Einzelpreis 3.- Mk. Die& reibet" erfcheint täglich einmal als Morgenausgabe und Montags als Abenbausgabe mit ben Unterhaltungsbellagen Belt". Frauen- Welt" unb„ Der Jugend- Genoffe". Der Bezugspreis beträgt bet freier Buftellung ins Haus für den Monat Auguft 70,-., im voraus zahlbar. Bestellungen nehmen sämtliche Boftanstalten entgegen. Fernsprecher Moabit 2021, Hanfa 1970, 1971 und 1972. Berlag und Exped. Berlin NW 40, Kronprinzenufer 27, L Sonnabend, den 5. Auguff 1922 5. Jahrg, Nummer 292 Die wolfgespaltene Nonpareillegeile oder beren Raum loftet 25,- M., einschließlich Inferatensteuer. Kleine Anzeigen: Das jettyedrudte Wort 4 M., jebes weitere Wort 3, M. einschließlich Inferatensteuer. Laufende Anzeigen laut Tarif. Samilien- Anzeigen und Stellen- Gefuche 16, m. netto pro Beile. Stellen- Gesuche in Wort- Anzeigen: das fetts gebrudte Mort 3- M., jedes weitere Wort 2, M. Redaktion: Fernsprecher Dönhoff 4190, 4191 und 4192. · Berlin SW. 68, Ritterstr. 75, III, greiheit Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Die Reparationsfrage vor dem englischen parlament Im englischen Unterhaus begann am Donnerstag eine Debatte über die Reparationen und die Möglichkeiten des Wiederaufbaues von Europa. Daß England gegenüber diesem Problem eine andere Stellung einnimmt als Frankreich, ist bekannt. Eröffnet wurde die Unterhausdebatte durch den engtschen Schazkanzler Sir Robert Hornes. Ueber die brennendste Frage, über die Frage: Was nach Auffassung der englischen Regierung werden soll", fonnte er aus politischen Gründen Positives nicht sagen. Dazu ist der Zusammentritt eines Gremiums der Alliierten notwendig. Am 7. August soll die Besprechung in London beginnen, an der neben Poincaré auch Vertreter Italiens, Belgiens und Japans teilnehmen sollen. Die englische Regierung wünscht für diese Verhandlungen freie Hand zu haben und nicht durch einen Beschluß des Parlaments gebunden zu sein. Aber das war nicht allein der Grund, weshalb der englische Echazkanzler sich über den Standpunkt der englischen Regierung ausschwieg. Man will den Verhandlungen feine Schwierigkeiten bereiten. Der englische Schatzkanzler Sir Robert Hornes würdigte in seiner Rede eingehend die deutschen Leistungen für den Wiederaufbau. Er verfehlte auch nicht, darauf hinzuweisen, daß der Marksturz, der infolge des Mordes an Rathenau einsetzte, die deutsche Leistungsfähigkeit weiter gewaltig herabgedrückt hat. Er ließ auch erkennen, daß aus dieser Notlage das Gesuch aus Gewährung eines Moratoriums wohl zu verstehen sei. Auf Grund des Einblicks, den das Garantiefomitee in die deutschen Finanzen genommen habe, fönne mit ziemlicher Be stimmtheit erklärt werden, daß die neuen Steuern entsprechend der erteilten Anweisung eingeführt, eine Erhöhung der früheren Steuern nicht angängig sei, dafür aber eine Zwangsanleihe von 70 milliarden Papiermark ausgegeben werde. Der englische Schatzkanzler gab auch einen Ueberblick über die von Teutschland seit dem Waffenstillstand gemachten Leistungen. Der Bericht des WTB. bringt über diese Ausführungen folgendes: Barzahlungen an die Reparationsfommission 77 Millionen Pfund Sterling, örtliche Zahlungen 30 Millionen Pfund Sterling, zusammen 107 Millionen Pfund Sterling. Wert der ausgelieferten Schiffe und der Naturalleistungen 160 Millionen Pfund Sterling, Regierungseigentum im abs getretenen Gebiet( Polen, Danzig, Tschechoslowakei) 125 Millionen Pfund Sterling, Saarbergwerfe etwa 28 il lionen Pfund Sterling, zusammen 415 Millionen Pfund Sterling; nicht eingeregnet