Einzelpreis 2.- Mk. Die Freiheit" erscheint täglich einmal als Morgenausgabe und Montags als Abenbausgabe mit den Unterhaltungsbeilagen Freie Belt", Frauen- Welt" und" Der Jugend- Genosse". Der Bezugspreis beträgt bei freier Bustellung ins Haus für den Monai Juli 48,-., im boraus zahlbar. Bestellungen nehmen sämtliche Bostanstalten entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland, Dangig, das Saarund Memelgebiet fowie bie früheren deutschen Gebiete Bolens unb Luxemburg 88,- M., für das übrige Ausland 116,- 2. Berl.. Exp. Berlin RB. 40, Aronprinsenufer 27 I. Zel. Moabit 2021. Montag, den: 17. Juli 1922 5. Jahrg, Nummer 273 Die swolfgefpaltene Ronpareillezeile oder beren Raum loftet 25, einschließlich Inseratensteuer. Kleine Anzeigen: Das fettgebrudte Bes 4., jedes weitere Bort 3, M. einschließlich auferatenftene Laufende Anzeigen laut Zarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Befude 16, M. netto pro Beile. Stellen- Gesuche in Wort- Anzeigen: bas fe gebrudte Wort 3,-., jebes weitere Wort 2,- m. Redaktion: Fernsprecher Mpl. 4167, 4391, u. 150 97. Berlin SW. 68, Ritterstr. 75, III. Freiheit Berliner Organ ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Die preußischen Gesetze zum Schutze der Republik Aus dem preußischen Landtag wird uns geschrieben: Die vom preußischen Landtage zum Schuße den Republik angenommenen Gesetze erstreben in der Hauptfache eine Reinigung der Verwaltung von jenen Beamten, die der Republik zwar ihren Treueid geleistet haben, die aber ihren Posten dergestalt ausüben, daß sie sich in ihrer ganzen Tätigkeit lediglich von dem Gesichtspunkt leiten lassen, der Republik Schwierig feiten zu machen und ihr Ansehen zu untergraben. Die Mehrzahl der mittleren und höheren Beamten betätigt sich sogar im Dienst und in der Oeffentlichkeit ganz offen als Feind der Republik und arbeitet direkt und indirekt auf ihre gewaltsame Beseitigung hin. Durch die Weimarer Verfassung sind den Beamten leider alle Vorrechte gelassen worden. Die bestehenden Disziplinargeseze sind unzureichend und bieten so gut wie feine Handhabe, gegen die beamteten Feinde der Republik mit jener Schärfe vorzugehen, die Respekt einflößen könnte. Da Preußen als deutscher Gliedstaat nur im Rahmen der Reichsgesetze arbeiten und diesen nicht vorgreifen kann, mußte es sich darauf beschränken, der offenen Sabotage der Beamten durch eine Aenderung der Disziplinargeseze vorzubeugen. Das Disziplinargesez der nichtrichterlichen Beamten vom 21. Juli 1852 und das Disziplinargeseh der richterlichen Beamten vom 7. Mai 1851 wurde durch die Einschaltung eines neuen Paragraphen so gestaltet, daß es jetzt möglich ist, grobe Verstöße gegen die repuJikanische Verfassung disziplinarisch zu bestrafen. Der betreffende Paragraph hat folgenden Wortlaut: „ Die ihm durch sein Amt auferlegten Pflichten im Sinne des Abs. 1 Nr. 1 verlegt insbesondere auch ein Beamter, der Bestrebungen, die auf Wiederherstellung der Monarchie oder gegen den Bestand der Republik gerichtet sind, im Amte, durch Mißbrauch seiner amtlichen Stellung oder aufreizend oder gehässig in der Deffentlichkeit, fördert oder solche Bestrebungen durch Berleumdung, Beschimpfung oder Berächtlichmachung der Republik, des Reichspräsidenten oder von Mitgliedern der im Amt befindlichen oder einer früheren republikanischen Regierung des Reichs oder eines Landes unterstützt." Wenn ein Beamter im Sinne des Gesetzes sich fchuldig macht, ist im Rückfalle auf Entfernung aus dem Amte zu erkennen. Ueber das Vergehen entscheidet ein Disziplinargerichtshof, der aus sieben Mitgliedern zusammengesetzt ist, von denen zwei Richter des Kammergerichts sein müssen. Das Gesetz erstreckt sich auch auf Vergehen unmittelbarer Staatsbeamter ( Lehrer. Kommunalbeamte, Professoren) sowie auf Privatdozenten. Das Disziplinargesetz der Richter ist in bezug auf bie Pflichtverletzung in der gleichen Weise wie das Beamtendisziplnargesez abgeändert worden. Vergehen der Richter im Sinne des Gesetzes fönnen hier jedoch im Rückfall mit Entlassung bestraft werden. Die Entscheidung fällt der große Disziplinargerichtshof, zu dem das preußische Staatsministerium feche Mitglie der aus der Zahl der preußischen Mitglieder ernennt. Neben diesen beiden Gesetzen sind einige Entfchließungsanträge angenommen worden, die ebenfalls eine Säuberung der Verwaltung von unzuverlässigen Elementen bezwecken. So hird das Staatsministerium ersucht „ die leitenden Stellen in Verwaltung und Justiz nur solchen Perfonen zu übertragen, die unbedingt zuverlässige Vertreter der republikanischen Verfassung sind; das Personalreferat in allen Zweigen der Verwaltung und der Justiz nur solchen Beamten zu übertragen, tie hervorragend fachkundig und unbedingt zuberlässige Vertreter der republikanischen Berfassung sind; die Ernennung von Personalreferenten bei den Provinzialbehörden t darf der Bestätigung durch den zuständigen Minister." Beide Anträge können Gutes erwirken, wenn das zuständige Ministerium rücksichtslos den Willen der Gesetzgeber zur Anwendung bringt. Daß das geschieht, dafür werden unsere parlamentarischen Vertreter zu sorgen haben. Ebenso liegt es an den Massen im Lande, mit größtem Nachdruck immer wieder die Säuberung der Verwaltung zu fordern und alle Verstöße der Beamten gegen die Gesetze der Republik rücksichtslos anzuprangern. Gegen den Mißbrauch der Schule und ihrer Einrichtungen zu monarchistischen Propagandazwecken richten fich folgende Anträge, die vom Staatsministerium fordern: 1. daß aus allen Schul- und Diensträumen Bilder und Büsten des legten Rönigs oder von Mitgliedern seiner Familie fofort entfernt werden; Um den Bürgerblock Die gestrige Presse ist voll von Betrachtungen über die Jdee einer Arbeitsgemeinschaft der bürgerlichen Parteien, die sofort nach Bekanntwerden der sozialistischen Arbeitsgemeinschaft" auftauchte. Es ist dabei ergößlich, zu sehen, wie verwirrt die bürgerlichen Parteien sind und wie jede versucht, bei dem Geschäft ihr eigenes Parteisüppchen zu kochen. So machen die deutschnationalen Blätter eifrig Propaganda für die Einbeziehung ihrer Partei in die bürgerliche Arbeitsgemeinschaft. Besonders die Deutsche Tageszeitung" gibt sich nach der Richtung hin alle Mühe, indem sie schreibt: ,, Durch den Ausschluß der Deutschnationalen Volfspartet und damit wichtiger Berufsverbände, wie z. B. eines sehr großen Teiles der Landwirtschaft, beweist die neue Arbeitsgemeinschaft, daß sie es um alles in der Welt nicht mit den Sozialisten verderben will." Demgegenüber ist die Presse der Mittelparteien ziemlich verdattert in ihrer Hilfslosigkeit der geschaffenen politischen Lage gegenüber. Es ist das Gefühl des Möchtegern und fann nicht" von wegen der eigenen Wähler und Mitglieder, das offenbar Zentrum und Demokraten beherrscht. So schreibt die„ Germania": Die Entwickelung tann aber dazu führen, daß der Plan greifbarere Gestalt annimmt. Es wäre falsch, nun gleich von einem Bürgerblock zu sprechen, der in unversöhnlichem Gegensatz zu dem sozialistischen Blod geraten müßte. Das Problem ist von der falschen Seite gesehen, wenn es so dargestellt wird, als ob jetzt die Scheidung zwischen links und rechts, zwischen bürger= lich und sozialistisch, vorgenommen werden solle. Das alles sind, wie gesagt, noch Erwä= gungen. Aber die Stunde scheint günstig jegt end= lich die breite Basis zu schaffen, auf der die gemein= same Arbeit aller wahren Verfassung und Staatsfreunde möglich ist." V Die Demokraten werden schon etwas deutlicher als das Zentrum. Sie geben bereits zu verstehen, daß es mit dem Bürgerblod wahrscheinlich Essig sein werde, weshalb der Anschluß nach links nicht verpaßt werden darf. Das geht besonders aus dem„ Demokratischen Zeitungsdienst" hervor, der schreibt: Wenn das in Fühlungnahme mit dem sozialistischen Arbeitsblod geschehen könnte, würde es zweifellos auf eine wesentliche Verstärkung der Politik der Mitte hinauslaufen. Die Frage ist nur, ob die realen politischen Verhältnisse ein derartiges Nebeneinander und Miteinander der beiden Arbeitsgemeinschaften auf die Dauer ermöglichen würden. Wäre es nicht der Fall und würde gegen den Willen der Befürworter ein bürgerlicher Block gegen die Sozialdemokrtie aus der Arbeitsgemeinschaft der vier bürgerlichen Mittelparteien entstehen, so müßte er alsbald wieder zerfallen und es wäre dann besser, ihn überhaupt