Einzelpreis 3. Mk. Die reibe t" erscheint täglich einmal als Morgenausgabe und Montags als benbausgabe mit den Unterhaltungsbeilagen Freie Belt Frauen- Welt" und Der Jugend- Genoffe". Der Bezugspreis beträgt bet freier Buftellung ins Haus für den Monat August 70,- M., im voraus zablbar. Bestellungen nehmen tämtliche Bostanstalten ent gegen. Un.er Streitband besogen für Deutschland, Tanzig. bas Saar und Memelgebiet fowie bie früheren deutschen Gebiete Bolens und Luremburg 10 m., für das übrige Ausland 140,- M. Bert. u. Exp. Berlin N. 40, Kronprinsennfer 271 Tel. Moabis 2021. Freitag, den 4. August 1922 A 5. Jahrg. Nummer 291 Die gwolfgespaltene Nonpareillegeile oder beren Raum foftet 25,- W., sinschließlich Inferatensteuer. Aleine Anzeigen: Das fettgedrudte Wort 4 m., jebes weitere Wort 3,- M. einschließlich Inferatensteuer, Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Etellen- Gesuche 16 m. netto pro Beile. Stellen- Gefuche in Wort- Anzeigen: bas fett gebrudte Wort 3, M., jedes weitere Wort 2, M. Redaktion: Fernsprecher Dönhoff 4190, 4191 und 4192 Berlin SW. 68, Ritterstr. 75, III, greiheit Berliner Organ ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Ernste Lage Von A. Stein- Berlin. Der Marksturz, der vor einigen Wochen einsetzte, hat einen bisher unerhörten Umfang angenommen. Innere und äußere Gründe wirken hier zusammen, um die gesamte internationale Politik vor neue ge= waltige Erschütterungen zu stellen. Die Reichsregierung hat das Wort! Bayerns Antwort auf Eberts Brief Berlin, 3. August. Zwei Meldungen aus Bayern beleuchten die SituaDie Mörder Rathenaus und die hinter ihnen stehen- tion in dem Konflikt zwischen Bayern und dem Reich. den deutschnationalen Politiker können sich das Ver- Es ist die Antwort der bayerischen Regierung auf den dienst zuschreiben, diese neue katastrophale Wendung Vermittlungsversuch des Reichspräsidenten und die eingeleitet zu haben. Den Weg dafür haben allerdings Bestrebungen auf eine Erweiterung der bayerischen schon jene volksparteilichen großindustriellen Kreise Regierungstoalition nach rechts.. und beide Melbereitet, die alle Minen springen ließen, um den Ab- dungen bedeuten eine Verschärfung des Konflikts. schluß einer Anleihe, die Deutschland eine„ Atempause" Was die Antwort betrifft, so enthält sie das, was wir verschafft hätte, zu verhindern. Hugo Stinnes war es, der damals auf einer großindustriellen Tagung ervoraussagten: Der Vermittlungsvorschlag des Reichspräsidenten ist gescheitert. Die bayerische Regierung flärte, man müsse die Gefahr der Besetzung irgend- denkt gar nicht daran, thr verfassungswidriges Vorwelcher deutscher Gebiete nicht gar zu tragisch nehmen. gehen aufzugeben. Sie besteht auf ihren Kampf gegen In derselben Richtung bewegt sich auch die Politik der bayerischen Vendée, die in ihrem Kampf gegen die übrigen Länder und das ganze außerbayerische Reich. Sie verlangt dauernde Bürgschaften" die deutsche Republik das gleiche Ziel verfolgt, 3er- für diesen Kampf, wozu selbst die Drohung mit den schlagung des Einheitsstaates, Zerfall der Republik,, treu deutsch gesinnten Kreisen" nicht verBersplitterung der Arbeiterklasse, um auf den schmäht wird. Das geschieht in demselben Atemzuge Trümmern des Staates die junferlich- kapitalistische mit der Versicherung, jeden 3wang auszuschließen. Dittatur aufrichten zu können. Bayern verlangt Hoheitsrechte" für die einzelnen Länder, denkt dabei natürlich nur an sich selbst, wodurch die Reichsverfassung praktisch aufgehoben wird. Die Erfüllung des bayerischen Verlangens wäre nicht Die Erfüllung des bayerischen Verlangens wäre nicht mehr und nicht weniger als der Beginn der Reichsauflösung. Darüber zu verhandeln, ibie Bayern vorschlägt, wäre geradezu Selbstmord der Republik, ganz abgesehen davon, daß dazu weder Regierung noch Reichspräsident berechtigt sind. Die tatastrophale Wendung der innerdeutschen BoTitik wird verstärkt und ergänzt durch die Entwicklung der äußeren Politik in den letzten Monaten. Während die deutsche Arbeiterklasse unter Anspannung aller Kräfte die Existenz der Republik vor den deutschnationalen Mörderbanden zu schützen suchte, wirkten fich in der internationalen Bolitit die Folgen der mißLungenen Genua Konferenz und der gescheiterten Anleiheverhandlungen aus. Die Versuche der tapitalistischen Staatsmänner, die blutenden Wunden Europas: das russische Problem und die deutsche Reparationsfrage, einer Heilung entgegenzuführen, scheiterten an den Widersprüchen des tapitalistischen Wirtschaftssystems und den Gegenfäßen der verschiedenen Mächtegruppen. Ein geringes Nachlassen der Wirtschaftskrise in den führenden IndustrieLändern: Großbritannien und den Vereinigten StaaSer, wirkte zeitweise mit, um das Streben nach Lösung ten, der bestehenden Probleme abzuschwächen. Doch mit verdoppelter Stärke tritt nun erneut an die verant wortlichen Staatsmänner und Wirtschaftspolitiker aller Länder die Frage heran, ob sie angesichts der ungeheuren Verstärkung der Reparationsfrage die Dinge ihren Lauf nehmen lassen oder ob nicht vielleicht der entscheidende Augenblid gekommen ist, um mit Hilfe durchgreifender internationaler Maßnahmen die gefamte Wirtschaft Europas vor der drohenden Katastrophe zu retten. Denn darüber gibt sich doch auch in den sogenannten Stegerländern" fein Einsichtiger der Täuschung hin, daß mit den bisherigen Mitteln ein Ausweg aus den furchtbaren finanziellen und wirtschaftlichen Nöten der Welt gefunden werden könnte. Alle find vielmehr der Ueberzeugung, daß die Krise Deutschlands, die zum wesentlichen Teil im Bersailler Friedensvertrag wurzelt, notwendigerweise die Krise der gesamten Seilwirtschaft und der internationalen Politit nach fich zieht. Zugleich breitet sich immer stärker die Ertenntnis aus, daß der völlige Zusammenbruch Deutschlands auch den wirtschaftlichen Zusammenbruch anderer Länder, vor allen Dingen Frankreichs, nach sich ziehen würde, und daß die sozialen Erschütterungen und Explosionen, die diesem Zusammenbruch auf dem Fuße folgen müßten, die Existenz der gesamten kapitalistischen Wirtschaftsordnung aufs Spiel sezen würden. Die Furcht vor diesen sozialen Erschütterungen war es hauptsächlich bisher, die die Staatsmänner der fapitaliſtiſchen Regierungen zu ihren Konferenzen, Erörterungen, Revisionen usw. veranlaßte. Nur unter dem Druck der gewaltig anschwellenden Arbeitslosigkeit in England und der daraus sich ergebenden Erregung der arbeitenden Massen hat Lloyd George Ende vorigen Jahres die Initiative zur internationalen Regelung der schwebenden wirtschaftlichen Fragen ergriffen. Nur unter dem Druck der zunehmenden finanziellen Nöte und der steigenden Empörung der Massen werden sich auch jetzt die Staatsmänner und maßgebenden Wirtschaftspolitiker zu einschneidenden Maßnahmen und zur Abkehr von ihrer bisherigen Pvlitik bequemen. Nach der Gestaltung in den letzten Wochen liegen insbesonde auf finanziellem Gebiet die Dinge so, daß es schlechterdings kein Ausweichen mehr gibt. Die Katastrophe der Mark zieht automatisch auch die Bayern will los von der Republik das ist der Dank; denn auch sie erblickt in der Ausschaltung des Zwan ges die einzige Möglichkeit, den Streitfall ohne Schaden für das deutsche Vaterland zu schlichten. Wenn das Schreiben vom 27. Juli 1922 den Standpunkt vertritt, daß die bayerische Verordnung der verfassungs mäßigen Grundlage entbehre, so vermag ich dem nicht beis aupflichten. Ich muß mir an dieser Stelle verfassungsrechtliche Ausführungen verjagen, um so mehr, als eine bloß formalrechtliche Entscheidung keine Lösung einer Frage bringen könnte, deren liegt. wesentliche Bedeutung auf politischem Gebiete Die Verordnung ist eine Abwehrmaßnahme, zu der die Bayerische Regierung als die verantwortliche Hüte. rin der verfassungsmäßigen Ordnung innerhalb ihres Gebietes durch die flare Erkenntnis eines staatlichen Notstandes gezwungen worden ist. In der Tat sind trotz ihrer Vorstellungen und Warnungen wichtige bundesstaatliche Hoheitsrechte durch die neuen Gefeße beeinträchtigt worden. Diese Notalge ergibt sich aber auch aus der tiefgehenden Erregung weitester, von treuer deutscher Gesinnuna erfüllter Kreise des bayerischen Volkes über den Bollzug dieser Gefeße. einer Erregung, die fort gefest in zahlreichen Kundgebungen von Angehörigen aller Schichten und aus allen banerischen Gebieten in Süd und Nord wie aus der Pfalz Ausdruck findet. Sollte die Berorduyna, sei es ſchlechthin beſcitiat, sei es durch eine unbes friedigende, den Keim nener Verwidlungen bergende Mes gelung erfekt werden, so würde in ganz Bayern ein Aus ftand der Bennruhigung eintreten, für ben die bayerische Regierung auch vom Standpunkte des Reichswohles die Verantwortung nicht übernehmen könnte. Vielmehr erfordert es der Ernst dieser Lage vom Standpunkte der politischen Betrachtuna. daß eine Rechtslage gefchaffen wird, die auch unieren Staatsnotwendigkeiten entspricht. Hierzu die Hand zu bieten, ist die bayerische Regieruna iederzeit bereit; Sie hat den dringenden Wunsch, über die Beilegung des beseitigen und damit den Beziehungen zwischen Reich und Ländern dauernd zu dienen. objektive Eindruckt ihrer Antwort. Die Reichsregierung muß wissen, was sie aus inner- und außerpolitischen Gründen zum Schuße der Republik und ihrer Verfassung zu tun hat. Als wir kürzlich darauf hinwiesen, daß Bayern bedingungslos die Reichsverfassung jebigen Falles hinaus die Wurzel künftiger Konflikte au anerkennen muß, da ließ die Regierung melden, daß das auch ihre Meinung set. Wir hoffen, daß die Regierung iezt auch zu ihren Worten steht, fürchten aber, daß die gemeldeten Berhandlungen zwischen Ebert lich von der Besorgnis geleitet, die Weimarer Verfassung Die Stimmung des bayerischen Volkes wird hauptsäch tönnte so ausgelegt werden, als ermögliche sie die schrittweise Beseitigung der Hoheitsrechte, ia der Staatlichkeit der Länder. Sie haben. fehr verehrter Herr Reichspräsident, und Lerchenfeld der Reichsregierung durch ein faules Kompromiß Knüppel zwischen die Beine werfen. Das Reich muß jedes Kompromiß ablehnen und der sowohl bei Ihrem letzten Aufenthalt in München, wie auch Reichspräsident muß von seinem verfassungsmäßigen Recht oder besser gesagt von seiner Pflicht Gebrauch machen. Oder das Reich wird aufhören, als einheitlicher Staat und einheitliche Verfassung zu bestehen. Ehe es soweit tommt, werden jedoch die Arbeiterorganisationen noch ein ges wichtiges Wort zu sprechen haben! Die Antwort Bayerns München, 2. Auguft. Hochverehrter Herr Reichspräsident! Euer Hochwohlgeboren gefälliges Schreiben vom 27. Juli Streitfalles zwischen dem Reiche und Bayern aus Anlaß 1922 regt eine Verständigung über die schnelle Beilegung des der gesetzgeberischen Maßnahmen zum Schuße der republis fanischen Staatsverfassung an. Zum Wohle unseres deutschen Volkes und Landes wünschen Sie die Aufhebung der bayerischen Verordnung vom 24. Juli 1922 auf Grund des Art. 48 Abi. 4, Gay 3 der Reichsverfaffung vermieden zu ſehen, Für diese aus staatsmännischen Erwägungen entspringende Auffaffung weiß Ihnen die bayerische Regierung aufrichtigen in Ihrem Schreiben den Entschluß, die Staatlichkeit der Länder zu schützen, flar ausgesprochen. Das bayerische Volt erkennt dies mit Befriedigung an und vertraut, daß sich mit Ihrer tatkräftigen Silfe ein Weg finden möge, um eine entsprechende Sicherheit für die Bu funft zu erhalten und durch Vorschriften, die eine da u ernde Bürgschaft dafür böten, daß Hoheitsrechte der Länder nicht ohne deren Zustimmung beseitigt oder eingeschränkt werden könnten. Zum Schluß darf ich der Ueberzeugung Ausdruck vera lethen, daß gerade die Not der Gegenwart und des staatlichen Lebens gebieterisch dazu führen sollten, das ganze deutsche Bolt in seinen einzelstaatlichen Gruppen und aus eigener Gesinnung heraus zu freudiaer Mitarbeit an den Aufgaben des Staates heranzuziehen. Regierung und Volk in Bayern find auch ihrerseits ernstlich ge= willt, das Deutsche Reich vor Erschütte rungen au bewahren, die zu vermeiden gerade in dieser Zeit außenpolitischer Spannung gemeinsame Pilicht ist. Mit der Versicherung meiner ausgezeichneten Hochschäßung bin ich Ihr sehr ergebener яея. Dugo Graf Berchenfeld. schuldeten Reparationen zu annullieren, wenn eine folche Politik den Teil einer befriedigenden daß schuldung Frankreichs fördert mit jedem Tage immer Frankenkatastrophe nach sich; die ungeheure Verschuldeten Anleihen und die ihm von Deutschland gemehr die Gefahr isolierter französischer Aktionen, die Konflikte von ungeheurer Tragibelte heraufbeschwören können; die zunehmende Zahlungsunfähigkeit Deutschlands endlich rückt die Reviſion des alejamien Reparationsproblems immer mehr in den Bordergrid. lichkeit in der neuesten Note Balfours an die Die Erkenntnis dieser Dinge tritt mit aller DeutAlliierten zu Tage. Die politische Linie, die Lloyd George seit Beginn dieses Jahres bis zum Ende der gierung wieder aufgenommen. In zwölfter Stunde Genua- Konferenz einhielt, wird von der englischen Remacht England noch den Versuch, die Reparationsfrage, die durch die neuesten Vorstöße Poincarés zu einem unentwirrbaren Knäuel zu werden droht, einer halbwegs befriedigenden Lösung entgegenzuführen. Mit einer Deutlichkeit, die bisher in allen amtlichen englischen Kundgebungen noch nicht zu finden war, erklärt England sich bereit, alle ihm von den Alliierten geinternationalen Regelung bildet. Die eng lische Regierung will diesen Verzicht leisten, ohne e auch die anderen Alliierten thre Reparationsansprüche gegenüber Deutschland aufzugeben brauchen. Aber sie schuldnerischen Staaten verzichten, wenn dieses Opser will nur dann auf ihre Gläubigerrechte gegenüber den den Teil eines allgemeinen Systems zur Schuldenregelung und Reparation= lösung bilden würde. Mit diesen Erklärungen bat England, dem die übrigen Alliierten ungeheure Beträge schulden, das aber seinerseits eine ungeheure Schuld in den Bereinigten Staaten abzutragen hat, sein stärkstes Druckmittel in die Wagschale geworfen, indem es unter Verzichtleistung auf die ihm zustehenden Schuldenzahlungen und Reparationen das Problem der