seien die Gebiete, die an au bere Staaten abgetreten wurden. Bon diesen 415 Millionen Pfund Sterling habe' coßbritannien 56 Millionen Pfund Sterling erhalten, die so gut wie ganz für die Besaßungs armee verwendet seien. Die gegenwärtigen Kosten der bri tischen Besagungsarmee feien aber auf zwei Millionen Pfund Sterling pro Jahr herabgefegt worden. Was die Privatschulden betreffe, so gehörten diefe nicht anm Konto Reparationen. Ihre Zahinng beeinflußie aber die Fähigkeit der deutschen Regierung, auswärtige Zahlungsmittel für die Reparationsleistungen zu finden. Bisher feien 38 Millionen Pfund Sterling eingegangen, wovon Großbritannien erhalten habe 22 Millionen, Frankreich 12 Millionen, Belgien 2½ Millionen. Noch zu bezahlen seien 35 Millionen, Davon 12% Millionen an Großbritannien. In der französischen Presse wurde des öfteren zum Be weise für die Böswilligkeit Deutschlands auf die schnelle Zahlung der Kriegstontributionen nach dem Kriege 1870/71 durch die damalige französische Regierung bingewiesen. Sir Robert Hornes machte dagegen geltend, daß beide Fälle ganz verschieden liegen: Erstens sei der französisch- preußische Krieg nur tura gewesen, und Frankreichs auswärtige Bilanzen seien intakt geblieben, eine beträchtliche Summe, die Frankreich in ausländischen Kapitalien angelegt habe, sei unversehrt geblieben. Frankreich war imitande, seine Anleihen von anderen Ländern zu erhalten und habe tatsächlich während des genannten Beitraums 71 Millionen Pfund Sterling aufgebracht. Vor allen Dingen babe Frankreich 1872 und 1873 eine sehr gute aktive Handelsvolitif gehabt. Mit Deutschland stehe es in dieser Beziehung gerade umgefehrt. Der Krieg jei sehr lang und erschöpfend gewesen. In seinem Verlauf seien die auswärtigen Bilanzen und die Stapitalanlagen Deutschlands beschlagnahmt und durch den Friedensvertrag konfisziert worden, so daß Deutschland in dieser Sinsicht nichts mehr befize. Seine Kapitalanlagen in neutralen Ländern seien durch Beschaffung von Lebensmitteln und Rohmaterialien während des Krieges so gut wie erschöpft gewefen. Die Bestimmungen über die Kavitalien hätten es Deutschland naturgemäß unmöglich gemacht, eine Anleihe aufzunehmen. Das sei aber noch nicht alles. Die Deutschland verbliebenen Geldquellen feien nach dem Krieg sehr in Anspruch genommen worden durch Reparationszwede, Während des Strieges habe Deutschland alle Arten von Vorräten einschließlich Lebensmittel eingebüßt. Das sei den Alliierten nie deutlich zum Bewußtsein gekommen, so daß fie Deutschland ermutigten, einen Teil feines Goldes zu verwenden, um Lebensmittel zu kaufen. Auch auf die Kapitalflucht ging der englische Schatzfanzler ein. Sehr leicht sei es, einen Blan zur Verhinderung der Kapitalflucht zu verlangen, aber sehr schwer, ihn fertigzumachen. Die einzige wirkliche und wirkjame Maßnahme zur Verminderung der Kapitalflucht bestehe darin, daß die Kapitalbesiber in Deutschland zur Lage ihres Landes genügend Vertrauen erhalten. Seinerzeit hätten viele Leute in Deutschland befürchtet, daß die Mart noch mehr sinken werde, und deshalb ihre Kapitalien nach dem Auslande geschickt. Aber die Angaben über die Menge der ins Ausland verschobenen Kapitalien seien stark übertrieben. Sicher be= liefen sie sich nicht auf über 100 Millionen Pfund Sterling. Deutschland fönne zweifellos eine beträchtliche Reparationssumme zahlen. Es wolle auch zahlen. Irgend eine Erklärung über die Richtlinien, die die britische Regierung bei den bevorstehenden Verhandlungen in London befolgen