Mr. 257'. AbmmtmeMs- Dedingunge»: «bonnement»- Pret» pränumerando: «ierteljährl. SL0 Md, monatl. 1,10 rvöchentlich 28 Pfg. frei WS Hau«. Einzelne Nummer s Pfg. Sonntag«- Nummer mit tlluftrtrter Sonntag«- Beilage„Die Neu« Weit" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mark pro Quartal. Eingetragen w der Post- Zeitung»- Preisliste für 1807 unter Hr. 7437. Unter»reuzband für Deutichland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für da« übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Scscheinl täglich»uster«onk»g». Vevlinev VolKsblatt. 14. Jahrg. Dir Insrrtwns-Grbilhr beträgt für die fechSgefpaltene»olonel- »eile oder deren Raum 40 Pfg., für verein«- und BersammlungS-Anzeige», fowte ArbetlSmarlt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müsfeu bt« i Uhr»achmtllag« in der Slpeditto» abgegeben merde». Die Sipeditton ist an Wochentagen bi« 7 Uhr abend», an Sonn- und Festlagen dt« 0 Uhr vormittag» geöffne«. Sernfprecher: Amt I, Hr. ISOS. Telegramm-Adrsste: „Soiialdemokrat»irltn". Dentrawrgan der sozialdemokratischen Kartei Deutschtands. Nedaktlo»: SW. 19. ZZeuly-Straße 2. Mittwoch, den 3. November l837'. KFpedition: SW. 19, ZZenty-Struße 3. 3itv Makurgrschithko des Vopikottsmus. Die in den verschiedenen Staaten abwechselnd und in gut vorbereiteter Weise zum Ausdruck gebrachte» Klagen über die Nothlage der Zuckerindustrie, sowie die periodisch wiederkehrenden Forderungen der schier un- ersättlichen Zuckerindustriellen nach Erhöhung der Export« Prämien, Bewilligung von Tarifrefaktion u. f. w. lassen es als lohnend erscheinen, einen Blick auf das Heerlager der Zuckerbarone zu werfen, in welchem die gegen die Kon- sumenten zu unternehmenden Beutezüge geplant und organisirt werden. Die Machenschaften dieser Herren sind sehr lehrreich, und insbesondere das am l. November laufenden Jahres in kraft tretende Gesammt-Kartcll der Znckerindnstricllen Oesterreich- Ungarns ist auch für das deutsche Volk von besonderem Interesse ans dem Grunde, weil— wie uns ans vollkommen verläßlicher Quelle mitgetheilt wird— bereits im Kreise der Zucker- fabrikanten Deutschlands in vertraulicher Weise Umfragen gepflogen«verde«, ob die Neigung vorhanden fei, nach Muster des österreichisch- ungarischen Kartells Ver einbarungen zu treffen, die sowohl für die Rohzucker- fabrikation als auch für die Znckerraffinerien biildend wären und den Fabrikanten dieser Branche das Zusanlmei«- schaaren bedeutender Geschäflsprofite ermöglichen sollen. Das Znstandekommen des Znckerkartclls in Deutschland nach österreichisch-uligarischen« Muster kann trotz der zu über «vindenden vielfachen Schwierigkeiten als gesichert angenommen «verde«. Fraglich kann bloß der Zeitpunkt sein, in welchem sich die Industriellen beider Branchen einigen«verde««. Aber nicht blos vom Standpuilkt der Ausbeutung der breiten Konsulnentenkrcise erregt das in Rede stehende öfter reichisch-ungarische Zuckerkartell unsere Aufmerksamkeit, sondern auch anS dein Grunde, weil dasselbe reichliche«« Einblick ge» währt in den Konkurrenzkampf der einzelnen Kapitalisten und in den Konzentrationsprozeß des Kapitals. Die Zucken,«duftrie krankt seit längerer Zeit in ganz be- denklicher Weise. Die in Oesterreich-Ungarn. Deutschland und Frankreich geivährten und in den letzten Monate«« bedeutend erhöhten Exportprämien haben eine derartig große Heber- Produktion in allen drei Staaten künstlich gezüchtet, daß früher oder später eine über die Zuckerindustrie niit elementarer Ge walt hereinbrechende Krise zu befürchten ist. Deren Folgen sind heute gar nicht abzusehen. Nachdein die nicht kartellirten Rohzncker-Fabrikanten die Folgen des Sinkens der Profitrate zu kosten bekamen, wollten sie sich von dem die Rohzuckerpreise drückenden und bislang bestandenen Kartell der Raffinenre emanzipircn und begannen einen heftigen Kampf gegen dasselbe. Uin die unangenehmen Kläffer loszuiverden, beschlossen die Raffinenre, die Rohzucker- Fabrikanten in daS Kartell aufzunehmen, zugleich jedoch der- artige Vereinbarungen zi« treffen, die den bestehenden Raffinerien die unbeschränkte monopolistische Beherrschung des Jnlandmarktes erniöglichen und für die Zukunft sichern sollen. Die Hast nach Kapitalsprofit veranlaßte We Zuckerbarone dazu, daß sie die taube Nuß der„freien Konkurrenz", die nach Ansicht naiver Geinüther die unabänderliche Grundlage unserer Wirlhschaftsordnung ui«d der alleinige Sporn für individuelle Bethätigung sein soll, in den Schutt«varfcn und ihren Kartellvertrag gewissermaßen auf eine moderne sozialpolitische These basirten. In der Einleitung des KartellvertragcS heißt es unter anderem: „Geleitet von der ebenso allgemeinen alS sicheren, auf viel- fache Ersahrungen gestützten Ueberzeugung, daß eine regellose, der individuellen Willkür jedes einzelne» Industriellen anheimgegebene Produktion zu höchst ungesunden Konkurrenzverhältnissen und hierdurch mit Nothwendigkeit zu Krisen führt, die nicht nur die Industrie, insbesondere deren«veniger kapitalskräftige Elemente lahmlegen, sondern auch für die arbeilende Bevölkerrung, die Land- wirthschast und staatlichen Interessen große Gefahren i» sich schließen, haben sich die öslerreichische» und ungarischen Rohzucker- sabriken und Zuckerraffiuerien dahin geeinigt, ihre beiderseitige Produktion in systematischer, den Bedürfnissen angepaßter Weise zu regeln." Unter dieser, moderne sozialpolitische Auffaffung bekundenden Einführung wurden drei Kartelle, und zivar das Kartell der Rohzuckerfabrikanten, das Kartell der Raffinenre und end- lich im Rahmen dieser beiden das Separatkartell der ungarischen Rasfineure geschaffen, niit so vielfachen Verklausulirungen, daß dieses Kartell in der That als einer der vollkommenste«« und daher mächtigsten Unter- nehmer-Verbände der Gegenivart angesehen«verde«« kann. Unter dem Vorwande, daß der schlecht lohne>lden Rohzuckcr-Fabrikation geholfen werden«nuß, garantircn die Raffinenre für jeden Meterzentner Rohzucker, der in Oesterreich-Ungarn raffinirt «vird und dessen Preis ab Aussig heute«nit geringen Schivankungen um lll/a fl. hemm auf der Prager Zuckerbörse notirt wird, einen Preis von 15 fl., d. i. 3�« fl. mehr, als sie nach Gestaltung der Marktverhältuisfe zi« zahlen bcinüsstgt wären. Nachdem der Jnlands-Konsun« derzeit ca. 3�s Millionen Meterzentner beträgt, bieten demnach die Rasfineure den Rohzucker- Fabrikanten jährlich eine Liebesgabe von insgesaunnt 12 Millionen fl. an. Natürlich«vird den Rohzucker- Fabrikanten diese Bonifikation nicht umsonst geivährt. Einerseits unterwerfen sie sich einer Kotllingentirung der Produktion, andererseits verpflichten sie sich, den Rohzucker ausschließlich an lartellirte Raffinerien zu liefern und ent- sagen endlich ihrem guten Rechte, selbst Raffinerien zu er- richten. Durch dies« schlalien Verklausulirungen haben die Rasfineure, deren Kartell bislang die Rohzuckerpreise drückte, die unangenehme Opposition der Rohzucker- Fabrika««ten be- seitigt, und sich zugleich die� Gefahr, welche darin liegt, daß neue Raffinerien und eine unliebsame Konkurrenz entstehen können, von« Halse geschaft. Mit einem Worte, sie haben die monopolistische Beherrschung des Inlandsmarktes begründet. Um nun einerseits die den Vereinbarungen entsprechende Bonifikation bei den Rohzuckerpreisen nnd auch die von ihnen erstrebten Mehrgewinne heransznschlagei«, sind die Raffinenre nicht faul, ihre«nonopolistische Stellung anszunntzen und die Preise entsprechend hinaufzuschrauben. Mit Rücksicht ans den Jnlandskonsum«vurde das Quantum des Konsum znckers, daS jede einzelne Raffinerie auf den Inlandsmarkt bringen kann, festgestellt n««d bcstiinmt, daß der Maximal- Verkaufspreis des raffinirlen Znckers die vom Aktions- komitee von Zeit zu Zeit z» fixirendcn Produktionskosten per Meterzentner noch um 2Vs fl. übersteige«« darf. Natür- lich wird abgesehen von diesen 2Vz fl. bereits ii« der Feststellung der Prodnktionskostei« des Konsulnzuckers, die ja eine interne Angelegenheit deS Kartells«st, jener Mehr- geivinn entHallen sein, den die Rasfineure ins Verdiene«« briilgen«vollen. Betrachten nnd vergleichen wir»nnmehr die Gestaltung der Znckcrprcise in Vergangenheit und Zukunft. Bisher kostete der Rohzucker zirka ll�/s fl., Raffinerie- spesen 3 fl., Staatsstener für de«« Zucker 13 fl., zusammen 27Vz fl.; bei diesen« Stande der Produktionskosteil iv««rde der raffinirte Zucker zu dem Preise von 32Vs fl. verkauft, waS einen Nutzen von 5 fl. den Rasfineure,« ei««- gebracht hat. In der Zukunft würde sich der Preis, vorausgesetzt,— nicht zugegeben—, daß die Raffinenre sich mit dem bisherigen Nutzen begnügen, um 3'/s fl., das ist un, den Betrag der den Rohzucker- Fabrikanten geivährten Bonifikation, höher stellen, das ist 36 fl. betrage««. Die Raffinenre«vollen jedoch auch eine höhere Profilrate erzielen,«vie das a««« klarsten durch die Thatsache erhärtet«vird, daß das Kartell den Zucker preis für den 1. November l. I. bereits auf 37V» fl., also um IV» fl. mehr erhöhte, als es nach Stand der Produktionskosten und des auch bisher bedeutenden Geschäftsgeivinnes der Rasfi- ««eure unbedingt nothivendig«väre. Es drängt sich nunmehr die Frage auf,«vie weit die Aus beutung der den« Kartell auf Gnade und Ungnade überlieferten Konsnmenteu eigentlich getrieben«verde» kann. Un, die Grenze der unter de»« Schutze der Karlellbestiminnngen möglichen Preistreiberei zu überblicken,«st es nothivendig, den Zollsatz für Zucker, der im Zolltarif festgesetzt ist,«nit in Kombination zi« ziehen, denn es unterliegt«vobl keinem Ziveifel, daß die Preistreiberei dort seine Grenze findet,«vo der ausländische Zucker, trotz des Zollsatzes, in das Inland eingeführt «verde«« könnte. Nachdc««« der in Gold zu entrichtende Zoll auf Zucker 20 fl. beträgt,«vas bei dem heutigen Goldagio rund 24 Papicrgnldcn gleichkommt, so belänst sich der den« Jnlandszucker gc«vährte Zollschntz, nach Abzug des in« Zollsatz enthaltenen KonsumsteuerbelrageS von 13 fl., auf ca. II fl. Wenn wir vor Augen halten, daß z. B. die deutschen Rasfineure für den Rohzucker blos 11V» fl. bezahlen, so würde sich unter Zugrundelegung der obigen Zuckerpreis- berechnung von 32Vs fl. ein Betrag von ca. 43 fl. ergeben, bei»vclchem Stande es möglich«väre, Zucker ans dem Aus lande zu importiren. Dieses Kartcllgebilde in der Znckerindnslrie bietet ein typisches Beispiel für die Weitercntivickelnng und die endlichen Konscquelizen der kapitalistischen Produktionsweise. Es zeigt auf der einen Seite ein raffln irtes und mit allen denklichen Sicherheitsventilen arbeitendes Unteruchmerthnm, auf der anderen Seite eine schlitz-««nd«vehrlos ausgelieferte Konsumenten- «naffc, die der Ausbeutung durch 230 Znckerindustrielle nicht z» entrinnen vermag. Bedingungslose Unterwerfung! Das ist das Diktnm des Zuckerkartells selbst gegenüber den Genossen der eigenen Branche. Zivei Zuckerfabriken,«velche gemischte Betriebe darstellen, d. i. sowohl Rohzucker als auch Raffinade erzeugen, dabei« sich dem Kartell ferngehalten. Natürlich nicht ans Gründen des Gemeiiuvohles, sondern«veil sie einerseits mit dem vom Kartell ihnen zugeiviesenen Produktionsqnantum nicht zufrieden waren, andererseits aber,«veil sie ihre Geschäfts- intercffen außer dem Kartell günstiger zu wahren ge- dachte». Sofort begannen die vereinigten Zucker- fabrikanten den Kampf bis aufS Messer gegen diese beiden outsiäers. Den Zuckcrhändlern wurden mit allen erdenklichen Rtitteln Erklärungen abgerungen, in welchen sie sich verpflichte«,, «nit den beiden nichtkartellirren Fabriken keine Geschäfte ab- zilschließeu,«vidrigcnfalls sie von der Gesammthcit der kar- tellirtcn Jndnstrielleu boykottirt und keinen Zucker geliefert bekoiuinen. Unter diesen« Druck«verde«« die zivei Fabriken, die den Beitritt zum Kartell bisher veriveigerten, über kurz oder lang klein beigeben und sich in das allein seligmachende Kartell aufnehme«« lassen. Dieses schöne und hente so mächtig auftreteilde Kartell krankt jedoch in bedenklicher Weise. Trotz aller Vorsicht ist die Zuckerindlistrie bei etiler Ueberproduktion angelangt,«velche «veder durch Exportpräniien noch durch noch so kunstvoll z,lsa>nmengejchmiedcte Kartelle beseitigt«verde» kann. Trotz aller Opfer seitens des Staates und trotz aller Ausbeutung de« Konfumente«« wird es für die Dauer univöglich sein, die Zucker« Produktion in ihrem heutige«« Umfange aufrecht zu erhalten. Nachdein sich kein einziger Fabrikant dazu verstehen wird, sein im Betriebe festgelegtes Kapital behufs Erleichterung der Lage seiner Fabrikautengenossen, aus der Anlage heranszuziehen, «vird über kurz oder lang mit ele>ne««tarer Geivalt eine Zucker- krise hereinbrechen mit allen ihren verheerenden Folgen. Der «vcite Plan der Zuckerindustrie wird von den Leichen der Bankrotteure bedeckt sein und die am Leben gebliebenen«Verden die Kapitalskonzeutration lustig«veiter betreiben,— so langem bis das letzte Stündchen der kapitalistischen Produktionsiveise! schlagen«vird._ polilifche Mebevstchk. Berlin. 2. November. Das« eine Reform der Militär-Strasprozest-Ordnnng von der Regierung vorgelegt«verde«« soll, ist den Kons er- v a t i v e n gar nicht angenehi». Und noch«veiliger angeneh«n sind ihnen die Umstände, unter denen diese Vorlage erfolgt, insbesondere die offen zu tage liegende Thatsache, daß der Druck der öffentlichen Meinung die Regierung zu dieser Kon- zcssion pczivungen hat. Recht drollig klingt es daher,»venn die „Kons. Korrcsp." schreibt: „Möglicherweise«vird die Deniokratie die Sache jetzt so dar- stellen, als sei es ihre»» Geschrei zu verdanken, daß die Militär- Slrasprozeßordnung den« Reichslage überhaupt vorgelegt«verde» wird. Eine solche Darstellung aber»vürde nicht lange aufrecht erhalten bleibe» können; die Thalsachen würden ihr gar bald den Boden entziehen." Was«vären denn das für„Thatsache««"? U>«d daS„möglicher- «veise konnte die„Kons. Korresp." sich getrost sparen. Die Demo- kratie stellt es in der That so dar, als sei„ihrem Geschrei" zu verdanken, daß eine neue Militär-Strafprozeß-Ordnung dem Reichstage vorgelegt«verde»«vird. Und die Demokratie hat das beste Recht, es so darzustellen. Hätte etiva die Regierung oder hätten etwa die Gegner der Deniokratie ans eigener Entschließung diese Reform in Angriff genonnnen? Das«vird die„Kons. Korresp." selbst nicht behaupten wollen. U>«d ,«« erster Linie darf eS sich die Sozial« demotratie als Verdienst anrechnen, daß diese An« gelegenheit in Fluß gebracht«vorden ist. Das Eintreten nnserer Parteigenossen im Reichstage gegen die Soldateninißhandlungen nnd gegen die»vegen solcher Mißhandlungen ergangenen Militärgerich ts-Urthcile hat in erster Linie das öffentliche Ge- wiffen geweckt und das dringliche Verlangen nach Beseitigling der furchtbaren Ucbelstände ans diesem Gebiete in den«veitestcn Kreisen des deutschen Volkes hervorgerufen. Hierbei sei angeführt, daß nach der„Mil. Pol. Korresp."� die Vorlage dem Reichslage alsbald nach seiner Eröffnung' vorgelegt«verde«, soll.— Tie Reaktionsratten knappern fortivährend am Reichstags-Wahlrecht. Mit eine««« auf grund dieses: des allgeineinen, direkten, gleichen und geheimen Wahlrechts gcivählten Reichstag können sie ihre gemeingefährlichen Pläne nicht durchführen, und so richten sich denn ihre Unistnrz- bestrebnnge» seit Jahren gegen das Reichstags-Wahlrecht Alle möglichen Kniffe««««d Pfiffe sind schon ausgeheckt«vorden. um diesen Uinstnrz z«, bcivirkei«, ohne daß das„allgemeine Wahlrecht" anscheinend beseitigt«vird. Erhöhung des Alters- Zensus von 25 a«lf 30 Jahre, Einfügung einer Aufenthalts- klanscl, Einführung der Wahlpflicht d. h. wählen unter polizeilicher Aufsicht. Abschaffung der Stichwahlen u. s. w. Allein keiner dieser Pläne gefiel nach gcnaucrer Betrachtung den Urhebern. Jetzt ist man mit einem kühneren Vorschlag gekommen: Abschaffung des Wahl« g e h e i m n i s s e s— öffentliche Stimmabgabe. Natürlich stammt dieser Vorschlag ans den« Bismarck'schen Lager. Schon vor Jahren machte der Schutz- und Schirmherr der Tausch, Normann-Schumann und Konsorten staatsretterische Andeutungen in diesem Sinne;««««d nun haben diese A««- deiitiingei« sich in seinen« Dresdener Rcptilienblatt, den „Dresdener Nachrichten" zu ei>«en« konkrete» Vorschlag verdichtet. Wir lassen uns auf eine Kritik deS Vorschlags nicht ein. Oeffcntliche Wahl ist unfreie Wahl; jede unfreie Wahl ist eine Scheinwahl, ist eine Spott«vahl, also keine«virkliche Wahl. Allgemeines Wahlrecht mit öffentlicher Stiminabgabe ist die Vernichtung deS allgemeinen Wahlrechts. Da» weiß jeder deutsche Arbeiter, das«veiß das deutsche Volk. Und das deutsche Volt läßt sich sein Gr««u brecht nicht nehmen! Das mögen die reaktionären Herren Umstürzler sich hinter die Ohren schreiben. Und bei den nächsten Wahlen' «vollen«vir es ihnen hinter die Ohren schreiben. Nieder mit den Umstürzlern!— Ter Dreibund und die Stellung Italiens im Dreibund giebt noch weiteren Anlaß zu allerlei Erörternngen. In der„Nnova 'Antologia" veröffentlicht jetzt Marq>«is Capolli,(?) ehemaliger Unlerstaatssekretär unter R o b i l a» l, der als Minister des Aeußern den Dreibund I8S1 abschloß. Millheilnngen, welche heute nur noch historische» Werih haben könne». Diese Mitlheilnngen zeigen, daß Robilant sich bei den Vorbereilnnge» zun« Abschluß des Dreibundes recht zurückhaltend verhielt. Doch erscheint diese Zurückhaltung mehr als eine diplomatische Klugheit, denn als Abneigung gegen«in solches Bündniß. Er erreichte dadurch, daß Bismarck zuerst sich an Italien wandte und zugleich das Verhtillniß zu England günstiger gestaltet wurde. 9Iuch C r i S p i veröffentlicht in dem Londoner„Nineteeiith Eentury"«inen Zlufsatz über Zweibund und Dreibund. Er stellt sich völlig auf die Seile des Dreibundes und richtet gegen den Zweibund einige scharf« Angriffe. Doch weder enthalleu seine Darlegungen neues, noch haben sie politische Bedeutung, da der Verfasser»in politisch abgelhaner Mann ist.— Deutsches Reich. ---Da> Marineamt wird im ncichsten Etat einen Posten für«in Geschäftshaus für die Martnebehörden einstelle». Im vorigen Etat wären 27 OtZV M. für Vorarbeiten für diese» Ziveck gefordert. aber gestrichen worden. Jetzt soll diese Forderung aus den triftigsten Gründen unaufschiebbar sein. Vielleicht ist aber der Reichstag auch bei der Behandlung deS nächsten Etatsgcsetzes hiervon noch immer nicht überzeugt.— — Der diplomatisch» Streitfall zwischen Deutschland und der Republik Haiti hat nach der „Magdeburger Zeitung" durch die Entlassung des Herrn Lüders anS der Hast bereits seine Erledigung gefunden. Demnach scheinen die Mitlheilungen deS„New-Pork Hetald", die wir gestern reproduzirte», ganz arge Uebertreibung zu sein. — Der Staat und di« Hochwasserschäden. Der Minister für Laudivirlhschaft, Domänen und Forsten hat unter dem 23. Oktober d. I. an sämmtliche Oberprästdenten, Regienmgs prästdenten und Generalkommissionen eine allgemeine Verfügung erlassen, deren allgemeiner Theil lautet: „Die in diesem Sommer vorgekouunenen Hochwasterschäden geben mir Veranlassung, sämmtliche betheiligte» Polizei- und Verwaltung?- behörden zu ersuchen, der Vorbeugung ähnlicher Schäden durch ordnungs- mäjjige Unterhaltung und Instandsetzung der uicht-schisfbare» Wasserläufe, sowie durch Freihaltung des Ueberschwemmungsgebiels von Abflußhindernissen ihre besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Ich verkenne die mannigfachen Schwierigkeiten nicht, welche in dein derzeitigen Stande der Wassergesetzgebung und der wasserwirthschnft- lichen Organisation der Thätigreit der Behörden auf diesen, Gebiete»ntgegenstehen. Diese Schwierigkeiten sind aber keineswegs unüberwindlich, und so lang« di» schon seit einiger Zeit in Angriff genommene Aendernng der Gesetz gebung nicht zum Abschluß gelangt ist, muß durch erhöhte Thätigkeit auf diesem Arbeitsgebiete, durch verständnißvolles uud nachgebendes Zusammenwirke» der verschiedenen Instanzen in Staat und Provinz, durch dauernde Beobachtung des Zustandes der Wafferläuf« und streng« Handhabung der bestehenden Gesetze die Erreichung der gesteckten Ziele um so nachdrücklicher verfolgt werden." In langen vom„Reichs« Anjiiger" publ'-'rten Ausführungen werden dann den Behörden spezielle Anweisungen gegeben.— — Der Hundertmillionenfonds für den Ankauf polnischer Besitzungen in Posen und Westpreußen soll wieder aufs neue aufgeschüttet werden durch eine in der nächsten LandlagZsefsion zu machende Vorlage, trotz der nahezu minimalen Erfolge der bis- herigen Aufwendungen, welche noch dazu vollständig nentralisirt werden durch die Bildung von Rentengütern in polnischer Hand mit Hilfe des StaatskreditS und der Generalkommisston.--- — DieSttchwahl in derWestpriegnitz findet bereits Nächsten Montag, den S. November, statt. Nach der amtlichen Feststellung erhielten bei der Hanplwahl von 12127 abgegebenen alltigen Stimmen v. Saldern(k.) V0s3, Schulz(frf. Vp.) 8148, Wohlfahrt(Reform-P.) 1909 und Hinze(Soz.j 2015 Stimmen. Es ist daher eine Stichwahl zwischen v. Saldern und Schulz erforderlich. „Nrenz-Zeitung" und„GtaatSbürger-Zeilnng" schelten auch heute noch weidlich gegeneinander. Der Handel wegen der antisemitische» Wahlhilf» bei der Stichwahl scheint d«n Konservativen gar sehr irschwert zu werden.— — Herr Thielen aus dem Klage wege. Di«„Volks- wacht" in Breslau hatte die im„ReichS-Anzeiger" veröffent- licht« Kundgebung, betreffend die E i s e» b a h n- U n f ä l l e kritisch besprochen. Durch die Kritik soll der E i s e n b a h n- M i n i st e r Thielen sammt den ihm unterstellten Beamten beleidigt sein. Gegen den verantwortlichen Redakteur der„Volksmacht" ist wenigstens Strafantrag gestellt und das Gericht wird nun zu entscheiden haben, ob es angesichts der die ganze Bevölkerung beunruhigenden Unfälle auf den deutschen Eisenbahnen am Platz» ist, der Kritik die vom Eisenbahn-Minister gewünschten Schranken zu ziehen. — Chronik der Eisenbahn- Unfälle. Der„Franks. Zeitung" wird auS Rosenheim t» Bayern gemeldet: In der Station Krottenmühl« auf der Strecke Rosenheim-Ealzburg sind gestern Nach- mittag um vier Uhr drei Personinwagen defekt geworden. Drei Personen erlitten leichte Verletzungen.— — Bureaukratenzops im Postdienst». Ueber den Instanzenweg bei Vorschlägen über Verb« s s« r u n g von posta- tischen Einrichtungen ist folgende Verfügung deS Staats- sekretärS deS Reichs- Postamts ergangen:„Nach Zz 12 und IS Absch». S der A. D. A. haben dt» Beamten Anträge und Gesuche, di» ihr Ditnstverhältniß betreffen, auf dem vorgeschriebenen Dienst- weg««inzureichen. Indem ich diese Vorschriften in Erinnerung bringe, besttmme ich, daß in solchen Fällen, in denen Beamte sich veranlaßt fühlen, Vorschläge über Verbesserung an poft- und telegraphendienst- lichen Einrichtungen, über Personalverhältniss» u. s. w. unmittelbar an daS ReichSpoftamt oder an mich gelangen zu lassen, stets gleich- zettig mit der Einsendung der zunächst vorgesetzten Dienstbehörde entsprechende Anzeige zu erstatten und letzterer Abschrift des Vorschlages beizusüge» ist. Demnach haben Beamte, die bei Post- und Telegraphenämlern beschäftigt sind, die Anzeige dem AmtS- Vorsteher vorzulegen. Diesem liegt die Weitergabe an die Oder« Postdirektion ob. Bei Zuwiderhandlungen würde ich d i S z i p l i- „arisch einschreiten. Ich spreche dir bestimmte Erwartung auS, daß nur solche Vorschläge zur Vorlage kommen, welche nach allen Richtungen hin gründlich erwogen worden sind."--- — Die PosadowSky-Gäbel'sche Empfehlung der von nnS gekennzeichneten Produkt» deS Hülle'schen Zeitschriften- verlagS hat nach der Enthüllung der„Franks. Ztg.". daß Herr Gäbet ein Gegner dieser Agitation sei, daß er aber unter dem Drucke höherer Wünsche gehandelt habe, noch größeres Aussehen gemacht al« beim ersten Bekanntwerden. In der„Nordd. Allg. Ztg." erläßt 8err Gäbe!»in sehr verspätetes Dementi gegen die„Franks. Ztg." nd Herr Schwetnburg, der berufene Hüter deS monarchische» Gedankens in seinem Adoptivvaterlanve entrüstet sich heul« wie folgt: Völlig verwerflich ist es aber, diese Angelegenheit, welch« in geradezu maßloser Weise übertrieben und ausgedeutet wird, auf allgemeine Gerüchte hin, die durch nicht? beglaubigt sind, zu An- griffen gegen eine Stelle zu mißbrauchen, welch« nach den ver- fassungsrechtlichen Grundsätzen aller konstitutionellen Staaten über jeder Verantwortlichkeit steht. Alle diejenigen, welche einen monarchische» Standpunkt einnehmen, sollten solchen destruktiven Versuchen niit Nachdruck entgegentreten."— — Deutsch national ist unsere Polizei nicht. Im Gegen- theil, sie schützt den Grafen Badem uud seine antideutsche Politik iin Weichbild- B-rlinS; erklärte sie doch den Einberufern einer ae- planten EinspruchS-Versammlung gegen die Politik deS Grafen Badem, daß sie den österreichischen Abgeordnete» nicht gestatten werde. daS Wort ,n ergreifen. Wenn sie sich nicht auf die famosen Bestimmungen vom Lastig- werden der Ausländer berufen will, fehlt ihr jede? gesetzliche Mittel zu dieser seltsamen Maßregel. — Börsenhandel ohn» vörsengefetz. DI« hiesige» Setreidehändler haben eine Erleichterung des GerreidehandelS dadurch Herbeizuführen gesucht, daß sie Im früheren H-iligeiigeist- Hospital tn der Heiligengeistgasse nebeneinanderliegende BureauS eingerichtet haben. In etwa 40 Zimmern habe» fast die sänimllichen gröberen Getreidcfirmen unseres Platzes Komploire gemiethet, und zwar sind in jedem Zimmer 4—8 Firmen in Abtheilungen vertreten. Auch die Makler haben eine» gemeinschaftlichen Raum für sich ge miethet. Der Handel wird direkt oder durch die Makler von Komptoir zu Komptoir betrieben; die Makler verkehren zu diesem Zweck durch die geräumigen Korridore zwischen den einzelnen Geschäftsräumen. Gemeinschaftliche Versammlungen finden in diesen» Gebäude nicht statt, und es sind auch Räume dafür nicht reservirt.