Einzelpreis 3.- Mk. Die& tetbe t" erscheint täglich einmal als Morgenausgabe und Montags als Abenbausgabe mit den Unterhaltungsbeilagen Freie Belt". Frauen- Welt" und" Der Jugend- Genoffe". Der Bezugspreis beträgt bei freier Buftellung ins Haus für den Monat Juli 48,- M., im boraus zahlbar. Bestellungen nehmen fämtliche Boftanstalten ent gegen. Uner Streitband bezogen für Deutschland, Tanzig das Saarund Memelgebiet fowie bie früheren deutschen Gebiete Volens und Luxemburg 88,- M., für das übrige Ausland 116,- m. Berl, u. Exp. Berlin R23. 40, Kronprinzenufer 27 L. el. Moabit 2021. Donnerstag, den 27. Juli 1922 5. Jahrg. Nummer 283 Die stoölfgespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum loftet 25,- M., einschließlich Inferatenftener. Meine Anzeigen: Das fettgebrudte Wort 4, M., jedes weitere Wort 3,- M. einschließlich Inferatensteuer. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gesuche 16, M. netto pro Beile. Stellen- Gefuche in Wort- Anzeigen: das fettgedrudte Wort 3.- M., jebes weitere Bort 2, M. Redaktion: Fernsprecher Dönhoff 4190, 4191 und 4192. Berlin SW, 68, Ritterstr. 75, III, greiheit Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Die Auflehnung Kahrbayerns gegen das Reich Die Nebenregierung der Reichswehr und der Einwohnerwehr- Erklärung des Reichskabinetis Berlin, 26. Juli. Der bayerischen Regierung ist von einer Mehrheit im Landtage das Vertrauen ausgesprochen worden, die aus Deutschnationalen, Deutscher Volkspartei, Bayerischer Volkspartei und Bayerischem Bauernbund besteht. Es ist dieselbe Mehrheit, mit der die berüchtigte Kahrregierung ihre Geschäfte trieb. Das Vertrauensvotum für Lerchenfeld bedeutet also nichts mehr und nichts weniger, als die Wieder erstehung& ahrbayerns. Graf Lerchenfeld, den Nachfolger Kahrs, dessen Regierungsprogramm die Verhinderung einer Wiederkehr Kahrs bedenten sollte, ist also durch seine Kampfansage an das Reich völlig in die Hände Kahrs geraten und muß sich von dessen Parteien jetzt eine Politik difticren lassen, die noch verhängnisvoller ist, als die Kahrsche. Dieses Schicksal der Lerchenfeldregierung geht bereits aus ihrer vorgestrigen Erflärung im bayerischen Landtage hervor. Sie geht auf den flaren Kern des weitere Maßnahmen beraten. Diese Anrufung des Reichsgerichts ist eine höchst zwecklose Ber zögerung der ganzen Angelegenheit. Was soll das Reichsgericht wenn selbst Rechtsgelehrte, wie der deutsch voltsparteiliche Prof. Kahl über den Verfassungsbruch Bayerns feine Zweifel lassen. Es könnte nach alledem die Meinung aufkommen, als sei die Reichsregierung zu Kompromissen Bayern gegenüber bereit. Wir warnen dringend, einer solchen Auffassung Nährboden zu geben. Nichts wäre schlimmer und verhängnisvoller, als Schwäche und Wankelmütigkeit der Reichsregierung. Herrscht im Kabinett immer noch irgendein Zweifel über das, was die republikanische Bevölkerung verlangt? Ve= steht Neigung, ein faules Kompromiß einzugehen? Die Stunde drängt nach Entscheidung. Wenn die Regierung sich zu einem energischen Schritt nicht auf bitante Schärfe der Strafen. Durch diese Merkmale ist das Gesetz als Instrument großer Klassenherrschaft gekennzeichnet, wie sie bisher nur der russische Bolsche: wismus aufzuweisen hatte. Daß dieser von der deutschen Reichsregierung eingestellte weg zwangsweise zum Bolfchewismus führt, sei es mit oder ohne Einsicht der Väter dieses Gesetzes, das haben wir bereits festgestellt. Heute sind wir in der Lage, unseren Lesern neueres noch ausschlaggebenderes Material für alle diese Behauptungen zu unterbreiten, Beweismaterial einwandfreiester Art, nämlich die das Gesetz zum Schutz der Republik ergänzenden und erweiternden Geseze: Amnestiegeset, Beamtengesetz und Gesetz zur Schaffung einer Reichsfriminalpolizei. Wir beainnen mit dem an sich unbedeutendsten. dem Amnesticgciet. Sein Charafter liegt in seiner seitlichen Begrenzung. Es findet Anwendung auf alle geren die bestehende Staatsform gerichteten Anschläge vom August 1920 bis 31. Dezember 1921. Also find die vor dieser S liegenden Ereignisse des Kapp- Butiches ausgeschlossen, ebenso die nach ihr ergangenen bzw. zur Verhandlung kommenden ganzen Konflikts überhaupt nicht ein. Die Frage, Handlungen zu fordern, dann muß der Reichstag Attentate auf Erzberger, Scheidemann, Rathenan. warum das Schutzgesch der Republik geschaffen were den mußte, wird gar nicht berührt. Graf Lerchenfeld wußte sicherlich warum: Er hätte seine eigene Politik und vor allem diejenigen Parteien bloßstellen müssen, auf die er sich jetzt ſtützen muß. Er hätte zugeben müssen, daß sich die Schußgefeße nur gegen jene Verbrecherorganisationen wenden, die gerade in Bayern ihren Siz haben und von den bayerischen Behörden bisher in jeder Weise begünstigt worden sind. Graf Lerchenfeld ist über die Tätigkeit dieser Organisationen ge= nau unterrichtet. Er weiß, daß ihre Bloẞstellung durch den Staatsgerichtshof die ganze bayerische Regierung und einen großen Teil ihres Behördenapparates entlarven, sie vor aller Welt der Begünstigung hochverräterischer Unternehmungen überführen würde. Deshalb will die bayerische Regierung die Schugge raffen kann, dann muß der Ueberwachungsausschuß die Regierung zwingen, ihren Pflichten gegenüber der Republik gerecht zu werden. Und weiß der Ueberund fofort seine Ferten unterbrechen, er muß schleu= nigst zusammentreten, um seine Stimme durch das ganze Land erschallen zu lassen: Nieder mit den monarchistischen Hochverrätern, die sich in München breitmachen, die das Reich zerrütten, die Arbeiterklasse in den Bürgerkrieg treiben wollen, um auf den Trümmern, über einem Meer von Blut und Tränen, das fluchbeladene System einer Monarchie aufzurichten. Die Arbeiterschaft steht bereit. Sie wird jede energische Tat der Regierung unterstützen, wie sie jede Schwäche rücksichtslos bekämpfen wird. Reichsregierung werde hart! feße nicht für Bayern angewendet wissen. Deshalb Bayerische Reichswehroffiziere sträubt sie sich gegen einen Staatsgerichtshof. Sie will den bayerischen Behörden und den bayerischen Gerichten die Anwendung der Schutzgesetze überlassen in der ficheren Erwartung, daß diese wie bisher die Tätigkeit der monarchistischen Verbrecherbanden nicht stören werden, wie sie es bisher vermocht haben, die Mörder und ihre Hintermänner aus den Maschen des Gesetzes zu befreien. Es braucht dabei nur an den Fall Garcis und an den Fall Erzberger erinnert zu werden, an die Tatsache, daß der frühere bayerische Justiz minister Dr. Roth mit steckbrieflich verfolgten Verbrechern verkehrte, sich also eines Verbrechens schuldig machte, das mit Zuchthaus bestraft werden muß. Es braucht nur weiter daran erinnert zu wer den, daß auch der frühere Münchener Polizeipräsident, Herr Pöhner, das gleiche Verbrechen im Amte begangen hat, und daß sie beide, wie alle anderen, nach wie vor Beamte der bayerischen Regierung sind. Aus allen diesen Gründen umging der bayerische Ministerpräsident wohlweislich die kernfrage des Ganzen Konfliktes. Er muß jetzt gegen rechts noch nachgiebiger sein, als bisher, nachdem er der Gefangene der Kahrparteien geworden ist. Und bayerische Regierung ihre Politik der mittleren Linie" so sehr hervorhebt, so ist dazu zu sagen, daß für sie fortan eine solche Politit noch unmöglicher ge= worden ist, als das bisher schon der Fall war. wenn die Wie sehr die Lerchenfeld- Regierung bereits die Gefangene der Kreise um Kahr und Böhnen ist, das geht klar aus den nachstehenden Veröffentlichungen aus der Zeitschrift der bayerischen Einwohnerwehren hervor, die in Verbindung mit den Reichswehroffizieren in Bayern erscheint. Wir verweisen besonders auf die auffallend gleichlautende Argumentation der Nebenregierung und des Lerchenfeld- Kabinetts! Die Reichsregierung hat gestern erneut zur Situation Stellung genommen. Der Reichsjustizminister hat in seinem Gutachten über das bayerische Vorgehen feinen Zweifel darüber gelassen, daß die bayerische Sonderverordnung verfassungswidrig und nach Recht und Verfassung völlig unhaltbar ist. Wie es heißt, will die Reichsregierung zunächst die Entscheidung des Reichsgerichts anrufen und dann über in Berbindung mit den Rebellen! Jn Gestalt von sogenannten Heimatlandbriefen Agitation gegen die Reichsregierung be hat die Reaktion in Bayern eine planmäßige trieben. In regelmäßigen Zeitabschnitten wurden an Truppenteile zu Händen der Offiziere diese Briefe" die verschiedensten Stellen, darunter an die einzelnen geschickt, um dem Putsch den notwendigen Resonnanzboden zu verschaffen. Am 12. Juli verschickte die Dienststelle der Reichs: wehr in München an die J.-R. 19, 20, 21 und das Pionier- Bataillon 7 in einem gesonderten Pakei die Wochenschrift Heimatland" und die Seimatlandbriefe in einigen Exemplaren( so heißt es im Begleitschreiben) zur sofortigen Verteilung. Diese ents halten eine zutreffende Schilderung der augenblick= lichen politischen Situation".( So heißt es ebenfalls im Begleitschreiben.) * Was steht in einem solchen Heimatlandbriefe? Am 17. Juli wurde folgender Brief an die vertrauenswürdigen Stellen versandt: Heimatlandbrief! München, den 17. Juli 1922. Verlag Heimatland, München, Sendlingertorplatz 1. „ Schlagen müssen wir, wenn wir nicht die Rolle des Geschlagenen ohne Rampf auf uns nehmen wollen." Zur politischen Situation. Bir haben im letzten Brief die Verordnung des Reichspräsidenten vom 24. Junt einer eingehenden Besprechung unterzogen. Bis diese Beilen in Druck gehen, dürfte sie vielleicht schon zum Reichsgesetz erhoben sein, nachdem der Reichsrat gegen die laut erhobene Stimme Bayerns den Regierungsentwurf gebilligt hat. Wir wiederholen nochmals die fennzeichnenden Merkmale dieses Gesetzes: Einseitige Anwendung gegen eine bestimmte polis tische Richtung. Schaffung eines zu deren Unterdrückung bestimmten politischen Gerichtshofes, also Ersatz des Rechts durch die Macht und schließlich erors Beguadiat werden nur die Rotgardisten aus den vers schiedenen fommunistischen Butschen der Jahre 1919, 1920 nud 1921, deren Höhepunkt, der März aufstand 1921. durch Max Hölz gebrandmarkt ist. Es ist unwahrscheinlich. dak die saffung des Gefekes sonar für Söla felbft die Tore des uchihauses öffnet, denn es sollen alle die Vergehen unter oder sonstigen. unpolitischen Beweggründen beruhen. Ties beiagt, daß, wenn der Verbrecher auch nur zum fleiniten Ten politische Beweggründe gehabt hat, er trob aller Rohts und Eigennutzvergehen sprich Word und Plünde rung sich der Wohltaten des Gefeßes erfreuen darf. Das Geich ist somit gekennzeichnet durch schamlose Einseitigkeit, zugunsten der Linksputschisten. die Amnestie fallen, die nicht lediglich auf Roheit, Eigena Es iezt noch unverhüllter als das Mantelgesetz zum Schutz der Republik varteiloie Macht über Nech t. Und wie es mit dieser Tendenz restlos unter die Kategorie bolichewistischer Regie: rungsgrundfäße fällt, so bereitet es auch in seinen Wirkungen der Einzug dieses Regimes in Deutschland auf das Tatfräftigste vor. Nun zum Beamtengefeß. Die Weimarer Verfassung saate im Art. 130: allen Beamten wird die Freiheit der politischen Gesinnung ge währleistet. Wir haben im leßten Brief den Leser bereits darauf hingewiesen, daß in jeder Revolution dem anfänglich freiheitlich aussehenden Regiment in einem Zeitpunkt, in dem der Widerwille breiter Volksschichten gegen das trügerische Neue einen gewissen Grad erreicht hat. der Terror folat. Um die Revolution, für die ein Mehrheitswille nicht mehr besteht. mit brutaler Gewalt der Minderheit au halten, wurde neben vielen andern Berliner Gefeßen aus der jüngsten Blütenlese- auch der eben angeführte Artikel der Weimarer Verfassung im Beamtengejeb Art. 10 mit folgender Bestimmung geändert: Reichsbeamte, die mit dem Schutz der Republik besonders betraut sind, haben sich auch außerhalb ihrer amtlichen Tätigfeit jeder Verbindung mit Bestrebungen zur Aenderung der republikanischen Staatsform zu enthalten, auch wenn diese Bestrebungen sich im Rahmen der Reichsverfassung und -Gesetze halten. Das besagt, daß die betreffenden Beamten sich also jeder Partei, ieder Veranstaltung, jeder Feier, jedem Verein usw. fernhalten müssen, der überhaupt monarchistische Tendenz hat, ohne die mindeste Neigung zu zeigen, diese Tendenz irgendwie anders als auf legalem Wege zu pflegen. Vorläufig soll diese Sandschelle für die politische Gedankenfreiheit nur auf eine bestimmte Anzahl von Beamten meist aus dem Reichsministerium und dem Reichswehrminifterium Anwendung finden. Es liegt aber im Sinne des ganzen Geiebes und liegt auch in der Macht der Reichsregierung, die Ausdehnung dieser Zwangsbestimmung auf die gesamte Beamtenschaft beim nächsten besten sadenscheinigen Grund durchzusetzen. Die Urteile über schuldige Beamte fällt ein Disziplinarienat, der ganz wie der famose Staatsgerichtshof nach parteipolitischen Gesichtspunkten mit seiner Mehrheit ausammengesetzt ist, also nach Partei: und nicht nach Rechtsgrundsätzen sprechen wird. Also der Beamte, der zu einer Tannenbergfeier geht, der Reichswehroffizier, der an einer Feier jeinc früheren Regiments teilnimmt, der Beamte, der einem Kriegerverein angehört, sie alle werden mit Dienstentlassung bestraft. Wenn wir solchermaßen die Anwendungsmöglichkeit dieses Gesetzes bis zum Ende durchdenken, und z. B. dabel in München Um-| hat. schau halten, so brauchen wir nicht zu zweifeln, daß wir, die Träger der Namen, die in Bayern besten vaterländischen Klang haben. die ersten fein werden, die zum Gaudium des Berliner Vöbels vor das Revolutionstribunal, das in diesem Falle Diszi plinarsenat heißt, geschleppt werden. Doch denken wir noch weiler. Wer hat seit dem unseligen November 1918 mit unDie Regierung Lerchenfeld ist ebenso wie die Regierung Kahn die Gefangene der monarchistischen Organisationen, die seit Jahr und Tag die wirklichen Inhaber der politischen Macht in Bayern sind und die Regierung, wie das Borstehende berichtet, lediglich als Befehlsempfänger ansehen. bedingter Zuverläſſigkeit und Treue, wie sie nur im verfluch DerStandpunkt derReichsregierung des Reiches dadurch, daß sie es zuließen, daß die bayerischen ten alten Militarismus zu Hause war, das deutsche Volk davor bewahrt, dem bolichemistischen Schrecken ganz anheimzufallen? Wer hat die Regierung Ebert= Scheidemann, die es ihm noch nachträglich mit Fußtritten belohnte, gegen die Berliner Spartakisten im Januar 1919 geschützt? Wer hat der Räteherrschaft in München ein Ende gemacht, wer den Ruhraufstand 1920 und den März aufstand 1921 niedergeworfen? Die Antwort weiß jedes Kind, wissen auch die Herren: es war die Truppe unter der Führung der alten Offiziere des alten Heeres. Sie alle, soweit sie heute in der Reichswehr oder Landespolizei stehen, haben ihre monarchistische Ueberzeugung gewahrt, denn Leute vom Schlage Schübinger gab es blutwenige unter ihnen. Nun zum Reichskriminalgeset. Damit man dem Gefeßentwurf auf den ersten Blick nicht ansieht, zu was er dienen soll, wird ihm ein Mäntelchen umgehängt, zunächst der Bekämpfung des geimeinen Verbrechertums zu dienen. Das flingt recht verfänglich, aber der Pferdefuß tommt nach. Herr Weiß= mann, Kommissar der öffentlichen Ordnung, wer fennt ihn nicht, und wer weiß noch nicht, was die Aufgabe dieses Reichskriminalamtes sein wird? Wir wollen es mit furzen Worten ausdrücken. Es soll jeden der Berliner Regierung nicht genehmen deutschen Staatsbürger dingfest machen und dem Arm nicht der strafenden Gerechtigkeit, sondern der parteipolitischen Ungerechtigkeit und Klassenjuftiz überliefern. In Moskau nennt man das Tscheka, in Berlin Reichskriminalamt. Alle diese unsere Behauptungen find nicht aus den Fingern gesogen, sondern im Gesez enthalten oder von dem sozialdemokratischen Minister Köster als Erläuterung verlautbart. So sagt das Gesetz, um die Polizeihoheit der Länder vollständig abzuschaffen( in Bayern eines Kahr herrschte z. B. etwas mehr Ordnung als im USP- Braunschweig eines Sepp Derter oder im roten Thüringen und Sachsen): Das Reichskriminalgeset fann ausnahmsweise im ganzen Reichsgebiete durch seine eigenen Vollzugsbeamten Ermittlungen anstellen. Diese Befugnis fann aber dem Reichskriminalamt von der Reichsregierung auch für ganze Sondergebiete übertragen werden. Also was heißt das? Wenn eben die Berliner Regierung die Ausnahme als gegeben erachtet, kann Herr Weißmann im auch in Bayern ganzen Reiche über den Kopf der Bandesregierung hinweg verhaften, Haussuchungen halten, Verdächtige sprich Mißliebige- nach Berlin verschleppen und was das Schönste dabei ist, die bayerische Poltzei muß ihn noch Handlangerdienste leisten. - Die Anwendung und Auswirkung dieses Gesetzes zeigt jedem Sehenden und Sehenwollenden die Liste der verbotenen Vereine und, von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, wie schon im letzten Brief erwähnt, wird Bayern die Ehre