Itt. 354. Abonnements■ Dcdlngungen: Abonnements- Preis pränumerando! «ierleljährl. SLo MI., monatl. t.ioMl., Ivöcheutlich 28 Pfg. frei ins Hau«. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit tllustrirter Sonntags- Beilage„Tie Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Marl pro Quartal. Eingetragen tn der Post- Zettnngs- Preisliste für 1897 unter Nr. 7437. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 2 Marl pro Monat. Srschriul täglich auljer Wonlag». 14. Jahrg. Die Jnfertioits- Gebühr beträgt für die fechsgefpaltene Zlolonel- zetle oder deren Raum so Pfg., für «ereinS- und BerfammlungS-Anzeigen, sowie ArbeitSmarll 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis s Uhr nachmtttags tn der Expedition abgegeben werden. Tie Expedilion ist an Wochenlagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festlagen bis o Uhr vormittags geössnet. Berliner Volks�lnkk. Zlernsprechrr: Hm» I, Nr. 1508. Telegramm-Adresse: „Soxialdeniolirat Berlin". Zentralorgan der sozialdemokratischen Kartei Deutschlands. Htednkliou: 8V. lg. Weuly-Straße 8. Sonnabend, den 30. Oktober ISDV. ßirpeditiott: SW. 19. Benty-Straße 3. .»Mebev den Baefcictt*4. In dem unglücklichen Versuch, welchen die„Konservative Korrejuoudenz" gemacht hat, um unseren Artikel über die „eutscheidende Stelle" zu widerlegen, kommt um Schlüsse der Passus vor: Tie Sutscheidirng kam, immer nur an einer Stelle ausgeübt werde», die über de» N l a s s e» n» t e r s ch i e d e n steht, 5ie also zum beste» des Gemeinwohls den Ausgleich wider- strebender Elemente herbeizuführc» vernmg. Nicht nur nach gött- lichem, sondern auch nach mensSilicheln Reichs- und Landcs-Rechl sieht an dieser Stelle der Monarch und keine„Volks- souverünelät", am allerwenigsten aber die sozialdemokratische Klassensoaveräuctüt, wird>n> stand« sei», dieses Recht zu beugen oder zu verschränke». Mit solchen Phrasen, wie sie der„Vorwärts" in die Menge zu schleudern liebt, wird unser monarchisches deutsches Volk sich nicht ködern lasse». Gut gebrüllt! Mit den sinnlosen Phrasen der Herren Junker wird das deutsche Volk sich gauz sicher nicht ködern lassen. Die„entscheidende Stelle" soll„ ü b e r den Klasscnunter- schieden" stehen. Betrachten wir diese Phrase. Uebcr den Klassenunterschieden stehen kann kein Mensch. Es ist das eine Unmöglichkeit. Denn stellen wir uns auf den Standpunkt des Klassenkampfes, wie die„Konservative Korrespondenz" in ihrer naiven Unbewußtheit der Konsequenzen gethan hat, so theilen wir damit die Gesellschaft in zwei von einander abgegrenzte Klassen, z w i s ch e» denen gewisse unentschiedene Elemente hin und her schwanken, über die sich zu erheben jedoch in der Macht keines Menschen ist. Den Wunsch, das Bestreben mag dieser und jener wohl haben, allein dieser Wunsch ist eine Utopie. Der Wunsch drückte sich, wenn auch nur audeutnugs iveise, in den Fe b r u a r- E r l a s s e n des jetzigen Kaisers ans. Dem Monarchen war es sicherlich ernst mit seinem Wunsch, und er hat sicherlich, unter Benutzung der ihm zu Gebote stehenden Machtmittel, sich nach Kräften bemüht, den Wunsch zu verwirklichen. Und der Erfolg? Jedermann, der die Geschichte der letzten sieben Jahre verfolgt hat, weiß, daß das Programm der Februar-Erlasse nicht verwirklicht worden ist. Sie sind nicht verwirklicht worden, weil die? eine Uu- Möglichkeit war. Der Monarch kann beim besten Willen die Gesetze nicht ändern, nach welchen die Entwickelung der bürgerlichen Gesellschaft sich vollzieht. Das Schicksal der Februar-Erlasse ist der schlagendste Beweis für die Richtigkeit unserer Anschauung. So wenig der Monarch sich über die Klassenunterschiede emporschwingen kann, ebenso wenig kann er sich über die Parteien erhebe». Die Parteien und der Parteicnkamps sind ja das politische Ergebniß der Klassenunterschiede, oder richtiger gesagt: der Klassengegensätze. Und es ist eine bc- kannte, jetzt ziemlich allgemein anerkannte Wahrheit, daß mit der Zuspitzung der Klassengegensätze und Klassenintcresicn die politischen Parteien innner mehr zu ökonomischen I n t c r e s s e u g r n p p e n und Juteressenarmeen sich gestalten müssen. Das Wort, daß der Monarch über den Parteien stehe, ist uralt. Es kam auf zur Zeit, wo der Begriff des Gottes- giiadciithums und des absoluten Kömgthnms«uSspintisirt ward. Und es ist in ein System gebracht worden; am plnmpcsten von den journalistischen Hausknechten des preußischen Juukerthnms, das, nachdem ihm seine raubrittcrliche Rebellion gegen das Haus Hohenzollern mißlungen war, oieseS durch überschwungliche Belheueruugcn der Loyalität zn seiner Drahtpuppe machen wollte— nach dem berühmten Sprüchlein: *„Der König absolut! — Wenn er unfern Willen t h u t." Besonders eifrig ward dieses„System" gepflegt von dem Erzjunker Bismarck, der zur Durchführung seiner„natio- ualen" Umslurzpolitik des preußischen Königs bedurfte. Wie er den Monarchen für seine Pläne gewann, und wie er ihn mißbrauchte,— wie er ihn 1864 in den schleswig- holsteinischen Fragen täuschte,• wie er ihn 1866 hinters Licht führte und in den Bruderkrieg mit Oesterreich trieb— wie er ihn durch„Redaktion" der Emscr Depesche und deren Ver- Wandlung aus einer Chaniade in«ine Fanfare zum„heiligen Krieg" gegen Frankreich uöthigte-- das ist im Gedächtniß aller Lebenden, die Augen haben zn sehen und Ohren zu hören, und das ist von denen, die es vergessen haben, bei Lamarmorn, Bcucdetti und Bismarck's eigenen Reklameschreiber» nach- znlcsen. Als Bismarck zur Konfliktszeit das fortschrittliche Bürger- thmn nicht überwältigen konnte, setzte er den„Acheron" in Bewegung, holte sich ans Frankreich das rothe Gespenst und laufte das„über den Parteien stehende Köuigthum":„Soziales Königthum". Die Hohenzollern waren„Könige der Bettler", das Hohenzollernthnm ein Königthum, das die Schwachen gegen die Starken schützte, den Gegensatz zwischen Arm und Reich aufhob und das Räthsel der modernen Sphynx: die soziale Frage, löste. Was aus dieser Legende von den„Königen der Bettler" frais des guenx) geworden ist— wie die Herren Junker selbst die Bettler waren, die sich hinter dem„König absolut" versteckten, um auf Staatskosten mit Liebesgaben gefüttert zu werden— nnd wie die Arbeiter unter dem Regiment der »kaiserlichen Botschaft" vom sozialen König- oder Kaiserthum mit der Peitsche des Sozialistengesetzes traktirt wurden, das ist G e s ch i ch t», das braucht nicht gesagt zu werden. Unter Wilhelm I. trat die Thatsache, daß der König nicht über den Parteien steht, in den Hintergrund, weil die Person des Monarchen durch die Person seines„Handlangers" Bismarck vollständig überschattet ward. Der„treue Vasall" deckte sich zwar, obgleich er dies anderen anfS heftigste verbot, bei jeder Gelegenheit in denkbar nnritterlichster Weise mit der Person des Monarchen, allein er überragte ihn zugleich so, daß nur seine Person vor der Welt stand, und daß all,. Verantwortlichkeit auf seine Person fiel. Nach dem Tode Wilhelm's I. nnd dem kurzen schatten- hafien Zwischenspiel des unglücklichen Friedrich III. änderte sich das Verhältnis; durchaus. Der neue Monarch„zerschmetterte" den Fürsten Bismarck, wurde sein eigener Reichskanzler nnd brach— nach einem kurzen Anlauf, um, durch die Februar- Erlasse, einen festen Punkt über den Parteien zn gewinnen— impulsiv mit der Utopie der Partcilosigkeit. Er faßte es als seine königliche Pflicht auf, in dem Kampf der Parteien nicht zu vermitteln, sondern an der Spitze der einen der beiden kämpfenden Parteien gegen die andere zn kämpfen. Alle Elemente der Ordnung, d. h. wie die Dinge nun einmal liegen, alle Anhänger der kapitalistischen Wirthschaft, rief der Monarch ausdrücklich unter seine Fahnen zum Kampf gegen die Parteien des„Umsturzes", d. h. gegen den S o z i a l i s in n s. In schärferer Fcinu Partei zu ergreifen, ist einfach un- möglich. Was soll da noch das Gefasel der„Konservativen Kor- rcspondenz", daß der Monarch über den Klafsennntcrschieden stehe? Hinter dieser heuchlerischen Phrase verbirgt sich das „Königthum absolut, wenn es unseren Willen thnt". Wird der Monarch in den Porderguud des Parteikampfes gestellt, so ist er mit Nothwcndigkcit auch den Hieb-, Stich- nnd Schußwunden des Parteikampfes ausgesetzt; der Papier- schild des Majestäts-Paragraphen giebt da keinen Schutz. Im Gegentheil: jever Majestätsbeleidiguugs- Prozeß ist ein Stoß ins Herz des monarchischen Glanbens. Der in den Partcikampf gezerrte Monarch fordert natur- ?emäß die Leidenschaft der in seinem Namen Bekämpften erans; er ist deshalb augewiesen auf die Unterstützung seiner Partei; und die Partei des Monarchen zu f ü h r e n, das ist in preußisch-Deutschland sein„ G e b n r t s r e ch t", welches die Junker für sich in Anspruch nehmen. Wer dies erwägt, begreift sofort das Spiel unserer Junker, begreift, warum sie den'Namen des Monarchen immer mehr in den Partcikanipf hineinziehen.'und den Monarchen selbst den breiten Volksmasseu immer mehr zn entfremden suchen. Bn England, wo das Gottcsguadeutbum schon vor ahren beseitigt wurde, ist die Monarchie wirklich ü b e r die Parteien g e st e l l t worden. Es wurde dies dadurch erreicht, daß die Person des Monarchen durch Einsetzung verantwortlicher Rathgeber(Minister, Staats- sekretäre) persönlich von jeder politischen Verantwortlichkeit befreit ward. Das preußisch-dentsche Junkerthum haßt aber die parlamentarische Regierung, weil sie den dauernden Miß- brauch der Monarchie zu persönlichen und Kliquenzwecken aus- schließt. Kein Zweifel, daß die Monarchie in dein parlarnentari- scheu England weit fester eingewurzelt ist, als in dem juuker- liehen Deutschland. Hören wir, was in dieser Beziehung ein ultramonarchischer Mann, der ehemalige Reichsgerichtsrath Mittelstadt, über die Wirkung des persönlichen Reoiments, wie es jetzt in Deutschland sich geltend macht, in seinem von uns schon be- sprvchenen Briese sagt: „Indem der Kaiser, sletS sich selbst und seine Person repräsenlirend, allzu dauernd und allzu persönlich handelnd sorl- gesetzt im scharf beleuchtete» Vordergrund« der Staalsbnhne stellt, läuft er Gefahr, sich selbst, seine Krone, sein könig- licheS Ansehen nnd seine lonveräne Herrschaft vor der Zeit zu verbrauchen. „Ich besorge, in Ihrer Sphäre, verehrter Freund,»ahnt man kaum, wie entsetzlich rasch sowohl in den Kreisen unseres Le- amtenthnmS, wie in den weiten Schichten deutschen ViirgerthumS die Einpfindnugen persönlicher Verehrung, ehrerbietiger Scheu, rückhaltloser Treue dein Träger der deutschen Kaiserlrone gegen- über sich verflüchtigt haben. WaS darüber wegtäuschr, ist einmal der rothe Lappen der Sozialdemokratie nnd zum andern Theil eine ungewöhnliche Anhäufung charakterloser Feig- heit nnd serviler Heuchelei... „Wir stehen auf dem heißen, vulkanisch durchwühlten Boden des Deutschen Reiche», um die Milte dieses Jahrhunderts durch eine Revolution z u r e ch t gefurcht, später durch Krieg, Eroberung, den Sturz von Thronen, durch den p a p i e r n e n Vertrag einer neuen Verfassnngsnrknnde und durch das allgemeine Stimmrecht zusammengeknetet und s a n? t i o n i r t. Ein allzu persönliches Regiment, das diese Lage der Dinge nicht mit aller Schärfe unermüdlich im Auge behält, wird trotz allen individuellen Tugenden und allen edlen Absichten des Regenten der deutschen Monarchie früher oder später eine Katastrophe bereite n." Aber unsere Junker wollen ja eine Katastrophe. Sie haben bei einem„Kladderadatsch" nichts zu verlieren, und je tiefer die Kluft wird zwischen deni Monarchen und den breiten Volksmasse», desto üppiger blüht der Junker weizen. politische Mebevstchk. Berlin, 29. Oktober. Kein Kanzkertvechsel! Das Wolff'sche Bureau ver- breitet heute Abend folgende zwei Depeschen: „Berlin, L9. Oktober. Seine Majestät der Kaiser statiete heute vor der Abreise von Berlin dem Herrn Reichskanzler einen längeren Besuch ab. Berlin, 29. Oktober. Nachdem der Bnndesrath seine Plenarsitzungen wieder ausgenommen hat, wird demnächst der Entivurf der Militär- Strasprozest- Ordnung zur B e r a t h u n g nnd Beschlußfassung gelangen. Damit ist die Vorlage des Entwurfs an den Reichs- t a g gesichert." Mit diesen hochosfiziösen Auslassungen ist endlich etwas Klarheit in den Nebet von Vermnthnngen und Gerüchten gekommen, in den seit Monaten die wichtigsten Fragen der Reichspolitik eingehüllt waren. Und die Aufklärung, die uns die obigen Mittheilnngcn geben, ist ersrcnlichcr, als von mancher Seite in letzter Zeit erwartet wurde. Fürst Hohenlohe wird weiter im Amte verbleiben nnd er soll in die Lage versetzt werden, den versprochenen Entivurf der Militär-Strasprozeß-Reform vor den Reichscafl zn bringen. Es wird sich nun fragen, welcher Art der Entwurf sein wird, ob er Grundsätze vertreten wird, welche„modernen Rechtsanschanuugen" entsprechen, wie der Reichskanzler eS!>» Frühjahr 1896 versprach. Es wird sich fragen, ob die mächtigen Widersacher der Reform, da sie ihren Willen nicht durchzudrücken vermochten, doch wenigstens nur eine solche Reform zuließen, die das deutsche Volk nicht als eine wirkliche Reform anzuerkennen vermag. Wir wollen dies nicht hoffen. Wir wollen hoffen, daß die Regierung eine Vorlage bringt, die den jahrzehnte-alten Wünschen des Volkes vollauf entspricht. Longe, überlange hat es gewahrt, bis die Regierung flcki zur Ausführung ihrer Zusagen entschlossen hat. ES bednrfte dazn zäher. Arbeit, rastlosen Drängens, unablässigen Fordern:! seiiens derer, welche im Namen des Volkes, im Namen der deutschen Soldaten die Reform forderten. Nicht vergeblich war dieses Bemühen. Sollte aber, zu welcher Besürchtung nur zn viel Anlaß vorliegt, die Reform nur eine unzureichende Halbheit werden, so wird das Verlangen nach einem ganzen Werke, nach völliger Bcsriedigiing der berechtigten Wünsche des deutschen Voltes sortdancrn nnd sich Geltung zu schaffen wissen! Tie badischcn Landtagswahlen werden überein» stimmend von den Organen aller Parteien als ein schwerer Schlag für die nationalliberale Partei ausgelegt, selbst die »ationalliberale Presse muß sich ins unvermeidliche fügen nnd den Zug nach links, das Abrücken der breiten Volksschichten von der nationalliberalen Partei offen eingestehen. Eine Privatdepesche meldet uns: : Das endgiltige Resultat ist: Die N a c i o n a l l i b er u le n verlieren fünf Sitze, und zwar drei, zwei in Karlsruh« nnd einen in Mannheim, an die Sozialdemokraten, einen, den dritten Karlsruher Parka- inentSsitz, an die Demokraten, einen. Heidelberg- Land, an die Antisemiten. Der bisher von Stegmnller vertrelene Kreis Lörrach» Stadt geht an die Freisinnigen über. In der nächstin Kammer werden neben 27 Nationalliberalcn 21 Mit» glieder der Zentrumspartei, je 5 Sozialdemokraten und frei- sinnige Demokraten, je 2 Antisemiten und Konservative und ein reiner Freisinniger sitzen. Ans Maniiheim wird der„Frankfurter Zeitung" gc» meldet: Als eine Ironie des Schicksals muß man«S bezeichne», daß das indirekte Wahlsystem auch diesmal für die Sozialdeiuokraiie Vorihcil gebracht hat.' J»l Vcrhältniß zu den abgegebencn Slimmen hatten nämlich auf die Sozialdemokraten nur 24? (statt 338), ans die Dcinokraien dagegen IVS(statt 47) nnd auf die Nationalliberalen 136(statt 103) Wahlmänner enlsatleu müssen.— Tas österreichische Abgeordnetenhans hatte gestern seine erste Abendsitznng zur Berathung des für den Grafen Badeni zur Lebensfrage gewordenen AuSgleichsprovisoriumS. Man dachte, daß die Obstruktion nun gebrochen fei, die ganze politische Welt war begierig, ob die deutsch- bürgerlichen Parteien zur Abstinenzpolitik schreiten würden. Sie haben sich dieses Mittel aufgespart nnd gleich den irländischen Obstruk- tionisten das Todtreden versucht. Und eS muß anerkannt werden, daß sie dieses Mittel in einer alle Vorbilder in der parlamentarischen Geschichte übertreffenden Weise anzuwenden verstanden. Gestern Nachmittag hatte sich das österreichische Ab» geordnetenhans auf 7 Uhr abends vertagt, und von da ab tagte das Abgeordnetenhaus ununterbrochen volle 27 Stünden. Die Sitzung endete mit einem vollen Siege der Obstruktion. Die Majoritätsparteien, die mit aller Gewalt, mit den Mitteln änherster Rücksichtslosigkeit, durch Erzielen der körperlichen Erschöpfung bei den Mitgliedern der Opposition die erste Lesung des Ansglcichsprovisorinms in einer Sitzung durchsetzen wellten, haben selbst beantragen müssen, daß die Sitzung, nachdem sie über einen Tag gedauert hat, ab- gebrochen werde. Die nächste Sitzung findet erst am nächsten Donnerstag statt. Gestern um Vs9 Uhr abends ergriff der liberale Ver- treter der Stadt Brünn, der Handclskammcr-Sekretär Dr. Otto Lecher, ein parlamentarischer Neuling, das Wort und sprach dann unnutcrbrochen 12 Stunden. 12 Stunden stand und redete der Abgeordnete. Seine ganze Erholung bestand in drei Pausen zu je zehn Minuten. Ais die Morgenstunden anrückten, wurden ihui weitere Pausen von den beiden Vizepräsidenten Abrahaniowicz(Pole) und Kramarz(Czcche), die im Vorsitz abivcchselten, verweigert. Lecher bekam von seinen Freunden fortwährend erfrischende Getränke, zumeist Kaffee, in den Saal. Zuerst störte diese große rednerische und parlamentarische Leistung der Antisemit Wolf, der sich stets viel mehr als Korpsbursche wie als ernster Politiker benahm. Er schimpfte, schrie und polterte ununterbrochen, während Dr. Lecher redete. Nachher erst beruhigte er sich und ließ Dr. Lecher allein das Feld. Um Veö Uhr morgens gewährte Kramarz dem Redner fünf Minuten Pause. Nach Ablauf dieser Zeit rief Kramarz:„Ist Dr. Lecher schon da Stürmische EutrüstungSrufe links:„Das ist schäbig!" Lecher sprach fort. Nun riefen die Sozialdemokraten, man solle den Stenographen und Dienern eine Pause gewähren. Rufe links:„Geben Sie eine Stunde Pause!" Es folgte ein großer Tumult, da Kramarz de» Abg. Lecher aufforderte, weiter zu sprechen. Tie Linke verlaugte fortgesetzt Sitzuugsschluß. Kramarz antwortete:„Während der Rede eines Abgeordneten darf kein Autrag gestellt werden." Schließlich unterbach Kramarz die Sitzung auf zehn Minuten, worauf ihn Abraham o- wicz ablöste, was die Linke mit tosendem Lärm aufnahm. Abrahamowicz rief:„Wollen Sie alles mit Gewalt durchsetzen?" Abg. Kaiser:„Das ist Meuschenschiudcrci!* Abg. H o f- mann»Wellen Hof:„Wo ist Badem? Er soll herkommen!" Kramarz:„Wenn Lecher seine Rede beendet bat, werde ich über dcu Sitzuugsschluß abstimmen lassen." Die Abgeordneten der Linken bearbeiten die Pulte mit Pult- brettern. Vizepräsident:„Ich werde gewiß nicht nachgeben." Die Linke antwortet mit großem Tumult, im Saale wird ge- pfiffen. Um VlS Uhr endlich schloß Dr. Lecher seine Rede, die genau 12 Stunden gedauert hatte, mit den Worten:„Die Deutschen in Oesterreich iverden sich weder ergeben noch sterben." Der Redner wird von der Linken stürmisch beglückwünscht, die Abgeordneten schwenken mit Tüchern. Hierauf wird der von der Linken beantragte Sitznugsschlnß in zwei nament- lichen Abstimmungen abgelehnt und die Sitzung nimmt ihren Fortgang. Der Abgeordnete Lecher war bis zur letzten Minute außerordentlich frisch, ging aber nach Hause, um zu ruhen. Seine Parteigenossen übersandten ihm einen Lorbeer- kränz in seine Wohnung. Nun begann der Kampf der Linken gegen die Fortsetzung der Sitzung. Sie verlangte Pause, dann Sitznngsschtnß, dann eine Aufforderung an die Minister, im Saale anwesend zu sein. Hierüber wurden insgcsainmt nament- liche Abstimmungen beantragt. Abg. Pfersche(dentschfortschr.) sagte: Mit Rücksicht auf den S ch in n tz, Dun st n n d Staub im Saale und da die Abgeordneten selbst sich nicht mehr in e i n e in gesellschaftlich prüf en table n Zustande befinden, beantrage er, die Sitzung geheim zu erklären und die Ab- stimmung hierüber in geheimer Sitzung vorzunehnie». Da die Anträge genügend unterstützt wurden, wurden die Zuhörer entfernt. Nun beginiien zahlreiche geheime Abstimmungen. Zur Rede Lecher's beruerkt der Bericht der„Boss. Ztg.", den wir außer Privatdepeschen benntzen, daß sie durchaus sachlich war, mit scharfen Angriffen auf die Regierung.— «* » Deutsches Reich. Herrn Podbielski's Eifer, Wünsche der Handel- treibenden Bevölternng zu erfüllen, wird in den Zeitungen so gc- rühmt, daß die bedenkliche Kehrseite seines Reforineisers, die Wirkung auf die Beamtenschaft viel zu wenig beachtet wird. Durch Herrn Podbielski soll die Mittelschicht der Postbeamten möglichst verringert werden. In den nächsten S Jahren sollen mittlere Stellen überhaupt nicht mehr besetzt werden, der Schalterdienst soll von Militäranwartern und der Werthzcichenverkanf von elend mit 2?Rark pro Tag besoldeten weiblichen Beamten besorgt werde». Mit dein Ersatz der halbwegs anständig bezahlten Beamten durch minder befoldele, sich für den Verkehr mit dem Publikum nicht besonders eignende, scheint »uis die Ermäßigung der Telephongebühren, der nur wenigen Leuten zu gute kommende Nachtdienst beim Telophon, die Erhöhung der Gewichtsgrenze zu lheuer erkaust. Henvii George f Soeben kommt die Nachricht, daß Henry George, der SA den New-Uorker Bürgermeister- Wahlen kandidirte. nachdem er am Donnerstage noch in 4 Versammlungen Ansprachen gehalten, an, Freitag morgen an eine», Schlagansall gestorben ist. Gerade in dem jetzigen Moment wird der Verlust, den die radikale Bc- wegnng in den Vereinigten Staaten dmch den Tod dieses un- erschrockenen Kämpen»ind feurigen Redners erleidet, doppell schmerzlich empfunden werden. Am 2. November sollten die Wahlen stattfinden. Die Gährmig in der New-Aorker Eniwohnerschnst, die durch die schamlose kommunale Korruptioiispolilik des herrschende» Stadlklüngcls, der Tnunnanybande,»us ihrer Lethargie aufgerüttelt worden, war außerordentlich. Unter de» drei Kandidaten, die von den verschiedenen Parteien der Opposition aufgestellt waren, stand Henry George de» Interessen der Arbeiterschaft weitaus am nächsten. Seine kkan- didatnr wurde, wenigstens von einem Theil der Arbeitervereine, mit größter Begeisterung aufgenommen. Die Aussichte» für seine Wahl waren, nach einer vorläufigen Stimmenzählung, die ein New- Aorker Blatt angestellt, nächst den Aussichten des vo» dem Tammany- ring aufgestellten Kandidaten, weitaus die günstigste». ES ist an- zunehmen, daß die Masse seiner Anhänger NU»«inei» der anderen Oppositionskandidaten zuströmen und daß durch diese Konzentration der Sliunnen die Tammany-Kandidalur aufs Haupt geschlagen werden wird. Henry George hat das Alter von 83 Jahren erreicht. Er war der Sohn eineS Zollbeamte», in Philadelphia besuchte er die Volksschule und trat im Alter von 13 Jahren als Setzerlehrling i» eine Druckerei ein. Wechselvoll, echt amerikanisch, verlief sein Leben. Er wurde Schiffsjunge, dann Goldgräber, wiederum Schriftsetzer, Redakteur, gewann Geld, verlor es wieder durch Spekulalione», lebte eine zeit- lang als kleiner Beamter in Kalifornien und in dieser Stellung schrieb er das Buch, das seinen Name» mit einein Schlage i» seinen, Vaterlande wie in England, dann weiterhin auch aus dem enro- päische» Kontinent berühmt gemacht:„Forlschritt und Nrmuth". Das Buch, welches im Jahre 1379 Herauskai», schien sogar eine neue praklisch-politischc Bodenrcsorm-Bewegung einleiten, oder wenigstens die schon vorhandenen Aiisätze einer solchen mächtig entfalte» zu sollen. In de» 80er Jahren bildete sich in Amerika eine George-Pariei, die zeitweise große Dimensioiie» aii»ahi». Im Jahre 1833 kandidirte er, von der unabhängigen Arbeiterpartei aufgestellt, zum ersten Male bei den Neiv-Norker Bürgenneister-Wahle». Wenn er auch nicht durchdrang, vereinigte er doch— ein gänzlich unerivarteter Erfolg >--» mehr älö 37 303 Stimmen auf feine» Namen. So rasch die Fluth Auch unter Herrn Podbielski's Leitung macht die Neichspost keinerlei Aiissniu», sich zu einem sozialpolitischen Musterbetrieb zu entwickeln.