nicht ins Leben zu rufen. Die Frage der Bildung einer Arbeitsgemeinschaft der vier nichtsozialistischen Mittelparteien scheint uns deshalb im Augenblick noch nicht spruchreif zu sein." In der Tat scheint selbst der Staatsmann der ausgleichenden Gerechtigkeit", Herr Stegerwald, seinen Plan, ceren Sints durch einen Bürgerblod auszugleichen und zu vermitteln" zu Wasser gehen zu sehen. Er versucht deshalb feine Kateridee wenigstens für den Fall ner Reichstagsauflösung durchzuführen, indem er schreibt:" Da3 eine steht jedenfalls schon jetzt fest, daß für den Fall einer Reichstagsauflösung diese vier Parteien eine politische Einheitsfront bilden werden." Das ist ein deutlicher Rückzug, der wahrscheinlich zurückzuführen ist auf die ungenügende Aufnahme des Gedankens 2. daß im Falle der Nichtbefolgung dieser Anordnung gegen den verantwortlichen Beamten nach den Bestimmungen des Gefeßenttourfes, betreffend die Dienstbergehen der nichtrichter lichen Beamten das Disziplinarberfahren durchgeführt wird; 3. die Schüler und Lehrbüchereien an sämtlichen preußischen Schulen sind von allen denjenigen Büchern zu reinigen, die mit der heutigen republikanischen Staatsform nicht vereinbar sind; 4. Schulbücher, welche Verherrlichungen der Monarchie oder der Hohenzollerndynastie enthalten. sind mit größter Beschleunigung außer Gebrauch zu setzen; 5. jedes preußische Dienstgebäude muß eine Reichsfahne besitzen. Sind zwei Flaggenmasten vorhanden, so gilt die Berordnung des Staatsministeriums vom 21. Dezember 1921; ist nur ein Maft vorhanden, so ist immer dann die Reichsfahme zu hiffen, wenn das Staatsministerium nicht besonders das Hissen der preußischen Fahne vorschreikt. Bei der Ausführung dieser Beschlüsse erwächst unseren Genossen aus den Lehrerkreisen und den Elterneines Bürgerblods, vor allem bei den Demokraten. Shyrjeb doch gestern in der„ Vossischen Beitung" der Demokrat Georg Bernhard: „ Die Kernfrage ist: Was soll solche Ar. beitsgemeinschaft? Es liegt feinerlei organischer Grund dafür vor. Denn eine Verschmelzung kommt zwis schen Zentrum und Deutsche Volkspartei doch nicht in Frage. Eine dauernde Gemeinsamkeit in Schulfragen zum Beispiel ist zwischen beiden Parteien gar nicht dent. bar. Wenn es sich noch um eine Arbeitsgemein. schaft zwischen Demokraten und Volkspar. tei handelte, die mindestens in fulturpolitischen Nicht linien einig gehen fönnen, bei denen vielleicht auch einmal die Vereinigung zur großen republikanischen Partei möglich ist! Aber so wie die Sache ießt aufgezogen wird, fehlt jeder natürliche Zusammenhang. Es fann doch nicht gut angenommen werden, daß hier sich der Vorgang aus der Kinderstube wiederholt, wo Elly nun auch eine Puppe haben muß, weil Nelly eine Puppe geschenkt erhielt: Baust Du Deine Arbeitsgemeinschaft, so baue ich meine Arbeitsgemeinschaft!" Schließlich sei noch die Meinung des Vorwärts" zur bürgerlichen Sammelpolitik mitgeteilt, der unter dem Titel ,, Mischmasch" sich folgendermaßen äußert: „ Das Ganze ist mäßiges Sommertheater und könnte heißen: Wurst wider Wurst." Daß die Politik eines großen Volkes nach solchen Methoden gemacht werden soll, muß Staunen erregen.... Was kann die bürgerliche Sammlung unter solchen Verhältnissen erreichen? Wir leben nicht nur in der Republik, sondern auch unter dem demokratisch- parlamen tarischen System. Ohne Reichstagsmehrheit fann nicht regiert werden. Ohne die Sozialdemokratie fann aber feine Reichstagsmehrheit gebildet werden, wenn man nicht die Monarchisten in sie einbeziehen will. Gegen die Sozialdemokratie fann nicht regiert werden. Auf der andern Seite: die Sozialdemokratie fann nicht allein regieren. Sie fann es nicht, weil sie nicht die Mehrheit hat. Ihre Aussichten und auch die Aussichten der neuen sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft, die Mehrheit zu erringen, sind verschlechtert, Teil der Arbeitersolange ein wenn auch nur fleiner schaft blind aenug ist, mit den Kommunisten zu laufen. Die Existenz der KPD. ist für die bürger. Itchen Parteien die beste Garantie gegen die Entstehung einer fozialdemokratischen Arbeiterregierung. Der Gedanke des Bürgerblocks, dem neben Herrn. Stegerwald auch Herr Stresemann Pate gestanden haben soll, ist das Produkt einer spieß bürgerlichen Angstpolitif. Rann man sich etwas Grotesferes denken? Unter dem Eindruck, den die schändliche Ermordung eines bürgerlichen Ministers hervor gerufen hat, schart sich die gesamte sozialdemokratische Arbeiterschaft geschlossen um den bedrohten Staat. Unsere politischen Spießbürger aber, statt diese Entwicklung fre dia und dankbar zu begrüßen, laffen sich vom FeurioGeschrei reaktionärer Nachtwächter aufschreden, laufen aufgeregt durcheinander und halten Rat, was sie nun zut ihrem Schuße unternehmen solien." Alles in allem genommen fann man heute schon sagen, daß der sogenannte Bürgerblock wahrscheinlich zunächst nicht zustande kommen wird. Die verwickelte politische Lage ist also nach wie vor dieselbe, aus der bis jetzt nur als einzige Lösung ersichtlich ist: Auflösung des Reichstages! Geben Zentrum und Demokraten ihre bisherige gerade schon komödienhafte Haltung nicht auf, so kann morgen schon beim Schutzgesetz der Reichstag auffliegen, wofür auch durchaus die bisherige Ergebnislosigkeit der Bemühungen des Reichspräsidenten spricht. Unsere Genossen werden gut tun, sich jetzt schon auf Neuwahlen vorzubereiten. beiräten die Pflicht, die Tätigkeit des Kultusministers und seiner Organe scharf zu überwachen. Jeder Versuch, die Entschlüsse des Landtages zu sabotieren oder den Anträgen einen anderen Sinn zu unterschieben, muß sofort an die Oeffentlichkeit gebracht und mit rücksichtsloser Schärfe gerügt werden. Schweren Schaden fügt der Republik die Kreisblattpest zu. Ihr soll durch einen Antrag vorgebeugt wer den, der verlangt: „ alle Behörden und Verwaltungen aufzufordern, omtliche Befanntmachungen den für die Veröffentlichung bestimmten Bubli. fationsorganen zu entziehen, wenn diese Organe Bestrebungen dienstbar sind, die auf Wiederherstellung der Monarchie oder gegen den Bestand der Republik gerichtet sind, und an deren Stelle amtliche Bublikationsorgane zu schaffen." Das ist das Wenige, was der preußische Landtag zum Schutze der Republik getan hat. Die Arbetter müssen durch eine scharfe Kontrolle dafür sorgen, daß nicht auch das Wenige noch sabotiert wird. Hungerterror gegen Sozialdemokraten Als wir vor einigen Wochen in der Lage waren, die Richtlinien der preußischen Agrarier im Kampfe gegen die Getreideumlage zu veröffentlichen, da erklärten die Verbandsvertreter der Junkervereine, daß alles erfunden sei. Als jedoch auch in anderen Zeitungen derartige Richtlinien aus anderen Gegenden veröffentlicht wurden, wandten die Agrarier die bekannte Wangentaktik an. Sie erklärten nichts mehr, sondern verhielten sich sein still und schwiegen. Wußten sie doch, daß alles Ableugnen nichts mehr nutzt. Wie weit die verbrecherische Kampfesweise der landwirtschaftlichen Vereine gegen Andersdenkende bereits geschritten ist, zeigt folgende Bekanntmachung des Bauernvereins in Trier: vor= „ Allen denjenigen Personen der Stadt Baum= holder, die Abonnenten des( sozialdemokratischen)„ Nahetal- Boten" find, wird bekanntgegeben, daß es ihnen die Bauernschaft von Baumholder in den Willen stellt, auf das Abonnement zu verzichten oder von der Belieferung von Landwirtschaftlichen Erzeugnissen jeglicher Art und sonstigen Unterstüßungen ausgeschloffen zu werden. Durch einstimmigen Beschluß der Mitglieder ist jedem Mitglied verboten, allen Personen, die den NahetalBoten" halten, landwirtschaftliche Erzeugnisse jeglicher Art zu verabreichen, mit dem Fuhrwerk Holz, Kohlen usw. anzufahren und Feldbestellungsarbeiten zu verrichten. Ausgeschlossen von diesem Verbot find Mitglieder des Vereins, die nebenbei einen werbebetrieb halten; aber nur insoweit, als Leistungen aus dem Gewerbetrieb in Frage kommen. Ge= Nichtabonnenten, die versuchen, Abonnenten Lebensmittel von Landwirten zu beschaffen oder auf andere Art und Weise denselben behilflich sind, den Beschluß zu umgehen, unterliegen diesen Maßnahmen. Der Beschluß tritt mit dem 10. April 1922 in Kraft und bleibt solange bestehen, bis die Abonnenten bzw. Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei auf die Redaktion derart einwirken, daß sie die Heze gegen die Bauern einstellt. Der Vorstand." Diese Bekanntmachung zeigt, daß die Agrarier nicht nur mit Erpressungen vorgehen in bezug auf die Getreideumlage, sondern auch in allen anderen politischen und wirtschaftlichen Fragen. Umso mehr hat die Regierung alle Veranlassung, feine Schwäche bei der Sicherstellung der Ernährung der städtischen Bevölkerung zu zeigen, besonders im Hinblick darauf, daß hinter den Bauernvereinen das Großagrariertum mit seinen Organisationen steht, das die Kleinbauern bei ihrer Erpresserpolitik nur als Büttel benutzt. Zufassen! Wir haben bekanntlich eine Verordnung des Reichsprästdenten, wonach die Republik und ihre Vertreter vor den Hezzereien und Verleumdungen ihrer monarchistischen Gegner beschützt werden sollen. Bisher scheint diese Verordnung noch viel zu lag angewandt worden zu sein, denn die Hezze gegen die Republik und gegen Republikaner hat eher zu- als abgenommen. Dafür folgende Beispiele: Am 15. Juli schrieb das Antisemitenblatt Der Hammer" über den ermor= deten Nathenau: ,, Rathenan war Bolschewist: er hat seinem Freunde Lenin die Drganisationspläne geliefert, mit denen dieser das russische Wirtschaftsleben gemordet hat, um die tote Masse dann dem jüdischen Kapitalimus zum Ausverkauf zu überlassen". Ein anderer Fall, wo sich selbst Angestellte der Republik eine Verhöhnung der Regierungsverordnungen zuschulden tommen ließen, wird der Welt am Montag" aus Pommern geschrieben: ,, Am 9. d. M. hielt der Kriegerverein Weitenhagen( Pommern) Schießen ab, obwohl es ausdrücklich verboten war. Der Vorsitzende, ein Herr v. 3igewig, K.Machnin, der auch der zuständige Amtsvorsteher ist, feuerte höchst eigenhändig den ersten Schuß ab, mit dem Bemerken: Es sei wohl verboten, aber wenn er die 600 m. bezahle, feien sie eben Bezahlt. Man folle ruhig schießen, tanzen und sich| Frankreich würde die verhängnisvollsten Folgen für Engs um den Deuwel nicht fümmern!" Hoffentlich werden es sich die Regierungsstellen angelegen sein lassen, solchen Leuten recht schnell zu beweisen, daß sich die Republik ebensowenig den Deuwel scheert", um alles Gezetere über Ausnahmegeseze usw., wie sich die Veranlasser solcher Maßnahmen den Deuwel um die Republik scheeren. Ein neuer Bolschewistenschreck Die politischen Nachwirkungen des Mordes an Rathenau Sie haben die nationalistischen Kreise vollends verdattert. glaubten durch ihre wüste Heze gegen Republik und RepuBikaner die besten politischen Geschäfte machen zu können, und nun müssen sie schmerzvoll erleben, daß die von ihnen ge= schaffene Mordatmosphäre die republikanischen Geister, statt sie au bannen, neu belebte. Die Mittelparteien sind von dem entscheidenen Auftreten der Arbeiter ebenfalls von förm lichen Angstzuständen befallen. Sie möchten, wenn sie nur könnten, die Situation ein wenig rückwärts revidieren. Daher die Diskussion über die Schaffung eines Bürgerblocks gegen die sozialistische Arbeitsgemeinschaft. Die Deutsche Beitung" glaubt gut zu tun, den mittelparteilichen Angstmeiern noch ein wenia mehr Furcht ins Gebein zu jagen, indem sie von neuen kommunistischen Aufstandsplänen fabutiert. Sie hat von besonderer Seite" Nachrichten aus dem Haag erhalten, die gruselig" zu lesen find: Ihr zufolge ist soeben einer der gefährlichsten und gewalttätigsten räterussischen Agitatoren, der Aufstandsorganis fator Nikolai Gorbunow in Berlin eingetroffen und be= absichtige, mit den ihn begleitenden bolichemistischen Agenten Smidowitsch, Giduck( dem Henker Rußlands) und Chalatow, demnächst sämtliche deutschen Städte, in denen sich bolschewistische Bureaus befinden, aufzusuchen, um die Kampfvorbereitungen für einen bewaffneten Aufstand zu beschleunigen. Von der Kommunistischen Partei Deutschlands würde den Moskowitern ein namhafter Führer zur Mitarbeit zugeteilt werden." Die sofortige Errichtung der Räteherrschaft in Deutschland sei nach den Mißerfolgen im Haag eine Lebensfrage für die Moskauer Gewalthaber usw. Mit solchen Mätchen glaubt man dem nationalistischen Segel wieder neuen Wind zuführen zu können. Windig genua sind sie in der Tat. Aber wer sich von solchem„ Winde" gute Fahrt verspricht, gleicht dem Ertrinkenden, der in seiner Todesanait nach dem Strohhalm areift. Der Kampf um die Reparationen Paris, 17. Juli.( EP.) Nach der„ Daily Mail" hat Poincaré gestern eine lange Unterredung mit Dubois gehabt. Dubois sei der entschiedenen Ansicht, daß Deutschlands gegenwärtige Zahlungsunfähigkeit der Schwäche der dentschen Regierung zuzuschreiben sei. Die Reparationskommission werde nächstens einen scharf verurteilenden Bericht über die deutsche Zahlungsunfähigkeit veröffentlichen. Frankreich werde darauf bestehen, daß die Reparationskommission die absichtlich herbeigeführte Zahlungsunfähigkeit Denticha lands festgestellt, wodurch den Alliierten das Recht gegeben ist, Sanktionen zu ergreifen und besonders eine Kontrolle über die deutschen Finanzen auszuüben. Poincaré jei nicht von militärischen Sanktionen eingenommen, er möchte sobald wie möglich mit Lloyd George eine Unterredung über die Reparationen haben, und man glaubt in gut unterrichteten Kreisen, daß eine Konferenz stattfinden wird, sobald das Garantiefomitee seinen Bericht erstattet hat. Poincaré wird nach dem genannten Blatt von Lloyd George folgende Schritte fordern: 1. die Notwendigkeit, der Welt au erklären, daß Deutschland abfichtlich den Bankerott herbeigeführt hat, 2. der einzige Weg, um mit Deutschland zu unterhandeln, liege in einem gemeinsamen Vorgehen der Alliierten, 3. Poincaré wird auf die Notwendigkeit bestehen, von Deutschland bestimmte Finanzreformen zu erlangen. Die allierten Kommissare sollten mir Vollmachten für die Ueberwachung des deutschen Staatshaushaltes und aller Einnahmen und Ausgaben ausgerüstet werden. Poincaré mißt auch der Diskussion der interalliierten Schulden große Wichtigkeit bei. London, 16. Juli.( EP.) Runciman, der im Asquithministerium Minister war, hielt gestern in Middlesbereugh eine Rede, in der er erklärte, daß es die erste Pflicht der eng lischen Regierung sei, im Interesse der Arbeitslosen für eine Regelung der Reparationsfrage zu sorgen und eine Summe festzusehen, die Deutschland bezahlen könne. Für England würde es vorteilhaft sein, auf die Forderungen an seine Berbündeten vollkommen zu verzichten. Ein finanzieller Krach in Bemerkenswerte Berliner Häuser und der gefällige„ königliche Better", der König Beim Wandern durch Berlin fann man kaum erkennen, baß man in einer sehr alten Stadt weilt, da die Erinnerungsstätten an Gewesenes und Gewordenes hie und da versteckt und verstreut sind. Die Kenntnis von der Geschichte Berlins liegt überhaupt auch heute noch sehr im argen. Es bleibt aber sehr bedauerlich, von geschichtlicher Entwicklung nichts zu wissen, weil das der beste Weg ist, um zu erkennen, wie Rückständiges hat hochkommen können und weil gleichzeitig Kenntnis der Geschichte das geeignetste Mittel an die Hand gibt, wie man Reaktionäres wieder rausreißen kann. Um die Kunde von der Geschichte Berlins hat sich seit langen Jahren der Verein für die Geschichte Berlins verdient gemacht, und der Hauptschriftwart dieses Vereins, Dr. Hans Brendicke, hat durch seine allen zugänglichen Wanderungen durch Berlin ein gut Stück zur Kenntnis von AltBerlin beigetragen. Der älteste Teil von Berlin liegt im Zentrum, um Spittelmarkt und Molfenmarkt herum. Es sei hier zunächst darauf aufmerksam gemacht, daß diese Plätze, ebenso wie der Hausvogteiplas und der Hackesche Markt aus dem Grunde ganz im Gegensatz zu andern viereckigen Pläßen wie dem Dönhoffplatz so zackig und vieleckig sind, weil Berlin früher Festung war und gerade an diesen Stellen winklig gebaute Bastionen standen( Berlin hatte um 1675 dreizehn solcher Bastionen oder Bollwerke). Nach Abbruch der Baftionen und Wälle ließen die Bürger die Häuser da stehen, wo sie immer schon gestanden hatten, und auf diese Weise ergaben sich die unregelmäßigen und winkligen Plätze. Hier im Zentrum Berlins gibt es denn auch heute noch ein paar alte und bemerkenswerte Häuser. Der Hausvogtetplab, der früher Schinkenplatz hieß, weil er die Form eines Schinkens hat, wurde später nach dem an ihm gelegenen Hausvogtet Gerichtsgebäude An seiner Stelle steht jetzt die Reichsbank. In der Hausvogtei saß vom 1. Januar bis 12. November 1834 der mecklenburgische Dichter Frit Reuter gefangen, der das damals todeswürdige