werde, könnte sehr leicht die Verhandlungen selbst nachteilig beeinflussen. Das Unterhaus werde auch der Meinung sein, daß die Regierung freie Hand haben müsse. England deute nicht daran, sich seinen Verpflichtungen gegenüber Amerika in irgend einer Form zu entziehen. Aber was England anderen schulde, habe es nicht für sich selbst aufgebracht, sondern für seine Alliierten. Die gegenseitige Annullierung der Kriegsschulden der Alliierten werde der erste Schritt sein zum Wiederaufbau der Welt. England dürfe auch die Lage seiner eigenen Bürger nicht vergessen. Die Schulden Englands seien pro Kopf seiner Bevölkerung größer als die der Vereinigten Staaten und Frankreichs. Es fönne den britischen Steuerzahlern nicht zugemutet werden, alle die Lasten der Schulden und Kriegsschulden zu tragen. Es müsse aber unter allen Umständen alles mögliche getan werden. Die Rede Hornes zeugt gewiß von großem Verständnis für die wirkliche Lage Europas, durch die es infolge des bodenlosen Kriegswahnsinns von 1914-18 hinabgedrückt wurde. Sie gibt auch deutlich zu erkennen, daß die englische Regierung bereit ist, auf Frankreich einzuwirken, daß es von seiner unmöglichen Politik gegenüber den Problemen der Gegenwart abläßt. Andererseits ließ weder seine Rede, noch die Rede des später zu Wort gekommenen englischen Premierministers Lloyd George einen Zweifel darüber, daß man ernstlich gewillt ist, aus Deutschland das irgend wie Mögliche herauszuholen. Sierauf erariff Asanith das Wort. Er sagte u. a., bie Reparationen müßten auf ein notwendiges Maß herabgesetzt werden. Das Problem erfordere eine schnelle Regelung, andernfalls werde Deutschland mit schnellen Schritten dem Banterott entgegengehen. Asquith schlug im weiteren Verraufe seiner Rede im Unterhaus vor, daß England auf alle ihm geschuldeten Beträge verzichten solle. Ein solches Verfahren würde nicht edelmütta, sondern geschäftsflug fein. Wedgwood sagte, es würde feinen Zwed haben, die Schulden der Alliierten au annullieren, wenn fie fortfahren Flugzeuge und Unterseeboote zu bewilligen, oder wenn die fostspielige Besetzung des Rheinindes fortdauere. Der Arbeiterführer Thom Shaw verlanate, die Reparationssumme sollte dem tatsächlich angerichteten Materialschaden angepakt werden. Lord Robert Cecil erklärte, die Lage Europas habe sich neuerdings immer mehr verschlechtert. Es sei ein grundlegender Fehler gewesen, die Reparationen als eine Strafe Deutsch= lands anstatt als eine Entschädigung für die Altierten zu behandeln. Hierauf ergriff Lloyd George das Wort. Er sagte, Asquith scheine den Standpunkt des britischen Steuerzahlers nicht zu verstehen. Er, Lloyd George, habe nicht den Wunsch, hierüber einen Streit anzufangen. Er sei durchaus bereit zuzugeben, daß die gegenwärtige Politik der Regierung und der Alliierten bezüglich der Reparationen erörtert werde. Lors Robert Cecil habe die Regierung zu einem fühnen Vorgehen ermahnt, habe aber nichts darüber verlauten laffen, worin dieses bestehen solle. Die Regierung jei in zwei Richtungen fritisiert worden. Erstens werde verlangt, daß fie fich Frankreich an die Seite stelle, und zweitens, daß sie Frankreich ermahne. nicht so hart auf Deutschland einauwirken. Diese beiden Arten von Politik jeien nicht vereinbar. Hier lägen die Schwierigkeiten in den Tatsachen. Die Lage sei so, daß es sich nicht um eine Verhandlung zwischen der britischen und der deutschen Regierung handele; es feien Verhandlungen mit vier Altierten. Man könne verfuchen, eine Bolitik durchandrücken, aber es werde ein