— — Ein« Z» s a m m e n st e l l u n g der geplanten Post- re formen wird jetzt veröffeulltcht. Das Höchstgeivicht der ein- jachen Briefe wird ans 23 Gramm erhöht, die Ermäßigung der Gebühren für Posta» weis migtii geringeren Betrages und die Fest- setznng des Meistbctrages für Postanweisiingcn von 433 ans 333 M. ist angeregt, aber iiichl erledigi ivorden. Auch die Erörterung der Frage, ob eine Porloermüßigling im Nahv«, kehr erfolgen köinile, iii der Weise, daß ver Sindipostbrief von 2S3 Gramm nur 5 Pf. koste, hatte kein abschließeiides Ergebniß. Betreffs der Verlegung des Schalterdicnsles an den Sonntagen von de» Nachmittagsstnnden auf die Mittagszeit ginge» die Meiniiiigen der verschiedene» lokalen Verhülinisse ivegen ansemander. Die Einrichtung von Briestästen i» großen Geschäilshäujern aiif deren Kosten wurde angenommen. Es iverdenPostanweisnngS-Formnlaremit angeI)äiigte>nO.Nittu»gs- formnlar fortan zur Venveiiduiig kommen. Die Ansdehiiung des Fernsprechverkehrs auf das platte Land fand allgemeine Auffünnning. Jeder kleinere Ort erhält eine öffent- liche Fernsprechstelle. Die Realisirnl'.g des Iheure» Projekts ist nur möglich, wen» die JnUreffente» die Stangen für die Leitung kostenlos hergeben. Eine Erleicliterinifl des BahnpostverkehrS derart, daß Drucksache» und Waarenprobeil nicht mit Schnellzügen befördert werden sollen, wurde gutgeheißen.— — Di«„Konserv. Korresp." behandelt die jetzt iiiner- halb der Sozialdemokratie gepflogenen Debatte» über die Bedenlnng des Hamburger Beschlusses betreffs der Landtagswablen. Das Blatt ergehl sich i» allerlei hämische» Beinerkniigen darüber, daß eine Einigkeit über diese Frage nicht vorhanden sei»nd daß, obwohl die „oberste Instanz" gesprochen habe, die Parteiführer sich doch noch l» allerlei Meiiinngsverschiedenheiien ergehen. Die„Konserv. Korresp." sollte es der Sozialdemokratie getrost überlassen, ihre inneren Angelegenheile» zu ordne», wie es.ihr ge- »ehm ist. Ganz drollig, weu« sich das Blalt über die nicht genügeiidc Achliliig vor den Beschlüffen der„obersten Instanz" beklagt, finte- malen die Partei der„Konserv. Korresp." überhaupt keine Partei- tage kennt, ivelche in selbständiger Weise die Partei-Angelegenhetten ordne» und die Richtschnur für die Thätigkeit der Parleisührer gebe» würden.— — Veröffentlichung von„schivarzen" Listen. NenerdingS sind von kaufmännische» Korporationen u. s. w. a» de» Justiz,»iiiister Aulräge wegen Vetöffeiillichuiig von Listen solcher Personen gerichtet worden, die den Offenbarnngseid geleistet haben. Diese Anträge haben die Unierstütznug auch einer Reihe von Handels- kamiNern gefunden. Die Frage wird bei der Revision der Zivil- Prozcßordnnng eingehende Erwägung finde». Wir regiftriren diese seltsame Nachricht. Wundern würden wir uns freilich nicht, wenn ste nicht demeiilirl wurde.— — Die Entscheidung des Ober-VerwaltnngS- g e r i ch t s b e z ü g l i ch G e b r a u ch der polnischen Sprache i>r Versnmmlnnge» erweckt die Erinnerung an die Debalten in der vorigen Landtngs'Session, welche sich an diese selbe Frage knüpften. Damals billigte Herr v. d. Recke die Ruflösung der in Frage stehenden polnischen Versammlnng, sodaß das jetzige Nrlheil sich in völligen Widerspruch zu», Minister gesetzt hat. Herr v. d. Recke hat allerdings schon vmiiäls die Möglichkeit, daß das Gericht so urtheilen, verde, ,vie es gcnrtheill hat, nichi ganz unbeachtet ge- lassen, sondern er hat erklärt, daß, im Falle das Ober-Verwallnugs- gericht nicht in seinem Sinne entscheide» würde, es sich »öthig machen werde, auf dem Wege der Gesetze g e b u n g gegen die polnische Agitation vorzugehen. Nachdem »»» wirklich Herr v. d. Recke vom Gericht„in. Glich gelassen" worden ist, was wird er nun thun? Wird er nach den»n- angenehme» Erfahrungen des letzte» Sommers dem Landtage ei» polnisches Ausnahmegesetz vorlegen? Die reaktionären Blätter sind schon bereit, den Minister dazu qnfzuinunterii. So fordern die„B. N. N." eine entsprechende A e n d e r u n g des V e r e i» s g e s e tz e s. Aber selbst dieses Blalt verkennt nicht, daß die Aussichten ans Annahme einer solchen Vorlage in diesen» Landtage keine günstige» seien und meint, die Regierung werde bis zur nächsten Legislaturperiode warten müssen. ?Nan sieht, die ReaktionSlente erwarten viel von dem nächsten Landtag. Nun. hoffentlich kommt es dahin, daß die Wahlen ihre Erwartungen zerstören und nicht einen noch volksseindlicheren, sondern einen«iivus besser zusammengesetzten Landtag schaffen werden.— — Herrn Professor Reinhold's D e b n t hat allgemein weuig Anklang gefiinden. Selbst Blätter vom Schlage der „Post", die den, sonderbare» Herrn„treffende Gedanken" nachrühmt, könne» sich mit der Art seines Auftretens»nd Redens»icht be- freunde». Auch in Nnivcrstlätskreise» selbst scheint der Herr nichts »veniger als willkommen geheißen zu werden, besonders die That- fache, daß der Inhalt seiner Antrittsrede schon vor der Lesung selbst im Druck fertiggestellt und an die Presse gegeben wurde, ivird als Verstoß gegen die guten Traditionen der Universität sehr übel vermerkt. Professor Delbrück erklärte, als er über gewachsen, so rasch ebbte sie ibieder. Die George-Parlei fiel bereits in dein nächsten Jahre auseinander: denn auf die Dauer ließ sich eine Agitation, die ans so ntopistischer Grundlage beruhte, nicht ans- recht erhalten. Auch in England, wohin er eine sehr erfolgreiche Agitationsreise unternomme», ist sein Einfli ß, trotzdem die dortigen Großgrundbesitzer- Verhältnisse Bodenreform- Ideen besonders nahe lagen, mehr und mehr zurückgegangen.— Tie denische Bodenreform- Bewegung, geleitet durch Michael Flur- scheim, einein Schüler Georgc's, der einige Aenderungen an der Theorie des Meisters vornahm, hat es überhaupt nie zu einigem Aufsehe» gebracht. Die ökonomischen Ideen George's sind, wie sympathisch das Feiier deS Vortrages niid eine warmherzige Volksfrcnndlichkeit des Mannes auch berührt, von hoffnnngsloser Berivomnheit. Er brachte es fertig, von einer Harmonie zwischen den Jntereffen der Arbeiter »nd des industriellen Kapital? zu reden, gestützt auf solche platten Arguinente, daß Profite und Löhne in Zeilen gnte» Geschäftsganges gemeinsam zu steigen, in schlechten Zeitei, g e m e i n s a>» zu falle» pflegen. Die freie Konkurrenz galt ihm daher als Slou plus ultra aller Harmonie und Gerechtigkeit. Nicht das allgemeine kapi- talistischeMonopol an den Produklionsmittel», sonder» das Monopol an Grund und Boden erschien ihm als die Quell« der tslnsbeiillliig. Der Umstand, daß in den Prod»klio»smitt«ln menschliche Arbeit bereits enthalten ist, daß ihr Werlh sich auf„Arbeit" gründet, während der Boden bloßes Naturgeschenk ist und einen nicht ans „Arbeit" gegründeten Werth hat, galt ihm als Grundlage für diese alle reale» Verhältnisse überspringende Slrgnmentation. Sei» Heil- mittel ist, fürs erste alle Stenern ans den Privatbesitz vo» Grund und Boden als die eigentliche Quelle aller Ansbenlung zu lege», u»d dann den Boden ohne Enifchädignng der Privateigeiilhnmer in Staalseigenlhum zu überführen. Die wunderliche» Reformpläne, die in den Vereinigten Staaten nur durch die Treibereien spekulativ- kapitalistischer Lanbankänf« zeitweilige Aktualität erhielten,»verde» als Ausfluß eines götiliche» NaturrechleS, von dessen Existenz Herr George genaile Keiintniß hat, vorgetragen. Immerhin in den verworrene» amerikanifche» Parteiverhälinissen, bei de», Fehlen einer großen geschlossenen, sozialistischen Arbeiter- parle, habe» die Gevrge'schen Ideen, weil sie das Eigenthum, ivenigstens i» einer seiner Gestalien, mit revolutionärein Feuer an- griffe», insoweit sicher günstig gewirkt, als sie die konservative Stumpfheit, ivelche die wirthschaftliche Orgauisatio» als unabäuder- lich Gegebeues, über jeden Zweifel Erhabenes aiistauiit. gründlich erschüttert haben. Ein Volksinann von glänzende» Gäben, dein nur das ivissenschastlich« Rüstzeug aus einer anderen Werkstatt hätte geliefert werde» sollen, ist mit Henry George dahingegangen. diese Angelegenheit befragt wurde:„die ganze Universität sei hierüber empört. Es sei geradezu ein Hineintragen der P a r t e i p S l i t i k in die Univerfität gewesen uud die Indiskretionen eine Verletzung d e S akademische» Anstandsgefühls. Die Universttät sei eine Lehrstätte und dürfe doch nicht in dieser Weise in die Oessentlichkeit gezerrt und zu p o l t t i s ch e n Zwecken mißbraucht weide». Die Vorlesungen würden doch nicht ge- halien,»in in der Presse publizirt zu werden. Wenn der Inhalt der Vorlesungen publizirt werden sollte, so geschähe das in Buch- form. Und ivenn ein Dozent für die Oeffentlichkeit bestimmte, poli- tische Vorlräge halten wollte, so würde es das in öffentlichen Ver- satumlungen thun." Das Interesse, welches wir an dieser Angelegenheit nehmen, bezieht sich weniger auf die sozialistensresserischen Unklarheiten und aus das taktlose Verhalten des Herrn Reinhold. Die auch politisch interessante Frage ist vielmehr die, ivie es möglich ivar, daß dieser Herr an die Berliner Universität berufen worden ist. Wer hat dein seltsamen Amtsgerichlsrath die Professur verschafft? — Herr Gaebel und der christliche Zeit- s ch r i s t e»- V e r e i n. Der„Franks. Zig." wird aus Berlin geschrieben: Herr Gaebel ist im Nebeiiamt mich noch Vorfitzeudcr des „ZenIral-?l»sschusseS für innere Mission"(an Stelle des zurückgetretenen Professors Beruh. Weiß). Und an den Zentral- Ausschuß für innere Mission ist auch die„Südivesldentsche Konserenz für innere Mission" angegliedert, die wiederholt össentlich vor der„fabrikmäßigen Zeitungs mache mit ihrer christlichen Firma und ihrem gewandten, um nicht zu sagen a u s d r i n g- j i ch e m Betriebe des Herrn Hülle gewarnt hatte. Als mm neulich die Männer der inneren Mission i» Bremen z» ihrem 29. Haupikoiigreb versammelt waren, siclllen Vorstandsmiiglieder der„Südwestdeutschen Konferenz" Herrn Gaebel wegen seiner Unterschrift uuter die amtliche Empfehlung zur Rede. Herr» Gäebel's Vertheidigniig erregte allgemeines 'Aufsehen. Der Präsident des Reichs-Versicherungsaints bekannte sich nämlich durchaus als Gegner der H ü l l e' s ch e n Zeit u» g?- mache, fügte aber hinzu, daß jede weitere Diskussion unnütz sei, da er jenes amtliche Eliipfehliingsschreiben nur gezwungen aus- gesandt habe, veranlaßt von ciner Stelle, der er außer stände sei, zu widerfpiechen. Die Jiiterpcllaiileii und alle Mllanwesenden hatten den bestimmten Eindruck, daß Gaebel»ach dem Willen des Kaisers oder der Zfaiseri» d i e Schriften Hülle'S empfohlen habe. In diesem Sinne wurde anch der Vorgang, der sich mehr hinter de» Kulisse» abgespielt hatte, in Bremen allgemein besprocheu. In jenem aiutlicheu Empsehlmigs- schreibe» sag! aber Herr Gaebel, daß er„einer Anregung des Herrn Staatssekretärs des Innern folge". Unter welchem Druck er da- »>als gehandelt bat, ist also»och»icht ganz klargestellt. Aber zwei interessante Thatsache» stehe» doch heute schon da: Herr Gaebel mißbilligt die„stunnilgeistigen" Zeiinngssabrikale des mit dem Wilhelms-Orde» dekorirten' Predigers Hülle— nnd Herr Hülle erfreut sich merkwürdiger>veisc so hoher Prolektio» für sei» Privat- unieriiehme», daß einer der höchsten Reichsbeainteii wider Willen eine amtliche Empfehlnug bringen muß. Das denische Volk u»d seine politische» Führer haben aber ei» brennendes Interesse daran, geiianeres über den ganzen Sachverhalt zu erfahren, denn inzwischen läßt Herr Hülle unter hoher Protektion allwöchentlich 83333 Zeitnngs- blntter mit theilweise hochpolitischem(reaktionärein) Inhalt über Denischland verbreiten.— —.. K r e u z- Z e i t u n g s"- L n g e n. Es giebt gewisse Lügen über die Sozialdemokratie, ivelche die Gegner derselben trotz hundert- sacker Widerlegung doch immer wieder breit treten. So die alte Ge- schichte von de» sozialdemokratischen Konsulnvereine», in denen die Rngestclllen nnSgebentet würden. Kürzlich wärmte die„Deutsche Tageszeitung" dies alte Getratsch auf, jetzt behagt es auch der „Kreuz- Zeitung".„Was hat die Sozialdemokratie vor der „reaktionären Moste" da denn wohl voraus— darf man wohl fragen?" Wir wollen dem Frager auch die Antwort nicht schuldig bleiben. Erstens ist die Lage der Angestellte» in Konsninvereinen, welche Arbeiter gebildet haben, fast durchweg besser, als die Lage der Slugestelllen in de» Konkurrenzgeschästcn der bürgerlichen Privat- iiiiteniehiner. Zweitens, wo die Arbeilsbediiigmige» in Koiisnmvereinen schlecht sind, da ist die Sozialdemokratie stets dagegen ausgetreten. Drittens haben die Konsumvereine überhaupt nichts mit der sozial- deinokralischen Partei zu thun, sondern die Sozialdemokratie steht diesen Vereinen völlig neutral gegenüber. Es liegt»ns fern,»ns von diesen Feststellungen die Wirkung z» versprechen, daß derartiges lügenhaftes Gerede vo» de» Vertretern vo» Ordnung, Sitte, Religion und anderer tugendhaster Dinge unterlassen werden wird. Die Herrschaften haben keine anderen Mitiel, gegen die Sozialdemokratie zu kämpfeii, also»lüssen sie wohl oder übel bei dieser Kampfesweist verharren!— — Wie Herr Thiele» die Berufsfrendigkeit der E i s e» b a h» a n g e st e l l t e» fördert. Die„Mark. Volksztg." ist zur Keiintniß zweier ministerieller Verfügungen gelaugt, die so recht zeige», wie sehr die Eisenbahnbehörde ans das Wohl ihrer Bedienstelen bedacht ist. Den Arbeitern war in gerechter Würdigung ihres Arbeitsverhältnisses freie Fahrt in N r l a u b s s ä l l e» zugestanden. Dieses Zu- gestäiidniß ivurde durch Verfügung vom 23. April d. I. mit der geiviß eigenthüinlichen Begründung eingeschränkt, die Urlaube gingen iveit über den bcabsichligten Zweck hinaus und„verursachten eine erhebliche Arbeit". Der Herr Minister erachtete eine Freifahrt nur noch für geböte», wen» ein erhebliches Interesse vorliege. Erkrankung oder Tod naher Angehöriger, Erholung?- und Badereisen der"Arbeiter auf gnind ärztlicher Anordnung ec. Die Berufsfreudigkeit der staatlichen Eisenbahnarbeiler zu hebe», dazu war dieser Erlaß nicht migethan. Man meint hier und da, die Venvalluiig lege es geradezu darauf an, die Berufsfrendigkeit nicht auskomme» zu lasse». Kaui» war die erste Wunde vernmrbt, da riß sie ein neuer Ministerialerlaß, ivohl vom'August, ivieder auf. Es wird darin geklagt, daß die Gesuche um freie Fahrt, trotz der ersten Verfügung nicht ab-, sondern noch zugenommen hätte». Deshalb sei„stets" der„glaubhafte Nachweis der Ursache der Reis» durch Vorlage vo» bezüglichen Schriftstücke»" zu erbringen. Diese Vorschrift berührt erstens imaiigenehm, weil zwischen den Zeilen zu lesen ist, daß den Ans- sagen der Zlrbeiter nicht zu glauben sei, zweitens ist sie i» vielen Fällen hart für die Betroffene». Beispielsweise es erhält«in Ar- beitcr von Hanse die Nachricht, daß der vielleicht in den 73er Jahren stehende Vaier oder die Mutler unpäßlich oder gar krank geworden ist mit der Bilte. doch einmal selbst zuzusehen, wie es gehe ic. Ein solcher Brief genügt jetzt nicht»lehr zum Ausweis, fondern es muß eine Ortsbehörde den„Fall" bescheinigen. Das ist für alle Be- theiligten mühselig und zeilraubend, stellenweise kaum möglich. Die Eisenbahn aber hat erreichr, daß ihr sowohl die besondere „ A r b e i l" als auch die„Freifahrtkurte" erspart bleibt. Bis solche Umständlichkeilen erledigt sind, kann ein Familien- Mitglied oder eine Aliverivundte längst gestorben uiid begraben sci». Nicht ganz mit unrecht frägt der so betroffene Arbeiter, ab auch für die höhere» Beamten solche ei»schrä»ke»de Vestiminungeu bestehe»?— — Chronik der Eisenbahn-Unfälle. Amtlich wird anS Lissa i. P. gemeldet:„Gestern Nachmittag 1 Uhr 21 Min. stieß die leer fahrende Maschine Nr. 1922, welche ivegen Defektes von Herrnstadt nach Lissa zur Reparatur befördert werde» sollte, in Kilometer Zwanzig der Strecke Eainin-Herriistadt auf den Echlnß- wage» eines in der Entladung begriffenen Kieszuges. Führer der leer fahrenden Maschine, geprüfter Heizer Pagatzki ans Lissa i. P., ist an den Beinen schiver verletzt und sofort„ach dem Kranken- hause in Trachenberg geschafft worden. Der Heizer hat»ur leichte Hautabschürfiliigen am Kops erlitten. Schlnßivagen des Arbeits- zngeS ist erheblich, der zweit letzte Magen iind die Maschine sind nnerheblich beschädigt. Infolge deS Unfalles konnte Zug 34 ab Trachenberg nur bis Ca»»». Zug 38 nur von Eami» ab bis Tvachenbttg verkehren. StufuliimnngSrttteltcn dnncrten nur zwei Etunde». Zug KS konnte bereits fnhrplonmnßig durchgeführt werden. Ursache des Zusanilnenstohes: Nichtabwarte» der Rnckmeldung des Slrbeitszuges und zu schnelle? Fahren des Führers der defekten Maschine trotz vorheriger wiederholter Erniahnnng des Slatious« beainten in Herrnstadt, vorsichtig zu fahren. Welter klar." Der„Franks. Ztg." wird aus Karlsruhe gemeldet: Zivischeu Denzlingen und der Elzbrücke entgleiste» gestern Abend zehn Waggons eines Güterzuges durch Loslösung einer Achse. Verletzungen sind nicht vörgekonnnen. Auch ans der Station Bentlinge» ist ei» Wagen «ntgleist. wodurch eine Verspätung des Schnellzuges veranlaßt wurde.— — Der vrenßische Staat und die slavischeu Arbeiter. Betreffs der russischen und galizischeii Arbeiter, welche feit einigen Jahren in landwirthschaftlichen Betrieben iviedcr be- schnfligl werden dürfen, wird jetzt den Orlsbehörden eine V er- füg» n g deS M i n i st e r s des J mit tu an die Ober- nräsidenten bekannt gegeben, laut welcher in Regierungskreise» be- sonderer Weuh daraus gelegt wird, nach Möglichkeit die Gefahren zu t-esciligcn, welche in nationaler Beziehung mit der Maßregel verbunden sein können. Es ist mehrfach darüber Klage ge- führt worden, daß die zu diesem Zivecke erlassenen An- vrdiumgen nicht mit der n ö t h i g e n Strenge dnrchgesührt werden, und daß namentlich infolge dessen die zugelassenen fremden Arbeiter das deutsche Staatsgebiet nicht wieder rechtzeitig verlassen. Im Hinblick hierauf werden nun die Aufstchts- behörden angewiesen, nachdrücklich darauf hinzuwirken, daß die Zw laisung russischer und gnlizischer Arbeitet lediglich in landwirthschaftlichen Betrieben, nicht aber auch in industriellen erfolgen, und daß die Beschäfligung derselben nur eine vorübergehende sein darf. Ferner sei strengslcns darauf zu achten, daß in der Regel nur einzeln stehende Personell beiderlei Geschlechts zugelassen werden, Familien mit Kindern dagegen nur a n s n a h m s- weise, daß diese Arbeiter regelmäßig zum lö. November jeden Jahres in ihre Heimalh z n r ü ck k e h r e n, und daß mit sofortiger Ausweisung gegen solche russische» und galizischeii'Arbeiter vorgegangen wird, die sich verbotswidrig über den Ib. November hinaus im Julande aushalten. Sofort auszuweisen sind auch diejenigen Arbeiter der erwähnten Nationalitäten, die während der zugelnssenen BeschäftignugSzeit im Jnlnnde durch de» Anschluß an i n l ä n d i s ch- p o l n i s ch e, von der deutschen Nmoebung abgeschlossene A r b e i t e r g r n p p e u sich lästig machen. Die Durchführung aller dieser Besiimmniigen wird den Oberpräsidenten zur genauesten Nachahmung empfohlen. Die preußischen Junker mögen ausländische lürbeiter, die zu den viedrigsten Preisen ihre Arbeitskrast hingeben, gern beschäftigen, aber sind sie ausgenutzt, so werden sie forlgejagt, ausgeivieseu. abgeschoben. Das nennt man heutigen Tags Zivilisation und Kultur!— — Wer ist schuld daran? In chauviiiiftisch-agrarischen Blättern wird darüber geklagt, daß in den Vereinigten Staaten von Nordamerika das D e u t s ch t h u m von der nnglo- amerikanischen Bevölkerniig mit wachsender Feindseligkeit brirachtet und behandelt werde, und daß zum Beispiel in vir- schiedenen Staaten der Plan bestehe, den deutschen Unterricht zu beschränken. Nun— das ist nichts NeneS. Darauf haben wir schon vor Jahren aufmerksam gemacht und auch den � G r n n d angegeben. Tie Erscheinung ist ja nicht vereinzelt. In Dänemark, in den russischen Ostseeproviuzen und vor allem in dem ehemaligen Deutsch-Oesterreich, sowie in Ungarn, ist genau derselbe Rückschlag gegen das Deulschlhuw, dieselbe Zurück- drängung des Dentschtbums zu bemerken. Und zwar beginnt dieser Rückschlag genau nach dem ersten großen Eisolg junkerlicher Nationalpolitik Bismarcl's. Durch die Absägung Oesterreichs im Jahre ISSS wurde das Deutschlhum in Oesterreich, dieser herrlichen zukunstreichc» Kolonie, welche das deutsche Volk im Lauf der Jahrhunderte sich erworben hat und die uns de» Schlüssel zur Herrschaft über Europa gab, vom Mutterland losgetrennt und dem Slaveuthum preisgegeben. So weit ist es dort bereits gekommen, daß man in Böhmen nicht wehr deutsch reden kann ohne Gefahr, durchgeprügelt zu iverden. In den russischen Ostseeproviuzen ist das Deulschlhnm nahezu aus- gerottet. In den Vereiuiglen Staaten aber, wo die deutsche Bevolke- rung einen großen politischen und kulturellen Einfluß erlangt hat!?, wird das Deutschthnm seit etwa 20 Jahren mehr und mehr in die Ecke gedrückt, wozu neben den brutalen Orgien des deutschen Chauvinismus nach den„Siegen" von 1870/71 die agrarische Raub- iind Brotverthenerungspolitil nnsercs Junkerregiments leider nur zu berechtigten Anlaß geliefert hat. Eine Politik, die, um die Taschen einer winzigen Minderheil zu füllen, dem arbeitenden Volk Brot und Fleisch besteuert und zu diesem Zweck dem Anslaud vor den Kops stoßen muß, führt nothivendig zu Repressalien und da Deutsch- land der wirthschaftlich schwächere Theil ist. hat es natürlich die Kosten zu tragen.„Wenn die Regierenden rasen, haben die Völker zu büßen"— in dieser Lesart können wir daS bekannte Wort von den hirntollen Königen und den geschlagenen Achäeru anwenden. Für die Sünden unserer Jnnker und Agrarier wird das deutsche Volk gestraft. Und recht geschieht's ihm. Warum duldet es diese Sippe?— —„Vaterlandslose Gesellen" wurden nicht Sozial- demokraten, sondern fünf Dir schau er Wahlmänner ge- nannt, die durch ihre Stimmenthaltung dem polnischen Landtags- Kandidatin zuni Siege über den konservative» Kandidaten verhalfcn. Die Aeußerung war vom Reichstags-Abgeordneten Meyer- Rott- mannsdorf gebraucht worden, gegen die sich darauf die fünf„Vater- laudslosen" mit einer Beleidigungsklage an das Amtsgericht Danzig wandten. In der Verhandlung bestritt der Beklagte, daß er die Absicht gehabt habe, die fünf Herreu zu beleidigen, die ihm damals nicht einmal dem Namen nach bekannt gewesen seien; auch habe er die Interessen seiner Nationalität und seines Berufes wahrgenommen. Der Gerichtshof führte ans: Jeder Preuße habe das Recht der freien Meinungsäußerung. Der Augeklngie habe zugegeben, daß er die fünf Wahlmänner vaterlandolose Gesellen genannt habe, doch habe er sie damals persönlich nicht gekannt. Auch lasse sich weder ans der Form, noch aus den Umständen die Absicht einer persön- lichen Beleidigung folgern. Beklagter habe ferner berechtigte Juter- essen seiner politischen Ueberzeugung und seines Berufes wahr- genommen. Es sei deshalb auf Freisprechung erkannt worden. Es ist sehr thöricht, wegen derartigerAnwürfe seitens der politischen Gegner sosort vor den Kadi zu laufen. Aber wunder sollte eS uns nehmen, ob auch Freisprechung erfolgen würde, wenn konservative Slaatsstntzen in entsprechender Weise angczapst werden.