er 25, #t. Ser int fa Ber 16. โร To Det tits 08 1g. bs g: 16. g, nt 1 ic == in n, ent ď, ic ent 5t. er 51= f= efc 站 bic er er, It. pie Dic bes er, efs. bs ben 116 Einzelpreis 1.50 Mk. Die retbett" erscheint täglich einmal als Morgenausgabe und Montage als Abenbausgabe mit den Unterhaltungsbeilagen Freie Welt", Frauen- Weit" und„ Der Jugend- Genosse". Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für den Monat Mai 35, M., im boraus zahlbar. Bestellungen nehmen sämtliche Bostanstalten entUnter Streifband bezogen für Deutschland, Danzig, das Saar Luxemburg 69, M., für das übrige Ausland 87,- M. gegen. unb Memelgebiet sowie die früheren deutschen Gebiete Bolens und 5. Jahrg, Nummer 219 Freitag, den 19. Mai 1922 Die zehngefpaltene Ronpareillezetle oder deren Raum loftet 18,- M., einschließlich Inferatensteuer. Aleine Anzeigen: Das fettgedruckte Bort 2,50 M., iedes weitere Wost 1,75 M. einschließlich Inseratensteuer. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gesuche 12 m. netto pro Beile. Stellen- Gesuche in Wort- Anzeigen: das fett gebrudte Wort 2.- M., iedes weitere Wort 1,50 M. Fernfprecher Zentrum 152 30-152 89 greiheis Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Die österreichische Wirtschaftskrise Von Dr. Otto Beichter( Wien). Die AusDie schwere Weltwirtschaftskrise, die seit nunmehr fünfviertel Jahren auf der Weltwirtschaft lastet, hat in allen betroffenen Ländern im wesentlichen die gleichen Erscheinungen hervorgerufen. dehnung des Produktionsapparates im Westen- das gilt insbesondere von Amerika- der Fortfall des russischen und zum großen Teil auch des mitteleuropäischen Absatzgebietes waren der Anstoß zu der Krise, die Geldwertsteigerung, die Verringerung des Banknotenumlaufes wirkte neben den schlechten Abjazzverhältnissen bei der Verbilligung der Waren mit, obwohl die Arbeitslosigkeit darüber hinaus viel grö= Beren Lohndruck bewirkte, als durch die Senkung der Lebenshaltungskosten gerechtfertigt war; immerhin in den Ländern mit gesundem wirtschaftlichen Unterbau, wie es die großen kapitalistischen Staaten des Westens find, hat die Strise neben ihren notwendigen ungünstigen Wirkungen, der Arbeitslosigkeit und den schlechten Absatzverhältnissen, noch einige gesunde Wirkungen gehabt: sie hat die Preise start herabgesetzt und mit der Banknoteninflation aufgeräumt. ijt. Schwere Arbeitskämpfe überall Die Anssperrungen in Süddeutschland find in allen Betrieben des Bezirks Frankfurt, Offenbach, Darmstadt, Hanau, Oberursel und Bad Homburg burchgeführt. In höchft a. M., das in der besetzten Zone liegt, bürfen keine Aussperrungen erfolgen. Da die meisten Betriebe der Metallindustrie sechstägige Kündigung haben, würden die Aussperrungen vom nächsten Montag ab in Kraft treten. Die Mögben dauern. Heute bleibt Prag ohne Zeitungen. Vom Streit aus. geschlossen sind allein die lebenswichtigen und humanitären Be triebe. Inzwischen werden die Verhandlungen zur Beilegung bes Metallarbeiterstreits weitergeführt. Die Löhne der Metallarbeiter dürften um etwa 15 Prozent herabgesetzt werden. lichkeit, daß es vorher noch zu einer Einigung fommt, ist nach der Kämpfe in der " Frankfurter Zeitung" nicht ausgeschlossen. Auch die badischen Metallindustriellen sperren aus Nach einer Drahtmeldung der„ D. A. 3." hat der Verband der Metallindustriellen Mittel- Badens beschlossen, mit Wirkung vom 2. Juni sämtliche Metallarbeiter der dem Verbande angeschlossenen Betriebe auszusperren, um dadurch die Einmütigkeit der füddeutschen Arbeitgeber in der Frage der 48- Stunden- Woche zu bekunden. Die Kündigung in den einzelnen Betrieben erfolgt allgemein mit Wirtung vom 2. Juni ab. Jmmer herausfordernder gebärdet sich das Unterauf die Straße geworfen und Hunderttausende von nehmertum. Rücksichtslos werden die Familienväter Arbeitskräften dem Wirtschaftsleben entzogen. Mag darüber ber vielgepriesene„ Biederaufbau" noch so sehr leiden, was schert das den Unternehmerinteressen. Wenn nur der Profit vergrößert und gesichert wird. Indessen, die Pläne der Unternehmer müssen zuDas österreichischen Metallindustrie ( WTB.) Wien, 18. Mai Lant Arbeiterzeitung hielten die Betriebsräte der Wiener Metallindustrie über ihre Stellungnahme zur Kündigung ber Rollektivverträge eine Beratung ab. In der einstimmig angenommenen Resolution wurden alle beabsichtigten Lohntützungen abgelehnt und die Verbandsleitung aufgefordert. alle Kampfmittel zur Abwehr gegen jede Verschlechterung der materiellen, sozialpolitischen und rechtlichen Lage der Metallarbeiter in Anwendung zu brin ( Intel.) Wien, 18. Mai Eine Versammlung der Betriebsräte der Metallindustrie von Wien und Niederösterreich beschloß gestern, die von den Industriellen geforderte Lohnverkürzung abzulehnen und beauftragte den Vorstand des Metallarbeiterverbandes, alle Mittel anzuwenden, um eine Verschlechterung der wirtschafts Ganz anders verläuft die Linie der österreichischen irtschaftsentwicklung, obwohl äußerlich Desterreich während der letzten Monate dieselben Symptome zeigte wie der Westen. Auch in Oesterreich herrscht seit 4 bis 5 Monaten Arbeitslosigkeit, die sich immer mehr verschärft, auch die österreichische Industrie leidet stark an Beschäftigungsmangel, auch die österreichische Baluta ist in den letzten Monaten im ganzen großen nicht mehr gesunken, was ja wenigstens ein Antlang an die Geldverhältnisse im Westen während des letzten Jahres Die Krone hat seit der Revolution auf den Geldmärkten dieselbe Entwicklung genommen wie die deutsche Reichsmark, die österreichische Wirtschaft ge= staltete sich ähnlich wie die deutsche. Nach dem Umsturz das vollkommene Darniederliegen der Produktion, weil einfach die notwendigsten Rohstoffe zur Umstellung und zum Wiederaufbau der Produktion fehlten. Was Die Christlichen Gewerkschaften in Desterreich an territorialen Verschiebungen durch den Friedensvertrag, die Trennung der Wiener und niederösterreichischen Industrie von ihren in der Tschecho- Slowakei gelegenen Rohstoffen ausmachten, das rief in Deutschland neben der Abtretung wirtschaftlich wichtiger Gebiete der Zwang zur Ablieferung von Rohstoffen an die Entente hervor. Bald belebte sich jedoch die deutsche wie die österreichische Wirtschaft Der rapide Sturz der Krone und Mark brachte die Industrie wieder in Gang und die Zeit bis Ende 1921 war bon fortwährenden Balutenschwankungen erfüllt, die es ermöglichten, daß Deutschland und Oesterreich auf dem Weltmarkt noch konkurrenzfähig waren und Abfaz für ihre Produkte fanden, als schon längst die Fabrifen in Amerika und England stillstanden. Vollends heldentum mit sadistischer Begier sein Ergößen an nuk= lichen Lage der Arbeiterschaft zu vermeiden. Aussperrung der Berliner Holzarbeiter? Wie wir furz vor Redaktionsschluß erfahren, planen die Eine Bestätigung dieser Meldung konnten wir bisher nicht erhalten. Berliner Solzindustriellen die Aussperrung der Holzarbeiter. nichte werden an dem unzweideutigen Solidaritätswillen der gesamten Arbeiter- und Angestelltenschaft. Er darf nicht zulassen, daß die Klaffengenossen vom Hunger zur Niederlage gezwungen werden. Unterstügungswert für die streitenden und ausgesperrten Kollegen muß verdoppelt, wenn nötig verdreis Neue Forderungen der facht werden. Ihr Kampf ist unser Kampf! der ungeheuerliche, schwindelerregende Sturz der Krone und Mart im Herbst 1921 machte es insbesondere mög lich, auf dem Weltmarkt zu konkurrieren, als die westwährend der Krise bereits herabgesetzt hatten. während der Vermehrung des Banknotenumlaufes Indes die Frische der österreichischen Wirtschaft glich immer mehr der Lebhaftigkeit eines im schwersten Fieber Delirierenden. Die Krone sant immer tiefer, vor dem Streikbruch? gestrigen Ausgabe an erster Stelle einen Artikel, der sich Stegerwalds Zeitung„ Der Deutsche" bringt in seiner mit dem süddeutschen Metallarbeiterstreik beschäftigt. Nachdem einleitend der Zusammenbruch des füddeutschen Metallarbeiterstreits als sicher hingestellt wird und den christlichen und Sirsch- Dunkerschen Gewerkschaften vorgeworfen wird, daß sie sich nur im Schlepptan der freien Gewerkschaften be= fänden, wird dann ziemlich unverhüllt zum Streitbruch angeraten. Das Handeln nach feften Grundfäßen fei allem Paktieren und Lawieren vorzuziehen. Im November 1918 fei das sozialistische Dogma" vom Achtstundentag zum Staatsdogma" erhoben worden. Dens aber in„ das MaulIosen Arbeitskämpfen." Sollte wirklich die Leitung der christlichen Gewerkschaften die Absicht haben, den ausgesperrten Metallarbeitern just in dem Moment in den Rücken au fallen, wo die Unternehmer rücksichtslos weitere Tausende von Arbeitern auf die Straße werfen? Das ließe allerdings sehr bezeichnende Schlüsse zu. Sympathiestreik in der Tschechoslowakei Der Metallarbeiterstreit in der Tschechoslowakei ist nach einer Die Arbeiterschaft von Prag und Umgegend hat beschlossen, für bic Metallarbeiter einen allgemeinen Sympathiestreit zu veranstalten. dieser Prager Streit sollte heute Mitternacht beginnen und 24 Stunder Moment schien bedenklich nahe, wo die österreichische Dauer von zwei Wochen in ein entscheidendes Stadium getreten. Krone sowie der Sowjetrubel nicht mehr auf den internationalen Geldmärkten notiert wird, wo sie als angenommen wird. Unter dem Eindruck dieser be= Regierung infolge des Druckes des sozialdemokratischen aber sofort zeigten sich die schlechten Wirkungen in der zu entwickeln als bis dahin. Und wiederum unter dem Gindruck dieser Maßnahmen gelang es der österreichiſchen Regierung, fleinere Aredite zu erhalten. Der erste dieser Kredite war der tschecho- slowakische, der vor allem die fortwährenden Zahlungen des österreichischen Staates- der Bahnen besonders für tschechische Kohlen erleichtern spute, dann tam der englische, französische und italienische Stredit, die alle zusammen allerdings noch so flein sind, daß sie zu einer Stabilisierung den österreichischen Krone und insbesondere au einer Bedeckung für neuauszugebende Banknoten nicht genügen, die aber für den Augenblick ein weiteres ganen der österreichischen Krone verhindern. der Krone war dadurch ein wenig Ginhalt geboten, Industrie bisher nur dadurch möglich gewesen, daß die Krone fortwährend sank, daß bei jedem neuen Sinken die Lebenshaltung für ausländische Valuta immer billiger, für inländische aber um so unerschwinglicher wurde, daß die Lohnerhöhungen der Arbeiterschaft nicht einmal die Aufrechterhaltung des bisherigen Lebensstandards ermöglichten, daß also bei jeder neuen Senkung der Krone den Unternehmern als Ergebnis eine höhere Ausbeutungsrate in den Schoß fiel, so zeigte sich sofort beim Fortfall dieses Betäubungsmittels, daß die österreichische Industrie ohne diese Strüde ihre Konkurrenzfähigkeit nicht behaupten konnte. Dazu kam der Sturz der Mark während des Jahres 1922. War Desterreich früher auf dem Weltmarkt Deutschland gegenüber im ganzen großen kon| Berliner Gemeindearbeiter Das Lohnfartell der städtischen Arbeiter Berlins hat am Dienstag dem Tarifamt des Magistrats neue Forderungen überreicht. Für Juni wird eine allgemeine Erhöhung der ne um 7 M. pro Arbeitsstunde verlangt, so daß sich der Lohn für den ungelernten Arbeiter auf 20 bis 21 M., für den Handwerfer auf etwa 23 M. pro Stunde stellen würde. Die Lohnerhöhung, im Mai von 50 Pf. habe in feiner Weise die Teuerung ausgleichen können, weshalb für alle städtischen Arbeiter für den Monat Mai eine Entschuldungsbeihilfe von 1000 m. verlangt wird. Die Verhandlungen über die neuen Lohnforderungen werden zwischen dem Tarifamt und dem Lohnkartell in nächster Woche erfolgen. Tas Reichsarbeitsministerium hat den Schiedsspruch über den Manteltarif vom 14. April für ver bindlich erklärt bis zum Jahre 1924. Der Landarbeiterstreik in Pommern in Mecklenburg- Strelitz( Band Stargard), der seit dem 20. April wegen des Abschlusses eines Tarifvertrages dauert, soll nach einer T. U.