haben, der Brenupunkt der Christenverfolgung zu sein. Wer Zweifel bat, lese die verflossenen Jahrgänge der Roten Fahne". Freiheit" und des Vorwärts" und versuche, sich alle darin gegen Bayern und den Hort der Gesundung und Wiedergeburt Deutschlands 137 enthaltenen Rügen, Verleumdungen, Schmähungen, Verhezungen nur in der Hauptsache zu merken. Er müßte wochenlang auswendig lernen. Darum können wir nur wiederholen: Dir, der du diese Blätter empfängst, dir foll's an . den Kragen gehen; für dich find alle diese Gesetze gemacht. Die bayerische Regierung hat bisher allen diesen Gesezen entgegengesetzt. ein schroffes Unannehmbar" Trotzdem werden sie Reichsgeset. Es ist Sache der bayerischen Regierung, festzubleiben, allen Berliner Dro:= hungen und Einschüchterungsversuchen der eigenen Roten zum Trok. denn diese haben bereits die Weisuna erhalten, banerische den Generalstreit zu verkünden, falls die Regierung dem Vollzug des Gesetzes Schwierigkeiten machen follte. Hier gibt es nur eines für die bayerische Regierung: Ablehnung als Ganzes unter allen Bedingungen mit allen Konsequenzen oder Selbstauslieferung an den Bolschewismus. Noch herrscht in Berlin nicht Tropki oder Mar Hölz, sondern noch Zentrum und Sozialdemokratie. Aber wie lange noch? Schon in wenigen Wochen werden wir eine reine Arbeiter- Regierung in Berlin sehen, dann kommt der rote Schrecken, wie er auf Eisner in München gekommen ist, und dann werden diese Geseze noch immer in Kraft sein. An der Regierung Graf Lerchenfeld ist heute die Entscheidung gelegen, eine Entscheidung, wie fie lebenswichtiger wohl noch nicht für das bayerische Bolt bestanden hat. Darum muß das bayerische Volk auch seiner Regie: rung zeigen, was es von ihr fordert: Festbleiben! Und es muß ihr weiter zeigen, daß die Regierung auch auf ihr Bolt zählen kann, wenn ihr fremde Tyrannen die Brandfacel ins Haus werfen wollen. Erkenneden Ernst der Stunde, bayerisches Volk! Sollen auch die weiß- blauen Grenzpfähle sich dem Bolschewismus öffnen oder nicht? Es geht um Freiheit oder Leben!" Zu diesen Schriftstücken ist zuerst zu bemerken, daß die Heimatlandbriefe" von der immer noch bestehenden Zentrale der früheren Einwohnerwehr herausgegeben werden. In dieser Zentrale sißen die Führer der bayerischen Konterrevo lution, die sowohl die Verbindungen mit den noch bestehenden illegalen militärischen Organisationen aufrechterhalten, als auch die Reichswehr laufend über die Pläne gegen die Republik unterrichten. Die Briefe werden aber nicht nur in Bayern verfandt fie gehen auch an die maßgebenden Führer der monarchistischen Bewegung im übrigen Reiche. Sie gehen vor allem nach Ostpreußen, daß neben Bayern der festeste Stützpunkt der Gegenrevolution ist. Die von uns veröffentlichten Schriftstücke zeigen aber dann ferner, warum sich die bayerische Regierung zu dem Bruche mit der Reichsregierung entschlossen Berlin, 26. Juli.( Amtlich.) Die Bayerische Regierung hat durch die Weigerung. das am 23. Juli 1922 verkündete Reichsgesez zum Schuße der Republik innerhalb des rechts= rheinischen bayerischen Staatsgebietes durchzuführen, und durch den Erlaß einer landesrechtlichen Verordnung, die das Reichsgesez ersehen soll, einen folgenschweren Schritt getan. Zum ersten Male seit der Gründung des Reiches ist damit der Zustand eingetreten, daß eine Landesregieruna einem verfassungsmäßig zustandegekommenen Reichsgeset für ihr Gebiet die Geltung verweigert. Nach der einstimmigen Auffassung der Reichsregierung ist die Verordnung der bayerischen Regierung ver fassungswidrig und ungültig. Kein Satz der Reichsverfassung gibt einem Lande das Recht, das Inkraft: treten eines Reichsgeseges deshalb zu verhindern, weil es bei einem Teil der Bevölkerung anf Widerspruch stößt. Würde man den Ländern diese Befugnis zugestehen, so würde dies das Ende der deutschen Rechtsein= heit bedeuten. Das Reichsgefek zum Schuße der Republik ist vom Reichsrat als dem Träger der föderativen Gestaltung des Reichs mit mehr als zwei Drittel Mehrheit an= genommen worden; für das Gesek haben im Reichsrat alle Landesregierungen mit Ausnahme Bayerns gestimmt. Im Reichstag ist das Gefek gleichfalls mit zwei Drittel Mehrheit beschlossen worden; nicht nur das Rentrum. die Sozialdemokraten und die Deutsche Demokratische Partei. sondern in ihrer großen Mehrheit auch die Deutsche Volks= partei haben im Reichstag dem Gesek zugestimmt. Die bayerische Regierung hat in den Körperschaften ausgiebig Gelegenheit gehabt, ihre Bedenken auf verfassungsmäßigem Wege zur Geltung zu bringen, und einer ganzen Reihe ihrer Wünsche ist bei der Verabschiedung des Gefeßes Rechnung getragen worden. Es darf nicht davon gesprochen werden, daß das Gesek zum Schuke der Republik die in der Verfaffung begründeten Grundsäke wahrer Demokratie ver: lege und den Tendenzen zur Errichtung einer Klassen= herrschaft und eines sozialistischen Einheitsstaates entgegen: tomme. Dieser Vorwurf muß um so nachdrücklicher zurüdnewiesen werden, als er sich nicht nur gegen die Reichs= regierung und gegen der Verantwortuna für Reich und Ver: faffung sich bewußte große Barteien, sondern auch gegen die Regierungen aller anderen deutschen Länder richtet. Der Reichstag und Bayern Jm Ueberwachungsausschuß des Reichstages, der am Mitt troch wegen der Beamtenbesoldungsfragen zusammengetreten war, nahm Genosse Dittmann Veranlassung, die offene Rebellion der bayerischen Regierung gegen Reichsregierung und Reichstag zur Sprache zu bringen. Er wies darauf hin, daß der Reichstag eingreifen müsse, wenn der Reichspräsident nicht die Aufforderung an Bahern richtet, die verfassungswidrige Verordmmg aufzuheben. Der Ausschußvorsitzende, Müller Franken, möge sich mit der Regierung über ihre Absichten ins Benehmen feßen, damit der Auße schuß bei seinem noch Ende dieser Woche in Aussicht genommenen Wiederzusammentritt sich darüber schlüssig werden könne, bom Reichstagspräsidenten den Zusammentritt des Reichstags zu fordern. Der Ausschußborsizende erklärt sich bereit, mit der Regierung über diese Frage Fühlung zu nehmen. Wenn die deutsche Regierung sich schwach zeigt. die infolge der Markentwertung ruiniert find, aus Indus striellen und Kaufleuten, die der Zwangsanleihe entgehen und neue Kapitalien suchen, um die Preissteigerung auszugleichen. Alle diese Leute feien energisch, geschickt und mächtig und befänden sich in ständiger Verschwörung gegen die Republik. Unter diesen Umständen könne die bayerische Regierung es sich herausnehmen, das Reich herauszufordern, denn sie finde auch im übrigen Reich bewußte und unbes wußte Helfershelfer. Uebrigens haben auch die Behörden Reichswehrtruppen, die gerade im Manöver waren, nach Augsburg und Würzburg zurückbefohlen wurden, der bayerischen Regierung eine Menge Streitkräfte zur Bera fügung gestellt, und zwar in dem Augenblick, da Bayern sich gegen die Reichsregierung erhob. Die Beamten des Reiches und die Offiziere der Armee hätten durchaus monarchistische und angriffsluftige Gesinnungen. Die Revolution sei in Deutschland noch nicht vollendet. Man könne sogar sagen, in der Verwaltung und in der Armee habe sie noch nicht einmal begonnen. Wenn die Reichsregierung sich weniger darum kümmern wollte, gegen Frankreich mobil zu machen und sich mehr bemühte, die Verwaltung zu reinigen, so würde sie nicht die Schmach erleben, vom bayerischen Schüßenkönig in Schach gehalten zu werden. 12 Die Meldung zeigt, wem die Monarchisten und Nationalisten mit ihrer Heze gegen die Republik und ihre Regierung in Wirklichkeit dienen. Wenn jedoch der Temps" von einer Mobilmachung gegen Franks reich spricht, so muß gesagt werden, daß umgekehrt, die fortgesetten Mobilmachungen und militärischen Ges waltmaßnahmen gerade von Frankreichs Seite die meiste Schuld an dem jezigen Zustand Deutschlands tragen. Denn die französische Reparationspolitik hat den deutschen Monarchisten erst das Wasser auf die Mühlen getrieben und das Vertrauen in die deutsche Republik und die Regierungspolitik systematisch unters graben helfen. Es ist die Schmach Frankreichs an Deutschland, die jetzt ihre innerpolitische Auswirkung findet. Wulle ist wieder da Das seit einigen Tagen plötzlich von der Bildfläche ven schwundene„ Deutsche Abendblatt" ist gestern ebenso plöglich wieder erschienen. In einem Artikel: In eigener Sache ver breiten Verlag und Schriftleitung etwas Licht über die merkwürdige dunkle Affäre. 3war erklärt die völlische Redaktion, daß sie über das plötzliche Untertauchen und wieder Auftauchen ihrer Zeitung vorläufig(!) leider noch nichts sagen fann" und sie begnügt sich vorläufig" mit der Feststellung, ,, daß unserem Erscheinen am Montag oder Dienstag keinerlei Schwierigkeiten- weder finanzieller, noch redaktioneller Art- im Wege gestanden hätten, falls es uns in diesen Tagen gelungen wäre, eine bürgerliche Druderei für den Weiterdrud unserer Zeitun gen zu finden. Da jedoch mehrere 8usagen nach dieser Richtung späterhin regelmäßig wieder zurückgezogen wurden, sind wir erst heute in der Lage uns durch eine Notausgabe mit unseren Freun den wieder in Verbindung zu setzen." zeigt... mit seinem Blatte politisch gemaßregelt wurde. Die„ Deutsche In der Ere Nouvelle" gibt der Stockholmer Berichterstatter des Blattes eine Unterredung mit dem schwe= dischen Ministerpräsidenten Branting wieder, in der sich dieser über die internationale Lage mit be= sonderer Beziehung auf das gegenwärtige deutsch- französische Verhältnis äußerte Branting, der kürzlich in Berlin und Paris gewesen ist, erklärte dem Befrager folgendes:„ Bei meinem Besuch in Berlin traf ich mit dem Reichspräsidenten Ebert und dem Reich 3. fanaler Wirth zusammen. Beide erklärten mir, daß der furchtbare Marksturz es dem Reich unmöglich mache, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Sie baten mich, meinen ganzen Einfluß bei der französischen Regierung aufzubieten, damit diese endlich jene Unmöglichkeit einsehe." Branting fügte hinau, Poincaré besäße eine genaue Kenntnis der deutschen Zustände. Er zweifle nicht an dem guten Willen der deutschen Regierung, aber beschuldige fie einer zu großen Schwäche gegenüber der Rechten und wisse genau, daß er alles tun müsse, um die liberalen und friedlichen Elemente Deutschlands zu stüßen. Aber wie solle er auf die Okkupation verzichten, wenn die deutsche Regierung fich so schwachh zeige. Bayerische Hetze gegen das Reich ( WTB.) Berlin, 26. Juli. Für die ebenso nichts= würdige wie dumme Seke, die von gewissen Streifen gegen Die Reichsregieruna betrieben wird, ist ein Telegramm be zeichnend, daß ein rechtstehendes Berliner Blatt hente abend aus München veröffentlicht. Darin wird behauptet, die Reichsregieruna arbeite einen Gesezentwurf aus, der den Studenten jede politische Betätigung verbietet. In einem weiteren Entwurf sollen die Universitätsprofessoren bei Strafe der Entlassung gezwungen werden, au lehren, daß die Republik die einzig richtige und vernünftige Staatsform fei. Nach der Meldung soll der Fraktionsvor: fikende der Bayerischen Volkspartei in öffentlicher Landtagsfikung erklärt haben, daß diese Geseke bereits in Bors bereituna feien. Es genügt, diese frechen Lügen niedriger zu hängen. Die Meinung im Ausland ( EE.) Paris, 26. Juli. Ueber den Zwischenfall mit Bayern schreibt heute abend der„ Temps", die Lage sei durchaus tlar. Die bayerische Regierung befinde sich im offenen Aufruhr gegen das Reich. Diefer fet schon vor einigen Tagen bekanntgewesen, seit 48 Stunden jedoch Tatsache. befanntgewesen, seit 48 Stunden jedoch Tatsache. Fragen müsse man sich jedoch, wie es möglich fei, daß 7 Millionen Bayern, die nicht einmal alle gleicher Ansicht find, 55 Millionen andere Deutsche herausfordern können. Die Antwort auf diese Frage sei darin zu suchen, daß Bayern gegen die Reichsregierung, der man die Durchführung des Versailler Vertrages zum Vorwurf mache, eine große Koalition gebildet habe. Diese bestehe aus Offizieren, aus Landwirten, aus Bürgern und Intellektuellen, Das genügt, sagt der Staatsanwalt. Denn bekanntlich hatte die Deutsche Tageszeitung", in deren Druderei das Wulleblatt solange hergestellt wurde, erklärt, daß keinerlet politische Motive bei der Verweigerung des Weiterdruces eine Rolle gespielt hätten. Und der„ Tag" erklärte, die Druckereien haben sich wegen finanzieller Diffe renzen" geweigert, die Arbeit fortzusehen. Nun gab es aber nach der Erklärung der Wulleredaktion weder eine finansielle noch redaktionelle Schwierigkeit" wonach also nur der Schluß übrig bleibt, daß Wulle Tageszeitung" hat demnach vollkommen nach bolschewistischer Art über die völkische Sache thre Diktatur walten lassen. Wie es scheint, ist so eine Art Verschwörung gegen Wulle im Gange, denn nach der Erklärung wurden mehrere Zujagen", die Zeitung zu drucken, regelmäßig wieder zurückgezogen. Es wollen also noch mehr mit dem Völkischen nichts zu tun haben, und die deutschnationale Tageszeitung" steht nicht allein. Wahrscheinlich hat man es mit einer aus. gesprochenen deutschnationalen Dittatur zu tun. Wir werden ja sehen, was die angekündigten Enthüllungen Wulles noch bringen. Sie versprechen jedenfalls recht lieblich und interessant zu werden. „ Nie wieder Krieg"-Demonstration auch in Frankreich Paris, den 22. Juli 1922. An die Deutsche Liga für Menschenrechte. Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, daß wir anm Gedächtnis des Jahrestages des Ansbruches des Krieges eine feierliche Versammlung aller zugehörigen Organis fationen veranstalten Montag, 31. Juli, abends im Riesens faal der Wissenschaftlichen Gesellschaft". An der Kundgebung nehmen folgende Vereinigungen teil: 1. Liga für Menschenrechte( La Ligue des Droits de l'Homme); 2. Die Gewerkschaften( La G. G. T.); 3. Sozialistische Partei- Lotalorganisation( S. F. J. D.); 4. Französische Sozialistische Partei Le Parti socialiste français); 5. Radikale sozialistische Partei( Le Parti radicale sozialiste); 6. Die Liga der Republik( La Ligue de la République); 7. Französisches Friedenskartell( La délégation permanente des sociétés françaises pour la Baig); 8. Die Französische Liga für Völkerbund( Les sociétés françaises pour la Société des Nations); 9. Verband der Konsumgenossenschaften( La fédération bes coopératives); 10. Berein Menschenrecht"( Le Droit humain); 11. Die Große Freimaurerloge Le Grand Orient be France); 18. Die nationale Bereinigung der Kriegsteilnehmer( La fédération nationale des anciens combattants). Wir haben außerdem alle unsere Sektionen in Frankreich ( das find 998) beauftragt, fich in ihrem Bezirk mit den Vers einigungen der Linken in Verbindung zu seßen und an diesem Tage zu demonstrieren. Der Vorsteher des Sekretariats. Graf Brockdorff- Rangau Botschafter in Moskau. Wie die " Dena" von zuverlässiger Seite erfährt, ist der aussichtsreichste Kandidat für den. Botschafterposten in Moskau zurzeit der frühere Reichsminister des Aeußeren Graf Broddorff- Rangau. Seine Ernennung dürfte in den nächsten Tagen erfolgen. Reichstag und Erhöhung der Beamtengehälter nagliteit zu vermeiden tit, fowie im tele Der für die Zeit der Vertagung des Reichstags auf Grund der Reichsverfassung vorgeschene Ueberwachungsaus schuß des Reichstags trat am Mittwoch nachmittag 4 Uhr zusammen, um der Regierung die Ermächtigung zur Auszahlung der mit den Spißenorganisationen der Gewerkschaf ten vereinbarten Erhöhung der Teuerungszulagen zu geben. Genoffe Breunia erhob Einspruch dagegen, daß bei der neuen Regelung der Kopfzuschlag genau wie das letzte Mal wieder nicht erhöht wurde und daß der bewilligte Betrag erheblich hinter der Steigerung der Haushaltskosten zurüdbleibt. Die Anfrage unseres Genoffen, ob gleichzeitig auch eine entsprechende Erhöhung der Bezüge der Pensionäre, Witwen und Waisen vorgesehen sei, wurde von der Regierung bejaht. Die weitere Frage des Genossen Breunig, o5 den Diätaren und außerplanmäßigen Beamten weiterhin eine entsprechende erhöhte Ausgleichszulage gewährt werde. wurde dahingehend beantwortet, daß über diese Angelegenheit noch mit den Spißenorganisationen verhandelt werden foll. Unsere Anregung, die Bedingungen für die Gewährung der Kinder- und Frauensulage zu ändern, wurde von einem Regierungsvertreter dahingehend beantwortet, daß dieser Anregung auf dem Wege der Ausführungsbestimmungen, über die ebenfalls noch verhandelt werden soll, Rechnung getragen werden kann. or Auf eine weitere Anfrage des Genossen Breunig, wie sich die Regierung au einer Erhöhung des 100 Millionenfonds zur Beschaffung von Wintervorräten für die Beamten und Arbeiter des Reichs stelle, wurde erwideri, daß die diesbezüglichen Beratungen noch nicht abgeschlossen seien. Der Abg. Steintopf( SPD.) schloß sich den derungen des Genossen Breunig an. Die Abgu. Hergt und Delius wünschten eine weitere Ausdehnung der sozialen Zulagen. Genoffe Dittmann wies darauf hin, daß