammen. In der Aussprache ergab sich als einmütige Ausfassuug, daß die Entscheidung über Oberschlefirn leinen Anlatz gibt. «ine Regierungolrise zu eröffuen, und daß für eine solche kein Augenblick unglücklich« gewählt werden könnte, als der gegenwärtige. Die Fraltion lehnt es ebenso ab, die Frage des Verbleibens oder des Sturzes der gegenwärtigen Slegierung in diesem Augenblick von der Lösung der komplizierte« Steuersrage abhängig zu mache«, die langwierige und sachlich« Beratungen erfordert. Sie ist da- her einmütig der Usderzeugnng, bah die Reichsregierung ihr Verbleiben von nicht» anderem abhangig machen darf, als von dem Votum des Reichstag«, da» sofort nach Bekannt- gab« der Entscheidung über Oberschlesien ciuzuhole» sein wird. Sie ist bereit, der gegenwärtigeu Neichsregierung ihr Vertraue» auszusprechen. Dieser Aufsaftuiig der Fraktion stimmten auch die Vertreter Oberschlesiens ausdrücklich zu. Am morgigen Freitag Vormittag tritt die sozialdemokratische Reich»- tagsfraktton mit dem yarteiausschutz zu einer gemeinsame» Sitzung zusammen. Fraki ionssihungen desZentrums und der Äolkspartei Berlin. 20. Ottober Im Laufs des heutigen Tages fanden Fraltionsfitzungen des Zentrums und der Deutschen Vollspartei statt. Ueber den Ver- lauf und das Ergebnis der Beratungen innerhalb des Zentrums wird in der Zentrums-Porlaments-Korrefpondenz mitgeteilt, daß die Auffassungen über die politisch« Lage völlig einheitlich gewesen seien; damit wird den Gerüchten entgegengetreten, die von einer durch StrSmunge« im Zentrum ins Auge gesagten Neubildung des Kabinetts unter Führung eines andern vom Zentrum zu benennenden Parlamentariers wisse« wollten. Heber das Ergebnis der Beratungen innerhalb der Deutsche« Volkspartei ist bis jetzt«in« parteiamtliche Meldung nicht aus- gegeben worden. Die völlig« Klärung der politischen Lage düvfte sich aus den Beratungen des Kabinetts auf Grund der»orgr» vorliegende« Entscheidung über Oberschlrfien Und aus der unmittelbar darauf, voraussichtlich am Souuabend. stattfindenden Plenarsitzung des Reichstags ergeben. Massenenitaffungen in Preußen Der preußische Finanzministcr hat durch Erlaß vom 24. Sep- tember 1921— Z. Nr. P. LS28— die Regierungspräsidenten ermächtigt, neue Beamt« einzuberufen und dafür je Z Angestellte zu entlassen. Daß Stellen für diese neuen Beamten(400 der Besoldungsgruppe VII und 100 der Besoldungsgruppe VI) nicht zur Verfügung stehen und bei unserer traurigen Finanzlage auch durch die preußisch« Landcsverjammlung niemals bewilligt werden, kümmert den preußischen Finanzminister S ä m i s ch offenbar wenig. Se-in Geheimm» wird es auch bleiben, wie er es der Oeffentlichkeit gogenäber rechtfettigen will, daß jetzt mit einem Schlage S00 neu« Beamte eingestellt werden sollen, während früher ergangene Bestimmungen besagen, daß aus Sparfamkeits- rücksichten nur noch jede zweite freiwerdende Beanttenstelle besetzt werden soll. Anscheinend ist es Herrn Sä misch auch gleichgültig, daß an die Stelle der 1000 zur Entlassung kommenden gut ein- gearbeiteten Angestellten 800 im Berwaltungsbetriebe« n- erfahrene Anwärter eintreten, daß also vorläufig gar keine Aussicht vorhanden ist, daß die an sich immer mehr wachsen- den