— Kiel, 28. Oktober.(Eig. Ber.) Wie schon kurz telegraphisch gemeldet, hat die Germnnia-Werft, im Besitze Krupps, den Neubau des Panzerschiffes l. Klasse„Ersatz König Wilhelm" in'Auftrag erhalten. Man sieht, die„Hoffnung" Krupp's auf umfangreiche Be- stellungen hat ihn nicht getäuscht. In diesem Jahre ist es schon das zweite Schiff, welches für die deutsche Kriegsmarine der Germania- Werft in Bau gegeben ist. Gegenwärtig liegt ein Kreuzer 4. Klasse auf den Felgen. In der Konkurrenz mit den Wersten Blobm u. Bob, Hamburg,„Vulkan", Stettin,„Weser", Bremen und„Schichau", Danzig hat Krupp den Sieg davougelragen. Es handelt sich hier um ein Objekt, das auf 14 120 000 M. ohne Artillerie- und Torpedo- Ausrüstung, wovon auch noch der Löweuanlheil auf die Essener Werk« fallen, veranschlagt wird. Das Schiff wird ein Schwesterschiff der beiden auf der Wilhelmshafener Werst gebauten Schiffe„Kaiser Friedrich III" und„Kaiser Wilhelm II" werden und ist die erste Banrale zum Betrage von 1000 000 M. in der vorige» Session des Reichstags bewilligt worden.— Breslau, 29. Oktober.(Pnvatdepefche de?„Vorwärts"). Di« prinzipiell sehr wichtige Frage der öjfriillichen Kollekte wird am ö. November hier wieder einmal gerichtlich eutschieben werden. Art diesem Tage ivird die Berufungsinstanz zu entscheiden haben über die Vernrlheilniig der Professore» Herkner, Baumgärtner, Töniiies und Genofl-n wegen Erlaß eines'Aufrufes znin Zweck« der Samm- 1u»g von Gelder» für die hamburgischen Hajenarbeiter. Pose», 27. Oktober. Mehrere polnische Damen ertheilten hier seit einiger Zeit in ihren Privalwohnitiigen den polnischen Kindern polnischen Privatunterricht. Wie nun der„Kuryer" mittheilt, sind die hiesigen Schulen vom Schuliuspektor Schwalbe benachrichtigt worden, daß den Damen v. Szoldrska, v. Rzepccka u. a. verboten worden sei, den polnischen Kindern polnischen Privatunterricht in ihren Wohnungen zu erlheilen. Besonders iuiponireud wirken diese Hilfsmaßregeln zum Zwecke der Germanisirung nicht, sie dürsten auch ihren Zweck ver- fehle».— Hambiit'A, 26. Oktober.(„Hamb. Korr.") Ungeheuerliche An- s ch u l d i g u» g e n haben die Maunschasten des in verflossener Nacht im hiesige» Hasen eiiigelroffcueii Dampfers„D-los" der deutschen Levante-Linie gegen ihren Kapitän»iid gegen den ersten S t e u e r m a n n erhoben. Gleich nachdem das Schiff am Asiaguni verinut worden war, begaben sich die Leute unter der Führung des Boolsmaniics zur Hafeupolizeiwache am Krahnhöft, um gegen die genaiiiiteii Vorgesetzte» Anzeige zu erstatten wegen fahrlässiger Tödtung. grober Mißhandlung und wissentlich falscher Anschuldigung. Die Leute behaupteten, daß Kapitän und erster Steuermann auf der Reise des Schiffes von Malta nach Hamburg eiiieu kranken Kohlentrimmer, den sie als Simulanten bezeichnet haben sollen, in eine Kammer eingesperrt, um ihn dort in einer Weise zu be- handeln, daß er bereits 86 Siundeii, nachdem das Schiff Malta verlassen hatte, a» den Folgen dieser Behandlung st a r b. DeS ferneren sollen Kapitän und erster Gteuerm»«n eine» anderen Mann der Schiffsbesatzung in roher Weise mißhandelt haben. T b a t s a ch e ist belreffs der schirersicu der behaupteten Strafthalen, derjenige» der fahrlässigen Tödtung, daß der Trimmer, der sich zusammen mit noch einem anderen Kollegen krank gemeldet haite. in Malta von einem Arzte untersucht worden ist. Während der Arzt brlrcffs dcs anderen Schiffsmannes Kranlhcil koiistalirte und dessen Ueberführuiig in«in Kranken- Haus anordnete, erklärte er in bezug auf den zweiten Trimmer, daß dieser körperlich vollständig gesund sei; nur mit seinem Geisteszustände sei es nicht ganz richtig. Der Kapitän ließ ihn deshalb in einer Passagierlaminer interuireu, um zu ver- hüten, daß der Mann in seinem geisteskrankeii Zustande über Bord springe.' 36 Stunden nach dem Auilauseu des Dampfers„Delos" aus dem Hasen von Malta starb der Trimmer. Als Todesursache wurde H e r z s cb l a g aiigenommeii. Die Leiche wurde nach See- mminSart über Bord gesetzt.— Als da? Schiff in verflossener Nacht im Hamburger Hasen vertäut war, wurde sämuitlicheu Mail'ilschastni der Dienst gekündigt. Als die Leute heute Morgen ihre Effekten von Bord abholten, hatten sie einen Krimiiialpolizei-Beamle» mitgebracht, damit dieser zuvor ihre Sachen, aber auch die Effekten der Steuerleute, Maschinisten u. f. w. nulersnche. Bon den angeblich gcslohleueu Gegenständen der Schisssansrüstung wurde übrigens nichts mehr vorgefunden. Miiuchc», 29. Oktober. Die sozialdemokratischen Abgeordnete» haben zum Mililar-Etat folgenden Antrag ein- gebracht:. Die Kammer wolle beschließen, das Kriegsininislerium zu er- suchen, bei Vorlegung dcs nächsten Militär-Elals eine B e- r e ch n n n g der G e s a in in t k o st e u der jüngst« n großen Manöver milzutheilen.— Oesterreich. — Ein unerhörter Fall von S o l d a t e n m i ß h a n d- I u ii g. In der Sitzung vom 19. Oktober wurde im Abgeordneten- Hause folgende Jnterpellatioii von den sozialdemokratischen Abgg. Verkauf und Genossen NN den Laiidesvcrlheidigiiiigs-Miiiister gerichtet:„Bon vertrauenswürdiger Seile erhallen wir Kennliiis! über de» Fall einer Soldatenmißhaiidluiig, wie sie brutaler und uiimeiischlicher kaum gedacht werden kann. In manchen Gegenden Tirols ist das Tabnkkanen üblich. Bei einem Jäger der 14. Kompagnie dcs I. Käiserjäger-Regimeiits, namens Koeb, bemerkte während deS Exerzirens der Lieutenant Grebenetz, daß dieser Tabak im Munde habe. Was sich nach dieser Eiildccknug abspielte, wird nn» in ver- schiedener Weise geschildert. Nach der einen Behauptung soll Lieiltennnt Grebenetz den Jäger Koeb zuerst gczivnngcn haben, den Tabak zu schlucken. Nach der anderen Behauptung soll dies nicht geschehen sein. Wohl aber stimmen alle Miltheilungen dar!» überei», daß der Lieutenant de» Jäger unter Schimpf- ivorte» geuöthigt hat, eine Sübelspitze voll Erde zu schlucken. Dieser unerhört« Vorgang spielte sich bereits im Frühjahr ab. Ueber die Folgen, die derselbe für de» Jäger gehabt, haben wir genaues nicht erfahren können. Das Geheimniß, das das »lilitärischc'Strafverfahren nmgiebt, hat es auch bewirkt, daß wir nicht feststellen können, ob überhaupt«ine Strafe gegen den schuld- tragenden Lieutenant verhängt worden ist. Jeder, der sich ein menschliches Gefühl bewahrt hat, wird zugeben müssen, daß«in solcher lvlan» die moralische Eignung zur Abrichtnng von Truppe» nicht besitzt. Wir erlauben uns nun die Anfrage zu stellen: Ist der Herr Laiidesvertheidigungs-Minister bereit, den genauen Sachverhalt in der Affaire Grebenetz-Koeb zur Kenntiiiß dcs Hauses zu bringen? Ist dafür Vorsorge getroffen, daß der Schuldtrageude unter keinen Umstünden mehr zur Abrichtnng von Truppen Verwendung findet?"— Schweiz. Zürich, 27. Oktober.(Eig. Ber.) I» Winterthnr siegten am Sonntag die Sozialdemokraten und Demokraten bei zwei Ersatz- wählen zum Großen Stadtrath mit ihren Kandidaten, einem sozialdemokraiischen und einem demokratischen, über die Liberalen. In C h u r(Kanton Granbündeii) siegte ebenfalls die Arbeiterschast bei einer Wahl in de» Stadlralh mit ihrem Kandidanten Halt- in eyer über die Gegner. Dagegen wurde die Initiative des Churer Grütlivereins ans Eiiisührnng der kommunalen Pro- portion al mahl mit 720 gegen SIL Stimmen abgelehnt. Bei einem ziveUen Anlaufe kann der Proporz siegen. Frankreich. Paris, 29. Oktober. Die Z o l I k o m m i ff i on der De- p n t i r t e n k a m m e r genedmigle de» Bericht über die Anträge Jonnart und Genossen betreffend den Eiiifnhrzoll auf Schweine, gesalzenes Schweinefleisch, Schweine- schmalz». dergl. Die Kommission hielt die früher angeiiommeiien Zollsätze aufrecht mit Ausnahme des Zolls von 3» Franks aus ge- salzenes Schweinefleisch. Schinken und Speck, welcher wieder auf den gegenwärtigen Zollsatz von 25 Franks herabgesetzt wurde. — Er. M a j e st ä t Herr Präsident Faure durch ein Berliner Witzblatt beleidigt. Aus Paris wird telegraphirt: Die beide» letzten Nummern der Berliner„Lustigen Blätter" sind ans Auordiiung des Minisleriiims des Innern beschlagnahmt worden, weil st« den Präsidenten Faure beleidigende Zeichnungen enthalten.— — Dreyfuß hat«inen neuen Vertheidiger gefunden und keinen geringeren als de» Aizepräsidenten des Senates, Herrn Scheurer- Kestner. Dieser soll erklärt haben:„Ich bin von der Unschuld des Kapitäns Dreyfnß überzeugt. Ich bin mehr als je entschlossen, feine Rehabilitirnng zu versuchen. Welche Mittel ich saiizuweiideii. wann ich hervorzutreten gedenke, darüber möchte ich nichlS sagen. Ich habe die Akten, die sich i» meinen Händen befinde», noch niemandem mit- gelheilt, auch»icht dem Prästdenten der Republik." Dies« Aeußepungen erregen in Paris ungeheures Aufsehen, da Echeurer-Kestiier als aufrichtiger Man» bekannt ist. Vielfach nimmt mau au, daß der neue Befürworter der Unschuld des Dreyfuß einem geschickt eingefädelten Betrüge zum Opfer gefallen sei.— Belgien. Brüssel, 28. Oktober. Der radikale Abgeordnete Lorand hat sich bereit erklärt, an stelle des mit der Rusiveisniig bedrohte» Slhmed Riza Weys das jungtürtische Organ den„Meschveret" als Redakleur zu zeichnen. Nur auf dies« Weise würde das Weiter- erscheinen deS„Meschveret" in Belgien möglich fein und dem Sultan bliebe kein anderes Mittel. alS bei den belgischen Gerichten die Klage gegen Lorand einzureichen. Gin ähnlicher Versuch des Sultan in Paris ist so kläglich für den Großherrn ausgefallen., daß'«r ans Wiederholimg einer solchen Prozedur verzichten dürft«.-- England. Varnöley(Grafschaft U�k), 29. Oktober. Bei der Ersatz- mahl für den zum Pair ernanuten Liberalen Earl»f Complon wurde der Liberale W�ton mit 6744 Stimmen ins Unterhaus gewählt. Blylh(konservativ) hatte 3454 und Curran(Ar- b e i t e r p a r t e i) 1091 Stimmen erhalten.-- Nnstland. MoSkan, 24, Oktober.(Eig. Ver.) In der Nacht vom l9. auf de» 20. Oktober ist aus die Fabrik vo» Wiknla M o r o s o>v nach Orechowo-Snjemo Militär verlangt worden. Wie mau sagt, fand dort zuerst ein Spinnerstreik statt, welcher anfangs eine» ganz friedlichen Charakter trug, da»» aber aus Gründen, welche uns unbekannt sind, in eine tumultuarische Erhebung gegen die Fabrik- venvallnng umschliig: der Fabrikdireklor ist geschlagen worden und hat sich gestüchlet. Geflüchtet haben sich auch einige Fabrik- Verwallungsbeamle; die Arbeiter begannen daraus ihre Wohnimgeu zu zerstören und in Brand zu stecken— unter anderen ist die Woh- nu»g eines Meislers verbrannt worden. Die übrige» Arbeiter außer den Spinnern haben sich nicht angeschlossen. Weitere Details sind uns nicht bekannt.— Asien. Simla, 29. Oktober. General Lockhart hat heute Vormittag II Uhr das Desilo von Sempagha genommen; die Stellung des Feindes war sehr stark. An Verlusten wurden bisher ein englischer Ossizier als todt und einer als verwundet gemeldet. Morgen will General Lockhart Arhanga angreife».— Anierika. Washington, 29. Oktober. Wie verlautet, kamen die Ver- ciiiigien Staaten, Rußland und Japan aus der Robben-Konferenz überein, die völlige Eiiisiellnng des Fanges auf hoher See zn empfehlen, unler der Voraussetzung, daß die Zustimmung Englands und Kanadas erlangt werde. Die Vertreter Rußlands und Japans sollen bereits telcgraphisch die Zustimmung ihrer Regierungen eingeholt haben.—_ Das Saftpflicht-Vesetz in der französischen Kammer. P a r i S. 27. Oktober 1897. DaS Schicksal des H a s t p f l i ch t- G e s e tz e s. dessen B-ralhung die Kammer soeben begonnen hat, findet wohl nicht seines Gleichen in der Gesetzgebnngs-Gelchichte der zivilisirten Länder. Um ein Gegenstück zu finden, muß man ans die Reformversprechen der türkischen llicgierung zurückgreifen. Die heuchlerische Bereit- Willigkeit im Verspreche» unter dem Druck von außen— dort von dem„europäischen Konzert", hier von der proletarischen Wähler- schast ausgeübt— und die fortgesetzte böswillige Verschleppung in der Ausführung habe» sich unler der türkische» Despotie und unter den Herrschast der sranzösischen Bourgeoisie in gleich starkem Grade geltend gemacht. Die Vorgeschichte des gegenwärtige» Hasipflicht-Gesetzentivnrfes zeigt deutlicher als alles andere, welch iverthvolles Werkzeug ihrer Klnsseninteressen die Bourgeoisie sich i i» Senat geschaffen hat. Es war der Senat, der regelmäßig nach jahrelangen Verschleppungeii das von der Kammer volirte Gesetz im Interesse der Unternehmer derart verhunzte. daß eine Verständigung zwischen den beiden Kammern unmöglich wurde. Und so spielen Senat und Kammer mit dem Haslpflichl-Gesetz Fangball bereits seit einem Dutzend Jahren. Der erste Gcsetzgebnngsvorschlag belresfend die Entschädigung der Arbeiter sür Unfälle dalirt von 1380. Es vergingen aber sieben Jahre, bis die Kammer eine» vollständig ansgearbeileleii Entwurf votirt hatte, welcher die Entschädignngspflicht der Unternehmer ans dem Wege der obligalorischen und gegenseitigen Versicherung aussprach. Der Senat strich diese beiden Griindprinzipien aus dem Gesetz, und der inzwischen eingetretene Schluß der Legislaturperiode 1385—1339 machte die ganze voraufgegaugcne Arbeit null und nichtig. In der folgenden Legislatur(1339—1603) wiederholte sich die Geschichte von neuem. Nachdem die Kanmier, allerdings erst im Juni 1393. a m Vorabend der Neuwahlen, einen von einem früheren Ministerium eingebrachten Entwurf ans Grundlage der bezeichneten zwei Prinzipien mit einer Mehrheit von 493 gegen blas 4 Stimmen votirt hatte, ließ der Senat die Ltesorm in einer Kommission begrabe» — und mit Ablaufder Legislatnr war die Unternehmerschaft wieder einmal gerettet. In der gegenwärtigen Legislatur versuchte man zunächst eine vorherige Verständigung zwischen den betreffenden Kommissionen der beide» Kammern. Der Versuch mißlang natürlich, und nach weitere» drei Jahre» kehrte die Resorm ans dem Senat in die Kammer zurück i» einer Gestalt, welche sie für die Arbeiterschaft und daher auch sür die vor dem allgemeinen Wahlrecht ver- antworlliche Kammer unannehmbar machte. Es sei nur be- merkt, daß der Scnats-Enlwnrf die Klausel der„Schuld des Arbeiters" an dem Unfall enthält, damit die Entschädigung in die Hand der Bonrgeoisjustiz legend; daß er ferner der Prozessircrei Thür und Thor öffnet, indem die Entschädigung ohne einen festen Maßstab zivisehen einem Maximum und einem Minimum schwebend gelassen wird; daß er schließlich die obligatorische Versicherung, die einzige Garantie sür die Enlschädigung der Opfer, ausgemerzt hat. Die Kommission der Kammer mußte daher ohne weiteres in den neuen Entwurf ungefähr die Bestimmungen ber früher von der Kauuiier vvlirlen Eniwnrfe wieder aufnehmen. Im eiiizelueii soll der gegenwärtige Entwurf nach Abschluß der Verhandlniigen besprochen werden. Heute darüber nur so viel, daß die Unfall- Versicherung— bei Festhaltnug des obligalorischen Charakters der- selben— in drei Formen zugelassen wird. Erstens könne» die Uiilernehmer einzeln oder gruppenweise sich durch die Niederlcanng einer Kanlioil in der nationalen Unfallversicherungs-Kasse versichern. Zweilens wird die gegenseitige Versicherung(ohne Kantion) der Unternehmer eine? Industriezweiges oder mehrerer ver- wandter Jnduslriezweige zugelassen, sei es in regionalen oder in beruflichen Verbänden— unter der Bedingung der solidarischen Haft natürlich. Drittens sieht der Gesetzenlivurf vor von Gesetzes wegen zu schaffende regionale Versichernngsverbäiid« ür diejenigen Unternehmer, welche von den zwei ersten Bersicherungs- ormen keinen Gebrauch machen würden. Der Kammerausschuß hofft durch die Ginführung der zwei frei- willigen Versichernngsformen den Widerstand des Senats zu brechen. Wohl vergebens i Denn die berufensten Preßorgane deS Unter- iiehmerthumS und zugleich des Senats und des Kabineis Meli»« haben bereits gegen den Kammerentivnrf«ine Generalatlake eröffnet — wie immer, im Namen der Freiheit und der„wohlverstandene» Interessen" der Arbeiter l... UebrigenS ist auch daS arbeiterfreuiid- liche Verhalten der Kammermeilirl, eil in diesem wie in andere» Fällen, soweit die Bourgeoisrepublikaner in betracht kommen, ledig- lich darauf zurückzuführen, daß man der Ablehnung der Reform durch den Senat sicher ist. Und bezeichnenderweise taucht die Re« form, wie 1893, wiederum j»st am Vorabend der Neuwahlen auf. In der mit löblicher Eile in einer Sitzung abgewandelten Generaldebatte hat«in opportunistischer Abgeordneter, G o u j o n. bereits den Versuch gemacht, den Kommissioiis-Eiilivurs ersehen zu lassen durch einen Gegeneiitivurf. der als einzige Verbefferrnig gegen- über dem bisherißen Zustand die Abwälzung der Beweislast(bezüg- lich der„unverzeihlichen Schuld" des Arbeiters a» dem Unfall) von, Arbeiter auf den Uiiternehmer und eine beschleunigte Rechlspcechnng in den Haflpflicht-Prozessen enthält. Dieser Gegeneiitivurf wurde an die Koiiimission verwiesen. Die s o z i a l i st i s ch« Ka m m« r f r a k t i o» hat in der General- debatte durch Genossen Charpentier erklärt, den Kommissions- Entwurf voliren zu wollen, da sie«S, angesichts der nnerhörte» Ber- schleppungslniff« seitens des EenatS, vorzieht, lieber den Mangel- hasten Entwurf anzunehmen, alS durch ihre Opposition möglicher- weise eine Ablehnniigsmehrheit schon in der Kammer bilden zu Heise». Der Kommissionsentwurf bildet ja immer hin einen eiheb- n$en Geeilt vorwärts. Turch ihre kluge Haltung haben die «oziali>teu aujicedein das Spiel der Regierungsparteien verdorben. >6..?■-c.u.berc''§ die sozialistische Opposition gegen de» ■p?1.!*' oi? f. on tut, um die Vertreter des Proletariats wieder einmal e'ü«"f�en in jedem Reformwerk nniznliige». .Die Regierung hat sich zum Entwurf noch nicht geäußert. |t)ievi»ni wird sie einen besonders schwierigen Eiertanz anSzufuhren habe», um zugleich die Unlernehmerintcrcssen und den Schein ihrer Resormfreundlichkeit zu ivahre». *** _ Wie ei» Pariser Telegramm vom Donnerstag besagt, hat die Kammer die Gesetzesvorlage in ihrer gestrigen Sitzung an- g e n o>» in e».— . Daö Jrntral= AgitationSkomitcc für Sachsen fordert in einem Ausrufe die Parteigenosse» auf, schleunigst die Vorarbeiten f a* � j c i ä)§ t a g§ iu a H 1 e h zu beginnen. Wegen des wahr- I che i»I ich srnhe» Termins derselbe» dürfte dje sächsische 7"fr v.c- g 1° 11 f.c r e" ä schon im Februar zusammentreten, bis dahin « Kandidatenfrage überall geregelt sein. Weiter sollen die Genossen sofort die Organisation der Wahlarbeit vornehme», .rtalerial für die lokale Agitation sammeln und für dessen Ver- arbeitung sorgen, sowie auf die Beschaffung der Gelder on» noihige Augenmerk lenken. Zum Schluß des Ausruses beißt es:„Die Reichstagswahl hat diesmal für uns eine ganz besondere Bedeutung: ES gilt nicht mir Abrechnung zu halte» über die fünfjährige Thätigkeit der Reaktion im Reichstag, es gilt vor allem auch die Entrechtung der sächsischen >. a u d t a g s w ä h l e r gebührend zu beantworte n. Sieg r er Sozialdemokratie auf der ganzen Linie, Niederwerfung der Jicatliou— das ist das Ziel, das wir zu erreichen haben! Dazu aber ist schleunigstes, eifriges und ununterbrochenes Handeln nöthig. Parteige» osten, geht sofort an die Arbeit!" I» ciuer äußerst stark besuchten Volksbcrsanimlnng in wo Reichstags»"Abgeordneter Dr. Lütgen a n unter flnrnnschein Beifall über das Thema:„Die Sozialdemokratie, eine Rcvolnlions- oder Reformpartei?" gesprochen halte, ivobei er auch die gegenwärtige Justizpflege berührte, ergriff in der Diskussion RcichSlags-Abgeordneler Reibhans das Wort und führte in Beziehung ans den Prozeß Liebknecht ans: Wenn der Reichs- anwalt die Ansicht ausgesprochen habe, daß der äohis eventualis bereits als etwas Selbstverständliches in weilen Volkskreise» be- trachtet werde, so uiüsse dagegen flamiiiendcr Protest erhoben werden In diesem Sinne, sagt die„Tribüne". erHobe» sich die Anwesenden ivie ein Mann. Zivcrks Schoffuug eiueS eigenen Heims stehe» die Partei- genösse» in U l in a. D. in Unterhandlung mit dem Besitzer des schonen und weithin bekannten Gasthofs zum Weißen Roß. Wie dem Osfenbnrger„Volkssreund" geschrieben wird, betrügt ihr An- gebot ILO ovo M. . v. Polizeiliches. Gerichtliches je. — Auf die Notiz. daß zu G r i l l e n b e r g e r's B c- N a t t u n g s f e i e r in Gothn die dortige Polizei zweiSteno- graphen gesandt habe, erklärt unser Golhaer Partei-Organ, nicht die Polizei, sonder» die Redaktion des„Golhaer Volksblaltes" habe die SteuograpHeu gesandt. Dann ist unser Berichterstatter leider falsch berichtet gewesen. Das„Gothaer Volksblatt" scheint aber auch die Beinerknng als unrichtig hiiistelleii zu wolle», der Golhaer Bürgermeister habe schivere Sorge darum gelragen, daß der Leichenzug nicht den Charakter einer politische» Denionslratio» an- iiehiiie.