- Meldung zusammengebrochen sein. Die Unternehmer haben, wenn diese Meldung zutrifft, mit Hilfe der Arbeitsgemeinschaften der Soldaten, also der Roßbach- Streifbrechergarden, sowie der Technischen Nothilfe, die Landarbeiter niedergerungen. Neue Unruhen in Irland ( WTB.) Belfast, 18. Mai. Die Schießereien begannen heute von neutem. Dabei wurden vier Zivilisten getötet und mehrere verwundet. Auf seiten der Polizei wurde ein Beamter getötet und einer verwundet. kurrenzfähig, so schlug jest Deutschland auch diesen legten Konkurrenten mit der schlechtesten Valuta, da die deutsche Mark zu einer Zeit weiter fiel, als die österreichische Krone stabil blieb. Die österreichische Industrie leidet seit Beginn des Jahres an Beschäftigungslosigkeit, obwohl nicht in dem Maße, wie die Unternehmer es darstellen, die Arbeitslosigkeit nimmt aber doch konstant zu und erreicht schon ein ziemlich bedenkliches Ausmaß.- Insoweit bietet Desterreich das normale Krisenbild. Das Abnormale, Gefährliche der österreichischen Wirtschaft liegt aber darin, daß elle Preise seit Jänner noch immer steigen. Während in den Weststaaten der Preissturz parallel mit der Krise, ja sogar schon vor Beginn der Krise teilweise einsetzt, haben wir in Desterreich trotz der Krise fortschreitende Peiserhöhungen zu verzeichnen. Was sonst das normale Hilfsmittel des Kapitalismus gegen die Krise ist, nämlich die Preise herabzusehen, um wieder Absatz für die Produkte zu finden, ist in Desterreich vollkommen unmöglich, im Gegenteil, die auf dem Weltmarkt ohnedies nicht mehr konkurrenzfähigen Waren müssen im Preis noch erhöht werden, da die Gestehungskosten weiter wachsen. In der Periode des Kronensturzes wurde Desterreich für Ausländer immer billiger, die Preise blieben gegenüber dem Sturze der Krone zurück und wenn es auch für die Arbeiter immer teurer wurde, so sind die Preise der Lebensmittel in Desterreich bei jedem neuen Sturz der Krone immer weiter unter das Weltmarktniveau gesunken. Genay so, wie sich in der österreichischen Industrie, wo die einzelnen Anlagen noch unglaublich niedrig zu Buch stehen, ein automatischen Prozeß der Aufwertung, ein Annähern an die Weltmarktpreise vollzieht, so nähern sich nun auch die Preise in Desterreich während der Periode des Stillstandes der österreichischen Krone notwendigerweise den Weltmaktpreisen. In Weltmarktpreisen ist aber und das ist das Zeichen viel bedenklicherer Gefahrenmomente der österreichischen Krise die österreichische Wirtschaft überhaupt nicht konkurrenzfähig. Dieses wirtschaftlich vollkommen zerstümmelte Land, das den Friedensvertrag geschaffen hat, hat durch die Beschäftigung seiner Industrie während der Periode der Inflation über seine wirtschaftliche Unfähigkeit hinweggetäuscht, jetzt zeigt sich aber wiederum, daß ein Land, das den größten Teil seines Lebensmittelbedarfs, seiner industriellen Rohstoffe vom AusLande beziehen muß, ohne dafür in der heimischen Produktion soviel Arbeitswerte in diese Rohstoffe zu verarbeiten, daß sich die Produktion auf dem Weltmarktnieveau gerechnet- lohnen würde, wirtschaftlich nicht allein bestehen kann und daß es dafür nur zwei Mittel der Abhilfe gibt; das eine sind fortgesette Geschenke an dieses Land, die ganz einfach den Einfuhrüberschuß decken. Diese Geschenke können die Form von sogenannten„ Krediten" annehmen, die natürlich immer weitere politische Versklavung dieses Landes und insbesondere seinen Arbeiterklasse bedeuten würden, das andere Mittel, das vor allem von der österreichischen Arbeiterklasse propagiert wird, ist der Anschluß an ein großes Wirtschaftsgebiet, aber in einem Sinne, der historisch und politisch keinen Rückschritt darstellt, also etwa die Wiederaufrichtung des alten Oesterreich in irgendeiner Form bedeutet, sondern Desterreich einfügen will in das deutsche Wirtschaftsgebiet. Indes lassen die gegenwärtigen Machtverhältnisse in Europa das noch auf lange Zeit hinaus unmöglich erscheinen. Die österreichische Arbeiterklasse steht also in den gegenwärtigen doppelten österreichischen Krise, die einerseits eine Absazkrise ist, wie sie gegenwärtig in der Welt vorherrscht, andererseits aber eine besondere neuerliche Krise dieses wirtschaftlich unfähigen Gebildes ist, vor der Aufgabe, den Versuch der Unternehmer, trotz der gegenwärtigen Preissteigerung die Löhne zu senken und die Arbeitszeit zu verlängern, vor der Aufgabe, auf gewerkschaftlichem Gebiet diesen fri⚫ volen Versuch zu vereiteln. Daneben muß die öster reichische Arbeiterschaft auf finanzpolitischem Gebiet darauf zu dringen, daß die Anfäße, die sich in Desterreich anläßlich diefer doppelten Serise zu einer neuen Senfung der Strone und zum Beginn des Spiels der letzten Jahre von vorn zeigen, durch finanzpolitische Maß nahmen auf Kosten der Besitzenden wirksam bekämpft werden. Auf politischem Gebiet besteht aber die Aufgabe zur höchsten Wachsamkeit, daß die wirtschaftliche III. Hermes: Ich habe mich persönlich um die Weingeschichte kaum gekümmert." Aktendokumente erweisen, daß folgende Briefe den Winzerverbandes dem Minister persönlich vorgelegen haben: Brief vom 27. April 1920, Rechnung vom 27. April 1920, Brief vom 14. Februar 1921, 19. Februar 1921, 11. Mai 1921 und 28. November 1921. Sie sind entweder an seine Privatadresse gegangen, oder tragen seinen Sichtvermerk, oder wurden von ihm persönlich beantwortet. Außerdem sind die folgenden Schreiben an den Winzerverband von ihm selbst geschrieben worden: 16. Februar 1921 und 7. Dezember 1921, ebenso das Telegramm vom 24. April 1920, das mit der Privatadresse von Hermes versehen war. gekümmert. Gefümmert hat er sich sicherlich aber auch Hermes hat sich also sehr eingehend um die Weingeschichte um das Trinken der 647 Flaschen. IV. Hermes: Ich möchte hierzu nur das eine sagen, daß ich mich mit aller Entschiedenheit gegen den Vorwurf verwahren muß, als ob es mir bekannt gewesen sei, es wären Ausnahmepreise." Attendokumente: Brief vom 27. April 1920 des Winzerverbandes( adressiert an die Privatwohnung!) der wörtlich meldet: Die Weine kosten pro Flasche 3 Mark, aber das ist selbstverständlich nicht der heutige Handelswert und nur dieser kann in Frage kommen, wenn Sie für die beraubte Sendung Entschädigung verlangen wollen." V. Hermes( hierzu fortfahrend):„ als ob ich gewissermaßen hätte wissen müssen, es wären Geschenkpreise.... Das weise ich mit allem Nachdruck zurüd." Attendokumente: Aus dem gleichen Brief vom 27. April 1920:„ Ich habe deshalb eine Rechnung geschrieben, und die Preise eingesetzt, die hente im Handel für die Weine gezahlt werden". Dazu die Rechnung vom gleichen Tag, die diesen Handelswert der 187 Flaschen mit 8430 Mart beziffert, während Herr Hermes genau 561 Mart zahlte. Herrn Hermes wird mitgeteilt, der Preis von 3 Mart sci nicht der Handelswert. Er erhält eine Rechnung über 8430 M. und zahlt dafür 361 M. Er weiß aber nicht, daß das„ Ausnahmepreise"," Geschenkpreise" sind. Eine Frage: Waren Sie, Herr Hermes, solche Preise schon so gewöhnt, daß Sie dafür keine Empfindung mehr hatter? VI. Hermes: Mit aller Entschiedenheit muß ich die Unterstellung zurückweisen, und ich finde es unerhört, daß der Abgeordnete Herz die Stirne hat, das zu sagen,- als ob ich die Absicht gehabt hätte, auf Grund falscher Preisangaben des Winzerverbandes eine falsche Reklamation einzuleiten." Aktendokumente: Telegramm des Ministers vom 24. April 1920 und Antwortbrief des Winzerverbandes vom 27. April. Nur eine Frage: Wenn Herr Hermes eine richtige Reklamation einreichen wollte, weshalb bat er dann den Wingerverband um die Beinoriginalrechnung? Den Preis von 3 Mark kannte er doch. Für sich brauchte re doch keine Rechnung. Und wie kommt es, daß der Winzerverband ihm genau dieselbe„ Unterstellung" zutraute, wie der Abgeordnete Hertz? Diese Zusammenstellung ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Kampf gegen die Sophistik des Ministers Hermes. Auf die Frage, was denn der Herr Minister außer den 561 M. für die erste Weinsendung, für die zweite, dritte und vierte Sendung bezahlte, hat Hermes bisher überhaupt keine Antwort gegeben. Ebensowenig waren bisher von ihm oder dem Winzerverband Belege über geleistete Bahlungen zu erhalten. 117 Will man sich diese etwa durch hilfsbereite Mitmenschen nachträglich verschaffen? Wir warnen dringend! Man sehe fich wenigstens vorher die§§ 153-159 und§ 257 des Strafgesetzbuches genau an. Gegen die Erdrosselung der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte Abhängigkeit dieses Landes von den westlichen Imperialisten und den heimischen Reaktionären nicht dazu ausgenügt wird, die Anfäße zur innerpolitischen In einer am 15. d. Mts. abgehaltenen Sizung nahm der Auss Reaktion zu stärken und die Aktionsfähigkeit der öster- schuß des Ortskartells Groß- Berlin des Allgemeinen freien Anreichischen Arbeiterklasse zu schwächen. gestelltenbundes einstimmig folgende Resolution an: Der ertappfe Hermes Wo bleiben die Zahlungsbelege? Nachdem das stenographische Protokoll der Sigung des Untersuchungsausschusses gegen Hermes vom 2. Mai nunmehr vorliegt, ist es möglich, die Aussage des so viel ge= wandten Ministers einer genauen Prüfung zu unterziehen. Wie sehr dies nötig ist, ergibt sich aus folgender Gegenüberstellung seiner Aussagen zu den wörtlich angeführten Attendokumenten. 1. Hermes: Es find nicht vier Weinsendungen, sondern eigentlich nur die zwei Weinsendungen, und zwar die Weinsendung im Frühjahr 1920 und die Weinsendung im Frühjahr 1921." Attendokumente: 1. Die Rechnung über 187 Flaschen vom 27. 4. 20 aut 3, Mark die Flasche. 2. Brief über Versand der 110 Flaschen vom 10. 2, 21 zu je 3, Mark die Flasche. 8. Offerte über 100 Flaschen vom 16. 2. zu je 5- Mark die Flasche und Annahmebrief von Hermes vom 19. 2. 1921. 4. Briefe vom 28. November und 9. Dezember 1921 über bevorstehenden Versand der gekauften Sendung von 250 Flaschen zu 7,70 Mart. Es find also entgegen der Behauptung von Hermes doch vier Weinsendungen. 2. Hermes( über die vierte Weinsendung): Serr Direktor Faust ist gelegentlich bei mir in Berlin gewesen und hat erklärt, er und einige Bekannte wären in der Lage, einen Posten Wein abzugeben... Darauf hat er die Offerte gemacht, der bis heute feine Folge gegeben ist." Attendokumente: Die Schreiben des Wingerverbandes an den Minister bzw. des Ministers an den Winzerverband vom 28. 11., 7. und 9. 12. 