internationalen SchuldenregeIung aufgerollt hat. Bisher haben sich die alliterten Regierungen aus mannigfachen Gründen gehütet, dieses Problem in so flarer und bestimmter Form aufzustelln. Zwar hat sich England schon vor zwei Jahren bereit erklärt, unter Umständen auf die ihm zustehenden Schuldenzahlungen zu verzichten, aber dieser ziemlich schüchterne Vorstoß scheiterte an der ablehnenden Haltung der Vereinigten Staaten, des Hauptgläubigers Europas, die sich dieses Druckmittel auf die europäische Politik nicht begeben wollten und andererseits den Widerstand der kapitalistischen Kreise bei einer eventuellen Verzichterklärung auf die Schuldenzahlungen fürchteten. Nun haben die Vereinigten Staaten den Stein selbst ins Rollen gebracht, indem sie die englische Regierung aufforderten, die seit 1919 rückständigen Schuldenzinsen zu bezahlen, die Schulden zu fundieren und sie binnen 25 Jahren zurückzuzahlen. England antwortet auf diese Forderungen, indem es durch die Note Balfours an die Alliierten appelliert, eine gemeinsame Regelung des interalliierten Schuldenproblems vorzunehmen. Von dieser Regelung hängt in der Tat in hohem Maße die weitere Entwicklung der Reparationsfrage ab. Die Konferenzen der sozialistischen und gewerk schaftlichen Internationalen haben schon in vorigem Jahre, neben anderen Maßnahmen internationaler Natur zur Behebung der Weltwirtschaftskrise, die Forderung der internationalen Schuldenstreichung aufgestellt und fortgesetzt auf ihre Verwirklichung gedrängt. Nun sieht sich auch England als führender kapitalistischer Staat, der die Konsequenzen der herrschenden finanziellen und wirtschaftlichen Krise am ehesten erfaßt, genötigt, dieser Forderung der internationalen Arbeiterklasse in seiner praktischen Politik Raum zu geben. Nicht aus Sympathie für die Arbeiterklasse, fondern aus der beginnenden Erkenntnis heraus, daß die Richtlinien der sozialistischen und gewerkschaftlichen Internationalen den einzigen Weg weisen, der die von furchtbaren Krisenerscheinungen erschütterten Bänder vor dem Chaos und dem drohenden Zusammenbruch zu retten vermag. Ob die von der englischen Regierung in letter Stunde ergriffene Initiative der Reparationsfrage eine neue Wendung gibt, müssen schon die nächsten Tage erweisen. Die Lage ist jedenfalls so ernst, daß eine Verschleppung der endgültigen Entscheidungen unmöglich ist. Hier wirken nicht nur die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen der Markkatastrophe mit, hier spielen auch die letzten scharfen Noten Poincarés, dessen letzte Ziele noch ziemlich im dunkeln liegen, eine wesentliche Rolle. Ziemlich wahrscheinlich ist auch, daß die bayerische Frage in diese Zusammenhänge hineingehört, und daß die antirepublitanischen Rebellen in München den auf die Schaffung eines Rheinbundes und die Zerschlagung des deutschen Einheitsstaates hinsteuernden französischen Politikern ebenso das Spiel erleichtern, wie dies Hugo Stinnes im Hinblick auf das Ruhrgebiet schon im Sommer 1920 tat und noch heute tut. 1 Für die deutsche Arbeiterklasse ergeben sich aus der ungeheuren zugespitzten inneren und äußeren Situation Fragen von weittragender Bedeutung. Cbwohl durch die Gestaltung der internationalen Politik das Maß des selbständigen Vorgehens Deutschlands auf ein Minimum beschränkt ist, kann auch von deutscher Seite vieles getan werden, um einerseits die Lösung der Reparationsfrage in eine für Deutschland günstige Richtung zu lenken und andererseits die arbeitenden Massen von dem Versinken in das Elend zu bewahren, das mit jedem Tag immer mehr der übergroßen Mehrheit des Volkes droht. Ueberflüssig zu fagen, daß bei den bürgerlichen Parteten gar keine oder nur eine sehr geringe Bereitwilligkeit dafür besteht, in dieser Richtung zu arbeiten. Die einflußreichen Kreise der Bourgeoisie sind, unabhängig von ihrer volitischen Schattierung, Gegner einer Politik, die die Schwierig teiten der inneren und äußeren Lage durch vernünftige Maßnahmen zu beheben sucht. Sie sind es vielmehr, die seit Abschluß des Friedens seine Erfüllung sabottert, den Aufbau der Wirtschaft gehemmt, die Finanzwirtschaft ruiniert, die Kapitalflucht gefördert, die Mächte der Konterrevolution gestärkt und die HauptTasten der Reparation sowie die tatastrophalen Folgen der Markentwertung den arbeitenden Massen aufge= bürdet haben. Diese bürgerlichen Kreise sind es auch heute noch, die kalten Blutes zuschauen, wie das arbeitende Volk mit jedem Tage mehr und mehr im Elend versinkt, die Staatswirtschaft zu Grunde geht und der Boden planmäßig vorbereitet wird für eine monarchistische Konterrevolution und einen nationalistischen Revanchekrieg. um Die Wir können warten!" sagen sich fene Junker vnd Kapitalisten, die ihr Schäfchen ins Trockene gebracht haben und auch der kommenden Produktionseinschränfung mit Gleichmut entgegensehen. Die Arbeiter klasse jedoch kann nicht warten. Sie fann nicht ruhig mit ansehen, wie die Millionen der arbeitenden Männer und Frauen durch jede weitere Markentwertung, durch jede neue Notenemission, durch jeden neuen Vorstoß der Neaktion thren Reallohn geprellt und immer größerem Elend ausgeliefert werden. Sie fann auch nicht warten, bis die Staatsmänner und Wirtschaftspolitiker der anderen Länder von sich aus zu irgend welchen Maßnahmen schreiten, die die unerträgliche Lage Deutschlands zu erleichtern vermögen. deutsche Arbeiterklasse muß vielmehr, wenn sie nicht untergehen will, all ihre Strait und Euergie anspannen, um im Rahmen ihrer nationalen Bewegung das Maximum an Energie und Tatkraft, das Maximum an Einigkeit und Geschlossenheit zu entfalten. Und es muß, wenn es nicht auf vorgeschobenem Posten zusammenbrechen will, an die Hilfe der Arbeiterklasse der anderen Länder, vor allen Dingen an die Englands, Frantreichs, Italiens und Belgiens appellieren, durch starken und immer zunehmenden Druck auf die Regierungen bte Revision des Friedens zu erzwingen, die Lasten der Reparationen zu lindern, die Existenz der deutschen Republik sicherzustellen und den vielen Millionen verelendeter Lohnfklaven in Deutschland menschenwürdige Kriegsschuldenregelung, Reparationen und Sanktionen Die Noten Poincarés und Englands stehen gegenwärtig,| Amerifa werde solange fein Geld geben, solange Europa wie nicht anders zu erwarten, in allen Ländern im Vordergrunde der politischen Erörterungen. Die Frage der Reparationen befindet sich in einem außerordentlich kritischen Stadium. Wenn nicht bald eine entscheidende Wendung in der ganzen Reparationspolitik eintritt, ist der völlige Niederbruch der europäischen Wirtschaft unvermeidlich. In England wird die Sanktionspolitik dr französischen Regierung allgemein verurteilt. Evening Standard"," Daily Tele= graph" weisen ausdrücklich darauf hin, daß der neueste und bisher gewaltigste Marksturz eine Folge der Note Poincarés sei. Habe Poincaré das auch nicht gewollt, meint ,, Daily Telegraph", so hätte er dies doch voraussehen müssen. Wenn Deutschland England fragen würde, ob Poincaré das Recht lands zu sprechen, werde England in die peinliche Bage ver. habe, imNamen aller Alliierten und besonders im Namen Engsetzt, diese Frage mit einem Nein zu beantworten. Santtionen im besetzten Gebiet fönnten nicht von Frankreich selbständig vorgenommen werden. Damit würde der Versailler Vertrag zerrissen. Frankreich werde es sich zweimal überlegen, ob es das wagen dürfe. Poincaré beabsichtigt, der Londoner Konferenz einen neuen Reparationsplan vorzulegen. Nach dem„ Petit Baristen" soll Deutschland eine realisierbare Schuld von 50 Millionen Mart, gemäß den Festsetzungen vom 5. Mat 1921, auferlegt werden. Die Mobilisierung soll durch internationale Anleihe erfolgen. Von dem anderen Teil, der nach den Festsetzungen vom 5. Mai 1921 bemessenen Schuld, 70 bis 85 Milliarden Goldmark, tönnten Beträge annulliert werden, jedoch dürfe die Gesamtsumme für Sachleistungen 80 Prozent des Gesamtbetrages nicht übersteigen. Außerdem müßten die 50 Milliarden Goldmark restlos für die Reparation der Schäden selbst verwendet werden. Im weiteren soll eine Stabilisierung der deutschen Mark vorgenommen und die Zolleinnahme unter Kontrolle gestellt werden, damit diese direkt und sofort dem Garantieausschuß übermittelt werden könnten. Ferner wird eine Abgabe vom deutschen Kapital verlangt, beispielsweise durch Ueberliefe gesellschaft. Nach Errichtung solcher Finanzvormundschaften rung von 25 Prozent vom Kapital der deutschen Industrieüber Deutschland könnten die alliierten Regierungen den Tag abwarten, an dem Deutschland in der Lage sein werde, im Auslande selbst zu borgen, so daß die Bevormundung der Alliierten falle und an die Inhaber der deutschen Schuld übergehen würde. In Frankreich wird auch der Standpunkt vertreten, daß die Regelung der Kriegsschulden für den Wiederaufbau Europas unentbehrlich ist. Poincaré beabsichtigt, in seinem Reparationsplan zu erklären, daß Frankreich auf seine Guthaben gegenüber den kleinen Allitertn und auf einen Tell der Reparationen verzichtn werde, wenn England gleichzeitig auf sein Guthaben in Frankreich und auf seinen Anteil an den Reparationen verzichtet. Ein gemeinsamer Schritt in Amerika sei jetzt jedoch unzweckmäßig. Auch in England werden der englischen Regierung Vorhaltungen gemacht wegen der Note, in der an Amerita appelliert wird, auf einen Teil der Kriegsschulden zu verzichten Lord Robert Cecil äußerte in einer am Dienstag in Orford gehaltenen Rede, Existenzmöglichkeiten zu verschaffen. Nur durch cnergisches Zusammenwirken des Proletariats auf nationalem und internationalem Boden, nur durch Einigteit, Tatkraft und Geschlossenheit wird die Krise behoben werden, die gegenwärtig das Proletariat Deutschlands und aller anderen Länder mit furchtbaren Erschütterungen bedroht. ... Baltikumer- Idyll in Pommern Raddow) im Kreise Negenwalde eine Buschrift, der wir Wir erhalten aus Klein- Naddow( Post Großfolgendes entnehmen: ,, Die Baltikumer sind auch noch vertreten. Es war hier schon dreimal Baussuchung". Auch heute( am 31. Juli) wieder. Wenn die Herren haussuchen kommen, dann be= grüßen sie sich natürlich zuerst mit den Baltikumern und dann geht es an den Biertisch. Dann wird auf die Regierung geschimpft, daß zuviel Juden da sind usw., das ist alles. Wenn sie dann gehen, werden die Herren Baltikumer zum Sonntagstaffee eingeladen. Damit ist die Haussuchung" beendet." Sollte man den Leuten, die bei den Baltikumern„ haussuchen", und dabei eine sehr eigenartige Auffassung vom Schuß der Republik haben, nicht beibringen können, daß wir so etwas wie ein Schutzgesetz und ein Beamtendisziplinargesetz haben? „ Die Mordtaten von links" Die Deutsche Zeitung", das Beiblatt der deutschvölkischen Mörderorganisationen, hat sich die dankenswerte Aufgabe gestellt, die seit der Revolution verübten„ Mordtaten von links" aufzuzählen. Sie bringt es auf 276 Fälle. Daß ihr Material in jeder Weise hieb- und stichfest ist, geht daraus hervor, daß sie einfach das Datum anführt und dann bemerkt: zwei Regierungssoldaten erschossen, ein Gefreiter erstochen, drei Offiziere erschlagen usw. Die Namen der Getöteten werden nur in den selbensten Fällen genannt. Die Deutsche Zeitung" hat ganz einfach die während der Kämpfe seit dem 9. November getöteten Uniformträger aufgezählt, daraus macht sie dann politische Mordtaten von Lints". Wollten wir der Reihe nach die bei den Kämpfen gefallenen Arbeiter unter der Rubrik Mord", aufführen, dann tämen nicht Hunderte, sondern Zehntausende zusammen. Sind doch allein bei den durch die Noske truppen provozierten Rämpfen im März 1919 in Berlin mehr als zweitausend Arbeiter oder Matrosen getötet oder verwundet worden. Das Buch Dr. Gumbel's„ Zwei Jahre Mord", das nur die Fälle aufzählt, wo eine bis ins tleinste nachgewiesene Mordtat vorliegt, stellt 340 Mordtaten von rechts fest und diese Liste ist noch nicht abgeschloffen. An der Echtheit dieses Materials hai noch fein Staatsanwalt gerüttelt. Was aber das Entschei dende dabei ist: ohne die Nechtsputschereien wären die von der Deutschen Zeitung" aufgezählten Fälle überhaupt nicht da. Ueberdies haben die Anhänger der Deutschen Zeitung" erst die Mordatmosphäre systematisch geförseine Geldmittel für Rüstungen verschwende. In Amerika begegnet die englische Note allgemeiner Ablehnung. Die amerikanische Regierung hat mehrfach era klärt, daß sie ihre europäischen Guthaben als erstklassig bes trachtet und keinesfalls daran denkt, auf sie zu verzichten, Zu einer Annullierung der Schulden ist überdies die Er. mächtigung des Kongresses notwendig. Dieser aber wird nach der amerikanischen Auffassung schwerlich ein solches Gesetz annehmen. Was die französische Regierung plant ( DA.) Paris, 3. August. Die Zwangsmaßnahmen dei französischen Regierung, die am 5. Auguft in Kraft treter sollen, falls bis dahin nicht eine Erklärung der deutschen Re gierung vorliegt, daß sie bereit ist, die am 15. August fällige Summe der Ausgleichszahlungen zu leisten, find vierfacher Art. 1. Beschlagnahme der Reichseinnahmen wie Zölle Stenern usw. 2. Beschlagnahme einer Anzahl industrieller Berke in besetzten Gebiet sowie Beschlagnahme des Privateigem tums und Vermögens von Handelsfirmen daselbst. 3. Beschlagnahme des Vermögens deutscher Staatsange höriger in Elsaß- Lothringen. 