— — Die agrarischen Börsengegner haben vor einiger Zeit,»vie jetzt bekannt ivird, in geheimer Sitzung bezüglich der Aus- suhrung des Böcsengesetzes Berathnngen gepflogen. In einein damals gefaßten Beschlüsse wird gefordert:„Die Landwirthschafls- kammer hält die Unterdrückung dieses staatlich nicht kontrollirten Handels(nämlich beim sogen. Früh- markt) für die nolhivendige Voraussetzung der Bildung eln-S öffentlichen, den gesetzlichen Bedingungen entsprechenden Marktes und hält für den Fall, daß die Regierung iin gegenwärtige» Börsen- gesetz ausreichende Handhaben nicht zu besitzen glaubt, eine ent- sprechende Ausgestaltung der gesetzlichen Bor- s ch r i f t e n für dringendst erforderlich. Die Laudwirlhschafts- kammer beauftragt den Vorstand der Kammer, im Sinne der vor- stehenden Darlegung bei der kgl. Slaatsregierung nachdrücklichst vorstellig zu werde» und die Erreichung der hier gestellten Forde- rung mit den ihm zu Gebole stehenden Mitteln anzustreben."— — Die Hetze gegen Herrn v. Rottenburg geht selbst der„Kreuz-Zeitung", einem Blatte, das sich rühmt, Gegnerin der Lehrsreiheil auf den Universitäten zu sein, zu weit. Sie schreibt: „... Ein solcher Man», der jahrelang in hervorragender Stelle dem Fürsten Bismarck nahegestanden, der dam, als unter- staatssekretär des Rcichsamls des Inner» a» der Lösung der sozialen Aufgabe maßgebend mitgearbeitet hat,»vird doch ivohl »och das Recht habe», seine Ansichten über die Koalitionsfreiheil darzulegen. Hält man sie für falsch, so bekämpfe und»viderlege man sie; aber in solchem Falle nach der Zensur des Staates zu rufen, scheint uns wenig angebracht zu fein."— — Wie m a n S t i m n> e n„gewinnt". Ein artiger Bei- trag zu der Methode,»vi« nianche Arbeitgeber der freisinnige» Volks- Partei Abbruch zu thu» suchen, geht der Berliner„Volks-Ztg." zur Keiintmßnahme zu. Bei der Ergänznngswahl zur Stadtverordnete»« Versammlung in Wattenscheid erhielt an» 26. November 1896 von 52 abgegebene» Stimmen Dr. Bonnin 27 Stimme», während sei» Gegenkandidat Bode 26 Stiminen erhielt. Gegen die Giltigkeit der Wahl deS Dr. Bonnin zum Stadtverordnete» legte Bode Prolest ein und bebanplete, die Wahl sei wegen Beeinflnssnng eines Wählers ungiltig. Der belr. Wähler gab dann auch selbst zn. daß er nur deshalb den Dr. Bonni» gewählt, weil ihm Vortheile in Aussicht geslelll worden seien. Tie Stadlvcrordneten-Versammlnng erklärte darauf die Wahl des Dr. med. Boniii» für»ngillig. Dieser erhob Klage beim Bezirksansschliß, der den Wähler, einen Dachdeckermeisier Knickenberg, zur Sache vernaln». Kuickenberg bekundeie auch, daß man ihm Arbeit nnf der Zeche Zenlrinn versprochen habe, iven» er Dr. med. Bonnin wähle» würde; er habe sich and, in der Tlmt infolge dieses Versprechens bei der Wahl becinsinssc» lassen. Der Bezirksausschuß»vies darauf die Klage beS Dr. med. Bonnin ab und erachtele die fraglidie Wahl für migiliig. Gegen diese Entscheidung legte Dr. med. Bonnin Berufung beim Obcr-Verwaltnngs- gericht ein und behauplete, die Sache sei unglaublich auf. gebauscht worden und sei in Wirklichkeit recht harmlos. Das Ober-Verivaltungsgericht bestätigie aber die Vorentscheidung als zutreffend und erachtete eine objektive Wahlbeeinflnssung für vorliegend.— DaS Obcr-Venvaltnngsgerid>t konnte unier Zu- nildelegung des Thatbestandes schlechterdings nicht anderS erkenne». sin übrigen ersteht man aber wieder einmal miS den mitgetheillen Ihatfachen, wie es bei Wahlen„gemacht wird". Die Sache ist ja recht iiiterefsant, für die Freistniiigen aber nicht zum mindesten auch deshalb, weil u. a. die ihrer Partei angehörigtn Unternehmer eS wahrlich nicht selten an ähnlichen Beeinflussnngen fehlen lieben. Wir erinnern nur an die Leistungen deS frei- sinnigen Nürnberger EtadtinagistratS»nd an die Abtreibung der Lokale In dem Wahlkreis« Hagen-Echwelin, wo die Mannen Eugen Richter'» sich tn dieser sauberen Kunst fast unübertreffliche Verdienst» erworben haben.— KönigShiitte t. O./Schl.. 29. Oktober.(Eig. Bericht.) Ve- kannllich gehöre» auch die Gerichte zu den germanisatorischen Elementen in den gemischtsprachigen Gegenden Deutschlands,»nd auch in Oberschlcsien hat schon so mancher Pole, der«in paar Worte Deutsch verstand, wegen„Ungebühr vor Gericht" Strafe bezahlt oder abgesessen, weil er nicht denisch sprechen zu könne» erklärte. Vor etuigeu Tagen wurde der bekannte Kolporteur Dylong aus Königs- Hütte vom Gewerbegericht in Benihen ebenfalls, weil er nicht deutsch sprechen zu können vorgab, wege» Ungebühr vor Gericht zu 5 M. Strafe verurlheilt. Der Elrafbeschluß wird damit begründet, daß Dylong di« Vorhaltungen deS Vorsitzenden, daß er bestrast werde, wenn er nicht deutsch spreche, verstanden habe, also deS Deutschen mächtig sei. Wir kennen Dylong sehr gut und müssen sagen: Dylong versteht nur sebr mangelhast deutsch, mit dem Deutschsprechen geht es bei ihm noch viel schlechter als mit dem Verstehe». Unseres ErachienS hat er die Strafe nicht verdient. Es tst doch eine bekannte Erscheinung, daß man eine fremd« Sprache»unächsl viel eher versteht als spricht; es giebt Leute, die eine fremde Sprache völlig versieben, aber keinen Satz in ihr sprechen können. Nie jedoch kommt daS Umgekehrte vor. Ferner kommt eS vor Gericht genau auf die Bedeutung der Wörter an und da sollte eS doch selbstverständlich sein, daß vi« vor Gericht Erscheinenden tn der Sprache sprechen, die sie am besten sprechen. Durch den Gebrauch einer ihnen fremden und ungeläufigen Sprach« können sie sich ja, ohne«ine Ahnung davon zu haben, den größlen Schaden zuziehen, als Zeugen einen Meineid. alS AngeNagte ein- Verurtheilung. — Nationalbrutal. Durch di« nationalliberal« Preff« geht folgende Notiz: „ M y S l o w t tz, 81. Oktober. Wie dl«„Germania" mit- theilt, ist vor einigen Tagen am hiesigen Schöffengericht eine Frau mit einer Haftstrafe von 24 Stunden bestraft und sofort in Hast abgeführt worden, weil sie nicht deutsch gesprochen hat. Auf die wiederholte Versicherung der Fra», daß sie nicht denisch sprechen könne, habe der vorsitzend« Richter genannten Gerichts- beschluß verkündet, weil die Frau nach seiner Meinung blos nicht deutsch sprechen wollte. Die„Germania" hebt entrüstet hervor, daß dies schon der zehnte solche Fall an dem hiesigen Schöffen- gertchte sei. Hoffentlich ist daS ultramontane B l a t t d i« S m a l richtig i n so r nri r t!" Und daS nennt sich„liberal!" Dieses„Hoffentlich" für sich allein würde daS Strafgericht rechtfertigen, da» Uber di« naltonalliberal« Partei hereingebrochen tst,--- — Der nationalliberal« Landesverein für das Königreich Sachsen erläßt»inen Aufrus an die Partei- Anhänger zn fden bevorstehenden Reichstags-Wahlen. Der Anfruf gipfelt in dem Wunsch«, daß die wirthschaftlichen Gegensätze zwischen den„nationalen" Parteien, die doch keine unversöhnlichen seien, zurücktreten möchten gegenüber der„ultramontan-sreistnnig- sozialdemokratischen" Gefahr. Die Herren in Sachsen bekennen sich also wiederuin zum alte» Kartell-Gedanke», obwohl dieses Kartell in Sachsen gerade für die Nationalliberalen ein vollständiges Eichducken unter das konservative Joch bedeutet hat. Interessant ist serner tn dem Aufrus di, Art, wie die jetzige Regierung charakterisirt wird. Die Regierung wird alS«ine„in sich nicht geschlossene, von der Hand in den Mund lebende, Plötz- lichen Veränderungen ausgesetzte Regierung" bezeichnet.— Stuttgart, 1. November.(Eig. Ver.) Den Mitgliedern beider Kammern wird in einem Erlaß de? Königs„befohlen, sich am D i e n st a g, d» n 28. November, zur Eröffnung ihrer Sitzungen In Unserer Haupt- und Nestdenzstadt wieder zu versammeln". In solch' mittelalterlichem Stile müssen sich noch heutige» TageS Volksvertreter zusammenberufen lassen. Wir meinen, da wäre bei der bevorstehenden VerfaflungSrevision Gelegenheit, in Württemberg für einen moderneren, der Volksvertretung würdigeren Ton zu sorgen. Der berüchtigt gewordene Schultheiß Schlör von Bentelsbach, der im April d. I. nach einem längeren BeleidigungS- 1 prozeß gegen den Verlagsbuchhändler R. Lutz wegen verschiedener dabei ans Tageslicht gekommener Sittlichkeilsdesekle von seinem Amte suspendirt worden war, hat vom 1. November unter Ver- zieht auf Titel, Gehalt nnd Pension sein Amt q u i t t i r t. Dadurch ist das gegen ihn eingeleitele Disziplinar- verfahren, in welchem auf 13. November mündliche Verhandlung angesetzt war, erledigt. Schlör war als lebenslänglicher Schultheiß lange Jahre eine trene jSliitzs kons ervativ-nationalliberaler Wahlmache nnd der direkte Schuldige an dem traurigen Schicksal des lange WS Irrenhaus gesteckten Bauern Kuhn 5«, der in oben genanntem Prozeß eine große Rolle als Zeug« spielte und der schwäbischen Gerichtspsychiatrie eine so empfindlich» Blamage beibrachte. — Chronik der MajestätSbeleidigungS-Prozess«. Wie zuweilen Majestätsbeleidiguiigs-Prozesse enlstehen, zeigt folgender interessante Fall. Der Arbeiter Wilhelm Perlberg aus Oldenburg arbeitete zuletzt auf Nordftrand. Am 17. September war er dort mit einem Arbeiter Jacobs nnd einem Tischler Gill« an einer Dreschmaschine beschäftigt. Perlberg und Jacobs standen oben ans einem Korndienien, Gille dagegen unten an der Maschine. Während einer Ruhepause kamen nun die Erstgenannten ans die Hinrichtung des Mörders Ludwigsen zu spreche», die einige Tage zuvor statt- gesunden hatte. Hierbei äußerte Jacobs, man hätte auch erzählt, daß Kaiser Wilhelm den Mörder begnadigt hätte, woraus Perldcrg bemerkte:„Das Schwein!" Mit diesem Ausdruck meiule er natürlich den Raubmörder, der nach seiner Meinung es nicht ver-' dienle, begnadigt zu werden. Von diesem Gespräch halte der unten stehende Gille nur die drei Worte gehört:„Kaiser"—„Be» g» a d i g n n g"—„Schwein".— Das genügle ihm, den Perl- bsrg wegen Majeflätsbeleidigung zu denunzire». Vor Gericht gab Gille zn, daß er und Perlderg keine guten Freunde seien. Im Übrigen vermochten keine Zeuge» zn bekunden, daß Perlberg den genannten Ausdruck auf de» Kaiser zur Anwendung gebracht habe. Ans Antrag des Staatsanwalts erfolgte daher die F r e i s p r e ch u n g des Angeklagten. Wege» Mnjestätsbeleidigung verhaftet wurde ein Gefreiter vom 3. Garde-Ulanen-Regiment in Potsdam. Die detreffende Aenßernng soll in Berlin gefallen sein, und zwar in Gegenwart mehrerer Schutzleute, welche de» Beschuldigte» bei einem besonderen Regimenls-Appell in Potsdam rekognoszirt habe».— — Koloniale?. In den letzten Wochen ist ein Entwurf betreffend den Strafprozeß und die Slrasvollstrecknug bei de» Schutz- truppen aufgestellt worden. Ob dieses Spezialgesetz nach de» Grundsätzen der bestehenden oder der angeblich künslighin reformirten Militär- Slrasprozeß- Ordnung ausgearbeitet wurde, wird nicht milgelheilt.— Oesterreich. — Der Abgeordnete Lecher war gestern in Brünn der Gegenstand großer Ovationen, sowohl bei seiner Ankunft als auch bei dem ihm zu Ehren veranstaltete» Kommers. Da der von den Ztndenten beabfiditigle Fackelzug verboten wurde, zog eine große Anzahl derselben unter ,Htil"-R»fin vor daS Hau? des Abge- ordneten, welcher alsdann von einer Deputation beglückwünscht wurde. Hierauf zogen die Studenten. die„Wacht am Rhein" singend, vor das Kaiser Joses-Denlmal»»d versuchten dann wiederbolt vor dem Hanse des jungczechischen Abgeordnelen Stranskq Demonstrationen ausznsiihren, wurden jedoch durch die Polizer zerstreut.— England. London, 2. November. Der Earl of Nosebery hielt gestern i» Manchester eine Rede, in deren Verlauf er sagte, die Folgen des Freihandels seien die Anfrechterhaltung und di- Festigung des britischen Reich es gewesen. Er glaube, daß jede Maßnahme, die auf die Schaffung eines RetchS- Zollvereins hinziele» könnt,, das Reich im Inner,, schwächen und die beständig« Feindschaft der ganze» Welt emge» würde. Die Kündigung der Handelsverträge mit Deutschland und Belgien habe, obwohl sie ein»othwendiger Schritt gewesen s«i/ bereits Mißtrauen erweckt.— London, 2. November.(„Voss. Ztg.") Gestern fanden tn England und Wales mit Ausschluß Londons Gcmeinderalhswahlen statt. Nach den bisher vorliegenden Ausweise» gewannen die Liberalen 63 Sitze, die Konservativen 31, die liberalen Unionisien D nnd die Sozialisten lö� Das ist ein für unsere Partei sehr ersrenlicheS Ergebniß.— Spanien. — Die Bevölkerung Kuba's und der Krieg. Nachrichten ans Habana, die wahrscheinlich ans Jnsurgentenlreilen stammen, besage», daß während der letzten beiden Monat« ans der Insel nicht weniger alS 63 500 Personen infolge lörpcrlicher Er- schöpfung gestorben sind. Man berechnet serner, daß aus dein Lanoe 200 000 Einwohner von den sogenannte» Friedfertige» gestorben. sind, d. h. von denen, welche niemals zur Waffe gegriffen haben. Vor de», Kriege bezifferte sich die Einwohnerzahl Kuba's auf, 1 600 000 Seelen. Gegenwärtig hat die Insel nur»och 300 000 Ein- wohner. Der ungeheuere Rückgang der Einwohnerzahl ist auf ver� schieden« Gründe zurückzuführen; dazu gehören: die Auswanderung« der Krieg, ansteckende Krankheiien uud HungerSnoth.— Rnstland. — Ueber dteArbeiterdewegung inOdessa schreibt man un»: Die Bewegung unter den Arbeitern in Odessa ist sebr schwach entwickelt. Macht sich auch ein unruhiger Zustano! unter den Arbeitern fühlbar, so ist dies der Fall meist in den größeren Fabriken mit einer ständigen nnd homogenen Arbeilerschast, in welcher keine, Unterschiede der Konfessto» u»o der Nalionalilät vorbände» sind, die in Odessa die Ausbreitung des SolidaritäisgefühlS unler den Arbeitern in so starkem Maße hemmen. Tie in einigen Fabriken statlgefiindenen Gährnugm haben fast in allen Fällen zu einem Siege der Arbeiter ge- führt; so sind i» der Zuckerfabrik von Brodsky eimae Forderungen der Arbeiter erfüllt worden, in der Gerberei von Kopuret haben die Arbeiter eine Lohnerhöhung er- zielt u. s. w. Jedoch haben wir eS tn diesen Fällen mit Regungen von einem elementaren Charakter zn thu» Ein« von einem ausgeprägten Klassenbewußtsein getragene Bewegung in der Arbeitermasse ist bisher leider nicht vorhanden. Einzeln« Ar- beiter sind wohl in Odessa schon zum Klassen- und poli- tischen Bewußtsein«mporgedrungen. aber die Odessaer Gendarmerie beeilt sich mit einer förmlichen Wnih.«in-» jede» Arbeiter, welcher im Verdachte einer regierungsseiiii,» lichen Gesinnung steht, in» Gefängniß zu stecken. Im Januar d I. sind verhastet worden zwei Schuhmacher, vier Tischler,«in Schlosser. ei» Porten, onnaie-Arbeiler und ein Eisenbahnschaffner; tn demstlven Monat erfolgte die Verurlheilung von 5 Maurern zu je 5 Monaten Sibirien, Ende Juni sind einige Arbeiter ,» Gesängnißstrafen und zur Verbannung nach dem Gouvernement Archangelsk verurlheilt worden. Ein in hohem Grade sympathischer Arbeiter Pimenow, welcher in eine,» blühende» Gesundheitszustand i„S Gejängniß gebracht wurde, ist dort während seines anderthalbjährigen Aufenthaltes an der Schwindsucht erkrankt und ans dem Gesängniß entlasse» worden— ein paar Tage vor seine», Tode. Ende Aug, ist sind>n Odessa verhaftet worden zwei Schlosser, Gründstein»nd Motadsüv, der Lithograph Finkelsteiu nnd die Schneiderin Liwinsky. Türkei. »onstautinopel, 2. November. Da» a r m« n i s ch e P a t r i. archat bereitet eine Denkschrift an den Sultan vor, in welcher d,e Nolhlage der Nation geschildert und dringend um Hilselcistung ge- bete» wird. Die Friedensverhandlungen wurden gestern fort- gesetzt. Ein Jrade ordnet für die Provinzen den Unterricht>», 51°™" f. türkischen Blätter begleiten diese Ver- fügung mit Hinweisen auf di« Geschichte, welche beweis«, da« der Koran-Unterricht die Mohamedaner allen anderen Völlern über- legen mache.— fffttteo. 1. November. Die kretische Nationatversammlimg in Mdldom(Prooiuz Mylopotomo) wählle Sphakinnakis zum Präsi- denten und ferner 10 Deputirte. welche den Admiralen ei» Memorandum mit den Wünschen der Nationalversammlung über- rcicbm sollen. In dem Memorandum wird auch eine besondere Flagge für Kreta verlangt.— Serbien. Velgrad, 2. November. Sllle Blätter, selbst die parteilosen, fahlen in ihren Angriffen gegen das neue ttabinet fort. In der vorgestrigen Ministerraths Sitznug wurde das Programm der gegenwärtigen Regierung festgestellt; dasselbe wird demnächst publizirt werden. Die Leitung der radikalen Partei hat für den 10. d. Mts. eine außerordentliche Versammlnng des radikale» Zentralausschuffes »ach Belgrad einberufen, aus welcher wichtige Beschlüsse gesaßt werden sollen.— Asten. In Korea hat Rußland schon wieder einen Erfolg über England davongetragen. Wie die„Times" aus Söul vom gestrigen Tage melden, habe der russische Gesandte die koreanische Ne- giernng gezwungen, den englische» Finanzrath und General-Kom- missar der Seezollämter zu entlassen und ihn durch einen Russen zu ersetzen.— Afrika. — P rä s i d en t s ch a f t s-K a n d id a t u ren in TranS- v a a l. Die„Times" melden aus Johannesburg, Schalk Bürger habe sich endgiltig entschlossen, für die Präsidentschaft zn kandidiren. Es stehe zn erwarte», daß Krüger durch Slim>iienzersplitter»»g den Sieg davontrage, wenn nicht Joubert oder Bürger zurücktrete» sollte.— Amerika. _— 91 u 8 parteigenössischen Kreisen in Buenos« 9l y r e s werden uns unter dein Datum des 1. Oktober solgende Mitlheilimgen gemacht: Ter Vorstand der hiesigen sozialistischen Arbeiterpartei hatte zu», 26. September»in Meeting«inberufen zu gunsten einer Petition an den Kongreß, in welcher folgende Forderuuge» gestellt wurde»: I. Trennung von Staat und Kirche; 2. Erleich- ternng der Naturalisation der Ausländer; ö. A ch l st u n d e n- Arbeitszeit für die im Staatsdienst beschäftigten Arbeiter. Sllle italienischen und spanischen demokratischen Vereine— freilich sind diese zum großen Theile recht bürgerlicher Kouleur— halten sich etwa 5000 Mann stark eingefunden und zogen in großem Festzug zum Mazzini- Denkmal, wo von einer Tribüne herunter Ansprachen gehalten wurden. Die Petition wurde mit IS 000 Unter- schriflen dem Parlamente eingereicht. Natürlich ist an»nmiltel- baren Erfolg nicht zu denken, denn selbst für so zahme Forderungen ist unser Kongreß noch lange nicht zu haben.— Die sozialistische Partei rüstet eifrig zu den nächstjährigen K o n g r e ß w a h l e n. Aussichten auf Erfolg sind nicht vorhanden, die Slgitatio» bezweckt lediglich, unsere Idee in weitere Kreise zu bringen, da durch die Presse hier nur sehr wenig zn erreiche» ist wegen der großen Zahl von Slnalphabeten. Die Zahl der Analphabeten betrug»ach der letzten hauptstädtischen Volkszählung: 3S,ö pCt. der Argentinier, 1 pEt. der Deutschen, 10,9 pCt. der Spanier, S.S pCt. der Franzose», 0,9 pCt. der Engländer, 36,9 pCt. der Italiener, 6 pCt. der übrigen Nationalitäten. Diese offiziellen Zahlen sind jedenfalls noch viel zu niedrige und die Zahl der Analphabeten noch viel höher. Von den vor zwei Monaten hier eingewanderten Spanier» konnten SS pEt. nicht lesen, und dasselbe war bei 42 pCt. der Italiener der Fall. Schlimme Zahlen, die ganze Bände spreche» von der Rück- ständigkeit der hiesigen Bevölkerung.— Mebev vte DsmpfmaMinen in pEtitUctt vervffenMcht We„Statistische Korrespondenz- interessant» Mit- thetlungen. Infolge der Vervollkommnungen, die in der Bauart und der Dampfausnutzung bei den Dampfmaschinen nach und nach eingetreten find, hat die Leistungsfähigkeit der Maschinen mit der Zeit in Preußen wesentlich stärker zugenommen, als deren Zahl. Wahrend nämlich die Anzahl der feststehenden und beweglichen Dampfmaschinen(ohne die Lokomotive» und die Schiffsmaschinen und ohne die seitens der Ver- waltung deS LandheereS und der Kriegsmarine verivendeten) von LS 337 zu Anfang IS79 auf 81060 im Jahre 1897, also ans etwas über daS doppelte stieg, hob sich die LeiftungSsähigkeit dieser Maschinen gleichzeitig von 934 884 auf 2 881 799 Pferdestärken, d. i. auf über das dreifache. Daß sich dieser Vorgang nicht in allen Theilen deS Landes gleichmäßig vollzog, ist eine natürliche Folge davon, daß die gewerblichen Unternebmungen in Preußen sehr un- gleich über den Staat verlheilt sind. Dabei thun sich aber die vor- nehmlich der l a n d w ir t h s ch aftl i ch e n Bodenbearbeitung obliegenden Bezirke im Osten des Landes, wo industrielle Unter- uehmungen nur dünn gesäet sind, neuerdingS durch eine Zn- «ahme in der Benutzung der treibenden Kraft de» Dampfes ganz besonder? hervor. Während die Regierungsbezirke Arnsberg, Düsseldorf. Trier, Oppeln, Magd«- bürg und Merseburg allen andern in bezug auf die Anwendung der Dampftraft weil voranstehen und gleichzeitig darin ferner recht erfreuliche Fortschritte gemacht haben, stellen sich diese verhältniß- mäßig viel größer dar in den bisher nur in wesentlich bescheidenerem Umfange mit Dampfmotoren ausgestatteten Bezirken Königsberg, Gumbinnen, Danzig, Marienwerder und Bromberg. Inwiefern diese starke Zunahme der Dampfverwendung im Osten des Landes in erster Reihe auf die landwirthschaftliche Thätigkeit zurückzuführen ist, mag die nachstehende Tabelle erhärten, welche über die Zahl und die Leistungsfähigkeit der Dampfmaschine» in den einzelne» Gewerbe- gruppen Preußens zu Anfang der Jahre 1879 und 1397 nähere An- gaben � liefert. Es betrug von den sestsleheuden und bewegliche» Dampfmaschinen in den Giwerbegrllppen Land- und Forstwirlhschaft, Weinbau, Gärtnerei.. Fischerei....... Bergbau. Hütten».Salinen« wesen....... Industrie d. Steine u.Erden Metallverarbeitung... Verfertigung v. Maschinen, Werkzeugen, Instrumenten und Apparaten.... Chemische Industrie... Industrie derHeiz-u.Leucht« � stoff-....... Textilindustrie..... Papier- und Lederindustrie Industrie der Holz- und Schnitzstoffe..... Industrie der NahruugS- »liid Genußmitlel... Gcivcrbe für Bekleidung u. Reinigung..... Baugewerbe...... Polygraphische Gewerbe. Künstlerische Betriebe für gewerbliche Zivecke.. .................. Verkehregewerbe.... Beherbergung».Erquickung täusliche Zwecke.... onstige Geiverbszweige. Ueberhaupt, die Zahl 1879 dl» LeistnngS- säli-gkeit P.crde- stärken die Zahl 1897 die LeislungS- fähigkeit Pferde« stärken In der Land- und Forstwirthschaft und den verwandten Ee- werben hat die Verwendung der Dampstrast i» wesentlich stärkerem Maße zugenomnien, als in den übrigen Gewerben. Die Zahl der Maschinen, die in Land- und Forstwirthschaft, Weinbau und Gärtnerei verwendet werden, beträgt jetzt fast das fünffache der Maschinenzahl im Jahre 1879 und die Leistungsfähigkeit der Maschinen jetzt fast das sechsfache von damals. Dieser Vorgang, schreibt die„Statist. Korrespondenz", läßt er- kennen, daß die Landwirthfchaft in Preuße» jetzt emsig darauf bedacht ist, sich die Vortheile der Maschinenkraft auch für ihre Zwecke immer mehr nutzbar zu machen.