21. Der Brief vom 7. Dezember lautet: Reichsminister Berlin- Dahlem, den 7. Dez. 1921. Königin- Life- Str. 17. Dr. Hermes. An Herrn Direktor Faust Wingerverband für Mosel, Saar und Ruwer, Trier. Mit bestem Dank für die geft. Mitteilung vom 28. v. M. bitte ich, die Sendung an meine Adresse, Güterbahnstation Berlin- Steglit, abfertigen zu wollen. Mit ausgezeichneter Hochachtung gez. Hermes. Die vierte Weinsendung ist also keine„ Offerte", sondern ein zwischen Hermes und dem Winzerverband abge= ( chlossener Rauf. ,, Das Drtskartell Groß- Berlin des Allgemeinen freien Ange stelltenbundes stellt einmütig fest, daß die nach harten Kämpfen der Arbeiter und Angestellten geschaffenen Gewerbe- und Kaufmannsgerichte einem dringenden sozialen Bedürfnis entsprachen und den Arbeitnehmern erst die Möglichkeit schufen, ihre Rechtsansprüche aus dem Arbeitsverhältnis geltend zu machen. Anstatt nun die soziale Rechtsprechung durch den Ausbau dieser Gerichte zu Arbeitsgerichten allen Arbeitnehmern zu erhalten beziv. zu erschließen, sieht der Referentenentwurf des Reichsarbeitsministeriums die Eingliede rung der Arbeitsgerichte in die ordentlichen Gerichte vor. Den im Referentenentwurf niedergelegten und wiedergegebenen Gedankengängen scheint auch der Reichsjustizminister Radbruch zu folgen, wie aus Zeitungsberichten über ein Referat hervorgeht, das er bor den Funktionären der Sozialdemokratischen Partei, allerdings nicht unwidersprochen, gehalten hat. Die Durchführung der im Referentenentwurf erkennbaren Absicht würde das Ende der sozialen Rechtsprechung bedeuten. Das Reichsarbeitsministerium kommt mit seinem Entwurf lediglich den Vorschlägen des 4. Deutschen Richtertages sowie des 32. Deutschen Juristentages entgegen. Der Entwurf des Reichsarbeitsministeriums ist ein Schlag ins Gesicht der gesamten Arbeitnehmerschaft, der zur schärfsten Abwehr herausfordert. Der Ausschuß des Drtskartells Groß- Berlin des Allgemeinen freien Angestelltenbundes fordert gegenüber dem oben gefennzeichneten Beginnen den Ausbau der bestehenden Kaufmanns- und Gemerbegerichte zu allgemeinen Arbeitsgerichten. Er ist entschlossen, die in den ihm angeschlossenen Angestelltenverbänden bereinigten Mitgliedschaften zum schärfsten Kampf für die Durchsetzung dieser Forderung, die eine Lebensnotwendigkeit für die Arbeitnehmer darftellt, aufzurufen." Heute Schluß in Genua ( WTB.) Genua, 18. Mai Bei der heutigen Abstimmung wurden alle Vorschläge der politischen Kommission angenommen und beschlossen, die Plenarsizung der Gesamtkonferens morgen vormittag 9 1hr abzuhalten. Die deutsche Delegation wird am Sonnabend früh die Heimreise nach Berlin antreten. Der Hunger in Rußland Das Hilfskomitee zum Studium der russischen Sungernot meldet einem Telegramm aus Genf aufolge, daß allein im Gouvernement von Nagara in der Zeit vom April bis 1. Mai 1922 110 000 Rinder an Hunger gestorben sind, im Gouvernement von Astrachan und im Gouvernement vont Naryzin 28 000. Nach einem Sonderbericht der„ DA3." find mehrere tan send Einwohner der Halbinsel Krim aus Hungersnot nach Kleinasien geflüchtet. Rußland und der Völkerbund Vor dem Völkerbundsrat hielt gestern in Genf der berdienstvolle Forscher und Organisator der Rußlandhilfe, Nansen, eine bemerkenswerte Rede über Rußlandprobleme. Er führte u. a. aus: In der Begründung eines im Auftrage seiner Regierung über mittelten Antrages auf Einrichtung einer internationalen Unterfuchungskommiffion für die Hungergebiete gab Nansen ausführ liche Einzelheiten über die russische Hungersnot, den Rannibalismus, zu dem sie geführt hat und die trost losen Aussichten für das nächste Jahr infolge der geringen zu erwartenden Ernteerträge. Die Be fämpfung der Hungersnot sowie der daraus entstehenden Epidemien ist die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Rußlands. Rußlands wirtschaftlicher Wiederaufbau ist seinerseits unbedingte Voraussetzung für den Wiederaufbau Europas. Nansens Ausführungen, die an vielen Stellen ernste Kritik an der Genueser Konferenz übten und zu einem beredten Plädoher für das russische Volk wurden, erregten das lebhafteste Aufsehen." Begründend, daß sein Antrag ein rein wirtschaftliches Ziel enthalte, fuhr Nansen fort: „ Ich brauche den Völkerbundrat kaum an die Wirtschaftskrise zu erinnern, die gegenwärtig in Europa herrscht. Vielleicht wissen Sie nicht, wie Norwegen unter der Wirtschaftskrise leidet. Die Arbeiter Norwegens sind ohne Beschäftigung, weil die Fabriken ge schlossen sind. Die Fischer sind müßig, weil die Schiffe untätig im Hafen liegen und sie keinen Absatz für ihre Fische finden. Notwegen erlebt gegenwärtig eine der schwersten Krisen, und das gleiche gilt für ganz Europa. Nach Ansicht meiner Regierung ist aber diese Kritik nur darauf zurüdzuführen, daß Rußland aufgehört hat, wirtschaftlich zu existieren. Alle großen Volkswirtschaftler, deren Unteile ich einholte, find sich darin einig, daß das Durchschnittsniveau unserer europäischen Lebensbedingungen nur deshalb so tief steht, weil Rußland heute isoliert ist.“ An die Ausführungen Nansens knüpfte sich eine lebhafte Debatte, in deren Verlauf Balfour, Bourgeois, Marquis Imperiali und die anderen Mitglieder des Rates für die Verweisung des Antrages an die Genueser Konferenz eintraten, wogegen Nansen nachdrück lich protestierte, da dies einem Begräbniß seines Antrages gleich tomme. Nansens Protest fand jedoch kein Gehör. Kein Wunder, Fragen der Gerechtigkeit, Völferberföhnung usw. sind für den Kapitalismus Profitfragen und werden nur dann berücksichtigt, wenn dabei biel verdient wird. Amnestie in Oberschlesien DA. Oppeln, 18. Mai Der Vorsitzende der Interalliierten Kommission, General Le Rond, beabsichtigt, bei der bevorstehenden Uebergabe der beiden Teile Oberschlesiens eine Amnestie für die Personen beider Nationalitäten zu erlassen, die nach dem letzten Aufstande wegen Widerstandes gegen die Intevalliterte Stom mission zu einer Gefängnisstrafe bis zu zwei Jahren verur teilt wurden. Nicht inbegriffen sind in diese Amnestie solche Personen, die sich eines Anschlages auf das Leben der Bejagungstruppen schuldig gemacht haben, Die Alldeutschen im Ausland Nach der rättffurfer Zeitung" habe in der deutscher Kolonie Merito anläßlich einer Abstimmung über die neue deutsche Flagge von 2000 Abstimmenden ganze 2 Mann dafür gestimmtt.. In Bogota, der Hauptstadt Kolumbiens, mußte sogar die deutsche Gesandtschaft die einheimische Polizei zum Schutze der deutschen Flagge gegen Ane hörige der deutschen Kolonie anrufen. In Merita kam es zu ähnlichen Zwischenfällen. Man sieht, die alldeutsche Spezies bleibt sich überall treu. Feig, wenn es gefährlich wird fiche, reuzzeitung" im November 1918 frech, wenn sie weit ab vom Schuffe ift. Die Besetzung der Ruhrhäfen Zu unserer Notiz in der Donnerstag- Nummer ist nachzutragen, daß die Unabhängigen Abgeordneten Rheinlands es abge lehnt haben, das Protest- Telegramm an die Konferenz in Genua zu unterzeichnen. Preußischer Landtag Sigung vom 18. Mai 1922 Die Beratung über den Bergetat wird fortgesetzt. Abg. Rogg( KPD.): Gegen die Betriebsräte gehen die Zechenbesitzer systematisch vor. Geheime und Regierungs räte werden durch sie geschützt. Abg. v. Waldhausen( Din.): Die Streifs müssen unter bleiben, sie schädigen das deutsche Volk. Die Kaltindustrie geht flott, das Geschäft blüht. Abg. Husemann( SPD.): Die Scharfmacherrede des Abs. Pinkerneil( DVP.) ist nicht geeignet, die Koalition au feftigen. Wir lassen die Arbeiter nicht beschimpfen. Abg. Otter( USP.): Der Abg. Pinkerneil trat lebhaft für die Einführung der Ueberschichten im Bergbau ein. Ich stelle an die Herren Vertreter des Kapitals die Frage, ob sie in den Land tagsferien bereit sind, als Bergarbeiter tätig zu sein. da sie ja den Bergarbeitern die Schicht verlängern wollen. Ja bin bereit, die Herren Abg. Dr. Pinferneil, v. Waldhausen, Martin und Seidel in den Landtagsferien als Bergarbeiter im Steinkohlenbergbau anzulernen. Wenn diese Scharf macher sich für die Verlängerung der Arbeitszeit im Berg bau einsetzen, haben sie mit gutem Beispiel voranzugehen. Nur dadurch werden sie die Kohlenproduktion steigern und das Vaterland retten lassen.( Die Abgg. Pin ferneil, vo Waldhausen und Martin erheben durch Burufe Widerspruch gegen eine derartige Zumutung!) Die Ber treter des Grubenkapitals lehnen die Grubenarbeit au nur in den Ferien ab, den Bergarbeitern muten fe jedoch die Ueberschichten zu! Die Beschimpfung der Betrieb räte, wie es Dr. Pinkerneil getan hat, ist die neue Taftif die die Liga aur Bekämpfung der Betriebsräte eingeichlagen bat. und Den 1. Mai werden die Arbeiter nach wie vor festlich be gehen tros des Unternehmerterrors. An diesem Tage werden fie die noch nicht aufgeflärten Arbeiter wachrufen fie gegen das Ausbeutertum in die Kampfesreihen der Proie tarier eingliedern. Das Unternehmertum will feinen Streit aber es sperrt in Süddeutschland 40 000 Metallarbeiter aus! Dieser Heuchlerbande muß das Handwerk bald gelegt werden. Zum Haushalt für das Wohlfahrtsministerium sprach Frau Ege( SPD.) Nach unbeträchtlichen Bemerkungen von Dr. weitere Besprechung vertagt. die 11 de r= t. es ift 8. te hFe It t fe en cie e. m ett ilt efe ct File ht, te, wie es 5. en 3 al er 社 f Its he e= IC it 3, C= 11 at. mt it. 11, zu te 哈 te 6 et fe 西 де Re r. fe Die Unabhängigen und die Sozialgesetze Deutscher Reichstag, Donnerstag, den 18. Mai Fortsetzung der Beratung des Etats des Reichsarbeitsministeriums. In der Spezialberatung begründet Abg. Schreck( SPD.) eine Entschließung der Sozialdemokraten und Unabhängigen auf Borlegung eines Gefeßentwurfs über ausreichenden Jugend- und Lehrlingsschuß. Diese Entschließung fordert: Jugendliche und Lehrlinge unter 16 Jahren dürfen wochentäglich nicht länger als sechs Stunden arbeiten. Die Ueberschreitung des Achtstundentages ist für Jugendliche über 16 Jahre verboten. Die Pflichtschulzeit wird auf die gesetzliche Arbeitszeit angerechnet. Gewährung von freiem Sonnabendnachmittag und zusammenhängenden Ferien, Ferien, Verbot der Nachtarbeit, Verbot von Kinderarbeit unter vierzehn Jahren, Aufhebung der väterlichen Zucht" des Lehrherrn". Abg. Biener( Din.) wendet sich gegen den Jugendfang", den die sozialistischen Parteien mit diesem Gesezentwurf treiben wollen. Abg. Frau Wurm( USP.): Der Vorredner, der gemeint hat, unser Antrag wolle nicht den Jugendschuh, sondern den Jugendfang, ist ein Mitglied derjenigen Partei, die seit Jahrzehnten den Jugendfang ganz systematisch betreibt unter der Flagge schwarzweiß- rot! Er hat unseren Antrag, der nur die Durchführung von gefeßlich festgelegten Arbeiterrechten fordert ,,, unannehmbar" genannt. Wenn an allen Orten Berufsschulen eingerichtet werden, dann wird endlich der Lehrlingszüchterei Einhalt getan sein. Die Garantie für fachliche Ausbildung ist durch die Berufsschule viel besser gegeben als durch die Lehrherren. Wer der Jugend helfen will, muß bedenken, wie die Unterernährung während des Krieges unsere Jugend geschädigt hat. Weil die Jugend schonungsbedürftiger ist als früher, erheben wir die Windestforderung auf Herabiegung der Arbeitszeit für die noch nicht 16- Jährigen auf 6. Stunden und die Durchführung des Achtstundentages für die Jugendlichen über 16 Jahre. Wir fordern eine beffere Ausbildung der weiblichen Jugend, aber nicht nach mittelalterlichen Rezepten. Lehren Sie in den Schulen die Chemie der Küche; damit könnten Sie etwas für die Ausbildung der weiblichen Jugend tun. Dic Ferienzeit von drei Wochen ist das Mindeste, was die Jugendlichen brauchen, um Erholung in der Natur zu finden. Die Lehrlingszüchterei nimmt überhand. Die Zahl der Lehrlinge, hauptsächlich bet den Schuhmachern, ist fast doppelt so groß wie die der Gehilfen. Wenn die Jugend zuchtlos geworden ist und das bestreiten wir dann ist sie es geworden durch die Mentalität, die von der Deutschnationalen Partei bis heute wertreten wird und die da heißt: Gewalt! Gewalt! und nochmals Gewalt!( Lebhaftes Bravo links.) Reichsarbeitsminister Brauus: Der Abg. Karsten sieht im Arbeitsministerium nicht das Arbeitnehmerministerium, sondern das Arbeitgeber ministerium. Ich gebe zu, ich sehe in dem Unternehmertum einen wichtigen Faktor unserer Wirtschaft. Für seine Behauptungen war der Hinweis auf Arbeitnehmer beschnitten, sondern nur den wilden Streifs Schlichtungsordnung soll jedoch nicht das Streifrecht der vorgebeugt werden, in welchem Bestreben wir ja mit den Gewerkschaften fonform gehen. Das Arbeitsministerium deckt sich nicht mit den im Arbeitsrechts- Ausschuß ausgearbeiteten Entwürfen. Dieser im Arbeitsministerium befindliche Ausschuß ist noch vom Ministerium Fehrenbach eingesetzt worden. Ich bin wohl bereit, die wirklichen Gewertschaften paritätisch zu behandeln, aber die deutschs nationale Gewerkschaft stellt tatsächlich keine Gewerkschaft dar. Der Name tut es nicht, es tut die Sache.