Einzelpreis 30 Pfg.•• 4. Jahrgang Die Freiheit erscheint täglich morgens und nachmittags, Sonntags und Montags nur einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus und durch die Post bezogen M. 12, im voraus zahlbar. Für Postbezug nehmen. fämtliche Bostanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland, Danzig, das Saar- und Memelgebiet sowie die früheren deutschen Gebiete Bolens und Puremburg M. 23. für das übrige Ausland M. 30.-. Redaktion, Expedition und Verlag: Berlin C2, Breite Straße 8-9 Freitag, 21. Oktober 1921 Nummer 494 Abend- Ausgabe Die neungespaltene Nonpareillegeile oder deren Raum koftet 6,- M. einschließlich Inseratensteuer. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2, M., jedes weitere Wort 1,50 m. einschließlich Inferatensteuer. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien Anzeigen und Stellen- Gesuche 3,75 m. netto pro Beile. Stellen- Gesuche in Wort- Anzeigen: das fettgedruckte Wort 1,50 m., jedes weitere Wort 1.-M. Fernsprecher: Zentrum 152 30-152 39 greiheit Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Der Zwang zur Verständigung Wirtschaftliche Vernunft In dieser Stunde, bei der es sich darum handelt, einen für das wirtschaftliche und politische Leben Deutschlands so außerordentlich wichtigen Beschluß zu fassen, darf man nicht Seine Gefühle sprechen lassen, sondern man muß die Tat sachen nüchtern zu beurteilen suchen. Da ist zunächst die eine Frage zu beantworten: stimmt die Entscheidung des Obersten Rats der Alliierten mit dem Friedensver= trag überein oder hat Deutschland ein Recht, dessen Verlegung vor aller Welt festzustellen? In den von der Entente zuerst vorgelegten Friedensbedingungen sollte der ganze Regierungsbezirt Oberschlesien an Polen fallen, also auch einige reichsdeutsche oder, vor= wiegend deutsche Kreise, wie Ratibor, Leobschüß, Oberglogau, Oppeln und Kreuzburg. Die Alliierten gingen damals offenbar von der Auffassung aus, daß Oberschlesien eine überwiegend polnische Mehrheit habe, daß der ganze RegieTungsbezirk ein geschlossenes Gebiet darstelle, und deshalb nach den Wilsonschen Grundsätzen den Polen zuzuweisen sei. Es hat sich dann ergeben, daß diese Auffassung irrig ist und deshalb wurden in dem endgültigen Friedensvertrag Beftimmungen aufgenommen, die das Schichal Oberschlesiens von einer Bolts abstimmung abhängig machen sollte. Es dürfte fein 3weifel darüber herrschen, daß die französische Regierung offenbar glaubte, die Abstimmung würde ein für Polen günstiges Ergebnis haben, und dann würde die Entente das moralische Recht auf ihrer Seite haben, wenn sie das Gebiet den Polen zuweise. Die Abstimmung wurde nicht ouf den ganzen Regierungsbezirk ausgedehnt, sondern sie beschränkte sich auf den östlichen Teil. Es ist fein Geheimnis, daß die Polen es lieber gesehen hätten, wenn man die Kreise Oppeln, Leobschütz und Kreuzburg herausgelassen hätte, denn dann hätte ein günstiges Ergebnis für sie von vornherein festgestanden. Die Abstimmung vom 20. März hat im ganzen Bezirk 60 Prozent für Deutschland und 40 Prozent für Polen. ergeben. Was hatte nun zu geschehen? Der Friedensvertrag von Versailles enthält darüber folgende Bestimmung: „ Nach Schluß der Abstimmung wird die Anzahl der in jeder Gemeinde abgegebenen Stimmen durch die Kommission den alliierten und assoziierten Hauptmächten mitgeteilt, zugleich mit einem ge nauen Bericht über den Hergang der Stimmabgabe und einem Vorschlage über die als Grenze Deutschlands in Oberschlesien anzunehmenden Linie, bei dem sowohl der von den Einwohnern ausgedrückte Wunsch, wie auch die geographische und wirtschaftliche Lage der Ortschaften Berüd fichtigung findet." Es wurde weiter bestimmt, daß nach der Festsetzung der Grenzlinie die deutschen und die polnischen Behörden benachrichtigt werden sollen, daß sie die ihnen zuerkannten Gebiete in Besiz nehmen sollen. Es fann also feine Rede davon sein, daß eine Teilung Oberschlesiens mit dem Friedensvertrag unvereinbar sei. Gewiß, wenn die Alliierten sich von wirtschaftlichen Grundsägen hätten leiten lassen, so würden sie niemals eine zerreißung des Gebiets beschlossen haben, die für Deutschland sehr ungünstige Folgen haben kann, den Polen keinen der Größe des Seutschen Berlustes entsprechenden Vorteil bringt, schließlich aber die gesamte europäische Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen muß. Aber wir wissen, daß die Politik der kapitalistischen Länder nicht von wirtschaftlichen, sondern von macht= politischen Erwägungen ausgeht und daß vor allem bei der Abfassung des Friedensvertrages die Vernunft nur die Rolle des Aschenbrödels spielen durfte. Aber auch auf deutscher Seite hat man von Anfang an die Vernunft ausgeschaltet und den nationalistischen Einbläsern den weitesten Spielraum gewährt. Die bürgerlichen Parteien und auch die Rechtssozialisten erklärten nach der Abstimmung unter Mißachtung der Bestimmungen des Friedensvertrages, daß ganz Oberschlesien bei Deutschland bleiben müsse, und daß jede Teilung eine Vergewaltigung Deutschlands bedeuten würde. Dadurch wurde jene Stimmung erzeugt, die die Regierung zum Anlaß nahm, um den Polen die talte Schulter zu zeigen und jeden Versuch, eine friedliche Lösung des Problems zu unternehmen, zu unterlassen. Wenn man jetzt die ausländische Presse liest, so wird man auf die übereinstimmende Feststellung stoßen, daß das deutsche Volt sich wiederum, wie während des Krieges, von gewissenlosen Stimmungspolitikern hat einfangen lassen. Gewiß sind dort viele und gewichtige Stimmen laut geworden, die die Erhaltung der wirtschaftlichen Einheit Oberschlesiens forderten, und daraus ist in der bürgerlichen Presse Deutschlands der Schluß gezogen worden, daß das eine Unterſtügung der von der deutschen Regierung ausgegebenen Parole darstelle: ganz Oberschlesien ungeteilt bei Deutschland. Dem ist aber durchaus nicht so. Wir erinnern nur an das Gutachten der vom Internationalen Gewerkschaftsbund nach Oberschlesien entsandten Kommission, in dem als die glücklichste Lösung die Frage der Herstellung einer Autonomie für Oberschlesient bezeichnet wurde. Und dieser Auffassung haben sich auch andere, Deutschland sonst nicht ungünstig gesinnte Politiker im Ausland angeschlossen. Die jetzt veröffentlichte Grenzlinie weicht in einigen Punkten von den bisherigen Mitteilungen über das Gutachten des Völkerbundsrats ab. So fällt Beuthen nicht an Polen, dafür aber ist die Grenze im Nordosten und im Süden ungünstiger für Deutschland als man es bisher erwartet hatte. Die polnischen Wünsche werden zwar nicht im vollen Umfange erfüllt, denn die Korfanthy- Linie, die sie als ihre For derung aufgestellt hatte, hätte auch Oppeln, Ratibor, Rosel schlagen. Aber immerhin werden sie auch mit dem zufrieden und andere wichtige Gebiete Oberschlesiens zu Polen gesein, was ihnen jetzt zufällt, denn es ist darin ein wichtiges Stüd des oberschlesischen Wirtschaftsgebiets enthalten, vor allem die aussichtsreichen Grubenfelder von Pleß und Rybnik, der größte Teil des übrigen Bergbaus, wichtige indu= strielle und verkehrstechnische Anlagen. Es ist begreiflich, daß auch die nationalistische Presse Frankreichs sich befriedigt zeigt und man fann von ihr nichts anderes erwarten, als daß sie Deutschland gegenüber noch einmal die Drohungen der Alliierten unterstreicht, wenn die deutsche Regierung sich nicht dem Willen der Entente beuge. Gibt es in Deutschland einen verantwortlichen Politiker, der in dieser Situation den Rat geben wollte, mit der Faust auf Die Drohung mit Zwangsmaßregeln Paris, 1. Oktober. Petit Parifien" schreibt zu der oberschlesischen Frage, nach allem, was vorauszusehen sei, werde sich Polen der Entscheidung der Mächte beugen. Es fönne feinen besseren Beweis seines politischen Sinnes geben. Es scheine jedoch, baß man deutscherheits Unbesonnenheiten zu erwarten habe. Das wäre eine Politik der Torheit. Nicht in der Entscheidung der Alliierten rechtfertige fich diese Verzweiflung, denn die Maßnahme sei getroffen, damit Bolen nicht unter den wirtschaftlichen Folgen der Teilung zu leiden habe. Gewalt oder auch nur der schlechte Wille Deutschs lands würde Zwangsmaßregeln der Alliierten unvermeidlich machen. Frankreichs Schuldenlast EE. Paris, 20. Oftober. Der„ Matin" veröffentlicht eine Aufstellung der französischen Schuldenlasten. Die innere Schuld beträgt 229 055 Millionen, und zwar: dauernde Schuld 1041 Millionen, befristete Schuld 38 571 Millionen, schwebende Schuld 90 443 Millionen, auswärtige Schuld 35 286 Millionen. Letztere besteht aus: 6 490 Millionen für Handelszwecke, 13 511 Millionen Schulden gegenüber England, 15 287 gegenüber den Vereinigten Staaten. Werden daran die Forderungen Frankreichs gegenüber auswärtigen Staaten in Höhe von 14 Milliarden Mart in Abzug gebracht, so ergibt sich eine französische Schuld von rund 250 Milliarden. den Tisch zu schlagen und einen Troykopf aufzustecken? Das Die Reparationsfommission und die deutschen Nationalisten jetzt wieder ein großes Geschrei anheben werden, ist verständlich. Man würde aber nur deren Karten spielen, wenn man ihr Geschrei ernst nehmen wollte. Diese Leute, die nach dem Zusammenbruch im Herbst 1918 die Flinte ins Korn warfen, deren Helden Wilhelm und Ludendorff, damals nichts eiligeres zu tun wußten als sich feige zu verkriechen, wollen sich jetzt als die Retter des Vaterlandes aufspielen! Erkennt man aber an, daß man sich dem Zwange beugen muß, so bleibt nichts anderes übrig, als sofort in loyaler Weise die Verständigung mit Polen über Oberschlesien zu beginnen und zu versuchen, die Entscheidung so günstig wie möglich zu gestalten. Und dabei darf nicht wieder von nationalistischen Gesichtspunkten ausgegangen sondern die wirtschaftliche Vernunft muß die Trägerin der Verhandlungen sein. Das ist das, was jetzt zu ge= schehen hat, und wer dem deutschen Volke einen anderen Rat geben will, der ist entweder ein Verbrecher oder ein Narr. Befriedigung in Frankreich werden, E. E. Paris, 21. Oktober. 