durch einen zu starken Ausbau dieser Zulagen die Bezüge der unverheirateten und finderlosen Beamten und Arbeiter fünstlich niedrig gehalten würden. Man dürfe doch nicht außer Acht lassen, daß die heute noch Ledigen die künftigen Väter und Mütter seien, die von ihrem Lohn oder Gehalt die schier unerschwinglich gewordenen Summen für die Gründung eines Haushaits aufzubringen hätten. Deshalb dürfe man das Prinzip der sozialen Rulagen nicht übertreiben, wenn man nicht die Familiengründung direkt unmöglich machent wolle. Der Ausschuß stimmte schließlich der Erhöhung der erhöhten Bezüge zu und wünschte möglichste Beschleunigung ihrer Auszahlung. Die Teuerungszuschläge betragen vom 1. Juli 1922 ab: zu dem Grundgehalt, den Diäten und dem Ortszuschlane, soweit diese Bezüge den Betrag von insgesamt 10 000 m. nicht übersteigen, 215 vom Hundert, im richtungen nur von der Verwaltung felbft geTeitet werden. Im schriftlichen Verkehr, der graphischen und telephonischen Verkehr ist wegen der Gefahr der Ueberwachung durch staatsfeindliche Elemente arpße Vorsicht am Plate." Schon aus diesem wenigen ist ersichtlich, daß die Sache von A bis 3 in der Hand der Postverwaltung liegt, daß sie sich nur den Anschein geben will, als handele es sich um cine freiwillige Einrichtung. Diese ausdrücklich als geheim" bezeichneten Richtlinien sind von sämtlichen dergrund, obwohl sich der Katholikenführer gegen eine lebera nahme der Regierung fträubt. Eine vatikanische Note be tont ausdrücklich, der Heilige Stuhl habe mit der Ministers frise nichts zu tun, da er feine Beziehungen zur Volks. partei unterhalte und jeder politischen wie parlamentarischen Tätigkeit fernstehe. Diese Note erregt zu diesem Zeitpunkt Aufsehen, da die katholische Volkspartei die Ministerkrise verursachte und das Zustandekommen eines Kabinetts Orlando verurteilt hat. Ober- Boftdirektionen auf dem Dienstwege, fämtlichen Blutige Straßenkämpfe mit Faszisten Verkehrsämtern zugegangen, die bis zu näher festgesetzten Terminen über die getroffenen Maßnahmen zu berichten und etwa erforderliche Anträge zu stellen haben. Die Postbeamten müssen und werden der Durchführung des Planes den schärfsten Widerstand entgegenieten. Verschwendung von Staatsgeldern In Zeiß nahm im vorigen Herbst der medlenburgische Kappisten- General Lettow- Vorbeck angesichts der demonstrierenden Arbeiterschaft seine Zuflucht zu einem heimlichen Abgang. Es wurde daraufhin ein Verfahren wegen Landfriedensbruch gegen„ Unbekannt und Genossen" eingeleitet. Die Angelegenheit hat das Gericht etwa 9 Monate beschäftigt und endete jetzt, wie unser Beißer Bruderblatt mitteilt, mit Einstellung des Verfahrens. Ein ähnliches unrühmliches Ende für die Lettow- Vorbed- Beschüßer nahm eine Justizaftion gegen den Genossen Schröder. Er hatte ebenfalls im vorigen Herbst anläßlich einer Lettow- Vorbeck- Versammlung in Elbing in der dortigen Parteizeitung geschrieben, die Elbinger Arbeiter würden Elbing vor der Schmach zu bewahren wissen, daß Lettow- Vorbeck in ihr spreche. Der jetzt entlasjene Regierungspräsident von Marienwerder, der mehrfach Strafanträge gegen Arbeiter und Sozialisten veranlaßt hat, stellte daraufhin gegen Genosse Schröder Strafantrag. Der Amtsanwalt verhängte eine Geldstrafe wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten"; das Schöffengericht sprach Schröder frei. Gegen den Freispruch legte der Amtsanwalt Berufung ein, die dieser Tage vor der Elbinger Straffammer verhandelt werden sollte. Zwei Tage vor dem Termin zog der Amts anwalt dann seine Berufung zurück, womit der Freispruch Rechtskraft erlangte. Beide Fälle, sowohl der Zeiger wie der Elbinger, haben zweifellos dem Staate ein gut Stück Geld gekostet, obwohl ihre juristische Aussichtslosigkeit von vornherein klar sein mußte. Und das um den Schutz eines Patschisten, der für die Ermordung einiger mecklenburgischer Arbeiter persönlich verantwortlich ist und sich dessen ungeach tet in provozierender Weise im Lande herumtreibt. ( EP.) Mailand, 26. Juli. In Ravenna hat die seit einigen Tagen herrschende Spannung zwischen den Faszis sten und den extremen Linksparteien, Kommunisten, Rex publikanern und Sozialisten hente zu außerordent. lich blutigen Straßenkämpfen mit zahl= reichen Todesopfern geführt. Die Kommunisten hatten vom Lande Verstärkungen herangezogen und den offe: nen Kampf gegen die Faszisten aufgenommen. Hierbei wurden durch drei Bomben mehrere Personen verlegt. Ein Faszist wurde zu Tode geprügelt. Als die Polizei einschritt, tam es zu regelrechten Straßenkämpfen, die über eine Stunde dauerten. Bis jetzt wurden sieben Tote und sieben Verlegte gezählt. In Lodi haben am Sonntag die Kommunisten einen Faszisten getötet. Diese verwüsteten als Vergels tung hierfür am Dienstag die Arbeitskams mer nnd steten sie in Brand. In Kimini wurde ein Anarchist und eine Frau getötet. Haag vor dem Unterhaus WTV. London, 26. Juli. Im Unterhause eröffnet Sir Philipp Greame die Debatte über die Haager Konferenz. Er sagte, die Konferenz bedeute einen großen Fortschritt auf dem Wege der Regelung der russia schen Frage. Den lebten und endgültigen Schritt zu tun, fei Sache der russischen Regierung. Bezüglich der Beratungen der Kommission für das private Eigentum sagte Greame, die Fähigkeit zu wirklichen Ents schädigungen sei heute sehr beschränkt. Die ersten Vorschläge der Ruisen feien unannehmbar gewesen, aber die Kommission sei bisher für weitere Vorschläge nicht geschlossen, und in den letzten Tagen sei ein bemerkenswerter Fortschritt in der Haltung der Russen zu verzeichnen gewesen. Bei der Kommiffion für die Schulden habe man eine ähnliche Erfahrung gemacht. Hätten die russischen Delegierten auf ihrem ursprünglichen Standpunkt verharrt. so würde es nicht möglich gewesen sein, das Vertrauen herzustellen, das die Vorbedingung für eine Kreditgewährung, rechnen. Er hoffe, daß die Entscheidung der russischen Regie: rung Elug und weise sein werde. übrigen 160 vom Hundert, au den Stinderzuschlägen 160 v. 5. DieDresdnerGenossen zur Einigungsfrage fet. Rußland könne nur auf Kredite von Privatkapital Bom 1. August 1922 ab: zu dem Grundgehalt, den Diäten und dem Ortszuschlage, soweit diese Bezüge den Betrag von insgesamt 10 000 Wt. nicht übersteigen, 240 v. S., im übrigen 185 v. H., zu den Kinderzuschlägen 185 v. 5. Für die außerplanmäkinen Beamten verbleibt es bei den Bestimmungen, daß ihre Diäten nebit Teuerungszuschlag die bisherigen Sundertiäße des Grundgehalts nebst Teuerungszuschlag eines planmäßigen Beamten der ersten Besoldungsstufe ihrer Eingangsgruppe erreichen; die Erhöhung ergibt sich hier automatisch. Außerdem gab der Ausschuß seine Zustimmung, daß der Wirtschaftshilfe der deutschen Studentenschaft" ein unverzinsliches Darlehen von 15 Millionen Mart und der " Darlehnskaiie der Deutschen Studentenschaft" ein zinsloses Darlehen von 30 Millionen Mart gewährt wird. Wegen der bedrohten Lage der deutschen Versiche= rungsgesellschaften soll in den nächsten Tagen eine neue Sigung des Ausschusses stattfinden. Zum Schluß schnitt Genoffe Dittmann noch die bayerische rage an. Darüber an anderer Stelle. Die Löhne im Kohlenbergbau Sur Regelung der Rohnstreitigkeiten in den Stein- und Braunfohlenbezirken trat am 25. Jult die Reichsarbeitsgemeinschaft für den Kohlenbergbau in den Räumen des Reichsarbeitsministeriums zusammen. Da un Rahmen ver Arbeitsgemeinschaft eine Einigung über die zu gewährende Lohnerhöhung nicht möglich war, so sette das Reichsarbeitsministerium einen Schlichtungsausschuß ein, der unter Borfiz des Staatsministers Severing sowie unter Mitwirkung des Ministerialrats ralit vom Reichswirtschaftsministerium und des Regierungsrats Dr. Tiburtius vom Reichsarbeitsministerium als unparteiischer Beifizer für den Ruhrfohlenbergbau einen Schiedsspruch fällte, wonach die Schichtlöhne am 1. August 1922 nm durchschnittlich 65 Mart, einschließlich einer Aufbefferung des Hausgeldes und Kinders gelbes, erhöht werden sollen. Die Vertreter des Bechenverbandes erklärten bereits die Annahme des Schiedsspruches. Für die übrigen Kohlenreviere vereinbarten die Parteien ohnerhöhungen, die in einem bestimmten Prozentverhältnis zu den Säßen des Ruhrgebietes stehen sollen. Die Teno bei der Post Ein Ablengnungsmanöver Aus Postbeamtenfreisen werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß jest versucht wird, die Angelegenheit mit der Gaffung zur Technischen Nothilfe( Teno bezeichnet) als harmlos hinzustellen. Demgegenüber fet festgestellt, daß jehr geheim sehr umfangreiche Richtlinien für den Ersatz der Technischen Nothilfe bei Arbeitseinstellungen im Betriebe der Reichspost- und Telegraphenverwaltung heraus gegeben wurden, in denen gesagt wird, wie es gemacht werden soll. Eine Konferenz des Bezirks Dresden beschäftigte sich am leßten Sonntag mit der gegenwärtigen Lage. Nach dem Bericht des Abgeordneten Genossen Schirmer und ein= gehender Distuision wurde eine Resolution angenommen, in der es heißt: „ Die Bezirksversammlung nimmt von der Ankündigung in dem jüngsten Aufruf der Zentralleitung Kenntnis, daß auf einem Barteitag entschieden werden soll, ob die Taktif der Partei richtig war, und ob das Interesse der Arbeiter. flasie es erfordert, den Zusammenschluß der sozialistischen Parteien noch enger au gestalten. Sie erwartet, daß irgendwelche Sondervergehen der Kreise und Gruppen unterbleibi. Etwaige Verhandlungen mit anderen proletarischen Organi= sationen fönnen nur zentral geführt werden. Im Bezirk Dresden find dafür Bezirksversammlung und Bezirksvoritand zuständig." Gegen die Moskauer Mordjustiz Die Bezirksversammlung der USP. Dresdens beschloß, folgendes Telegramm an die Vertretung der russischen Son fretregierung nach Berlin zu senden. Belle Empörung löst bei Tausenden klassenbewußter Arbeiter Dresdens und Ostfachsens der Wille der Sowjet regierung aus, die Vollstreckung von Todesurteilen an den Sozialrevolutionären vorzunehmen. Diese Berurteilung von Arbeiterführern, die sich um die Arbeiterbewegung große Verdienste erworben haben, wird von der gesamten Arbeiter: schaft als Verbrechen an dem Sozialismus und der inter nationalen Arbeiterbewegung betrachtet. Die Berliner Sowjetvertretung wird ersucht, auf die Moskauer Regierung einzuwirken, daß diese Racheurteile unterbleiben." Französische Besinnung EP. Paris, 26. Juli. In hiesigen gutunterrichteten Areisen spricht man von dem Wunsch der französischen Regie: rung, die englische Regierung möchte eine aufbauende Politik einleiten. Man fei schon lange nicht vorwärtsgekommen. Mian glaubt, daß Poincaré Lloyd George Konzesstonen macht sowie ein Moratorium für Deutschland von sechs Wochen bis sechs Monaten vorschlagen werde. Man erwartet ferner, daß loyd George Ste völlige Räumung des linken Rheinufers, die Revision der deutschen Reparationszahlungen und die Ausgabe einer internationalen Anleihe verlangen werde. Bezüglich der Maßnahmen zur Einschränkung der Markspekulation und der Kapitalflucht verlautet, daß das Garantiefomitee Ston aeffionen gemacht habe. Belgien und Spanten haben sich noch nicht über ihre Teilnahme an der Londoner Konferenz geäußert. GE. London, 26. Juli. Der hiesige französische Botschafter St. Aulaire hatte heute eine Zusammenkunft mit Vord Balfour. Die Besprechungen drehten sich um die Festjebung des Beitpunktes und der näheren Bedingungen der bevorstehenden Begegnung Lloyd Georges mit Poincaré in London. Gleich im ersten Punkt der Richtlinien heißt es: Welche Betriebe au den lebensnotwendigen gehören und durch Einsatz der Zeno aufrecht zu erhalten sind, bestimmt das Reichspost ministerium. Dann werden die einzelnen Dienstameige bis zum Zeitungsverkehr, Bosticheddienst und geschäftlichen Briefverfehr aufgeführt, die sämtlich als lebensnotwendig bezeichnet werden. Unter den Vorbe dingungen für den Einjas heißt es: die Leistung der Nothelfer ist eine freiwillige. Weder der allgemeinen Verwaltungsbehörde noch der BV. steht eine Befehlsgewalt Die italienische Kabinettskrise zum Einsatz der Zeno aut. Der Einfab erfolgt im allgemeinen im Benehmen mit der Verwaltungsbehörde und der Teno." ( DA.) Paris, 26. Juli. Die französische Regierung ist bereit, das Moratorium für das Jahr 1922 zu bewilligen. Wenn jedoch die englische Regierung auf der Bewilligung eines Moratoriums auch für 1923 bestehen sollte, so müßten nach Anficht der französischen Regierung dafür besondere der deutschen Regierung gegeben werden. Garantien in dem von Poincaré angedeuteten Sinne von Ueber die Bereitstellung des Personals heißt es: Es ist notwendig. daß sich alle arbeitstreuen Beamten, auch die höheren, alsbald für die Nothilfe zur Verfügung stellen, und nicht erit bei drohender Arbeitseinstellung mit ihrer Meldung hervortreten.... Mit der Werbung hat die PTV. nichts zu tun. Die Beamten, die sich für die Teno zur Verfügung stellen, melden sich bei dem bet jedem Verkehrsamt vorhandenen Vertrauensmann der Zeno. Die Verwaltuna will nicht die Namen der sich meldenden Beamten erfahren, sondern nur wiffen, wieviel Kräfte für die einzelnen Dienstitellen zur Verfügung stehen." An anderer Stelle heißt es:„ Die Betriebe der PTV. tönnen wegen ihrer Eigenart und ihrer umfangreichen EinArbitervertreter Ginnes fagte, Vorbedingung für die Herstellung normale Witschaftsbeziehungen mit Rußland sei die diplomatische Anefennuna. Es müßten Methoden ges schaffen werden, um Rukland finanziell und wirtschaftlich zu helfen. Rußland und Rumänien ( RP.) Konstantinopel, 23. Juli. Hier eingetroffene Mel bungen lauten, daß die Bolschewisten an der rumänischen Grenze frische Kriegsdivifionen fonzentrieren. In der Stadt Balta, Elisabethgrad und anderen Punkten werden neue Verproviantierungszentren organisiert. Großes Gewicht wird auf die Organisation des Aufklärungsdienstes in der Türkes gelegt, wohin zahlreiche Agenten beordert sind. Als Militär agent nach Angora ist der Generalstabsoberst Pogorjelow be= ftimmt. ( WTB.) Moskau, 25. Juli. Das russische Volkskommisfariat für Auswärtige Angelegenheiten veröffentlicht in der Presse zwei Noten an Rumänien. Die erste fordert kategorisch Einstellung der Unterstüßung antisowjetistischer Mili tärorganisationen, ihre Entwaffnung und Auflösung, ebenso der sogenannten diplomatischen Missionen, und das Aufhören systematischer Gebietsverlegungen durch rumänische Grenzwachen. Die zweite Note drückt die Erwartung aus, daß die rumänische Regierung die Pressemeldungen über die Mitführung von Propagandamaterial durch das ukrainische Militär- Flugzeug, daß in Rumänien notlandete, dementiert und beide Flieger in die Ukraine zurücksendet. Intervention im amerikanischen Eisenbahnerstreik ( EP.) London, 26. Juli. Nach Meldungen aus Washington. bereitet die amerifanische Regierung eine Verordnung vor, in der erflärt wird, daß infolge des Eisenbahnerstreits der Zustand einer nationalen Gefahr bestehe, was der Regierung das Recht gebe, eine Kontrolle über die Eisenbahnen auszuüben. Die Verordnung wird wahrscheinlich noch heute beröffentlicht werden. London, 26. Juli. Wie die„ Times" aus New York meldet, wur den die Eisenbahnen unter behördliche Kontrolle gestellt. Nach einer anderen Meldung hat Harding eine Kommission ernannt, die die Verteilung der berfügbaren Sohlenvorräte überwachen soll. Die Fraktion der Sozialdemokratischen, Partei verlor durch den Tod eines ihrer Mitglieder, den Abgeordneten für den Wahlkreis Hanover- Süd, Riefe. An seine Stelle tritt Elise Barthels, Hildesheim. Neues Zeitungsverbot. Der Oberpräsident von Niederschleften verbot den Sprottauer Anzeiger" auf Grund des Gesetzes zum Schuhe der Republik für vier Tage, weil er die Verfolgung der Mörder Rathenaus als , Posse" bezeichnet hatte. Gleich und gleich gefellt sich gern. Wie der„ Rußpresa" erfährt, soll der ehemalige Höchstkommandierende der ruffischen Armeen während des Weltfrieges, Nikolai NikoTajewitsch, aus Italien nach Bayern übergesiedelt sein. noch nicht gelöst tember ihre Sauptveriammlung in Aachen ab. ( EG.) Rom, 26. Juli. Auch Bonomi gelang es nicht, ein neues Kabinett zustandezubringen. Während gestern die parlamentarische Gruppe der Reformisten einstimmig beschloß, Bonomi au unterstüßen, haben die Giolittianer die Teilnahme an der Kombination Bonomi abgelehnt. Die Sozialdemtraten prüften gestern nachmittag die Situation. Nur drei Mitglieder der Partet sprachen für ein Kabinett Bonomi, die anderen dagegen. Die Fafgiften fordern Nenwahlen. ( EP.) Rom, 26. Juli. In den römischen Blättern werden als voraussichtliche Ministerpräsidenten reben De Nava auch Orlando und Facta hartnädig genannt. In den Wandelgängen des Monte Citorio rückt Me da in den VorTagung der deutschen Geschichtsvereine in Aachen. Die im Gesamtverein zusammengeschlossenen deutschen Geschichtsund Altertumsvereine, die aulegt 1920 in Weimar versammelt waren, halten in den Tagen vom 11.