( Entrüstung rechts. Zurufe: Koalitionszwang!) Ueber die Frage des Koalitionszwanges will ich mich heute nicht prinzipell äußern. Nur ein Wort: Wenn die Organisation als solche tatsächlich etwas Gutes ist, dann ist auch ein 3wang zur Koalition nicht unter allen Umständen verderblich.( Widerspruch rechts.) In der Abstimmung wird der von den Unabhängigen und Sozialdemokraten gestellte Antrag gegen die Stimmen der sozialistischen Parteien abgelehnt. Es folgt der Titel: Hilfeleistungen. Abg. Karsten( usp.): Ich habe gestern hier Kritik geübt, nicht um unter allen Umständen zu kritisieren, sondern um die Frage der Sozialgesetzgebung zu kennzeichnen. Das Versicherungsprinzip ist bereits überlebt, es ist schon gar nicht mehr da. Wir wollen Gesundung, wenn alle sozialen Hilfsleistungen einheitlich zusammengefaßt werden. Es können von heute auf morgen feine werden. großen umwälzenden Reformen durchgeführt Aber der Gedanke der sozialen Fürsorge muß energisch gefördert werden. Man nimmt diese Frage viel zu leicht. Man läßt den Karren laufen, wie er. will. Solange das Arbeitsministerium nicht willens ist, in großzügiger Weise an die Lösung der sozialen Frage heranzugehen, werden wir uns bemühen müssen, das abzuändern, was wir heute an sozialer Gesetzgebung haben, um zu verhindern, daß durch gesetzliche Bersplitterungen Mittel vergendet werden. Wir fordern nicht, wie die Sozialdemo fraten, eine Aenderung der Säße aus der Unfall- und Invalidenversicherung spätestens bis zum Herbst", sondern wir verlangen, daß noch vor der Sommervertagung des Reichstags den Unfall- und Invalidenversicherten eine Erhöhung der Unterstüßungssäße gegeben wird. Die soziale Hilfsbedürftigen können nicht auskommen mit den paar Mart, die man ihnen gibt. Wie sollen sie den Sommer überder Preise für Kartoffeln, Getreide und alle anderen Lebensmittel bringen wird? ihr Los verbessern. Die heutige Sozialversicherung bearbeitet nur ganz enge und begrenzte Gebiete. Wir verlangen, daß die Grenze der Säße nach unten und oben überhaupt be seitigt wird. Das Beitragsverfahren in der Sozialver= sicherung kann beibehalten werden, es muß aber veredelt werden. Man kann eine soziale Steuer einführen, es muß schaffen, auf der anderen Seite den Unafllverletzten, den fostal Hilfsbedürftigen, daß zu geben, was fie unbedingt zum Leben brauchen. Die sozale Hilfeleistung darf nicht schon wieder von der Entwicklung überholt sein, wenn sie in Kraft tritt.( Lebh. Beifall bei den US.) Wir wollen den Hungernden bald Abg. Nosemann( usp.): führt zu dem mit dem Etat verbundenen Gesezentwurf über werten aus: Die Regierung muß ein großes Bertrauen in die Dummheit der Bergarbeiter sehen, wenn fie glaubt, daß fie die Bergarbeiter geneigt machen könne, ein solches Gesetz anzunehmen. Für unsere Bergarbeiter ist dieses Gesetz völlig u nannehmbar. Durch Leistung von Ueberschichten haben nicht die Bergarbeiter, sondern nur die kapis talistischen Kreise den Nußen. Die Bergarbeiter fordern, daß die Schichten für alle in den Kohlenbergwerken Beschäftigten gleich werden. Wie sieht es mit der Behauptung des Ministeriums aus, daß dieses Gefeß die siebenstündige Arbeitszeit im Steinkohlenbau festlegen foll? Wir haben die fiebenstündige Arbeitszeit ia gar nicht! In Oberschlesien werden 7 Stunden, im Aachener Revier 8 Stunden gearbeitet. Wenn Ueberschichten und Ueberstunden geleistet werden, so muß auch eine entsprechende UeberbezahI ung eintreten. Und das ist noch nie geschehen. Wir fordern, daß nicht ein besonderes Arbeitszeitgesetz für die Bergarubeiter geschaffen wird, sondern daß dem Reichstag bald ein Gesetz über die Arbeitszeit für alle gewerblichen Arbeiter und Angestellten vorgelegt wird. Wenn man sich fragt, welche Gründe maßgebend find, warum nicht ein einHeitliches Arbeitszeitgesetz, sondern neun Sondergesetze 1 erlassen werden, so muß man doch sagen, daß die Auseinanderzerrung nur stattfinden soll, um die Arbeiter auseinanderzureißen, damit es ihnen unmöglich gemacht wird, gefchloffen in den Kampf zu treten, wenn der Versuch ge= macht wird, ihre Arbeitszeit zu verlängern. Wenn die Sozialdemokraten nach dem Grundsaz Was dem einen recht ist, ist dem andern billig" handeln wollen, dann müssen fie auch das Sonderarbeitszeitgefeß für die Bergarbeiter ablehnen. Wenn meine Fraktion dieses Gefeb ablehnt und sich der Ueberweisung an einen Ausschuß entgegenstellt, fo handelt sie nur im Interesse der gesamten Arbeiterschaft. eine Partei kommt nur den Forderungen aller Bergarbeiter nach, wenn sie das Gesetz ablehnt und die Regierung auffordert, so bald wie möglich ein allgemeines Arbeitszeitgefez für die gewerblichen Arbeiter und Angestellten dem Reichstag vorzulegen.( Lebh. Beifall bei der USP.) Abg. Simon- Franken( USP.): Wenn schon neue Tarifverträge zwischen Arbeit nehmern und Unternehmern abgeschlossen werden, ist noch nicht die Verbindlichkeitserklärung des vorigen Tarifvertrags eingelaufen! Eine solche Rüd frage müßte völlig überflüssig sein, wenn sämtliche Unternehmer- und Arbeiterorganisationen eines Gewerbezweiges einen solchen Tarifvertrag abgeschlossen haben. Und wenn fie schon gemacht wird, dann dürfte sie nicht bei jedem Nachtrag wiederholt werden. Die Folge dieser bürokratischen, schleppenden Art ist, daß ein Teil der Unternehmer, die keiner Organisation angeschlossen sind, sich weigert, die Verpflichtungen des Tarifvertrages zu erfüllen. Die Arbeiter müssen Klage erheben, und wenn sie dann wirklich die Böhne ausgezahlt erhalten, ist der Wert der Marf erheblich gesunken, und sie sind geschädigt. Ich ersuche das Arbeitsministerium dringend, daß diese fortgesetzten Rundfragen unterbleiben.( Bravo bei den USP.) Frau Abg. Ziegler( US.): Die Hausangestellten sind heute eine Katogorie im Heere der Arbeiter, an die wohl große Ansprüche gestellt werden, die aber absolut noch feinen Schutz und noch viel weniger ein gesetzliches Recht haben. Wir haben schon im Jahre 1920 den Antrag gestellt, ein einheitliches Recht für die Hausan gestellten zu schaffen. Es ist jedoch noch kein Entwurf dem Reichstage zugegangen. Die Regierung hat wohl dem Reichswirtschaftsrat ein Gesetz vorgelegt, die Hausangestellten aber und die Parteien, die es mit dem Schutz der Arbeiter ernst und heilig meinen, können kein Vertrauen haben zu dem Entwurf der Regierung. Wer selbst tätig war als Hausangestellte, wer sich als Arbeitssflave hat ausbeuten laffen müssen, der kann es beurteilen, daß die Anschauungen der Besitzenden sich noch nicht im geringsten geändert haben. Die Bürgerlichen haben es im Reichswirtschaftsrat abgelehnt, den Hausangestellten die eIfstündige Arbeitsruhe zu bewilligen. Das heißt also, daß die Hausangestellten noch während der Nacht dienstbereit sein müssen! Die Regierung ist allerdings leicht bereit, den Haußangestellten Pflichten aufzuerlegen, wie z. B. den zehnprozentigen Lohnabzug. Wir fordern noch einmal, wie schon 1920, ein Gesez zum Schuß der Hausans gestellten.( Bravo! bei den US.) Nach längerer Debatte stellt der Abg. Höllein( KPD) um 8 Uhr einen Antrag auf Schluß der Debatte. Dieser Antrag wird gegen die Stimmen der Kommunisten und Unabhängigen abgelehnt. Abg. Dettinghans( USP.): Wir freuen uns, daß unsere Auffassung über die gelben Gewerkschaften mit der der rechten Seite dieses Hauses nicht übereinstimmt. Wäre es anders, stände es traurig um unsere Arbeiterorganisationen. Was sich die Gewerkschaften in zähem Kampfe mit dem Unternehmertum langsam er rungen haben, nehmen auch die Gelben wie selbstverständlich für sich in Anspruch. In bezug auf den süddeutschen Metallarbeiterkampf möchte ich nur sagen, daß, wenn die Rechte jetzt ein so großer Anhänger und Vorkämpfer des Achtstundentages ist, sie es nur ist, weil er verkürzt werden soll. Wo er durch Ueberstunden und Ueberschichten überschritten wird, wo zehn und zwölf Stunden gearbeitet wird, da werden Sie nicht fonfequente Vertreter des Achtstundentages sein. Die 48stündige Arbeitszeit ist das Maximum. Ganz nebenbei ist ja der Arbeiter auch noch Mensch. Er muß auch noch am Tag etwas Zeit haben, sich als Mensch zu betätigen. In Süddeutschland ist die 46- Stundenwoche auf Vereinbarung der Arbeiter und Ihrer Parteigenossen( nach rechts) ents standen. Das zu sagen, hüten Sie sich allerdings. Es ist eine brutale Machtprobe die in Süddeutschland von Ihrer Seite hervorgerufen worden ist, ein Machtkampf zwischen den Organisationen, ein Machtkampf zwischen den Weltanschauungen. Im Gegensat zu den hier von dem Zentrumsabgeordneten gemachten Ansführungen betone ich, daß die Hirsch- Dunderschen Arbeiter und die christlichen Schulter an Schulter mit den freien Ges werkschaften in Süddeutschland kämpfen, nicht um Lohnerhöhung, sondern gegen die Serbeiführung der 48- Stundens Woche, gegen das Diktat der Unternehmer. Wir begrüßen es, wenn die Zentrumsabgeordneten sich hier gegen die 46Stundenwoche aussprechen, denn durch diese Klarbeit werden die christlichen und Hirsch- Dunderschen Arbeiter schneller zur Erkenntnis kommen, wo die wahren Vertreter ihrer Intereffen fizen. Nach kurzer Debatte ist die Beratung über den Titel Arbeitsrecht erledigt. Der Reichstag vertagt sich auf Freitag, 11 Uhr. Tagesordnung: Anfragen, Arbeitsministerium, Ernährungsministerium. Schluß 410 Uhr. Haushaltsdebatte im Rathaus Die Rechtssozialisten decken die Bajonett- Attacke der Schupo! In der geftrigen Stadtverordnetenversammlung wurde zuerst einem Dringlichkeitsantrag zugestimmt, der von dem Magistrat fordert, daß für die Elternbeiratswahlen Wahlzettel und Umschläge bereitgestellt werden, damit das Wahlgeheimnis gewahrt bleibt. Alsdann wurde in die eingetreten. erste Lesung des Haushaltplanes Stadtv. Krüger( SPD.) verlangte in feiner Rede, die er mit Angriffen auf unsere Partei spickte, unter Schonung der Bürgerlichen, daß die Rentabilität der städtischen Be triebe nicht auf Kosten der Armen und städtischen Arbeiter angestrebt werde. Die Betriebsräte müßten nach sachlichen Gesichtspunkten, nicht nach politischen zusammengesetzt werden. Ohne zwingenden Grund dürften die städtischen Arbeiter nicht zum Streif greifen. Die Beamtenpolitik des Magistrats fönne nicht unbedingt gutgeheißen werden. Bei vielen höheren Beamten der städtischen Güter sei Unfähig feit und Böswilligkeit vorherrschend. Mit eisernem Besen müsse zwischen diese Gesellschaft gefahren und die Schäd linge müßten ihres Postens enthoben werden. Der Redner erflärte weiter, daß seine Partei bereit sei, die städtischen Betriebe in städtische Gesellschaften umzuwandeln. Genosse Reimann: Sparsamkeit ist gut; aber Sparsamkeit nach dem Programm des Kämmerers ist eine falsche Sparsamkeit. Wir bedauern im Interesse der Volksgesundheit die eingeschränkte Reinigung der öffentlichen Gebände und ganz besonders der Schulen. Auch die eingeschränkte Straßenbeleuchtung ist feine rühmliche Sparsamteitseinrichtung, und das um so weniger, als diese Einschränkung sich fast ausschließlich auf die von den Arbeitern bewohnten Stadtteile erstreckt. Ganz besonders schlecht werden in diesen Stadtteilen auch die öffentlichen Anlagen und Pläße instand gehalten. Das Sparprogramm ist in Wirklichkeit fein