Ur. 237. Abonnements-Kedingungen: AbonnemenlS- Preis pränumerando: vierteljährl- 330 Md, monatl. 1,10®!., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Hau». Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags- Siummer mir illustrirter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 330 Mark pro Quartal. Eingetragen tn der Post- Zeitung»- Preisliste sür 1897 unter Nr. 7437. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. 14. Jahrg. Die Instrtions- Gebühr beträgt sür die scchSgespaltene itolonel- «eile oder deren Raum 40 Psg., für Beretns- und VersammlungS-Anzetgen, sowie Arbeitsmarkt 20 Psg. Inserate sür die nächste Nummer müssen btS 4 Uhr nachmittags in der Erpedtlton abgegeben iverde». Die Elpedilton ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends. an Sonn- und Festtage» biS o Uhr vormittag» geössnet. «rscheink täglich ausser»ontag«. Vevliner Volksblatt. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1208. Telegramm- Adresse: „Soltaldemokral verlin". Zentrawrgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Ztedolitio» SV. 19, Neniis-Swiße 2. Sonntag, den 10. Oktober 1897. Spedition: SW. 19, Ucttty-Straße 3; Ltnfev V�vkoikÄg. So viele Parteikongresse auch in diesem Jahre schon statt gefunden haben, so viele auch noch vor den großen Wahl tagen des nächsten Jahres im Reiche stattfinden werden, keiner hat, keiner wird die Aufmerksamkeit aller politischen Kreise so sehr auf sich lenken, ivie dcrParteitag der dentscheil Sozialdemokratie in Hamburg. Ganz frei von jeder Voreingenommenheit für unsere Partei darf nian sagen, daß die Bedeutung unseres Partei tages selbstverständlich größer ist, als die der anderen Parteieis und zwar ans mannigfachen Gründen: Unsere Partei ist größer, ist geschlossener und disziplinirter als irgend eine andere Partei im Reiche, selbst als die Zcntrnmspartei, ihre Beschlüsse wirken bindend, sie gehören als feste Daten in das Rcchenexenipel der Politik. Tie Beschlüsse der Partei sind klar, die Aiotive der- selben ergeben sich aus den eingehenden in vollster Oeffent lichkeit und Rückhaltlosigkeit verlaufenden Debatten; aber auch die Gegenstände der Debatten des Parteitages ivaren von eminent praktischer Bedeutung, und zivar nicht blos für das organi- sirte Proletariat, sondern auch für alle Parteien, für alle Politiker in, Reiche. Wie sich eine Partei, die die höchste Stimincnzahl bei den letzten Wahlen erhalten hat deren Fortschritte von den Gegnern stets als eine eminente Gefahr registrirt werden, wie sich eine solche Partei zu den bevorstehenden Wahlen zum Deutschen Reichstage und zum preußischen Abgeordnctcnhanse. stellen wird, ist eine Frage ersten Ranges, und wird auch von allen ernsthaften Organen aller Parteien so behandelt. Die alljährlich von den Stumm- schen Schleifsteinen und den Blättern, die sich eines solchen Namens würdig erweisen, empfohlene Taktik, die Verhandlungen des sozialdemokratischen Parteitages todtzuschiveigen, ist trotz des Bemühens des Wolff'schcn Telegraphcn-Bnrcaus wieder einmal gründlich mißlungen. Solche Taktik ist durchführbar nationalliberalen oder freisinnigen Konventikcln hinter ver- schlosscncn Thürcn, aber nicht dem Parlamente des deutschen Proletariats gegenüber, auf dessen Beschlüsse Freund und Feind, Inland wie Ausland, mit gespanntester Ansmerksamkeit hören. Bei aller Befriedigung, die wir über den Verlauf des Partei tageS haben, liegt es uns, wie stets auch heute, fern, alles für gut und glänzend zu erklären, was auf dem Parteitage gesagt und gethan wurde. So wie fast alle seine Vorgänger theilt sich auch der Hamburger Parteitag in einen mehr geschäftlichen und in einen überwiegend politischen Theil. Ersterer litt unter der Masse mehr oder weniger geringfügiger Beschwerden und Anregungen, die zum nicht kleinen Theil auf grnnd unseres Organisationsstatuts in weit ein- fächern und rascherer Weise als durch Parteitags-Bcschlüsse erledigt werden könnten, während der übrige Theil dieser An- träge und Anregungen auf dem Parteitage erledigt werden muß, da unsere Partei, leider gezwungen durch die Verhält- uisse, eine Reihe geschäftlicher Unternehmungen gründen und erhalten und daher auch selbstverständlich über diese der höchsten Vertretung der Gcsammtpartei öffentlich Rechen- schaft ablegen muß. Ebensowenig wie ähnliche Debatten etwa ans Generalversammlungen von Aktiengesellschaften bc- geisternd und erhebend wirke» können, ebensowenig kann dies auf einem Kongresse einer politischen Partei der Fall sein So wenig ein Theil dieser Debatten vermieden werden kann, so wenig hat er mit der Benrtheilnng des Parteitages als eines politischen Ereignisses zu thnn. Wir wenden uns des- balb gleich der Betrachtung der politischen Ergebnisse und der Bcdcnlung des Parteitages für die Fortentwicklung und sür das innere Leben der Partei zn. Für das innere Leben der Partei ist der starke zentra- listische Zug, der den Parteitag von Anfang an beherrschte, charakteristisch. Einig war man in der Meinung, daß heute mehr denn je die Partei als einheitliches, geschlossenes, in sich gefestigtes Ganze zu handeln habe, daß all' die an sich ganz berechtigte Behandlung lokaler, provinzieller oder partikular- staatlicher Verhältnisse niemals überwiegen dürfe das Interesse und den Eiser für die Gesammtpartci.„Stegmüllereicn" können nur entstehen im Kampfe um Kirchthnrm- iutcressen, niemals wenn die Partei ihren großen Zielen mit reiflicher Ucberlegung und dem vollen Verantwortlichkeitsgefühl nachstrebt. Wie koch der Parteitag die Disziplin stellt, zeigte die Haltung bei der Erivähnitng der letzten Vorgänge im Königreiche Sachsen. Erfreulich ist es auch, daß endlich die Solinger Angelegenheit in ruhigster und sachlichster Weise zum Anstrag gekommen ist; beide bisher streitenden Parteien haben sich durch ihr Entgegenkommen um die Partei verdient gemacht. Ten Berliner Parteigenossen ist auf diesem Parteitage auch ein alter und ganz berccistigler Wunsch erfüllt worden, daß sie auf die Haltung und geschäftliche Gebahrung des in ihren Kreisen am iveitcsten verbreiteten Zcntralorgans der Partei größeren Einfluß als bisher erhalten. Ihre Leistungen für die Gesammtparui und ihre sonstigen Verdienste um die- selbe fanden in Hamburg gerechtere Würdigung als aus den früheren Parteitagen, was zum sinnfälligen Ausdruck kam in der einstimmigen Annahme des eben erwähnten Beschlusses. Die� Berliner Parteigenossen werden es auch freudig be- grüßen, daß durch den Beschluß des Hamburger Parteitages Berlin wieder Sitz der Parteileitung wird. würfen gegen die Sozialdeniokratie auch den nicht verschmäht, daß sie unsere Genossen mit einer den Führern nachtrolten- den Heerde Vieh verglichen, indem sie von der Heerde»- natur des Proletariats immer wieder sprachen. Wie falsch eine solche Auffassung war, zeigt gerade die dem Partei- tag am meisten charakterisircnde Debatte über die Bethcilignng an den preußischen Landtagswahlen. Diese Debatte, charakterisirt durch die Höhe des Niveaus, ist auch ein Beweis für die Freiheit der Meinung, sür die Reife der Uebcrlegnng unter unseren Genossen, vor allem aber für die Selbständigkeit ihres Urtheils. Nicht eingebildeten oder wirk liehen Autoritäten, sondern der eigenen gründlichen Ueber legung sind unsere Genossen gefolgt. Die ältesten Freunds Genofscn, die sonst immer zu einander standen, Schüler und Lehrer marschirten getrennt, die Parteileitung, die Reichstags Fraktion, ja die Abgeordneten und die Delegirten von Berlin waren gespalten und doch steht die Partei heute fester, enger zusammengeschmiedet wie je. Man nenne uns eine Partei der Welt, die solche tiefe Meinluigsdisfcrenzcn in schwerem Geisteskampfe rückhaltlos auskämpft, die voller sich selbst gegebener Disziplin ein müthig den Beschluß der Majorität als sür die Gesammthcit bindend akzeptirt und wo Anhänglichkeit, Freundschaft Brüderlichkeit und Solidarität trotz des Aufeinander- Platzens der entgegengesetzten Meinungen nicht den mindesten Abbruch erfährt! Wer kann sich dann dem über- wältigenden Eindruck verschließen, den die Debatte über die Vetheilignug an den Landtagswahlcn bei dem nnvorein- genommenen Bcurtheiler erwecken muß. Proletarierparteien kennt die Welt seit den Sklavenanfständen des Alterthums, auch die Namen einzelner hervorragender Männer ans den „untersten Volksschichten", wie den des Spartacns, hat uns die Geschichte überliefert; aber ein Arbciterparlament, in dem so viel Talent, Intelligenz, soviel Selbständigkeit und fach liche Uebcrlegnng zum Ausdruck kam wie auf unseren Partei- tagen, wie in Breslau bei der Agrardebatte und jetzt wieder in Hamburg bei der Debatte über die Bethcilignng an den preußischen Landtagswahlen, kennt die Geschichte nicht. Die Beschlußfassung über diese die Partei in ihren tiefsten Tiefen er- regende Frage zeigte von eincr�großcü, in den überwältigen Majo- ritätcn zum Ausdruck kommenden Abgcklärtheit des Urtheils Nicht einer gefährlichen Zufallsmehrheit von wenigen Timmen, nicht der Uebcrstimmnng der preußischen Delegirten durch die wenigstens formell an dcrFrage nicht betheiligtcn außcrpreußischen Vertreter verdankt die Partei die Erweiterung ihres Agitations- seldes, die Ausdehnung ihres Arbeitsgebietes, die Stellung neuer Aufgaben, das stärkere Gewicht in der inneren Politik,— nein, eine überwältigende Mehrheit hat diesen folgenschweren Schritt gewagt, eine überwältigende Mehrheit nicht blos des Parteitages, sondern auch der preußischen Delegirten. Der Bc- schlnß, so energisch er auch bekämpft wurde, so wacker wird er gehalten werden, und so mancher, der noch gestern im Vorder- treffen der Gegner einer Wahlbcthcilignng stand, wird morgen seine ganze Kraft einsetzen sür die Durchführung dieser Bc- schlüsse. Die Partei, die gleiches Pflichtgefühl ausweisen kann, möge noch gefunden werden! So bedeutungsvoll die Beschlußfassung des Parteitages auch ist, so heißt es, sie völlig verkennen, wenn man in den. selben einen Bruch mit der Vergangenheit der Partei, ein Abrücken von ihrer durch Jahrzehnte festgehaltenen Linie des Klassenkampfes sehen will. Die linksstehenden bürgerlichen Parteien täuschen sich anss gründlichste in ihrer Hoffnung, daß wir einen Schritt zum Standpunkte der radikalen Reform- partei weggemacht haben. Nicht aus Sympathie, nicht aus einer bisher verhüllten inneren Gemeinschaft mit den anti- jnnkcv liehen Parteien haben wir an stelle des Kölner Beschlusses den Hamburger Beschluß gesetzt. Nein, blos gegen einen im Augen blick besonders gefährlichen Feind wollen wir nun so auftreten, daß er in seiner Machtstellung erschüttert wird, das ist alles; keine neuen Freundschaften sind geschlossen worden, keine neuen renndschaften werden sich bilden, wenn wir den Beschluß von lambnrg mit aller Kraft in die Wirklichkeit übersetzen werden. Von Freunden wie von Feinden der Wahlbctheiligung wurde 'estgestellt, daß es sich durchaus nicht um eine Frage des Prinzips, andern nur um eine Frage der Taktik Handelle. Die bürg lichen Politiker, die sich über eine Annäherung der Sozialdemokratie Illusionen hingegeben haben, werden bald genug erfahren haben, daß sie sich schweren Täuschungen hingegeben habe». Es giebt iveite offene Heeres- 'traßeu, die in unser Lager führen, aber nur schmale, holprige Fußsteige führen ins Lager unserer Gegner. Kurzsichtige und böswillige Feinde und falsche Freunde des orgauisirten Proletariats haben unter den zahllosen Au- Auch die Debatten über die Reichstagswahlen boten ein hocherfreuliches Bild über die Kampsfähigkeit und die vollendete Rüstung unserer Partei, Referat und Debatte standen auf der Höhe, der Ernst der Situation wurde von keinem Redner ver- annt; wer meinte, die Sozialdemokratie lasse sich einlullen, ie wisse nicht, was ihr droht, unterschätze ihre Gegner und die Bornrthcilslosigkeit bei der Wahl ihrer Kampsmittel, den wird die Debatte über die Reichstagswahlen anfs gründlichste eines besseren belehrt haben. Innerlich gekräftigt, mit verstärktem Ansehen steht die Partei nach dem Hamburger Parteitage da. Die Gcsammt- partei ist erfüllt von der Größe der Aufgaben, von den schweren Pflichten, die ihr die nahe Zuknnsr auserlegt. Jeder Genosse weiß, daß es nun die höchste Anspannung aller Kräfte gilt, daß niemand zurückstehen darf. Das nächste Jahr bringt uns zwei große, vielleicht für die Zukunft und den inneren Frieden des Deutschen Reiches entscheidende Wahlen. Zum ersten Male werden die Gegner lernen, was durch die fünfjährigen Legislaturperioden gewonnen ist. Wir sind überzeugt, wir werden es an uns in nichts fehlen lassen, daß der Abschluß� dieser Rechnung nur uns als die Gewinnenden erscheinen läßt. Das rothc Banner der Sozialdemokratie wird, wenn der Parteitag der deutschen Sozialdemokratie im nächsten Jahre zusammentritt, nicht blos über die 43 Wahlkreise wehen, die heute schon in unserem Besitze sind. Das Proletariat wird sich dann die Mehrheit in zahlreichen anderen Kreisen errungen haben und wenn uns die Genossen Stuttgarts bewillkommnen werden, dann wird, davon sind wir heute schon überzeugt, auch Schwabens Hauptstadt im deutschen Reichstage sozial» demokratisch vertreten sein! Hoch die deutsche, hoch die internationale Sozialdemokratie? politische Mebeefichk. Berlin, 9. Oktober. — E> ii e F l» t h von hämischen Angriffen gießt die Presse der uns feindliche» Parteien auf die Verhandlungen unseres Parteitages ans. Wir haden nichts dawider, wir können es ver« tragen. Wir sind es auch längst gewöhnt und es ist uns noch stets gut bekomme». Einige wenige Blätter haben vernünftig und anständig über die Hainburger Tagung berichtet, so die„Frankfurter Zeitung" und der „Hambnrgische Correspond.", das Gros ergeht sich um die Wette in Beschinipsungen und Verleumdungen und Verdrehungen. Allen vorav, ivie wir schon gestern erwähnten, die„F r e i s i n» i g e Z e i t u 11 g". Wir wollen nur einige der Anzapfungen dieses Blattes ein wenig glossiren; das wird genügen, um seine Methode zu kennzeichnen. Natürlich ist das Mnnchestcr-Organ in erster Linie darauf anS, etwas zu erspüren, was zu gimsten des Privatbetriebes und des Kapitalismus sprechen könnte. Da bat Bebel gesagt, Parteigeschäfle könnten schwer existire», auch das Hainburger Parleigeschäst würde das Doppelte abiverfen,»venu es in die Hände eines Privatunter- nehmers gelangle. Ans dieser Jeststelliing zieht die„Freistmiige Zeitung" flugs folgende Schlüsse: „fllbgeordiieler Bebel erkeiint damit an. w l e wichtig und entscheidend für die Produktivität der Arbeit die Stellung des Privatunternehmers ist. Wenn man nicht einmal den geringen Kreis der Partei-Nnternehmiingcn von oben herab leiten kann, wie soll es dann möglich sein, im sozialdeinokralisclien Zukuusisstaat bei Aushebung aller Privat- betriebe in der Volkswirlhschajl auch nur den bisherigen Umfang der Produktion zu ermöglichen, geschweige denn, wie es die Sozial- deinokratie in Aussicht stellt, die Produktivität außerordentlich zu steigern?" Soviel Worte, soviel Thorheiten. Ebenso wenig wie die Sozial« deinokratie je gemeint hat, die Betriebe„von oben herab" leiten zu wollen, so wenig kann auch die Leitung von Parleigeschästen irgendivie zum Exempel dafür angeführt werde», was Betriebe leisten können, die sich in Kaptjalistenhänden befinden oder von den Arbeitenden des Betriebes selbst verwaltet werden. Parteigeschäfle milerliegen ganz besonderen Zlusnahinebedingiingen. Leute, die für eine Partei etwas zu leisten verstehen, brauche» deshalb nicht? von der Leitung von Partei g e s ch ä f t e n zu verstehen. Ob wohl Herr Eugen lliichter, wenn man ihn zum Geschiislsleiter eines Druckereibctriebes machen wollte, besonders Gutes leisten würde? Dazu kommt, daß Parteigeschästen viele Gewinne entgehen, weil sie Partei gesehäfie sind, die den Privalunternehmern zukomme». Und endlich ist ein Parleigeschäst in weit höherem Maße geuöthigt. gute Arbcilsbediiiguugc», hohe Löhne«. zu gewähren, als von Privatunternehmern linier den heutigen Konkurrenzverhältnissen verlangt werden kann. Dies in der Hauptsache sind die Ilm« staudc. warn», Parteigeschäfle einen schweren Stand haben und nicht, soviel Prosit abiverfen als Privatgeschäfte. Was das mit der „Produktivität der Arbeit" und der„Stellung des Privatlinter- »ehmers' zu thnn haben soll, ist unerfindlich. Daß geschäftliche Unternehmungen der Arbeiter heule schon, wenn es de» betreffenden nicht an jeder Schulnng fehlt, glänzende geschäftliche Resultate erziele», beweisen unzweideutig die blühenden Konsumvereine in den verschiedensten Länder», auch bei uns iu Deutschland. Zeugt dieser Augriff des Richter'schen Organs aber nur von sozialpolitischer Einsichtslosigkeit, über die man sich bei diesem Blatt und ähnlichen Blättern— auch die„Kölnische Zeitung" ließ sich in ganz derselben thörichten Weise aus— schon längst nicht mehr wundert, so ist der weitere Angriff nicht mehr mit bloßer Unwiffcu- heit zu entschuldigen, der sich gegen dies Verhalten unserer Parcci zn de» g e g n e r i f ch e n B e r s a m m l u» g e N richtet. „Daß wir, ffagt das freisinnige Blatt, zu einer that- sächliche» Versammlungsfreiheit noch nicht g e» k o in m c n sind, ist wesentlich Schuld der Sozial- d e m o k r a t i e." Das Blatt freut sich, daß Bebel gerathen habe, in gegnerische Versammlungen, die nicht auch sür die Sozial« demokralen bestimmt seien, mögen unsere Parteigenossen nickt gehen. llnd die iveitere Bebel'sche Aeußerung, unsere Genossen sollten als« dann die Feigheit der Gegner kennzeichnen und Kapital aus dem Ausschluß schlage», glaubt die„Freisinnige Zeitung" damit erledigen zu können, daß die Verhandlungen der Parlamente genügend zeigten, wie die anderen Parteien uns lllede zu stehen im stände wären. Die„Freisinnige Zeitung" erhebt sodann wiederholt tn giftigsten Worten die Beschuldigung, die Sozialdemokraten stören die gegnerischen Bersanimlungen,„verekeln" den Gegner» das Ver- annnlungsrecht u. s. f. Wie ist die Sache aber in Wirklichkeit? In den Parlamenten diskuliren die Gegner allerdings mit uns, aber mit dem Erfolge, daß ihrer im Parlament innner weniger werden und sie uns iniiner mehr Sitze abtrete» müssen. Da wünschen die einen der Gegner, uns gewaltsam aus dem Parlament zu entfernen, damit sie»nch dort nicht mit uns diskutiren brauchen. Einen Grad vernünftiger sind die andere», zn denen die„Freist Ztg." hält, sie wollen wenigstens nicht auch noch in den Versammlungen mit ims fci> ktttiren. W.unm eigcnllich? Die.�Fvcis. Zlg/' sngt selbst: „An sich hnt jede Partei ein Jnimsse, in ifiren Versamm- Iniigeu auch Gegner zn Worte koininen zn lassen. � Aber sagt sie. de» Sozialdemokraten gegenüber geht eS nicht, da diese die schliininsten Störenfriede sind und durch Nadanszeue» stören. DicS ist nun einfach eine ganz nnverschämle Univahrheit. Wenn etwas derartiges einmal vorkommt, so ist das eine Ausnahme, und gerade unsere Parteigenosse» dringen überall darauf, daß in gegnerischen Versammlungen Anstand und Ordnung gewahrt werde. SU fetzen dies auch stets durch, wenn die Herren Gegner die Dis- kussron verständig führen und unfern Vertretern einen einigermaßen annehmbaren Spielraum zur Darlegung ihr» Anschauungen ge- währe». Aber hieran eben hapert es fast immer. Unserer Partei wird das Versammlungsrecht durch die mannigfachsten Schivierigkcite», welche Behörden und Fabrikanten und Gutsbesitzer ihr in den Weg legen, von vornherein zum größten Theil illusorisch gemacht. Tre Säle werden uns abgetrieben und wo wäre der wackere Freisinn ie gegen dies System, sofern es gegen uns angeivendet wird, ähnlich eingetreten, wie wir jede direkte oder indirekte Verkümmerung des Versammlungsrechtes der Freisinnigen bekämpft haben? Wir kennen freisinnige Wahlkreise, in denen unsere Partei, obwohl sie eine große Anhängerzahl hat, kein einziges Versammlungslokal zur Verfügung erhält, und srcisinnige Fabrikanten freuen sich dessen. Wenn der Terrorisnius der Gegner nicht unser Versammlnngs- recht vernichten würde, wenn mau uns die Möglichkeit, zum Volk zu sprechen, nicht mit den rasfinirlesten Machenschasle» entziehen wurde, so würden unsere Parteifreunde vielleicht gänzlich darauf verzichten, gegnerische Versammlungen, wo man sie nicht gern sieht, zn besuchen. So aber werde» sie dazu gedrängt, um nur einmal Gelegenheit zu finden, die gegnerischen Darlegungen— und diese Darlegungen enihalten auch bei den freisinnige» Rednern nur zu oft probe Lügen i» Fülle— zu widersprechen, lind nnn versucht man ihnen auch in diesen letzten Zufluchtsstätten das Wort zu kürzen lmd nieist gänzlich zn verbieten— ist es da noch ei» Wunder, wenn eS hier und da zn erregte» Auseinandersetzungen kommt! Wir glauben, diese wenigen Anssührungen genügen schon zur Zurückweisung der bodenlosen Frechheiten des freisinnigen Blntlcs. Wen» Herr Eugen Richter es darauf abgesehen hat, der Partei in der pöbelhaftesten Weise entgegenzutreten, der er und seine Partei ihre ganze parlamentarische Existenz verdanken, so mag er das thn». Wir haben keinen Schaden davon. Politische Klugheit wird niemand in solcheln Vorgehen des freisinnigen HauptblalleS entdecken könne», wenn man von Ehrlichkeit»nd An- stand ganz absehen will. Aber politische Klugheit und Eugen Richter, das war von jeher zweierlei Z— — Zwei Gesetzentwürfe, welche die Handels- angestellten betreffen, sind nach einer Meldung der„Franks. Ztg." im Reichsamt des Innern in Vorbereitung. Der eine be» irifft die Regelung der Arbeitszeit der Handelsangestellten. Es wird darin versucht, einen Maximal-Arbeilstag dadurch her- zustellen, daß Pausen von bestimmter Länge— Mittags und Nachts — angeordnet werden. Der andere Entwurf betrifft die kauf- männischen E ch i e d s g e ri ch t e. Diese sollen den Amtsgerichten angegliedert und die Beisitzer ansgeloosl werden, gleich de» Schöffen. Ein Wahlvcrfahren, wie es für die Gswerbegerichte besteht, scheint die Regierung nicht akzcpliren z» wollen. Hoffentlich wird es möglich sei», diese Entwürfe noch in der bevorstehenden Session des Reichstages zu berathe» und womöglich in eine Forin zu bringe», die de» Interesse» der Handelsangeslellleu wirklich entspricht. -» Nochmals„die A nSmi eth n n g" der Sozialdemokratie. Wir halten davon erzählt, daß die„Deutsche Volksivirthsch. Coir.sp." den Vorschlag gemacht habe, die Sozial- deinokratie auszumiethen nach dein Beispiel des Landraths v. Stülp- nagel in Belzig. Viele konservative Blätter nadme» diesen Vor- schlag auf und nehmen ihn sehr ernst; vernünftige Leute lachten darüber und wir meinten u. a., dnS„klassenbewußte Bürgerthum" — so sagte die genannte Correspondenz— solle dann konsequent sein und auch Kleidung und Nahrung nicht mehr an die sozialdemolrati- sche» Bösewichte verkaufe». Die„D. V. C." ist nun in ihren Vorschlag so verliebt, daß sie nochmals darauf zurückkommt und nns soivie ein anderes Blnit, das sie ausgelacht hat,„ans eines aufmerksam machen" will:„Wir haben, meint sie, davon gesprochen, daß die Agitatoren in ihrer Person ans die angegebene Weise bekämpft werden sollte». Sie beide übersehen jedoch nbsicktlich die Person der Agitatoren»nd faseln davon, es solle einem Sozialdemo- kralen überhaupt eine Wohnung nicht mehr vermiethet, mit d e in Sozialdemokraten jeder Geschäslsverkehr abgebrochen werden. Diese kleine beiläufige Unterschlagung zeigt wieder einmal, wie un- bequem es den Vcrtheidigern der Sozialdemokratie ist, wenn ans die Person der gewerbsmäßigen Agitatoren hingedeutet wird und damit zugleich, wie treffend unser Vorschlag ist, und wie wirk- sam seine Ausführung wäre." Also nur der„geiverbZmäßige Agitator" soll ansgernicthet und ausgehniigert iverde». Warum nur dieser und nicht jeder böse Sozialdemokrat, ist nicht recht klar. Aber daS„klaffenbeivnßle Bürgerthum" hat es nun einmal nicht gern, seine Wohnungen leer stehen zu sehen»nd seine Waaren nnf Lager z» bebalte»; ihm riecht selbst„gewerbsmäßiges Agitatore»"-Geld nicht übel. Uebrigens darf das„ktnssenbewnßle Bürgerlhum" sich beruhigen wegen seiner nicht genügend aufovscrungsvollen Sozialisten- Vcr. tilgnng. Es befindet sich in guter Gesellschnsl, nämlich in der Ge- fellschaft der„D e u t s ch e n V o t k s iv. C o r r." selbst, welche das schwere Verbrechen begeht, uns, dem„Vorwärts", seine Geistesprodukte abzulassen, mit denen wir hie und da ganz gut Pro- paganda für die Sozlaidemokralie machen— also«ine Sünde in höherer Potenz. Oder zählt die„D. V. C." die Rebaklenre des „Vorwärts" nur zu den Sozialdemokraten und nicht zu den„ge- »oerbsmäßigen?"— — Zur Militär-Strafprozeßfrage halten konser- vaiive Blätter dein bayerischen Zentrum zugemnthet, es solle einen Vorstoß im Landlage mache». Die„Germania" erwidert hierauf ganz zutreffend:„Das Zentrum hat gar keine Veranlassung, dem Rathe der„Post" zu folgen. Man kann Bayer» seine» Gerichtshof lasse», ohne daß unser Heerwesen in Gefahr geräth. Wen» behauptet wird, es könnten unerträgliche Zustände entstehen, wenn in derselben Sache, an der bayerische und andere Soldaten beiheiligt seien, der bayerische Gerichtshof so und der deutsche so entscheide, so ist doch zu bemerke», daß wir seit Gründung des Reiche? in Bayern eine ganz andere Mililär-Strasprozeß-Orduuug haben, als im übrigen Teutschland. Wenn schon das rucht zn solchen Unzuträglichkeiten geführt hat, so wird es die Beibehaltung eines besonderen bayerischen Gerichtshofes wohl auch nicht thn». Ii» übrige» wird man den Meisten Leuten die Ansicht nicht ausreden können, daß der Widerspruch Bayerns nur ein willkommener Vorwand für die Verzögerung ist. Es wird eben über andere wichlige Fragen auck noch keine Verstäiuigung erzielt sein, die dem Reichskanzler die Erfüllung seiner Zusage ermöglichte."— — Ein„a g r a r p o l i ti s ch e s Handbuch" will der Bund der Landwirthc'herausgeben. Tr. Vöckel, der einstige Führer des demokratischen Flügels der Antisemiicn, ist mit der Bearbeitung betraut. Das„Berliner Tageblatt" weiß über das Schicksal dieses Handbuches folgendes zu berichten: „Es(das Handbuch) soll natürlich nicht mit Herrn Dr. BLckel's Namen geziert werden, sondern unter dem un- verfänglicheren Namen Dr. R ö s t ck e seine werbende Kraft üben. Offenbar ist aber von dem Geiste des entthronlen hessischen Banernkünigs ein gar zn starker Hauch im Buche zu ver- spüren, so daß Herr Dr. Rösicke— so versichern seine Freunde— »nr durch sanfte Ueberrednng der BnndeSleilung zur Hergabe feines Namens zn bewegen ist. Ja, man sagt, er würde ctivas darin» geben, wenn er durch die MÜIHeilung des Thalbestandes von dieser Verantwortung für Dr. BLckel'S Werk befreit würde." Ob sich die Sache ganz so verhält, wie das„Berliner Tage- blati" darstellt, lassen wir dahingestellt. Jedenfalls ist es inter- essant, daß der„Bund" auch in dieser Weise den Konservaiiven und ihrem Handbuch Konkurrenz macht.— — Der neue Entwurf des Gesetzes betreffend die ärztlichen Ehrengerichte hat die Kommission des Geschäflsansschnsses der Berliner ärztlichen Standesvereine veranlaßt, cinen Aufruf an sämmtliche preußischen A e r z t e- vereine zu richten. Die bezeichnete Kommission hatte zu dem ersten Entwurf des Gesetzes eine Anzahl Thesen aufgestellt, welche den Wünschen der Aerzte Wisdruck gaben und die Zustimmung bedeutender Aerztevereine fanden. Bei dein neuen Enlwnrs ist nur ein ganz kleiner Bruchlheil der von den Aerzte» gestellten Forde- rungen berücksichtigt; andere Bestimmungen, die von der gesummten ärztlichen Presse eininüthig verurtheilt waren, sind stehen geblieben. Die zweite Instanz des Ehrengerichtshofs, an welche der Be- anftragte des Oberpräsioenten i» allen Fällen das Recht der Berufung hat, soll nahezu ganz aus von der Re- gierung abhängigen Verivaltungsbeamten gebildet werden. Dieser Umstand birgt insofern für den freien Stand der Aerzte eine Gefahr, als nach§ 13 des Entwurfs auch derjenige Älrzt ehrengerichtlich bestraft werde» soll, welcher sich durch sei» Ber- halten der Achtung und de? Vertrauens unwürdig zeigt. Hiernach lönnte auch die potilische Hallung in die Bcnrtheilung gezogen iverde». Die Kommission hält daher den nenen Entwurf für un annehm- bar n»d fordert die Aerztevereine zu lebhafler Agitation auf, um die Ablehnung des Entwurfes in de» Aerzlelarnrnern und eventuell auch im Landtag herbeizuführen. — Ein amtlicher Bericht der preußischen E i s e n b a h n- V e r w n l t n» g über die i» ihren Betrieben be- schäfligten Arbeiter, die Beamten und deren Besotdiing gicbt überraschende Ausschlüsse über das Maß der Jiianspruchnabme der Menschenkrast seitens der stnaltichcn Gewalt. Demnach beschäftigt die preußische Staalseiseiibahn-Verwaltnng über 100 000 Beamte niid etwa 180 000 Slrbeiter. Es werden 37 Klassen von Arveitern unter- schieden. Davon erhalten 6 über 3 M. Lohn, 7 Klassen stehen zwischen 2,7S und 3 M., die Werkstälteiiarbeiler befinden sich zwischen diesen beiden Lohnklassen; zwischen 2.30 und 2,75 M. Tngc- lohn— also 750»nd 825 M. Jahreshöchsteiiikoinmen— stehen 10 Klassen. Unter 2,50 M. für ein geleistetes Tagewerk, also weit unter 750 M. Jahreseinkommen stehen 11 Kategorien der Arbeiter. Ca. 100 000 Beamte und Arbeiter sind mehr als 10—12 Slllnden „planmäßig" beschäftigt, über 19 000 mehr als 12— 13 Clniiden, über 12 000 mehr als 13—14 Stunden, etwa 5000 mehr als 14—15 Stunden, fast ebensoviel mehr als 15—16 Stunden! Ans die in der vorigen Landlags-Session gegen die Eisenbahn- Verwaltung erhobenen Vorwürfe wegen allznstarker An- spanninig der Kräfte des niederen Beamtenlbums wurde vom Eiseiibahnniinister erwidert, daß diejenige» Personen, die über acht Stunden hinaus beschäftigt wurden, in ihrem Dienst längere Pausen hätten, also nicht ununterbrochen lhälig wären. Wenn das auch zuir>ffeil mag, so schreiben selbst die ganz rechts- stehenden„Bert. N. N.", so ist dcnnoch eine 14stü»dige Arbeitsleistung im Warterdienst unter allen Umständen eine zu starke Zn- iiinlhung an die physische Kraft, zumal wenn sie bei Wind und Wetter und unter erschwerten Bodenverhältnissen ersolgt. Wir sind deshalb der ZInsicht, daß hier im Interesse der Sicherheit des Betriebes Erleichleriiiigeii imbedingt vorgenommen werden müffen. In ciiicln FachHalt wird ausgerechnet, daß die Anzahl der geleisteten Wagenachstiloineler in den letzten zwei Jahre» cinen Zuwachs erfuhren um 5,7 pCt., die der be- lörderte» Personen um 10,1 pCt,, der Persoiien-Kilometer um 0,9 pCt,, der desörderten Güter(Tonnen-Kilonieter) um 6,7 pCt., und das alles bei einer Verniekrnng der Beamten des äußeren Dienstes b�os irni 1,6 pCt., de- Abfertigniigsdienstes gar nur»in 1,5 pCt. Daß hier die Verrnehrniig des Personals mit der Steigerung des Verkehrs ganz cnlschieden nicht gleichen Schritt gehalten, ist nicht zn leugnen. Seit langen Jahren haben wir ans die Ueverbürdniig der Eiseiibahii-Bediensteleii hingewiesen; jetzt wird da? Mißverhällniß zwischen Ardeilszeil»nd den wnchfeiiden Aiiforderungeii so groß, daß selbst Blätter vom Schlage der„B. N. N." dagegen austrete». — Gegen das Sammeln l n r V e a in t e n g e s ch e n k« hat der Elscnbahnmiilisler eine nen« Versügnng erlassen, indem er jetzt auch das Eammcl» von Geldbeträgen zu Ehiengeschenken oder zur Unterstützniig für Lliigestellle der g l e i ch e» K a t e g o r i e im Eisenbahndieiiste(Milbcamle) untersagt hat, nachdem die Stiftung von Elireiigcschcnkei! für Vorgcsetzle. der mehrsach dabei vorgekoiiimeiitn Unznlräglichkcileli wegen, bekanntlich schon vor längerer Zeit verholen worden ist. In besonbeien Fällen sollen Ansnahine» von diesem Aeiboie zulässig sein, jedoch»nr mit spezieller Erlaubmß der vorgcsetzlen Eisenbahudirektion.— — Kein„ G r o b e r U n f u g Ans Flensburg wird geschrieben: „Wie wir vor einigen Wochen berichteten, war gegen das Dänenblatt„Flensborg Avis" von dein in sächsischen Diensten stehenden Hauptiiiauii S ch l a i k i e r, dem Sohne eines Predigers in Hadersleben zur Zeil des Krieges 1848/51, ein Straf- verfahren wegen Beleidigung seines verslorhenen Vaters beantragt worden. Ans Anlaß des Plaues, ein Werk Über die Betheilignng der denischc» Prediger an der Erhebung 1848 hcransziigedeii, enl- hielt„Flensborg Avis"«inen Artikel, in dein es hieß:„Wie bekannt, gab es 1843 mehrere Prediger, die ihren Eid gegen den dänischen König brachen und theilnnhinen an landes- verrätherischeii Bestrebuiigeii. Die Strasversolgiing anZ dem§ 189 des St.-G.-B.(Beschimpfiilig des Andenkens Verstorbener) ließ die Staalsanivalischnst falle», beanlrngle aber, den betreffenden Redakteur vom„Flensborg Avis" wegen„groben Unfugs" durch die Presse zn bestrafen. Ter Vorsitzende des Schöffengerichts, Ätnitsgerichtsralh Rye, hat diesen Antrag abgewiesen,„da die beireffenden Ausdrücke, elbst wenn sie auch Aergerniß in weite» Kreisen erregen könnten, doch nicht geeignet seien, einen Tbeil der Bevölkernna in ihrer Ruhe zu stören, so daß also die Merkmale für grobe» Unfug hier nicht vorlägen." Wenn es sich uni Sozialdemokraleii handelt, pflegen die er- forderlichen Merkmale nieist vorzuliegen!— BrcSla», 8. Oktober,(©ig. Ber.) Der Mondschein im Dienste des E i s e» b a b n- F> s k n s. Zu dem Kapitel: Wie Eisenbahn-Unsälle entstehen, liefert eine Aerbnndlnng vor der L i e g n i tz e r Ctraskammer wieder einen iiltercssaiile» Beitrag. Es Handell sich um daS Eifenbahn-Unglück auf dein Bahnhose M odla» ans der Strecke Liegnitz-Saga» i» der Nacht vom 7. znin 8. Juli d. I., wobei auch ein Heizer ans Breslau vernnglückle. Am Abend des 7. Juli„in 9,53 Uhr kam in Rtodla» ein Gülerzng Nr. 3023 von Saga» her an und eS wurden von demUlbe» 8 Wagen, darnnter drei»iitRoheisen beladcn.abgehängt. welche»ach GcleiS 5 rangirt werden ollten, lini vor der Viehrampe zn halten. Tie Wagen wurden auch i» der üblichen Weife nach der bezeichneten Siickiluiig hin abgestoßen, aber 'iatt auf Gclcis 5 rollten die drei Wagen nach Geleis 2, ans welchem etwa zwei Eliinden später, von Liegnitz lommcnd, ein Kohlenzug einsnhr, der bestimmungsgemnß nicht in Modlau zn Halle», sondern den Bahnhos zu durchfahren hat. Hierbei stieß nun der Zug ans die drei Wagen, von denen zwei aus den Schienen gehoben und beschädigt ivurdeii. ebenso die Maschine des aus- ahrenden Zuges. Dabei erlitt auck, der Hilssheizer Verletzungen, ivodnrcb er 10 Tage laug arbeitSniifähig war. Schuld an dein Unfall sollen der Stationsvorsteher, ein Weichensteller und ein Hilfs- Weichensteller sein, welcbe in der Unglücksnacht ans dein Bahnhof Dienst halten. DerSlalionSvorsteher erklärte, er seiinil Bureau-Arbeite» und mit dem Telegraphendienft reichlich i» Anspruch geiioninie» gewesen und habe deshalb einem Arbeiter die Aufsicht über den Bahnhof über« lassen müssen. Die beiden anderen Angeklagten bestritten ihre Schuld an der falschen M e i ch e» st e 1 l n n g. Es ist nun be> zeichnend, daß an zene»» Abend oder doch wenigstens zur Zeil des Unglücks ans de», ganze» Bahnhof nicht eine einzige Laterne brannte, und erst als der Zusauuiieustoß erfolgt war, sahen die Zngbcaintei, einen Mann mit einer Laterne ans dem Stalions- Gebäude komme». Wie die beschuldigten Weichen- stelter anssagten, ist die N i ch t b e l e u ch l» n g des Bahn- Hofes auf eine D i e n st a n w e t s u n g ziirückznsühren, w o» a ch bei Mondschein— e s war erstes Viertel— ii n d bei größeren Pansen mit d e r Beleuchtung möglichst zn sparen sei, da die Eisenbahn- Berivaltung über zu großen Petroleu in verbrauch Klage führte. Das Gericht erachtete die Angeklagten für schiildig der„fahrlässigen Gefährdung eines EiUnbahn-Traiisporles" und verurtheille den Stationsvorsteher zn 30 M. Getdslrase, die Weichensteller zu zwei bezw. drei Wochen Gesangniß.