Punkt kommen, wo nur die Wahl awischen einem Kompromiß und einem Bruch bleibe. Wenn die Leute, die von der Regierung eine fühne Politik verlangten, nicht den Rat geben wollten, au brechen, dann hätten sie auch fein Recht au fagen, die Regierung sei nicht fühn genug. Das Memorandum, das er auf der Versailler Konferenz verteilt habe, sei von einem italienischen Staatsmann veröffentlicht worden. Er habe für diesen Schritt feine Verantwortung, aber das Memorandum stelle seine( Lloyd Georges) Auffassuna und die der britischen Delegation bar. Es sei das Ergebnis sorgfältiger Erwägungen gewesen. Er wolle nicht behaupten. daß der Versailler Vertrag dieses Memorandum buchstäblich ausgeführt habe, aber es gebe noch andere Gesichtspunkte, nämlich die Auffassung Frankreichs. Belgiens, Italiens und der anderen Regierungen, die am Kriege beteiligt waren. Das beste wäre, alle diese verschiedenen Auffassungen miteinander in Einklang zu bringen. Was die Forderung Lord Robert Gecils anbelange, daß von vornherein ein bestimmter Betrag für die Reparations= zahlungen hätte festgesetzt werden sollen, so sei zu erwidern, daß es damals unmöglich gewesen sei, die angerichteten Schäden und die Zahlungsfähigkeit Deutschlands festzusetzen. Man würde den Schaden, auf die Bahlunasfäh afeit Deutichlands hin, zu hoch bewertet haben, weil damals gerade cine Hausse im Handel im Gange war, von der manche glaubien, sie würde andauern. Da es also unmöglich gewesen sei, einen bestimmten Betraa festzulegen, so sei eine unparteiische Sammission eingesetzt worden. Deutschland werde im Großen und Ganzen zugeben müssen, daß dieser Teil des Versailler Vertrages fair und unparteiisch von der Kommission zur Anwendung gebracht wurde. Die Kommission habe die einlaufenden Entschädigungsansprüche aeprüft und Deutschland inzwischen aufgefordert, feine Angaben zu machen. Deutschland habe das nicht getan, auch nach Monaten nicht. Die Reparationsfommission babe darauf ihre Beschlüsse gefaßt. Noch eins sei in Betracht zu ziehen: Damals habe es in Frankreich fein Ministerium aeaeben. das in der Lage gewesen wäre, irgend eine vorgeschlagene Zahlung anzu nehmen. Es sei zwecklos, bei solchen Dingen die polittichen Tatsachen nicht in Rechnung zu ziehen. Ciemnceau jei einer der mutiaften Staatsmänner, die jemals die Geschicke Frankcichs geleitet hätten. Er habe feine Furcht vor der Oppo= fition gehabt. Selbst Clemenceau würde sich nicht bereit gefunden haben. au iener Belt der Kammer vorzuschlagen, irgendeine bestimmte Zahlung zu billigen, selbst eine solche, die von den franzöflichen Staatsmännern als annehmbar erachtet worden wäre. Blond George sagte, er möchte betonen, daß die Reparationsfommission nach dem Versailler Vertrag das Necht habe, zu erklären. Deutschland solle einen festgesetzten Betraa bezahlen. Wenn die Stommission eit Moratorium gewähre oder die Jahreszahlungen herabiebe. handele fie volifommen entsprechend dem Vertrag. Es sei zugegeben, daß ein zu harter Druck auf Deutschland nicht nur teine Reparationszahlungen einbringen werde, sondern auch die Gefahr in sich berge, daß Denischland zur Verzweiflung getrieben werde. Ob es dabei in die Hände der Reaktionäre oder der Kommunisten geriete, bedeutete wenig Unterschied, bezahlen würde es dann nicht. Ein revolutionäres Deutschland in Mitteleuropa sei etwas ganz anderes als ein revolutionäres Rußland. Die ruffische Bevölkerung sei in vieler Beziehung hilflos, fie könne nicht einmal eine gute Revolution machen. Es sei ein Segen für Europa gewesen, deß der erste Ausbruch des Kommuniss mus in Rußland erfolgt sei. Ju dieser Beziehung seich Lenin und Trozti die Retter der Gesellschaft gewesen. ( Seiterkeit.) Die Revolution in einem so wohl organisierten und gebildeten Lande wie Deutschland würde eine wirkliche Gefahr für die Welt bedeuten. Deshalb würde es in dieser Beziehung verkehrt sein, Deutschland über seine Leistungss fähigkeit hinans zu drängen. Andererseits dürfe man nicht aus Furcht vor dieser Gefahr auf eine faire und gerechte Forderung verzichten.