Sparprogramm, sondern es wird sicher neue Ausgaben zeitigen. Die Zustände in einzelnen Volksschulen find himmelschreiend. Die Lehrmittel find in einem außerordentlich besserungsbedürftigen Zustande. Geradezu unglaublich ist die Tatsache, daß in keiner einzigen Schule eine neue Karte Deutschlands vorhanden ist. Genau wie die SPD. lehnen wir die Beamtenpolitik des Magistrats ab und freuen uns darüber, daß die Rechtssozialisten nicht alle früheren Forderungen vergessen haben. Nachdem Genosse Reimann die Wahlpropaganda der bür gerlichen Mehrheit ins richtige Licht gerückt hatte, befaßte er sich eingehend mit der Lohnpolitik des Magistrats und führte u. a. dazu aus: An der Unrentabilität der städttschen Werke sind nicht die städtischen Arbeiter schuld. Eine Verquickung der Lohnfragen mit den Tarifen für die Werke werden wir stets ablehnen. Eine solche Politik, die ganz verzweifelt einer Politik der Erpressung gleicht, fönnen wir unter feinen Umständen mitmachen. Daß wir das nicht fönnen, müßten wenigstens die Rechtssozialisten einsehen. Diese finden wohl scharfe Worte gegen uns, sie gehen aber mit der Deutschen Volkspartei, vielleicht auch bald mit den Deutschnationalen Arm in Arm durch dick und dünn. Sie unterstützen die Politik des Oberbürgermeisters um jeden Preis, auch dann, wenn der Arbeiterbevölkerung Berlins dadurch neue Belastungen erwachsen. Die Haltung des Oberbürgermeisters, die er der Technischen Nothilfe" gegen übereinnimmt, liegt feinesfalls im Interesse der Stadtgemeinde. Anstatt einer solchen Scharfmacherpolitit muß den Arbeitern gegenüber eine Politik der Verständigung eingeschlagen werden. Die städtischen Arbeiter müssen mehr als bisher zur Mitarbeit herangezogen werden. Die Politik des Oberbürgermeisters in dieser Frage lehnen wir ab. Die Tumulte in den letzten Sigungen der Stadtverord netenversammlung bedauern auch wir, ohne jedoch in den Fehler zu verfallen, die Schuld an ihnen einer einzelnen Partei in die Schuhe zu schieben. Besonders von der Rechten ist zu verlangen, daß sie sich mehr Mäßigung auferlege. Die Kommunalpolitik der Kommunisten, eine reine Negationspolitif, weil sie über feine theoretische Grundlage threr Kommunalpolitik verfügen, müssen wir ebenfalls ab= lehnen. Sie ist nichts anderes als Agitationspolitik. Auch in Zukunft werden wir die Intereffen der ärmeren Bevölkerung mit allem Nachdruck vertreten und uns mit allen Mitteln gegen die Politik der Bürgerlichen wehren, der nur das Bestreben innewohnt, die Schultern der Arbeitnehmer zugunsten der Besitzenden immer mehr zu belasten mit Hilfe der Rechtssozialisten. Neue Belastungen der ar beitenden Bevölkerung zur Beseitigung des Defizits im Haushalte lehnen wir ab, weil unserer Ansicht nach, zu der fich bereits auch der Kämmerer, bekennt, das Reich mit größeren Zuschüssen aufwarten muß. Meine Fraktion wird im Ausschuß ihre Anträge Stellen An den Ergebnissen der Ausschußbe= ratung werden wir unsere endgültige Stellungnahme zum Etat abhängig machen, in der festen Uebers zeugung, daß, wie bisher, die arbeitende Bevölke= rung Berlins unsere Stellungnahme ver stehen und gutheißen wird.( Lebhafter Beifall links.) Stadtverordneter Fabian( Dn. Vpt.) wandte sich gegen die egoistischen städtischen Arbeiter, forderte Personaleinschränkung in den Krankenhäusern, Maßnahmen gegen die Ueberflutung Berlins durch Ausländer und unbedingte Erhaltung des deutschen Geistes und des christlichen Charakters der Volksschulen. Nach Unterbrechung der Aussprache um 7 Uhr wurde einstimmig einem Dringlichkeitsantrag zugestimmt, der vom Magistrat energise Schritte fordert gegen die Waldverwüstungen in Tegel, Herms. dorf und Heiligensee, durch die angeblich ge mein. nügige" Nieder. Siedlungsgesellschaft barnim. Der Antrag unserer Fraktion, der Aufhebung des Schießerlasses des angeblichen Sozialisten Heine fordert und entsprechende Schritte des Magistrats verlangt, wurde von Bürgerlichen und Rechtssozialisten abgelehnt! Dieselbe Mehrheit lehnte die Forderung einer kommunalen Polizei ab. Ein Antrag, der sich gegen die Technische Nothilfe" wendet, fand Ablehnung durch die bürgerliche Mehrheit. Die große Roalition von den Deutschnationalen bis zu den Rechtssozialisten brachte auch den Antrag der APD. auf Haftenlassung des Stadtrats Grylewicz zu Fall. Die Rechtssozialisten sanktionierten ferner im Bunde mit den Bürgerlichen ausdrücklich den Bajonettangriff der Schupo, die Haltung der reaktionären Offiziere, indem sie unseren Antrag, der sich gegen die Brutalitäten wendet, niederstimmten. Die bürgerliche Mehrheit stimmte dann dem Antrage der Deutschnationalen zu, der von dem Magistrat eine geord= Die nete Tätigkeit der städtischen Werke fordert. Maßregelungsanträge der Deutschnationalen wur= den abgelehnt. Sodann wurde in die Weiterberatung des Haushaltsetats eingetreten, zu der sämtliche Fraktionen Redner stellten. ta Ε ST de di id ta Ite ( 6 fid de gn je 253 De W en 2 J D a bo δα te de au ich 10 ift It fo R It 49 ge 101 412 Lu ich mi jei de tre de fül da mi de Die Parteien des Brofwuchers In den Blättern der Deutschen Volkspartei, der Demofratischen Partei und des Zentrums erscheinen hin und wieder Artikel und Notizen, die sich gegen die ungeheure und durch nichts gerechtfertigte Verteuerung der Lebensmittel wenden, ia selbst deutschnationale Blätter verweisen, wenn sie Arbeiter dupieren wollen, auf die hohen Kartoffel-, Brotund Fettpreise. Sowohl die deutschnationalen wie auch die Organe der anderen bürgerlichen Parteien machen sich bei diesem Verfahren einer bewußten Jrreführung ihrer Leser schuldig. Denn Demokraten sowohl wie auch Zentrum, Deutsche Volkspartei und Deutschnationale tragen an den Preistreibereien auf dem Lebensmittelmarkt gleichermaßen die Schuld. Waren sie es doch, die teils aus Rücksicht auf die Interessen der Agraier, teils auf die Händler nicht schnell genug die Zwangswirtschaft beseitigen und der freien Wirtschaft, von der sie der Bevölkerung goldene Berge versprachen, nicht rasch genug die Wege ebnen konnten. Nun die Zwangswirtschaft gefallen ist, die Versprechungen aber nicht eingetroffen sind, vielmehr Kartoffeln, Fleisch und Brot ständig teurer werden, suchen die Blätter durch allerhand Mäschen die Schuld von sich abzulenken, von„ unge= rechtfertigten" Preissteigerungen zu schreiben und auf diese Art die Leidtragenden zu täuschen. Aber es nupt nichts: sämtliche bürgerlichen Parteien sind Schuld an der Teuerung, denn sie wollten die Wucherfreiheit. Parteiveranstaltungen Breffekommission. Sonnabend, den 20. Mai, wichtige Sizung, 5 Uhr, Arbeiterbildungsschule, Breitestr. 8/9. 10. Distritt( Gesundbrunnen). Alle Gruppenführer und Abteilungslafferer werden gebeten, Broschüren und sonstiges Material beim Distriktstaffierer abzurechnen. Freitag, den 19. Mai. 14. Distrikt. Helferinnen der Frauenarbeits- und Kinderschußkommission sum Frauenabend, am Montag, 7% Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23, einlaben. Bortrag. Genoffin Beck: Schule und Elternbeiratswahlen. Unterricht für religionslose Kinder der Schule Wrangelstraße 128 fällt aus, dafür Filmbortrag in der Treptow Sternwarte. Treffpunkt 2 pünktlich Görlizer Bahnhof. M. 1, mitbringen. Schöneberg- Friebenan. Die Maifeier- Billetts find um 7 Uhr bei Baunt, Apoftel- Paulus- Straße 33, abzurechnen. Richt abgerechnete Billetts gelten als verkauft und müssen bezahlt werden. Sonnabend, den 20. Mai. 2. Berwaltungsbezirt, 4. Distrikt( Westen). Borstandssitzung 7% Uhr bet Mausolf, Kulmstraße 20a. 15. Verwaltungsbezirk. Abteilung Baumschulenweg. Abends 6 Uhr, Flugblattverbreitung zur Elternbeiratswahl bei Boges, Baumschulenstraße, Ece Ernststraße. Zahlreiche Beteiligung erforderlich. 20. Distrikt. Abands 9 Uhr bei Reinte, Grünauer Straße 17. Treff punkt der Klebekolonne. Material ist mitzubringen. Sonntag, den 21. Mai. 9. Distrikt. Kindergruppe: Wanderung nach Birkenwerder, Briefe, Mühlenbedersee. Fahrgeld 3 m. Treffpunkt: Morgens 6% Uhr, Leopoldplay. Montag, den 22. Mai. 3. Verwaltungsbezirk( Wedding). Abends 7 Uhr, Fraktions Sigung im Sigungszimmer des Bezirks- Amts, 1. Stod, Nr. 122. Obleute der tommu nalen Rominiffion sind hiermit eingeladen. 6½ Uhr Sigung des Fraktionsvorstandes im Zimmer 124. 10. Distrikt( Gesundbrunnen). Abends 7 Uhr, Vorstandssitung bei Schurzmann, Stettiner. Straße 11. 16. Bezirk, Köpenia. Sigung der Bezirksverordneten sowie Geschäftsleitung im Rathaus Köpenid, Bimmer 4. 16. Diftrift. Alle Abteilungen müssen zum Reseabend am Montag, den 22. Mai, Schule, Litauer Straße 18, einladen. Referent: Rektor Genosse Jensen, Thema: Schul- und Erziehungsfragen. Mittwoch, den 24. Mai. 10. Diftrift( Gesundbrunnen). Distrikts Generalversammlung in der Aula, Christianiastraße 4/6. Tagesordnung: Neuwahl des Borstandes. Stellungnahme zu der Verbands- Generalversammlung, Wahl der Delegierten. Vereinskalender Freitag, den 19. Mai. Bolksfürsorge. Allgemeine Funktionärversammlung der Abteilung Südben, abends 7 Uhr bei Wollschläger, Adalbertstraße 21. Musikinstrumentenarbeiter. Bersammlung fämtlicher Funktionäre, Ber trauensmänner und Betriebsräte, abends 5 Uhr, im Reichenberger_Sof", Reichenberger Straße 147. Tagesordnung: Das Lohnangebot der Arbeits geber. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bretterträger, Blazarbeiter und Kutscher aus den Fournier- und Nutbolshandlungen Gr.- Berlin. Abends 7 Uhr, in den Zentral- Festsälen, Alte Jakobstraße 32, Vollversammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Bollmann über Entlaffungen. 2. Bericht der Lohnkommission. Die Mitgliedsbücher sind mitzubringen; ohne dasselbe tein Zutritt. Sonnabend, den 20. Mai. Uhr Bund der Atheisten. Abends 8 Uhr, Sophien- Lhzeum, Weinmeister straße 16. Deffentliche Versammlung. Referent Paul Petersdorf: Gegen Gott, Teufel und Kirche. Diskussion. Sonntag, den 21. Mai. Zentralberbaub der Maschinisten und Seizer. Branche: Metalinbuftrie. Bormittags 9 Uhr, Dresdener Sof", Dresdener Straße 45, Branden bersammlung. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Bir bitten um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Kollegen. Die Branchenleifung. Berein der Freidenter für Feuerbestattung, E. B. Besichtigung des Kre matoriums, Baumschulenweg, bormittags 10 ühr, für Mitglieder des 14. Be zirks. Treffpunkt 9% Uhr bei Berndt, Baumschulenstraße 32 oder 10 Uhr am Krematorium. Arbeitersport Touristenverein Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin, E. B. Sonnabend. ben 20. Mai 1922: Studienfahrt zum Lindefee, 6.45 Uhr, Bhf. Gesundbrunnen Moabit. Grüneberg, Dreessee, 6.40 Uhr, Bhf. Gesundbrunnen, Moabit. Rezin, 7 Uhr, Bhf. Steglis, Abtg. Steglig. Sonntag, den 21. Mat 1922. Beuthen, Udleifee, 6 Uhr, Görlizer Bahnhof, Nordosten. Treffahrt mit Eltern nach dem Grunewald, 8 Uhr, Bahnhof Treptow, mittags 12 Uhr, im Dachsgrundjagen, Abtlg. Treptow. Potsdam, Lienewißfee 7.11 Uhr, Bahnhof Alexanderplatz, 7.55 Uhr, Potsdamer Fernbahnhof, Abilg. Mitte. Mühlen beder See, 6.30 Uhr, Pantom- Heinersdorf, Abtlg. Buchholz. Treffahrt der Abtlg. Often am Udleifee, 6.30 Uhr, Schlesischer Bahnhof, 7 Uhr, Görlizer Bahnhof, Osten. Montag, den 22. Mai, pünktlich 7% Uhr, Gibsstr. 