„Die Golhaer Polizei und deren Chef, der Herr Ober- b ü r g e r in e i st e r ," sagt unser Brnderorgan,„sind uns in jeder Weise eiilgegengekoinmen und habe» sich lediglich darauf beschränkt, die äußere Ordnung bei dem große» Znsammenfliiß von Menschen mit dein Friedhos aufrecht zu erhalten. Dies zur Slencr der Wahr- heil." Wir bezwcisel» das durchaus nicht, haben das Gegenlhcil aber auch gar nicht behauptet. — Zun» Slrasanlrilt nnseres alten Parteigenossen Georg Horn, der, wie gestern mitgeiheilt, ivegen Beleidigung der Direkivrc» der Glasfabriken in Drsspen, Oldenburg»nd Kreuznach 10 lange Monate im Gefäiigniß zubringe» niliß und erst am L6. August nächsten Jahres wieder in Freiheit gesetzt wird, schreibt die G l aSa rbei ter-Fach> ch rist„Der F a ch g e n o s s e":„Wenn bis dahin ans den genannten Werken echte Arbeitersreundlichkcit, gewerkschaftliche Freiheit und politische Duldung, sowie geordnete, d. h. verbesserte Lohn- und Arbeitsbedingnngen eingetreten sind, so sind dies« Vorzüge um den Preis von lll Monalen Gefängniß zwar llicner genng erkauft, doch würde es für unseren schwer betroffenen Genossen immerhin ei» gewisser Trost sein, daß sein Streiten und Leiden um die gerechte Sache der Glasarbeiter nicht ganz vergeb- lich war." — Wegen Beleidigung der Polizei von Mittweida ist vom Landgericht in Che»i n i tz am 27. Jnli der verantwortliche Re- dalteur der„Vvlksftimine" in Burgstädt. Genosse Schöpf! in. zu einem Monat Gefängniß vernrlheilt worden. Er halte einen ihm von Mittiveida ans zugehenden Bericht abgedruckt, ivorin von der sozialdenivkralischen Maifeier in diesem Orte die Rede war. An einer Stelle hieß es:„Wo alles bemüht ivar, das Fest zu ver- schoiien, konnte natürlich anch unsere„Wohllöbliche" nicht fehlen; sie verbot die Ausführiing des Theaterstückes„Geivalt geht vor Recht", womit wir uns selbstverständlich einverstmiden erklärten." In diesen Worte» erblickte das Landgericht eine Verhöhnung der Polizei. Genosse Schöpfli» legte gegen das llrlheil Berufung ein. J» derselben war Verletzung des ts 193 gerügt. Das Reichsgericht bestätigte das Urtheil des Landgerichts. GewvvkMctfklirtzes. Berlin und Hingebung. Wie die Bcrliucr Eisen- Judustrielle» ihr bor dem EinigiiugSaiiit gegebenes Wort halten. Pnnll3 der Eiiugiuigs- bedingniigen besagt:„Die Arbeitgeber werden die am Streik be- lhciligten Forincr und Gießerei-Arbeiter nach Bedarf wieder ein- stelle», möglichst, bevor auswärtige Former zur Beschäslignng an- genvniiiien weiden. Diese klare Besliiiiinnng ist nun in mehrere» Fälle» von de» Unternehinern direkt gebrochen worden. Die Firma Salinger hat, trotzdem noch an 40 am Streik betheiligte Former ohne Arbeit sind, in der vorigen Woche drei auswärtige Former mit Name» M a n t h e r»nd Thiele aus Forst und H a r t in a u n ans Lnckeniualde eingestellt. Die Firma A. Borsig hat im Anzeiger von Kaltoivitz folgendes Inserat erlassen: Tüchtige Lehm- n»d S a n d f o r m e r finden lohnende Arbeit; Reisekosten werden vergütet. A. Borsig, Berlin, Kirch- stra ße 6. Das zeigt klar und deutlich, wie sehr das Mißtrauen der Vertreter der Arbeiter vor dem Einigungsamt berechtigt war. als sie daran zivcisclten, daß die Herren ihr gegebenes Wort ein- lösen würde». Die Arbeiter können ans diesem Vorkomuniiß unr die Lehre ziehe», künftig ihrer Organisation eine» kräftige» Rück- halt zu geivähre», um gegen solche iviederkehrenden Bosheiten gerüstet zu sei». Achtung, Tischler l Am 19. d. M. haben fäinmtliche bei der Firma E b e r h a r d t. Michaelbrücke 1, beschäftigte» Tischler sowie Drechsler und Polirer"die Arbeil eingestellt, weil ihre geringen Forderungen ans Abstellung verschiedener Mißstände in der Fabrik von dem Unternehmer schroff abgelehnt wurden. Die Firma ver- sucht nun, von außerhalb Arbeitskräfte heran zu ziehe», natürlich mit Aersprechungeii auf hohen Lohn. Die Anwerbungen werden unter Deckadressen vorgenommen. So hat der Zeichner Herr Noak sich bemühr, in Frankfurt a. bei seinem Vater, dem Schuhmacher Noak, 12 Gesellen zu bestelle», vo» denen«hin freilich nur einer »ach Berlin folgte, der ivahrscheinlich auch„och zu der Erkenntniß kommen wird, daß bei Eberhardt nichts zu holen ist. Wir ersuchen daher alle Kollegen. ge»a» ans die Inserate»nd Mit- thcilmigei» der Ortsverivaltniig im„Vorwärts" zu achte», damit sie jebevzeit über de» Stand der Beivegung unterrichtet sind. Verantworlticher Redakteur: Anglist Jarodrv in Berlin. Für" Der Werkführer Rnst läßt es sich angelegen sein, die Polizei auf das gefährliche gesetzliche Treiben der Streikenden anfmcrksani zu machen. So wie sich ein Arbeiter in der Nähe der Fabrik sehen läßt, soll er srslirt iverdcn und ist von dieser Weisung bereits gegen drei Streikende Gebrauch gemacht. Der Maschinenmeister Siebert hat die Aufgabe übeniournmi, die zugereisten Arbeiter nach der Fabrik zu geleite», damit sie mit den Streikenden nicht in Ber- bindimg kommen. Wir bitten also nochmals den Zuzug fernzuhalten. Der Holzarbeiter-Berband. Achtniig, Töpfer! Ans dem Bau Petersburgerstraße, den Töpferineister Harnaske ausführt, legten am 23. d. M. 16 Ofensetzer die Arbeit nieder ivegen der Fenstersrage. I» 3! a t h e n o w traten am 27. d. M. 10 Bauornamenten- Former der Firma M a t t h e s n. Sohn, von denen süns im Töpfer»nd fünf im Porzellanarbeitcr-Berband organisirt sind, i» den Ausstand ein. Sie fordern Berkürzung der Arbeitszeit vo» 11 ans 10 Stunde». Einstellnng zweier Geinaßregeller, Einsetzung einer Tarif- resp. Preiskoiiiinission, die gemeinsam mit der Fabrik- leitnng die Preise für die vorliegenden Arbeiten bei Inangriffnahme derselben sesisetzt,»nd Erhöhung des Arbeitslohnes snr eine bereits begoiinene Arbeit. Der Z e» t r a l v o r st a n d. Tic Tpandauer Maurer beschlossen in einer gut besuchten Versainmlung, den Uiileriiehmer» für das Jahr 1898 folgende Fordernnge» zu stellen: 30 Pf. Minimalloh» pro Stunde, 20 Pf. Zuschlag bei Wasserarbeiten; an jedem Sonnabend eine Stunde und an den Tage» vor de» hohen Festen zwei Stunden früher Feier- abend. Die Löhne sollen überall am Sonnabend, und zwar aus den Baustellen sofort»ach Feierabend ausgezahlt werden und die Anszahlniig spätestens in einer halben Stnnde beendet sein. Auf jedem Bau'iiiüssen den Maurern Schägel, Meißel zc. vo» de» Iliiternehiner» geliefert werden, außerdem soll streng ans Errichtung von Bnnbnde» und Aborte» gehalten werde». Vo» der Verkürzung der Arbeitszeit soll einstiveilen Abstand genommen werde», und der neue Tarif mit dem l. April 1898 in kraft treten. Ferner wnrde die Herabsetzung der Streiksonds-Beiträge ans wöchentlich 2b Ps.(statt bisher 30 Pf.), sowie die Feier des 1. Mai durch all- gemeine Arbeitsruhe beschlossen. TcntschcS Reich. I» Rostock ist der Streik der Granitschleifer bei der Firma A. S ch r a e p zu gmisteit der Arbeiter beigelegt. Tie Buchbinder in der Geschäftsbücher-Fabrik von Oldc- m e y e r N a ch s l. i» H a» n o v e r haben die Arbeit niedergelegt. Die?lnssländigen verlangen die Jiinehaltnng der im Vorjahre init der Firma getroffene» Vereinbarung, die insofern nicht mehr innegehalten wird, als fortgesetzt Lohnreduktioneii vorgekommen sind. Ausland. In Wien besinden sich seit vier Wochen 600 Metallarbeiter der Bcleuchtungsbrauche iin Ausstand. Die Arbeiter verlange» »eiinstündige Arbeitszeit, Abschaffung der Akkordarbeit, Minimal- loh» von II fl., Freigabe des 1. Mai, Alierkennung der gewerb- liche» Arbcitsverniitteliing durch den österreichische» Metallarbeiter- Verband. Die deutsche» Metallarbeiter werden dringend gebeten, de» Ziiziig»ach Wie» fernznhalten. AnS Madrid wird ein größerer Slnsstand der Bäcker ge- meldet, an dem jetzt 90 Brotfabriken mit 1000 Arbeitern be- theiligt sind. Zu»! Kampf der englischen Maschinenbauer. Die Antwort der Maschinenbauer- Vereinigung a» das Handelsanit ist»»»mehr öffentlich bekannt gegeben ivorden. In derselben iverde» verschiedene Acnderniigen in den Grundlage» für die vom Handelsamte vorgeschlagene Besprechung in Anregung gebracht, hingegeii wird die Anregung des Hnndelsamtes, daß die Forderung des Achtslnnden- tagcs für die Daner der Konferenz zurückgezogen iverden solle, gar nicht erwähnt. Der Sekretär des Maschinenbanarbeiter- Verbandes glaubt nicht daran, daß die Einigung zu stände lonnnt. Z u d e»> S t r e i k der englische» M a s ch i n e» b a n e r geht bürgerlichen Blälteui ans London eine Millheilung zu, die ersehen läßt, daß in inanclieu bürgerlichen Kreisen Englands die Sachlage recht vernünftig aufgefaßt wird. Der Verband der M a s ch in e n f a b r i k a n t e n stellt bekanntlich in Abrede, daß er es ans die Vernichlniig des Gewerkvereiiis abgesehen hat. Viele urtheilsfähige Leute glauben aber sticht daran. Zu ihnen gehört der frühere liberale KriegsminisUr Campbell-Bannermanii. einer der begablisten Führer der Liberalen. Vor seine» Wählern i» Stirling sagte er, es sei deshalb so schwierig, über den Streit in der Maschinenindustrie zu urlheilen, iveil augenscheinlich weder die Fabrikanten, noch die Arbeiter die wirklichen Gründe für ihre Haltung enthüllt hätten. Einem Zweifel unterliege es nicht, daß dt« Hitzköpfe unter de» Fabrikanteil den Geiverkverein zertrünnneni wollte», möge sich nun diese oder jene Gelegenheit bieten. Das sei ebenso schlecht ivie dnmm. Seit einem Menschenallcr sei es die Tendenz der englischen Gesetzgebung gewesen, die Vereinigung unter de» Arbeitern zu begünstigen. Aufgabe des Gesetzes sei der Schutz deS Schwachen. Ein Arbeiter allein sei hilflos, aber sein Recht müsse ihm iverden. Andererseits habe aber auch die Einmischniig der Arbeiter ihre Grenze». Er, der Redner, dürfe über die Achtstundensraae ein Urlheil abgeben. Er bade 1893 als Kriegsminister nebst seinem Kollegen, Earl Spencer, dem Marincminister, den Achtstiindentag in den Armee-»nd Marineiverkstätte» eingeführt. Das erzielte Er- gebniß sei hocherfrenlich geivesen. Dainit»volle er nicht behaupten, daß das gleiche für alle Werkstätten des Landes ohne Unterschied gelten werde. Hoffenllich würden'Arbeitgeber und'Arbeiter in der Maschinenindnsirie zu der Einsicht kommen, daß ein sogenannter Sieg wenig besser als eine Niederlage sei, ,ve»>i der Kamps noch viel länger dauere. Das Land»verde hart über die Partei urlheilen, die eine Vermittclung noch länger von der Hand ivcise. In Tenischlaiid habe» in den letzte» Tagen mehrfach Versammlungen staltgefnnde», in denen eingehend die Bedentnng des großen Ausstandes der englische» Maschinenbauer geivürdigt wurde. Auch sonst sind die Geiverkschaften bemüht, bei der Bedeutung dieses Niiesenstreiks thalkräflig durch Unlerstütznnge» den englischen Ar- beilern Hilfe zu gewähren. Zu einer imposanten Kundgebung ge- staltete» sich vier große Versamnilungen in Hamburg und Altona. die vo» Tanscnden besucht ivaren. In der Versammlung bei Tntge, an der ca. 3000 Personen theilnahmen, ergriff auch der Melallarbeiter Königs ans London das Wort, um die deutschen Arbeiter aufzufordern, ihre englischen Arbeilsbriider in ihrem schivere» Kampf zu»nterstützen. In Magdeburg tagte eine gut besuchte Gewerkschastsversamnilnng, in der N ä t h e r das'Referat Übernoniintit halte. Da der Magdeburger Polizei die Aufsindnng der englischen Abgesandlen schwere Sorge»lachte nnd sie den Einberufer bereits verständigt halle, daß die Ansprache eines eiiglischen Metallarbeiters nicht ge- stattet werde, so schiene» bei dem überwachenden Beamten ernste Bedenken aufzutanche», ob der'Referent nicht etma der gesuchte Aus- läiider sei. Redner wurde plötzlich mitten im 3ieferat unterbrochen und mußte sich als deutscher Staatsangehöriger ausweise», was denn anch geschah. In der Fortsetzung seines Vortrages schilderte sodann Redner in packender, aus»i»»ter»der Weise den Kampf der englischen Arbeiter, ivorauf ihm seitens der Versammlung lebhafter Beifall gezollt wnrde. Während dessen faß der viel gesuchte Londoner Maschinenbauer K r e i p e ruhig iimutteil der Versammlung. Sozinlrs. Das Interesse au einer gedeihlichen Thätigkeit der Getvcrbegcrichtc nimmt in den Arbeiterkreisen eher zu als ab, obgleich so»ianches Urlheil nnd so inancher Schiedsspruch nicht geeignet ivar, die Ueberzeugmig zu besestigen, daß die Institution der Gewerbegerichte ohne Fehl und Tadel dastehe. Unter de» Arbeiterbeisttzer» der Gewerbegerichte»st vielfach erwogen worden, wie Garantien für eine»»parteiische, auf richtigem Ver- itändniß des Arbeitsvertrags- Verhältnisses beruhende Recht- iprechiiiig geschafft iverden könnten. Man hat sich auch nicht ver- hehlt, daß die Auswahl der als Gewerbegerichts-Beisitzer aufgestelllen Arbeiter nianchiiial keine allzu glückliche war»nd daß es von Vor- theil wäre, wen» die gesetzlichen und prozeffualen Bestimmungen, eu Jnseratenlheil veraniworUich: Tl». Glocke in Berlin. Druck nnd die bei der Rechtsprechung der Gewerbegerichte in Frage kommen, allen Gewerbegerichts-Beisitzer» aufs genaueste belainu wären. Ter größte Theil der Arbeiterpresse ist bemüht, durch Verösfent« lichung von Urtheilen der Gewerbegerichte und Kritik derselben viel zur Klärung beizutragen. In den Geiverkschaften könnte freilich durch belehrende Vorträge vo»»Iis nahestehenden Juristen und gut geschulten, erfahre»?» Geiverbegerichts-Beisitzern vieles zur Verbreiliing von Kenntniffen über die Rechte der Arbeiter geschehen. Anch durch das Sludinm der unparteiisch»nd geschickt redigirten Zeitschrist„Das Geiverbe- gericht" könnten die Geiverbegerichts-Beisitzer sich mit Nutze» uuUr- richten. Bei dem großen Interesse für die Thätigkeit der Geiverbe- gerichle ist es leicht erklärlich, daß»eben vernünftige» Bor« schtägen auch manche»ichl sorgsam überlegte vorgebracht werden. So wnrde unlängst bei einer Zusammenkunft von Gewerbegerichls- Beisitzern aus mehreren deutsche» Städten angeregt, eine» Kongreß der Arbeiterbeisttzer der deutschen Gewerbegerichte abzuhalten. Wir können diese» Plan nicht billige», iveil wir weder für die Gewerbe- gerichle noch für ihre Rechlsprechung irgend einen Nutzen von einem solchen Kongresse erivarlen können. Der erste derartige Versuch in Halle a. S. hat bekanntlich wenig Positives z» tage gefördert. Eine solche gelegentliche Zusammenkunst kann eben nicht besonders sr»chtbri»ge»d sein, sie kann keinerlei Beschlüsse von irgend welcher Tragweite fassen und wird auch nicht besonders belehrend auf die Theilnehmer wirken können. Bei der großen Anzahl von Ko»greffe»>, die für die Arbeiterorgamsalioneu ununigäiiglich nöthig sind, scheint es uns wenig glücklich, ohne»nbedingleil Zivang noch weitere ähn- liche Zusanimenkünfte zu veranstalten. So ivenig wir Vorlheile vo» einem solchen Kongresse erivarlen können, so leicht können sich die Gegner der Gewerbegerichte über eine derartige Vera»st»Uung srenen; sie suche» ja so eifrig»ach Be- iveise» für den in nichts begründeten Ziveisel in die Unparteilichkeit der Nechlsprechnug der Arbeiterbeisttzer der Geivcrbegerichle. Da sie derartige Beweise nicht finden könne», nnd alle Kenner dieser Jnsiitntio» voll Lobes über das Strebe» nach»»parteiischer 'Rechtsprechung der Arbeiter in de» Gewerbegerichte» sind, so iverden die niierniüdlicheii Feinde der Arbeiterschaft i» der Ein- bernfiliig des Kongresses ein Mittel zur Herbeisührnng einer prole- tarischen Klassenjustiz sehen. Diese Freude wird aber den Feinle» der Arbeiterklasse nicht bereitet iverden. Haben doch. ivie wir aus sicherer Quelle erfahre». die Geiverbegerichts- Beisitzer de» Antrag, einen iiougreß abzuhalten, nicht akzeptirt nnd ausdrücklich einen solche» für die nächste» Jahre als inopporlmi bezeichnet. Wir hoffe», daß man überhanpr von derartigen Kongressen absehen wird. De» Gewerbegerichten kann seitens der Arbeiter und ihrer Organe auf anderen Wegen viel mehr genützt iverden. Heber die Lungen- Heilanstalt von Dr. Weiler in Görbersdorf brachten wir in der Nummer vom 23. Oktober eine Notiz, worin der Befürchtnilg Ausdruck gegeben war, daß die bekaniile„vertrauliche" Anregung des neuen Direktors des Reichs- Versicheruiigsanils, die Hcilaiistalten möchten von den Berufs- genossenschasten und Bersichernngsanstaiten zni» Kampfe gegen die Sozialdemokratie herangezogen iverden, bei jener Anstalt insosern nicht ohne Erfolg gebliede» sei, als oppositionelle Zeilniigcn ab« geschafft worden wäre», während stockreaktionäre Blätier beibehalten würde». Diese Veränderung im Lesezirkel hatte aber, wie ans einer »enerlichen Zuschrist des Einsenders der Miltheilnng zu schlieheii ist. mit der Anregung des Zieichs-Versicheruiigsamts-Direktors nichts zu thnn und ist bereits wieder beHobe». Es freut uns, das lonstatireii zu können. Tie Frauen in dem ilordamerikanische» Territorium Wyoniiug haben bereits seit 30 Jahren das Recht, an den öffentlichen Wahle» thcilzniiehme», nnd seitdem ihre staatsbürgerlichen Errungenschaften derart zu erweitern vermocht, daß ihnen sogar die v o l l st ä ii d i g gleiche B e s o l d u n g> n allen Gemeinde� ämtern und Lehrstellen an den öffentlichen Schulen be« ivilligt werden mußte. Die Gehaltsgleichstellung hat aber eine Znrücksetzniig der weibliche» Lehrkräfte zur Folge gehabt. Der Jahres« dericht der dortigen Lehrerinnen-Vereiiiiguiig weist ziffernmäßig»ach, daß seit süns Jahre» die Zahl der angestellten Lehrerinnen andauernd zurückgegangen ist, welche Erscheinung bei den ivetblichen Angestellten de? Vmvalliingsbebördeii in noch höherem Maße zu beobachten sei. Als Grund dafür führt der Bericht ein allgemeines Uebelwollen gegen- über der Benifslhätigkeit der Frauen a»; früher, als die Frauiiz »och billiger arbeitete» als die Männer, hätten die G e in e in d e v ä t e r und die solistigen leitenden Kreise des B ü r g e r t h n m s für die Frauenemanzipation geschwärmt; seitdem jedoch den Frauen das gleiche GeHall>vie de» Männern zu zahlen sei, habe man plötzlich wieder entdeckt, daß die Frau eine geringwerthigere Arbeiterin wäre. Das betrübendste aber sei, daß auch diejenige» Frane», denen es gelungen sei, in eine leitende Stelle der Verwaltung oder einer Lehranstalt aus- znrücke», das Fortkomme» ihrer jüngere« Berufs- n»d Geschlechts- genossiiiiie» zu erschweren suchten. Solche» Damen sei meist der geringstbefähigte männliche Bewerber, ivemi er ihnen nur einige Schmeicheleien sage, als Untergebener lieber, als die tüchtigste und bestvorbereitete weibliche Beiverberi».— Der Bericht schlägt verschiedene Mittel vor,>vie die Frauen von Wyoming durch Boykottirung einzelner, de» Frauen besonders feindlich gesinuter Personen gegen eine solche Beschränkung der von ihnen so schwer errungenen Rechte ankämpfen solle». Deposrhen und letzte LlsutzeutzLeu. Wittenberge, 29. Oktober.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Bei der heutigen Nachwahl ziiin Reichstage im Wahlkreise West- priegnitz erhielten bis jetzt Hinze(Soz.) 1653, Schulz(frs. Volksp.) 2313, W o h l f a r t(Antis.) 1609. v. S al d e r n(kons.) 1199 Stimmen. Von 153 Orte» steht das Resultat noch aus. Stichivahl zivischen Schulz und v. Saldern wahrscheinlich. Halbcrstadt, 29. Oktober. Bei ber Landtags. Ersatzwahl im 8. Wahlkreise des Regiernngsbezirls Magdeburg erhielten von 493 abgegebenen Stimme» Fabrikbesitzer Waller Wiersdorff zu Wegelede» (nationalliberal) 386; derselbe ist somit gewählt. Wie», 29. Oktober. Abgeordnetenhaus. Die geheime Sitzung wird n», 6 Uhr abends geschlossen nnd die Sitzung wieder fiir öffentlich erklärt. Bizcprästeenl Abrnhamovicz ertheilte dem deutsch- forlschrittlick>en Abgeordneten Kieninan» das Wort zur Antrag» stellung.(Stürmischer Widerspruch. Großer Lärm. Zahlreiche Abgeordnete eilen auf die Präsiventenbnhne, es entsteht ein heftiges Gedränge; erregte Kontravcrsen und großer anhaltender Lärm.) Der Vizegräsident unterbricht die Sitzung ans 3 Miunte». Nach Wieder» aufnähme derselben ertheilt ber Vizepräsident Antwort bezüglich der formellen Behandlung ziveier in der geheime» Sitzung gesielluu Anträge zur Geschäftsordnung. Der Vizepräsident erlhnU das Wort dem Borredner»um Ansgleichsprovisorinm. dem Polen Jedrzedowicz.(Stürmischer Beifall rechts. Widerspruch links.) Unter fortwährendem Tumult. Schreien nnd auf die Pulte Klopsen links hält Jedrzedowicz seine illede. ivelche von Beifall ans der Rechten begleitet wird. Gleichzeitig spricht der benlsch-sortschritltiche Abg. Kienmann auf der Linken. Der Tumiilt hält an und wird immer heftiger. Abg. Jedrzedowicz schließt seine 3!ede. Der Vizepräsident unterbricht linter stürinischen Znrusen die Sitzung; die Unterbrechung dauert bis 7'/, Uhr. woraus der Vizepräsident die Sitzung wieder eröffnet. Abg. Kienmann beantragt Schluß der Sitzung»nd »amenlliche Abstimmung hierüber. Der Vizepräsident erklärt die Sitzung für geschlossen.(Bewegung; lebbaster Beifall links.) Die Sitzung dauerte ungesähr 27 Stunden; während der Unter- brechung ivurde der polnische Abg. Blazoiuski ohnmächtig und mnßle gelabt iverden. Nächste Sitzung Donnerstag. Paris, 29. Oktober. Die Deputirtenkamnier nimmt de» Gesetz. entlvurf betreffend das Uebereinkomme» mit Japan a»»nd zieht de» Antrag Goblets aus Wiederherftelluiig des Listenskrutiniums in Erwägung.__ Verlag von Mar ivadiua in Berlin. Hierzu 2>vcilageu. Jr. 254. 14. ZchMg. 1 Drv dritte VougveH dev Gafltuivkhsüvhilfen DeukfchiÄttds. Des Kommerses und Volles wegen, der vom Donnerstag Abend an die Theilnehmer bis zum frühen Morgen zusammengehalten hatte, fiel die Freilag- Morgensihnng ans. Die Berathungcn wurden Freitag Nachmittag S Uhr fortgesetzt, und stand zunächst»och die Behandlnng der P r o z c n t- A r b e i ts- F r a g e auf der Tages- ordnung. Es fand heute iwch eine ausgedehnte Debatte über diese Frage statt, an der sich als Hauptredner Fröhlich- Hamburg, Zeiske, Pöhsch, sowie Selliner- Hamburg bclhciliglen. Der Gesamnttmciniing des Kongresses in der Frage wurde schliejzlich durch Annahme der bereits gestern im„Vorwärts" abgedruckten Re>ol>ition Ausdruck gegeben. Der letzte Tagesordnuugs-Pnnkt war ein Vortrag des Genossen P ö tz s ch über den A r b e i t e r s ch u tz im G a st w i r t h s- E> e w e r b e. Der Referent ging namentlich auf die bereits vor vier Jchhrcn von der Kommission für Arbeiterstatistik vorgenommenen E. Hebungen ein, nnd hob besonders die Stellung der Gastivirths- Vereine und der übrigen Vertreter der Prinzipalsinteresse» bei jenen Erhebungen heraus. Diese Kreise haben damals fast ausnahmslos_ jeden Arbeiterschutz im Gastivirths- Betrüb für vollständig überflüssig erklärt, wogegen be- sonders der Verein Berliner Gastivirths- Gehilfen i» seinen Ant- warten auf die gestelllcn Frage» und seine» Gutachten«»ergisch die Interessen der Gehilfenschaft vertreten hat. Der Redner legte dar, daü die Sozialpolitik gerade augenblicklich in Deutschland arg ins Stocken gerathen ist; er sei aber doch der Meiiiung, wenn von feiten d« Arbeiterschaft nach dieser Richtung genügend gedrängt werde, das! dann die Arbeiterschutz-Gesetzgebung doch nicht gänzlich ver- flachen werde. In diesem Sinne legt der Referent dem Kongreß die folgende Resolution vor: „In Erwägung, daß bei Berathuug de?„Arbeiterschutzgesehes" im Jahre 1891 der damalige Handelsminister V.Berlepsch im Reichstage die Nolhwendigkeil der gesetzlichen Regelung der 3lr- beilszeit im Gastivirths« Gewerbe auerkannte nnd versprach, diese durch die Einbringung eines„Spezialgesetzes" herbeiführen zu wollen; in fernerer Erwägimg, daß die seitens dir Reichsregierung vorgenommenen Erhebungen die Berechtigung der Klagen der gast- wirthschnstlichen Arbeiter in vollem Umfange bestätigt haben; in Erwägung endlich, daß selbst das ReichSgesnndheilsamt in seinem von der Reichsregierung eingeforderten Gutachten sich für eine Regelung der Arbeitszeit im Gastivirthsgewerbe aus- gesprochen hat: beschließt der dritte Kongreß der Gastivirths-Angestellten Deutschlands, das Bureau des Kongresses zu beauftragen, der üteichsregierung die Einlösung des bereits vor 6 Jahren gegebeneu Versprechens in Erinnerung zu bringen. Die bestgeeignetfte Form, diesen Zweck zu erreichen, ist nach der Ueberzeugnug des Kongresses die. die sozialdemokratische Reichstagsfraktion zu ersuchen, bei der ihr passend erscheinenden Gelegenheit nnd in der ihr gut dünkende» Form, die Wünsche der Gastivirths-Angestellten zur Sprache zu bringen." Diese Resolution wird nach sehr kurzer Diskussion einstimmig angenoinmen. Nachdem als Sitz der Leitung des nengegründeten Ver- bandes bereits Berlin gewählt ist, wird zum Sitz des Aus- s ch n s s e s, der die Thätigkeit des Vorstandes zu überwachen hat nnd als Beschwerdekommission fungirt, Hamburg bestimmt. Die Wahl des Vorsitzenden wird wegen der Schwierigkeit der Personenfrage für diesmal der Filiale Berlin übertragen; als Verbandskassirer wird Ströhlinger gewählt. Es ergreift dann der Genosse M i l l a r g das Wort, um dem Kongreß die Grüße der Berliner organisirten Arbeiterschaft zu überbringen und die Sympathie der Berliner Arbeiter mit den Be- strebungen der Kellnerbewegnng auszndrücke». Der Genosse Gertz aus Hamburg dankt im Namen der aus- »'Artigen Delegirten den Berliner Kollegen für die freundliche Ans- »ahme in Berlin,— woraus der Kongreß nach einem warmen Schlußivort des Genossen P ö tz s ch mit einem Hoch auf die Zentral- orgnnisation der Gastwirthsgehilfen geschlossen wird. Mommunale-s. Das Komitee für die Errichtung eines Denkmals für die Märzgefallenen(Vorsitzender Heinz Krüger) hatte sich bekanntlich vor längerer Zeit an den Magistrat gewendet mit dem Ersuchen, ihm zur Errichtung dieses Denkmals aus städtischen Mitteln einen Beitrag zu gewähren. Der Magistrat hatte zur Vorberathnng dieser Angelegenheil eine Snbkommission eingesetzt, welche gestern im Kollegium Bericht er- stattete. Eine Beschlußfassung wurde aber im Hinblick auf den in der Donnerstags- Sitzung der Stadtverordnelen- Versammlung ein« gebrachten Autrag: die Versammlung möge den Magistrat ersuchen, mit ihr in gemischler Deputation in der Frage wegen Errichtung cineS Denkmals bcrathen, ausgesetzt, und soll seitens deS Magistrats ter Versammlung, falls letztere einen dahingehenden Beschluß fassen sollte, die Bereitwilligkeit hierzu ausgesprochen werden. In der gestrigen MagistratSsitznng sind die Magistrats- sekreiäre Julius Meyer, Paul Meixner und Senß zu Ober-Stadt- sekretären ernannt worden. Für die im Dezember zu eröffnende Hilfs-Kranken- anstatt in der Giischinerstraße ist als leitender Arzt Professor Dr. Litten vom Magislratskollegium gewählt worden. Lixftslles» Achtung, zweiter Wahlkreis? Im Lokale von Znbeil, Lindeustr. 