— Die ländlichen Arbeiter spüren das schon längst. Eine Maschine nimmt einer ganzen Anzahl von Arbeitern das Brot weg. Früher, wo daS Korn mit der Hand gefäet und gedroschen werden mußte, hatte der Landarbeiter im Frühjahr und im Winter zu thun. Jetzt wird diese Arbeit von Maschinen besorgt. So kommt's, daß die Dörfer zum theil veröden, daß andererseits auf dem Lande die Hans- industrie mit ihren gesundheitverwüstenden Wirkungen ihren Ein- zng hält und daß im übrigen alles, was kann, nach der Stadt drängt, um sich dort eine bessere Existenz zu schaffen. Dieselben Agrarier aber, die durch die Einführung der Maschinen den ländlichen Arbeitern die Existenzquelle entziehen oder mindern, schreien dann über Arbeitermangel und behaupten, die„Genußsucht" der ländliche» Bevölkerung sei die Ursache des Zuzugs nach der Stadl. Anstatt zu lamenliren, sollte» sie ihren Einfluß auf die Regierung dahin geltend niachen, daß die Land- arbeiter, entsprechend der Jndustrialistrnng der Landwirth- scbaft durch die Maschiue», den gewerblichen Arbeitern rechtlich gleichgestellt werden. Dann werden sie immer Slrbeiter genug be- kommen und werden nicht nöthig haben, mit verhällnißmäßig großen Kosten ausländische Arbeiter kommen z» lassen, die noch nicht das leisten, was der intelligentere deutsche Landarbeiter leistet. Aver die Herren Agrarier möchten den Nutzen der industriellen Enlwickelmig der Land»'irthschast am liebsten ewig mit de» Auuehmlichkeiten verbinde», die ihnen der aus der Rechllosigkeil des Gesindes beruhende Palriarchalis- »ins gewährt. Darum darf der Landarbeiter nicht des Nutzens der Gewerbe- Ordnung theilhastig werden. Und die Regierung, die sich so gern als Schützerin des Schivachen gerirt, hat nur Ohren für die selbstsüchtigen Lamenlatiouen der Agrarier, die sie mit Vorlheilen überhäusl, sie bleibt ober taub gegenüber de» Stimmen. die die rechtliche Hebung der ländliche» Arbeiterklasse verlangen._ Genosse Liebknecht, den verschiedene Zeitungen bereits nach Plötzensee versetzt haben, erfreut sich noch dessen, was man in Preußisch- Deutschland„Freiheit" nennt. Die Behörde» habe» eS nicht so eilig, als die freundlichen Kollege» von der bürgerlichen Presse. Ucbrigens dürste Liebknecht, rvenn er die preußisch- deutsche „Freiheit" mit der Gefangenschaft in Plötzensee vertauscht, abgesehen von einiger persönlicher Unbequemlichkeit, wohl kaum eine» wesent- lichcn Unterschied finde». Ter Proviuzial-Parteitag für daS östliche Westfalen und beide Lippe, der am Sonntag in Rehme abgehalten wurae, hat in Sachen der Belheiligung an den preußischen Landtagswahlen den bekannten Bielefelder Antrag mit 37 gegen 17 Stimme» an- genommen. Eine Konferenz von Vertrauensmännern aus dem Reichstags- Wahlkreis M a j n z- O p p e n b e i m, die in Weisenau tagte und den Bericht des Genosse» K a tz e» st e i n über den Hamburger Parteitag entgegennahm, beschloß einstimmig folgende Resolntio»: „Die Konferenz erklärt sich mit de» Beschlüssen deS Hamburger Parteitages einverstanden. Sie hält eS für die Pflicht der preußischen Parteigenosse», im Sinne deS in Hamburg gefaßten Beschlusses in die Landtagswnhl einzutreten, hält eS jedoch für geboten, daß diesem Beschluß noch rechtzeitig eine Fassung gegeben wird, welche wirkliche Wahlerfolge ver- spricht. Die Konferenz bält eS für die Pflicht der Reichstags Fraktion, rückhaltlos jeder Forderung für Mililärzwecke entgegen zutreten und den Parteigenossen über alle Vorgänge im Parlament rechtzeitig 9l»sklärung zu geben. Die Konferenz betont mit E»l schiedenheit den internationalen Charakter der Partei und die Gleich- berechtigung aller Nationen." SllS RcichStagS Kandidat für Dortmund wurde von der Kreiskonferenz daselbst wieder der bisherige Abgeordnete, Genosse Dr. L ü t g e n a u, aufgestellt. Bei der GcmcindcrathS-ErgänznngSwahl in dem bei Bremen gelegene» industrielle» Dorfe Hemelingen erhielt der Kandidat unserer Partei, Genosse Schütze, von S37 iusgesammt abgegebene» Stimmen 327, also die große Mehrheit der Stimmen, während zwei gegnerische Kandidalen 116 und 89 Stimmen aus sich vereinigten. Hemelingen ist ein Ort von etivns über ö000 Ein wohnern. Di« Wahlbetheiligung war also vorzüglich und man kann »nr wünschen, daß die Arbeiter so manche? große» Jndustrie-Ortes eben so geschlossen für ihre Interessen in der Gemeide eintreten möchten, wie die deS kleinen Hemelingen. Au» Leipzig wird berichtet, daß der Wirlh deS bekannten Pantheon seine» Saal keiner Partei mehr zu Versammlungen überlassen wolle. Das Pantheon stand unserer Partei von der Lassalle'schen Bewegung an fast ununterbrochen zur Verfügung und ei» gut Stück der Geschichte deS Leipziger Proletariats hat sich in seinen Räumen abgespielt. Polizeiliches, Gerichtliche« tc. — Der Parteigenosse Wessel, Rebakteur der„Nieder- rbeinischen Bolkstribüne' in Düsseldorf, hat daS Gefängniß nach Verbüßung einer achtmonatigen Strafe verlassen, die ihm wegen Preßvergchcn auferlegt war. Wie dem Bericht unser«? Düsseldorfer Parlei-Organs zu entnehmen ist, hat Wessei's Gesundheit trotz der langen Haft erfreulicherweise keinen ernste» Schaden erlitten; er kann seine Kraft bereits wieder der Partei widme», für die er allzeit tapfer gestritten hat. . Die. Leipziger Volkszeit ung" theilt mit. daß der Generallieutenant z. D. v. Niesewand in Dresden als Vormund des wegen Geisteskrankheit entmündigten Freiherrn Herbert v. Echoriemer in Großenhei» gegen ihren verantwortlichen Redakteur Genossen LipinSki Privatklag« wegen Beleidigung erhoben hat. Pcrli» und U»igeb»»g. Achtung, Metallarbeiter! In dem Hüttenwerk Mentzel u. Komp in T o r g e l o w i» Pommern babe» wegen Maßregelung einiger Kollegen sämmtliche Former. Putzer und Kernmacher und Arbeiter am Montag, de» 1. Noveinber die Arbeit niedergelegt. In Frage komme» 60 Kollegen. Die Ursache hierzu war folgende: Seit un- gefähr 6 Woche» haben einige der dortigen Kollegen sich dem Dentschen Melallarbeiler- Verband angeschlossen und auch dafür Agitation entfaltet. Als die„Fabrikherreu" sahen, daß immer mehr ihrer Arbeiter sich der Organisation zuwandte», suchten sie dadurch dieselbe im Keime zu ersticken, daß sie zweieks�der Kollegen kündigten; später wurde weiteren sechs Manu gekündigt. Miltleriverl« war aber die Zahl der Anhänger der Organisation ans 300 gestiegen, und die Kollegen waren ent- schlösse», gegen diese Maßregelungen Front zu machen. Am Donners- tag. den 28. Oktober, hielte» die Kollegen von der Firma Meutzel u. Co. eine Besprechung ab, in der fie beschlossen, am Montag, den 1. November, nochmals durch eine Kommission bei der Firma vor- stellig zu werde» und sie zu ersuchen, die Gemaßregelten wieder ein- zustellen resp. die Kündigungen zurückzunehme». Die Kommission hatte keinen Erfolg. Hierauf legten die Kollegen die Arbeit nieder. Wenn der Zuzug ferngehalten wird, müssen die Arbeiter siegen. Die Fabrikherren sind derartig gestellt, daß sie nicht lange ohne ihre Arbeiter ans» kommen können. Torgelow ist bekannt wegen seiner langen Arbeits» zeit und schlechten Löhne, und die Arbeitgeber sprachen eS auch offen aus, daß sie nur deswegen gegen die Organisation der Ar- beiter sind.weil sie glauben, daß wenn erst alleArbeiteramOrte organisirt sind, selbe sich die niederen Löhne nicht mehr gefallen lassen würden, und sie keine höheren zahle» könnten, weil sie dann nicht konkurrenzfähig wäre». Zu bemerken ist noch, daß die Sympathie der Torgelower Geschäftsleute ganz auf feiten der Arbeiter ist und ihnen von dieser Seite Mulh und Unterstützlliig zugesprochen wird. Die Streikenden selbst sind gulen Muthes und bewahren trotz der Provokationen und Anrempelnngen, denen sie vielfach ausgesetzt sind, ihre Ruhe. Wenn der Zuzug fernzuhalten ist, wird in diesem Falle nach Lage der Dinge der Sieg unstreilbar aus seilen der Arbeiter sein. Deutsches Reich. Die Generalkomtnissson der Gewerkschaften Deutschland» quillirt in der letzten Nummer deS„CorrespondenzblatteS" über 20 470,90 an., die vo» den deutschen Gewerkschaften zur Unter- stützniig der englischen Maschinenbauer eingegangen sind. Zur Lohnbewegung im Stettiner Bangewerbe. Det Arbeilgeberbund im Baugewerbe hat am Freitag beschloffen,„falls die Kalk- und Steinträger die Arbeit zum alten Tarif nicht wieder aufnehmen und die Maurergesellen die Sperre der Bauten und des 9lrbeitsnachweiS.Lorals beibehalten, so werden am 4. November die Maurerarbeiten auf sämintlichen Bauten eingestellt. Die Arbeiter nehmen diese Drohung nicht allzu ernst, da bei der jetzigen Witterung die Arbeit sehr drängt und somit für die Unternehmer großer Schade» entstehen kann. In Mainz beschloffen die bei der städtischen GaS« a n st a l t, dein Wasserwerk und dem städtischen Reinigungsamt beschäftigten Arbeiter in einer öffentlichen Versammlung, sich zu organistren. Es wurde ein Verein gegrüiidet, der dem Verbände der in Gasanstalten und allen anderen städtische» Betrieben mit dem Sitz in Berlin als Mitgliedschaft bei- irete» ivird. Es war dies das erste Mal, daß die in den städtischen Betrieben beschäftigten Arbeiter zur Erörterung ihrer Angelegen- heile» öffentlich zusammenträte».— Zum Ausstand der Diamantarbeiter in Hanau wird berichtet, daß der Fachverein der Diamantarbeiter in der letzten Sitzung beschlösse» hat,»och einmal an die Fabrikanten die Anfrage z» richten, ob die Herren gewillt sind, in Unterhandlnnge» zu treten. Bekanntlich hat Genosse Hoch aus dem Hamburger Parteitag eS zur Sprache gebracht, daß der Fabriiinspektor des Bezirks sich um den Diamantarbeiterstreik noch gar»icbt bekümmert hat. Diese Beschwerde scheint a» die richtige Adresse gelangt zn sein. Denn Ende voriger Woche war der Gewerbe- und Regierungsrath Steinbruck aus Kassel in Hanau und hat sämmtliche Schleifereien besucht. Ausland. Dl« Bäckerei-Arbeitcr von Mera»(Tyrol) haben beschlossen. sich die für den Ersntz-Ruhetag angedrohte Lohnreduktion nicht ge- fallen zu lassen. Versuchen die Meister bei Einführung deS Ruhetages eine Verkürzung des Lohnes vorzunehmen, dann dürste eS von neuem zum Streik komme». DaS nationale Komitee deS Bunde« der belgischen Berg- seilte ist am 1. November i» Charter vi zusammengetreten, um sich über die Ausinhrnng der Resolution des Lütticher Kongresses auszusprechen, welche für den Anfang des November einen allge- meinen Ausstand der Kohlenbergwerks- Arbeiter proklamirt hatte. Die Versammlung nahm einen Beschlußantrag an, welcher die Berg- lent« ausforderi. keine Ueberstunden zu mache», dagegen einen allgemeine» Ausstand verwirft. Unter de» Bergleuten de« KohlengebieteS von PaS de Calais herrscht ebenfalls große Unzuiriedenheit. Die sozialistischen Avgeordnelc» BaSly und Lamendi» hatten auf der am Sonntag in L e'n s tagende» Konferenz alle Mühe, die Arbeiter von«»besonnenen Schritte» abzuhalten. Sie forderten die Bergleute auf, ihre traurige Lage zur Kenntntß der öffentlichen Meinung z» bringen. Die Ver» sainmlung beschloß, die Anfmerksamleit der Arbeitgeber in erster Linie auf da? in der Häuslichkeit der Arbeiter herrschende Elend zu richte» und sodann aus die Ermäßigung der Transporttarif- für die Kodle und auf die Erhöhung der Zölle für ausländische Kohle und Kokes hinzuwirken. Ueber de» Maschinenbauerkampf, so schreibt man uns auS London, ist so viel zu melde», daß das 9lrbeitsanit im Gewerbe- minifterium eifrig daran arbeitet, die angeregte Konferenz zwischen Unternehinerverband und Geiverkschast oder Gewerkschaften nnter für beide Theile annehmbaren Bedingungen zn stände zu bringen. Die jetzt von den Unternehmern gestellte Bedingung: Verzicht auf einen unparteiischen Voisttzenden und vorheriges Fallenlassen der Zlchtstnndensordernng seitens der Arbeiter, ist für die letzteren vor- läufig unannehmbar, denn sie heißt nichts anderes als rückhaltloses Eingeftändniß, daß sie die Geschlagenen seien. Nun hieß» es nutz- loses Versteckspielen, zu bestreiten, daß die Mittel der Gewerkschaft auf die Neige gehe» und die Unterstützungen vo» anderer Seile nicht in dem Umfange einkominen, um eine lange Fortführung deS Kampfes als besonders ansstchlslos erscheinen zu lassen, aber die Ge- werkschast scheint entschlösse», lieber ihr Letztes aufzubieten, ehe sie sich bedingungslos unterwirft. Und damit iväre noch auf Woche» der Kamps und eine erhebliche Zunahme der gegenseitigen Ver- biiterung verbunden, die das Ministerium gern vermieden sehew möchte. Die Unternehmer ihrerseits fühlen sich als Sieger und möchten� natürlich gerne die volle» Früchte des schwer erkauften Sieges— man schätzt ihre Verluste aus über eine Million Pfund Sterling-» einheimsen. Man muß die anS ihren Reihe» in den„Times" ver- öffentlichten Briefe lesen, um den wahren Charakter des Kampfes zu erkennen. Ihnen ist das Arbeitsamt im Gewcrbeministerium eine einseitige Juteressenvertrelung der Gewerkschaften. Einer ihrer Parteigänger, der konservalive 9Ibgeord»ete Howorth, erklärt dessen Konferenzvorschläge in den„Times" rundiveg für eine„Jmperti- nenz". Herr Howorth ist Abgeordneter für Süd-Salford und ver» dankt seine» Sitz lediglich der Thalsache, daß ihm 1892 und I89l> zwei Gegner, ein Liberaler und ei» Sozialist, gegenüberstanden, die jedesmal zusammen mehr Stimmen erhielten als er. James Mawdsley, dessen Aeußernngen nicht nur als die eine« erfahrenen Gewerkschaftsführers, sondern auch als der Ausdruck der Ansichten eines nennenswerlhen und einflilbreichen Flügels der Ge- werkschaftsbewegung Beachtung beanspruchen, wendet sich in Roynold'S „News Paper" mit großer Schärfe gegen die Idee, daß die Maschinen- bauer lieber bis zum letzte» Mann fortkämpfen sollen,«he sie sich für geschlagen erklären und damit de» Untergang der Gewerkschaften bei stegel». DaS sei dummeS Zeug, meint er.„Od die Maschinenbauer gewinnen oder verlieren, ein Untergang der Gewerkschaften ist nickt zu befürchten. Die große Masse der Arbeiler dieses Landes wünscht den Maschinenbauern den Sieg, aber Geschwätz dieser Art wir» ihnen nicht dazu verhelfen. Wen» die Maschinenbauer ihren letzien Penny im Kampf aufwenden und besiegt zur Arbeit zurückkehren, sa werden sie nur in derselben Lage sein, in der sie schon manchmal gewese», gar nicht von anderen, ebenso guten Organisationen zi, reden, die' sich i» die gleiche Silualion zu schicken hallen. Vor fünf! Jahre» waren die Bau»»vollspi»ncr 2l Wochen lang ausgesperrri und mußten schließlich auf grund eines Kompromisses die Arbeit aufnehmen, nachdem sie alle ihre Fonds ausgcbranchl und»oc» tausend« von Psnnds Schulden gemacht hatten. Aber sie stimmten kein Gejanimer darüber an, daß man auf ihnen herumgetreten oder sie tyrannisirt habe, oder daß ihre Gewerkschaft von den Unter- nehmern zerschmettert wurde. Die Baumwollarbeiter suchten viel« fach ihre Chancen im Kampf wahrzunehmen, und als derselbe vor- über war. gingen sie wieder aus Wer! und setzte» sich im Lauf, weniger Jahr« in eine stärkere Position. als sie fie je zuvor hatten. Das können und werden auch die Maschinenbauer thun. wenn sie diesmal geschlagen werden; aber eines der ersten Dinge, daS er- forderlich wäre, sie zur Erlangung einer besseren Postlion als bisher zn besähigen. ist meines Erachlens, Leute an die Spitze der Verwaltung zu stellen, die. wenn eS dazu komml. ein« Tracht Prügel hinnehmen können, ohne hysterisch zn werden." Di« letztere Spitze geht geaen die London» Leitung des Maschineu- bauer-VerbnndcS. MawdSley meint, die Leitung fei in London nicht an dem rechten Platz, sie gehöre inchr in das Zentrum der Maschinen- industrie. Das ist eine Frage für sich, die uns hier nichls angeht und in der sich der alte Gegensatz zwischen Provinz— oder richtiger, dem Norden und der Hanplsladl wiederspiegelt, der sich schon in der frühen Gewerkschaftsbeivegtiug und auch im Chartismus wiederholt geltend gemacht hat. Ans London wird unter dem heutigen Datum teiegraphirt: DaS Ende des Streiks der Mnschiuenbaner ist immer noch nicht ab- zusehen, trotzdem der Präsident des Handelsamls weiter ,n vermitteln sucht. Die Unternehmer habe» jetzt eine» Plan für eine Unterstützungskasse ausgearbeitet, welche den Arbeitern dieselben Aor- theile bieten soll, wie die vereinigte Gesellschaft der Maschinenbauer ihren Mitgliedern und der jeder bei den verbündeten Unternehmern beschäftigte Arbeiter beitreten muh. Ans London wird vom 2. November gemeldet: Siebzehn weitere Firmen an verschiedenen Plätzen Englands haben heute Aussperrungsankündigungen gegen die ausständigen Ntaschinenbaner angeschlagen. Die Gesammtzahl der Firmen, welche sich den Forderungen der Ausständige» widersetzen, beträgt jetzt L3ö. Was beiläufig die Baumtvollarbritcr anbetrifft, so haben die- selbe» beschlossen, auf die von den Unternehmer» proponirlen 5 pCt. Lohureduktion nicht einzugehen. Dadurch würde die Arbeitssperre fast unvermeidlich. Aber da zwischen Unternehmern und Ge>v«rk- fchaften vier Wochen gegenseitige Kündigung ausbedungen ist, wird die Hoffnung auf eine anderiveilige Lösung noch immer nicht ausgegeben. Die Unternehmer erkläre» sich, wie aus London tele- grapirt wird, schon jetzt bereit, ihr Verfahren dem Urthcile eines Schiedsgerichts zn unterwerfen. Gevirszks-Äeikung. Ter 8 153 der ReichS-Gewerbe-Ordunng wurde auch gegen den Maurer Paul Päch zur Anwendung gebracht, ivelcher sich gester» vor der 136. Ablheiluiig des Amtsgerichts I zu verantworten hatte. Die Firma für Bauunternehmen, Held». Franke, ließ im Sommer d. I. in der Anguslstraße einen Neubau ausführen. Da auf diesem Neubau eine Frontmauer gezogen werden mußte, hatte man die Baubude und die Bedürsnißanstalt niedergerissen. Hier- über wurden die Arbeiter ungehalten und beschwerten sich darüber bei dem Polier Kretschmar. Als dem Uebel aber trotz- dem nicht abgeholfen wurde, erklärten sich sämmtliche Maurer, Zimmerer u. f. w. solidarisch und wählte» den Maurer Binder zum Sprecher für ihre Wünsche. Aber auch dessen Bemühungen bliebe» erfolgtos, dagegen erhielt am 20. August d. I. der Polier Kretschmar von der Firma Held u. Franke den'Austrag, den Maurer Binder sofort zu entlasse». Nach Feierabend machte diese» der Polier mit dem Befehl der Firma bekannt; Binder war mit seiner Entlassung einverstanden, fragte aber, ob diese wegen ungenügender Arbeitsleistung oder unpassenden Aerhallensauf dem Bair erfolgt se!.5krets6i»iar erwiderle ihm, angeblich imJnteresse des Geschäfts, unsweiehend, setzte aber hinzu, daß er persönlich gegen Binder nicht das geringste einzuwenden hätte. Am anderen Morgen, vor Beginn der Arbeit, protestirten sämmtliche Bauarbeiter gegen Binder's Entlassung und verlangten, daß er wieder angestellt würde. Kretschmar konnte hierüber jedoch, nach seiner Be- Häuptling, nicht verfügen, da er de» Entlassungsanstrag ohne irgend welche Erklärung seitens der Firma erhalte» hätte. Als er nun- mehr das Zeichen zum Beginn der Arbeit gab. legte» sämmtliche Betheiligten die Arbeit nieder und erklärten, nicht eher anzufangen, ehe nicht Binder wieder angestellt wäre. Unmittelbar darauf entstand das Gerücht, daß sie auch höhere Lohnzahlung(60 Pf. aiisiall der bisherigen SS Pf.) erzielen wollten. Als die Arbeit wegen Nicht- wiedereinstelluug Binder's niedergelegt werden sollte, wurde eine Liste hergestellt, in welche sich diejenigen einzeichne» sollten, die an der Arbeitsniederlegung theilnehmen wollten. Zu jenen Ein- zeichuern gehörte auch der Maurer Bartels. Als jedoch nachher die höheren Lohnbedingnngen gestellt waren, kletterte er auf das Gerüst und fing a» zn arbeilen. Als der Angeklagte Päch das bc- merkte, ging er an Bartels heran und sagte zu ihm:„Na, Du bist ja auch so ein Streikbrecher", was Bartels zu der Erivideruug ver- anlaßte, er sei Familienvater und habe Frau und Kinder zu er- nähren. Der Angeklagte antwortete, daß Bartels auch schon auf einem anderen Bau Arbeil erhalten würde, und soll ihm auch noch angedeutet habe», daß er schon seine Reinigung finden würde. Päch wurde auf Bnrtel's Ver- anlassung zur Wache sistirt. Der Staatsanwalt beantragte eine Woche Gefängniß, während der Vertheidiger iliechlsanivalt Dr. Herz- feld bestritt, daß überhaupt eine Verletzung des ß 1S3 der Reichs- Gewerbe-Ordnung vorliege. Er beantrage daher die Freisprechung eventuell bat er, auf die inildeste Strafe zu erkenne». Der Gerichtshof erkannte auf drei Tage Gesängmß. Eine überaus empfindliche Strafe, nämlich zwei Monate Gefängniß, halte das hiesige Schöffengericht wegen Beleidigung und Vergehens gegen Z 153 der Reichs- Gewerbe- Ordnung über den Manrer August B l ä s i» g verhängt. Wie das Urtheil ausführte, Halle in jener Schöffengerichts-Verhandlnng der Vertheidiger Rechts- anwalt Dr. H e r z f e l d eine milde Strafe erbeten, da der Angeklagte seine Standesehre und sein Standesinleresse vertreten habe, ialls er überhaupt, was bestritten werde, schuldig sei— während der angeblich beleidigte Maurer Trzebiatowski sein Wort gebrochen habe. Das stimme aber keineswegs nach der Ansichtdes Schöffengerichts. DerT.habe „wie ein einsichtiger, vernünftiger und anständiger Arbeiter" ge-. handelt; das Verhalten des Angeklagten sei dagegen der Ausfluß „des wüstesten Terrorismus", der streng bestrast werden müsse. Das hartnäckige Leugnen des Angeklagten beweise, daß derselbe ei» Mann sei, der nicht auf irgend welche Ehre halte. Gegen das Urtheil hat der Angeklagte durch seinen Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Herzfeld Berufnug eingelegt und gestern vor der 6. Strafkammer des Landgerichts I einen umfangreichen EutlaslungsbeiveiS angetreten. Im Juni d. I. arbeitete der Angeklagte auf dem Neubau Thiergartenstraße 8b. Infolge von Lohndifferenzen — Erhöhung des Stundenlohnes von SS Pf. auf 60 Pf.— brach hier am 17. Juni d. I. ein Streik ans, welchem sich, wie die andere», auch der Maurer Eduard Trzebiatowski anschloß. Dieser unterhandelte dann aber allein mit dem Baumeister Fränkel, es wurde ihm der erhöhte Stundenlohn in Aussicht gestellt und er nahm die Arbeit wieder auf, nachdem er davon seinen bisherigen Kollegen Mittheilung gemacht hatte. Nach der Anklage und den Be- hanptungenTrzebiatowski's soll nun derAngeklagteVläsiug an drei ver- schiedenen Tage», am 19, 21. und 22. Juni den Trzebiatowski durch Worte, ivie:„Lump, Schuft, 55 Pfennig-Maurer" beleidigt haben. Am 22. Juni soll der Angeklagte auch noch vor dem An- geklagten ansgespien, resp. ihm ins Gesicht gespien haben. Bei diesem Vorfall, welcher sich am Brandenburger Thor abspielte. während an den beiden anderen Tagen der Angeklagte vor dem Neubau Thiergartenstraße 8b erschiene» sein soll— sollen der Angeklagte und einige andere den Trzebiatowski umringt haben nnd dabei sollen die inkriminirten Worte gefallen sein. Der Augeklagte bestritt auch vor dem Berufungsgericht ganz entschiede», der Thäter zu sein; auf den Antrag seines Vertheidigers wurden eine ganze Reihe von Zeugen geladen, welche die eidlichen Aussagen des Trzebiatowski erschüttern sollten. Diese Zeugen haben denn auch in der That die inkriminirten Vorgänge weder gesehen noch gehört, obwohl sie in nächster Nähe Trzebiatowski's sich in den fragliche» Zeilen befunden hat. Der Polier Müller stellte dem Angeklagten das beste Zeugniß aus. Trzebialowski bezeugte, daß er vom Angeklagten vor dem Bau Thiergartenstr. 8b nach Feierabend beschimpft sei. Mehrere Zeuge» bekundeten, daß der Angeklagte bis 6>/z Uhr auf dem Bau Thier- garteustr. 8d, wo er arbeitete, gewesen und dann mit ihnen die Sieges-Allee entlang nach Hanse gegangen, an dem Bau Thier- garteustr. 1 überhaupt nicht vorbeigekommen und de» T. nicht ge- sehen, geschweige beschimpft habe. Der Staatsanwall beantragte diese Zeugen nicht zu beeidigen, da sie der Millhälerschafl verdächtig seien. T. habe ja bekundet, daß der Angeklagte vor dem Bau gewesen sei. Der Vertheidiger ' Veraiiiwortlicher Aedakteur: Zlugust Jacvbey in Berlin. Für den Ii forderte energisch die Beendigung und meinte, daß jede Ver- theidiguug aushöre, wenn Zeugen, die das Gegeutheil von dem ver- letzten Belastungszeugen bekundeten, deshalb der Mitthäterschast ver- dächtig seien. T. selbst habe bekundet, daß er den Zeuge», der mit T. vom Vau nach Hanse gegangen, nicht kenne und nie mit ihm eine Differenz gehabt habe. Das Gericht hielt aber die Zeuge», welche anders als der Trzebiatowski ausgesagt hatten, der Mitthäterschast verdächtig und beschloß, sie säunnllich nicht zu ver- eidigen. Ter Vertheidiger stellte dann eine Reihe von Beiveisauträgen, betr. die Vernehmung noch weilerer Zeugen, welche sich in Begleitung des Slngeklagte» oder, nach Trzebiatowski's Angabe, in dessen Nähe befunden hatte», als die Schimpfworte gefallen sei» sollen; diese Anträge wurden aber sämmtlich vom Gerichtshofe abgelehnt, da sie die Aus- sage des Trzebialowski nicht erschüttern konnten. Rechtsanwalt Dr. H e r z s e l d plädirte dann i» längeren Ausführungen für die Freisprechung seines Klienten; man müsse mindestens zu dem Schluß lommen, daß die Sache nicht aufgeklärt sei. Der Vertheidiger führte dann des weiteren aus, daß der Angeklagte thalsächlich die Standes- ehre vertreten habe— denn auch der'Arbeiter habe eine Standesehre— »'ährcud der Zeuge Trzebialowsli sein Wort gebrochen habe; sollte der Angeklagte in Aufregung darüber wirklich einige beleidigende Worte sallen gelassen haben, so genüge dafür eine geringe Strafe; er könne sich nicht denken, daß der Gerichtshof die horrende Strafe von zwei Monaten Gefängniß aufrecht erhallen werde- erst heule habe er eine» ähnlichen Fall gehabt, da sei auf drei Tage Gefängniß erkannt ivorden. Ter Staatsanwalt beantragte die Verwerfung der Berufung. Es folgten dann noch recht scharfe gegenseitige Erwiderungen, ivorauf sich der Gerichtshof zur Beralhung zurückzog, die ziemlich kurz dauerte. Der Gerichtshof unter Vorsitz des Landgerichts-Direltors von Strombeck— erkannte auf Verwersung der Berufung. Unfall ans dem Heimwege. Der Fabrikmanrer Naumann hatte von seinem Unlernehmer den Airftrng erhallen, i» einem Nachbarorte etwas zu bestellen. waS den Neubau betraf, de» die Betriebsleitung in eigener Regie auszuführen gedachte. Ter Brauereibetrieb sollte erweitert werde». Nach der Ausführung des Auftrages durste Naumann, da seine Arbeitszeit«in war, gleich nach Hanse gehen. Auf dem Heimwege stürzte er in einen Bach nnd verletzte sich derart, daß seine Eriverbssähigkeit beschränkt wurde. Er beantragte deshalb bei der Brauerei-Berussgenossenschasl eine Unfallreule. Sei» Antrag wurde jedoch mit der Begründung abgewiesen, es liege kein Betriebsunfall vor, denn der Heimweg habe mit den» Betriebe nichts mehr zu lhu». Indessen das Schieds- gericht verurtheille die Bernfsgenosjenschaft, dem Kläger die Rente zn gewähren, und auch das R e i ch s- V e r s i ch e r»» g s a»> l entschied dann zu gunstcn des Klägers. Das Rtkursgericht führte zur Begründung aus. der Weg von nnd zur Arbeit liege allerdings gewöhnlich nicht im versicherungspflichtigen Belriebsbanne, hier aber fei der Unfall doch als Betriebsunfall zu behandeln, iveil der Heimweg ein Theil eines iin BelriebSinlenfse unternommenen Botenganges gewesen sei. Eine neue gerichtliche Verurtheilnug unserer Eiseubahu- Zustäude. Ei» Zusammenstoß ernsterer Natur, ivelcher am Nach« mlllage des 31. Juli d. I. ans dem Sletliner Bahnhofe stallfand. beschäftigte ges er» die zweite Straslainmer des Landgerichts I. Der Hilss-Rangirmeister Karl Burkhard war der Uedertrelung seiner Dienstvorschriften und der fahrlässigen Körperverletzung angeklagt. An dem genannten Tage um 2 Uhr 15 Minuten stand der Personen- zug auf dem Sletliner Bahnhofe zur'Abfahrt nach Stettin bereit. Die Fahrgäste waren bereits eingestiegen. Auf einem anderen Geleise standen»och ein Post- und ein Gepäckivagen, ivelche noch vorne a» de» Personenzug angehängt«verde» sollten. Ter Angeklagte erhielt von dem Slalionsvorslehcr die Mahnung, dies schnell zu beiverkstelligeu, der Zug gehe ohnehin mit elivas Verspätung ab und der Angeklagte werde für jede weitere Verspätung verantwortlich gemacht werde». Burkhard forderte de» gerade anivefenden Eisenbahnarbeiler Schönitz auf, ihm bei der Ueberführung der beide» Wagen behilslich zu sei» und dieser folgte auch der Aufforderung, obgleich er nicht dazu ver- pflichtet war, da er gerade Mittagspause hatte. Beide fuhren mit der Rangirmaschiue nach dem anderen Geleise und hängten die beiden Wage» an. Tann hatten sie eine ziemliche Strecke vorwärts zu fahren, bis sie die Weiche erreichten, von der sie auf den Strang fahre» konnte», auf dein der Personenzug stand. Hier koppelte der Angeklagte die beiden Wage» los und stieß sie mit der Maschine ab. Schönitz verließ seinen Posten auf dem Gepäckivagen und ging wieder nach seiner Bude, um Mittag zu essen. Die beiden Wagen rollten nun auf den Personenzug, dem die Lokomotive noch nicht vorgelegt war, zu. Der Abstoß mnß«vohl ein zu starker gewesen sein, dazu hatte die Strecke auch»och etwas Gefälle und so kam es, daß der Post- «vagen mit ziemlicher Wucht gegen den Personenivagen stieß. Die Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon, i» dem Postwagen«varen aber vier Beamte beschäftigt. Sie wurden bei dem Anprall zu Boden geworfen und er- litten Verletzungen. die sie dienstunfähig machte». Einige habe» sich mehrere Wochen in ärztlicher Behandlung befunden. Tie Dienstvorschrift gehl»un dahin, daß ein mit Personen besetzter Wagen nicht abgestoßen oder dem Anprall eines abgestoßenen WagenS