- 14. SepVoraus geht am 10. und 11. September der deutsche Archivtag. Sieben Kinder ertrunken. Die Goethe- Schule in Gelienfirchen machte am 24. d. Mis. einen Ausflug in die Haardt bei Baltern. Beim Uebersetzen über die Lippe kippte das Fäh: bort um, und sieben Kinder er. tranten. Dretschn Kinder wurden von einem Lehrer und einem herbeieilenden Bergmanne gerettet. Landarbeiterstreit in Anhalt. Im Freistaate Anbalt streifen feit Montag, 24, 5. Mts., die Landarbeiter auf allen Gütern. Die Notstandsarbeiten werden verrichtet. Da auch bei nur kurzer Dauer des Streifs wegen des Regenwetters die Feldfrüchte dem Verderben preisgegeben würden. rechnet man mit dem Einsatz der Technischen Nothilfe, Tietz BILLIGE BILLIGE Lebensmittel Verkauf nur sowelt Vorrat Gemüse und Obst Weisskohl............ Plund 2.00 Wirsingkohl.......... Pfund 4.75 Möhren................. Phund 3.50 Zwiebeln neue........ Piand 8.75 Schlangengurkenstock von 11.50an Zitronen...... Stück 1.10 ***** 94 Kohlrabi............. Plund 95 Pl. Kopi von 11.00 an Blumenkohl Sauerkirschen entstelt. Plund 8.50 Johannisbeeren....... Pfund 8.50 Tiroler Aepfel......... Pfund 8.50 Stachelbeeren......... Plund 6.00 Neue Kartoffeln........... Pfund 425 1919 Enkircher Steffensberg Flasche 3000 1919 Hackenh. Kirchbg.Riesling, H. 3000 Theateru.Bergnügungen 71 Uhr Leipziger Str. 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August 1922 treten bei jeder, Auf Antrag ist eine Erhöhung der unter d ge Lohnzahlung für den in der Zeit nach dem nannten Beträge zuzulassen, wenn der Steuerpflich Boltsbühne Walhalla- Theater 31. 3uli 1922 gezahlten und nach dem tige nachweist, daß die ihm zustehenden Abzüge im Robert u. Bertram Er und seine Schwester 31. u 1922 fällig geworbenen Arbeits- Sinne des§ 13 Abs. 1 Nr. 1 bis 7 den Betrag von Rotter- Bühnen täglich 7, Uhr Neues Volkstheater Täglieb& Uhr: Köpenicker Straße 68 Residenz- Theater 71 Uhr: Die erste Geige Fedora Trianon- Theater Staats- Theater Eine Frau ohne Bedeutung, Schauspielhaus 7, Uhr Operettengas spiel Theater des Ostens Die beiden Nachtigallen 5 Uhr: Konzert 7 Uhr: Dorns Resi Deutsches Theater Lohn nachstehende Vorschriften in raft. Der Betrag bon 10 b. h. des Arbeitslohns ermäßigt sich: ober für je fangene ob. zwei angevolle Stun. Im Falle der Zahlung bes Arbeitslohns f. volle Monate Wochen Tage A 9.60 1.60 0,40 a) für den Steuerpflichtigen felbft 40.b) für die zur Haushaltung zählende Ehefrau... Potasch and Perimutter Berliner Prater c) für jedes zur Kastanien- Alles 7/9 Taguch 7, Uhr Kammerspiele Heute Donnerstag 71 Uhr Der Baub derSabinerinnen Großer Volkstag Konzert, Theater, Spezialitäten Die Prinzessin vom Großes Schauspielhaus Op. in 3 Akten. Beginn 5 Uhr 742 chr: Ble Maschinenstürmer Theater am Kottbuser Tor Theater in der Königgrätzer Str. ühr: Bie wunderlichen Geschich en des Kapellmeisters Kreisler. Komödienhaus Tgi. 8 U. ,, Gierchen" Berliner Theater Madame Flir. 7.45 Uhr N Theater Rottbuser Str. 6 Moritzpl. 16077 Haushaltung des Steuerpflich figen zählende minderjährige Kind im Sinne des§ 17, Abs. 2, oder mittelloſe Angehörige im Sinne des§ 47 E. St. G. Allabendl7d) 3ur Abgeltung Gastspiel Freyers der nach§ 13, Leipziger Singer Abs. 1, Nr. 1-7 1. Bag. Wieder- E. St. G. zuläsauftreten der figen Abzüge.. Elite- Sänger. MetropolVarieté Behrenstr. 54 8 Uhr Infolged großen Erfolges verlängertes Gastspiel am Nollendorfplatz Carl Bolesko 734 Uhr Verliebte Leute und 8 weitere Varieté- Schlager Neue We⭑t Arnold Scholz Hasenbelde 108/114 Ab Sonnabend, d. 29. Juli 1922 täglich Münchener Kellerfeft Riesen- Fronten- Feuerwerk Ocerbayern/ Drehstüb:/ Tanzdiele/ Pariser/ Jazband 100 bayr. Madi/ 5 Kapellen Anfang 5 Uhr Aniang 5 Uhr M 40.9.60 1.60 0.40 80.- 19.20 3.20 0.80 9021.60 3.60 0.90 Fuditige Verkäufer flir Teppiche gesucht Meldungen in der Zeit v. 11-12 vorm. u. 5-7 nachm Kaufhaus des Weftens Berlin W 50 Jauentzienstr. Jeder Parteigenosse! uß es sich zur Pf.icht machen an die Hauptexpedition, Berlin NB, Kronprinzen- ujer 27 I einzusenden. Diesen Bestellschein bitten wir in einer unserer Speditionen abzugeben oder ( Rame deuflich schreiben, Adresse genau ausfüllen: vorn, Hof, Stil., Quergeb. Ort:. Straße:.. Nr. Name: Abonnenten zu gewinnen! 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Den Kollegen zur Nachricht, dass unser Kollege, der Schmied Wilhelm Gutsche Belforter Str. 5, am 22. d. M. gestorben ist Ebre seinem Andenken! Die Einäscherung fi det am Donnerstag, den 27. Juli 1922, naci mittags 12 Uhr. von der Leichenalle des Krematoriums Berlin, Gerichtstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Genosse Soweit bei Beamten ober Angestellten die Sab- Lichtenberg Stadt. 6. Viertel. lung des Gehaltes vierteljährlich im voraus erfolgt, muß die Berücksichtigung der ab 1. August 1922 zu gelassenen erhöhten Ermäßigungen bei der Zahlung des Gehaltes für das vierte Kalendervierteljahr 1922 nachgeholt werden. Eine Berichtigung der Steuerbücher durch Zahlenänderungen bon seiten der Gemeindebehörden, Finanzämter oder Arbeitgeber kommt nicht in Frage. Berlin, den 24. Juli 1922. Landesfinanzamt Groß- Berlin. Abteilung für Besiz- und Verkehrssteuern. Rauchrabar Pfund 18 Mk. Holländer 20 0. Schw. Krausen 22 M. Bortoriko 23 M. Gold Shag. 27 91. Gr. 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Die Versuche, die Welt durch Kommissionen und Konferenzen zu regierent, wirtschaftliche und politische Probleme durch diese Mittel der Lösung näherzubringen, haben bisher durch= wegs schmählich geendet und die Welt nur in immer größeres Elend und in wachsende Verwirrung gestoßen. Washington, Genua, Haag, um nur die letzten Etappen dieses Leidensweges zu nennen, haben außer den Reden, die dort ge= wechselt, außer den Festessen, die dort verzehrt, und außer den Intrigen, die dort gesponnen wurden, nichts Nüzliches zutage gefördert. Das Bedürfnis, aus dem die Konferenzen von Haag und von Genua geboren wurden, ist sehr tief begründet: die Welt kann dem Glend, in das sie immer tiefer versinkt, nicht entrinnen, solange ein ungeheures Reich wie Rußland nicht in den Kreislauf der Weltwirtschaft wieder eingefügt wird. Zehn Millionen Menschen sind im vergangenen Winter in Rußland verhungert und ungezählte Millionen sind in den anderen Ländern in der Form der Teuerung, Geldentwertung, der Arbeitslosigkeit, schwerem Siechtum preisgegeben. Der schottische Arbeiter am Clyde hungert, weil er dem russischen Bauer an der Wolga keine Pflüge liefern kann, und der russische Muschit an der Wolga geht zugrunde ,, weil der britische Arbeiter aufs Pflaster geworfen wurde und statt zu arbeiten, Monate, ja Jahre hindurch herumlungern muß. Rußland geht zugrunde, weil es feine Waren, das britische Proletariat. weil es feine Arbeit hat. Nicht nur Großbritannien. die ganze Weltwirtschaft, alle Länder, die Arbeiter aller Weltteile leiden darunter, daß die Bedürfnisse des russischen Volfes und seiner Wirtschaft nicht befriedigt werden können und daß hierdurch auch Rußland verhindert wird, seine reichen Naturschäße auszubeuten, feine Rohstoffe und Lebensmittel den andern Völkern zr Verfügung zu stellen. Aber die Herren, die die Industrievölker Europas im Saag vertraten, scherten sich sehr wenig darum, daß in Rußland Millionen Menschen, Kinder, Greise und Frauen des entschlichsten Hungertodes starben und noch sterben werden, und daß die Arbeiter in ihrem eigenen Lande der moralischen Verwahrlosung dem schwärzesten Elend preisgegeben sind: sie hatten dort weit besseres Verlangen. Es war das herzzerreißende Elend der großen Finanzkapitalisten, der Reichen, die ihr überschüssiges Rapital in dem zaristischen Rußland angelegt hatten, das es ihnen angetan hat. Sie wollten vor allem die Sowjetregieruna dazu zwingen, die Schuhen des Zaren anzuerfennen und hierdurch den russischen Bauer. den die russische Revolution wenigstens von dieser Last befreit hat, in die Schuldknechtschaft der europäischen Finanzoligarchie zurückstoßen und zu alledem noch das Privateigentum an dem Produktionsmittel in aller Form wiederherstellen. Denn es ist klar, daß, wenn einmal die russische Sowjetmacht das nationalisierte Eigentum den Ausländern zurückerstatten muß, was von ihnen im Haag vor allem gefordert wurde, fich sehr bald der russische expropriierte Kapitalist melden, fich hinter dem Ausländer verbergen und so seine Ansprüche geltend machen wird. Nichts ist mehr geeignet, die ganze Rückbildung der in Dekreten geschaffenen und nur auf dem Papier dieser Dekrete bestehenden kommunistischen Wirtschaft zu beweisen, als die Tatsache, daß die russische Abordnung gegen alle diese Forderungen feinen prinzipiellen Kampf mehr führte, sondern sich zur Erfüllung all dieser Forderungen bereit erklärte und nur die Bedingung stellte, daß die kapitalistischen Mächte Sowjetußland durch entsprechende Kredite in die Lage versetzen mögen, diesen Verpflichtungen nachzukommen. Wäre Sowjetrußland wirklich Der Entgleiste Roman von Wilhelm Holzamer. ( 3. Forffegung.) Na, was willst denn, Schepper?" rief die Klar in Teichtem Ton hinauf.„ Gelt, hineingelassen werden? Gepfiffen! Huzeln! Draus bleibst du! Geh wieder hin, wo du hergekommen bist! Hast alles versoffen? Schaff, bis du wieder was verdient hast. Aber da herein fommit nit. Dein Lebtag nit mehr!" Aufgemacht!" schrie er. Er machte eine fürchterliche Stimme, aber sie war unsicher. Und sie war auch matt. Sie hatte die Säufer- und Kazenjammermattig= feit. Die Klar lachte. " Brüllen willite, Bürschelchen. Aber du hast ja eine faputtene Stimm. Wie eine verrost' Gießkann. Geh hin und schmier sie widder." Ausgemacht!" schrie er und bummte gegen die Tür.„ Wer ist hier Herr! Ich oder so ein Zumpenmenich. So eine Sur! Aufgemacht!" Die klar zischte durch die Zähne, und ihr Mund ward breit bis hinter die Ohren. " Was fagst, Alterchen? Ha, ha! Wart mal!" Damit sprang fie die Treppe hinauf. Ein Saz, und sie hatte ihn im Genick gefaßt. " Ja, kommst noch mal herein. Kommst noch mal herein, Bürschelchen." lind während sie ihn mit der rechten Hand festhielt, schloß sie mit der linken die Tür auf. Er wehrte sich und wollte sich losmachen. Er stieß und trat gegen sie. Aber die klar hatte Kraft wie der stärkste Mann. Und jetzt hatte sie Finger wie Eisenklammern. Die Tür sprang auf, und sie stieß ihn in den Gang hinein. Langen Wegs fiel er hin. Aber rasch sprang er wieder auf. Er fühlte, daß es galt. Und die Klar ließ ihn ganz ruhig aufspringen. Sie wollte ehrlich mit ihm packen. Gar feinen Vorteil haben. Wie er nun gegen sie aufprang, da griff sie zu. Uud eins, zwei, drei lag en Er trat und stieß und strampelte und schrie, wie ein Buchmarder. Die gemeinsten Ausdrücke. Kreisch nur," feuchte die Klar. Kreisch nur. Sag alles, was du willst, aber dein Fett kriegst du beut." Beilage zur„ Freiheit" ein Land mit Kollektiveigentum, dann wäre diese Auseinandersehung im Haaa wirklich ein Kampf zwischen Sozialismus und Kapitalismus. zwischen Arbeit und Eigentum gewesen. Da aber die ganze neuere Wirtschaftsentwicklung Sowjetrußlands auch die schwachen Aniäße einer sozialistischen Wirtschaft beseitigt und Rußland auf die Stufe des primitiven Kapitalismus zurückgeführt hat, waren die Losungen„ Sie Privateigentum, hie nationalisiertes Eigentum" nur die ideologische Verkleidung für einen Kampf, der in Wirklichkeit zwischen den reichen Gläubigern und zwischen dem zahlungswilligen, aber aller Mittel baren Schuldner ausgefochten wurde. Die Haltung der kapitalistischen Mächte war dem Rußland Lenins acaenüber keine andere, als welche sie dem Deutschland Stinnes' gegenüber befunden: es soll zahlen, wenn es auch selbst zugrunde geht und die ganze Welt mit sich selbst in den Abgrund zieht. Diese Politik, die von den führenden Weltmächten Rußland und Deutschland gegenüber eingeschlagen wird, ist die Politif des Finanzkapitals, die sich nicht nur gegen Schuldnerländer, nicht nur gegen die Arbeiterschaft des eigenen Landes richtet, sondern fast mit gleicher Wucht das Industriekapital aller Länder trifft. Genua und Haag und die Versuche Lloyd George's, der französischen Reparationspolitik entgegenzutreten, entsprangen dem Bedürfnis des Industriefapitals und der Arbeiterschaft, die Weltwirtschaftskrise durch die Erschließung des russischen Marktes und durch die Hebung der deutschen Kauftraft zu überwinden. Der Ausgang zeigt, daß innerhalb der kapitalistischen Welt das Finanzkapital die entscheidende Macht besitzt; daß heute die mächtigsten Regierungen der Welt nur die Agenten und die Seauftragten der Banken find ,, die das ganze politische und wirtschaftliche Leben beherrschen. Der eigentliche Träger dieser Macht im Weltmaßstab ist Frankreich und so ist der Mißerfolg in Genua und im Haag nicht nur eine Niederlage der rusfischen Sowjetregierung, nicht nur der gesunden menschlichen und wirtschaftlichen Vernunft, sondern auch des Industriekapitals, dessen repräsentativer Vertreter Lloyd George und das britische Reich sind. Aber die Stellung der Rufsen im Haag war nicht nur durch diese Wandlung der Struktur der kapitalistischen Welt Donnerstag, 27. Juli 1922 treter des ruffischen Proletariats mit den Kapitalisten um einen Tisch fiben, aber die Stätten, wo die Vertreter des außerrussischen Proletariats beratichlagen, meiden, wie es diesmal in Holland geschehen ist: solange werden alle Anstrengungen Rußlands, den Weg ins Freie zu finden, vergeblich sein. Während Litwinow im Haag einen aussichtslosen Kampf führte, während die Vertreter des Staates, der sich noch immer den stolzen Namen eines Bauern- und Prole tarierstaates beilegt, mit den Abgesandten des internationalen Finanzkapitals beratschlagen, tagte in Amsterdam die Konfe reuz des Internationalen Gewerkschaftsbundes, an dem sich die Zweite Internationale und unsere Arbeitsgemeinschaft, also fast die gesamte europäische Arbeiterklasse beteiligte. Aber mit diesen Vertretern des internationalen Proletariats, mit ihren natürlichen Verbündeten, sehen sich die Russen nicht zu einem Tische. Sie, die den Finanzmagnaten gegenüber so zuvorkommend sind, haben für die Körperschaften, die das Proletariat Europas vertreten, nur Schmähworte. Geringschäßung und feindliche Gesinnung. Sie werden solange immer unverrichteter Dinge abziehen müssen, bis sie nicht nur ihre Wirtschaftspolitik, sondern noch viel mehr ihre Politit dem Proletariat gegenüber ändern werden. Nicht die Kapitalisten, sondern das Proletariat Europas müssen sie verstehen lernen; nicht der manzoligarchie. dem Proletariat müssen fie im eigenen Lande und noch mehr in Europa entgegenkommen; nicht den internationalen Kapitalismus müssen sie stärken, sondern das internationale Proletariat dadurch, daß sie ihre Haltung ihm gegenüber ändern. Hat einmal die europäische Arbeiterklasse ihre inneren. aus Moskau geschürten Richtungskämpfe überwunden, dann werden die Ruffen den Kapitalisten viel weniger bieten müssen und werden doch viel mehr erreichen als jetzt, wo sie sich mit dem Kapital zu verständigen suchen, aber in grimmiger Feindschaft gegen die sozialdemokratische Arbeiter politik verharren. Nicht Haag, sondern nur Amsterdam fann das Zeichen sein, in dem sie wenn nicht siegen, so doc wenigstens ihrer ungeheuren Schwierigkeiten Herr werden können. ( Wiener Arbeiterzeitung". erschwert, sie war nicht nur durch ihre zwiespältige Stellung Wieviel Milliarden beansprucht Wilhelm? zum Kapitalismus. den sie zugleich bekämpfen und aufbauen wollen, ihrer Schlagkraft und Verständlichkeit beraubt, sondern sie kamen in eine schlimme Lage auch dadurch, daß sie mit ihren Feinden Frieden schließen und mit ihren natürlichen Verbündeten auch weiter Krieg führen wollen. Sie haben es wahrlich an Vorbeugungen den fapitalistischen Mächten gegenüber nicht fehlen lassen und haben dem Prinzip des Kapitalismus so viel hingegeben, daß ihnen noch mehr herzugeben schier nicht möglich war. Aber während sie, durch die furchtbare Not dazu gedrängt, um die Gunst der kapitalistischen Regierungen werben, sehen sie noch immer nicht, daß fie niemals soviel bieten tönnen, daß diese Regierungen und ihre Auftraggeber befriedigt würden, es sei denn, daß diese Regierungen unter einen sehr wirfsamen Druck des Proletariats geraten. Dazu ist aber eine weit größere als die schon errungene Macht des europäischen Proletariats notwendig. Indem die Sowjetregierung einerseits den Kapitalisten Konzessionen macht, andererseits das europäische Proletariat durch die kommunistische Internationale weiter schwächt und spaltet, cutwertet fie felbit ihre Konzessionen, bringt sie vergebens alle ihre Opfer. Die Sowjetregierung hat versucht, einen Keil zwischen die tapitalistischen Regierungen zu treiben; manche Aeußerungen Litwinows deuten darauf hin, daß man nun, da dieser Versuch misglückt ist, versuchen wird, den einzelnen Kapitalisten Köder hinzuwerfen und so einen Wettbewerb unter ihnen hervorzurufen und dadurch die finanzielle Blockade zu durchbrechen. Aber man kann es unschwer voraussagen, daß sie mit diesen Methoden auch nicht vorwärts kommen werden. Nicht das ist der Weg zur Rettung Rußlands, daß der Sowjetstaat den Eigennutz der Kapitalisten aufstachelt und sie gegeneinander auszuspielen sucht; es kann ihm vielmehr nur dann wirksame Silfe werden, wenn er die Arbeiterklasse stärkt oder wenigstens alles vermeidet, was die Macht des Proletariats beeinträchtigt. Solange in Rußland cine Politik gemacht wird, die dazu führt, daß die VerUnd sie rangen. Die Siebe hagelten nur so. Die Klar war stärker als er. Aber er kragte und biß. „ Eut nir," sagte die Klar.