106, findet am Sonntag Abend 6>/e Uhr eine öffentliche Versammlung statt, in der llieichstags-Abgeordneler Richard Fischer einen Vortrag halten wird. Nachher gemüthliches Acisammensein. Zahlreiche Betheiligung ist erwünscht Die Vertrauensperson. Nach Polizei nnd Staatsanwalt ruft der JnnnngSverband dr l icher Baiigewerksmeifter in einer an den Bnndesrath, das Reichs- I slijamt iiuv die Staatsministerien der Bundesstaaten gerichteten Eingabe. Die Behörden werden nicht etwa angerufen gegen Bau- teil er. die, indem sie die erforderlichen S ch u tz v o r r i ch t u n g e n aus Bauten außer acht lassen, Leben und Gesundheit der Arbeiter gefährden; auch nicht gegen solche Bauunternehmer, welche die Arbeiter um ihren sauer verdienten Lohn prellen; die Sicherheitsorgane sollen vielmehr mobil gemacht werden gegen die Arbeiter, die sich herausnehmen. von dem ihnen gesetzlich gewährleisteten Koalitionsrecht einen wirk- sanie» Gebrauch zu machen und dadurch allerdings den Herren Jnnungsmeistcrn recht unbequem werden.I � Die Bau- pewerksmeister, vor allem die von Herrn F e l i s ch geführten Ber- liner Jnnnngsbrüdcr, haben, wie wir vor einiger Zeit schon kurz inillheille», herausgefunden, daß das Ausstellen von Streik- postrn an gesperrten Bauten und das Fernhalten des Zu- zngs von außerhalb durch Ausübung der Bahnhofs- Kon- trolle recht geeignete Mittel zur Durchführung von Streiks sind. Bekanntlich hat die Polizei diese Thätigkeit streikender Arbeiter stets nach Möglichkeit erschwert und ost peung mußte der von unseren Juristen mit großer Virtuosität ge- handhabte Grobe Unsug-Paragraph herhalten, um Slreilposteu und ittS„WMltck" Vahnhofskoulrolleure zu bestrafen. Das genügt aber den zopfigen Jnnungsmeiftern noch nicht. Sie suchen den Behörden klar zu machen, daß die Polizei doch nicht in allen Fällen die Streikposten fassen könne, daß also die bestehenden Gesetze nicht ausreichen zum Schutz der Ausbcutnngsfreiheit der Unternehmer. Darum müsse Streikpostenslehen und Bahnhosskonlrolle ausdrücklich durch Gesetz als straf bar erklärt werden. Mit einer an die Witze des urkomischen Bendix erinnernden Jiinungsmeister-Logik wird in dem Schriststück nachzuweisen ver- sucht, daß solche polizeilichen Eingriffe in die Koalitionsfreiheit keine Beschränkung, sondern eine Erweiterung der Rechte der Arbeiter sei, indem auf diese Weise die Arbeitswilligen gegen die Streikenden geschützt würden. Damit aber schon auf grnnd der bestehsuden Gesehe die gewerkschaftliche Bewegung der Arbeiter möglichst beeinträchtigt werde, giebl die EingabederJnnungsmeister den Behörden Rathschläge, wie die Streikenden, namentlich aber die „Slreikleiter" wegen Hausfriedensbruch, Landsriedensbruch, Ausreizuiig und wer weiß was sonst noch belangt und unschädlich gemacht werden könnten. Unter Hinweis auf das Reichsgerichts-Erkernitniß, welches den Verleger, der die gegen den Redakteur erkannte Geld- strafe bezahlt, wegen Begünstigung verurtheilt. ermuntern die Jnniingsbrüder ten Staatsanwalt, gegcn die„Streikleiter" vorzugehen, welche ja auch Geldstraseu und Gerichtskoften für verurlheille Streikende bezahlen! Am besten wäre wohl der Baugewerks- Innung nnd ihre» reaktionären Gesinnnngsgenoffen damit gedient, daß ein Ausnahme- gesctz gegen Streikende erlassen und zur konsequenten Durchführung desselben Herr Fetisch zum Polizeipräsidenten von Berlin oder gar zum Polizeiministcr gemacht würde. Wie schwach »niß sich doch eine Unternehmer- Organisation fühle», die ihre Position nur dann gesichert glaubt, wenn jede Regung der Arbeiter mit dem Polizciknüppel niedergehalten wird. Ncber de» Freiherr» v. Hammersteiu nnd dessen Behandlung im Zuchlhanse brachten wir nach der„Volks- Zeitung" vor einiger Zeit eine Meldung, wonach dem Manne verschiedene Vergünstigungen zu theil geworden sein sollen. In dieser Angelegenheit sendet nun- mehr Wolff's Telegraphenbnrean an verschiedene Zeitungen eine Art Berichtigung folgende» Wortlauts: Gegenüber vielfachen Unrichtigkeiten, welche in einer über den Freiherrn v. Hammerslein verbreiteten Notiz enthaltcn sind, ist fest- zustellen, daß v. Hauimerstein in der Strafanstalt Moabit niemals als„krank" geführt worden ist, sich auch nicht in leidendem Zustande befindet und daher mit Ausnahme eines kurzen Zeitraumes, in dem er mit Rücksicht aus eine vorübergehende Körpcrschwäche Krankenkost erhielt, in derselbe» Weise verpflegt wird, wie die übrigen gesunde» Slrasgefangene». Ihm steht die Anstaltsbibliothek nach Maßgabe der für alle Gefangenen geltenden Bestimmungen und nicht, wie behauptet wird,„unumschränkt" zur Verfügung. Ebenso bedarf die Angabe, daß v. Hammerstein vielfach mit seinen Anverwandten in Briefwechsel steht, insofern der Berichtigung, als dieser Verkehr nur mit seiner Ehefrau in der durch die Anstaltsordnung zugelassenen Beschränkung erfolgt. Auch seine Beschäfugung in der Slrafanstalt entspricht den hierüber erlassenen Bestimmungen. Die von einem Blatte hieran geknüpfte Vermulhung einer besonderen Bevorzugung Hammerstcin's entbehrt hiernach der lhatsächlichen Begründung. Vielleicht schafft eine offizielle Darstellung Anfklärung darüber, ob diese„Berichtigung" zutreffend ist. Daß es zu Anschauungen von der mitgelheilteu Art kommen konnte, ist nur zu erklärlich. Obgleich wegen ehrloser Handlungen zu ehrloser Strafe verurtheilt. durste Hammerstein als Zeuge im Clöcker-Prozeß in eigener Kleidung er- scheinen, während man ehrenhafte Leute, die das Unglück hatten, wegen Preßvergehens zu Gefängniß verurtheilt zu werden, in Kelten durch die Straßen transportirte. Z» de» Stadtvcrorduetcntvalilc». Vom Vorstand des demo- kratischen Berliner Arbeitervereins wird uns mitgelheilt, daß der Verein in feiner letzten Sitzung gegen wenige Stimiyen folgende Resolution gefaßt hat: Da bei den bevorstehenden Stadtverordnelenwahlen Kandidaten einer Partei mit demokratischem Programm nicht zur Wahl stehen, empfiehlt der Berliner Arbeiterverein seinen Mitgliedern, die Wahl der von der s o z i a l d e ni ok r a t i s ch e u Partei aufgestellten Kandidaten zu u u t e r st ü tz e n. Die wenigen Mitglieder, die gegen diese Nesolution stimmten, hatten sich für die Aufstellung eigener Kandidale» erklärt. Es wurde in der Sitzung ausdrücklich darauf Hingewiese», daß es außer den Sozialdemokraten niemanden in der Stadtverordneten-Versammlung gebe, der bei den wichtigsten kommunalen Fragen den Staudpiinkl der entschiedenen Demokratie wahrzunehmen wage. Die veredelnden Wirkungen eines ganz aristokratischen Ver- gnügenS werden in der„National-Zeitung" mit einer Anschaulichkeit, wie sie nur von der Begeisterung eiugegehcn wird, dem Publikum plausibel gemacht. Das Blatt bringt einen Bericht über das vor- gestrige Nennen z u C a r l s l, o r st. zu dem die„Offizierkorps unserer nnd der Potsdamer Kavallerie-Regimenter" im Kranze ihrer gleich aristokratischen Damen in corxors erschienen sein sollen. Der erhebendste Moment diese? Rennens sah nach der Schilderung des Blattes folgendermaßen aus: „Bei 6060 Metern ist die Pace vorläufig nur mäßig, da heißt es mit de» Kräften des Pferdes recht haushallen; wundervoll werde» die ersten Sprünge genommen, da ein Aufschrei:„Kadett" mit Lt. von Bercken ist zu Fall gekommen. Reiter und Roß sind ohne Schaden geblieben. Weiter geht die Reise.„Roll" mit Herrn Lücke stürzt; aber nur einen Moment liegt der Reiter am Boden, dann erhebt er sich wieder, reitet nach, freilich die Siegeschancen sind ver- scherzt;„Vinegar" bricht nieder; Gras W. Königsmarck muß den Steepler anhalten." Und so weiter. Um die edlen Reiter ist es ja nicht weiter schade, wohl aber sollten sich gesittete Leute einmal für das gequälte Vieh ins Zeug legen, zumal immer dunkel davon gefaselt wird, daß di« Neunen zur Veredelung der Pferdezucht dienen. Die städtische Sparkasse hatte in dem Vierteljahr Juli- September d. I. wieder eine Mehreinnahme von 1 13S 259,68 M. Es wurden nämlich eingezahlt 11095 559,44 M. und abgehoben 9 879 299,76 M., wodurch die Forderung der Interessenten sich auf 197 493 539.83 M. erhöht«, vertheilt auf 586 564 Bücher. Das Gesammlvermögen der Sparkasse belief sich Ende September d- I. aus 215 288 999,86 M. Um eine nugesännite Abstellung von etwa eintretenden Betriebsslöruiigen:c. ans der seit einiger Zeit elektrisch betriebenen Straßenbahnlinie Charlottcnburg-Berlin(Kupfergrabe») ausführen zu können, wird die kaiserliche Ober-Postdirektion mit Zustimmung des Magistrats längs der vorgedachten Bahnlinie auf Kosten der Berlin-Charloltenburger Straßenbahu- Gesellschaft eine Fernsprech- leitung Mitte nächsten Monats zur Ausführung bringen. Diese Leitung darf nur im Verkehrsinteresse dieser Linie in Benutzung ge- nomine» werden. Von der Bescheidenheit der Nachfolger Christi. Die Er- richtung eigener Pfarrhäuser auf städtische Kosten i» allen Berliner Kirchengemeinden, wo es a» solchen noch fehlt, oder die vorhandenen Gebäude unzureichend sind, gehörte zu dem reichhaltigen Programm, welches die Anhänger der Kirchen-Ordnnng von 1573 aufgestellt und dem Magistrat zur Begründung ihrer Millionenfordernng vor- gelegt hatten. Bereits in zwei Fällen, bei der Himmelsahrts- und nun neuerdings wieder bei der Versöhnungs-Kirche sind die kirchlichen Gemeiudeubehörden jedoch mit diesem Ansprüche selbst von dem Polizei- Präsidenten zurückgewiesen worden. Die Sonntagsruhe im Droschken- Fnhrgewerbe will die Berliner Droschkenbesitzer-Vereiiiiguiig aus der Theorie in die Praxi? übertragen. In der jüngsten Sitzung der Vereinigung ist nämlich der definitive Beschluß gefaßt worden, in Ställen der Mitglieder Plakate anbringen zu lassen des Inhalts:»Betreffs der Sonntags- . Sstllliibciid, 30. Mobti 1897. ruhe ist jedem Kutscher gestattet, im Monat zwei bis vier Tage zu Hanse zu bleiben, muß dies aber zwei Tage vorher seinem Dienst- Herrn anzeigen." Die Kutscher werden von diesem freundlichen Anerbieten jedenfalls Gebrauch mache», ohne indessen in ihrer Agitation für Erlangung gesetzlicher Ruhepansen zu erlahmen. Firincnvcrschleicrnng ist bekanntlich nach der Antisemiten- presse eine jüdische Spezialität, während der„teutsche Manu" solche Dinge nicht kennt. Was soll man nun zu folgender gestern vor- genommenen Eintragung in das Handelsregister sagen?: Pferde-An- und Verkanfsgeschäst A. S. v. Ploetz. Inhaberin ist Frau Rittmeister Anna v. Ploetz geb. v. Winterfcld zu Berlin. Dem Rittmeister Arndt v. Ploetz zu Berlin ist Prokura erlheilt. ?l. S. v. Ploetz ist also Frau Anna v. Ploetz, nicht Herr Arndt v. Ploetz. Ob nun Frau Anna v. Ploetz wirklich den Pferdehandel belreiben wird? TaS erforderliche Kapital für die elektrische Stadtbahn ist auf rilttd 29,5 Millionen Mark veranschlagt. Davon sollen 12,5 Millionen durch Aktien und 3 Millionen durch»ierprozentige Obligationen aufgebracht werden. Die Kosten setzen sich zusammen ans 13,3 Millionen s ür den Bau, 8 Millionen siir Gninderwcrb, abzüglich 4 Millionen für wieder verwerlhbare Grundstücke und 1 249 999 M. Zinsen während der Bauzeit. Taö von einem Unternehmer dem kgl. Polizeipräsidium unterbreitete Gesuch um Konzessionirimg dreier O m n i b u s l i n i c» zur Berbindiliig des Potsdamer Bahnhofes mil Bahnhof Friedrich- straße— 3399 Meter des Anhalter Bahnho,>-S mit Bahnhof Fricdrichstraße— 3399 Meter— und de- Stettiner Bahnhofe? mit Bahnhof Friedrichstraße— 1789 Meter, ist dem Magistrat zur Zu- stiinminig übermittelt worden. Der Fahrpreis für jede der drei Linien beträgt 19 Pseniiige. TaS ErmittclnngSverfahrcn in der Mordsache der Prosli- tuirteii Thiele soll einen Schritt vorwärts gekommen sein. Während bisher alle der That Berdächtigen schon»ach kurzer Zeit von der Kriminalpolizei wieder entlasse» wurden, hat sich jetzt der Verdacht gegen eine Persönlichkeit derart verdichtet, daß dieselbe in Unter- isiichnngshast genommen worden ist. Es handelt sich um den Töpfer Jiilins Behrendt, einen Mann in reifen Jahren, der mit der Thiele nachweislich längere Zeit im Verkehr gestanden hat. Seitens deS Unterslichungsrichters Landgerichtsrath Brandt sind bereits Vor- ladnngcn an die Zeugen in dieser Sache, nnd zwar„gegen de» Töpfer Behrendt wegen Mordes" erlassen worden. Von einer neuen Maschine zur Herstellung von Zigarren weiß die„Deiilsche Tageszeilnng" zu berichten. Schon vor längerer Zeit habe ein hiesiges Konsortium ein belgisches Patent erworben — angeblich sür 2 Millionen Mark— das einen erheblichen Fort- schritt nach der Richtung der Krastersparniß bedeute. Das Kon- sortinm arbeitet unter der technischen Leitung eines bekannten hiesigen Zigarrensabrikaiiten seit Jahressrist an der Vervoll- kouimiiiiiig der belgischen Maschine uud hat auch schon große Mengen Maschiucnzigarren in den Handel gebracht. Während ein guter Handarbeiter 399 Zigarren an einem Tage her« stellt uud es, wenn er eine Wickelmacherin beschäftigt, ans die doppelte Anzahl bringen kann, liefert eine nur von einem Arbeiter bediente Zwillingsmaschine täglich 1699 Stück. Die Maschine, mit der man ein größeres und kleinercs Format herstellen kann, verarbeitet auch den Wickel, schneidet das Deckblatt, legt es um nnd klebt es; der Man», der sie bedient, hat nur den Tabak zurecht zu machen uud der Maschine zuzuführen. Die Gesellschaft will die Maschinen nicht verkaufen, sondern an die einzelnen Fabri- kanten vcrinieihen. Wenn sie so einschlagen, wie die Eigenthürner hoffen, so würde die Zigarrensabrikation etwa vier Fünftel der bisher erforderlich gewesenen iilrbeitSkräsle durch die billigere Maschine ersetzen können.— So die nnkonlrollirbaren Mitlhciliingen. Bisher hat die Maschine in der Zigarrenfnbrikation eine überaus unbedeu- tend« Llolle gespielt, und vielfach wurde es von Fachleuten als eine Unmöglichkeit bezeichnet, die Handarbeit zu verdrängen. Auch die Mittheiliinge» über die neue Maschine werden mit Vorsicht aiiszu- iiehmcu sei». Schwarze Bande. Die SlaaiZanwallschaft ist, der„Voss. Ztg." zufolge, augenblicklich mit Erhebungen über das Thun und Treiben mehrerer hiesiger Gescbäsle in der Laudsberaerstraße, Oppeliierstrabe, am Zionskirchplatz beschäsligt, die verdächtigt worden find, hiesige und auswärtige Firmen als sog.„schwarze Baude" arg geschädigt zu haben. Diese gefährliche Gesellschaft eröffnete Delilattß-, Bulter- und Käsehandlungen, Fischräuchereien n. s. w, bezog Probesendungen. die glalt bezahlt wurden, ließ aber die folgenden größeren Bs« stelliingen unbeglichen. Kam dann der Gerichtsvollzieher, wurho schnell gerückt und anderwärts ein neues Geschäst unter anderer Firma eröffnet. In einem Falle, wo der Gerichtsvollzieher gepfändet hatte, stellte sich später heraus, daß in den als„Lager" vorhandenen Margariiisäfferii Kartoffeln, in den Kakaopacketcn Sägespähne, in Champagner- und Likörflaschen gefärbtes Wasser sich befand. Einer der Verdächtigten ist ein früherer Schutzmann, der vorläufig auch mit Hilfe der Polizei nicht aufzufinden ist. Bor Hunger nmgefallcn. Gestern Nachmittag fiel der Musiker Robert Pritzkow vor dem Hause Ackerstr. 23 bewußtlos nieder nnd wurde von einem Schutzmann in das Haus gebracht. Hier gab er an, er habe im Krankenhause Moabit krank daruiedergelegen. sei jetzt ohne Beschäftigung, völlig mittellos und habe seit mehreren Tagen keine Nahrung zu sich genommen. Nachdem er durch Hansbewohncr mit Kaffee und Brot gestärkt war, konnte er sich in seine Wohnung. Wcydingcrstr. 5, begeben. Wege» Mordes ist in Altona eine den Berlinern nicht im- bekannte Persönlichkeit, der Kohlenhändler und Arbeiter Palimann, festgenommen worden. Pallmanu verursachte vor etwa zwei Jahren dadurch Aussehen, daß er auf der Fahrt von Hamburg nach Berlin mit einem Revolver nach einem auf der Plattform stehenden Manne schoß. Er wurde nach der Ankunft des Zuges in Berlin verhaftet und später nach Altona überführt, mußte zedoch freigelassen werden, weil seine Behauptung, er habe mit dem Revolver gespielt und die Waffe sich von selbst entladen, nicht zu widerlegen war. Jetzt wird Pallmaun beschuldigt, seine Frau erschlagen zu haben. Die letzlere wurde in ihrer Wohnung in Altona mit schweren Verletzungen am Kopf und Strangiilationsmarkeii am Halse todt mifgefimden. Pallmaun giebt zwar zu, seine Iran mißhandelt zu haben, weil dieselbe ihm untreu war, bestreitet jedoch den Borsatz der Tödtung. Von seinem eigenen Wagen überfahren und schwer verletzt wurde der Kutscher eines ArbeilSwagens aiiS Fricdrichsberg ans der Warschauer Brücke. Die Räder gingen dem Unglücklichen über die Brust. Er wurde in nahezu hoffnungslosem Zustande mittels des Liick'scheu Krankenwagens nach dem Krankenhailse am Friedrichshain gebracht. Unvorsichtiges Umgehen mit einer Schutzwaffe hat di« 28 Jahre alte Frau des Baiuvächters Bredow aus der Schönholzer- straße 4 in schwere Lebensgefahr gebracht. Bredow ließ, als er morgens vom Nachtdienste heimkehrte, seinen geladenen Revolver in der Wohnstube auf dem Tische liegen. Damit sie nicht den Kinder» als Spielzeug in die Hände falle, nahm seine Frau die gefährliche Waffe vom Tische weg, um sie bei seite zu legen. Hierbei nahm sie an dem Revolver Rostflecke wahr nnd bemühie sich, diese abzn- wische». Plötzlich krachte ein Schuß und eine Kugel drang der nn» vorsichtigen Frau in den Kopf. Im Krankenhause, wo ihr das Geschoß aus dem Wundkanal herausgeschnitien wurde, zweifelte man zunächst an ihrem Auskommen; jetzt ist jedoch eine Wendung zum besseren eingetreten. llrania. Laut Eintragung in das hiesige Handelsreg ister ist an stelle des ausgeschiedenen Dr. Wilhelm M. Meyer He>> Reittier Valentin Weisbach, der durch bedenienden Aktienbesitz au dem linier» nehme» betheiligt ist, Direltoi! der Gesellschaft Urania, Geh. Rc» gierimgZrath Prof. Dr. Wilhelm Förster Stellvertreter deL Direktors Le>vorde». Theater. Otto Erich H artleb en's Heues einalttges Drama„Ab- ftlued vom Regime»� ist soeben vom Direktor Brahm zur Ausfithrung für oas Deutsche Theater angenommel» ivordcn; das Werk erscheint im Buhnenverlage von Eduard Bloch in Berlin.— In der anr Montau ini ? Theater zum ersten Male in Szene gehenden Novität„Klippen der Weltstadt", welche von der Zensur verboten gewesen ist, liegen die Hauptrollen in Händen der Damen Lid, Schönberg, Bergmann, Weich fongo, Pauli, Winter; der Herren Dill, Jürgns, Wach, Pauli, Altschüler, Pol ncr, Frisch, Lcitner und ttlinder. Jos. Dill hat das Stück in Szene Jl ii■rH'utc studet vorlänsig die letzte Aussührnng von„Die Geisterglocke" statt. Sonntag Nachmittag„Jugcndbronuen" zu halben Preisen, abends au, vielseitigen Wunsch„Nm Altar". Fcuctbcvicht. Tonnerstag Abend 7 Uhr nmren Schul- st r a st e 53 beiur Umfallen einer Petroleumlanipe Kieidungöstiicke in Brand geratheil, der jedoch noch vor dem Eimrefse» der Wehr gc» lofcht ivnrde. Gegen 10 Uhr brannte Krim in e r st r. 2 die Schal- decke wodurch auch das Hans belrächllich beschädigt wnrde. Frei- tag früh 4 Uhr erfolgte Alarm nach Kottbnser Damm 100, wo in einer Leistcnfabrik ei» Brand ausgebrochen war, der sich über drei Etagen erslrecktc und den Wehren von Berlin und Rizdorf viel zu schaffen machte. Nachdem das Feuer zum Stehe» gebracht war, wurde» die weitereu Lösch- und Aufräumuugsarbcitcn der vtixdorfcr Wehr überlasse». Die belrosscue Goldleisteufabrik hat be- krächllichen Schade» zu erleideu. Kurz vor v Uhr wurde die Wehr nach Nuiigestraste 10 gerufeu, um ein Pferd aus einer Grube berauSziibolen. NachniillagS S'/j Uhr wäre» S t e i« in e l; st r a ß e 01 Kleidnngsstncke i» Braiid geralhcn, der aber noch rechtzeilig aus« gegossen werde» konnte. Eiidltch erfolgte um S Uhr noch eiu Alarm »ach K o Iii m a u d a li t e n st r a h e ön, ,vo Bodeiiverschläge in Flaminc» standen. Fußboden und Balkenlage wurden mit zerstört und das Haus auch sonst noch erheblich beschädigt. Aus de» Nnchbarorte». DaS Opfer der Ptiigelpädagogik. Tie lödtlich verlanfene ivlißhandliing eines Schöneverger Schülers durch seinen Lehrer hat wie im Publikum, so auch bei den S ch u l b e h ö r d e n und nicht zn»l mindesten unter der g e s a»> m t e n Lehrerschaft des Ortes peinliches Aussehen und große Erregung verursacht und be fchästigt jetzl die ganzen Schöneberger Schlilkreise in sehr lebhafter Weise. Arn Mittwoch fiel in sännntlicheu öffentliche» Schulen des Ortes der Unterricht aus und fand unter dem Vorsitz des KreiS Schnlinspeklors Superintendent Vorberg eine allgemeine Konferenz der Schnikommission, der gesainmien Lehrerschaft Ulid auch der Geistlichen(was sollten die denn dabei?) von Schöneberg statt, in ivelcher der bewustte Vorfall und überhaupt die Echülerzüchliguilgeil behandelt wurden. Doch werden die Besprechungen dieser Konferenz streng geheim gehalten, so daß darüber noch nichts näheres verlantel. Der>i»parleiischo„L o k a l a n z e i g e r", der ja eine seiner Hauptaufgaben darin sieht, Ordnung und Autorität dadurch zu stärken, daß er alle von bcstinimter Seile verübten Ab scheulichkeiten entweder todlichiveigt oder beschönigt, hat auch in diesem Falle de» traurigen Muth aefniide», die Affaive so darzu- stellen, daß es den Anschein haben könnte, als ob dem Knaben seitens des Lehrers kaum elivaS gekhan worden und jener an einer— Magen kraukheit gestorben sei. Die wahre Todesursache wird allerdings erst die gerichtliche Obdnkiion ergeben. Vis dahin aber gellen das ärztlich e Attest und der Todtenschein. in denen ausdrücklich angegeben ist, daß der Knabe fingerdicke, b l u t n n t e r l a n f e» e S l r i e in e», Magrnbeschwerdeu und Erbrechen infolge von Älißhandlung pehabl habe,»iid daß er a» B a n ch f e l l e n t z ü n d u n g infolge innerer Verletzung durch Mißhandlung ge storben fei. Jui übrigen ist es in Schöucberg„stall bekannt', daß eine gaii�c Anzahl besonders jüngerer Lehrer vorn Züchtiguugsrccht de» ausgiebigsten Gebrauch niachen und auch in ihren Ausdrücke» gegen die Schüler das zulässige Maß oft überschreite». Mit Be- schöuige»»ud Todlschweige» ist aber de» Schulkindcrii wie auch ihre» Eltern schlecht gedient»nd wir werden daher den wahren Sachverhalt des Falles Richard nach unparleiischen Anssagen genau feststelle». 