ausgesetzt«verde» darf. Hiergegen soll sich der Angeklagte vergangen und dadurch den llnfall verichuldet habe». Er räumte die Uebcrtretung ein, führte aber mancherlei zu seiner Entschuldigung an. Zunächst«väre er bestraft worden, wenn der Slbgang des Zuges zn spät erfolge. Es hätte auch im letzteren Falle eine Gefahr für de» Personenzug entstehen können. Das Abstoße» der Wagen geschehe immer unter den Augen der Vorgesetzte» in der geschilderten Weise und da dieserhalb n i e eine Rüge erfolgte, habe er geglaubt, es auch so ausführen zn könne». Ferner habe er nicht annehmen können, daß Schönitz,«velcher bis zur Weiche den Bremsersitz aus dem Postwage» inne hatte, hier seinen Posten verlassen«vürde. Schließlich hätten die Postbeamten auch einen Fehler begangen, denn nach der Vorschrift hätten sie an beiden Seiten des Wagens eine grüne Fahne auszuhängen,«venu sie im Innern desselben beschäftigt seien. Dies sei nicht geschehen. Ter betreffende Postbeamte gab dies zu, es seien aber keine Fahnen vorhan de» gervesen. Ter als Sachverständiger geladene Regier>«ngS-Banralh Böttcher gab zu, daß die erivähnle 11ebertret««»g bisiveilen geduldet«verde,«venu die Zeit knapp sei und daß der Angeklagte etiva acht Minnlen Zeit mehr verbraucht hätte,«venu er die Anhängung der beiden Wagen iu vor- ■chriftsmäßiger Weise ausgeführt hätte. Er würde«vegen der Ver- pälung des abgeheudeu ZugeS auch wohl mit einer,«venu auch geriiigeu Geldstrafe belegt worden sei». Jedenfalls sei der Angeklagte aber doch für die von ihm begangene Ueberlretung verantwortlich, er hätte sich davon überzeugen müssen, ob Schönitz auf seinem Posten blieb! Der Etaatsanivalt beantragte gegen de» Angeklagten eine Geldstrafe von 30 M. Der Gerichtshof trat indeffe» de» Ausführungen des BertheidigerS, RechlSanwalls S ch m i l i n S k i, bei und fällte ein freispreche»des Ur- theil. Der Angeklagte habe sich in einen, Ziviespalt mit seinen Pflichte» befunden und geglaubt, de» richtige» Weg gewählt zu haben, um eine Verspätung des Zuges zn verhüte». Er habe auch nicht annehmen könne», daß Schönitz seinen Posten verlassen«vürde. Oessentliche Anpreisung eines Heilmittels. Ein Mann »amens Schuickman» verlrieb einen„Heilsafl". Ilm dafür Reklame zu machen, hi«ig er in einer Gastivirthschaft ein Plakat aus, worin er alle die gute» Eigeuschaflen seines Mittels hervorhob. Der Heil- aft sollte de» Koiisunienten gegen Blutarmuth schüye», de» Appetit anregen, Harlleibigkeit total beseitige» und was dergleichen mehr ist. Gegen Schnickma»» wurde nun ein Strafverfahren eingeleitet, «veil er eulgegen den« Verbot ei» Heilniillel öffentlich seilgeboten habe; er sollte damit eine Polizeiverordnung, den§ 367,3 des Strafgesetzbuches nud die kaiserliche Mediziualverordnnug vom vom 27. Januar 1890 verletzt haben. Sch. wurde zu einer Geld- strafe verurtheilt. Das Gericht hatte festgestellt, daß der Heilsaft erateutheil verantwortlich: Th. Glocke i» Berlin. Druck und Berlag von auS einer Kräutereffenz bestand, die mit Zuckerwasser verdünnt und mit gelber oder brauner Zuckerkouleur gefärbt war. Der Kuriofitär halber sei erivähnt, daß der Angeklagte je nach ter Farbe dem Mittel verschiedene Wirkungen zusprach. Schnick- mann legte Revision ein und betonte, der Heilsaft sei nur als Mittel vorbeugender Natur empfohlen ivorden, er fei also kein Heilmittel. Auch sei das Aushängen eines Plakats in einer Wirthschast kein öffentliches Feilbieten. Das Kainmergerichl «vies aber die Revision ziirück. Tie Wirthschast sei einem«>v- beschränkte» Publikum zugänglich und somit ein öffentlicher Ort. das Plakat darin stelle also eine öffentliche Publikation dar, durch die der Heilsaft seilgebole» werde. Infolge semer Zusammensetzung falle er nuter die kaiserliche Verordnung vom 27. Januar 1890. Dann sei der Saft aber auch unziveifelhaft als Heilmittel angeboten «vorde»; ob er»ur vorbeugen sollte, sei ganz gleichgiltig. Auf jede» Fall sollte er die physischen Kräfte heben, zur Stärkung der Ge- sundheit dienen und Elkrankunge» verhindern. Ein solches Mittel könne nur als Heilmittel bezeichnet«verde««. Schneidig. Der Ritlergulsbesitzer v. Janczakoivsky hielt sich in diesem Frühjahre i» Berlin auf und«vollte am 22. April mit seiner Gattin nach Hoppegarten fahre». Als sie de» Bahnsteig des Bahnhofs Friedrichstraße erreicht hatten, setzte sich der Zug nach Hoppegalten gerade in Bewegung. Frau v. Janczakoivsky wollte dennoch in de» Zug steigen, sie«vurde aber von dem Bremser Boy. ivelcher de» letzte» Wagen bediente, daran gehindert. Ihr Ehema««» «vurde hierüber so erregt, daß er dem abiahreude» Bremser zurief:„Dem Lumpe» werde ich es besorgen!" Der Beleidigte hörte die Be- «uerkung zivar nicht,«vohl aber ein zufällig auf dem Bahnsteig au- «veseiider höherer Eisenbahnbenmler, ivelcher die Persönlichkeit des Beleidigers feststelle» ließ. Es erfolgte durch schöffengerichlliches Eikennlniß die Verurlheiluug des schneidige» v. I. zu einer Geld- strafe von 100 M. Der Vertheidiger, Rechtsauivalt Leonh. Fried- «na»,«, erzielte im gestrigen Termine eine Herabsetzung der Strafe auf 40 Mark. Die speziell fiir jüdische Kreise wichtige, aber auch allgemein inleressaule Frage, ob ein Schachtet ein Synagogeu- b e a»i t e r sei, halte am 1. November das Kammergericht zu ent- scheiden. Das Judengeseh vom 23. Juli 1817 schreibt vor, laß ausländische Jude» iu Preuße» uur mit der Genehmigung des Ministers oder des Oberpräsideute» als Syuagogeubeamte au- genonnuen«verde» dürfe». Hiergegen sollte der Vorsteher der Syua- gogeugemeiude i» Zirke, Herr Koh», verstoße» haben, indem er es zuließ. daß ein ausländischer Jude na»ie»s Borustei» vier Wochen laug i» der Gemeinde die Geschäfte des Schächters versah, ohne i>«i Besitze der obrigkeitlichen Erlaubuiß zu sei». Der Schächter hat be- kaniiltich die Tödlung des Viehs, das de» gläubige» Juden zur Nahrung dienen soll, in der nach jüdischem Ritus üblichen Art vor- zunehme».— Der Angeschuldigte machte gellend, er habe die Her- kuuft des Schächtcrs nicht gekannt, und ivaudte priuzipiell ei», der Schächler gehöre nicht zu de» Syuagogeubeamte», da e«: seine Tlstiligkeit außerhalb der Synagoge verrichte. Diese» Einivaud erkannte«« die erste» Jnstanze» nlS berechtigt a»� und sprachen Koh» frei. Bornstein sei als Schächler lhälig geivesen, als solcher falle er aber nicht uuter de» Begriff des Synagogen- beanite» im Sinne des Gesetzes vo» 1347. Die Staalsanivaltschast legte llievision ei». J«n Termin vor dem Strafsenat des K a in m e r» gerichts beantragte der Ober-Staalsaiiivalt die Aiifhebiiug des landgerichtliche» Urlheils. Der Vorderrichter habe die fragliche Be- st«, iii«, iii, g zu eng ausgelegt. Der Begriff Synagogeubeamter sei identisch mit dem des Kultusbeainleu. Da nun aber der Schächter ei» jüdischer Kultiisbeauiter sei, so müffe ers auch als Synagogeubeamter gelten. Das Kammergerickr folgte dem Antrage und hob die Voreutscheiduug auf. Ter Begriff des Syaagogeubeamle» im Sinne des zilirle» Gesetzes sei lhalsäch- lich z» eng ausgelegt ivorden. Es wäre nicht anznnehmeii. daß zu den Synagogenbeamteu»ur die Leute gehörten, die in der Synagoge selbst zu thuu hätten. Das Gericht sei der Meinung, daß jeder Kultusbeamte einer Synagogengemeinde, also auch der Schächter, als Synagogeubeamter auzusehe» sei. Siel, 1. November. Der Redakteur Korn von der„Schleswig- Holsteiuschen Volkszeitung" i» Kiel war«vege» Prozeßkosten in seiner Abwesenheit gepfändet ivorden. Er ging daraus mit einem Bekannten zu de», Gerichtsvollzieher Grabow und zahlte diesem die betreffende Summe aus, um die Aufhebung der Pfändung zu bewirke». Dort kam es zwischen dem Gerichtsvollzieher und dem Redakteur Korn zu einer heftigen Aueeinaudersetznng, im Verlauf deren ersterer dem Bekannten Korn's. der kein Wort gesprochen hatte, die Thür wies. Kor» war nun mit den, Gerichtsvollzieher allein. Dieser fertigte jetzt die Quittung für das ihm bereits vorher gegebene Gclo aus und schob Korn, bevor er ihm die Quittung gab. ei«, Zehnmarkstück mit der iu barsche»« Tone gehaltene» Bemerkung zu: „Das ist zu viel!" Kor»»ahm das Geld, iu der Meinung, er habe � thalsächlich zu viel gegebe», und entfernte sich. Der Gerichtsvollzieher rief ihm nach, daß er im Jrrthum gewesen sei— der Bekannte Korn's, der iintci, gewartet halte, vernäh», die?— Korn aber verstand nicht und merkte erst daheim, daß er dem Gerichtsvollzieher nicht zu viel gegeben batte. Bald darauf erschien ei» Kriminal- beaniler bei ihm, der ihn verhaftete, weil er dem Gerichtsvollzieher Grabow 10 M.„ g e st o H l e n" hätte! Erst am uächsten Tage wurde Kor» wieder auf freie» Fuß gesetzt. Er reichte gegen de» Gerichts- vollziehet eine Denunziation wegen iviffeutlich falscher Anschuldigung ei»; der Deuunziation wurde aber keine Folge gegebe», sonder» gegen Kor» Anklage wegen„Diebstahls" erhoben. Heute hatte darüber das Schöffengericht zu verhandeln. Trotzden« nun der Gerichtsvollzieher auf Befragen des Vertheidigers iveuigslenS zugab, daß er Korn nachgerufen habe:„Sie haben zn viel Geld bekomme»", »ud trotzdem er selber einräumte, es könne sich seinerseits um ei» Mißverständuib handeln, ferner trotzdem das Verhör der übrigen Perfoue» ergab, daß die Anklage aus schwache» Füße» stand, erkannt« das Gericht Kor» für schuldig nud verurtheille ihn zu 5 Tagen Ge- syugiiiß. Die Beweisanträge Korn's sowie der'Antrag des Ver- Iheidigers, die Z e u g e» a» s s a g e n zu protokolliren, waren abgelehnt worden. Korn wird gegen das Ilrlheil alle Rechtsmittel ergreife». Zunächst hat das Landgericht, dessen Entscheid augeruse» wird, über die inouströse Anklage zu befinde». Ncnnniidzwanzig Fleischermeister sind gestern in Dresden wegen Nahinugsmittelversälschliiig zu je 30 Mark Geldstrafe verurtheilt worden. Sie hallen dem Schabefleisch rneab preserva crystall, jenes vielfach erwähnte Konservirnngspräparal, zugefetzt. Die schweselige Säure, welche einen Bestaudlhcil des Mittels bildet, wurde für gesundheitsschädlich erachtet. Au niancheu Orlc». so tu Berlin. Halle» die Behörde» de» Gebrauch des Präparats für un- bedenllich. Depesilhen und letzte Ltachvhtzken. HildeSheim, 2. November.(N. D. B.) An der Hauptstraße stürzte ein Baugerüst ein. Zwei Zimnurleule stürzten i» die Tiefe; beide sind tödtlich verletzt. Ehristiania, 2. November.(N. D. B.) Nach telegraphischen Berichten des Amtmannes in Tromsoe au das Ministerium deS Jnuirii wird der heivorragende Eismeerfahrer Soereu Kraemer, welcher schon früher die„Viltoria" geführt hat, wahrscheinlich der Führer der Rettinigeexpedition werde». Da hie Eisverhällnisse in Spitzbergen in diesem Jahre sehr günstig suid, wird die Expedition ivabr- scheinlich schon binnen einem Monat znriickgekehrl sein. Di« „Viktoria" ist ein im Jahre 1895 umgebautes, eiueui Engländer ge- höriges Dampfschiff... Kauca, 2. November.(W. T. B.) Die Geiichtsverhandlung gegen sechs türkische Mörder, die der Mordlhaleu vo» Zikataria beschuldigt sind, findet morgen öffentlich statt. Zur Eicheuiug der Ruhe iu Kauea gehen mehrere Kriegsschiff« hier vor Anker. Tie Sladtpatrouille» werden verstärkt. wlax Babing in Verliu Hierzu S Beilagen u lluterhaltuugsblatt. st. 257. a i«f,rW i. Keilllge des Dmilck" Kerliner Wsllllllt. Wmch.Z.s««mdttl8g7. Arbeiter! Kandwerker! Parteigenossen! Am 8. Novemvev finden im 3.» 8.» 13., 13., 14., 19., 31., 33., 36., 38., 33., 34., 38. und 46. Kommunal-Mahldezirk in der dritten Adtheilnng die Evgftttzmrgsumhlon fiir die Stadtoerordneten-Uersammlnng fiatt. Parteigenossen! Es ist nicht nur unsere Aufgabe, die sozialdemokratischen Sitze wieder zu erobern, wir müssen auch neue Mandate dazu gewinnen. Die dritte Abtheilnng, die Abtheilnng der Arbeiter und der wirthschaftlich Schwachen, gehört der Sozialdemokratie. Mögen die Mandate der ersten und zweiten Abtheilnng den Geldsacksinteressen geopfert werden, wir können es bei dem herrschenden Wahlsystem nicht hindern. Aber die Hnliderttausende, deren Arbeit erst den Wohlstand und den Reichthnm der privilegirten Wähler schafft, haben die Pflicht dafür zu sorgen, daß auch ihre Ansichten im Rothen Hause zur Geltung kommen. Parteigenossen! Heut herrscht im Nathhaus die freisinnige Bourgeoisie, die erbitterte Feindin der sozialdemokratisch organisirten Arbeiter- klasse. Sorgt dafür, daß der sozialistische Gedanke mehr noch wie bisher die Verhandlungen des Stadtparlaments durchdringt, indem Ihr alles ausbietet, die Mandate der dritten Abtheilnng für die Sozialdemokratie zu erobern. Vormeivks zur Agikokio»»! VorwÄvks zum H Für die am Moiitng, den 8. Uovember, stattsindenden Ergänzungswahlen für die Stadt- verordneten-Bersammlnilg sind von unserer Partei die folgenden Kandidaten anfgestellt: 3. Wahlbez.: Stadtverordneter Punl Singer. Cigarrenfabrikant Otto Antnck. Tischler K. Kodlenzer. Stadtverordneter Panl Singer. Stadtverord. Arthnv Stadthagen. Tischler Rudolf Millarg. Stadtverordneter Paul Singer. Stadtverordneter Inlins Mernan. Stadtverord. Kernhard Krnns. Stadtverord. Kernhard Krüns. Schneider Johannes Timm. Stadtverordneter H. Korgmann. Gastwirth Christian Hilgenfeld. Rechtsanwalt Wolfgang Heine. 8. 10. 12. 14. 19. 21. 25. 26. 28. 32. 34. 38. 40. tt Dcv groHe Vainpf um den Achtstundentag. Man schreibt uns: Je länger der Kampf dauert, nm so de- deutender, um so uimvälzender wird er in seine» Wirkungen. Dieser Kampf, der unter alle» Umständen ei» gewaltiger Schritt voran ist in dem politischen und wirlbschaftlichen Befreiungskampf des Proletariats, und der unter allen Umständen,— ,vaS a»ch immer der nächste Ausgang sein mag,— die Sache der Arbeiterklafle mächtig fördern wird, ist, gleich so manchen Ereignissen von weitester Tragweite über uns gekommen, ohne daß er erwartet wurde. Während die Slrbeiterwelt mit wachsendem Nachdruck die Forderung deS Achtstundentages stellte, und während in Deutschland Etuben-Gelehrte, denen der Gang der Entwickelnng nicht rasch genug war, ungeduldig die deutsche Sozialdemokratie in«inen agitatorisch. parlamentarischen Feldzug für den Achtstundentag hineinjndrängeu suchte», waren die Thatsachen bereits den Wünschen und Forderunge» vorangeeilt. Die dernfenste» unter den zu diesem Kampf berufensten Arbeiter» der Well— die bestorganisirte und stärkste der englischen Gewerkschaften, die 1371 nach fünsmonallichcm Ringen den N e u n st u n d e» t a g erfochten hat: der B u n d der Vereinigten Maschinen« bau er England?, über 91000 Mann zählend, zwischen 70 und 80 pCt. sänunllicher im Maschinenbaufach Eng- landS beschäftigten Arbeiter enthaltend, also de» Arbeits- markt in ihrem Industriezweig beherrschend, halten sich entschlossen, den Kampf um den Achtstundentag unmittelbar aufzunehmen und den Arbeiter» der übrige» Industriezweige gewissermaßen.eine Gasse zu machen". Denn das fleht fest: ist einmal der Achtstundentag für ein so wichtiges Geiverbe wie das der Maschinenbauer errungen, so wird er auch für die übrigen Gewerbe bald errungen sei». Der eingetriebenen Spitze und Schneide des KeilS muß das dicke Ende nachfolgen. DaS begriffen sofort die Arbeiter aller Länder und die Kapitalisten aller Länder. Und so wurde der Streik der vereinigten Maschinenbauer England?, der im Hochsommer dieses Jahre? begann, und jetzt in de» fünften Monat hinein sich erstreckt, sofort über daS Niveau eines gewöhnlichen Streikes hinanSgerück». Es hat ja in England Streiks gegeben, an denen, von vorn- herein wenigstens, größere Arbeitermassen belheiligt waren; wir er« inner» nur an die riesigen Bergarbeiter-AnSslände und A»S- sperrnngen zu Ende der 60er und zu Ansang der Sver Jahre; allein diese Streiks waren einfache Jntereffenkämpfe und, wenn auch da? Klaffengepräge tragend, doch Klassenkämpfe nur innerhalb eines bestimmten fest abgegrenzten Interessengebiets. Hier— in dein gegenwärtigen Kampf der Maschinenbauer GroßbritanienS— handelt eS sich aber nicht um die Forde- ruugen einer einzelnen Arbeitergruppe, sondern um eine Forderung der gesammten Arbeiterklasse der Welt. Um eine Forderung, die zwar an sich nicht sozia« listisch ist, in ihren Konsequenzen aber mit Nothwendigkeit uns dem Sozialismus nähern muß, weil ihre Verwirklichnng die Konzen- tratio» des Kapitals beschleunigt und einerseits die Gemeinschäd- lichkeit deS Kapitalismus ins grellste Licht stellt, a»d»rs«itS, indem er die Arbeiter körperlich und geistig kräftigt, deren Kampfsähigkeit erhöht. Um eine Forderung, die vom internationalen Arbeiterkongreß deS Jahres 13SS in Paris zu einer internationalen Arbeiterforderung erhoben ivorden ist, und»war zur vor- uehn, sten der Forderungen, denen der, von dem Pariser Kongreß gegründete Weltseiertag der Arbeit: der E r st e M a i zu diene» hat. So war es denn nur»alürlich, daß dieser Kampf, in einem Maße ivie kein früherer Streik, zu einer Kraftprobe zwischen Kapital und Arbeit werden, und den Charakter einer internationale» Entscheidungsschlacht»m» de» Acht- stundentag und das K o a l i l i o n s r e ch l annehmen mußte. Das englische Großprotzenthum hat eingesehen, daß es keinen Vorlheil habe» würde, ivenu eS den Ansturin der Arbeiter für dies- mal einfach abschlüge; und demzufolge richtet es logischrnncise seine Anstrengungen ans die Vernichtung der g c iv e r k s ch a f t- lichen Organisation. Die Arbeiter solle» des Koalilions- rechts praktisch beraubt und außer stand gesetzt werden, künftighin Klassenkriege zu führen. Es ist dieselbe Logik und Taktik, welche vor mehr als 2000 Jahren das Römische Weltreich zwang, von de» Carlhagern die Zerstörung ihrer Flotte und ihres Hafens zu verlangen. So hat der Kampf innerhalb eines Gewerbes sich nicht blas zu einem internationalen Klassenkampf, sondern auch z» einem Kamps um Sei»-oder Nichtsein der gewerkschaftlichen Organisation, d. h. der Klassenkampf-Organisation der Arbeiter ausgeweitet. Es ist die äußerste Zuspitzung des Kampfes zwischen Kapital und Arbeit— ein Kampf, der mit Recht als ein Bürgerkrieg bezeichnet ward. und der nur noch dadurch gesteigert werden könnte, daß der gesetz- l i ch e Bürgerkrieg zum blutigen Bürgerkrieg mit den Mord- waffen de? Kriegs würde. Sonst— das sagte» wir schon vor Wochen— sind alle Merk- male des Bürgerkrieges vorhanden; und von Tag zu Tag werden größere Masse» in ihn hineingeriffen. Die Zahl der Ausständigen und Ausgesperrten beträgt etwa 8B 000; und da die meisten Arbeiter verhcirathct sind, beträgt die Zahl aller außer Arbeit und Brot Ge- worfenen mindestens 350 000. Die„Herren" sind nun der Meinung, daß die Arbeiter ein« solche Armee nicht lange ernähren könne» und durch die Roth werden zur Ucbergabe gezwungen werden. Sie rechnen anf die Zeit und den Hunger als ihre Bundesgenossen; sie haben genau berechnet, wann die Kriegskass« der Arbeiter erschöpft sein wird, und, ist dieser Momeut da, so glauben sie, anf den Trümmern der„zerschmetterten" Gewerkschaften und des zerrissene» KoalilionsrechtS die Eiegerbedingunge» vorschreiben zu können, ganz wie vor einem Jahre die Hamburger D o ck p r o tz e n. Und wie die Hamburger Dockprotze», so haben auch sie sich verrechnet. Noch ärger verrechnet. Die Hamburger Hafenarbeiter mußten für den Augenblick z» Kreuz krieche», ehe sie zu neuem Kampfe sich rüsten konnten. Die englischen Maschinenarbeilcr werde» nicht zu Kreuz krieche». Das läßt sich mit ziemlicher Gewißheit sagen. Wohl haben sie schwer zu leide» unter diesem Kampf; wohl erheischt er namenlose Opfer; wohl sind den Arbeitern, namentlich denen, die nicht dem Maschine»' baner- Bund, sondern den verwandten, weniger gut sundirten Gewerkschaften angehören, unsägliche Entbehrungen ausgelegt— und nur, wer das Arbeilerleben kennt, kann ermessen, welche Summe von Heldenmnlh, Pflichtgefühl und edelster Begeisterung ei» derartiger Kampf erheischt—; aber kolossal sind auch die Verluste, welche das Unternehmerthum erleidet. Nicht blos, daß die einschlägigen Geschäfte jetzt in dem süusten Monat still siehe», ivas für die belheiligleu Unternehmer eine direkte Einbuße von gut 20 Millionen Pfund Sterling(— 400 Millionen Mark) bedeuten soll, das Geschäft selbst in feiner G« s a m m t h e i t ist auch schwer bedroht. Viele an englische Firmen ergangene Aufträge sind bereits an amerikanische, deutsche und sranzösische Firmen übertragen worden und, zieht sich der Kamps noch in die Länge, so wird der englische Maschinenbau dermaßen geschädigt sein, daß er sich von dem Schlag nie wieder völlig erholen kann. Also auch für die Unternehmer liegt der Knüppel beim Hunde. Und in bezug auf die finanziellen Hilssmittel der Arbeiter haben die Unternehmer sich ohne Zweifel getäuscht. Sie habe» das inter- nationale Solidaritätsgefüht und die Organisation der ausländischen Arbeiter außer Betracht gelassen, oder unterschätzt. Sie hofften Streikbrecher in Menge vom Kontinent und aus Amerika zu bekommen. Die Zahl der Streikbrecher ist aber that- sächlich so gering, daß sie gar nicht ins Gewicht fällt. Ferner waren die Herren Unternehmer sest überzeugt, daß die Maschinenbauer vom Ausland keine nennenSwerlhe Unterstützung zn erwarte» hätte». Auch das war ein Jrrthum. Und hinzugesügt zn den Mitteln. welche die übrigen Geiverk- schafte»'Englands den Maschinenbauern gewähren, reichen die Unterstützungen des Auslandes auS. um dem Kampf auf«ine weit längere Zeit, als die Herren Unternehmer geglaubt hatten,»ine finanzielle Grundlage z» sicher». Unter diesen Verhältnisse» wirb zwar der jetzig« Vermitlclnngs- versuch voraussichtlich noch scheitern, allein über kurz oder lang werden die Herren Unternehmer wohl gefügiger sein. In jedem Fall ist für die Arbeiterwelt Großes erreicht: Die Einigung der englischen Gewerkschaften; die Verbrüderung der englische» Arbeiter mit den Arbeitern deS Kontinents; die Bereinigung des internationalen Proletariats zum aktiven Kampf für den Achtstundentag; und die Hinüberdrängnng der englischen TradeS-UnionS in da? Lager der Sozialdemokratie. Das sind Errungenschaften, die nicht hoch genug zu veranschlagen sind und uns dem Triumph der internationalen Sozialdemokratie um ein gut Stück näher bringen. Aber— der Kampf ist noch nicht zu Ende. Die Vorkämpfer de? internationalen Proletariats bedürfen der Unter- stütznng. Die Arbeiter aller Länder ivetteifern mit einander, die nöthige und schuldige Unterstützung mit Aufgebot aller Kräfte zu leisten. Di« deutschen Arbeiter werden fortfahre». ihr« Pflicht»u thun. Uolmles. Wir iveiseu die Parteigeuosse» darauf hin, daß die� Beerdigung unseres Genossen Baader, dessen Ableben wir gestern meldeten, am Donnerstag, den 4. November, nachmittags 3 Uhr, vom städtischen Krankenhanse am Fricdrichshain aus nach dem städtischen Friedhose in Friedrichsfclde stattstndet. Tic„Freie Volksbühne" veranstaltet am 7. November für die 1. Abtheilnng»nchmiltags 3 Uhr im Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater die erste' Vorstellung von„Sein Jubiläum" von E. Preczang und„Die Fahueniveihe" von Joseph Ruederer. Diejenigen Mitglieder, welche am letzten Sonntag wegen zu starken Andranges keinen Einlaß bekamen, werden � gebeten, die Abend-Borstellung a in Freitag, den 5. N o v e in b e r. zu besuchen. Zur Aufführung kommt gleichfalls„Die Hexe" von A. Fitger. Neue Mitglieder können nur� »och für die IV. Abtheilnng aufgenommen werden. Billets zum Winierfest sind vom 4. November ab in allen Zahlstellen ä 30 Pf. zu haben. Da nur eine beschränkte Anzahl Billets ausgegeben wird, empfehlen wir de» Mitgliedern, sich schleunigst damit zu versehen. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Geringe Erfolge deS Berliner Gcmeiude-SchulunterrichtS.� Wie dringend die Anträge unserer Genossen im„Roihen Haus" auf endliche Besserung der seit Jabren versnmpfenden Berliner Schul- Verhältnisse sind, zeigt ein Blick aus den geringen Erfolg, den unsere sechsklnssigen Berliner Schulen aufweisen. Wiewohl die Schulpflicht� acht Jahre unifaßt, Berlin aber leider immer noch das sechsklassige Schulsystem hat. erreichen knapp die Hälfte aller G e m e i n d e- S ch u l k i n d e r die erste Klasse. Nachsolgende Ta» bellen veranschaulichen an der Hand amtlichen Materials, wie wenige vierzehnjährige Gemeinde- Schulkinder die erste Klaffe erreichen. Gleichzeitig ergänzen sie»och die bisher veröffentlichten diesbezüglichen Miitheilniigen. Vierzehnjährige Schulknaben befanden sich in den Berliner Gemeiiidesckmlen: 3. Kl 4 1 8 dchen Am 21. 12. 1892 , 21. 12. 1894 , 21. 12. 1895 „ 21. 12, 1896 l.Kl. 1937 1723 1805 1842 Hinzu tritt noch, da (Knaben und Mädchen zu besucht wurden: 1023 984 1042 1057 > von 2. Kl. 554 444 481 488 In der 3. Kl. I 4. Kl. 271 238 209 �226 71 48 68 61 S.Kl. 10 10 14 7 6. Kl. 8 I 1 8 iber vierzehn Jahre alten Kindern ämmengerechnel) Berliner Gcmeindeschulen Diese Zahlen sprechen eine beredte Sprache für die Anträge unserer Genossen im Roihen Hanse anf dem Gebiete de? Schul« wcseiis. Erhebliche Herabsetziing der Frequenz in den einzelnen Klassen, besondere Einrichtungen für minder Befähigte, endliche Ein« richtung des achtklassigen Schulsystems, Fürsorge dagegen, daß die Eiiipsänglichkeit für den Schulunterricht duich eriverbsthätig« Ab- mattuiig und Hunger gestört werde, werden von Tag zu Tag dringlichere Forderniigen. Erfüllt man diese im Rahmen der heutigen Gesellschaftsordnung durchaus erfüllbaren Forde- dermigen, so winden bald auf dem Schulgebiete Berlin? Erfolge gezeitigt werde», die minder beschämend sind, alS die zur Zeit bestehenden. Freilich können diese Fordernnge» nur Mittel zum Zweck sein. Ohne einen tüchtigen, auch pekuniär unabhängigen Lehrerstamm und ohne einen den Anforderungen des werkthätigen Leben? und des KullnrsortschrilteS angepaßten Lehrplan kann der Schul« Unterricht nicht der sozial und kulturell«vichtig« Faktor werde», v» er im Allgemeininteresse werden muß. Die Ko»imtt»alwahler beS 19. und 21. Wahlbezirks werden auf die Versaiiimluag hingewiesen, welche heute, Mittwoch, abends bei Brochnow, Sebastianstr. 