Verbrechen begangen hatte, für die Freiheit und Einigkeit Deutschlands einzutreten. Sein LandesHerr, der perfide Großherzog von Mecklenburg, ließ den Revolutionär", der sich gerade in Berlin aufhielt, verhaften, benannt. von Preußen, leistete hinterlistig genug Bütteldienste und behielt den Dichter in offenem Widerspruch mit dem damals geltenden Staatsrecht, gefangen. Von einem anderen Dichter, der auch nur Not und Entbehrungen im Leben erfahren hat, erzählt das Haus Nummer 11 in der alten Spreestraße. Hier wohnte, wie eine Bronzetafel über der Haustür besagt, 1854 und 1855 Wilhelm Raabe, der immer ein Herz hatte für die Armen und Beladenen und der in seinem Roman „ Chronik der Sperlingsgasse"( gemeint ist die Spreestraße) ungemein anschaulich und frisch Tun und Treiben ,, kleinen Leute" geschildert hat. der Ganz in der Nähe befindet sich das alte und interessante Haus Brüderstraße 15, in dem das LessingMuseum untergebracht ist. Hier hat der Dichter The= odor Körner mehrfach geweilt, während der Dichter Gotthold Ephraim Lessing bei seinen wiederholten Aufenthalten in Berlin in den Häusern Spandauer Str. 68, Nikolaikirchhof 10, Stralauer Straße und Königsgraben 10 ( jetzt Warenhaus Tieß) gewohnt hat. In der Breite Straße 12 wurde der bekannte Komponist Albert Zorbing geboren, und das nebenan liegende Haus, Breite Straße 11, das sogenannte Haus Ermeler, 1761 erbaut, ist berühmt als Denkmal alt Berliner Kunst. In der Breite Straße 8/9, worin sich bis vor furzem die Redaktion der Freiheit" befand, ist ebenfalls ein altes, 1704 erbautes Berliner Haus zu erblicken. Aus einem ganz anderen Grund interessant ist das Haus Königstraße 69, Ede der Burgstraße. Im Grundbuch befindet sich nämlich die Eintragung, daß bei einem leberfall des Schlosses an der Spree das Haus einen Mann mit Gewehr zur Verteidigung auf das Schloß entfenden soll." Man sieht, daß gekrönte Häupter und hohe Herrn den gemeinen Mann ftets als Freiwild betrachtet haben, der sich, damit sie geschützt sind, wie ein Hase abknallen lassen muß. Ein merkwürdiges Wahrzeichen, den sogenannten Neidkopf, trägt das Haus Heiligegeist straße 38. In der Höhe des zweiten Stockwerks befindet sich der Kopf eines Weibes mit Schlangenhaaren, hängenden Brüsten und ausgestreckter Zunge. land selbst haben. Die Unsicherheit am Devisenmarkt vernichte alle Handelsmöglichkeiten, da man von heute auf morgen über den Wert der Auslandsdevisen im unflaren sei. Die heutige Sonntagspresse beschäftigt sich ausschließlich mit dem Reparationsproblem. Observer" hält die Gewährung eines Moratoriums für unumgänglich notwendig. Eine wirkliche Lösung würde nur durch eine vollständige Revision der deutschen Reparationsverpflichtungen erreicht werden fönnen, für die eine Höchstsumme festgesetzt werden müßte, die Deutschland die Lebensmöglichkeit lasse und einem von den Bankiers festgesetzten Maximum entspreche. In Frankreich wie in England wünscht man, das Deutschland sich erhole. Den Schlüffel zum Frieden bilden aber die Zahlungen zur Herstellung der zerstörten Gebiete. Die öffentliche Meinuna Englands sei für eine Annullierung der Schulden der Verbündeten an England oder für einen Verzicht an die Ansprüche an Deutschland, vielleicht sogar für beide. Aber nur eine endgültige und praktische Regelung der gesamten Reparationsfragen würde es der Regierung möglich machen, ihre Maßnahmen zu treffen.- Sunday Times" schreiben: Das Reparationsproblem kann gelöst werden, wenn wir die Schulden unserer Alliierten annullieren gegen den Verzicht unserer Verbündeten auf die Summen, die sie von Deutschland zu erlangen hoffen. Ein Frendenfeuer von dent: schen Schuldverschreibungen, die wir zur Begleichung der französischen, belgischen und italienischen Schulden an Eng land erhalten würden, könnte die europäische Atmosphäre vollständig reinigen. Im übrigen bemérten sowohl Observer" wie ,, Sunday Times", daß die Hilfe der Vereinigten Staaten unbedingt erforderlich sei. Weitere Verhandlungsmöglichkeiten? Haag, 17. Juli.( EE.) Auf den Brief des Präsidenten Patjin an Litwinoff, worin die Tür zu weiteren Verhandlungen offengehalten wird, antwortete der russische Vertreter in versöhnlicher Weise. Man glaubt, daß es namentlich den Bemühungen des englischen Finanziers Leslie Urquart sowie des Vertreters der Shell Company, Obersten Boyle, gelungen sei, daß sich die Verhandlungen weiterfortsetzen ließen. Diese beiden Herren hatten zahlreiche Besprechungen mit Krassin. Auf beiden Seiten wurde der Wunsch geäußert, zu Abmachungen zu gelangen. Litwinoff erklärte auf den Brief Patjins, daß er vor allem wissen müsse, welche Summen von Rußland zur Bezahlung des beschlagnahmten Privateigentums gefordert werden. In nicht russischen Kreisen erfährt man, daß Frankreich 13 Milliarden Goldfrank fordert, England sechs. Die Russen glauben, daß dte Amerikaner für das von ihnen in Rußland investierte Rapital 117 Millionen Goldrubel verlangen. Die Summen wenden von den Russen als zu hoch gegriffen bezeichnet. Geringere Summen würden sie innerhalb 15 Jahren bezahlen wollen, doch fordern sie direkte Verhandlungen mit den verschiedenen Gläubigerkategorien, von denen sie bebaupten, daß es deren im ganzen 1000 gebe. Die Franzosen befürchten, daß die Engländer separate Abmachungen mit den Russen treffen wollen, nachdem ein allgemeines Abkommen infolge der Haltung der beiden englischen Delegier. ten Silton Young und Philipp Lloyd Gream unmöglich geworden war. Polizeibeamte und Republik In Stuttgart tagt gegenwärtig der Reichsverband der Polizeibeamten. Er beschäftigte sich unter anderem mit dem Gejebentwurf aum Schuße der Republik. In einer EntschlieBung wurde der Gesebentwurf gebilligt und im weiteren erklärt: Wenn sich aus Anlaß innerpolitischer Unsicherheit die verantwortlichen Regierungsstellen und gesetzgebenden Körperschaften im Intereffe der Staatsordnung zu gefeßgeberischen Maßnahmen veranlaßt sehen, die zwar an sich eine Beschneidung des öfentlich- rechtlichen Charakters der Beamten bedeuten, so muß doch eine verfassungstreue Polizeibeamtschaft gerade in diesem Fall ihre eigenen Interessen hinter die des Volksganzen zurückstellen und solche notwendigen gesetzlichen Maßnahmen billigen." Ist es auch ein Unikum, daß sich eine Tagung der Polizeibeamten auf den Boden der Verfassung stellt, so ist es anderseits doch erfreulich zu begrüßen, daß die Polizeibeamtentaguna sich ausdrücklich in diesem Sinne aussprach. Der Beschluß bestätigt aufs neue, daß nicht von der Beamtenschaft, sondern nur von der monarchistisch eingestellten Führerschaft Anschläge gegen das neue Regime zu befürchten find. Zugleich hebt sich aber die Entschließuna der Polizeibeamten wohltuend von der Stellungnahme der reaktionären Bürokraten gegen das republikanische Beamtenpflichtgeich ab. Angeblich hat Friedrich Wilhelmi I., der Vater des alten Friz, einen damals in dieser Straße wohnenden armen Goldschmied viel Arbeit gegeben, worüber die Frau eines gegenüber wohnenden Zunftkollegen neidisch gewesen sei und dem Bevorzugten alle Tage die Zunge ausgestreckt habe. Als der König dies gehört, habe er, um die Frau zu bestrafen, den Neidkopf an dem Haus anbringen lassen. Nun, wahr wird die Geschichte wohl nicht sein, denn Könige haben sich noch niemals um die Nöte des armen Mannes gefümmert. Auch über ein anderes Wahrzeichen, die Rippe am Haus Moltenmarkt 15, werden allerlei tolle Geschich ten erzählt. Die Rippe war aber gewiß nichts anderes, als ein Wirtshaus- Wahrzeichen, ebenso wie die goldene Kugel, der goldene Arm, oder die weiße Taube. Eine humorvolle Erinnerung weckt das stattliche, 1761 erbaute Haus Poststraße 16, an der Ecke des Mühlendammes, am Molfenmarkt gelegen, das sogenannte Ephra imsche Haus. Es gehörte Beitel Heine Ephraim, der im Auftrag des Königs in bedrängter Zeit unterwertige Münzen herstellte, sogenannte Ephraimiten, von denen das Volk spottete: Außen schön und innen schlimm, Außen Friedrich, innen Ephraim." Unsere heutigen Münzen und verschmutzten Scheine sind noch viel schlimmer und viel weniger wert, als die damaligen Ephraimiten. Ein tieftrauriges Kapitel von den finstersten Zeiten des barbarischen Mittelalters wird lebendig beim Anblick des Hauses Jit denstraße 46/47, des Großen Jüdenhofes. Hier war bis 1350 allein der staatlich erlaubte Wohnsitz der Juden, das Ghetto Berlins, durch eiserfte Gitter abgetrennt, die abends um neun Uhr geschlossen und früh um sechs Uhr geöffnet wurden. Am Schluß der heutigen Wanderung durch Alt- Berlin sei endlich noch ein sehr altes Haus, Fischerstr. 