„ Es kommt nit drauf an. Aber dein Fett kriegst du!" Er schrie und brüllte. Sie hieb nur drauf. Sie fühlte, wie er matter wurde. Sie ließ aber nicht nach. Sie züchtigte ihn, wie man einen bösen Buben züchtigt. Er schrie und brüllte nur, rief Feuer und Hilfe. Beute standen unten an der Treppe. Aber die Klar genierte das nicht. „ Kreisch nur," schnaufte sie.„ Du Lump!" Und zu den Leuten: Nix, ihr Leut!' s wird mal Schluß gemacht. Er soll sein Fett kriegen, daß es ihm vergeht, noch über meine Schwell zu treten." Und sie hieb drauf. Als sie ihn immer matter werden fühlte, da setzte sie einen Augenblick aus. Haft genug? Willst dich jest packen, für immer. Und deiner Lebtag nit mehr' s Haus betreten?" Er aber bekam einen neuen Wutanfall und sprang wieder gegen sie auf. „ Ha, ha!" Und sie rangen. Er hatte nicht mehr viel Widerstandskraft. ,,' ist das letzte Mal, ihr Leut," rief sie.' s ist Schluß. sehraus! Ich habs dick. Wird nir vertragen mehr, und wenn ihr Bürgermeistr und Gendarm, und Gericht und den Großherzog selber holen wollt. Nun und nimmer, er bleibt mir draus. Willst jetzt draus bleiben, Alterchen? Hast genug, mein Schepper? Dann pack dich, und nit mehr über die Schwell. Ich will Ruh vor dir haben!" Da sprang er aber wieder gegen sie an. Aber kraftlos fiel er ab. Da nahm ihn die klar auf wie ein Bündel und warf ihn hinaus. ,, Und wenn du Hals und Bein brichst," sagte sie. Und als er unten lag und sie oben auf der Treppe stand, da richtete sie sich auf und sprach zu den Leuten, die immer mehr geworden waren: ,, Hier bin ich Herr. Und hier bleib ich Herr! Es soll mir einer commen. Und wenn er die Courage haben sollt, noch mal zu kommen, darn gibt's noch mehr wie heut. So, daß ihr's wißt!" Wie hoch sich der gesamte„ Besitzstand" der Hohenzollern an Bargeld, Gebäuden und Grundstücken beläuft, darüber möchte die Oeffentlichkeit gerne einmal etwas erfahren. Es ist aber unmöglich aus dem preußischen Finanzministerium pojitve Angaben herauszulocken. Unter der Führung des volksparteilichen Finanzministers Dr. v. Richter betreibt das Ministerium eine ausgesprochene Wanzentaftif. Es stellt sich allen Anfragen gegenüber taub und tot. Das deutsche Volk soll nicht die riesenhafte Höhe der Summe erfahren, die den Hohenzollern zufließen wird, wenn ihre sogenannten " Ansprüche" voll oder auch nur teilweise befriedigt werden. Bei der Beratung des Etats im Preußischen Landtag lag nun ein Antrag vor, der die schleunige Borlegung einer Denkschrift über den gesamten Besitzbestand der Sohenzollern forderte. Der Finanzminister überging in seiner Rede absichtlich diesen Antraa. er sprach; sich weder für noch gegen ihn aus, wollte aber, daß er abgelehnt werde. Das ist denn euch geschehen. Die bürgerlichen Parteien waren bei der Abstimmung, die namentlich war, stark vertreten. Trotzdem fehlten an einer Mehrheit für den Antrag nur acht Stimmen, da auch die Demokraten mit den Sozia auf gebracht worden, wenn die Kommunisten, obwohl sie auf die Wichtigkeit gerade dieser Abstimmung aufmerksam gemacht worden waren, die Abstimmung nicht geschwänzt hätten. Liften timmten, L. babiese agt Demokraten met dat Aus der Haltung der bürgerlichen Mehrheit geht hervor, daß die Hohenzollernabfindung mit einem großen Volksbetrug vor sich gehen soll. Man will das Volk absichtlich im unklaren über die wirklichen Ansprüche der Hohenzollern laffen. Auch das Ausland soll nicht erfahren, wie freigebig die deutsche Republik einem früheren Monarchen gegenüber fich zeigen will. Diese Absicht steht auch in einem zu schrillen Mißverhältnis zu der finanziellen Notlage des Reiches und Preußens. Es wäre deshalb auch kein Wunder, wenn eines Sie schlug die Türe zu. Da guckten sich die Vent an, und die Weiber lächelten. Ein paar Männer aber sagten:' s is ne Schand, einen Mann so zu behandeln." " 1 Es gab ein Hin und Her. Ein Für und Wider. Eine Stimme rief: Klar, da hast dein Mann, und er will auch schön brav sein." Die Mar öffnete das Fenster und lächelte mit ihrem zerkragten Gesicht heraus: " Ich schenk ihn euch. Behalt ihn. Wann ihm sein Hant lieb ist, so soll er sich nur packen. Merkt das euch, lang duld ich ihn vor meiner Trepp auch nit mehr. Auch vor meiner Trepp nit. Und ihr, ihr fönnt jezt auch gehn. Ihr hatt ja euer Freudchen." Dann schlug sie das Fenster zu und riegelte die Tür von innen. Der Kaiser hatte sich indessen aufgerichtet und hielt sich die Seiten. Erst stöhnte er ein paarmal, aber als er merkte, daß er fein rechtes Mitleid fand, da vies er: „ Mein Bub mein Bub will ich!" Aber drin schlug's nur einen Lacher. Langsam verliefen sich die Leute. Es blieben aber immer noch genug. Der Kaiser fonnte sich noch nicht zum Gehen entschließen. Da flogen ihm seine kleiber, seine Stiefel, sein Sonntagshut, was er so besaß, durchs Fenster vor die Füße. ,, Pack dich, sag ich dir!" Ev hob alles auf und wollte damit die Treppe hers auf gehen. Da wurde plößlich die Tür aufgerissen, und die Klar fam mit dem Besen, so wie man eine Razze oder einen Hund jagt. ,, Willst du, willst du!" schoß sie ein wenig gebückt vor und drohte ihm mit dem Beien, der vor seinem Gesicht herumfuchtelte. Er wich erst zurück.„ Willst du willst du!" Die Klar hinter ihm her mit dem Reiserbesen. Die Leute lachten. Das war ja zum Kugeln. Und der Kaiser lief nun. Er nahm richtig Reißans. Er vergaß fast seinen Sinfefuß. Die stlar hinter ihm her. Er trug jein Kleiderbündel. Willst du willst bu!" Sie trieb ihn durch den Hof, auf die Straße zum Gaudium der Lente. ( Fortsetzung folgt.) Tages das Garantiekomitee fich dieser Angelegenheit annehmen und die Frage aufwerfen würde, wie es mit der finanziellen Notlage des Reiches übereinstimme, einem davongelaufenen Monarchen Milliardenbeträge hintennach att schmeißen. Auf alle Fälle muß iebt die Gleichgültigkeit gegenüber dieser für die Republik so bedeutsamen Frage aufhören. Das preußische Finanzministerium ist ernsthaft bestrebt, die habgierigen Ansprüche der Hohenzollern zu befriedigen. Es will fertige Tatsachen schaffen, noch bevor eine große Abwehrfront erstanden ist. Dieser Plan muß durchkreuzt werden. Keinen Pfennig den Hohenzollern! muß es durch das ganze Land schallen. Es ist nicht festzustellen, wieviel der davon gelaufene Monarch beansprucht! Aber das eine steht fest: es werden den deutschen Finanzen nicht Millionen, sondern Milliarden entzogen werden, wenn es dem preußischen Finanzministerium gelingt, seine Pläne durchzuführen. Darum heraus aus der Reserve. Duldet nicht, daß die Hohenzollern auch nur einen Pfennig erhalten! Die Entlassung Bismarcks vor Gericht Ein Prozeß des früheren Kaisers gegen den Schriftsteller Emil Ludwig Bismard an eine foziale Revolution, der er mit den schärfften Bismard an eine soziale Revolution, der er mit den schärfften| Mitteln begegnen wollte. Der Kaiser aber stand dieser Politik Bismards ablehnend gegenüber und wollte ver= föhnend wirken. Er sah vor sich die Gloriole Wilhelms I. und glaubte fest an seine göttliche Sendung. So standen sich in der Frage der Arbeiterfürsorge die beiden Männer schroff gegenüber. Auf der einen Seite der vorwärtsdrängende, jugendliche, von sich eingenommene Kaiser, auf der anderen Seite Bismarck mit der Erfahrung, aber auch dem Eigensinn des Alters und seiner großen Fähigkeit, zu hassen. Der zweite tiefere Grund für den Konflikt zwischen Kaiser und Kanzler war der Umstand, den Ludwig in seinem Werke kaum erwähnt, daß Bismarck damals mit der Idee eines Staatsstreiches spielte. Er wollte den Reichstag auflösen, das Sozialistengejek verlängern und den Sozialdemokraten das Wahlrecht nehmen. Darauf wollte sich der Kaiser nicht einlassen. Bismarck ist nicht vom Kaiser es ist also falsch, von seinem Sturze zu gestürzt worden sprechen, sondern Bismarck ist gefallen aus geschichtlicher und politischer Notwendigkeit, aus dem Naturgefeß heraus, daß das Alter der Jugend weichen muß. Und schließlich habe den Konflikt das Verhalten Bismarcks auf die Spize getrieben, das er in bezug auf die bekannten konsularischen Berichte über angebliche Truppenverschiebungen und KriegsBismarck habe dem vorbereitungen in Rußland übtc.. Kaiser diese Berichte zum größten Teil verheimlicht und sie dann benutzt, um dem Kaiser plötzlich eins auszuwischen. Während der Kaiser den mit Rußland bestehenden Rüdverficherungsvertrag als lästia und gegen seine Ehre verstoßend empfand, wollte Bismarc diesen Vertrag verlängern. Aber dadurch, daß er sich schließlich dazu hinreißen ließ, dem Kaiser einen der bisher verheimlichten Berichte vorzulegen, der eine außerordentlich abfällige Kritik des Zaren über die Person des Kaisers enthielt, hat er das von ihm selbst zn= nächst erstrebte Wert zertrümmert. In dieser Handlungsweise müsse man fast einen Hochverrat erblicken. Wenn man auf die Lösung des Bündnisses mit Rußland die Schuld am Ausbruch des Weltkrieges zurückführen wollte, so träfe danach die Schuld nicht den Kaiser, sondern Bismarck. B. S. Vor der Ferien- Zivilfammer des Landgerichts III unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Hesse wurde am Dienstag ein der sowohl Prozeß verhandelt, hohes literarisches, wie politisches Interesse beanspruchen darf. Kläger war der frühere deutsche Kaiser, der gegen den Schriftsteller Dr. Emil udwig auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung flagt, mit dem Antrage, die öffentliche Aufführung und die Veröffentlichung in Buchform des von Ludwig verfaßten Stückes Die Entlassung" zu verbieten, in dem die Vorgänge, die zur Entlassung Bismarcks geführt haben, behandelt werden und in dem sowohl der Kaiser als auch die damaligen leitenden Persönlichkeiten auftreten. Zugleich wurde ein zweiter Prozeß verhandelt, den die Witwe des Staatssekretärs v. Böt- furter die Schlußfolgerung. daß die äußerlichen Tatticher gegen Ludwig angestrengt hat. Frau v. Bötticher fühlt sich durch das Ludwigsche Stück beleidigt und verlangt deshalb ebenfalls ein gerichtliches Verbot der Aufführung und der Veröffentlichung des Werkes. Der ehemalige Kaiser war durch die Rechtsanwälte Kurt Wolff and Dr. Frankfurter vertreten, während dem Beklagter Rechtsanwalt Frizz Grünspach zur Seite stand. Bor Eintritt in die Verhandlung legte der Vorsitzende einen Vergleich dahin an, daß der Beklagte bis zur endgültigen Entscheidung der Sache in erster Instanz von der Aufführung und der Veröffentlichung des Stückes absehen follte. Dr. Ludwig erklärte sich bereit, bis zur Hauptverhandlung das Werk nicht aufführen zu lassen, wollte jedoch nicht auf das sofortige Erscheinen des Werkes in Buchform verzichten. Dadurch scheiterte der Vergleich und es wurde in die Verhandlung eingetreten. Rechtsanwalt Grünspach beantragte hierauf zunächst die Verlesung des Stückes. Das Gericht beschloß demgemäß. Dr. Ludwig verlas hierauf aus dem Manuskript sein dreiaftiges Werk; die Verlesung nahm längere Zeit in Anspruch. Während der Verlesung des ersten Aktes bemerkte Ludmig, daß er die vom Kläger beanstandete Schlußwendung des ersten Aftes geändert habe. Nachdem der dritte Akt des Werkes verlesen war, der die letzte Unterredung des Kaisers mit seinem Kanzler wiedergibt, ergriff der Anwalt des früheren Kaisers, Rechtsanwalt Dr. Frankfurter, das Wort. Er wies darauf hin, daß die Ansichten der Judikatur über das Auftreten lebender als handelnde Personen in einem Bühnenstück noch nicht geklärt seien. Das Persön lichkeitsrecht sei zwar juristisch schwer umstritten, doch wisse jeder Laie, daß es ein solches Persönlichkeitsrecht gebe. Und wie es früher einen Schuß gegen Majestätsbeleidigungen gab, gibt es iebt aus der Reichsverfassung hinaus einen Schutz für die Majestät und Souveränität des Volkes, in die fich ieder einzelne Staatsbürger teile. Rechtsanwalt Dr. Frankfurter schilderte dann ausführlich die Vorgänge, die an Wirklichkeit zu der Entfremdung zwischen Kaiser und Kanzler geführt hätten. Ludwig hätte diese tiefer liegenden Gründe zur Entlassung sehr Stiefmütterlich behandelt und die formalen in den Vordergrund gestellt. Bei Ablauf des Sozialistengefeges glaubte Filmschau Was tut ein Jüngling von Adel, nämlich der Sohn eines Dogen, wenn ihn ein Räuberhauptmann überfällt und ihn auffordert, um sein Leben zu kämpfen? Er wirft den Degen von sich mit den Worten:„ Es wäre zuviel Ehre für dich, wenn dich auch nur die Schwertspiße eines Edlen berührte!" Nein, der Edle stürzt sich mit bloßen Händen, deren Berührung also anscheinend weniger ehrt, auf seinen schwerbewaffneten Gegner und siehe da, er kriegt ihn auch so unter, dieweil er eben ein Edler ist, und ein solcher bekanntlich immer im Bund mit Gott felber steht! So siehts in einem grauenhaft langweiligen Film: Durch Kerfer und Paläste von San Marco" aus. In Wirklichkeit scheint der Adel, vor allem der deutsche, der göttlichen Bundesgenossenschaft io menia zu trauen, daß er seinen Gegner lieber rücklings überfällt, und zwar wenn sie unbewaffnet sind, er aber mit Gieraranaten und Mordmaschinen ausgerüstet ist. Wenn solch ein Held zum Schluß auch noch auskneift, so ist das eine überflüssige Vorsichtsmaßregel; denn schlimmstenwie Graf falls fönnte es einem dann passieren, daß man Arco auf Geldscheinen deutscher Gemeinden als Held des wie ein deute Baterlandes abaebildet wird, oder daß man scher Prinz, der einen belgischen Millionär in den Wald lockt, ihn hier niederknallt und vergräbt, um ihn dann zu berauben von einem fatherlichen Feldgericht zu fünf Monaten Festung verurteilt wird, die man allerdings nicht abzufigen braucht! Das ist in einem Film natürlich nicht zu sehen, auch nicht in der Deulig- Woche", die dafür keinen Raum übrig hat, weil sie ihn für nationalistische Propagandazwecke verwenden muß; das wird aber in der Wochenschau der Volksfilmbühne zu sehen sein. Bis es soweit ist, müssen wir uns schon an so manchem Schund noch weiter ärgern. Doch soll dabei nicht verschwiegen werden, daß es in letter Zeit auch Erfreuliches So die„ Cheplin Woche"( im Ufapalast), obwoý! gab. von den vier neuen Grotesfen höchstens eine( Chaplin als Stüße der öffentlichen Ordnung") an bereits früher Gesehenes, doch immer noch nicht an den„ Auswanderer", heranreicht! 