3» der Beschöntgimg der That, die sich der Lehrer hat zu schulden kommen lassen, und zu der weitere» Darstellung des „Lokalanzeigers", daß der Tod des mißhandelten Kindes durch „Magenbeschwerden" hervorgernfen sei, wird von der»nglücklicheii Mutter des tobte» Knaben, der in der Hohensriedbergstraßc 0 wohn- haften Frau Dora Fischer, die folgende Eeklärnng abgegeben: Unser Sohn Rudolf hat niemals an Magenbeschwerden gelitte» bat auch niemals eine Magenlrnukbeit gehabt! Im Gegeulbeil ist derselbe durch iind durch gesund gewesen und hat ansier Masern überhaupt keine Krankheit gehabt. Die Schläge, welche derselbe in der Schule erhallen hat. sind außerordentlich schwere gewesen, den» sie haben, ivie das Attest unseres Arzles, vr inoä. Herzfcld, Btilow- Praße 47/43. ausdrücklich anführt,„fingerdicke, blnt unterlansene Striemen" hinterlassen. ES ist nicht an zunehmen, daß so schwere Erscheinungen ans die Anwendung eines„dünnen Rohrstockes" zurückzuführen sind. Im übrigen ist auch nicht gesagt worden, daß der Tod unseres Kindes durch die Stockhiebe herbeigeführt ist. Derselbe ist nacki unserer Vermnthmig vielmehr durch das Werfen über die Tischkaute veranlaßt worden. Durch das heftig« Zerren des Lehrers hat sich das Kind schwer« innere Verletzmigen zu gezogen, welche schließlich zu einer Bauchfellentzündung geführt haben. Ter von Herrn Dr. Herzfeld ausgestellte Todtenschein betont ausdrücklich:„Bauchfellentzündung infolge ii« n e r e r Verletzung durch Mißhandlung!" Aus grnnd dieses TodtenscheineS und des ärztlichen Ältestes, welche wir einreiche» mußte», wurde die Leiche»iiscles Kindes von der Elaalsauwaltschast am Sounlag den 24. Oktober bcschlaguahml und am Dienstag früh wurde sie polizeilich abgeholt. N n richtig ist ferner auch die Behauptung, daß der Rektor die Anzeige an die obere Schillbehörde sofort nach Bekanntwerden der Krankheit des Kindes erstaltet hat. Wir habe» bereits am Donners tag, den 14. d. M, gegen 10 Uhr vormittags dem Herrn Rektor Piepke den Vorfall angezeigt, nachdem wir bereits am Tage vorher Herrn Lehrer Richard Miltheilimg davon gemacht hatten. Herr tlteltor Piepke verlangle ein ärztliches Attest, ivelches ihn» schon an» 15. d. M. zugestellt»vnrde. Erst an» Donners- tag, den 21. Oktober, kam Herr Steklor Piepke mittag? zivische» 12 und 1 Uhr, nachdem er vorher vergeblich dazu ans- gesordert»vorden»var, in unsere Wohnung, nm sich von dem itrankheitsznstande deS Kindes zi» überzeugen. I» der Nacht von» Freitag zm» Sonnabend starb bereits der Knabe. Am Freitag ist der Lehrer ßiichard noch in der Schule lhätig gewesen. Die Anzeige an die Schulbehördc ist also acht Tage»ach erfolgter lirkrankmig erstattet»vorden. Die vom Sladtrath Samter In CharlotteNbnrg gegen sich selbst beantragte Einleitung des Disziplinarverfahrens»st von» Re- giernngspräsideulen abgelehnt, vorden. Bon sciiici» eigciicu Hause abgestilrzt ist der in Schön«' berg»vohuhafle Maurermeister Aug. Colosser, Wielandslraße 33, der»lebe»» seinen» Hanse«inen Neubau aufführt. Er zog sich«inen Arm- und Beinbruch, sonne innere Verletzungen zu. Rthiung, Nixdorf! Heute Abend ö Uhr veranstaltet der polnisch-sozialdemolralische Distutirklub„Jaroslaiv-Donibrowski" in Hoff»>ai»»'s Festsälen. Bergstr. 151/152, sei», fünftes Stiftungsfest. vervunden mit Konzert, Theater und Tanz. Um zahlreichen Besuch bittet das Komitee. Ncber die geplante«lttflihrung der KaSautomateu kann folgendes mitgelheilt»oerden: Vorlänsig sind acht von verschiedenen Firmen hergestellte autoinalische Gasometer von den» Aichungsamt zeaicht»»d probeweise von de» Berliner Gasanstalten in Gebranch zenommen ivorden. Bon der Aufstellung der Gasantomaten kau» trst die Rede sein,»venu auch in Berlin,»vie das in Charlottenbnrg «reits der Fall ist, ein Euiheilkpreis des GaseS soivohl für Be» «uchiltuss- ivie für K.ch» und Heizzwecke eingeführt sein wtld. Endlich sind bei der Aufstellung von Gasautomate», die namentlich de» sogenauntei» kleinen Leule» zu gute kommen solle», besondere Aufsähe für die Kochherde»ölhig, eine Anlage, deren ziemlich be- beulende Kosten man nicht den Abuehmern zumuthen könne, sondern die von der Gasanstalt gelrage» werden müßten. Hierüber so»vie über die anderen in betracht kommeudeii Fragen sind die Ver- Handlungen bereits im Gange. Zu einem echt deutschen Kampfe für Ordnung, Religion und Eilte sotten in Spandau zu den bevorstehenden Sladt- verordnetemvahlen die M i l i t ä r v e r e i» e ausgeboten werden. Der Vorstand des deutsche» Militärverbaude?, Bezirk? in Spandau, hat nämlich de» Beschluß gesaßt, daß diejenigen Vereinsmilglieder, welche bei der Stabiverorditeleuivahl ihre Stimme sür einen Sozialdemokraten abgeben, ans dem Mililärvereine a u s- geschlossen werden sollen. Tiefe Bekundung deutscher Helden- große ist in einer Zeit, wo die Sozialisten einer ähnlichen Ver- fehmiing ausgesetzt sind, wie die ersten Christen unter de» römischen Zäsaren, ja nicht besonders auffallend. Wohl aber verdient die Fiage eingehende Beachtung,»vie die Vorstände der Mililärvereine sich denn über die„Schuld" der vo» ihnen mit der Maßregelung bedrohten Mitglieder nuterrichten wolle»? Envarte» sie vielleicht, daß der Magistrat, der schon einmal sich dazu hergegeben hat, die Milgliederliste des Arbeiler-Bezirlsvereins der Direklio» der Militäriverkställeir einzureichen, auch ihnen in ähnlicher Weise ge- fällig sein wird? Wie dem auch sei, die Arbeiterschaft von Spanda» wird sich allen solche» Rachtgelüslen zilin Trotz nicht abhalte» lassen, wacker sür ihre Interessen einzu lrelen. Dazu ist die Arbeiterbewegung denn doch zu groß geworden, als daß ihr vom Krieger- vereins-Patriotenthnlu ein Bei» gestellt werden lönule. AuS de» Spandaner Militär- Werkstätten. Uns geht folgender Bericht über d�e Arbeitsuerhällniss« in diesen Muster- Werkstätte» zu: In der Aetillcric-Werkstatt in, Betriebe C 4 sind seit einiger Zeit drei Feldschmiedcn aufgestellt. Im gleichen Raum aber arbeiten ungefähr 300 Schlosser. Sinn fehlt hier vollständig die Einrichtung zu einer Schmiede-Werlstait, so daß der Arbeits- ratlin derart mit Ranch und Gasen angefüllt ist, daß den Schlosser» das Arbeiten zmveilen zur Unmöglichkeit wird. Der Arbeiter- Ausschuß»vandle sich eines Tages an die Direktion mit dem Ersuche», daß wenigstens Abzngsklnppe» eingerichtet würde». Die Antivort von oben her lautete, daß kein Aedürfniß hierzu vorhanden wäre. Darauf sandle der Arbeileratisschuß eine niit den Unterschriften sännnllicher Arbeiter versehene Peiilion an die Direktlo» ab. Seitdem sind 14 Tage verflossen, ohne daß eine Antwort eingegangen oder gar der Uebel stand beseitigt worden»väre. Eine Aenverung thnt aber dringend noth. da«8 zu», Winter der Kälte wegen nicht gut möglich ist, die Fenster zu öffne» und der Uebelstand dann erst recht fühlbar ivird. Es ist ferner noch zu bericbten, daß in mehrere» Betrieben innner noch zwölf Slnuden gearbeitet wird, im Widerspruch mit der all- gemein verbreiteten Meinung, daß laut einer ininistcriellen Be- stimmnng von, 1. Juni ab die Arbeitszeit nicht länger als zehn Stunden dauern solle. Ter Magistrat l>o» Vharlotkenblirg hat gestern auf de» An- trag der KrankeiihnnS-Depniatioii beschlossen, der Stadtverordneten- Versammlung zur Beschlußfassung zu empfehlen, daß in allen Fällen von nachgeiviesencr Tuberkulose die Desinfektion kostenlos beivirkl »verde, ebenso»vie dies seil den» 1. April 1355>» allen den Krank- heitssällei» geschieht, in denen die Desinsckiio» polizeilich vor- geschrieben ist. I» Berlin sind»vir noch nicht so»veit. Ter JnstizsormaliSmnS gegen Radfahrer. Ein hiesiger Radfahrer halte seine Maschine ans dem Wege zur Reparatur- »verkslälte a» einem Abend»ach eingebrochener Dunkelheit mit der Hand neben sich geführt und»var dann,»veil an dem Vehikel keine teuchteude Laterne augebracht geivesen. in erster Instanz zivar zu 2 M. Strafe vernrtheilt, von der Straslammer aber freigesprochen ivorden,»»dem letztere»änilich der Ansicht»var, daß die Polizei- Verordnungen vom 7. April 1307 und 28. März 1393, weiche diese Fahrverkehr- Regeln»nd die Beleuchtung der fahrenden Vehikel anordnen, sür ei» lllad, ivelches geführt und nicht gefahren ivird, nicht zutreffe». Andernfalls müßte sagar ei» Fahrrad,»velches sich jemand abends in»» die Schuller hängt, auch noch erlcnchlct, verde». Der Slrassenat des Kanunergerichts hat»in»» aber ans die Revistou der Staatsanwallschast nnd nach vcm Anirage der Oberstaatsnmvaltschafl gestern die Vorentscheidung alifgehobc» nnd den Angeklagten zu 1 M. Geldstrafe vernrtheilt, indem er nämlich der Ansicht»rar, daß der hier festgestellte That- bestand unter de» Fährverkehr und somit unter die vorerivähnten Polizeiverordnungen falle, da sich nämlich die Räder des Fahr- rndel auf den» Pflaster sorlbeivegt hälten, und sonach thotsächlich ein Jahren stattgefunden habe. Darnach hätte auch dieses derart sortbeivegte Fahrzeug erleuchtet sein»ilisse». In dem zwischen den Privatdozenten Tr. CnSpcr nnd Tl'. Nihc entbrannten Streit sind die vor dem Schöffengericht ge- führten Verbandlnngci» gestern beendet worden. Der Gerichtshof verurtheilte Dr. Ritze zu 300 Mark Geldstrafe und sprach dein Kläger die Pubiikalionsbefugniß im„Eeniralblatt für Chirurgie" nnd in der„Berliner Klinischen Wochenschrifi" zu. Ter Gerichtshof dielt i» keiner Weis« für erwiesen, daß Dr. Casper Diebstahl an geistigem Eigenthnm begangen habe nnd ebenso wenig sei eriviesen, daß Dr. Ritze seinem Gegner sein Jnstrninent gezeigt habe; dem Gerichtshof sei«s schiver ge- ivorden. in diesem Punkle dem Dr. Ritze noch gute» Glauben zu- zubillige» und nicht den§ 137 in Ainvendnng zi» bringen. Bei der offensichtlichen Slbsicht der Ehrenkränlnng sei ihn, der Schutz des 193 nicht zugebilligt»vorden.— Auf die Widerklage ivnrde Dr. Casper zu 100 M. G e l d st r a f e vernrtheilt. Die Kosten wnrden zu 3/4 dem Dr. Ritze, z»» � dem Dr. Casper auferlegt. Polizei und gerichtliche NrthcilSspriiche. Wie„oth,ve»dig es ist, daß die in betracht kommenden Polizeibeamten unter Umständen persönlich für den Schaden haftbar gemacht»Verden, der Dritte» durch bestimmte, vo» den Beamten eingeleitete Prozesse erwächst, das lehrt so recht das Verfahren, ivelches innner noch gegen hiesige Wirthe»vege», angeblicher Ueberlretung der Verfrommnngsverordnung beliebt»vird. Die polizeiliche Hand- habiuig der Sonntagsruhe bringt den Wirthe» n n d Saal- b e s i tz e r n fortgesetzt großen Schaden, trotzdem das Schöffen- gericht in der letzten Zeil in fast alle» Fällen, i» denen es sich ltm„Verstöße" gegen die neue Polizeiverordnung handelte, ans Freisprechung der Angeklagten erkannt hat. Die Vorsitzenden von Vereinen, welche in geschlossenen Nänmen eine Pnvatfestlichkeit abhalten und z. B. an dem ersten Tage eines der große» Feste nach 12 Uhr Mitternacht noch ein kleines Ver- gniige» veranstalte», werden nämlich regelmäßig mit einem polizei- iche» Slrafmnndat von 5 M. bedacht, gegen das sie auf Ver- anlaffnng nnd auf Koste» der Wirthe bezw. des„Vereins der Berliner Saalbesitzer" stet? richterliche Entscheidung beantragen. Obgleich sie nun tu dem angegebenen Falle immer eine Freispreclmiig erzielen,»verde» ihnen doch die« r b e b l i ch e n A>,»v a l l S k o st e n auferlegt,»velche die Höhe des polizeilichen Strafmandals in der Regel um mehr als das Sechsfache über- teigen. So hat der„Verein der Saalbesttzer" z B. für einen Wirlh, in dessen Lokalitäten»ach einander die Vorsitzenden vo» vier ver- chiedenen Vereine» daS Gesetz über die Sonntagsruhe i» der an- gegebenen Weise übertreten habe» sollten, die vom Gericht aber ämmtlich freigesprochen»vorden»varen, i» jeden, einzelnen Falle ungefähr 32 M. Anwaltsgebübren, nämlich 80 M. für die Ver- lheidigung und de» Rest für Schreibgebühre», n. s. ,v. zahlen müssen. Vergebens hatte» die Anivälte, ohne die ein solcher Prozeß„»cht gut zu führen»st. jedesmal de», Antrag gestellt, die Kosten für die Vertheidig»»ng der Staatskasse oder den, Beamten, »velcher die D e»>, n z i a t i o»» erstattet hat, auszuerlegeii; das Gericht wies diese Anträge stets zurück. Keine falsche Stenerdcklaraiio». Wegen Verletzung de? § 60 des Einlomnieiistener- Gesetzes von 1891 standen die Herren R. und H. unter Anklage. R. halle in seiner Berufung gege>> einen Deklarationsbescheid bei der Darlegung seiner Einkommensverhältnisse verschiviegen, daß er eine freie Wohnung habe. Das Landgericht nahm eln wissenlliches Verschweige», an nnd verurlheilte ihn zu einer Geldstrafe. Der Verurtheilte ergriff dagegen das Rechtsmittel der Revision. Aehnlich lag der Fall des anderen Angeklagten. Bei beiden »var aber die verschiviegen« Summe so niedrig, daß ihre Berück- sichlignng bei der Einschätzung die Rngeklagle» in keine höhere Stenerstuse gebracht hätte. Das Kanunergericht sprach die An- g e k l a g t e n f r e i. In dem»vissentlichen Verschweigen eines Ein- komnmibetrages sei nur da»»» ei» strafbares Vergehe» gegen de» 8 00 deS Euckoimiienstener-Gesetzes zu sehen, wenn es geeignet sei, die Steuer zu verkürzen. V e rsnnmtlttn gen. Tie Berliner Gcwcrkschafts-Koininission hielt am Donners. lag Im Lonisenstädtischen Klubhaus, Anuenslr. 10, eine gut besucht« Vetsam», lung ab. A»f der Tagesordnung stand:„Ter Rieseiikampf der englische» Maschinenbauer nnd die Stellung der Berliner Ge- »verkschasle» dazu." Nachdem Lilfin in eingehender Weise über die große englische Arbeiterbewegung berichtet hatte, fand eine kurze TiSknssion statt, in der besonders betont»vird, daß solche Geiverk- schaflen, die schon Kämmlin gen zu gunste» der englischen Maschinen- baue« eingeleitet nnd betreffs der Uebermiltelung des Geldes andere Bestimmungen gelroffe» haben, als es i» der unten abgedruckten Resolulio» geschieht, in dem vo» ihnen eingeleiteten Verfahren keine Aeudernng brauche» eiuhete» zu lassen.— Tie folgende von» Reserente» vorgelegte Siesvlulion»vird mit Einstimniigkeil an- genommen: „Die heule versammelten Vertreter der Berliner Geiverk- schasle» sprechen den um de» Achtstundentag nnd nm die ErhaliaNg der Koalitionsfreiheit ringende» eiiglische» Maschiuenbaueru ihre volle S»impathie ans. Die Vertreter der Berliner Geivcrkschaslen verpsiichlen sich, mit ganzer Kraft sür die moralische und»»aterielU Unterstützung der lnmpscndeil Brüder in England einzutreten. Zur Durchsührung dieser Resvlntion beschließt die heulige Versammlung, daß alle Geiverkschasle» Berlins, soiveit es nicht schon geschehen ist, unverzüglich Sammlungen vorznnehinen haben, deren Resultat a» die Geiveikschaftskommissio» abznliefen» ist, und durch de» Sekretär derselben an die euglischen Arbeiter über- mittelt wird. Diese Sainmluiigen unterstehen der Konirolle der Gewerkschasls- Kommission." Es»verde» sodann zur Revidirtiug der Kassensührnng der GeiverkschastsKommlssion vier Sie visore» gcivählt, und zivar: Käusinaiiii Hinze. Bnreauvorfleher Danziger, Zinnnerer Fischer nnd Melallarbeiler Berger. Eine Angelegenheit der Handels-HilfSarbeiler, betreffend Anerkennung ihrer Delegirte»,»vird dein Ausschuß der Geiverkschasls-Konimissio» überiviesen, ebenso die Beschäflignng mit der angedrohten Aussperrung im Schuhmacher- geiverbe.— Fran'Gubela sucht sich zu verthcidigen gegen den ihr öffent- lieb vom Slnsschnsi der Gciverkschasls-Kommission gemachte» Vorivnrf, daß sie vom Konfektionsarbeiter-Streik noch nicht Abrechnung gelegt habe. Sie stellt das Ansinnen a» sämintliche Delegirte, eine demnächst von ihr eitizubernfende VersaUtinlUng zu besuche», wo sie Abrechnung legen werde. Man gehl über die Miltheilimg zur Tagesordnung über.— Die Verlesung der Präsenzliste ergiebt das Fehlen der Vertreter folgender Branchen: Gärtner, Glaser, Stuckalenre, Staker, ekylographen, Zinkgteßer und Lohgerber. Deutscher Holzarbeiter- Berbaud. I» einer Branchen- Versammlung der Korbmacher, die am Donnerstag Abend tagte, wurde eine Vertretung dieser Branche innerhalb des Verbandes ge- wählt, die sich ans folgenden Mitglieder» znsaunneiisetzl: Bock, Malter, B ö t s ch. W i e n» a n n, Giesel und Glöckner. Sln dem Streik der Korbmacher sind 19 Mitglieder belheiligt und ivnrde die Siluation als günstig bezeichnet; sodann beschloß die Ver- sammlniig, daß jede? i» Aibeil stehende Mitglied 5 pCt. des Arbeitsverdienstes an den Streikfonds abzuführen hat. Leileiligiiif»««»>»i»d». Sonntag tun 81. Ottober. vorm.• Uhr, im aroßen Fesisaal m Bernner Ressource, Kommanvantenstr. 8?: Versammlung. flreir-ltgtöse Vorlesung. Um»» Uhr vornr. edendalelbst Vortrag de» Herrn WUHelm Bölsche;„Tie Vorlaufer Tnrwins". Säfle wtllkoinmen. Aeutsch« t-ZrsrUkchaft»iir»tßisitj» Kultur. Ablhetlung Berlin. Sonn- abend den eo. Otiober»ee?. Zlegetslr. io,ii,»>/« Ilde abend», lvruppe für eihlsche Bildung; Pros. Bruno Meyer: SIhtk und Nesthetll tu Ihrem gegenseitigen Ver. hätlnib. Korreferent: Dr. AI.«roncnberg. zlildnngovrrri»„pl-hr Licht". Sounlag den»>. Ottober, abend» 7 Uhr- «ersammlnng Alexanderftr. nc. Vortrag:..Da« Problem der inenschlicheil Willensfreiheit!" Referent: Herr Dr. Jost. DiSluffton. Darauf gefelltge» Bit- fainmenfetn. ?tschl»r-z>er»i». Heute Zlbend er Uhr, Melchiorflraße»5: Versammlung. Vortrag des Herr» Mafsalsch über dt» heulige Stellung der Frau. Damen habe» Zutritt. Nerdau» der Kitrechn«». Sonnlag den gl. Oktober, nachm.»If Uhr. Vor. trag de» Herrn Dlreltor F. S. Archenhold:„Ueber die Bewohnbarkeit der Wellen". Im VortragSfaat der Dreptow-Sternwarte. Per»!» der z»I>>d»lp»lir«r. Sonntag den 8». Oktober, nachm.«ruhe. Vor« trag im Saal der Drsplow-Sternwart» von Herrn F, S. Ärchenhold, Direktor, NichlmilgUeder haben Zutritt. Dt« R-dakiton NeNi die v-nueuna de« Svrechfaal«. soweit der viaum dafür zu begeben ist, dem itiublilui» zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesse» zur Verfügung: sie verwabri stch aber gleichzetltg dagegen, m» dem Inhalt desselben idenlisljirl ,u werde», Zu der Sprechsaal-Rotiz in Rr. 252 hat der Unterzeichnet» folgendes zu bemerken: I» der Rr. 19S des„Vorwärts" ist eine Annonce enlhnlten, in»velcher der Vorstand der Filiale IV der Lackirer ausfordert, an einer Herrenpartie uacb der Alten Fischerhütte, Schlachtensee. theilzunehme». Da das Lokal für Verein«»nd ge- schlossene Gesellschasien gesperrt und nur für den Einzel- verkehr frei ist, nahm ich Gelegenheit, Genosse» Rautenhaus auf diesen Fehler aufmerksam zu machen. RautenhauS, der jetzt den Spiechsaal-Artikel nnterzeichnet, erklärte mir. er wäre selbst gegen den Besuch dieses Lokals gewesen, wäre aber durch ein« gewiffe gegen ili» gerichtete Opposition»nler seinen Kollegen über- stimmt nnd zur?lufgabe besagter Annonce bestimmt»vorden. Als ich in der Parteiversanimlung des drilte» Kreises beim Bericht der Lokal- koininissioil diesen Fehler der Lackirer rügte,»var RautenhauS zugegen, balle also Gelegenheit, sogleich die angebliche Nnrichtigkeit meiner Ausführungen festzustellen; er unterlieb es aber. Wie er nun de- hanplen kann, die Geiverkschaft der Lackirer habe»och nie Ver- gnügungeu in gespmle» Lokalen abgehalle», ist»nir nnerfindlich. Oskar Mahle. Prinzenstr. 8. WiitcruiigSiibelstcht vom«V. Oktober 1807. @ I a t i o ii t ii. Sivineniünde ßerli» Wiesbaden. , München. Wien... Haparanda. Petersburg, Hort... Aberdeeu.. Paris... Wetter-Prognose für Sonnabend, den 30. Oktober 1807. Etwas warmer, vielfach beiter, zeitweise»volkig, bei»näßige» südlichen Winde», keine oder unerhebliche Niederschläge. Briefkasten der Redaktion. Wir blllen, tili jeder»l» frage eine ilhiffre(zwei BuchNabe» oder ein« Zahl) «»»»gebe»,»»ler der die Anlworl erlbellt werden lolt. iDie jurislischc zprcchstiinde findet Montag. Dienstag und Gonnabend Zlbcnd vo» K bis 8 llhr statt. Diefie. Wollen Sie imS nicht den Namen des Verunglückten nennen? Tedanstraste. Nach bishlrigem Brauche wurden Slrbciter- Wochen- karieit nach Beendigung ihrer Giltigkeitsdauer im Besitz der Inhaber gelassen. F. Liesie. Die Klage auf Schadenersatz würde nur dann Erfolg haben, wenn nachgewiesen wird, dah durch ein Verschulden der betreffenden der Schaden zugefügt ist. Dieser Nachweis scheint in Ihrem Falle schwer z» führen sein. Es ist deshalb eine Einigung rathsam.— K. I.--4. Wenden>i-ie sich an ZeiWligSspeditcur Kopp, Friedrich Larlstragc. b. Nein.— B. R. Ihre Dissidentcnschast hat mit dem Wandcr-iLcwerbe- schein nichts zu thun. Zahlen müffen Sie bei Aushändigung des Scheins. -- R. M. 6. 138. Nein. — A. O. 6. 1, Handelt es sich um eine Forderung aus dem Arbeits- vertrag, so tritt hier Verjährung in 2 Fahren nach Ablauf deS JahreS ein, in dem die Lohnforderung entstanden ist. Handelt es sich um eine Lieferung von Waarcn für ein(bewerbe, so tritt Verjährung iu 30 Jahre» ein. 2. In 30 Jahren.— Ritterstraste 13. 1 und 2: Nein.— F. Nr. 100. Nach zutreffender Ansicht können Sie auf Differenz Zwischen Lohn und jtraukciiacld beim Gewerbegericht mit Alissicht auf Erfolg klage».— — St. Sch. 1. Agenturen für tu Prcuben nicht Zugelassene Lebcnsversiche- rungs-Gesellschasten sind nach dem preuhischen Gesetz vom Mai lsöll straf- bar. 2. Ein Privattläger kann ebensowenig wie der Beklagte als sje»g> in seiner Sache verNomnien werden.— BOcue. 1. Mit dem 1 Januar 1900 2. In der Provinz Sachsen gilt nicht Gütergemeinschast. Gütergenieinschr.ll gilt In P muten für Ostpreuhen, den gröstteu Theil Weftprcuben«, für vi. pommerschcn Streife Lauenburg und Bütow, für Schcrmetsel und Grochoio in Brandenburg, für die Provinz Posen, für Wcstsalen und sür die rhein ländischen Kreise Esse», Rees, Duisburg, Mühlheim a. d. Ruhr. Abgesehen von diesen Orten gilt Gütergemeinschast sür einzelne Orte und Bevöllerungs. klaffen Hannovers, deren Aufzählung zu zeitraubend wäre.— V. 750. Klagen Sic auf Ersüllung der vereinbarten Reparaturen und aus Schaden- er«atz.- Ente. Ja. Rettnirte Sachen müflcn ausbewahrt werden. Man kann fltb von dieser Pflicht dadurch befreien, daß man die Forderung ein- klagt und die retinirlen Gegenstände pfänden und verkaufen läßt.— M. T. 0G4. Natürlich: Die Verzinsung geht weiter.— G. Schwärst. Das ist zulässig. Orts-Kvankeukasse für das Gewerbe der Verfertigung von Musik- instrumentelk. Ctüerklveriaiiiiülüilg Sonuabeud, den G. November, abends 8Vi Uhr, bei Schiller, Moscnthaler- strahc b7. TagcS. Ordnung. l. Verlesung deS Protololl». 2. Borstandswahl: 3 Arbeitgeber, 3 Arbeitnehmer. Wahl von drei flievisorcn. 4. Abänderung des ö. Verschiedenes. 143/11 jj 2 deS Statuts. Der Vorstand. Bekaittttmachnng. Abänderung zum Statut der Orts> Krankenlaffc für das Gewerbe der Verfertigung von Musikinstrumenten. Die 10, 13 und 14 des Statuts werden wie folgt abgeändert: Artikel I. 8 10 Absatz 3 erhält folgende» Zusatz: Sotvcit Mitglieder da? 16. Lebens- jähr überschreiten, oder Lehrlinge Gc- sellcn werden, haben die Arbeitgeber diese Aendcrung gleichfalls bei der im Absatz 1 bezeichneten Stelle anzu- melden. 8 13 Absatz 4, anstatt LG Wochen, 52 Wochen. Absatz 3 lautet wie folgt: im Kranlenhause Unter- gebrachten erhalten, wenn sie An- gehörige haben, deren Unterhalt sie bisher ans ihrem Arbeitsverdienst be- stritten haben, die Hälfte des im§ 18 Ziffer 3 als Skraiikcngeld sestgesehten Betrages für diese Angcbdrtgen, andcrnsalls ein Zehntel desselben. Artikel 11. Diese Abänderung tritt mit dem Tage der statutciiniäbige» Bekanntmachung in kraft. Berlin, den 20. Juli 1887. A> PiiNclicl, J. Itottinnnti, Vorfftzcnder. Schriftsübrer. Vorstchcndc Abänderung wird hier- durch genehmigt. Berlin, den 12. Oktober 1887. Der BezirksanSschnst. __ Frcnwbcrjj. Generalversammlung d. Vertreter d. Arlieitnelimer für die Mitglieder der Orta-KrankviikaKtic der Jiniigießer Gelb- und Verl ffndet am Sonntog, 7. Novbr. er.. vormittags 10 llhr, im Lokale des Hrn. Feuerstein, Alte yakobstr. 