29, erwähnt. Es ist 1604 erbaut und hat über dem Hoftor ein Schild mit einem Eichhörnchen und der Inschrift:„ Zu Eichhorn bin ich genannt dies Haus steht in Gottes Hand." K. J. Ersatzleistung für beschädigte Banknoten Die Kinderspiele der Berliner Gin Gesezentwurf über die Ersatzleistung für beschädigte Reichsbanknoten ist dem Reichstag zugegangen. Danach Fann das Reichsbankdirektorium bestimmen, daß eine Ersatzleistung für beschädigte Neichsbanknoten nur dann zu erfolgen habe, wenn die zur Prüfung der Echthelt erforderlichen Merkmale, wie Wasserzeichen, Fasern, Streifen, Nummern asw. in deutlich erkennbarem Zustande auf dem vorge= legten Teile der Note enthalten sind. Die Bestimmung ist durch das Reichsgesetzblatt zu veröffentlichen. Das Ende des Notgeldes Ein Gesezentwurf über die Ausgabe und Einlösung von Notgeld ist dem Reichstag zugegangen. Danach sind Marken, Münzen. Scheine oder sonstige Urkunden, die auf einen Geldbetrag lauten und im Zahlungsverkehr als Ersatz für das vom Reiche, von der Reichsbank oder einer Privatnotenbank ausgegebene Geld verwendet werden( Notgeld), sofern sie sich zur Zeit des Inkrafttretens dieses Gefetes im Verkehr befinden, ohne Rücksicht auf die Gültigkeit, die Art und den Inhalt der Verpflichtung der Urkunde bis zum Ablauf von drei Monaten nach Inkrafttreten des Gesebes durch den Aussteller gegen Aushändigung der Urfunde zum Nennbetrag einzulösen. Ferner wird bestimmt, daß Marken, Münzen, Scheine oder sonstige Urkunden, die auf einen Geldbetrag lauten, fortan nicht zu dem Zweck ausgegeben werden dürfen, als Notgeld verwendet zu werden. Der nachsichtige Herr Boelitz Weil in Lichterfelde die Kadetten eine Anstaltsdame mit Rosenamen wie Sau" belegt haben, wurden sie auf Veranlassung des Kultusministers Dr. Boelig aus der Anstalt entlassen. Aber Herr Boeliz müßte nicht ein Deutsch- Volksparteiler sein, wenn er für derartige Rüpeleien nationa listischer Jugend nicht ein mitfühlendes Herz hätte. Infolge= deffen hat er dafür gesorgt, daß ein Teil der relegierten Schüler in dem ebenfalls mit staatlichen Mitteln unterstützten Alumnat in Walstatt Aufnahme fanden und er gestattete ihnen weiter, sich vor Ablauf des Semesters dem Abiturienteneramen zu unterziehen, Es bedarf wohl feines besonderen Hinweises, daß die hoffe nungsvollen Jünglinge ausnahmslos das Examen bestanden haben, denn das Wohlwollen des preußischen Kultusministers mußte doch auch von der Prüfungsbehörde in Walstatt ge= würdigt werden. Vergrößerung der diesjährigen amerikanischen Anbaufläche für Baumwolle. Die New Yorker Financial Chronicle gibt in ihrer alljährlich Ende Juli erscheinenden Schäßung über die in den Vereinigten Staaten mit Baumwollpflanzungen bestellten Flächen die diesjährige Anbaufläche mit 35 025 000 Acres an, das sind 10,5% mehr als im Vorjahre; das Verhältnis von bestellten und Ernteflächen und den Erträgen der Baumwollernte in den Jahren seit 1917 gibt die Chronicle wie folgt an: bestellte Flächen geerntete Flächen Acres Erträge Ballen Acres 1922 35 025 000 1921 31 678 000 30 509 000 1920 37 043 000 35 878 000 7953 641 13 439 603 1919 35 133 000 33 566 000 11 420 763 1918 36 008 000 12 040 582 33 841 000 87 207 000 1917 34 923 000 11 302 375 Ueber die Ernteaussichten schreibt das Fachblatt, daß infolge ungewöhnlich schwerer Regenfälle die Felder um zwei bis zu sechs Wochen im Rückstand find. Dies wird aber mehr als ausgeglichen durch den günstigen Stand der Felder, die bis zur Ernte feinerlei Trockenheit mehr zu befürchten haben, und durch die in diesem Jahre wieder in großem Umfang verwendeten fünstlichen Düngemittel, die in den letzten Jahren, vor allen Dingen im Jahre 1921, fast ganz in Wegfall gekommen waren. Groß- Berlin Teutsche Pöbeleien! Ein Borfall, der sich vor einigen Tagen in später Abendftunde auf dem Bahnhof Bellevue zutrug, bei dem das Gebaren eines ebenso urteutschen wie brutalen " Patrioten" in erschreckende Erscheinung trat, wollen wir der weiteren Oeffentlichkeit nicht vorenthalten. An der Sperre stand der sehr wohlgenährte Herr Robert Haenisch, N. 52, Kirchstraße 23, und parlamentierte minutenlang mit dem die Sperre beaufsichtigenden Beamten. Der betreffende Patron hatte ein Fahrscheinheft, das ihn berechtigte, seine Fahrt erst vom Fernbahnhof Friedrich straße anzutreten. Der Beamte bedeutete ihm verschiedentlich höflich, er müsse sich erst noch eine Stadtbahnkarte bis Friedrichstraße lösen, denn er könne ihn nicht durchlaffen. Unser Held wollte aber durchaus und entgegen den Weisungen des Beamten die Sverre passieren. Der Beamte Iteß ihn nicht durch und forderte ihn auf, die Sperre freizugeben. Inzwischen stand hinter ihm schon eine Dame, hinter ihr ein Herr und einige andere Personen, die bereits eine Polonaise bildeten. Der hinter der Dame stehende Herr, ein gerade am Vormittag angekommener Auslandsdeutscher L., bat den demonstrierenden Tentonen höflich, die Dame und ihn wenigstens passieren zu lassen. Er half der Dame durchzukommen und da der Zug eben einfuhr, den er benutzen wollte, machte er auch für sich den Weg frei. In diesem Moment geriet der Urteutone in Wut, holte aus und schlug den betreffenden Herrn brutal zu Boden, der sich beim Fall die Haut der rechten Hand abschürfte. Der Ueberfallene, an Körpergröße und Kraft dem Angreifer weit unterlegen, benuzte seinen Schirm als Waffe und schlug diesem Kerl als Abwehr ins Gesicht, so daß sich sogar die Schirmspizze verbog. Das Stationspersonal zwang jenen Herrn Haenisch, sich tuszuweisen und es stellten sich sofort eine Anzahl Personen bem Ueberfallenen als Zeugen zur Verfügung. Gegen den Angreifer wird die Strafanzeige erstattet werden, falls er dem ihm gestellten Verlangen, für einen wohltätigen Zweck einen größeren Betrag au stiften, nicht nachkommen wird. Auch dieser Vorfall paßt zu dem Bilde jener Ueberpatrioten, die durch ihr brutales Tun Deutschland immer mehr außen- und innenpolitisch schädigen. Wir hoffen, daß jene Buße dem betreffenden Herrn Haenisch eine Lehre sein und ihn veranlaffen wird, sich aufüa wie ein aivilisierter Mitteleuropäer zu benehmen. Die Genofen des 12, Distrikts hoffen, daß die beiden alten Kämpen noch recht lange in ihrer Mitte verbleiben, den Arbeitsgemeinschaf der Kinderfreunde jungen Genossen zum Vorbild, den alten Genoffen zur NachDie Ferienspiele der Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde haben begonnen. Hunderte von Großstadtkindern, zu deren Erholung die kommunalen Mittel nicht ausreichen, erfreuen sich am frischen, fröhlichen Spiel auf grünen Rasenflächen. Die Spiel leitung führen unsere Genossinnen, die sich im Spielleiterfurfus dazu vorbereiteten. Sie bersuchen außerdem, soweit die gesammelten Beiträge und die lokalen Verhältnisse dies erlauben, die Rinder an heißen Tagen durch kleine Erfrischungen zu erquiden. Mit jedem Spieltage wächst die Kinderzahl und wir hoffen, daß auch die Mittel mitwachsen. Genossen und Genossinnen, unterstützt die Bestrebungen der Kinderfreunde, sammelt Beiträge und freiwillige Gaben! Geldspenden sind zu richten: auf das Konto Alex Bagels, Nr. 48 743, beim Postschecamt Berlin. Die im Umlauf befindlichen Sammellisten sind so schnell wie möglich abzurechnen bei den Stellen, von denen sie entnommen sind. Die Spiele der Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde finden statt: Bionierplaz an der Hafenheide: Mittwoch und Sonnabend 2½ bis 6% Uhr. Spielplaz an der einsamen Pappel( Schönhauser Allee) Dienstag und Freitag 2½ bis 6% Uhr. Spielplatz an der Wiesenstraße( Wedding) Dienstag und Freitag 2 bis 6% Uhr. Moabit: Plögensee, Bogelwiese, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag 9-5 Uhr; Treffpunkt 29 Uhr morgens am fleinen Tiergarten( Kriegerdenkmal), Essen und Getränke mitbringen. Lichten= berg: Spielplatz am Wagnerplatz, Mittwoch und Sonnabend 2% bis 6½ Uhr. Treptow: Spielwiese 8, rechts vom Denkmal, Dienstag und Freitag 2% bis 6% Uhr. Südende: Parfrestaurant, Dienstag und Freitag 2½ bis 6% Uhr. Schöneberg- Friedenau: Spielplat Rubensstraße, Sonnabends 3 bis 8 Uhr. Bankow- Heinersdorf: wechselnder Spielplag. Näheres bei der Leiterin Frau Wisnetvsti, Heinersdorf, Triniusstraße 