4 Gine Ueberraschung war:„ Die weiße Wüst e"( im Primuspalast). Es ist nach vielen Monaten der erste deutsche Film( Hagenbeck- abrikat), den ich bis zum Schluß genießen, im besten Sinn des Wortes aenießen fonnte. Im Stil echter Robinsonaden rollen die Abenteuer von Seeleuten vorbei. die Schiffbruch leiden und an ein Eiland von ewigem Schnee verschlagen werden, wo sie sich im Kampf gegen Raubtiere und Eingeborene durchsetzen. Hier wird höchste Spannung nicht mit abgeflapperten Mitteln, sondern durch den künst= lerischen Geschmack einer Persönlichkeit, des Regiffeurs Aus dieser Darstellung zog Rechtsanwalt Dr. Franf bestände sich wohl in Ludwigs Werk fänden, daß aber die Tatbestände, soweit sie innerer Natur seien, völlig fehlten. Rechtsanwalt Dr. Frankfurter fuhr fort: Ludwigs Werk sei einseitig und enthalte nicht nur eine falsche, sondern auch eine gefärbte Darstellung. Die Aufführung des Werkes und womöglich seine Ueberiekuna in fremde Sprachen, namentlich die französische, würde von unabsehbarer Wirkung sein. In dem Theater würde es zu den wüstesten Standalizenen zwischen Monarchisten und Republikanern kommen. Gerade in der heutigen Zeit der nationalistischen Aufregung dürfe dieses Stück, in dem der Dichter Ludwig nicht den Menschen, sondern eine voreingenommene Idee auf die Bühne gestellt habe, nicht aufgeführt werden. Dann kam der Verteidiger des Beklagten, Rechtsanwalt Grünspach zu Worte. Er betonte einleitend, daß alle in diesem Prozeß aufgestellten Rechtsfragen bereits vom Reichsgericht gelöst feien. So habe das Reichsgericht ein allgemeines Recht der Persönlichkeit nicht anerkannt. Rechtsanwalt Grünspach gibt sodann zu Protokoll die E.klärung ab, daß sein Mandant bereit sei, die Biseniz ene zu streichen. Die Szene schildert, wie der Kaiser unmittelbar nach einer sehr erregten Auseinandersetzung mit Bismarck, in der sich der Kanzler aber bereit erklärt hat, die vom Kaiser geplanten Sozialaeiese durchzulassen; lebhaft mit einem neuen Lißenmuster für die Stabsoffiziere beschäftigt. Die Haltung des Raisers in bezug auf den Vertrag mit Rußland wird in dem Ludwigichen Stück aus dem Charafter des Kaifers heraus erklärt und entschuldigt. Ludwig werde dem Kaiser durchaus gerecht, seine Objektivität ergebe sich auch aus seinem früher erschienenen Bismarck- Buch. Wenn der Dichter der ein oder der anderen auftretenden Berson ein Wort des Kaisers in den Mund lege, das vielleicht verlegend wirken könne, so müsse man dies dem Dichter zugute balten. Daß es sich bei Ludwig um einen ernsthaften Dichter und Historiker handle, beweisen Aeußerungen herift", liege feine rechtliche Grundlage vor. Die Erörterungen warum der Vertrag mit Rußland nicht aus stande kam und das Bündnis zwischen Ruka land und Frankreich möglich gewesen sei liege im Interesse des Volkes. Was stehe höher, das Interefie einer Verson, möge fie früher noch so hochgestellt gewesen sein, oder das Interesse des gesamten Boltes? Der Kaiser babe der Darstellung Bismarcs nicht widersprochen, obwohl er dazu in seinen Memoiren die demnächst in Amerika erscheinen sollen, Gelegenheit gea habt hätte. Zum Prozeß der Frau v. Bötticher gegen Ludwig bea tonte Rechtsanwalt Grünspach, daß Frau v. B. sich keines wegs schon deshalb beleidigt fühlen könne, weil ihr ver storbener Gatte vielleicht beleidigt sei. Aber auch sie selbst könne sich nicht dadurch beleidigt fühlen, daß der Dichter Frau v. Bismarck sagen lasse, sie wolle Frau v. Bötticher nicht empfangen. Das Klagebegehren werde nur berechtigt, wenn dieser Ausspruch wider besseres Wissen in das Wert aufgenommen worden wäre. Sodann nimmt der Beklagte Dr. Emil Ludwig selbst das Wort, um in längeren Ausführungen das Plädoyer des Verteidigers zu ergänzen und insbesondere nachzuweisen, daß die von der Gegenseite beanstandeten Aussprüche und Aus drücke historisch nachweisbar seien. Mir kam es darauf an, sagt Ludwig, Kaiser und Kanzler ganz objektiv gegenüber zustellen, ohne etwa die Frage entscheiden zu wollen, wer ron beiden Recht hätte. Der zweite Anwalt des Kaisers, Dr. Wolff, wies auf die große Erregung hin, die die Ankündigung des Dramas unter den Theaterdirektoren Berlins hervorgerufen habe. Verschiedene der angesehen sten Schauspieler hätten sich geweigert, die Rolle des Kaisers zu übernehmen oder überhaupt in dem Stück zu spielen. Ebenso hättem viele Verleger die Verbreitung des Buches abgelehnt. Wenn Ludwig heute bedauere, Frau von Boetticher beleidigt zu haben, dann möge er lieber das Stüd ganz zurückziehen, wie dies in ähnlichen Fällen an dere Schriftsteller getan hätten. Bestehe er aber auf der Aufführung, dann dürfte er sich nicht wundern, wenn er nicht mehr als Dichter und Siftoriker, sondern als Sena sationsschriftsteller bewertet werde. Nach weiteren beiderseitigen Darlegungen der Rechtsa anwälte wurde die Verhandlung vertagt und als Termin zur Verkündung der Entscheidung der 8. August festgefeßt. Der 22. Weltfriedenskongres der Friedensgesellschaften findet vom 25. bis 29. Juli 1922 in London statit und wird fich in der Hauptsache mit den Fragen des wirtschaftlichen Wiederaufbaues Europas und demokratischer Kontrolle der auswärtigen Politik befaffen. Das Deutsche Friedensfartell wird durch Dr. Quidde, Dr. Helene Stöder, Helmuth v. Gerlach, gleichzeitig die drei Vorsitzenden der Deuts schen Friedensgesellschaft; Justizrat Heilberg aus Bresa lau; die Sekretärin der Friedensgesellschaft, Kath. Kupic. Ed. de Neufville aus Frankfurt a. M., den Vorsitzenden des Bundes entschiedener Schulreformer, Prof. Paul Destreich; die Vorstandsmitglieder des Bundes der Kriegsdienstgegner Dr. Rob. Pohl und Martha Steinig; den Völkerrechtler Dr. Hans Wehberg und die Herren Arends Köln, Bloh- Hamburg, Küster- Hagen( Wefta falen) und Röttcher als Vertreter der Norddeutschen, der Westdeutschen und der Südwestfälischen Arbeitsgemein schaften der Ortsgruppen und des Württembergischen Lan desverbandes der Deutschen Friedensgesellschaft vertreten sein. Im Anschluß an den Kongreß finden in mehreren Städten Englands Nie wieder Krieg"-Kundgebungen statt, an denen die Deutschen Vertreter gleich falls teilnehmen werden. Die vorragender Veriönlichkeiten. Rechtsanwalt Grünivac Buchhandlung„ Freiheit" befindet sich jetzt überreicht dem Gericht eine Anzahl folcher Gutachten, so vom Fürsten Bülow, Grafen von Bernstorff, Georg Engel, Professor klar und dem ehemaligen Kultusminister Saenisch. Dafür, daß der Verfasser den früheren Kaiser habe damit beleidigen wollen, daß er Singpeter sagen läßt:„ Gott sei Dank, daß der Mann verrückt Ernst Wendt, erzielt. Er arbeitet so bewußt nach schwedischem Vorbild, daß man das Gefühl hat, er wolle zu Vergleichen herausfordern. Die braucht er tatsächlich nicht zu scheuen, denn er erreicht seine Meister nicht nur, er übertrifft sie noch in vielem! Der Reiz des Films wird erhöht durch Originalaufnahmen aus Lappland, durch die Photographien des Operateurs Greenbaum, die an Klarheit und Schönheit nicht einmal den darin mustergültigen Bildern aus Lubitsch- Filmen nachstehen! Vor einigen Tagen führte der amerikanische Fabrikant William Fox seine Filme in der„ Alhambra" am Kurfürstendamm der deutschen Preffe vor. Er ist in Amerifa ungefähr das, was Joe May hier, es wäre also interessant. Vergleiche anzustellen. Leider muß ich das unterlassen, denn die Freiheit" ist zu den Vorführungen nicht geladen worden. Auf meine Anfrage, ob hier ein Versehen vorliegt, erklärte mir der sogenannte Pressechef der„ Alhambra", es sei kein Irrtum, sondern Abficht, man hätte eben ganz einfach nicht gewünscht, die Freiheit" vertreten zu sehen!. Demnach fällt von den drei ernstzunehmenden Besprechungen, mit denen die Hauptstadt der Dichter und Denker dem Amerikaner sonst hätte aufwarten fönnen, die eine fort, und Herr For wird es wohl erst in Deutschland gelernt haben, auf welche Weise die Tätigkeit einer Kritik. Die vor einer zum größten Teil verseuchten und auf Ausbeutung gestellten Industrie keine Berbeugungen macht, au sabotieren ist! Hat es auch noch dieses Beweises bedurft dafür, daß die Gründung der Volksfilmbühne eine Notwendigkeit war? Es soll der Arbeiterschaft, die 80 Prozent aller Kinobesucher stellt, erspart bleiben, fich von jenen Häusern bewirten zu laffen, die bei wichtigen Anläffen die Arbeiterprefie ausschalten, und zwar gerade jenes Organ, in dem der Film auf würdigere Behandlung, als er sie selbst in seinen Leibblättern genießt, rechnen darf. Aus dem Bedürfnis beraus, den Film von dem an ihm flebenden Schmuß zu säubern, ist in Berlin vor kurzem ein Verband der Filmkritiker" entstanden, in den nur einwandfreie Vertreter aufgenommen werden, Der Verband wird sich nun mit unserer Angelegenheit befaffen und zeigen, ob er eine Daseinsberechtigung hat! Dojio Roffler. Ein Engländer über die Rukunft des deutschen Dramas. Der Berliner Berichterstatter des„ Manchester Guardian" veröffentlicht in seinent Blatte eine größere Abhandlung über das deutsche Drama von heute; er zieht dabei die Entwicklungslinien von Hauptmann und Wedekind bis zu Kaiser und Toller und macht zum Schluß die folgenden interessanten Ansführungen: Die Zukunft des deutschen Urbanstraße 7 ( Nähe Hallesches Tor) Geöffnet bis 6 Uhr abends, auch Sonnabends Dramas ist undurchdringlich dunkel. Die besten modernen Werke gehören der jüngsten Vergangenheit au und vieles davon wurzelt im Aufruhr gegen den Krieg und gegen den Kapitalismus. Es scheint fast, daß Gegenrevolution und Reaktion der Kunst nicht günstig sind. Vor dem Kriege, als München die libe ralfte Stadt in Deutschland war, war es auch das führende Kunstzentrum. Nun ist es die konservativste Stadt und in der bildenden Kunst wie in der Dichtung unfrucht bar geworden. Berlin. Frankfurt, Darmstadt, Köln haben München überflügelt. In Budapest, der Stadt, die die vollkommenste Reaktion in Europa hat, scheinen Musik, Malerei und Dichtung tot au sein. Obwohl Mo& fau unter den Schrecken des roten Terror leidet und vor Hunger niedergebrochen ist, ist doch dort ein fräftigel Kunstleben. Deutschland hat die Unsicherheiten, die Hoff nungen und Befürchtungen, die Erregungen der revolution nären oder halbrevolutionären Zeit verloren. Anderersetts hat es noch nicht die Ordnung und den materiellen Wohlstand wiedergewonnen, der die Ruhe und Muße bedingt, ohne die hohe Kunst unmöglich ist. Die Revolutionen begünstigen nicht die höchste Kunst, da sie die ruhige Beschaulichkeit zer stören, aber sie führen au einer Revision der altem Weltanschauung und zur Suche nach einen neuen. Das deutsche Drama befindet sich gegenwärtig zwischen zwei Perioden. von denen die eine tot und die andere noch nicht geboren iit." Gold aus der Luft. Eine New Yorfer Gesellschaft ist an dem Zwecke gegründet worden, um Gold aus der Luft zu gewinnen. So phantastisch diese Mitteilung auch zunächft flingt, so beruht sie doch auf sehr realen Versuchen. Wie der Direktor des neuen Unternehmens, Baker, amerikanischen Blättern mitteilte, handelt es sich um ein neues Verfahren, durch das die Luft, Rauch und Staub, die bei dem Schmelzen von Gold entweichen und die winzige Teilchen des kostbaren Materials enthalten, von diesen Bestandteilen wieder be freit werden könne, so daß nichts von dem Golde verloren geht. In allen Fabriken und besonders den Münzpräge stätten, wo Gold verarbeitet wird, läßt sich diese Methode anwenden, die nach den bisherigen Versuchen nicht unbeden tende Erträge abwerfen wird. Auf diese Weise wird sich jede Bergendung von Gold vermeiden laffen, und der Ertrag wird vermehrt. Tagesnotizen. Junge Dichter vor die Grout! Erna Gelb und Leo Mente find zur Mitwirkung an den Vorlesungsabenden Junge Dichter bor bid Front von Franz Konrad Hoefert gewonnen worden. Die Große Bolftsoper Berlin verpflichtete für die Tommenbe Spielseit int Theater des Westens Cornelius Bronsgeeft. Ferner wurde als fünstlerischer Mitarbeiter für die Bühnenausstattuna cora alter verpflichtet. Groß- Berlin Die Straßenbahnfahrt 5 Mark Der Etatausschuß der Berliner Stadtverordnetenverfammlung hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, den Fahrpreis für die Straßenbahn mit sofortiger Wirkung von 4 auf 5 Mark für die Einzelfahrt und auf 8 Mark für den Umsteigefahrschein zu erheben. Die Ermäßigungen, die in der letzten Vorlage für Kriegsbeschädigte, Lehrlinge, Kinder usw. enthalten waren, sollen im Verhältnis der bisherigen Ermäßigung aufrechterhalten werden. Die Elektrizitätspreise wurden pro Kilowattstunde auf 13 Mark für Licht und Badendorff sich ausdrückt, seitens der Bundesleifung| Inzwischen ist im Spandauer Krankenhause auch das verte mit Tatsachenmaterial den Wohlfahrtsminister überzeugt." Herr, vergib ihnen so schließt Ladendorff mit seinem bekannten Bombasmus- denn sie wissen nicht, was sie tun! Wahrscheinlich meint er damit die Hausbefiberkollegen, die in den Vereinen so fläglich über Zahlungsunfähigkeit heulen und dann prompt zahlen. Am 24. Juni hat, wie als unfreiwillige Humoreske auf der aleichen Seite des Grundeigentum"( Nr. 26 vom 23. Juli) steht, das Sommer- Bundesfest in der Treptower Abtei tros ungünstiger Witterung und polizeilich verhinderter Tombola einen Ueberschuß von 16 000 Marf abgeworfen. Darf man fragen, wie hoch der Umsat in der Weinabteilung der Abtei war? Ebenda werden schon die Winterfeste des Bundes und der Einzelvereine angefündigt. So sehen sie aus die„ verzweifelt Händeringenden"! 9 Mark für Straft feſtegesetzt. Die Wasserpreise von 3,50 Der Berliner Magistrat und die Demonstration Mart auf 5 Mart pro Kubikmeter zu erhöhen, wurde ab= gelehnt. Die Deutschnationalen hatten einen Antrag eingebracht, die Vorlage erst mit Wirkung vom 1. Oktober in Kraft treten zu lassen. Von der SPD. war ein Antrag gestellt, den Preis fbatt auf 5 Mart, auf 4,50 Mart festzusetzen. Die Kommunisten stimmten für den deutschnationalen Antrag, nachdem die beiden Abänderungsanträge angenommen waren. Die Gesamtvorlage fiel gegen die Stimmen der USP. und SPD. und einiger Bürgerlicher, so daß eine neue Vorlage des Magistrats notwendig ist. Die Kommunisten haben sich hier wieder einmal als Hüter des Hausbesizes bewährt. Bundesgeneral Ladendorff Die gekränkte Grundeigentums- Leberwurft Dem„ Grundeigentum", Organ des Bundes der Berliner Hausbesizer- Vereine, und dem Bundesvorsitzenden Herrn Carl Ladendorff ist unser am Sonntag vor acht Tagen veröffentlichter Artikel Wie die Hausbesizer- Vereine die Behörden düpieren" gewaltig auf die Nerven gefallen. Wir haben dadurch eine Wirkung erzielt, die von uns weder beabsichtigt, noch erwartet war. Der Artikel brachte in fritischer Form einen Auszug aus einem Briefe, den ein früheres Vorstandsmitglied des Treptower Hausbefizervereins, Buchdruckereibefizer Emil Winterfeld in Baumschulenweg, an den Vereinsvorsitzenden richtete mit der Erklärung, daß er sein Vorstandsamt niederlege, weil die beschlußmäßig ausgegebene Parole, die städtischen und sonstigen Hausabgaben nicht sofort zu zahlen, außer von thm von feinem anderen Vereinsmitgliede in Baumschulenweg befolgt worden sei. Das war von Herrn Winterfeld, wenn wir auch sonst seine hausagrarische Auffassung und Tätigkeit selbstverständlich bekämpfen müssen, fonsequent und ehrlich gehandelt. Aus dieser vor sich selbst ehrlichen Gefinnung schlossen wir auf die Gesinnung der anderen. Es blieb einzia und allein der Schluß übrig, daß die Hausbefizer, wenn sie unter dem üblichen Vereins- Klagegeheul Beschlüsse fansen, nicht zu zahlen, aber dann trotzdem ihre eigenen Beschlüsse überrennen und prompt zahlen, hierzu doch in der Lage sein müssen, besonders wenn das in einem so großen Orte wie Baumschulenweg seitens aller organisierten Hausbefizer mit Ausnahme eines einzigen geschieht. Man mußte weiter daraus schließen, daß die in den Vereinen systematisch durch Beschlüsse und Resolutionen immer wieder betonte ich were Notlage der Hausbesizer, die angeb lich das sofortige Bezahlen von Abgaben unmöglich macht. eine gefünftelte und fonitruierte ist, also einer Düpierung der Behörden gleich kommt. In einer Erwiderung mit der schönen fetten Ueberschrift Eine unverschämte Lüge" behauptet Herr Ladendorff im Grundeigentum" unter vollem Nachdruck unseres Artikels, daß die Freiheit" sich wieder einmal darin gefalle. den Hausaarariern" eins auszuwischen. Die Erwiderung ist eine einzige wüste Schimpitanonade im Hausbefizerjargon und beweist wieder einmal die Wahrheit des alten Wortes: Wer schimpit, hat unrecht! Herr Ladendorff hat in seinem verständlichen Merger den Mut, die Richtigkeit des„ Geschwäßes des Briefes" anzuzweifeln. Wir geben daher aus dem Winterfeldschen Briefe, von dem, da die Ablengnung beinahe erwartet werden konnte, ein Lichtbild aufgenommen ist, noch die folgende interessante Stelle wieder: ,, Es ist bisher schon des öfteren vorgefallen, daß Mitteilungen, die in Sizungen v. v. gefallen, außerhalb der Sizungen folportiert werden, worüber nichts zu sagen wäre, wenn es in richtiger Weise geschähe. Diese Erfahrung mußte ich in letzter Zeit wieder einmal machen. Bekanntlich hatte ich den Auftrag, bei Abgeordneten bzw. Kandidaten der Deutsch nationalen Partei Ausfunft einzuholen über ihre Haltung dem Hausbesitzerstand gegenüber... Ich versprach bei Gelegenheit unseres Gesellschaftsabends, als letzter Zusammenkunft vor der Wahl, meinen Auftrag auszuführen.. Ich fügte nach der Kenntnisgabe hinzu:„ Ich will nichts hinzufügen. Es möge jeder wählen, wie es ihm sein Gewissen fagt." Dieje Tatsache ist mir als eine politische Agitation ausgelegt worden und man hat.... mich geschäftlich geschädigt. Ich fann daher nicht einsehen, einem Verein, dem und dessen Mitgliedern ich dienen will, meine bescheidenen Kräfte länger zu widmen, wenn Mitglieder dieses Vereins gegen mich arbeiten." Also Palastrevolution im kleinen. Jedenfalls ein hübscher Ausschnitt aus dem Partei- und Gesellschaftsleben der Hauswirte. Weiter bezeichnet Herr Badendorff es als eine unverschämte Lüge", daß er die Hauswirte aufgefordert haben soll, an den Magistrat feine Abgaben zu zahlen. Jit ihm denn gänzlich unbekannt, daß die Hauswirte in ihren großen Zirfusversammlungen wiederholt mit dem Zahlstreif ge= droht haben? Weiß er nichts mehr davon, daß er in Nr. 4 Das Grundeigentum" vom 15. Januar 1922 die in ihrer Berzweiflung händeringenden" Hausbefiser aufgefordert, das heißt ihnen, wie er wörtlich sagte, den dringenden Rat" gegeben hat, nur Teilzahlungen auf die städtischen Abgaben zu leisten? Ist das nicht an solcher Stelle und in solcher Form eine Aufforderuna zur Zahlungsiabotage? Schon damals schrieben solche Leute, die sofort die Zündschuur rochen, von, masfiertem Steuerstreit". Aber die Händeringenden" hörten nicht auf den Anpfiff. Sie gingen hin zu den Kassen, wie Herr Winterfeld sagt, und