— — In der zweiten Kammer des hessischen Land- ta g e S istjliin Zwecke einer Resorin des Ma i» z er B ee r d i g»» gs- ivesens von den Mainzer Abgeordiieteu, linseren Genosse» Haas und Dr. David.folgender Gesetzenlivurs betreffend das Beerdigungs- wese» in Rheinhessen eingebracht worden: Art. 1. Die Verordniing vom 23. Prairial des Jahres XII der französischen Republik(12. Jnni 1804). sowie die kaiserliche Verordiniiig vom 13. Mai 1806 werde» hierdurch ausgehoben. Art. 2. Stile aus diesen Verordnnnge» herrührenden Rechte »nd SInsprüche sind mit den» Tage des Jnkrajllrelens dieses Gesetzes erloschen. Art. 3. Die Regelung des Begräbnißwesens erfolgt durch die Gemeinden aus grund der. heisischen Verwallnngsgesetze. Art. 4. Dieses Gesetz trilt am 1. April 1898 in kraft. In de» diesem Gesetzentwurf beigegebepe» Motiven wird N. a. gesagt, daß der Hauptzweck der beiden, aus der Zeil der sraii- zösischen Oklnpation herrührenden Verordnniigen. die'Ausbenliiiig der Familie durch Privatiinternehmer, sowie übermäßige Ansgaoen zn verhindern, in keiner Meise erreicht worden sei.— — Der sächsische Landtag soll, wie jetzt bekannt gemacht wird, an, 9. November znsammelilrelen. Der Landtag wird eine ganze Reihe wichtiger Vorlagen»nd Anlräge zn erledigen haben, so daß den noch darin verbliebenen sozialdemokratischen Abgeorduele» ausgiebige Gelegenheit für die Vertretung des arbeitende» Volles gegeben ist. So joll eine Vermögenssteuer eingejührt, die E r b s ch a s t s st e n e r erhöbt werden. Die so schwer bedrückten Eise» bab n arbeiter koininen wieder mtl Petitionen. Tie Wasserschäden frage harrt ebenfalls ihrer Behaudliing. und wird die Regierung wegen ihrer Hallung in dieser Frage scharfe Angriffe erfahre».— Dresden, 9. Oktober.(Prival-Depesche des„Vorwärts".) Vis jetzt liegen folgende Landtags. Wahlrrsultate vor: In Dresden 1 erhielt Kartell 110, der Sozialdemokrat 46, der Antisemit 4 Wahlmänner- Stimmen; gewählt ist Bürgermeister Leupold. In Dresden 4 Kartell 70, Sozialdemokrat 37, Antiseinit 1 Siimme; gewählt Koiinnerzienraih Gnimbt. In, 24. ländliche:, K>eis: Kartell 70, Sozialdemokrat 13. Antisemit 13 Stimme»; zu- wählt Fabrikant Dietrich. Im 9. ländlichen Kreis: jiartelt 51, Bund der Landivirihe 27, Sozialdemokrat 7; gewählt Gemeinde- vorstand Traber. Im 10. ländlichen Kreis: Kartell 61, Sozial- demolrat 58, Antisemit 18 Summen; gewählt Gemeindevorstanv Großman». Das Resultat dieser Wahlen war bestimmt vorauszusehen. Ein gewisser Zweifel bestand lediglich bezüglich des 10. ländlichen Kreises, wo ein Mehr von ganz wenigen Wahlmännerstimmen trotz des Dreiklasscn-WahIsysteinS unS sogar auch einen Mandat!.; erfolg gebracht haben würde.— TrcSdcn, 9. Oktober.(W. T. B.) Bei der heute stattgehabten A b g e o r d n e t e» w a h l zur zweiten K a»>»i e r der Stände- versammlniig wurden 16 Konservative, U Nationalliberal» und 4 KarleUkandidalen gewählt. Miiiichen, 8. Oktober.(Eig. Ber.) Bayerischer Land« tag. I» der heutige» Sitzung wurde die Debaite über dieJnter- p e I l a t i o n betreffend die M a»» ö v e r fortgesetzt. Es sprachen znnächsl die neu in die Kanniier etngelreteiien Zlbge« ordiieien Dr. Sigl, der mit feine» launigen Ansfühniiige» SInrma von Heilerkeit hervorrief, Tr. Casselinani»(Hb.), der mehr eine Kriegervercinssestrede hielt, und Dr. Heim(Zentr), der gegen ot- Sozinldeinokralie poleiiiisirte. Zni» Schluß trar noch Dr. Orterec ans, Ulli das Zciitriii» gegen die erhobenen Aiignffe zu verchridigen, wobei er viel Wesen machte von der gropen Verantivorlnng der MehrheilSparleieu.— — Chronik der Maje st ätsbeleidigiings- Prozesse. Der Rentier Karl B e l t e r aus Charlottendurg hatte sich gestern lucgen MajestälsbeUidigiuig vor der ersten Slrasla»in>er am Landgericht II zu veraiilworte». Die Verhandlung land zwar unter Ausschluß ber Oefsenllichkeit statt, doch ging ans der Begiüiivimg des öffentlich pnblizirle» IlrlheitS der Tbalbestand, welcher der An- klag« zn Grunde lag, klar hervor. Danach befand sich der An. geklagte an einein Abende des Monats Juli in seinen» Staininloral in Gemeiiischast mit dein Gerichlssekretär Schröder. In vorgerückter Zeit nnd aniinirler Slimmniig geeieth Better mit Schröder in«ine» Wortwechsel, welche», letztere« daonrch die Spitze abznbreche» suchte, daß er rief:„Vergessen Sie»ichl, daß Sie einen königlichen Beanilen vor sich haben!" Vetier erividerle: „Ach was, die königlichen Bcamlen müssen wir ja ernuhren" »nd gebrauchte eine ähnliche Redewendung gegen den Kaiser. Dabei soll Vetter aus eine im Lokal befindliche Büste»es Kaiser? gezeigt und Schinähivorte ausgesprochen haben. Der Angeklagte hat sich damit aiiszurede» gesucht, daß er nicht ans die Büste d-s jiaisers, sondern aus das Bild des Gambrinus gezeigt und diesen gemeint Hab». Dies hat der Gerichtshof für eine leres Ausrede gehalten.„Da der Angeklagte aber zwei Feldzüg«»m- gemacht lind zwei Kaisern gedient hat", andererseits in Erregung ivar. im übrige» aber ein gebildeter Mann ist, dec seine Worte zn erwägen wisse»»»iß, so hat ver Gerichtshof die Strafe ans drei Monate Gefängniß bemeffen. Bor dem M ü n ch e» e r S ch w u r g e r i ch t stand an, Donners- tag der Redakteur und Verleger des baueriibniidlerischeii„Tlaitn« steiner Wochenblattes" Miller unter der Anklage der B e« l e i d i g u u g des P r i„,- R« g e n t e n. Es Handelle sich nin einen ZeitlingSartitet, der die Einfnhrnng der schivarj-weih-roilien Kokarde bei der bayerischen Armee beklagt, davon sprach, daß, imr»i» es so fort gehe, noch preußische Generale in München und Würzbiiig (an der Spitze der zwei Armeekorps) sein werden, und mit dem Hinweis ans König Ludwig II. schloß, der einst gezagt hat: Man ehrt»»ich nur in meinen Landesfarben. Die Geschworene» ip räche n den Angeklagten nach den» Antrag» des Ber- lheidigers frei. An? Hannover wird berichtet: Wegen MajestätZbileidigniig ward der Maler Friedrich Gießelinnnn in der SlraskiiillmersitzNiig von, 4. d. M. zu 6 Monaten Gefängniß veri>rlheilt. Ter Ge- iiaiinle ist kürzlich wegen desselben Vergehens schon eiiimul bestcaz«.— Frankreich. PariS, S. Oktober.(Gig. Ber.) Zu meinem nothgebrnngen 'iimniarischen Gesainintberichr über den Gewerkschajts- kongreß zu Toulouse ist folgendes iiachiräglich hiiiz»jil,üg-ii. ans grnnd des nun vorliegende» Berichts der Kongreßkouiniissioii für die B o y k o t t f r a g e. Daß der Kongreß de» Boykott empfohlen hat als ein HilsS- mittel bei ungünstig verlaufenden Streiks, zcngl zwar vvn der Schwache bezw. von der geringen Leistimgsfähigkeil de, dc- 'lehenden geiverkschaillichen Organisatioiien. Siarke Organisalionei, gebrauchen nicht erst des Boykotts, um ihr» Forderimge» durch» znsetzeli. Auch kann man die Frage ausweifen, od der Boykott leichter dnrchznsühren sei, als eine lräflige linier- Itütziing der Streikenden, oder— da ja der Boykott i» den angegebenen Bedingungen eine mindestens lheiliveise bereits erfolgte Wiederanfnahme der Arbeit voraussetzt— als vie Fernhaltiiiig von Streikbrechern. Immerhin aber giebl der Boykoli» beschluß zu prinzipiellen Bedenken keinen Anlaß. Ganz anders ver- hält es sich mit dem wetteren vom Kongreß beschlossenen Hilfsmittel bei uugül slig verlaufende» Streiks. Nei en dem Boykott wurde die„s-rdottAgs" empfohlen. Der Berichterstatter definirl diesen Werkstättenjargon-Ansdrnck mit den Worte»:„Für schlechten Lohn, schlechte Arbeit." In seiner Begründung erinnert er an einen ncn.lichen Aufruf der„Internationalen Union der Schiffslader" von London, worin ebenfalls das„Gv canny"(Gehe langsam= arbeite sansilebia) empfohlen»wurde. Tie„sabottaAe" denkt er sich aber viel umfassender: langsames Arbeiten berZeitlohn, Pfuscharbeit beiSlnckloh» undVerderben von Rohstoffund Maschinen— alles in möglichst unauffälliger Weise. Als Beispiel für die Wirksamkeit der„salzobbags" au de» Maschinen erinnert der Berichterstatter an die„Erregung der Bourgeoiswelt vor drei Jahren, als man erfuhr, daß die Eisenbahn-'llngeuellten mit einer gewissen Ingredienz im Werths vou 2 Solls(S Pfennig) eine Lokomotive außer Betrieb sehe» könnten... Es ist aber die urwüchsige, instlllklmäßige Kampfesweise der Lohnarbeiter in den Anfangsstabieii der Arbetterbewegung. welche der Toulouser Kongreß der„Konföderation der Arbeit" in einer sozusagen zivllisirten Form empfohlen und zu einem bewußten Kaiupimitlel erhoben hat. Das wird begreiflich, lvenn man erfährt, daß der Berichlerstalter ein Anarchist ist und daß die Mehrheit der Boykotlkomuiisstoii, nach Angabe des Pariser anarchistischen Wochen- blatte-„lies Temps Kouveaux", aus Anarchisteu bestand. Im übrigen ist die Genehmigung des Berichtes durch de» Kouglesl ein weiteres Älnzeiche» für die Erftarknng der antipoli- tischen Tendenzen der Konföderation. Der Pariser Korrespondenl der„ V o s s i s ch e n Zeitung"(Nummer vom 6. Oktober, Morgenblatl) benutzt indeß den„Sabottage"- Beschluß zur Wider- legnng eines siegesgelvisien Artikels des Genossen Paul Larfargue über die politischen Aussichten des französischen Sozialismus. Er schreibt:„Jedenfalls würde die sozialistische Partei, ober auch nur eine ansehnliche Gruppe von ihr, kaum zu solche» Mitteln greifen, wenn sie ans die politischen Erfolge rechnen könnte, die Genosse(ivelch' feiner Witz in der Bezeichnung Lastrrgue's als„Genosse" durch einen bürgerlichen Schriftsteller!) Lasargue ihr vorhersagt." Der Korrespondent verräth somit eine gründliche Un- kenntniß der sozialistischen Beiveguug Frankreichs. Er weiß eben nichts davon, daß die leitenden Geister der Konföderation von jeher die politische Aklio» als etwas durchaus nebensächliches betrachten. Wird doch gerade deshalb der Generalstreik auf allen Kongressen der Kon- föderation zum einzig wirksamen Befreinngsmitlel des Proletariats erklärt. Wie ich in meinen vorjährigen Artikel» über die sranzösischen Gelverkschasten(Nr. 227 und 223 des„Vor- wärts" 1396) ausgeführt habe, umfaßt die Konfödoralio», mit Ailsliabme der sozialdemokralilckeu Gegner des Generalstreiks, die politisch verschiedenartigsten Elemente, von den farblosen Nur- gelvcrkschastlern im Sinne des alten englischen Trades-Unionismus bis zu den al>nrck>>stische» Nurgewerkschnitler», richtiger, bis zu den verkappten Anarchisten, die in den letzten Jahren durch Bermilteluiig der Geiverkschaften und Genossenschnflen Einfluß zu erlange» suchen. „Was die verschiedenartigen Elemente der Konföderalion eint," so schrieb ich damals,„ist das inehr oder minder bewußte Streben, die gewerkschaftliche Aktion über die politische zu stellen." Die Kon- föderation ist daher weder„die sozialistische Partei", noch auch „eine ansehnliche Gruppe von ihr". Sic hat sich vielmehr selber in Gegensatz zur sozialistischen Partei, das heißt zur politischen Or- ganisatio» des Proletariats zwecks Eroberung der politischen Macht gestellt. Bei dieser Gelegenheit fei noch auf einige iveitere Ungenauig- leite» des genannten Korrespondenten hingeiviese». Die allgemeine Behauptung in bezug auf die sozialistischen Verluste bei den„letzten Gemeiiidewahlen" habe ich bereits bei einer anderen Gelegenheit (Nr. I3l des„Vorwärts") als falsch»achgewiesen. Und was die „einzelnen Abgeordnete»- und Scnatoreiiwahlen" betrifft, bei denen die Sozialiste» mit Hilfe der Monarchisten gesiegt haben sollen, so ist auch diese Behauptnng ans der Luft gegriffen. Die Wahl des Abg. ChichS i» Bordeaux und des Abg. Baron in Aix. die in mehr oder weniger starkem Grade mit klerikal-monarchistischer Unterstützung zu stände kam. können die Sozialisten allerdings nicht„zu ihrem eigenen Guthabe» anschreiben". Sie thun es aberanchgarnichr. Ehiche ist ei» ehemaliger B o u l a n g i st und zählt z u r s o z i a I i st i s ch e n K a m m e r f r a k l i o n nicht, lvenn er auch, infolge der eigenartigen lokale» Parteiverhältnisse von Bordeaux, wo die laugzährige Herr- schaft des korrupte» bourgeois- republikanischen Klüngels ein Kartell aller übrigen Parteien zu stände gebracht, neben'radikalen und uioiiarchislische» auch sozialistische Summen erhielt. Baron wurde wegen seiner Liebäugelei mit den Klerikalen während der Wahl ausdrücklich von den Sozialisten bekämpft Andere„sozialistische" Abgeordnetenwahlen mit monarchistischer Unterstützung gab es überhaupt nicht. Noch seltsamer ist der Hinweis auf die Senatorenwahlen. Weiß denn der Korrespondent nicht, daß es keinen einzigen sozialistischen Senator giebt? Das macht, wenn man Juformalionen über die sozialistische Bewegung Frankreichs aus Leitarliketu des Kapitalisteublaltes„Temps" schöpft.— Spanicn. — Daöneue spanische Ministerium scheint wenigstens einige der schlimmste» Thaten der früheren Regierung wieder gut waetien zu wolle». Wie der„Intern: Korresp." geichrieben wird. erklärt« der Ministerpräsident Sagasta, die liberale Regieruilg werde die bisher gegen die Anarchisten erlassenen A>i S» a h in e- g e s e tz e unbedingt aufrecht erhalten, die U e b e r s ch r e i- r u» g derselben auf grund königlicher Verordnungen jedoch strengstens vermeide». Die Ueberschreitiliigen selbst werden also zugegeben. Ferner erklärte Sagasta, gegenüber der sozialdemo- kratische» Partei Halle er die A m t s e n l s e tz u u g der ord- n u» g s ni ä b i g gewählte» sozialistische» Gemeinde- r ä t h e in den baskische» Provinzen für unzulässig und werde er die Zurückziehung dieser Maßnahmen veranlassen. Der Jilstizniililster hat bereits eine Kommission zur Revision des großen A n a r.ch i st e n- P r o z e s s e s ernannt. Heute wird die Kommission das Akleiimnierial dieses Prozesses prüfen und die Revisionsv«rhnndlmig vor dem obersten Gerichlshof ein- leiten. Erhebliche Schwierigkeiten scheint die Abberufung des Generals Wey I er von Kuba zu bereite». Es ivird darüber berichtet: Madrid, 3. Okiober. General Weyler tclegraphirte an den Milnsterprästdenten Sagasta. sein doppelter Cbarakler als General- Gonverneur und General s» chek vor dem Feinde verhindere ihn, seine Entlassung zu nehmen. Das genüge ihm aber nicht, ohne das Vertraue» der Negicrung und angesichts der Älngriffe, die gegen ihn gerichtet würden. Sagasta anlivortete, die Regier»»« crke»»« die Dienste Weyler's an; aber sie bedenke de» Wechiel der Politik und verlange, um den Krieg zu beenden, Behörde», die sich mit ihr ideiilifizute» Dies habe nichis mit dem Vertraue» zu thnn, welches Weyler der Regierung einflöße. Die Liberale» seien der Ansicht, daß die Ver- antwortlichkeiten in der Politik nicht ans de» Anssührende» zurück- fielen, sondern ans die Regierung, welche diese» inspirire. Sagasta theilte zum Schlüsse mit, er werde Weyler biiliien kurzem de» Beschluß der Regierung niittheileil.— Madrid, 3. Okiober. Die iinverzügliche Abbmifinig des Generals Weyler ist beschlossen worden. Ein Dekret, welches de» Marschall Bianca zum Gvnvernenr von Kuba ernennt, wird morgen unlerzeichnet werden. Alanco wird von den Generälen Arderins, als Unler-Gollverneur, und Gonzalez, als Generalstabs-Ches sowie von den Generalen Pando, Bernal und Canella begleite! sein. Wie seiner der„Heraldo" zu nieldeii weiß, werden mit Blanco 20 000 Mann Verstärkungen nach Kuba gehen.— Norwegen. — Dle norwegischen Wahlen nehme», wie der„Voss. Ztg" ans Chrlstlania vom K. Oktober geschrieben wird, einen für die Konservativen imd Gemüßigten geradezu unheimlichen Fortgang, denn die Radikalen siegen ununterbrochen. Dem hentigen Tage sah man mit besonderer Spannung entgegen, dciiu es wurde über IS Vlätle enlschieden. von denen die Rechte ll. die Linke nur 4 iiinehaite. Dieslnal bekam die Linke 10 Plätze. Im ganzen' hat diese Paitei bisher der Rechten IS Plätze abgenommen, so daß schon jetzt dos Endergebniß 74 Radikale und 40 Konservative und Gemäßigte sein wird, sofern es bei den noch aus- stehenden 4S Wahlen beim Alten bleibt. Im letzten Storthillg saßen 59 Radikale gegen 55 von der Rechten, so daß dann also die Mehrheit der Linken von 4 auf 34 gestiegen sein wird. Von den noch ausstehende» Plätze» gehören fast alle der Rechten; bei dem bisherigen Gang muß es aber als sehr wahrscheinlich belrachtct werden, daß die Linke noch weitere Plätze erobert, und es bis zu der Zweidrittelmehrheit(76) bringt, die für Verfassungssragen iiölhig ist und mit der sich beispielsweise das allgemeine Stimmrecht, gegen das die Rechte verzweifelt ankäuipft, durch- führen ließe. Ter Verlauf der Slorlhingswahlen berührt natürlich auch aufs engste die Stellung des Koalilionslniiilsteriinns Hagernp und schon vor einiger Zeil inußle es klar sein, daß die Tage des Mmisteriiinis gezählt sind. Daß schon jetzt das Gerücht vom Rücklritt des Miniflerinnls aufirilt, ist sehr begreiflich, denn die Mitglieder, die ins Storlhing möchten, können nur ge- wählt werden, wenn sie nach der Beendigling der Wahlen, die sich bis in de» November bineinziehe», abgehen. Amtirende Minister sind nicht wählbar. Es ist daher leicht möglich, daß in Norwegen ein schneller M i» i st e r w e ch se l eiiilrilt, doch scheint im Ministerium selbst Meinnngsverschiedeuheit über die Zulässigkeit des Rücktritts zu herrschen; die vier Linkenmitglieder des Kabinets hallen ein Bleiben des Ministerinnls mit Rücksicht ans die Uil>onsverda»d- lungen für erforderlich. Im übrige» herrscht in der Linke» die gc- hobeilste Stimmung und die Zeilnngsexpeditionen sind an de» Wahl- lagen von großen Menschenuieng«» belagert, die das Ergebniß stets stürmisch begrüßen.— Christiania, 8. Oktober. Ter Ministerrath besprach heute die durch die Wahlsiege der Lniken geschaffene Lage und beschloß einstimmig. keine» definiiiven Enischlnß betreffs einer Deuiissiou vor dem Abschluß der Wahlen zu fassen.— Rustlaiid. — D i e F ü s l k a d e von D o in b r o w a. Kürzlich berlchlelen nur über einen Stieik von Bergleulen und Hültenarbeiiern in Dombrowa und über das Vorgehen der dortigen Behörden gegen die Arbeiier. Jetzt gebt uns von zuverlässiger Seite ein Bericht zu über die Ursachen des Konfliktes; wir entnehmen demselben folgende Einzelheiten: Die Beschwerden der Arbeiter der„Luta dandova" gingen in erster Linie dahin, daß sie ihre Löhne nicht regelmäßig erhielten; zweitens verlangte» sie eine Abrechnung Über die von ihnen seil 14 Jahren in eine sogenannte Unterstütznngskasse eingezahlten Gelder. welche von der Direklio» verwaltet wurden. Ai» 14. September verbnndellen die lürbeiter abermals mit der Direklion unter Beisein des Polizeichess, des Bezirksingenieurs und von Kosaken(!). Der Direktor versprach, von Neujahr ab eine regelmäßige Anszahlnng der Löhne platzgreifen zu lassen. Die Antwort ans das Verlangen, Rtcheuschast über die vo» de» Arbeitern in die„UnterstützungSlasse" eingeznhllen Gelder abzulegen, sollte„'»ach Rücksprache mit den Be- Hörden" in 14 Tagen erfolgen. Und in der That, die Antwort wurde gegeben; die Satrapen de? Zaren gaben sie in der ihnen eigenen Weise durch Gesängniß »nd Knute. In der Nacht vom 27 zum 28. September wnrden acht Arbeiter verhallet und in das Gelängniß von Piotrko w ab- geführt. Durch diesen Geivaltakt glaubte man die Arbeiter ein- geschüchtert zu habe», so daß sie nicht ivagen würde», ans ihrem Verlangen z» beharren. Der Direktor Harting und seine Bande(wahrscheinlich von ihm bestochen) täuschten sich. Die Arbeiter, die bis v Uhr nachmittags Antivorl verlangt hatten, verließe» sofort die Arbeit, als sie vo» der Verhastuiig ihrer Kameraden ersuhren; einige hundert zogen vor das Direktionsgebände und verlangteii die Freilassung der Eingekerkerten. Ueber 4000 Arbeiter verließen ihre Plätze und beschlossen, nicht eher zur Arbeil znrückznkeh>en, als bis ihre Kameraden in Freiheit gesetzt und die Sache mit der Unlerstützliiigs- lasse aufgeklärt sei. In den nächsten Tagen wurden einige tansend Kolaken in die Stadl geworfen, die die„Oldmuig aufrecht erhalten" solllen und auch Slreikbrecherdienste zu lelsten hatlen. Die Ar'beilcr hielten sich durchnils ruhig. Einige Tage später wurden die Streikenden vor das Palais des Polizeichess gesordeit; dort sollten ihnen die Ent- schließungen der Direltion bekannl gegeben werden. Zur sestgelehten Zeil hatlen sich aus dem Platz Tansende angesammelt. Tue Direktion ließ be- kaiint geben, daß sie den Kontrakt mit ihren Arbetter» als ans- gehoben detrachte; es solle jeder seineil Arbeitsschein in Empsang nehmen. Die Masse sing schon an. sich zu verlausen, als der Ossizier ei» Telegramm ans Warschau erhielt(nach der Annahme nnsercs sachknnbigen Berichterstatters, die regicerungs- seitliche Erlanbiiiß schieße» zu dürfen). Der halbtrunkeiie Polizist rief die Massen zurück, verlas»ocbmalS d�e Erklärungen der Dtreklion und schrie dann:„Im Namen Gottes, ,veg mit den Frauen Mid Kindern!" Obne Zweifel bestand die Absicht, aus alle Fälle dM Streik durch eine regelrechte Füsiladc zu Ende zn bringen und es mußte den Gewaltmciilcheu weniger ivünscheiiSiverlh erscheinen, Frauen»»d Kinder zu tödlcn. Kaum halte er diese» Ans ansgestoßen, als von alle» Seilen Soldaten ans die Massen eindrangen. Diese konnten sich nicht schnell genug verlaufen, eine Salve wurde erst in die Lust, eine zweite in die Masse abgegeben. Drei der Getroffenen innren sofort iodt, fünf trugen schwere Verwundunge» davon. Die Straße» waren bald gerämiit. Niemand durfte die Todten bei seile schaffen, selbst den Verivnndeten durfte man keine Hilfe bringen. Diese mußten warten, bis Mililärälzte zur Stelle ivaren. Wahricheiiilich wollte man durch diele Kennlniß davon erlange», wie die Proieklile an de» Körpern der heimische» Arbeiter gewirkt halte». Am selbe» Tage, als in Dombrowa die Niederschießnng wehrloser ruhiger Arbetter stattsand. legten auch die Ülrbetter der einige Kilcnneier eiltseritte» Zinkhütte„Panltne" die Arbeit nieder und sind, wie auch die ver.Hur» dankowa', vis heulc noch nicht ans ihre Plätze zunickgetehrl.— — Von der landwirthschaftlichen K r s i S Die von der Regierung zur Berathung von Maßregeln gegen die all- gemeine und andanernde landunrlhschastliche KrisiS eingeseyle„besondere" Kommission hat folgende Vorschläge geuinchl: I. Fürsorge zur Verbreitnng vo» laiidwirthschasllichen Kenntnissen durch Errichtung von landwirlhschnftliche» Schule» verschiedener Art; 2. Verminderniig der Zölle auf lniidivirthschnstlicheMaschinen und Werkzeuge; 8. zollfreie Einfuhr von künstlichem Dünger; 4. Errichtung von Elevatoren in Hnfenstädle» und an Elseiibahn-Kreiiziingspunkten; 5, Organisnlioii der Agenturen aus ausländischen Märkten für den Absatz russischer laudwirlhschastlicher Produkte; 6 Taiisermäßigiiiig und Organisation der Terni>»liefer»ngeii; 7. Beihilfe für den Kleinbetrieb durch Errtchtung vo» Schule». Lehriverkstälten. Museen und Allsstcllilnge»; 3. Oigaiiisalion dcS billigen Kredits, 9. Organisation des kurzfristigen landwirthschaftlichen Kredits aus Gegensciligkeit unter Aufsicht des Ackerban-Miilistenlims. Durch diese Maßregeln will ma» die lang andauernde schwere landivirthschaflliche Krisis ans der Welt schaffe». DaS ist die höchste Weisheit der russischen Regierung i Wir 'vollen nur ein paar Beispiele folgen lassen, welche zeigen werde», welcher Art und wie groß die Roth lst und wie weit jene Maß- regeln wirksam sein können. Im Wjatka-Gonvernemeut bezahle» die Bauern für 1 Deffätin 1 Rubel 2 Kopeken Steuer; die Bodenbesitzer in Slädlen zahlen 82 Kopeke» pro Deffätin; die Domänen l2i/e Kopeken; Privatleute 8'/, und der Staat 7 Kopeken pro Deffätin; also bezahlt der Bauer dreimal mehr als der Etadlbewohner und fünfzehn mal mehr als der Staat. In einzelne» Kreisen giebt es noch größere Unterschiede; z. B. im Jelabnga-Kreis zahlt der Bauer fünfund- z w a n z i g m a l mehr als der Staat und zehnmal mehr als der Privateigeiithümer; im Urschum-Krels drei«ndz>vanziginal mehr u. s. w. Aehuliche Beispiele könnte» wir»och beibringen für die Gouvernemcnls Rjäsan, Damboff, Moronesch u. s. w., für ganz Mittel- und N o r d- R u ß l a u d. Da der russische Bauer so bis über dem Kopf in Staats-, Kommunal- ic. Schulden steckt, da diese Schiilden iinnier weiter an- schwellen und die Regierung mit aller Graiisamkelt diese Schulden einzutreiben sucht, kommt der russische Bauer immer weiter heriinter. Hier steckt die landwirthschastliche Krisis. Und zur Bekämpsniig dieser Krisis kommt die Regierung mit der Errichtung von land- ivirthschnftlichen Schulen, mit der Organisalion der Agenturen für de» Absatz landwulhschasUicher Produkte und mit künstlichem Dünger... Türkei. -- Ueber den Militärkonflikt zwischen Bill» garien und der Türkei erhält die„Intern. Corresp" ans Sofia folgenden Bericht: Die diesjährige» militärischen Erfolge der Türken in Thessalien haben auch in Bulgarien ein Gefühl der Unsicherheit hervorgerufen. Man sagt sich, daß im Falle eines Krieges mit der Türkei, dessen Ausbruch bei der gegenwärtige» Erstarkiing des mohamedanischen Selbstbewußtseins selbst gegen den unmittelbaren Wunsch Bulgarielis durchaus nicht im Bereiche der Unmöglichkeit liege, Ostrumelie» sehr leicht in dieselbe Lage kommen könne, in welcbe Thessalien zur Zeit gerathen ist. Der Balkan biete wohl für das nördliche Bulgarien eine hinreichende militärische Verthcidigungslinie, bis den Bulgaren etwa von anderer Seile Hiisc gebracht würde, aber der südlich vom Balkan gelegene Theil des Fürsieitthllnis»nd besonders Philippopel liege dem Einmarsch enics überlegenen türkischen Heere? offen. Die bulgarische Regieruilg ließ daher in aller Eile einen Befestigungsplan ausarbeite»,»ach welchem für Ostruinelien eine ähnliche Schutzwehr geschaffen werden sollte, wie Rumänien durch seine Befestigungen in der Moldau erhallen hat. Und ohne die Sodranje und die politischen Parteien viel nitt der Frage zu beschäftigen, wurde» rings um Philip popel die Arbeiten zur Herstellung vo» 21 Forts begonuen, wozu vorsichtshalber fast ausschließlich Soldaten verivendet wurde». Das Unternehmen hätte wohl auch eine geraume Zeit in aller Stille fortgeführt werden können, wen» für die Erd- und Manrerarbeite» nicht bedeutende Mengen von Zement aus dem AiiSlaude hätte bezogen werd-n müssen. So erfuhr man vo» der Sache doch bald in Konstantinopel, ivoranf ziemlich ernste Vorstellnnge» seitens der Pforte erfolgten, welche ans grund des Berliner Vertrages als Souzerain für Ost- rumelie» die sofortige Einstellung der Befestigungsarbeiten bei Philippopel verlangten. Fürst Ferdinand beeilte sich auch, dem Sultan die Versicherung zu gebe», daß ihm jede Verletzung des Berliner Vertrages fern liege und er garnicht daran denke, Philippopcl i» eine Festung zu verwandeln; die begoniienen Erdarbeiten seien ohne jede Bedentimg»nd hätte» nur den Zweck, die Soldaten zn beschäftigen. Da indeffen eine endgiltige Einstellung der Arbeiten bisher noch nicht erfolgt ist, und auch die Zufuhren von Cement »och fortdauern, so dürften wohl türklschersells bald noch ctivas dringlichere Vorstellungen erfolge».— Gricchciiland. — Ein militärisches Reform Programm beab- sicliligt der neue Kriegsminister S e w l c ns k i durchzuführen. Er null die Disziplin verschärfen u»d das Offizierlorps von allen par- lameiitarischen Einflüssen unabhängig mache»; kein aktiver Osfizicr soll mehr zugleich Abgeordneter sein. Ferner sollen die Regiments- kadres und die Zahl der Uiileroffiziere vermehrt werden.— Ästen. — Vom indischen Kriegsschauplatz. AnS S i m l a mild gemeldet: General Lockhart, der die britischen Truppen bcschligl, hat eine Proklamation an die Afridis und die mit diesen befreundete» Stämme erlassen, worin er dieselben auffordert, sich der englische» Oberhoheit zu Unterwersen, wen» sie nicht schwere Züchtigungen erwarten wollte».— Amerika. — Der Kriegspensionen« Schwindel in den Vereinigten Staaten. Eine ans Beschluß der Bundes- regiernng der Vereinigten Staaten vorgenommene Untersilchting über die bei der Aiiszahlimg der Kriegspensioiieii für die Kämpser des Sezessionskrieges vorgekommenen Unregelmnbigkeiten ergab, daß im Lause der letzten zebn Jahre vom BimdeSschatzaint für Kriegspensionen gegen 13 Millionen Dollars zuviel aiisgezahlt wurden. Diese S»»»»e erbeuteten fast ausschließlich die in New- Jork bestehenden Agenturen zur VermMeliilig der Itriegspensionen, indem sie vom Slanle stels noch für viele lanseiide der längst gestorbene» Pensionäre die Ruhegehälter in Empfang nahmen. Eine einzige derarlige Agentur in New-Aork hat zur Zeit nicht iveniger als S2 000 Pensionäre zn vertteten. für welche sie jährlich gegen 4>/i- Millionen Dollars bezieht, während sie zumeift von den Pensionäre» das an sich geringe Gehalt gegen eine einmalige Ab- findniigssiiinme erworben hat. Sie besitzt dann natürlich eiiir Haupt- vollmacht des Peiisioiiärs zur ständigen Erhibnng seines Gehalts- betrages, iveSbnlb sie de» erster«» in der Regel«och Drei bis vier Jahre nach feine», Tode weiterleben läßt, wofür man in den Bei« einigte» Staate» ohne große Mühe alle erforderlichen Nachweise crhälten kann.— Jetzt aber soll doch endlich diesem Pensions- schwindel ein Ende gemacht werden, doch wird man es gewiß nicht wage», gegen die Agenturen strafrechtlich vorzugehen, da diese vgirn die„schien" Zeugnisse von mehreren hundert Ortsbehörden vor- zeigen würden. Das Schatzamt hätte dann das Vergnüge», dnS Strasveisahren gegen alle die Bebördon einleiten z» lassen, was jedoch für jede amerikanische Regiernng sehr bedenkliche Folgen haben könnte.—_ Tie„Leipziger volkSzeitting" erwidert nochmals auf unsere letzte Notiz, ohne auf ilnfere» Vorwurf, sie habe»nsere sachlichen Darlegungen in der sächsischen Landlagssrage ihren Lesern durchaus verschirnege», eiwa- sagen zu können. Der Verlans des Parteitages, daS Urtheik desselben über die Haltung der„Leipziger Volkszettnug" zn den Beschliisfen der säch- stschen Laiidesionfcrenz, sowie die Entscheidung bezüglich der Taktik niltcr dem Dreiklnffen-Wahlsystem— das alles beweist überdeiltlich, wie sehr wir mit unserer Polemik gegen die«Leipz. Volkszlg." auf dem richtigen Wege gewesen sind. Wir werden dem Wunsche des Parteitages Rechnung tragen, indem wir die von der„Leipz. Volkszlg." begoiinene unerquickliche Debatte hiermit schließen. Tie Parteigenossen in vrandcubnrg a. H. haben eine Pe- tition tu Umlnns gesetzt, worin die städlifchen Kollegien um Auf» Hebung des BürgerrechtSgeldes ersucht werden. Als RclchStagS-KandiVat für den Wahlkreis Sänger- h.a u s e n- E ck a rl S b e r g a in der Provinz Sachsen wurde in einer Parteiversammlung zu SaNgerhausen Genosse I. Simon ans Erfurt aufgestellt. Genosse«(dgnr Steiger in Leipzig tritt am 1. April nächsten Jahres von der Redaklio» der„Neuen Welt" zurück/ A»S Oesterreich. Unsere niederösterreichischeii Parteigeiiossen werden iin Lailie des Monats neben der täglich erscheinenden „Arbeiter- Z e i r u n g" iliid der«in ersten, zweiten„Nd vierten Donnerstag im Monat erscheinenden„V o l k s t r i b ü n e/ ein neues Blatt, die„Nene V o l k s t c i b n n e". herausgeben, das am drille», evenlnell am drillen und fünften Donnerstag jeden Monats erscheinen soll. Die alte„Volkstribüne" hat jetzt eine Auflage von i7 000 Exemplaren; der publizistische»»nd agitatorischen Kraft unserer»iederösterreichllchen Parteigeiiossen wird eS nnschiver ge- lnigen, der„Nene» Bolkstribüne" eine gleich starke Verbreitung zn ver- schaffen. Die Administration der„Neuen Volkstribüne" befindet sich in Wie» TU 3, Burggaffe 101. Die Parteigenossen Niederösterreichs halten am 14. und IS. November i» W i e n ihre 6. Landeskonferenz ab. Unter anderem wird verhandelt werden über die Ngitalion für Erreich»»« eines besseren Landtags- und Gemeinde-Wahlrechts. PolizeilichcS, Gerichtliches«. — Tie vom Landgericht in Mülhausen i. E. ausgesprochene Verurtheilung des Reichslags-Abgeordnelen Genossen B u e b zu zehn Monate» Gefängnih ist. wie eine Wolff'sche Depesche meldet, wegen Verächllichmachnng von Slaatseinrichtungen, wegen Kolportage- vergehen und wegen Beiseiteschaffung von beschlagnahmten Gegen- ständen erfolgt. Wie wir seinerzeit berichteten, handelte es sich bei dem letzten Punkt um beschlagnahmte Flugblätter, die er den Besitzern erhalten und deshalb der Polizei nicht ausliefer» wollte. Das badische 170. Jnfanterie-Negimeut war. während der Manöver im August d. I. in Offen bürg einqnarlirl worden. ' Die Einwohner hallen das Regiment sehr gastfreundlich enipfangeu, dennoch tauchte bald das Gerücht ans, daß über verschiedene W i r t h s ch a f t e n das M i I i t ä r v e r l> o t verhängt sei. Unser Offenburger Bruderorgan, der„Volks freund", bezweifelte die Richtigkeit des Gerüchts und meinte, wen» das Verbot wirklick er- folgt sei» sollte, so fände sich in der deutschen Sprache kein Wort. nm das zu charakterisiren. Durch die Nouz des„Volkssreuuds" fühlte sich das Kommando des genannten Negimenls beleidigt, der .Redakteur Genosse Adolf Geck erhielt eine Anklage und Montag, den 13. Oktober, hat das Schwurgericht über die Sache zu ent- scheiden. Go wevll m*ft lnsres. Berlin und Ilingebiiiig. Achtung, Holzarbeiter Berlins! Seit Monaten stehen die englische» Maschinenbauer im Kampfe nm den Achtstundentag. Der Ausgang dieses Kampfes ist nicht nur für die englischen Arbeiter, sondern für die gesammte Arbeiterschaft von eminenter Bedeutung. Neben den Arbeitern aller Länder sind auch die deutschen Arbeiter bemüht, die Verkürzung der Arbeitszeit bis aus 8 Stunden zu erreichen. Leider sind die deutschen Gewerkschaften trotz der gewiß rührige» Agitation noch nicht zu einer Stärke gelangt, die es ihnen gestallet, einen gleich großen Kampf wie die englischen Arbeiter aufzunehmen. Die Verkürzung der Arbeitszeit ist die Vorbedingung für die Emanzipation der Arbeiterklasse. Zins diesem Grunde haben wir die Maschinciibnner Englands als Vorkämpfer zu nnterslntze». Ein solcher Kampf aber, wie ihn die englischen Arbeiter führe», crfordeU riesige Mittel und obgleich die Kassen der englischen Gewerk- schasten init Millionen gefüllt wäre», ist es doch nicht ansgescklossen, daß dieselbe» in absehbarer Zeit geleert sind, da jede Woche etwa eine halbe Million an Untcrstntzungsgeldern ausgezahlt werden muß. Wir müssen nun suchen zu verhüten, daß der Kampf wegen Mangel an Mitteln für die Arbeiter verloren gehl. Beweise» wir »Hieve Solidarität, die gelragen wird von der Erkennlniß, daß die Ausbeutung der Arbeiter in allen Ländern, ob .England oder Dentschland, die gleiche ist. Kommt auch das Schärstei», welches wir geben, den Opfern, die die eiiglischen 3lr- beiler bringen, nicht annähernd gleich, soIbeknnden wir damit doch unsere Sympathie» für die englischen Arbeiter. Hoch der Acht- st n» d e» t a g. Wir ersuchen Euch deshalb, mehr als bisher die Extrabeiträge regelmäßig zu zahle». Alle diejenigen Kollegen, iv e l ch e ein weiteres t h» n wollen, möge» freiwillige Sammlungen in den W e r k st e l l e» v o r n e h m e n und die B e t r ä g e a n f d e in Arbeitsnachweis des Verbandes, Anne n st r. 39, ab. liefern. Dieselben werden wir öffentlich qnittiren. Die O r t s v e r w a l t u n g des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes. Die Zinuiierer des Zimmermeisters Mertens ans Groß- Lichterfelde haben am Mittivoch die Arbeit wieder ank- genommen. Herr Mertens veipstichtctc sich sowohl, einen Stunden» lohn von 20 Pf. zu zahlen, als auch keine Maßregelungen vor» zunehmen. Tie Organisation der Maurer in Spanda» hat infolge des erst vor kurzem beendeten Streiks starken Znivachs erhallen; daher kam es, daß es dieser Tage bei dem Manrenneister Baethge kaum einer halbstündigen Arbeitsniederlegung bedurfte,>»» die von der Lohnkoinmisston anfgestelllcn Forderungen durchzusetzen. Die übrigen Meister sind zum thcil den Wünschen der Maurer ohne weiteres nachgekoinme», zum theil schweben noch Unterhandlungen. Tentschcs Reich. AuS Steiiiu. Die Direktion der S l ö w o r' scheu Fabrik (Aktiengesellschaft) veröffentlichte in Stettincr Zeittiuge» folgende Mitlheilung:„Durch einen Theil der hier eischeinenden Tages- blätter wurde die Nachricht verbreitet, daß einige Arbeiter wegen»iigebührlichen Betragens ans unserer Fabrik entlassen worden seien und daß dieses Vorkoininuiß die im Nähmasckiucnban beschäftigten Arbeiter veranlaßt habe, schon gestern in den Streik zu trete». Diese Mitlheilung bedarf insofern einer Richligstcllnng, als die Entlassnng einiger Arbeiter nicht wegen ungebührlichen Be- tragcns, sondern wegen Betruges, verübt durch wissenlkich falsche Angaben mit Beziehung auf die Lohnberecknuiig, erfolgt ist. Gegen die Betreffenden ist die sliafrechlliche Versolgniig eingeleitet." Demgegenüber gicbt unser Slelliner Brnderorgan. der„Volks- hole", folgende Darstellung des Sachverhalls:„Im Slähmaschinen- bau sind die Akkordpreise