99 Die französische Bresse befaßt sich nur in geringem Maße mit der Entscheidung in der oberschlesischen Frage. Die meisten Blätter drucken den Brief Briands und den Text der Note wörtlich ab, enthalten sich aber jeglichen Kommentars. Nur Journal", Matin“ und„ Petit Journal" heben mit Befriedigung hervor, daß man namentlich in der Ueberweisung von Tarnowig und Lublinig an die Polen eine angenehme Ueberraschung erbliden müffe. Im ganzen wurden also Polen von den 2 Millionen Einwohnern des Industriegebietes 979 000 oder 48 Prozent zugesprochen, das sei das Ergebnis der Voltsabstimmung, wenn man die Stimmen der Zugewanderten abziehe. Ferner erhalte Bolen 82 Prozent der oberschlesischen Kohle, 51 Prozent Kots, 70 Prozent Stahl, 100 Prozent 3int und Blech. Daß Bolen die Fabriken von Cherzon zuerkannt worden sind, die die größten Produzenten von synthetischen Nitraten sind, sei ein Glück für den Aderbau Polens, für Deutschland bedeute es den Verlust seiner industriellen Kriegsreserven. Ob jedoch alle wirtschaftlichen Bes stimmungen in Kraft bleiben werden, zieht das Journal einigermaßen in Zweifel, da sich innerhalb 15 Jahre vieles ändern fönne. Aus London meldet der„ Petit Parisien": Das rasche Zustandekommen eines Einvernehmens, das auf der Botschafterfonferenz über die Bekanntgabe der Genfer Entscheidung hinsichtlich Oberschlesiens erzielt wurde, sei in London mit großer Genugtuung begrüßt worden. Die Tatsache, daß die juristischen Sachverständigen und die alliierten Vertreter nur zwei Sizungen notwendig hatten, um sich zu verständigen, wird als ein Versprechen ausgelegt, daß die Regierungen in versöhnlichem Geiste eng zusammenarbeiten werden, um in fürzester Zeit die völlige Durchführung des ausgearbeiteten Spruches zu sichern. In offis ziellen Kreisen drüdt man die Hoffnung aus, daß gegenüber dieser Einstimmigkeit, die sich in Paris tundtat, die deutsche und die polnische Regierung, selbst, wenn die Entscheidung fie enttäuschte, sich Rechenschaft darüber ablegen werden, daß es für sie alle Vorteile bedeute, gütwillig die wirtschaftlichen Abmachungen zu treffen, um ihre eigenen Interessen sicherzustellen. das Wiesbadener Abkommen Paris, 20. September. Die Reparationstommission hat die Prüfung des Wiesbadener Abkommens vollendet und in ihrer gestrigen Volla sigung die zu erteilende Antwort festgestellt. Die Kommission erklärt sich vollkommen einverstanden mit den allgemeinen Grunds sägen des Abkommens, nach denen Vereinbarungen vorgeschlagen werden, in denen bestimmt wird, daß Deutschland den größtmögs lichsten Teil seiner Reparationsverpflichtungen in der Form von Sachlieferungen zahlen darf zum Zweck des rascheren Wies deraufbaues. Die Reparationskommission glaubt jedoch, daß das Abkommen gewisse Abweichungen von den Bestimmungen des Teid les 8 des Friedensvertrages von Versailles namentlich aber von Artikel 231 und den§§ 12 und 19 des Anhanges 2 und§ 5 bes Anhanges 4 enthalte. Da die Reparationstommission nicht zus ständig sei, derartige Abänderungen vorzunehmen, hat sie bes schlossen, die Frage an die Regierungen weiterzu geben, die in der Reparationstommission vertreten sind, und hat ihnen zu diesem 3wed eine Abschrift des Wiesbadener Ab fommens zugestellt mit dem Ersuchen einer günstigen Prü füng. Die Reparationsfommission empfiehlt unter Vorbehalt etwaiger Garantien, die die Alliierten eventuell verlangen fönns ten, um ihre Interessen sicherzustellen, daß Frankreich vernünftige Erleichterungen gewährt werden, damit die Zahlungen der Zu say- Sachlieferungen hinausgeschoben werden können. Die Repa rationstommission erklärt sich auch zuständig, über eine 26prozent. Abgabe von den Sachlieferungen zu entscheiden; sie wird darüber später ihre Entscheidung treffen. Minister Loucheur ist heute vor dem Kammerausschuß für auswärtige Angelegenheiten erschienen, um Auskunft über das Wiesbadener Abkommen zu geben. Revolution in Portugal EE. Lissabon, 21. Oftober.| Ueber die Revolution verlautet: Gestern morgen wurden voni Meere her einige Kanonenschüsse gehört. Das Militär ging aus dem Kampfe, der stattfand, siegreich hervor, Ministerpräsia dent Granjo Antonio wurde ermordet, ebenso der Admiral Machado Santos und die Herren Carlos Maia und Silva. Die neue Regierung verurteilt diese Morde und erklärt, daß sie die Urheber vor Gericht stellen werde. Jn Lissabon herrscht große Erregung, in den Straßen patrouilliert Militär. Das neue Kabinett, das außerhalb der politischen Parteien zua stande tam, annullierte die Kammerwahlen vo m 10. September und alle geseggeberischen Atte des legten Ministeriums. Die Kabinetisfihung Das Kabinett trat um 9 Uhr zu einer Beratung über die oberschlesische Note zusammen. Die Sigung hatte rein informatorischen Charakter. Abends wird eine neue Sigung stattfinden, Englisch- amerikanische Finanzhilfe für Deutschland? EE. Paris, 21. Oktober. Dem Berliner Korrespondenten des„ New York Herald" zufolge hätten in den letzten Tagen zwischen dem Chef des Londoner Bankhauses Anton Rothschild und Mitgliedern der deutschen Regierung Verhandlungen wegen einer englischamerikanischen Reparationsanleihe stattgefunden. Baron Rothschild verließ gestern Berlin und wird nach London zurückkehren mit der Absicht, diese Anleihe mit der englischen Regierung zu erörtern. Wenn sein Standpunkt in der Downingstreet Zu= stimmung finden sollte, würde er sofort nach Amerika reisen, um mit amerikanischen Bankiers zu verhandeln. Die ersten Besprechungen in Berlin wurden im Berliner Bankhause Mendelssohn u. Co. abgehalten. Kanzler Wirth, Dr. Rosen, Dr. Rathenau, Präsident Havenstein von der Reichsbant, Herr v. Schwabach und andere waren anwesend. Am nächsten Tage wurden die Besprechungen im Berliner auswärtigen Amt fortgesetzt. Außer den genannten Personen waren noch der Präsident des Reichsverbandes der Industriellen, Dr. Sorge, sowie Herr Krämer vom Reichss wirtschaftsrat anwesend. Es ist noch nicht bekannt, auf welche Summe sich die Anleihe belaufen würde, doch erfährt der Korrespondent des„ New York Herald", daß man in der Person Baron v. Rothschilds die Sicherheit habe, daß der englische Anteil an dieser Anleihe für Deutschland befriedigend sein werde. Man erörterte hauptsächlich die Amortisation der Anleihe, und es wurde erklärt, daß die Anleihe eine Laufzeit von 25-30 Jahren haben solle. Die Amortisationsquote würde ungefähr 3 Prozent betragen. Deutschland wünscht, in den ersten zwei oder drei Jahren zu der Amortisation nicht beitragen zu sollen. Besonders wirtschaftliche Vorteile würde diese Anleihe im Innern Deutschlands nicht hervorrufen, da ihre Ergebnisse automatisch der Reparationsfommission an den Fälligkeitsterminen für Reparationszahlungen übermittelt werden sollen. Derselbe Korrespondent meldet, daß Sugo Stinnes gestern in der Versammlung der Volfspartei 3 weifel über diese Kreditpläne zum Ausdruck brachte. Diese Mitteilungen scheinen Bezug zu nehmen auf die befannte Kreditaktion der deutschen Industrie. Es ist bezeich nend, daß ein Bericht über diese Verhandlungen, die für die deutsche Deffentlichkeit streng vertraulich waren, in die ausländische Presse gelangen fann. Auch das deutet darauf hin, daß gewisse Kreise aus Geldbeutelinteressen und deutschnationaler Parteidemagogie selbst dieser Aktion feindlich gegenüberstehen und sich aller Mittel bedienen, um sie zu verhindern. Der Schlußsatz der Meldung aber zeigt, was es be deuten würde, wenn an die Stelle der jetzigen Regierung die von der Industrie und der Deutschen Volkspartei ge= forderte Regierung treten würde. Das müßten auch die Rechtssozialisten bedenken. Bayern und die Regierungsfrise im Reich Aus München wird uns geschrieben: Die maßgebenden Leute in der Partei sind zwar nicht grundsählich gegen die Wiederaufnahme einer Arbeitsgemeinschaft