23a. Turnhalle, Uebungsabend für die Mitwirkung zum Reichsarbeitersporttag: es tommt eine möglichst große Beteiligung in Frage. Genossinnen und Ge noffen beteiligt euch zahlreich. " Arbeiter- Wanderbund Naturfreunde". Wanderungen am 20./21. Mat. Bünsdorf, Sperenberg. Abf.: Sonnabend, abends 4.38 Uhr, Potsdamer Ringbahnhof. Leuenberg, Blumenthal, Strausberg. Abf.: Sanntag, vorm. 5.45 Uhr, riesener Bahnsteig. Faltenberg, Baasen, Freienwalde. Abf.: Sonnabend abends 5.15 Uhr, Bahnhof Gesundbrunnen, Fernbahnsteig. Schmödwig, Krumme Baate, Friedrichshagen. Abf.: Sonntag, vorm. 7.19 Uhr, Lehrter Bahnhof( Grünau umsteigen). Agitationsfahrt: Seegefeld, Fallenhagener See. Abf.: Sonntag, vorm. 6.28 Uhr, Bahnhof Butlizstr. Strausberg, Jblandsee. Abf.: Sonntag, vorm. 6 Uhr, Schlef. Bahnhof. Naturkundliche Wanderung nach Strausberg. Abf.: Sonntag, borm. 6 Uhr, Schles. Bahnhof. Lehnik, Stintgraben, Grabowsee, Oranienburg. Ireff. punkt: Sonntag, borm. 6 Uhr, Bahnhof Reukölln. Eriner, Spreeau, Störizfee. Treffpuntt: Sonntag, borm. 6 Uhr, Bahnhof Stralau- Rummels. burg. Königswusterhausen, Mittenwalde, Rangsdorf. Treffpunkt: Sonn. abenb, abends 6.30 Uhr, Bahnhof Steglit. Märlische Schweiz. Treffpunkt: Sonnabend, abends 7 Uhr, Bahnhof Potsdam. Kinder wanberu 11. gen. Jungfernheide, Tegel. Treffpunkt: 7 Uhr, Bahnhof Gesundbrunnen. Birkenwerder, Steinerne Brüde, Lehnitsee. Treffpunkt: 6.30 Uhr, Bahnhof Neuköln. Jugendbewegung SPI. Gruppe Berlin- Mitte( Rosenthaler Vorstadt, Gipsstraße 23a Abends 7% Uhr, Vortrag: Warum milffen wir uns mit den Naturwissen schaften beschäftigen"? Berantwortlich für die Redaktion Emi! Naud Berlin; für der Inferatenteil und geschäftliche Mitteilungen: Ludwig omeriner, Berlin. Berlags- Genossenschaft Freiheit", e. G. m. b.., Berlin. Drud bon Gehring& Reimers, G. m. b. S., Berlin SW. GS, Bitterstraße 75 1 Jackett- Anzüge, Kleide Dich billig, elegant! lael- Anzige, Covercoats, Gummimantel, Calaways. Schlöplier im Leihhaus Moritzplatz 58 a Theater u. Bergnügungen Boltsbühne 74 Uhr: Theater am Nollendorfplatz 734 Uhr Die Ratten verliebte Leute Neues Volkstheater Köpenicker Straße 68 74 Uhr: Anna Boleyn Staats- Theater Opernhaus 61, Uhr: Rosenkavalier Theater des Ostens ( Rose- Theater) 734 Uhr: Brot und Arbeit Wallner- Theater 7 Uhr. Emauspielbaus 7% Uhr: 0. beiden Nachtigallen Napoleon Deutsches Theater ROTTER- BÜHNEN 128 Uhr. Des Esels Schatten Kammerspiele 8 Uhr Einen Jux will er sich machen GroßesSchauspielhaus 7 Uhr: Täglich 74, Uhr: Residenz- Theater Eine Frau ohne Bedeutung Trianon- Theater Moral v. Ludw. Thoma Die versunkene Glocke. Theater a. Kottbus. Tor „ Die wunderlichen Geschichten des Kapellmoisters Kreisler" im i. d. KönigTheater grätzer Str. Tägl. 8 Uhr Komödienhaus: Tg... Gretchen SU. Glässner, Roberts Allabendlich 72 Uhr Elite- Sänger u. a. Liederspiel ,, Fantasie im Ratsweinkeller, Ferner der lust. Einakter: ,, Der Schipper" CIRCUS Berliner Theater BUSCH 70. Madame Flirt Uhr: 7 Uhr Walhalla- Theater Gasthaus zur Liebe 734 Casino- Theater 73 Der neue Schlager Ber Neffe aus Afrika. Tgl.7%, Sonnt. a. 3 U. Nur noch kurze Zeit! Wunder- Affen. Kletterhund. Das lust. Manegesch. Weber'n großen Teich". Wild- West Schluß 28. Mai Die anerkannt vorzügl. 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Nachtrag aur Kaffenfazung find vom Ober Berficherungsamt Berlin unter Nr. B. A. II 76/22 die Aenderungen der§§ 1, 6, 11, 30, 36, 36a und 49, Gap 1 genehmigt worden. Soweit nicht bereits auf Grund des Gesetzes betr. Wochenhilfe und Wochenfürsorge bom 29. 7. 1921, fowie auf Grund des Gefeßes bom 28. 12. 1921 betr. bie Erhöhung der Grundlöhne und Ausdehnung der Versiche rungspflicht die§§ 1, 6, 11, 30 und 36a Geltung baben, ift tiefer Satzungsnachtrag am 1. Mai 1922 in Kraft getreten. Berlin- Stegliz, den 17. Mai 1922. Der Vorstand: 21564 agentet. Licht. Borfihenber. Schriftfahrer. Deutscher Metallarbeiter Verband Berwaltungsstelle Berlin N 54 Linienftr. 83-85 Achtung! Achtung! Uhrmacher Sonntag, ben 21. Mai 1922, bornt. 10 Uhr Deffentliche Versammlung Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Den Kollegen zur Nachricht daß folgende Kollegen gestorben sind: Der Dreher Hermann Baude am 10. d. M. Die Beerdigung findet am Freita den 19. Mai 1922. nachmittags 134 Uhr. von der Leichenhalle des Neuen Johannis- Kirchhofes in Plötzensee au statt. Der Wickler Ernst Mier Neukölln, Weserstr. 5 am 15. d. M. Die Einäscherung findet am Forn abend, den 20. Mai 1922 nachmi tars Ubr, von der Leichenhalle des Krematoriums Baumschulenweg, Ke holzstraße, aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Zimmerleute Die Ortsverwaltung. zu taritmäßigem Stunim ,, Klubhaus", Ohmgaffe, Nähe( Jannowin- denlohn sofort gesuch brücke). Tagesordnung: Wie verbessern wir die Rohn- und Arbeitsbedingungen im Uhrmachergewerbe? Alle Kol legen aus den Fabrik- und Ladenbetrieben sowie alle Heimarbeiter sind befonders ein geladen. Krankeuia s Moabit Tuberkulosen pavillon Meldungen nimmt der Zimmer polier Samborski entgeg. Metzke& Greim Berlin SW 61 Bellealliance Platz 718. Aufpolstern, Sofabezüge. spottSonntag, den 21. Mai 1922, vorm. 10 Uhr billigst. Bappelallee 12. Branchen- Bersammlung der Kesselschmiede und Stemmer im Lotal von Sachse, Lindowerstraße( am Bahnhof Webding). Erscheinen aller Pflicht. Die Drisverwaltung. Heft 5: Eine Einführung in die sozial. Platin, Gold- u. Silberbruch Gedankenwelt. Von H.Hackmack Heft 6: Von Moses bis Darwin. Von Gg. Engelbert Graf, Heft 7: Die Werkstatt des Geistes. Von Gerhard Seger. Heft 8: Gesundheitspflege der arbeitenden Jugend. Von Dr. J.Moses, Broschiert in farbigem Karton. Preis des Bändchens 8,- Mark. Heft 3, 10,- Mark. Zu beziehen durch die Zahngebisse pro Zahn 80 M. kutt zu reellen Tagespreisen Edelmetall- Zentrale- Lemberg Inbaber E. Quatz, Neukölln, Bergstrasse, Eingang Göthestrasse, im Laden Straßenbahnlinien: 7, 15, 10, 22, 47, 48, 55. 5 Minuten vom Ringbahnhof Neukölln. Geld Buchhandlung„ Freiheit", Berlin 2. eine Brillanten, GoldBreitestraße 8-9. für jebe Werffache. Höchste Ankaufspreise für Pfandgegenstände, Teppiche, Bücher usw. Wolff Friedrichstr. 41, Ecke Rochstr. ,, M.U.Z."- Fahrradbau F. 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Weg 80 20Mark zahlt Tagespreis: tör Zorndorfer Str.5 Barthel Kupfer, Messing, Blei, Zink etc. Für Mieter unentbehrlich Reichsmietengesez nebst Kommentar Von Rechtsanwalt Dr. Kurt Boenheim und Dr. Paul Herz, Mitgl. des Reichstages Preis 10 Mark Goeben erschienen! Man bestelle sofort bei der Buchhandlung ,, Freiheit". Berlin C. 2 Breite Straße 8-9. ( 7 al BE m 98 te fr te ACE AC& De EI ได้ ge al ſte fte be Wi jet H T T I, 2. 80 tür 1g, C. 仔 2 Ste. 219 Groß- Berlin „ Auch" wanderer Einer der genußreichsten, gesündesten und schönsten Sports ist zweifellos der Wandersport. Daß unsere Jugend in immer stärkerem Waße sich ausschließlich dem Bandersport zuwendet, kann nicht genug begrüßt und gefördert werden. Es gilt aber eine scharfe Trennungslinie zu ziehen zwischen naturfreudigen und Erholung suchenden Wanderern und jener Sorte von Wanderern, die in farnevalsmäßiger Aufmachung, eingepuppt wie Clowns oder Cowboys mit einem großen Meiser an der Seite in Gemeinschaft mit jungen Mädchen die Wälder in näherer oder weiterer Umgebung Berlins unsicher machen. Wenn wir schreiben unsicher machen, so ist das feinesfalls zu viel gesagt, denn das Treiben dieser Wilden" wächst sich nachgerade zu einem Skandal aus und wird die Behörden zu wa z nahmen verleiten, unter denen auch die Wanderer zu leiden haben werden, die mit diefer radau- und händelsüchtigen Gesellschaft feinesfalls zu identifizieren find. Diese Burschen- meistens leider Broletarierkinder vergällen durch ihr flegelhaftes, freches Benehmen, durch ihren Vandalismus in der Natur, durch ihr Gejohle, durch ihre jedem Schamgefühl hohnsprechende absichtlich laut geführten Unterhaltungen jedem echten Wanderer die Freude an der Natur, bei vielen das einzige Vergnügen. Jedes Tier muß gequält, jeder Ameisenhaufen oder jedeš Bogelnest muß vernichtet, jeder vorüberkommende Wanderer von dieser frühreifen und frühverdorbenen Sippe verhöhnt werden. Sache aller Arbeitereltern und Pflicht aller wahren Wanderer ist es, in aller Schärfe diesem Unwesen entgegenzutreten. Der Gesellschaft stillschweigend aus dem Bege gehen, steigert nur ihre Rüpelhaftigkeiten. Eltern, wacht darüber, mit wem und in welcher Gesellschaft euce Jungens und Mädels wandern. In der Jugendorganisation und bei den Arbeiter- Wandervereinen( Naturfreunde") find eure Kinder gut geborgen, aber bei den wilden Gruppen droht größte Gefahr! In den Bergen Deutsch- Oesterreichs machte fich genau dasselbe Unwesen breit, deswegen wurde zur Abwehr unter Beteiligung sämtlicher ernster Wandervereine ein sogenannter Bergichuk" geschaffen. Eine Anzahl Mitglieder fedes Vereins gehören diesem Bergschuß an, tragen ein besonderes Abzeichen, find mit gewissen amtlichen Vollmachten ausgestattet und wachen darüber, daß die Wälder nicht verschandelt und gefährdet werden. Die Einrichtung eines solchen Waldschußes" in unserem bürokratischen Seufbiana iſt faum zu erwarten, zu erwarten ist aber, daß durch diese bilden" Wanderer von der Behörde einengende Maßnahmen getroffen werden. Das Wandern wollen wir uns aber nicht paragraphieren laffen, fondern es muß heißen:„ Naturfreunde und Wanderer aller Richtungen vor die Front gegen diefe Wilden". Auf zur nachhaltigen Selbsthilfe!" Wir halten es für notwendig, daß die Wander- und Jugendvereine nach gemeinsam aufgestellten 9 inten gegen diese Sippe vorgehen und ihr das Handwerk legen, bevor es zu spät ist! Der Gegen der freien Wirtschaft Die Milch- und Butterproduzenten sorgen in hervor ragenderweise dafür, daß ihre Produkte immer mehr zu Luxusartikeln werden. Auf Kosten der Bevölkerung verschaffen fu dicie modernen Manbter immer größere Gwinne. An den neuen unerhörren reisit eigerungen für Butter soll das tuhle Frühjahr schuldig jein, denn das Vieh lónne nicht auf die Beide getrieben werden. Erst in einigen Wochen fönne eine Besserung eintreten. Diese lächerliche Argumentation zieht nicht mehr, denn zu diesem Beitounft werden die nimmersatten Mararier und Händler neue rende far nene Steigerungen ins Feld führen. Dem Reichsernährungsminister ist ein Seifenfieder darüber aufgegangen, daß es so nicht weitergehen kann, er will mit den Landwirten, den Vertretern des Handels und der Preisprüfungsstellen die rapide Preisentwidlung„ er= Unter fremden Menschen Von Maxim Gorki. Einzig autorisierte Ueberlegung von August Sola. Amerikanisches Copyright 1918 by unftein& Co., Berlin ( 75. Fortsetzung.) Peter Wassilitsch lächelt müde und erwidert darauf: " Gott allein fommt ohne Betrug aus. Unsereins wenn man die aber lebt unter lauter Dummköpfen nicht betrügen soll, was hat man dann von ihnen?" " Nicht alle Bauern sind dumm," versezt der Kommis mit Eifer auch die Kaufleute stammen doch von Bauern ab!" www " Wir reden nicht von Kaufleuten, sondern von Dummköpfen, die dazu da sind, um von pfiffigen Leufrommes Schaf, sein Hirn, das ruht in tiefem Schlaf.." Es ist ihm nicht beizukommen, entweder fennt er feinen Aerger, oder er weiß ihn ganz tief in sich zu verbergen. Zuweilen bindet er jedoch schon selbst durch Beilage zur Freiheit" örtern"! Wir sind außerordentlich gespannt auf das Resultat dieser Erörterungen, ohne auch nur den geringsten Erfolg zu erhoffen. Mit Halsabschneidern und Blutsaugern bringen Erörterungen" gar nichts cin. Die mit Vaterlandsliebe bis zum Plazen vollgefogenen Agrarier weigern sich, die planmäßig festgefeß= ten Getreidemengen abzuliefern mit dem Hinweis, daß erst eine zentrale Versorgung der Minderbemittelten durchgeführt werden müsse. Wie sich die Klitschenbarone dies denken, bleibt ihr Geheimnis. Minderbemittelt find fast alle Arbeitnehmer. Sie wollen wohl besondere Prüfungsbüros in den Städten, die amtlich feststellen sollen, wer Markenbrot beziehen kann und wer nicht. Daß durch die Schaffung solcher Büros das billige und minderwertige Markenmehl in ungeheuerer Weise noch mehr verteuert wurde, ist den Herrschaften genau so gut wie uns bekannt. Sie wollen aber schwer verdienen und nebenbei noch so tun, als ob sie für die minderbemittelte Bevölferung ein warmes Herz hätten. Wundern muß es uns, daß fich die Geschäftsstelle des Deutschen Städtetages in einem allen Zeitungen zugesandten Artikel, ernsthaft mit dieser heuchlerischen Forderung der Landwirte befaßt und sie ablehnt, weil eben undurchführbar. Das Bürgertum und seine Helfer shelfer sprengten die Zwangswirtschaft, faselten damals vom Segen der freien Wirtschaft und ießt, da wir sie haben, brachte sie nur das, was wir voraussagten: it nd ungeheure Gewinne den Landwirten Händlern und ungeahnte Verelendung den breiten Schichten der arbeitenden Vevölke= rung! Ein herrlicher Segen! Proletarier- Eltern! Agitiert und werbt für die sozialistische Einheitsliste bei den Elternbeiratswahlen am 28. d. Mts. Schreckschüsse sind verboten Die BS.