39 staltfindet. In der Versammlung werden die Parteigenossen Metzner und unser Kandidat Mellarg das Wirken der liberalen Bourgeoisie in der Stadt- Vertretung und ihre Stellung zum Proletariat beleuchte». Der Vertrauensmann. Znr Bcschaffliug von Friihstiick für arme Gcmeindeschnl- riuder steht der städtischen Schuldepntation nur ein kleiner Fonds zur Verfügung der Rudolf-Fonds, dessen Kapital sich gegenwärtig auf 27 226 M. beläuft. Für das Jahr 1696/97 ergab sich auS den Zinsen und einigen kleineren Einnahmen die Snnnne von 967 M.; es wurden jedoch nur 906 M. verausgabt. Zu demselben Zwecke vertheilte außerdem der„Verein zur Speisung armer Kinder u n d N o t h l e i d e» d e r" die im Verhältniß zu den städtischen Aufwendungen bedeutende Summe von 7490 M. direkt an die Rektoren der Gemeindeschulen, sodaß sich nach den Angaben des Schuldeputatious-Bericht die Gesammtausgabe für die Fruhstückvertheilung in de» Gemeindeschulcn 1396/97 auf 6396 M. stellte. Die A II s g a b e s n IN m e ist i» den letzten Jahren nicht— wie man in anbetracht der Zunahme der Zahl der Gemeiiideschulkiuder erwarten sollte— gestiegen, sondern heruntergegangen. Sie war 1391/92: 10 765 an 1893/93: 9133 M., 1893/94: 8262 M.. 1894/95: 10 711 M.. 1895/96; 9166 M., 1896/97: 8396 M. Diese Verringerung der Zinsgabesumme ist also nicht aus einer Abnahme des Bedürfnisses, sondern nur daraus zu erklären, daß die zur Verfügung st ehe»de«Mittel geringer geworden sind. Der„Verein zur Speisung armer Kinder u. s. w." ist seit mehreren Jahren bemüht gewesen, größere Mittel anfzubringe», um seine Aufwendungen für diese» Zweck er- höhenZzu könne». Er hat auch von 1394/95 an einen gegen früher erheblich höhere» Betrag gezahlt, der aber in den beiden folgenden Zähren wieder etwas zurückgegangen ist. Es wurden an die Ge- meindeschul-Rektoren vertheilt 1891/92—96/97: 5796, 5222, 5865, 8269, 6121, 7490 M.(Außerdem erwähnen die Schllldeputations- Berichte für 1892/93 und 1893/94 noch 50 beziv. 24 M., die nntcr £cf)tcr u. s. w. gesammelt und gleichfalls direkt verwendet wurden. Die„Bereinigung zur Speisung bedürsliger Kinder in den Volksschulen der Potsdamer Vorstadt wird in den Be- richten nicht erwähnt.) Die Verringerung der Gesammtansgabc- stimme ist hauptsächlich dadurch zu stände gekommen, daß das Wenige, was die SchuIverwaltuiig selber für die hungernden S ch u l k i ii d e r t h u t, schon seit längerer Z e i t y o n I a h r z» I a h r immer>v e n i g e r geworden i st. Von dieser Seite aus wurden aufgewendet 1891/92—96/97: 4969, 8861, 2373, 2442, 1045, 906 M. Hierbei ist zu beachte», daß die Schiilverwalliing früher in dieser Hinsicht nicht blos aus die Zinsen deS damals noch viel kleinere» Rudolf-Fouds und auf gelegentliche kleine Extraziiwendunge» angeiviesen war, sonder»»och jedes Jahr beträchtliche Zuschüsse vom„Verein znr B e> f ch a f f u n g wohlfeiler Lebensmittel" erhielt. Diese wurden nichl zum Kapital geschlagen, sondern jedesmal sofort vcr- wendet. Sie sind in den oben angegebene» Aufwendungen der Schulverwaltniig»litenlhallen und betrügen 1691/92—94/95: 5000, 3000, 2000, 2000 M., fiele» dann aber von 1895/96 an weg. aia» steht, daß die von der Schulverivaltung ausgegebene Summe ziemlich in derselben Weise zurückgegangen ist, ivie die Zuschüsse sich verringert habe». Das Beispiel zeigt, was man von dem bekannten Argument, solche Sachen seien der Privat- iv o h l t h ä t i g k e i t zu Überlasse», und diese reiche auch vollkonnne» aus, zu halten hat. Die private Hilfe reicht nicht anS,— das tritt ans den verschiedensten Gebieten der wohlthätig-gemeinnützigen Bestrebungen von Jahr zu Jahr deutlicher hervor. Trotzdem bleibt so vieles, was Sache des Staates oder der Gemeindeu ivfire, nach wie vor der mehr oder weniger gut gemeinten privaten Belhäligung überlassen! Gerade von denen, die das Argiiinenl von dem Aus- reichen der Privatwohllhätigkcit ständig im'Munde führen, müßte bei der Verringerung der privaten Aiifwendungc» auf k o in»> u- n a I e Hilfe gedrunge» werden. Aber dann streckt man sich nach der Decke, d. h. man faßt den Begriff der Dürftigkeit enger.— so eng, daß nun auch die verringerten Mittel reichen müssen,— l»>d� darf dann nach wie vor erklären: die private Hilfe genügt, und die sozialdemokratische Forderung konnnu- ualer Hilfe ist unberechtigt. Eben jetzt s wendet sich der „Verein zur Speisung armer Kinder u. s. w." wieder mit der Bitte um Unterstützung a» das Publikum, indem er de»„von Jahr zu Jahr wachsenden Andrang" und die„in diesem Jahre in sicherer Aussicht stehende, bedeutend vermehrte Anforderung" hervorhebt. Wir wolle» abivarte», wie viel— oder wie wenig— er diesmal zusammenbringe» wird. Frühere Schuldeputations-Berichte brachten am Schluß der Angaben über den Nudolf-Fonds die Bemerkung: „Die L i n d e r n n g der leiblichen Roth erwies sich in viele»Fällen als ein segensreiches Mittel auch in erziehlicher Hinsicht." Das wird auch heute noch zutreffen, aber der Zusatz sehlt seit 1892/93. Warum mag män ihn wohl weggelassen habe»? Fürchtete man vielleicht, die von den A r b e i t e r v e r t r e t e r n in der Stadtverordneten- Versammlung erhobene Forderung k o m m u n a l e n Eingreifens dadurch zlt unterstützen? Die ärztlichen Nntersnchnnaen der städtischen Waisön- kindcr, namentlich die erstmalige» Untersuchung«», die bei de» Reu- anfnahmen stattfinden, ergeben regelmäßig eine außerordentlich große Zahl der- verschiedensten Erkrankungen. Darunter sind viele Fälle, die sicher nie zu einer regelrechten ärztlichen Behandlung, vielleicht sogar niemals zur Kenutniß eines Arztes gelangt wären, wenn die bedauernswerthen Kinder nicht das„Glück im Unglück" gehabt hätten, der Waiseupffege anheim zu falle», lltach dem letzten Bericht der Waisenverwaltung wurden 1896/97 im Waisendepot 2366 neu ans- genommene oder das Depot passircnde Kindcr ärztlich untersucht, wovon 77 sofortiger ambulanter Behandlung und 151 der Kranken- hauspflege bedurften, 49 wegen Siechthums dem Waisenlazareth überwiese» wurden und 2 bald nach der Ankunft im Depot starben. Ansteckende Krankheiten(Keuchhusten, Krätze, Scharlach, Masern, Diph- therie) wurden.nur 13 Mal festgestellt. Außerdem nennt aber der Bericht von Erkrankungen, die er als„wichtigere" bezeichnet, nicht weniger als 69, die in zusammen 375 Fällen bei der Untersuchung festgestellt wurden.(Während des Aufenthalts im Depot erkrankten ferner noch 429 Kindcr, darunter 37 an ansteckenden Krankheiten, und starben 8.) Run gehören die Kinder, um die eS sich hier handelt, allerdings einer besonders verelendeten Gesellschaflsschicht an. Es ist aber klar, daß auch eine ärztliche Untersuchung der G e m e i n d e- S ch ii l k i n d e r ein nicht viel günstigeres Bild er- geben müßte. Die Mehrzahl der Eltern, die ihre Kinder in die Gemeindeschule schicken, befindet sich ja doch in einer durchaus un- günstigen wirthschaftlichen Lage. Dazu kommt, daß oft nicht blos nüs nothgedrungener Sparsamkeit der Gang zum Arzte unterbleiben muß,— nein, viele. Eltern unterlassen die rechtzeitige Zu- ziehung eines Arztes auch aus einfacher Unwissenheit, weil sie als Laien die beginnende Erkrankung wirklich nicht erkennen können oder ihr keine Bedeutung beilegen. Man denke an eine sich entwickelnde Schwerhörigkeit oder Kurzsichtigkeit, an Lungenschwind- sucht, Herzleiden und zahlreiche andere Krankheiten, die den damit Behasteten zum theil schon in der Schule a» seinem Fortkommen hindern und ihn später unfähig zu bestimmten Bernsen machen. Eine regelmäßige ärztliche Untersuchnng der Schulkinder würde einen doppelte» Gewinn bringen. Sie würde nicht nur inauchesjHinderniß einer erfolgreichen Betheiligung am Unterricht beseitigen oder doch mildern, sie würde auch für die Wahl des Berufes werthvolle Fingerzeige bieten können. In letzerer Hinsicht machen besonders die An gen- Untersuchungen, die alljährlich an den Zöglingen des Waisenhauses zu Rummelsburg und der Er- ziehungsanstalt zu Lichtenberg vorgenommen werden, ein stets erneutes Interesse. 1396/97 kamen aus dem Waisen- Hause— die kleinere Erziehungsanstalt kann hier übergangen werden— 276 Zöglinge mit 552 Augen zur Untersuchung. 324 Augen (— 58,7 pCl.) hatten normalen Bau, 44(--- 8,0 pCt.) waren kurz- sichtig. 90(_ 16,3 pCt.) übersichtig, 94(-- 17 pCt.) hatten Astigmatismus.(Bei Astigmatismus entwerfen die Objekte der Außenwelt ihr Bild ungefähr so auf der Netzhaut, wie es in einem„Lachspiegel" erscheint.) Die Sehschärfe war bei 134 Augen(— 24,3 pCt.) geringer als>/s der normalen Schärfe und ging in 105 Fällen bis Vs, in 17 bis>/», in 9 bis'/«, in 2 bis häs und in einem Falle bis unter Vis hinab. Der untersuchende Augenarzt(Dr. Cilex) hebt auch in dem diesjährigen Berichte wieder die große Bedeutung dieser Unter- suchungeu für die Berufswahl hervor. Was aber in dieser Be- ziehung für die Waisenkinder gilt, das gilt schließlich auch für alle anderen Kinder. Die ärztlichen Untersuchnngen der Waisenkinder zeigen schlagend, wie berechtigt die Forderung unserer Genossen in der Stadtverordneten-Versammlung ist, den Gesundheitszustand aller Gemeindeschulkinder feststellen und überwachen zu lassen. Die Misthandlniigen von Kinder» durch ihre eigenen Eltern, die in letzter Zeit mehrfach die Gerichte beschäftigt haben, hatten die Frage angeregt, warum sich keiner der vielen Vereine, die es bei uns giebt, den Schutz solcher Kinder angelegen sein lasse. Auf einen bezüglichen Ausruf, der in verschiedenen Zeitungen erschiene» war, antwortet jetzt der„Berliner K i n d e r s ch n tz- V e r e i n", — aus Furcht, durch die in jenem Aufruf angeregte Bildung eines Schutzvereins einen Konkurrenten zu erhalten, und in der Absicht, sich selber in empfehlende Erinnerung zu bringen. In dieser Ant- wort wird verständigerweise daraus hingewiesen, daß es besser sei, vorzubeugen, als hinterher zur Polizei zu laufen, daß man darum der wirthschaftlichen R o t h l a g e, die vielfach die Eltern erst zur Vernachlässigung oder gar Mißhandlung der Kinder treibe, entgegenarbeiten niiisiV Sodann wird gesagt, daß be- sagter, hier schon feit 23 Jahren bestehender„Kinder-Schntzverein" diese Aufgabe erfülle, indem er jährlich ca. 200 Kinder (»»eheliche, wie eheliche), für die die Mütter selbst nicht sorgen können, auf seine Kosten in eine gute Pflege gebe, von den Müttern nur eine kleine, ihrem Verdienst entsprechende Beihilfe fordere, die Kinder durch seine Aerzte behandeln und durch seine Ehreudmnen überwachen lasse. In letzterem Punkte bedarf diese Erklärung des ..Kinderschutz-Vereins" eines berichtigenden Zufatzes. Das Ehren- d a m e n- S y st e in, das hier als geeignetes Mittel zur Erreichung des gedachten Zweckes hingestellt wird, ist crivieseiiermaße» gerade bei allen die Pflege, die Erziehung und den Schuh der 5iilider be- tressende» Bestrebungen das allerungeeigiietste. Die Ehreudameu können naturgemäß fast nur den wohlhabendste» Gesellschasls- schichte» enliiommei! werden. Solche Damen verstehe» aber von der Behandlung eines Kindes in leiblicher Pflege iiud Erziehung meist weniger als nichts, da sie sich bei ihren eigene» Kindern hierzu ihr Personal hallen können. Ehren- damen gehen auch vielfach ihrer Wege, wen» sie etwas ihrer Ansicht nach Wichtigeres zu thun haben, als sich um die Kinder anderer— und noch dazu armer— Leute zu kümmern. Nameiillich in der Reisezeit macht sich der allangel an Ehrcudamen sehr uiiaiigeiiehm fühlbar. Diese Erfahrung hat auch der„Kiuderschutz-Verein" machen müssen, aber er schweigt natürlich davon in seiner Erklärung. Man vergegenwärtige sich aber, wie verhängnißvoll gerade in den für Kinder so gefährlichen Sommernionate» der Mangel einer fach- gemäßen und strengen Kontrolle werden kann, falls die Pflegelentc sich die Abwesenheit der Ehrendame zu Nutze mache» wollen. Durch diese abgebrauchte» Zltittel und Nothbehelse der„Privativohllhätig- keil" sind weder die Leiden, die manche» Kindern von ihre» Eltern bereitet werden, noch das Elend, das sie mit den Eltern gemeinsam erdulden müssen, wirksam zu bekämpfen oder zu verhindern. Tie Postillonö-Mission,— das ist die neueste Idee, ans die der hiesige„Christliche Verein junger Männer" jetzt verfalle» ist. Die letzte Nummer des„Monatlichen Anzeigers" des Vereins berichtet mit freudigem Stolze, daß eine kürzlich zu diesem Zwecke ver- anstaltete erste Versammlniig von Postillouen, zu der etwa 250 Ein- ladunge» ergangen waren, von etwa 120 Personen besucht worden ist. Das ist ein außerordentlich günstiger Erfolg, wie er kaum irgend einem anderen Versammlungs-Veranstalter gleich beim ersten Ver- suche blüht. Der„Christliche Verein junger Männer" weiß aller- Vings die Leute, die er in Bearbeitung zu nehnieii wünscht, mit Vorficht und Klugheit auszuwählen. Er versichert sich zuvor der Zustimmung der Arbeitgeber oder Vorgesetzten und bittet sie iim sreundliche Unterstützung, die ihm dann auch nicht verweigert wird. So hat er sich bei seinen Osfiziersbiirschen-Versammlungen der Hilse der Offiziere, bei den an den Abendmahlstageir von ihm veranstalteten Soldaten-Versammlungen des Beislandes der Negimenlskonimandeure zu erfreuen gehabt. Bei den Versammlungen für jugendliche Straßenfeger, sogenannte„Asphaltburschen", hat die Direktion der städtischen Strabeureinigung mit einige» zarten Winken nachgeholfen. Die Mission unter de» Bäckerlehrlingen und Bäckergeselle» ist durch die Bäckerinniingei! thatkräflig unlerstiitzt worden, und für die Be- arbeitung der'Angestellten der Packetfahrt-Aktieugesellschaft hat die Direktion dieses Unternehmens ein verstäiidnißvvlles Entgegen- kommen gezeigt. Vermuthlich ist auch der glänzende Erfolg der Postillons-Versaniniluiig auf dieselbe Weise z» erklären. Wie viele von denen, die die„Arbeiter im Weinberge des Herrn" mit solchen Mitteln zusammentrommeln, wirklich gern kommen,-. das steht freilich ans einem anderen Blatte. Die Ucberfüllnng der Berliner Krankenhäuser, welche seil einigen Jahren in jedem Herbst eingetreten ist, scheint in diesem Jahre eine ganz ungewöhnliche zu sein. Die Deputation für die städtischen Kraiikenanstalten Berlins hat nämlich an die Gemeinde- vorstände der Vororte folgendes Schreiben gerichtet: „Unsere städtischen Krankenhäuser am Friedrichshain. Moabit und am Urban sind wiederum so stark belegt, daß wir die Direktionen anweisen mußten, außerhalb Berlins wohnende Kranke nur aufzunehme», wenn sie hiesigen Krankenkassen an- gehören, alle übrigen von auswärts kommenden Kranken aber abzuweisen. Wir ersuchen, der dortigen Einwohnerschaft hier- von Kenntniß zu geben. B a i l." Dieses Schreiben weicht von denjenigen, welche die Deputation für die Krankenanstalten über dieselbe Angelegenheit in den beiden vorhergegangenen Jahren an die Ortsbehörden der Vororte versendet hat, ganz bedeutend zu Ungunsten der letzteren ab. Denn bisher wurden die Gemeinden benachrichtigt, daß nur noch solche aus- wältigen Kranken in die städtischen Krankenhäuser ausgenommen werden könnten, die einer Berliner Krankenkasse angehörte» oder deren Begleiter sofort bei der Aufnahme einen ansreichendeii Kosten- Vorschuß erlegen könnten oder endlich, deren Gemeinden sich durch Zlevers verpflichtet hätten, ihrerseits den städtischen Krankenhäusern für die Kosten aller anS ihrem Orte aufgenommenen Kranken event. a u f z n k o m m r n. Dir Treppe» znr clektrischc» Hochbahn werden, so schreibt uns ein Techniker,»ach den neuesten Erläuterunge» in Nr. 42 deS Zentralblattes der Bauverwaltung dieselben Schwindsuchlsanlagen. die unS an den Bahnsteigen unserer Vororte und zum theil auch an der Stadtbahn plagen. Es heißt in dem erwähnten Blatt bezüglich der Unterpflasterbahn:„... Hiernach ergiebt sich ein Höheuunter- schied gegen die Straße von mindestens 4,1 Meter, der namentlich an den Haltestellen nach Möglichkeit eingehalten ist, damit die Treppen zu den Bah»st eigen nicht länger werden alS unbedingt nöthi g."... Aus dieser Bemerkung und aus den Zeichnungen ist klar er- kennbar, daß die Firma Siemens u. Halske, die ja bekannt ist durch ihre zarte Rücksicht gegen die Bediensteten der elektrischen Straßenbahn, dieselbe Sorte von Rücksicht auch gegen das Publikum zu nehmen gedenkt das ihr, aller Voraussicht nach, Millionen einbringen wird. So viel aus den ver- öffenllichlen Skizzen sich ersehen läßt, werden die Stiifensteigungcn 17 bis.13 Zeulinieter Höhe haben, das ist leider«in abscheulich hohes Steigungsverhältnitz in Berliner Miethskaseruen, aber für unsere Frauen, die mit Kindern auf den Armen und an der Hand die Treppen steigen müssen, eine ganz schändliche Zumuthung. So recht zum Bewußtsein kommt einem diese Rücksichtslosigkeit, wenn man ans unseren Vorort-Bahnsteigen die armen Frauen mit Lasten die Treppen hinaufkeuchen sieht, die von unerfahrenen jungen Baubeamten projektirt und von den höheren Behörden in der Eile übersehen und genehmigt werden. Findet man daher leider aus preußischen Bahnsteigen die allerschlimmsten Kellertreppen-Steigungen, so dürfen doch diese Mißstände nicht vorbildlich dienen für eine Privatbahn« Ballgesellschaft, welche die Pflicht übernimmt, dem Publikum ein leicht zugängliches, leicht benutzbares Verkehrsmittel zu bauen. Von den Aufsichtsbehörden, die zu den Anlagen bereits die Ge- nehmiguug ertheilt haben, ist nicht im entferiltesten zu erwarten, daß sie gegen solche konstruktiv höchst tadelnswerthen Uebergriffe eni- schreiten werden, zumal die Plage wieder am schlimmsten den sich abrackernden Arbeiter und die Lasten schleppende Arbeiterin trifft. Hier könnten aber die zahlreichen gemeinnützigen und Gesundheit fördernden Vereine für ethische und leibliche Kultur bei Zeiten wenigstens im Interesse der Frauen und Kinder ihre Stimme er- heben. Ein Protest gegen Kellertreppen ist um so dringlicher, als an der Spitze der Hochbahn-Ausführungen als Direktor jetzt derselbe Herr steht, der als R e g i e r n n g s- B a u m e i st e r bei der Ausführung der Berliner Stadtbahn hervorragend t h ä t i g w a r und uns zu einer ganzen Anzahl Stadtbahntreppen verholsen hat, deren Ueberwindung für die darauf Angewiesenen weder ein Sonntags- noch ein Wochentagsvergnügen ist. Außerdem könnte man doch von einer solchen Millionen-Gesellschaft verlangen» dem Publikum mit Bequemlichkeiten entgegeuzukommeu, z. B. durch Anlage von Aufzügen, damit wenigstens Frauen und Kinder nicht dauernd der Treppenplage ausgesetzt würden. Mit der Vervollkommnung der Verlehrsanstalten verlangen wir auch vervollkoMmnete Zngänglichkett derselben! Noch durch eine weitere Knauserei beabsichtigt sich die Millionen« firma den Berlinern angenehm zumachen. Es sollen nämlich, wie eZ in dem Bericht heißt, an den Haltestellen auch teineA borte an- gelegt werden, lliun ist es aber gerade an dieser Hochbahn ein leichtes, mindestens für Frauen Bedürsniß- Anstalten unter den Treppen und andern günstig gelegenen Stellen mit wenig Kosten auszuführen, indessen die liebenswürdige Gesellschaft kann sich mit recht auf das edle Vorbild unseres Eisenbahiiiniiiifters hinsichtlich der Sparsamkeit und der praktischen Einrichtungen fürs Publikum berufen. Hier wäre es einmal recht am Platze, wenn die städtische Verkehrsdepntalion mit Energie ihren Einfluß geltend machen möchte!— Zur Kennzeichnung des prcnsiischcn FiSkuS. Die Treppen und Flure der B e a in t e n h ä u s e r in Plötze nsee, über deren Absperrung von der Gasleitung kürzlich berichtet wurde, sind abends immer noch ohne Licht; die dadurch hervorgerufenen Un- znträglichkeiten sind durch eine» Zwischenfall gesteigert worden. Das Postamt Plötzensee hat die sehr begreifliche Anordnung ge- troffen, daß Abendbestcllungen in den Benmtenivohnbänscrn wegen Nichtbeleuchtung der Flure und Treppen nicht mehr statt« s i n d e ii sollen. Hoffentlich wird der zuständige Ainlsvorstcher von Tegel, dem der Gutsbezirk Plötzensee uiiterstellt ist. bald ein- fchrciten und den Fiskus veranlassen, für Flur- und Treppen« beleuchtimg zu sorgen. Das Polizcipräsidinin macht öffentlich darauf anfnierksmn, daß»ach§ 12 deS Juipfgesetzes vom 3. April 1874 der Wieder- impfung in diesem Jahre diejenigen Schulkinder unterworfen sind, die im Laufe des Jahres das 12. Lebensjahr zurücklegen und ebenso auch diejenigen, die schon in srüheren Jahren wiederimpspflichtig gewesen, bisher jedoch nur ein- oder zweimal ohne Erfolg wiedergeimpft worden sind oder von der Wiederimpfung krankheitshalber befreit waren. Sofern die Wiederimpfung dieser Schulkinder in den öffent- lichcn Jinpflerniinen während des verflossenen Sommers und auch anderweitig nicht stattgefunden hat. werden die Eltern, Pflegeeltern und Vormünder auf grund des angezogenen Gesetzes ausgefordert, die Wiederimpfung iiuninchr schleunigst vornehmen zu lassen und die Jmpfatteste dem" zuständigen Schulvorstaude ungesäumt, spätestens bis zum Schlüsse dieses Jahres vorzulegen. Wer diesen Nachweis nicht rechtzeitig führt, Hai die im§ 14 desselben Gesetzes festgesetzte Strafe bis zu 50 M. oder Haft bis zu drei Tage» zu gewärtigen. Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß jetzt auch die Impf- oder Befreinugsscheine für die jungen Kinder, deren Erstimpfung noch nicht»achgewicseu ist, demjenigen Polizeirevier, in deffen Jmpsliste sie verzeichnet stehen, vorgelegt werden müssen. Die Eltern-c, die der ihnen hierzu»och besonders zugehenden Aufforderung nicht pünktlich bis zum 15. Januar k. I. nachkommen, haben es sich selbst zuzuschreiben, wenn gegen sie vi» in derselben angedrohte Strafe zur Festsetzung gelangt. Schließlich wird darauf hingewiesen, daß nnciitgeltliche Impfungen jeden Sonntag astittag von 12—1 Uhr im Jmpflokale, Wilhelinsstr. 117, statt« finden. Tie OninibilSgesellschaft Reform theilt nnS zu der auS der „Berliner Zig." enliiommeneii Notiz vom 27. v. M. mit, daß es mit der Lohiizahlung von 45 M. an die Schaffner seine Richtigkeit habe. Dann meint die Gesellschaft:„Wir engagircn nur junge Leute von 13— 19 Jahren; sind ältere Leute dazwischen, dann sind es solche, welche zu anderer Arbeit, weil meist kränklich oder invalide, nicht tauglich und die sehr vergnügt sind, auf die Art durch leichte und bequeme Arbeit etwas verdienen zu können. Das ist bekanntlich ein Argument, mit dem sich jede niedrige Entlohnung entschuldigen läßt. Die Arbeitszeit der Leute dauert»ach den üllittheilungen der Gesell- schaft nicht von 6V» Uhr, sondern von 6�/« Uhr morgens bis nach >0 Uhr abends, also immer noch viel zu lange. Die 30 M. Kaution, welche von den Angestellten bei alledem noch gefordert werden, eut- schuldigt die Gesellschaft damit, daß die Leute ja Uniform und täglich 20 all. Wechselgeld erhalten. Eine geharnischte Aufforderung znr Selbsthilfe gegenüber Zudringlichkeiten des stärkeren Geschlechts richten die„Mittheilungen des Vereins für weibliche Angestellte" an die Verkäuferinnen und Handlungsgehilfinncn. In dem in dem genannten Blatte veröffent« lichten Aufruf heißt es wörtlich:„Auf jedes unziemliche Wort, auf jeden ungehörigen Blick der Kollegen oder irgend eines anderen „Herrn" lasse mau unverzüglich als gebührende Antwort eine schallende Ohrfeige folgen. Ohne Furcht! Unsere Verkäuferinnen mögen sicher sein, daß sie dadurch an gesellschaftlicher Stellung ge- Winnen." Tic Berliner Unfallstationen wurden im Monat Oktober dieses Jahres in 1764 Fällen gegen 1445 im gleichen Monat be? Vorjahres für erste Hilfe in Anspruch genomme» und zwar 1555 llllal bei Unfällen und 209 Mal bei plötzlichen Erkrankungen. In den Stationen wurden 1670, außerhalb derselben 94 Personen behandelt. Die Errichtung der llnfaNstation XV steht bevor. Sie wird ver- bundeu mit Saiiitälswache 12, Steglitzerstraße 60— Vorsitzender; Stadtverordneter Plischke—, Berliner Verkehr. Im Monat Oktober wurden die Gast« Höfe von 46 476 Personen benutzt; in Hotels garniS und ChambreS garnics wohnten 3073 Personen und in sonstigen Anstalten zur Be- herbergung von Fremden 10 263 Personen. Die Gesamnitzahl der im Lause des letzten Monats in Berlin beherbergten Personen beträgt 59 317. Ein furchtbares IlnglM ereignete sich am Montag Abend 5 Uhr in der Echirmfabrik von Gebrüder Noa in der Dresdener« straße 33. Der Schleifer Julius Jäckel gerieth beim Arbeiten an der allaschine in den Riemen und wurde mit solcher Gewalt von der LiZelle herumgeschleift, daß er auf dem Transport nach dem Kraiikenhause seinen Geist aufgab. Er war entsetzlich zugerichtet worden. Der linke Arm war vollständig ausgerissen, die Hand mußte stückweise in der Werkstätte zusainmengesammelt werden. Das erschütternde Ereigniß scheint noch ein'Nachspiel vor Gericht zu habe», da der eine Prinzipal ausdrücklich angeordnet haben soll. daß die Maschine während der Reparatur in Gang bleiben müsse.'. Im Gerichtögcbände zu Moabit randalirle gestern der als Zeuge vorgeladene Arbeiter Schönebeck im trunkenen Zuslande so laut, daß ein Gerichtspräsident, der sich den Mann vorführen ließ, ihn wegen Ungebühr vor Gericht zu 2 Tagen Haft verurtheilte. AlS Schönebeck abgeführt wurde, setzte er sich verzweifelt zur Wehre. Die Entmündignng des Prinzen Heinrich XXVI. von Rcuß, der in der RIaison de S'anbd in Echöueberg sich befindet, ist jetzt vom Gericht ausgesprochen worden. Ueber die«»glücklichen Kinder deS ZigarreinnacherS Timer miZ der Ranmerftraße 17 erfahren wir. daß die Mutter der Kinder bereits im April v. Js. verstorben ist. Seit dieser Zeit fehlt ihnen die genügende Pflege und hätte» nicht der Vormund und Verwandte den Kindern immer Esse» gereicht, so hätten sie»nr zu oft hungrig zu Bett gehen müssen, den» der Vater konnte bei seiner fortwähre»' den Arbeitslosigkeit nicht für ihre» Unterhalt sorgen. Die noch nicht 16 Jahre alte Schwester der beiden Knaben kümmerte sich auch so wenig um die beiden 7 und 9 Jahre alten Kuabe» und das noch nicht schulpflichtige Mädchen, daß diese vor Ungeziefer und Schmutz starrten. Auch die Wirthschasleri», die Steuer vor vierzehn Tagen zu sich nahm, sorgte nicht für die Kinder; schließlich liefen die beiden Knaben vor acht Tagen davon. Seitdem kommen sie jeden Morgen und Mittag zu einer Tante, die erst gestern, Dienstag, Nachmittag erfahren hat, daß sich die Kleinen seit acht Tagen aus der väterlichen Wohnung enlferut haben. Die Tante, die selber nichts übrig hat, ersuchte schon mehr- nials den Vormnnd, doch für eine bessere Pflege der Kinder Sorge zu tragen, doch unterließ dies der Vormund, der im übrigen den Kindern manches zuwendete. Der Vater bemühte sich wohl bei ver- schiedcnen Stiften um Aufnahme der Kinder, doch wurde er stets abschlägig beschieden; bei der Wadzek- Stiftung verzögerte sich die Entscheidung durch ein Versehe», das allerdings nicht vorkommen dürfte, um ein Bedeutendes. So viel steht jedoch fest: die für Pflege und Erziehung der Kinder verantwortlichen Personen haben ihre volle Schuldigkeit nicht gethan und es dürste wohl erwartet werde», daß die zuständigen Organe zum besten der Kinder eingreifen, die den einzigen Halt an der Tante haben, die aber nicht weiter eingreift, da sie mit dem Vater verfeindet ist. Erschossen hat sich der 18 Jahre alte Kurt Knlke aus der Thurmstr. 