mit dem Zentrum, aber sie wenden sich solange mit aller Energie gegen diese Forderung, als die Politik des Reichstanzlers Wirth für das Zentrum richtunggebend ist. Der ganze Kampf in der Bayerischen Volkspartei um die Arbeitsgemeinschaft mit dem Reichszentrum ist in Wirklichkeit nichts anderes als der Kampf für und gegen den Reichskanzler Wirth und seine Politik. Der rechte Flügel in der Bayerischen Boltspartei ist der weitaus stärfere und deshalb wird auch der Landesparteitag Ende diesen Monats sich gegen die Arbeitsgemeinschaft mit dem Zentrum und damit gegen Wirth aussprechen. Die führenden Leute in der Bayerischen Volkspartei sind in Berlin sehr eifrig tätig, um auf das Zentrum im Sinne ihrer Wünsche einzuwirken. Die oberschlesische Frage und die gegenwärtige Regierungskrise soll benützt werden, das Kabinett Wirth zu stürzen. Dem Zentrum wird die Arbeitsgemeinschaft mit der Bayerischen Boltspartei mit dem Ziel einer Fraktionsgemeinschaft- in Aussicht gestellt für den Fall der Abkehr von der Politik Wirth. Im anderen Falle droht die Bayerische Bolkspartei mit ihrem gänzlichen Abschwenken in die Front der Rechtsparteien. Bor allem aber dringen führende Kreise der Bayerischen Volkspartei darauf, daß die Erfüllungspolitik der Reichsregierung ausgegeben werden müsse. - Am deutlichsten tam diese Einstellung in einer Brotestversammlung in München zum Ausdruck die von allen bürgerlichen Parteien veranstaltet war. Dort gab man die Parole aus, daß jezt endlich Schluß gemacht werden müsse mit der Politik der Erfüllung. Dort wurde das Wort geprägt:„ Saß sei unser Amt, unsere Tugend Rache!" Die Bayerische Mittelpartei ein Gemengsel aus Deutscher Volkspartei und Deutschnationalen unterscheiden sich nicht von ihren norddeutschen Brüdern und tun das ihre, um im Sinne der Berliner Kabinettsstürzer zu wirken. Die Bayerischen Demokraten, die stets„ Licht und Schatten gleichmäßig verteilen", sind lediglich ein Anhängsel in der bayerischen Koalition, sie müssen überall dabei sein und haben nirgends etwas zu sagen. Eine sehr gefährliche und in ihrem Ernst nicht zu unterschätzende Seite hat der Sturm gegen das Kabinett Wirth noch, wenn man ihn im Zusammenhang mit den Separationsbestrebungen und mit der Tätigkeit gewisser französischer Agenten in Bayern betrachtet. Die französische Strömung, geführt von Paléologue, die auf cine Zerreißung Deutschlands ausgeht, würde durch einen Kurswechsel in der bisherigen Reidspolitik eine Stärkung erfahren. Eine Abfehr von der bisherigen Politit liefert dieser französischen Gruppe neue Argumente für ihre Bestrebungen, sich für die Nicht erfüllung des Vertrages von Versailles durch territoriale Siches rungen schadlos zu halten. Die Pläne auf Schaffung einer Rhein republik, Loslösungsabfichten der Rheinpfalz und Südbayerns werden erneut diskutiert und finden im offiziellen Frankreich heute mehr Gehör als bislang. Nicht nur in Tirol, sondern auch in Bayern ist eine lebhaftere Tätigkeit dieser französischen Agenten bemerkbar und die separatistischen Gruppen in Bayern beteiligen fich an dem Sturm gegen das Kabinett Wirth mit dem Hinter gedanken, nach einem Kurswechsel im Reich stärkere Unterstützung für ihre Separationspläne als bisher in Paris zu finden. Wenn auch die offiziellen Parteien in Bayern diesen Blänen fernstehen, so ist doch gewiß, daß fleine, aber sehr einflußreiche und vor allem verwegene Gruppen jeht wieder ernsthaft mit diesem phantastischen Borhaben umgehen und dabei auf Unterstützung der Separatisten in Tirol, insbesondere der Heimatwehren. des. Dr. Steidle. reúnen. So wird die Regierungstrije im Reich von gewissenlosen Elementen in Bayern zur Berwirklichung ihrer verbrecherischen Pläne benutzt und mehr als bisher ist es geboten, daß die Reichsregierung ihre Aufmerksamkeit auf Bayern richtet! Die Gegnerschaft der stärksten Partei der Bayerischen Regietungsfoalition, der Bayerischen Boilspartei, gegen das Kabinett Wirth hatte sich schon gelegentlich der bayerischen Regierungskrise mit aller Deutlichkeit ausgewirkt. Die heftigen und oft sehr unfiätigen Angriffe der bayerischen reaktionären Bresse auf die Reichsregierung, die nicht selten Judenregierung" benannt und in Flugblättern auch als„ Saujudenregierung" beschimpft wurde, find allgemein bekannt. Innerhalb der Bayerischen Volkspartei macht sich aber seit einiger Zeit eine lebhafte Opposition gegen die offizielle Parteipolitik bemerkbar, die sich insbesondere gegen die Der Weltestenrat des Reichstages tonnte auch heute noch bisherige agressive Politik gegenüber der Reichsregierung wendet und nach außen hin sich in die Forderung nach Wiederaufnahme nicht zu einem festen Beschluß über den Termin der der Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Volkspartei mit dem Plenarjigung tommen, da dem Reichstag der amtliche Reichszentrum fleidet. Hinter dieser oppofitionellen Richtung Wortlaut der Entscheidung über Oberschlesien noch nicht stehen vor allem die fränkischen Mitgliedschaften der Bayerischen vorliegt. Wahrscheinlich findet die Sigung erst SonnBolkspartei und die christlichen Arbeiterorganisationen in Bayern.tag oder Montag statt. Arbeiter Büchertisch ( Erscheint jeben zweiten Freitag) Einführungen in die Kunst Bücher, die den Leser zum Kunstgenuß anleiten mollen, erScheinen mit Regelmäßigkeit in gewissen furzen Abständen, piel Teicht ein Beweis dafür, daß die Aufgabe zur vollen Zufriedenheit noch nicht gelöst worden ist. Auch jetzt liegen einige neue Versuche vor. www Georg von Allesh nennt sein im Eybillen- Verlag zu Dresden erschienenes, gut illustriertes und mit erfreulicher Sorg falt gedrucktes Buch Wege zur Kunst betrachtung". Es ist, wie alles, was Alles gibt, eine sehr ernsthafte und durch dachte Arbeit, die mir zum Studium empfehlen tönnen, auch wenn wir manchen Weg, den Allesch geht, für einen Umweg halten. Allesch behandelt zum Teil Probleme, die mehr nur in feinem Buche, als in der Kunst wichtig sind. Wer Alleschs Bild: analysen ausgezeichnet, z. B. jene bes Breughelschen Bauerntanzes mit Aufmertsamteit folgt, wird guten Gewinn haben. Einen Führer zum Wesen der Kunst" nennt May Ra= Max Raphael im Untertitel ein neues Buch„ Idee und Ge= sta It", das der Delphin- Verlag in München in einwandfreier Form herausgibt. Auch diese Publitation ist sehr zu empfehlen. Sie zeichnet sich durch eine fiare, deutliche Sprache aus, was man von Raphaels erstem Buch„ Bon Monet zu Picasso"( im gleichen Verlag) nicht behaupten fonnte. Gelegentlich nehmen wohl auch bei Raphael Binchologie und Begrifflichkeit einen unnötig breiten Raum ein, und auch er bebarf wie Allesch stets des Ber= gleiches. Für bedenklich halte ich die Analyse der beiden Sofer- Bilder. Man fann doch, glaube ich, an beiden nur de= monstrieren, daß Kunst etwas anderes ist. Dagegen ist die vergleichende Betrachtung Lehmbruds mit einem gothischen Engel aus Bronze in Orvieto ausgezeichnet und wirklich geeignet, den Leser in das Eigentliche der plastischen Gestaltung einzuführen. Ganz vom Anschaulichen, Sinnlichen geht Ludwig Justi aus in seinem Führer durch die National- Galerie, der als„ Deutsche Malfunst im 19. Jahrhundert im Berlage Julius Bard- Berlin erschienen ist.( 3m gleichen Berlag auch Justis gut illustrierte„ Deutsche Zeichentunst".) Bildanalysen, die das Auge o intenfio zur Mitarbeit führen, wie die Justis, haben wir bisher taum gehabt und der Erfolg bes bereits in mehreren Auflagen vorliegenden Buches ist wohl verdient. Einführung in die Gegenwart und ihre Kunst" ist Fried rich Märters illustriertes Buch Lebensgefühl und Deltgefüh 1" zubenannt, das der Delphin" in München herausbringt. Die Darstellung ist reich an dichterischen Bildern und reich an fühnen Definitionen- Bilder wie Definitonen sind aber feineswegs immer überzeugend. Von der gesteigerten Sprache Märters hebt sich die exakte, philosophische Terminologie Wa 1 Der Reichstag ter Medauers( Wesenhafte Kunst", Delphin München) sehr wohltuend ab. Die fleine Schrift geht von einer sehr gründlichen Untersuchung über Ursprung und Bedeutung der sthetischen Idee" bei Kant aus und fommt in Anwen dung der phänomenologischen Methode zu der Definition:„ Kunst ist nicht Form, und Kunst ist auch nicht Inhalt; sondern das Ver= hältnis beiber ist Kunst." Daß in der Kunst ganz allgemein nicht die Dinge, sondern die Verhältnisse, die Beziehungen zwischen den Dingen den Ausschlag geben, unterstreicht mit erfreulicher Entschiedenheit Rudolf Blümner in feinem Geist des Kubismus und der Künfte"( Sturm- Verlag, Berlin). Im Gegensatz zu der üblichen Kunstliteratur zeichnet sich Blümners Buch durch phrasenlose Knappheit und durch die sichere Ginstellung auf das Wesentlichste aus. Blümners Buch ist ohne Frage das beste, was über den Kubismus bisher allgemeinverständlich geschrieben wurde. Blümner wirst die Frage, aus welchen Antrieben die Mater unserer Zeit zu den Formen der neuen Kunst gelangen müssen, absichtlich nicht auf. Ez untersucht den Sinn dieser Formen aus schließlich in bezug auf das Bild, nicht auch in bezug auf die 3eit. Deshalb lann die Schrift von Richard Blund: Der Impuls des Erpressionismus", die im VerTage Adolf Sarms in Samburg erichien, eine wertvolle Ergänzung ein, da sie eben die menschlichen Antriebe in einer Jehr eindringlichen Darstellung erlennen läßt. Ich glaube, daß die Blundsche Schrift vielen zu einem ernsten Verständnis der neuen Kunst helfen kann. Adolf Behne. Karl Wilfer: Der Lindenhof. Werden und Wollen. Lichtkampfverlag Hans Altermann, Heilbronn a. R. 1921. 