Geschäfte ordnunggemäß und rechtzeitig erledigt werden können. Leidtragend wird also wieder die Allgemeinheit sein! Da sich die B r o t l o s m a ch u n g zahlreicher, durch Vorbildung und lange Berufstätigkeit für den Bureaudienst durchaus ge- »igneter Angestellten in der heutigen Zeit allgemeinen Arbeits- mangels in keiner Weis« rechtfertigen läßt, hat der Zentral- verbanddrrAngestellten sofort nach Bekanntwerden des Erlasse» eindringlich« Vorstellungen beim preußischen Finanz- minister erhoben und auch sonst Schritt« in die Weg« geleitet, welch« der rücksichtslosen Maßnahme entgegenwirken sollen. Wir werden abwarten, was daraus wird, und uns dann aber- mals dazu äußern. Aber schon setzt erschien es uns notwendig. die Aufmerksamkeit des Abgeordnetenhauses auf dreft Asgelegruhoit zu lenken. Oer Müschener Msrökonzern Eine Beleidigungsklage Drahtmeldung unseres Korrespondenten.• München, 20. Oktober. Meine Breife find meine Retlame! 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Dezember 1921, in der Zeit von 1½ bis 8 ihr nachmittags im Staffenlofal Rörnet: traße 55. Die Arbeitgeber wählen gleichfalls im Staffculetal, hier, am Montag, ben 5. Dezember 1821, in ter Zeit BON bis 8 Uhr nachmittags. Allen Bekannten die traurige Rachricht, daß unser lieber Bater, Bruder, Onkel, Edwiegervater, Groß- und Urgroßvater, der pens. Gewerkschaftsbeamte Carl Kabler im Alter von 74 Jahren am Dienstag, den 18. Oktober sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonnabend, von der Halle des Städt, Friedhofes in Friedrichsfelde, vorm. 11%, Uhr, aus ftatt. Am Dienstag, 18. Oktober 1921, verstarb nach längerer Krankheit der langjährige Hauptkassierer und Mitbegründer des Deutschen Transportarbeiter- Verbandes, der Kollege Karl Kassler. Durch Pflichteifer und kollegiales Verhalten erwarb er sich das Vertrauen und die Freundschaft seiner Kollegen. Der Verband wird ihm ein treues Andenken bewahren. Die Beerdigung findet statt am Sonnabend, den 22. Oktober, vormittags 11.30 Uhr, vom ZentralFriedhof in Friedrichsfelde. Wir ersuchen um rege Beteiligung der Verbandskollegen. Der Verbandsvorstand. Deutscher Metallarbeiter- Berband Berwaltungsstelle Berlin N54, Linienstraße 83-85 Geschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nach. 4 Uhr Telephou: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714 Gewählt wird gemäß§ 15 der Reichsversicherungss arbnung nach den Grundsägen der Verhältniswahl. Zu wählen find 90 Ausschußmitglieder, und zwar 30 Arbeitgeber und 60 Arbeitnehmer, sowie 60 Arbeit geberstellvertreter und 120 Arbeitnehmersteinertreter. Wahlberechtigt sind die volljährigen Arbeitgeber. Brheitgeber, die selbst versichert Find, zählen au ben Arbeitgebern, wenn fie regelmäßig mehr als zwei Versicherungspflichtige beschäftigen. Wahlberech„ Schulz' Brechtsälen", Rönigsgraben 2, am Alegandpl find ferner die volljährigen Versicherten, ohne Unterschied des Geschlechts und der Staatsangehörigkeit. Wählbar als Bertreter der Arbeitgeber ober der Versicherten find nur volljährige Deutsche ohne Unter schied des Geschlechts, wenn Fe nicht a) infolge strafrechtlicher Berurteilung die Fähig feit zur Bekleidung öffentlicher femter verloren haben oder wegen