- Korrespondenz berichtet: Anläßlich eines Vorfalles während der Revolutions: unruhen hat das Reichsgericht unlängst entschieden, daß die Polizeibeamten nicht zur Anwendung der Waffe be= fugt sind, um einen Fliehenden zwecks Stellung seiner Persönlichkeit zum Stehenbleiben zu veranlassen. Die Abgabe von Schreckschüssen zu einem solchen Zwed sei also nicht erlaubt. Sie sei auch ein völlig ungeeignetes Mittel, denn zunächst müsse der Fliehende annehmen, daß die hinter ihm abgefeuerten Schüsse bestimmt seien, ihm zn treffen, und sie könnten ihn daher veranlassen, seine Flucht zu beschleunigen. Dann aber bringe ein Schießen die Straße entlang, auch wenn fie augenblicklich leer zu sein scheine, stets die Gefahr der Verlegung von Personen oder fremden Eigentums mit sich." Neben dieser Entscheidung des Reichsgerichts besteht aber noch der famose Schießerlaß von Heine, demselben Heine, der vor dem Kriege so scharfe Worte fand gegen das Vorgehen der Polizei mit dem Säbel. Es gibt also feine Schreckschüsse mehr laut Verbot des Reichsgerichts., Nach dem Heineschen Schießerlaß find aber die Polizisten ange= halten, bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit zum Schießeisen zu greifen. Sie werden also weniger Löcher in die Luft schießen als bisher, wegen Nichtigkeiten noch mehr flüchtige Personen auf der Flucht erschießen. Dafür leben wir auch in dem Zeitalter der Menschlichkeit und Humanität. Dazu noch in der freiesten aller Republiken! Wichtig für Siedlungsgesellschaften. Das Siedlungsamt der Stadt Berlin teilt mit: Bei den staatlichen Behörden ( Ober- Präsidenten, Wohlfahrtsministerium u. a.) geben täglich Anträge von Siedlungsgesellschaften und Genossenschaften sowie Einzelantragstellern auf Gewährung eines Baukostenzuschujies ein. Da sämtliche Anträge, gleichviel, an welche Behörde sie gerichtet werden, stets dem Siedlungsamt der Stadt Berlin erst zur Vorprüfung vorgelegt werden müssen, liegt es im Interesse der Antragsteller, zwecks Vereinfachung und Beschleunigung des Verfahrens ihrer Anträge stets an das Siedlungsamt der Stadt Berlin, Neue Friedrichstr. 80, 3 Tr., direkt zu richten. Hör' mal, du Schriftgelehrter löse mal folgende Aufgabe: Vor dir stehen tausend nackte Menschen, fünfhundert Männer und fünfhundert Weiber, und unter ihnen sind auch Adam und Eva. Wie wirst du die beiden herausfinden?" Er fragt und bohrt eine ganze Weile, und endlich erklärt er triumphierend: " Dummes Kerlchen sie sind doch nicht geboren, sondern erschaffen, also haben sie keinen Nabel!" Der Alte weiß zahllose Aufgaben" dieser Art zu stellen und kann einen damit totquälen. In der ersten Zeit meiner kaufmännischen Tätig feit hatte ich dem Kommis den Inhalt einiger von mir gelesenen Bücher erzählt, das sollte mir jetzt zum Bösen ausschlagen. Der Kommis erzählte dem Alten die Geschichten wieder, wobei er sie absichtlich entstellte und ihnen einen schmußigen Sinn unterlegte. Der Alte unterstützte ihn durch allerhand schamlose Fragen, die er an mich richtete, und ihre klebrigen Zungen wetteiferten darin, die Gestalten der Eugenie Grandet, fleine Neckereien mit mir an. Er tritt an mich heran, Ludmillas, Heinrichs IV., die mir so teuer waren, mit lächelt in seinen Bart hinein und fragt: " Wie heißt dein französischer Schriftsteller Ponos?" Ich ärgere mich über die Verdrehung des Namens, zeige es jedoch nicht und antworte: Ponson du Terrail." Was hat er erreicht?" Reißen Sie feine dummen Wize, Sie find doch kein alberner Junge." " Das stimmt. Was liest du denn da?" schlüpfrigen Worten zu besudeln. Ich begreife wohl, daß sie dies nicht in böser Absicht, sondern aus lauter Bangerweile taten, doch konnte das die Sache für mich nicht bessern. Sie wühlten in ihrem eigenen Schmuß wie die Schweine und grunzten vor Bergnügen, daß sie das Schöne, das sie nicht begriffen und lächerlich fanden, so verunglimpfen und in den Kot ziehen konnten. Der ganze Kaufhof, alles, was in ihm hauste, KaufIeute und Handlungsdiener, führte ein seltsames Leben, in dem allerhand findische und zumeist recht boshafte Wer schreibt besser, deine bürgerlichen Schrift- Unterhaltungen eine Rolle spielten. Fragte ein Bauer, Den Jefrem Sfirin." steller oder dieser da?" Ich schweige. der in der Stadt fremd war, wie er am schnellsten nach dieser oder jener Straße gelangen könne, so wurde fteller?" fragt er weiter. Worüber schreiben denn die bürgerlichen Schrift- ihm regelmäßig eine falsche Richtung angegeben. Das leber alles, was im Leben vorkommt." benen vorkommt?" Also auch über Hunde und Pferde, und was bei Der Kommis lacht aus vollem Halse, und ich bin wütend. Ich will sie allein lassen und wende mich der Zür zu, doch der Kommis ruft mich zurück. Der Alte jezt seine Späße mit mir fort: war so allgemein Brauch, daß es den Lügnern gar feinen Spaß mehr machte. Sie fingen ein Paar Ratten, banden sie mit den Schwänzen aneinander und ließen sie so laufen. Mit Behagen saben sie zu, wie die Tiere sich nach verschiedener Richtung rissen und aufeinander losbijsen; zuweilen begossen sie sie noch mit Petroleum und zündeten dieses an. Oder sie banden einem Hunde einen alten Blecheimer an den Schwanz Freitag, 19. Mai 1922 Die Elternbeiratswahlen 20. Distrikt. Freitag, den 26. 5., abends 7 Uhr, Schulaula, Manteuffelstr. 7. Große öffentliche Versammlung. Thema: Elternbeiratswahlen und das Proletariat. 1. Verwaltungsbezirk Berlin- Mitte. Am Sonnabend, den 20. Mai, abends 7 Uhr, in der Sophienschule, Weinmeisterstraße 16-17, Zusammenkunft aller ElternbeiratsKandidaten der drei sozialistischen Parteien. Jede Schule muß unbedingt vertreten sein. Materialausgabe erfolgt beim Obmann A. Blankenstein, Schillingstraße 18. 1. Distrikt. 1. Abteilung. Eltern schulpflichtiger Kinder der 24. Gemeindeschule, Freitag, 19. Mai, abends 7 Uhr, Elternversammlung dortselbst in der Aula. Bezirk Tiergarten. Freitag, den 19. Mai, in der Schulaula Derflingerstraße 18 a, öffentliche Elternver sammlung. Referent Studienrat Gafs. III. Verwaltungsbezirk, 7, 8., 9. und 10. Distrikt. Diens. tag, den 23. Mai, öffentliche Elternversammlungen in den Schulaulen: Gothenburger Straße 2/4( Rote Schule), Wattstraße 16, Müller- Ecke Triftstraße; Mittwoch, den 24. Mai, Schulaula Müllerstraße 48. Freitag, 7% Uhr, 157. Gemeindeschule Derfflinger. ftraße 18 a, öffentliche Elternversammlung. Die Elternbeiratswahlen am 28. Mai und warum fordern wir die Ein. heits- und Arbeitsschule". Referent: Direktor Goß. Zahl. reicher Besuch wird erwartet. Steglih. Sonntag Sizung sämtlicher Vertrauensleute der Schulen und aller Elternbeiratskandidaten bei Thjel. Albrecht-, Ecke Ringstr., 10 Uhr vorm. Da sehr wichtige Tagesordnung, müssen alle Kandidaten erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. 20. Distrikt. Freitag, 7½ Uhr, Elternversammlung Schulaula Görlißer Straße 51. Die neue Erwerbslosenfürsorge. Die Erwerbslosenfürforge wird jetzt grundsäßlich von der Gemeinde des Wohn orts zur Zeit des Eintritts der Unterstützungsbedürftigkeit gewährt. Die Gemeinden, in denen die Höchstsäße der Ortstlaffe A oder B gelten, sind jedoch ermächtigt, die Fürsorge für Erwerbslose, die weniger als sechs Wochen in der Gemeinde wohnen, in ähnlicher Weise zu beschränken, wie es bisher Personen gegenüber möglich war, die nicht am 1. August 1914 in der Gemeinde gewohnt hatten. Wie früher, so gilt auch jetzt die Beschränkung nicht für Erwerbslose, die mit ihrer Familie einen gemeinschaftlichen Hausstand führen. Dies gilt aber nicht für Kurzarbeiter. Die Höchst= sätze der Unterstübung wie die der Familienzuschläge werden jetzt durch den Reichsarbeitsminister im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen und mit Zustimmung des Reichsrats festgesetzt. Bei der Berechnung der Unterstüßungsdauer, die auf 26 Wochen beschränkt ist, werden nicht mehr alle Unterstüßungen in Betracht gezogen, die seit dem 1. Oftober 1919 gewährt worden sind, sondern nur noch die aus den letzten zwei Jahren. Der eigene Sohn als Einbrecher. In der vergangenen Nacht drang ein Einbrecher in die Wohnung eines Kunstmalers F. ein. Als er festgenommen werden sollte, stürzte er sich auf einen der Beamten und würgte ihn am Halse. Dieser machte von seinem Seitengewehr Gebrauch und ver feste dem Angreifer einen Schlag über den Kopf. Er wurde nach der Wache geführt, wo sich herausstellte, daß er der 21jährige Sohn des F. ist. Dieser verwahrloste Bursche war schon mehrere Male von seinem Vater abgewiesen worden und hatte sich in der vergangenen Nacht, in die väterliche Wohnung eingeschlichen. Lebensmüde. Die 65 Jahre alte Frau Amalie Wehler wurde in ihrer Wohnung besinnungslos aufgefunden und nach dem Lazarus- Krankenhause geschafft. Der Schlauch des Gastochers war abgesprungen, so daß Gas ausströmte und die Frau betäubt hatte. Die 26 Jahre alte Frau Hedwig R. hat sich gestern nachmittag in ihrer Wohnung in Reinicken= dorf aus Eifersucht mit Gas vergiftet. Wegen unglüdlicher Ehe vergiftete sich die Frau Berta 2. in ihrer Woh nung mit Gas. Sie konnte gerettet werden und wurde nach dem Krankenhaus Am Friedrichshain geschafft. - der Hund lief in seinem Schrecken über das ratternde Gefäß winselnd davon, und alles sah zu und lachte. Noch viele andere Belustigungen dieser Art gab es. Es war, als ob alle Menschen, insbesondere die vom Lande, einzig darum auf der Welt wären, daß der Kaufhof sein Vergnügen habe. In den Beziehungen von Mensch zu Mensch trat stets und überall das Bestreben hervor, sich über den andern lustig zu machen, ihm Schmerz zuzufügen, ihn in Verlegenheit zu setzen. In den Büchern, die ich gelesen hatte, war von einem solchen Verhalten der Menschen zueinander nichts zu finden. Eine im Kaufhof sehr beliebte Unterhaltung war mir ganz besonders zuwider: ich meine das Essen um die Wette oder auf Kommando. Unter unserem Laden befanden sich die Geschäftsräume eines Händlers mit Wollwaren und Filzstiefeln, und der Kommis, der dort angestellt war, setzte durch seine Riesenleistungen auf dem Gebiete der Speisenvertilgung den ganzen NishnijBasar geradezu in Erstaunen. Sein Herr prahlte mit dieser Eigenschaft seines Angestellten, wie man sonst etwa mit der Bissigkeit eines Hundes oder der Stärke eines Pferdes prahlt. Er schlug beispielsweise seinem Ladennachbar eine Wette vor: Wer setzt zehn Rubel dagegen, daß mein Mischka in zwei Stunden zehn Pfund Schinken vertilgt?" Man kennt aber Mischka schon von dieser Seite und weiß, daß er diese Leistung fertigbringt. Es erfolgt also ein Gegenvorschlag: ,, Wetten wollen