171 S. 16.00 M. Die Tragit eines Berufenen; von seinem Plaz vertrieben und untätig umherirren zu müssen. Es muß eine wahre Lust gewesen sein, mit Wilfer, dem früheren Leiter der Fürsorgeanstalt„ Linbenhof", zu arbeiten, wie es eine wahre Luft ist, Wilters Arbeit zu lesen. Es war ihm ein Bedürfnis, feinen Gefühlen Luft zu machen, das Erlebte niederzuschreiben und so die nötige Ruhe zum Weiterarbeiten zu finden. Jedes Wort Liebe und jedes Wort Wahrheit. Nur der, der diese Arbeit fennt, der mit an solchen Jungen gestaltet hat, wird Willers Wirken verstehen und billigen. Was Wilter in den vier Jahren seiner Tätigkeit erreicht hat, wie er Schritt für Schritt als Lernender, von seinen Jungen selbst Lernender, den Höhepunkt erzieherischer Möglichkeiten zu ers reichen auf bestem Wege war, davon legt das Buch Zeugnis ab. Wer behaupten wollte, daß a meritanische Erziehungs methoden, wie Selbstverwaltung, Jungengericht und derglei chen mehr, auf deutschen Boden nicht überpflanzt werden können, den straft Wilfer Lügen. Bedürfte es noch der Beweise, so ge= nügten die Briefe seiner ehemaligen 3öglinge, nach seinem Fortgange an ihn geschrieben, um das Urteil des Berliner Magistrats über Wilter und seine Freunde umzustoßen und thn so schnell als möglich für ein neues Wirkungsfeld zu empfehlen. Nationalistische Lügen Um den Franzosen eins anzuhängen und die nationalistischen Leidenschaften aufzupeitschen, hatten fürzlich deutsche Zeitungen die Nachricht verbreitet, daß in Köln innerhalb drei Monaten 300 pphilitische Mädchen unter 14 Jahren, die von schwarzen Soldaten angestedt worden waren, ins Krankenhaus eingeliefert worden sind und daß außerdem in der gleichen Zeit 2323 Geburten unehelicher Mütter unter 16 Jahren zu verzeichnen waren. Wie jeht das Kölner Polizeiprätidium mitteilt. find beide Nachrichten in der angeführten Form Schwindel. In der Mitteilung heißt es: Von der Sittenpolizei wurden überhaupt noch keine Mädchen unter 14 Jahren in das Krankenhaus eingewielen; auch erfordert es die Gerechtigkeit, darauf hinzuweisen, daß von einem Berkehr weiblicher Bersonen mit farbigen Soldaten hier bisher nichts befannt geworden ist. Wohl trifft es zu, daß in der hiesigen Universitätsflinit für Hautkrankheiten einige Kinder mit angeborener bzw. mit erworbener, meistens durch zufällige Uebertragung entstandener Syphilis in Behandlung stehen; von einer massenhaften Anstedung Jugendlicher durch Notzuchtverbrechen fann jedoch keine Rede sein. Was ferner die vorgebrachte Zahl von 2323 Geburten unehes licher Mütter unter 16 Jahren innerhalb eines Zeitraumes von drei Monaten anbetrifft, so sind auch diese Angaben als völlig unzutreffend zu bezeichnen. Gemäß einer Nachweisung des hiesigen Statistisen Amts überschritt die Zahl der Entbindungen unehelicher Mütter im ganzen Kalenderjahr 1920 bie vorgenannte Jahl nur um ein Geringes, und nur ein ganz geringer Bruchteil dieser unehelichen Mütter dürfte im Alter unter 16 Jahren gestanden haben." Troh dieser Feststellungen werden die Blätter für deutsche Ehre und deutsche Wahrheit fortfahren, den gleichen Schwindel weiter zu folportieren und vielleicht werden mir in furzem die 300 syphilitischen, durch schwarze Soldaten angestedten deutschen Mädchen im Film sehen. Die Not der unteren Beamten Der geschäftsführende Ausschuß der Sozialen Arbeitsgemeinschaft Deutscher Beamtenverbände( Besoldungsgruppe 1-6) hat in seiner letzten Sigung einstimmig folgenden Beschluß gefaßt: ,, Die täglich gewaltig wachsende Teuerung( Biehl, Kartoffeln, Margarine, Zucker usw.) macht es den Beamten und Diätaren der Besoldungsgruppen 1-6 selbst bei denkbar größter Einschränkung völlig unmöglich, mit den jezigen Bezügen haushalten zu können. Da sie bei der letzten Ausbesserung nur durchaus un= genügend berüdsichtigt worden sind, Wintervorräte und Neus anfchaffungen an Kleidern und Bedarfsstüden aber unbedingt erforderlich sind, so kann diesen Gruppen nur durch sofortige Summe geholfen Bewilligung einer größeren werden. Da die Soziale Arbeitsgemeinschaft dem Deutschen Bea amtenbunde als Epigenorgan angeschlossen ist, so hat sie diesen um die Bertretung ihrer Forderung bei den maßgebende: z Stellen ersucht. Die Wiener Journalisten für Baul Keri. Der Vorstand des Organisation der Wiener Breffe hat in einem Telegramm an der ungarischen Ministerpräsidenten das dringende Ersuchen geric tet, das im Tisza- Brozeß gegen den Journalisten Baul cri gefällte Todesurteil, fiber dessen Motine die Organisation als Bertreterin der Journalisten aller Richtungen tein Urteil aba geben wolle, nicht vollstreden au laffen. Kommunistische Demonstrationen gegen Amerife. Die Kommu nisten in Brest( Frankreich) haben eine Protesttundgebung ver anstaltet gegen die in Amerita erfolgte Berurteilung der italienis schen Revolutionäre Cases und Bazzetti zum Tode Mehrere tausend Bersonen begaben sich zum amerikanischen Kon sulat, wo die Fenster eingeschlagen wurden. Die Polizei zerftrente die Demonstranten. Die belgischen Kommunisten haben in Brüssel eine große Broteftfundgebung gegen die Ber urteilung der beiden italienischen Kommunisten in Amerika ass gehalten. Sie demonstrierten vor der amerikanischen Botschaft, wurden aber von der Bolizei zerstreut. Berichtigung. Zu der Notiz ,, Ein Ehrenmann" in Nr. 481 der Freiheit" wird uns mitgeteilt, daß der bort erwähnte Gustap Hammer, der wegen Betrügereien von Geldern der Rußlandhilfe aus der K. B. D. ausgeflossen wurde. nicht in der Geschäftsstelle der Freien Arbeiter- Union in Gelsenkirchen tätig war. Die Fürsorgeerziehung in Deutschland liegt so im ars ziehungsheim, das im hesten Sinne mußtergültig und nachgen, es wird im alten Schlendrian fo fortgetitelt, daß ein Er ahmungswürdig werden konnte, non allen verständigen Bäbagogen des In- und Auslandes bewundert, wirklich nicht zugrunde gerichtet au werben verbienie. Der Lindenhof stand und fict mit Wilfer. Wilfers Buch ist zum Siege der Jugend über die Alten geworden. Möge es nur viele Lefer finden, Wilkers Geist und Tun viele Jünger! L. R. Sermann Wenbel: Won Marburg bis Monaftiz. Eine süda Druderei, G. m. b. 5., Frankfurt a. M. slawische Reise. Drud und Verlag der Frankfurter Sozietäts. Der frühere Redakteur der Frankfurter Wolfsstimme" und ehes malige sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Hermann Wen del ist einer der besten Renner des Balkans, menigstens von Eers bien und Albanien. Nur aus dieser Kenntnis fonnte dies frische und doch an Beobachtungen und guten Bemerkungen reiche Büch lein entstehen. Die Reise von Marburg, das noch überwiegend deutschen Charakter trägt bis Monastir, hart an der albanischen Grenze, wo die wilden Arnauten hausen, die jeder staatlichen Kultur spotten, führt uns durch das ganze, nunmehr geeinigte Südflamien. Viele Namen, die erft im Weltfrieg allgemeineren Klang befommen haben, berühren unser Ohr. Reizvoll ist die Mischung orientalisch- mohamedanischen mit serbisch- bulgarisch- griechisch- katholischen Kulturmerkmalen, Erstaunlich auch die ungeheure Energie und politische Tatkraft der Serben, die froß des Unglüds, das der Weltkrieg über sie gebracht hat, fraftvoll und unbeirrt ihren Weg weitergehen. Mit seiner Satire macht sich Wendel über das nationalistische Problem luftig, das dort unten, besonders in MaRedonien, reichlich verzwickt ist. Wer mit dem neuen Begriff SüdIlawien noch feine rebien Vorstellungen verbindet, dem fei Men bels Reisebuch empfohlen, in dem er, unterstützt von vielen Bil dern, mit dem Königreich der Serben, Kroaten und Slomenen auf unterhaltende Weise bekanntgemacht wird. L. L. Magnus Schwantje: Sat der Mensch das Recht letih su elfen? Herausgegeben vom Rund für raditale Ethif, Berlin 23 15. Bolts hygienischer Verlag, Dresden A 19. 72 E. brosch. Preis 5.