58. Bezirksamt Zehlendorf darf nicht fehlen! Nachdem der 6. Vergütungsteiltarif für die nichtständigen Angestellten beim Magistrat zum Abschluß gebracht worden ist, scheint das Bezirksamt wieder, wie immer, wenn es sich um Arbeiter oder Angestelltengehälter handelt, die Sache verschleppen zu wollen. Der Tarif liegt in 2 Stellen aus und sollen sich die Angestellten nach diesen Stellen begeben und von dem Inhalt Kenntnis nehmen. Außerdem geht eine Verfügung, unterzeichnet vom 2. Bürgermeister, Arbeiterfrauen! Wenn Ihr eine bürgerliche Zeitung haltet, fallt Ihr Eurem Mann in den Rücken! Verbreitet die Arbeiterpreffe! Left die Freiheit! Dr. Schuhmacher, herum, wonach den Angestellten erst nach einer Erklärung an das Personalbüro, ob dieselben mit den im Teiltarif gefaßten Bestimmungen einverstanden sind, das Gehalt gezahlt wird! Hat Zehlendorf bereits ein großes Beamtenheer, so wundert es einem nicht, wenn das Publikum die noch immer dort herrschenden Bustände scharf verurteilt. Sieht man doch immer noch Töchter höherer Beamten in den einzelnen Abteilungen siben. warum prüft der Magistrat nicht einmal an Ort und Stelle und läßt sich nicht mit schriftlichen Berichten abspeisen. Der Verwaltungsapparat arbeitet viel zu schwer und hier könnte viel gespart werden. Geradezu kraß sind die Eingruppierungen der Beamten vorgenommen worden; alte erfahrene und tüchtige Leute hat man sizzen laffen und füngere unerfahrene Leute hat man über die erfahrenen Leute eingruppiert. Steigert man dadurch die Arbeitsfreudigkeit? Bewußt arbeitet man gegen Groß- Berlin. Magistrat, höre endlich unsere Mahnungen und säubere mit eisernem Besen! Der Prinzenerzieher als Geschäftsmann. Ein umfangreicher Betrugsprozeß, der Einblicke in gewisse Verhältnisse der Nachfriegszeit gestattet, wird in dieser Woche die Ferienstraffammer des Landgerichts II beschäftigen. Angeklagt wegen Betruges ist der ehemalige Privaterzieher an der Lichterfelder Kadettenanstalt und spätere Erzieher des Erbprinzen von Lippe, der, cand, theol. Rarl Rumler, während sich der Kaufmann Leopold Brieger wegen Beihilfe zum Betruge und Hehlerei zu verantworten hat. Die Verhandlung leuchtet in ein eigenartiges Milieu hinein, nämlich in gewisse adlige Kreise, welche früher von dem Zinsgewinn ihres immerhin ansehnlichen Vermögens gut leben konnten, nach Krieg und Revolution aber infolge der enormen Steigerung aller Lebensbedingungen gezwungen waren. zwecks Erlangung einer höheren Verzinsung mit ihrem Kapital nach faufmännischen Grundsäßen zu operieren. Zu den Leuten, welche notgedrungen plöblich ihre„ kaufmännischen Talente" anwenden mußten, gehörte auch der Angeklagte Rumler, welcher bis dahin als Erzieher des Erbprinzen und des Prinzen von Lippe sowie eines Herrn von Moser ein gutes Auskommen hatte, aber durch die fortgesetzte zunehmende Teuerung in Schulden geraten war. Durch einen Kaufmann Loewenthal war er mit dem angeblich geisteskranken Erfinder der rad- und gleislosen Eisenbahn Göbel näher bekannt geworden, welcher zur Herstellung eines Gleichzeitig Modells die Summe von 250 000 Mark suchte. wurde N. auch mit dem zweiten Angeklagten Brieger befannt, der furze Zeit vorher den Offenbarungseid geleistet hatte. Durch seinen Zögling von Moser suchte N. nun in adligen Kreisen Geldleute, welche die Göbelsche Erfindung sinanzieren sollten, und wurde er in dieser Weise mit der Mutter des v. M., einer jebigen Frau von Pfannenberg, und deren Mutter, der 76 jährigen Frau von Vogel, bekannt. Wie die Anklage behauptet, soll R. nun, um die alte Dame sicherzumachen, erklärt haben, ihm ständen enorme Summen aus hochstehenden Kreisen, die nicht genannt sein wollten, zur Verfügung. Hierdurch verleitet, qab Frau v. V. zuerst 92 200 Mark in Wertpapieren her. Kudze Zeit darauf verlangte R. nochmals 40 000 Mark und soll sich, da die alte Dame ihm völlia vertraute und ihm, weil sie augenschwach war, die Kaffette übergab, statt der 40 000 Marf gleich für 125 000 Mark Wertpapiere angeeignet haben. Die Papiere wurden von R. lombardiert und der Erlös dazu verwandt, um als Begleiter der beiden lippeichen Prinzen eine Vergnügungsreise nach Misdron zu unternehmen. Die 76 jährige Frau von Vogel ist fast um ihr ganzes Vermögen gebracht worden. Die Angeklagten bestreiten, sich irgendwie strafbar gemacht zu haben, insbesondere will Rumler durch Rechtsanwalt Dr. Kurt Fontheim den Beweis dafür antreten, daß er selbst der von dem geisteskranken Göbel Betrogene sei. Die Verhandlung wird deshalb einen erheblichen Umfang annehmen. 30jähriges Parteijubiläum. Die Genoffen des 12. Distrifts, Bezirk 539, Hutmacher Karl Klatt, Raumerstr. 6 und der Puzzer Christian Wanake, Lychener Str. 15, tönnen auf eine 30jährige Parteiaugebörigkeit zurückblicken. ahmung. Großfeuer bei Orenstein& Koppel in Spandau alarmierte in der Nacht zum Sonntag um die 11. Abendstunde die Spandauer Feuerwehr. In der Waggonbauanstalt an der Hamburger Straße war aus noch unbekannter Ursache Fener ausgekommen, das erst bemerkt wurde, als die Flammen schon aus dem Fabrikgebäude emporloderten. An den dort in Arbeit befindlichen fast fertigen Waggons, den reichen Holz- und Lackvorräten usw. hatte das Feuer reiche Nahrung gefunden. Unter Leitung des Brandingenieurs Müller nahm die Spandauer Berufswehr, von der Staakener Freiwilligen Feuerwehr unterstüßt, sofort mit 3 B- und 5 C- Rohren den Kampf gegen das entfesselte Element auf. Bei der gewaltigen Ausdehnung des Brandes mußte sich die Wehr darauf beschränken, ein Weitergreifen des Feuers zu verhindern. Das in Brand geratene Fabrikgebäude bildete bereits bei der Ankunft der Wehr ein einziges Flammenmeer, so daß weder die Vorräte noch Maschinen oder Waggons gerettet werden konnten. Erst gegen Morgen, nach 7stündiger Tätigkeit, konnte die Wehr wieder abrücken. Das Fabrikgebäude ist vollständig ausgebrannt, der entstandene Schaden recht beträchtlich, die Firma hofft jedoch, den Betrieb auf ihre anderen Werke verteilen und so fortsetzen zu können. Die Aufräumungsarbeiten dürften mehrere Tage in Anspruch nehmen. Menschenleben sind bei dem Brande nicht zu Schaden gekommen. Obwohl die Firma bei mehreren Versicherungsgesellschaften versichert ist, soll der Versicherungsbetrag nicht ausreichen, um den Schaden zit decken. Gewerkschaftliches Verbandstag der Bekleidungsarbeiter An dem Verbandstag, der vom 3. bis 8. Juli in München tagte, nahmen 112 Delegierte, 19 Vertreter der Zentralinstanzen und Gauleitungen und eine Reihe Gäste, darunter auch aus dem Ausland, teil. Den ersten Verhandlungstag füllten die Begrüßungsansprachen, die Erledigung der Mandatsprüfung und sonstiger geschäftlicher Fragen aus. Die Berufung des wegen Zellenbauerei ausgeschlossenen früheren Berliner Bevollmächtigten Schumacher wurde einmütig abgewiesen, auch keiner der ans wesenden fünf KPD.- Delegierten trat für Schumacher ein. Sehr ausführlich wurde die Berufung des früheren Beiratsmitgliedes Ziolkowski- Hamburg gegen seinen Ausschluß erörtert und 3. selbst das Wort gestattet. Stolfowski agitierte für Sabotage der Beschlüsse des Beirats und trieb an Schumachers Seite Zellenbauerei. Alle Maßnahmen des Vorstands gegen 3. wurden gegen wenige Stimmen gut, geheißen. Den gedruckten Geschäftsbericht besprach Verbandsvorsitzender Plettl Berlin. Den Kassenbericht erstattete Seidmann- Berlin. Er beanstandete, daß vielfach die Einreihung in die gebührende Beitragsklasse nicht erfolge. Das Verbandsvermögen betrage 4% Millionen Mark; eine starke Beitragssteigerung set notwendig. Redakteur Brenne de Berlin kündigte in seinem Bericht das bevorstehende Eingehen des fachtechnischen Blattes ant. Dafür soll im Verbandsorgan mehr das Wirtschaftsleben des Berufes behandelt werden, auch die Rohstoffrage. Es wurde ferner erwogen, der sozialen und allgemeinen Aufklärung der Frauen mehr Raum zu widmen. In der Aussprache über die Geschäftsberichte wurde eine Fülle Tarifeinzelheiten besprochen. Mehrfach wurde das Verlangen laut, bestimmte Orte und das ganze besetzte Gebiet tariflich zu heben; für die Pfalz müsse mindestens 3 M. Zulage erreicht werden, für das Saargebiet mehr. Harte Worte fielen gegen den zur AfA. gehörenden ZuschneideVerband, der Solidarität in Anspruch nehme, sie selbst jedoch verweigere. Das Ergebnis der langen Auseinandersehung war, daß dem Vorstand das Vertrauen des