sehr niedrig. Fallen nun in eine Zahlung mehrere Feierlage, so wird der dnichschnütliche Lohn nicht erreicht. Um ans den DurchschniUslohn z» kominen, werden bei der Adrechming einige Thcile mehr angegeben, die erst in der folgenden Woche fertig genellt neioeii. Dies« bc- zahlte und noch nicht angefertigte Arbeit heißt„Schwein". Dieses System zieht sich von Zahlung zn Zahlung, häufig das ganze Jahr hindurch hin. Die Meister wissen davon, haben sogar schon selbst dazu anfgesorderl,„Schwein" anzugeben, wenn der Lohn zn gering war. Zwischen Weihnachtcii und Neujahr finde! in der Fabrik Jiivenlnr statt und wird zn diesem Zeitpiinkle das i, Schwein" anfgearbcilct, so daß die Fabrik Schaden nicht gehabt hat. Auch in der Versainmliiiig am Sonntag haben die Arbeiter erkläit, die Arbeit noch nicht einziistelleii, damit ei» jeder sei» „Schwein" ausarbeite. Ferner wollten die am Montag Enllasseiieii erst ihr„Schwein" aufarbeiten, es wurde ihnen aber nicht gestaltet. Es ist demnach eine Infamie, die Arbeiter öffentlich als Betrüger hinzustellen. Da dieselben nicht beabsichtigt haben, sich einen rechtswidrigen Vermögensvortheil zn verschaffen, so können sie auch nicht wegen Betrugs bcstrasl werden. Uebrigens hat die Fabrikleitnng von diesem System, das s o all i st, w i e d i e F a b r i k b c st e h t, Keiintniß gehabt. Unter diesen Umständen können wir den als Betrüger erklärten Arbeitern nur den Rath geben, den Spieß unizndreheu und die Direktion wegen Beleidigung zu verklagen." Tic StaatSuiiUialischaft in BrcSkan hat gegen daS frei- sprechende Erkennlniß der dortigen Slrnskaninicr in Sachen des P r o f e s s o r e n» ZI ii s r ii s s für d i e H a in b u r g e r Hafen- arbeiter Berufung eingelegt. Bei der Gcwerbegcrichtswahl in Göttingen wurden in der Klaffe der Arbeiter die Kandidaten der Gewerkschaileii fast einstimmig gewählt. In der Klasse der Untrruehnier, für welche»nserseits keine Kandidaten ausgestellt wgrcn, wurden die Kandidaten der Jttnungen gewählt. Tic streikenden Maurer Leipzigs sind in einer Versammlung dem Verlangen der Unternehmer, andere Personen als das inhaslirl gewesene Slreikkomilee mit der Führung der Unteihandlliiigeii zu be- lranen, nachgekommen: gewählt wurden die Maurer Zscherpe, Siegel, Haupt und L n f s k y. Damit ist den Unternehmern jeder Vorwand benommen, sich der vom Oberbürgenneister Dr. G e o r g i angebotenen Vermittclnng z» entziehen. RuS Mannheim. Die R a d s p a n n e r der Drais-Fahrradwerke ans dem Waldhos haben am 7. Oktober wegen Lohnkürzung gekündigt. Die Differenzen in den Heß- Fahrradwerken danern fort. Veiaiilivortlicher Aedakieur: Angnst Jacvbey in Berlin. Für den I Ausland. Tie Budapestcr Hntmacher beabsichtigen, in eine Lohn- beivegnng einzutreten. Die Meister haben die von den Gesellen gestellte» Forderungen unbeantwortet gelassen. Zuzug ist sern- zuhalten. Streiks in Wesirnstland. Der Westen Rußlands ist in diesem Jahre von einer lebhafte» Streikbewegung erfaßt. In Bjaly stock versuchten vor Ostern die Schneider durch eine Petition an den Gouverneur die Durchführung deS alten russischen Gesetzes zu erreichen, wonach der Arbeitstag der Haiidwerkergesellen 10'/, Stunden nicht überschreiten darf. Da diesePetition lediglich polizeilicheRecherchen über ihre Urheber zur Folge halte, erzwange» sich die Schneider nach Ostern den 10�/sstündigen Arbeitstag mittels Generalstreiks. Im Mai führte» die M ö b e l s ch r e i n e r einen erfolgreichen Streik durch und die in Fabriken befchäsligten Weber erzielten eine Lohn- erhöhnng von 2 ans 6 Kopeken für das Gnrngebinde, wie auch den lOhestündigen Arbeitstag. Im Juni errangen Arbeiter einer ganzen stleihe von Gewerbe», so die S ch u h m a ch e r, S ch n e i d e r i n n e n, Klempner und Tischler mittels Streiks den lOl/sstiindigen Arbeitstag. Ueber den im Juni nach anderlhalbwöchiger Dauer erfolgreich beendigten Streik von 1200 bei Loiikelniks(Zwischen- meistern) beschäftigten Webern ist im„Vorwärts" sckon berichtet worden. Am 21. Juli traten 200 Spinner in Streik. Es sei noch erwähnt, daß die Z i g a r e t t e n- A r b e i t e r i n n e n in der Fabrik von I a n o w s k y mittels Streikes die Abschnffniig des Akkordlohnes und die Einführung des Wochenlohiies erreichle». Die Beivegnng zu gimsteii des loc/estündigeii Arbeitstages erfaßte auch die Umgebung von Bjalystok. So haben die Weber in G o r o d o k und M i ch a l o w o durch allgemeinen Streik den lOl/sstüiidigen Arbeitstag und höheren Lohn errungen. Jn Kryn ki haben 372 Gerber nach einem 6 Wochen dauernden Streik die Be- seilignng der Zwischenmeister lind den zehnstündigen Arbeilslng (von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr abends mit zweistündiger Pause) erreicht. In Wik na hat die Streikbewegniig in diesem Jahre gleichfalls ein noch nie dagewesenes Leben in die Arbeilerbevölkeriing gebracht. Ende Juli erlangten 250 Tischler an stelle des früheren von 6 Uhr morgens bis 8 Uhr abends dauernden Arbeitstages die l0>/e stündige Arbeitszeit(von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr abends mit 1 Ve stiindiger Pause). Ein Streik der Sattler endigte gleichfalls mit dem Siege der Arbeiter, doch als ei» Salllcr von der Polizei verhaftet und ausgewiesen wurde, träte» sie von neuem in Sireil. Der Monat Angnst brachte einen Generalstreik von über 200 Maurern, der zur Folge hatte, daß die Maurer nur bis 6 Uhr abends arbeile». Auch ein Schneider- st r e i k hatte Erfolg. Streiks kamen ferner vor bei den Buch- bindern und in einer S t n h l f a b r i k. Di« mit dem Bau der Wasserleitung beschäftigten Arbeiter setzten durch, daß ihre Arbeit jetzt von 6 Uhr morgens bis 7 Uhr abends dauert. Mitte Zlngnsl stieiklen die jüdischen Bar biergeselle n; sie ver- langten, daß am Sonnabend die Arbeil zu ruhen habe. 20 von ihnen wurden ins Gefängniß gesteckt, wo sie. allein in einem großen Zimiiier untergebracht, mehrere Tage verbleiben mußten. Am l2.Seplbr. wurden wegen des Eintretens in einen Streik 14 Schornsteinfeger- gesellen verbaftet, am 19. September sind neue 10 Schornstein- fcgcrgcscllen in Hast genommeii worden. Gegenwärtig befinden sich im Gcsängiiip von Wilua 70 Arbeiter. Ihre Familien leiden biltere Roth. I» Witebsk erreichten 40 Bürsteniiiacher durch Streik de» lO'/estnndigen'Arbeitstag. In K o iv n o baten am 7. September 24 K l e in p ii e r die Arbeit niedergelegt. Sie verlangen gleichfalls Verkürzung des Arbeitstages. In Wilkowischki im Gonverne- nicnt Grodno haben die Bürsteniiiacher die Verkürzung des Arbcilstages um eine Stunde durchgesetzt. Statt der früheren 14 Stunden arbeiten sie jetzt 13 Stunden, alles zedoch einschließlich einer zweistündigen Miltagspanse gerechnet. In dem Städtchen 5l oni in streiken seit'Anfang September 100 Tischler. Ziu» Kampf der englische» Maschinenbauer geht uns soeben noch solgeude Korrelpondenz unseres Londoner Mit- arbeilcrs zu: Der Unteriiehmerbuiid im Mnschiiienbangeiverbe hat dem Bunde der Schiffs- und Maschineiibau-Gewerkschafien erklärt, daß er unter den jetzigen Beihällnissen sich nicht veranlaßt sehe, mit ihm über Verkürzung der Arbeitszeit in Verhandlniig zu treten, und ihn auf seinen vorgestern in Leeds gefaßten Beschluß verwiesen, wo es heißt, daß die Lage der Mnschiiienindiistrie keine Verkürzung > er Arbeitszeit erlaube. Es bleibt nun abzuwarten, ob dies den Bund bewegen wird, sich den Vereiniglen Maschinenbauern an- zuschließen. Eine heule in den„Daily News" milgelheilte Bemerkung des Herrn A. Sieipcns, daß die Nnleruchmer absolute Herren„ihres Eigenthums" sein wollen, wird als eine Kriegserklärung bis aufs äußerste aufgefaßt, und die schon sehr gereizte Stimmung ver- chärft sich. Bis jetzt sind den Maschinenbauern 2'00 Pfd. Sterl. regelmäßige Wocheiizuschüsje von anderen Gewerkschastew garantirt. Znm Jahrcökongrest der englischen Eisenbahner, der seit Montag in Plyniouth tagt, halten wir bereits initgeiheilt. daß die Zohl der Verbaiidsinitglieder sich im letzten Jahre fast verdoppelt habe. Auch das Vereinsorgan, die„Railway Review", deien Redaktenr Fred. Maddifon jüngst an stelle des ver- storbenen Mnndella liberales Parlameiilsmitglicd für Shesfleld ge- woiden ist, steht ebenfalls gut und deckt seine Kosten. Das Borgehe» der Exekutive, die den kämpsendeii Maschinenbauern einen einmalige» Beilrag von 1000 Pfund Sterling und dann 200 Pfund Sterling wöchentlich zugewiesen hat, wurde gutgeheißen und mit 40 gegen 2 Slimmen beschlossen, von jetzt ab bis zn Ende des Kampfes einen Beilrag von 300 Pfinid Sleiling wöchentlich zu zahlen. Ten Werth des jüngst von Lord James de Hercsord mit beziig auf die'Arbeits- Verhältnisse der North Eastern Railway gefällten Schiedsspruch für die Arbeiter schätzt der Bericht des Sekretärs auf 22 000 Pfund Sterling jährlich, von anderen Borlheilen abgesehen. Der Verein ist auf guicm Wege und enlschlosse», die hier erlangten Zugeständnisse im ganzen brilischen Lteiche zu erkämpsen.— Nblehnnng von Richtern. Zu einer grundsätzlichen Entschei- d»ng des Reichsgerichts gab eine der beiden Verhandlniigeii Anlaß, ivel che gestern gegen unser» Parteigenossen Arthur Stadthage n 'atlfanden. Es handelte sich»in ein Urlheil des Land- gerichts I in Berlin vorn 18 September l892, ivelches dem Angeklagten wegen angeblicher Beleidigung von Magde- bürg er Richtern und des Bürgenneisters von Stasi- litt, begange» in einem Briefe an einen i» Haft bcsindliche» Klienten, zu einer Strafe von einem Monat vernrtheilt hat. Die von Angeklagten eingelegte Revision kam jetzt znr Verhandlung. Es haben in dieser Sache Hauptverhaiidlnngen vor dem Landgerichte Berlin n», I. Juli und am 13. September 1892 stiiltgefniideii. In beiden Te Milien halte der Angeklagle die er- keiineiiden Richter wegen des Verdachtes der Vefaiigeicheil abgelehnt. Das erste Gesuch erachtete das Kamnicrgeiicht für theils unbegründet, thcils gegenstandslos. Das vom 13. September verivarfe» die sünf abgelehnten Süchter selbst,„iveil dasselbe»ack lleberjengung des Gerichts- hofeS überhaupt nicht ernstlich genicint, sonder» nur zur Aerschlcppniig gestellt ist, wie sich theils ans der offenbar iinzureichenden Be- gründuiig desselben, theils aus dem Umstände ergiebt, daß der Angeklagle im Laufe des Versahrens schon ivieder- holt derartige Anträge gestellt hat, welche als gänzlich unbegründet znrückgeiviese» ivorden sind und weil unter diesen Um- ständen die Annahnie berechtigt ist. daß der Angeklagle in jedem neuen Termin mit ein ein derartigen'Antrag könuneu und versuche» würde, auf diese Weise eine sachliche Entscheidung überhaupt zu verhindern." Angeklagter rügte, daß diese Art der'Ablehnung ungesetzlich sei. Erstlich dürsten die abgelehnten Richter selbst solchen Beschluß nie assen. Niemand dürfe im Interesse des Ansehens der Rechtspflege Stichler in eigener Sache sein. Stelle man sich auf einen formellen aiidercn Slandpnnkt, so sei doch die Begnmduiig total serateiilheil peramwomich c Th. Vilvck« in Berlin. Druck und Bei loa von hinfällig. Die Akten ergeben, daß seinerseits keine Ver- schleppnngsabsicht vorgelegen habe, daß vielmehr durch eine Reihe.Maßnahmeil der Anklagebehörde, des Land- und des Kammergerichts eine ihm sehr unliebsame Verzögerung der Entscheidnng eingetreten sei. Von einer„offenbar nn- zureichenden Begrniidnng" könne gegenüber den offenbar sein Miß- trauen gegen die Richter rechtfertigenden Thatsache» keine Rede sein. Unwahr endlich sei es. daß er„wiederholt" abgelehnt habe. Die Herren Leonhard, Briesekorn und Lepe seien, da das Kammergericht sein diese Herren betreffendes Gesilch für gegenstandslos erklärt habe, das erste Mal ausweislich der'Allen in dieser Sachen abgelehnt. Der Reichsanwalt Heineniann erklärte, daß allerdings der Vorwurf einer frivolen Berfchleppniig ans Seiten des Angeklagten sich nicht recht- fertige. Auch er müsse für Anfhebuiig des Urtheils eintreten. Das Reichsgericht gab der Revision des Angeklagten folge, hob das Urlheil auf und verwies die Sache an ein anderes Gericht. nämlich an das Landgericht II in Berlin. In den Gründen hieß es: Die Begründung des'Ablehnungsgesuches vom 18. September sei zwar prinzipiell stir znlnssig zn erachte». Die Vorschriften der Straf- Prozeß-Ordnung setzen ei» wirkliches nnd ernstgemeintes Ablehiiuilgs- gesuch voraus. Wo der Angeklagte ein solches nur zum Scheine vor� bringt, wo es sich ans seinen eigenen AuSführungeil und sonstigen Umstände» ergiebt, daß er in Wirklichkeit weder einen gesetzliche» Ablehnuiigsgrnnd noch eine Befangenheit der abgelehiiten Richter aniilmint, da muß es schon nach der jetzigen Lage der Gesetzgebung, wenn das Gesetz überhaupt eine Bedentinig haben soll, gestaltet und geboten sei», solche Ablchnniigsgesnche ohne weiteres zurückzuweisen, ohne daß das Ausscheiden der betreffenden Richter nölhig wäre. Die Parallele mit den Beweisanlräge» liegt in dieser Beziehung durchaus nahe. An sich ist ein Beweisnntrag, der erheblich ist, etwas, was eigentlich immer beachtet werden mußte, sofer» es auf die Schuldigsprechung Einfluß haben kann. Ueberzengt sich aber das Gericht, daß es sich i» Wirklichkeit garnichl nm einen'Antrag handelt, sondern dab blos der Schein eines Antrages vorliegt, daß nur etwas vorgeschützt wird, nm den Prozeß hinzu- ziebeu und zu verschleppen, dann ivird das Gericht berechtigt sein, solchen Antrag ohne weiteres ziirnckzlliveisen. Daran kann auch nichts ändern der Umstand, daß die gesetzgebenden Faktoren theil' weise anderer Meinnng gewesen sind. Freilich wird innncr zu prüfen sein, ob ein Gericht vielleicht geneigt sein könnte, sich für nicht befangen zn halten und deshalb viel- leicht ohne genügenden'Anhalt ein Ablehmingsgesuch_ als znni Schein vorgebracht verwirft. In diesem Falle könnte die Begrniidnng nicht für ausreichend erachtet werden. Ei» Verdacht der Verschleppnng lag im vorliegenden Falle nicht vor. Das Landgericht spricht von dem„offenbar uiibegrnndele» AblelmiingS- gesuche", ohne dies zutreffend darzulegen: andererseits wird von eineni„wiederholten"'Ablehiinngsg-suche gesprochen, obwohl gegen einzelne der jetzt abgelehiiten Richter ein Adlehnnngsgesnch überhaupt noch nicht vorgebracht worden war. Der Beschluß verstoße luilyin gegen de» Inhalt der Akten ü»d gegen das Recht des Angeklagte». Ter Sachlage»ach erschein es geboten, die Sache an ein anderes Gtrichl zu verweisen. Ei» Prozest, der ans die von Behörden beliebte Auf- faffung von der Bedeniung der sozialen Pflichten deS Unter- nehmers ein eigenthümliches Licht wirst, spielte sich am Mittwoch vor der Slrafkaminer des Landgerichis in Stendal ab. Dcr i» weiten Kreisen der dortigen Gegend bekannte Baumeister Meier- A r n e b n r g war angeklagt, durch Fahrlässigleit den Tod des Maurergesellen Klemmt derbeigesührt zu haben. Klemmt, der ans dem Gerüst eines von Meier übernommenen Baues arbeitete, fiel eines Morgens vom Gerüst herab und blieb ans der Stelle todt. Die Fahrlässigkeit wurde darin gesunde», daß, außer der geringen Breite des Genistes', an diesem die an dem Slande des Belags anzubringenden Oner- breiter nnd sogenannten„Vrnstungslalten" seh Iren, deren An- bringinig durch die Unfallverhütnngs-Borschnften der Baugewerk!-- Berufsgeiiossenschaft vorgeschrieben sei. Als Bertheidiger war Rechts- ainvalt Dr. L u b s z y» s k y auS Berlin anwesend, der einen umfangreichen Sachverständigen-Beiveis dahin vorbereitet hatte, d a ß s l ch d i e P r a x i s s a st allgemein über dies Si e- g l e»> e n t der Berufsgenossenschaft hinweggesetzt habe, daß unter Dnldmig der Behörden bei einfacheren Bamen diese Vorschrift fast niemals befolgt würde und daß im vorliegendem Falle ver Tod durch eigenes Verschulden des Gesellen beziehungsweise einen plötzlichen Ohnmachtsaiisall herbeigeführt ivorden sei. Als Sachverständiger waren u. a. der lgl. Geiverbe-Inspektor aus Magdeburg, der lgl. Bau- Inspektor ans Magdeburg und der Vorsitzende der dortigen Bernfsgenossenschaft aiilvesend. Sie beknndeteii fast übereinstinuneiid, daß es sich hier lediglich»in eine Ordiinngsvorschrist handele, die fast allgemei» in dortiger Gegend nicht befolgt würde, ohne daß daraus— da das Gerüst im übrigen durchaus ordnuiigsmäßig gebaut war— dein Banmeister eine Fahrlässigkeil zuzurechiieii sei. Auch die Aussagen, der übrigen Zeuge» nnd Sachverständigen lauteten eiitlastend, so daß Ver Geiichtshof nicht nur zn einem freisprechenden Eikenntniß kam. sondern auch die Kosten der V e r t h e i o i g u n g der Staatskasse auferlegle, weil, wie der Vorsitzende hervorhob, das Haupiverfahren lediglich auf grund einer Ullrichligen Angabe dev Anklageschrift eröffnet worden ist. Wozu weiden den» aber Vorschriften zur Sicherung von Leben nnd Gesundheil der Arbeiter erlasse», wen» sie nicht befolgt->i werden brauchen? Mit Arbeitern, die sich in den Schlingen des Vereinsgesetzes verfangen, springt man auch anders um! Ja, wie glauben, daß ein Arbeiter, der sich bei der Verlheidignng vor einer Anklage rühmen würde,»nler seinesgleiche» werde das Gesetz dock nicht befolgt, eine ganz besonders ciieigische Beftrafmig zu gewärtige» bälte. Das Verhalten der Behörden»> diesem Falle, sowie vag Gerichtsurlheil selber dürsten in der Arbeiterschaft kaum syinpalijisch ausgenommen werden._ DcpeflLzen und letzke MnchrUfikon. Berlin, 9. Oktober. In der heutigen Sitzung der Kommission für die Berathiing der Stainlen des Deulschen Drahlslift-VerdanbeS ivnrde der E»»vnrf der Statuten angenoinmen nnd soll Ende dieses Monats die tonstiluireiide Versammlung stattfinden. Budapest, 9. Oktober. Hier wird»och i» diesem Monat ein von den Sozialdeinokralen einbernsener Feldarbeit«!-Kongreß siall- änden.— In Saljotayano wurden zwei sozialistische Agitatoren ver- häslct. Cctiinjc, 9. Oktober.(W. T. V.) Die nach Skntari bernseiten Führer der'Albanesen-Slännne ließen dem Snlla» durch den Göu- verneiir von Ekulari ihre vollständige Unleriversnug nielden»»o kehrten in ihre Heimalh zurück. Die Frage der Entivafsiiniig der Albanesen ist verlagt worden, da man Verwkckelungey besiirchlet. Rom, 9. Oktober.(B. H.) In Arzicala IN der Provinz Oonia "türmten ca. 500 Weiber die Wovnnng des nenen Pfarrers. Der' "elbc rettete sich Iinr mit Lebensgefahr ans schweizerisches Gebiet. Madrid, 9. Oktober.(V. H.) Ans Befehl der Königin-Regenim sind alle verivaisten Kinder der hingerichteten Aiiärchifte» durch d u Jesnilenpaier Colomo in einer Erziehungsunslalt untergebracht ivoideil. Blackbiirn(Schoitland), 9. Oklober.(W. T. B.) Die Firme» Jates und Thomas im Maschinenbangewerbe haben heute 22 pEt. ihrer Arbeiter ausgesperrt. Di« anderen 75 pCt. der Arbeiter sind daraufhin aus Sympathie für die Ausgeschlossenen in den Ansstaiid getreten. Ein« weilere Anzahl von Firmen dieser Branche hat eben- falls gegeu 25 pCt. ihrer'Angeslelllen die Sperre verhängt. Algier, 9- Oklober.(B. H.) Das Zuchtpolizeigericht ver. iirtheille zwölf Personen, welche sich an anliseinilischc» De» moiistralionen belhciligt hallen, zu acht Tagen bis zwei Monaten Gesängniß. Manila» 9. Oklober.(W. T B) Ans Mindanao»nd im Snlu-'Archipel hat ein hefligrs Erdbeben stallgesunde», welchcs mehrere Berlnste von Menschenleben und bcträchllicheu Sachscha-en verursacht hat. Mar Badina in Berlin. Hierzu 4 Beilage»» llnierhnlluugcdtalt Ilr. 237. 14. ZchWg. 1, Pavfcifcifl dev pozinldcttroüvntiMvn PnvTci Veukfrhlnnds. Sechster VcrhaudlnngStag. V o r in i t t a g Z s i i', u» a. Sonnabend, S. Okiober, g'/« Uhr.— Den Vorsitz führt Singer. Die Pnrleikeiiiiiig der ungarischen Sozialdcniolratie sendet dem Parleilng ihre Grüpe. Ter Vorsitzende theilt inik, daß dnZ Vnrecin bis 11 Uhr Vor- schlage für die als letzter Punkt der Tagesordnuirg uorziiuehiiiende Neuwahl der Parteileiiung eirtgegeniiehinen werde. Es wird in die Tagesordiinug eingetrelen: Die Sl b st i m- m n n g e u über die B e l h e i l i g u n n au den preußischen L a ii d t a g s w a h l e n. Jahn- Oil- und West-Stcruberg: Parleigcnossen! Wir stehen vor einer Absiiinuiuiig. die für die Gesaininlpariei von schwer- wiegender Bedcutnng ist,»nd es haben vielleicht manche von Euch das OrganisalionSslalut bisher noch nicht beachtet. Ich mochte des- halb mir erlauben, auf§ 0, belresfend den Parteitag, cininal ans- inerksain zu»lachen. In Punkt 3 heißt es da:„Die Mitglieder der Ncichslags- Fraktion und der Parteileitung haben in allen die parlaineniarische und die geschnsllichc Leilniig der Partei bctrcfsenden Fragen nur bcralhcnde©liuinic." Bedenken Sie, wenn diese hier initstiinincn. könnten sie ohne Mandat einen Beschluß herbeiführen, gegen den sie als Mandatlräger vielleicht hätten sliinmen müsse». Vors. Singer: Nach meiner Ateinnng gicbt der Satz der Organisation, den Jahn angezogen dat. keinen Anlaß dazu, die an- ipesenden Mitglieder der Parteileitung und Fraktion an dieser Beschliißfassung nicht theiliiehinen zu lassen.(Lebhaste Zufliminung.) Es ist weder eine die parlainentarische Thätigkeil der Fraktion be- lresfeitde Frage, noch ist es eine die geschäftliche Leitung seitens deS Vorstandes betreffende Frage.(Sehr richtig!) Ich meine, es wird doch auch kaum in der Absicht des Fragestellers liegen, die Eenosseu, dir Mitglieder der Fraktion und der Parteileitung sind, bei dieser so ivichtigc», allgemeinen Frage von der Beschliißfassnug anszn- schließen. Indessen werde ich den Beschluß des Parteitages herbei- sühren. Es wird fast einsliinmig der Wunsch Jahn" abgelehnt. Nim mehr wird abgestimmt. Zunächst über Aufhebung oder Beibehaltung des Kölner Beschlusses. Die Frage wird aus Aushebung gestellt. Die Abstimmung ist eine u a m e ii t I i ch c. Für die Anshebniig stimmen: litbel, Adams, Albrecht, Antrick, Arndt, Arons, Auer, Bartels(Lübeck), Bändelt, Bebel, Behnke, Beschning, Bsrard, Alos, Bliune, Brennecke, Brey, Brühne, BrnnS (Oberbärniin), Brnhiis(Breslau), Böhle, Cohns, Dcjmig, Dictz (Stnttgarl), Dietz(Hamburg). Dreher, Dubber, Frau Eick>horu, Eggert, Eitzinger, v. Elm. Enimel, Enders. Euers, Fader, Fischer, Färber, Feldmaiin, Förster, Fiiidcwirlh, Frohme, Geck, Grrhvld, Gerisch, Gerlnch. Gewehr. Geyer. Gilsbach. Göschl, Greincr, Grolh, Grümvaldt. Güldenbcrg, Hase, Hafner. Hank, Hedderich. Heine, Hengsbach, Hoch, Hoffmanu(Hamburg), Hofmann(Chemnitz), Holzhäuser, Hug, Hngo, Jakobs. Inger. Kaden, Käppler. Nandt, Katzenstein, Kanipkens, Klingenhageii, Knappe. Kocne», Koll, Krämer, Kropff, Krüger, Krumm. Kuvke. Kutsche, Legten, Leinert. Lesche. Loh- mann. Lütz u er, Lütgena», Lux. Marlikke. Malthis, Meist. Meister, Mehner. Metzger, Meyer. Atillnrg, Mittag. Molkcnbuhr. Mütter (Darnistadt), Nilschke. Oertel. Pape, Patzer. Pens, Pfaniiknch, Pistorius, Pntzfeld, Qnarck, Ran, Reichclt, Nclßhaus, Rohrhirsch, Rosbitzki, Röder, Roßkopf, Rohleder, Schaal, Schade, Scheideman», Schilling, Schippel, Schmalsuh, Schmidt(Magdeburg), Schinitt, Schnell, Schräder, Schulze, Schnniachcr(Lanenburg), Schüler, Schwartz, Seifert. Seiler, Seminler, Sindermanii, Sitiig, Slonike, Starke, Frau Steinbach, Stelzner, Stolle, Stoltcn, Ströbel. Slückien, Thiele(Halle). Thiele(Göppingen), UNenbaiiin. Ulrich(Offenbach), Ulrich(Stnltgarl), Aetterlein, Wnmnics, Weinheber, Wenzel, Winter (Franlenhaiisen). Winter(Köiiigshülte), Willich, Wulf, Wurm, Frau Zetkin. Frau Zirtz. Gegen die Aushebung des Kölner Beschlusses stimmen Frl. Baader, Bärer, Baker, Bartels(Halberstndl), Börner, Demmler, Diminick, Eberhardt. Ewald, Freiwaldt, Grunibt, Gilck, Frau Greifenberg, Grönewold, Haenisch, Helbig, Hinsche. Hoffinan»(Berlin), Frau Jaeger, Jahn, Joechel, Frau Kähier, Klose, Knüpfer. Kölle, König, Körsten, Krauste, Kurth, Lange, Leid, Liebknecht, Mcisel, Michaelis. Morawski, Müller(Harburg), Richter. Roth, Runge, Schinalfeidt, Schonenlaiik, Schröer, Schulze, idinger, Sperka, Wengels, Werner, Wilm, Windhoff, Zubeil. Bor der Abstimmung sind bereits abgereist die Delegirten Bau- manu, Bock(Gotha), Gärtner, Herzfeld. Langenberg. Lienan, Neimers, Schmidt(Berlin), Schninacher(Solingen), Stadlhngeu, Boglherr, Wolf. Ter Kölner Vcschlnst ist also mit ILV gegen ZV Stimmen aufgehoben. Das Resultat der Abstimiimiig wird mit Beifall begrüßt. Es wird nun darüber abgestimmt, ob nur die p r e u ß i- scheu Delegirten über die Frage der Wahlbethei- l i g u n g z ii entscheide»') haben. Das Ergebniß der Abstininiiing ist folgendes: An der Ab- stimiiimig belheiligen sich 210 Dclegirte und Thcilnehmcr am Partei- tag; davon stimmen 03 init ja, 147 mit nein. Die Frage, ob nur die preußischen Delegirten in dieser Angelegenheit zu stimmen hätten, ist also verneint. Mit ja stimmen:'Abel. Arndt, Frä». lein Bander, Baerer, Bartels- Wernigerode, Bandert, Börner, Blas, Diminick, Dreyer, Dubber, Ebcrhardt, Eitzingcr, von Elm, Evers, Ewald, Fiiidcwirlh, Freiwaldt, Greisen- berg, Greiner, Hank, Heine, Hengsbach, Hinsche, Hoff- mann, Jahn, Jakobs, Jöckel, Knupfer, Köli«, König, Körsten, Krause, Krüger, Lange, Martikke, Meisel. Metzger, Morawski, Müller, Richter, Roth, Roßkopf, Echmalsnß, Schmitt« Mniichen, Schoenlank, Schröer, Schüler, Seifert, Seiler, Seminler, Sinderuiaiin, Steinbach, Etelzner, Stolle, Wenzel, WengelS, Werner, Wilm, Windhvff, Winler-Franlenhausc!! und Znbeil. Die Namen derer, die mit nein stimmen, gehen aus der bei der vorigen Abstimmung mitgeiheilten Gesainnitliste der Delegirten hervor. Die Grundlage sür die nnnmehr erfolgenden Abstimmungen ist die Resolution Bebel. Abgestimmt wird zunächst über die dazu gestellten Amendements. Die Einleitung der Resolution Bibel ist durch den vorigen Be- schluß erledigt. Zu Punkt 1 liegt daS Amendeiniiit Gewehr(?lllona-Js«rlohn) vor, welches statt der Worte: ,wo die Veihüliniss« eine solche ermöglichen" setzen will: „wo die Verhältnisse eine solche den Parteigenossen rathfam er- scheine» lassen". Dieses Amendement wird abgelehnt. Pniikl 1 der Resolution wird a n g e n o in m e«. Zu Punkt 2 liegt das Amendement Mittag- Merseburg- Qnerfurt vor, hinter dem Worte „Verhältnisse" zu setzen: „Komproniiffe mit andere» Parteien dürfen nicht abgeschlossen werden." Alles andere noch Folgende soll gestrichen werden. Hiermit deckt sich inhaltlich ein Amendemeiil Baker- Nenstrelitz. *) Der hierhcrgehörige Antrag 44. ist von uns nicht genau wiedergegeben. Wir lassen ihn hier deshalb nochmals folgen: Parteigenossen des 5. Berliner Reichstags-Wahlkreises:„Ueber die Betheiligung an den preußischen Landtags- Wahlen beschließt der Parteitag in Hamburg." mmmmmmmmmmmmmmmmmmä Das Amendement Mittag wird mit erheblicher Mehrheit n n g e ii o m m e u. Das Ergebniß der Absliiiiiiinng wird mit leb- hast ein Beifall begrüßt. Vors. Singer: Damit ist die Resolution im übrigen er- lcdigt. H o ch- Hanau zur Geschüstsordnung: Meiner Ansicht nach ist die Rcsvlnlivn noch nicht ganz erledigt. Sie enthält doch den Satz, daß da, wo es möglich ist, eigene Wahlniäiiiier auszustellen, sie imler allen Niitstäuden aw'ge stellt werden müssen. Bors. Singer: Ich sasse den eben gefaßlcn Beschluß dahin ans. daß da, wo nach Punkt 1 der Resolution eine Wahlbelheilignng erfolgt, überhaupt nur durch Anfstellnng sozialdeinokraiischer Wahl- inäniicr in die Wahl eiiigetrelen werden laiin.(Lebhafte Zu- stimiiniiig.) Deshalb wäre meiner Meinung nach der Rest der stiesolntion wohl erledigt. Ich stelle fest, daß der Parteitag in diesem Sinuc den Beschluß gefaßt hat.(Widerspruch.) M o l t e ii b n h r: Ich habe allerdings für den ersten Sah des AnirngeS gestimmt. Aber ich Halle cs keineswegs für einen Koni- promiß. daß man gemeinsam inil andern die Junker niederstinimt. (Lcbhifle Znsliniinnng), daß man zu diesem Aehnse also sür eine» Gegner eintritt. Vors. Singer: Für de» Fall, daß sich eine solche Gelegenheit bieten würde, würde diejenige Taktik zu dcobachlcn sein, die die Partei für die Reichstagswahlen festgelegt bat, d. h. wo sozial- demokratische Wahlinäuncr gewählt sind, wählen sie von zwei Hebeln das kleinere.(Sehr richtig!) Bebel: Auch ich bin der'Ansicht, daß durch die Annahme des eben aiigenomniciuii Antrages zu Punkt 2 die Pnnkte 3 und 4 der Resolution erledigt sind(Znsliinnmng), daß es daher also da, wo die Parteigenossen dcabsichlige» sollte», keine eigenen Wahlmänner aufzustellen, sondern von vornherein jür liberale Wahlmänner zu sliinmen, dies letzlere absolut anSgesedlossen ist.(Lebhafter Beifall.) Vors. Singer i'�Also ich konslalire die Eiinnnlhigkeit des Parteitages darin, daß ans grimd des hier gefaßten Beschlusses eine deinnächstige Bctheilignng nur durch Nnjftellniig sozialdeinokratiscbcr Mahlmäiiner geschehen kann.(Ziiflimmmig.) Damit ist die Re- solulion erledigt, ebenso säinintliche zu diesem Punkt der Tages- ordmiiig gestellten Anträge mit'Ausnahme des Antrag 31. Der An- trag 38 war zurückgezogen worden. Ter Antrag 31. der die Heransgabe einer Wahlbroschüre sor- dort, wird angenommen. ES folgt jetzt die Gesainintabstimmiing über die Resolntion Bebel, die durch die gefaßten Veschlüsse folgenden Wortlaut er- halten hat: „Die Velhciligiiiig an den nächsten preußischen Landtags- wählen ist überall geboten, wo die Verhältnisse eine solche den Parleigenossen ermöglichen. Inwieweit eine Wahlbetheiligung in den einzelneii Wahlkreisen möglich ist, entscheiden die Parleigenossen der einzelnen Wahlkreise nach Maßgabe der lokalen Verhältnisse. Kompromisse und Bündnisse mit anderen Parleien dürfen nicht abgeschlossen werden." DaS Ergebniß der Abstimmung, die eine namentliche ist, ist die Annahme d e r R e s o 1 u t i o n mit 14S gegen 64 Stimmen bei einer Stiinmenthaltung. Gegen die Resolulioii sliinmen: Abel, Frl. Baader, Baerer, Baker, BarlclS(Halberstadt), Börner, Demmler, Diminick, Dubber, Ebcrhardt, Eggert, v. Elm, Ewald, Freiwaldt, Grninbt, Gilak, Frau Greifenberg. Hänisch, Heine, Helbig..Huische. Hoffnianii (Berlin), Frau Jäger, Jahn, Jakobs, Jöchcl, Kaden, Frau Kähler, Klose. Knüpfcr, Kölle, König, Körsten. Kranße, Krüger, Knrlh, Lange, Legten, Leid, Leinert, Liebknecht, Lux, Meisel, Michaelis, Müller(Harburg), Müller(Darmstadl). Rickter, Roth, Runge, Scl malfcldt, Cchociilank, Schräder, Schröer, Sctinltze, Singer, Sperla, Frau Steinbach, Ctekzner, Thiele, Wengels, Werner, Wilm, Windhoff, Zubeil. Wenzel enthält sich der AbstimillUng, die übrigen Delegirten und Mitglieder des Parteitages slinimen für die Resolnlion. Dieser Punkt der Tagesordnung ist daniil erledigt. Es folgt Punkt VIII: Organisation. Hierzu liegen die Anträge 73. Parteigenossen in B r a n» s ch w e i g:„Der Parieilag wählt den Chefredaklenr des Zentralorgans, sitzt die Höhe seines Gehaltes fest und ertheilt diesem das ansschlicßUchc Recht, die anderen Mitglieder der Redaktion sowie die ÄAtlarbeilcr auz»- stellen und die Höhe ihres Honorars zu bestimmen. Kein der Parteileitung darf Mitglied der Redaklion des Zentral- organs sei»." isit. Antrag£03. Ebcrhardt, H. Knüpfcr, Werner, W. Jöchel, Wengels, Zubell, M. Greisenbcrg, O. Baader, Rolh. Richicr, Schröer:„Ter Parteilag beschließt: Säininlliche Wahlkreise liefern miiidcstens lOpEt. der Einnahme an die Zentralstelle ab." Bei Antrag 73 reicht aber die Unterstützung nicht aus.(Bravo.) Berichterstallel Auer: Wir alle wollen über diesen Gegenstand kurz hlnwegkoinmiii. Es handelt sich nm die Frage, ob das Provisorium, wie es gegenwärtig besteht, beibehalten werden soll oder nicht. Ich glaube, nachdem der Prozeß gegen die Partei- leilimg durch alle Instanzen für uns siegreich ansgegmige» ist, kein Grund mehr vorliegt, nicht wieder zu niisercu alten Einrichtungen zurückzukehren. Ich habe Ihnen deshalb, namens der g c- sammten Parteileitung, den Vorschlag zu machen, daß wir den Status, wie er vor dem K ö 1 t e r- K o n p gewesen ist, w i e d e r h e r st e l l e n, also den Sitz des P a r i e i v o r st a n d e s wieder nach Berlin verlegen. Die Gründe dafür liegen ans der Hand. Es sind dieselben. die uns i» Halle bestimmt haben, die Parteileitung nach Berlin zu verlegen. Tie Uebcrsiedclnng nach Hamburg ivar ja nur ei» Roth- behclf. B e r l i ii i st d e r Z e ii t r a 1 p u n k t des p o l i l i s ch e n Lebens für Deutschland. Die Leitung der Partei hängt auch zusammen mit bestimmten persönlichen Verhältnissen. Es»inß uns daran liegen, bestimmt« Personen wieder in die Parleileiinng zu briugau. Der gegenwärtige Zustand hät soviel Schwierig- keilen zur Folge gehabt, daß ans die Dauer die Gefahr eiilslaiid, daß zwischc» den leitenden Personen so viel Disferenze» sich einstellten, wie eS uns im Interesse der Partei nicht lieb sein konnte. Die rasche Millheiluug, die Aussprache, die Veiständigiing ist ausgeschlosseii, wenn ein Theil der Lcilnng in Berlin, ein anderer. der missiiiirende Theil, in einer meilenweit«nlserntc» Stadt wohnt. Diese Schwierigkeilen haben sich de» Personen, die mit der Leiliing zu lhnn haben, so überwältigend aufgedriiiigcii, daß sie alle mit der Verlegung der Leitung nach Berlin«inverstaiide» sind. Hinzu tritt noch weiter der Umstand, daß ja auch die Fraktion 0, 7 Monate im Jahre in Berlin zusammen ist. Sie werden das Gewicht dieser Gründe anerkennen. Ich gebe z». daß sich auch Bedenken gegen diesen Schritt gellend machen lassen. Ich will nicht davon reden, daß die Uebersiedelnng»ach Berlin mit gewissen Kosten vertniipit ist. Das sind eben Geschäfts- spesen, und nicht so bedeutend, daß sie von Einfluß ans unsere Beschlußfassimg sein könnte». Wesentlicher ist der Einwand, daß dieselben Maßnahmen, wie sie Koller gegen Misere Organisalion versucht hat, wiederholt werde» können. Trotz des günstigen Ansganges unseres Prozesses will ich die Möglichkeit eines erneuten Vorgehens durchaus nicht bestreiten, aber so schwerwiegend ist diese Eventualität nicht. Außerdem werden es sich die leitenden Kreise doch wohl überlegen, ob zu der ersten noch die zweite Blamage gefügt werden soll.(Sehr richtig.) So oft sprechen wir doch auch mi?, daß wir vor Gefahren nicht zurückweichen. Den neneii Prozeß würden wir so gut sühren, wie den ersten, und profittren würden doch schließlich nur wir.(Sehr richtig!) Daß Berlin Sitz der Parteileitung werden muß, zeigt ja � Soniifii!!, 10. WM 1897. auch das Beispiel aller anderen Parteien, und was diesen möglich ist, muß eS auch uns sein. Unser Vorschlag, den Ihnen die gcsammie Parleileiinng uillcr- breilel, geht also dahin, den Slatns der Organisation wieder so herzurichten, wie vor dem Prozeß, und die Leitung der Partei wieder nach Berlin zu verlegen. Sonstige Abänderungen an der Organisalion halten wir nicht sür nolhivendig. Die Organisation hat sich bewährt, sie wird sich auch in Zilkniift bewähren. Und cs kommt ja auch mehr auf den Geist, als auf den Wortlaut au. Das gilt auch vom An- trag 34. Ich weiß nicht, ob er wörtlich so ausgeführt werden kann, wie er lautet. Sein Sinn aber geht dahin, daß sich die Go- nossen im Lande mehr als bisher der Zentralkaffe erinnern. Ob 10 pCt., ob mehr oder weniger gezahlt werden soll, das hängt von den Umständen ab. Ich bitte Sie also noctunals, nehmen St« den Vorschlag der Parteileitniig an und beschließen Sie auch im Geiste und Sinne deS Antrags 34.(Beifall.) Die Diskussion wird eröffnet. I a h n(Ost- und W-st- Sternberg): Ich kann mich dein, ivas Auer gesagt hat,»nr anschließen. Nur eins wöchle ich hinsichtlich des GelbpunkleS betonen. Das Wort:„Ein echter deutscher Manu mag keinen Franzmann leiden, doch seine Weine lrinkl er gern"-- läßt sich für uns dahin umändern:„Der Provinzler kann die Berliner nicht leiden, doch ihre Gelder nimmt er gern.