-M. Schwantje, der stille, zähe Kämpfer für das Recht des Ties res, au leben, hat, wie in seinen übrigen Schriften, auch hier die volkswirtschaftlichen und hygienischen Gesichtspuntte nur gesi Streift, um seine Beweisführung auf die ethische Seite des Problems zu tenzentrieren. Mit der ihm eigentümlichen ges danklichen Uebersichtlichkeit werben zunächst in fachlichen Unter suchungen die Gründe für und wider die Durchführbarkeit der vegetarischen Lebensweise abgewogen, und dann wird in der gleis chen aründlichen und einfachen Weise eine Menge Material über Das Problem geboten: üher Tier- und Pflanzenpsychologie, über das Schicksal der Tiere in der Freiheit im Gegensas zur Gefangenschaft, über die Grausamkeit des Schlachtens ufw. Gleich Schopen bauer und Richard Wagner erblidt Schwantje in bem Mitleid die Quelle der Sittlichkeit. Es ist richtig, Not und Elend stehen uns bis zum Halse; Millionen Proletarier leiden wie Tiere und föns Der Zeitungsfampf geht weiler tit. Vom Ammonfalpeter habe man gewußt, daß er Berhandlungen des Reichsarbeitsminsters mit Mosse Sente vormittag beschäftigte sich eine äußerst start bejuhte Be Iegschaftsversammlung der Firma Moise mit der Lage im Zeitungslampf. Die Versammlung stellte sich einmütig auf den Boden der in der Generalversammlung der Berliner Buchdruder am Donnerstag angenommenen Refolution Fiedler, die die sofortige Beseitigung der entstandenen Diffe= renzen erwirken soll. Von dem Entscheid der 2ohntom= mission, deren sofortige Einberufung in der Resolution gefors dert wird, hängt es ab, ob der Konflikt beigelegt werden kann, oder ob der Kampf verschärfte Formen annehmen wird. Einitmeilen bleibt also alles beim alten. Die Belegschaft lehnt es ab, die Arbeit wieder aufzunehmen. Es wurde in der Versammlung belannt gegeben, daß zwischen dem Reichsarbeitsminister Brauns und der Firma Mosse inoffizielle Verhandlungen stattfinden. Ueber den Verlauf der Betriebsversammlung erfahren wir noch folgendes: Nachdem der Betriebsratsvorsitzende Fuchs den Bericht über die Generalversammlung der Buchdruder gegeben hatte, deren Beschluß mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde, behandelte er eingehend die Verhandlungen vor dem Reichsarbeitsminister. Die Prinzipale erklärien, daß mit materiellen Forderungen bei ihnen überhaupt nichts zu machen sei. Andererseits mußte der Minister das Entgegenkommen der Belegschaftsvertreter anerfennen. Der Referent erinnerte sodann an den bekannten Vorschlag des Reichsarbeitsministers, der von der Belegschaft fordert, daß sie unter Vorbehalt in den Betrieb gehen soll. Dann will sich der Minister dafür einsetzen, daß die Kommission zweds Beseitigung der aus dem Maffini- Heenemann- Abkommen entstandenen Differenzen eingesezt wird. Bei der Erörterung dieses Borschlages, der von der Versammlung mit lebhaftem Widerspruch aufgenommen wurde, stellte sich der Referent auf den Standpunkt, daß seiner Ansicht nach die Belegschaft nicht in den Betrieb gehen könne, solange bei der Prinzipalität nicht der gute Willie zur Eini gung zu erkennen sei. Die Belegschaft tönne damit rechnen, daß ihr die Berliner Gesamtkollegenschaft zu Hilfe kommt. Der Vertreter des Gauvorstandes legte der Versammlung folgende Entschließung zur Beschlußfassung vor: „ Um die von der Berliner Gehilfenschaft geforderten Ver= handlungen der beiderseitigen Organisationen nicht zu ver= hindern, erklärt sich die Belegschaft des Betriebes Mosse bereit, die Arbeit unter Werbehalt fofort wieder aufzunehmen. Sollten diese Verhandlungen teinen befriedigenden Erfolg zeitigen, dann erwartet die Mofcbelegschaft, daß die gesamte Berliner graphische Arbeiterschaft den Buchdruder unternehmern die gebührende Quittung gibt." Wurde Braun schon beim Berlesen seiner Entschließung leb= haft unterbrochen, so löfte seine Begründung teils stürmischen Wia derspruch, teils große Seiterfeit aus. Bei Redaktionsschluß tagte noch die Versammlung. Soweit fich aus der Stimmung der Versammlung schlicken läßt, wird sie den Vorschlag des Arbeitsministers und die Entschließung Braun ablehnen. Gonderbare Gachkenner Urteile über die Ursachen der Oppauer Katastrophe gefährlich sei. Man ging darum zur Fabrikation von Raliam monsetpeter über, von dessen Gigenschaften folgendes gesagt wird: Ein derartiger Kaliammonjalpeter ist nicht erstoffs, mie in zahlreichen weiteren Versuchen bestätigt wurde, und fann also unbedenklich in größten Mengen gelagert werden." Ebenso wie der Kaliammonsalpeter verhält sich der später dargestellte Ammonsulfatsalpeter, der ebenfalls auf feuchtem Wege durch Einwirkung gleicher Gewichtsteile AmmonSalpeter und Ammonjulfat aufeinander gewonnen wird und dessen Entzündungsfähigkeit und etwaige Explosivität eingehend studiert wurde." Bei Kaliammonsalpeter und Ammonsulfatsalpeter habe sich nie eine Andeutung von erplosiver 3er fegung gezeigt. Beide Produkte galten darum bisher als völlig ungefährlich. Ein anderes Urteil über Kaliammonsalpeter finden wir in den Jahresberichten der preußischen Regierungs- und Cewerberäte für 1920. Die Zeitschrift ,, Technik und Wirtschaft" zieht in ihrem 10. Heft, das eben erschienen ist, dieses Urteil von neuem ans Licht. In den erwähnten Jahresberichten heißt es: " In ciner Düngerfabrik wurde ein als Raliammonjalpeter Kunstdünger bezeichnetes Düngemittel verarbeitet; das fertige Gemenge explodierte, vernichtete die ganze Anlage und tötete 19 Menich e n. Somit ist das Unglüd von Oppau nicht das erst e feiner Art. Die Explosion des gleichen Etoffes hat schon einmal 19 Arbeitern das Leben gekostet. die der Davon scheinen die sonderbaren Sachfenner ,, Zeitschrift für angewandte Chemie" sowohl, wie viele andere, die sich zu dem Fall geäußert haben, nichts zu wissen. Wenigstens stellen sie sich so. Die Direktion der Badischen Anilinwerfe in Oppau benimmt sich ebenfaits wie ein unerfahrenes Kind. Aber auch eine Unterlassungs= sünde der Gewerbeaufsichtsbehörden liegt vor. Wenn ihnen die Gefährlichkeit des Etoffes aus Erfahrung bekannt war, so mußten sie selbst längst darauf dringen, daß die Berarbeitung des Stoffes eingestellt wurde.„ Die Ausschaltung dieses und ähnlicher Produkte dann aber in Zukunft erfolgen, ohne daß unsere einheimische Versorgung mit Stidstoffdünger auf die Dauer leidet", heißt es in der oben schon erwähnten Beileidskundgebung des Vereins deutscher Chemiker zum Unglüd in Oppau. Was bisher versäumt wurde, muß nun sofort durchgeführt werden. Wir haben immer noch nicht gehört, daß der par= lamentarische Untersuchungsausschuß seine Arbeit fortgesetzt hat. Wir erwarten bestimmt, daß das sofort geschieht und daß der Untersuchungsgusschuß sehr schnell zu dem Ergebnis fommt, daß die Herstellung diefer Stoffe und das Umgehen mit ihnen zu verbieten und alles vorhandene Material dieser Art aus dem wirtschaftlichen Verkehr zu ziehen und zu vernichten ist. Die sonderbaren Sachenner aber, die sich damm stellen und ihre sicher vorhandene Kenntnis von früheren Unglücksfällen gleicher Art verbergen, haben sich wieder erwiesen als getreue Diener eines gewinnlüfternen Kapitais. Ein neuer Ausbeutungsschwindet 33 Klante, Köhn und Genossen sind noch nicht verschwunden und schon haben findige Unternehmer einen neuen Trick erfonnen, um unerfahrenen Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. In Lofalen, feeren Läden usw. sieht man neuerdings immer häufiger Gruppen, meist den arbeitenden Schichten Angehörige, cifoig um ein Spiel geschart, das den Namen„ Rennspiel Sandicap" trägt. Es besteht aus, einem runden Kasten, in deffen Deckel 7 Millen eingelassen sind, in denen an Schienen 7 fleine Pferdchen" laufen. Jeder der Mitspielenden tann nun das Pferd", auf das er seyt, selbst durch einmaliges, furzes Bichon an einem Knopf von seinem Play cus in Bewegung fetzen und muß versuchen, sein Pferd" der als 3iel bezeichneten Stelle am nächsten zu bringen. Der Ginjaß beträgt für jeden Mitspieler 1 Mart. Der Besitzer des Apparates nimmt für jebes Spiel, das zirka 10-15 Sefunden dauert, für sich 2 Mart aus der Kasse, so daß für die Mitspielenden im günstigsten Falle 5 Mart zur Berteilung fommen. Sind weniger als 7 Mit spieler vorhanden, so verringern sich diese 5 Mart entsprechend, dagegen bleiben für den Besiger stets 2 Mart referniert. Dieser notilrlich der alleinige Gewinner, verdient also in einer Stunde mehrere hundert Mart. Er ist Besonders gefährlich ist der verhältnismäßig fleine Einfag, der direkt auf die ärmere Bevölkerung zugeschnitten ist. Befremdend aber muß es wirken, daß ein derartiger Schwindel mit Genehmis gung und unter Aufsicht der Bolizeibehörde als GeschicklichkeitsSpiel veranstaltet, werden darf. Das beste Ahwehrmittel. wäre nun, daß sich niemand an einem derartigen Betrug beteiligen würde. Leider lehrt die Praxis das Gegenteil. Ohne nüchterne Ueberlegung, in blinder Leidenschaft wird jede Gelegenheit zu scheinbar leichtem Gewinn wahrgenommen und oft wandert die legte sauerverdiente Mask in die Tasche des geschäftstüchtigen" Ausbeuters. Es muß daher an die Aufsichtsbehörde das dringende Grsuchen gerichteti werden, einen derartigen Betrug zu verhindern. Gin Unfug der Schupo Vor einiger Zeit wurde nach vielfachen Brotesten gegen den Unfug der von der Schuvo vielfach veranstalteten, Straßenrazzias mitgeteilt, daß mit Rüdicht auf das dürftige Ergebnis und die dabei verurjate Belästigung des Bublifums folche Razzien nicht mehr abgehalten werden sollten. In legter Zeit wird aber es neut darüber geilagt. So wird uns über eine vor einigen Tagen in der Nähe des Schlesischen Bahnhofs veranstaltete Razzia mitgeteilt, daß von den ca. 500 Personen, die fiftiert wurden, gange steben steckbrieflich perfolgte fowie 60 Straßenmädchen, die sich der Kontrolle entzogen, in haft behalten und dem Amtsanwalt zugeführt worden sind. Alfo unter 500 Personen find sieben schwere Jungens dingfest gemacht worden. Wie hat man nun die übrigen Bersonen feftal genommen? Satte man unter dem wilhelminijchen Regime nicht viel für die blaue Polizei übrig, so wird dieselbe durch die „ republikanische" grüne Polizei an Schneid, weit übertroffen. Zwei Männer, die sich besuchsmeije hier aufhalten, fommen nach 12 Uhr von der Stadt per Stadtbahn nach dem Schiesschen biegen, werden plöglich am Kragen gepackt und auf dem Bahnhof, wollen durch die Fruchtstraße in die Mühlenstraße ein 2aft auto verstaut. Auf dem Präsidium wird der eine nach 2 the wieder entlassen, der andere muß die Nacht dort bleiben. Bon einem„ Grünen" wird dieser energisch aufgefordert, sich auf die Pritsche zu legen, morgens 6 Uhr unter die falte Dusche zur Belebung, wie der Beamte meinte, gestellt und dann später entlaffen. 