zahlten prompt. Endlich regt Ladendorff sich auch über die Behauptung auf, daß auf Betreiben der Hauswirte die Herren Assessor Wild und Dr. Steiniger den Oberpräsidenten bearbeitet haben, seinen Einspruch acaen 120 Prozent Mietezuschlag zurückzusichen. Diese seinerzeit von anderen Blättern gebrachte Notiz ist damals unwidersprochen geblieben. Möglicherweise waren die beiden Herren nicht beim Oberpräsidenten, sondern beim Dezernat des Wohlfahrtsministeriums. Herr Ladendorfi pilegt sich an Worte zu flammern. Ist beim städtischen Wohnungsausschuß und beim Magistrat seitens des Hausbesitzerbundes wirklich absolut nichts geschehen, um die 100 Prozent Buschläge zu Fall zu bringen? Ja, Bauer, das ist doch nicht etwas anderes, sondern alles gleichbedeutend, ob man hier oder da„ bearbeitet" oder, wie Herr zum Schutze der Republik Als es am 11. Juli hieß: Die Massen heraus, um der Reaktion zu zeigen, daß das Berliner Proletariat einig ist, die Republik gegen jeglichen Uebergriff der rechtsradikalen Elemente zu schüßen. airkulierte in den Büros des Magistrats eine Rundverfügung, vom Bürgermeister Ritter gezeichnet, daß man wohl gegen eine Beteiligung der Beamten, Arbeiter und Hilfsangestellten nichts einzuwenden habe und sie ab 1 Uhr den Dienst verlassen dürften, daß man ihnen aber für diese Zeit einen Abzug vom Gehalt resp. Lohn machen würde. Nun gut, der größte Teil( ob von den Beamten auch, ist noch eine Frage) verließ den Dienst und trat mit ein in die Reihen, um auch seinen Teil zu dieser gewaltigen und eindrucksvollen Kundgebung beizutragen. Gegen einen Abzug fann man schließlich nichts einwenden. nur müßte dieser gleichmäßig durchgeführt und nicht in verschiedener Form gehandhabt werden. Denn auf Grund der eingerichteten Listen zieht man den Hilfsangestellten und Arbeitern diefe 2% Stunden vom Gehalt ab, während den Beamten It. Verfügung gez. Ritter) diese Zeit von dem Erholungsurlaub abgezogen werden soll. Es ist dabei zn bemerken, daß ein großer Teil der Beamtenschaft seinen Gr holungsurlaub schon hinter sich hat, resp. mitten darin ist, und ob die Beamten, die den Urlaub noch nicht angetreten, ihre 2½ Stunden nacharbeiten, entzieht sich wohl jeder Kontrolle und ist mithin genau so fraglich wie eine Nachholung dieser Zeit im Jahre 1923. Jedenfalls wäre es interffant, zu hören, was sich der Bürgermeister Ritter bei dem Glaẞ dieser Verfügung gedacht hat! Deffentliche Gesangskonzerte Der Männerchor Fichte- Georginia 1879" gibt am Freitag, dem 28. d. M., abends 8 1hr, auf dem Mariannenplak ein öffentliches Volkskonzert. Der Sängerchor Vorwärts: Süd: Oft" veranstaltet am Freitag, den 28. Juli, abends 8 1hr auf der Treptower Spielwiese ein öffentliches Gesangskonzert. Alle Freunde des Gesanges sind zu diesem Konzerte freundlichst eingeladen. Zwei Jahre Mord Dr. Gumbel, der Verfasser der bekannten und auch von uns öfters gewürdigten Schrift: 3wei Jahre Mord" beabsichtigt, sein Buch in erweiterter Form herausgegeben. Er bittet daher die Hinterbliebenen und Freunde aller aus politischem Grunde Ermordeten, ihm eine Schilderung über den betreffenden Mord zu schicken. Der Brief foll wenn möglich enthalten: Name, Photographie, Geburtsdatum, Beruf des Ermordeten, Zahl der Hinterbliebenen, Tag und Ort des Vorganges und Motiv der Ermordung, Name des Denunzianten, des Mörders, des dafür Verantwortlichen( wenn Militär, genaue Bezeichnung der Dienststelle erwünscht), Schicksal beider, Stand des Strafverfahrens, des Zivilprozes ses, Name und Adresse des Rechtsanwaltes. Ferner ist zu merken, ob und in welchem Umfange die Leiche ausgeplündert wurde. Falls auf den Mord bezügliche Zeitungsnotizen vorhanden sind, ist deren Einsendung erwünscht. Auch Nachträge zu bereits publizierten Morden werden gern entgegengenommen. Der Brief ist zu richten: An den Verlag. Neues Vaterland, Berlin W 62, Kurfürstenstraße 125. Anmeldung zur Kunstgemeinde Neukölln Vielfachen Wünschen des Publikums entsprechend, hat das Volksbildungsamt Neukölln den Termin für die Annahme von Beitrittserklärungen zur neugegründeten Kunstgemeinde bis 31. Juli 1922 verlängert. Eine Verlängerung des Termins über diesen Zeitpunkt hinaus kann unter keinen Umständen erfolgen, da nunmehr die endgültige Festsetzung der einzelnen Abteilungen für die Veranstaltungen des Winterhalbjahres stattfinden muß. Folgende Meldestellen sind eingerichtet: 1. Bolksbildungsamt Neukölln, Rathaus, Zimmer 257; 2. Ortsstelle Briß, Rathaus, Zimmer 6; 3. Ortsstelle Budow; 4. Ortsstelle Rudow; 5. Neuköllner Tageblatt, Bergstraße 35/36; 6. Neuköllnische Zeitung, Berliner Straße 70; 7. Vorwärts, Neckarstr. 2und Siegfriedstr. 28/29; 8. Freiheit, Neckarstraße 3 und Emser Str.. 32; 9. PD., Nedarstr. 3; 10. Büro der SPD., Jägerstr. 66; 11. Demokratische Partei, Ganghoferstr. 4/5( Stadtbad); 12. Gechäftsstelle der Deutschen Volkspartei, Berliner Str. 84; 13. Geschäftsstelle der Deutschnationalen Volkspartei, Kaiser- Friedrich- Str. 211; 14. Son sertkasse Bading, Bergstr. 43; 15. Sentel, Stuttgarter Str. 40; 16. Stadtgeschäft II, Hermannstr. 95/96; 17. Gärtner, Wißmannstr. 14. Zur Erleichterung des Ausflugverkehrs nach Treptow wird vom 1. August ab voraussichtlich bis zum Ablauf des Sommers die Linie 89( Neukölln, Wildenbruchplay- Charlottenburg, Stuttgarter Platz) an Werk- und Sonntagen von mittags an bis Treptow, Play am Spreetunnel, außerfahrplanmäßig durchgeführt werden. Der erste Wagen dieser Linie triftf dann werftags um 2.57, Sonntags um 1.45 Uhr auf dem Platz am Spreetunnel ein. Der Dentiche Arbeiter- Sängerbund Gau Berlin und Um= gegend, 1. Bezirt, Chormetster Ph. Heid, veranstaltet am Sonnabend im Garten des Saalbau Friedrichshain ein großes Sommer- Konzert. Einlaß 4 Uhr. Anfang 5 Uhr. Eintrittspreis 4,60 m. inklusive Steuer. Bei ungünstigem Wetter findet das Konzert im großen Saal statt. Eintrittsfarten an der Klasse erhältlich. Buch. Nie wieder Krieg. Am Sonntag, dem 30. Juli, vormittags 9 Uhr, Friedensdemonstrationsversamm= lung in Buch. Treffpunkt 9 Uhr„ Restaurant zur Tanne" Bodung. Alle Republikaner von Buch, Buchholz, Blankenburg, Karow, Schönelinde und Röntgental werden gebeten, sich zahlreich zu beteiligen. Ortsgruppe Buch„ Deutsche Friedensgesellschaft" SPD., USPD. storben. Pilzvergiftung. Auch das vierte Kind ver. Gestern meldeten wir, daß von der Familie Reiter in Schwanenwerder bei Spandau nach dem Genuß felbstgesammelter Pilze drei Kinder geftorben, das älteste zehnjährige Kind und die Wutter vedenklich erfranft ieien. Kind den Folgen der Veraiftung zum Opfer gefallen. Auch das Befinden der Mutter ist sehr ernst. Ein verhängnisvoller Irrtum. Die 81 Jahre alte Hausdame Bertha Hennig aus der Wilhelmstraße 3 in Spandau weilte bei einer befreundeten Familie im Hause Breite Straße 18 in Spandau. Als die alte Dame im Laufe des Nachmittags die Toilette aufsuchen wollte, öffnete fie aus Versehen die Kellertür und fiel die Kellertreppe hinab. Mit einem schweren Schädelbruch schaffte man die Greisin nac dem Spandauer Krankenhause, wo sie bald nach ihrer Aufnahme verstarb. Schüler als Lebensretter. Die 17jährige Margarete H. aus der Stettiner Straße wollte aus Furcht vor den Folgen eines intimen Verkehrs ihrem Leben ein Ende machen. Sie stürzte sich nahe der Seestraßen- Brücke in den Spandauer Schiffahrtsfanal, wurde aber von zwei 16jährigen Schülern Defraudanten. Nach Unterschlagung von 2 Millionen Mark und 50 Dollarnoten ist der 30 Jahre alte Importeur Hans Nowotny, der aus Bernburg stammt, geflüchtet. Wegen Unterschlagung von 500 000 f. zum Schaden der preußischen Staatsbibliothek wurde gestern der 42 Jahre alte Kaufmarn Georg Greiff, der im Hause Große Frankfurter Straße 69 als Chambregarnist wohnte, festgenommen. Auf der Polizeiwache gelang es ihm in einem günstigen Moment au entkommer. Zu dem Fund von Leichenteilen im Hohenzollernkanal, der vor einigen Tagen in der Nähe von Lehniß gemacht worden ist, wird uns noch mitgeteilt, daß die Obduktion der beiden Füße ergeben hat. daß sie unzweifelhaft seit 3-4 Monaten im Wasser gelegen haben müssen. Danach scheint also festzustehen, daß diese Teile zu den in dem Pfuhl unweit Hohen- Neuendorf gefundenen anderen Leichenteilen. ( Kopf, Schulterblätter und Becken eines unbekannten Mannes) gehören, bei dem die Todesursache unzweifelhaft Mord ist. Zur Aufklärung der Bluttat hat der Regierungspräsident eine Belohnung von 10 000 Mark ausgeießt. Mitteilungen, die zur Aufklärung und vor allen Dingen zur Feststellung der Person des Toten dienen fönnen, nimmt Kriminalfommissar Dräger, Zimmer 133 des Berliner Polizeipräsidiums entgegen. Wer sind die Toten? Aus dem Landwehrkanal gelandet wurde an der Mühlenstraße in der Nähe der Badeanstalt die Leiche einer unbekannten Frau von etwa 48 bis 53 Jahren. Die Tote ist etwa 1,62 Meter groß und starf gebaut, hat dunkelblondes Haar, ein frisches rundes Gesicht mit hellbraunen Augen und einer dicken Stumpfnaje, lückenhafte Bähne und ein spites Kinn und trug einen schwarzen Strohhut, ein schwarzes Jackett mit Oberrod, einen braunen Unterrock, weiße Wäsche, schwarze Strümpfe und schwarze hohe Schnürstiefel. Aus dem Plötzenice wurde an der Militärschwimmanstalt eine etwa 58 Jahre alte Frau gelandet. Sie hat einen Ansatz zum Kropf und über einem Augenlid zwei längliche Warzen und trug eine schwarz- weiß punftierte Bluje, einen schwarzen Oberrod, meiße Unterkleider und Wäsche, schwarze Strümpfe und Schnürschuhe und Ohrringe mit Korallen. Ihr weißes Taschentuch ist S. aezeichnet. Beide Leichen liegen imt Schauthause. 1 Arbeiter- Turn- und Sportfest in Leipzig Leichtathletik. 23. Juli, nachmittags, Entscheidungskämpfe. Noch war der Einmarsch des Festzuges nicht beendet, als auch schon die leichtathletischen Wettkämpfe in Erscheinung traten. Zunächst waren es die Laufkonkurrenzen, welche das Auge des Beschauers fesselten und stärkstes Interesse in Anspru nahmen. Im 100- Meter Lauf gab jeder der für den Endkampf in Frage kommenden Spieler sein Bestes, um die Siegespalme an sich zu bringen. Im zähen Endkampf wurde die Entscheidung erst unmittelbar im Ziel entschieden. Nur um Handbreite konnte Erdmann von Berlin- Fichte Südost den Sieg in der Zeit von 11/10 Sekunden für sich entscheiden. Der Lauf verriet bei allen Teilnehmern sicheren Start, gute Lauftechnik und Willenskraft. Dem folgte der Ent= scheidungslauf der Turnerinnen über ebenfalls 100 Meter. Sechs Genoffinnen hatten sich für diesen durch= gerungen, darunter auch zwei Französinnen. Nach zunächst falschem Start, weswegen die eine der französischen Genossinnen ½ Meter zurückgestellt werden mußte, gingen die Teilnehmer flott vom Start, und die sich sofort in Front legende jugendliche und kleine Genossin Dehlschläger von Fichte II Berlin hielt sich äußerst tapfer bis ins Ziel, um damit den Lauf für sich in der Zeit von 13/10 Sekunden zu entscheiden. Zweite wurde die Genoffin Giese von der Abteilung Fichte- Süd Berlin in der gleichen Zeit. Handbreite zurück. Gleich darauf rief die Startenpistole zum 5000 Meter Lauf. Ueber 60 Teilnehmer beteiligten sich au diesem. Das starke Feld setzte sich gleich mit starkem Tempo in Bewegung. Das Publikum folgte diesem Lauf mit stärkstem Interesse. Immer weiter aber zog sich das Feld auseinander. Bereits nach zwei Runden lag Genosse Wagner Leipzig an der Spize, nachdem er einen seiner Vereinsgenossen überrundet hatte. Mit wundervollem Lauf, Stil sowohl als Zähigkeit angehend, überrundete er nun einen nach dem andern, um sich somit als sicherer Sieger bis ins Ziel zu behaupten. Die von ihm erreichte Zeit ist als sehr gut anzusprechen. Sie beträgt 16 Minuten 40 Sekunden. Als zweiter ging durchs Ziel Wiese- Schönlante in 16 Minuten 46 Sekunden. Dritter wurde Jordan- Mörfelden in 16 Minuten 47 Sekunden und vierter Baschin- Schenfendorf in 16 Minuten 50 Sekunden. Das Turnspiele. Wie vorauszusehen war, konnte die Leipziger Turnerinnenschaft( 4. Kreis) den ersten Plaz im Trommelballspiel( Tamburin) belegen. In lebendiger Weise vollzog sich das Spiel, und man kann aus der hohen Ballzahl( 161: 140) ersehen, daß der 11. Kreis als Gegner eine gut trainierte Mannschaft besitzt.- Auch im Barlauf standen sich zwei gewandte Gegner gegenüber. Der 5. Kreis ( Beiß) kämpfte mit der Berliner Fichte- Mannschaft. Ergebnis( 41:40 für 3eit) zeigte, daß sich gleichwertige Mannschaften gegenüberstanden. Der Montag wird uns das Endergebnis im Barlaufwettspiel bringen. Das Handball= ipiel fonnte kein Endresultat im Kampfe um die Bundesmeisterschaft ergeben. Jn. lebhafter Art bewegte sich das Spiel, und die beiden Gegner( Stuttgart- Jena) leisteten harte Arbeit. Troß dem Drängen seitens der Stuttgarter Mannschaft fonnte Jena seinen Platz gut behaupten, und das Spiel endigte mit 3: 3 unentschieden, so daß sich die Mann schaften nochmals gegenübertreten müssen. Fußball. Im Vorrundenspiel zur Bundesmeisterschut unterlag Rein au gegen Kassel mit 3: 1( Ecken 4: 6), inJenkte. e wackeseit 3: 1. Kanubesßer! Alle Sportarten haben gernchen Aufruhr bänden zusammengefunden, nur der Kr Arbeiter, die diesen Sport treiben, irrf diesen nackten Verteinen Verband haben und schließlich h wagen kann, ist die angewiesen sind. Es soll nun ein Schwäche der Ar= und der Unterzeichnete fordert alle Denn die Arbeitermit eigenem Boot auf, sich an ihn an die festeste Stüße der Berlin, Markusstraße 47. Sirklichkeit die einzige Gewerkschaftliches Lohnbewegung bei der Berliner Hoch- und Untergrundbahn Die Lohnbewegung bei der Hochbahn für Monat Juni endete damit, daß auch für Monat Juli eine Regelung dahin getroffen wurde, daß die Löhne der männlichen Bediensteten, Handwerker und Arbeiter um 1,25 M., für weibliche Arbeiter um 1 M. für die Stunde erhöht wurden. Demnach erhalten für Monat Juli die Gruppe Zugprüfer 4004 M., die Gruppe Zugfahrer 3954 M., die Gruppe Zugbegleiter 3902 M., die Gruppe Zugabfertiger 3 850. monatlich, im Spizzenlohn, der nach 5 Jahren ereicht wird. Fahrkartenausgeberinnen erhalten nach 6 Jahren im Monat 3 036 M., Dienstanwärter 3768 M., Dienstanwärterinnen im Monat 2 896 Mart. Das technische Personal erhält im Spißenlohn: ungelernte Arbeiter über 24 Jahren 18,75, angelernte Arbeiter über 24 Jahren 19,25 M., Handwerker über 24 Jahren 20,75 für die Stunde. Arbeiterinnen über 24 Jahren 13,45 Mart, Reinemachefrauen 13,15 M. für die Stunde. Für alle Arbeiter und Bediensteten wird für die im Haushalt lebende Ehefrau und für jedes Kind i M. für die Stunde gewährt. Zu diesen äußerst niedrigen Löhnen, die in feinem Verhältnis zu der großen Teuerung stehen, nahm am 14. Juli eine Funktionärsizung und nachdem eine Vollversammlung der Hochbahner Stellung. Einmütig kam zum Ausdruck, daß fie mit diesen Löhnen, die wahre Hungerlöhne sind, nicht mehr leben können. Sie forderten zunächst, da sich die Verhältnisse auf Grund der bekannten Vorgänge der letzten Wochen enorm geändert haben, für Monat Juli eine Nachzahlung auf ihre Röhne in Höhe von 1500 M. Für den Monat August fordern die Handwerker 35,75, die angelernten Arbeiter 34,25, die ungelernten Arbeiter 33,75 M., die Arbeiterinnen 28,45 M., die Reinemachefrauen 28,15 M. für die Stunde. Die im Monatslohn Stehenden verlangen die für das technische Personal geforderten Stundenlöhne in MonatsLöhnen umgerechnet. Darüber hinaus wird gefordert, daß die bis jetzt bestehenden Reichsmanteltarifverträge I und II als örtliche Mantelverträge abgeschlossen werden. Dabei soll den einzelnen Paragraphen, die unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse abgeändert werden müssen, Rechnung getragen werden. So it. a. der§ 18, Abs. 3, der verlangt, daß nur der Arbeitnehmer Anrecht auf die Vergünstigungen der Tarifverträge hat, der den Nachweis erbringt, daß er einer der vertragschließenden Gewerkschaften angehört. Die Gesamtforderungen wurden am Sonnabend, den 22. Juli, mit dem Arbeitgeber- Verband Deutscher Straßenbahner, Kleinbahner und Privateisenbahner, dem die Hochbahndirektion die Forderungen überwiesen hatte, verhandelt. Die Verhandlung, die vier Stunden dauerte, führte zu feinem Ergebnis. Da die Herren nicht zu bewegen waren, von ihrem Standpunkt abzugehen, wurde die Verhandlung abgebrochen und dem Schlichtungsausschuß überwiesen. Am Montag, dem 24. cr., nahmen zu dieser Situation die Funktionäre Stellung. Sie billigten das Vorgehen der Verhandlungskommission und faßten den Beschluß, daß noch in dieser Woche der Schlichtungsausschuß entscheiden soll. Am Sonntag soll dann in einer Vollversammlung Bericht erstattet und endgültige Beschlüsse über die weiteren Maßnahmen beschlossen werden. Die Funktionäre waren sich darüber vollständig klar, daß, wenn von der in Frage kommenden Schlichtungsinstanz ihren berechtigten Forderungen nicht Rechnung getragen würde, sie auf Grund des Elends und der Not, in der sich die Belegschaft befindet, mit allen gewerkschaftlichen Mitteln ihren Forderungen Nachdruck verleihen werden. Zum Schiedsspruch für die Straßenbahn Vom Lohnkartell für die Gemeindebetriebe erhalten wir folgende Zuschrift: Seit dem 1. 