(Große Heiterkeit und Gelächter.) Bors. Singer: Soweit der Ausdruck„Provinzler" etwa ans die anwesenden Delegirten Bezug haben svllte(Große Heiterkeit), weise ich ihn als durchaus ungehörig zurück. Jahn: Ich habe keineswegs die Delegirien gemeint. Aber die Siimniiiiig ist doch vorhanden, und da wollte ich einmal darauf hinweisen, daß cs die Berliner sind, die die Gelder aufbringen. Frau Zieh(Hamburg): Ein Wort über die Fraueiiagitation. Das System der weiblichen B e r t r a n e n s p e r s o n e n hat sich bewährt und ist durchaus nolhivendig. kNuv lassen cs manche weiblichen Verlraiienspcrsonen bei der erfolgten Wahl be- wenden, ohne der Ausgabe, für die sie gewählt sind, sich besonders eifrig zu widmen. Gewiß hat die Agitation unter den Frauen ihre großen Schwierigkeiten, aber wann haben sich Sozialdemokraten durch Schwierigkeiten zurückschrecken lassen. Von welcher Wichligkeil die Thätigkeil r>cr Frauen ist, dafür hat der Hainburger H a f e n a r b e i l e r- S t r e i k ein Beispiel geliefert. Während desselben haben sich ineinos Wissens die Ge- nossen zum ersten Mal an die Frauen gewendet, und ich glaube, daß es nicht zum geringsten Theil gerade dein Einfluß der Frauen z» danken ist, daß die Hafenarbciler, die bis dahin fast gar nicht organisirl waren, so treu znsaiiiinengehalten haben, so lange der Ausstand währte. Wie in der Geiverkschaftsbeivegnng wird die Thätigkeil der Frauen auch in der politischen von großer Bedenliing sein. Auch wenn wir das Stimmrecht nicht haben, können wir doch unseren Einfluß ans die Männer ausüben und auch für die geschäfilichcn Funktionen unsere Kräste zur Bcrsügung stellen. Ich bitte also die Genossen: Sorge» Sie dafür, daß, wo cs noch nicht geschehen ist, weibliche Bertraiienspersonen gewählt werden und unterstützen Sie sie in der Erfüllung ihrer Aufgaben.(Beifall und Händeklatschen.) B ö r n e r- Berlin III beantragt Schluß der Diskussion und erklärt ans die Frage des Vorsitzenden, ob er das Wort zur Tages- ordnung wünsche: Ich nicht, der Schluß spricht sür sich selbst, (Heilerkeit und Bbifall.) K n ü p f e r- Berlin II legt im Namen der Berliner Verwahrung ein gegen die von Jahn vorgelragcne'Auffassung.(Beifall.) Der Antrag der Parleileiinng wird angenommen, ebenso der Autrag 34. Es solgen die Anträge, die sich mit dem Ort des nächsten Parteitages beschäftigen. Borgeschlagen sind Hannover, Magdeburg, Mannheim, Doriuiilnd, Dresden und eine Stadt in Siiddentschlaiid, speziell Stuttgart. Fast einstimmig entscheidet sich der Parteilag unter lebhaftem Beifall für Stuttgart. Die andere» Vorschlüge fanden nicht die genügende Unterstützung. E? solgen die Anträge, die sich ans die Tagesordmmg des nächsten Parteitages beziehen. Nicht genügend unterstützl war der Antrag ilZ. Parleigenossen der Kreise Oberbärniin und Königberg N.-M.: Die Agrarfrage ans die Tagesordnung d-s nächsten Parteitages zu setzen und zu den Vorarbeite» eine Koni- mission einzusetzen. Unterstützt wurden die Anträge: 10. Parteigenosse» des Reichstags- Wahlkreises E s s e n:'Ans die Tagesordiinug des nächstjährigen deutschen Parteitages die Aiiivendnng der Arbeitcrschntz-Gesetzgcbnng in den deutschen Bergwerken zu setzen. 11. Parleigenossen in Mainz: Zins die Tagesordnung des nächsten Parteitages zu setzen: 1. Die theoretische» Grundlagen des Parieiprograiinns,»nt den Genossen Kanlsky und Conrad Schmidt als Referenten. 2. Die Bedenlung der Konslimgenossciischnsleii für die Arbeiterklasse. IÄ. Parleigenossen des l. B e r l i n e r R c i ch s t a g s-Wahl» kreis es: Auf die Tagesordnung des nächsUm Parteitages zn setzen: Tie Siellniignahme der Eozialdemolralie zur allgeineinen Handels- und Zollpolitik. Zur Geschästsordiinng bemerkt Auer: Ich halle es nicht für richtig, zu beschließen, daß wir diesen oder jenen Punkt auf die Tagesordnung des nächsten Partei- Inges sitzen. Besser ist es, alle die in den Anträgen niedergelegten Wünsche der heute zn wählenden Parteileilung zur Erwägung zu überweisen.(Sehr richtig!) Wir können ja nicht wiffen, welche breiineiideii Fragen im nächsten Jahre vorliegen, die unbediiigl erledigt werden müssen. Es ist einem unan» genehm, wenn die Tagesordnung schon so lange vorher feststeht. Das haben wir ja in Gotha bei dem Punkt„Proportional- ivahlen" gesehen. Ich bille Sie deshalb, im Sinne meiner Aus- slihrnngcn zn beschließen.(Bestall.) Ohne Debatte wird der Vorschlag Auer'Z mit großer Mehrheit angenommen. Die Anträge 10, II und 12 sind also der Parteileitniig zur Er- iväguiig überwiesen. Von den sonst noch vorliegenden Anträgen finden nicht die ge« nügeiide Untersiützuyg die Amräge: 14. Pcuteigenossen des Reichstcigs-Wakilkreiscs Essen: Das Höchstgehalt der Parlei-Angestellleii auf 3000 M. zn normiren. 15. Parteigenossen in M ü n st e r: Der Parteivorstand ist ver- pflichlel, im„Vorwärts" stelS den Ansenlhalt rcsp. die Reiseroute der Redner, welche auf Agiiation geschickt werden, bekannt zu geben. Die Partciblälter haben dieses ebenfalls zu veiöfsenllichcn. ttt. Von denselben: Die Parlctteiluiig hat nach Möglichkeit dafür Sorge zn tragen, daß hervorragend geistig gebildete, rede- gewandte Agitatoren resp. Reichslags-Abgcordiicle tenProvinzial- städlen erhalle» bleiben und weniger als bisher systematisch nach Berlin gezogen werden. Zur Bearlindniig des hinreichend unterstützten Antrages: 22. Parteigenossen des 5. sächsischen ReichZtagS« Wahlkreises:„Der Parteitag möge dahin wirken, daß Pole- miten zwischen Parteiblättern, welche einen persönlichoii und beleidigenden Charakter tragen, in Zukunft nnmöglich gemacht werden." erhält das Wort S i n d e r ni a n n- Dresden: Wir wollen durch liiisereii Antrag nicht bezwecken, daß überhaupt jede Pi'lenii? unterdrückt wird. Aber gerade in letzter Zeit sind in manch"» Blättern Polemiken eingerissen, die nia» nicht mehr schön nennen kann, die eine» persönliche» gehässigen Charaklcr tragen. In der Partei gicbt es Leute, die glauben, es muß iinnicr ihr Wille durch- gesetzt werden und die, wen» ihnen die sachlichen Gründe ans- gegangen sind. Jeden, der ihren, Willen entgegensieht, persönlich«n- greisen.(Sehr wahr h Das arnß oermieden werden. Die örilichen Zeitungskommissione» sind nicht in der öage. hier Wandel zu schaffen, deshalb muh der Parteitag einschreiten. Wir selbst schaden uiiS ja dadurch am meisten.(Sehr richtig!) Denn werden wir bei unserer Agitation denen, die wir sür uns gewinnen wollen. Zeitungsblätker in die Hand geben, in denen unsere eigenen eÄenosjen heruntergerissen sind.' d«»»»agen sich solche rndifferenten Leute i An euch muß nicht viel daran sein, da lassen wir lieber die Hand von euch weg. Auch die gegnerischen Blätter werden sich daraus berufe» und uns sagen: Ke�rt ihr nur vor eurer eigenen Thür, ihr seht doch, wie ihr euch gegenseitig herunter- reißt Deshalb muß der Parteitag sein Velo dagegen erirlegen und solchem Unfug steuern.(Beifall.) B e b.e l. Wir seiden an der Krankheit, daß wenn jemand etwas auf dein Herzen hat, was er zu Hause nicht gleich durchfeyeii kann, er bann den Parteitag als Allheilmittel anruft. Mit derartigen Wünschen und Anträgen machen wir uns nach außen hin nur lächerlich.(Sehr richiig l) Was soll es denn deißen. wem, verlangt wird, der Parteilag möge darauf hinwirken, daß gehässige Polemiken vermieden werden? Wie soll denn der Parteitag das ihnn? Das geht\a garnicht. Mögen doch die Parteigenossen am Ort darauf hinwirken, daß unanständige Polemiken aushören!(Sehr richtig!) Ganz gewiß ist das wahr, was der Vorredner sagt, daß insbesondere in der letzten Zeit b e> einigen P a r i e i b I ä t l e r n ein Ton e> n g e r t s s e n ist, der einfach»»erhört genannt werden muß.(Beifall.) Es ist dringend wünschensiverlh, daß dieser Ton abgeschafft wird. Ich will hier nieniaiid angreise», und nenne deshalb keine Naiiien. aber Thaisache ist es. daß oftin einer bös gehässigen Weisegeschulmeistert und kniisiri wird. Ich meine aber, die bloße Erörterung hier a u s d e»> P a t l e> t a g e iv i r d genügen,»in Wandel zu schaffen. Den Antrag selbst lömien wir als zwecklos ablehnen. (Beifall.) Hiermit schließt die Debatte. Der Antrag Siiidermann wird abgelehnt. Die Anträge 63 nnd werden nicht unlersisitzt. Es sind somit alle Anträge erledigt Auch die Tagesordnung ist bis auf den letzien Punkt(Wahl der Parteileiluiig und Bestuiimliiig des Ortes, wo sie ihren Sitz zu nehmen bat) erschöpft. Da die Vorschlagslisten noch nicht in Druck vorliegen, tritt eine längere Pause ein. Um 1 Uhr eröffnet Singer die Sitzuiig wieder und läßt die in- zwischen gedruckte Borschlagsliste verlheile». Vorgeschlagen sind zu Vorsitzenden Singer nnd Bebel, zum Kassirer Gerisch, zu Sekretären Pfannknch und Auer. Außerdem «verde» sür de» Vorstand Adolf Hoffiiian»(Berlin IV), u»d Zeiki» porgeschlagen, Zu Kontrolleure» sind vorgeschlagen: Baker-Hambiirg. Börner. Berlin, Bruhns- Breslau, D»bber-Ha»ib»rg. Eitzinger-Nüruberg, Kaden-Dresden. Katzeiisteiii-Maiiiz. Kleemami.Leipzig. Älees-Magde- burg. Koe»e»-Ha»lbnrg, Meist-Köl», Meister-Hannover. Metzner. Berlin, Millarg-Berlin, Oer tel-Nürnberg, Schwur Y-Lübeck, Schoen- lank-Leipzig, Ulrich-Offenbach, Ulleubauin- Elberfeld. Frau Zeilin- Stnttgari, Frau Zietz-Hanibnrg. Zur Erinilteluug des Wahlergebnisses tritt eine Pause ein. Nach etiva anderthalb Stuuben ivird die Sitzung ivieder eröffnet und das Resultat der Wahl uiitgcthcilt. Abgegeben wurden 183 Stimmzettel; ungiltig waren hiervon in beziig ans die Kontrolleure 13. Gewählt wurde» zu Borsitzenden Bebel mit lös nnd Singer mit 184 Siinimen. zu», Kassirer G er i s ch mit 180 Stimmen; z n Sekretären P sann ku ch mit 132 nnd Auer in r t 173 S t r m», e». Auf Ad. Ho ff mann-Berlin fielen 10©timmeit; die übrige» zer- splilterten. Als Kontrolleure wurden geivählt: Meister mit 144. Kaden mit>20, Oertel mit 93, Frau Zetkin mit 89. K ö n e n Ulli 82, D u b b e r mit 81 nnd M e tz n e r mit 76 Stiinmen. Ferner erhielte» noch Stimme»: Börner 33, Meist 66, Klees 46. Schwarz 44, Millarg 37, Ulrich 35, Bruhns-Breslau 37, Schoen- lauk 29, Eiyiiigcr 29, Klecuiann 27 nnd UUciibaum 21. Die übrigen zersplitterten sich. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Vorsitzender Singer: Parteigenossen? Wir sind am Schluß unserer Arbeiten. Ich glaube ans dem Herzen jedes«»izelueu Delegirtcii zu spreche», ivenu ich zunächst de» Hamburger Genosse» den wärmste», ausrichtigste» Dank sür die Gastsreundschast sage, die sie uns erwiese» habe».(Beifall.) Sie haben uns nicht nur in ein Lokal gebracht, das herrlich geschmückt war mit den Embleme» der zielbewußten Arbeilerklassc, sie haben nicht nur während der Daner des Kongresses hilfreiche Hand geleistet und so zum guten Theil dazu beigeirageii, daß die gcschästlicheff An- gclegeuheiieu glatt und ohne Störnng erledigt sind, nein sie habe» uns»och eine besondere Freuoe bereitet durch die festliche» Veranslaltungeu, die sie getroffen haben. Der Kommers, der am Dviinerstag Abend in de» beiden Sälen stallgesunde» Hai, er hat uns die Eiiimüihigkeit, die Freude, die Herzlichkeit der Hamburger Genosse» trefflich bewiese». Aber der Glanzpunkt dieses Kongresses ivar nnier de» änßeren Bera»stallu»geii doch die Hafenfahrt; sie brachte uns so recht die Solidarität, die Eulheit und Geschlossenheit der Hamburger Arbeiter zum Bewilbtsei». Zu einer Vergnügungsfahrt waren wir eiiigelndc», eine Triuinphsahrl der Sozialdemokratie ist sie geworden.(Lebhafte Zilstii»»»i»g.) 21» de» Arbeitsstätte» im Hafen fuhren wir vorüber und dorl sahen wir die ZlrbeiUr, die. vor wenigen Monaten durch den Druck des Uiiteriiehmerlhums in Noih nnd Elend geralhe», die thaikräftige Hilfe der deutschen 2lrbeiterklasse erfahren hatte», kaum erst ans- athmend vom schweren, wirihschastlichcu Joch, stolz und frei ihre Zugehörigkeit zur deutsche» Sozialdemokratie bekeinieii.(Bravo!) Es war für uns ein erhebender Eindruck, als wir in dem Hasen umhersuhre», niniost von dem Jubel der Hafenarbeiter, die durch diese Demonstratio» vor aller Welt,»nbcknminert um die Folge», zeigten, daß sie Sozialdemokrale» seien.(Betsall.) Es wäre»»recht, wollten wir ihnen nicht dafür von dieser Stelle ans unseren Dank aussprechen. Diese erhebende Stunde im Hamburger Hasen wird in»»vergeßlichem Äliideiiken jedes der Delegirie» bleibe», denen es vergönnt war, sie mit zu erleben.(Lebhafter Beisnll.) Parteigenosse» I Wir habe» eine arbeilsreiche Woche hinter unS. Ich will Sie nicht ermüden durch einen lange» Riickblick auf unsere Thäligkeit. 2lber das Eine darf ich hervorheben: Auch dieser Kongreß hat wie seine Vorgänger gezeigt, daß es wohl Meinungsverschieden- Herten in de» Reihe» der Genosse» giebt. die r» ehrlicher Heber- zeugniig zur» Ausdruck kominen, daß sie aber nicht im stände sind, das Gefühl der Znsammengehörigkeit auch nur im gcringsten zu schiväche».(Beifall.) Die Verhandlungen sind auch diesmal geführt worden rnil dem kritische» Geist. der die Stärke»»serer Partei ist. Sie sind aber auch geführt worden in dem brüderlichen Geiste, in dem man zwar dem Bruder Nicht in allem, was er thui, recht giebt, in dem man aber doch, wo es die große» Ziele gilt, Schulter an Schulter zu»» Bruder steht.(Beifall) Unsere Gegner haben gemeint, daß an der Frage der Belheiligniig an den preußischen Landtagsivahlen die Partei a»sei»a»dersplittern würde. Nu», ich denke, wer llnsereii Verhandlunge» beigewohnt hat, wird das Gesnhl haben, daß Meinungsverschiedenheiter, aller- diugs vorhanden waren, daß sie aber i» sachlicher Weise zum Ausdruck kamen und zu einem Ausgang führten, bei dem es weder Sieger noch Besiegte gab.(Lcbhaflec Beifall.) Und auch diese Ver- Handlung hat wieder den Beweis geliefert, daß. wo immer die Sozial« demokratie sich neue Aktionsfelder eröffnet, sie an dein Grundsatze festhält, daß die klassenbewußte Arbeiterschaft, aus ihre eigene Kraft gestützt, jedes Bn»d»iß, jeden Kompromiß mit bürgerlichen Parteien verschmäht.(Lebhafter Beifall.) Wir habe» neue Ziele gesteckt für die Thäiigkeit uiiscrer Partei. Und wen» unsere Gegner, wen» die herrschende» Parteien jetzt de» Aiigeublick gekommen wähne», den Vernichtniigskanrps gegen die Sozialdemokratie z» führen, wenn sie die Nation auf die Schanzen rufen zum Sturm gegen die Soz>aldemokratte, so stehe» wir ruhig, stolz danebeii in dem Bewußtsein, daß die Sozialdemokralie über- dauern wird soivohl das Königthnm von Gottes Gnaden, als auch die heulrgen Republiken der bürgerlichen Gesellschaft.(Lebhafter Beifall.) Die Sozialdemokralre wird so lange aus dem Kampsplatz stehen, bis der Kampf nicht mehr nölhig ist, und sie wrrd sich erst ausleben» denen nicht wie heute i rögjrz eoluntas suprema lex(der Wille des Königs oberstes Gesetz, ist. londern wo aller» der Grundsatz gilt i des Volkes Wille ist das oberste Gesetz(Lebhafter Beifall.! Wohlan denn. Parleigenosien. hoch die �Banner! vorwärts zu neuen Kämpfen, zu neuen Siegen l Lassen Sie uns all das besiegeln durch den Ruf, der uns zcsühri dal bis hierher nnd der uns weiter führen wird i Die deutsche Sozialdemokratie, sie lebe hoch! hoch! hoch! Dreimal braust das Hoch durch den Saal. Die Parteigenossen erbeben sich und singen stehend den ersteii Vers der Arbeiter-Marseillaile. U»i 3 Uhr erklärt S>>i z e r den Parteitag für geschlossen. « Genosse Sinder mann ersucht uns um Richtigstellniig seiner bei der Berathung der Maifeier gehaltene» Rede Dieselbe lautet: Ich bitte, de» Danziger Antrug, betreffend die Heransgabe eines Flugblattes zur Maifeier über ganz Deutschland, m, zunehmen. DerHainburgcr Antrag, die Fordernng der Arbeitsrnhe ani l. Mai salle» zu lasse», muß energisch bekäinpsl werden. Unsere österreichischen Genosse» müsse» uns ia auslachen, ivenu sie so elivas höre». I» Dresden Hai sich die Maiseier von Jahr zu Jahr großartiger eiiiwickelt. Die 1�S4er Maidemonstration hat uns 13 000 9)}. Strafe eingetragen, aber die Arbeiter Dresdens haben sich deshalb nicht ziiriickschrecken lassen, den» die I80äer Maifeier war noch viel impokariler, sie war er» Prolest gegen die sächsische Polizei- Ivirihschasl. Gerichts-'Ieitung. Alö anrüchiges Lokal, in dem Dirnen, Zuhälter imd be> strasie Personen verkehre», bezeichiielcu zivei Polizeibeainie in einein vor der Bernfrings- Etraskainmer verhandelte» Verfahren wegen Uebertreimig der Polizerstniide das Lokal des Schankwirths Müller, Linienstr. 71. Als während der Zentenarsejer allen Lokaliuhabern des belreffenden Polizeireviers stillschweigend die Verlängerung der Polizeistunde zugestände» ivorde» ist, seien einige Lokale, darnnier auch das Müller'sche, als ein solches, i» dem übel beleumiirideie Personen verkehre», von dieser Bergünstrguiig ausgeschlosseii worden. So bckundele Polizeilieulenani Henschko. Müller behauptet dagegen. auch er habe ans ein ausdrückliches Gesuch, rvähreiid der Zentenar- feier sein Lokal länger offen halten zu dürfe», von einem Beamte» mündlich die Genehmigung erhallen. Im übrigen verwahrt er sich ganz entschiede» gegen die Artnabnie, daß sei» Lokal eine Berbrecherkiieipe sei. Obwohl dasselbe von der Polizei scharf beobachiei iverde, habe dieselbe noch niemals Verbrecher oder sonst anrüchige Personen aus dem Lokal zu sistiren Veranlassniig gehabt. Er selber sei, mißer wegen geringfügiger Ueberirelungen, noch nicht bestraft und könne eine lange Liste ehrenhafter Bürger vorlege», die bei ihm als Gaste verkehre», und sein Lokal als ein durchaus anständiges be- zeichnen. Müller wurde der Ueberschreiluiig der Polizeisinnde nichi schuldig besunden. Ein Verbrecher im Dienste der Polizei. Eine böse Gesell- schast stand gestern vor der III. Straskainmer des Landgerichts I. Der Schlosser Paul M i tz l a f f, der Schlosser Karl Müller und ber Brauer Georg Leid» er rnaren beschuldigt, mehrere schwere Diebstähle begangen zu haben. Die beiden ersten'Angeklagten hatte» eine Gelegenbeit zu einem Einbruchsdiebstahl ausgekinidschastet. Sie ivaiidte» sich an den dritten Zlngeklagten, dem sie mittheilten, daß sie„ein Ding drehen" nnd„einige Meter beerben" ivolllcn. Es beißt das i» der Verbrechersprache„eine» Diebstahl aussühren wollen", bei welcheni baares Geld zn ermartc» ist. Leidaer ging ans de» Vorschlag ein, er nberiinhm die Rolle des„Schmiercsiehers". Die Kriminalpolizei mußte wohl Wind davon belonimen haben, denn als Mitzlaff und Müller das Hans, in welchem sie gestohlen hatte», wieder verließen, wurden sie von Jlrimiiialbeamie» empfangen und sahen, daß ihr Komplize Lejdner ebenfalls bereils fesige»o»»»eii war. Im gestrigen Termine irni Leidner mit der überraschenden Behauptung auf, daß er P o l i z e i- A g e n t fei n n d im>A n s t r a g e der K r i m i ii a l k o in in i s s a r i e rr Weiland und D a»i i» auf den Plan der 2ln geklagte» Mitzlaff nnd Müller eingegangen sei, um die letztere» für längere Zeit u Ii- schädlich machen zu können. Mitzlaff und Müller inachle» große Auge», als sie dies hörten, nnd Mitzlaff ließ sich hinreißen, dein Leidner eine» Faustschlag ins Gesicht zu geben. Staatsanwalt K a n z o w beantragte gegen Mitzlaff wegen dieser groben Ausschreitung im GerichiSsaale vier Wochen strengen Slrrest. (Giebt es denn den mich für Zivilisten? D. 91.) Dies sei das einzige Mittel, u»i derartige Personen zu zügeln. Eine Hast st rase ver- , e h l e bei einem Uniersuchungs-Gefangeneir natürlich jede» Zweck. Ferner bcantragle der Staatsanwalt gegen Leidner, der im Jiiieresje seiner eigenen Sicherheit aus dem Arrklage- rauiu heraustreten»rußte, die Vertagung, um die genannten Bemiiten zu verncbnien.-■ Für die geivnltldälige Gesinnung des Zlngellagten Atitzlaff sprach ein Vorfall, der ebenfalls zur'Anklage stand. Am blachmittage des 29. Mai gedeih Mitzlaff mit dem Arbeiter Weißpfiock r» der Marsilinsslraße irr eine» Worirvechsel. Ohne rveilcrcs zog Mitzlaff sein Taschenmesser nnd jagte es dem Weißpflock i» de» Unterleib. Der Verletzte hat zwischen Lebe» und Tod geschwebt. Cr ist übrigens ebenfalls ei» gefährliches Mit- gtieb der Diebeszunft, der nach seiner Geiiesnng eine Zuchthaus- strafe hat aiilrelen müssen. Die Blicke»»d Geberden, rvelchc dem Verräther Leidner ziigeworfeii wurde», weissaglen nichts Gutes, er ivird sehr auf seine Sicherheit bedacht sei» niiisse». Der Gerichts- Hof verurtheilte Mitzlaff zu fünf Jahre» Zuchthans, Ehrverlust und Polizeiaussicht. Müller zu anderthalb Jahren G e- säug» iß. Den'Angeklagten Mitzlaff wegen Ungebühr in eine Strafe, wie der Staalsauwalt sie beantragt hatte, zn nehmen, hielt der Gerichtshof sich nicht für besugt, überließ es vielmehr dem Leidner, St rasa»trag zn stellen. Ter Fall des aiigeblichcn Polizeivigilanie» Leidner scheint nach dein etwas unvollsländigeir Bericht, ans dc» >vir lins stützen, vom Gerichtshof vorab im Sinne des Staatsanivalls erledigt morde» zu fei». Da unziveifelhaft das Diebstahlsverfahren gegen diesen Menschen seinen Fortgang nehmen muß, so wird man sich ans eine inieressanie Verhandlnng gesaht machen können, die ja auch wahrscheinlich Zlnsklärung darüber gebe» ivird, ob die Be- schuldigung, ivelche Leidner gegen die Kriminalkommissare Weiland und Damm gerichtet hat, wirklich zutreffend ist. Die Justiz des Klassenstaatcö hat mit anerke»»e»swedher Offenheit abermals in einem für uiisere Agilatio» außerordentlich schätzbaren Beitrag ihre 2liischaun>ig über die proletarische Klassen- beiveginig offenbart. Diesen iienefteu Beitrag, der gleichfalls zeigr, wie die Justiz immer noch herzhaft den groben Unfugs- Paragraphen gegen ausstä»dige2lrbeiter handhabt, haben wir unserer Nachbarstadt Spandau zu verdanken. Der am 6. d. M. vor Sern Schöffengericht zu Spandau verhandelte Fall liegt solgender- nraßeir. Der Maurer Emil Gramm stand unter'Anklage, groben llnfng dadurch begangen zu haben. daß er eines Tages im Monat Juli der Gelegenheit des M a u r e r st r e i k s unter die vom Bau de- Kraiikenhaiises kommendeir Streikbrecher trat. Er habe die Streikbrecher durch Worte belästigt. Der Anklagte bestritt, sich des Verbrechens der Belästigung sogenaniiler„Arbeilswilliger" schuldig gemacht zu haben; umnöglich könne in de» von ihm gesprochenen Worten i„Guten Abend, seid Ihr Kollegen, seid Ihr Maurer?", etwas liegen, was der deutschen Justiz Anlaß geben könnte, sich gegen ihn in Bewegiing zu setzen. Er habe diele Worte gesprochen, um sich zu vergeivissern. ob er es mit Maurern oder mrl Bauarbeitern zu lhnn habe. Als er sich i» dem von ihm angedeiltelen Sinne geäußeri habe, sei aus Veranlassung des Bauleiters Maurermeister H o f f in a n n einer der Polizei- beamten in Zivil, welche der Siaat der Sozialresorm stet? ans- grebig dem Unlernehmerthum zur Versügnng stelle, an ch» heran« getrelen und habe ihn aus dre Polizeiwache gebracht. Der Vorsitzende, Jlmtsrichtcr Grodtke, hielt es für angebracht. an den Angeklagten folgende Worte zu richten:„Sie sehen rnrr illchi danach ans, als ob Sie einer der Aufwiegler wären, von der Gesellschaft, s i n V Sie Sozialdemokrat?" Zur Ec- läu'erung ser bemerkt, daß der Ainlsrichker mit dem Prädikat„'Aus- wiegler" jene Slrberler zu bezeichnen sür gni hielt, welche mit dem ihnen vom Gesetz gewährleisteten Rechte in den Ausstand traten, nachdem jedes andere Mittel, genügend Bröl sür ihre Familte zn beschaffen, fehlgeschlagen ivar. Der Singe- klagte sah keinerlei Grund, dem Richter mitzutheilen, zu welcher politischen Partei er gehöre, wie er auch keinerlei Verlangen ernpfand. sich über die politische Parteistellnng des Richters Ane.« knnft zu erbitten, Der Vorsitzende meinle denn auch schltcßlicb: „Riiii, Sie brauche» es mir nicht zu sagen, wen» Sie nicht wollen. Der HanplbelastungSzeuge Maurermeister Hoffmann wußte nichts anderes zu bekundeii, als daß der 2Ingeklagle zu den Streikposten gehörr hätte, die seinen Ban kontrollirlen, und daß er, Hoff- ma»». angenonimen habe, seine„Arbeiisivilligen" hätten sich durch die Worte des Angeklagte» b e t ä st r g t gc> fühlt. Borsichtshalber habe er die„Zlrbeitsivilligen" vom Bau begleitet gehabt und es für gut befunden, den An« geklagten seststellen zu lassen. Bei dieser Gelegeiiherl ließ sich der Ainlsrichler Grodlke folgen dermaßen vernehmen:«Die S l r»'. I posten waren doch gewiß dazu da, um die Arbeit-«' willigen eventuell zu belästigen und ihnen U•<" annehmlichkeiten zu bereiten?"! In seinem Plaidoyer unterbreiiete der ZlmtSanwalt dem Gerichlshoie die Sluschauung, daß Streiks nur zn dem Zwecke ins Leben gerufen würden, um die Unruhe zu schüren; das Vergehen des Angeklagten sei natürlich er» ganz grober Unfug, und daher beantrage er eine Haflstrafe von vier Wochen. Vom Verlheidiger, giechisanwall Löwe 1t, wurde oargelegt, daß sich im schliinilisteu Falle ein eug begrenzter PersonenkreiS de- lästigt gefühlt haben löiwe, nnd darauf set riinrinerinehr der grooe Unfugsparapraph aiiivendbar. Sluch lönne eS den Aiichtern voll- ständig gleichgittig bleiben, ob der ZIngeklagle Sozialdemokrai sei oder nicht; er habe lediglich sein gutes Recht ausgeübt.�ioeiches ihm der§ 152 der Geiverbc-Ordnung gewährleiste. Zum Schluß führte der Verlheidiger noch an, daß erst vor einigen Tage» e>» 2slünche7ie>!: Gerichishof in crnei» groben Uningssalle ein sich völlig rnrt seiner Darlegung deckendes freisprechendes Uriheil gesälli habe. Der Gerichtshof verurtherlte der» Angeklagten zu zwei Wochen Saft. Tie für nns außerordentlich werthvolle Begründung diescS Er- teiriitnisses laulete solgenderniasien: Der Gerichtshof habe in dcn» Verhalten des Angeklagten an dein betreffenden Tage das tadelns >v e r t h e Verhalten eines AnfwicglcrS erblickt; es sei ein grober U n s u g, ivenn andere, ehrliche(?)?lr- beiler b e l ä st i g t ivürde». Von den Streitenden iväre ein sörm- licher Spionagedienst eingerichlei worden und der Angeklagte sei einer dieser Spione.'Ans eine Hajlsirafe hätte ocr Gerichishof erkannt, weil eine Geldstrafe doch aus derftasie bezahlt würde. Selbstverständlich ist Berufung gegen dieses Urlheil eingelegt worden. Trotzdem iverde» unsere ParUigeuvsje» es steißig bei der Agitalion benutzen können. Wege» Biömnflk-Beleidignng veriirtheilte die Strafkammer in Oilrowo den Verleger und Redakteur des polnischen Blattes „Gazeta Ostrowska", Noivicki, zu drer Moualen Gefängniß. Die Beleidigung ist als begange» erachtet worden durch den'Abdruck eines einem galizischen Wiyblaile cnliiommencn Ziviegespräclö.! zivischen Tod und Teufel. Fürst Bismarck Halle unterm 30.'August gegen Noivicki Sirafanlrag gestellt. Vor dem Hamburger Landgericht begann am Freitag ein inieressaiiier Strafprozeß. Wegen öffentlicher, theils verleninderischer Beleidigung des Schillraths Projesjvr Dr. Hoch« und des(Schul- direltors Dr. 91 e i rr»r ü l I e r ist der Schulvorsteher Gort- schalt angeklagt. Tie Angelegenheit hat schon mehrfach die Hamburger Bürgerschaft uno noch mehr die Preffe beschäsligl. Der'Angeklagie Gotischalk. seit 1864 Inhaber und Leiter einer Knabenschule, Hai in einer Broschüre be- hanptel, der Leiter des höheren Schulwesens von Hamburg. Professor Dr. Hoche, habe durch absichtlich enlslellte Berichte an die znsiändigeir Behörden es veranlaßt, daß seiner Schule die Berechtigung zun» Einjährig-Freiiviliigeu-Examcir nicht erlheilc sei. Zum Beireise der Wahrheit seiner Behanptnng Hai Gottschalk eine große Menge Zeugen lade» lasse». Es befinden sich barir.Uer mehrere Senatoren, viele Lehrer, Schnldireklore», Pastoren rr. s.»o. Die Berhandlniig rvtrd mehrere Tage dauer». Das Verbot von Volkövcrsaininlirngcn an gewissen Feier- tage», wie es in der Verordnung des Oberpräsident«» der P,om»z Brandenburg vom 3. Oktober 1896 ausgesprochen wird, besteht, wie das Kammergerichi jungst des längeren ausgesührt Hai, z» recht. In der 9!evisio>» war ansgeführl worden, daß die Ver» ordniing mit dein Aereinsgesctz vom Ii. März 1830 und de» Ariikeln 29 und 30 der preußischen Vecsassnng in Widerspruch stehe. Das Kammergerichi hat dies sür»»begründet«fach«et und begründet seine Enlscheidniig rn dem in den„Bt. f. Rpst." veröffenilrcliien Erk«n>U»rs> wie folgt: Zlllerdings ist durch die g.- dachten Slrlikel der Aersassnng die Aersammlniigs- und Verein-'- freiheit als ein Grundrecht aller Preußen gewährleistet, jeooch ist dadurch die 9tegeli»ig der'Ausübnng dieses lltechi? durch Gesetz nichi ausgeschlossen. Das i» Anssühriing dieser B.« stlniniung erlassene Vereinsgesetz regelt diese Anssütirung jedo-h nicht i» erschöpfender Weise. Es regelt das Vereins- und Versammlungsrecht mir hinsichtlich des im'Art. 30 vesvndcrs hituu.« gehobenen Zwecks der„AuUechterhaUnng der öffeuillchen Sicherhcii". Dieser Ziveck ist zcdoch nicht der einzige, der i» betreff der zu reget.» den'Ansübnng der in 3!ede stehenden 9!echte crreichl werde» soll,.s ireten hinzu der Ziveck der'Aiisrechterhaliung der öffentlichen Ordnung, die sanilätspollzetlicheii, banpolizciiichen Interesse» ivelche nicht selten das Verbot öffentlicher Versaniialniigen auch in geschlossenen Räimien zu beftimuiteir Zeiten oder an de- stimmteil Orten rechtfertige». Eine solche das Bersanimlmrgsrerhl regelnde Vorschrift ist auch der§ 10 der Oberpräsidial- Verordnung vorn 5. Oktober 1396, zn einer solche» 9tegelu»g ist der Oberpräsiden r auf grund der als Gesetz zu betruchieiiden Kabinelsordre vom 7. Februar 1837 n»d des Gesetzes von. 30. Jnlr 1883 KZ 137, 139 mit der erfolgten Zustimmung des Provinzialraihs unzweiselhait besugt. Natürlich! Die Mitglieder der VoreiiischätrniigS-Koinmission sind als solche nach einer Enischeidnng de? Over-Vcrivalinngsgerichis n r ch r Inhaber kommunaler Ehrenämter und dürfen cs deshalb nicht»'egeir jenes Slurles ablehne», ei» unbesöldeles Ehrenamt i» der Gemeinde anzunehmen. Eittgelnttfene Druckschriften. Le Devenir Social, Revue internationale d'economle, d'histoire et de Philosophie. Paralt tout les mois en un fasc. de 96 pages gr. in-80. Abonnement ,annuel: France 18 fr.; Etranger 20 fr. 16, rue Soufflot, Paris. Sommaire Nos. 8—9. (Aout-Septembre). Sociologie de la- Suggestion, X. Le socialisme en Italien, Giovanni Lerda. L'Histoire du trade umonisme de B. et S. VVebb, Edouard Bernstein. La democratie et lo droit fiscal dans l'antiquite et particulierement a Athenes(sulte). G. Piaton. Correspondance. Revue Critique.— A.-D. Bancel: . Le cooperaiisme devant les ecoles sociales(Hubert Lagardelle).— G. Kennan: Les prisonniers politiques en Russie(Ludovic Marcband).— F. Virgilii: Lo sciorcra nella vita moderna(G.)— F. Ph. Koenig: La Situation de Tagriculture angini-e(R.).— Notes Bibliotheques.— Vilo La Mantia,— Anonyme.— A. Du- niunt.— E. Haeckel,— Two ßarristers.— L. UUmo, Vrleflmsten der Redaktion. Wir bl»«n, M jssev Nnsraue eine Thissre lzwei Bnchsial'en oder eine gahl) anjngeb-n,»nier der die Anlivorl erlhettt werde» soll. Zl�. Pcstnlozzistrake. 1. In. 2. Ja. 3. Nein.- E. C. SV. Nein. — P. 2. 1. Ja. 2. Ja. 3. Beschwerde(abzugeben beim Polizei- Präsidiui». aber zu richten an den Oberpräsidcnten) ist zulässig. Außerdem ist es zweckmäßig, bei den beiden in Frage kommenden Gemeinden(B. u. St.) den Autrag zu sicstcn, das an die Polizei gerichtete Ersuche» zurückzunehmen. In dem Antrage wäre darzulegen, daß und weshalb Unterstützungs- bcdürftigleit nicht mehr vorliege.— Bilz. Die Bermiethcrin müßte zunächst klagen. Ob ein Exmissionsgrund vorliegt, muß sich aus dem Wortlaut des Vertrages ergeben.— P. B. Ja. - P. H. I. Ja. 2. Ja. 3. Bis zum 21. Jahre/ Die Mutter kann die Heraus- gäbe ihre? Kindes verlangen, falls nicht durch Beschluß deZ Vormnndschasts« gerichts ihr das Erziehungsrecht genommen und Ihnen übertragen wird.— 450. Nach der Gesinde-Ordnung hat die Herrschast leider garnichts-n zahlen.— E. P. R. 1. 1. Das ist Pflicht des Vorstandes. 2. Nein. 3. Ja.— I. W.«Z. Solche Forderung verjährt erst in 30 Jahren. Gegen die Cession wird sich nichts machen lassen.— Z. 8S. Nein.— — F. F. 91. 1. Ja. 2. Als Angeklagter kann mau nicht beeidigt werden.— N. L. Ivv. Die Zivilliste des preußischen Königs wird von Preußen� nicht vom Reich, bezahlt.- W. W. 1. Das ist zulässig. 2. Nein.- E. R., Friedrichsberg. l. Die Forderung ist sofort fällig. 2. Falls Sic die Forderung nicht bezahlen, kau» der Auwalt nicht sofort psändcn, sondern muß erst seine Forderung ausklagen.- F. 1. Sie müssen zahlen. Da Sie nicht ausdrücklich ausgetreten nach ausgeschlosien sind, so sind Sie nach wie vor Mitglied und haben Ihre Beiträge zu zahlen.— A. N. SZ. Sic sind nicht zur Zahlung verpflichtet._ Stadtverordtteten-Wahlen. Mit dem Ablauf dieses Jahres erlischt das Mandat für folgende Mit- glieder der Stadtverordneten-Versammluug, und zwar: in der III. Slbttieilniig: 3. Wahkbez. Fabrikant Prehel, 8. Wahlbez. Direktor V ortmann, 10. Wahlbez. Arzt Dr. Zadck, 12. Wahlbez. Kaufmann Singer, 11. Wahlbez. Schriftsteller Stadthagen, 19. Wahlbez. Rentier S ch e m, 21. Wahlbez. Kaufmann Frick, 25. Wahlbez. Restaurateur Wernau, 28. Wahlbez. Tischler Bruns, 28. Wahlbez. Rentier Ha es ecke, Wahlbez. peus. ordentl. Lehrer Hauer, 34. Wahlbez. Hutmacher Borg man n, 38. Wahlbez. Professor und Oberlehrer Dr. Müller, 40. Wahlbez. Kaufmann G c r i ck e. In diesen Wahlbezirlen siuden Ergänzungswahlen statt. Die Ergänzungs- Wahlen für die oben genannten Stadtverordneten erfolgen ans grund der Gemeinde-Wählcrliste, welche in der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit berichtigt. vom 15. bis einschließlich 30. Juli d. I. öffentlich ausgelegt und demgemäß abgeschlossen worden ist. Behufs Ergänzung der Zahl von Hausbesitzern (Eigcuthümenr, Niebbrauchern und solchen, die ein erbliches Besitzrecht bnbeu). welche nach§ IG der Städte-Ordnung vom 30. Mai 1853 in der Stadtvcrordnetm-Versammlung für jede Ablheilnng vorhanden sein müssen, ist, wie gemäß Z 22 a. a. O. von uns— und zwar durch das Loos— bclummt worden,„ , c von der III. Abtheilnng in den Wahlbezirken Nr. 3. 10, 12. 21, 2«, 28. 34, 38 und 40 je ein besitz er zum Stadtverordneten zu wähle». Die Termine zu den Wahlen haben wir, wie folgt, festgesetzt: a) für die III. Zlbtheiliing »nk Hontas, den 8. Xovember d. J., Ton vormittags O bis nachmittags 7 Uhr; Zu denselben werden hierdurch eingeladen: die Wähler der III. Abtheilung. 3. Wahlbezirk, in iv e l ch e m ein Hausbesitzer zu wählen Ist, und zwar: Theil I, cuthaltend die Stadtbezirke 11-14: Wahl- lokal: Dorotheenstr. 30 bei S t a l l m a n n.— Theil II. enthaltend die Stadtbez. 15, 18, 19, 20, und von Stadtbez. 17: Charlottenstr. 29— 32 und Friedrichstr. 63—65 und 186—190, Kronenstr. 50; von Stadtbez. 16; Markgrafcnstraßc 37—38 und 57—58; von Stadtbezirk 21: Königgrätzer- straßc 121; mit Ausschluß der Grundstücke: Krauscnslr. 1—3 und 72—77, Mauerstr. 8-11 und 69- 79 von Stadtbez. 18; Wahllokal: Friedrich- straße 180 bei S ch a b a n g s. 8. Wahlbez. und zwar: Theil I, enthaltend die Stadtbez. 43—46 und von Stadtbez. 42: Deuncwitzstr. 9 und 33-38, Kurfürstenstr. 173-173»; mit Ausschluß der Grundstücke: Frobcnstr. 1-11 und 41, An der Apostel- ikirche 1, Kurfürstenstr. 29-46 und 139-150 von Stadtbez. 45; Bülow- straße 93 von Stadtbez. 46; Wahllokal: 99. Gemeindeschulc, Steinmetz- straße 79- Turnhalle-. Theil II, enthaltend die Stadtbez. 47 und 48'o; Wahllokal: 92. Gemeindeschule, Wiuterfeldstr. 16— Turnhalle—. Tb e i l III, enthaltend die Stadtbez. 48» und 49; Wahllokal: 126/143. Gemeindeschulc, Kulmstr. 15— Turnhalle—. 10. W a h l b e z., in welchem ein Hausbesitzer zu wählen ist, und zwar: Theil I, enthaltend die Stadtbez. 68 bis 70 und von Stadtbez. 63: Bellealliancestr. 90, Gneiseuaustr. 1; W a h l l o k a l: 60. Gemeindeschulc, Fürbringer 33/34,— Turnhalle.- Theil II, enthaltend die Stadtbez. 71 bis 73 und von Stadtbez. 54: Bellealliancestr. 107, Blücherplatz 1 und 2, Hallescher Kirchhof; Wahllokal: Blüchcrstr. 66 bei G c r t h. 12. Wahlbez., in welchem einHansbesitzer zu wählen ist, und zwar: Theil I. enthaltend die Stadtb. 104 bis 106; Wahllokal: 114./122. Gemeindeschulc, Köpnickerstr. 2, Turnhalle.— T h e i l II, enthaltend den Stadtbez. 107; Wahllokal:„Zur Drachen- bürg", Bor dem Schlestschen Tl>or 1/2.- Theil III, enthaltend die Stadtbez. 108, 109; Wahllokal: 115./170. Gemeindeschule, Slalitzer- straße 55/56, Turnhalle.- Theil IV, enthaltend die Stadtbezirke 110 und 113; Wahllokal: I00./t02. Gemeindeschule, Reicheubergerstr. 67/70, Turnhalle.- Theil V, enthaltend die Stadtbez. 111 und 112; Wahl- lokal: 145./15l. Gemeindeschule, Reichenbergerstrahe 131/132, Turnhalle. 14. Wahlbez. und zwar: Theil I. enthaltend die Stadtbezirke 95. bis 9? und von Stadlbezirk 94: Lausitzerstr. 1, Skalitzerstr. 39, 40 und 46, Wienerstr. 68 u. 69; mit Ausschluß der Grundstücke: Maiilcuffclstr. 43, Oranicnstr. 1 von Stadtbezirk 95; Marianncnstr. 51—53, Naunhn- straße 2-15, Marianuenplatz 6a. von Stadtbezirl 97; Wahllokal: Waldcmarstr. 75 bei Brüder.— Theil II, enthaltend die Stadt- bezirke 98, 102, 103. Wallokal: 46. Gemeindeschule, Lausitzer Platz 9.