wir nicht, den Schinken aber können wir ja kaufen: mag er ihn fressen, und wir werden zusehen!" Aber lauter schieres Fleisch, ohne Knochen!" Sie reden noch ein Weilchen lässig hin und her, und dann wird Mischka gerufen. Aus dem dunklen Lagerraume tommt ein hagerer, bartloser Bursche mit knochigem Gesicht hervorgefrochen, in einem langen Tuchpaletot mit rotem Gürtel, ganz von Wollflecken bedeckt. Ehrerbietig zieht er die Müße von dem kleinen Kopfe und richtet schweigend den trüben Blick der tiefliegenden Augen auf das blutunterlaufene, von dickem, borstigem Haar bedeckte Vollmondgesicht des Prinzipals. ( ortfepung folgt.) Gewerkschaftliches Wortbruch der Regierung Eisenbahnermaßregelung und Denkschrift der Reichsgewerkschaft Als nach Abbruch des Eisenbahnerstreits die eigenartige wortbrüchige Haltung des Reichsverkehrsministeriums im Reichstage zur Behandlung kam, war es Genosse Dittmann, der auf die Unterlaffungssünden Groeners hinwies und seine Methoden den Eisenbahnern gegenüber einer scharfen Kritik unterzog. Die seinerzeitige Anvrangerung der Groenerschen Geheimratswirtschaft scheint nicht nachhaltig gewirkt zu haben, denn Tag für Tag mußten wir die unablässigen Verstöße gegen das Abkommen mit der Reichsgewerkschaft feststellen. Letzte Woche war es wieder Genosse Aufhäuser, der im Reichstag in einer 2% stündigen Rede sich mit diesen Dingen beschäftigte und Groener nicht gerade mit Glacéhandschuhen anfaßte. Die Tatsachen, die unsere Fraktionsredner im Reichstag borbrachten, werden erhärtet durch eine ausführliche Denkschrift, die die Reichsgewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamten und-Anwärter über die Maßregelung von Eisenbahnbeamten aus Anlaß des Streiks der Regierung überreichte. Es wird erinnert an die Ausführungen des Reichskanzlers bom 7. Februar, der erklärte, die ganze Frage der Maßregelungen sei eine Vertrauensfrage". Und er fügte hinzu:„ Vertrauen gegen Vertrauen! Denken Sie bei den Maßregelungen nicht gleich an Entlassungen, sondern auch an Verweise und Warnungen." Der Reichskanzler erklärte weiter, daß er diese Zusicherungen unter dem Vorbehalt gebe, daß er sich durchsetze. In einer erneuten Besprechung nach einer entscheidenden Kabinettfizung sagte er: ,, Meine Herren, ich habe mich im Kabinett voll durchgesetzt... Jeder neutrale Beurteiler, der nur ganz primitive technische Kenntnisse hat, wird diese Dinge, die sich die Geheimratswirtschaft da geleistet hat, entsprechend würdigen können. Zur Zusammentragung der Beschuldigungen bediente man sich auch ganz gewöhnlicher gemeiner Spizel. In Weißenfels erschien wieder bei einem Eisenbahnsekretär ein geheimer Rriminalwachtmeister, der Ermittlungen" anstellte. Auf dem Bahnhof Bebra begab sich ein Landjäger namens Freund in die Stellwerksanlagen und erklärte in Gegentvart von Zeugen gegenüber den Streifenden folgendes: ,, Eigentlich hätte ich Sie im Namen von S. M. S. Seiner Majestät Sattlermeister verhaften müssen." Das sind nur so ein paar aufs Geratewohl herausgegriffene Angaben, die endlos fortgesetzt werden könnten. Unseren Lesern ist auch bereits bekannt, wie die eingesetzten Disziplinargerichte U. S. V. D. Funktionär- Konferenz Am Dienstag, 28. Mai, abends 7 Uhr, findet in der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10-11, eine Konferenz der Partei: und Gewerkschaftsfunktionäre statt, Tagesordnung: Presse und Klassenkampf. Referent: Genosse Wilhelm Dittmann. Als Legitimation gelten Mitgliedsbuch und Funktionärkarten ( lila und rot). Für die Einheitsorganisation Generalversammlung der Gemeindearbeiter Am Mittwoch, den 17. Mai, erstattete in einer General versammlung des Staats- und Gemeindearbeiterverbandes in den Andreas- Festsälen Polenske den Geschäftsbericht über das erste Quarial. Die Hauptarbeit erstreckte sich auf die Erringung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen. Der Streit im Februar warf eine größere Zahl der Kollegen aufs Pflaster. Der Zentralverband der Angestellten ist wieder in das Lohnkartell aufgenommen. Notwendig ist, daß die Grenzstreitigkeiten zwischen den Verbänden aufhören und eine Einheitsorganisation aller städtischen Arbeiter geschaffen wird. Eingehend berichtete Redner über die Demonstration am 2. Mai, die nur dadurch zum Zusammenstoß zwischen Polizei und Arbeiterschaft führte, weil entgegen allen Zusagen vom Polizeipräsidium ein Polizeiaufgebot zum Schuße des Rate hauses eingesetzt wurde. Hieran sind besonders die Magistratsmitglieder Boe B, Stadtrat Wege und Stadt verordnetenvorsteher Caspari beteiligt. Hoffmann gab den Kassenbericht, der infolge des Streiks nicht so günstig wie bisher abschließt. In der Diskussion wurde scharf die sehr anfechtbare Tarifa politik des Maschinisten- und Heizer- Verbandes tritifiert und die Einheitsorganisation gefordert. Polenste gab bes kannt, daß für Juni eine Stundenlohnerhöhung von 7 M. und für Mai eine Teuerungszulage von 1000 M. gefordert worden ist. Einstimmig wurden die Extrabeiträge für die streifenden süddeutschen Metallarbeiter beschlossen. Bagoda schinski behandelte erneut die Beschickung des Gewerf schaftskongresses und den Protest der SPD.- Fraktion, die durch Verlassen des Saales die Wahlen unmöglich gemacht haben. Weiter wandte er sich gegen die Forderung der Verhältniswahlen Nachdem Polenste das Verhalten der SPD- Fraktion in Schuß genommen hatte und eine paritätische Liste verlangte, wurde nach ausgiebiger Debatte beschlossen, daß es bei der Aufstellung einer Ich gebe Ihnen die feierliche Versicherung ab, als Kanzler und Bezirksverband Berlin- Brandenburg U.S. P. D. gemeinsamen Liste der USP. und NPD. bleibt. auch im Namen der Reichsregierung, daß ich mich mit Ihnen ganz loyal auseinandersetzen werde. Es werden nur ganz wenige Einzelfälle bleiben." Aus diesen Einzelfällen sind im Bereich der Eisenbahndirektion Halle 407 geworden und im Breslauer Direktionsbezirk nur 500 Beamte und Anwärter! In anderen Bezirken sind die Zahlen nicht piel niedriger. Wenn beachtet wird, daß der Reichskanzler außer dem die Zusicherung gab, daß die Eisenbahner in der Provinz, die ja nur der Parole gefolgt sind, nicht gemaßregelt werden sollten, so ergibt sich schon aus diesen wenigen Angaben, daß hier ein Wortbruch vorliegt, wie er nicht krasser gedacht werden kann. Die Regierung bezw. das Reichsverkehrsministerium hat nicht eine der Vereinbarungen gehalten. Ja die Geheimratswirtschaft in Groeners Reich ging so weit, daß alle möglichen Anstrengungen gemacht wurden, um Eisenbahnbeamte aufzustöbern, die auf Grund zweifelhafter Angaben gemaßregelt werden sollten. So find viele Lokomotivführer beschuldigt worden, daß sie„ Sabotage" begangen hätten. Während in einigen Direktionsbezirken Lokomotibführer der Sabotage beschuldigt wurden, weil sie die Dampftessel von Wasser entleerten und das Feuer aus der Lokomotive entfernten, wurden beispielsweise von der Direktion Magdeburg Beamte entlassen, die das nicht taten, so daß die Maschinen durch Frost usw. schtver beschädigt wurden! gegen die Eisenbahner vorgehen. Das Urteil gegen Scharf= schwert und Menne zeigt zur Genüge, wie loyal die Regie rung ihre Abmachungen mit der Reichsgelverkschaft einhielt. Wir wissen weiterlin, daß es sich Groener angelegen sein läßt, sich eine gefügige gelbe Rausreißer-, Gewerkschaft" zuzulegen, der gegenüber Milderungen" zugestanden wurden. Nun hat ja Groener auf Grund der Anklagen des Genossen Aufhäuser sich beranlaßt gesehen, zu erklären, daß„ grundsäglich leine neuen Untersuchungen wegen Streifbergehen eingeleitet werden sollen". Ausnahmen in besonders schweren Fällen sollen seiner persönlichen Genehmigung unterliegen. Wir berichteten bereits in Nr. 218 darüber. PP Aber angesichts der Anklagen, die in der hier besprochenen Denkschrift niedergelegt wurden, werden nicht nur die Eisenbahnarbeiter, sondern darüber hinaus die deutsche gewerkschaftlich organi sierte Arbeiterschaft alle Veranlassung haben, wachsamen Auges die Politit in Groeners Reich zu berfolgen. Denn die Regierung und das Verkehrsministerium haben bis jetzt nur den einzigen Beweis erbracht, daß sie sich nicht nur nicht an Abmachungen hält, sondern auch berfassungswidrig gegen die Eisenbahner vorzugehen beliebt. USPD.- Metallarbeiter! Am Montag, den 22. Mai, abends 6% Uhr, Hindet in der Schulaula Weinmeisterstr. 16/17, eine wichtige Versammlung sämtlicher USPD.- Funktionäre einschließlich Betriebsräte statt. Die Wichtigkeit der Tagesordnung macht das Erschei nen sämtlicher Genossen aur strengsten Pflicht. Partei- und Gew.- Ausweis legitimiert. Bez.- Verb. Berlin Brandenburg USPD. J. A.: A. Holz. Betriebsfunktionäre Deutscher Werkmeister: Verband. und Vertrauensleute. Afa.- Marten für streifende Metall arbeiter in Süddeutschland sind in der Geschäftsstelle, Berlin C. 2, Stralauer Str. 56, in Empfang zu nehmen. Betriebsräte. Wir machen darauf aufmerksam, daß am Montag, den 22. Mai, nachmittags 8 Uhr, in den Kammer spielen des Deutschen Theaters, Schumannstraße, die Gruppenvollversammlung der Betriebsräte der Gruppe V ( Freie Berufe) stattfindet. Die Gruppenvollversammlung der Gruppe XIII( Verkehr) findet am Dienstag, den 23. Mai, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus Saal 4, statt. Es ist Pflicht aller Genossen, diese Versammlungen zu besuchen. Bez.- Verb. Berlin Brandenburg USPD. J. A.: A. Holz. Knorr- Bremse! Am Sonnabend, den 20. Mai, abends 8 Uhr, findet bei Winzer, Weserstraße 14, eine wichtige Fraktionsversammlung aller USPD.- Mit glieder statt. Der Fraktionsvorstand. ... Arbeiter- Sport" Wochenschrift zur Förderung der Spor.bewegung in Arbeiterkreisen. Publikationsorgan des Kartell Verbandes GroßBerlin und des 1 Kreises des Arbeiter- Turn- und Sport- Bundes. Der Arbeiter- Sport" vertritt die Interessen des revolutionären Arbeitersportlers. Er will nicht nur Sportzeitung, sondern gleichzeitig auch Kampforgan sein. Der ,, ArbeiterSport wirkt in dem Bewußtsein, daß der Arbeitersportler ein tätiges Mitglied der proletarischen Kämpferschar sein muß. Der Arbeiter- Sport wendet sich gegen alle bürgerlichen Sport- Organisationen und gegen die, die durch Neutralitätsbestrebungen des Sportes zur Verflachung des politischen Kampfes die Hand reichen. Er fördert den Sport, dessen Wahlspruch lautet: ,, Unsere Aufgabe ist, dem revolutionären Froletariat an Körper und Geist gestählte Kämpfer heranzubilden." Jeder klassenbewusste Arbeifersportler liest den„ Arbeiter- Sport" Er ist das einzigste Organ, welches seine Interessen wahrnimmt. Verlag des, Arbeiter- Sport" Berlin SO 16, Köpenicker Str. 108 Das Unterstügungsgeseh für Empfänger von Invaliden-, Alfers-, Wiwen- und Waisenrenten Bon Arbeitersekretär Rud. Weck mit Nachtrag: Erhöhung der Unterstützung vom 1. April 1922 ab. Preis 6.- Mark. Buchhandlung, Freiheit" Berlin C 2, Breite Straße 8-9. Annahme in allen Speditionen des Berlages- Geschäftest. Berlin C2 Breite Giraße 8-9 Kleine Anzeigen Das Überschriftswort 2 50 M., jed. weitere Wort im Zert 1.25M neito Stellengesuhe: Überschriftewort 2.-, jed. weit. Wort i Zegt 1.50 M. Verläufe Central- Leihhaus Jägerstr. 71, Ede Ra Berufsbekleidung Hofen- Bentrale nonierstr., tägl. Ber- faufen Sie am billigsten fauf von hocheleganten Weidenweg 19 Straßen, Eutaway. im gelben Laden. Smoking u. Frac- An- Freitag u. Sonnabend Räderweiblich. zügen sowie Schlüpfern besonders billige Preise. Leiterwagen, Saften- u. Raglans au fpott wagen und alle Sorten billig. Preisen,( Keine Erfagräder. Kinderwa- Lombardware). gen, Puppent. 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