10. 1920 befindet sich das gesamte Straßenbahnpersonal unter dem Mantel- und Lohntarif der Gemeindearbeiter. Die durch die Eigenart des Betriebes bedingten Abweichungen vom Vertrage für das Fahrpersonal waren in Uebereinkunft zwischen Betriebsleitung und Betriebsrat geregelt. Bei den Beratungen des 3. Manteltarifes trat die Direktion der Straßenbahn mit dem Verlangen hervor, diese Abweichungen in einem Anhange, der als Teil des Tarifvertrages zu gelten habe, festzulegen. Darüber hinaus versuchte sie, ihr unbequeme Bestimmungen des Hauptvertrages mit Hilfe dieses Anhanges zu beseitigen. Die VerHandlungen dauerten bis zum Februar- Streit und wurden nicht zu Ende geführt. Nach dem Abschluß des 3. Manteltarifes griff die Direktion nochmals die Sache auf und verlangte u. a. in ihrem Entwurf zum Anhang die Abschaffung der Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit, Fortfall der Bezahlung der Dienstleistung an den Wochenfeiertagen, eine Verlängerung der Arbeitszeit durch eine anderweitige Berechnung der Haltezeiten, durch Verkürzung des Vorbereitungs- und Abschlußdienstes und gleichzeitigerweise Abschaffung der sogenannten Freifahrtkarten. Die Verhandlungen führten zu feinem Ergebnis, da von seiten der Arbeitnehmer betont wurde, daß im Anhang nur die Punkte geregelt werden könnten, die sich durch die besondere Eigenart des Straßenbahndienstes ergeben, d. h. die Festlegung der, wechselnden Arbeitszeit des sogenannten Turnus die anderweitige Säuglinge die viel schreien und nicht gut gedeihen, gehen bei zunehmender Wärme leicht an Verdauungsörungen oder Brech durchfall zugrunde. Man gebe rechtgettig als fräftigenden Milchzusay ober, wo Milch nicht vertragen wird ganz allein den seit Jahrzehnten best. bewährt. Thalysia- Haiergrieß". Zu haben .m. b.. Reformhaus Thalysia Paul Garme Hauptgeschäft Berlin, Wilhelmfir. 37, Fric denau, Rheinstr. 34, sowie in sämtlichen Ge schäften der Weieret C. Bolle Att. Gesellsch. Vorzügliche Küche, wohlgepflegte Biere be, Musik u. Gesang biete d Heim d. Berliner Arbeiterschaft „ Gewerkschaftshaus Engel- Ufer 25 66 Alle Seifenhändler decken ihren Bedarf in Toilettenseifen, Ia Kernselfen, Ia Faßseifen, Seifenpulver usw. im Seifenlager Emerich A. Salgo, N 54, Lothringer Straße 38, Hof Fernsprecher: Norden 1976. Die beiten und billigiten schenuhren v. 250.-. an liefert Berlin 2, Uhren- Klose soffener Str. 8 Breisliste grafts. der Firma scheitern, so erklärt schon heute die Belegichaft, daß fie sodann feinen Moment zaudern wird, den offenes Kampf aufzunehmen, sobald die Parole erfolgt. Regelung des Ueberstundenzuschlages bei Zugverspätungen| gungsbemühungen des 36A. dennoch an der Hartnäckigkeit und die ebenfalls vom Hauptvertrag abweichende Art der Lohnzahlung an das Fahrpersonal. Die darüber hinausgehenden Forderungen auf Abbau der sozialen Bestim mungen des Hauptvertrages könnten überhaupt nicht Gegen= stand der Verhandlungen sein, da dies dem Hauptvertrage zuwiderlaufen würde. Nach langen Verhandlungen mit der Direktion und dem Magistrat, in denen man zu einer Einigung nicht kommen fonnte, wurde ein Schiedsgericht vereinbart, das unter dem Vorsiz des Staatssekretärs a. D. v. Möllendorf am Montag und Dienstag zusammentrat. Auch hier wurde wiederum von den Vertretern des Lohnfartells scharf betont, daß das Schiedsgericht nur einen Schiedsspruch fällen könnte über das, was infolge der Eigenart des Straßenbahnbetriebes abweichend vom Hauptvertrage bisher schon bestanden habe und nunmehr auch tarif= lich festgelegt werden müsse, daß aber ein Eingehen auf die übrigen Forderungen der Direktion dem Schiedsgericht nicht möglich sei, da diese übrigen Forderungen der Direktion sich im Widerspruch mit dem geltenden Tarifvertrage befänden. Nach 2tägiger Beratung fällte der SchlichtungsAusschuß dann den Spruch, der bereits die Runde durch die Presse gemacht hat. Dieser Spruch bringt einerseits eine Verlängerung der Arbeitszeit, die pro Kopf des Beschäftigten ungefähr acht Minuten am Tage ausmacht, andererseits eine Kürzung des Lohnes gegenüber dem bisherigen Zustand durch den Fortfall der laut Hauptvertrag zu zahlenden Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit, Arbeit an den in die Woche fallenden Feiertagen, die mit ungefähr 6 Prozent des Lohnes zu bewerten ist. Er bringt ferner eine anderweitige Regelung der Freifahrt, durch die der Direktion bestimmt größere Ausgaben erwachsen, als sie beim bisherigen Zustand hatte. Am 26. 7. befaßte sich die Funktionär- Versammlung der Straßenbahn mit diesem Resultat und kam einmütig zu einer Ablehnung dieses Schiedsspruches.. Das Lohnkarteil wird in den nächsten Tagen zusammentreten, um sich mit diesem Spruch zu befassen und vor allen Dingen auch seine juristischen Unterlagen zu prüfen. Ferner wurde beschlossen, in mehreren großen Versammlungen, die am kommenden Montag stattfinden werden, zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Im Anschluß daran wird auf den Dienststellen eine Urabstimmung über Annahme ode: Ablehnung des Schiedsspruches erfolgen. Schiedsspruch im Zeitungsgewerbe Gestern fanden vor dem Schlichtungsausschuß die Lohnverhandlungen des kaufmännischen Personals des Berliner Zeitungsgewerbes statt. Die Kammer fällte einen Spruch, der hinter der fatastrophal eingetretenen Teuerung weit zurückblieb. Für den Monat Juli wurden 22 Proz. und für August 30 Proz. auf das Junigehalt bewilligt, mit der Maßgabe, bis spätestens 15. August etwaige Nachforderungen für den August einzureichen, falls die wirtschaftliche Lage sich grundlegend geändert hat. Die Ueberstundenfrage und der Sonntagsverdienst wurden ebenfalls einer Regelung unterworfen. Unbegreiflicherweise hatte der Arbeitgeber- Verband des Zeitungsgewerbes sich geweigert, mit den Arbeitnehmern direkt zu verhandeln, da ihm die aufgestellten Forderungen als„ undiskutabel" erschienen. Die Betriebe haben im Laufe des gestrigen Tages über den Spruch abgestimmt. Tagung der Post: und Telegraphenbeamten Heute hält der Reichsverband Deutscher Post- und Telegraphenbeamtent( 150 000 Mitglieder) einen außerordentlichen Verbandstag in Berlin ab. Gegenstand der Verhandlungen ist, die. Organisationsfrage. Die Postbeamten werden sich auf dieser Tagung zu entscheiden haben, ob sie weiterhin die Politik des Deutschen Beamtenbundes mitmachen wollen, der bekanntlich das Gesetz über die Pflichten der Beamten zum Schuße der Republik abgelehnt hat, oder ob sie sich dem neuen, auf gewerkschaftlicher Grundlage gebildeten Allgemeinen Deutschen Beamtenbund anschließen wollen, dent bereits die große Masse der Eisenbahnbeamten angehört. Wir werden über den Ausgang der Tagung berichten. Gegen das Lockspitzelsystem im Hause Wertheim! Eine äußerst start besuchte Versammlung im Lehrervereinshaus der Arbeiter und Angestellten der Firma Wertheim beschäftigte sich am Dienstag mit der Entlassung des Betriebsratsmitgliedes Kollegin Wille, über die wir bereits berichteten. Nachdem die gemaßregelte Kassiererin ille die Vorgänge geschildert hatte, referierte Genoffin Weinberg. Einstimmig beschloß die Versammlung folgende Reso= Int ton: „ Die am 25. Juli im Lehrervereinshaus stattfindende überaus zahlreich besuchte Versammlung der Angestellten und Arbeiter von A. Wertheim hat mit höchster Entrüstung von den Kämpfen der Firmenleitung gegen die Betriebsräte und von dem odipibe Isystem Kenntnis genommen. Es steht für die Versammlung fest, daß die Fäile Wille und Lehmkuhl Maßregelungen schärfster Art darstellen. Die Bersammlung fordert, des Ernstes der Situation sich vollauf bewußt, von dem 3dA. die schärfsten Maßnahmen zum Schuge sämtlicher Gemaßregelten und zur reitlosen Beseitigung des widerwärtigen Lockipigelsuitems. Sie gelobt, nicht zu ruhen und zu rasten, bis das Unrecht gegenüber der Kollegin Wille wieder gutgemacht ist. Sie erwartet von der Firma, daß die Kollegin Wille umgehend wieder eingestellt und die Kündigungsabsicht dem Kollegen Lehmkuhl gegenüber endgültig aufgegeben wird. Die Bersammlung erwartet ferner, daß die Firma sich unverzüglich zu Verhandlungen bereitfindet. Sollten die EiniZum Prozek gegen die Sozialrevolutionäre in Moskan! Soeben erschien: G. LELEWITSCH Streit der Kraftdroichtenführer. Der Schlichtungsaus schuß hat nach eingehender Beratung die Notlage der Kraftdroschkenführer anerkannt, und einstimmig einen Schiedsspruch dahingehend gefällt, daß ab Mittwoch 20 Prozent der Einnahmen und 30 Mi. Lohn pro Schicht zu zahlen find. Diese Regelung soll auch bei Einführung der 50 fachen Taxe bestehen bleiben. Der Verband Berufsbeamtentum und Streifrecht. deutscher Lokomotivführer, der sich nach dem Eisenbahnerstreik neu gebildet hat und alle die Lokomotivführer umfaßt, die mit der Führung der Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer, deren Vorsitzender bekanntlich der Streikführer Sperlbaum ist, nicht einverstanden waren, veranstaltet am Donnerstag, dem 27. Juli 1922, abends 7 Uhr, in der Brauerei Pfefferberg, Schönhauser Allee 76, eine große Versammlung der planmäßigen Lokomotivführer. Auf der Tagesordnung steht als erster Punft: Die Würzburger Tagung der Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer und der Verband deutscher Lokomotivführer"( Referent Pirstat) und zweitens ein Vortrag des Justizrats Eschenbach über:„ Die Erhaltung des Berufsbeamtentums, der Streik und die Interessen des Rokomotivführerstandes". Parteiveranstaltungen Funktionärinnenversammlung für Groß- Berlin Donners tag 7 1hr, Breite Straße 35. 2. Berwaltungsbezirk( 5. und 6. Distrikt). Kinderfreunde. Spieltage Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 9-3 Uhr auf der großen Spielwiese in Bloßensee. Treffpunkt Aleiner Tiergarten am Denimal. Trinkbecher und Effen mitbringen. Bei schlechtem Better Treffpunkt 2 hr nachmittags. Gespielt wird dann in der Turnhalle Siemensschule. S. P. J.- Agitationsbezirk Nordosten. Die Gruppen Bernau, Röntgenthal, Niederschönhausen, Bankow, Weißensee, Brenzlauer Berg, Berlin- Mite und Nordosten treffen sich zur Friedensdemonstration am Sonntag 10% 1hr an der Normaluhr Schönhauser Allee, Ede Danziger Straße. Weißensee. Auf nach Sallenberg zur igitation am Sonnabend, den 29. Juli, in Mebers Festsaal", Gallenberg, Sommernachtsfest. Mitwirfende: Männerchor Weißenfee, Arbeiter- Turnverein hohen Schönhausen. Ernite und heitere Vorträge, Tanz. Sur Dedung der Untesten Billetts 6 M. ju haben beim Genofien Gerth. Pistoriusstr. 102a, Restaurant Pohlmann, Langs hansstraße, Haad, Gäblerstr. 7, Neumann, Charlottenburger, Ede Moelle straße. Treffpunkt abends 6 Uhr, te Kirche, Berliner Allee, Ede Baffens berger Straße. Im recht rege Beteiligung wird gebeten. Karlshorst. Unser Sommerfest findet am Sonnabend im Fürstenbad ftalt. Beginn 4 Uhr. Für Musik und Unterhaltung ist gesorgt. Die Kaffectüche ist ab 4 Uhr geöffnet. Rege Beteiligung wird erwartet. Weißensee. Die nächste Zwei Tagetouc, der Kinderschutblommission findet am 2. August ftatt. Mädchen, die teilnehanen wollen, müssen sich bei Genoffin Saad, Gablerstr. 7. bis Montag melden. Ziel: Bernau- LiebnisBandlitsee. Jugendherberge. Untoften bro Tag 5 M. Treffpuntt: it woch früh 7 Uhr Mirbachplay. Ecke Gäblerstraße. Brot, Eß und Trinfgefäß, Dede oder Mantel mitbringen. Donnerstag, den 27. Juli. 20. Berwaltungsbezirk( Meinickendorf- Tegel). Abends 6% Uhr iut Sigungsfaal bes Rathauses Reinidenbori. Sauptstraße, Bersammlung der Rommunalen Aommiffion. Tagesordnung: Verlegung des Gemeindeheims. Berschiedenes. Die Stadträte und Beatrisverordneten sind hiermit cin gelaben. Abends 7 1hr außerordentliche Diftrittskonferens im Arbeitsamt, Schreiberbauer Straße. Tagesordnung: Die Bieberbereinigung der sozialistischen Barteien. Jedec Funktionär muß erscheinen. Alle an deren Beranstaltungen fallen aus. Lichtenberg- Stadt. Freitag, den 28. Juli. 2. Verwaltungsbezirk( 4. Diftrift). Der für Freitag angefeste Eltern abend der E. P. 3.- Westen muß umständebalber auf einen späteren Termin berlegt werden, der noch bekanntgegeben wird. 3. Verwaltungsbezirk( Friebrichshain). Abends 6 Uhr Fraftionesipung der Bezirks: und Stabiberordneten mit tommunaler Kommission und Diftciftsleitung, Markusstr. 49, 3imuter 28. 7. Distrikt. Abends 7 Uhr Diftriftstonferenz bei Carus, Boltastr. 37. Alle Funktionäre müffen erscheinen. Bildungskommiffion. Eikung abends 8 Uhr, bei Kroll, Utrechter Str. 21. Erscheinen ist Pflicht. 9. Diftrift. 14. Distrikt. Abends 71 Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23, Sunitionär fonferens. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller Funktionare bringend notwendig. S. P. J. Westen. Abends 48 Uhr Baugewerksoule Kurfürstenstr. 141. Wichtige außerordentliche Generalversammlung. Erscheinen aller notwendig. Lichtenberg Stadt und Land. Kommunale Kommission. Abends 7 Uhr Bollversammlung im Rathaus, Möllendorfftr. 6, Bimmer 23. Borirag bes Bürgermeisters Genoffen Leid über Das werdende Groß- Berlin". Stadtberordnete und Bezirksverordnete sind eingeladen. Vereinskalender Donnerstag, den 27. Juli. Bund der technischen Angestellten und Beamten, Deffentliche Bersamm Iung für die Angestellten der Seifeninduftrie abends 7½ Uhr in den Räument des 3. d. A.( Roter Saal), Belle- Alliance- Str. 7/10, Bir fordern die technischen Angestellten ohne Rüdsicht auf ihre Organisationszugehörigleit auf, restlos diese Versammlung zu besuchen. Ein Bertreter des Bunbes der technischen Angestellten und Beamten wird über den Gang der Tariiberhandlungen in der Seifenindustrie Bericht erstatten. Die technischen Angestellten haben zu dem Ergebnis Stellung zu nehmen. Zentralverband der Maschinikten und seizer( Branche: Ticfban). Abends 7 Uhr bei Schulz, Berlin. Elifabethftr. 30, außerordentliche Branchenverfammlung. Zagesordnung: Stellungnahme zum Reichstarifvertrag für das Baugewerbe. Es ist unbedingt Pflicht eines jeden dienstfreien Stollegen, an diefer Bersammlung teilzunehmen. Mitgliedsbuch oder Karte legitimiert. Deutscher Transportarbeiter- Berband( Rollfutscher, Speditionsarbeiter usw.). Abends 7 1hr bei Böfer, Weberstr. 17, Bolversammlung. Tages. ordnung: Bericht der Lohnlommission. Mitgliedsbuch legitimiert. Freitag, den 28. Juli. Schildermaler. Nachmittags 5 11br im Restaurant Wollschläger, balbertftraße 21, Bericht der Lebnkommission. Deutscher Sutarbeiter- Berband. Nachmittags 5% Uhr Versammlung ber Damenstrohhut und Reparatur- und Umpreßbetriebe in den Residensfej falen, Landsberger Str. 31. Berband der Gärtner und Gärtenereiarbetter. Abends 7 Uhr, Branchenversammlung der Geruppe Gemeindearbeiter im Restauant Schuls, Verfin Elisabethstr. 30. Sonnabend, den 29. Juli. Der Männerchor Bioabit( M. d. D. A. E. B.) veranstaltet 7½ Uhr im Meinen Tiergarten( Ottopark) ein öffentliches Ronsert. Berantwortlich für die Redaktion Emi! Rau, Berlin; für den Inseratenteil und geschäftliche Mitteilungen: Ludwig Komeriner. Berlin. Berlags- Genoffenfchaft Greiheit", e. G. nt. b. S., Berlin. Trud von Gehring& Neimers. G. m. b. H.. Berlin S. 68. Ritterstraße 75 Die Konstituante von Samara ( Ein Beitrag zur„ Humanität“ und„ Demokratie" der Parici der Sozialrevolutionäre) Der Verfasser, Teilnehmer an den Kämpfen der proletarischen Regierung gegen die kapitalistische Offensive, schildert auf Grund der Dokumente die blutige Episode aus dem Jahre 1918 Preis 25.- Mark Verlag Carl Hoym Nacht. Louis Cahnbley, Hambg.8 ,, Arbeiter- Sport" Wochenschrift zur Förderung der Sportbewegung in Arbeiterkreisen. Publikationsorgan des Kartell- Verbandes Groß- Berlin und des 1. Kreises des ArbeiterTurn- und Sport- Bundes. Der Arbeiter- Sport" vertritt die Interessen des revolutionären Arbeitersportlers. Er will nicht nur Sportzeitung, sondern gleichzeitig auch Kampforgan sein. Der Arbeiter- Sport" wirkt in dem Bewußtsein. daß der Arbeitersportler ein tätiges Mitglied der proletarischen Kämpferschar sein muß. Der ArbeiterSport" wendet sich gegen alle bürgerlichen Sportorganisationen und gegen die, die durch Neutralitätsbestrebungen des Sportes zur Verflachung des politischen Kampfes die Hand reichen. Er fördert den Sport, dessen Wahlspruch lautet: ,, Unsere Aufgabe ist, dem revolutionären Proletariat an Körper und Geist gestählte Kämpfer heranzubilden." Jeder klassenbewußte Arbeitersportler liest den„ Arbeiter- Sport". Er ist das einzigste Organ, welches seine Interessen wahrnimmt. Verlag des„ Arbeiter- Sport" Berlin SO 16, Köpenicker Straße 108. Geld fiir jede Bertfache Höchste Anlaufspr. f. Botenfrauen Brandsch., Brillanten, bei hohen Löhnen verlangt Goldgegenst., Sepp, Bücher usw. Bol Spedition Friedricßte. 41,. Watzky, Choriner Str. 68 Ede Rochfte.