— Turnhalle-. Theil III, enthaltend die Stadtbez. 99, 100, 101. Wahllokal: 80. Gemeindeschule, Wrangelsir. 128.— Konserenzzimuicr, Parterre. ib. Wahlbez. und zwar: Theil I, enthaltend die Stadtbez. 125, 126, 131 und von Stadtbez. 122: Brandenburgstr. 32—36 und 48— 49s Mathieustr. 1; Wahllokal: 47. Gemeindeschule, Stallschreibcrstr. 54, Turnhalle.- T h e i l II enthaltend die Stadtbez. 132 bis 134; mit Aus- schlug der Grundstücke: Neanderstr. 17-18, Annenftr. 4-10 und 41-45, Dresdenerstr. 52-54 von Stadtbez. 134; Wahllokal:„Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45. 21. Wahlbez., in welchem ein Hausbesitzer zu wählen rst, und zwar: Thrill, enthaltend die Stadtbez. 128, 129, 144„nd von Stadtbez. 127: Alerandrinenstr. 39, Alte Jalobstr. 116, Kommandanten- straße 43. Oranienstr. 70— 75a und 130—136; mit Ausschluß der Grund- stücke: Kl. Knrstr. 9, Niederwallstr. 24 und 25, Spittelmarkt 14 und 14a. von Stadtbez. 144; Wahllokal:„Arminhalle»", Kommandantenstr. 20.— Theil II. enthaltend die Stadtbez. 130, 135, 143 und von Stadtbez. 134; Aiuicustr. 6—10 und 41— 45, Dresdenerstr. 52—54; von Stadtbez. 136: Neue Jalobstr. 1-14.>7-22 und 24-28, Jnsclstr. 13-12a. Schmidtstr.22, von Stadt- bezirk 142: Jnselstr. 10-12; Wahllokal:„Feucrstein's Festsäle" Alte Jakobstr. 75. 2 5. Wahlbez. und, war:Theil I, enthaltend die Stadtbez. 166, .167 und von Stadtbez. 168: Breslauerstr. 17, Fruchtstr. 9—10 und 81—82, Schleuscher Bahnhof, Empsangszebäude und Bahnanlagen bis zur Warschauer- straße; Wahllokal: 138/158. Gemeindeschule, Mühlcnstr. 50— Turn- 26. Wahlbez., in welchem ein Hausbesitzer zu wählen 'it. und zwar: Theil I, enthaltend die Stadtbez. 157, 158, 160 und von Stadtbez. 155: Pallisadenstr. 88— 89, Strausbergcrstr. 9 und 35; von Stadtbez. 159: Koppenstr. 37-40, Pallisadenstr. 38; Wahllokal Ißo.la?. Gemeindeschule, Friedcnstr. 37, Turnhalle.— Theil II. enl haltend die Stadtbez. 161, 179a. und von Stadtbez. 153: Große Frank- fnrterstr. 127, Koppenstr. 35; von Stadtbez. 159, Große Frankfurter- straße 19; Wahllokal: Frankfurter Allee 103 bei Martens. — Theil III, enthaltend die Stadtbez. l79d, 180a; Wahllokal: 81/109. Gemeindeschule, Tilsiterstr. 4/5, Turnhalle.— T h e i l IV, ent- haltend die Stadtbez. 180b und c, 181; Wall total:„Brauerei Germania", Frankfurter Allee 53/55.— Theil V, enthaltend die Stadt- bezirke 189 bis 191, uiit Ausschluß der Grundstücke: Am Friedrichöhain, Straßc I von Straße„Am FriedrichShain" bis Straßc II(Abth. Xlllr des Bebauungsplanes) von Stadtbez. 189; Wahllokal: Brauerei „tzkriedrichshöhe" vorm. Patzenhoser, Landsberger Allee 24/26. 28. W a h l b c z., in welchem c i n H a u s b e s i tz e r zu wählen ist, und zwar: Theil I. enthaltend die Stadtbez. 182, 183 und von Stadtbez. 184: LandSbergerstr. 17—19 und 101—105, Barnimstr. 50; von Stadtbez. Nr. 188: Barnimstr. 39a, Fliederstr. 17; mit Ausschluß der Grundstücke: Büsching-Platz 1, Mehnerstr. 8, Weinstr. 20 und 20 a von Stadtbez. 183; Wahllokal:„Elisabeth-Garten", Elisabethstr. 30.- Theil II, enthaltend die Stadtbez. 196—198 und von Stadtbez. 188: Barnimstr. 35, Georgenkirchstr. 59; von Stadtbez. 195: Nene Königstr. 19 bis 19 e und 76, Gollnowstr. 1; von Stadtbez. 201: Georgenkirchplatz 33 und 34, Nene Königstr' 47— 49, Kurze Str. 1, LandSbergerstr. 60-67; Wahl- lokal: 6. Gemeindeschulc, Georgenkirchstr. 11.-- Turnhalle.— Theil HI, enthaltend die Stadtbez. 199, zog und von Stadtbezirk 201: Prenzlauerstr. 32 und 32a, Alte Schützenftr. 8—12; von Stadt- bezirk 202: Prenzlauerstr. 30-31, Alexanders, r. 53; Wahllokal: 84. Gemeindeschule, Keibelstr. 31—32.— Turnhalle. Stadtbez. 222—225»nd von Stadtbez. 226: Fehrbellinerstr, 58 bis 62; von Stadtbez. 233: Kastanien-Allee 36 und 70, Schwedterstr. 29; mit Ausschluß der Grundstücke: Chorinerstr. 4—6 und 78—86, Zehdenickerstr. 9 von Stadtbez. 225; Wahllokal: 55. Gemeindeschule, Chorinerstr. 74.— Turnhalle. 34. Wahlbez., in welchem ein Hausbesitzer zu wählen ist, und zwar: Theil I. enthaltend die Stadtbez. 228, 257, 258 und von Stadtbez. 236: RhcinSbcrgerstr. 79; mit Ausschluß der Grundstücke: Ackerstr. 27—28 und 143, Jnvalidenstr. 5 und 148—163, Bergstr. 30 und 31, Pappelplatz von Stadtbez. 257; Bernauerstr. 15—24 und 84—92 von Stadt- bezirk 258; Wahllokal: 67. Gemeindeschule, Ackerstr. 28a, Eingang: Eltsabethkirchstr. 19.— Turnhalle.— T h e i l II. enthaltend die Stadtbez. 259, 265 bis 267 und von Stadtbez. 268: Gartenstr. 26—35 und 145 bis 155, Jnvalidenstr. 18; mit Ausschluß der Grundstücke: Strelitzerstr. 30 bis 36 Und 39—46 von Stadtbez. 259; Gartenstr. 96— 112 von Stadtbez. 265; Ackerstr. 69—70 von Stadtbez. 266; Bergstr. 62 von Stadtbez. 267; Wahl- lokal: 17. Gemeindeschule, Ackerstr. 67— Turnhalle.— 38. Wahlbez., in welchem ein Hausbesitzer zu wählen ist, und zwar: T h e i l I enthaltend die Stadtbez. 270, 271 und von Stadtbez. 269: Elsasierstr. 27-30; Wahllokal, Tieckstr. 24 bei Ge- bauer, Saal geradezu.— Tb eil II. enthaltend die Stadtbezirke 272, 273 und von Stadtbez. 268: Jnvalidenstr. 19— 23 und 129—132; von Stadtbez. 282: Jnvalidenstr. 80—83; Wahllokal: Invaliden- straße 110 bei Böhme.— Theil III enthaltend die Stadtbezirke 274, 275. Wahllokal: 14. Gemeindeschule, Kessclstr. 3— Turnhalle. 40. Wahlbezirk, in welchem ein Hausbesitzer zu w ä l c n ist,»nb zwar: Theil I enthaltend den Stadtbezirk 284; W ah l l o k a l: Charlottenhof, Händelstraße.— Theil II enthaltend die Stadtbezirke 286, 287 mit Ausschluß der Grundstücke: Alt-Moablt 129, Werftstraßc 21 von Stadtbezirk 286; Wahllokal: 113./128. Gemeinde- schule, Thurmstraße 86— Turnhalle. Theil III enthaltend die Stadtbezirke 288 bis 290; Wahllokal:„Kronen- Brauerei", Alt-Moabit Nr. 47/48.— Theil IV enthaltend den Stadt- bezirk 291; Wahllokal: Moabiter Klubhaus, Beusselstr. 9.— T h e i 1 V, enthaltend den Stadtbez. 292; Wahllokal: Waldstr. 8 bei Nawrocki. - Theil VI. enthaltend die Stadtbez. 293, 294; Wahllokal 82./90. Gemeindeschulc, Thurmslr. 75— Turnhalle.— Theil VII, enthaltend die Stadtqez. 295—297; Wahllokal:„Brauerei Moabit", Thurmstr. 26.— Theil VIII, enthaltend die Stadtbez. 298, 299; Wahllokal:„Zum Landsknecht", Havelbergerstr. 13/14.— Theil IX, enthaltend die Stadtbez. 300-302; Wahllokal: Wilsnackcrstr. 63 bei L i e b i n g.— T h e i l X, enthaltend die Stadtbez. 303, 304; Wahllokal: Nathenowerstr. 94a bei Junker. Denjenigen Wählern, welche ihre Wohnungen seit Ans- st c l l u n g d e r G c m c i n d c- W ä h l c r l i st c n i ch t gewechselt haben, werden zur Erleichterung der Legitimation bei der Stimmabgabc und zur Beschleunigung des WahlverfahrcnS besondere Karten zugestellt werden, welche bei Abgabe der Stimme vorzuzeigen sind, während denjenigen Wahlberechtigten, welche seitdem verzogen sind und nicht in den Besitz der Legitimationskartcn gelangen sollten, anheimgegeben wird, solche an einem der beiden letzteren Wochentage vor der Wahl ans unserem W a h l b u r e a u, P o st st r a ß e 16, 2 Treppen, während der Bnreanstundcn abznholcu.- Die ohne Karte erscheinenden Wähler müssen für ihre Legitimation Sorge tragen, sich auch bei der Zu- lassung zur Stimmabgabc eine Ziirückstelluug hinter die mit Karte Erschienenen gesallen lassen. Wir machen anch noch darauf ausmerksam, daß die Wal>l er III. bezw. II. Abtheilung in den Wahlbezirken mit großer Wählerzahl zur Vermeidung eineS zu starken, die Wahlhandlung störenden Andringens der Wähler in jedem Wahlbezirke in zwei oder mehr Unterablheilnngen und in gesonderten Räumen stattffndet. Berlin, den 4. OUober 1897. Magistrat hiesiger Königs. Haupt- und Residenzstadt. K i r f ch u e r. Arbeiter-Büdnngsschule. Sonntag, den 10. Ohtober 1897, abends 7 Uhr, in Cohn,s Festsillen, Beuthstr.£0: Gr. Versammlung. Tortrag des Genossen Dr. Alfred Bernstein Uber: „Der Widersinn des Strafrechts". 6/9 Nachdem; Gciiiiithllclies Beisammensein und Tanz. Eintritt 10 Pf. Garderobe 10 Pf. Mitglieder und Gäste sind hierdurch höflichst eingeladen. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. padt", Schönhauser Allee 10—11, Saal links.— Theil II enthaltend die Leffentlicht Versammlung der Miiutel-Niiheriililtll, Biiiiler, Stepper, Mdiiiciiicr, Herreil- imii Ailabeil-Konsektiliilssliiileidkr imii Mriiineil am Dienst» g. den Ui. Ohtober, abends 8V2 Uhr im Twiiicmünder Gescllschaftshnus. Swinemünderstraste 3o. T a g e s- O r d n Ii n g: 245/18 1. Die Bnndesraths-Verordnung für die ÄonsektionS-Jndustrie und wie ersüllt sie die Forderungen der Arbeiter?— 2. Diskussion.— 3. Die Tarif-. Vereinbarungen beim Streik 1896 und welche Löhne zahlt man uns jetzt? Resercntt»: Mäntclnäherin Frau Reiinan». Ilm zahlreiches Erscheine» ersucht Die Fünfer- Kommission. _ I.A.: I. Timm, Vertrauensmann. Verband der Maler n jnröjmifsß. (I'ilialc Berlin I.) Dienstag, den 12. Oktober, abends Hl/2 Uhr, in den Arminhallc», Kommandantenstranc Nr. 20: (AenevQl�Vevszaunnlung. Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Vortrag deö Herrn Dr. Bernstein über: Seelcnknude und Strafrccht. 3. Tislnssion. 4. Anträge. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 125/16_ Der Vorstand. Oeffentiiche Brauerei-Arbeiter-Versammhmg (Brauer, Böttcher u. s. w.) Sonntag, den 10. Oktober, nachmittags l1,. Uhr, in Hoffmann's Festsälen, Alexanderstr. 27c. Tages-Ordnung: I Vortrag deS Genossen JPOrsch. 2. Arbeitsnachweis. 3, Neuwahl der Agitations-Kommission. 4. Verschiedenes. 1165b Der Ulinbernlter. Allitmig! Ifitficv. Milft] Montag, den II. Oktober er., abends 5 Uhr. in Kellcr's grostem Saal, Koppeustrafte Nr. 2S: GroHe öffentliche Versammlnng ÄvR' Putzer Berlins und P mg. Tages-Ordnung: Sitnationsbericht und Bericht über die Kassenverhältnisse. Diskussion. Beschlußfassung über das weitere Bestehen des BureanS und Bauten- kontrolle sowie Beitragsleistung. 296/9 Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Die Lohnkommission. Achtinig! 2. Wahlkreis. Acht»»»! Sonntag. 1«. Oktober, abends«'/fuhr, bei Znbeil, Lindenstr. IOC: VersaromtBung. Tages-Ordnung: Vortrag des Genossen O. Racdcr über:„Astronomische Streifzüge." Nach dem Vortrage: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. ffSST Eintritt 10 Ps."TStfä Um zahlreichen Besuch bittet 211/18_ Die Bcrtranenöpcrson. SWaldmokraMer Wahloemn für den 1. Berliner Reichslngs- Wahlkreis. Dienstag, den 12. Oktober, abends 8l/j Uhr: Große General- UersammUntg im Lokale des Herrn Stabernaeh, Jnselstrasie 10. Tagesordnung: 1. Vortrag deS Herrn Dr. 2?adeh über: Gemeinde-Sozialismus. 2. Diskussion, 3. Bericht des Vorstandes und der Revisoren sowie Neuwahl derselben. 4. Vereinsangelegenheiten und Beitragszahlnng. In dieser Versammlung werden neue Mitglieder aufgenommen. 236/11_ Der Vorstand. SoMldemkrMcher verein für den 2. Berliner i\nMm- Wahlkreis. JUttwoch, den 13. Oktober, abends O Uhr, in llabel's Brauerei-Ausschank, Bergmannstr. 5—7; General-Versammlung. Tages-Ordnnng: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Wahl des Vorstände?. Mitgliedsbuch Icgilimirt. Zahlreichen Besuch erwartet 239/2 Der Vorstand. Sonaldemlikraiischer Wahlverem für den 4. Berliner Reichstags-Wahlkreis (Osten). Dienstag, den 12. Oklover ISO1?, abends 8 Uhr» bei Baase, Grosse Frantsnrterjtrassc 117 s Oenepafl- WersammBung. Tages-Ordnung: 243/18 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordnete» Genossen F. Knncrt.— 2. Geschäfts- nnd Kassenbericht.— 3. Wahl des Vorstandes.— Revisoren. ___________ 4. Wahl der Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverem für den L Berl.Reichstagg-Mahlkreis MW. Dienstag, den 1Ä. Oktober, abends S'/a CJhr, im I.okal des Herrn Brjlder, Waldemarstrasse 75; ©röfiitliitjf Griiml-MiiiWlllilg. T n g c s- O r d» u g: 1, Vortrag des Genossen It. iUUlurg über:„DaS Nnfall-Der- stcheruiigSgei-s". 2. Dislnjstvn. 3. Geichastsbericht des Vorstandes. 4. Neiiivaht deS Vorstandes und der Revisoren. 5. Vereinsangelegenheiten. 243/l5 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverem für den 0. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Tonnerjiag, de» 14. Oitober, abends 8>.z Ul>r, im Kolbvrger Talon, Kolbergerstrasse 23: General-Versammlung. TagcS-Ordnnng: l. Bericht deS Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Neuwahl des gesaminlen Vorstandes. 5. Wahl von Revisoren. 6. An- träge und Verschiedenes. 247/1 Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. R»r Mitgliedsbuch legitimirt. Große öffentliche Uersnmmlnng aller in der Schnh-Jndustrie beschn stillten Arbeiter»nd Arbeitenmieu am Montag, de» II. Oktober l8!S7. abends«'/z iihr. im Lokale „Köuigshof", Bülvtvstrasse Nr. 37. T a g e s- O r d n n n g: I. Vortrag des Genossen Wagner über: Industrielle Entwidlnug. 2. Tis'niiion. 3. Bcrschicdcncs. 188/13 Zahlreichen B e such erwartet__ T I e AgitatlonS-Koinniissio». Posantclltctt-Branche. Montag, den 11. Oktober, abds. prnz. 8>/zIlhr, Rene Mossstr. 3: Gtfftvtilche Versammlung."MV T a g e s- O r d n n» g: 1. Das Zwangs-Jnnungsgesetz, und wie stellen>vir»nS hierzu? 2. Rc- geüing der Ilnlerstützung für gcinaßregelte Kollegen.— Anträge.-.Ber- schicdcnes. 153/10 Tie Berlammlung wird pünktlich eröffnet.__ Verband depKürseliner. Montag, den 11. Oktober, abends 3Vz Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: Mitglitder-Vechiinnliiüg. Tagesordnung: l. Wie. stellen wir uns zur losen Zentralorganisation? 2. Abrechnung v. 2. Quartal 2. Jahrg. 3. Verschiedenes. 95/7 Zahlreiches und pünktl. Erscheinen erwartet Der Vorstand. Zfilti'fll-Kl'fliiktil- ii. Stttbc- I Ii i>." (Filiale IV(West). Montag, den 11. Oktober, abends 81/} Uhr. im Kassenlokal, Culmstr. 36: Versammlung, Tagesordnung: Kassenbericht nnd Verschiedenes. 123/6 Die örtliche Verwaltung. Vereinsi-mmer mit Piano, Zentrum, Koblankstr. 15 abzugeben. 3» M. Belolniung! Auf der Fahrt von Königstrabe nach Scharrnftrahe ist Donnerstag in einem Pserdebahnwagen ein Packet, ent- hallend GerichtSakten, liegen geblieben. Gegen obige Belohn, abzngcb. Pols- danierstr. 128 1, v. Gerstmann. Den geehrten Abonnenten empfehle mein gemüthliches Weiß- u. Bairisq- bier-Loknl. Frau Marie Borla, Jndenstr. 33. Vereinsziniiner zu ver- geben._ 1158 b Ken cröltnet! Weiss- nnd Bairisch- Bier- Lokal, soipie Vercinszininier nebst 2 Kegel- bahnen zu vergebe». 1138b Friedr. Otto, Ramlerstr. 29. Neuer Wintcrpaletot und Inetet billig z. v. Oranienstr. 129 ll. 1 11495 Teppiche 32421,'* m. 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Tagesordnung! .* Vortrag des Genosse» �tdolk Ileirmann: Moderne Ehen. 2. VierteljahrcS-Berichte� «7/14 Verfammlnug: Ctstlligts Vtlslüllültllstlll llltt Tllllj. SßaSEB Bic Ortsvcrwultims:. Soeben erschien: sMOSI.» Gerillter Arlititer-Killtllbtr IV. Jahrg. pro 1808, 88 Seilen, reich iklnstrirt, fW.. IPF" Preis 15 Pf."WüZ-Mg Wlederverkniiser erhalten hohen Rabatt, und mache ich diese ans die leichte Absntzsahigkcit meines Kalenders besonders ansincrksain. Th. Mayhofer Nachf., Verlagsbuchhandlung, Berlin dl., Weinbergsweg 15b. PÜT" Berlin."WA Feier des 23 jährigen Stiftungs- Festes der FiBiale Berlin des UilttrsttzüllBvereiilö für alle in der Hntbrülichc bM. Arbcittr und Arbeitcriniltil am Sonnabend, de» I«. Oktober 1897, in, grosien Saale dcS »Böhmischen BranhanseS", Landsberger Slllee 11,1». Die Feier besteht in Tan,;, GesangSanffÜhrnngen, komische» Vor tragen, Kcstpolonaise mit Neberraschnngcn?e. Ansang 8 Uhr.— Eintritt für Herren bv und Damen 2ö Pf. _ Freunde nnd Gönner des Vereins sind freundlichst eingeladen. ««/ö Bas Komitee. Btthlinh aller im Kandels- nnd Transpartgemerbe beschäst. Kils'Snrbtiter Berlins n. llmg. Konntag, den 17. Oktober dies«;» JTahrest � Stdjjtfh MilWSfkst== in Louis Keller's Festsälen, Koppcnatr, 29. Prolog, gesprochen vom Kollegen Putze r. Pestrede gehalten vom Genossen Georg Wagner. Ernste und heitere Vorträge sowie Theater- Ausführnng der Gesell- schaft Strzeleiviez.— Die Konzert- und Ballinuslk wird von zwei starlbcfetzten Kapellen der»Freien Vercinigung der givil- BenlfSmustker" unter Leitung des Her-rn Gustav Raabe ansgefiihrt. Erösfnniig 3 Uhr. Festzcituiig am Eingang gratis. Slnfang l Uhr. Um VsIO Uhr große Bcrloosnng zu giniften der Berliner Agitation. Blllets 5£5 Pf. für Mitglieder und deren Damen sind zu haben im Bureau, in den BersninmlMiaen sowie bei den Vorstands- rnttgliedern.— Blllets 5 SO Pk. sind zu haben im Bureau, in den Zahlstellen sowie bei säiurntlichen VorstaitdSmitalicdcrn. Kinder unter 14 Jahren frei.-Mq Um zahiretchcn Bestich bittet Bas Komitee Miinnerleiden. Montag, den 11. Oktober, abends 8l/2 Uhr, i» Xicft's grosse»! Saal, TLeberstraste Lir. 17: A natamislljer Lichtbilder- Bortrag deS prakt. Natnrhrilknndigci«<»rn»dmann. Gäste, nur Herren, willkommen. Eintritt 20 Pf. Vcici» für Körper- und Natnrlidlkundc, Alexanders! raste 8. Zithcrspieler"WU (strebsame, bessere!) II3l>b studcu Aufuahiue im Zilycrvcrcin„Einigkeit" jeden Dienstag Abend 9 Uhr bei Lichmun», Reichenbcrgcrstr. 19. Znr Herbslsaison sind sämuitlichc Vl'oIIwaaren, Pnterzenge, wollene nnd seidene Tücher, Klcidurstoflc etc. tn reichster Ansivahl zu bekannt billigsten Preisen ausgelegt. OSOOi"6 In bei- AbthellnnK für Putz findet ineine verehrte Kund- schaft bei kleinen Preisen daö Gc'chmackvollstc und Modernste. Vai'I Svklos», Pfliircnljiuiö.Löd Ost" 2t Wmchcht 22.'' Konkurs- Ausverkauf. Die Borräihe eleganter Herren- Garderobe der Braunspan'schen Konkursmasse, bestehend ans Pelierinen-Mänteln, Paletots,.Havelocks, Jackct- und Rock-Zlnzitge», einzelnen Hosen und BSestcu werden tn dem b>She»-jgeii Geschäfts lokal 0rktv!eii'8tl'S88e ISS mit anderen Maaren täglich von 9—1 Uhr vormittags nnd 3— 8V- Uhr nachmittags zu billigste» Taxpreisen auSvcrlaust. 1118b Soimtags-Verlaufszett: 8—10, 12—2 Uhr. Der Bcrlvalter. Mittwoch, de« 13. Oktober, abends 8 Nhr: Oeffeatl. General Uersammlnag in Cohn's Festsälen, Benthstraße 20— ÄZ. T n g c s- O r d ii n ii g: 1. Bericht der SotjuToinmifftuii. 2. Abrechlmilg vom Agitiitwns- und Uuterstützuttgssoiids. 3. Neuwahl der Lohilkouuuissiou und der Nevisoreu. 4. Verschiedelles. 273/7 Der Vcrsamnilung liegt Rechenschastsbericht und Abrechnung gedruckt vor und ist cS Pflicht säuimtlicher Zimmerer, diese Vcrsauunlung zu besuchen._____ Bio l,olinkommtssion._ Bttlisttt DknojstnschaBbliikem. (E. G. m. b. H.) Seduli- Kurks. Fcnisprcch'?!nfchl. Amt III Nr. 2901. Keue Koekslr. l8. plan-vlel'!8. In folgenden Eeschästcn ist unser Brot täglich frisch zu haben: Verden. Ackerst r. 79, Frcibcrger. 12.', Tabbcrt. Antonstr. 17, Was ch o w ö k i. Adolsstr. 5, Drestler. Buchholzerstr. 9, Sien igle. Bninuenslr. 61, Felchs. vZ, K ö r n c r. Boiienslr. 9, Kroll. Chansscestr. 104. P a w l i tz l e. Deniuiinerstr. 2Z, Ratusch. Diedenhoscuersir. 4, B laiilenvnrg. Georgcnktrchstr. 14, Vogler. Snfsitenftr. lll, S eh o l z. Hochiiicislcrstr. Zl, Da euer. Jaöuiiiiidcrslr. 10, Becker. Jnvalideustr. 146, Hof im Keller, S a s s i a ck. Kastauicn-ANec 49, K e S l i n g. Köslinerstr. II, ftnorr. Loltninstr. 16, Peters. Lortzingstr. 10, N o w r o d t. Linienstr. 11 l, Licscr. „ 6ä, G e i g a l s. Müllerstr. 7a, G l c! n c r t. 84, P c tz. 160a, Krüger. Oderbcrgcrstr. 44, Ä n i s e r. Pappel-Mee 22, Masucb. Petersbiirgcrstr. 16, Kausmann. Rhciusbergerstr. 22. H ü b u c r. Nhlcftr. 44, G rä ff. Ncinickendorferstr. 46o, Freier. Stralsunderslr. 64, Z! e u m a n n. Strclitzcrslr. 40, M n t h e h i s. Swineulüiiderstr. 88, Ritter. „ 42, R ö h r i ch t. Schliernaiplstr. 16, B n s ch. Schwedtcrstr. 83, L i e tz k e. Beteranenstr. 2, Lac iv e. Wollinerstr. 15, KolofSky. Wcistcnbnrgcrstr. 26, Wienand. Wicsenstr. 14, Stolzeuburg. Bonbit. Bcusselstr. 79, K i n a st. 29, Ei ch m nun. Brcdvwstr. 9, Kröge r. Huttenstr. 3, M ii II c r. Jagowstr. 17, F n ii l. Lelsingsir. 82, Barts ch. Lübeckerstr. 8, Ken l. Oilihowstr. Z29. Schulz. Rvstockerslr. 3, Franke. „ k>, B ö y m. 60, S ch n r z. Sickiiigerstr. 8, Witmom. Stcphanstr. 23, K l a t t. Stroinstr. 43, H i n z. Waldstr. 32, Rothner. Waldenscrstr. 21, D r c» d e l. Wittstockcrstr. 4, K ö v p e u. „ 6, Unbchanen. 27,«tusch in Sil. gwinglistr. 16, Sei s. Gcsnndbrnnncn. Biesenthalerstr. 17, pari. r.. Tanzli, liefert frei HanS. Prinzen-Allee 63, T i c tz. „ 66, A n d r e e. 62, S t c i». Stettiuerstr. 42, W c i s e. Vordosten. Bariiimstr. 46, Helle. 3, R a n e s. Höchstestr. 18, Krüger. Pallisadcnstr. 21, K in d. Fürstcnwaldersir. 6, R i n f i s ch, liefert frei HauS. Langestr. 60, S ch u n k e. 96, P a I l o t t. II, K o t h e. Südosten. Abmiralstr. 20, L ü h m a n n. 19, B a r n a ck. Adalberistr. 16, N o a ck. Sllic Jalobstr. 6, K r c t s ch rn a n N. Britzcrstr. 88, Müller. Cuvrustk. 82, Bast. 46, M irsck'. Dresdenerstr. 106, W ä h n e l t. Dlessciibachslr. 29, Z i e s c k e, liefert frei Hans. 74, S ch i l k. Fifchcrstr. 9 Fischer. Falckensteinstr. 29, Scholz. Forstcrstr. 21, G ö r s ch. Gri-naueUtr. 33, Brücher. Gräsestr. 8, A n d r ä. Görlttzcrsir. 67, Puhl«. Kottbuscrslr. 18, H n l f p a p. „ lI,Arbc>ier-Konsunl- genossciischa st Befreiung. Köpnlckersir. 126, L e g l c r. Lausttzerstr. 20, R ö h l e. 38, Behl! g. Lausitzerplatz 3, KonatkosSli. 12, Stolze. Llcgnitzerstr. 16, Kästner, 3, G ö r s ch. 39,« c i l. Lübbcncrstr. 26, M ii l l e r. Manteuffelstr. 37, K ä x. , 26, Lepzak. , 8, Haina n n. 2, Schulz. Muskauerstr. 49, G r i in p e. 47, M c l z e r. Mariaiineiistr. 4, K l i c s ch e. Nauntznstr. 9, Fiedler. „ II, Güll tb er. LI, H i l g e s. 66, K r a ch e e l. Ncandcrstr. 9, Herr m a n. Oranieuburgerftr. 86, Hoffinann. Oranlcnftr. 199, Wolf. Oppeluerstr. 32, Nt i ch a e l i s. Ohmgaffe 6, Reich. Ncichcnbergerstr. 28, ErHardt. 162, Jap er. , 149, Kaiser. 123, Schleicht. Natiborstr. 7, D i t r i ch. „ 1, B ü t ch c r. Sorancrstr. 29, Z a l l d a n. 3, S ch w a r z e n st e i n. Sckiöuleinstr. 33, Z ini ni ermann. Slaliyerftr. 24, Kön ig. 126, B ö h in e. 66, Kerze l. Urbanstr. 124, Gerhardt. 3", Berget. Wrangclstr. 63, B e i e r. „ 83, M ö r i ck e. 68, Zk c ii in ann. „ 76, Pärchen. 26, Wilhelm. 109. B a l k- n h o l l. „ 119, Kur kc. 14, P a r ch e n. Wienersir. 31, G c r a t j ch. Wcndcnslr. 4, Lange. nixdoi-r. Berlinerstr. 94, Busch. 14, Horst. Falkstr. 7, H o m u t h. Si opfstr. 18, Arbeiter-K o n s u in- genossenschast Befreiung. Kaiser Friedrichsir. 241, M a n g l o s. Lcssingslr. 32, L t c b s ch c r. 30, H o in U t h. Mnhlenstr. 21, Wagner. Prinz Handjerystr. 41, Sasse. Oentmin nnd �Vesten. Albrcchistr. 4, Bär m n» n. „ 6, Ren in a n n. 23, Baue r. Alexandrinenslr. 116, Amholz. 85, Bischofs. 39, 21 1) c e. Arndtstr. 26, S ch in i d t. ,. 2, S ch v n s e l d t. Bcstclstr. 4, S t c i n b i st. Dennewitzstr. II, M a l i k e. Fidirinstr. 16, Günther. Gitschinerstr. 80, R i n n o ni a n n. Holluiaiinsir. 38, S k o w r o n n e k. Hciligegciststr. 87, Werner. 2, R i tz c n h c i n. Jägerchr. 66, Z i r s ch. Kurfürstenstr. 172, Joike. Kntzleistr. 13, B r i n k. MarlthalleLindeiisirahe.StandNr. 236 bis 237, S ch e r z c r. MarlthallcMaucr-siratze, Stand Nr.l9S, .« r Ii in p c l t. Plan-llser 16, Frehsc. Ritterstr. 19l>., S u p p c k. ,. 9, S t r i e s e. Stallschi-cibci-str. 8, H e p p r i ch. Solnisstr. 18, Nie S k e. Icinmetzslr. 628, Pfeil. Teltowersir. 4l, M a n s f e l d. Milhclnistr. 47, H e r r in a n n. Waterloo-Ufer 10, Scherzet. Zossenerflr. 37, M i r. Siclliineberg. Barbarossastr. 8, B u s ch c. Belzigcrslr. 62, K a tz w a r c k. L, M n n g v l n s. Colonnenstr. 38, Hofs in a n n. Hauptstr. 7, Weile. Herbertstr. 3, Werner. Hohcnfricdbcrgslr. 7, H n n n c in a n n. Kaiser Friedrichsir. 12, 2t c» m a n n. 6, La h in a» n. Kiiffhänsersir. 17, M v s ch. Rene Wiiitcrseldtstr. 61, Linke „ 48. M ä b n c l t. Slollendorfstr. 38, Schiller. Sedanstr. 16, A l b r e ch t. Slubciiraiichstr. 2, S t c I n b a cks Gothenstr. 23, WirtdichastS- verein S ch ö n e b e r g. Qhaclottonlinrg. Bleibtreustr. 63, G c r t i g. Ehriststr. 20, Schinidtke. Kant skr. 66, Röhd.cr. 67, Saue r in a n n. Kaiser Friedrichstr. 618, R e i rn a n n. Pestalozzistr. II, Wende. 80, G n dat. 18, 2t o a ck. 78, B II a d. Pvtsdamerstr. 8, Simon. „ 31, S ch i in e l. 19, Wunsch. Sovhic Charlottcnstr. 27, Marth. Schlüterstr. 69, Höft. 67, H r e u st. Schillerstr. 92, P i c r o w. Durch einen Versuch unseres Brotes werden sich die Genossen über- zeugen, dast sie ein Brot in gleich guter Qualität sehr selten bekommen und uamciitluch dast das sogenannte Landbrot unserem an Güte und Größe bedeutend nachsteht. Der Torstand. Rlclmrd Keim, Karl Pctcrsohn, Kasstrer. Geschäftsführer.■ Zentrul-KiMkeit- v. Sterbe- bet' ssischier n. s. m. Ortsverwaltung Lichtenberg. Am S. Oliober verschied unser lang- jähriges, treues Mitglied Wilhelm Dolling Die Beerdigung findet am Sonntag, dcn 10. Oktober, nachmittags 4 Ubr, vorn Trauerhanse, Kronprinzenstr. 27a in Friedrichsberg, aus statt. 1)616______ Der Porstand Sozliildcniokrat. Wahl verein für den 0. Berliner Keielis tags-Walilkr#is. Den Mitgliedern zur Nachricht, dast die Beerdigung unseres Mitgliedes, dcS Genossen Jf epp Modelltischler, welcher auf der Station Junglern- Halde venmglücktc, heute Nachmittag um 2 Uhr vom Krankenhanse in Charlottenburg, Kirchstraste, aus nach Plötzcnsee stattfindet. biege Betheiligung erwartet 247/2 Ter Borstand. Todcs-Attzeige. Am Freitag, dcn 3. d. M., verschied nach schwerem Leiden linser langjähriger Parteigenosse, der 2Rü!lcr lühelin Döing Die Bccrdignng findet heute 2!ach- mittag 4 Uhr vom Trnuerhause, Krön- prinzcustrnstc 27a, ans statt. s224/3 Tie Fricdrichsbcrger Partei- genossen. I. Ol: Die ZtnWer Dsizardetter-Uerdlüld. Den Mitgliedern zur Mittheiluug, dast der verunglückte Kollege Lottfrisdl iepp Modelltischler heute Sonntag stiachniittag 211hr vom Städt. Kranlenlicuiö Charlottenburg, Kirchstr. 19/20, aus beerdigt wird. Um rege Betheiligung ersticht 300/4 Die OrtSverwalknng. Volkshochscluile Humboldt- Akademie. Borgen..Uontng, und folgende Abende beginnen die 81 Vortrags- Cyklen, Vortragsreihen und Unter riUhtskiirsc des Kerbst «jiBirtuls aus allen Wissensgebieten in den 5 K-ehrstütten: NW., Gcorgcnstr. 30,31, W., Lützowatr. 84d(näolist Pots- dnineistrasse), 8», Brcsdencr- strusso 113(nächst Prinzen- Strasse), ÄIO., l'liisnbetbstr. 57/58 u. N., Khelnsbergcr- strasso 4/5(nächst Brunnon- strasse). Alle Vortrage der ersten Woche sind lür Herren n. Damen frei, ebenso die lirliftunngK- akte: Morgen Ab. jiräo. 6 Uhr in W.. präo. 9 Uhr in KO. n. N. — Alles Nähere s. die Programme, in bekannten Bnoh- handlungen u. in den Bureaus: U. d. Linden 47, Potsdamorstr. No. II 6a, Prinzenstr. 54, Lands- berge ratr. 32 u. Brunnenstr. 134 (säiumtlich Buchhandlungen). Kiiiisil. Züliuc in iadelloser Aus- sührungn» 8 M., Plomben v. 2M. a». Schmerzlos. Zahiizielie» iiiili. Coeatu, Clvioltiist, Chlorosorni nud Lachgas unter Leitung eines prakt. Arztes. Bei Bestellung v. iiinstl. gähnen Zahn- ziehen. Zahnreiiiigeii iiinjonst; Viaten- zahiiing gestaltet, Woche l M.* tniiekel, Lansitzer Platz 2, El'aueistiastc 12, Slcglitzerslrabe 71. iöiiljtigfiirfrsiiitifiitf! »hh» j; s, f Spiegel. Polster. Vvl uvwi, mnnren verkanse wegen Ersparnis! der Ladcumiethc be- deutend billiger. Elg. Werlstelle i. Hanse. fZlllsNUk Tischlermeister, sNISLL» Uli AU H, Fnvaltden-Strnsie 13. Kollf's Gcwcrks- n. I.oglr-Hans srüher Krausenstr. II, bcnndct std) jetzt vollständig der Neu. zeit entsprechend hergerichtet Markgrafenstr. 78. Es wird mein Bestreben fein, den geehrten Meistern und Geselleiistanb den Aufenthalt in meinen neucii Räumen angenehm zu inachen, nnd sichere billigste Prct: stellmig zu. Gleid>- zeltig euipfchle ineilten seit langer Zeit alS gut auerlauuten 1133b Mittags- n. AbeMisch. Um gütige Uiiterstützung bittet Amandus XOIs. Zwei gut erhaltene Bettstellen llttv ci» Kinderwagen zu haben bei Gerhardt. Kottbuicr Damm 10, II. Für die herzlichen Gralnlatlonen zu unserer silbernen Hochzeit sagen alten Freunden nnd Verwandten ihren herZ- liehen Tank. 1170b Hermann Meyer. Loniie Meyer, geb. Drahn. biegen Husten. Heiserkeit, Hilst Kasehol in kurzeit Zeit, Bcinl Apotheker lind Droguisten Da kriegst'».__ MUit.WSS«k Grüner Weg 121 u. 4 Tr., an der Vliluicnstraste, frdl. Schläfst, f. H. scp. Freundl. Schläfst, f. H. z. verin. b. Stegniann, Siaunynstr. 64, 4. Tr., Eing. Rauuynplatz.___ 11476 — Zimmcrflr. 59 gut möbl. Zimmer, 21 M., 4. Etage._ 1148b Möbl. Schlasstellc f. H. bei Wittw« G n r s ch, Ackerslr. 109, Seitcnfl. 2 Tr. 16. z. verin. 1172b Schläfst, f. 2 Herren Z. Otanienstr. 192 lll. l. Eine inöbl. Schlasst. f. Herren, scp. Eing., Scheidemann, 2 lauiiyu str. 36v.Il Möbl. Ziunncr für l audi 2 H. verin. Stauicr, Zosteuerstr. 89 II. 1166b Üllvbl. Schtasstelle an H. zu»erm. Sebastianstr. 29 H. r. III._ 11456 Möbl. Schlast'telle f. 2 H. zu verni. Cordt, Bluinenstr. S3b v. III. 11146b Schlafst�l! 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Für diu Inserateiilheil verantwortlich:?h. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von Max ivadiiia in Berlin. Hr. 287. 14. rnmn. 2. Stüitßk MonttttUttales. BchnfS Veranlagung der Einkommen-»ud Ergänznngö- ftencr für das Siene>jal>r l. ZIpril 1898 99 soll eine noUsländige Äiufuaduie des Personenslaiides j» der Slodt Berlin am 26. Okioder cr. siatifinde». Zu diesem Zioecke werde». wie die Stcuerdepniation des Magisirals belaunt giebt, sämmllichcn Hausbesitzern beziv. deren Slellverlreter» die erforderlichen Formulare durch die slädtische» Steuererheber zugestellt iverden. Die Nbholuug der gehörig ans- zufrillenden Listen erfolgt ebenfalls durch die städlische» Siencr- eeheber,»nd zwar vom 23. Oktober ab. Bezüglich der Ausfüllnng der Listen wird auf die diesen vorgedrncklen Bestimmungen veriviesen und insbesondere darauf nnfmerksam gemacht, daß mit Ausuahnie der ans der Durchreise befindlichen oder nur zu vorüber- gehende»! Besuche hier anwesenden Personen sämmtliche Einwohner aufgeführt werden müssen. Für die vollständige Angabe der in den GlUndstncken vorhandenen stenerpflichtigen Haushaltungen und Eiuzelsteuernden, soweit dieselben Mielher sind, haften nach§ 22 des Einkoinmenstener-Gesctzcs vom 24. Juni 1891 die Hausbesitzer oder deren Stellvertreter, während für die richtige Angabe der zum Hnnshall gehörigen Personen, ferner der Astermiclher, Chambre- garnisten und Schlasslellen-Jnhaber der Hanshaltungsvorstand ver- anlivorllich ist. UoKales. Achtung, Arbeiter, Part�genossc»! Am 19. Oktober finden für sämmtliche sechs Berliner Wahlkreise Versammlungen statt, in welchen der Bericht über die Verhandlungen des„Hamburger Parteitags" erstattet werde» soll. Wir bitten deshalb, zu diesem Tage keine besonderen politischen und geiverkschaftlichen Ver- saminlutige» einznbernfe», damit jedermann Gelegenheit erhalte, an der äusierst»vichligen Berichterstaltung der Tclcgirten theilnehme» zu können, Gleichzeitig machen wir darauf anfmerksain, daß in diesen Ver« saimulnngen auch die Vertrauenspersonen, sowie die Mitglieder zur Lokal- und Prepkouuuissio» neu zu wählen sind. Die Vertrauenspersonen. Die Parteigenossen dcS ersten Berliner RcichstagS-Wahl- krciscet iverden darauf hingewiesen, daß ain Dienstag Abend Uhr eine Generalversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins sür den ersten gicichStags-Wahlkreis statlstudet. Alles Nähere im heutigen Jnserateutheil. Der Vorstand. Parteigenossen dcS vierten Berliner Reichstags- Wahl- kreisrs, Süd-Osten! Die Sradlverorbuele»- Wahlen rücken mit jeder Woche näher heran. Ebenso haben wir uns zu rüsten für die im nächsten Jahre stnllfiudenden Reichstags- Wahlen, um unseren Gegnern mit einer stattlichen Zahl Vertreter des arbeitenden Volkes auf beiden Stellen auswarten zu können. Es ist deshalb dringend nöthig, daß wir uns für diese Kämpfe vorbereiten. Wo ist aber der beste Ort dafür? Antwort: Das find unsere Organisationen und als polilifche Organisation der Wahlverei». Hier ist Gelegenheit zu dieser Pflichterfüllung bei so äußerst geringen Opfern, daß es jedem möglich ist, den belehrenden Vorträgen und Diskusstoue» beiznivohnen. Iii verständlicher Weise werden die Verhältnisse der Arbeiter beleuchtet, wie sie sind und wie sie sein sollten. Den schönen Versprechungen unserer Gegner dürfen wir nicht vertrauen, denn dein Arbeiter hilft niemand, er hat es selbst zu thnn. Drum tretet Mann für Man» in unsere Organisationen ein und stärkt diese. Denn ge- schlössen sind wir eine Macht, mit der unsere Gegner zu rechnen haben. Neuaufnahmen und Beiträge sür den Wahlverei» werden auf folgenden Zahlstellen entgegengenommen: Erbe, Cuviystr 25. Enz, Falckeusteinstr. 7. Tolksdorf, Görlitzerstr. 58. Dierberg, Forsterstr. 17. Beyer, Wrangel- straße 131. Gottfried Schulz, Adiniralstr. 40». Meyer, Lnbbenerstr. 30. S e i d l e r, Ratiborstr. 16. B r ö d e n f e l d, Manleuffelstr. 69. G o l z, Grünauerstr. 3. Streit, Nauny»- straße 86. Th. M e tz n e r, Oranienstr. 184, Carl Scholz, Wrangelstr. 27, und Bachmann, Eisenbahnstr. 35. � Außerdem »ehnien Aufnahmen und Beiträge entgegen: Fritz Thiel, Zeilungs-Spedition, Skalitzerstr. 35. Schilling. Manteuffelstr. 83. und Gesche, Cigarteuhandlung, Wrangelstr. 53, und in der am 12. Oktober stallfindeude» Versammlung bei Brüder, Waldemar- straße 75. Freie Volksbiihiie. Die Aufführungen von A r t h n r F i t g e r's Trauerspiel„ D i e H e x e" finde» statt für die« r st e A b- t h e i l u n g am Sonntag, den 10. Oktober, sür die zweite Abtheilnng am 17. Oktober und für die dritte Abtheilung am 21. Oktober, nachmittags 3 Uhr im F r i ed r i ch-W i l h e l>»- städtischen Theater, Chausseestraße 25/26, statt, unter Mitwirkung folgender Gäste: Thalia: Fräulein Sera- sine D e l s ch y; A l m u t h: Fräulein Thouret; Xaver: Herr O e s c r vom Deutschen Theater als Gast. Die erste und zweite Abtheilung ist geschlossen. Zur dritten Abtheilung können nur noch wenige Mitglieder ailfgenomme» werden. Für eine vierte Abtheilung kann erst dann eine Vorstellung arrangirt werde», wenn dieselbe mindestens �/s gefüllt ist. Da am 12. Oktober der Termin abläuft, bis zu welchem für eine vierte Abtheilung im Lessing- Theater Vorstellungen bestellt werden können, liegt es im Interesse des Vereins und aller Mitglieder, für die schleunigste Einrichtung der vierten Abtheilnng zu sorgen. Zu diesem Zweck liegen Ausnahme- Scheine in den Zahlstelleu ans. in welchen sich diejenigen Freunde der Volksbühne, welche Mitglieder werden wollen mit ihre» Familien, gegen vorläufige Hinterlegung des Eintrittsgeldes von 60 Pf. einzeichnen können. Am Montag, den 25. Oktober, findet die General- Versammlung, am 27. November das Winterfest des Vereins mit künstlerischem Programm in der Brauerei Friedrichshain statt. Enlree 30 Pf., Tanz für Herren 50 Pf.(stehe gestriges Inserat). Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Arbeitcr-BildiingSschule. Die Parteigenossinnen und Ge- Nossen werden ans den heute Abend 7 Uhr in Cohn's Festsälen, Beuthstraße 20, stattfindenden Vortrag des Genosse» Dr. Alfred Bernstein über:„Der Widersinn des Strafrechts" aufmerksam ge- macht. Es bittet um zahlreichen Besuch der Vorstand. Tic Vorträge in der Arbcitcr-Bildnngsschule, die während dieses Sommers geschlossen war, beginnen wieder in einigen Tagen. Es soll noch einmal der Versuch gemacht werden, ob für ein solches Institut in dem großen Berlin mit seinen sHnnderttauseuden von Arbeitern kein Raum vor- handen'ist. Der Umfang der Arbeiter- Bildungsschule, die im Frühjahr 1891 mit 6000 Mitgliedern eröffnet wurde, hat sich, das war in den Verhältnissen selbst begründet, nicht auf der»r- sprüngliche» Höhe behaupten können. Zuerst dachte man in möglichst allen Fächern, die theoretischen oder praktische» Werth für strebsame Elemente aus der Arbeiterklasse besaßen. Unter- richt zu erthcilen. So griff die Schule, die anfänglich auch Buch- führung. Rechne», Stenographie und ähnliches ihren» Programm eingefügt hatte, auf Gebiete hinüber, die dem Partei- Interesse, dem das neue Institut doch in erster Reihe dienen sollte, sehr fern lagen und in denen sie die Konkurrenz mit den städtische» durch öffentliche Mittel ge- speisten Forlbildiingsschuken nicht aushalten konnte. Ein Rückschlag schien unvermeidlich; von de» ursprünglichen sechs Schulen bestanden im Frühjahr 1393 nur noch zwei und die Mitgliederzahl war ans 600 zurückgegäugen. Mehr und mehr drängte die natürliche Entwickelnng dazu, die Schnllhätigkeit auf solche Fächer zu be- schränken, die i» enger Beziehung zu unserer sozialen Gesammt- ilkS MM»" auffassung standen; vor allem wollte man Kenntnisse und Einsichten, die im politischen und gewerkschaftlichen Leben von Be- deutung waren, den Schülern vermitteln und besähigten Arbeiter Gelegenheit geben, sich zu tüchtigen Kämpfern sür die Befreiung der 'Arbeiterklasse ans den Fessel» des Kapitalismus anszn- bilden. Auf Nationalökonomie, Geschichte, Deutsch und Rede- Übungen wurde der Hanplnachdruck gelegt. Aber auch mit diesem eingeschränkten Programm hat die Schule aus die Tauer sich nicht zu festige» vermocht. Die Bctheilignng aus den Reihen der Aibeilerschast war nicht so, wie man sie erwarten durfte, und finanzielle Schwierigkcilen führte» dazu, daß am Schlüsse des letzte» Winterscmeslers in der Generalversammlung bereits die Möglichkeit der Auslösung diskutirt wurde. Es ist aber dem Slam»» der allen und erprobten Milglieder gelungen, die Organisation, wenn auch während des Sommers kein Unlerrichl erthcilt wurde, zusammenznhallen und die Bedingungen zu schaffen, unter denen das Unternehmen, in etwas veränderter Form, zum Nutzen der Arbeiterschasl hoffentlich wird erhallen bleiben können. Tie Unterrichlsgegenstände wurden vorerst ans drei Fächer: Nationalökonomie(Dr. Conrad Schmidt), Gesetzesknnde(Rechtsanwalt Wolkgang Heine), Geschichte(Dr. Georg Zeppler) beschränkt; der Unlerricht wird nicht wie früher in zwei, sondern, um die die Kräfre zu konzenlriren, in nur einem Schulranm(Jnselslr. 10) und zwar in z e h n w ö ch e n t l i ch e n. abgeschlossenen Kursen erlheilt werden, sodaß die Theilnnhme an denselben wcsent- lich«»leichtert ist. Ob sich die neue Form als lcbens- kräftig erweisen wird, das wird von der Bclheiligung der Berliner Arbeiter, deren Idealismus und Wissensdrang unmöglich ein mit so hohen Erwartungen begonnenes, seiner Beftiminung nach so sehr den Bedürfnissen der aufwärts strebenden Arbeiterfchast ent- sprechendes Unternehmen wird eingehen lassen wollen, abhängen. A»S der städtischen Waisenpflege. Der größte Theil der von der städtischen Waiscnverivaltung zu verpflegenden Kinder kommt in„ K v st p f l e g e"(Familie» oder nichtstädlische Anstalten). Am 1. April 1397(bezw. 1896) betrug die Zahl aller überhaupt ver- pflegten Kinder 5363(5168); davon ivaren in Kostvflege 4327(4157), und zwar waren in Berlin 1672(1612), auswärts 2655(2545) untergebracht. Die auswärtige Pflege wird, wie man sieht, bevorzugt. Es heißt, sie sei in mancher Hinsicht besser, als die Berliner Pflege. Die Berichte des Erziehungsinspektors, der alljährlich eine Anzahl Pflegeorte revidirt und dabei etwa den vierlen Theil aller auswärtige» Pflegekinder besucht, sind auch in dcr Regel des Lobes voll von den Vorzügen der auswärligen Kost- pflege. Tie Ansprüche, die an die Güte der Pflegeslellcn gemacht werden, sii d freilich nicht hoch, und sie können es bei dein geringen kkoslgelde, das sür die Kinder gezahlt wird, auch gar nicht sein. Charakleristisch für die Verhältnisse, mit denen man hierbei zu rechneu hat, ist die in dem neueste» Bericht enlhaltene Bemerkung, daß die als Waisenväter bestellten Ortsgcistlichen mehrfach ihr Amt niedergelegt haben mit der Erklärung, gegen das ortsübliche H ü l e n des Viehes durch Kinder nicht ankämpfen und eine A u s- nahmestelluug sür die Waise» nicht answirken zu können. Ein früherer Bericht des Erziehnugsinspektors sagte, die Benutzung der Pflegekinder als Hütejungen beinahe enlschuldigend:„Die Arbeiter- nolh ans dem Lande ist zu chronisch geworden, daß selbst wohlhabende Bauern glauben, in einer Berliner Waise einen billigen Hütejungen erlangen z u k ö n n e n." Aber es wurde doch durch Kollegialbeschlnß gegen diesen Mißbrauch, der in einzelnen Fälle» konstatirt worden war, Fürsorge getroffen, indem ein bezüg- liches Rundschreiben an die Waisenväter erlasse» wurde. Die er- wähnte Erklärung der Geistlichen ist eine Folge dieses Rundschreibens. Der Waisen-Verwaltung darf die Anerkemiung nicht versagt werden, daß sie in dieser Sache andere Anschauungen hat als die Verwaltung der R i e s e l g n t e r, � die nach den in der letzten Stadtverordnete»- Sitzung abgegebenen Erklärungen die Beschäftigung von Kindern ans den Riesel- g ü lern nicht nur für nicht bedenklich hält, sondern sogar als eine Wohllhat in wirlhschastlicher wie in erziehlicher Hinsicht betrachtet. Andererseits handelt die Waisenverwallnng freilich wieder in- konsequent, indem sie die auswärtigen Pflegen, trotz der Schwierig- leit, sie durch den Erziehlingsinsvektor häufiger revidiren zu lassen. immer mehr bevorzugt. Daß hierbei neben den angeblichen, aber nicht bewiesenen Vorzügen der auswärtigen Pflegen in gesnndheit- licher und erziehlicher Hinsicht auch die geringere Höhe des Pfegegeldes wesentlich mitspricht, wenn nicht den Ausschlag giebt,— da? ist bei unserer städlischen Verwaltung leider selbst- verständlich. Streifziige eines Arbeitslose». Ein strenger Herbst, den man fast einen Vorwinter nennen möchte, ist niit kalten Winden dem feuchten Sommer gefolgt. Die Obdachlosen und„Sonnenbrüder" können nun nicht mehr in dem Gratis-Gastbos der Muller Grün ihr Nachtlager ausschlagen. In vielen kleinen Trupps und Gruppen eile» sie dcn Asylen zu, und wer nicht mehr Ausnahme findet in dem gastlichen Hause, muß sich nach einer anderen Schlasstälte umsehen. Die kostet aber Geld- und Geld ist für jene Existenzlose» da?, was ihnen bekanntlich am meisten fehlt. Da heißt's denn schnorren gehen. Aber mancher hat nicht soviel zusaininenschnorrcn können, daß er ein Nachtlager davon bestreiten kann und so geht er, wenn er Kühnheit genug besitzt, in eine der vielen Straßen, in denen nachts die Geunßwelt ihr Wesen treibt. Wie oft kann man im Winter dort zwischen den eleganten, üppig gekleideten Danien und Herren die Beilelnden-in ihren faden» scheinigen, dünnen Röcken scheu umherschleichen sehen. In ver Passage sieht nian oft dieses Bild. Es ist Nachts zwischen zehn und elf Uhr— hinter den Schau- fcnslerscheiben ist das Lichl erstorben.— Einzelne Menschen schlendern langsam durch die elektrisch erleuchtete Halle.— Einem überfein gekleideten Herrn, dessen Schnurrbart wie zwei Pinsel aus dem Gesicht herausrngt, nähert sich ein junger Mann, der bisher die Hände zunr Schutz vor dem kalten Winde in den Taschen hatle. Er»zieht ehrerbietig den Hut und gehl einige Schritte nebe» dem Herrn, undeutliche Worte murmelnd. Der Herr geht weiter, ohne eine Miene zu verziehen. Hinter ihm kommt ein Paar im flotten Schritt. Dcr stutzerhaft gekleidete junge Mann grinst und schlägt mit seinem Stock in dcr Luft de» Takt zu dem Gassenhauer, den seine Begleiterin mit halb- lauter Stimme»nd leichtfertigem Lächeln fingt. Auch diese.'; beachten den Menschen nicht, der mit gezogenem Hute neben ihnen geht. Sie wollen eben in die Thür eines hell erleuchteten Lokales, an dessen Fensterscheiben viele kleine Schilder die auserlesensten Lecker- bissen anpreisen, einschwenken, du verstummt das Mädchen und sagt ihrem Begleiter ein Wort. Er greift mit behandschuhten Händen in seine kleine Geldlasche und drückt dem jungen Manne etwas in die Hand. Der murmelt und stottert— die beide» sind schon in der Thür. Rasch geht er davon— ein blinkender Helm wird sichtbar! Eine„Kinderoper" wird gegenwärtig im Neuen königlichen Operntheater aufgeführt. Sämmtliche Mitglieder des Eiisembles lud Kinder, an welche»ach den fast einstimmigen Berichten der Zrcsse Anforderungen gestellt werden, denen die ans dem sonnigen Italien kommenden Geschöpfe auch nicht entfernt gewachsen sind. Es wäre ein Wunder, wenn dies anders wäre. Für jeden e r- w a ch s e n e n Sänger bildet das hervorragende Mitwirken in einer Oper sowohl eine physische wie eine geistige Anstrengung; ist derletzteAkt zu Ende, so fühlt sich selbst ein kräftiger Künstler marode. Zehnfach schlimmer müssen die Wirkungen einer solchen Strapaze sich bei Kindern bemerkbar machen. Wenn eingewendet wird, daß im vor- liegenden Falle immerhin ein höheres Kunstinteresse solche Leistungen gegen Nörgeleien gefeit mache, so muß erividert werden, daß hier OK!M1897. die körperliche Anstrengung so stark bemerkt wird, daß von künstlerischer Wirkung kaum noch die Rede sein kann. Die Kinderoper ist eine unnütze Experimentirerei, die auch aus dem Grunde künstlerisch sehr minderwerthig erscheinen muß, weil die Stimme der Kleinen durch die übermäßige Anstrengung vorzeitig riiinirt wird. Angesichts solcher bedenklichen Umstände ist es wohl am Platze, an das hiesige Polizei-Präsidium die Frage zu richten, ob es nicht angebracht erscheint, die Spielkoiizession, welche laut Polizeiverordnniig ein jedes öffentlich auftretendes Kind haben muß, und die doch wohl anch in diesem Falle besonders ertheilt sein wird, im Interesse der armen italienischen Kinder zurückzunehmen? Bei der JnvaliditätS-„nd AltcrSl>crsichcrn»gS- Anstalt Berlin sind im Laufe des Vierteljahres 1. Juli bis 30. Sept. 1397 85 Anträge ans Gewährung von Altersrente eingegangen; aus der Zeit vor dem 1. Juli 1897 lagen noch 18 Anträge vor, hinsichtlich deren die Eiilscheidiiiig noch ausstand. Von diesen 103 Anträgen sind bewilligt 75, abgelehnt 15, anderweit erledigt 3 und unerledigt ans das folgende Vierteljahr übernommen 10. Bis zum 30. Ecp.' tember 1897 waren insgesammt bewilligt an Altersrenten 3592. Von diesen sind ausgeschieden durch Tod 698, ans anderen Gründen 73, zllsaminen 976, sodaß am 1. Oktober 1897 2616 Altersrenten- Empfänger vorhanden waren. Innerhalb des gleichen Vertragsjahres sind 559 Anträge auf Ge- Währung von Invalidenrente eingegangen und 205 uiierledigt aus dem Vorvierteljahr überiiommen. Von diesen 764 Invalidenrenten» Anträgen sind 403 bewilligt, 170 abgelehnt. 31 anderweitig erledigt. 160 unerledigt ans das folgende Quartal übernoinmen worden. An Invalidenrente» sind bis zum 30. September 1897 überhaupt 4493 bewilligt worden. Ausgeschieden sind inzwischen durch Tod 1353, ans anderen Gründen 105, zusaminen 1458. Mithin war am I. Oktober 1897 ein Bestand von 3035 Jnvalivenrenten-Empsängeru aufzuweisen. I» de» Ucberschwcmmiliigsgcbiete» macht der Mangel an Nalnrnlicii»iid Kleidungsstücken sich außerordentlich fühlbar, ins- besondere jetzt, wo die ungewöhnlich rauhe Herbstwilterung sehr empfindlich sich gellend macht. Da nun die ursprünglich sür de» gt.d. M. sestgesetzte Frist für die frachtfreie Besörderung der Spenden biS zum 31. Mai n. I. vom Eisenbnhmninister verlängert ist, so wird gebeten, etwaige Spenden an die Firma Jacob u. Valentin« Holzmarktstr. 65, abzugeben, oder dorlhin oder an irgend men hi-sige» Spediteur Aufträge zur Abholung von Sachen für die lieber- schiveiiimte» zn richten. Ter Plan einer zweiten Ringbahn um Berlin scheint seiner Verwirklichung entgegenzugehen. Zniiächst soll der Plan im Sndcn und Westen von Berlin zur Ansführniig konimeii, und zwar zur ringartigen Verbindung folgender Bahnen: Anhalter, Wetzlarer, Potsdamer, Lehrter und Hamburger Bahn. Vor einigen Tagen hat in Berlin eine Sitzung von Vertretern der Landkreise Zauch-Belzig, Westhavellnnd und Neu-Ruppin sowie des Stadtkreises Branden- bnrg stallgefiinden, und es ist beschlossen worden, die Bahn über Jüterbog(Anhalter Bahn)— Treuenbrietzen-Belzig(Wetzlarer Bahn)— Neustadl a. D.(Hamburger Bahn) herzustellen, wenn ver Eisenbahn- minister, dcr durch eine besondeie Abordnung darum gebeten werde» soll, den Kreisen die Zusagen giebt, daß er nicht durch übermäßigen Weltbewerb den Dnrchganasverkehr von der privaten Nebenbahn ab- schneiden würde. Wird diese Zusage erlheilt, so wollen die Kreise die Bau- kosten derart verlhcilen, daß jeder Kreis für die Baukosten der in seinci» Bezirk liegenden Strecke auskonimcii soll. Und es sollen nunmehr die maßgebenden Verwaltungen der Kreise nach dieser Richtung hin ihre bindenden Beichlüsse fassen. Nicht»linder wichtig als diese? große Projekt ist die Anlegung einer jetzt ebenfalls ihrer Ausführung entgegengehenden Bahnlinie von der Station Wildpark über die Insel Töplitz nach Ketzin und von dort nach Nauen. Im Beisein des Bürgermeisters von Ketzin haben während der letzten Tage in Alt Töplitz, Ncn-Töplih und Leest bSecils Versammlungen stattgesunden. wo beschlossen wurde, den Boden frei herzugeben und sür jedes Kilo» meter Bahnban 5600 M. zn zahlen. Diese Verbindung würde für den umnillelbaren Verkehr zwischen Potsdam und Hamburg von außerordentlicher Bedeutung sein. Während dcS bevorstehenden Wintersemesters werden in Verbindung mit dem königlichen C h a r i t c e- K r a n k c n h a u s s folgende Polikliniken abgehallen: I. Für Kinderkrankheiten unter Leitung dcs Geh. Med.-Raths Prof. Dr. Henbner von de» Ober- iJierzlc» Dr. Ericii Müller und Dr. Bendix, im westlichen Seiten! fliigcl der Alten Charitee, parterre(Eingang im Hauptpurtal), werk- täglich von 12—1 Uhr; 2. die chirurgische Politlinik unter Leitung des Geh. Med.-Raths Prof. Dr. 5iömg von dem Professor Dr. Hilde« brand und dem Assistenzarzt 1. Klasse Dr. Wegner, Luisenflr. 2, werktäglich von 10—12 Uhr; 3. sür innerliche Krankheiten in dein JnstiliilS- Anditorium, gegenüber dem Hauptportal dcr Alten Charitee,»nd zwar: a) seitens der I. medizinischen Klinik unter Leitmig dcs Geh. Med.-Raths. Prof. Dr. v. Leydcn vom Oberarzt Dr. Paul Jacob, Dienstags, Tonnerstags und Sonnabends vvK 12— IVe Uhr; b) seitens der II. medizinischen Klinik unter Leitung dcs Geh. Medizinalralhs Professor Dr. Gerhardt von dein Oberarzt Dr. Georg Slriibe, Montags, Mittwochs nno Freitags, vorinittagi- l/ell— 10 Uhr; 4. für Neivcnkiciiikheiten in demselben Auditorium unter Leitung des Geh. Medizinalraths Prof. Dr. Jolly von dem Oberarzt Dr. Lahr, Montags, Mittwochs und Freitags von 10 bül >2 Uhr; 5. sür Hautkrankheiten in dem eine Treppe hoch belegenen Anditorium der Allen Charitee(Eingang im Hauptportal) von dem Geh. Medizinalralh Prof. Dr. Schweninger und dem Oberarzt' Dr. Eisendcrg, Dienstags»nd Freitags von 12—1 Uhr; 6. für Haut- krankhcileii und ähnliche Affekiionen in dem Hause Loniscnstr. rS von dein Pros. Dr. E. Lesser und dem Oberarzt Dr. Brnhns wer!» inglich von 11—12 Uhr. Die ärziliche Behandlung ist imentgcltlich, auch erhallen Unbemillelte freie Arznei und Verbandstoffe ans der Charitee-Apotheke. TodeSfahrt nnd Eiseilbahii-Biircankratle. Ein bcsremd- liches Vorkommniß im Eisenbahn-Betriebe hat die königl. Staats» aiiwaltschasl zur Einleitung eines Er»iit!elu>igsversahre»s ver- anlaßt. I» der Nacht vom 23. zum 24. Seplember führte der Lokomotivführer H o l l» n g e l den letzte» Vorortzug nach Nauen, der um 12,5 Uhr vom Lehrter Bahnhof abführt. Neben ihm befand sich ein»»geprüfter Heizer auf derMaschine. Die Station Juiigsernhaiou war gerade pnsstrt, als sich der Heizer, der eben Kohlen aufgeschippr hatte, erhob und, nachdem sich seine vom Feuerschein geblendecef- Augen wieder an das mildere Lichl der Maschine gewöhnt hatten� z» seinem Schrecken bemerkte, daß sei» Führer von der Maschine verschivnndcn>oar. Sofort hielt er den Zug an und benachrichtigte den Zugführer. Dieser rielh aber, noch mehrere hundert Meter vorzufahren, bis zum Blocksignal, von wo ans eine Ver» sländigniig mit oer rückivnrts liegenden Station möglich fei. Das geschah»nd ans der Blockstation erhielten Heizer und Jiigfnhrer bereits die tclegraphische Meldung, daß der Maschineiisührer neben einem Sigualpfahle zwischen den Ge» leisen mit zerschmettertem Kopfe aiifgefnnden worden sei nnd zwan unter Umständen, welche daraus schließen ließe», daß sich der Maschineiisührer seillich zur Malchin« hinausgebeugt haben mttssa und dabei mit dem Kopfe an einen zwischen dcn Schienen stehenden Sigiialpfahl gestoßen sei. Die Zugbcamten ivaren nun ivenigstenS insofern beruhigt, als sie sich nicht mehr um den Verletzten zn kümme-n brauchten und an die Weiierbesörderung dcs Zuges denkeir- konnten. Sie standen hierbei allerdings vor der Alternative, d-a» Zug entweder so lange ans der Strecke liegen zn lassen, bis ei» anderer Zugführer zur Stelle war, oder aber ein« erheblich» Jiistrnktionswidrigkeit zu begehen, denn da der ans der Maschino befindliche Heizer noch nicht das Prädikat„geprüfter Heizer" yaltee so durste er laut Instruktion nicht selbständig fahren. Der Zag- führer hielt es für das beste, weiter zu fahren. Der Zug kam glücklich nach Spanvau und da hier auch nicht sogleich Ersatz zur Stelle war, auch glücklich nach Nauen. Wäre aber während der Fahrt ganz zufällig ein Unfall geschehen, so würde es als schweres Verbrechen erachtet worden sei», dafj ein ungeprüfter Heizer die Maschine führte, selbst wenn diesen gar kein Verschulden gelrvffeu hätte. Nun hat sich aber ergeben, daß der ver- un glückte Lokomotivführer zwei Stunden in seinem Blute zwischen den Geleisen gelegen hat, bevor ihm Hilfe zu t h e i l wurde. Er ist als- dann in ein ttraukeuhauS gebracht worden, ivoselbst er »ach einiger Zeit seinen Verlegungen erlegen ist. Viel- leicht wäre er noch gerettet worden, hätte er sich nicht an der U» g l ü ck s st e l l e mangels jeder Hilfe nahezu verblutet. Nu» fragt es sich, wen das Ver- schulde» trifft, daß der Verlegte so lauge hilflos liegen blieb. Daß man denselben sofort nach dem Unfälle aufgesunden bat, ergiebt sich aus der Depesche, welche die Blockslation noch vor Eintreffen des Zuges erhielt. Hätte sich der Vorfall aus offener Strecke er- eignet, so hälte der Zug zurückfahre» und de» Ver- letzten aufnehmen müsse»; dlcL war aber i» diesem Falle nicht mehr erforderlich, nachdem der Verletzte dicht an der Station gefunden worden war, deren Beamte nun die Pflicht hatten, für den Verletzte» Sorge zu tragen. Dies sind die Punkte, die den Recherche» der SlaatSauwallschnst zu gründe liegen und die darauf hinauslanfen, ob jemanden ein strafbares Ver- schulden trifft. Das Hauptverschulden an dem Vorfalle trifft aller- dings diejenigen Beamten höherer Gattung, welche angeordnet haben, völlig zwecklose Signalpsoslcn an eine ausnahmZwcise zweckwidrige und gefahrbringende Stelle hinzupflanzen. Nach dieser R i ch t u n g h i n scheint man a n in a ß g e b e n d e r S l e l l e bereits zur Einsicht gelangt zu sein, denn die zweck- losen S i g» a l st a u g c u sind bald»ach d e in Unglücks- falle entfernt worden. Jiibiläni» der Firma Siemens«. Halöke. I» bürgerlichen Blätter» wird berichtet: Zum oll jährigen Jubiläum von Siemens u. Halske am 12. Oktober ist in der kgl. Münze eine Münze geprägt, welche das Bildniß von Werner Siemens trägt und das Gründungs- und Jubiläumsjahr verzeichnet. Das Haus in der Markgrasenstraße soll an dem Jubellage festlich erleuchlel werden. Vn der Feier, die sämintliche Angestellten:c. am Dienstag im Zoologischeil Garten vereinige» soll, werden gegen II vstt) Personen thetlneyme». Am Mittivoch folgt ein Bankct im Kaiserhof, dem etwa 500—700 Personen beiwohnen werde». Die Welistcnia von Siemens u. Halske umfaßt die Betriebsanlagen in Berlin, Charloltcnburg, Wien. London, Petersburg und das große Kupferbergwerk Kedabeg im Kaukasus. Bei sänimllicheii Werken. die den Namen Siemens tragen, sind rund 15 000 Arbeiter beschäftigt. Bor kurzem erst berichteten wir über die empörende Vehandlnng, die den Wagenführern der Firma gelegentlich einer Peütioii um Herabsetzung der um L'/s Stunden erhöhten Dienstzeit von seilen ver„Vorgesetzten" zu theil geworden ist. Dieser Fall und das all- gemein in der Arbeiterschast vorhandene Bewußtsein, daß das orgmiiflrte Untcrnehmerlhum in den Arbeitern nichts fleht als SluSbeutuugsobjekte, deren Organisationen man jede Slnerkennung versagen muß, wird in der große» Masse der Festlheilnehnier kaum eine herzhafte Freude an dem JitbilSum miftommeu lassen. Berechtigte Klagen führen Damen darüber, daß auf der Wannseebahii viele Wagcnthüren nur schwer zu öffnen sind Die weiblichen Fahrgäste, soweit sie nicht über ein außeigewühnllches Maß von Kvrperkrästcn verfügen, gcrathc» dadurch beim Einsteigen und noch mehr beim Aussteigen nicht seilen in Verlegenheit. In Friedenau mußte kürzlich eine Dame die Nolhleine ziehen,»m de» Zng, der sich während ihrer vergeblichen Bemühungen, die Thür zn offnen, schon wieder in Bewegung gesetzt halte, verlassen zu können. Rmerikanische Bnttcr soll, wie die„Voss. Ztg." meldet, dein- nächst auch ans dem Berliner Markt erschein«». Der neue ainerika- nische Slckerbainnittister Mr. Wilson, der aus einem der große» Molkcreistaaten, Iowa, stammt, hat sich die Eroberung des«uropäi- scheu Bntlerniarktes zur besonderen Ausgabe gestellt, und angenblick- ltch soll, wie der landivirthschaftliche Sachverständige bei der deutschen Bolschaft in Washingloi» der deutsche» Lnndivirlhschafis- Gesellschaft gemeldet hat, bereits in Hamburg ein Posten ainerika- Nischer Butter zum Verkauf liegen. Tie Transportkosten komme» hierbei kaum in Frage. Nach Miilheilungen, die der Vorstand der Abtheilixig für Molkereisachcn im amerikanischen Landwirlhschafls- Ministerium dem deutschen Sachverständigen gemacht, kostet der Transport vom Staat Minnesota bis»ach England aus den Markt mir 2,5 Cents aus das Pfund, oder 23 Pf. auf das Kilogramm, wobei die Butter sowohl während der e»va 2000 Kilometer langen Bahn- fahrt als auch während des Seetrankporis ununterbrochen in Kühl- kaminern mit einer dein Gefrierpunkt nahe liegenden Temperatur gehalten wird. Spezialitntcnwahusiuu. Den Damen und Herren vom„Brettl" fängt allgemach der Kamm derartig zn schwellen a», daß sie bald über- Haupt nicht mehr zu bezahlen sein werde». Madame Olero, die mehr und mehr in die Jahre komint, die immer miserabel sang und inillelinäßig tanzte, verlangt neuerdings eine monatliche Gage von 16 000 Franks. Di« Direktion des Wintergartens bot ihr— dem „Kleinen Journal" zufolge— 10 000 Franks pro Monat, aber die lakonische Drahlanlivort lanlcl:„Iimtilo, Otero."— Ans Montevideo ist der Spezialilälen-Direllor Corrolani hier eingetroffen. Er bot der Gesellschaft Sylvester Schäffer für sechs Monat« freie Hin- und Rückfahrt soivie eine Gage von 300 000 Franks, die sofort bei der Reichsbank hinterlegt werden sollte». Sylvester Schäffer lehnte ab und verlangte 800 000 Franks.— Das Spezialiläten- Theater der Folies Bergerc ist soeben i» eine Altiengesellichaft um- gewandelt worden. Herr Marchand bezieht als Direkior eine Gage von 60 000 Franks. Das alles sind Sunune», mit denen ans der wirkliche» Bühne nur ganz wenige anserwählte Stars allenjaUs konknrriren können. Die Ländcreieu, welche sich zwischen der Nordbahn, Grün- thaler-»ud Badstraße bis nach der Schönhanser Vorstadt und Pankoiv erstrecken, sollen demnächst bebaut werden. Wie berichlct wird, steht ein Finanz-Koiisortiili», an deren Spitze sich zwei Banken befinden, mit den EigeiUhiimern der betr. Terrains in Unlerhaiid. lnng. Die Bebauung dieses Komplexes dürfte dadurch ganz be- sonders gefördert werden, daß der Magistrat die Errichtnng einer Brücke über die Bahnkörper an Bahnhof Gesundbrunnen im Zuge der BeNermaim- und Swineinünderftraße zugesichert hat. Eingegangen ist mit 1. d. M. die polemisch« Wochenschrift „Die Kritik". Der Herausgeber und verantwortliche Redakteur des Blattes. Dr. Richard Wrede. sowie dessen Hauplmilarbeiter, Dr. Kurt Eisner(Tat-Twam) haben die wegen des Artikels„Ein un- diplomatischer Neujahrsempfang" über sie verhängte» Strafen be- reilS angetreten. ES ist ihnen, trotz mancher Versuche nicht geglückt, das Weitererscheinen der„Kritik" zn sichern. Die Volkshochschule Hnmboldt-Zlkadcmie eröffnet morgen, Montag, und folgende Abende die Vortragszyklen(Vortragsreihen) und Unterrichtskurse des Hcrbstquartals aus fast allen Wiffcnsgebictcn(zu- saiinnen«l) in sämmt liehen fünf L e h r st ä t t e n: NW., Gcorgcn- strahe 30/31, W., Ltttzowstr. 84A, S., DreSdenerstr. 113, NO., Elifabeth- fiiiiße 57/58 und N., Rheinsbergerstr. 4/5; alle Vortrüge dieser Woche sind für Herren und Damen auch ohne Hörerkarte zugänglich. Er- öffnnngsansprachcn seitens des Vorstandes finden morgen Abend statt: in W.(Falk- Realgymnasium) präzise v Uhr durch Direktor Dr. Schwalbe; in N.(Vill. Realschule) durch Prof. Dr. F. Kirchner und in NO.(Köntgstädtisches Realgymnasium) durch Oberlehrer Dr. R. B e t h g e, die beiden letzteren präz. v Uhr. Alle Freunde wissenschaftlicher Fortbildung stnd hierzu willkommen. Alles Nähere enthalten' die Pro- gramme, welche, wie auch die Hörerkarten, ausgegeben werden in den Bureaus: Unter den Linden 47, Potsdamerstr. 116a, Prinzenstr. 54, LandSbergerstr. 32 und Brunnenstr. 134(sämmtlich Buchhandlungen); die Programme für die Lehvstätteu S.., NO. und N. sind unentgeltlich. Ei» Strafgefangener mit 675 Mark entmischt. Im Ge- fäugniß zu Plötzcnsee verbüßte seit einiger Zeil der 3t Jahre alle Kansinnn» Schmidt von Bergehold ans Reichenberg in Böhmen wegen Urknndeniälschnng und Betruges eine Sirafhast, die erst in, Jahre 1900 ihr Ende erreicht haben würde. Der Gefangene, der sich das vollste Vertrauen der Gefängniß- Direktion zn verschaffen gewußt halte und als Direltorialschreivcr beschäftigt wurde, hat eS verstanden, den Gefängnißfekrelär Schrödter zu überlisten und mit Ainlsgeldern in Höhe von 675 M. flüchtig zu werden. Tie Bertvaltnug der 4. Polizci-Bauiuspektion ist dem königl Land-Baninspektor Echlieprnann übertragen worden. Berliner Prctiosendieb. Ans Wien meldet ein Telegramm: Der von der Münchener Polizei großer Bank- und Pretiosen- Diebstähle überführte Berliner Kaufmann Koinad Engelhard ist i» Meran verhaftet worden. Es wurden große Geldbeträge, Pretiosen »nd Loose bei ihm vorgefunden. In merkwürdiger Weise verunglückte vorgestern Abend an der Ecke der Doroihecn- und Neue Wilhelmstraße der Pferdebahnschaffner Schulz, welcher einen Wagen der Linie Nollendors-— Alexanderplatz (Linie ll) bediente. Die Waggons müssen in der Dorolheenstraße die Geleise der Charlotlenbnrger elellrischen Straßenbahn benutze»; am gestrigen Abend wollte nun Sch. die Weiche an der genannten Ecke umstellen, dabei blieb die das» benutzte Stellzange in der Weichenznnge hängen. Als der Schaffner nun die Stange mit aller Gewalt herausriß, taumelte er dabei einige Schritte riickwärls, stürzte zn Boden und stet mit dem Kopf zwischen das Vorder- und Hinterrad einer vorbeifahrenden Droschke. Hierbei wurde der Schaffner so erheblich verletzt, daß er nach der Charitce geschafft werden mußte. Woge» Bigamie wurde in Neu- Weißcnsee der Arbeiter Friedrich B. verhaslct. Er halte sich im Jahre 1891 verheiralhet, dann aber seine i» Neu-Weißensce lebende Familie im Stiche ge- lasse» und sich in die Fremde gewandt. Er ließ sich schließlich in Oberschlesien nieder und ging dort eine neue Ehe ein. ohne sich seiner allen Vcrpflichiunge» zn erinncr». Als er in de» letzten Tagen aber einen Abstecher nach Weißenscc machte, treille ihn sein Schickfal. Er wurde erkannt und verhaftet. Kleine Mitthtilnugr». Aus Nahrnngssorge» sprang die un- verehelichio ArbeUerin Lnis« W. gester» vor dem Hause Maybach- Ufer 6 in den Landwehrkanal, wurde jedoch, ohne Schaden ge- »ommen zu haben, von einem in der Stahe haltenden Schiffer wieder herausgezogen.— Infolge eines Schwindelaufalles stürzte der Steinträger Nadsack auf de», Neubau Lehninerstrabc 2 von cincr Leiter herab»nd zog sich bedeutende Verletzungen an, Hintilkopse zu.— Der 81 Jahre alte, obdachlose Arbeiter Hermann Schau siel»achnnllags ans eigener Unvorsichtig- teil in die Spree. Er wurde, ohne Schaden genommen zu habe», von einem Schnyma»» mit den städtischen!1tetti»igswerlzeug«n wieder herausgezogen.— I» der Badslraße ging daS Pferd des Bier- Verlegers Kolbe durch»nd rannte an der Ecke der Grünthalerstraße mit einem Flaschenbierwage» znsnnime». Durch den Anprall wurden der auf dein Kolbe'schcn Wagen sitzende Kohlenhändler Wilhelm Eckstedt und seine Tochter auf de» Dam», geschlendert und Eckstädt über die Brust gefahren. Er wurde anscheinend nicht erheblich verletzt. Tic Triitsche Gesellschaft für ethische Kultur thellt unZ mit: Eine öffentliche Votieverlammlung siiidel ans Anlaß des GesellfchaflStageS der Denischen Gesellschaft für ethische Kultur am Sonntag, den 10. Oktober, in, KonzerlhanS, Leipzigerstr. 48, vor- mittags 12 Uhr statt. Thema: Dle ethische Bewegung und die Tagesfragc»; speziell: 1. Die ethische Bewegung und der Klassenkampf, Referent Prof. Staudinger-Worms; 2. Die ethische Bewegung und die VolkSerztehung, Rescrenl Dr. Penzig- Charlotlenburg; 3. Die elbische Bewegung Und die Rechtspflege, Rcserenl Rechtsanwalt Dr. Rothc-Berli»; 4. Die ethische Bewegung in ihrer Stellung zu Slreils»nd Aussperrungen, Referent Dr. Jastrow- CharlotlrnbNrg; 5. Die ethische Bewegung und die Frauenfrage, Restrentin Marie Stritt-.Dresden. Taskussioil. Zutritt frei für jedermann(Männer und Frauen). Im Berliner Agiiari»», ist die Schlangensaminlnng it. a. um zwei Rieseuschtangen, von denk» die eine aus Transvaal stammt, und der in, südöstliche» Afrika heimischen, hier noch nicht gezeiglen Python- Spezies angehört, vermehrt worden..Soda»» hat das tztgaarium, nachdem während der letzten Wochen mehrere Vertreter anderer Gaitnngen und Familien der schon durch ihre äußere Gestalt ganz von der Fischsorm abiveichenden Rochen eingetroffen waren, »»», auch eine Art erhalten) die in den öffentliche» Schauanstnlten nur höchst selten und vereinzelt zu sehen ist. Der durch die Adria- Station eingesandte Fisch ist ein Stechroche» CrrpKon), der zwar dieselbe rhombische oder papierdrachenahnliche Rnmpsscheibe besitzt und im allgemeinen auch eine gleiche Lebensweise führt wie die Ziitcr- und echte» Nochen, indeffe» durch den peitschennrlig langen Schwanz mit ansitzendem großen widerhakigen Stachel sich vor allen Verwandte» auszeichnet. Dieser Schwanz ist dem Slechrocheu, welcher mehr als meterlang wird, eine fürchterliche Waffe, mit welcher der in Schlnmm und Sand verborgene Fisch nach den, unvorsichtig sich Nahenden schlägt und dtesein schreckliche Verwnndnngen znsügt, die qualvolle Schmerze», Starrkrampf und zuweilen Pen Tod des getroffenen Mensche» in, Gefolge habe». Der neue Gast, ein jüngeres Exemplar, bewohnt allein eins der unteren Secbecken. Unweit davon haben zwei ans de», Mitlclnieer»en angekolinueue Haifische Nnterkunst gefunden. Fcnerbcricht. Freitag Abend S1/* Uhr war Schul st r. 114 im Keller Stroh in Brand gerathe», das gewaltigen Ranch ent- wickelte, aber»och rechtzeitig gelöscht werden konnle, bevor erheblicher Schaden entstand. Sonnabend früh 2>/s Uhr entstand K ö p u i ck e r- st r a ß e 124 ein Fnßbodenbrand, der auch das Hans beschädigte. Zn gleicher Zeit mußte C h a n s s c e st r. 103 ein brennender Müll- Hausen abgelöscht werden. Mittags ll'/i Uhr wurde Zng 1„ach A l e x a u d c r st r. 51/52 geruseu, wobei es sich jedoch um blinde» Lär», handelte. Endlich hatte sie nachmittags 5 Uhr noch nach B l n in e ii st r. 82 ansznrücken, wo Cellnloidabfälle in Brand ge- rathei, wäre». Tic Direktion der Projektions-Bortrüge über Kunst und Kultur (Dr. Köppen u. Dr. Stödtncr) thcilt uns mit, das; heut Abend 8 Uhr im alten Urania-Thcater(Jnvalidcnstrnße) der angcliindigtc Vortrag:„Venedig und seine Kuustschätzc von Prof. Dr. Max Schmid(Aachen) gehalten wird. Der Vortrag wird durch künstlerisch ausgeführte, farbige Glasbilder er- läutert. In der Urania, Abtheilung Jnvalidenstraße, wird am Montag Herr Dr. SpieS seinen Experimental-Vortrag„Telegraphie ohne Draht" noch einmal wiederholen; am Dienstag spricht Herr Profeffor Dr. Müller über „Die Grenzen der Naturreiche"; am Donnerstag Herr Dr. SpieS über „Die EntsteiMiig des clcltrischeii Stromes", am Freitag Herr Or. weck. Bayard iiber„Japan, quer durch das Reich des Mikado", während am Sonnabend Herr P. Schwahn zum ersten Male seinen Bortrag„Das norddeutsche Tiefland" balten wird.— In der Urania in der Taubcnstraße wird diese ganze Woche hindurch noch das wisseuschastliche AnSstaltungsstück„Das Wunderland der neuen Welt" gegeben. Thettkev. Wochenspielplnn der hiesigen Theater. Opernbaus. Sonntag, 1». Oktober:„Mtgnon". Montag, 11.:„Der Ring des Nibelungen". 1. Abend:„Das Nheingold". Ansang 7L/2 Uhr. Dienstag, 12.: 2. Abend: „Die Walküre". Anfang 6,/, Uhr. Mittwoch, 13.: 3. Abend:„Sieg- fricd". Anfang 6»/, Uhr. Donnerstag, den 14.:„Haschisch".„Bajazzt". Freitag. 15.: 4. Abend:„Götterdämmerung". Anfang«V- Uhr. Sonn- abend, 16.:„Die lustigen Weiber von Windsor". Sonntag, 17.:„Der Freischütz". Max: Herr Ernst Kraus, als Gast. Montag, 18.: 2. Sinfonie der küiiigl. Kapelle. Anfang 7\'2 Uhr.— Schauspielhaus Sonntag. 10. Oktober:„Waidwund".„Die stille Wache". Montag, 11.: „Rosenkranz und Güldenstem". Dienstag., 12.:„Die Jollmalisten". Mittwoch, 13.:„Halali".„Die Dienstbosen." Donnerstag, 14.:„Hamlet, Prinz von Dänemark". Freitag, 15.:„Waidwund".„Tanzstunde." Sonnabend, 16,:„Don Karlos". Anfang 7 Uhr. Sonntag, 17.:„Ter Ver- schwender". Montag, 13.: Geschlossen. Dienstag, 13,:„Waidwund", Tanzstunde.— Im Neuen königl. Operntheater(Kroll), Sonn- tag, 10,: Gastspiel der italienische» Kinderoper„Salvatorcllo". Anfang 4 Uhr,„Die Quttzows". Anfang 7l/z Uhr. Dienstag, 12. Donnerstag, 14., Sonntag, 17.; Gastspiel der italienischen Kinderoper.„Salvatorcllo". An- fang 7i/, Uhr.— Im Deutschen Theater ist der Spielplan der Woche folgendermaßen festgesetzt: Heute Abend, am Dienstag, Donnerstag und am nächstfolgenden Sonntag Abend Wiederholungen von Georg Hirschseld'S neuem Schauspiel„Agnes Jordan"; am Montag:„Die Weber";«m Mittwoch und Freitag:„Mutter Erde"; am Sonnabend: „Die versunkene Glocke". Nachmittags-Dorstellungen finden statt: Morgen? „Morituri"; am nächstfolgenden Sonntag:„Faust".— Im Spiel- plan des G o e t h c- T h e a t e r s ist die Novität„Die Tyrannen des Glücks" für heute und nächsten Sonntag, außerdenl für Dienstag und Freitag als Abonnements- Vorstellung angekündigt. Im Montags- Abonnement wird„Othello" gegeben. Die gleiche Vorstellung wird am Sonntag, den 17. Oktober, nachmittags wiederholt. Der„Sommemachts- träum" ist für Mittwoch und Sonnabend,„Das vierte Gebot" für Donnerstag und als Nachmittagsvorstellung für morgen angesetzt.— Der Spielplan des Neuen Theaters wird durch den Schwank„Äscher- mittwoch" nach wie vor beherrscht. Ais Nachmittagsvorstellung zu halben Preisen gebt heute Und an: nächsten Sonntag„Trilby" mit Marie Reisen- Hafer und Jolef Jarno in den Hauptrollen in Szene.— Das Zacconi-Gast- spiel beginnt Ende Oktober.— Im Theater Unter den Linden bleibt bis Sonnabend, de» 16. Oktober, die Operette„Pariser Leben" auf dem Spielplan. Heute Nachmittag wird die Operette„Der Bcttelstudent" gegeben.— Das Lessing-Thcatcr bringt nunmehr am nächsten Sonnabend den neuen dreiaktigen Schwank„HanS Huckcbein" von Oskar Blumenthal und Gustav Kadclburg zur ersten Aufsührung, welcher sich am Sonntag die erste Wiederholung anschließt. Der weitere Wochen- Spielplan wird durch das Gastspiel von Madame Resane beherrscht, welche diesen Sonntag „Madame Sans-Gene, am Montag„Nora", am Dienstag Madame Sans-Gene", am Mittwoch„Fron-Fron, am Donnerstag ..I-s Demi-ölonäs" spielt und sich sodann am Freitag in Maurice Donnays Schauspiel„Da Douloureuso", welches wir in der gcsammtcn Besetzung des Vaudeoille-Theaters in Paris kennen lernen werden, von Berlin verabschiedet. Als Nachmittagsvorstellung zu volkSthümlichen Preise» gelangt diesen Soiniing„Heimath", am nächsten„Nathan der Weise" zur Ailffilhruiig.— Der Wochenspielplan des Berliner Theaters kündet zunächst die Erstaufführung von Faust II. Theil für Sonntag, den 17. Otto- ber an. Die 50. Wiederholung von„KnifcrHeinrich" mit OttoSoinmcrstorff, Maria PaspischU, Albert Bassermaini) findet Mittwoch statt.„Renaissance" wird dlcicn Sonntag gegeben und Dienstag sowie Donnerstag wiederholt. Als 6. Abonncineiits-BorsteNulig ist für Freitag Faust I. Theil angekündigt, und Sonnabend werden„Die Maschiueubaucr" gegeben.„Tante Jette" endlich erscheint dreimal im Spielplan, nämlich Montag sowie als Nachmittags- Norstcttung an beiden Sonntagen.