Verbandstages ausgesprochen wurde. Annahme fanden drei Entschließungen, in denen baldigste Fertigstellung des Reichstarifes für die Konfektion auf der Grundlage der Stundenberechnung ge= fordert wird. Die Zentralleitung wird beauftragt, den Arbeitgeberverband zu bewegen, daß alle Tarifbeschwer= den zwischen den beiderseitigen Organisationen geregelt werden. Protest wird erhoben gegen die Auswüchse der Konfessions- und Kartellpolitik in der Bekleidungs- und Textilindustrie. Für die Wäscheindustrie wird die tarifliche Regelung der in der Anlernezeit gewährten Vergütung verlangt. Endlich wird allgemeine gesetzliche Reformierung der Lehrlingsverhältnisse im Sinne der Tarifvertragsidee gefordert. Am 4. Verhandlungstage referierte Thierfelder. Berlin über„ Verschmelzungs- und GrenzstreiEr legte seinen Darlegungen eine tigkeitsfragen". Entschließung zugrunde, nach der sich der Verbandstag zu der Auffassung bekennt, daß die Entwicklung der Gewerkschaften sich in der Richtung des Zusammenschlusses zu großen leistungsfähigen Industries verbänden vollziehen muß. Der Verbandstag hält aber eine willkür liche Umformung der Gewerkschaften weder für zweckmäßig noch für durchführbar. Die Aussprache war durchweg von der Idee erfüllt, daß Industrieorganisation zu erstreben sei. Rete vom: Kürschner- Berband erklärte für seine Organisation, es sei von ihrem nächstjährigen Verbandstag ein zustimmen der Beschluß zu erwarten. Staub vom Hutarbeiter- Verband schilderte die Zusammenhänge in der Lohnpolitik der Hut- und Textilindustrie. Diese würden einem Teil der Mitglieder die Verschmelzung mit dem Textilarbeiterverband nahelegen. Eine neue Urabstimmung solle über die Verschmelzung mit dem BekleidungsarbeiterVerband entscheiden. Rödel vom Textilarbeiterverband erklärte, die übergroße Mehrheit seines Verbandes sei für die Verschmelzung, diese sei notwendig und werde sich durchsezen, auch gegen den Willen von Zentralverbänden und VerVerbandstagen. Der Textilarbeiterverband würde die Befleidungsarbeiter mit offenen Armen aufnehmen. bandsvorsitzender Pletti betonte, Textilindustrie und Bekleidungsgewerbe würden sich durch die Betriebsverfassung Zum Sport nur Bären- Stiefel Der Stiefel flir schwere Beanspruchung. Hochschäftige Schnürstiefel bis zum Knie, wasserdichte Jagdstiefel, Bergsteiger, Tourenstiefel, Haferlschuhe in höchster Vollendung. Niederlagen in Krummhübel( Riesengeby.). Oberhof( Thüringen), Schlerke( Harz), Garmisch- Partenkirchen und anderen Städten. Erkenntlich durch Reklameschilder Bärenstiefel". Evtl. fordern Sie illustrierten Katalog direkt von Hans Bähr, Berlin, Spezialhaus für Sportstiefel Einzelverkauf Spittelmarkt 4-7, ( vor der Brücke). Engras/ Export/ Laguz unterscheiden, die dort konzentriert, hier zersplittert wäre. Wenn erkennbar in Erscheinung trete, daß die Textil- und Bekleidungsindustrie produktionstechnisch zusammenkommen, dann werde die Zeit für die gewerkschaftliche Umbildung da sein. Im Augenblick würde der Zusammenschluß zwischen Textil- und Bekleidungsarbeitern feinen Vorteil bringen. Die Aussprache endete mit einem Beschluß, der die Entschließung des Gewerkschaftskongresses über Industrie- Verbände bestätigt. Angenommen wurden auch von der Resolution Thierfelder jene Absätze, die den Zusammenschluß der berufsverwandten Verbände erstreben, zunächst mit den Hutmachern und Kürschnern. Ferner fand der Teil Annahme, der sich gegen den Textilarbeiterverband wendet. Der Verbandstag nahm hierauf die Statutenberatung vor, die sich, bis zum letzten Verhandlungstag hinzog. Nach dem Vorschlag des Vorstandes soll der Beitrag einen Stundenlohn betragen; die unterste Klasse mit Stundenlohn bis Mt. 3,99 M. 3,-, die nächste bis Mt. 5,99 Met. 4,-, dann springt der Beitrag immer um 2 Mt., für je 2 Mr. StundenJohn Mt. 2, höheren Wochenbeitrag. Entsprechend den Vorschlägen des Vorstandes wurde das Statut ausgebaut. Es wurde festgelegt, daß die Lohnbewegungen der Verbandsvorstand führt, und der Beirat nach Bedarf zugezogen wird. Die Errichtung einer Unterstüßungskasse für Verbandsfunktionäre wurde genehmigt. Ein weiterer Beschluß ermächtigt den Vorstand, Mittel zur prinzipiellen und or ganisatorischen Heranbildung von Kollegen bereitzustellen. Siz des Vorstandes bleibt Berlin, des Ausschusses Hamburg. Gewählt wurden als 1. Vorsitzender Pletti, 2. Vorsitzender Pleeg, Raffierer Heitmann und Redakteur Brennecke. Nach Feststellung eines Gehaltsregulativs endete der Berbandstag mit einem kräftigen Schlußwort des Verbandsvorsitzenden Plettl. Differenzen bei der Firma Wertheim Wir erhielten verschiedene Zuschriften, die sich mit dem eigenartigen Gebaren der Geschäftsleitungen der verschtedenen Warenhäuser der Firma Wertheim in Berlin beschäftigen. Im Anschluß an die große Demonstration, an der sich auch ein Teil des Personals obiger Firma beteiligte, hielt es die Geschäftsleitung für notwendig, sich in ebenso unzweckmäßigem wie reaktionärem Gehaben zu zeigen. Während einerseits Wertheim Wert darauf legt, nach außenhin als unpolitisch" zu gelten, hielt die Firma es aber andererseits mit dieser ihrer Auffassung für vereinbar, anläßlich des Ablebens der Erkaiferin die preußischen Farben halbmaft zu flaggen! Bei der Demonftration am 2. Juni weigerte sich Wertheim noch, den Betrieb ab zwei Uhr zu schließen. Angesichts der Haltung des Personals mußte sich die Firma aber doch eines besseren besinnen. Am 4. Juli, bet der zweiten Demonstration, wurde wieder im Warenhaus Leipziger Straße die Parole ausgegeben: Wer ohne Urlaub zur Demonstration geht, wird fristlos ent= Iaffen!" Machte so die Firma die Teilnahme an der Demonstration für ihre Angestellten zu einer Gewissensfrage und Bezeugung persönlichen Mutes, so schränkte sie ihren Großmut noch dahin ab, daß fie nur von 1 bis 6 1hr Urlaub erteilte. Da die Demonstration aber erst gegen 6 Uhr in Halensee ihr Ende fand, konnten die Demonstrierenden nicht um 6 Uhr wieder an ihrer Arbeitsstätte sein. Letztere erhielten nun eine Rüge dahingehend, daß sie entlassen würden, wenn fie fich noch einmal erlauben sollten, die Urlaubszeit zu über. Tchreifen. Ja, man ging noch weiter und wollte die Betreffenden entlassen. Da aber der Betriebsrat die Genehmiging verweigerte, fonnte die Firma ihr Vorhaben nicht ausführen. Will die Firma nicht ihre ausdrückliche Solidarität den Rathenaumördern bezeugen, dann wird sie gut tun, solche reaktionären Anwandlungen im Reime zu ersticken. Wir Theatern.Vergnügungen Boltsbühne Komödienhaus Robert u. Bertram Gretchen" täglich 7, Uhr: Tgl. Rotter- Bühnen Henes Volkstheater Täglich& Uhr: Köpenicker Straße 68 71, Uhr: Die erste Geige Staats- Theater Residenz- Theater Eine Frau ohne Bedeutung Schauspielhaus 7/ Uhr 7 Trianon- Theater Operettengas spiel Moral Bie beiden Nachtigallen v. Ludw. Thoma Leutsches Treate! 71 Uhr: Theater Fofasch und Perlmutter am Nollendorfplatz Kammerspiele 71, Uhr Gastspiel Hugo Thimig von Wiener Burgtheater Der Baub d. Sabinerinnen 734 Uhr Verliebte Leute Theater des Ostens ( Rose- Theater) 5 Uhr: Konzert Großes Schauspielhaus 14 Uhr: Dorns Resi 71 Uhr: Die Maschinenstürmer Berliner Prater Walhalla- Theate 72 Uhr Kastanien- Allee 7/9 Tag ich 7, Uhr Er und seine Schwester Die Prinzessin vom Bil Operette in 3 Akten, Beginn des Konzerts 41. Uhr Berliner Theater das Spezialit.- Programm Madame Flirt Theater am Kottbuser for 745 Uhr: des ., Die wunderlich. Geschichten Kapellmeisters Kreisler" im Th. 1. d. Königgrätzer Str. tägl. 8 Uhr Kottbaser Str. 6 Maritzpl. 16077 Allabendl.72 U Gastspiel Freyers Leipziger Sänger am 24. Progrw. 1. Aug. Wiederauftreten der Elife- Sänger. Verlagsgenossenschaft ,, Freiheit" e. G. m. b. H. Die Fortsetzung der General- Versammlung findet am Montag den 17. Juli 1922, abends 6 Uhr im Großen Saal des Gewerkschaftshauses, Berlin SO.16, Engel- Ufer 15, statt. Der Anfsichtsrat: i. V. I. A. Oskar Witzke. wollen im übrigen annehmen, daß hier Uebergriffe wichtigmachender untergeordneter Chefs vorliegen, die schleunigst abzustellen Wertheim alle Veranlassung hat. " Republikanische" Behörden Bei der Hauptfahndungsstelle der Reichszollverwaltung, Verlängerte Hedemannstr. 