29. Der junge Mann, dessen Eltern todl sind, machte aui Sonntag eine» Besuch im Hanse Birkenstr. 69. Bald nachdem er hier gegen Mittag aus der Wohnung weggegangen war, hörte man vom Abort her den Knall eines Schusses. Als man den von innen verschlossenen Abort durch eine» Schlosser öffnen ließ, fand man Knlke init einer Schußwunde in der rechten Schläfe daliegen. Er hatte bereits das Bewußtsein verloren, lebte aber noch. Im Krankenhause Moabit ist er der Verletzung erlegen. Verschiedene Fehlschläge, die er trotz seines jugendlichen Allers schon erfahre» hatte, hatten ihn lebcnsüberdrüssig gemacht. Ein Messerheld im ZirknS. Großes Aussehen verursachte vorgestern Abend vor dem Zirkus Busch das Verhalten eines Kauf- mannes S. Der Kanfinann war im Vestibül des Zirkns-Gebäudes mit einem andern Besucher in Streit gerathen, im Verlauf dessen S. ein Messer zog und hiermit, ehe noch die rasch herbeieilenden Schutz- lcnte es verhindern konnten, auf seinen Gegner einHieb. Alsdann ergriff der Thäter die Flucht, doch gelang es, ihn an der Neue» Friedrichstraße sestzunehmen. Der Kansman», der sich mit Gewalt seiner Sistirnng zu entziehen suchte, wurde nach der Polizeiwache in der Kaiser Wilhclmstraße gebracht. Der mit dem Messer AngefaNcnc blieb glücklicheriveise nnverletzt, da die scharfe Metallklinge an einem in.der Brusttasche befindlichen Zigarrcn-Eluis abglitt. Ans der Strafte gestorben ist vorgestern Nachmittag um 3'/z Uhr der 16 Jahre alte Schnhmacherlehrling Fritz Hulh ans der Emdenerstr. 47. Der junge Mann, der an Krämpfe» litt, brach vor dem Hanse Waldstr. 36 plötzlich zusammen und starb nach kurzer Zeit auf dem Flur deS Hanfes. Am Herzschlag ist am Montag Abend der S7 Jahre alte Apotheker A. Schrancke, der in der Wilhelinslr. 33 wohnt, bei einem Spaziergange in der Dorotheenstraße gestorben. Die leidige Nnfittc, schon vor der Haltestelle während der Fahrt vom Pferdebahnwage» abzuspringen, hat wieder einmal ei» Opfer gefordert. Der 59 Jahre alle Hausbesitzer und Rentner Ernst Schirach ans der Friesenslr. 13 sprang in der Belle-Alliancestraße vor der Hallestelle ab, um nicht von dieser ans ein paar Schrille zurückgehen zu müssen. Da er etwas beleibt war und auf einem Fuße lahmte, so kam er in seiner Unbeholfenheil zu Falle lind zog sich innere Verletzungen zu, denen er jetzt erlegen ist. Fencrbcricht. Nur zweimal wurde tie Fcnerivehr innerhalb der letzte» L4 Stunden allarmirt. Dienstag früh 6 Uhr gerielh M a r k u s st r. 13 Slroh im Bodenraum in Brand, der aber leicht beseitigt werden konnte. Kurz nach 9 Uhr entstand S p a n d a u e r st r a ß e 38 ein kleiner Dachstuhlbrand, der mittels zlveier Rohre abgelöscht wurde. Hierbei war die neue mechanische Leiter zum ersten Male im Gebrauch, verunglückte aber infolge Zer- reißens eines Drahtseiles, so daß es fast 1>/zstündiger Arbeit bedurfte, um sie wieder funktionstüchtig zu machen. Tie Tirektion der Projektiv»?- Borträge über Kunst und Kultur (Dr. Köppen und Dr. Stödtncr), altes Urania-Theater, Jnvalidenstrahe, theilt uns als vorläufiges Programm für November mit; Mittwoch, den 3. November: Venedig und seine Knnstschätze(Herr Prof. Dr. Max Schmidt- Aachen). Sonntag, den 7. November: Arnold Vöcklin(Herr Franz Herrn. Methncr). Mittwoch, den 10. November, zum ersten Male: Eine Man- derung durch das alte Pompeji(Herr Dr. Köppen). Sonntag, den 14. No- vember: Pnmpcji. Im Passage-Panoptiknm wird vom Sonnabend ab die Wiener Tanz und Operettengesellschaft spielen. Asiis de» Nnchdarorte». Proletariers Ende. Bei dem Rittergutsbesitzer Wredc in Britz war seit dreiviertel Jahren der ö9 Jahre alte?lr- beiter Wilhelin Trampe beschäftigt. Ilm Monlag früh voriger Woche wurde er mit mehrere» Kollegen ans das Feld geschickt. Zwischen II und IL Uhr sank er plötzlich hinter seinem mit Ochsen bespannten Pfluge nnr. Als ein Knecht sah, daß Trampe sich nur noch einmal streckte und dann leblos liegen blieb, begab er sich sofort nach dem Gute und ineldete dem Inspektor, daß T. zu Boden gestürzt»nd nach seiner Meinung todl sei. Der Inspektor erklärte,'daß er jetzt kein Fuhrwerk hinausschicken könne, da erst die Pferde gesntlerl «verde» müßten. Auch unterließ man es, eine» Arzt zu holen, trotzdem das Krankenhaus nicht«veit entfernt ist. Die Kollegen packten einstweilen den Körper des alten Mannes in Slroh und Decke», bis ein entfernter Verivandter des T. nach 4 Uhr die Leiche vom Felde holte. Der Arzt, der den Todtenschein ans stellle, gab„angeblich Herzschlag" als Todesursache an.«voraus die Leiche vom AmISvorstehcr zur Beerdigung freigegeben«vurdc Ter Leichnam lag also 4>/2 Struide ans den« Felde. Die Guts- verivaltniig nahm vom Begrabniß des i» ihrem Betriebe Ver- slorbenen keine Notiz»nd sandte keinen Kranz»nd keine» der Kollegen des T. zum letzten Geleit. Erst einen Tag später übermittelte sie der Witlwe den rückständigen Lohn, 62 Pf., der genau bis auf die Minute des Todesfalls berechnet»var. Jedenfalls ist der Vorfall, der in Britz und Rixdors nicht«venig Aussehe» erregt hat, für unsere Zustände recht bezeichnend, beweist er doch, welch' ein geringer Werth anf ein Arbeilerleben gelegt«vird. Z» dc» Stadtverordttcteil-Wahlen in Spaudan«vird«»«s berichtet, daß der kürzlich von uns crivähnte Beschluß der Militär- vereine betreffs der Versehmnng sozialdemokratisch«vählender Mit- glieder auf Betreiben des Bürgermeisters Költze zu stände gekommen ist! Der Bürgermeister bat die Vorstände dieser Vereine znsannne» beruse», und anf seinen Vorschlag ist erst mit 13 gegen 9 Slinuncn beschlossen«vorden, die sozialdemokratisch«vählenden Mitglieder ans den Vereinen auszuschließen. Natürlich hat der Ausschluß für die in den löniglichen Fabriken beschäsliglen Mitglieder auch dort die Maßregel der Entlassung zur Folge. Es ist ja unverkennbar, daß diese Handlungsiveise des Bürgermeisters gegenüber jeder Wahl, die«vider Erivarlen für«ins ungünstig ansfällt, einen «vlrksanien Prolestgrnnd bildet, ganz abgesehen von der geivaltige» agitatorischen Wirkung, die solchen Maßregelungen inneivohnt. Es sei«'.och bemerkt, daß der Bürgermeister in der abgehaltenen Sitzung ganz besonders gegen das Mililärvereinsmitglied Eule» plädirle. Dieser hat vor längerer Zeit in einer Versainmlnng des städtische» Vereins gegen de» Bürgermeister gesprochen. Dadurch ward er der Sozialdemokratie verdächtig und soivohl aus dem Verein ausgestoßen wie nuch aus der königliche» Fabrik entlassen. Eule» ist»u» aber alles andere eher, als einer von der Rotte, und so ist den» anf seine Beschwerde die Angelegenheit nachträglich„untersucht" worden; das Resultat«var, daß der Verdächtige soivohl in den Militärverein»vie in den königlichen Werkstätten«vieder aufgenomine»«vurde. Neuer- dings sprach der Bürgermeister, wie bemerkt,«vieder gegen ihn. Spandau. Am Sonntag verbreiteten unsere Parteigenossen mit gewohnter Schnelligkeit ein Flngblait zu den am 6. d. Wts. stattfindenden Sladtverordnetenwahle» über ganz Spandau.— Das städtische Schiedsgericht der freiivilligen Feuerivehr hat der Familie des tödtlich verunglückten Feuerwehrmannes Merten eine Rente von 972 M. jährlich zugesprochen. Sozietfo Kechkspflese. Die Frage, ob die jüdischen Feiertage den Arbeitern zu bezahle» seien,«ven» sie an ihnen aussetzen»»'issen, hatte die Kammer IV des Geiverbegerichls in einen« Rechtsstreit gegen die Lichteiistcin'schen Erben zu eutscheide». Der Gerichtshof stellte sich auf den Standpunkt des 5klägers W. und sprach ihm die entsprechende Entschädigung für die jüdischen Feiertage zu,»vcil diese keiue gesetzlichen Feiertage seien. Der Kläger habe außerdem eine Lohnenlschädigung«vegei, unberechtigter Entlassung verlangt. Er »ahm eines Tages an einen« Begrabniß theil und kam dann nicht wieder zur'Arbeit,«vas ihm zur Pflicht gen, acht«vorden«var. Wegen dieser Versäumniß»vurde er sofort entlasse». Das Gericht vernrtheilte die Beklagten, auch die geforderte Lohnenlschädigung dem Kläger zu zahle». Er habe allerdings nicht die Erlaubniß ge- habt, länger als durchaus uolhiveudig sortzubleibe». Indessen das Gesetz erkenne nur eine b e h a r r l i ch e Beriveigerung der Arbeit als Enllassniigsgriind an. In dem eiumalige» Fortbleibe» könne aber eine solche nicht gefunden«verde». zumal es sich un« ein Begrabniß gehandelt habe. Das Ranchcn während der Arbeit als EutlassnngSgrnnd. Der Steindrucker M. forderte von dem Steindrnckereibesitzer Köpple eine Lohiieiitschädigung,«veit er ohne vorherige Anskü»dign»g ent- lasse»«vorden«var. Der Bellagte«vandte vor der Kammer VIII des Geiverbegerichts gegen die Klage ei», M.Habe inkeinerBeziehnng seine Pflicht gelha», auch habe er bei der Arbeit geraucht. Es«vnrde» verschiedene Zeugen vernommen, die z»»»gnnsten des Klägers aus- sagten. Sie spräche» sich dahin aus, daß sehr leicht der Stein ver- dorben«verde» könne,«veun der Steindrucker bei der Arbeit rauche. Der Gerichtshof«vies den Kläger mit ter Begründung ab, i» einer Steindrnckerci gehöre es zu de» Pflichtividrigkeite». bei der Arbeit zu rauche». Kläger habe auch sonst»och ei»»iigenügiiides Interesse für die Arbeit gezeigt. Selbständiger Meister oder Arbeiter? Der Maschinen- strick« K. halte" die Firma Fricke wegen einer Geldforderung beim Gciverbegericht verllagt. Beklagte«vandte ei», Kläger sei selbst- ständiger Meister und habe nicht vor dem Geiverbegericht seine» Anspruch zu versechte». Die Verhandlnug ergab, daß der Kläger im eigene» Heim au der Maschine des Bellagte» für diesen gearbeitet halle. Außerdem ivarc» aber auch andere Maschinen vorhanden, an deneir Kläger durch ein« Hilsskrast sür andere arbeiten ließ. Die Kai«»»« II wies ihn wegen Unzuständigkeit des Geiverbegerichls ab. Zur Begründung führte der Vorsitzende aus, der Kläger habe sür eine» unbestiiniuteu Persouenkreis gearbeitet und könne deshalb nicht als geivcrblich« Arbeiter im Sinne des Gewerbegerichts-Geseyes angeseheu«verde». Unerheblich sei, ob er viel oder«venig sür andere Personen gearbeitet habe. Vrrsnmtnlungen. Eine PolkSvcrsaniinlnng, die überwiegend von Frauen besuch« «var, füllie an« Monlag Saat nnd Galerie» des Konzerlhauses Sanssouci. Der Referent, Genosse Singer, führte de» Frauen die Bedeutung der Konuiinnalivahlen vor Ange». Einer der wichligsic» Zivcige der städtische» Verivaltniig sei daS Schnlwcse». Hier handele rS sich um Unterricht und Erziehung des heran- «vachsenden Geschlecht?. Den Mütter»«verde eS nicht gleichgiltig sein, i»«velcher Art ihren Lieblingen die Erzichiiiig in der Schule zu theil«verde, also hälte«, auch die Frauen ein«veilgehendcs Interesse an der Znsaunnensetznlig der Stadtverordneten-Versamni- Inng nud dein Ai«sfall der Wahlen. Nur die sozialdemokratischen Vertreter in« Rothe» Hause seien allezeit,»vie die neuerdings ver- handelten Anträge beiviese», für eine zeitgemäße, vernünftige und huniane Jngenderziehung eingetretei«, darum«nüßle» auch die Frauen ihr Theil beitragen zur Wahl von sozialdemokratische» Stadt- verordneiei«. Wein« auch nach Lage'«»serer Gesetzgebung nur die Männer das Wahlrech« ausübe» dürje», so köiinen doch die Frauen >««i>telbar an den Wahle» sich betheiligen, indem sie bei Verbreitung voi« Flugblätter» nnd soustigeuAgitationsarbeilen behilflich sind.Auck« kö»>«teii sie, Ivo der Mann nachlässig in« Gebrauch seines Wahlrechts sei» sollte, denselben zur Ausübung seiner Pflicht anhalte». Der Redner beleuchtete nun diejenigen Gebiele der städtischen Venvaltung, die das Interesse der Proletarier an» nächsten berühren,»>nd mit denc» sich daher die sozialdemokratischen Stadtverordnete» am eingehendste» beschäftigt haben. Wenn auf den städtischen Riesclseldern Prole- larierkinder i», landivirthschafilichei« Beiriebe ausgebeutet«verde», so ist es geiviß Sache der Mütter, dagegen energisch Pl'vtest zu erheben. Als«vir diese Angelegenheit im„Rvthe» Hanse" zur Sprache brachte««, hat«nan nnS ciligcgcn gehalten: Es sei eine Hilfe sür die Familie,«ven» die Kinder durch ihre Arbeit zu»« Unterhalt derselben beitragen helfen. Wir sagen: Es«st eine Schande, wen» Arbeiter so schlecht gelohnt, verde», daß sie den jämmerlichen Verdienst der Kinder brauche», um die Familie zn erhalten. Anf keine» Fall «vollen«vir zugebe», daß in Orlen,«vo die Gemeinde Berlin ctivas zu sage» hat, sich solche abscheulichen Verhältnisse eniivickeln. Der Redner geht znr Besprechung der von den sozialdemokratischen Stadtverordneten dem Schulivesc» gegenüber eingenonnnene» SleNnng über. Wir si«id sür Einrichinng der a I l g e«» c i«> e n Volksschule, an die sich die sür jeden Schüler, der die Fähigkeil hat, ziigänglichen höhere» Lehranstalten anschließe». Da aber auch an der gegenivärtige«, Volksschule mancherlei zu besser» ist, hoben «vir eine Reihe dahinzielender Anträge gestellt. Unser Verlangen »ach unentgeltlicher Lieferung der Lehrmittel— ei» nothivendlges Korrelat des SchnlztvangeS— ist von unsere» Gegnern als eine Beleidigung derjenigen Elter» bezeichnet«vorde», die ihre» Ki>«den> selber die Lehrmittel kaufen können. Es schickt heutzutage schon mancher bemiltelle Man» seine Kinder i» die Vollsschnle. Wenn der es nicht als eine Beleidigung empfindet, daß sein Kind nnent- geltlich unterrichtet ivird, da»»«vnd ihn auch die Lieferung der Lehrmillcl ans städtische Koste» nicht beleidige». Gegenüber dieser von namhasle» Pädagogen anerkannlen Ford«l»«g leistet gerade die liberale Mehrheit den heftigsten Widerstond. Wir verlange» die Anstellung von Schulärzte», damit Erkrankniigen der Schüler bei- zeilen erkannt und die«veitere Verbreitung verhütet«verde. DaS sagte man uns, das sei ein Eingriff in die Familie. DaS Recht anf Hu«iger und Krankheit ist also von der liberale» Mehrheit der Stadtverordneten proklaiuirt«vorden. Wir wollte» ferner, doß dilich Polizei-Verordnuug die Beschäftigung vo» Echulkindern vor der Schulzeit verboten«verde. Da hlell man uns e«>tgcge»: Wa?, ihr Sozialdemokraten ruft»ach der Polizei? Nun,«vir habe» an sich keinen Wideriville» gegen die Polizei,«vir «vollen nur, daß dieselbe nicht als Werkzeug der Reaktion benutzt, sondern i» de» Dienst des Allgemeinivobls gestillt«verde.(Beifall.) Darun« verlangen«vir anch, daß die Polizei der städtische«« Ver- «valtnng unterstellt»verde, den» wen«»«vir die Polizei bezahle» müssen,«volle»»vir anch die Kontrolle über deren Thäligkcit aus- üben.(Bravo!) Noch ivenig« Verbrechen«vie jetzt ivüide»«vohl nicht entdeckt«verde»,>ve»n die SicherheilSpolizei in Hände» der städtische» Venvaltung läge.(Beifall.) Mit dem Himveis ans die Familie, die� Privalwohlthätigkeit»nd den Kostenpnntt ist unter anderem auch unser Antrag, betreffend Lieferung von Frühstück an die Schullinder, bekämpft«vorde». Es ist eine Schande, daß alle diese Anträge ans finanziellen Gründe» znrückgeiviesen«vnrde», «vährend doch sonst die Gemeindeverivaltung eine offene Hand hat. «veui» es gilt, für die Ausschmückung vo» Straßen und Plätzen zu höfischen Festen Geld herzugeben.(Großer Bei» fall.) Unsere Anträge auf dem Gebiete des Schnlivesens sind theils dem Ausschuß«iberiviesen, theilS von vornherein abgelehnt «vorde». Sie«verde«« aber immer«vieder aus der Tagesordnung er- scheinen, bis sie beivilligt sind,«vas jedoch»nr geschehen kann,«venu die Zahl der sozialdemokratische» Stadlverordnelei» vermehrt«vird. Darum inüffen auch die Frauen, so»veit es a» ihnen liegt, zur Stärkung der sozialdemokratische» Bertretuug in» Rothen Hause bei« tragen. Die Sessel der drittel« Abtheilung müssen insgesammt von Sozialdemokraten, der einzigen Partei, die für die Armen und Unterdrückten ei» Herz hat, beseht werden. Ein Wahlersolg, an dem die Frauen«»itgeimrkt haben, ist nicht»nr ein Sieg der Sozial- demokratie, sondern auch ein Ruhmesblatt mehr in der Geschichte der Be>veg»»g der Berliner Proletarierinne».(Großer Beifall.) Slls erste Rednerin in der Disklission nahm Frau Ihrer da? Wort. Sie kennzeichnete». a. die Mangelhaftigkeit des heutigen Volksschnlivesens,««nd stellte den Antrag, daß die sozialdemo- kratischen Stadtverordneten bei Wiederholung ihres Antrages auf Einftthriliig der obligatorischen Fortbildungsschnlen für geiverbliche Arbeiter unter 13 Jahren, diesen auch auf die Mädchen ausdehnen sollen. Bon den letztere»»verden im praktischen Leben nicht»veniger Kenntnisse verlangt, wie vo» den Männerir. Die Rednerin gab der Erivariung Ausdruck, daß auch die Frauen, so»veit es in ihrer Macht liegt, bei den Wahlen auf dem Posten sein«verde». Den Arbeilerfranen sei ja i» der Stadtverordneten- Versammlung nachgesagt«vorden, daß ihre Faulheit nnd Bequem- lichkeit schuld darn» sei, iveiin die Kinder ohne Frühstück zur Schule gehen müsse«». Sorgen«vir daher für sozialdemokratische Wahlen und zeigen«vir somit durch die Thal, daß die Arbeiterfrauen ge- «vohnt sind, früher aufzustehe»,«vie die Herren Bourgeois, und daß sie denselben«veit voraus sind in ihren Ansichten.(Lebhafter Beifall.) Singer belnerkt» der von der Vorrednerin angezogene Antrag, die Fortbildungsschule» betreffend, verlange die Einführnng deS obligatorischen FortbildungSnnlernchts sür gewerbliche Arbeiter miter 18 Jahre». Damit seien beide Geschlechter gemeint. Der Antrag mußte in dieser Form gestellt«verde»,«veit die Geiverbe- Ordnung dem Magistrat nur das Recht gebe, für geiverbliche Arbeiter Forlbildungsschnle» einzurichten. Frau Greife»berg«veudet sich in längeren Aussührnngei««» die Frauen, dieselben zur lebhasten Theilnahme a» den Wahlen aussordernd. Sie schloß mit de» Worten: Wo es sich,«vie bei der Schulfrage,»>» das Wohl Eurer Kinder Handell, da zeigt, daß Ihr Eure Schuldigkeit thnn wollt. Wo die Männer säninig sind, da fordert sie auf, zur Wahl zu gehe». Sorgt dafür, daß noch mehr Sozialdemokraten ins Rothe Haus komme». (Lebhafter Beifall) Reuter führte auf griiud eigener Erfahrungen ans. daß es sehr schiver sei, uneiitgeltliche Lehrmittel zu erlange». Er sei mit einen« dahingehenden Antrage nbgeiviese»»nd sein Sohn sei»och dafür, daß er die Bücher nicht halte, geprügelt»vorden. N e u»« a n ii sprach für die Belheiligung der Mädchen»nd Frauen an geiverkschaftlicher Organisalion. Nach einem Schlußwort Singer's «vnrde der von Frau Ihrer gestellte Antrag aiigenoinnie««, ebenso eine Resolution, die sich mit den A«>sführunge» des Referenten, so- «vie»lit der Thätigleit der sozialden«okratische» Stadtverordneten einverflanden erklärt, nnd die Anivesende» verpflichtet, soivohl für Herbeisührnng sozialdeinokralischer Wahlen,«vi« anch ferneres Wirkt» im Sinne der Sozialdeinokratie einzutreten. Persauttillniig der Gold- nud Tilbcrarbeiter vom 26. Oktober. Den Bericht des Vorstandes giebt B r ü ck>« e r. Nach demselben fanden ll Versamnilniige», darunter 2 Generalversammlungen»nd t außerordentliche Versammlung statt; des weitere» fanden 11 Vor» slandssitzunge» und mehrere Delegirlensitzungen statt. Den Kassen- bericht giebt T s ch e» t s ch e r zunächst vom 3. Quartal. Die Ei»- »ahme betrug 623.39 M.. die AnSgabe 588,22 M.; verbleibt Bestand 35,93 M. Jahresabschluß sür die Zeil vom 1. Oktober 1896 bis 39. September 1897. Die Einnahuie betrug 2466,19 Mark, die Ausgabe 2431,92 Mark; bleibt Bestand 35,98 Mark. Der Iluterstühungsfond ergiebt dei einer Einnahnie von 513,75 M. »nd ei««er Ausgabe von 233,79 M. einen Bestand von 299,95 M. Auf Antrag der lltevisoren,««elche Bücher>«»d Belege i» bester Ordmiug sauden,«vird dem Kassirer einstimmig Techarge ertheilt. Die Wahl des Vorstandes ergab folgendes Resultat: Brückner 1., Wenzel 2. Vorsitzeuder; T s ch e» t s ch e r l., B e ck e r 2. Kassirer; iltabe I., Feiste! 2. Schristsührer; Vege Haupt, Beisitzer. Revisoren: Heinemann und Li» de in an». Hierauf hielt Dr. Joel einen Vortrag über die Nordpolsahrl Nausens. Hieraus bespricht der Vorsitzei«de in eingebender Weise den schiveren Kampf der englischen Maschinenbauer und beantragt, denselben 199 M. aui dem Verg«>ügl«iigsfoiids zu übcriveisen. Dieser Antrag fand eiu- stimmige Annahme. Sodann»>aedt der Vorsitzende»och anf di« BußtagSpnrtie und auf die am 23. November stattstnbende Ver« saniinlniig ausmerlsai»«nid ersucht»in rege Betheiligung. FriedrichSberg. Der hiesige Arbeiter- BilduugSvereii» hielt am 26. d. M. seine Gcneralversainmlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Aerfaiiiililung das Ableben der Partei- genossen D o l l i n g und G r i l l e» l> e r g« r i» der üblichen Weise. Dam« hielt Sasse» back« einen Vortrag über:„Die Berfassnnz des Deutschen Reiches". Der Kassirer gab folgende Abrechnung: Einnahnie mit Bestand 294.69 M., Ausgabe 95,40 M, bleibt Bestand 199,29 M. Alis Antrag ter Revisoren«vurde der Kassirer entlastet._ Briefkasten der Redaktion. Mir bitten, bei jeder Tlnfraqe eine Uhtfsre izwet Buchstaben oder eine Zahl) anztisteben. unter der die vlulwort ertheilt werden soll. Tie Iiinstische Sprechstunde findet heute, Mittwoch, von 6 bis 8 llbr abends statt. I. kl. Bs. Nr. 64 21.?. Vo«- mod»«n seqnostrotionis— auf dem Wege der Zivangsverivaltniig; oc> moäa— oiif dieseldc Art; eadom qaalitate et modo=: vo» derselbe» Beschossenheit und Art. G. M., Lansitzerstrafte. Koinniei« Sie in uiisere juristische Sprech- stunde. R. 3. 45. Sie sind nur dann ivahlberechllgt, wem« Sie in der Wählerliste eiiigclragen sind.— C, Sez. 000. 1. Sprechen Sie gelegentlich in der Sprcchstuiidc vor. 3. Nein.— Zittcrochse Nr. 6. Nirgends. Walther. Wenden Sic sich an de» Vorstand des betreffende» Wavl- verciliö. Es ist nicht inisere Ausgabe, uns in dir intettien Aiigelegeiiheileli der Vereine eiiizuinischen. C. S. 1. Nein. 3. Da? gilt, faNs nichts anderes nnS bestimmten Umständen erhellt, als gcschcnlt.—(is. K. I. Ohne genanere»»studliche Darlegung des SachvcrhaltS nicht zu beantworten; sprechen Sie in der Sprechststude vor. 3. Ei» Ertcuutiiiß muß Ihnen-»gehen.— R. W. 75. Sprechen Sie gelegentlich in der juristischen Sprechslnndc vor.— B. B. 24. 1. Jo. 3. Sie käiineu den« Verein als«Nitglied nngehären. — M. W. 68. 1. 1893. 2. Z.bOM.»»it Ausfertigung der Berholidlmig 8,59 Ad. WltteruitgSiibersicht vom S. November 11407. Wetter-Proguose für Mittwoch, den 3. Novrmbcr IH07. Ein«venig kälter, zeitiveise ansllarend, voriviegend nebelig bei schivachen östliche»» Winden; keine«vcsentliche Siiederschläge. Berliner W e t l e r b u r e a». Uolks- Uevsammlnng cm DonilerstW, hm 4. November, MM 8% lljr, im Lokale heb Herrv liidliee, Teltnemiizstraje Nr. 13. TageS-Ordiiung: Die bevorstehenden Stadtverordneten-Wahlen. Referent: Otto Antrick. 212/13 Rcge Betlicililiung erwartet_ Das Komitee. Kommmawähler des 12. mid 14. Rommunal-MHIbesirlis. SticiiHidit Freitag, den K. November, abends 8V- II h r. im Lokal„Ilrania«. Wrangelstr� 9/10. Tages ortmrmg: 1. Bortrag des Stadtverordneten Genossen Vorgmann Uber„Die Thätigkeit der Sozialdemokratie im Nöthen Hause" 2. Distnssion. 2W13___ l>cr Klnbcrafcr. Ocffentlichc Kommllilaiivähltr-Vtrsilmmlllng i« Artztunnl Eiazelzahltr her Aslgcmeiaen Lrts-Kranktilkasse gewerb licher Arbeiter anh Arbeiteriililea. Freitag, de»!». November, abends 8 Uhr, findet im Englischen Garte», Alexandersir. 21c, eine 268/6 Mitglieder- V er Sammlung der Einzelzahler(resp. Selbstzahler) statt. Die Kasseubcamtcn sind hierniit eingeladen. MitgliedSbuib legitimirt. Die 13 er Kommission. I. A.: W. K u n a t. Feldzeugmeisterstr. 4. Arbeiter-Radfahrer! Donnerstag, den 4. November 1897. abeudS&/, Uhr, bei Wilkc, Rndreasstrafte Nr. 26: Oeffeutliche Bersaminlnng. TageS ordn n»g: 1. Bortrag des Genossen über: Di« Agitation auf dem Lande. 2. Diskussion. 3. Di« Voiwürfe der. Lvkalkommlssson. 4. Vcr- schiedenes. 163gb Lade hierdurch die Mitglieder der Lokalkommisston zu dieser Bersamm- lung ein. Der BertrancnSuian«. lleutschei' �letsIIai'hkitci'-Vci'hsntl (Verzv�Itun�sstelle Lerlin). Tonnskenik, ölen K.»ovemden vn.n Krosses Mal- und Instrumental- Konzert in Keller's Festsälen, loppenslrasse Mo. 29 aasgeführt von Zivil-Berufsmusikem unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Rudolf Tlctz sowie eines berühmten Sängerchors. M?" Nach dem Konzert: Grosser Ball. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang/ pnnkt O Uhr. Rillet» 25 Pf. Alles nähere besagt das Programm, welches beim Eintritt zur Ausgabe gelangt. An der Kasse werden keine Billets verkauft. Billets sind bei den Kassirern, in den Zahlstellen sowie im Verbandsbureau zu haben, 161/13 Die Ort»vcrwaUnngr. Achtung! Schuhmacher. Achtung! Eroße öffentliche SfliiilniKiitiftürrfimunliiim gm Mittwoch, den 3. November 1897, abends 8 Uhr. im Lokale »Ksnigsbnnk". Grosse Frankfnrterftrafte Nr. 117. Tages-Ordnung. 1. Der Streik bei Simons n. Co. 2. Stellnngnabme gegen den Arbeitsnachweis der Ringfabrikanten. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht aller Kosiegen zu erscheinen.