— Im Schiller-Thcater wird Sointtag Nachmittag 3 Uhr Rosegger's Volisschauspiel„Am Tage des Gerichts", abends 6 Uhr dcp) Bauernseld'sche Lustspiel„Bürger- lich und Romantisch" gegeben. Montag findet eine Wiederholung von Anzcngrnbcr's„Die Kreuzelschreiber", Dienstag ein« Wieder- Holimg der Posse»Papa Nitsche" von Wallher und Stein statt, Mittwoch und Sonnabend geht„Ein Tropfen Gift" in Szene. Für Donnerstag ist die erste Aufführung deS neuen Nenliiig'schen Schauspiels „Das Stärkere" angesetzt, Freitag wird diese Vorstellung zum ersten Male wiederholt.— Im O st c n d- T h e a t e r findet am Montag die 25. Aus- führiiiig von„Jiigelidbronncit" statt. Die Proben von„Klippen der Weltstadt" von Pauli, und Maria Günthers Schauspiel„Christinchcn" sind so weit vorgeschritten, daß beide Stücke wahrscheinlich schon im Laufe der nächsten Woche. in Szene gehen werden. Nachmittags gehen zum letzten Mal«„Die Lieder des Musikanten" zn halben Preisen in Szene.— Das„ L u isen- T h e ater" bringt heute Nachmittag zu halben Preisen„Wilhelm Test" und abends 8 Uhr„Ge- schwister Fiebig" zur Aiisführiiiig. Am Montag findet die Premiers von „Der große Wohllhnter" statt, welches Stück dann am Dienstag, Donnerstag und Soiniabend wiederholt wird. Vevsttmmlltttüen. Im Berri» der Plätterlnnc» hielt Frn» Rohrlack einen Vortrag über die Zlusbeutung der weiblichen Arbeitskraft. Frau Schulz krilisirl« in scharfen Worten das Verhalten eines Ver- trelerS der Firma Slernberg einer Plätterin gegenüber und forderte alle Anivtsendi» auf, sich einer der bestehenden Organisalione» anzn- schließen. In diesem Sinne äußerte sich auch Frau R o h r l a ck. Der Bierteijahresbericht ergab Einnahmen 362,76 M., Ausgaben 207,95 M,, Bestand 154,81 M. Auf Antrag der Revisorin, Frau Peesch, wird die Kassireri» entlastet. Als Revisoren werben ge- wählt Frau Peesch. Fräulein Wenzel, Fräulein K e ck. Der ArbeilSnachiveis der Plätterinnen befindet sich Gollnowstraße 6 bei Teschner. In der Freien Berciiiigniig der Kanfsente hielt in dem am Mittwoch de» 7. d. M. in den Ariiitnhalleii. Kounnaiidaiitenstr. 20, flaUgehablen Vortragsabend Herr Astronvi» Witt von der Berliner Urania einen mit großem Beifall aufgeiiomineilen Vortrag über die Bewohnbarkeit der Htmmelckörper. Redner verstand eS. die schwierige Frage in äußerst fesselnder, leicht verständlicher Art zu dchaiideln. Eine Diskussion fand nicht statt. Zum Schluß macht« der Vorsitzende ans das am 7. November in den Arininhallen siatt- sindend« achte Sliflnngsfest aufmerksam. Tic Maurer Charlottcnburgs nahinen in der öffentlichen Versaminlniig vom 6. d. M. den Bericht der Lokalkoiiiinissio»«nt- gegen. Richter legte Abrechnung über die Einnahmen und Aus- gaben vom 2. Januar bis 2. August d. I. Schulz berichtet über das Ergebniß der Baukonlrolle. Diese erstreckie sich auf 68 Bauten, von denen nur drei in einigermaßen gutem Znstande sich befanden. Die Abortverhällnisse seien schlecht, auch bei den vom Magistrat vorgenoiiimeiieu Kanalisationsbanten. Bieisach seien von unten bis oben die Treppenflure unabgedcckl geblieben. Es sei recht be- zeichnend, daß uin die geringsten Forderungen, für deren Durch- fnhruiig eigentlich die Behörden sorgen müßten, immer erst gestreikt werden müßte. ziere!» sfir yörper-«nd VaturhsUkund«. Montag, den n. Oktober, abend««X»he, Webersir. 17: Anatvinischer LichwNder-Vortrag über: Männer- leiden. Rcserenl Herr«rundmann, wästi, nur Herren, willkoiNmen. Zttl>rirn>»rk-K-Mp»lli«f. Dienslag, den Ii. M., abend« 8 Uhr, bei Sertb, Tempelhof, Torsfirabe: Aeneralversammlung de« Arbeiler'BildunqSoeretn«. 1. kor!«« de« Genossen Dr. Joel über: Die Urzell der Erde. 2. BorflandSwahl. Tlieoterverei» ,S«ta-D»to'. Rachmtllag«: Lessing, Thealer. Abend« s Uhr bei Jona«, Gr. Franlsurlerstr.«»: Siyung und gesellige« Beisaniinensein. I0»rll»»r Atdelkervertreker- ßsereln iagl jeden Diensiag»ach dein ersten im Monat bei kuske, Grenatiersir.»Z, abend« stz Uhr.»»«ulgetlltcher Naih wird erlheiii: Z»> ziorden Kerti»«! Jür Nnfall-, Invalidität«- und Alter»< verfiche- ru»a, abend« von 7— s Uhr: W. Buchholz, Husfitenstraß« 36, o. a Tt. A. D a e h n e, Zeinmtncrstr,««, v,« Tr. tk. Butheil, Wlesrnstr. m, von «-o Uhr adend«. F. Pieschel, GartenNr. 55, v. 2 Tr, 8. S i»t a» oni« Ii, Wartcmir. 78, Portal 2. 2 Tr. M. E 1 u h r»I a n», Oderbergersir. 87, t Dr., von ü-9 Nhr abend«. R. Taniui, Hufstlenstraße 6, von s-9 Uhr abend« A. Voigt, Wiesensirab»«1—4!, 8 Warnst. Kolberaerslraße 7, von«-7 Uhr ade»»«.— Nur sür Jnoalidiiäls- und Altersversicherung t F. Blume, SlrcUyersir. se. P. Neiinann, Bellermannslr,«8. F. Trapp, Schnlslr.««, von?— s Uhr abend«. Im zioed. est««; Nur für Invalidität«- und Altersversicherung W. Moh«, Schönhauser Allee«3. Im vä-»! Nur sür Juvaltdttäts- und Altersversicherung! S.Bader Gr. Franksurierstr.»4. v. 4 Tr. Im K>i»-«fte,>! Für Unfall-, Jnvaltdtläl«- und SllerSverficherung: S ch a l t h 0 s s. Mtchaetlirchstr.!8. Im Süden i Kur Unfall-, Jnvalidttäts- und Altersversicherung: F.«tügil m a i- r, Griinmstrab« z».— 51 ii r für Jnvattditäts- und ANersv-rsich-rung P. Keller, Rtxdors, Panlerstr. 53, Hos pars. tot Kü» zvefte»: Nur sür Unsallversicherung: S. Hänel, SolmSsir. 44 !» zi-rd-zx>.ft-»: Nur lür Unsallversicherung: Z.Kraul«, Wittnacker flrabe i». R. Stephan, Lesstngsir. 34 3m: Nur für Unsallversicherung: 8. Lössler,«losiersir. 91. Bet sämmtlich«» vorgenannten Personen, bei denen hier keine Sprechzeit an- gegeben, ist dieselbe Wochnilag» von 7—9 Uhr. «vlllerniigSiibcificht von, S. Oktober I8V7. Station««. Swine, iilinde Hamburg. Berlin., Wiesbaden, München, Wie»... Hnparanda. Petersburg. <3 ort.., Aberdcen., Paris.,, Wetter-Proguose für Tonntag» den 10. Oktober I«4S7. Zeitiveise heiter, vielfach wolkig, mit etivas lltegen und schwachen westlichen Winde»; Temperalur wenig verändert. Kur beu Jiiluilt der Inserate «beriiiinmt die Olcbnfliou bei» Publikum gegenüber keinerlei Ver>nitwortiing< Glzentvv. Sonntag, den 1(X Oktober. Freie Volksbühne(Fried.-Wilhelm- städtisches Theater). 1. Abtheilung. Die Hexe. Anfang Z Uhr. Opernhaus. Mignon. Auf. 7VzUlir. Montag: Das Rheingold. Schauspielhans. Waidwund. Die stille Wache. Anfang?V, Uhr. Montag: Rosenkranz und Gülden- siern. Neues Opern< Theater(Kroll). Die Quitzows. Anfang U/z Uhr. Nachm. 4 Uhr: Salvatorellv. Deutsches. Agnes Jordan. Anfang 7V- Uhr. Nachm. LVz Uhr; Morituri. Montag: Mutter Erde. Berliner. Renaissance. Anfang 7>/, Uhr. Nachm. 2r/z Uhr: Tante Jette. Montag: Tante Jette. Goethe. Die Tyrannen des Glücks. Anfang 7i/, Uhr. Nachm. 3 Uhr: Das vierte Gebot. Montag: Othello. Lessing. Madame SanS-Gsne. Anfang 7% Uhr. Nachm. 3 Uhr: Heimath. Montag: Nora. NeneS. Aschermittwoch. Vorher: Lieb' im Spiel. Apsang 7i/z Uhr. Nachm. 3 Uhr: Tritby.' Montag: Aschermittwoch. Vorher: Lieb' im Spiel. Residenz. Die Einberufung. An- fang 7% Uhr. Nachm. 8 Uhr: Odette. Montag: Die Einberufung. Schiller. Bürgerlich und Romantisch. Slnfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Am Tage des Ge- richts. Montag: Die Kreuzelschreiber. Unter den Linden. Pariser Leben. Anfang 7r/, Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Bettelstudent. Montag: Pariser Leben. Luisen. Geschwister Fiebig. Ansang 3 Uhr. Nachm. 8 Uhr: Wilhelm Tell. Montag: Der grobe Wohlthäter. Thalia. Das Krokodil. Anfang 7t/, Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ostend. Jugendbronnen. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Lieder des Musikanten. Montag: JugendSrounen. Gentrai. Berliner Fahrten. Anfang 7>/, Uhr. Montag: Dieselbe Borstelliing. Friedrich< TLilheliiisiiidiisches. Das Zeichen des Kreuzes. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. »llexanberplah. Das Liebesdrama einer Sängerin. Anfang 8 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Gr. Kiuder-Doppel- Vorstellung: Rothkäppchen. Der Rattenfänger von Hameln. Montag: Das LiebeSdrama einer Sängerin. ReichShallen. Spezialitäten. An- fang 71/, Uhr. Slpolio. Spezialiläten. Auf. 71/, Uhr. Feen-Palast. Spezialitäten. Passage< Panopiiknin. Indisches Dorf. Siizillrv-'Tlzrntev (Wallner-Theater). Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Sltrt Tage des Gerichts. Abends 8 Uhr! Bürgerlich und Romantisch. Montag, abends 8 Uhr: Die Kreuzel- schreiber. Dienstag abends 8 Uhr: Papa Luisen-Theater 34. Neichenbergerslrasje 34. Nachm. 3 Uhr: Volks-Vorktellniig zu halben Preisen unter Regie von Türk: Wilhelm Teil. Schauspiel in 6 Aufzügen von Fr. v. Schiller. Abends 8 Uhr: Geschwister Fiebig. Modernes Volksstück in 3 Akten von Oskar Wagner n. Hugo Habkerl. Musik von Fritz Krause. Montag, zum l. Male: vor xi'oi,«« Wohlthüter. Billets k 80 Pf. zu der Sonntag- Nachmittags-Volks-Vorstellung in den bekannten Verkaufsstellen. L)ste»»d-Theater. Gr. Franksurterstr. 132. Dir. G. Weift. Zum 24. Male: Jngendbronnen. Anfang 71/, Uhr. Nachm. 3 Uhr(halbe Preise): Die Lieder des Mußkiilte«. Montag, zum 2b. Male: Jugend- bronnen. Anfang 8 Uhr. Kentrsl-tetöi' Alte Jakobstr. 30. Direktion lUchard HchnltE. Sonnatag, den 10. Oktober 1897: £niil Tlininas a. G. Zum 37. Male: HeHinen Fahrten. Burleske Ausslattungsposse mit Gesang und Tanz in 8 Bilden, von Julius Freund und Wilhelm Manustädt. Musik von Jul. Einöbshoser. Anfang Vi» Uhr. Morgen und die folgenden Tage: Berliner Fahrten._ 14551 ttlt lltrt» auch für Zahlstellen und Arbeits-Ver- mittlungen, zu vergeben 11616 Alte Schützenstr. 6. Urania Taiibenstrasse 48—40. Naturkundl. Ausstellung täglich geöffnet von 10 Uhr vormittags ab, Ein tritt 50 Pf.— Abends 8 Uhr Wissensehaftl. Theater. TnvaIidcnstrassiC>To.57,0ä: Täglich(ausser Sonntags und Mittwochs) abds. 8 Uhr: Wissenschaftliche Vorträge. Näheres die Tagesanschläge! Urania-Theater(Jnvalidenstr. 57). Dir.: Dr. Koppen u. Dr. Stoedtner. Sonnt.: Veitetllg 8 Uhr. nnd seine Kunstsehätze. Castan's Panopticnm.~ Friedrichstr. 165. Bärenwelh die grösste Sehenswürdigkeit des ablaufenden Jahrhunderts ist wieder da!!! Hen t Italienische Kapelle nCU. des Maestro Liberti, 5 Herron, 2 Damen. 8- JJWWWJaAMIMJUia J esss Passage-PanopUcum. Letzte Woche! Indisches Dorf mit dem bedeutendsten Fussball- Künstler der Welt Hoong Toon. Volks- Theater Im IVcIt-RcKtanrnnt 07. T r e s d e n e r- L t r a ft e«7. Die Ueemllmrg. Bilder auS dem Berliner Volksleben von L. Elp. Anfang: Sonntags 6 Uhr, Wochen- tags 7Vj Uhr.— Entree: Sonntags 30 Psg., Wochentags 20 Pfg. Teei»-Talast LS Uiii'«-,tl-. SS. �Gröbt. Vergnügungslokal Berlins. � ' Direktion: Wlnklcr and FrUbcl. Fidole Droschkenfahrt. S! Um 8'/, Uhr: klehardVillllller und «ildelm in der Berliner GesangS- Posse: 'Ne wilde Sache. Nene Tpejinlitäten. �Anfang 7'/, Uhr. Sonntags 8 Uhr! Entree 30 Pf. bis 1 M. 50 Pf. DoueertdAus 4.eil>zIzrei-i«tr-.Mo.48. Täglich: Hoffmann's(juaptetlf� und Humorislen. Heute Anfang 7 Uhr._ 1. Rang U. Loge 1 M.. Sperrsitz üOPf., Entree und II. Rang 30 Pf. �edrUlier kerrnseiä's! I. OHsinnl. Bndaiiester Possen- n. Operetten- Theater in Kaufmann� Varize erzielt nach wie vor täglich nusverkanrte llllnscr mit den Sensations-Novitäten Im Atelier und jEin Abend im Wintergartenj bltiinnicn d. Pnbllknins und der Presse bestlltl- gen die konkurrenzlose, einzig in ihrer Art dastehende Originalität und den berechtigten grossen Lach- und Kassenorfolg! Anfang r/z8 Uhr. Kassenöffnung 1/,7 Uhr. Vorzugskarten gelten. Vorverkauf! 11-5 Uhr. imeriean-Theater. Dresdenerstr. 55. Sonntag, den 10. Oktober 1897: Kolossaler Erfolg! Stürm. Beifall! Berliit wie'S näht und trennt. Bolksstückm. Gesang in 2Abth. v. L. Ely. Musik von M. Schmidt. Der Traum von Bayreuth. Parod. Traumbild. Hugo Schulz als Seemann. Wally Sinolll», Exentrigue-Souvrette. Emmy und Ernst Nebentisch als Zukunsts-Ehepaar. Paul Bendix. Humorist. Anfang der Vorstellungen: Sonntags ll/2i Wochentags 8 Uhr. ApoUo- Theater. Friedrichsir. 818. Dir. J. Glück. Enaa Koschel. Mr. Brown. Miss Marie Haiton, ainerikanische Operetten-Diva. Mr. Rsdo Leo Rapoii. Dagmar Hansen. Neun Heinzelmännchen. Flip, Flap, Flop!! Grohe Pantomime, ausgeführt von der Joseph Pholtes-Tronpe. lünetograph etc. etc. etc. Kassenerässnung 6 Uhr. Auf. 7V, Uhr. Alcazar Varidtö-Theator I. Ranges. Dresdenerstrahe 52/53(Citv-Passage) Aunenstrabe 42/43. Direktion Richard W i n k l e r. Bornehmster Familien- Aufenthalt. Letzte Woche: Die Rosen aus dem Süden. Grobe Ausstailungsposse. Neu! Novität! Neu! Tie fidelen Skatbrüder oder: Wer giebt. Schwank mit Gesang von Leop. Eli Auftr. eines durchweg neuen glänzenden Künstler- u. Spezialitäten- Personals. Ullkaua» Wocheulags 8 Uhr. �ill|!!ll!j. Sonntags 7 Uhr. ZM- JE 11 tree 30 Pf. Borzngs- BilletS haben wochentags zu allen Plätzen Giltigkeit. I» Vorbereitung! In Vorbereitung! Ter.Herzverführer. IhealerüerHelchshaHen L-eipzigerstrasse 77. Heute Sonntagt Ansaug des Konzerts 8 Uhr, der Vorstellung 7 Uhr. IHarUi, Reuter, der aktuelle Humorist. Der neue Kineto- graph, 111. Berl. Stadt-Ansichten. Trio Natta! IfJIflta Zlntoni. Gebr.Pieardy. Wkorgen Montag: Anfang des Konzerts?>/, Uhr, der Vorst 8 Uhr. Entree 50 Pf. Ii» Parterre- Kaai: Dienstag, den 12. Oktober er.: Äweltes grosses Rill tilr- Konzert Musik-Korps des Kaiser Franz Garde-Gren.-Regiments Kgl. Musikdirektor O. John. Heute Sonntag: Doppel-Konzert. Anfang 6 Uhr. W. Hoack's Theater Rrunncn-bitrasse 10. Täglich(auber Privatfestlichkeiten): Theater- n. Spczlaiittttcn- Vorstcllnng. V�dekuven Lustspiel in 1 Aufzuge von Puttlitz. Ein Wort p rechter Zeit. Schwank in 1 Akt von Staack. Das gestörte Mittagessen. Posse mit Gesang und Tanz von G.Friedrich. Jeden Sonntag, Dienstag u. Donnerstag nach der Vorstellung: Tanzhriinzclien. Haehr's Theater Oranicnstrassc S4. i�üT Tlieater- n. äpezlalltiltan- Vorstctlnnzx. NovitUten-Programni. 510,1 Eugen Rosee. 3leu! Der beste Miniiker der Jetztzeit. In Vorbereitung: Wer ist der Vater! Ansstattungs-Burlcske. Ansang: Wochentags 8 Uhr. _ Sonntags 6 Uhr. Circus Busch (Itahnhof Itilrsc). Sonntag, den 10, Oktober: 2 große Vorftellungen 2 Nachmittags 4 Uhr(auf allen Plätzen 1 Kind unter 10 Jahren frei, weitere Kinder zahlen halbe Preise): Sign. Gorradint als Freiheitsdresseur. Pferd u. Hund, Origtnal-Dressur d. Sign. Corradini. iNnch der Sink- fluth, ein lebendes Bild. Sämmtl. Clowns in ihren besten Nummern. Abends 7V, Uhr: 4 FuchShengste als Thurmspringer, dreff. u. vorgef. v. Dir. Busch. Sign. Eorradini als Schulreiter und Dresseur. Ziethen ans dem Busch, ein Husarenstückchen. lliach der Sintfluth, ein lebendes Bild. Auftr. der exeentr. musieal. ClownS Gebr. Priee.-Spezialitäten I. Ranges. Morgen: Neues Programm. WoheS verliehen gewesene nnd neue, stannend billig, Theilzahlung gestattet. Beamte» ohne Anzahlung. 2S17L» Nene Königftr. SS ll. Gueisenanstr. 15. Die Jiiternationale Bekleidnngs-Conipagnie, Berlin v., Spanvauer Brücke 1», verfertigt nur gut sitzende Herren-Garderobe. Die Internationale BekleiduligS-Compagnie, Berlin V., Spandauer Brücke!.», führt nur eigene Fabrikate. Die Internationale Bekleidnngs-Compagnie, Lerlln C., Spnndancr Brücke la, verkauft haltbare Winter-Paletots für 9,30 Mark. Tie Internationale BekleidungS-Coinpagnie Berlin v.. Spandaner Brücke 1a. Joppen aus gutem haltbarem Loden für B.BO Mark. Die Internationale Beklei Eompagnte. Berlin C., Spnndaner Brücke la, ist die billigste Bezugsqnelle Einzelne Hosen zur Arbeit Einzelne Hose» in Stoff Knaben-Anzüge, schän garniri 1,20 M. 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Goodyear-Welt-Stiesel haben de» elegantesten Sitz und Paßform und sind somit die vollkotttmettste und beste bis dato erschienene Fußbekleidung. Wenn man für einen ans Rand genähten Schuh oder Stiefel selbst üb vCt. mehr bezahlen wnrde wie die hier angcsnhrten Preise, ist es der Menschenhand nicht möglich, so ExaktcS und Aolllvmnienes dafür herzustellen. Ich kann mich des Verdienstes rühmen, seit mehr denn Jahresfrist die Propaganda für Evodhear in Dciiüchland gemacht zu habe», das miist mir der größte Feind lassen. Jeder mit der Zeit fortschreitende Concnrreut führt Govdhcar schon, oder muß ihn künstighin führen. Ultil(SUO&IJfrtt schlNt jetzt den Markt beherrscht. Wer verkauft die besten Schuh- ivaareu am billigsten? Hier eine Blumenlese von Urlheile» meiner Konkurrenz und Feinde über mich: Die Zeitung„Der Schnhhändler" ruft, Vereinigung zu gründen zur Dckäinpfnng der EchlendertnntnrrenA, eines ÜU-pllNtZli, da Einzelne absolut nicht gegen ihn ankämpfen können.— Dieselbe Zeitung nennt„Berlin mein Reich", s. Nr. ö vom Lö.'S.. Seite 8, und Str. 7, Seile 7. Die Berliner Schuhmacherbörse nennt mich den grotztU SchltUderer, indem sie mir den Zutritt in dieselbe untersagt. Ein hiesiger Importeur neuer Amerikamlcher Schnhwaaren, der sich allein im Besitze dcS Monopols, diese Schnhwaare» zn verkaufen, glaubte, besten Name jeder Interessent in meinen Kaushäusern erfahren kann, weigerte� sich von meinem Vertreter Aufträge ans diese eleganten und neuen Schnhwaaren entgegen- zunehmen, rcsp. au mich zu verkaufen— weil ich— wie die gauze Konkurrenz behauptet, die Waare verschleudere, und „die Preise auf de» Hund bringe".-- Zur Beruhigung dieses Herrn Exporteurs und meiner Konkurrenz, erlaube ich mir hier die ergebene Anzeige, daß ich Ende künftigen Dt o n a t s die n e u e u eleganten amerikanischen Schnhwaaren,— dircct von d e m Fabrikanten a II s Anierita bezogen, in g l ä» z e II d st e r A II z Iv a h l z u S ch l e n d c r p r e i I e n dem g e s ch ä tz t e n P n b l i k n in o f f c r i r e u w e r d e. Die Leipziger Jstust. Schuhiu.-Ztg. tischt ihren Lesern in ihrer Ausgabe vom 1. November 1896 auf Seite 231 die erste Justaiiz meines durch 4 Jiistauzen so glänzend versochtcue» Pro- zesse«—, dem ich meine heutige Größe und den Umfang meiiies Schuhwaarengeschäftes zu danken habe,— mit folgender Ein- leitung aus: Vor Kurzem!—!lbv imt weißer Sohle... it'ik. l, 50. Alolt»« Sto�solinllv'' mit durchgenähter Leder- sohle und Absatz..... Mk. 1,80. Derselbe* in prima Lastiiig.. Mk. 2,60. Oemsleder-TanzNi-linlKs* ausaeschnitten, leichte Handarbeit, Lcdcrsuttcr und Ledcrkappe, mit sridenen Ripsbandschleifen verziert, so- wohl als Hausschuh wie als Promenaden- schuh bestens geeignet. Mk. 2,50. Iltolhlaelc-Xaazsehulte�'das Vvilkvlimiciistc| an Eleganz, kein Wachs- oder Lcdcrtnch, in denkbar bester ÄuSstihrnng.. Mk. 3,—. Dieselben* Schuhe tu schwerer Anssührnng, mit reinem Lederabsatz.. Mk. 3,86. | Kalblaek-Cliick-Seliiilio* elcgaiitesterAns- führnng...• Mk. 5,—. KalVIaek-Sptineoiiseknlio* elegantester lirilerlinnsselmlie aus mildem Roßleder mit durchgenähter Lcders ohle und reinen Lederzuthaten, mit Schleise......«tr. 3,20. Derselbe* mit Lasche u. warmem Futter Mk. 3,75. ISeknIarseknt'e, Roßleder, mit durchgenähter Ledersohle und reinen Lederziithateil und Zier- kappe....... Mk. 3,75. Derselbe zum Knöpscn mit geschürzten Knopf- löchern.../... Mk, 1,—. Filzselinlirstlefel* m. Noßtederbcsatz m. durch- genähter Ledersohle u. Absatz.. Mt. 3,75. Derselbe ni.Vachettbes., Höher im Schnitt Mk. c»,S0. FUzziixstletel* mit Roßlederbesatz mit dnrchge- nähter Ledersohle u. Absatz... Mk.»»,25. Derselbe* mit Vachettbcsatz... Mk.>*,75. Uosslcilcr-SlMtrsticfel, solid und dauerhaft, mit Herzblatt, 13 em hoch im Zuge, genagelt, Ledcrkappe und Lederbrandlohle, überhaupt init reinen Leder- »uthaten angeserligt.... Mk. 3,90. Dieselben, 1ü cm hoch im Zuge, genäht mit mar- tirtem Rand...... Mk. 1,75. Itossleder-Xagstiorcl, sehr hoch im Zuge, mit Herzblatt oder Vordernaht und Lackspitzkappe, auf Rand genäht, in deutbar zuverlässigster AilSführung Mk. 5,76. tfC3m Itassl. Knöpfstiefel, 11 Knopf hoch, gesteppte Spitzkappe, durchgenähte Kcrnsohle Mk. 5,75. inwvrmnri*Tffrwwffi'Hiii 1. 1 mm Knopf- und SuknUrstiefol ans scineni| mildem Roßleder in feinster Aussiihruilg, eckiger und spitzer Jaeon, geschürzte Knops- lvcher, markirter Rand. Herzblatt oder Bc- satz...... Mk. 6,75. Knopf- und Sel-iiürsticfol, la. genarbtes Kalblcder, in hocheleganter moderner eckiger und spitzer Fagon... Mk. 8,50. Eckt ZleBonlcder-Strandknopf. und »etanllrstlefel in denkbar feinster Aus- sühruna nur.... Mk, 7,50. ZucstJefel, von seinem Wildroßledcr, wimdervoller Sitz, sehr hoch im Zuge, mit Herzblatt oder Vorder- naht und Lackzierkappe.... M. 6,90. Satin• Kiilblrdrr• Zncsticfel in vorstehender AilSslihrung, geschm., zartes und dabei durchaus dauerhastes Oberleder... Mk. 7,25. Eztra prima■ntinirte KalbTeder• Zne- ■ciofel. Tas Wohlthneudste siir empfindliche Füße, aiißergewöhnlich hoch, aus Rand genäht, in verschiedensten Faxons.., Mk. 8,75. ItapkaeU'sKoodvear.TVelt.Zuzstlefel.chagri- nirtes Wildkalbleder. 15 cm hoch im Zuge, stütz und eckiger Fnooii. hohen und niedrigen Absätzen, mit unterlegtem Herzblatt und abgesteppter Zier- kappe. Dieses Leder hat den Vorzug, daß es weit haltbarer lind krästiger wie deutsches Ledcr ist, während es an Schmiegiamkeit im Durchschnitt dem letzteren gleicht. Es ist wohl nicht zu viel ge- sagt, wenn ich behaupte, daß er der haltbarste und clcanntcste Wintcrstiosct aiis allerbestem Material ist zu dem unglaublich billigen Preise von Mk. 7.75. Rnplmi'Il's Goodyen r- Welt-Gin e»f-Scliiillr- siiefel mit leinstem Hvchglaiiz-Kalblederbesatz, 14 Ocfcn hoch, spitz und eckiger Fagön, hohe» und niedrigen Absätzen. Das Leder dnrchiveg von saimnctartiger Weichheit, ist dieser Schuh die eleganteste, vornehmste und praktischste Fußbekleidung für den Winter, als Salon- und Straßen- Schuh zu bemitzcn, aus allerbestem Material, filr mir Pik» 41,50. Rnpl-aeli's Goodyeni--Wclt-Knopfi.tiefel, Satiii-Kalb-Leder. 13 Knöpfe hoch, spitz und eckiger Jaeon, hohen und uiedrigeki Absätzen, seiden- mcrvcilleuxartige Weichheit, ebenfalls vornehmstcr Salon- und Straßcn-Schnh, ans allerbestsm Material, für nur....... Mk. 11,50. Henen-Fußbekleidttttg. Blellon-Punfoffel* farbig, mit Filzsohle imd rothem Hackenstück, sehr geschmackvoll ansgesührt 15 Pf. Oberll'zpnntoKel* mit Filz und Lcdersohls Mk. 0,85. Plllselipnntoireln* mit durchgenähter Ledersohlc und Adsatzsteck, in verschiedenen Farben Mt. 1,10. Poniinernelte PlUselipuntoffct* mit starker, branner Sohle..... Mk. 1,25. Derselbe* mit weißer Sohle.. Mk. 1,75. I-oderpantolfel ans Roßleder, mit Absatzflcck, diirchgenähte Ledersohlc.. Mk. 2,10. Pllisi-ll- n»d Cordonnotscliako* mit durch- genähter Ledersohlc und Absatz.. Mk. 3,00. Hnlbschnlie, Roßleder, zwei Seiteii-Giimmizüge, durchgenähte Ledersohte, mir reine Lederzuthaten, als Haus-, Straßen-, Turiischlihe geeignet Mk. 3,25. Desntz-Kaibselinlie v. Roßleder mit Giiilimi- ,ng od. zum Schnüren, zierlichem Knopfbesatz, derber Strapazirschuh, mit solid genagelter Sohle Mk. 1,50. Itosslcder-Kalbselinlie mit Giimmiziig oder z. Schnuren, Änopsbesatz und Zierkappen, durch- genähte Sohlen und markirter Rand Mk. 1,75. Brsat/..IInlbsclinlie von feinem prima Roßleder, zimi Schllürcii oder mit Enniinizug, mit durch- lochten Zierkappen und Knopfbesatz. Sauber ans Rand genäht, tadelloser Sitz.. Mk. 6,25. Itindleder-Zuestiefcl mit derder, genagelter Ledersohlc und mir reinen Lcderzuthatell.Strapazir- stiesel....... Mk. 1,50. ScImftsUefol von kernigem Rindleder mit derber enageltcr Sohle, Handarbeit Mk. 5.50. Gl»c«e lk(»»sledei»Zngslielel mit rrineil Lederzuthaten, streng solide genagelte Sohlen, niedrige oder hohe Absätze, früher Mk 5�0 jetzt Mk. 5.-. Dieselben in noch eleganterer Aiisfübnillg mit Besatz, Eordelkappou iliid Kilopsverziernng Mk. 5.25. Dieselben mit glattem Oberleder, leichtere Ausführung, m. genähter Sohle u. mark. Rand, beste Haltbarkeit.... Mk. 5,50. Dieselbe»» mit Besatz, Eordelkappe, Knops- Verzierung, in leichter Aussührung, mit ge- nähter Sohle und liiarkirteni Rand, sowohl als Strat-azirstiesel wie als Soiintagsstiesel �n?nnrf?hImi�������Mr5�75. Kenoinniir-Ktiefel-CDS mit Gummizug, von gelchmeidigeni. prima satinirtem Roßleder, aus Rand genäht. Wer mit Maßsticscln viel Nngelegenheiten hatte, wird erstaunt sein Über die außerordentlich beaneme und gleichzeilig elegante Paßsvrm dieses Stiesels. Mk. 6,75. IlerrentU:r».i,K»tlefel* in. Rvßbesatz Mk. 6,75. Derselbe* Schnürsticsel.. Mk. 6,50. Prinin sntin Irl Ilossleder-Desnlzziigsl icke» in spitzer lind eckiger Favon, auf Rand genäht, elegant gearbeitet, früher Atk. 8,50, jetzt Mk. 7,10. Spleirelrossleder-Znustiefel. ohne Scitennaht, genagelt, derber Strapazirstiefcl, Handarbeit Mk. 7,50. Aplelxelressleder-Ziixsllefel, gewalkt, aus ciiicm Stück, aus Rand gelb genäht, beste Aussührung Mk. 8,25. Wildknlblcder-Ziiesliefel, genärbt, in breiter Fayon, genagelter Sohle, unverwüstlich im Ober- Icder....... Mk. 8,50. Seliniirstiefel aus satinirtcili Roßleder. mit sran- zöfischcn Agraficii. Besatz und eleganter, ausgesetzter Ouerkappc, in beliebter, eckiger Eavaliersorin, gelb genäht....... Mk. 8 50. Denselben, KaMedcr, Handarbeit, in obiger Aussührung...... Mk. 10,75. Koibledcr-Ziicstiefel, Handarbeit, auf Rand genäht, mit Zwickeleinsatz und 1 Seilennaht Mk. 9,25. Derselbe, gewalkt auS einem Stück Wik. 10.—« Ropliuöll's Goodyear- Welt■ ITnlbschulie ans la. satinirtem Wildroßlcdcr und allerbestem Material mit Gummizug, in spitzer und eckiger Jaeon, für de» diötzcr unerrcicht billiacu Preis von............. Mk. 8,25. Rnplmcli's Coodycnr- Welt- Hnlbsclmke zum Schnüren, genau in vorstehender Alisfilhrung, cbcnsalls zu dcm dieher noch nie offerirtem Preise von.......... Mk. 8,25. Knplinl-li's Goodyear- Welt» llalbsrliuli, mit Gimiiniziig. aus allerbestem Wichskalblcder, in denkbar bester Aussührung u. verschiedenen Fapons für inir....... Mk. 10,90. Rnplioöli's Goodyear- Welt- Hnlbscliiihe, ans allerseinstem Wichskalblcder, zum Schnüren in obiger Aussührung.... Mk. 10,50. Ruplinöli's Goodyear-Welt- Zuesticfel, In. salin irten Wildroßbesatz, mit echter durchlvchter Ouerkappe, elegant. Salon- u. Straßeiistiesel. für mir Mk. 9,75. Raplmi-Il's Goodyear- Wclt-Sclinllrsllefel, la. Roßleder..... M». 10,50. Rnplinöli's Goodyenr-Welt-Ziiffstlefel, ans vorzüglichem, milden Wichskalblcder, gewalkt, mit 2 Scitcnnähtcii. in spitzer u, breiter Fapo», zu dem bisher noch nie vsterirten Preise von Mk. 10,75. Rapkai-U's Goodyenr• Wolt-Zussticfel, aus allerseinstem Wichskalbled,. Oberleder gewalkt, ohne Seitciinaht, in spitzer u. eckiger Fapon, eleganter Salon- u. Straßenstiefel, für nur. Mk. 12,50. Raphaöli's Goodycar-Welt-ZiiBBticfel, Kalblcder, Elacö-Einsatz, allerseinstem Wichskalbleder- bcsatz u. ausgesetzter, durchlochter, echter Kappe, nur Mk. 13,50. Rapbaidi's Goodyear. Weif sllefel, Agraffen» stiesel ans allerseinstem Michskalbleder, in obiger Aussührung...... Mk. 13,50. Rnpbaeli's Goodyear- Weltstlefcl, Knopf siiefel, mit Kalbglaco-Einsatz und cchUr durch3 lochte» Kappe, allerseinstem Wichskalblcdcrbesatz, nur Mk. 12,50. Rapliael!'« Goodyear- Welt- Zunstlefel. Elace-Einsatz, allcrscinster Wichskalbledcrbcsatz und echter Knvpslasche, oder Kalblackbesatz ohne Lasche Mk. 11.50. Filii' �fslclclien mnl ICnabeu! Cord-Olironscliuk* mit Filz und Ledersohlc bis 17 am......... 60 breiten, ist es für die Kämpfenden eine Frage der Zweck- mäßigleit, ob sie Angebote einer Vermittelung annehmen ivollen oder nicht. Die Arbeiter haben von dem Recht der Ablehnung von Schiedsrichtern wiederholt Gebrauch gemacht, und wenn es nun die Unternehmer thnn, so sind sie formell durchaus in ihrem Siechte. Eine andere Frage ist, ob sie von ihrem eigenen Standpunkt aus klug handeln und Aussicht haben, ihr Ziel zu erreiche». Es iniiß zugestanden werden, daß die Sachlage sich in den letzten Wochen zu gnnstc» des koalirteu Untcriiehmerlhums verschoben hat. Di« Arbeiter haben keine neuen Zugeständnisfe von Bedentling zu verzeichne!!, dagegen ziehen immer mehr Firme», die anfänglich den Achtslnndentag bewilligt halten, ihr Zugeständiiiß zurück. Diese Wetterfahnen zeigen damit an. woher der Wind weht. Die Reihe» der verbiiiideten Unternehmer haben von Woche zu Woche Zuwachs erfahren. Nach einem vorgestern vom Unternehmerverband veröffentlichten Bericht uoffchließt der Verband jetzt 517 Firmen, wahrend ihm Mitte Juli erst 159 Firmen aiigehörlen. Die Berichte über die Zahl der aus- ständigen(lhcils ausgesperrten und theils streike»»«») Arbeiter gehen etijas auseinander, zeigen aber säinmtlicb, daß die Gesammt- zahl nur noch wenig unter KV 000 ist. Davon entfalle» rund 24 000 auf den Maschineilbaner-Berein, 15 000 aus die verbündeten Gewerk schasten, 3500 Ansständige sind qualifizirte Nicht- Gewerkschaftler »nd 11 000 Tagelöhner. Zur Unterstlitzniig dieser aller sind jetzt i ber 36000 Psd. Sterl. wöchentlich erforderlich, und wenn auch die Unterslütziingen von anderen Vereinen stärker einlaufen wie i» den eisten drei Wochen des September, so erfordert doch jede Wochcnzahlnng noch sehr erhebliche Zuschüsse aus der Kusse des Maschinenbauer- Vereins, die im ganzen schon um rund 100 000 Psd. Sterl. leichter ist, als zu Beginn des Kampfes. Stach den an die befreundete Presse versendeten Berichten Über tie Eingänge an das Parlamentarische Geiverkschnfiskointlee, den Maschinenbanerverein und das Londoner Achtstundenkoiiiitee, haben dpse Komitees in der Woche vom 30. September bis 6. Oktober iilSgcsaininl noch nicht 5000 Psd. Sterl. Uliterslütznngsbeiträge er- halte». Die laufenden Einnahmen der betheiligte» Gewerkschastcn selbst sind mit 15 000 Pfd. Sterl. wöchentlich sehr hoch eingeschötzt, und so kann man den noch zu deckenden Fehlbeiraa leicht aus- rechnen. Es nutzt auch gnrnichts, über diesen Punkt schönsärbend« Angaben in die Welt zu senden, denn die Uulernehmer sind über den wahren Stand der Dinge dnrchnns unlerrichtet, man täuscht damit nur die eigenen Freunde. Ter Kampf wird eine sehr ernste Sache, zumal jetzt der Winter herannaht und die ans die Einzelnen entfallenden Unterstütziuigen nicht sehr weil reichen. Oberst Tper, der Führer des Unternehmerbnndcs, hat es vorigen Mittwoch in einer Unterredling mit einem Friedensrichter von Manchester offen eingestanden, daß die Achlftundensrage, die Stßckkohu frage als für die Unlernehmer nnlergcordnct sind gegenüber dem Bestrebe», die Einmischung der Gewerkvereins-Vcainlcn in die Geschäflkleitnng loszniverden. Dies ist jetzt das wirkliche Streikobjekt, und insofern ist eS auch richtig, vo» einem Kampf um das Stecht der Gewerkvereine ziisprechcn, denn diese slcllcn eben heule die Anforde! uitg, bei den Anordlinugen im Belriebsivesen, bei der Vcitheilnng der Arbeiten jc. ein Wort mit- icden zn dürfen. Ein liberaler euglischer Ockonom, der verstorbene Thorold Rogers,.hat die Geweikschnfteii als Theilhaberschaften(partneiisiiips) in der Industrie bezeichnet, läßt man die Bezeichnung gellen, so handelt cS sich jetzt»m den Grad der Theilhabcrschaft. Es ist lächerliche Ueberlrcihung, ivcnn einige Blätter die Sache so hinstellen, als solle dem englischen Arbeiter überhaupt das Recht bestritten werden, sich in Gewerk- schasten zn organisiren, als lehnten es die verbündeten Unlernehuier prinzipiell ab, mit de» Kewerkschaslen über Lohn- und A'beilszeil- fragen zu verhandeln. Ueber diese niedrige Stufe des Kampfes ist man in England hiuans, uamenllich in dem so entwickellcn Ma- schiiienbangcivcrbc. Das, wogegen die Unlernehmer sich sträuben, ist eine sehr viel weilergreifende Theilbaberschajt, cin sehr viel vor- geschrittcnercr industrieller ParlaincnlariSmnS. Es ist bezeichnend, daß, während bürgcrlich-radikale Blätter sich über den Beschluß der verbündeten Uuternehuier, keine VermlNIimg Dritter anzunehmen, sehr entrüstet geberden, einer der erfahrenste» Gewerkvereinssührer— James Maivdsley, ihm im Voraus feine Sanktion erlheilt hat.„Die Art, wie man auf die Slrcikendcn einredet, ihren Konflikt dritten Parteien vorzulegen", schreibt er in Reynold's Newspaper vom 3. Oktober, ividert mich an. Wenn zwei Parteien einen verlängerten Kamps haben wollen, so ist absolut nicht einzuseheil, wemim ihnen nicht erlaubt werde» soll, ihrem Wunsch in Frieden genüge zu leisten. Ich schreibe dies nicht ans Vorliebe für geiverbliche Kämpfe. Aber so lange wir llnlernehiner haben, die de»'Arbeitern nicht bewilligen wollen, was dieselben fordern, oder, um es ninziikehre», Arbeiter, die nicht annehmen wollen, was ihnen die Unternehmer zn bieten bereit sind, müssen wir uns in diese Kämpfe finden. Ich gehe noch iveiter und sage, daß iveiin zivischcn ziveicn wohlorganisirte» Körper- schasten ein Kamps ausgebrochen ist, es keine gute Politik ist, ihm früher Einhalt zn thnn, bevor die cine, oder beide Seilen seiner gründlich müde sind. Würde der Kamps der Maschinenbauer durch den Einfluß ivohlmeinender, aber unerfahrener Freunde jetzt beigelegt, ohne daß irgend einer der streitenden Parteien ein bestimmter Vorlheil zufiele, so würde er fast mit Sicherheit in ein paar Monaten oder spätestens ei» oder zwei Jahre» von neuem ansbrechen. Kämpfen aber, um in der Sprache der Preisboxer z» reden, die Slrcitenden bis sie fertig sind, so werden sie nachher eine Reihe von Jahren ohne nennenswerlhe Reibereien miteinander anskommen. Es ist für die Industrie und das Land im allgemeinen besser, daß wir i» längeren Zwischen- räumen ordentliche Kämpfe haben statt unanögesetzt iviedcrkehrender Ranshändel." Der echte Manchesteistandpnnkt, wird man sagen. Aber es steckt doch viel gesunder Menschenverfland darin. Maivdsley führt als Veiveis für die Richtigkeit seiner Behauptung die Geschichte der Lohnkämpfe der Baiimivollarbeilsr i» Lancalhire an. Die letzte Probe habe der LI Wochen dauernde Kampf der Spinner von 1892,93 geliefert.„Wäre dieser Kampf durch die Ein- mischnng wohlmeinender Freunde nach acht oder zehn Wochcn geschlichtet ivordcn, so würde» wir seitdem, nach dem Gang zu nrthcilcn, den die Geschäfte genomme», schon ein oder zwei ivcilere Ausslände gehabt haben. Aber beide Seilen haben ihre Gegner zn würdigen gelernt und fordern einander nicht leichtserlig heran?." Tie Maschinenbauer stehen jetzt in der vierzehnlen Kampfwoche, wobei allerdings nicht übersehe» werden darf, daß nicht alle der jetzt AnSstälidigen von Ansang an im Feuer gestanden haben. Die weile Ausdehnung des Kampfgebieles und die großen örllichen »nd betriebstechnischen Unterschiede im Maschiuenbaugewcrbe schaffen überbaupl etwas andere Kainpsbediugnngen als die der in Lancashire zentralisirle» Banmwollen-Jndnstric. In der Banmwollspinnerei sind Streikbrecher in den letzten Jahrzehnten fast nnbekauut, die Metall- und Maschiiienbail-Arbeiter haben dagegen noch immer ziemlich stark mit solchen zn rechnen. Man liest denn mich Tag für Tag von Verurtheiluiigen ivcgeu Einschüchterung, Be- brohung oder auch thällicher Mißhandlung von Streikbrechern, so- wie hin und wieder, daß Geschäfte ihren Betrieb ganz einstellen mußten, weil die Slreilbrecher nicht mehr fortznarbeiten wagte». Vielfach können die Betriebe nur noch unter dem Schutze der Polizei forlgesnhrt werde». Tie angekündigte Konserenz des nordischen Bundes der Maschinenban- und SchiffSban-Gcwerkschafte» mit den Unternehmern zieht sich sehr hinaus, und es sieht jetzt nicht so ans, als ob dieser große Verband Lust hat, es auf einen Ausstand aiilommeil zu lasse». Sei». Präsident, Robert Knight, hat am I. Oktober eine Er- klärnng veiöffeutlicht. worin cs aus der einen Seile heißt, daß die Maschinenban. Arbeiter des Nordens gerade dasselbe Interesse an einer Verkürzung der Arbeittzeit hätten wie die Londoner, ans der anderen Seite aber von vornherein bemerlt wird, der Bund werde jedcm vernünstigen Vvischlage der Unternehmer berettwillig sein Ohr leihen. Solllc» die Untcrnchmcr jegliche Verkürzung der Arbeitszeit ablehnen, so würde eine Gcneralversamniliing der föderirlen Gewerkschaften einbernfen werden,>»» die alsdann zn»nternchinendeii Schrille zn bernlbe». Ader„die Haltung des Bundes ist friedlich, und ich bin übcrzengt— wie sallisch wir alle im Blinde— daß die sriedliche Potitik am Ende der Ding die erfolg reichste ist". Danach köitnen die Kämpsenden Maschinen bal-r bestenfalls auf die iudircklen Vorthcile rechnen, die das Voigcheü des Bundes etwa bringen mag. Im übrigen sind sie auf ihre eigene Kraft und ans die Unterstützungen angewiesen, die ihnen von Freunden im Jnlaude und Auslände zugehen. Die von Deutschland eingelansenen Sendungen und Sympathie- bezeugungeN habe» hier in der Arbeiterivelt den denkbar benen Ein- druck gemacht. Die„Chronicle" und andere Blätter drucken heute das Telegramm deS Hamburger Kongresses in vollem Wortlaut nach und meiden, daß von den deutsche» Genosscnichafter»(eooper.ators. wahrscheinlich ein Druckfehler für coropo.sitors--- ScOristsetzer) 500 Psd. St. eingetroffen seien, die Unterstützungsbeiträge der Metall- arbciler, Holzaibeitcr jc. sind ebenfalls öffentlich bekannt gemacht worden. Diese Solidaritälsbeireise werden auf keine» Fall vergebens aufgewendet sein. Ter moralische Eindruck ist nnverivischbar, n»d auch materiell ist jeder Hilssbeitrag von Nutzen. Denn selbst ivenn das Ende des Kampfes den Erwartungen der kämpfenden Arbeiter nicht entsprechen soltle, so hat Maivdslcy jedenfalls darin recht, daß, je nnsdnncrndcr er geführt wird— und dies hängt z» einem gnleii Theil von den Mitteln ab—, ihn so geringer die Neigung der Unternehmer fein wird, den Arbeitern allzubald mit neuen Zu- innthungen zn komme».