4. Vorbereitungen wirtschaftlicher Sanktionen auch in des übrigen Gebieten des Reiches bezüglch der Zoll- Eim nahmen. ( EP.) Paris, 3. August. Im Journal" erklärt Lucien Chaissaigne, daß die Sanktionen gegen Deutschland, die Poin caré in der Frage der Kompensationszahlungen gegen Deutschland zu ergreifen beabsichtigt, die folgenden seien Errichtung einer Zollgrenze gegen Deutschland und Herab setzung der Zölle zwischen Frankreich und dem Rheinlande Schaffung eines besonderen Budgets für das Rheinland. Er. setzung des Markgeldes im Rheinlande durch eine gefund Devise; die preußischen Beamten im Rheinlande burd rheinische Beamte ersetzt werden, die Vollmachten der Rhein landskommission würden ausgedehnt, und eine Provinzver sammlung einberufen werden; die deutschen Industriellen des besetzten Gebietes würden enteignet und die Hilfsquellen des Rheinlandes würden direkt durch Frankreich ausge beutet, Mißstimmung gegen Frankreich Sir Robert Horne peinlich überrascht ( DA.) London, 3. August. In offiziellen englischen Are sen gibt sich eine starke Mißitiminung gegen Franfreid fund, die unverkennbar ihre Ursache in der letzten Droh note Poincaré hat. Es verlautet, daß insbesondere der Schazkanzler, Sir Robert Horne, sein Erstaunen und seines peinlichen Ueberraschung über die Note fräftigen Ausdrud gegeben hat. Trotz alledem verhält man sich in Ne gierungskreisen zunächst abwartend. Man will erst einmal sehen, welcher Art die Sanktionen sein werden, die Poincaré gegen Deutschland anwenden will und wird, und dann prüfen, ob Frankreich auch das Recht hat, diese Sanktionen ohne Befragung seiner Verbündeten zur Durchführung z bringen. dert und die dann von links in erregter Gegenwehr ver übten Taten,- es sind außer der Geißelerschießung in München etwa noch 5 Fälle vorgekommen- sind allen samt hart gesühnt worden. Von den Mordbuben von rechts hingegen, die die Arbeiter planmäßig abge schlachtet haben, ist tein einziger nennenswert bes straft worden die meisten blieben überhaupt, dank der deutschnational eingestellten Parteijustiz, außer Verfolgung. Die Bilanz der politischen Morde spricht also durchaus gegen die Monarchisten und ihre Justiz. Der Zweck, den die Deutsche Zeitung" mit ihrer sehr zweifelhaften Veröffent lichung verfolgt, wird nicht erreicht werden. Ein Verbot, das keines ist Der Berliner Lokal- Anzeiger" ist auf die Dauer von drei Wochen verboten worden, weil er einen von Beschimpfungen und Verdächtigungen stroßenden Ar tifel gegen die Reichsregierung veröffentlicht hat. Der Ara tifel enthielt niederträchtige Behauptungen, daß selbst die Berliner Zeit", das offiziöse Organ der Deutschen Volks partei, sich gezwungen sieht, die Behauptungen als„ abgex schmackt und für jeden, der einen Funken politischen Verz stand besitzt, durchaus unglaubwürdig" zu bezeichnen. Des Verlag des Lokal- Anzeigers" wird durch das Verbot im übrigen nicht geschädigt. Er läßt den Abonnenten des vera botenen Botal- Anzeigers" den im gleichen Verlag erscheinenden ,, a g" zustellen, der es genau so gut wie sein verbotenes Schwesterblatt versteht, die Republik zu besudeln. Die bayerische Regierung dagegen hat nicht nur unser Nürn berger Parteiblatt verboten, sondern auch gleichzeitig das im gleichen Verlage erscheinende Kopfblatt. " Dem„ Lokal- Anzeiger" soll Absolution erteilt werden. Kürzung des Lokalanzeiger- Verbots Redaktion und Verlag des Lokal- Anzeigers" haben zwar bisher gegen das Verbot keine Beschwerde eingelegt, aber in Verhandlungen und Besprechungen hat, wie die P. P. N." berichten, der preußische Innenminister Severing den Eindruck gewonnen, daß bei dem Abdruck der Meldung, die von einem Münchner Korrespondenten bzw. vom bayerischen Kurier stammt, milder Se Umstände vorgelegen haben. Das Blatt werde bei seinem Wiedererscheinen eine Erflärung veröffentlichen, die die Voraussetzungen für die Abkürzung des Nichterscheinens gegeben haben. Wenn solchen, lediglich zu hezerischen Zwecken aus den Fingern gesogenem ödsinn noch mildernde Umstände zu gesprochen werden sollen, braucht man sich nicht zu wundern, wenn der Hehpresse der Kamm wieder schwillt, Der Ver zicht auf Beschwerde könnte zwar so aufgefaßt werden, als ob der„ Lokal- Anzeiger" rechtliche Einwände dagegen nicht geltend machen wollte. Er hat es aber auch gar nicht nötig. Die Inserate gingen in den ebenfalls im Scherlschen Verlag erscheinenden Tag" üb.r. Doch wollen wir zunächst die Er klärung der Redaktion abwarten. Man wird ja daraus er sehen, worauf sich die mildernden Umstände begründen, Das Martyrium der 2. Die Dokumente sind in Paris von russischen Monarchisten gestohlen worden. Der Hauptheld dieser Diebstahls= politischen Verbannten in Sowjetrußland affäre ist ein Offizier der Armee General Kornilows Na( RB.) Es ist noch in aller Erinnerung, wie Ende vorigen Jahres zahlreiche politische Gefangene im Butyrtigefängnis in Moskau in den Hungerstreik traten, weil thnen die Deportation nach dem wüsten, verfeuchten Turtestan drohte. Dank der energischen Einmischung der soziaItstischen Preffe und der Parteien des Westens gelang es, den tüdischen Streich der Sowjetregierung abzuwehren. Ein Teil der Butyrkigefangenen, darunter führende Ge= noffen der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei wurden nach dem Auslande ausgewiesen. Andere wurden in entlegene Gegenden des europäischen Rußlands verwiesen. Doch nach turzer Zeit, als die öffentliche Erregung sich gelegt hatte, nahm die Sowjetregierung den barbarischen Plan wieder auf, ihre politischen Gegner, vor allen Dingen die sozialdemokratischen Arbeiter, die sich politisch oder gewerkschaftlich betätigten, nach den wüste sten und schlimmsten Gegenden Turkestans zu deportieren. Die Nachrichten häufen sich mit jedem Tage, daß für die angeblich kommunistische Sowjetregierung Turkestan dasselbe geworden ist, wie seiner Zeit für den 3arismus Sibirien- der Sammelpunkt aller politisch verdächtigen" Elemente, vor denen die wahnsinnig gewordenen Autofraten in ständiger Angst und Besorgnis leben. Aus Anlaß der immer stärker anschwellenden Deportationen nach Turkestan hat das Zentralkomitee der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei an das Zentrale Exekutivtomitee folgenden Protest gerichtet: Unsere Genoffen werden auf administrativem Wege nach Turkestan verbannt in ein verwüstetes Land, in dem der Typhus und andere Krankheiten herrschen, die täglich Hunderte von Opfern fordern. Der elementarsten Bedingungen des materiellen und geistigen Lebens beraubt, in die Einöden des fremdstämmigen Turkestans verbannt, von den Verwandten und Freunden, vom Proletariat und vom Sozialismus losaerissen und in fernen Ortschaften einge schlossen, wo weder Verdienstmöglichkeiten noch Bücher oder ärztliche Hilfe erhältlich sind, sind unsere Genossen durch die Regierung zum physischen und geistigen Tod verurteilt. Aber noch schlimmer wird die Frage der Verbannung nach Turkestan in dem gegenwärtigen Augenblick, wo in Turkestan fich die dem Zentral- Exekutivkomitee nicht unbetannten Ereignisse abspielen.( Gemeint ist der mohamedawische Aufstand, der bereits große Teile von Turkestan ergriffen hat. D. Red.) Die Verbannung unserer Genossen nach Turfeftan in diesem Augenblick fann nur durch die reiflich überlegte, planmäßige Absicht der Regierung erklärt werden, für die Mitglieder der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands, solche Verbannungsorte auszuwählen und sie in solche Bedingungen zu ftellen, daß fie nach Möglichkeit auf schnellste und sicherste Weise vernichtet werden." In einem zweiten Protest wendet sich das Zentralfomitee gegen die Verbannung seines Mitgliedes JeshowBederbaum( Bruder des Genossen Martow) nach Turkestan. Dieser Protest ist um so mehr berechtigt, als die Deportation des Genossen Jeshow erfolgte, nachdem er vom Zentralkomitee in die Berliner Neunerkommission delegiert worden war. Mit Recht kann das Zentralkomitee diesen Streich als das Muster eines heuchlerischen Treubruchs" brandmarken. Noch schärfer muß aber die ganze Verbannungspraris der Sowjetregierung gebrandmarkt werden, die die Schändlichkeiten der früheren Barenregierungen in den Schatten stellt. Das westeuropäische Proletariat hat alle Veranlassung, auch gegen diese Barbaret schärfsten Protest zu erheben. * Vom Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Georgiens und Staatspräsidenten der Georgischen Republik Jordania erhalten wir nachfolgendes Telegramm: Nach einer mir soeben aus Tiflis zugegangenen Mitteilung hat die Moskauer Regierung beschlossen, die in den, Gefängnissen Georgiens in Haft befindlichen georgischen Sozialisten nach Rußland zu verbannen, um sie dort in russischen Gefängnissen au internieren, und in erster Reihe die inhaftierten georgischen Offiziere nach Astrachan abzuschieben. A strachan ist der Ort, wo die Moskauer Regierung ihre politischen Gegner gewöhn= lich im Stillen umbringen läßt. Da die Ueberführung nach Rußland für die georgischen politischen Gefangenen den sicheren Tod bedeutet. haben sie in allen Gefängnissen einmütig beschlossen, besser am Ort zu sterben, als sich dem Moskauer Befehl zu fügen. In den georgischen Gefängnissen sind daher blutige Zusammenstöße unvermeidlich. Hinzufügen möchte ich noch, daß keinem einzigen von den tausenden in Georgien eingeferferten Sozialisten bisher an gegeben wurde, welches Verbrechen ihm zur Last gelegt wird. obwohl manche schon seit mehr als 17 Monaten eingekerkert sind. Ich bitte im Namen meiner Partei die Bruderparteien des Auslandes, an die Moskauer Regierung die Forderung zu richten, die aeorgischen Sozialisten entweder vor Gericht zu stellen oder sie sofort zu befreien." Eine Erklärung der Auslands- Delegation der Sozial- Nevolutionären Partei Im Augenblick, wo man von Stunde zu Stunde das Todesurteil des Moskauer Revolutions- Tribunals im Proaeß der Sozial- Revolutionäre erwartet, veröffentlichen die Bolschewisten Auszüge aus den Dokumenten des„ Administrativen Zentrums der außerparteilichen demokratischen Vereinigung“, die in den Jahren 1920-1921 bestand, und geben diese Dokumente als Bestandteile des„ Pariser Archivs der Sozial- Revolutionäre" aus. Ein Teil dieser Dokumente ist mit wesentlichen Verzerrungen und Fälschungen in der kommunistischen„ Stoten Fahne" in Deutschland veröffetlicht worden. Da der Sinn dieses Manövers darin besteht, unter Ausnuzung der ungenügenden Kenntnis der russischen Verhältnisse im Auslande, im letzten Augenblick eine für die Moskauer Angeklagten ungünstige Darstellung zu geben und dadurch das schon vorher fertiggestellte Urteil des Tribunals zu rechtfertigen, sieht sich die Auslands- Delegation der So zialrevolutionären Partei veranlaßt, noch vor aller Oeffentlichkeit zu erklären: 1. Alle zitierten Dokumente entstammen einer jetzt nicht mehr existierenden Organisation, die sich in feinem Ab hängigkeitsverhältnis von der Sozial revolutionären Partei befand und für deren Tätigkeit die Partei fete Verantwortung trägt. mens Kororenko. Wie die Dokumente in die Hände der Bolschewisten geraten sind, ist eines der skandalösen Geheimnisse ihrer„ Diplomatie". 3. Diese Dokumente sind vom Moskauer RevolutionsTribunal den Prozeßakten beigefügt worden, ungeachtet der energischsten Proteste der Angeklagten, die die Erklärung abgaben, daß alle diese Dokumente sich auf einen Zeitraum beziehen, wo sie in den Sowjetgefängnissen interniert waren, und überhaupt zur Sozialrevolutionären Partei in feiner Beziehung stehen. Angesichts dieser Tatsachen erachten wir es als notwendig, dieses Manöver zu brandmarken, das Zeugnis davon ablegt, daß die Richter" wie ihre literarischen Söldlinge offenbar kein belangreicheres Materal zur Verfügung haben Rachedurst zu rechtfertigen. und daß sie vor nichts zurückschrecken, um ihren Blut- und Berlin, 3. August 1922. Die Auslands- Delegation der Sozialrevolutionären Partei Rußlands. Zum Tode Minna Cauers Minna Cauer ist in der Nacht vom 2. zum 3. August gestorben. Mit Minna Cauer ist eine der unerschrockensten Kämpferinnen der Frauenbewegung aus dem Leben geschieden. Ihrer Energie und Tatkraft ist es vor allem zu danken, daß die bürgerliche Frauenbewegung nicht gänzlich in dem Sumpf althergebrachter Gedankengänge unterging und die Forderung der politischen Gleichberechtigung der Frauen auf ihre Fahne schrieb. Minna Cauer, die am 1. November 1841 in einem kleinen Landstädtchen in der Wharf geboren wurde, kam als Gattin des als Geschichtsforscher bekannten Gymnasialdirektors Eduard Gauer nach Berlin. Nach dem Tode ihres Mannes 1881 widmete sie sich geschichtlichen Studien, 1888 sette ihre Tätigkeit für die Frauenbewegung ein. sammen mit Helene Langer übernahm sie den Vorsitz im Verein für Frauenwohl, aus dem dann der Verband Fortschrittlicher Frauenvereine hervorgegangen ist. Ueber 31 Jahre stand Minna Cauer an der Spize der bürgerlichen Frauenbewegung, die sie im Verein mit einer fleinen Anzahl radikaler bürgerlicher Frauen zu einer entschiedenen Stellungnahme in politischen Fragen zu drängen suchte, wobei ihr allerdings von einem großen Teil der bürgerlichen Frauen entschiedener Widerstand geleistet wurde. Trotzdem erlahmte ihre Schaffenstraft niemals. In ihrem Organ„ Die Frauenbewegung", von dem 25 Jahrgänge erschienen sind, und das erst nach der Revolution 1920 sein Erscheinen einstellte, hat sie in beredten Worten die politischen Forderungen der Frauen vertreten. Für sie gait das Wort Bebels ,,, Bo in den großen Kämpfen der Zufünft die Frau stehen wird, da ist der Sieg" als Ansporn, die Frauen für diese Kämpfe der Zukunft, die nur Kämpfe für das Recht und die Freiheit der Gesamtheit sein können, vorzubereiten. In ihrem Verständnis für die moderne Arbeiterbewegung ragte Minna Cauer weit hinaus über die Reihen der übrigen bürgerlichen Frauenrechtlerinnen. Als durch die Revolution das Ziel ihrer Lebensarbeit, die politische Gleichberechtigung der Frau, zur Wirklichkeit wurde, war Minna Cauer eine der ersten, die erkannte, daß die Methoden der alten Frauenbewegung nicht mehr genügten, daß nach der politischen Gleichberechtigung nun erst recht auch die Forderung nach voller staatsbürgerlicher und gesetzlicher Gleichstellung erhoben werden müsse. Der aufrechten Kämpferin werden auch wit Sozialisten ein ehrendes Andenken bewahren. Die„ freie" Schweiz Als Genosse Rosenfeld am 28. Juli in 3ürich fiber den Prozeß der Sozialisten- Revolutionäre gesprochen hatte, wurde er morgens gegen 6 Uhr in dem Hotel, in welchem er übernachtete, geweckt. Die Polizei war da und verlangte, ihn zu sprechen und seine Erlaubnis zur Einreise in die Schweiz zu sehen. Genosse Mosenfeld legte seinen Baß vor, und der Beamte war höchlichst erstaunt, daß unser Genosse wirklich eine( allerdings in Paris erteilte) Einreiseerlaubnis hatte. Genosse Rosenfeld fragte den Bc= amten, warum er sich denn so sehr wundere, daß das Bisum erteilt sei, worauf dieser erklärte: Nach dem Polizei- nzeiger ist über den Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld aus Berlin durch die Schweizer Bundesanwaltschaft die Einreisesperre verhängt! Aus welchen Gründen, das konnte der Beamte nicht angeben. Die freie" Schweiz wollte also eigentlich unseren Genossen nicht ins Land lassen. Und das in einer Zeit, in der für Schieber die Grenzen weit offen stehen. Wir sind begierig zu erfahren, wie die Schweizer Regierung die über den Genossen Rosenfeld erflärte Einreisesperre rechtfertigen will. Gegen die Ernfemiesmacher Gegen den Lebensmittelwucher Die Abteilung 1A haf ermiffelf! Wir hatten in unserer gestrigen Ausgabe auf eine Aeuße rung in einem Artikel Hyan's in der Vossischen Zeitung" hingewiesen, die die Vermutung nahelegte, daß der Rathe nau- Mörder, Willi Günther, im Dienste der politischen Po lizei geftanden hat. Die Abteilung IA des Polizeipräsidiums berichtet dazu, daß Günther niemals für die politische Polizei tätig war. Weiter berichtet die Abteilung IA, fie habe ermittelt, daß der Reichsbund Schwarz- weiß- rot" feit dem 18. Januar 1922 besteht, seinen Hauptsitz in Liegnit und wie in anderen deutschen Städten auch in Berlin eine Geschäftsstelle habe. Zweck des Bundes sei lediglich, einen Volksentscheid über die Wiedereinführung der alten Reichsfarben Schwarz- Weiß- Not herbeizuführen. Der Zweck" derartiger Gründungen ist bekanntlich nach außen hin immer äußerst„ lauter". Aber die Mittel, di durch solche 3wecke" geheiligt werden, bergen die Ge fahren. Ob die Abteilung I A das auch wohl bei ihren Er. mittelungen genügend in Rechnung gestellt hat? Die Leipziger Parteiorganisation zur politischen Situation Die Leipziger Parteigenossenschaft nahm am Dienstag den 1. August, in einer Parteiversammlung, die im großen Saale des Zoologischen Gartens stattfand, Stellung zur politischen Lage. Reichstagsabgeordneter Genosse Seger behandelte in anderthalbstündiger Rede die Aufgaben der Arbeiterflasse in der gegenwärtigen politischen Situation. Die Debatte bewegte sich im wesentlichen im Sinne der Ausführungen des Referenten. Die Versammlung nahm zum Schluß gegen sieben Stimmen folgende Resolution an: Die Mitgliederversammlung der USPD. von GroßLeipzig billigt in Uebereinstimmung mit dem Beschluß der Funktionäre vom 4. Juli die Schritte der Reichstagsfraktion und des Zentralkomitees, die in Gemeinschaft mit der SPD. und den Gewerkschaften zur Rettung der deutschen Republik und zur Niederfämpfung der verbrecherischen Reaktion unternommen worden sind. Sie begrüßt, daß aus dieser Arbeits- und Kampfgemeinschaft der aufrichtige Wille zur Vereinigung der beiden sozialistischen Parteien entstanden ist. Sie ist der Auffassung, daß die straffe Zusammenfassung der sozialistisch organisierten Arbeiterschaft Deutschlands das Gebot der Stunde ist und die politische Macht schafft, wodurch die durch die Reaktion in immer gefahrdrohendere Nähe gerückte Zerstörung der deutschen Republik. Losreigung einzeiner Teile von ihr und damit der Zerfall verhindert und die Republik gerettet wird. Die Einigung kann nur dauerhaft werden, wenn sie in freier Entschließung, von dem Gedanken des Klassenfampfes und dem Siel der sozialistischen Gesellschaft ge= tragen, erfolgt. Die Tagungen der beiden Barteien haben die nötigen Unterlagen in organisatorischer, richtunggebender und taktischer Beziehung zu schaffen. Die Versammlung stimmt der Anweisung der beiden Parteileitungen zu, daß Vorverhandlungen und Schaffung von Unterlagen für die Parteitage nur durch die Zentralen zu gefchehen haben. Die endgültige Beschlußfassung aber dann von der Gesamts heit der Mitglieder geschieht. So wünschenswert es ist, die Vereinigung auch auf die fommunistischen Anhänger auszudehnen, so fann sie doch so Iange nicht erfaleen, als die R. on Mrakan fomman diert, die politischen und gewerkschaftlichen Organisationen der deutschen Arbeiterklasse zu zerstören trachtet, fortgesetzt verleumdet und in ihrem Kampfe lähmt. Sobald sie sich rom Moskauer Kommando lossagt, die grbeiterschädigende Politik aufgibt und die Interessen der Arbeiterklasse Deutschlands zur Grundlage ihres Strebens macht, steht einer Verhandlung mit der KPD. auf Vereinigung nichts mehr im Wege." Angestelltenstreik in Frankfurt Frankfurt a. M., 3. August. Infolge des Streits de. faufmännischen Angestellten sind die Filialen der großen Lebensmittelfirmen geschlossen, ebenso die Warenhäuser und die Konfektionsfirmen. Auch in einer Anzahl von Fabriks betrieben feiert das kaufmännische Personal. Angestellte üben in den Hauptstraßen die Streiffontrolle ans. Griechenland und die Entente ( EP.) London, 3. August. Nach Meldungen aus Athen ist die Antwort der Alliierten der hiesigen Regierung geitern überreicht worden. In dieser Note etflären die Alliierten, daß der Kommandant der alliierten Truppen in Konstantinopel den Befehl erhalten habe, mit Waffengewalt gegen jeden Versuch der griechischen Truppen, fich Konstantinopels zu bemächtigen, einzuschreiten. Ein Ka= binettsrat versammelte sich sofort und beschäftigte sich mit dieser Note. Der Kabinettsrat beschloß, eine neue Note an die Alliierten au richten, worin die Regierung darauf besteht, daß die Besetzung von Konstans tinopel eine absolute Notwendigkeit für Griechenland sei, wenn man der gegenwärtigen unhaltbaren Lage ein Ende bere ten wolle. Der Korrespondent des„ Exchange Teles graph" in Athen meldet anßerdem, daß die Alliierten die Schaffung einer neutralen 3one von 10 Kilometer auf beiden Seiten der Tichataldicha- Linie fordern. Getreideumlagegeies waren die Ernteaussichten als überaus Bei dem Sturmlauf der agrarischen Presse gegen das Nach dem Mißlingen des italienischen trostlos hingestellt worden. Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, daß alles dies zweckbewußte Mache zur Sintertreibung der Getreideumlage ist. Jeet hat sich ein Vertreter des Reichsernährungsministeriums vor Vertretern der Presse über diese Frage geäußert: Die Auffassung des Reichsenährungsministeriums läßt sich im allgemeinen dahin präzisieren, daß zu einem übertriebenen Peffimismus hinsichtlich der Ernteaussichten eine Veranlassung nicht vorliege. Im ganzen iei die Kartoffelernte günstig geraten und könne einen gewissen Ausgleich für Ausfälle auf anderen Gebieten darstellen. Ein Gleiches laffe sich auch von der Hackfruchternte fagen, die ebenfalls im allgemeinen nicht schlecht geraten sei. Im großen und ganzen sieht das Reichsernäh rungsministerium die Erntelage feineswegs als so ungünstia an, wie sie in den letzten Tagen verschiedentlich dargestellt wurde. Mit diesen Versicherungen allein ist dem deutschen Volke allerdings wenig geholfen. Es sind auch Maßnahmen Aut treffen, damit nicht tros erträglicher Ernteergebnisse durch unerträgliche Wuchervreise die auf dürftiges Gehalt und Lohn angewiesene Bevölkerung auf noch schmälere Rationen gesetzt wird. Auflösung einer Jugendvereinigung. Wie die„ Dena" erfährt, hat Minister Severing auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schute der Republik die Jugend. vereinigung Die Knappenschaften"( Hauptfit Staffel) mit ihren gesamten Gauleitungen und Unterabteilungen für den Bereich des Freistaates Preußen aufgelöst. Generalstreiks ( EP.) Nom, 3. Auguft. Winisterpräsident Facta ist es gelungen, die sozialistischen Führer Turati uns Modi. gliani zur Einstellung des Generalstreits und anderer seits die Faizisten zur Aufgabe ihrer angekündigten Maßnahmen zu bewegen. Er fonnte die Sozialisten überzeugen, daß die Regierung diesen Anschlag auf die öffent liche Ordnung unterdrücken und zu strengsten Maßnahmen gegen den Streit im öffentlichen Dienst schreiten werde. Die Sozialisten erkannten die Opportunität des fofortigen Streifabschlusses an. Der Arbeitsbund von Rom hat an die Streifausschüsse Verfügungen erlassen, am Donnerstag den Streik einzustellen. Heute wird ein Aufruf der Regierung erwartet, worin die Parteien zur Versöhnung ermahnt und ernste Zusicherungen für die Wahrung der Ars beitsfreiheit gemacht werden. ( EP.) Mailand, 3. Auguft. In Livorno ist es zu ernsten Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Faszisten ge. tommen, wobei zwei Personen getötet wurden. Büsumraugen Hornhaut, Schwielen u. Warzen beseitigt schnell, sicher 4. Schmerzlos Rukirol In Apotheken u.besseren Drogerien erhältlich! Gegen Fußschweiß und Wundlaufen Kukirol= Fußbad! Hundert Mark! und noch mehr, sparen Sie, wenn Sie Ihren Bedarf bei uns decken: Unser reich sortiertes Lager setzt sich zum Teil aus alten Lagerbeständen zusammen, die wir zu fabelhaft billigen Preisen herausbringen. 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Davor ist eine meterhohe Hecke, zwischen dieser und der Bühne genügend Raum für eine Musikkapelle, die schon bis au 20 Mann starf konzertierte. Den vorzüglichsten Hintergrund bilden die hohen Parkbäume. Im Plänterwald haben schon vier Vorstellungen stattgefunden, anfangs unter Zuhilfenahme erwachsener Schauspieler, später nur durch Kinder. Zu den Neuanlagen im Plänterwald gehören ferner die lange genug schmerzlich entbehrte Wasserleitung. Laufrinnen zur Reinigung der EB: geschirre. eine eigene, mit 35 000. Stofstenaufwand bei den städtischen Eierhauslokalen erbaute Badeanstalt, mach der halbstündlich Gruppen von Kindern geführt werden, und die erst in diesem Frühjahr vollendete mächtige, geschlossene Unterkunftshalle für den Fall des plötz= lichen Ausbruches eines Unwetters. Die Badeanstalt wird ungemein fleißig benutzt. Die Verpflegung( vormittags Kaffee zum mitzubringenden Frühstück, mittags 4-1 Liter Erbsen, Bohnen, Reis, Grieß. Saferfloden oder Nudeln. machmittags Kaffee mit 150 Gramm Gebäck) ist tadellos. Trotzdem läßt die Beteiligung zu wünschen übrig. Während im Plänterwald in Friedenszeiten täglich 2-4000 Kinder spielten, wird jebt nicht die Zahl 1200 überschritten. Ruweilen finden fich nur 6-800 Kinder ein. Zum Teil mag das an der anhaltend ungünstigen Witterung liegen. Die praktisch sehr erfahrenen Spieloberleiter wollen es hauptsächlich auf das neueingerichtete Kartensystem zurüdführen. Bisher mußte an jedem Montag die Teilnehmerkarte für die ganze Woche gelöst werden. Die beiden ersten Kinder der gleichen Familie zahlten 15 und 12 M. mit Fahrgelegenheit, ohne Fahrgelegenheit 10 und 6 M. Viele Eltern wollten sich aber für die ganze Woche nicht binden. Vom Donnerstag, 3. uguit, ab werden daher Halbwochenkarten eingeführt. Die Praftifer halten auch das noch für ungenügend und wünschen, daß jeder beliebige Wochentag als erster Spieltag gerechnet werden soll, sind auch nicht für Burckweisung von Kindern, die nur den Betrag für einen Tag nach dem Sammelplab mitbringen. Vou der Aenderung des bisherigen Karteninitems wird eine wesentliche Hebung des Besuches erwartet. Den Eltern fehlt noch viel zu sehr das Verständnis, welcher gewaltige Borteil hier für die Gesundheit ihrer Kinder erblüht. Aber auch der wirtschaftliche Vorteil ist groß. Was die Kinder hier an Verpflegung erhalten, kostet in der Familie mindestens das Vierfache. Ein liebenswürdiger Hausagrarier Der Hausbesitzer A. Heibling, Chausseestr. 131, der fich Inhaber eines Banfgeschäftes nennt, stellte den glücklichen Mietern seines Hauses in der Grünthaler Str. 6, folgendes Schreiben zu: Die Miete für Ihre Wohnung beträgt am 1. Auguft vorbehaltlich etwaiger Nachforderung Mt.. Die Miete ist am ersten jeden Monats an entrichten. Dieselbe hat Weisung, am zweiten mit mir abzurechnen. Solange die Miete nicht im gleichen Maße gefliegen ist wie das Brot, besteht feine Entschuldigung, diesen verhältnismäßig geringen Betrag pünktlich zu zahlen. Gleichzeitig möchte ich die Mieter darauf aufmerkiam machen, daß sie nach dem Reichsmietengesetz nicht nur die Kosten für die Instandsetzung Ihrer Räume, sondern des ganzen Hauses zu tragen haben. Ich empfehle daher allen im eignen Intereffe, darauf zu achten, daß so Der Entgleiste Roman von Wilhelm Holzamer. ( 10. Fortseßung.) Darum war er auf diesem Wege recht, frittelig'. Er vertrug da für gewöhnlich keine Begegnung und feinen Anruf. Seine Frau wußte das und hielt sich abseits so daß Gang und Hof leer waren, wenn er durchschritt. Und daß er durchschritt, das war gut zu merten einmal am Glockenschlag, und dann an seinen schweren, gemessenen Schritten, die durch den Hausgang hallten. Der Krafft war nun schon in den Siebenzig, und beinahe zwanzig Jahre lang hielt er feine Privatschule schon. Andere Lehrer seines Alters hatten schon längst ihr fünfzigjährig Jubiläum gefeiert, jas verjagt geblieben, weil sie ihm aus dem Amte zu Strafft. Er hatte einen zu hellen Kopf und einen zu steifen Nacken. Was zählte es da, daß er ein ausgezeichneter Lehrer war, ein Meister in seiner Schule. Er fry mußte weg. Und sie hatten ihn weggebracht, und den Herren, die Stellvertreter Gottes auf Erden und die Nachfolger Christi. Sie fonnten so einen klärung seinen Schülern beibrachte und durch sein BeiGerb wirfte zur Selbſtändigkeit und Betonung seines Selbst. Nein, nein, die Schule, der privilegierte Verdummungsacker der Kirche, die mußte von so einem Verderber' befreit werden, sonst geschah es, daß eines Tages die Hammelherde gegen die Hürden drängte und aus dem engen Bferch hinaus ins Freie sprang. Und dann o weh! Dann blieb der Beichtstuhl leer, und im Taufstein fonnte das heilige Waffer vertrocknen. Nur keine Selbständigkeit, nur keinen Hauch des Freifeins. Unterwürfigkeit, Dummheit. Festgehalten am Gängelband und dann in den großen Schafftall geschäfert, in den man kein Licht läßt und feinen frischen Wind. Sonst ist's aus mit der Herrschaft, aus mit den fetten Pfründen. Der Napoleon hatte im Anfang des Jahrhunderts da schon genug gehaust und manchen fetten Brocken weggeschluckt, die Revolutionszeit heilte Beilage zur„ Freiheit" wenig Beschädigungen wie möglich erfolgen und mir jeden Fall, wo jemand Teile des Grundstücks beschädigt, Mitteilung zu machen, damit ich den Betreffenden zur Zahlung der Kosten zwingen oder wenigstens seine Bestrafung herbeis führen kann. Die Verwalterin hat stricte Weisung, mir von jedem Fall, wo Mieter die Rechte oder Ruhe andrer stören, mitzuteilen, eventuell sofort anzuzeigen. Ich werde weder Soften noch Arbeit scheuen, die Betreffenden aus dem Hause zu entfernen. Dagegen werde ich denen entgegenkommen, die dazu beitragen, Ruhe und Ordnung im Hause au halten. gez. Heibling." Da wir feinen besonders heißen Sommer haben, also Herr Heibling nicht lange unbededten Hauptes der Sonne ausgesetzt gewesen sein fann, scheint dieser Herr Hausagrarier immer so liebenswürdia zu sein, wie es in dem obigen Schreiben zum Ausdruck kommt. Aber etwas langsam mit den jungen Pferden. Der liebenswürdige Hauswirt verlangt scheinbar von allen Mietern eine, Erhöhung der Mieten ab 1. August. Es wäre zu raten, daß alle Mieter sich ihren Mietsvertrag daraufhin ansehen, ob am Kopfe eine jährliche Miete ausgemacht ist ( aleichgültia ob monatlich oder vierteljährlich Miete bezahlt wird), denn dann ist erst vom 1. Oftober ab die erhöhte Miete zu zahlen. Wer aus Unfenntnis des Geiches bereits höhere Miete bezahlt hat, widerrufe dies schriftlich oder rufe das Mieteinigungsamt an. Im übrigen wäre dem Herrn, der feine Kosten( die Herren sind doch immer so arm!) und Arbeit schent, um Leute auf die Straße zu setzen, zu sagen, daß vorläufig und hoffentlich für immer, auch nach dem neuen Reichsmietenaeseb, es mit dem Herrn- im- Haufe- Standpunkt noch nichts ist. Der Sparausschuß Der Magistrat hat beschlossen: Die katastrophale Geldentwertung der letzten Wochen zwingt zur größten Sparsamkeit und Rückstellung aller nicht unbedingt erforderlichen Arbeiten. Zur Prüfung der dazu geeigneten Maßnahmen wird ein Magistratsausschuß von sieben Mitgliedern eingesezt, welcher Sachverständige für die verschiedenen Gebiete zuziehen soll. Der Ausschuß soll namentlich prüfen: 1. Welche einmaligen Ausgaben, Neuanlagen und Bauten des Haushalts 1922 abgebrochen und zurückgestellt werden. 