32 Ein anderer Fall hat sich folgendermaßen zugetragen: Der Sohn einer Gastwirtsmitwe bringt abends einige Gäste noch ein Zu einer Zeit, als die Untersuchungen der Ursachen des Neue Beihilfen für Rentenempfänger a on jeinem Sund begleitet, fommt auf dem Rüfwees in Oppauer Unglücks gerade begonnen hatten, war die„ Zeitfchrift für angewandte Chemie", Organ des Vereins deutscher Chemiter, mit ihrem Urteil bereits fertig. In der Nr. 79 dieser Zeitschrift vom 4. Oftober veröffentlicht der Verein deutscher Chemifer eine mit schwar zem Trauerrand umgebene Rundgebung zu dem Explosions= unglüd in Oppau. Eines der in der Fabrit erzeugten Produfte,„ von dessen Ungefährlichfeit man auf Grund eingehender gewissenhafter Untersuchungen überzeugt war, ist die Ursache der Explosion gewesen", heißt es in Dieser Aeußerung des Vereins deutscher Chemiler. Jm gleichen Heft der Zeitschrift findet sich ein von der Redaktion veranlaßter Artikel, der Näheres über die Beschaffenheit und Explosionsfähigkeit von Kaliammonsalpeter mitnen in ihrem Elend nicht immer nach Ethik fragen. Aber zwischen Millionen von Proletariern wird ganz selbstverständlich im persönlichen Berkehr, und oft weit über den persönlichen Verkehr hinaus, aus reine Mitgefühl mit den leidenden Genossen gegen= seitige Hilfe ausgeübt. Sie ist das Brinzip der brüderlichen Solidarität, aus dem Kraft zum Kampf, Glaube an den Sieg, Sozialer Fortschritt, furz das ganze bißchen innere Licht tommt, das es überhaupt in vielen Proletarierleben gibt. Je feiner bas ethische Berantwortlichkeitsgefühl, desto zwingender die Rötigung zur Tat. Es lohnt sich auch für Broletarier, darüber nachzu denken. Latte Peemüller Abolf Roelsch: Kreatur. Erlebnisse und Gesichte. Rütten 1. Loening, Frankfurt a. M. 1921. Geh. 6 M., geb. 12,50 M. Das Büchlein bewegt sich auf dem neuerdings sehr beliebten gefährlichen Grenzgebiet zwischen naturwissenschaftlicher Wahrheit und Dichtung. Auch hier ist die Grenze nur selten deutlich era fennbar. Unter sehr fein gelehene Beobachtungen mischen sich sogenannte naturphilosophische Betrachtungen, die oft hart an Blattheiten Streifen. Es ist billig, einem Regenwurm buddhistische Nirwanasehnsucht unterzuschieben oder einem nicht ganz rund gea drehten Kiefel die Sehnsucht nach vollkommener Kugelgestalt: mit all dem schafft man noch feinen allbeseelenden Bantheismus, der awar heute als Reaktion auf den rein mechanischen Materialismus verständlich ist, uns aber lo um nichts besser dünkt als diese. Ueberwindung eines befchränkten Dogmas muß doch nicht gleich zum Myftizismus führen; bann schon lieber gleich zum Märchen etwa nach Karl Ewalds Art. Der Wert einiger KabinettStüde aus der Sammlung von Koelsch( Starenlied, Brautgeschent, Im Grase) wird durch diese in populären Schriften doppelt ernst zu nehmenden und doppelt zu verurteilenden Gefichte" nach unserem Gefühl start beinträchtigt. Karl Kautsin jun. Beitschriftenschau Die letzten Nummern( September und Oftober) des Wiener „ Kampf", der wissenschaftlichen Monatsschrift der österreichischen Sozialdemokratie, enthalten neben einem interessanten Auffa non. Kautsky über Roja Luxemburg. Liebknecht und Jogiches ( dez im Freiheit- Berlag als Braschüre erschienen ist) und einem Artikel von Friedrich Abler über Lassalle, zwei Artifel pon D. Nemecet und Emmy Freundlich über die Agrarfrage, die sich zum Teil für, zum Teil gegen die Leitfäge Otto Bauers sur Agrarpolitif wenden, die im Juli in der Freiheit" veröffentlicht wurden. „ Das Blaue Seft" bringt in seiner ersten Nummer die Schluß. Szene von Gerhart Sauptmanns dreiaftiger Tragikomöble Peter Brauer". Die Samburger Kammerspiele geben eine eigene 3eithrift Der Freihafen" heraus, die von Hans Sarbed und Artur Sadheim redigiert wird. Sie bringt nicht nur gute Beiträge über Literatur, Theater und Philosophie, sondern schaut auch der Beit ins Gesicht. Und erfreulicherweise von links! Bon der Presseabteilung des Deutschen Eisenbahnerverbandes wird uns geschrieben: Auf eine Eingabe der Eisenbahnerverbande um Erhöhung der Bezüge aus der Invaliden- und Unfallversiche rung hat der Reichsarbeitsminister jest folgenden Bescheid erteilt: „ Der Entwurf eines Gefeges zur Unterstützung notleidender Rentenempfänger aus der Juvalidenversicherung ist fertiggestellt und wird voraussichtlich dem Reichstag spätestens bei seinem bemnächstigen Wiederzufammentritt vorgelegt werden. Ein weiterer Gelegentwurf, der die Neuregelung der Zulagen in der Unfallversicherung zum Gegenstand hat, ist in Vorbereitung." Wenn in dieser Antwort auch nicht gefagt ist, welche Leistungen die neuen Geseze bringen werden, so geht doch so die! aus ihr hervor, daß mit Beschleunigung etwas getan werden soll, wozu es angesichts der großen Notlage der Rentenbezieher allerdings auch die höchste Zeit ist. Soffentlich mecht auch der Reichstag mit den Entwürfen gute und schnelle Arbeit. „ Der lasterhafte Herr Ticha"( Lessing Theater). R pidieren wir den Titel des Stückes pon Julius Berkt. Der lasterhafte Herr Tichu": das ist nicht der zichtige Titel. Lofterbait war Herr Tichu allenfalls vor dem Stüde. Was wir von ihm sehen, ist eher ebel als lündbait. Herr Lichu ist ein ganz sympathischer, unbedeutender Herr, der zur Strafe für seine Sünden auf Geheiß der Höllenzichter als lickschneider vor dem Tode war er Richter ins Leben wiederkehrt und nun, in unjerem Stücke, teidet und elendiglich scheidet. Also nicht Der lasterhalte Herr Ticha", sondern der bestrafte Herr Tschu wird uns vorgeführt. 25 Sehen wir uns den Untertitel an. Ein Spiel mit Körper und Seelen" ist es leider auch nicht. Es sind weder bloße, vom Geschic getriebene Körper, die wir sehen, noch nadie, in die Selle geworfene Seelen. Was uns gezeigt wird, ist ein zusammengeloppelies Halbmärchen, das in etwa zwei Bildern einiges beripricht und dann nicht Wort hält. 31 Nach chinesischen Motiven" heißt es weiter. Chinesische Motive find es allerdings. Wären sie nur noch chinesischer. Ben den sechs Bildern sind zmei, wie erwähnt, wunderschön und machen aushorchen. Das sind die Bilder Trauernde Witwe“ und„= mendes Glöckchen". Und die besten Schauspieler dieser Bilder, der eigentliche Genuß des Abends, find 1jabeth Bergner als Tichus Geliebte Din- ping, Subert v. Wearini els Kaiserlicher Richter und Conrad Beidt als ein alter Mandarin. Am vollkommeniten in seinem zarten Element war Meyrink. Seine Bewegungen, feine Stimme, fein ganzes weiblich- chines lisches Gebahren und fein ästhetisches Drehen und Winden, das war alles wie aus einem bunten prächtigen chinesischen Reisblatt geschnitten. Und in vielen Momenten glich ihm im Spiel die feine Vineing, die in Garderobe und Maste eine einzige Antiquitäten- Röftlichkeit darbot. In allen diesen Silbermädchen des heiligen chinesischen Reiches, die sich mit allerlegter Kultur benehmen und dementsprechend empfinden, welche Fülle der Wusbrudsmöglichkeiten für einen echten Dichter! Sier aber wurde das Außerordentliche nur hier und da gestreift, dann aber flog es davon, und in den helden lesten Bildern blieb nur nom Karifatur und lofer, leichtsinniger Bericht. Der Oberrichter des Herrn Vallentin wurde zur Operettenfigur, die süße Dining verlor am Schluffe gänzlich ihre tiefverborgene Tragit und fpielte humoristisch" mit. Und so perler sich der Zauber ganz und gar, und es tat einem weh um pergeudete Regie- und Dekorationsfunft. César Klein entwarf unvergleichlich schöne Kompofitionen, die eine Mischung von China und Expressionismus darsteliten. Diele Zimmerdhen mit den von rückwärts beleuchteten leinen Landschaften und der vollendeten Sie und Trinttultur, die winefische Gaffe. die prächtigen, geschmackvollen Gewänder und in allem die reizendste Abwechslung, das war ein großer Erfolg. " Arno Rabel. Aleine Mitteilungen. 