75, statt, tvozu sänimtltche Vertreter hier- m il eingeladen stnd. TageS-Ordnung: I. Wahl von 4 ausgeloste» Vorstandsmilgliedern der Arbeitnehmer. 2. Wahl des iluS- fchnffcs für die Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres,§ 48 Ziffer I deS Statuts. 3. Abänderung des 8 2 Ziffer 4 event. Streichung der Ziffer. 4. Besprechung und Beschlustmffiing über Mehrausgabe» der Verwaltung; Antrag des Rendanten. b. Ver- schiedeneS. ll°43b Berlin, den 29. Oktober 1887. Der Vorstand. Vrt8-Iir3nk0klli»88k der Buclibiiuler' n. verwandt,(lewerbe. General- Versammlung _ am 8. November d. I.. präzise 8 Uhr abends, MlZj bei efeneesteiii. Alte Jakobstr. 75. TageS-Ordnung: 1. Verlesung der Protokolle. 2. Statuten- Acnderung, 88 2, 12, 13, 28 betr. Erhöhung des durchschntttlicheu TagclohneS, der Bei- träge und Herabsetzung der Unter stützung. 3. Wahl des Rendanten. 4. Wahl cines Kassirers. ö. Er- gänzungs- Wahl des Borstandeö. «i. Wahl der Kommission zur Prüfung der Jahreörechnlina. 7. Antrag Herz- hoff betreffend Lerbilligung deS Arzt- Honorars für Familienanaehörige von Mitgliedern. 8. Dcrschieoene Kaffen- angeleaenheiten. 28/18 H. Hofs mann, Vorsitzender. Mttal-Kriülktll-«. Sterbt- kajse ber Tischler und anderer gewerblich. Arbeiter. (Verwaltung: Iterlin C.) ...... Bttsl am Sonntag, 31. Okt., vorm. 10'/, Uhr, bei Werner, Bülowstr. 59. Tageö-Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1897. 2. Andere wichtig» Angelegenheiten der Kaffe. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, in der Bersainmlung pünktlich zu cr- scheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. 182/17_ Die OrtSverwaltnng. CarlPehlKe, 15376 früher Puttlist. Moststr.«0, enipfiehlt sein Weih- und Bairtsch- Bier-Lolal nebst VercinSzimnier. Aclitimg l Montag, den J. November, abends 8'jz Uhr: Große Uolks- Uersammlnng in der„Korddeutaehea Mvauerel", Chnusseestr. 58. T a g c S- O r d n u n g: 1. Vortrag dcS Stadtverordnete» Gcuoffcn lirniiG über: FrelsinnS- hclden in der Stadtvertrctnng. llkiitLüIiki'lllZligi'bkitlii'-Völ'bgnll. (Nsilin.) Montag, de» 1. November, abends 8>/, llhr. Im Lokale des Herrn Krieger, Wasserthorstrast!: 08: Bezirks- Versammlimg für den Sude»». T a g e S- O r d n n n g: 1. Die Uebcrstundcnarbcit in dem Bezirke. 2. Wahl einer Werkstatt- Kaiitroflkomniilsimi. 3. Verbandsangclegenheitcn.— Die Holzarbeiter dieses Bezirks werden ersucht, zahlreich zn erscheinen. Oeutsclier Kolzarbeiter-Verband (Zahlstelle Berlin.) Montag, den t. November, abends S1� Uhr: Branchen-Versammlung der Modell- und Fabriktischler im„Vorstadtischcn Kasino", Zlckcrstr. t44. Tagesordnung: l. Vortrag über:.Die Ehartisteiibewegung in England". 2 Diskussion. 3. Der Werth einer Statistik in unserem Gewerbe. 4. Diskussion. ö. Verbands- und Weilstatts Angctegcnheiten. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert pünktliches Erscheinen sämmtlichcr Kollegen. ______ Die QriSverwaltniig._ Berblttlb der in Buchbindereien, der Papier- ulid Leder-Galailterielvaareu-Jndilstrie beschäft. Arbeiter und Arbeiteriimeil Deutschlands. (Zahl stelle Berlin.) Montag, den 1. November, abend« 8>/. Uhr, in Üfeuerstein'S Westfalen. Alte Jakobstratze 7b: AW� Mikglieder-Bersatttmluttg. T a g e S- O r d n n n g: 1. Vortrag dcS Kollegen Sattler über: Asiatische Konkurrent. 2. Vcrbaiidsaiigelcgciiheitcn imd Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Idee» Bevolliiia'lclitlg;to. Die Zahlstelle bei ProN, Annenstr. 8, ist ausgehoben. Beiträge werden wieder in nnsercm alte» Vcriehrslvkal Annenstr. 10. Hof Part., jeden Sonnabend von 8—10 Uhr abends entgegciigenvinmcn. 28/17 Die Billcts voni Tailssoiici-Vergnüge» sind schleunigst abzurechnen. Gesang-Verein„Kreuzberger Harmonie" (�ütAliock des Arbeitor-Sängorbundes.) Sonnabend, den 18. November, abend« S1/, Uhr, iu liii-keVs Konzerthaus, Haseuliaidc 52-53: <5� Stiftungsfest FSD j Vokal-Musik unter Leitung des Herrn Musikdir. H. Bleil,] Instrumental- 31 nsik von Kivil- BcrurHinusikera unter Leitung des Herrn Sohonert. 10/10 Ausgewähltes Programm.— Tanz. Eintrittskarten sind bei sitmmtliehen Mitgliedern zu haben. Uro zahlreiches Erscheinen bittot Das C'omiteL F.tntrlttskarte 85 pr. Deutscher Metallarbeiter-Verband (Verwaltungfsstelle Berlin). Sonnabend, den 6. November cr.i Grosses Vokal- und Instrumental- Konzert in Keller'» Festsäleii, Koppenslrasse Mo. 29 ausgeführt von Zivil-Berufsmusikem unter Leitung dos Kapellmeisters Herrn Rudolf Tlctc sowie eines berühmten Sangerchors. Nach dem Konzert: Orossee Ball."WU Herren, welche daran thoilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. » Anfang jinnkt O llhr. Blllets 25 Pf. Alles nähere besagt das Programm, welches beim Eintritt zur Ausgabe gelangt. An der Rasse werden keine Billets verkauft. Billots sind bei den Kassirern, in den Zahlstellen sowie im Verbands- bureau zu haben. 161/13 Die Ortavcfwaltang. Ditllßllß, l. Növbr., abend« 8V- llhr. bei Gerth iu tcinneltjof tDorsstraste»! Ifepeammlunn des Arbeiter-Bildungsvereins.' Tagesordnung: Vortrag bcö Gen. I.ankow: Der platonische und der lirchristliche KoiiinimiiSinus.- DiSlussivn. lempelbof. Verband der Möbelpolirer. \r e r s a in in 1 uii K Montag, den 1. November 1807, abends Nhr.-MG bei Itabeanehiieidei» in Nixdorf. Hermanustr. 107. T a g e S- O e d n u n g: 1. Die Werkstcllen-Dificreuzc» in linfcreni Beruf In letzterer- Zeit. Referent:.flaflcge II. Weber. 2. Diskussion, 3. Wahl. 4. VcrichicdcncS. Heut Abend von 8—10 Uhr in sämmtlichc» Zahlstelleii Ausnahme neuer Mitglieder. Daselbst liegen auch Listen sür die eiigltsd,eii Maschinenbauer aus.' Morgen, nachmittag» 4'/, Nhr, in Treptow, Siernwartc. Führung durch das Astronomische Muscuni, Erklärung und Bewegung dcS Riesen- Fernrohrö, Projektionsvortrag mit Lichtbildern daselbst. Die BillctS zum Rieicii-Jernrvhr sind aud> jeden andern Tag gittig. 148/17_ Ter Aorstand. Verein deittscher Schuhmacher. XalelnteNe I. Heute, Sonnabend, abends 8V, llhr. bei Wille. AndreaSstraste 26 Gemliti, liclies Beisammensein mit Tanz. Um zahlreichen Besuch bittet_[288/81_ Der«orftaud. Arbeiter- Radfahrer- Verein„Berlin". Sonntag, den 31. Oktober, Tour nach Zehlendorf bei Oranienburg. Abs. 8>/z Uhr.floppcnplatz. Die Versammlungei! sindeii jetzt wie sotgt statt: Bezirk I jede» l. Donnerstag im Monat Andrcasstratze 26, Bezirk II„ 2.„ Uolbergerstratze 23, Bezirk Iii. 3.„.„ Schönieinstratze 6, Hauptveriammliing„ 4._„_ Aiidreaoslratzc 26. Ortsttranfenkasse der Kupferschmiede. «»enei'alvei'namniiang am Solintag, 7. Nov., vorm. IG/, Uhr, i.N ö kl i g's Salon, Rosenthalerst. 11/12. Tag.-Ordn. siehe überjandtc Einiad. Bo''..... des Vorstandes. 15276 Möbel, Spiegel ii. Polsterwaaren reell, zn soliden Preisen, empfiehlt H. StrelOW, Tischlernistr Jj; Richardstraste 11«. jUJÜUll, am Dcnlmal.» Kapitalist wünscht Bcthcilignng an Patent und PatcntvtNvertbung. Adr. mit lurzer Angabc an Rudols Masse, P linzcnstr. 4l, sub L. K; 84t.___ Jeden Sonnabend Gänse- Ans- spielen bei Vaelis, Brcslaucrstr. 8. Sanb. Schiassi. s. anfländ. j. Mann, Palltsadenstr. 75, v. 3 Tr. Sdniitz.[15338 2 Sd>la[leute, anständige, sucht Frau Tieschcn, Köpiiickerstr. 170, H. 1 Tr. Schlasz. f. 2 Herren od. Damen, mit scp. Eing. ist zum 11. Ott. zu vcrm. 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Die Zurücklenduiig oder Bezahlung wird nicht verlangt, wenn der Unterzeichnete innerhalb obiger Frist einen Auftrag von mindestens S Mark ertheilt.-(Ich bemerke ausdrücklich, daß das Meffer solange mein Eigcnthum bleibt, bis der Kaufpreis oder der vorerwähnte Auftrag in meine» Händen ist!) Ort und Datum: Großes illustrirteS Preis-M» sterblich mit vielen lich geschützten Neuheiten versende a» jedermann, anc abonncnten, umsonst und portofrei. Nur die Annoncen, welche an dieser Slclle mit deutlicher Unterschrift und WohniingSangabc verschen stnd, werde» berücksichtigt.............--- Da meine früheren Annoncen sowie auch meine Pretsbückier und sonstigeu Drucksachen von alle» anderen Versandgeschäften nach- geahmt wurden, so bemerke, das; jedwede Nachahmung obiger Annonce setteu« metner llonturrenz gerichtlich verfolgt wird. mir an «esetz- Nicht- Unterschrift(deutlich): Somhlomolirstist'ller Walilverein f. d. 6. Berl. Reiclistags-Walilkreia. Tode«-Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachrid>t, datz am 27. d. M. unser Mitglied, der Nestaurateur 247/3 Aug. Böhlickc verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 31. Okt., iiachmittaas 2". Uhr, von der Wohnung, stoloniestr. �3, nach Plötzcnsce statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Borstaud. ANen Genossen, Freunden und Be- iannten dte traurige Nachricht, daß mein lieber Mann Varl Kincrt, Zimmerer, Freitag Nacht nach langem, schwerein Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Sonnt«.-, nachm. 3 Uhr, vom Angusta-Hospit�i aus uadi dem Paulslirchhof in der Seestrabe statt. Dte trauernde Ww. Gmilie Gtiicrt. Für 36 Mar! sertig« seinen'Wintcrpaletot». Maatz, für 36 M. ff. Anzug nach Maas;, sür 8— 12 M. ff. Wintcrhosen nach Maatz Man iiberzenge fich im Mesenstofflager. ki'suLensti'. 14.!. kein bsdeu. ArbeitSiiilirkt. Ein gröberes Etablissement in Wcstpicußcn sucht 100/17« Werksiihrer oder Vorarbeiter zum zonrilireil seiner Leisten. Offerten mit Angabe bish. Thätig- keit sub E. L. 778 an Haafenstri» A Vogler. A.-G. Berlin HW. 10« Mige Marmorhaner verlangt Wcistensce, Rölkestr. 128. Bautischler, Bank und Werkzeug, Schönhauser Allee 88. l547b Tüchtige Klempner auf Blech- einballagen b. höh. Lohn verlangt O.K.SchäserNachf.,DreSde»crsir.87. Vergoldcr, zugleich Jarbiginacher verlangt Matthienstr. 14. Marmorschleifer 1541b auf Onix verlangt_ Britzcrstr. 7. Füns Glasschletfrr, nur gute Kräfte, verlangt Hatbe«. 15458 Tüchtige Bcrsilberer und geübte Belegertiinen auf Äoldleisten sucht �Verkmelater, Bniimenflr. 184. Tticht. Rabihputier verlangen Plneker Jt Co., Gr.Lichtcrfelde, direkt a.Wannscebahnh. WA- voldlelnten l-HW Tüchtige Berfilbrrinnen werden verlangt Tchmidftr. 8a. slb56b Tüchtige Mütsenarbeiter verlangt Schlegclstr. 28.___ 16606 (Matrosen- Gute Mfli inichen) verl.( stratze 18. enarbetter -iiberstct», Aertraudten- 1534b 4<> eaangvereln �Dirigent Mittwoch) bei Schüster, ElSholzstr. 18.[1548b Uhren so Gold-, Silber- und Alfenidewaaren verkauft nur gute Fabrikate zu den bekaiuiten billigen Preisen IT. Oottschalk., Abniiralstr. 37, nahe dem «»ttbnser Thor. Sfiiv den Iuhnlt her Jiisrratc nl>er«i,i„,,t die Ncdnkii»» dem Publikum uclicuubcr keinerlei _ ymuihuotliiiifl, Tlzeakov. Svniilibcnd, den 30. Oktober. Opernhaus. Die Meistersinger von Nürnberg. Anfang g>/z Ahr. TchauspielbauS. Die Nibelungen. .'kricinhilds Rache. Anfang 7»/, U Hr. Teutfches. Jngendfreunde. Anfang 7Vz Uhr. Berliner. Faust, 2. Theil. Anfang 71/j Uhr. Goethe. Hasenuuln'ö Töchter. Anfang i'/i Uhr. Sciiiiig. Hans Hnckebein. Ansang uic's näht und trennt. Ansang 8 Uhr. Apollo. Spezialitäten. Ans. 7>/, Uhr. Feen-Palast. Spezialitäten. Passage< Panoptikiini. Indisches Dorf. I.mskll-'riivÄter S4. gtcichcnbcrgerstrasic Ztl. Abends 8 Uhr: Nopftllrath's Erben. Bollsstiick mit Gesang i»» Ailfziigcn von Heinrich Willen. Musik von G. Michaelis. Sonntag Nachmittag 3 Uhr: Bolks Borstellnug zu Ncincn Preisen unter iliegie von Seilii».'I'iirir: WUIksIiw Teil. Abends S Uhr: WMMh's Erben. Billets h 00 Pf. zn der Sonntag- Nachniitiag Bolksvorsicllnug in de» hekaiinten BerkanfSstellc». Schillov-Thentev (Wallncr-Thcater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Kyrih- Phrih. Sonntag, nachm. Z Uhr: Die Räuber. Abends 8 Uhr: Madame Bo»i- vard. Montag, nbends8Uhr: Äyriti-Phrip. Kkntl'kli-Itlkkltei' Alte Jakobftr. Z«. Direktion irlel,zri-«K ScImUz, Sonnabend, den 30. Oktober 1897: £iiiil Tliomas a. G. Zum 57, Male: Berliner Fahrten. Burleske AiiSstaltilngSposse uiitlÄcsang »nd Tanz in 0 Bilderii von Inlins Freund und Wilheliii Mannstädt. Musik von Jnl. Einödshoscr. Ansang r/„8 Uhr. Morgen und die'solgendcn Tage: Berliner Fahrte». Thalin- Theater. Sonnabend, den 30. Oktober 1897: Zum 15. Male: Hotel Tohu-Bohu. (L'Auberge du Toliu-Bohn.) Vandeville in 3 Akten von Maurice Ordonneau. Deutsch von Piktor Leon. Musik von Viktor Roger. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Oste»»d-Ts)eater. Gr. Sroiilfmlrtfir. 1. Dir. V. Weist. Lebte Ausführung: Die Geisterglocke. Drama in 4 Alten von Ü. Matthias. Musik von(5. Schüler. Ansang 8 Uhr. Sonntag Nachmittag: VolkS-Vor- ftclliing zu halben Preisen: Jugend- broinicn oder Neto-Ruminelsdurg. Abends Uhr: Am Altar. Apollo-Vlikater. Friedrichslr. 218. Dir.sik. im Koschel. Mr. Brown. Miss Marie Haiton. Mr.Rapoli. Dagmar Hansen. Neun Heinzelmännchen. »alseuerSssnuug O'/j Uhr. Anfang 7>/z Uhr. Montag, den 1. November 18»7: �Vleileraiiktr�te» «lt-u 4»e>«»i>Kr!ül,,,„,,»i>lutv>l Hoher! 8!eilll und vollständig neues Programin. Urania TaubenstraeiCie 48—40. Naturkundl. Ausstellung täglich geöffnet von 10 Uhr vormittags ab, Eintritt 50Pf.— Abends 8 Uhr-' Wissenschaftl. Theater. Invalidcnsitrnssc Xo. 57,62: Täglich(ausser Sonntags und Mittwochs) abds. 8 Uhr: Wissenschaftliche Vorträge. Näheres die Tagesanschläge! Passaye-Panopticum. Letzte W o c h e i Indisches Dorf mit dembedou- teiulsteu Fussball- Künstler der Welt Koung Toon. Castan's IE!a Fanoplicnm. Friedriclistr. 105. Büren weil» die grösste Sehenswürdigkeit des ablaufenden.Tahr- hundorls ist wieder dal!! Moil\ f tai ionische Kapelle ilCU. des Maestro Liberli, 5 Hörrön, 2 Damen. Feen-Palast 22 Ittärgntr. 22. Dir.: WinUlvr&. Kvöliol. Nur noch„ Um bis Sonntag: SV- Uhr: Rich. Wintlcr n. Wilh.Frdbel in der urlom. Gesangsposse 'NeniUtTlillje.� Dazu das erfolgreiche brillante Oklbr.-Uieseii-Prognunm Fidele| Miniatnr- Droschkenfahrt| Cirens Nrllh ». s.>o. n. s. lv. !Anfaug 7»/, Uhr. Sonntags 6 Uhr Entree 30 Pf. bis 1 M. 50 Pf. In Borbereitnng: Die Dallet-Ratten. D Heichshallen-Iheater. licipzlgcrstrasse 77. Das -ilammende aar- Räthsel? 3 Apollons! Kcatcr, Matte, Movcllo etc. etc. Anfang des Konzerts T/2 Uhr, der Vorstellung 8 Uhr. IM- Eiitree 50 Pf.-�6 Im Parterre- Sani Sonnabend, den 30. Oktober: Grosser fideler Abend mit humoristischem Konzert, Stangenlclettern und Gratis-Präsentvertheilung. Volles- Tlieater im Welt-llestaurant 07. D r e s d e n e r- S t r a ss e i>7. Me Reeieuburg. Bilder ans dem Berliner Botlsleben von L. G I h. Ansang: SomUagS V Uhr, Wache»- tags T/s Uhr.— Entree: Sonntags 40 Psg., Wochentags 20 Pfg. sinn Personen haben nach Ausweis der Kassenbücher in den bisherigen 50 Aufführungen der Zug;- u. Kassenstücke Ii»» �tSllSR« Ein Abend im Wintergarten das 1. Original-Budapester PoNocu- u. Opcretton- Thcater in Kanfmaun's Variete besucht! Es repräsentirt dies einen Erfolg, wie ihn trotz der unnachahmlichen Eigenart ihrer völlig individuellen Komik und ihrer notorischen Beliebtheit Idonat u. Anton Herrn fold doch in allen ihren Stücken bisher so gross noch nie gehabt. Concerthaus fjeipzigcr«tr.Kio.48. av Täglich: Hoffmann's Quartett und Humoristen. U,.kg,,g. Sonntag 7 Uhr. ZiilsHkß. Woche,>1. 8 Uhr. Sonnabend: vorletztes, Sonntag: letztes Gastspiel deS Herrn Miillcr- Llpnrt. Sonnabend, den 30. Oktober: Zum 2OV. Male: Leue. liebe Leue. VI. Noack's Theater R r 11 n n c n- 8 t r n s s c 10. Heute, Freitag, 29. Oktober: Tochter der Hölle. Lustspiel in 5 Aufzüge» von Kneisel. kSonnnbeml wegen PrivatfcMtllclikelt keine VorHtelliing. Sonntag: Das Mädel ohne Geld. Vollsstüd mit Gesang. ümei'ilisli'sliestei'. Dresdeuerstr. 55. Zum Male: Btrli!l,ivit'silljhtilil!>trt«ilt. Bilder ans dem Vollsleben in 2 Abtheilmtgen. Auftrete 0 fämmtl. Spezialitäten. «assencröffnung 7 Uhr. Ansang der Vorstellung 8 Uhr. Khaue*pt' Sanssouci Kottbnser Ttraste Rr. 4 a. Dir..H. Pierrh. Artistischer Leiter Jos. Aschittger. Stürmisch. Erfolg. Riesiger Beifall. Sport müdel. Neu! Gnste ans Posten. Neu! Borzüglid>e neue Spezialitäten. Anfang deS Konzerts: Wochent. 7 Uhr, Sonntags 5 Uhr. Anfang der Vorstellung: Wochent. 8 Uhr, Sonntags U Uhr. Wochentags 30 Pf. isniltt» Sonntags 50 Pf. Wodient. Passe-parteuts giltig. Diese Vorstellungen sinden jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag statt. Or'qiis Bnsclt (llahnliof IlörHc). Sonnabend, SO. Oktober 1897, abends T/. Uhr: Parade-Gala-Abend. Zum 1. Male: El Bolero, ger. von Sign, nud Frl. Helene Eorradini. Die vorziiglichstei! Freiheitsdressiiren d. Dir. Busch. Eine Tanzstnnde, gr. Schnlquadrille, geritten in historischen Kostümen. Pferd«nd Elephant. Original-Dressur d. Sign. Eorradini. Bor einem Gentennium, gr. Diver- tissement. Die Elite-Akrobaten Frereö Borghetti. Ausir. d. rxcentr.-mustkal. Klowns Gebr Price. Gebr. Batta: Eine Beloeipede-Fahrt an der Zirkus- decke.— Morgen: Zwei Borstellungen, nocknu. 4 und abends 7>/z Uhr(Nach- mittags 1 Kind unter 10 Jahren frei); weitere Kinder zahle» auf allen Plätzen halbe Preise._ Feder-Matratzen in. Bcttstell., 18.M., neu. it. verschiedenes spottbillig Lange- strastc 10. Thiele. 1535b Maehr'sTheater Oranicnstrassc 24 w Tiigliih__ Tlieater- n. SpeKialitliteu- TorHtellnng. Xo vl( Uten- Progrunun. U. 0.; Deta Waliluu, U. a.: bildschöne Kostüm- Soubrette. Xcn! Mr. Gilfon Neu! und Miss Margaritta, Jongleur und Eqnilibrist. Neu! Des Berstostcncn Heimkehr. Schauspiel. )ltilick»ä' Wochentags 8 Uhr. Zilllllilg. Sonntags 8 Uhr. Preise wie geioöhnlich._ Alcazar Variste-Theater I. Hanges. Drcsdenerstrasze 52/53(Cith-Passage)! Annenstrahe 42/43. Direktion Richard Winkle r. Vornehmster Familie»- Aufenthalt. Neu! Novität! Neu! Her Herzvcrfülirer. Grohe Ansstattnngs-Operette in 1 Alt von Leop. Ely. Musik von Holländer. Neu! Vorher: Neu!. In tanKenil Acngstcu. 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Ziehung d. 4.Klasse IN.Kal.Preub. Lotterie. Ziehung tum 29. Oktober 1897,»achmitiagg. Aur die Sewinnc über»419 Muri sind de» delreheudt» Aummeru in Parenthese beigefügt. (Ohne Gewahr.» 41 693 751 1300) 92 941 1300] 5040 71 144 96 281 338 471 531 42 52 66 81 829 68 933«252 62 89 107 11 55 770 849 935 7040 289 353 437[30001 87 587 775 903 52 8186 208 53 363 504 761 822 963 9064 428 510[3000) 732 82 918 19227 66 372 456 644 81 86 11062 256 57 65 452 [SOOO) 582«56 815 908 13 51 1*117 55 66 86 186 592 626 834 1 3137 282 492 700 809» 8 82 91 14103 291 309[3001 45(1500) 668(300) 815 17 49 99[30o) 936 78 97 1 6054 243 320 648 83 860 85 16062 242 11500) 346 75 412 79 515 72 674 91 95 731 34 892 960 17013 270 308 69 438 721 77 818 900 60 1 8424 31 575«23 776 813 52 948 76 I»033 1500) 42 59«1 76 190 219 37(500) 388 99 4«6[5Ü01 97 544 601 62 963 •«»021 93 1500] 432 51 570 94 719 28 899*1213 564 648 722 99 800 4 37 83 954**187[30001 328 410 611 20[30001 706 1300) 74 824[1500)38 922*8060 107 38 46 368 89 478 511 756 65(3Ü0O) 834 926*4029 33 103 48|300] 225 322[500] 85 406 581 618 71 85 852 920 *5027 59 469 579 638 829 59*«34? 522 729 974*7107 90 62 82[15001 87 218 35 409 71 15001 667 890 980 *8295 412 15 46 535 94 691 784 827(500) 46*9108 207 14 41 352 417 21 42 510 628 32 723[5001 71 95 818 30114 48 202 331 510 85 640 65 779[3001 31063 367 417 504 607(3000) 8*0«6 169 89 208 375 64« 739 72 929 32 83008 121 78 290 315 18 441 526 844 69 34059 67 410 709 25 980»5022 182 252 839 906 38 30146 63 290 558 848 67 87107 42 208 367 98 480 507 72 97 38095 99(10 0 00) 160 223 87 91 492 571[500) 671 717 956 89000 15 359 48 l 83 552 98 709 979 40184 11500) 240 71 634(500) 808 16 22 41039 335 62 956 4*005[300) 156 344 74 75 99 447 549 967 77 90 48041 848 906 41046 183 325 36 612 729 905 45248 61[15001 404 524«03 57 801 39 993 4«266 357 402 41 549[3001 83 802 85 912 47028 151 201 1300) 8« 309 38 45 84 530 70 621 48 733 67 94 48353 442 654 728 63 115001 839 93 93 903[500) 49023 98 120(500) 456 543 73 605 59 707 50236 49 361 468 534(3000) 829 905 13 51055 123 (6001 205 74 629 878 998 5*258 541 644 760 810 53003 25 81 894 455 547 67 87 736 40 839 54041 121 29 291 350 61 443[3000) 62 583 55159 292 416 46 567 639 757 78 921 50120 241 98 11500) 664 725 82 920 54 38 181 203[300] 85 592 /81 802[3000) 946 53 59117 288 419 671[1500] 91 57004�W>WWMWW» 58054 122 48 630 44 745 1 768 92 840 960 69025 91 152 61 260 74 344 444 671(1500) 74 728, [300] 70 832 88 996[300) 0 1026 441 575 81 85 708 89 1500) 62099 168 250 54 305 446 536 679 03147 98 223 348 835 968[300) 96 04138 296 359 95 414 48 549 665 726 65011 218 36 334 46 449 522 778 808 39 843«0123 69 356 496 598 608 6? 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Für den Jiiseraleuldeil veranlivortlich: Tb.«Hotkc in Berlin. Druck und Verlag von Max»vading in«erlin. sr- Wt. lt. ZchMg. 3. Stilllge Ks Dmiilts" Kttliner NslksdlÄ.$�««�6, so. m«. LittttdMau. Smith iiub Marx im Lichte der„historischen" National- ökvliomie. Professor Schniollcr'Z NektoratSrede. welche, gleich nachdem die vdgelürzte» Bcrichle i» der bürgerlichen Presse erschienen waren, vom„Porwaris" bereits knrz gewürdigt worden ist. liegt jetzt im Drucke vor. Man braucht kein Marxist zu sein, um den wunderlichen Lärm, mit dem hier die neuere, von Schmoller selbst vertretene historische Richtung in der Nationalökonomie als die einzig wahre Wissenschaft gefeiert wird, in seiner hohlen Nichtigkeit zu erkenne». Die„Frankfurter Zeitung" zum Beispiel, der wirklich niemand eine Neigung zum Marxismus nach- sagen kann, schloß sich, sobald die Rede in ihrem Wortlaut er- schienen war, nachdem sie zuerst eine mildere Deutung versucht, nn Wesen ganz dem Nrtheil des„Vorwärts" an.