eines Verbrechens oder Ver gegens, das den Verlust dieser Fähigkeit zur Folge haben fann, verfolgt werden, sofern gegen sie das Hauptverfahren eröffnet ist, b) infolge gerichtlicher Unordnung in der Verfügung über ihr Vermögen beschränkt sind. Die Vertreter der Versicherten müssen bei der Kaffe versichert sein. Sie dürfen auch nicht Erfagtassenmit glieder sein, beren eigene Rechte und Pflichten auf Antrag bei der Kasse ruhen. Die Vertreter der Ar beitgeber bürfen nicht ausschließlich unständige Arbeit nehmer beschäftigen. Wählbar als Bertreter der Arbeitgeber find auch be vollmächtigte Betriebsleiter, Geschäftsführer und Betriebsbeamte der beteiligten Arbeitgeber. Jeber wahlberechtigte Berficherte hat eine Stimme. Arbeitgeber, bie einen Bersicherungspflichtigen beschäftigen, führen eine Stimme. Arbeitgeber, die mehrere Versicherungspflichtige beschäftigen, führen für je zehn versicherungspflichtig Beschäftigte eine Stimme. Mehr als 30 Stimmen fann tein Arbeitgeber führen. Zum Leiter der Wahl ist vom Borstand der Kalle der Vorsitzende, Herr Karl Liehr, ernannt worden. Die Wahlberechtigten werden hiermit aufgefordert, dem Borstand der unterzeichneten Kafe Wahlvorschläge getrennt für Arbeitgeber und Arbeitnehmer einzu reichen. Es tönnen nur solche Wahlvorschläge berüdWahltage eingereicht sind. Die Stimmabgabe ist an fichtigt werben, die spätestens vier Wochen vor dem die Wahlvorschläge gebunden. Die Wahlvorschläge der Arbeitgeber müssen von mindestens je zehn wahlberechtigten Arbeitgebern mit zusammen mindestens 30 Stimmen, biejenigen ber Versicherten von minde stens 30 wahlberechtigten Kaffenmitgliedern unterzeichnet sein. Sonntag, d. 23. Oktober 1921, vorm. 9, Uhr, in Bersammlung der Kesselschmiede und Helfer sowie der bazu gehörenden Berufe Tagesordnung: 1. Bericht vom Berbandstag in Jena. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiebenes. Mitgliedsbuch legitimiert Um Sonntag, b.30.Dktober 1921. vorm. 91 Uhr, im Rosenthaler Sof", Rosenthaler Straße 11/12 Gruppenversammlung der Werkzeugschleifer Tagesordnung: 1. Die wirtschaftliche Lage. 2. Diskussion. 3. Gruppenangelegenheiten.. 10 Uhr, im Lokal von Wollschläger, Adalbertfez. 21 Am Sonntag, den 23. Oktober 1921, vorm. Branden- Versammlung der Drahtarbeiter Groß- Berlins Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteitag in Jena. 2. Branchenangelegenheiten und Berschiedenes. Die Ortsverwaltung. Botenfrauen Jeber Wahlvorschlag barf höchstens dreimal so viel Bewerber enthalten, als Vertreter zu wählen Fnh Die einzelnen Bewerber find unter fortlaufender Nummer aufzuführen, welche die Reihenfolge ihrer Benennung ausbrüdt und nach Familien- und Vornamen, Beruf, Wohnort und Wohnung zu bezeichnen. 69 M. Bei Berficherten ist auch der Arbeitgeber, bei dem si 40, 50, Luftschläuche 10,15, beschäftigt find. anzugeben. 20. Versand nach auswärts EugenSchmidt, Bln.Badstr.13 Kehre zurück zu guter Friedensgarderobe. Sie werden sich alles vergeben nur nicht, menn Sie unterlaffen, vor Neuanschaffung bei Wallach& Schubert, C2, Brolle Str. 5, Sof links, vorzusprechen. Dort kaufen auch Private; Fertig Nach Mak Anzüge 550--950 900-1400 Schlüpfer usw. 575-975 800-1200 aus nur soliden Stoffen in befter, moderner Ausführung Telephon: Bentrum 8360. Lage in Rußland! Jetzt aktuell! Profeffor Dr. Carl Ballod: Sowjet- Rußland Preis 5. 