70 000 Mark en Preisen fett der Berein der Platatfreunde, Kantstr. 158, aus, um im Wege des Wettbewerbs Wahrjeichen für perichiedene Firmen zu erlangen. Die Bedingungen find durch den Verein erhältlich. die Absperrung, wird gleichfalls mitjamt dem Hund verladen und muß die Nacht auf dem Polizeipräsidium verbringen( feine Bapiere waren nicht genügend!) Bis 1 Uhr ist Polizeistunde, wer also auch mal fortgeht und im Often wohnt, muß gewärtig fein, ftatt zu Hause die Nacht auf dem Bolizeipräsidium zu verbringen. Was muß man bloß für Baviere haben, um dieser wenig angenehmen Prozedur aus dem Wege zu gehen? Ueber den Schneid, mit dem vorgegangen wird, ist garnicht zu reden, besonders die Offiziere, wohl egemals attive Herren und die jüngeren Mannschaften„ greifen" rücksichtslos zu. Eine Liebestragödie auf offener Straße. Einen Ueberfall quf ein junges Mädchen, das eben in Begleitung ejner Freundin auf dem Heimweg vom Bureau begriffen war, wurde gestern gegen sechs Uhr abends in der Roonstraße verübt. Der Attentäter brachle seinem Opfer mehrere Dolchstiche bei und legte dann Sand an sich selbst. In schwerverlettem 3ust and wurden beide in die Chavite überführt. Das Motiv der Tat ist Eifersucht. 4. Berwaltungsbezirk( Prenzlauer Berg). Kunstabend, Sonnabend, den 22. Ottober, abends 7 Uhr, in der Schulaula Gleimftraße 49. Künstler, die sich unserer Sache zur Besfügung gestellt haben, und der im Berwaltungsbezirk befannte und beliebte Kinderchor werden mit ihren Darbietungen den Abend verschönern helfen. Da mit dieser Veranstaltung gleichzeitig auch eine Schulentlassungsfeier verbunden ist, machen wir die schulentlassene Jugend besonders darauf aufmerijam. Eintrittskarten für Ermachsene à 2 M.( Kinder find frei) find bei den Barteifunktionären oder bei W. Hoffmann, Lycheuer Straße 8, erhältlich. Es wird gebeten, Kinder unter sechs Jahren nicht mitzubringen. Boraussichtliches Wetter für Berlin und Umgebung am Sonnabend Ein wenig fühler, überwiegend bamöltt und etwas neblig, mit leichten Regenfällen und ziemlich frischen westlichen Winden Fruchtbare Arbeit 2. Reichskonferenz der Betriebs- und Beamtenräte des Deutschen Eisenbahner- Verbandes Am 16. und 17. Oftober tagte in Berlin eine pon 177 Ber tretern besuchte Reigstonferenz der im Deutschen Eisenbahner. Berband organisierten Betriebs- und Beamtenräte. Die auf Bes schluß der legten Generalversammlung des Deutschen Eisenbahner Verbandes eingelegte Reichsräte verwaltung erstattete einen eingehenden Tätigkeitsbericht. Der Verband stellt allein 20 000 Betriebsräte für den Eisenbahnbetrieb. Im Haupts betriebsrat am Size des Reichsverkehrsministeriums hat er 19 und in den Bezirksbetriebsräten am Eige der Eisenbahndirektionen 331 Vertreter. Den Hauptschlichtungs. ausschuß beschiát er mit 12 Mitgliedern und die Bezirks. schlichtungsausioüsse mit 235. Beamtenratsmitglieder stellt der Verband 3 zum Hauptbeamtenrat. 70 zu den Bezirks. beamtenräten und 4000 als örtliche Beamtengäte. Die angeführten 3ablen legen Beugnis ab von der Bedeutung. des Deutschen Eisenbahner- Verbandes innerhalb der zur Mi wirtung des Personals im Reichseisenbahnbetrieb gewählten Körperschaften. Die Reichsräteverwaltung tonnte aber auch über die Ausbildung der Betriebs- und Beamtenräte und über ihre für das Personal ausgeübte Tätigkeit sehr viel Erfreuliches berichten. Außer dem Bericht wurden Rejera te erstattet über die nächsten Aufgaben der Betriebs- und Beamtenräte und ihre Stellung zu den Gewerkschaften, über das Schlichtungswesen, die Gosiarer Richtlinien und den Reichslohntarifvertrag. 3u legterem Puntt ist hervorzuheben, daß fürzlich in Goslar eine vom Reis perfehrsminifter einberufene Bejprechung der Bertreter der Eisens bahubirektionen stattfand, die dem zwischen Reichsverkehrsmini, fierium und Eisenbahnergewerlichaften abgeschloffenen Bertrag eine Auslegung gab, die lebhaften Widerspruch bei den Eisenbahnern hervorgerufen hat und Anlaß zu verschiedenen Streitbewegungen in der legten Zeit, besonders auch in Salle, gab. Zur Annahme gelangten einige Entschließungen. In der einen wird die Anwendung des Betriebsrätegesetzes für das gesamte Personal der Reichsbahnen gefordert. Zur Erläuterung sei hinzugefügt, daß zur Zeit die Betriebs- und Beamtenräte bei der Reichsbahn auf Grund von Verordnungen gebildet werden, die geringere Rechte einräumen als das Gesetz. Eine weitere Entschließung wendet sich gegen den dem Reichstag vorgelegten Entwurf einer Schlichtungsordnung. Gie sieht in den Bestimmungen des Entwurfs eine Gefährdung und Beeinträchti= gung des Koalitionsrechts. Ferner wendet sich eine Entschliejung gegen die in Goslar erfolgte Auslegung des Tarifvertrages und wirft dem Verkehrsminister vor, daß er, gestützt auf das Goslarer Protokoll, einseitige Entscheidungen über die ous dem Tarifvertrag entstehenden Streitigkeiten fälle. Die Bestrebungen, die Reichsbahnen in den Besitz der Privatindustrie überzuführen, veranlaßten die Konferenz, die Reichsregierung zu ersuchen, mit rücksichtsloser Entschlossenheit alle diese Bestrebungen zurückzuweisen. Der Verlauf dieser zweiten Reichskonferenz zeigte unverkenn= bare Anzeichen einer fortschreitenden Gesundung der Eisenbahnerbewegung. Bezeichnend ist, daß wiederholt sowohl von Referenten als auch Delegierten die Worte gesprochen wurden: Die Zeit der Phrasen ist vorüber; es muß praktische, positive Gewerkschaftsarbeit geleistet werden. In der Tat hat die zweitägige Konferenz, wie die erstatteten Referate und gefaßten Beschlüsse beweisen, sehr praktische Gewerkschaftsarbeit geleistet. Die Auffassung, daß die Betriebs- und Beamtenräte nur im engsten Zujammenarbeiten mit den Gewerkschaften ihre Aufgabe erfüllen fönnen, gewinnt immer mehr an Boden und fand auch in der Diskussion ungeteilte Zustimmung. Neue Lohnvereinbarungen im Friseurgewerbe Bei den Tarifverhandlungen im Friseurgewerbe sind folgende vorläufige Lohnvereinbarungen gezeitigt, welche ab 20. Oftober Geltung haben: Es erhalten danach Herrenfriseure 200, Damenfriseure 210, Friseurinnen mit regelrechter Lehrzeit 210, ohne regelrechte Lehrzeit nach ständiger Tätigkeit von einem Jahre 185, von zwei Jahren 200, von drei Jahren 210 Mart. Für Haararbeiter und arbeiterinnen 280, qualifizierte 315, Präparateure und Einrichter 345 Mart, wozu bei Affordarbeit ein Aufschlag von 30 Prozent erfolgt. Handpflegerinnen erhalten 195 Mart. Außerdem dürfen bisher bessere Bedingungen nicht verschlechtert werden. Für die Kollegen und Kolleginnen in den Waren= Die Heilung des Haarausfalles und der Kahlheit durch fünftliche Höhensonne Bon F. Kort, Direktor des künstl. Höhen= Sonnenbades„ Attis". Auf keinem Gebiete hat die fünstl. Höhensonne solche unbestrittenen und überall anerfannten Erfolge erzielt als bei der Heilung des Haarausfalles. Daß die Haarbalsame der Geheimmittelfabrikanten und Schönheitsinstitute teine Heilung bringen, weiß nachgerade wohl ein jeder. Aber die wenigsten kennen die Wirkung der künstl. Höhensonne und wissen, daß sie jogar oft jahrelang beste= hende Kahlheit heilt. Die Art der Heilmirfung ist eine leicht erkennbare. Durch die Bestrahlung wird eine vermehrte Blutzufuhr nach dem Haarboden herbeigeführt und da= durch eine Ueberernährung der vorher unterernährten Haarpapillen herbeigeführt. Wo der Haarausfall auf Batterien zurückzuführen ift, tritt auch die bakterientötende Wirkung der künstl. Höhensonne hinzu. Am bekanntesten ist die Alopecia areata, der ringförmige Haarausfall, der von einigen einem Pilze zugeschrieben, von anderen aber für Nervenftörungen gehalten wird; wahrscheinlich ist beides. Diese Krankheit fann DER VERGIFTETE, STROM 5 Akte voller Humor und Spannung Abenteuer einer Billardärstochter bei den Flußpiraten 7 Uhr! Regie: Urban Gad 7 Uhr! Außerdem: Herkules Hopps 2. Plastrickfilm TERRA- THEATER Hardenbergstr. 6 Gold Silber. 