2. Erhebliche Ersparnisse an Heizungsfoiten durch Kohlenferien in den Wochen der strengsten Winterkälte. 3. Ersparnisse im Schulwesen durch Zusammenlegung der gering besuchten Obertiassen. 4. Ersparnisse im Krankenhauswesen durch Einführung der getrennten Dienstzeit oder EinstelTung einzelner Krantenanstalten. 5. Die Einstellung von Beihilfen an Vereine, die auch mit der noch möglichen städ= tischen Unterstützung ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen können. Der Ausschuß soll dem Magistrat baldmöglichst berichten. Gerechte Strafe Ein bestechlicher Stadtrat. Unter der schweren Anklage der Bestechlichkeit hatte sich der frühere Stadtrat und Kaufmann Ernst Andree aus Weißensee vor der Ferienstraftammer des Landgerichts II au verantworten. Der Angeflagte war als Gemeindeschöffe in die Gemeindevertretung Weißensee gewählt worden und wurde schließlich Stadtrat. Als solcher wurde ihm die Leitung des Wohnungsamts in Weißensee übertragen. Die Anflage behauptete, daß er sich von einem Drogisten Anders beschenken ließ. ferner foll er von einem gewissen Gnuschke, der in Weißensee ein Grundstück erworben hatte und dieses nicht selbst bewohnen konnte, die Summe von 4000 Mark erhalten haben, um gewisse Schwierig= feiten" aus der Welt zu schaffen. Durch eine Indisfretion fam der Stein ins Rollen. Als der Angeklagte daraufhin vor den Bürgermeister Pfannkuch zittert wurde, legte er furzerhand seine Aemter nieder. Troß dieses mert würdigen Verhaltens bestritt der Angeklagte vor Gericht jede Schuld und ließ durch Rechtsanwalt Dr. Sack einen umfangreichen Zeugenapparat aufbieten, daß die BeTaftungszeugen unglaubwürdig soien. Nach einer mehrstünjetzt erst ein wenig aus da mußte man auf der Hut sein. Da und dort staken noch so ein paar von den alten Hartköpfen unter den Lehrern die jungen waren zahm wie die Kinderlämmchen und fraßen aus der Hand der alte Krafft aber war der schlimmste von ihnen. Weil er der ruhigste war und der sicherste. So mußte an ihm ein tüchtiges Exempel statuiert werden. Er verlor sein Amt. Er sollte auch die Schule verlieren. Aber da hatte sich das bischöfliche Ordinariat in Mainz verrechnet. Seine Schule gab er nicht her und er kämpfte unt sie: Er errichtete seine Privatschule. Ohne Religionsunterricht. Er war ein Kerl, der alte Krafft. Aus der ganzen Umgegend kamen die Schüler und Schülerinnen herbei denn er hatte sogar die Jahrzehnte seiner Zeit voraus, bicjer traurigen Zeit dieser des Pfaffen- und Junkerregiments in Deutschland, die auch richtig die Lehrerauch richtig die Lehrerin ihrer großen Masse- gefunden hat, die sie wert ist. Besonders die Kinder von Juden waren aben farten. Die Zuben find ja immer lernbegierigen als die Christen. Die Schule blühte. Mädchen ſchidte der Strafft mit einer schönen Bildung in die vornehmeren Häuser zurück, aus denen sie gekommen vornehmeren Häuser zurück, aus denen sie gekommen ihm noch, und da und dort ist aufgegangen von über feiner Gaat. – Der Blid ist erweitertiger jreite und Herd hinaus, und das kommt den Jungen zugute, in die von früh an der Auftrieb gelegt wird, der, wenn er sich mit den Anlagen richtig verbindet, tüchtige Männer aus ihnen macht. Die Knaben bereitete der Krafft meist für die höheren Klassen der Mainzer Realschule vor. Da winkte seit furzem der Verfasser des Buches der Natur', der fanfte, schöngeistige Friedrich Schädeler und der wußte den Alten auf dem Dorfe zu schätzen. An seiner Schule war kein Jesuiteneinfluß mehr, wie am Gymnasium, Und wer vom alten Strafft aus der Privatschule kam, der war willkommen. Die klar trat dem alten Schulmeister in ihrer derben Weise mit lautem Gruß entgegen. Auf dem Kirchturm tat die Uhr die letzten Schläge von der achten Freitag, 4. August 1922 digen Beweisaufnahme beantragte der Staatsanwalt eine Geldstrafe von 5000 Marf. Ueber diesen Antrag gina das Gericht weit hinaus und verurteilte den Angeklagten au einer Gefängnisstrafe von einem Jahre, zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren. Der Angeklagte wurde außerdem wegen Fluchtverdachts fo fort verhaftet. Die Gerichtsforrespondenz des Herrn de la Croig, Vorstandsmitglied des Reichsbundes Schwarz- weiß- rot", hat der reaktionären Preise einen fetten Bissen zukommen lassen, dadurch, daß sie berichtete, dieser saubere Bursche sei noch Mitglied unserer Partei. Auch von einer schwarz- weißroten Korrespondenz wäre zu erwarten, daß sie keine Unwahrheiten verbreitet. Andree war wohl einmal Mitglied unserer Partei. Als seine sauberen Machenschaften jedoch befannt wurden und ohne Rücksicht auf ein gerichtliches Verfahren, wurde Andree bereits vor einigen Mv. naten ans der Partei ausgeschlossen. Für solche Ehrenmänner ist in unserer Partei kein Plab. Wichtig für Unfallrentenempfänger Durch Gesetz vom 3. Juni 1922 sind die Zulagen mit Wire fung vom 1. Juli 1922 erhöht worden. Während bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften für die Berechnung der Bulage bisher ein Jahresarbeitsverdienst von 12 000 M. zu». grunde gelegt wurde, wird die Rulage nunmehr nach einem Jahresarbeitsverdienst von 24 000 m. berechnet. Es ist also vom 1. Ii 1922 der doppelte Betrag wie bisher zu erheben. Der für Juli noch zu zahlende Betrag wird am 1. August 1922 mit erhoben so daß am 1. August 1922 über den dreifachen, vom 1. September 1922 über den doppelten Betrag wie bisher au quittieren ist. Beispiele: Eine Witwe erhielt bisher für sich monatlich 200 M. Sie fann am 1. August 1922= 600 M. und vom 1. September 1922= monatlich 400 m. erheben. Ein Verlegter, der eine Rente von 50% der Vollrente bezieht, erhielt bisher monatlich 334 M. Er kann am 1. August 1922= 1002 90. und vom 1. September 1922= monatlich 668 M. erheben. Großhandelspreise in Berlin Die Preise verstehen sich für 50 Kg. frei Haus GroßBerlin, soweit nicht auf Grund des Ortsgebrauchs Rollgeld berechnet wird. Von Marf bis Mark: Gerstengraupen, Ioje 2535-2635, Gerstengrüße, Ipfe 2535-2635, Haferflocken, Iose 2950-3075, Safergrüße, lofe 3000-3125, Kartoffelitärkemehl 3875-3750, Matsflocken, loie 2240-2340, Maisgrieß 2400 bi 2500, Maismehl 2200-2300, Maispuder, lofe 8350-3450, Ma faroni, loje 3000-3600, Schnittnudelnt, Ibie 2650-3000, Birma- Reis 3325-3425, glai. Tafelreis 3425-5000, grober Bruchreis 2850-3050, Reismehl, lose 2750-3000, Reisgrieß, Iose 2450-2750, Ringäpfel, amerit. 22 680-23 500, getr. Aprifosen, cal. 25 595-25 875, getr. Birnen, cal, 16 200-16 700, getr. Pfirsiche, cal. 12 870-12 960, getr. Pflaumen 5818-6085, Korinthen, 1921 Ernte 10 590-10 760, Rosinen, fiup, carab. 1921 Ernte 8455-8560, Gultaninen in isten 1921 Ernte 21 580-21 790, Mandeln. Bittere 18 115-13 900, Mandeln, füße 23 375-25 600, Stancel 21 000-25 000, Rimmel 9975 bis 9975, Schwarzer Pfeffer 16 360-16 760, Beißer Pfeffer 17 090 bis 17 560, Staffee prime 24 000-24 600, Staffee, fuperior: 23.2005 bis 23 900, Bohnen, weiße 2100-2200. Kur- und Verpflegungskosten in der Charité In Anlehnuma an die von der Stadtvertretung Berlin beschlossene Erhöhung der Kur- und Verpflegungskosten in den städtischen Krankenhäusern werden mit Wirkung vom 1. August 1922 ab bei dem Charité- Krankenhause und den hiefigen Universitätskliniken in der 3, Klasse für Erwachsene 75 M., für Kinder unter 14 Jahren a) mit akuten InfektionsFrankheiten und Tuberkulofe täglich 12 M. ,, b) im übrigen täglich 18 m. erhoben. Neben diesen Kurkostensäben kommen die Kosten für Salvarianbehandlung, für Blutuntersuchung Röntgenaufnahmen, Durchleuchtungen und-Bestrahlungen sowie für ähnliche Sonderbehandlungen zur Erhebung. Bei | Morgenstunde, und sie hallten hart in die Stille herüber. Denn beim alten Krafft war es still. Da lag sauber, mit Kies bestreut, sein Hof, mit dem gepflasterten Gang am Hause entlang, und ein gepflasterter Gang, frisch aufgewaschen, daß die roten Plättchen blinkten, führte zu der Pumpe hin, die sauber und einLadend dastand. Der grüne Pumpenstock, der schwarze Schwengel mit dem Messinggriff, die Bitte mit den grünen Dauben und den schwarzen Reifen- und oben auf der Pumpe als Abschluß die rote Eichel, die wie ein schäumend Bierglas obenauf stand. Und der Garten. Der Garten vom alten Strafft, der wie ein Gedicht war. Zwei Treppen hinauf in den Hauptpfad rechts der Apothekerbirnbaum und der türkische Zwetschenbaum, links der dicke Syringenstrauch dann, den Hauptpfad hinauf die beiden Blumens rabatten zu beiden Seiten, Frauenherz, Aurifelchen, Gretchen im Grünen, Nelken, Narzissen, Balsaminen, und noch viel mehr, tausendmal viel mehr hinter der grünen Buchseinfassung, in der auch nicht das kleinste gelbe Blättchen war. Und über dem bunten, blühenden und duftenden Durcheinander die Rosensträucher in gleichen Abständen und oben, die Rabatten abschließend, die Viltenbüsche. Hinter der rechten Rabatte das große grüne Quadrat des Rasens, hinter der linken die kleinen Rechtecke mit den Küchenkräutern, Thymian und Majoran, Fenchel und Kümmel, Estragon und Pimpernell und die ſaftigen Blätter des Sauerampfers. Oben dann der eigentliche Gemüsegarten. Kein Rondellchen, fein Firlefanz. Alles schnurgerade Aprikosenbaum, ein paar Zwergobstbäume. Links und und in gleichen Breiten. Ein Mirabellenbaum, ein rechts am Zaun die Johannisbeer-, Stachelbeer- und Himbeersträucher oben aber, gegen das freie Feld hin, die Rebenspaliere. Wie ein Traum lag der Garten da, still und ordentlich, und auch der Hof war erfüllt von seinem Duft. Mit eigenen Händen hatte der Strafft das alles geseine Bücher und sein Garten!- und wenn er hier nicht Hacke und Rechen handhabte, so hate er ein Buch, rauchte und studierte. Und hier im Garten war's auch, wo der Tod zum ersten Male seine Hand auf ihn legte. ( Fortfeßung folgt) Entbindungen ist außerdem ein besonderer Kostenbeitrag von 50 M. zu zahlen. Die Kurkostensäge gelten in gleicher Weise für Berliner wie Nichtberliner. Anmeldung zur Weißenseer Volksbühne! Ausgehend von der Tatsache, daß große Schichten der arbeitenden Bevölkerung sich den Besuch der großen Berliner Theaterbühnen nicht mehr leisten können, denn schon die Unkosten für die Straßenbahnfahrten fallen erheblich ins Gwicht, und dadurch ein Gebiet der Volksbildung stark vernachlässigt wurde, hat das Bezirksamt des 18. Verwaltungsbezirkes die Gründung einer Volksbühne nach Pantower Muster in die Wege geleitet und Herrn Theaterdirektor Kirschner zu zehn Vorstellungen im Herbst und Winter verpflichtet. Zur Aufführuna kommen, Werke von Gerhart Hauptmann, Ibsen, Schönherr, Goethe, Grill= parzer, Auernheimer, Lessing, Hebbel, Kotzebue und Sloboda. Beitrag pro Mitglied und Vorstellung 15 Mark, Garderobe and Theaterzettel frei. Beitrittsformulare sind beim Bezirksamt oder bei unserem Mitglied des Volksbildunasamtes Gen. Sein1, Gäblerstraße 7, zu entnehmen. Gewerkschaftliches Die Moskauer Vorhut Es ist eine Lieblingsbeschäftigung der Kommunisten sich selbst als Vorhut des Proletariats" zu lobpreifen. Wie es mit dieser Vorhut bestellt ist, zeigt ein Bericht über die Vorstände der russischen Gewerkschaften- der Vor- Vorhut der Roten Gewerkschaftsinternationale den wir der „ RGI." Nr. 4( 15) entnehmen. Es heißt darin u. a.: Unter 39 Sekretären und Vorsitzenden der Zentralfomitees der. Verbände haben wir 19 mit einer Voroktober- Karenz. d. H. einer solchen, die dem Beschluß unserer Dezember- Konferenz entspricht, und 20 Kommu nisten, die erst nach der Oktober- Revolution in die Vartei eingetreten find... Vom Präsidium des Zentralkomitees heißt es: Von 140 von uns reaistrierten Personen haben 34 vor dem Jahre 1917 der Partei angehört, während 74 in der Beit von 1817-1920 und 27 Personen seit dem Jahre 1920 in die Partei eingetreten find. Von diesen 140 Personen waren zu unserer Partei 36 Menschewifi, 22 S.R. und aus anderen Parteien 8 Personen übergetreten, zusammen 60, darunter 39 aus illegalen Parteien. Also 46 Mitglieder des Rentralfomitee- Präsidiums sind überhaupt erst nach der Machtergreifung Sozialist" gewor den. Es kommt aber noch schöner: Abgefaßte Schüßen auf Eisenbahnzüge. Erfreulicherweise sind zwei jener gefährlichen Burschen, die mutwillig auf Eisenbahnzüge schießen, dingfest gemacht worden. Die Arbeiter Karl Schubert und Frizz Hagen er. griffen in der Wuhlheide bei Sadową nach aufregender Jagd über Wiesen und Zäune einen 20jährigen Burschen und einen 18jährigen Schüler, von denen der Aeltere soeben auf den Borortzug nach Erfner mit einem Tesching geschossen hatte, In den Taschen beider Burschen fand sich eine Menge Mu nition. Das Gewehr wurde im Grase versteckt ausgefunden. Den beiden tatkräftigen Arbeitern fällt ein erheblicher Teil ber von der Eisenbahnverwaltung ausgesetzten Beloh- Verbandes für Volksverbindung"( Post. Telegraph usw.) nung zu. Abonnementspreise der Berliner Zeitungen Es fosten im Monat August: Berliner Tageblatt . 