„Der größte Tdcil der Rede, schreibt das Blatt, beschäftigt sich mit der ältere» liberale» Lehre und mit der sozialdemokratischen Lehre von Marx u. f. w. In beiden erblickt Schmoller abgethane Wissenschaft liche Standpunkte; abgethan, seitdem um das Jahr 1870 herum eine Wendung eintrat. Erst mit dieser Wendung begann„die neue wirtliche Wissenschaft von Staat. Gesellschaft und Volkswirthschaft." Die Jahre um 1870 herum sind dieZcit, in derSchmoller's erste bekanntere Schriften erschiene». De» Inhalt dieser Schriften haben ivir oft genug, wo wir mit ihnen übereinstinimten, gegen manchesterliche Angriffe ver- theidigt. Aber vou diesen Schristen Schmoller's und seiner Ge- sinuungsgenossen erst die wirtliche Wissenschaft von Staat, Ge- sellschaft und Bolkswirthschaft zu datiren, das scheint uns doch eine Neberschätzung zu sein, die jedes erlaubte Maß übersteigt... Die Rede tritt also nicht für die Gleichberechtigung der ivissenschaftliche» Nichtniigen miteinigen Einschränkungen ein, sondern sie ist im wesentlichen «ine Verlheidigung der Alleinherrschaft der Schmoller'schen Richtung... Schmoller will die einseitigen Sinilhianer und Marxisten von den Lehrstühlen ausschließe», nicht weil sie einseitig sind, sondern wirklich. weil sie Smithianer und Marxisten sind." Wenn wir hier noch einmal auf die Schmoller'sche Rede zurück- kommen, so darum, weil sie. geivissermaßen als offizielles Pro- uunziainento der Heute auf den Universitäten herrschenden und offiziell an- «rkannten historischenRichtung.vorzügliche Gelegenheit giebt, die„strenge- reu und vervollkommneten Methoden" den„Höheren Standpunkt" jc. dieser„wirklichen" Bolkswirthschafts-Wissenschaft an einem konkreten Beispiele uns zu veranschaulichen. Man sollte meinen, daß die Entivickelung der nationalökonomischen Wiffenschaft. von welcher Echmoller handelt, doch auch ein Gegenstand der Geschichte ist, daß also die überlegene Exaktheit der historischen Richtung hier die vor- züglichste Gelegenheit hätte, ihr lief eindringendes verständniß, durch welches sie alles, was früher je geleistet wurde, in den Schatten stellt, zu bethätigen. Greifen wir einige Hauptpunkte zur Probe heraus! Während In dem Zeitraum von 1650— 1760 das Material der Einzelerkenntniß, der Beobachtung, der Beschreibung sich immer höher angehäuft hatte, fehlte, so erklärt Schmoller, noch die rationelle Bemeisterung de? todlen Stoffes. Diese sei erst mit der Ausklärung und Philosophie des 18. Jahrhttnderts attfgekommen,„welche aus sich heraus die zwei großen Theorien oder Schulen er- zeugte, welche von 1770 bis fast zur Gegenwart das Denken nnd Handeln beherrschten: die individualistische iinö die sozialistische Nationalökonomie. Sie sind beide Kinder derselben Mutter: die ältere Theorie. die abstrakte, individualistische Naturlehre der Bolksivirth- schaft von den Physiokrate» nnd Adam Smith bis zu Mill und Rau, wie die etwas jüngere sozialistische Theorie der Klassenkämpfe von William Thompson bis zu Karl Marx sind Ergebnisse des jüngeren liberal« radikalen Natnrrechts. Beide Richtungen glauben ans einer abstrakten M e n sch e n n a t u r heraus ein v o l l e» d e tse s. ob- 'ektives Bild der heutigen Bolkswirthschaft onstruiren zu könne n." Das weitere ist dann Variation und Ausspinnnng dieses Grund- gedankens, durch de» die Ueberlegenheit der historischen Richtung denn allerdings glänzend dargetha» wird. Daß es mit dem. Statur- rechte" als einer luftigen Erfindung übel steht, hat ivohl jedermann schon einmal gehört; wenn nun die bürgerliche klassische, wie die Marx'sche Nationalökonomie beide Kinder des„Natnrrechts" sind, �»0616„man" eben, was man von ihnen zu halten hat! it einem kleineu Wörtchen ist alle frühere Nationalökonomie gründlich kompromiltirt! Wer wird sich heute zn„Ergebnissen deS llaturrechts" noch bekennen wolle»,>vo der lautere Qnell der wirklichen Wissenschaft von Schmoller und Genossen erschlossen ist! Man bewundere das Geschick, niit dem die„strengeren" und „vervollkommneten Methoden" hier gehandhabt werben! Jede Nationalökonomie, die sich über das Niveau bloßer Einzelbeschreibung zu der Erlenntniß der inneren Zusammen- hänge und Gesetze, von denen der Mechanismus der kapitalistischen Bolkswirthschaft geregelt wird, erheben will, geht auf ein G emernsames, das in der endlosen, bunten Mannigfaltigkeit der besonderen Erscheinungen enthalten ist, sich in ihnen(wenn auch durch gegenwirkende Tendenzen vielfach modisizirt) bethätigt. Es handelt sich für sie z. B. nicht um die Frage, wie die Preise in einer bestimmten Branche zu einer de- stimmten Zeit, in einem bestimmten Lande, sich bewegt haben, wie hoch da die Profile, wie groß dort die Grundrenten und die Arbeitslöhne gewesen u. s. w. u. s. w., sondern darnm. durch welche allgemeine Tendenzen die Preisbildung und mit ihr die Profite, Renten und Löhne in der kapitalistischen Wirthschaft überhaupt teregelt werden,- darum, wie diese und ähnliche allgemeine endenzen in dem inneren Zusammenhang der bürgerlichen Pro« dnktio» nothwendig begründet sind. Daß die Herausschälung nnd systematische Zusammenfassung der Grundverhältuiss«»ud Tendenzen ihre Ergebnisse stets an der konkreten volkswirthschaftliche» Wirk- lichkeit zu prüfen hat, ist selbstverständlich. Nur eine solch« Prüfung kann j ergeben, ob die zur Erklärung des Wirklichen ausgestellten Theorien dieses thatsächlich zu erklären vermögen, ivelche Wider- fprüche etwa zwischen Theorie und Wirklichkeit bestehen, und wie die Widersprüche sei«S durch Einschränkung und Umbildung der früher sormulirten oder durch Ausstellung neuer Theorien, sich heben lassen. Die auf die Erkenntniß des Allgemeinen gerichtete theoretische tind die das wirkliche in seinen Besonderheiten beschreibende Nationalökonomie stehen ihrem inneren Wesen nach so wenig in prinzipiellem Gegensätze, daß sie vielmehr einander zur Er gänzung gänzlich bedürfen. Di» großen Theoretiker waren die letzten. dies einfache Verhältniß zu verkenne». Bei A d a m Smith z. B., der Schmoller als der Repräsentant der„individualistischen National- ökonomie" gilt, ist die Bereinigung und die Durchdringung dieser beiden Momente, DeS theoretischen und beschreibende», in ganz be- sondere», Maße ausgebildet. Jeder Satz der Theorie wird vorsichtig an der Erfahrung gemessen, nichts liegt ihm serner, als der Hang zu voreiligen, unkontrollirten Generalisationen. Was haben die ökonomischen Resultate, zu denen Smith gelangt, was hat seine realistische Methode also mit dem nebelhafte» Natur- recht, welches Herr Schmoller als komproniittirende» Etikette zu größerer Ehre der historische» Schule ihm ansklebt, zu lhun? Mit den Resultaten(die Schmoller an anderer Stelle selbst anerkennt) recht wenig, obwohl in der Beurtheilung des Freihandels nnd auch an einigen anderen Stellen philosophische Ideen, die an das Naiurrecht gemahnen, anklinge»,»nit der Methode, und von den Methode» will doch der Schmoller'sche Aussatz in erster Reihe handeln, so gut wie garnichts. Herr Schmoller ruft in der ihm rigenlhümlichen schillernden Weise den gegenlheiligen Anschein hervor, indem n davon spricht, i & daß beide Richtungen(die Smith'sche wie die Marx'sche)„aus einer abstrakten Menschennalnr ein vollendetes(?) objektives Bild der heutigen Boltswirthschafl glauben konstruiren zu können". Allerdings, wenn die allgemeinen Erscheinungen der Preis-, Profil-, Lohnbildung u. s. w., in der moderne» Bolkswirthschaft der freie» Konkurrenz verstanden werden sollen, dann muß man wohl bei der Erklärung auch auf die allgemeinen Zwecke, die von den Klassen und de» Einzelnen, in der Konkurrenz verfolgt werden, d. h. ans das wirlhschastliche Selbsterhallungsstreben. auf den Egoismus der Einzelnen als die große bewegende Triebkraft des ganzen Mechanismus zurückgehe». Erst aus dem Kampfe der durch ,hre Stellung in der ökonomischen Struktur einander entgegengesetzten Egoismen wird das Aus nnd Ad der freien Konkurrenz und ihrer Preis- bilduug verständlich. Man kann dies Zurückgehen ans die vsychologischen Prinzipien ein Zurückgehen auf die„abstrakte Menschennatur" nennen, aber diese„abstrakte Menschennatur" hat mit Fiktionen der Naturrechts-Philosophie nichts zu lhun. Sie ist eine reale, aller- diugs durch Heimnungen eingeengte Potenz, mit der jede aus Er- kennlniß des allgemeinen Znsammenhanges der wirthschaft- lichen Konknrrenzerscheinunge» gerichtete Nationalökonomie n o t h- wendig rechne» muß. Die Hemmungen, die dem freien Schalten des Egoismus sich entgegeusetze», m o d i s i z i r e n nur die Regel, aber sie hebe» dieselbe nicht aus. Sie dürsen darum nicht außer acht gelassen werden, zuerst aber muß, um die Regel und ihre Wirkung selbst klar zu erfassen, von ihnen abstrahirt werden. Wer die Abstraktion als überwundenen Standpunkt, als Ergebniß des„abstrakte» Natur- rechts" bei Seite wirft, sagt damit nur, daß er überhaupt auf jede systematische Zusammenfassung und Erkenntniß, auf das methodische Begreifen der VolkSwirthschast selbst verzichten will, was sreilich die beqiiemste Art ist. alle Borgänger zu„überivinden". Wen» bei Smith, den Zeitverhältnisse» eutsprechend, iinmerhin geiviffe Beziehungen zur Naturrechts- Philosophie, obgleich dieselben den realistisch-wiffenschastliche» Charakter seines Werkes i» keiner Weise aufheben, sich nachiveisen lassen, so ist die Behauptung, die„sozialistische Theorie der Klassenkämpse von William Thomson bis Marx sei ein Er- gebuiß des jüngeren, liberal-radikale» Naturrechts", bereits völlig sinnlos. Schon die Zusammeniverfimg von Marx mit den früheren sozia» listischen Theoretiker» spricht ganze Bände. Wenn jemand auch nichts weiter von Marx weiß, pflegt er doch das zu wisse», daß er seine geschichtlichen und ökonomischen Lehren im schärssten Gegensatze zu jeder ideologischen und naturrechts-philosophischen Auffassung aus- gestaltet hat. Die„historische Methode" Schmoller's. sobald es darauf ankommt, ihre Ueberlegenheit gegen alles, was sonst als ökononnsche Meisterschaft erschien, zu beweise», braucht sich an solche Kleinig- leiten nicht kehren. Sie erinnert in der Kühnheit ihrer geschicht- lichen Koustrnllionen, in der edle» Sorglosigkeit, mit welcher er das Wirkliche behandelt, höchstselbst nicht wenig an die freie Geschichts- Philosophie des so vornebni von oben herab behandelten Nalurrechts. Als wiffenschaitliches Seitenstück zu dieser Entdeckung sei noch die Auslassung über die„nationalötonomische Begriffswelt" der drei deutschen großen Sozialisten Lassalle. Rodbertns»nd Marx hierhergesetzt! Was diese„Begriffswelt, was das Rüstzeug ihrer Beweisführung, die herrschenden Grundvorstellunge», von denen sie ausgehen, betrifft, so haben sie in dieser Beziehung gar nichts Neues geschaffen. sie stellen sich ohne P r ü f u n g auf de» Bode» der Smith- Ricardo'schen Markllehre und Tauschgesellschaft, operiren mit den vieldeutig schimmernden Begriffe» dieser Schule, sehe» die scholastischen Wertherörterungen Siicardo's als » n u m st ö ß li ch e, gar nicht in e h r zu prüfende Wahr- heit an und machen so de» Versuch, auf ein Karleuhaus ei» Ge- bände der Bolkswirthschaft zn baue»..." Auch hier erstaunt man billig. Ist es möglich, daß die„wirkliche" Wissenschast nicht weiß, daß die Marx'sche Untersuchung gerade umgekehrt von der ein- dringendste» Prüf u n g und Kritik der„Wertherörterungen Ricardo's" ausgegangen ist? In seiner Schrist„ZurjKrilik der politischen Oekonomie" zählt Marx z. B. vier Widersprüche ans, in welche sich die Rlrardo'sche Lehre vom Tauschwerth verwickelt hat, die dann in seiner eigenen Doktrin ihre Lösung finden sollen. Eben die Ent- deckung dieser Widersprüche war es, die Marx zur Umbildung der ganzen Werlhlheorie als ei» ganz wesentliches Moment mit sort- getrieben hat. So wenig wie Professor Schmoller einen prinzipiellen Unter- schied zivischen der Marx'schen Methode und dem„mütterlichen" Naturrecht, so wenig wie er einen Unterschied zwischen der Rieardo- schen und Marx'schen Werthlheorie, so wenig sieht er überhaupt die tiefere, im echten Sin» des Wortes historische Bedeutung der Marx'sche» Werth- und Mehrwerlhlehre ein. Er hält sich an die äußerlichen Formen, die er im plattesten Sinne auslegt, um sich darüber zu entrüsten, daß„von Marx nicht die Menschen, ihre Handlungen und Institutionen, sondern die„Magie" des technisch-kapitalislischen Produktionsprozesses(was das sein mag?) mit der Zauberkunst der Dialektik vorgeführt wird". Aber er sieht nicht, daß nur dadurch, daß auf die Beziehung der Preise zu der Arbeitsuienge, die in den Probukren steckt, zurückgegangen wird, der historisch-besondere Charakter des Kapitalismus in seinem Zu- sammenhang und Gegensatz zu früheren Produktionssonnen erfaßt werde» konnte. Es ist Marx gewesen, der in seiner materialistische» Geschichts- nuffassung zuerst die Grundlagen geschaffen hat. um die Oekonomie in ihren einzelnen Entivickelungsphasen methodisch zu begreife», indem er P r o d u k t i o n s s o r»> e» und Produktiv nskräste deutlich unterschied und auf die innere Beziehung beider hinwies. Er ivar eS, der die Ausbeulung, der wir aus allen höheren Eni- wickelungsstufen der Oekonomie begegnen, auf ihre einfachste Formel, A n e i g» n n g von Mehrarbeit zu sei», reduzirte nnd der nun in seiner Werthlheorie, weit hinausgehend über seine bürgerlichen, von der Ewigkeit der bestehenden Wirthschaftsordnung überzeugtet» Vorgänger, die Methode ausbildete, um die b e s o» d e r e'Art der Aneignung von Mehrarbeit, durch ivelche die kapitalistische Gesellschaft sich im Verhältniß zu den ihr vorhergehende» Entivickelungsphasen charaklerisirt, in klarster An- schaulichkeil darzulegen. Erst durch ihn»vurde so die theoretische Nationalökonomie historisch und die historische theoretisch. Mag da so manches in der Form des Systems noch der Umbildung bedürfen, der von Marx erreichte, durch das System hindurchleuchtende Stand- punkt, ivie er de» fortgeschriltenslen, durch de» proletarische» Klaffenknnipf repräsentirte» sozialen Tendenzen der modernen Gesell- schast in seinem innere» Wesen entspricht, ist auch in»vissen- s ch a s t l i ch e r Beziehung der fortgeschrittenste. Oder»vas hätte ihm die„historische Schule" entgegenzusehe»? Ja,»vaS hat sie auch nur der klassische» bürgerlichen National- ökonomie entgegenzusetzen? Zahlenreihen und Einzelbeschreibungen! Aber keinen Versuch, die Mannigfaltigkeit des Stoffes in einheit- licher Weise, methodisch zusauiuienzusassen und zu begreifen. Die„Ueber- ivindung" des Smith'sche» und des Marx'sche» Systems hat sich in der Weise vollzogen, daß»na» überhaupt auf jedes System, d. h. auf jeden Versuch, in die allgemeinen Gruiidverhällniffe und Gesetze der kapitalistischen VolkSwirthschast mit tieferer Analyse einzudringen, verzichlele, nnd den Verzicht, das Zeichen lheore- tischer Ohnmacht rückgratlosen Eklektizismus, als Resultat vertiefter wissenschaftlicher Einsicht und eines überlegene» Geistes feierte. Die Entivickelung der offiziellen ökonomischen Wissenschast »ach dieser Richtung ivar einfach eine Entivickelung nach der Richtung des geringste» Widerstandes, theoretisch wie praktisch. Nicht nur, daß eine Beschreibung, die sich aus der inneren Beziehung zur Theorie loslöst und gar nicht an allgemein theoretische Berarbeitung des Stoffes denkt, so viel be- qiiemer,— die Theorie ivar. seitdem Marx sich ihrer bemächtigt, auch in praktischer Hinsicht anstößig geworden. Die Marx'sche Mehrwerth- lehre wies auf die Untersuchungen von Smith und Ricardo, die in ihr weiter fortgeführt und verliest waren, unmittelbar zurück. Schon um vor den Marx'schen Konseqnenzen recht sicher zn sein, um„fiaatSerhaltend" zu bleib««, war«» nothwendig, mit der Arbeilswerihtheorie der bürgerliche» Klassiker, die zn der Marx'sche» die Vorstufe bildete, und damit überhaupt mit jeder Theorie, zu breche». Man wird, wenn man de» Mangel einer zllsainmenfaffende» Theorie als ganz besondere Errungenschaft preise» hört, ganz u»< willkürlich a» die Fabel von dem Fuchse erinnert, der, als er seine» Schwanz verlor, seinen Fnchskollegeii die Echwanzlosigkeit als die Verwirklichung des wahre» Schönheitsideales, als Ueberivindirng altmodischer Geschwänzlheit vorzndemonstriren juchte. C. S, Nunfl und ÄVissenschnfk. —„Tiamo", ei» einakliges Schauspiel von Friedrich Roeber, ist vom�S ch a u s p i e.l h a n s e zur jAussührung an- genommen worden.— — Eine neue veresnfachte Notenschrift scheint mehr und mehr Eingang zn finde». Daß die uralte Ltolenschrislnichls weniger als einfach ist, hat jeder schon erfahren, der einmal versucht hat, die Partitur zu einem Orchesterstück zu lesen. I» dieser Schrift hat die Note die alleinige Ausgabe, bezüglich der Tonhöhendestinmunig einen ganz bestimmten Ort im Linienjystem, welcher die T o» hohen> bedeutung hat. anzuzeigen. Die Note ist im Gegensatze zum Buch- slaben ei» völlig stummes, nichtssagendes Zeichen, und darum>>t unsere alte Nolenschrist so schiver zu lesen, weil der Lesende«»cht nur den eingezeichnete» Ort im Liniensystem erfassen muß, sondern anch für mehrere Töne, ivelche gleichzeitig zn spielen sind und in ver- schiedenen Schlüssel» im Liniensyste», verzeichnet stehen, deren Oert- lichkeit von ungleicher Tonhöhenbedeutung zu erfassen hat. In ver neue» Notenschrist, in welcher die Verlagsfirma Otto Maaß i» Wie» schon viele klassische Tonstücke herausgegeben hat, kann durch das alleinige Ansehen deS Notenkopfes schon die Tonbedeutung des Nolen- bitdes im Liniensystem verstanden und gelesen werden. Inder Schreib- weise der Nolenschrist wurde aar nichts geändert, nur statt der gleich- gesonnte» Notenköpse für alle Tonbeslinnnungen im Liniensystem wurden als„Lettern-Notation" siebenerlei geformte Noteiiköpfc für die Bezeichnung der siebe» Töne c, d, o, f. g, a, h im Liniensystem eingcsührt, so daß man mit dem Wissen von nur siebe» Stotenlops- Formen ein jedes Tonslück und jede Partitur lesen und verstehen kann. Der Grundsatz, von welchem die neue Schrift ausgeht, ist, daß die Notenköpse schon mit ihrer Form dieselben Töne angeben, welche sie im Liniensysteme bezeichnen; es ist'daher keine geistige Anstrengung znr Erkennung der Notenlage im Liniensysteme»oth- wendig. In der That stellt sich die Schrift i» dem L>"i«nsystem sehr einfach dar. da sie vor den einzelnen Notenbildern keine Bor- zeichen mehr nöthig macht.— t. Eisberge»ud Klima. Für das australische Festland war der vorige Sonnner, der also auf die Zeit des letzten Winters i» der nördliche» Halbkugel trifft, durch ungewöhnliche Kälte ausgezeichnet. In den Gebirgen von Victoria, die sich garnicht durch besondere Höhe auszeichne», fiel dreimal im Sommer Schnee, und die Berge Vogong und Featherlhop, waren noch am 16. März, also am Ausgange des Sonnneri,»nter einer 2 Meter tiefen Schneedecke begrabe». Die australische» Meteorologen habe» die Vermulhung ansgesprocheii, daß diese ungewöhnlich niedrige Temperatur mit den außerordentlich zahlreiche» Eisbergen in Verbindung zu bringen sei, welch« von dem Kap»ach Australien herübergeschwomnien kamen. Man hat die Zunahme der Eisberge im südlichen Polargebiete schon seit einigen Jahren mit Anfmerksamkeit verfolgt und durch den Eintritt vulkanischer Störunge» oder Erdbeben in der Gegend um de» Südpol zn erklären versucht. welche die dort besindlichen Eismassen zertrümmert und zerstreut haben sollen.— Vcvmifchkes vom Tage. — Von dem versunkenen T o r p ed o b o o t„3 26" ist die letzte Leiche, die de? Oberheizers Hanipel, geborgen worden. Das Schiff kann nicht gehoben werden: es ist gänzlich versandet. — Ein Taifun hat in E.o.ch i n ch i n a große Verheerungen angerichtet.— — In E h a u m o n t(Schweiz) waren vor einigen Tage» d,e Kinder der Familie Fahrer allein zu Hause und spielte» mit dem geladenen Betterligewehre. Der neunjährige Knabe legte scherzweise auf den sechsjährigen Bruder und das dahiiiier stehende fünfjährige' Schwesterchen an, der Schuß ging los, die Kugel durchbohrte die Köpse d«r beiden Kinder und tödtete beide.—.„.,. — Ein völlig zerlegbares Fahrrad ohne Löth- stelle ist in einer schweizerischen Fabrik konstruirt worden.— — S ch w in d e l m e y er u. Ko. Auf der skandinavischen A u s st e l l u n g in Stockholm gab es auch ein» russische A b t h e i l u» g. In dieser wurden besonders die„kaukasischen Teppiche", die Lederarbeiten aus Juchten und die„nationalen" Leinengewebe bewundert. Jetzt hat es sich herausgestellt, daß alle diese Sachen aus Westfalen, Thüringen und Süd- d e» t s ch I a» d stammten und von Deutschland direkt nach Stock- Holm gegangen waren.— — Ein lebensgefährliches Staatsexamen. Der „Ostasiatische Lloyd" schreibt: Welchen körperliche» Anstrengungen chinesische Studenten bei ihre» Staatsprüsiingen ausgesetzt sind, dafür spricht ein Vorfall, der sich soeben i» Hangtschau, der Hauptstadt unserer Nachbarprovinz Tscheliang, zugetragen hat. Zu Anfang des Monats fanden dort die neun Tage ivährenden Provinzialprüfnnge» für de» Tschuyen-Grad statt. Der 9. war ein sehr heißer Tag; des Abends regnete es stark und die in den elende» Bretterbude» innerhalb der PrufnngShnUe lebenden Studenten wurden zum lheil bis auf die Haut naß. Am folgendeil Tage fand man 27 junge Leute tobt; 3000 andere— im ganzen hallen sich 2000 Studenten gemildet— lagen krank darnieder. — In der O b e r p f a l z ist ein Forstwärter durch einen Hirsch getödtet worden. Der Hirsch stürzte sich mit ge- senktem Kopf ans de» Mann und stieß ihm das Geweih durch das linke Auge tief ins Gehirn.— - Ans der Kinnes z» M i e s e n h e i m bei Andernach ist eine junge Seiltänzerin vom Thurm seil gestürzt und hat sich das Genick gebrochen.—- — In dem gaiizischen B u c z a c z hat ein Schusterjunge auf der offenen s-lraße einem Passanten, der ihn beleidigt lmtte, mit dem S ch u st e r in e s s e r die Gurgel durchgeschnitten.-- — Der kleinste C t> e ck der Weit. Eii» kleinerer Check als der. der jüngst dem Expräsidenten oer Bereinigten Stauten Grover.Cleveland zugegangen ist, ivird wohl noch niemals aas« geschrieben worden sein. Es hatte sich nämlich bei einer Revisio» der Bücher herausgestellt, baß der einstige Präsident um einen ganzen— Cent(vier Pfennige) zu kurz gekommen war. Und da inan dem großen Manne diese» hohen Betrag weder in Nickel»och als Briefmarke» zu überreichen wagte, lo ivurde«in Check, ans eine», Cent lautend, zahlbar an Mr. Grover Cleveland, vom Schatz- deparleuient ausgeschrieben. Der Check mußte durch»in Dutzend Bureans. wo er überall eingetragen, unterzeichnet, gegengezeickniel, gestempelt, revidirt lind adressirt wurde. Hindurchgehen, um schließlich durch Spezialboten dem Präsidentin zugestelll zn werde».— Korrekt- thuende Starrheit!— — Woran man das Alter der Gänse erkennt. Junge Gänse besitze» in der Regel eine runde, alte dagegen ein« mehr halbrunde, abgespitzte Brust, die um so mehr von der vollen Rundung verliert, je älter das Thier ist. Junge Gänse habe» spitze Fußnägel, sowie iveiche und kleine Ballen, alte Gänse zeigen schwielige und große Ballen, sowie stumpfe Nägel. Anch die Federn und Flügel können zur Eunittelung des Alters dienen. So ist bei junge» Gänse» die erste Flngelseder von schlanker Gestaltung und bat eine spitz zulaufende Fahne, nnd unterscheidet sich dadurch dent- lich von den starke», gedrungenen Federn mit der abgesvimpsten Fahne der alten Gänse.--» I Erklärung! ®le«Hcftbeftrtllbe bestehende»'Vest�nommirten I | Herren- und Knaben-Garderoben- ........ Geschäfts I. von Benno Fercstei* W Lorten in k ü r z e st e r Zeit nusverkauft werde». KÄ Winter-Poletots. früher Ii, 18, 24, 30, jctast!), 12, 15, 18 Mk. „ Juppc». früher 8, 10, 12, 15, jetzt 5, 7, 8, 9«tk. „ Hohenzollern- Müutel. früher 25, 29, 33, 40, Jetzt W 17, 22. 25, 28 Mk. � „ Knaben.Müutel. früher!, 5,«, 8, j«ti-t 2. 3. 4. 5 Mk. » Jnquet-Auziige, früher 15, 19, 24, 30, jetzt 19, 12, 1«, 19 Mk. m Rock«»»«,,?. früher 22, 26, 30, 38, jetzt 15, 18, 21, 24 Mk. Mü Bnrschen-Anzüge. früher 9, 12, 15, 19, jetzt 5, 7, 9, 10 Mk. H K»abeu-Sluz»ge. früher 4, 5, 6, 8, jetzt 2, 3, 4, 5 Mk. ■ Ttoff-Hofeu, früher 3, 4, 5, 9, jetzt 2, 3, 4,« Mk 3177C* |0Ä KciiiickendorferNtr. OS am Aettclbeokplatz. an der Stadtbahn. Möbel und Poltferuaatni Franz Tutzauer, Tischlermeister, Berlin SW., Blücherstr. 14. Äug.Günther rt« A« i§ Weist' und Bairisch-Bierlokal nebst gr. BereiuSzimmer. 339ZL» kark-kesiAurallt„�oksumstdal" lPartftr. 12/13 RttU, Partstr. 12/13 Jeden Sonntag: Gvo�VV Vstll. Anfang 4 Uhr. Empfehle meinen Saal, 800 Personen fastend, zu allen Versammln»! Festlichkeiten. 339/ Fritz RaU| Gastwirth, früher Skalisterftr. 12«. Wirthshaus Schmargendorf, Warnemüuderstr.«, direkt am Grunewald, mit Garten, Tanzsaal, Vereins- zimmer, Kaffeeküche(a. Liter 60 Pf.)— Vereinen und Gesellschaften angelegentlichst empfohlen.— Vorzügliche Speisen und Getränke zu soliden Preisen. Paüenhofer Bier, Glas 10 Pf. 2962L« Jeden Sonntag:«ronnor Ball. 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