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Die Aushilfslöhne sind gleichfalls im entsprechenden Maße erhöht worden. Die Funktionärfonferenz stimmte dieser vorläufigen Vereinbarung unter der Bedingung zu, daß die Verhandlun gen über einen Tarifvertrag weitergeführt werden, welcher nach dem Bericht der Kommission in nächster Zeit zu einem Abschluß führen soll. Vorstehende Vereinbarung ist von den Innungen und Vereinigungen der Arbeitgeber Groß- Berlins und der Arbeitnehmerorganisation unterzeichnet worden. Tarifabschluß für die Angestellten der chemischen Industrie. Auf Grund der Forderungen der Angestellten der chemischen Industrie fanden am 10., 13. und 17. Oktober Verhandlungen mit den Arbeitgebern statt, mit dessen Ergebnis sich die Angestellten in einer von der Af einberufenen Versammlung am Dienstag be: schäftigten. Die Tarifgehälter für faufmännische und technische Angestellte schwanken je nach Geschlecht, Gruppe und Berufsjahr zwischen 980-3215 M. pro Monat. Dazu kommen noch Alterszulagen für Angestellte über 24 Jahre von 175 bzw. 195 M., Berheirateten und Kinderzulagen von je 100 M. Die Gehälter der Jugendlichen schwanken zwischen 260-925 M., die der Lehrlinge zwischen 210-445 M. Bureaudiener usw. erhalten 980 bis 1590 M., Meister und Vorarbeiter 1620-2390 M. Nach längerer Aussprache akzeptierte die Versammlung das Verhandlungsergebnis. Mäntel- und Kostüm- Konfettion. Vom Deutschen Bekleidungsarbeiter Verband, Filiale Berlin, geht uns folgende Mitteilung zu: Nach den am 20. Oftober 1921 stattgefundenen Verhandlun gen vor dem Schlichtungsausschuß- als vereinbarte SchiedsStelle steht den Zeitlohnarbeitern auf die jezigen Löhne ein Zuschlag von 20 Prozent, den Stüdlohnarbeitern ein solcher von 290 Prozent auf den Grundlohn zu. Diese Zuschläge müssen rüdwirkend ab 10. Oftober gezahlt werden. Der Streif in Frankreich. Nach einer Havasmeldung aus Lille haben die meisten Fabriken der Textilindustrie in Roubaix und Tourcoing nebst Umgebung den Betrieb wieder auf= genommen. In Roubair sind in 30 Fabriken 1076 Arbeiter, in Tourcoing 209, in Halluin etwa 60 Arbeiter zur Arbeit zurückgekehrt. Verlust. Verloren wurde durch einen Haustassierer des Deutschen Bauarbeiterverbandes in der Frankfurter Allee eine Anzahl Beitragsmarten. Da der Verlierer für den Verlust haftet, wird ersucht, die Marken im Bureau des Verbandes Berlin, Engel Ufer 24-25, 3immer 53, abzugeben. so weit gehen, daß auf dem ganzen Körper feine Spur eines Härchens zu finden ist. In den meisten Fällen bringt die fünstl. Höhen sonne, richtig angewandt, selbst hier noch vollständige Heilung und nur bei jahrelangem Bestehen dieser Alopecia ist die Aussicht oft ungünstig. Die häufigste, aber oft zu wenig beachtete Erkrankung der Haare ist die Seborrhöe, die man. mit Smerfluß verdeutschen kann. Diese Absonderung der Talgdrüsen der Haut führt nach Sanitätsrat Dr. Jessner totsicher zum Haarausfall und zur Kahlheit, wenn nicht etwas dagegen getan wird. Das sicherste Mittel gegen Seborrhöe ist aber wiederum die tünstl. Höhersonne, selbst wenn schon Haarausfall vorhanden ist. Die Seborrhöe erfor= dert aber die verhältnismäßig größte Anzahl von Bestrahlungen und ist am schwierigsten zu behandeln. Am wenigsten Bestrahlungen erfordern diejenigen Hacerertranfungen, die fich durch Spaltung und Knötchenbildung der Haare( be sonders bei Frauen) fennzeichnen. Ich verlasse damit das Gebiet der direkten Erkrankungen der Haare oder des Haarbodens und tomme zu der jetzt besonders bei jungen Männern so häufigen Alopecia praematura, dem vorzeitigen Haarausfall. Täglich tommen Wichtig für jeden Arbeitnehmer! Reichs- Einkommensteuer Lohnsteuer Abzug vom Arbeitslohn Von Eugen Prager mit Tabellen, Beispielen und Erläuterungen Preis 4. Mark Buchhandlung Freiheit" Berlin C2* Breite Straße 8-9 Botenfrauen Arbeitersport Arbeiter Turn- und Sportverein Freiheit"-Lichtenberg turni vom Moning. den 24. Oftober, ab in der obeten Turnhalle der Gemeindeschule Holtei-, Ede Wühlischstraße, Gingang Böflinstraße. Eröffnungsturnen aller Abteilungen: Mons tag, 8 Uhr, vorher 6-8 Uhr Schülerinnenabt. Uebungsabende: Montag und Donnerstag von 6-8 Uhr Schülerinnen, von 8-10 Uhr Jungturner- Abt., Dienss tag und Freitag von 6-8 Uhr Schüler, non 8-10 Uhr Männer und Jungturner. Mittwoch von 8-10 Uhr Frauen und Mädchen. Turnfreudige als Gäste will Commen. Arbeiter- Turn- und Sportbund, 4. Begirl. Sonntag, 8% Uhr früh, Bezirkss turnerinnenstunde in Schöneberg, Mittelichule, Rätherstraße. Freie Turnerschaft Echöneberg- Berlin. Bezirk Süden: Sonntag Riegens tunfahrt der Männer; Treffp. 1 Uhr Fichtenau b. Rahnsdorf Bezirk Norden: Sonntag Familienpartie, Spielplaglota! Niederschönhausen, Bismardstr. 44; Treiip. 1½ Uhr Schönhauser Alice, Ede Bornholmer Str. 2a Frauenabteilung: Sonntag Vortrag bei Hahn, Graunstr. 41; 3 Uhr nam. Bezirk Neufö11n: Sonntag gemeinsame Bartie der 4a- und 46- Knabenabteilung nach dent Grunewald: Treffp. 7 Uhr Bahnhof Neukölln. Fußballabteilung: Wettspiel gegen Bittoria- Tempelhof auf dem Jugendfeierplag in Echöneberg. Parteiveranstaltungen Freitag, 21. Oktober 9. Diftritt. Die Funktionäre der 2. Abteilung rechnen beim Genossen Liwowsky, Geeftr. 108, ab. Sonnabend, 22. Oktober 13. Berwaltungsbezirk( Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Sichtenrade). Abends 7 Uhr Funktionärkigung bei Streiter, Mariendorf, Chaasfeestr. 27. Wahlbetrachtungen, Agitation, Verschiedenes. 11. Diftrift. Abteilungsführer der 2., 5. und 6. Abteilung. Abends 6 Uhr Abrechnung der Eintrittskarten Prol. Feierstunden beim Gen. Scheibe. Die Abe teilungsleiter werden ersucht, die Funktionäre zu Montag zur Funktionsfigung einzuladen. Die Gigung ist bei Scheibe. Sonntag, 23. Oftober. 9. Diftritt( Webbing). Kindergruppe. Fahrt nach Oranienburg, Grabowice, Fahrgeld 1,70 M. Treffpunkt 7% Uhr, Schulstraße, Ede Prinz- Eugen- Straße. Bereinsfalender Resenthel Reinidendorf. Urbeiter Samariter- Kolonne. Der neue Lehrkursus über erste Hilfeleistung bei Unglüdsfällen, puglichen Ertranfungen sowie Kranten pflege findet in diesem Jahre unter Leitung des Herrn Dr. A. Müller in der Shule zu Rosenthal, Edhillerstraße, statt. Beginn desselben Donnerstag, den 27. Oftober, abends 716 Uhr. Kurjusbeitrag beträgt 5 M. Sonnabend, 22. Oktober Allgemeine Aranten und Sterbetasse der Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Mits gliederversammlung bei Schulz, Florastr. 5-6. Berantwortlich für Politit und Feuilleton: Leo Liebschüs. Berlin- Fries benau; für Kommunalpolitit, Lofales und Gewerkschaftliches: B. Rudner, Berlin; für den Inseratenteil und geschäftliche Witteilungen: Ludwig Romeriner. Charlottenburg. Verlagsgenossenschaft Freiheit", e. 6. m. Drud der Berliner Druderei 6. m. b. H., Berlin C. 2, Breite Straße 8-9. b. H., Berlin. solche jungen Leute, die meistens im Felde den Beginn des Haarausfalls bemerkt haben, mit Klagen zu mir, daß sie fürchten, jetzt schon eine Glaze zu bekommen. Ich fann ihnen die Wiedererlangung der Haare innerhalb 4-6 Wochen in sichere Aussicht stellen. Meistens liegt der Grund in einer Unterernährung der Haarpapille, die eben durch die Bestrahlungen be= seitigt wird. Sehr häufig wird der Haarausfall hervorgerufen durch anderweitige Erkrankungen des Körpers, besonders Blutarmut, Nervenleiden. In diesen Fällen muß natürlich auch die Ursache beseitigt werden, und dabei bilden neben Kopfbestrahlungen die Bestrahlungen des ganzen Körpers, wie ich sie in meinen früheren Auffägen geschildert habe, ein ausgezeichnetes Hilfsmittel. Auch die Glaze fann in außerordentlich vielen Fällen wieder behaart werden. Jedenfalls empfiehlt sich immer der Versuch da, wo noch Flaumhaare vorhanden sind. Man tönnte nun meinen, die Bestrahlung gegen Haarausfall sei die einfachste Sache der Welt. Man brauche nur die Höhensonne über den Kopf zu stellen und die Haare wüchsen von selbst. Das ist aber durchaus nicht der Fall. Schon viele tamen zu mir, die schon Duyende von Bestrahlungen genommen hatten, ohne den Annahme in allen Gpeditionen des Berlages- Geschäftsstelle Berlin C2 Breite Straße 8.9 Berkäufe geringsten Erfolg. Wenn ich mir dann die Art der Bestrahlung beschreiben ließ, so war das für mich fein Wunder. Ein Wunder wäre es gewesen, wenn trotz der falschen Bestrahlung Haare gekommen wären. Wenn man also teinen Erfolg mit der Bestrahlung hatte, so frage man sich erst, ob man an der richtigen Stelle ist und nicht Zeit und Geld nuglos vergeudet. Die meisten, die Bestrahlungen ausführen, wissen gar nicht, was bei der Bestrahlung erzielt werden muß. um den Zweck zu erreichen. Es ist genau auf Zeit und Abstand von der Lampe, sowie die richtigen Intervalle zu achten. Jah fann selbstverständlich in dem kleinen Rahmen dieses Zeitungsartikels nicht die Heilung des Haarausfalles so ausführlich behandeln, wie es sein müßte. Ich gebe aber während meiner Sprechstunden ( 10 bis 1 und 4 bis 7%) im fünstlichen HöhenSonnenbad„ Attis", Belle- Alliance Play 6a ( genau auf Anschrift achten), tostenlos jede ge= wünschte Auskunft*). Ich mache noch darauf aufmerksam, daß das Höhensonnenbad ,, Attis" feine Zweiganstalten in Groß- Berlin hat. Die Preise für die Bestrahlungen sind sehr mäßig. *) Die Bestrahlungen selbst finden ununterbrochen den ganzen Tag statt. Kleine Anzeigen Wölfe, Kreuz, Silber, Alaskaiichie, Opoffumkrag. selten schöne Eremplare, zu spottbilligen Breifen. Ges legenheitskäufe: Anzüge, Ulfter, Baletots, Schlüpfer, Kinderwagen, Rinders aus erstklassigen Maßstoffen drahtbett, Ausziehtisch.in prima Berarbeitung. Schmidt, Laufiger Straße 45 Reine Lombardware. LeihDrei Handwagen, preis haus Friedrichstr. 2, Hallemert, Reinhold Baack, fches or. 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