100 M. Deutsche Allgemeine Zeitung 100, Deutsche Tageszeitung Tägliche Rundschau Vorwärts Lokal- Anzeiger Boffische Zeitung Freiheit Note Fahne • 100 • • " 100 " 90 " 84 " 80 " " " 70 70 Die Telephonnummern des Berlags Freiheit". Krons Was die erweiterten Zentralkomitees betrifft, so sehen wir hier folgendes Bild: bis zum Jahre 1917 waren 72, von 1917-1920 211 und später 47 Personen, insgesamt also 330 in die Partei eingetreten. davon 66 Menschewiki, 25 S.R., 9 aus anderen Parteien, zusammen 100 Personen. Unter den 23 Kommunisten des Zentralfomitees des ist nicht ein einziger, der vor der Oktober- Revolution Sozialist war. Und diese Leute, die vor einigen Jahren noch feinen Schimmer von Sozialismus, geschweige denn von der außer russischen Arbeiterbeweguna hatten, spielen sich jetzt als Weltbeglücker und Lehrmeister für die ganze Welt auf. Sie gründen eine Rote" Internationale nach der anderen, und wer diese verbrecherische Tätigkeit nicht unterstüßt, wird als " Verräter", Renegat", Kettenhund der Bourgeofie" und was sonst noch alles beschimpft. Wie es scheint, wird das selbst schon deutschen Kommunisten zu bunt, denn derselbe Bericht verzeichnet, daß die Note Gewerkschaftsinternationale Jakob Walcher aus dem Berliner Büro der RG3. abgesetzt hat. Leute mit Verantwortungsgefühl und sozialistischer Vergangenheit sind den Moskauern scheint's besonders zuwider. bekräftigen. Es liegt hierzu ein Antrag vor, der allen Berg arbeiterorganisationen empfiehlt, in ihrem Lande mit allen Mitteln die Sozialisierung des Bergbaues anzustreben. Für eine internationale Vereinheitlichung der Arbeitsbedingungen sprechen sich mehrere vors liegende Anträge aus England, Holland und Belgien aus. Im Bergbau soll ein einheitliches Lohnsystem zur Einfüh rung kommen. Der Lohn des Arbeiters, so sagt ein belgischer Antrag, soll nicht von der Lage des Bergwerks, das ihn be schäftigt, abhängen, Regelmäßigkeit und Einheitlichkeit müß ten durch eine Verrechnungs- und Ausgleichskasse gesichert werden, welche durch Zahlungen pro extrahierte Tonne zw speisen wäre. Ueber die Frage der Fest sezung der Arbeitszeik liegen verschiedene Anträge vor. Referent hierzu ist der Vorsitzende des deutschen Bergarbeiterverbandes, Husemann- Bochum. Von Deutschland liegt auch eine längere Entschließung zu diesem Punkt vor. In thr wird verlangt, daß sich die Bergarbeiteroraanisationen aller Länder mit allen ihn au Gebote stehenden Mitteln gegen eine Verlängerung der jetzt bestehenden Arbeitszeit wenden. Es soll darauf hindewirkt werden, daß in allen Ländern die siebenstündige Schichtzeit gefeßlich garantiert wird. Die Schichtzeit für Arbeiter, die vor Arbeitspunkten beschäftigt sind, wo die Temperatur über 28 Grad beträgt, soll 6 Stunden, bei über 32 Grad 5 Stunden betragen. Ein anderer Antrag verlangt ein Verbot von Untertagsarbeit für Frauen und Jugendliche. So stehen bedeutungsvolle Fragen auf dem Kongreß zur Erörterung. Wir werden über die Verhandlungen berichten. Der Achtstundentag bei der Eisenbahn Die beabsichtigte Durchbrechung des Achtstundens tages in der Eisenbahnverwaltung, die durch Einführung neuer Dienstbauervorschriften versucht werden sollte, ist seitens der gesamten Eisenbahnergewerkschaften in einer am gestrigen Tage stattgefundenen Sizung abgelehnt worden. Die Gewerkschaften werden versuchen, erneut mit dem Reichsverkehrsministerium in Verhandlungen zut treten, ersuchen aber jetzt schon ihre Mitglieder, strengste Ruhe und Disziplin für die kommende Zeit zu wahren. Zum Streik der Hochbahner Auf Grund des Streikbeschlusses bei der Hochbahn hat, wie wir bereits mitteilten, am 2. August der Demobilmachungskommissar die Vermittlung übernommen. Die Verhand lungen ergaben folgendes Resultat: Für Monat Juli: Auf die bestehenden Löhne wird für Männliche 600 Marf, für Weibliche 400 Mart, für Jus gendliche 250 Mark gezahlt. Für Monat August: Die Gruppe 1-4 des Verkehrspersonals erhält statt 7,75 Marf prinzenufer 27, find von heute ab: Moabit 2021, Sania 1970, Die 46stündige Arbeitswoche in der Textilindustrie 8 Mart, die Gruppe 5-7 Fahrkartenausgeberinnen statt 2,25 1971, 1972. Wegen Mißbrauchs der Erwerbslosenfürsorge hat sich das Neuköllner Bezirksamt wiederum veranlaßt gesehen, im April und Mai d. J. gegen acht unberechtigte Unterstügungsempfänger das gerichtliche Strafverfahren einzuleiten. Bet dieser Gelegenheit sei erneut darauf aufmerksam gemacht, daß den in Frage kommenden Personen neben den erwähnten Strafen fast ausnahmslos durch längeren oder gar dauernden Ausschluß von der Fürsorge erhebliche Nachteile erwachsen. Das Philharmonische Orchester, unter Beitung von Otto Marienbogen, veranstaltet im August folgende städtische Boltstonzerte: Am Sonnabend, den 5. August, abends 8 Uhr, in der Philharmonie. Programm: 1. Ouvertüre zu Manfred, R. Schumann. 2. Konzert Nr. 9, op. 55, für Violine, 2.. Spohr. 3. Dritte Sinfonie( eroica), Es- dur, op. 55, 2. v. Beethoven. Am Dienstag, den 8. August, abends 8 Uhr, in den Germania- Brachtjälen, Programm: 1. Ouvertüre zu ,, Run Blas", F. Mendelsohn. 2. Ave Maria, F. Schu bert. 3. Serenade d- moll für Streichorchester mit obligatem Violincello, R. Volkmann. 4. Flatava( Moldau) sinfonische Dichtung, 2. Teil aus„ Mein Vaterland",&. Smetana. 5. ,, Im Frühling", Konzertouvertüre, G. Goldmart. 6. Ballade und Polonaise für Violine, H. Vieurtemps. 7. Dorfizene, B. Godard. 8. Geschichten aus dem Wiener Wald, Walzer, J. Strauk. Am Donnerstag, den 10. August, abends 8 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain. Wagner- Abend, Programm: 1. Vorspiel zu Die Meistersinger von Nürnberg". 2. Einleitung zum 3. Akt, Tanz der Lehrbuben, Aufzug der Zünfte, Gruß an Hans Sachs, aus„ Die Meistersinger von Nürnberg". 3. Qua der Frauen aus„ Lohengrin". 4. Wotan's Abschied von Brunhilde u. Feuerzauber aus„ Die Walfüre". 5. Ouvertüre zu„ Tannhäuser"." 6. Albumblatt, Violin- Solo. 7. Huldigungsmarsch. Jugendweihe in Weißensee. Für den 18. VerwaltungsBezirk findet die sechste Jugendweihe am Sonntag, den 1. Of= tober, in der Gemeindefesthalle statt. Der Vorbereitungsunterricht findet nach den Ferien jeden Montag nachm. von 4.bis 5 Uhr im Gesangssaal des Realgymnasiums statt. Anmeldungen hierzu find umgehend beim Genoffen Heinl, Gäblerstraße 7, aut bewirken. Das Bezirkswohnungsamt Friedrichshain, Gr. Frankfurter Straße 137, ist von Montag, den 7. August 22, an den drei Sprechtagen Montag, Mittwoch und Freitag nicht wie bisher von 9-11, sondern von 9-12 Uhr für das Publikum geöffnet. An den anderen Tagen kann der Zutritt nicht gewährt werden, um die vorliegenden Wohnungsgesuche er ledigen zu können. Um aber den in Arbeit stehenden Woh nungsuchenden entgegenzukommen, hat das Wohnungsamt versuchsweise eine Auskunft eingerichtet, die vom 7. August ab am Dienstag und Donnerstag ieder Woche von 5½ bis 7 Uhr abends geöffnet ist. Straßensperrung. Zwecks Vornahme von Bauarbeiten an der Schnellbahnstrecke Gesundbrunnen- Neukölln wird die Brückenstraße zwischen der Köpenicker- und Rungestraße vom 7. d. Mts, ab auf die Dauer von etwa vier Wochen für den Fuhrwerfsverkehr gesperrt. Die Berliner Straßenbahn teilt mit, daß wegen Bauarbeiten bis auf weiteres die Endhaltestelle der Linie 25 und 125 und der dort endigenden Wagen der Linien 30 und 32 aus der Chalottenstraße in die Georgenstraße verlegt wird. Einziehung von Stenern mittels Postauftrag durch einen Betrüger. Auf einen neuartigen Trid ist ein Schwindler verfallen, der im Juli d. Js. bei einem hiesigen Kaufmann in der Kleiduna eines Postboten erschien und von diesem auf Grund eines angeblichen Vostauftrages fällige Steuerbeträge verlangte. Anläßlich dieses alles wird nochmals darauf hingewiesen, daß, soweit Steuern in der Wohnung von Steuerpflichtigen erhoben werden, dies in Groß- Berlin nur durch städtische Vollziehungsbeamte erfolgt, die sich dem Publikum gegenüber durch Dienstschild und einen besonderen schriftlichen Zwangsvollstreckungsauftrag auszuweisen haben. Eine Einziehung von Steuern mittels Postauftrag findet nicht statt. Tödlicher Straßennnfall, Bei der Rettungsstelle Eich Hornstraße wurde heute vormittag eine unbekannte 60 Jahre alte Frau eingeliefert, bei der der Arzt nur noch den Tod feststellen konnte. Die Dame war vor dem Hause TiergartenStraße 1 von einer Kraftdroschke überfahren worden. und Der Schlichtungsausschuß im Reichsarbeitsministerium hat in seiner Sizung vom 1. August in der Arbeitszeitfrage in der Textilindustrie entschieden, daß die 46 stündige Arbeitszeit bestehen bleibt. Herren Unter dem Vorsitze der drei unparteiischen ReichsarbeitsOberregierungsrat Goldschmidt vom ministerium, Ministerialrat Geheimer Regierungsrat Simon vom preußischen Handelsministerium Oberregierungsrat Reinede vom Reichswirtschaftsministerium wurde folgender Schiedsspruch gefällt: „ Die bisherige regelmäßige Arbeitszeit von 8 Stunden, Sonnabends 6 Stunden, bleibt unverändert bestehen. Die wirtschaftlichen und technischen Regelung von aus Gründen notwendigen lieberstunden wird der Ber ständigung zwischen Betriebsleitung und der gesetzlichen Kommt eine BerArbeitervertretung vorbehalten. ständignna nicht anstande, lo entscheidet innerhalb einer Woche eine von den jeweiligen Tarifparteien zu bildende, paritätisch zusammengefegic Schlichtungsstelle, era forderlichenfalls unter einem unparteiischen Vorsitzenden; deren Entscheidung ist bindend. Die vorstehende Regelung hat Gültigkeit vom 1. August 1922 bis 30. Juni 1923 und verlängert fia jeweils um drei Monate, wenn sie nicht von einer der Bertragsparteien spätestens vier Wochen vor Ablauf gekündigt wird." In der Begründung zum Schiedsspruch wird unler anderem gesagt, daß die wirtschaftliche Lage Deutschlands eine Ausnutuna ieder Möglichkeit der Steigerung der Produktion erfordere. Der Schlichtungsausschus glaubt jedoch in seiner Mehrheit, daß es der gegenwärtigen Lage in der Textilindustrie mehr entivricht, wenn unter Beibehaltung der bisherigen( 48 stündigen) Arbeitszeit die Arbeitnehmer den wirtschaftlichen und technischen Notwendigkeiten er forderlichenfalls durch Leistung von Ueberstunden freiwillig tragen, als wenn gegen den Willen weiter Kreise der Arbeiterschaft die 48 ständige Arbeitszeit awangsweise durch geführt würde. Dies besonders mit Rücksicht darauf, daß die Arbeiterschaft der Textilindustrie, die überwiegend weibliche und jugendliche Arbeitnehmer beschäftigt, die Nachwirkungen des Krieges noch nicht überwunden haben. Bum Schluß wird empfohlen, falls der Schiedsspruch von den Parteien angenommen wird, diese Regelung auch in Dem Bezirk des Norddeutschen Textilarbeiterverbandes Berlin, für den der Spruch noch keine Geltung hat, einzuführen. Der Schiedsspruch ist von den Vertretern sämtlicher beteiligten Textilarbeiterverbände angenommen. dagenen von den Unternehmern abgelehnt worden. Saben die Unternehmerverbände der Deutschen Textilindustrie etwa die Absicht, nach dem Muster der reaktionären Metallindustriellenverbände für die deutiche Textilindustrie durch Ablehnung des Schiedsspruches einen Riefentampf heraufzubeschwören? Glauben die Unternehmer den schwerfranken Wirtschaftstörper Deutschlands durch leicht fertige Herbeiführung eines Wirtschaftskampfes, von dem sämtliche Industrien betroffen würden, zur Gesundung zu führen? Die Arbeiterschaft ist zwar grundsätzlich nicht dieser Meinung, würde aber auch einem Kampfe, falls er ihr von den Unternehmern aufgezwungen wird. nicht ausweichen. 26. Internationaler Bergarbeiterkongreß Der diesjährige Internationale Bergarbeitectongreß tagt in Deutschland und zwar in Frankfurt a. M. Am Montag, den 6. August beginnen im dortigen Volksbildungsheim seine Verhandlungen, die bis 11. August dauern sollen. Der Kongreß wird eine Reihe wichtige gewerkschaftliche und volkswirtschaftliche Probleme behandeln, die allgemeines Intereiie beanspruchen. Von be sonderer Bedeutung bei unserer tohlenfalamität dürfte die Behandlung eines Antrages auf internationaler Regelung der Kohlenwirtschaft sein, der von der Tschechoslowatet gestellt ist. Ein holländischer Antrag ver langt die Errichtung eines internationalen Büros für die Berteilung der Kohle, worin der erste Schritt zur Sozialisierung des Bergbaues erblickt wird. Für die Sozialisierung des Bergbaues hat sich bereits der internationale Bergarbeiterfongreß vom August 1920 zu Genf ausgesprochen, Der diesjährige wird sicher diesen Beschluß Mark 5,75 Mart, die Gruppe 6 Dienstanwärter statt 7,25 Mt. 7,50 Mark Stundenlohnzuschläge. Darüber hinaus sollen ab 1. August die Stundenlöhne für Männliche um 1,50, für Weibliche um 1,- Marf erhöht werden. Die Kinderzulage wird von 1, auf 1,25 Mart erhöht. Mit diesem Ergebnis war die bereits gebildete ZenE3 tralstreitleitung nicht einverstanden. fanden deshalb am 3. August noch einmal mit der Direftion Verhandlungen statt. Sie erklärte sich bereit, die ab 15. Auauft eingetretene Erhöhung der Stundenlöhne schon am 1. August eintreten zu lassen. Die Löhne der Reinemacherfrauen soller um 50 Pfennig für die Stunde erhöht werden. Für Juli wurde die für die Fahrkartenausgeberinnen zuge ficherte Summe um 50 M. erhöht( statt 400 450 Mark). Weit diesem Resultat haben sich die Funktionäre am Donnerstag nachmittag beschäftigt. Die Funktionäre famen zu dem Entschluß, daß wenn sie die jeßigen Verhältnisse in Rechnung stellen, fie nicht in der Lage find, die Annahme zu empfehlen, sondern die Entscheidung über Annahme oder Ablehnung den Kol Legen in einerUrabstimmuna. die am Sonntag stattfindet. selbst zu überlassen. Zum Streik bei Wertheim Auch am zweiten Streiftage legte die