— VersAnnnsnngen. Tie Arbeiter- Bildnngsschnle hielt am 6. Oklober in der Jnsclstr. 10 ihre ordentliche Generalversammlung ab. Der erste Vorsitzende Paul Mücke konnte berichten, daß der Vorstand ein geeignetes Schullolal, bei Herrn Etabernack, Jnselstr. 10, gcnrielhet habe, um hier die früheren beiden Schulen zn einer vereinigen zu können. Der Vorzug dieser von der früheren Form müsse darin erblickt werden, daß eine zahlreichere Belheilignng an den Unterrichts- fächern zu erwarten sei, ein Umstand, der zur Hoffnung berechtige, die Schule mit eigenen Mittelp- lebenssähig zu erhallen. Der Vorstand schlage vor, 1 M. Schulgeld für die Dauer eines Kursus von 10 Unterrichlsabenden eines jeden Faches zu erheben. Als Lehrer seien die besten Kräslc herangezogen; Herr Dr. Conr. Schmidt werde von Mill- woch, den 13. Oktober an in Nalioiialökoiiomie; Dr. Georg Zeppler vom 14. Oktober an in Geschichte und Dr. Wolsgnng Heine vom 15. Oklober an i» Gcsetzcsknnde unterrichte». Er hoffe, daß der Werth dieser Unterrichtsabende von der Arbeiterschaft lehrreich genug geschätzt werde, lim die Arbeiler-Bildnngsschule zu besuche». In der nun solgendcn Diskussion hebt Genosse W n s ch i ck hervor, daß es wünschenswerlb sei, später Dislulzrübunge» zu veranstalten. Die Versammlung erklärte sich hierauf mit den Vorschlägen und der Thätigkeil des Borstandes einverstanden. Nachdem noch vom Kassirer Königs der Kassenbericht gegebe» ivar und dicscm auf den Antrag der Revisoren Dccharge erlheilt war, wählte die Versammlung die Genossen W u s ch i ck und Schach zu Revisoren. I» der Gclirratt>crsallln>lnlig des Verbands der Tapezirer, ili.uc r-" Fili Sie Süd, wurden die Wahlen zur Ortsverwaktnng vorgenommen. halten folgendes Ergebniß: 1. Vorsitzender F. Holz am et, 2. Vorsitzende Finuleln Weber, 1. Kassirer Strauß. 2. Kassirer Sander, Schriftführer Ganger. Revisoren M. Engel und Vi o u s. Bibliolhckar L ö s ch k e. Unter Vereinsniigelegenheite» wid die Frage des'Arbeitsnachivcises cingehcnd venlilirt. Fräulein Weber weift auf die Liolhivcndigkeil hin, die Näheriunsti zn organisiren»nd ersucht um ihatkräslige Unlerstütznng in dieser Sack)«. Nachdem»och ein Antrag Franke angeuoninien ivnrdo, alle Vierteljahre cin- kombinirte Bersaiiiiiilmig abzuhalten, erfolgte Schluß der Versammlung. In der Filiale Nord sind in die OrtZverwalliing gewählt: l. Bevollmächltgicr Paul Schmidt, 2. Bevoilnulchliglcr Pape, 1. Kassirer M o s k o p f, 2. Kassirer H e n n t g, Schriftführer Vesper, Revisoren R e tz l a s f und S t r a s s« r. Als Bibliothekar wurde Pohl gewählt. Die Miiglieder-Versamnilniigen für Filiale Liord fiude» von jetzt ab alle 14 Tage Vionlags bei Schiller, Rvsenthalerstr. 67. statt. Ter Zcntrakderband der Maurer, Zahlstelle Berlin I, Putzer, hielt am 3. Oklober seine regelmäßige Milglieder-Versamminng ab, in welcher der Kassirer seme» Kassenbericht vom 3. Quartal vorlegte. Es ergab sich eine Einnahme von 2322,44 M., welcher eine Ausgabe von 1971,97 M. gegeuiibersiand, somit cin Bestand von 350.47 M. vorhanden ist.'Ans Antrag der Revisoren wurde der Kassirer ent- tastet. Zum Punkt: Wie stellen sich die Mitglieder zu der bisher gehaltene» Banleiikonlrolle" beschloß man. die Kontrolle, sowie die Zahlungen weiter zn führen; im Anschluß hieran lhcilte der Bevoll- mächtigle ein Rmidschuibeu vom Hauplvorslaud mit, welches ein Bild von der deutsche» Maurcrb«vcgll>ig. soivie von den Koste», ivelche sie verursacht, enthielt, gleichfalls eine Aufforderung, kräftig für de» Streikfonds zu sammeln. In cincr Vaiidrpntiitc» Vcrsainmknng der Maurer, die am Freitag stattfand, ivurde scilcns der Lohuloinuiissio» mitgetheill, daß, obgleich vor einigen Woche» deschlosseii ist, mit der Ver- hiinguug von Aausperren vorsichtiger ivie bisher vorzugehen, dennoch vsler durch die belresseiide» Kollege» Bauspeiren vernulaftl werden, die nicht durchgefühlt werden können, weil sie nicht hinreichend begründet erscheinen. Der Lohiikommission sei die Besngniß crtheilt ivorden, unbegründete Bausperren nicht zu sanklioniren. Sie habe von diesem Recht bisher noch keine» Gebrauch gemacht, werde es aber doch einmal thnn müssen, um ei» Exeinpel zn ftalnireii. Selbst die Dnrchsühiung berechiigter Bausperren werde sehr erschwert, da ei» kleiner Theil der Berliner Maurer, die sich am Streik nicht belheiligt haben, stets bereit sind, als Akkord- manrer auf gesperrte» Baute» unter dem Schutz der Polizei zn arbeile». Andererseits sei es der Lohnkonimission in mehreie» Fällen gelungen, durch rechtzeitiges und besonnenes Eingreifen eine Ver- slnndignng zwischen Arbeitern und Unlernehnier» herbeizuführen und einem größeren Kouflitt vorzubeugen. Im allgemeinen seien die Ver- hällnifs« so, daß die Manier in der Lage sind, jedcm Versuch, die Eiriingeilschäft der Loknbeivegnng rückgängig zu machen, mit Erfolg entgegen z» treten. Bon de» etum 0000 in Berlin arbeitenden Maurern hätten mehr als 8000 ihre Pflicht gegenüber der Lohn- kommissio» gclhan, über 4000 seien vrgnnisiil. Tie geschäftliche Konjunktur lei gegenwärtig trotz der vorgerückten Jahreszeit noch cine recht- günstige»nd n» einen Rückgang der Errmigenschasten nicht zu denken, wenn die Kollegen nur ans dem Posten seien. Tie Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter tagten am 4. Ollober in E h a r k o t t e n b n r g. B e r g c r- Stettin referirte über Zwick»nd Nutzen der Organisation. Der Verband sei im letzten Jahre von 3 aus 4000 Mitglieder gcivachsen. Die Aus- siihtttnge» des Rcscrenten ivurden durch Jnngro und Rei- in a n ii-»Charlottenburg und B e h r c n d- Wilmersdorf ergänzt. 'AlS Lohnkoinmissious- Mitglieder n mdcii Gräber, Jnngro und Krüger 1 gcwähtt.— In Sch öncberg halte am Tage vorher eine Versammlung der Bauhilfsarbeiter stattgefunden; auch hier Halle Berg er über dasselbe Thema gesprochen. varaotl« tilr beste Haltbarkeit. Schnhwaaren. StöpUSChllllQ für Da,»«», Ledersohlc, Absatz, Seitcnlcdcr, Polster... kiir Dailic», Roßleder, Herzblatt, durchgenäht....... 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Ringen verziert, Handarbeit, 15 cm lg., ca. 6'« cm Umsg., zarteste, feinste Deli-Decke Havana-Blätter-?t>lslese in der Einlage, per 100 Stck. Mk. 15,—, auch werden Kistchc» a 50 Stck. abgegeben. >9 « » e» O» „Wen", hochelegantes schlankes . Facon, ca. 10 cm Ig., ca. 4'/« cm Ullis., aus rein überseeischen Tabaken, u. zw. ff. Teli-Sumatra-Decke mit Felix Brasil-, Sumatra- und Iava-Ei»Iagc. Hervorragend kost- barer Geschmack, mild und doch würzig: die Cigarre ist ein Wunder...................._____ Eine Partie von circa 666,666 2klk» ßijlrtVftkf II, die nicht im Entferntesten gelitten haben, derFirma M.§iin601lid6S, Äl6Zflndn6D lEghPte»), älterer Jahrgang, werden thcils 50 pCt., theils 33'- pCt. unter Original-Preis verkauft u. z. per 100 Stück a 1,60, 2,—, 2�0, 3,—, 3,50, 4,—, 4,50, 5,—. 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Es wird u»s geschrieben: Ein geeinigter„Bayerischer Bauernbund" ist am 26. September in Miiiicheii geschaffen worden. Die Deiegirlen beider politischen Richtungen des bayerische» Bauernthums, welche sich bisher nament- lich infolge persönlicher Reibereien und Eifersüchteleien der Führer vielfach bekämpft hatten, obgleich sie in den sachlichen Forderungen fast gar nicht abwichen, waren in München zusammengetreten. damit die Partei fortan in der Arena des politische» Kampses geeinigt erscheine. Es handelt sich um den bisher vornehmlich in Niederbayern. Unterfranken und Schwaben verbreiteten„Bayerischen Bauernbund" und de» oberbayerischen„Bürger- und Bauernbund", die beide znnftlerisch-agrarische, gleichzeitig aber ziemlich demokratische, jedenfalls der Zentrumspartei ebenso wie dem Bunde der Land- wirlhe»utgegengesehte partiknlar- bayerische Bauernparteien dar» stellten. In München sind nun diese jahrelang zwischen der Wieland- Gnch'schen nnd der Kleitner'schcn Richtung bestehenden Streitigkeiten beigelegt worden, und man hat den gemeinsamen Namen „Bayerischer Bauernbund" und ein gemeinsames Programm an- genommen. Das Programm dieser Bauernpartei theilen wir nach- stehend mit, weil es von Wichtigkeit für die Entwickelung der bayerischen Parteiverhältnisse erscheint: I. Politisches Programm. l. Anfrechthaltung der Selbstständigkeit Bayern?. Zeitgemäße Reformen der Bersassungsgrundlagen in Bayern und im Deutschen Reich. 2. Abschaffung der Reichsrathskanimer. 3. Bollständige Oeffentlichleit der Berathungen aller gesetzlichen Bertretungskörper. 4. Bolle Vereins». Versammlung?» und Preßfreiheit. 5. Allgemeines gleiches und direktes geheimes Wahlrecht für alle gesetzlichen Bertretungskörper nebst Gewährung von Diäten auch sür die Neichstags-Abgeordneten. 6, Reform der Rechtspflege mit überwiegender Heranziehung deS Laienelemenls nebst Oeffentlichkeit aller gerichtlichen VerHand- lnngen besonders der Militärgerichte. Aufhebung des Anwalts- zwange?. 7. Erhaltung des Friedens ans kirchlichem Gebiete, dagegen strenge Uulerscheidung zwischen Religion und Politik. 8. Berstaatlichuug des gcsammlen Schulwesens. Fachaufsicht, Wahrung der Rechte der Kirche auf Religionsunterricht. II. Wirthschaftlicher Theil. A. Reichs-Gesctzgebung. I. Hebung der Getreide- nnd Viehpreise sowie überhaupt aller landwirihschafilichen Produkte auf eine de» Produktionspreise» ent- sprechende Höhe durch irgend eine gesetzliche Einrichtung. Schutz vor Seucheneinschleppung. 2. Reform der gesammten Versicherungs�Gesehgebung. 3. Herabminderung der Militärlasten. Schaffung internationaler Schiedsgerichte. 4. tlieforni der Branntweinsteuer behufs Erleichterung der kleinen und miltleren laudwirthschnftlichen Breunereieu. 5. Regelung des Währungswesens. 6. Besseren Schutz des Kleingewerbes gegenüber dem Groß- betrieb. Einführung des Befähigungsnachweises. Verbot der Wanderlagcr nnd des Detailreisens, Beschränkung des Hansir- Handels und der Konkurrenz der Zuchthausarbeit. Besserer Ausbau der Organisation des Gewerbes. Regelung deS Submissions- w-scns unter Berücksichtigung der gewerblichen Berussgeuossen- schaslen. L. Lande?- Gesetzgebung. 1. Abschaffung der Bodenziuse. Ueberhanpt Entlastung der Land- wirlhschaft. 2. Reform des Steuersystems durch Einführung einer allgemeine» progressive» Einkommensteuer. 3. Konvertiruug aller Staatsschulden auf 3 pCt. 4. Verstaatlichung der Mobiliar-»nd Hagelversicherung unter Ausschluß aller Versicherungsgesellschaften. b. Ablösung der bäuerliche» Hypothekenschnlden durch den Staat zum Ziveck der allgemeinen Herabsetzung des Zinsfußes. Aushebung der Privilegien der ZIklienhypolhekenbanken. 6. Aushebung aller Vorrechte des Äldclk. 7. Bessere Gestaltung des bäuerlichen Erbrechts. 8. Durchgreifende Reform des Forst- und Jagdgesetzes. Förderung der Alpenivirthschaft. Wiedereiusühruiig des Kahlhiedbetriebes. Abminderung des Wildslandes. 9. Uebernahine der Distriktsstraßen durch den Staat. Heran- ziehung aller ausmärkischcn Waldungen und Ländereicu(das sind Waldungen und Ländercien des Staates, der Stiftungen re.) z>l den gemeindlichen und distrikliven Lasten. 19. Größtniögliche Sparsamkeit im öffentlichen Haushalt, be- sonders durch Herabminderung der Pensionslasten. 11. Berussgeuossenschastliche Organisation der wirklichen Land- wirthe. Diese Einigung nnd die Annahme dieses Programms sind eine ganz gute Antworc ans die giftige Bekämpfung der Bauernpartei durch das Zentrum. Je mehr die bayerische Bauernbeiveguug zu einer kleinbäuerliche» Klassen bewegung wird, um so sicherer wird sie mit ihren Forderungen Erfolge im bayerischen Landtage und gegenüber dem Centrum haben. Besonders lebhaft richtet sich die Agitation gegenwärtig auf Aushebung der alle», ungerechten Bodenziuse, und es soll zu diesem Ziveck hauptsächlich das Ein- kommen der Geistlichen schärfer herangezogen werden. Man de» hauptet, es gäbe viele Pfarreien, die«in Erträgniß von jährlich 12—14 ovo M. hätte». aber nur 1800 M. versteuern. In den Pfarrhöfen befänden sich Millionen von Stistungs-»nd Pfründen- kapilalien. Ueberhanpt sind die Bauern gegen die Aufhäufung der Kapitalien nnd Grundstücke in der„todlen Hand" sehr erbittert. Dr. Gäch führte beispielsweise aus: Da jetzt der Zinsfuß so niedrig sei, kauften die geistlichen Slistunge» Grund und Bode», Brauereien k. zusainiuen. Plötzlich iverde man sehen, daß ihnen i» bestinimten Ge- genden weit nnd breit alles gehöre.„Wir kämpfen sonst nur gegen die Jude», aber die lobte Hand übersehen wir. Da ist eine Säkularisation wieder ganz gut am Platz." Freilich wird in de» Programniforderungen und in den ge- halten?» Reden richtiges und falsches bunt durcheinander geworfen. So sagte Wieland, der erste Präsident des Bunde?: die Landwirth- schast habe am meisten unter den Handelsverträge» und unter den Arbeilerversicherungs-Gesetzen zn leiden. Die politischen Forderungen im Programm sind in ihrer demokratischen Tendenz ja durchaus vernünftig und auch im wirthschaslliche» Theil findet sich einiges Brauchbare. Andererseits kommen da aber auch die zünstlerische», agrarisch- egoistischen Ideen zum Turchbruch. So die„gesetzliche" Erhöhung der Getreide- und Viehpreise, so ferner der staatliche Schutz des kleine» Geinerbes gegenüber dem Großbetrieb, so die Beschränkung des Hausir Handels. Verbot des Detailreiseus und Aehnliches. Im ganzen genomnien ist diese„Bauernpartei" aber doch viel sympathischer, als etwa unser Bund der Landwulhe. Hier eine reaktionäre, von preußische» Junkern geführte unverschämte Interessen- kliqne, zn jeder Unterdrückung?-, Raub- und Beulepolitik bereit. Dort ein Bauernthum, das unter gesetzliche» Ungerechtigkeiten nnd dem Niedergang der kleinbäuerlichen Wirlhschaftsweise schwer zu leiden hat und dem man wohl einige falsche Illusionen zu gute halte» kann. Jedenfalls wird der„Bayerische Bauernbund" im bayerisch?» Landtag, der soeben seine Sitzungen wieder ausgenomnieu hat, der Regierung ebenso wie dem Zentrum, der bayerische» Rc» gierungsparlei, noch manche schwere Stunde bereiten. des JutBärts" Ter anicrikauische Glnkose-Trust hat bereits ganz erhebliche Preiserhöhungen durchgesetzt. Während am 2. Juni Glukose 7S Cents nnd rohes Mais-Oel 2.43 Doll. per 100 Pfund notirte, lauten die heutigen Markt-Nolirungen bereits 1,80 Doll. beziehentlich 3,33 Doll. Es ivird nicht überraschen, daß der Zucker-Trnst, der bekanntlich hinter jenem Unternehmen steht, noch weitere profitable Kombinationen anstrebt. Allgemein wird nämlich der zu stände ge- konnuene Malz-Trust als ein Zweig des Zucker-Trusls angesehen. Auch die Thatsache scheint darauf hinzudeuten, daß ein New-I orker Baukhans, nämlich die Firma Moore u. Schley, welche die Gründung des Glukose-Trufts zu stände gebracht hat, auch die Finanzirung des Malz-Trusts besorgt. Wie es heißt, sind sowohl der Glukose- als der Malz-Trust dazu bestimmt, schließlich mit den schon jetzt in naher Beziehung zu einander stehenden Standard Oil- und Zucker-Trusts zu einem Riesen-Trust vereinigt zu werde». Thalsache ist, daß«a. 80 pCt. aller Mälzer de? Lande? eine Trust-Bereinigung unter dem Namen„Dks.A.inerickm MtrltinZ Co." gebildet haben, deren Hauptquartier sich in New-Aork befindet. Die neue Gesellschaft wird über ein Betriebskapital von 3 000 000 Doll. verfügen und für 30 000 000 Doll. theils Stamm- theils Vorzugs- Älkticn ausgeben. Von den insgesammt 200 Malzfirmen des Landes haben ca. 80 pCt. bereits ihre Belheiligung zugesagt. Der Malz- Trust kontrollirt damil eine Jahresproduktion von 2S000 000Bushels Gerste. Sozinles. Die wiirttembergische Postverwaltnng scheint, wa? magere Bezahlung der L a n d p o st b o t e n betrifft. an der Spitze der deutschen Postverwaltungen zu stehe». Vom Schwurgericht in Stutt- gart wurden zwei Landpostboten wegen fortgesetzter Unterschlagungen zn Gefängnißstrafen verurtheilt. Der eine halte ein tägliches Ein- kommen von 70 Pfennigen, der andere bekam jährlich 3S0 M. Gehalt und freie Kleidung. Tic Aufhebnng der Bcdiirfnisifrage bei der Vergebung von Wirthschaftskviizcssione» beabsichtigt der Stuttgarter G e m e i n d e r a t h. Di»„Frankfurter Zeitung" berichtet darüber: In ähnlicher Weise, wie bei den'Apotheken, hat das Wirlhschasts- Privilegium den Preis für konzessionirte Gastivirthschafts- Gebäude in einer ungesunden Weise in die Höhe getrieben. Diese Preis- steigerung ist namentlich in jüngster Zeit so bedeutend geworden, daß eine Krisis unvermeidlich erscheint. Eine Wirthschaft in der Friedrichstraße, die vor 10 Jahren nur 60 000 M. erworben wurde, kostete vor iveuigen Tagen 150 000 M.; zwei Restaurationen in der Hauptstätter- Straße, von denen die eine 75 000 M, die andere 153 000 M. kostete, sind jetzt»in 119 000 M. und 230 000 M. verkauft worden. Das Restaurant in der Keplcrstraße hat innerhalb eines Zeilraumes von 3 Jahren eine Preissteigerung von über 100 000 M. erfahren. Nicht nur innerhalb der Stadt sind die Preise so gewallig in die Höhe gegangen, auch an der Peripherie, z. B. in der Rotbemvaldstraße, in der Rosenbergstraße jc, sind binnen wenigen Jahren die Häuser um 25 000 und 40 000 M. thcurer ver- kauft worden. Arbeitcr-Nnfallversichcruug i» Holland. Ein Gesetzentwurf der holländischen Regierung bezweckt, sür eine Reihe von Industrien, wie Bergbau, Schifsfahrt nnd Transportwesen k., die obligatorische Unfallversicherung einzuführen. Danach soll bei tödtlichen Unfällen eine Entschädigung sür Be- gräbnißkosteu in der Höhe von 10 pCt. des Jahreslohnes des Ge. lödtetcn, ferner dem überlebenden Gauen ein« Pension von 30 pCt. des Jahrcslohues, ebensoviel den'überlebeuden Eltern und eine Iieule von 15 pCt. jedem ehelichen Kinde bezahlt werden: dem gänzlich Erwerbsunfähigen soll«ine Reute von 70 pCt. de? Lohnes gesichert werden, während dem blos tbeilweise Erwerbsunfähigen eine Reute zu tbeil werden soll, deren Höhe vom Grad der Berunglückung ab- hängt. Die Durchführung der Versicherung soll einer Staatskasse, der königlichen Versicherungsbauk, obliegen. Das System, das an. gewendet werden soll, ist nach österreichischem Vorbild das Kapital- deckungsverfahren. Die Beiträge der Unternehmer sind nach Klassen abgestust. Die Bank von Holland soll für die zinsbare Anlegung des angesammelten Kapitals Sorge tragen. Für die ersten Aus- lagen leistet der Staat Vorschüsse. Francnkongrcfi in Stockholm. In den letzten Tagen des September wurde in Stockholm ein von allen vier skandinavi- ssch cn Ländern beschickter Frauen kongreß abgehallen. Die Vorsitzende. Frau Ellen Aukarsvaerd, sprach vom Rechte der Frau auf Entwickelung nnd Arbeit. Sie betonte, daß der in Schweden begründete Nationalverband alle schwedischen Frauen- vereine vereinigt nnd damit den Weg gewiesen habe für eine einheil- kichere Organisation der Frauenbewegung. Fräulein Adel borg sprach von der Thätigkcit des Friederike Brcmer-Vereins, dem es gelinge, den Frauen immer weitere Erwerbszweige zugänglich zu machen. So seien jetzt in Schweden auch in den Apotheken Frauen beschäftigt nnd hätten sich dort sehr gut bewährt. Fräulein H a g m a n n ans Finland sprach sür den gemeinsamen Unterricht von Knaben und Mädchen, mit dem sie in einem von ihr geleiieten Gymnasium die besten Ersahrungen gemacht habe. Besonders günstig sei der Einfluß ans den Charakter der Knaben gewesen. Aiehrere andere Damen sprachen zu gunsten der Erringung des Stimmrechts sür die Frauen. Nach einem Vortrage von Frau S e l m e r über gesetzliche Abschaffung der Prostitution wies Frau Dahlström darauf hin daß diese hauptsächlich eine Folge der niedrigen weiblichen Arbeits löhne ist. Schnhgesehe fiir die VcrgwrrkSarbciter k» Kanada. Wie au? Ottawa geschrieben wird, läßt die kanadische Liegierung zur Förderung der Eiuwaudernng von Arbeitern für den Bergbau in Kolnmbia weitgehende Schuhgesetze für die Bergwerksarbeiter vor- bereiten. Der kanadische Minislerpräsident Sir Wilsried Lanrier halte während seines kürzlichen Anscnthalls in England mehrere Abordnungen von Arbeileril«inpfangen, die er ersuchte, ihren unbeschäftigten Berufs- genossen dieAuswanderung nachKanadaanzuralhen. Dort sei besonders in de,» südwestlichen Theile dcs Landes, i» Südkolumbia der Bergbau im Aufblühen, wobei noch viele lausende europäischer Arbeiter «inen guten Verdienst finde» würde». Die Sprecher der Abordnungen erwiderten darauf, daß sie einen derartige» Rath nur dann erlheile» könnte», wenn sie die Gewißheit hätten, daß die Grubenarbeiter in Kolnmbia auch hinlänglichen gesetzlichen Schuh gegenüber den Unter- nehinern erhallen würden. Herr Lanrier bat deshalb, die Vorstände der englischen Geiverkvereine möchten ihm in einer besonderen Denk- schrift die Forderungen anfstelle». deren Dnrchsührung sie im Interesse der Bergwerksarbeiter für nötbig erachteten. DaS ist inzwischen geschehe» und gegenwärtig wird nun von der kanadischen Regierung eine enlspechende Gesetzesvorlage ausgearbeitet. Soziale Nechkspftese. Beim Arbeitsnachweis der Schlächteriilllnug halte sich der Schlächtermeister Rofeuihal«inen Gesellen bestellt, und es war ihm daraus der Schlächter W. zugesandt worden. Er stellte aber Ä. nicht ein und behielt auch die Engagemeutskarte nicht, die jeder Geselle vom Nachweis erhält. W. verklagte deshalb Rosenlhal beim Gewerbcgcricht und verlangte von ihm eine Lohn- enlschädigung für acht Tage. Beklagter wandte ein, das Engagement sei»och gar nicht vollzogen gewesen, das Bureau habe ihm gleichsain den Kläger nur erst offerirt gehabt. Die Kammer VI unter dem Vorsitz dcs Assessors Schmieder verurtheilte jedoch Roseuldal nach dem Klageanträge. Notorisch seien die Ver- hällnisse im Schlächlergewerbe derart, daß der Arbeitgeber, der vom JnnungSbureau einen Gesellen verlange, sich zugleich auch still- , Smlig, 10. Odiebtt 1897. schweigend verpflichte, den einzusteNen, der ihm zugesandt werde. Anders sei es allerdings, wenn der Mann geradezu unfähig sei, als Schlächter zu arbeiten. Lohncntschädignng bei Aufgabe der Stellung durch den Arbeiter. Eine i» mehrfacher Beziehung interessante und wichtige Entscheidung hat die Kammer VI des G e w e r b e g e r i ch t s gefällt. Die Wäscherin N. verlangte von dem Restanrateur Ruschweil 13 M. Reftlohn und außerdem eine Lohnentschädigung sür 14 Tage. Hier- gegen wandte Ruschweil ein, die Klägerin sei nicht entlassen worden, sie sei selber gegange». Sie könne deshalb nicht nur keine Lohn- cutschädigung fordern, sonder» gehe auch wegen uuberechtiglen Verlasseus der Arbeit des Restlohnes verlustig. Uebrigens gehöre er der Gastwirthe- Innung an, weshalb das Gewerbegericht unzuständig sei. Beklagter verlangte Ueberiveisung der Sache an das Junnngs-Schiedsgericht. Die Klägerin führte hieraus aus, sie habe nicht mehr bei R. bleiben könne», da er sie' bedroht habe. Eine Zeugin beschwört, daß Be- klagter zur Klägerin gesagt habe:„Wenn Sie nicht ruhig sind, dann werfe ich Sie die Treppe hinab.daß Sie sich das Genick brechen". Ruschweil wurde im vollen Umfange des Klnge-?lntrages verurtheilt. Assessor Schmieder sührte zurBegründung ans Mach derGewerbe-Ordnuug sei das Jnnungs- Schiedsgericht nur zuständig sür Streitigkeiten zwischen Jnnuugsmitglieder» nnd ihren Gesellen. Em G e s e I l e im Betriebe eines Jnnungsmeisters sei aber ein solcher Arbeiter, der gelernt habe, lvas ihn befähigen würde, das be- treffende Gewerbe selbständig auszuüben. Eine Wäscherin in der Restauration könne danach unmöglich als Gesellin des Restanrateur? angesehen werde». Wohl aber sei sie Gewerbe- gehilfin und könne darum vor dem Gewerbegericht gegen ihren Arbeitgeber Recht nehme». Auch der Einwand des Beklagten, Klägerin habe die Arbeit unberechtigt verlassen, fei hinfällig. Rusch- weil habe Klägerin beleidigt und n> i t d e r B e g e h n n g eineS Verbrechens bedroht. Klägerin habe deshalb die Arbeit sofort verlassen dürfen, und der lltestloh» komme ihr unverkürzt zu. Ferner habe die Klägerin aber auch auf die Lohneulschädiguug einen berechligte» Anspruch. Beklagter habe es ihr durch sein Verhalten u n in ö g l i ch gemacht, während der vertragsmäßigen Kündigungs» frist bei ihm zu bleiben und dieses sogar st r a f f ä l l i g e V e r» halten sei derart s ch n l d h a s t, daß er für den Schaden aus» k o m m e n m ü s s e, der der Klägerin entstand. Zllriickhaltling von Arbcitsmatcrial. Eine Heimarbeiterin, die von der Firma Flatow 12 Blonse» in Arbeit bekommen hatte, veriveigerte die Ruslieferuug der Arbeit. Ans die mehrmalige Auf- forderung, zu liefern, verlangte das Mädchen, daß die Blouseu ab- geholt würden,»nd z>var wollte sie sie nur gegen vorherige Bezahlung dieser und einer früheren Arbeit herausgebe». Die Firma verklagte die Arbeiterin bei», Geiverbegerirtit. Sie wurde von der Kanuner I verurtheilt, die Blouseu herauszugeben oder 53,50 M. zu be« zahlen. Es sei unzulässig, die Auslieseruug der Arbeit von deren vorheriger Bezahlung abhängig zu machen. Erst müsse ge- liefert werden und dann sei der Lohn auszuzahlen. Unbefriedigte ältere Forderungen nnderlen a» dem RechtSverhältniß uichls. De in Maurer Habt verweigerte die Bau-Berufsgenosseuschaft, bei der er als Kleiumeister selbst versichert war, die Uufallreute. weil er zur Zeil des Unfalls als Arbeiter einer Mühlenbesitzerin be- schäfligt gewesen sei. Sie erklärte die Müllerei Berufsgenosseuschaft für haftbar. Der Unfall war dem Kläger beim Löschen von Kalk passirt, der später bei einigen Bauarbeiten der Mühlenbesitzerin ver- wendet werden sollte. Die Ban-Berussgeuossenschast wurde aber auch in letzter Instanz verurtheilr. Das llleichs-Bersicherungsamt führte folgendes aus:'Aach einem Schreiben der'Arbeitgeberin des Klägers fei dieser nicht nur Tagelöhner gewesen, sonder» habe die Leitung der frag- licheu Reparaturarbeilen und Neubauten gehabt. Somit sei auzu- nehmen, daß er als selbstversicherter Kleinmeister verunglückt fei. Denn feine Thätigkeit dürse nicht danach beurtbeilt werden, was er gerade im Einzelfall« that, sondern sie sei einheitlich nach Maßgabe der ganze» Besch ästig ungsver hält- uisse zu werthen._ �Seikunig. Wegen einer für den ostelbischcu Nnigang mit Menschei» recht charakteristischen Handlung halle sich am 6. Oktober ein Gras S ch l i e b e n- G e o r g e n b u r g vor der Straskamnier in Königsberg zu verantworten. Der Vorfall, um den es sich handelt, bat gerade keine wellerschütlernde Bedeutung, aber er ist charakteristisch dafür, welche Stellung unser Agraradel anderen Bevölkerungsschichten gegenüber einzunehmen glaubt. Graf Schlieben, ein vornehmer Herr von der Farbe des Walzmühleugrase» Kliukow- ström, halte, ivic daS„B. T." niiltheilt, am 27. April ein kleine? Reukontre mit dem Bücherkolporteur Kaminski, der die. wie sagen wir nur gleich, llliversroreuheit besaß, den Herrn Grafen nicht zu kennen, und diesem daher Eiusichluahme in seine Legitimationspapiere veriveigerte, bis derselbe sich selbst zu erkennen gab. Bei der Vor- stellung bediente sich der Graf der nicht ganz gesellschaslsüblichen Worte:„Ich bin d e r G r a f S ch l i e b e n und der Amts» Vorsteher, gebt mir Eure Legitimatio n." Soweit war der Ort der Handlung die Landstraße im Amte Rockelheim. Der zweite Akt spielt in einem Nebenrauni des Hofes, wohin sich die beiden begeben hatten. Der Kolporteur legte sein Bündel zur Seite und zeigte dem Amlsvorsteher das verlangte Papier, das von diesem als vorfchrislsmäßig befunden wurde. Kaminski packte dann seine Sachen wieder zusammen und nun beging er einen Bersioß gegen die Gepflogenheiten der gute» Gesellschaft, indem er sein Haupt noch vor dem Verlasse» des geschlossenen Raumes wieder bedeckte. Sicherlich hätte es dem Grasen Schlieben niemand verübelt, wenn er daraus dem Mann aus demBolke vielleichlnnterHinweiSaufKuigge eine Vorlesung darübergehal ten hälte.was sich schickt. Aberder Gras that mehr, er schob dem Kolporteur höchst eigenhändig die Mütze vom Kopse. Diese Ehre wußte Kamiuski nicht zu würdigen, ging hin und verklagte den Herrn Amlsvorsteher. Das Schöffengericht in Wehla» gab ihm recht, und so ward Gras Schlieben wegen Beleidigung e i n e s K o l p o r t e u r s in z w e i F ä l l e n z n 40 M a r k Geld- strase verurtheilt. In der Anrede mit„Fhr" sei eine Beleidigung zu erblicken, die sich auch ein Amlsvorsteher gewöhnlichen Sterblichen gegenüber nicht zu schulden kommen lassen dürse. Da diese Be- leidigung aus der Landstraße vorgesallen,>sei sie eine öffentliche und somit dem Kläger die Publilationsbesugniß zuzuerkennen. Gegen diese Entscheidung legte Gras Schlieben Berufung ein. Die zweite Straskamnier des Landgerichts Königsberg aber strich nur die Pnblikationsbefugniß sür den Kläger, während sie im übrigen die Berufung verwarf. Es bleibt also dabei, daß auch der Graf und Aintsvorfteher Schlieben Strase zahlen muß, wenn er einen einsachen Gewerbetreibenden beleidigt. Briefkasten der Redaktion. Oderberg 4. Ihr Sohn würde im Klagefall zum vollen Schadensersatz verurtheilt werden.— 46. 42. 1. Ja. 2. Nein.— O. O. 1. Ja; Sie thun gut, mit Ihrem Mann schleunigst ein wechselseitiges Testament zu er- richten. Ein Beispiel hierfür steht im Vricstasten des„Vorwärts" vom ö. September.— R. H. 3. Das ist streitig.— G. L., Lichterfelde. 1— Z: Ja. 4. DaS Gericht hätte dann über die Fortdauer der Hast zu be- stimmen.— I. F. 101. 1. Ja. 2. Bis zum zurückgelegten 24. Leben»- jähre bedürfen Atädchen der väterlichen Genehmigung zur Eheschließung. — W. G. 93. Klage ist zulässig. ES empfiehlt sich, vor Anstellung der- selben sich vom Vormuudschaftsgericht Abschrist der Schlußrechnung deS Vormundes geben zu tasten.— H.«. 100. 1. Nein. 2. Regreß- Pflicht besteht nicht.— Zlbonneiit 14. Verjährung ist eingetreten. Zl. 100. Sie müsten sich an das Bezirkölommauoo wenden.— Heirath 35. Die eigene Geburtsurkunde und, falls unter 24 Jähre alt, Einwilligung de-.- Vaters, endlich die Sterbe-Nrluude des ersten Mannes und, sali» der T.,d vor noch nicht 10 Monaten erfolgt war, Dispensationsatteste.— 1000. 1. und 2. Nein. 3. Ja.— W. Sch. 999. 1. Nein. 2. 1. Januar 1898. SgztMrMrilMkr MIHtrein für de« i. Berliner ReichstW-WillMreis(©den). Sonntag, den xo. Oktober 1894, itx IT. VellVv�s Voppettflvnfze SS: Im Stiftungsfest bestehend tn Vokal- und Instraiuental- Konzert. Auftrete» der Gesellschaft Ttrzelexviez und tnrnerlschc Attsführnttge». Von 6 Vbr an: l'/WZ:. 243/14 _ Samariter-■f- Kursus für Arbeiter und Arbeiterinnen. Montag, den 11. Oktober� abends 8V» Uhr, bei Cohn, Beitthstr. 20, I: Eröffnung der erste» Lehrstunde der Zentrale. Bortrag des Herrn I>r. ITriedcberi; über Anatomie it. Physiologie (Bau- und Lcbeusthätigteit deS menschlichcn Körpers). Aufnahme neuer Theilnchmer. Herren sowie Damen haben als Gäste Zutritt. Eröffnung der Ftltale: Montag, den 18. Oktober, abends SV» Uhr, bei jfeniHnnn, Brunnenstr. 150. Dieselbe Tagesordnung. Cohn'5 Festsäle Beuthstrasse 20. Meine eleganten nett ronovlrten JTests&le mit Bühne, bis 1000 Personen fassend, sind noch an einigen Sonnabenden und Sonntagen zu vergeben._ 3248L* Ächtung! M. Baske, GrenadierslF. 38. ? SJijfi» ttitit pfltnttirf zn Bcrsainmlungc», Festlichkeiten, sowie mchrerc «1 villi., um imvölll, Vereinszimmcr zu vergeben. Sonnabende und Sonntage»och ftct.— Meldungen rechtzeitig erbeten. „MArktseher Bot', Adiniralstr. 18c. Jeden _, Sonntag im prachtvollen Gpiegelsaal: Gr. FestbaN. Anfang 4 Uhr, Ende 2 Uhr. Gr. Horn- und Streichmusik. Velde Säle zu Hochzeiten, VcrciiiSfcstlichkcilcn».Versammlungen z.verg. Die Rcslaurationsräume stehen Sonntags den geehrten Familien zur Verfügung. Große und kleine Vcreinszimmer find»och frei. Bei»«' BaU-Kaloi», Naunynstr. 27. Empfehle meine Säle, 900 Personen fassend, zu allen Festlichkeiten und Bersammlungen. Einige Sonnabende sind noch unter kvnlantcsten Bc- dingungen an Vereine zu vergeben. 2Zö0L- Jede» Sonntag, Montag und Donnerstag:«cosaci? Ball. Onstav Oranmann. Etablissement Süd-Ost, Mennirsti'. 75. Jtbe» Sonntag: Grosaer Ball.- Ansang 6 Uhr.- End« 2 Uhr. Einige Sonnabende sind noch tm Oktober und November zu vergeben. __ 29802* Hermann Brlltlcr. M. Mörschel, c N'd-nstr. 3513«. -»va-'e v(All der Dtralaiierstrastc) 29842» rmpstehlt sein HVelaa- n. Bnirlacli. Bierlokal nebst gr. Vereins, »immern f. 20-80 Pers. Nriihftiickh., Mittags, u. Abendtisch z. solid. Preis. 8chönh!»u8er Ällee iio. M. Neu renov. Garten(6000 Pers. fast.) mit neu gebauter Bühne für Bereine, gr. 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Leberwurst a Pfd. 75 Pf., Brannschwciger Mettwurst h Pfd.- 85 Pf., Westfitltsche Schinkcnwnrst k Psd. 1,10 M., Eervrlat-i und Salamiwurst ä Psd. von 85 Pf. an, Tlordcr-Dchintcn im ganzenl k Pfd. 63 Pf., Detikntest- Schinken ohne Knochen k Psd. 1,05 M.,I ff. LnchS- Schinken ä Pfd. 1,36 SN., Schweinekamm a Pfd. 06 Pf.r Ernst Bläliii, Köpililkerstrüßt 16:1, IV, 5151 Fretiud der Hausfrau ist„Knrol WeU'a Sclfen- extrakt" in hunderttausenden von Familien geworden, weil kein besseres und unschädlioheres Waschmittel existirt. Nicht zu verwechseln mit geringwerthigen Seifenpulvern, welche dieW&sohc ruinlren. Karol Wcll'a(Selfen- extrakt ist die beste trockene Seife in feinster Pulverform. Sobutsmarke Waschfass, Karol Weil's Das Vorzüglichste! .Karola". Homöopath. Poliklinik Liesehstr. 17. 2—3 TJhr. Arzt I»r. Hocach, Llnienstr. 149, 8-1- 5—7, Sonntags 8—10, f. 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Jeder denkende Mensch wird zugeben müssen, daß lein Geschäft ohne Nutzen arbeiten resp. bestehen kann; das ist aber gerade der Zweck marktschreierischer Neklanie c u n te r a llen Um st ä n d en Käufer anzulocken. Das„Gesetz wider den unlauteren Wettbewerb" hat in dieser Hinsicht wenig geändert, denn in allen Stadtgcgcnden, besonders aber im Siid-Ostcn, liest man nach wie vor derartige Ankündigungen, die schon jahrelang vor sich gehen und so lange andauern, als— Pardon— die Dummen nicht alle werden. Leute, die auf derartige schwindelhnfte An- preisnngcn hineinfallen, machen»ach sehr kurzer Zeit die trübe Erfahrung, dost sie die ans verlegener und Rainichwaare bestehenden Gegen- stände mit dem so„fabelhaft billig" erscheinenden Kaufpreis weit über ihren wirklichen Werth bezahlt haben. Wer sich daher vor Schaden bewahren will und auf wirklich r e e l l e B e d i e n u u g Anspruch macht, meide solche Geschäfte und besorge seine Einkäufe nur bei soliden Firmen, denn die Preise sind angesichts des heutigen, oft fast schmutzig zu nennenden Konkurrenzkampfes im eigenen Interesse auks billigste gestellt. Gestützt ans den langjährigen guten Ruf meines Hauses,— eine Folge der gcn'isienhaften Bedieilnng meiner weitverbreiteten Kundschaft— darf auch ich getrost mein Geschäft zu den bcstrenomniirlestcn der Herren- und Kuabcu-Garderoben- Branche am hiesigen Platze zählen. Die Besichtigung meines reichsortirten Lagers in fertigen Anzügen, Paletots, Mäntel» re. ist auch Nichtknufcrn gern gestattet und besonders jetzt nach Eingang der Neuheiten für die Wintersaison sehr zu empfehle». Einige der recht geichniackvollen Muster sind in»»einen 6 groben Schanfenstern ausgestellt. 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