• Rene freie Volksbühne. Sonntag, 14. Novbr., nachm. präz. 2Vz Uhr, im Thalia-Xheater. Zur Aussühriiug kommt: Dev Biberpolz. Eine Diebskomödie in 4 Akten von Gerhart Hauptmann. _ Regie: C l a u d t n s Merten. UN* Die Verlosung beginnt l'/z Uhr. Die verehrt. Mitglieder werden dringend ersucht pünktlich zu erscheinen. Um Störungen zu vermeiden. werden die Zugangsthnren zum Theaterraum präz. S'/z Uhr ge- schlössen._ 4{ Avis! Sonntag, den 21. November(Todtensountag): Tlzrohov Skovnt-Nbenh in Oohn'» Po»t»ar»l, BeutHftr. 19. Miilvlrkeude: Bortrag deS Herr» t>r. Paul Itvmer. Dekla matio»: Herren Ulandln» Merten, Regtssenr der ,.N. Fr. D." und Max I.anrenee vom Schisser-Thcatcr. Gesang: Konzert- und Opern- sängcrin Fran Else Moest-Schoch. Klavier: Herr Dr. Joseph Ettlingcr. Zlnsang 7 Uhr. Entrce 39 Pf. Eintrittskarten sind in alle» Zahlstellen zu haben.-VO Sonntag, den 23. November, nachmittags 2'/z Uhr im Lessiug-Thcater: E x t r a- V o r st c 1 l u n g.__ Für die englischen Maschinenbnner gingen weiter folgende Beträge ein: Durch Michaelis 5,—. Tischlereien: Pcickerk, Elisabethufer, 8,50, Kaste, Landsbergerstr. 16, 5,50. Möbelfabrik Groschkus. Gollnowstr. 18/19: Werlstatt 1 1,80, 2 6,80. 3 7,80, 4 4,45, 5 4,60, 6 6,80, Masdiineuarbeitcr 4,10, Bildhauer 2.30, Tapezsrcr 2,60, Polirer 4,65. Tischlerei Hcllmich, Vergsiratze 37, 4,80. Modelltischlerei Schwarz- kops 6,30. Tischlerei Lehmann u. Stuchatz, Fricdenstrasie 95, 6,80. KInviatursabrik von Buchholz, l.Rntc 17,70. Tischlereien: Richter, Blumen- strassc 30 18,56. Karl Müller, Köpnickcrstr. 109 a 10.10. Modelltischlerei Brodnitz n. Schdcl 4,50. Tischlereien: Rade, Wcberstr. 52 6,—, Bussiu, Wallinerstr. 27 7,35, Walz, Stralsuuderstr. 7 3,—. Möbeltischlerei Karl MüNer, Schönhauser Allee 161a 14,65. Tischlereien: Kumpel u. Friedrichsc», Dorkstr. 43 pari, nnd 1 Tr. 10,05, 2 Tr. 5,90, 3 n 4 Tr. 6,35. I. C. Psaff, Zeughof 3 2,—. Modelltischlerei Kärger, Krautstrahe 52 2,90. Tischlerei durch Rausch 2,—. Tisd>lereicn: Joneleilh». Psass, Krautstr. 52 5,55, Maust inkl. Budiker, Rauiumstr. 68 19,25, Bollmann, Rüdersir. 26 4,69. Möbelfadrik J.C.Psnff.Mnschi»enarb.,Zcughos3 7.20 Tischlereien: Bertram, Eisrnbahnftr. 1 1 2,25, Sänger, Mnncrstr. 47/48 9,20. G Böhvlc u. Comp., Rcichciibergcrll4. Pianofabrik Jaichtnsly, Diefsenbachstr. 33, durch Thielecke 7,60. Knopfsabrik van Manasse, Blniiicnstr. 24 4,80. Piauofahrii von Sicvcrt, Urbanstr. 102, erste Rate 6,25. Tischlereien: Jesabeschke, Grichcnowstc. 3/4 5,30. Schneider, Gricbenowstrahe 3/4 1,80. Piaiwsortcfahrit Lanrinat, erste Rate 17,85. Tischlerei Bricger, Bülowstr. 57, 4,65. Pianafabrik Pfeifer, Wasiergasse 4, zweite Rate 10,15. Klaviaturfabrik SchwolS u. Ca., Köpnickerftr. 154a, 11,80. Tischlereien: Meisch n. Walter, Waldcmarstr. 14, 24,— Olm, Köpnicker- straste 27, 14,60. Plagemaim, Bellealliancestr. 84, 5,60. Saivatzky, Bclle- alliancestrahe 84, 6,50. Bäcker, Blücherstr. 35, 9,—. Zcllmazeck, Wrangcl- straste 56, 5,10. Klaviaturfabrik Sübring, Elisabeth-llfer 11, 5,05. Tischlereien: Unrau, Graste Franksurtcrstrahe, 5,20. Hanke u. Köber, Webersttl 52, 9,50. Grabow, Mantcusselstr. 60, 3,60. Stuhlfabrik HcimS n. Sohn, Reichen- bergerftraste 113a, 8,05. Pianosabrik Knabe u. Thal, Dicssenbachstr. 36, erste Rate 6,30. Tiickilercien: Hcidekiank u. Biletzki, Alte Jakobstr. 132, 7,40. Rcicholv, Strauöbcrgerstr. 12, 3,70. Tictze, Köntgsbergerstr. 29, 4,10. Courtoiö, Schivedterstr. 258, 4,25. Gebr. Krebs, Rüdersdorserstr. 26, 5,-. Planomechanik-Fabrik Schütze u. Frennd, Köpnickerftr. 153, erste Rate 8,85 Tischleret Egnitz, Graste Frankfnrtcrstr. 125, von Tischlern und Maschinen- arbcitcrii 12,50. Tischlerei Reichel, Prenzlauerstr. 15, 3.—. Möbelsahrik Seifert u. Wolf, Frnchtstr. 36, 21,—. Drechslerei Wcgelcben, Andreasstr. 32, zweite Rate 3,50. B c r i ch t t g n n g: In voriger BeitragSliste muß eS heißen«raufe u. Corilla 14,00 und nicht 6,75. Weitere Beträge werden entgegengenomuien im Arbeitsnachweis für Holzarbeiter, Anncnstr. 39. Orts-Krnnkeukasse für daS Uerbrauer- Gewerbe zu Berlin. Donnerstag, den 11. November 1897, abends VjS Uhr, in den Armin-Hallen (Gedr. MicUtz), Kommandantenstr. 20: Ersatz-Wahle» der Delegirten der Herren Arbeitgever, wie auch der Herren Arbeitnehmer, nnd zwar: 11 Arbeitgeber, 37 Arbeitnehmer. Der Wahlalt der Arbeitgeber be- ginnt präzise V,8 Uhr und endet um punkt 8 Uhr. Die Arbeitnehmer wählen von 3 Uhr bis V29 Uhr. Auch dieser Wahlakt wird präzise geschlossen. Das Mitgliedsbuch legitimirt. Hieran anschließend findet die orhcittl. Ctttertlltiersllttimlttltg um V,9 Uhr statt. Tages-Ordnung: 1. Neuwahlen zum Vorstande(3 Ar- bettgcbcr und 6 Arbeitnehmer). 2. Wahl der RcvisionSlommisston zur Prüfung der Jahresrechnnng 1897. Verschiedenes. 46/5 Der Borstanb. Otto Wolf, Vorsitzender. Villig! Nester z. Anzügen. BiUig l Eapes, Jnckets prctswerth, verkauft Rester-Hniidliiiig, Soranerstr. 39. Bekanntmach,«itg. Die orhttttl.Getterltlmslttnmlttitg der Grts-Krankenltape für den GewerbebetritbüerKittliletttt, Hlltthelslttllc tt. Aptttheker findet am Donnerstag, de» 11. No< vembcr, abends 8'/, Uhr, in der Berliner Ressource, Komman- dantenstrasse S?, statt. TageS- Ordnung: I. Abänderung der Z§ 2 und 5 des Statuts. 2. Erneuerung deS Vertrages mit dem Berein Berliner Kassenärzte für das Jahr 1898. 3. Erhöhung der Gehälter von drei Beamten um je Ml. 120,— jährlich vom 1. Dezember er. an. 4. Wahl der Kassen-Revisoren zur Prüfung dcr Rechnimg des Jahres 1897. 5. Barstandswahlcn: a) Wahl von 2 Vorstandsmitgliedern seitens der Arbeitgeber auf 3 Jahre. b) Wahl von 4 Borftandsmitgiiedern seitens der Kasscnmitglicder aus 3 Jahre, sowie Ersatzwahl eincs Vorstandsmitgliedes für 1897/98. 90/17 Der Borstand. Achtung! R. Buske, Grenadiersir. 33. Q(SSf#«Mt twNNllift flnb kür gute Sonnabende vor Weihnachten. d wUllf Illu ItilUCill� sowie nach Weihnachten noch zn vergeben.— Mehrere Bercinsziinmcr.— Meldungen rechtzeitig erbeten._ Möbel-Gelegenheitskauf.5ÄÄr.2| (früher Rosenthalerstr. 13) liefert bürgerliche Wohnungs- Einrichtungen schon von 150 M. an. Coulante Zahlungsbedingungen, Lager gebrauchter und verliehen gewesener Möbel. Eigene Tapezier- und Dekoratwns- Werkstatt. 3467L» Transport durch eigene Gespanne, auch nach außerhalb. Orts-Krankenkaffe dcS Töpfer-Gewerbes zn Berlin. Donnerstag, den 4. November 1897, abends 6 Uhr, im Lokale des Herrn Röllig, Rosenthalerstr. 11/12: MtlttlHkiterttlvttsltmiitlttng der Mitczlicdcr (Arbeitgeber und Arbeitnehmer). Tagesordnung: 1. Neu- bezw. Ersatzwahl dcrDelegirten (§ 47 des Statuts, 21 Arbeitgeber, 38 Arbeitnehmer). 2. Anträge zur Generalversammlung. Donnerstag, den 4. November 1897, abends 8 Uhr, im Lokale dcS Herrn Röllig. Rofcuthalerstr. 11/12: LrhtttllHtittralvtchimlNg dor Dclcgirteik (Arbeitgeber und Arbeitnehmer). TagcSordniiiig: 1. Neu- bezw. Ersatzwahl deS Bor- stnndcS(2 Arbeitgeber, 4 Arbeit- nchmcr). 2. Wahl des«nsschnsseS zur Prüfung der Rechnung pro 1897. 3. Beschlustfassung über den Vertrng mit dem Verein der sreigewähiten Äasscn-Acrztc pro 1898. 4. Stntiitciiäuderimg(§§ 1—68, spcz. 2, 13, 14, 19, 27 und 28). 5. Bericht über den derzeitigen Stand derZeiitralisation der Orts-Kranlen- lassen Berlins und der Vororte. 6. Antröge von Mitgliedern. 201/5 Ter Borstand. // Kmikett- WjttWe „Volkswohl Eiiigcschr. Hilsslasse Nr. 127, Berlin. Oertliche Verwaltung II, Osten. Donnerstag, den 1. Novbr. er.. abends 8 Uhr, findet im Lokal znm „Frcischiiv-, Fruchtftr. 38, eine Mitglitkr- Bechmuiluitg statt. 1637b Tages-Ordnung: 1. Wahl eines Kasstrers. 2. Verschiedenes. Die OrtSvcrwalkung. Maurer, Gipser.WM- dinder n.Mlhatenre (Grundstein zur Einigkeit) Stahlst. Charlottenbiirg. Den Mitgliedern zur Kcnntniß, daß das Kasscnlokal verlegt ist von Wolter, Magazinstrabe, nach der WaUstr. 98 bei Rarl Wllke. Tic Zahlabende finden schon von Sonnabend, den 9. Nov., b. Wille. Wallstr., statt. 149/8_ Der Vorstand. Itnfallsacheu, Klagen, Eiiigaben Ik Pntsger. Stcgliüerstr. 9.",. Johamsbeerwein ,|lO Litepwolnffln» 10 Pf. Eugen Heumann& Co., Obst- und Beeronweinkolterei. Damit ein geehrtes Publikum sieh von der Güte und Vorzüglichkeit unserer Fruchtweine überzeugen kann, haben wir einen Ausschank errichtet und zwar Kommandantenstr. 67. Honifiopatb.P8liklinlk Bniniienstraste 14' tägl. 12V,— 2 mittags(auch SonntagS). Rest Die Bestände Winter» Paletot- Stoffe la Kammgarn- Hosenreste verkauft jetzt spottbillig das Tnehl Hoher Steinweg 4. inger Fertige Betten»»" 9 Mk.«" bis zu den feinsten Herrfchafisbetten, Bettfedern und Bannen in größter AitSwahl spottbillig. E. Becker, Landsbergerstr. 45. Betten, Gardinen, Regulatoren spottbillig Reanderstr. 9. Pfandleihe._ Winterpaletots, Remontoiruhren, Goldwaaren, Opern- gläser spottbillig. Pfandleihe, Neanderstr. 9. 3/34» Todes �Nnkeige. Am 1. Novbr, nachtS 3", entichlief sanft nach länzerent Krankenlager mein lieber guter Bater vustsv vsollen im Alter von fast 85 Jahren. Die Beerdigung findet am Donners- tag, den 4. Nov., nachm. 3 Uhr, vom städtischen Krankenhause am Friedrichs- Hain aus nach dem städt. Friedhofe in Fricdrichsfelde statt. Die trauernde Tochter: O. Baader, Todes- Anzeige. Am Montag Morgen S3/, Uhr starb unser altbewährter Parteigenosse Vater Baader im Alter von 84 Jahren.(216/14 Die Beerdigung findet Donnerstag- Nachmittag 3 Uhr von der Leichen- Halle des Krankenhauses am Friedrichs- Hain nach dem städtischen Kirchhof in Friedrichsseide statt. Um rege Betheiligung«rsud>en Die VertranenKteiite des 4. Berliner Reichstage* Wahlkreises. ■»■■MaHBnanaBBnm Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berliner Rcichslags-Wahlkr.(Osten). Todes-Anzeige. Den Mitgliedern znrNachricht, daß, miscr Mitglied, der altbewährte Partei- genosse(243/17 Cirustirv Baader im Alter von 84 Jahren gestorben ist.: Die Beerdigung findet am Donners-! tag Nachmittag 3 Uhr von der Leichen-. Halle dcS Krankenhauses am Friedrichs- Hai» nadi dem städtischen Kirchhof in' Friedrichöfeldc statt. Um rege Betheiligung ersucht Der Borstand. Danksagung. Für die zahlreiche Theilnahme und reiche Kranzspende bei der Beeidigung unseres Sohnes, Bruders und Bräu- tigams Barl leiet.rnnskl allen Freunden». Beknmilen, insbesondere dem Milsikverein„Vorwärts" unser» herzlichsten Danl. 16385 Die trauernde» Hinterbliebene». Die gegen Herrn Atix. Bleie, Wollankstr. 116, geihanc Beleidigung nehme ich hiernüi zurück und erkläre denselben als einen reellen, ehren- haften Mann. 1646b H. Krüger, Wollankstr. 116, Pankow. WM" 4. und II.DtMbtr wie auch z. Maslenballzcit noch Säle frei Engl. Garte», Alexandcrstr. S7e. Säle elektrisch erleuchtet. 3094L» Barier Kllmrnel-KSse, äußerst sein, fett n. pikant, 100 Stück 3,50 M., versendet gegen Nachnahme die Harzkäserei von 3/15» Stiege(Harz). Fritz Weiman». Nachtigasten. chines., Dompsassen, Zwergpapageien, Paar 3 M, Singvögel, Vogelbauer billigst, prima Vogelsutter, deutsche Ameiseneier. Schnelle, Jnvalidcnstr. 7. Kleine Tischlerei m. sämmtl. Werk- zeugen». Vorräthen ist bei sehr bill. Micthe sof. zu verk. Offerte» erb. mit. H. lO Postamt 57�_ 15036 zigitnettgtslhiist mn®aÄ! für 200 M. zu verk. Weißensee, Köiiig-Chaussee 39, Wiindcrltch. �Rcstanratio». v. Schank, verk. bill.' Klaute, Reichenbergerstr. 97. I1645b»� Striekmaschineu verk. Elebers,; Landwchrstr. 27._ 1642 vi Kl. möbl. Zimmer, sauber u. sreunvl., Solmsstr. 9, Hos 1 Tr. l._ 1643b Arbeitsmarkt. Achtung! Achtung! Holzarbeiter! In der Möbelfabrik von 1288/7 Bderliardl,Michl!elbri'lcke1, Kompioir Holzniarttstr. 21, stehen 65 Tischler, 5 Drechsler und 25 Polirer im Streik. Zuz, ig ist ftrWhalten. Korbmacher tüchtig aus Bambus- Möbel, hoher Loh», verlangt 1627b> L a u l a u, Klcinbeerenstr. 24. >U4nhrifte Agenten für Fcuer-Ber- "s sicherung werden für Berlin un» Vororte stets gesucht. Es wird außer- gewöhnt, hohe Envcrbsprov. gewährt. Offerten sub„Nebenverdienst" an das Postamt 44 postlagernd. || Tüchtige Bcrgoldcrinne» und geübte Belegerinnen auf Gold- leisten sucht 1641b Werkmeister, Brunnenstr. 194. Büchsenmacher, nauen Feilarbciten, verlangen Itvsehke A Co., EHarlottenburg. Gutenbergstr. 23 o. _ Station Thiergarten. Näherimlc» für Herren- u. Damenwäsche verlangt Königsberg, Putbuserstr. 32, 2 Tr. Berfilbercr aus Kanten verlangt Ad. Göpfert, Markusstr. 44 II. 11648b IMT DicOrts-Krankenkasse der Mechaniker sucht zum sofortigen Eintritt einen Bnrcatt-Hilfsarbeiter mit guter Handschrift. Kassenuiitglieder event. bevorzugt. Nur schriftlich» Offerten sind an da» Bureau, Kloster» straße 65/67, zu richten. 16Z4b _ V Kartonarbeiterinnen verlangt Ang reß, Alte Jakobstr. 8. Bilderglaserv.Wasierthorstr.4g. slköld Rahmenkröpser Verl. Wasserthorstr. 46. Verantwortlicher Liedaiteur: Rnanst Jacobcy i» Berli». Für de» Jnserateulheil verantworttich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. lt. 257. 14.| ■ 2. StilU Ks Jotiuiirtä" Ittliim lotolilatl. M..«, Vevsatttmlnttüen. An riner VolkSversalliililnilg, die am I. November in der No>doenische» Brouerei tagte, referute der Stadtverordnete Bruns über!.Freisinnshelden iu der Sladtvertretnng". Der Redner de- handelt« in seinem Vortrage i» eingehender Weise unsere Forde- rangen aas dein Gebiete der Schule, erörterte die Nothivendigkeit der von den sozialdemokratischen Vertretern eingebrachten Anträge bezn.si. der Liefernng der linentgeltliche» Lehrmittel. Lieferung des Fiuhstäcks für die Kinder, das Verbot der Nebenbeschäslignng der schulpflichtigen Kinder, die Anstellung von Schulärzten, und krilisirle im iveileren das Verhalte» der freisinnigen Majorität gegenüber den Forderungen auf eine Herabsetzung der Frequenz der einzelnen Klassen in den Gemeindeschulen nnd die Errichtung von obligatorischen Fortbitdungsschlilen. Nachdei» der Redner noch auf die von den Arbeitervertrctcrn gestellten Aiiträge, betreffend den obligatorischen Besuch der Volksschule und bezüglich der Zulassung zu de» höheren Schulen eingebend molivirt halte, verwies er auf die verschiedenen Einnahmequellen. die es der Stadtverwaltung sehr leicht mache» würde», zu dieser nothivendige» IKeform des Schulwesens die nothivendige» Mittel auszubringe». Hierauf beleuchtete der Redner noch eine Reihe von Verbesserung?- bedürftigen Einrichtungen aus anderen Gebieten, unter anderem in bezug auf das Submissionswcsen und forderte zum Schluß die Ver- sammelten auf, dahin zu wirke», daß lvenigstens in die 3. Ablheilirng nur Männer gewählt werden, die das Interesse des arbeiieuden Volkes vertreten, wie dies im ausgiebigsten Maße von den sozial- demokratischen Vertretern bisher geschehen ist. Den mit leblimtem Beifall aufgenommenen Ausführungen folgte eine längere Diskussion im Sinn« des Referats, in der außerdem auf die Uebersüllung der Heinistätten hingewiesen, die Vetlernschast in der Stadtverwaltung kritisirt nnd entschieden gegen die Behauptung, daß es nicht die Armuth der Eltern, sonder» oft die Bequemlichkeit und Faulheit der Mutter sei, daß die Kinder ohne Frühstüek in die Schule geschickt werden, protestirt wurde. Ein Gegner hatte sich, trotz ivicderholler Aufforderung, nicht zum Wort gemeldet. Nachdem noch zur leb- haften Agitation für die sozialdemokratischen Kandidaten aufgefordert »var, erfolgte der Schluß der Versammlung. Eine öffentliche Stnrkatcnr-Vcrsammllllig fand am I. No- vember in Buske's Lokal in der Grenadierliraße statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte» die Versammelten das Andenken des Genossen Grillenberger i» der üblichen Weise. Ter Rechenschafts- bericht der Vertrauensleute wies nebst Bestand vom vorigen Jahr eine Einnahme von 866,32 M. aus gegenüber einer Ausgabe von 727.öS M.. so daß 133,77 M. Bestand für das»ächne Geschäslsjahr zu verzeichnen sind. Nachdem D a s ch ü t t über die sonstige Thälig- keit der Vertrauensleute berichtet halte, wurden nach kurzer Diskussion ans Autrag der Revisoren beide Vertrauensleute entlastet. Beschlossen wurde, Kassenwesen und agitatorische Thäligkeil hinfort in Händen einer Person zu legen, und ernannte zu diesem Älnil den Kollegen D a s ch ü l t. C b a r l o t t e n b u r g. S ch l o ß si r. 36. Weiter wurde die Einziehung und Vernichtung der 16 Pf.-Agitationsmarken beschlossen, da durch die erfolgte Auslösung des Fachvercins und den Anschluß an de» Zeulralverbaud auch die Sammlung öffentlicher Gelber anders vorzunehmen sei. Stach diesem wurden eine Reihe von Mißständen bei der Firma Oskar Thiele und der Firma Ha n er als im höchsten Grade abstellungsbcdürslig, lebhast besprochen; besondere Kritik erfuhr die bei der Firma Haner übliche Praxis, wonach den Eluckatenre» allivöchentlich ein Thett von ihrem Lohne ein- behalten würde und erst Weihnachten zur Auszahlung gelange. Ein dort beschäftigt gewesener Sluckalenr koustalirte, er sei genölhigt gewesen, bei dieser Firma Feierabend zu machen, ruir nur seinen ein behaltenen Lohn vollständig ausbezahlt zu belommen. Bon anderer Seite wurde betont, daß konsequentes Bestehen auf voll- ständige Auszahlung am Sonnabend tbeilweise Erfolg halte, zum theil rourde die Schuld an dem eingerissene» Geschäilsgebahren den von der Firma iiuporlirten Tiroler», Schweden nnd übrigen Aus- läudern zugeschrieben. Bemängelt wurde hierbei, daß die Mehrzahl dieser Ausländer zusricdcn wären mit dem, ruas ihnen bei Schluß der Saison ausgezahlt würde. Beim Landtagsbau seien durch plan- loses Arbeiten von den Zlkkordarbeilern etwas höhere Verdienste erzielt worden; die Folge davon sei, daß die Firma Hauer hier eine Reduktio» der Löhne vornahm; die Stückarbeit an de» Fenstern sei um 3 M., die der kleinen Schüre» um 5 M. und die der große» Thür«» um 6 M. rcdnzirt worden. Dem Vertrauensmann wurde ausgegeben, im Verein mit dem Bureau der Versammlung Schritte zu thun, um diese» Mißständen energisch entgegeuzulreten. Zum Schlüsse wurde ein Autrag angenommen, von der hiesige» Filiale 600 M. zu leihe» und dieselben sofort de» englische» Maschinenbauer» zuzustellen. Im Textilarbeiter- Verband(Filiale I) hielt am 23. Oktober Genosse W r l k e eine» von der Lersammlnng bcisällig auf- genommenen Vortrag über:„Wie kann der Arbeiter seine wirthschaftliche Lage verbessern?" Hierauf«erlas der Kassirer den Kassenbericht vom zweiten Quartal ISL7, der mit einem Bestand vom ersten Clnartal eine Einnahme von 631,62 M. und eine Ausgabe von 501.60 M. ausweist. Nach dem Bericht des Bibliothekars wurde im verflossenen Jahr die Bibliothek von 46 Leser» benutzt, welche 69 Bände gelesen haben. Bibliothekar wurde Kohl einstimmig wiedergewählt und hleranf dle Abrechnung vom Stistungssest verlesen. Die Einnahme betrug 237 50 M., die Ausgabe 225,05 M. Der Antrag, 50 M. den englischen Maschinenbauern zu bewilligen, wurde angenommen. Vom Ueberschuß der Vorstellung i» der Urania in Höhe von 47 M. sollen IS M. zur Agitation verwandt werde». Am ersten Weihnachts- feierlag veraustaltet der Verein ein Vergnügen im Lokal Königsbank, Gr. Frankfnrlerstr. 117. ZUl»U«r-SII»»»a»t<>i»le. Julelstr. 10. v.»Tr. Mittwoch: Natton-l« ökonomte tföiuupbegilfse der NaUoiialötonomle! Dr. Tour. SchmtdO. Tonnerftng; S e s ch t ch l e«Dle voraeschtchtliche Zelt und die ersten geschichlllchen Uel'nlieserunaen! Dr. S-org Z-Pv ler). Dt/«tbltothet tst 8-9 Uhr oeöfsnet. Mtigliedsbetlrog monatl. LS Pf., Kursus 00 Abende)> M. pro Fach. Thctlnehmer weiden ausgeuowwe» tu der Schule und tn folg. Stelle»: Sotts�Schulz, Stduitralsir.«o»: Steul, Barnlinslr.«»: Schiller, llloseulhalersir. M, aMntit, Müller, ir. 7»: Pont Mücke, Mauleussetstr. 1-8: DIelf-nbachstr. 8». Zilie Zuschrtslen sind au den Po>üt>cndcn««« l M Ü ck« sr.. S0. Man- leustelstr. 128, Seldsendungen an den Kassirer H. Königs, s. DlefsenbachsU.»o, 'xnnd»,uun»tchaft der Kchle«wig-A>>lftel»»r. Heute �bend sx Uhr: Tefchüsiltche Slhung in s. Feucrsietn'S geflsäten, Alle Jatobstr. 7S. Sonnabend, den s. Rovemder. abend« Uhr: Herbsi-Kränzchen in obigem Lokal. vonalollov, LnaUsIi Conveisational- and Reading-Club. 9 ocIocK»t Teltenborn's Restaurant, VVall-Slrasse 91. Guesls»re welcome. Topic; Looking backward,__ Eingelaufene Dritlkschrifte«. Jtt«rtlen»t»»d-n. Jlluftrtrte Moinanbibltothek für da« arbeitende Volk tBerlin,«erlag der Buchhandlung Vorwärts) Prei« pro Seft lo P,. enthält tn Nr. er und«s den laufenden großen Roman: Der Kamps um die Scholle von Elise OrzeSko(Fortsetzung». Ferner: Eine Seedach-Anekdote. � Der ge- tränkte Waldl oder: Eine Dhat der Verachtung.— Die« und Jene«(Feullleto- ntstische und tulturhlstorische Sk>«-n,- Wig und Scherz., �.. Bau der„Ktuni Zeit" tSluttgarl, I. H. SS. Dieb' Verlag) ist toeben da» 6. H-n des 10. Jahrgangs erschienen. Au« dem Inhalt hebeu wlr hervor Die Unverbesserlich-!,.- Von Siuse zu Stuse. Zur«-schichte der burger- Itchen Klassen tn Polen. Von Rosa Luxe», bürg.— Dle otonomlschen«rund- laqe» der Mullerherrschast. Von Heinrich Tunow. lFortsetzung.)— Der glibußtcr Tectl Rhodos und seine Tharlered Company tm Roman. Von Edward Avcltng.— Feuilleton: Der gelbe Domino. Roman von Marcel Prevoft. lFortschung.)_«____ Kür de» Julmlt der Inserate «berniiliuit die Nedaktiv» dem Ptiblikniii gegenüber keinerlei Bcrliiilwortnug._ CTicntcv. Mittwoch, den 3. November. Opernhaus. Der Evangelwiaun. Phantasien iui Bremer Raths- keller. Anfang 7 Uhr. Tchauspielhaus. Helgas Hochzeit. Anfang 71/z Uhr. Deutsches. Mutter Erde. Anfang 7t/z Uhr. Berliner. Mein Leopold. Anfang 7V2 Uhr. Goethe. Der Salontyroler. An- sang?:/, Uhr. Lessing. Haus Huckebein. Anfang Urania TunbcnMrasse 48— 40. Natnrkimdl. Ausstellung täglich geölihet von 10 Uhr vormittags ab, Eintritt SOPf.— Abends S Uhr Wissenschaftl. Theator. InvalidcnNtrnsMO Xo. 57, Oä: Täglich(ausser Sonntags und Mittwochs) abds. 8 Uhr: Wissen- schaftliche Vorträge. Näheres die Tagesanschläge! Urania-Theater(Jiivalideustr. 57). Dir.: Dr. Koppen u. Dr. Stoedtner. Mut».: Venedig 8 Uhr. nnd seine KnnstschatEe. 7V, Uhr. 8. Ee (König Lear). Neues. Ee Uear Anfang 7V, Uhr. Residenz. Odette. Anfang 7»/, Uhr. Schiller. Spritz- Phritz. Ansang 8 Uhr. Unter de» Linden. Die Groß- Herzogin von Gerolstein. Anfang 8 Uhr. Luisen. DaS alte Lied. Anfang 8 Uhr. Thalia. Tohu-Bohu. Ans. VI, Uhr. Ostend. Unsere ReichSpost. Anfang 8 Uhr. Central. Berliner Fahrten. Anfang 7V, Uhr. Friedrich> Wilhelmstädtisch«». König Lear. Anfang 8 Uhr. Im Sumpf. Ans. Spezialitäten. An- Kllexanderplats 8 Uhr. Reichshallen. fang 8 Uhr. American. Berlin, wie's näht und trennt. Anfang 8 Uhr. Apollo. Spezialitäten. Ans. 7i/, Uhr. Feen-Palaft. Spezialitäten._ Sdzillrv�Dlzettter (Wallner-Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Kyritz- Pyrih. Donnrrstag, abendS 8 Uhr: Fyritf- Pyrit?. Dienstag, abendS 8 Uhr: Da» Stärkere. Hierauf zum ersten Malr: Mitten in der Nacht. I-msell-Vkeater 34. Reichenbergerftraße 34. Abends 8 Uhr: Zum I.Male: Das alte lieft. Schauspiel in 3 Aufzügen von Fellx Philipps. Morgen, Donnerstag: Dieselbe Darstellung. Direkte Verbindung mit dem Theater: Elektrische Bahn: Dönhoff- Platz— Rcichenbergerslraße in 10 Mmuteu. Ckirtnil-Iliestoi' Alte Jakobstr. 30. Direktion Illcliard Schnitz. Mittwoch, den 3. November 18g7: Emil Thomas a./z Uhr. liebende Hechte pro Pfund 60 Pf. Ecbeudc Karpfen pro Pfund 75 Pf. Prima frischen Zanders pro Pfund 50 Pf. Pa. frischen Sächcllflschl pro Pfund SO Pf. Pa. frische Rothzniigcn I pro Pfund SO Pf. Pa. frischen Seelachs pro Pfund SO Pf. Pa. fr. AIpen-Eorellen pro Pfund 60 Pf. Alle anderen Fisohsorten in reichster Auswahl zu Aus- nahmepreison. 16 Dragoner-Strasse 16 Otto €i uiideriuaitn I Fiscligrossliandlmig. Tägl. Versandnaoh ausserhalb] American-Tbeater. Dresdeuerstr. 55. Dieustag, beu 2. November 1897: Kolossaler Erfolg! Stürmischer Beifall! Zum 53. Male: Berlin wie'S näht und trennt. Volksstück m. Gesang iu 2 Abth. v. L. Elp. Musik von M. Schmidt. Der Traum hon Bayreuth. Parod. Traumbild. Hugo Schulz als Seeinann. Wally Smollm, Erentrilpie-Soubrette. Emmy und Ernst giebentisch als Zukiiufts-Ehepaar. Paul Bendix, Humorist. Anfaiig der Vorstellungen: Sonntags Wochentags 8 Uhr. inhalteud tägiicli ans verkauft! Dieses Resultat erzielt Gebrüder iHerrnield'si 1. Original-Budapester i ju Possen- n. Operetten- 1 H Theater in Kaufmaun's Variete mit den einzig in ihrer Art dastehenden Origlnal- stiieken |Ein Abend im Wintergarten! und Im Atelier. Ausserdem; Kene 9- Vandeville Theater Grand-Hotel Alexanderplay. Heute, Mittwoch, den3. No- vember, bringen die l. Ortg. Budapester (Lautzkp und Spitzer) Eine chinesische Theehaus- geschichte. Dazu Madame Lemonie. Dem beliebten Spezialitäten- Programm ist Frl. Christ'l Schöna« mit großem Erfolg bei- getreten. Morgen, Donnerstag: SOT' Doller Abend"99 und Klabrias Partie In Vorbereitung: Das Modell! von L. HaSkel und Das Armband von Malwine Müller. Ostend-Theater. Gr. Fraiiksnrlerstr.>32. Dir. E. Weist. Zum Besten der Weihnachtsbe- scheerung armer Kinder der»0. Schul- kommisston: Unsere Reichspost. Allfang 8 Uhr. Im Tunnel von 7 Uhr an: Frei-Konzert. Donnerstag: Die Geisterglocke. Freitag: Am Altar. JFeeu-Palast LL ISurgstr. fift. Dir.: Winkler& PrUbcl. Neu! Die Neu! KalletRatten. Haupttollen Rich. W i n k l e r und Wilhelm F r ö b e l. Dazu das neue sensationelle Rovember-Programm u. a. Wotpert TriS— GrestenS Adolpht u. Ernesto— Niefries — Frid Hanson— Ballet Bar- barina und die hier so beliebten lebende» Photographie«. Ansang 7t/z Uhr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. bis 1,50 M. Maehr'sTheater Oranlcn Strasse 184. «aF* Cärtlirfi"Wl Theater- u. Suezialitiitcii- Vorstellnnitz. NoTlttttcii-Proeram m. U. a: I>eta Waldau, U. a.: bildschöne Kostüm- Soubrette. Xeu! Mr. vilkou Nen! nnd Miss Margaritta, Joliftlenr und Eauilibrist. Neu! Des Verstostene» Heimkehr. Schauspiel. Allkanll' Wochentags 8 Uhr. �llslilllj. Somitags 6 Uhr. _ Preise wie gewöhnlich._ Apollo-Theater. Friedrichstr. Kl«. Dir. J. ClIHck. Bollständig neues Programm. Hothert Steidl. Carmen-Faur. Ferner: DaS Tensattonellste auf den« Gebiete der lehenden Photographie: Oer Kosmograf und 12 Debüts. Kaffeneröffnung: 6'/, Uhr. Ansang 7'/, Uhr. Concerthans IiClpKiRerstr.Xo.48. DM- Täglich:"VW Noffmann's yuartett und Humspislen. Ansllllg Wochenü 8 Uhr u. a.; Walde als„Rosel von der Mosel". Horst als»Primadonna". Hoffmann als„Junggeselle«. Zum 203. Male:„Lenr, liebe Lene". "uYuS1' Sanssouci tzkottbuser Straste Nr. 4». Dir. H. Pierr». Artistischer Leiter Jos. Rschinger. Stürniischer Betfall. — Kolossaler Lach-Erfolg.