im Ausstande befindliche Belegschaft der Fa. Wertheim eine glänzende Kampfesstimmung an den Tag. Der Fa. war durch die ge. schlossen durchgeführte Bewegung nicht in der Lage, ihre Betriebe offen zu halten. Um Arbeitswilline au gewinnen. bietet die Geschäftsleitung Sonderprämien bis zu 100 Mart pro Tag, sowie freie Beköftigung für Streitbrecher an. Da dies nicht zog, wurde das Rote Kreuz, allerdings ohne Erfolg, ersucht, Flüchtlinge als Streifbrecher zu liefern. Das durch die Streitleitung über die wahren Streikaründe aufgeflärte Publikum hat für die Treibereien der Firma kein Verständnis und drückt den Streifenden dadurch seine Sympathien aus, daß es die Firma Wertheim meidet. Die Strei fenden Angestellten. Handlungsgehilfen und Facharbeiter nahmen in einer am Donnerstag, den 3. August, stattge= fundenen überfüllten Versaminna einen Situationsbericht der Streifleituna entgegen und formiertn fich zu einem imposanten Demonstrationszug. Kommt es nicht unverzüglich zu einer Verständiguna mit der Firma, dann ist zu er warten, daß eine weitere Verschärfung des Streits eintritt. Lohnerhöhungen im Hoch- und BetonBaugewerbe Die Lohnverhandlungen fanden diesmal unter Ausschal tung der Tarifschlichtungskommission statt. Die Arbeitgebervertreter erklärten. daß sie mit Rücksicht auf die außerge wurden 50,00 M. Stundenlohn) kein Angebot machen zu wöhnliche Höhe der aufaeftellten Forderungen( gefordert können und stellten anheim, sofort das Bezirkslohnamt anzurufen. Das Bezirkslohnamt tagte am 25. Juli 1922 unter Vorsiz des Herrn Amtsgerichtsrats Reiffenst nth I als geschäftsführendem Unparteiischem. Zunächst einigten sich die Parteien dahin, daß eine weitere Verlängerung der Tarifverträge und der Vereinbarung vom 3. Juni 1922 bis zum 31. August 1922 eintreten follte, wenn die Lohnfrage geregelt ist. Nach längerer Beratung fällte das Bezirksamt mit Stimmenmehrheit den nachstehenden Schiedsipruch: Die tariflichen Stundenlöhne im Hoch- und Betonbau für die Tarifgebiete von GroßBerlin, Potsdam, Spandau, Nowawes. Velten. Oranienbura und Königswusterhausen werden wie folat feftaefekt: Ab 1. bis 14. 8. Ab 15. bis 31. 8. pro Stunde Maurer 42,00 Bementierer und Einschaler 41,95 Stein- und Kalkträger Kalkschläger, 45,00 W. 44,95 M. 42,00 45,00 M. Wasserträger, Rüster usw. 40,05 42,90 M. Zementarbeiter 40,05 42,90 M. 39,90 42,75 M. 9 42,65 M. Geübte Bauhilfsarbeiter Ungeübte Bauhilfsarbeiter 39,80 Die Abstimmung über vorstehenden Schiedsspruch erfolgte am Sonntag, den 80. Juli in den Meairten und fand die Bust immuna der Kollegen; auch die Unternehmer baben zugestimmt. Von dem gleichen Termin erhöhen fich die Löhne der in Frage kommenden Fachgruppen. Teilstreiks der Berliner Handelsgärtner Infolge Nichtbewilligung der von den Arbeitnehmern gestellten Forderungen fam es am 1. August in verschiedenen Betrieben aur Arbeitseinstellung. Inzwischen geführte Verhandlungen führten zu feiner Einigung, es ist vielmehr mit weiteren Arbeitseinstellungen zu rechnen. Die Forderungen betragen pro Stunde für gelernte Gärtner 22.00 bis 27,50 M., für Arbeiter 17.00 bis 25,00 9., jür Arbeiterinnen 12.00 bis 15.00 M. Diese wohl als bescheiden zu bezeichnende Forderung wurde arbeitgeberseits als zu hoch bezeichnet und im Höchstsas für verheiratete Gärtner 25.00 M., für verheiratete Arbeiter 21.00 M., und für Arbeiterinnen 11,00 M. angeboten. Eine am Dienstag stattfindende Versammlung wird die weiteren Beschlüsse dazu faffen. Wir ersuchen die übrige Arbeiterschaft, die Streifenden in ihrem gerechten Kampf zu unterstüßn. Nene Löhne der Möbeltransportarbeiter Zwischen dem Transportarbeiterverband und dem Berein Berliner Möbeltransporteure E. V. ist es für den Monat August zu einer Einigung in der Lohnfrage gekommen. Demnach beträgt der Wochenlohn für Kutscher, angestellte Packer, Arbeiter und Kraftwagenführer 1950 M., nichtangestellte Arbeiter und Packer erhalten pro Tag 375 M., vollwertige Stalleute und Wächter pro Woche 1700 M. Ueberstunden werden mit 46,50 M. bezahlt. Für Sonntags- und Ueberstundenarbeit, bei Ueberlandfahrten, bei Geldschrank-, Flügel- und Klaviertransporten find befondere Vereinbarungen getroffen, die im Lohnabkommen einzeln festgelegt find. Ueber die stattgefundenen Verhandlungen wurde in einer Vollversammlung, die am Montag abend in den Residenssälen stattfand, von der Branchenlettuna eingehend berichtet. Nach einer längeren Debatte stimmte die Versammluna dem Abkommen zu. Ebenso einem Antrage, der den im Streit befindlichen Instrumentenarbeitern die Unterstübung in ihrem Lohnkampfe augesichert wird durch Verweigerung von Einzeltransportem von Instrumenten. Kistenmacher Infolge des Streits in der Ristenbranche sind eine größere Anzahl Arbeitskräfte in andere Berufe übergegangen. Da die Lohnbewegung ihren Abschluß gefunden hat, werden eine größere Anzahl solcher für die Kistenbranche zu den mit dem Deutschen Holzarbeiterverband vereinbarten Löhnen( Kistenmacher, 37,50 Mt., Kreissägenschneider 39,00 Mart, ab 16. August Kistenmacher 41,50 Mt., Kreissägen schneider 43,00 Mt. pro Stunde) benötigt. Ristenmacher und Kreissägenschneider bitten wir, fich im Büro des Deutschen Holzarbeiterverbandes, Rungestraße 30, zu melden, um die noch freistehenden Arbeitsplätze zu besetzen. Lohnforderungen der Berliner Schuhmacher Eine öffentliche Versammlung der Berliner Maß- und Reparaturschuhmacher befaßte fich am 31. Juli in den Residenzfestsälen mit dem Thema: Unsere Löhne und die heutige Teuerung. Der Referent Schüler von der Branchenleitung wies auf die überaus elenden wirtschaft. lichen Verhältnisse der Berliner Schuhmacher hin, die heute für einen Stundenlohn von 18 Mart arbeiten, während nach dem Reichstarif in der Schuhindustrie 30.40 Mart und in der Friedrichstädtischen Maßbranche 33 Mart pro Stunde für den Monat Jult bezahlt wurden. Eine den Berhältnissen entsprechende Lohnerhöhung ist durchaus am Plate. In der Debatte wiesen alle Redner auf den unhaltbaren tariflichen Zustand hin. Angenommen wurde ein Antrag, mit den Berliner Innungen sofort in Verhandlungen einzutreten und den Arbeitgebern die Mindestforderung von 33 Mark pro Stunde zu unterbreiten. Die Tariffommission wurde beauftragt, die nötigen Schritte einzuleiten, Verbandstag der Tabakarbeiter Der deutsche Tabatarbeiterverband hält seinen 18. Ver bandstag in der kommenden Woche vom 7.- 12. August im Dresdner Volkshaus" ab. Der letzte Verbandstag fand im Jahre 1919, also vor drei Jahren statt. Wir werden über die Verhandlungen des Verbandstages zu fammenhängend berichten. Lohnbewegung der Kupferschmiede Nach erneuten längeren Verhandlungen wurden für Kupferschmiede folgende tariflichen Mindestlöhne vereinbart; Bom 16. 7. bis 31. 7. Mt. 37, pro Stunde Vom 1. 8. bis 15. 8. Mr. 40,- pro Stunde Bet Stadtmontagen wird ein Zuschlag von Mt. 1 pro Stunde gezahlt. Bei Attordarbeit müssen mindestens 15% über die genannten taviflichen Löhne gezahlt werden. Die Ortsverwaltung. Wöchentliche Gehaltsauszahlung für Angestellte Die wirtschaftliche Notlage bringt selbst Angestelltenkreise dazu, sich der sonst von ihr bekämpften wöchentlichen Gehaltsauszahlung der Arbeiter anzuschließen. So ist jetzt diese Art der Auszahlung in einem größeren Bankhause auf Wunsch der Angestellten durchgeführt worden. Es ist zu hoffen, daß sich die übrigen Angestellten bald anschließen werden, besonders, da ein finanzieller Vorteil bei der Berechnung des Gehaltes in Höhe von ca. einem Monatsgehalt pro Jahr herausspringt. Verbindlich erklärte Tarifverträge. Gemäß Verfügung des Reichsarbeitsministeriums vom 7. resp. 14. Juli 1922 find die Tarifverträge für die kaufmännischen Angestellten im Möbelhandel vom 22. bezw. 27. März 1922 mit Wirkung vom 1. März 1922( Geschäftszeichen VI 2887/28) für die faufmännischen Angestellten des Glas- und Keramikgroßhandels vom 3. April 1922 mit Wirkung vom 1. März 1922( Geschäftszeichen VI 1792/48), für die faufmännischen Angestellten im Textilgroßhandel vom 21. Oktober 1921 und die Nachträge vom 1. Februar 1922 und 19. April 1922 mit Wirfung vom 1. April 1922( Aktenzeichen 1995/45) für das Gebiet der Stadtgemeinde Groß- Berlin für allgemein, verbindlich erklärt worden.- Gedruckte Tarifverträge und Auskünfte find im Büro des Zentralverbandes der Angestellten, BelleAlliance- Straße 7-10, erhältlich. Parteiveranstaltungen Freitag, den 4. August. 7. Diari, 1. Abteilung. Abends 7 Uhr Abteilungsfitung bei Leuschner. Erfcheinen fämtlicher Funktionäre und Kommissions- Obleute unbedingt er forderlich. Charlottenburg. Sibung der Beitungstommiffion abends 7 Uhr bei Grüttner, Lüßowstraße 8. Neukölln. Funktionärinnenfibung abends 7 Uhr im Rathaus, Bim mer 140. Mitteilungsblätter zum nächsten Bablabend tönnen ab Freitag Die bormittag im Bureau, Breiteftr. 8, in Empfang genommen werden. Geschäftsleitung. Sonnabend, den 5. Angust. noffen werben gebeten, Campions mitzubringen. Bollzähliges Erfcheines wird erwartet. 20. Berwaltungsbezirt. Reinickendorf, Tegel, Wittenan, Hermserf. Funktionärfonferenz abends 7 Uhr im Seebad Reinickendorf- Oft, Residenz. straße 49( Jugendhalle). 8. Diftrift. Elternbeiräte sämtlicher Schulen, einschließlich 6., 14., 19., 72, und 166, Schule, abends 7 Uhr, wichtige Zusammenfunft in der 183. Schule, Müller-, Ece Triftstraße, Zimmer Nr. 7. Erscheinen un bedingt erforderlich. Lichtenberg- Stadt. 5. Biertel. Abends 7 Uhr Funktionärstzung bei Mir, Margareten, Ede Friedrichstraße. Um pünktliches Erscheinen wirk gebeten. Weißenfee. Abends 7 Uhr schlichte 30- und 45jährige Barteijubiläums feler im Lokal Neumann, Ede Rölfe- und Charlottenburger Straße. Ane Parteifunktionäre, Kommissionsmitglieder und andere rege Genoffen fina freundlichst eingeladen. Distrikt Königswusterhausen. 7 Uhr bei Treu, Berliner Straße 18, Konferens. In Anbetrachtt der wichtigen Tagesordnung müssen alle Orts gruppen vertreten fein, Sonntag, den 6. August. Mit 19. Distrikt. Kreuzberg. Kinderwanderung Königswusterhausen- Lob nizer See. Treffpunkt 27 Uhr Admiralsbrüde. Fahrgeld: 5 M. bringen Liederbücher, artoffeln, Hering, gemahlener Kaffee, Teller, Trink becher, Eßbested. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, Bezirt Prenzlauer Berg. Aus flug nach Buch. Treffpunkt Rudolf- Moffe- Straße, Eingang zur Spielwieſt 8 ühr. Abmarsch 8½ Uhr. Kinder möglichst unzerbrechliches Trinkgeschirs mitbringen, Eltern und Gäste willkommen. Vereinskalender Freitag, den 4. Auguft Zentralverband der Angestellten. Chemische Industrie. Mitgliederber fammlung 7½ Uhr Musiker- Säle", Kaiser- Wilhelm- Straße 31. Deutscher Transportarbeiter- Werband. Reichsbetriebe. Abends 7 1hr in den Residens- Festfälen, Landsberger Straße 31, Branchen- Bollversammlung. Tagesordnung: Bericht über die neuen Lohnverhandlungsergebniffe. Sonnabend, den 5. August. Deutscher Transportarbeiter Verband. Branche der Geschäfts Tutscher, Lagerarbeiter usw. Abends 7 Uhr im Gewertschaftshaus, Saal 1: Gruppe Rohprodutten: Bersammlung. Tagesordnung: Bericht von der lett stattgefundenen Lohnverhandlung. Jugendbewegung S. B. J. Gruppe Weften. Freitag, den 4. August, Mitgliederberfamm Inng in der Baugewerksschule, Kurfürstenstraße 141. Arbeitersport Arbeiter- Radfahrer- Bund ,, Solibarität". To uren für Sonntag den 6. August: 1. Abt. Gorinsee, Start 5 und 12 Uhr Bülowstr. 58. 2. Abt. Siethener See, Start 5. abends 6 Uhr, 6. frith 5 1hr Plamufer 63 3. Abt.: Schniteljagd nach Eichwalde, Start 6.30 Baufiger Plap. 4. 1. 5. 251. Abends 6 Uhc Dubrow, 6. mittags 12 Uhr Neue Mühle, Start Weberwiese, Sizungslokal Gubener Straße 48. 5. bt.: Lebniß- See, 5 Uhr früh Bergfelde( Buffe), mittags 1 Uhr, Start Arnswalder Blab. 6. Abt.: Oberberg, 5. abends 7 Uhr Uetdorf, 6. früh 6 Uhr, Start Kopenhagener Straße 26, 7. Not.: Budow, Märtische Schweiz, 5. abends 5 Uhr Bössee, 6. früb 6 ude Rabebrück mittags 12 Uhr, Start Koloniestr. 147. 8. Abt.: Finkenkrug Schnitzeljagd und Waldfeft, Start 7 und 11 Uhr, Waldstr. 8. 9. Abt.: Satromfee früh 5 Uhr Pichelswerder, mittags 12 Uhr, Start Schulstr. 114. 10. Abt. Stebenberger Mühle, Start Komenius- Plaz. 11. Abt.: Beter dorfer See, 5. abends 5 Uhr, Werifee, 6. früh 5 ühr, Köpenick mittags 12 Uhr, Start Utrechter Straße 9. 12. Lebniß- See, Start 6 Uhr: Bahnhof Gesundbrunnen, Jugendabteilung: Bachsee, Eberswalde, Start 6 1hr Bahnhof Weißenfee. Ortsgruppe Neukölln- Nowawes: Turnhalle Start 12 Uhr Richard Blab. Ortsgruppe Panlow: Neu- Ruppin, 5. abends 6 Uhr, 6. War tenberg mittags 12.30 Uhr. Ortsgruppe Reinidendorf: Gorinfee, Start 6 Uhr, Schwedenzelt. Touristenverein Die Naturfreunde". Am Sonnabend, den 5. Auguft: Dubrow, Hözner See, Treffpunkt 5 Uhr Görlißer Bahnhof Südoft. Spring fee, Scharmützel- See, Treffpunkt 7.40 Uhr Görlitzer Bahnhof Südwest. Treffahrt der Abteilung Often zur Gründungsfeier am Uebersee 6.40, 8.20, Abfahrt 4, 5.35, Stettiner Bahnhof Osten. Fürstenwalde, Petersdorfer See 7 Uhr, Stettiner Bahnhof Tegel. Treffahrt der Abt. Norben an der Südwest- Ede des Budowfees( Beltlager) 5.30 6.30 Gesundbrunnen Norden. Sonntag, den 6. Auguft: Tiefensee, Gamenfee 5.15, Briezener Bahnfteig Wedding. Elternfahrt nach Meißners of 6.30 Stettiner Vorortbahn Schöneberg. Eltern und Treffahrt nach Ertner, Hobebinde, Alte Spree 7.30 Bahnhof Treptow, Treptow. Besichtigung der übersdorfer Kallberge 5.30 Schles. Bahnhof Nordost. Bucowsee 6.11 Bernau Buchh. Plagefenn 6 Uhr Stettiner Fernbahnhof Mitte. Hangelsberg, Marsee 4.42 Stralau Rummelsburg- Lichtenberg. Melchow- Bucowsee 6 Uhr Bahnhof Gefund brunnen Norden. 13. Berwaltungsbezirk( Tempelhof, Mariendorf, Markenfelde, Lichten rabe). Abends 8 Uhr Distriktsfunktionärsizung bei Kranich, Mariendorf, Chauffeestraße 27. 