10, hatte der Betriebsrat den Aufruf der Gewerkschaften, am 27. Juni 1922, a6 12 Uhr, Arbeitsruhe eintreten zu lassen, durch Aushang am schwarzen Brett den Angestellten zur Kenntnis gebracht, mit dem Hinzufügen, fie mögen restlos dem Aufrufe Folge leisten. Abschrift des Aushanges war der Dienstleituna gleichzeitig zur Kenntnis gebracht worden. Die Leitung der Hauptfahndungsstelle, Herr Oberregierungsrat Kolbe, Herr Kekulé von Stradowis, Herr von Weltzin, erblickte hierin nach einer Mitteilung an den Betriebsrat einen Verstoß des letteren gegen den § 69 Abs. 2 des Betriebsrätegesebes( ein Eingriff in die Betriebsleitung durch selbständige Anordnungen steht dem Betriebsrat nicht zu). Was gedenkt das übergeordnete Reichsfinanzministerium gegen diese Säulen der Republik zu tun? Empfiehlt es sich nicht, die Herren Kekulé von Stradowiß und von Weltzin, die noch nicht Regierungsräte sind, aber zu solchen eingegeben sein sollen, schnellstens zu ernennen? Gibt es im Reichsfinanzministerium immer noch keinen eisernen Besen, Herr Hermes? Lohnzulagen für Schlosser Am 12. Juli 1922 nahmen die streikenden Bauschlosser in ihrer Branchenversammlung in der Brauerei Königstadt Stellung zu dem Angebot der Arbeitgeber. Nach dem Bericht der Tariffommission sind die Arbeitgeber bereit, vom 16. Juni bis zum Tage der Arbeitswiederlegung für alle Schlosser und Helfer eine Nachzahlung von M. 8.- zu genwähren. Junggesellen erhalten M. 6.-, Transportarbei ter über 20 Jahre M. 7.- Frauen M. 5.-; Schweiße= rinnen M. 5.50; Tua endliche von 14 bis 15 Jahren M. 2.25; von 15 bis 16 Jahren M. 2.50; von 16 bis 17 Jahren M. 2.75; von 17 bis 18 Jahren M. 3.-; Arbeiter von 18 bis 20 Jahren M. 4.- pro Stunde. Ab 13. Juli bis 31. Juli wure den folgende Lohnfäße festgesezt: für selbständige Schloffer M. 32.50; Helfer M. 81.50; Junggesellen im ersten Gesellenjahr M.24.-; im zweiten Gesellenjahr M. 25.-; Frauen M. 21.-; Transportarbeiter M. 29.-; Jugendliche von 14 bis 15 Jahren M. 10.-; von 15 bis 16 Jahren M. 11.-; von 16 bis 17 Jahren M. 12.-; von 17 bis 18 Jahren M. 13.-; Arbeiter von 18 bis 19 Jahren M. 20.-; von 19 bis 20 Jahren M. 22. pro Stunde. Zu diesen Lohnsäben erhalten Ledige eine Teuerungszulage von M. 1.20, Verheiratete M. 2.-, Verheiratete mit Kindern erhalten M. 2.85, Jugendliche von 14 bis 18 Jahren M. 1. Teuerungszulage. Dieses Angebot der Unternehmer wurde von einigen Diskussionsrednern als für noch nicht ausreichend betrachtet, in der Abstimmung jedoch angenomt= men. Nach den Mitteilungen der Streifenden mußte feftgestellt werden, daß in einzelnen Betrieben die Werkmeister Streifarbeit verrichteten. Beendete Lohnbewegung. Die Lohnbewegungen im Chemischen Großhandel sowie für die Verbandmittelhersteller sind beendet. Für die gewerblichen Arbeiter und Arbeiterinnen der oben benannten Branchen sind mit den betreffenden Arbeitaeberorganisationen und dem Deutichen Transportarbeiter Verband Dor dem Demobilmachungskommissar neue Lohnabkommen für die Monate Juni und Juli abgeschloffen. Die gedruckten Tarife find gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches im Büro des Deutschen Transportarbeiter- Verbandes, Berlin SD., Engelufer 24/25, 3immer 31, erhältlich. Sperre. Der Deutsche Holzarbeiterverband teilt mit: Die Arbeiter der Zelluloidwarenfabrik Richard Brose, Adalbertstraße 65, befinden sich im Streit. Die Wertstatt ist hiermit gesperrt und gilt eine Arbeitsaufnahme in dieser Firma als Streifbruch. Die Ortsverwaltung. Tüchtiger Verkäufer für HerrenKonfektion sofort gesucht Meldungen von 11-12 vorm. und 5-7 Uhr nachmittags Kaufhaus des Weftens Berlin W 50 Jauentzienstr. 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Abteilung. 7 Uhr Abteilungstonferenz bei Dietrich, Svinemünder Straße 36. Jeder Bezirk muß vertreten fein. 14. Distrikt, Lese- und Diskutierklub, Johann Jacobi. Abends 7 Uhr Sigung bei Hoffmann in der Lychener Str. 8. 19. Diftrift( Kreuzberg), 3. Abteilung. Abends 7½ Uhr Abrechnung bei Krüger, Grimmstr. 1. 1. Distrikt, Berlin- Mitte: Vorstandsfibung abends 7 Uhr bei Baum, Stallschreiberstr. 47. Wichtige Tagesordnung, daher vollzähliges Er. scheinen notwendig. 7. Diftrift, 1. Abteilung: Seute abend 7 Uhr findet bei Beuschner, Ader ftraße 110, eine Abteilungsfügung statt. Das Erscheinen aller Bezirtsführer und der Abteilungsobleute ist unbedingt notwendig. Steglik. Bezirksführer! Waldfestplatate find am Dienstag, den 18. Juli, bom Genoffen Müller, Berlinitestraße 5, abzuholen. Alebe folonnen Bescheid sagen. Mittwoch, den 19. Juli. 19 Berwaltungsbezirk( Pankow). Abends 7 Uhr in Bankow, Rathaus Simmer 26, Sigung der Bildungskommiffion. 16. Diftrift und Stralau, Abends 7 Uhr findet in den Comeniusfälen, Memeler Str. 65, eine große Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung: 1. Die augenblidliche politische Lage und die Stellungnahme unferer Partei zu derselben. Referent: Genoffe Edhardt. 2. Aussprache. 3. Diftrittsangelegenheiten 4. Berschiedenes. Die Funktionäre müssen rege einladen. Gr fcheinen aller Genoffen wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung unbedingt notwendig. Ohne Mitgliedsausweis tein Zutritt. Röntgenthal, Sepernick und Umgegend. Abends 8 Uhr im Lokal bes Gee Bor noffen Boble, Röntgenthal, Siemensstraße, Mitgliederversammlung. trag: Politische Lage, Genoffe Beffier. Distuffton. Vereinskalender Dienstag, den 18. Juli. Deutscher Holzarbeiterverband. Tischbranche. Bersammlung am Dienstag, abends 4 Uhr, Schulaula, Petersburger Str. 4. Holzbildhauer- Lehrlinge. Bersammlung aller Lehrlinge der Holzbilbbauereien am Mittwoch, abends 7 Uhr, Arbeitslosenfaal, Berbandshaus, Rungestr. 30. Alle Maschinenarbeiter und Schneidemüller Groß.Berlins. Bersammlung am Donnerstag, abends 6 Uhr, in der Schulaula Mariusstr. 49. Einseher. Bersammlung am Donnerstag, abends 5 Uhr, Berbandshaus, Arbeitslosensaal, RungeStraße 30. Jugendabteilung Süden. Bersammlung am Donnerstag, Ver bandshaus, Arbeitslosensaal, Rungestr. 30. Die Tagesordnung ist in allen Bersammlungen( außer in den Jugendberfanimlungen) Stellungnahme sur Beitragserhöhung und Bezirksangelegenheiten.. Album, Mappen und Galantertebrande. Nachmittag 5 Uhr findet bei Bille, Sebaftianstr. 39, eine Branchenbersammlung mit den Sattlern und Bortefeuillern gemeinsam statt. Pünktliches Erscheinen aller Rolleginnen und Kollegen erwartet die Branchenleitung. Verband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter, Gruppe Landschaftsgärtner. Abends 8 Uhr Gruppenversammlung im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 24/25, Saal 5. Tagesordnung: Bericht über die Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband. Mieterverein Charlottenburg, E. 2. richtet für seine gewerbetreibenden Mieter eine besondere Abteilung ein. Die Sprechstunden für diese Abteilung jeben Dienstag bormittag bon 10 bis 1 Uhr in der Geschäftsstelle, Windfcheidstraße 29, wo auch neue Mitglieder aufgenommen werden. Zentralverband der Schuhmacher. Branchenversamlung der Schäftemacher, abends 6 Uhr, Köpenider Straße 127a. Deutscher Bauarbeiterverband, Sektion Tiefbau. Abends 7 Uhr bei Boeler, Beberstr. 17, Mitgliederversammlung. Tagesobnung: Bericht von der Lohnverhandlung. Mitgliedsbuch legitimiert, obne basfelbe Tein Zutritt. Die Baudelegierten treffen sich bei Boefer um 6 1h zur Merialausgabe. Deutscher Transportarbeiterverband. Abends 7 Uhr im Roal, Englischer Sof", Alexanderstr. 27c, allgemeine Bersammlung. Gruppe Robprobuftion. Tagesordnung: Bericht der Lohntommission bon ben leht stattgefundenen Lohnverhandlungen. Gruppe Dele und Sette. Abends 7 1hr findet im Lotal bon Brasser, Michaelfirchstr. 29, eine Gruppenversammlung statt. Zagesordnung: Stellungnahme aur Lohnbewegung. Mittwoch, den 19. Juli. 17. Berwaltungsbezirk( Lichtenberg). Alle USPD.- Genossen werben er, fucht, ihre Rinber an ben Gerienspielen teilnehmen au laffen. Spieltage auf bem Spielplak Wagnerplay, Mittwoch und Sonnabend von 2½ bis 6 Uhr. Mieterverband Deutschlands, Gruppe Gesundbrunnen: Mieterratssigung abenbe 7 Uhr im Schiller- Lyzeum, Böttgerstraße Ede Pantstraße. Berantwortlich für die Redaktion Emi! Ranch, Berlin; für den Inferatenteil und geschäftliche Mitteilungen: Ludwig Romeriner Berlin. Drud Berlags- Genossenschaft Freiheit", e. G. m. b. S., Berlin. bon Gehring& Reimers, G. m. b. S.. Berlin G. 68. Ritterstraße 75 1-3 geschlossen Trotz Warenknappheit unterbalte noch imposantes Lager preiswerter Teppiche ( Deutsche Perser) Gardinen Möbelstoffe Läufer u. 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