— Spreeathener. Sensationell! Oes Colibrls, die kleinsten Radfahrer der Welt. Das beste Spezialitäten- Programm Berlins. Anfang des Konzerts: Wochent. 7 Uhr, Sonntags 5 Uhr. Anfang der Vorstellung: Wochent. 8 Uhr, Sonntags 6 Uhr. S&f Grosser Ball. jvnfrcf Wochentags 30 Pf. vlltllT. Sonntags 50 Pf, Wochent. Passe-partouts gütig. Diese Vorstellungen finden jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag statt. 14. Plerr�. Alcazai* Variete- Theater I Hanges. Dresdenersiraße 52/53(City-Passage) Aiuiensltaße 42/43. Direktion Sl i ch a r d SB in Her. Vornehmster Familien- Aufenthalt. Reu! Novität! Neu! Her Bemverfllhrer. Große Ausstattnngs-Operette in 1 Zltt von Leop. Ely. Milsik von Holländer. Neu! Vorher: Neu! In tausend Acngsten. Lustspiel in 1 Alt. Auftreten Jämmtl. Knnst-Spezialitäten. Ullfilllll" Wochentags 8 Uhr. Allsllllg. Sonntags 6V, Uhr. Entree 30 Pr. Zieservirter Platz 50 Ps._ IReiebshalleu-Theater, l-cipzlRerstrasse 77. | Von d.gesaminten Presse | u. Publikum als grösste Sensation anerkannt! Das flammende sw- Räthsel? und 16 neue Debüts. Anfang des Konzerts VVjUhr, der Vorstellung 8 Uhr. Entrde SO Pfg. Im Eeiohshallon-Tunnel: MIIItftr-Konzert d. Königin Augusta-Kapelle in Uniform König!. Musikdirigent Prxywarskl. Anfang 8 Uhr. Entree 20 Pf.■ I>i% Ii eh ri eli. Spezialarzt f. Hantld» Krampt' ader-Geschwnre»e., s344lU Arn der 8tadthahn L4, gegenüber Bahnhof.AlexanderPiast- Spredist.: 9—12 und 3—6. Sonntags bis 4. Freitags keine. Pöliklimk: DoSag.)»-�-- Jch habe mich niedergelasseil: s1561b Ifihmii Richter, Köpnilkerjk. 176 1. Up SimniPl Moritzplatz,| III.OIIIIIIIUl jHauSv.Aschinger Spezialarzt f. Hant».Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Künstl. Zähne in tadelloser All»« lührung V.3M., Plombe»«. 2M. an. Schmerzlos. Zahllziehen mltt. Cocain, Clorsthhl, Chloroform lind Lachgas uuter Leitmig eines prall. ArzteS. Bei Bestellung v. lünstl. Zähnen Zahn- ziehen, Zahnreinigen innsonst: Raten- zahlnng gestattet, Woche IM.* Ctnekel, Lansitzer Platz 2, Gllasserftraße 12, Steglltzerstraße 71. zih« ,. i Mnl"SÄ": Olga Jacobson, Jimatibenft. 145. W. Noaek's Theater Briiuncn-8trasse 10. Heute, Mittwoch, 3. November: Die Grille. Volksstück in 5 Akten von Charlotte Birch-Pfeifer. Nach der Vorstellung Tauzkränzchen. Clrcns Ranch (Bahnhof BUrse). Mittwoch, 3. November, abds. U/z Uhr: Gala-Vorstellnng. LM- Zum 1. Male in dieser Saison: Nach Sibirien. DaS großartigste aller Mandge- _ Schaiistürke. WA- Neu arrangirt, neu ausgestattet. Vollständig neue Einlagen."96 Außerdem: Die vorzüglichsten Frei- heitödreffuren d. Dir. Busch. Auftr. d. Sign, ltorradini. Sämmt- liche neu engagirte» Spezialitäten. Gebr. Batta: Die Belocipcde-Fahrt an der Zirkusdecke. Morgen: Nach Sibirien._ ßroekhaus', Meyer s Lexikon, Brehm'S Thierleben, Klassiker, Weltgeschichten und andere Werke jeder Wissenschaft beleiht und kaust Antiquariat Kochstraße 56. 3/16 Wedding-Park MUllerstr. 178. Prmt-FeWkeit halbn (äfft die Seiree heilte M. W. Trapp. kauft«tau am besten und billigsten Slkslftcktii. Nur direkt in der Fabrik Kerli« v.» 72. Wl>Ii»rl>ße72. wo auch alte Decken aufgearbeitet werden. S465L" ZM- Bei Einkauf von M. 19,- ein Kiffen gratis. �WG ziuminium-Kedisse, Preis per Zahn mll. Platte 4 Mark/ Kantschnk-Gehlsse Preis per Zahn inll. Platte 3 Mark». Plombe» 1,50 M., Zahnziehen 1 M.! SchmerzlosesZiehm«tncS od. mehrere»! Zähne(Lachgas-od.Chloroforiimarkose)! im Beisein eineS Arztes 6 Mark. V»lä«m»r und Esindolä Eonpt, Brunnenstraß« 18 ll. Frankfiirterstraße 113 II. Saal frei für Vereins. Festlichkeit«» 32l3L" Bergsstrasse IL. Mniwlt's Naal. Jnh.: Ernst tSrlinder. WG7- KSPnickcrstraft« 100.*90 Fernsprecher Amt VIT 39. Täglich: Grosser Ball. Entr6e\ Herren 50 Pf. Tanz>—... Garderohe/ Damen 25 Pf. H. Ebert's Feslsäle Kommandantenstrasse 72. WM" Habe noch einige Sonn» abend« u. Sonntage im November und Dezember frei."VQ 14456 27. November sofort gratis zu vergeben. 3324L� mens lenfüif, Weberstr. 17. Jede Dame spart Geld beim Einkauf von Bamennittiiteln, Wlnterjachets,. hocheleg. Modelle in Kracen, Capes,. Stickereien auf 8cldenplllsch, Federkrimmer, Seal von 5—45. Abendmttntel auf Seide wattirt, mit echten Strau biedern,, Petzbesap-i--,-30, 8totf-4.hend»� rniintel, AM�Ge1ez;enhelts- kauf"PllP 8 Mk., Kragen, Golf• Capes von 8— 10 Mk. Landsbergßrstp.59 tll- bte beste Ofenheizung— , billiger wie Kohle— liefert Mf. Jonen tz, Bürwaldstr. 64. Die neue Winter-Preisliste wird kostenfrei zugesandt. Mittwoch, Donnerstag, Freitag Versand-ibteiiiing Berlin W. Leipzigerstr. III. Hemdentnch,»«-' 27° 35,% 85» Louisianatuch/S' 35» 40,££ 70» BanmvolL Flanell," 35« Piquö-Parchend,> 53° 65» Bettdaniast,«.1., 53 a 80 vt- Wischtücher 2,4° � Küchenhandtücher-»- 2, so«• 4, so Stnbenhandtücher 3,00,5,40,7 Servietten 3.20, 4,00° 6 Tischtücher 2,ss» 2, 00 � Kaffeedecken l.so, 2,40, 3,20 Mk. Mk. Mk. Mk. Tapisserie�Artikel. Tablelledecken, 10, ao, 30 pt. HoWsaum 10, 85, 30 Pf. Küchenhandtücher oo u. 75 pf. Slubenhandlücher 85 pf. n. 1,30 Mk. Tischläufer 1,05 und i,«o Mk. Rüchentischdecken 95 pf. Rollkorbdecken 70 pf. Messer- und Gabeltaschen l,«o u. 1,40 Mk. Frühstücksbeutel 70?/. Besenhandtücher 1,55 Mk. Hachttaschen 80 pf. Kongress-Schlirzen 4a pf. Markttaschen V5, 80 u. 85 pf, 1,50 Mk, Kragenkasten a5 pf. Kragen- und Manschettenkasten 59 pf. Kravattenkasteu 55 pf. Ruhekissen 38?/.. Brotbeutel, gÄ l,«« Mk. Ungarnierte Damenhüte moderne Fagons und Farben Binsen, bedruckter Velour-Parchend 1 qn mit Olookenormeln Mk. » einfarbiger Velour, C nc mit SSumchen und Band garniert ü,"*» Mk. Morgenröcke, Velonr-Jnpons, Moire-Jnpons, Velour-Parchend, türkisch mit Quaste einfarbig, mit Tresse besetzt � Mk 3,25 Mk. gefüttert, Volant mit Sammetband u. Stich 6,50 Koslüm-Eock, 5, so Mk Mk. StickereSe Stüoklänge 3 bis l'/s Meter. Stück 50 Pf. bis Mk. 75� Warenhaus jü.Wertheim Mötoel-Tisclilerel und S�ager compl. Wohnungs-Einnchtungen empfiehlt In jeder Holz- und Stilart, vom einfachsten vis z» dem elegantesten, zu de» billigste» Fabrikpreisen .lulius Apelt, Tisclilcmeistcr, Skalitzerstr. 6. Zu erreichen mit allen Pferdebahnllnien nach dem Kottdnser Thor. 123578* nra Tilglich von 7 Uhr morgens bis 6 Uhr abends! Wmis ftisch ütk. schiv. perls. und siu«. zltisiljes. Rindfleisch.... pro Pfd. vo» 30 Pf an, Schlveinesseisch..„ iO Pf.[29051.* VerwaUnng der Koclianstalt Städt. Schlachthof NZiilicl und Mffmvnnttn fnnnr lnüsner, «V4V W4 Tischlermeister. Bvi-iin«VV., B«ioll«i-»ti-. 14,. _ Tischlermeister WiW»,. earderobe fertig und nach Maah. Gegen Baarzahlung billigste Preise. Tt-mpoi.««-»!!!. Jüdenstr. 37, I. e>ralks und Gesellschafts-Anzüge Jj für jede Figur paffend, werden ver- liehen. Baruch.Kommandantenstr.72I, Ecke Beuthstr. Anzüge u. Paletots werd. zu bill. Preisen nach Maah angefertigt. 10. Ziehung d. 4. Klasse 197. Kgl. Preuh. Lotterie. Ziehung vom 2. November 1897, vormittagd. Nur die Gewinne über«iu Morl sind den beN-sfendlW Nummern in Porenthese beigelügt. (Ohne Gewahr.) 22 88 417 50 89 702 86 807 1 032 122 212 49 91 736 885 93 2151 370 485 538 836 53 8247 418 788 933 [3000] 4179 225 47 679 750 827 964[3000] 5132 204 607 57 818 98«110 386 401 92 544 724 7183 57 210 38 69 705 22 38 43 890 8)317 471 857 943»017[300] 60 147 72 531 32 57 77 606 71 808 983 1O009 1300] 46(3000) 104 30 58 222 68 91[3000] 449 724 86»1378 513 648 71 87 92 775 1 2064 443 697 807 37 1 8092[500] 132 85 228 74 79 450 519 605 37 »04 70 14056 224 365 445 600 700 47 1 5007 44 357 669 665 9)8 IÖ067 158 88 241 94 329 422 631 66 80 708[500] 27 17095 376[3001 362 6 4 89 644 724 67 945 66 18042 90 116 382 529 81 628 36 770 929 1»046 71 260 89 411 44(5001 777 801[300] 919 88. 20193[3000] 227 50 448 604 25 848 21040 III 80 215 52 821 29 63 410 41 70 684 860 82 972 22054 240 424 534 67[800] 681 801 44 2)1031 121 230 67 417 574 624 61 784 115001 848 957 24195 633 86 800 20 941 53 »5250 90 448 518 19 717 56 929 20056 112 14 359 89 639 56 942 27108 42 325 402 56 524 989 28029 520 67 71 635 20145 202 11 362[500] 470 623 93 706 30093[5000] 264 884 650 870 31 108 52 428 583 752 966 96 32071 346 506 79[8000] 327«3160[3000] 884 727 68 840 911 84070 216 67 328 47 466 610 35080 175 764 96 36043 79 294 808 479 37150 232 37 72 455 67 86 655 62 844 927 38120 13000] 80 333 50 605 752 79 929 45 38138 62 221 42 305 S4 412 41 599 630 1500) 39 780 808 958 40119 34 59 248 62 500 621 53 755(1500] 986 41066 [3000] 331 450 763 82 842 79 4 3056 88 187 214 609 17 20 698 868 946 43084 161 78 212 499 605 934 50 44022 659 74 760 955 68 45106 91 231 70 348 470 98 718 1300] 46052 181 251 385 467 505 76 952 47057 189 253 472 635 71 88[300] 687 735 54 962 48118 60 80 488 611 40 708 49207 521 722 913 75 «6147 299[15000] 330 45 734 43 61 97 934 51058 120 35 59 222 1500) 445 501 3 876 52078 398 530 36 91 [3000] 646 62 824 5 8278 1500] 463 13000] 543 94 661 738 61 89 867 983 54009 116 35 815 474 579 621 33 75 868 77 917 5S065 272 453 608 23 833 39 50[500] 65 56088 95 191 227 321 755 99 966 82 67007 104 11500] 6 67 82 220[15001 95 404 49 51 82 521 72[500] 67» 68116 221 668 679[500] 730 820 6»346 47[300] 457 514 96 661 763 60061 250 309 596 957«1009 21 117 479 660 897 «3091 379 948 63229 426 20 557 661 725 991«4068 78 143[15001«5046 812[1500] 47 53 494 548[300] 69 606 78 91 786««226 339 97 435 99 556 890 993 «7068 III 64 73 368 840«8052 136; 3000] 41 509 677 «1 805«»270 500 686 37 49 715 867 963 90 98 70063 107 232 521 887 947 71125[600] 38 87 245 63 740[3001 850 952 82[1500] 73003 162 88[30001 466 648 688 997 1500] 73063[3000] 169 90 326 52 473 692 746 81 811[1500] 50 74001 69 161 75 88 215 447«07 85 91 738 928 75131 225 394 851 70146[lOOOO 248 64 848 854 77106 74 13000] 451 61 554 625 730 848 60 78092 284 313 56 622 817 70019 108 16 267 82 449 89 588 91[500] 886 988 80118[300] 72 86 243 458 66 596[1500] 613 807 81079 96 630 948 69 82012 31 335 88 456 510 685 868 [300] 950[500] 83009 152[300] 259 438 560 619 801 8 962 84016 193 253 303 402 38 60 580 85268 400 508 87 927[500] 49««101 862 321 33 405 526 46 62 89 97 [300]«02 819 80 978 87103 69 257 66 335 54 455 79 6�3 667 752 74 78[500] 834 56 933 73»8041 65 585 90 92 677 781 027 89188 72[500] 841 69 85 341[1500] 67[300] 671 841 92 96 ««119 24 859(500) 81 436 509 18 41 44 615 21 40 908 69»1042 181 84[600] 301 447 98 51 6 98 811 29[3000] 59 02046 269 71 344 80 431 93 08064 143 241[3000] 57 318 53 445 55 94 556 92 773 »4154 202 70[30001 357 98 433 68 Ol 623 838 55 901 91»«294 318 75 616 790 95 98 930»«023 162[1600] 79 271 418 66 601 7 12 36 713 946»7018 35 278 331 424 42 68 62 748 76 807»8337 409[1500] 542 670 740 48 828 49»9070 85 266 344 80 96 583 81 708 24 49 (600) 68 100021 620 751 819 919 101034[15001 50 61 66 192 292 361 408 560 66 741 96 844 1O2059 159 95 98 S02 98 337 61 477 531 63 872 920 108032 92 650 53 770 »04064 05 120 230 54 74 11500] 568 618 27 784[3000] 47 96 878»05034 70 185 369[300] 97[1500] 412 608 18 85 700 28 96 904 57[1500]»00384[30001 509 638 88 722 880 91 938:iO»172 392 708 80 108039 42 114 285 841 51 417 28 69 676 769 875»O»088 90 160 68 288 643 48 825 1 10075 166 73 79 464 857 67 98 747 834 111027 198 420 555 692 782 908»»»060 91 158 323 448 642 713[300] 870 977»i:»224 28[500] 428 617[1500] 668 85 785 810 959 76»»4005 299[300] 756 68[300] 917 »»6015 890 419 86 515 670 721 46 818 1»«187 814 497 505 654 740 833 968 117227 373 425 667 825 48 59 65 96 1 18350 669 74 712 80 26 808 73[500] 976 11»018 144 208 98 750 769 930 120013 207 366 601 920 1S1008 162 259 844 420 661 753 97 847 12Ä220 15000) 33 44 88 305 26 462 757 1«3433 713 811 18 1240)8 43[3000] 108 10 384 4)5 522 64 94 97 694 853 901 70(6001 98 1»5237 87 96 439 43[300] 513 612 19[500] 723 842 1»«043 46 125 44 422 63 73 656 730 853 902[300] 127068 135 66 835 [500] 463 555 92 729 43 68 808 53 89 601 128103 64. 239 388 442 572 87 607 713 25 50 900»29133 364 840[1500] 130147 222 303 36 79 430 634 743 83 975 93 131847 132038 84 86 221[300] 82 1300] 301 845 62]500] 92 OOS 50 1 33160 234 324 83[3000] 418 562 637 811 15 91 134086 119 55 453 608 73 975 1 350)9 108 203 439 63 614 775 801[300] 25 7) 969 1 36014 20 28«3 [1500] 143 268 320 64 72 489 747 69 841 962 137127 34 93 269 336 70 631[3000] 67 731[3000] 824»43 138042 204 67 79 626 67 748» 39303 35[1560] 95 509 [3000] 812 28 988 140166 293 356 98 494 522 715 77 899 141012 65 357 469 505 49[3000] 613 40 783 1 42150 883 410 15 28 690 605[5001 6 35[1500] 768 83 833 73 1 43021 99 133 51 245 340 56 682 355 65 144028 158 90 596 606 76 869 145266 92 146033 81 109[1500] 232 53 807 439 695[500] 147051 238 302 86 460 665 76 715 27 35 938 85 1 48022 103 879 459 664(300) 84 898 948 149266 386 704[1500] 910 150012 173 225 98 486 663 778 828 997 1 51150 248 474 726 877 91 930 1 52108 21 204 52 319 427 550 611 830 908 30 1 53142 347 746 99 824 97 935 1 54071 101 258[3000] 342 68 93 647 913 91 155027 64 187 339 61 594 95 99 621 708 46 95[1500] 915[15001 17 1 50000 38 68('3000| 80 161 204 303[300] 696 878 926 157952 380[1500] 85 541 63 612 88 784 863 97 158049 541 64 83 63t 709 76 91 878 937[1500] 71»5W052 460 84 594 706 44 917,_ 100099 123 70 256 66 99[1500] 558[300] 641 792 839 955 1 01119 30 202 4[500] 27 474 95 570 614 50 81 982 1 02113 484 613 775 908 54[300] 103036 62 132 278 527[ 1 0 OOO j 50 66[15001 66 540 76 672 76 700 13000) 59[500] 833 911 89 164032 50 54 305 67[3000] 428 49 601 4» 64 767 817 80 8t 938 42 105055 210 306 463 82 568 612 57 75 767 16fl072 191 363 68 428 689 796 884 167088 222 404 653 731 64 77 89 987 108153 404 54« 726 75 846 986 90 10l»098 191 317 71[50 000] 437 63 734 170192 218 88 641 719 71 831 964 94»71178 218 451 710 851[1500] 86 1 72023 83 189 240 61 62 92 339 530 70 C26 57 794 853 1 73113(500) 222 51 395 447 94 626[30001 807 12 936 1 7411 36 300 493 504 15 825 [1500] 827 956 68 175084 123 68 84 325 428 80 529 «15 739(1500) 74 856 74 978 1 70023 309 98 604 54 62 612 84 92 200 77 885 981 177059 85 147 365[1500] 497 506 604 885 1 78055 135 212 61 384 460 96 523 627 60 767 812 917 17»115 504[300] 38[3000] 635 795 891 981 180171 306 22 93 533 99 673 790 823 955 1 81119 81 75 246 456 825 63 74 182041 84 897 570 74 665 723 83 811 42[300] 937 80 1«!»332 73 465 88 595 631 [5001 90 749 80[300] 820 986 1 84219 347 97 433 76 690 918 70 1 85008[300] 22 53 350 420 36 655 85 742 50 826 948[1500] 87 1 86016 65 175 82 263 825 49 455 89 723[1500] 830[300] 81 961 187018 392 115001 597 627[3000] 750 894 1 88004 111[öOOl 293 302 10 58 64 420[1500] 86 859 1 8»027 231 383 522 616 180572 619 32 181216 424 63 580[15001 651 750 [500] 806 981 182021 64 133 270 418 75 672 752 98 856 928 IBSOOö 69 346[3000] 77 422«13 778[500] 860 916 73 184145 214 61 352[3000] 78[3000] 401 69 [3000] 625 40 705 27 1500) 51 81 90 805 1»5456 783 882 911 17 1»6001 125 669 79 741 88 916 69 83 197097 156 441 82 597 089 90 786[1500] 957 198011 112 56 97 267 434 571 712 968»»»259 445[8000] 539 833 97 3 92 2041019 31 154 200 456 53g 20 1007 90 102 891 417 31[500] 548 63 745 51[3000! 853 902»»2170 270 87 403 9 686 887 905 67 81 2»!»38 49 320 52 94 417 56 856 63 [1500] 2O4120(1500) 809 527[3000] 623 91 92 965 203023 314 77 470 507 41 879 983[300] 84 93«««002 6 05[500] 143 352 471 94 561 680[500] 770 861»«7028 226 35 432 685 59 744 870 2 08052 92 94 352 58 44» 63 76 692 633 Sil 87«»»OOS 36 66 187 268 558 91 685 731 935 210291 859 412 536 746[8001 936«II 281 828 42« 511 25 92 605 60 818 212028 548 820 704 833 4« 48 49 80[500] 951 77[1500] 78 18000) 2111309 60 888 91 424 98 701(150O[ 43 74 809 30 47 905 214005 79 82 558 739 9 1 5042(ÖOOl 188 85 86 852 60 15001 641 50 781 861 923 210255[1500] 82 810 418 529 621 31 44 88 772 845 84 956 2 17173 13000] 20081 690 733 43 810 218048 212 23 33 608 759 827 987 13000] 99«19163 282 884 628 763 805 903 ä «20067 309 477 518 605[500] 28 823 941[1500J 221247 504 53 735[50«»1 45 829 36 222317 87 422 37 49 612 857 78 95 709 2 28181 250[3000] 59 69 412 53 70 86 626 33 743 2 2 4234 586 786 2 25071 206 430 49 Ine Gewiiuirade»erblteben:» Gewinn ,u 500000 Mt, 1 in 2oo ooo NH,. i ,a soooo Mb. 5 ju 30 000 Mr. 14 za 15 000 Mt. 24 ÜB 10000 Mk.. 4« ju 6000 Ml.. 730 J8 8000 Kit, BOB zu 1500 Ml.. 053 ,U 500 Mk. 10.Ziehu«gd.4.Kllissef97.KgI.Prenß.Lotterie. Ziehung vom 2. November 1337 nochmittagd. Nur die Gewinne über 21» Morl find den deirifsivde» Nummern in Parentheie beigelügt. (Ohne Gewahr.) 444«07[300) S 87 963 67 569 656 705 828 75' 1038 154 62 LOS 38« 439 ______________ 2226 470 508 35 83 705[3001 90«213 53 57 429 69 93 553 76 607 23 717 81 891 983 4044 66 139 76 231 405 13 14 82 86 512 667 777 804 [500] 81 95 952 6087 168 233 37 50 326 411 64 650 803 87 6096 169[1500] 207 8 535 735 49[300] 894 952 7016 20 65 103 73 242 305 55 73 89 528 47 706 9 84 936 88«106 243 340 478 563 602 850«091 166 308 78[500] 85 517 634 37 1«053 198 238[500] 49 382 492 628 746 48 63 1 1142 223 75 336 60 481 571 632 774 78 857 1500] 12152 274 338 519 52 604 700 29 91 19237 374 857 1 4029 272 364 521[500] 53 74 633 59 972 1 5003 326 577[500] 90 649 60 769(BOOJ 823 10064 158 440 78 614(3001 47 611 6« 77 718 67 839 940 17125 370[300] 421 30 749 826 72 18013 124 206 546 708 34 901 6« I»104 47 91 96««or 70 7.9 070 "20010 151[15001 534 696 772(300)«1867 87 999 22008 96 136 361 439 513 37 90 93 633 92 93 777 809 920 29154 93 280 1300] 395 460 526 631 56 808«4230 55 342 93 463 75 8599 740 803 940 25023 258 317 20 470 694 661 723 93 20001 44[300] 74 123 60[1500] 237 354 439 88 678 82 672 86 760 892 962 27052 131 205 479 1300) 823[1500] 99 918 2 8030 38 85[500] 122 225[500] 30 321 408 79 528 69 699 780 820 951««130[1500] 76 209 450 695(3001 738 865 900 34 90031 74 134 41 54 56 72 516 875 91169 305 24 596 984 93238 485 611[600] 79 99048 197 277 385 411 519 42 601 83 872 931 94089 138 628 42 824 31 964 78 95169 201 00 807 438 690 722 853 56 90024 67 108 16(30001 23 288 334 461 634 922 37 52 97')79 130 31 283 575 653 98219 462 631 72[300] 879 987 (1500) 99036 104 281 801 19 40015 34[3000] 257 317 454 518 37 51 647(15001 BS 794 41169 436 79 515 751 823 11500] 85 996 48139 204 87 459 82 837 71 91[300] 43045 233 59 89 470 87 579 685 99 700 66 89 44047 19» 310 466 825 34 80 45267 671[5001 707 829 93 918 4fli02 203 365 662 721 47017 44 122 266 401 39[500] 86 560 57 604 796 963 48035 101 336 99 560 648 746 911 46 4 0041 114 297 304 522[300] 789 50288 301 594 629 759 827 51007 17 279[300] 869 686 756 800 86 938[1500] 52092 638 78 838 59825 11500] 30 69 73 418 87 90 589 91 616 718 43 95 823 62 54103 11 249 351 550 609 751 807 931 55217[3000] 69 347 444 506 782 880 96 919 56100 211 83 84 384 492 086 890 57032 56[300] 101[500] 228 53[1500] 378 87 499«69 96» 99 58170 54 392 536 556 91 692 SS080 411[1500] 506 7 19 20 52[1500] 59 845 ««099 178 205 14 68 441 90 610 77 710 27 966 «1129 50 33g[1500] 460 566 600 88[30001 805[!10 0001 67 951«»>24 124 302 474 673 872 99«3094 200 379 674 895«4034 65 384 1500) 470 76 596 728 78«5141 239 336 99 570 630 83 780 850 68 955«6133 220 861 75 491 506 29 630 804 20[500] 56 67100 266[3000] 440 640 657 758 08090 132 308[1500] 437 7a2»40«»114 23 314 686 841[300] 54 960 70089 108 300 3 16 645 59 943 68 7 1 205(6001 25 895 454 512 753 96 946 76 7«001(1500) 53 62 184 295 418 566 83 94 715 842 78044 469 577 672 717 29 853 998 74000 38 172 93 275[500] 363 551 69 605 75 805 « 964 89 75015 25 107 77 414 61 578 647 76 99 727 63 1300) 78 902 63 76023 175 271 91(800) 547(3001 725 801 49 86 983 77018 169 89 391 595 684 774 888 7H089 207 18000) 20 22 46 458 790 822 919 78009 31 60 77 832 45 59 1300] 00 527 618 77 789 859[500] 91 80251 390[500] 485 521[500] 99[1500] 776 91 81127 360 99 406 9 14 630[150ü) 77 713[3000] 82 801 47 64 917 21 64 82103 44 204 475 85 516[300] 895 941 82031 65 80 264 326 40 536[600] 798 928 43 84069 118 273[500] 88 345 497 821 84 022 30(300) 85274 684 906 37 86139 63 216 46 312 440 96 730 938 87165 98 276 543 734 886 919 88210 32 8 6 300 69 91 512 20 782 877 8B079 155 91 208 485 519 56 733 38 801 60 64 »«086 413 79 82 519 647 73 78 736 695 0 1096 134 88 412 532 99 708 11 988 41»2121 40 74 324 857 06093 211[5000] 87 80 301 9 449[300] 565 95 710 979 »4018 886 73 342 442[300] 52 506 9 617 786 839 970 11500) 01077 152 241 42 325 49 76 703[300] 893 900 »0120 52[500] 437 550 651 813 16 78 999»7091 232 98 367 606 78 762[300] 64 88 842 937[500]»8133 2>2 461 91 512 20 73[3001 685 803[80001»»014 88 370 452 587[1500] 628 36 69 76 793 , 100134 98 214 337 424 644 88 93 719 48 820 990 »0101 1 106 244 300 26 401 25 522 619 28 91 798(30001 807 54 961 108073[1500] 84[1500] 98 134(300) 620 (1500) 70 1 0)1356 69 81 500 776 991(1500)---- 1600] 130 61 212 450 63 99 529 610 28 722 1 050 210 43 496 612 728 30 89 871 982 8911500] [300] 172 620 637 920 107382 602 49 761 »08136 95 370 569 Sil 850 100015 439 50 »10093[1500] 248 63 814 42 67 80[300] 101070 ,6 63 107 100062 [3001 843 1 664 793 469 632 689[8000] 710(8001 27 867 111112 56 830 841 802 I SO 112107 67 98(300) 269 469 604 776 907 11 548 65 659 91 886 114014 39 162 71[3001 453 I 87 839 77 952 115141 78 79 87 321 418 Bi::: 743 860 909 47 116105 392 614 912 117533 »»1075 180 82 (1500] 67 954 I 128427 53 664 781 861 r 118033 495[500] 649 867[16001 96[ 511 22 34 63 602 39 853 58 62 973 97 120091 124 J5001 70[5001 618 921 78 324 597 631 712[30001 24 34 48 ia2067 91 718 40 811 128427 53______ 124004 312[300] 39 96 435 64 560 75 727 47 l 125003 91 330 816 912 74 126063 199 265 689 807 14' 99 1500) 127131 1500] 301 82 451300] 452 66 70 506 851 984 1 28073[300] 224 43 59 334(1500] 440 98(500} 753 946 120342 55 405 91 665 761[300] 130496 571»« 63 722 47[3000] 85[500] 808 8« 181007 74 134 84 97 307(16001 498 574 690 710 64 818 96 901 182073 104 22 73 430 738 91 133107 578 611 134113 305 719 26 921 68 1 36001 105 244 466 659 79 91 13000) 768 76 856»8«0U 177 403 626 41 751 98 817 49 957 1 37225 40 415 64 76 98 664 801 27 78 908 1 88026 212 69 607 23 62 93 779(3000) 974 1 80048 151(500) 78 218 412 37 97 640 47 666[3000] 724 96(6001 852 956 64 85 140123 546[1600] 648 855 60 64 141086 112 14 49 78 885 744 63 76 892 919 72»42011 26« 70 556 687 [3000] 148047 506 144058 195 349 625 69 829 979 145548 654 83 758 66 952 1 40001 264 338 610 822 [3000] 80 939 1 47214 350 424 580 619 951 148032 449 534 37 658 771 944 140044 80 179 270 319 39 401 88 751 54[1500] 82 815[3001 44 918 150228 340 554 806 9 151028 48 62 226 405 BS [1500] 557 91 1800] 606 70 775 971 73 1 52260 91 604 73 737 801 21 44[3000] 90[3000] 158196 270 99 366 444 674 1 64030(500) 124 63(500) 665 1360] 70 733 88 822 54 68 905 5 2 15001 155067 123 83 292 343 44 45 546[3000] 653 71 835 156037 145 812 62 92 509 29 [300] 657 826 986 1 57143 262 857(600) 401 526 709 822 979 1 58096 109[500] 56 201[1600] 855 422 99 509 11600] 20 813 908 27 1 5002« 186 87 224 30 820 595 748 885 970 160007 11500] 108 867 802 609 78 82 849 915 16 1 042 148 335(3000) 559 76 747 79[500] 895 I«»01» 268 76 336 502 58(3000) 857 1«»039 243 357 472 513 .792 814 19 60 900 90 1 64099 100[300] 473 585(5001 37 91 657 87 783 808 42(500) 921 105094 261 96 983 166035 564 659 66 84 785[300] 167045(SOOO) 338 543 630 866 108026 494 507 625 37 90 1 60541 6» 630 769[1500] 811[3000] 88[8000] 170J39(300) 56[1500] 95 137 62 354 84 554 66 691 99 608 29 732 73 958»71025 26 114 406 90 675 818 65 928» 72297 488 704 63 818 19 900 173082 459 84 532 697 766 804 69»74148 350 512[1500] 650 703 818 34 61 972»75019 95 318 606 43[3 Ol 71 751 913»76252 77 476 637 609 44 53 871 970 177241 319 409 573 651 13000] 61[3000] 966 80 178000 37 116 49 247 51 302 29 46 50 54 406 28 863 935»70125 85 410 501 714 76 958 97 180049 92 288 363 470 740 829 92 1 81173 247 75 823 24 443 719 870 994 1 82136[1500] 316 424 701 30 48 947 183138 262 336 65 69 499 538 699 730 55[1500] 865 979 92 184044 121 258 70[300] 344 592 772 839 85 921»85049 103 388 400 90 582 665 788 92(9001 965 »80276 95 565 936 91 187055 384 411 575 779 881 188015 312 13001 24 74 484 575 781 SS 971 83»80203 407 30 39 566 804 15 100213 56 489[15001 628 809[3000] 10 49 52 764 806 60 1 91366 690 717 860 954 IBüOJ 83 104053 225 86 417 529 38 716 819 23 1»3021 23 306 440 07 606 45 [300] 769 1 04103 62 88 226 32 304 88 426 862 1U5104 219 50 381 434 601 75 638 866 76 926»96070 326 575 696 718 846 1 07044 202 7 74 348(500) 63"2 400 5 704 52 61 854 55 62 65 953[500] 108131 457 97 500 94 617 711 67 966 95 96 199102 210 18 367 479 555 788 200132 82 394 639 201362 494 562 9 4 678[300] 861 202258 95 349 463 750 95 2 09060 270 338 430 44 76 79 576 693 877 81 91 947 2 0 4054 86 95 122[600] 48 269 444 536 759 88 2 05026 82 154 229[15001 91 301 60 698 738 99 961 20 6038 184 208 639 51 728 74 91« 24 81 85 207037 84 120 43 404 77 528 77 626 742 937 208050 153 78 304 22 53 419 47 716 2 00057 187 79 97 638 684 770 830 967(800) 84 2 10054 64 386 490 684 832 43 76 76 86 945 211023 188 206 495 945 2 12133[500] 289 372 406 56[8001 547 694 941 216033 90 164 224 434 508 17 611 80[300] 81 760 306 214014 47 314 90 460[1600J 680 744 74 944 1500) 61 68 2 1 5150 74 227 363 586 667 768 2 I6ZNS 605 762 861 921 217102 46 57 94 201 39 327 433 40 665 760 74 2 18012 54 119 652 634 71 83 879 945 *10741 84 916 32 220289 360 411 28 69 630 791[3000] 875 931 221012 22 222 24 338 68 508 48 799 812 47 222055 154 63 257 386 446 661 88 627 704 62 807 943 83 *28292[500] 520 71 769 817 8*4110 18 417 27 68 602 88 742 61«25190 308 58(80001 68 658 Im hketuinnrade derblieben! t Gewinn zu 500 00c Mk., 1 zu eooooo Mk, r ,u 5000c Mk. 4 zu so«00 Mk. 14 zu 15000 Mk. 2i zu 10000 Mk, 45 zu 5000 Mk, 698»u 8000 Mk, 764 zu 1500 Mk,«11 zu 500 Mt. «eranlivortlicher Redakteur: August Jorobey i» Berlin. Für den Jnseratentheil verantwortlich: Th.