15. Berwaltungsbezirt, Abteilung Baumschulenweg. Berlin. Abends 6 Uhr Sommerfest im„ Spreeschloß". Raffeelochen bis 10 Uhr abends. Die Ge Berantwortlich für die Redaktion Emil Stand, Berlin; für ben Inferatenteil und geschäftliche Mitteilungen: 1. B.: Gustab Ratufo, Berlags- Genossenschaft Greiheit", e. G. m. b. S., Berlin. Drud bon Gehring& Reimers, G. m. b. 5., Berlin S. 68, Ritterstraße 75 Draußen in Tempelhof, T dicht am Kai, lagert des Edeltabaks goldene Last wohlbewahrt, wohlbewacht. Aus den gefüllten Speichern quillt jener würzige, fremdartige Wohlgeruch wie er nur dem mor genländischen Tabak eigen ist und wie ihn der Kenner an der guten Massary- Zigarette rühmt. Urteilen Sie selbst! MASSARY ORIENT TABAKE CA Massary Delft edel wie der Name NON KINON 1. Jahrgang Der Nummer 14 Jugendgenosse Beilage der Unabhängigen Sozialdemokratischen Preise Verheißung Ein schöner Morgen wird der Menschheit tagen, Wo jeder Tausch der Gaben der Natur Ein Austausch guter Tat und Rede ift; Wo Reichtum, Armut und der Durst nach Ruhm, Die Furcht vor Schande, Stechtum und Berderben, Des Krieges Schrecken und der Hölle Grans Nur im Gedächtnis leben wird der Zeit, Die, gleich der renigen Sünderin, erschauernd Rückblicken wird auf ihrer Jugend Tage. Shelley. Bur Einigung des Jungproletariats Von Georg Mendelsohn Für die sozialistische Arbeiterschaft ist die deutsche Repu blit nicht das letzte Ziel. In ihr macht sich sogar, bedingt und begünstigt durch die Zerrüttung der Weltwirtschaft, ein wirtschaftliches Piratentum breit und zeigt die Kluft zwischen Besitz und Besißlosen, wie es so traß und efel vor dem Kriege nicht zutage trat. Und dennoch ist das sozialistische Proletariat die stärkste, ja man fann fast sagen, die einzige Stüße dieser Republik; denn die politischen Rechte, die es sich am 9. November erkämpft hat, ermöglichen ihm, auf brettester Grundlage seinen Kampf um fernere Ziele zu führen, der nicht der Verzweiflungskampf eines Bers schwörerklubs ist, sondern das Ringen einer aufstrebenden Klasse, die die überwältigende Mehrheit des Volkes dar= stellt, um sein Ideal. Die Bubentat an Walther Rathenan hat die gesamte Arbetterschaft von neuem erkennen lassen, in welcher Gefahr fich die deutsche Republik befindet. Das wichtigste Ergebnis dieser Erkenntnis ist die Annäherung der beiden sozia: listischen Parteien, die zur Arbeitsgemeinschaft ihrer Frattionen im Reichstag und anderen Parlamenten geführt hat, denen sich hoffentlich bald weitere Schritte bis zur organi fatorischen Vereinigung der beiden Lager anschließen. Diese Tatsache fann nicht ohne Einfluß auf die proletarische Jugendbewegung bleiben, die sich stets, mit den ihr eigenen Aufgaben und Zielen, als Teil der Arbeiterbewe: gung betrachtet hat. Wo liegen hier die Differenzpunkte? Die kommunistische Jugend ist organisatorisch enger als die anderen Organisationen der Partei angeschlossen; fie will nur eine Parteivorschule sein, und trägt so alle Eigenheiten dieser Partet. Ist es schon in einem Augenblick, in dem die KP. zum soundsovielten Male beweist, daß sie nicht willens oder fähig ist, mit den anderen Organisationen der Arbetterschaft zusammen zu fämpfen, außerordentlich schwierig mit einer dieser Partei so eng verbundenen Jugendorganisation näher zusammenzukommen, so wird dies zur Unmöglichkeit auf Grund ihrer geistigen Einung. Sie glaubt nicht mehr und nicht weniger, als vor i an= deren Jugendorganisationen voraus„ besondere Verpflich tungen dem Jungproletariat gegenüber" zu haben. Von Dieser Voraussetzung des auserwählten Volkes" ausgehend, glaubt sie sich berechtigt, ihr Gruppenintereffe stets über das der Allgemeinheit zu stellen und ist deshalb ein vollkommen unzuverlässiger Bundesgenosse. Es set daran erinnert, daß es im Reichsausschuß wie in vielen Ortsausschüssen der Arbeiter- Jugendorganisationen undurchführbar war, mit der KJ. gemeinsame Arbeit zu leisten. Ihr Glaube an das Allheilmittel der physischen Gewalt, also ihre reattionär- militaristische Auffassung, läßt sie selbst Männer wie Max Hölz zu Helden stempeln und sie andererseits Berbrechen gutheißen, wie sie die Sowjetregierung jetzt an Klassenkämpfern und Helden der Revolution zu begehen beabsichtigt.( Wir haben jedenfalls keinerlei Protest der KI. dagegen gehört, wie er etwa bei der von kommunistischen Drahtziehern in Szene gesetzten Lichtenburger HungerstreifAffäre zu vernehmen war.) Solcher Mangel an sozialistisch- sittlicher Weltauffassung ist vielleicht das allergrößte Hemmnis für eine Verständigung. Es ist unzweifelhaft eine besondere Aufgabe der Jugend, gerade die sittliche Seite des Kampfes um den Sozialismus zu betonen, der ja nicht nur eine wirtschaftliche und politische, sondern auch eine eminent ethische Angelegenheit ist. Hier finden sich besondere Berührungspunkte zwischen der sozialistischen Proletarierjugend und der Arbeiterjugend. Diese ist fast lediglich eine Kulturbewegung, wäh rend jene daneben auch eine Kampfbewegung sein will. Es wäre aber abwegig, lediglich das zu betrachten, was beide Organisationen dem Programm nach sein wollen und sie nicht als das zu nehmen, was sie find. Die wirtschaftlichen Forderungen beider Organisationen haben keine nennenswerten Unterschiede. Sie haben ihren Niederschlag gefunden in dem Gegenentwurf zum Arbeitszeitgesetz, den beide gemeinsam mit den Gewerkschaften verfaßt haben. Das auf der einen Seite stärkere Betonen der Kultur- vor der Kampforganisation und umgekehrt hat nicht seine Grenzen in den Grenzen der Organisationen selbst. In beiden Organisationen gibt es Flügel, die mehr nach dieser oder jener Seite hinneigen. An den großen polttischen Demonstrationen hat sich die AJ. gleichermaßen wie die SPJ. beteiligt, und in ihrer Stellung zum Militarismus hat sie in ihrer Entschließung in Bielefeld einen Standpunkt eingenommen, der sich grundsäßlich nicht von dem unserer Organisationen unterscheidet. Die praktische Arbeit in beiden Organisationen aber, das muß ausgesprochen wer den, unterscheidet sich kaum von einander- besonders, wenn man an die ländliche Ortsgruppe denkt und darauf kommt es schließlich an. War die Zerklüftung der Jugend in Zeiten der Spaltung der Arbeiterbewegung eine bittere Notwendigkeit, so erwächst jetzt den Teilen, die zu einander streben, die Pflicht, bewußt und entschlossen diesen Weg au gehen. Eine geschlossene proletarische Jugendbewegung ermöglicht nicht nur ein ökonomisches Ausnuten der vorhandenen Kräfte, fie würde auch eine starke Anziehungskraft auf die dem Sozialismus noch fernstehende arbeitende Jugend ausüben. Dif ferenzen gar persönlicher Art, die bis in die lehte Zeit hinein bestanden haben mögen, dürfen dem großen Gedanken der Einigung bei der Jugend so wenig wie bei der Arbeiterschaft hindernd im Wege sein. Es wird Aufgabe der zentralen Körperschaften sein, fich auf einem gemeinsamen Programm zu finden und darüber hinaus werden die örtlichen Organisationen fich mit dem Gedanken der Gründung von Arbeitsgemeinschaften beschäf= tigen müssen. War die Jugend der Teil der Arbeiterbewegung, der, zuerst entschlossen, nicht vor einer organi satorischen Trennung zurückschreckte, so sei er jetzt derjenige, der auch bei einer Wiedervereinigung vorangeht. " 1 Die Arbeiter- Jugend sandte uns zu den Artikeln„ Ginigung des Jungproletariats" und Gegen die Schulreaktion" eine Berichtigung. Wir nehmen in der augenblicklichen Situation, die die Einigung des Jungproletariats im Kampfe gegen die Reaktion verlangt, Abstand davon, zurückliegende Differenzen erneut aufzurollen. 6E SEDGHITUNG Der Jugendgenosse Konferenz des Kreises Cottbus Am Sonntag, den 30. Jult, tagte in Cottbus die Kretskonferenz Cottbus, die von 22 Vertretern der Gruppen Lübben, Forst, Slamen, Cottbus, Frankfurt und Schönfließ besucht war. Unsere Organisation hat im Kreise festen Fuß gefaßt. Außerdem steht noch eine Reihe Neugründungen von Ortsgruppen bevor. Nach einem Referat des Genossen Bramer fand eine rege Aussprache über die Einigung des Jungproletariats statt. Einmütig wurde die Auffassung vertreten, daß zurzeit eine Einigung mit der kommunistischen Jugend wegen. ihrer hinterhältigen Politik nicht in Frage kommt. Die Bemühungen der Parteien, der geschlossenen Front der Reaktion die geeinte Arbeiterschaft entgegenzustellen, wurde anerkannt und ebenso zum Ausdruck gebracht, daß eine ge= einte Jugend besser und erfolgreicher arbeiten könne. Leider mußten Vertreter aus Frankfurt a. D. berichten, daß in der dortigen AJ. unter Leitung eines etwa 50jäh= rigen Vorsitzenden der Wille zur Zusammenfassung des Jungproletariats nicht besteht. Die Konferenz war der Anficht, weiterhin mit allen Kräften den Ausbau unserer SPI. zu bewirken, jedoch den Bruderzwist einzustellen, um einem eventuellen Zusammenschluß der Jugendorganisationen die Wege zu ebnen. Entschlüsse wurden nicht gefaßt, da die Gruppen selbst noch nicht Stellung genommen haben. Mord als Kampfmittel der Jugend! Bon A. Krämer Neukölln Die Schüsse, die den Minister Dr. Rathenau niederstreckten, haben die gesamte Arbeiterschaft und weite Kreise des Bürgertums mit aller Deutlichkeit gezeigt, was von der Reaktion, die immer dreister und freier ihre Tätigkeit ausübt, zu erwarten ist. Gewaltig war der Aufmarsch der Massen, die ihren Willen bekundeten, unter allen Umständen die, Republik zu schützen. Hoffen wir, daß die Kraft wicht nuplos vertan war, daß nun endlich durchgegriffen wird und Verwaltung und Schule von allen reaktionären Elementen gründlich gesäubert wird. Klar und deutlich ist jedoch der innige Zusammenhang aufgedeckt worden, der zwischen den Mördern und den rechtsstehenden Organisationen besteht. Mitglieder des Bismardbundes, 16- und 17jährige Gymnasiasten Helfer und Mitwisser der Mörder! Denft einmal an das tägliche Geschrei gerade der Rechtspresse über die Verwahrlosung der Großstadtjugend, der Arbeiterjugend. Denkt daran, wie man diejenigen verurteilt hat, die in den Kämpfen anläßlich des März- und Kapp- Putsches zur Waffe gegriffen hatten! Hente rüden wohl nach außen die nationalistischen Organisationen von den Mördern ab, aber doch ist man stolz über solche Retter des Vaterlandes. Mitschuldig an dieser Tat sind alle die Blätter, die diese beispiellose Heze gegen die Berliner Judenregierung" ente faltet haben, mitschuldig sind aber in weit höherem Maße die nationalistischen Jugendorganisationen, die den Gedanken des Rachekrieges in die Jugend einpflanzen und sie damit zu den Mordtaten gegen alle Andersdenkenden veranlaßten. Was wir in so vielen Versammlungen und Zusammenstößen mit den deutschnationalen Bünden erfuhren, nämlich, daß zu ihren Kampfmitteln auch Revolver und Gummifnüppel gehören, hat eine empörende Bestätigung erfahren. Dieser Geist, über den die rechtsstehende Presse nicht aetert, weil er geboren ist aus der alten militaristischen Erziehung, der eingezogen ist in breite Schichten des Volkes von dem Tage an, wo die Menschheit sich gegenseitig abschlachten mußte, findet auch heute noch in der Republik lebhafte Unterstützung an den höheren Schulen. Diese sind die wahren Brutstätten der Reaktion, hier bezahlt die Republik eine Oberlehrer- und Professorenschaft, die in ihrer Mehrheit ihre ärgsten Feinde sind. Die wenigen Republikaner gehen unter und werden zur völligen Untätigkeit verurteilt. r. 14 Ist es möglich, daß ein Direktor eines Neuköllner Lyzeuma nichts von Rahenau bei der angeordneten Trauerfeier weiß? Müßte dieser Staatsbeamte, der von der Republik sein Gehalt bezieht, nicht zumindest wegen Unfähigkeit von seinem Posten entfernt werden? Lehrpersonen, die ihre Stellung dazu benutzen, um der ReHier hilft nur eines: rücksichtsloses Vorgehen gegen alle aktion Helfersdienste zu leisten. Die Arbeiterschaft hat darüber zu wachen, daß die beschlossenen Gesetze zum Schutze der Republik nicht nur auf dem Papier stehen, sondern daß fie Anwendung finden. Des weiteren sollen sich die Arbeitervertreter erneut den Schulfragen widmen. Hinweg mit den nationalistisch verseuchten Klassenschulen! Sorgt dafür, daß dem Proletarierkinde alle Aufstiegsmöglichkeiten gegeben werden! Dann wird der Mangel an Beamten, an wissenschaftlich durchgebildeten Republikanern für die Zufunft behoben sein. Doch auch für uns heißt es arbeiten: Deffnet allen denjenigen die Augen, die als Arbeiterkinder heute noch in bürgerlichen, nationalen Vereinen stehen, die zum großen Teil nur nicht wissen, wie sehr sie ihre eigenen Klassenfeinde unterstützen. Jeden sozialistischen Vater und jeder Mutter sollten die Tezten Ereignisse die Augen geöffnet haben, wie weit die nationalistische Verhezzung der Jugend gediehen ist und sie sollten dafür sorgen, daß die eigenen Kinder den Weg in die sozialistische Jugendorganisation findet! Sorgt dafür, daß die Zukunft unser ist! Schöne und wahre Worte Ich will" ist ein gewichtig Wort, Spricht mit fich selbst der Mann; Doch steht genüber er der Welt, So gilt doch nur:" Ich kann". * Franz Grillparzer. Niemand lernt etwas durch bloßes Anhören, und wer fich in gewissen Dingen nicht felbft tätig bemüht, weiß ble Sachen nur oberflächlich und halb. Man glaubt nicht, welchen Schaden es einem guten Kopfe tut, wenn er sich mit etwas Dummem befaßt. Goethe im Gespräch mit Eckermann, * Vor dem Tod erschrickst du? Du wünschest, unsterblich zu Ieben? Leb im Ganzen! Wenn du lange dahin bist, es bleibt. Schiller. Die Internationale Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Jugendorganisationen ruft ihre angeschloffenen Verbände zum internationalen Jugendtreffen vom 19. bis 21. August in Salzburg( Deutschösterreich) auf. Aus allen Ländern fommt die proletarische Jugend zusammen, um den Gedanken des internationalen sozialistischen Kampfes fester und tiefer in die Herzen zu pflanzen. Es gilt, aufs nene die Kampfscharen des jungen Proletariats enger zu schließen. Unsere österreichischen Genossen und Genofsinnen sehen alle Kraft daran, uns die Tage in Salzburg zur dauernden Erinnerung zu gestalten. Im Mittelpunkt steht eine internationale Jugendkundgebung, umrahmt von künstlerischen Darbietungen. Zum Abschluß finden gemeinsame Wanderungen in die beraige Umgebung statt. Ale Genossen und Genossinnen, die sich am internationalen Jugendtreffen beteiligen wollen, senden ihre Anmeldung an die Bezirksleitung. Berlin- Brandenburg, Breite Straße 8/9. Falls keine größere Geldentwertung eintritt, werden die Kosten für die Fahrt, Uebernachten und Verpflegung vom 19. bis 21. August ungefähr 1200 m. betragen. Reichszentrale der Sozialistischen Proletarischen Jugend Deutschlands.