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Die Unterzeichner der Wohlvorschläge millen ebens falls alle Angaben machen, die nötig sind, um fie als Kaffenmitglieder oder als Arbeitgeber zu ertennen. Die Wahlvorschläge fönnen nach ihrer Aufaune im Raffenlotal, hier, Körnerftr. 55, während der Dienststunden von 9-1 Uhr vormittags eingefehen werden, ebenso vom Tage dieser Bekanntmachung an bie Arbeitgeber und Mitgliederverzeichnisse. Etwaige Einsprüche gegen die Richtigteit ber fich aus dem Arbeitgeber und Mitgliederverzeichnis ergebenden Wahlund Stimmberechtigung find bei Vermeidung des Vusschlusses spätestens vier Wochen vor dem Wahltage unter Beifügung der Beweismittel bei dem Kaffenvorstand einzulegen. Auf Antrag der Wahlberechtigten merben in der Reit von 14 Tagen vor der Wahl bis zu dem Wochentage, welcher der Wahl vorangeht, Wahlausweise im Raffenlofal mährend der Dienit Stunden ausgefteft. Die Wahlberechtigten werben bringend erfucht, Rich die Wahlausweise zu beschaffen, da die Wahlausschüsse die Wahl- und Stimmberechti gung jedes Versicherten prüfen müffen und ohne Wahlausweis Versicherte nur zur Wahl zugelaffen werden. die ihre Berechtigung einwandfrei nachweisen. Die Mitafiebstarte ist fein genügender Ausweis ber Wahlberechtigung, meil aus berfelhen nicht ersichtlich if oh die Mitgliedschaft noch besteht. Die Herren Arbeitnebet müssen sich in her Reit von 14 Innen noz der Wahl bis zum 3. Dezember 1921 im Staffentotal, Fier, in den Dienstunden bescheinigen fallen, mienief Stimmen fie führen, weil dies bei der Wahl nicht festgestellt werden kann. 3m übrigen wird auf die Wahlordnung verwiesen, hie für offe Beteiligten im Roffenfatal in den Dienst Bedarfftunben fostenlos zur Verfügung feht. zu konkurrenzlosen billigen Tagespreisen in allen Sorten Ia Kernseifen, Toiletteseifen, Badeseifen Seifen- Lager Emerich A. Saigo Lothringer Str. 38 am Casino- Theater Berlin- Steglik, den 20. Oftober 1921. Algemeine Ortsfranfenfaffe für Berlin- Steglitz. Der Borstand: R. Lie hr. H. Pflanz. Borsitzender. Shriftführer. Botenfrauen für größere Touren fofort gesucht Freiheit- Spedition Choriner Str. sofort gesucht Hauptexpedition C. 2, Breite Straße 8-9 Spedition W. Senne D. 17, Laskerstraße 2 Spedition Werner Greifswalder Straße 29 bei hohem Lohn Tour: Neue Königstraße, Christburger Straße, Elbinger Straße Spedition Kolbe NO. 18, Weberstraße 25 Spedition Döring Steinmez straße 23 Spedition Wengels D., Cadiner Straße 11 Tour: Liebigstraße Rigaer Straße " Freiheit"-Ausgabestelle Charlbg., Wallstraße 4, Meldungen von 9-11 und 2-5 Wintermäntel für Damen, Herren und Knaben, in den Breiss lagen 150.-, 175.- und 200.- Mark. Einzels verkauf werbtäglich von 8-4 Uhr, Händler und Befucher auswärtiger Märkte hohen Rabatt! Lolat G.m.b.M., Bin.- Friedenau Kaleerailee 64/65, Stfig. 2. Stck./Tel. Rheingau 1188 Straßenbahn: F, I, L, O, W, 51, 66, 60. Ringbahn: Wilmersdorf Friedenau. Petroleum beftes helles, wieder eingetroffen, per Piter 4.von 10 Litern an itefere fret Haus Paul Rehfeldt, Drogengrosshdig. Lindenstraße 107 Mpl. 1620 u. 1724