( Beifall.) Deutschland wiffe, daß es bezahlen müffe. Die Reparationszahlungen hätten nichts mit Bestrafung zu tun. Deutschland gleiche einem Privats manne, der eine andere Partei vor Gericht gezogen, dieses Gericht selbst ausgewählt und seinen Prozeß verloren habe. Jezt wolle die gewinnende Partei ihre Unkosten wieder: haben, das habe nichts mit Rache zu tun. Es sei aber falsch. in das andere Ertrem zu fallen und Deutschlands Zah lungsfähigkeit an unterschäßen, Deutschland leide wie jedes andere Land unter der Tatsache, daß die Welt keinen Sandel treiben fönne; da sei es nicht die rechte Zeit, seine volle Zahlungsfähigkeit abzuschägen. Man müsse an die Zu funft denken. Deutschland sei durch die Entwertung der Mark seiner inneren Schuld io aut wie entlediat. In Deutschland werde also später folgende Lage sein: Es werde keine innere Schuld haben, eine äußere Schuld von einer bis anderthalb Milliarden, alle Fabriken intaft und neu ausgestattet, wozu die letzten drei Jahre der Inflation benutzt worden seion, wenn auch in hohem Maße auf Kosten der Arbeiter und des Mittelstandes. Blond George fuhr fort: Deutschland hat 60 Millionen tüchtige und geschulte Menschen. Die Zeit wird kommen, da die Welt sich wieder erholen wird, da die Arbeiten der Bevölkerung ihre Wunden geheilt haben. Die Verwirrung wird verschwinden, und die Welt wird genesen. England mus fich davor hüten, daß es, wenn diese Zeit tommt, fich einem Deutschland mit 60 Millionen Men en ohne innere Schuld regenüber befindet und mit einer äußeren Schuld, die in einer Beit der Depression feftaefetzt worden ist. während England mit einer inneren Schuld von 7 Milliarden und der bekannten äußeren Schuld dasteht. Deutschland kann nicht aus gefühlsmäßigen oder moralischen Gründen die Schuld von einer Milliarde erlassen werden. während England die Aufgabe hat, mit zwei großen Industriemächten in Konkurrenz au treten. Es ist alles ant verlieren, wenn man Deutschland zu weit treibt. Wenn wir aufammenkommen, werde ich wie bisher jedem Vorschlag Widerstand leisten, der die Wirkung haben muß wird, die Auflösuna Europas au vergrößern. Aber ich muss Die neue bayerische Regierung betonen, ich bin dagegen, daß Großbritannien sagen foll: Diefe Schwierigkeit muß auf Stoften Großbritanniens bes feitigt werden.( Großer Beifall.) Wir sind auf der Konferenz auf gleichem Fuß, wir find sozusagen eine Zusammenkunft von Gläubigern eines Kon zerns, der sich nicht für banfrott erklärt, aber sagt, daß er nicht bezahlen kann. Wir haben unsere Forderungen, Fankreich die seinen und Italien und Belgien die ihrigen. Aber diese müssen gleichmäßig behandelt werden. Wenn wir den Vorschlag machen, daß für den Augenblick ein Moratorium gewährt werden soll, oder daß für den Augenblick eine bestimmte Jahreszahlung festgesetzt wird, darf es nicht heißen: Wenn Ihr das tut, muß es auf Eure Kosten geschehen! ( Beifall. Welche Milderung auch vorgenommen wird, ea wird eine Milderung sein, die notwendig ist, sie wird im Interesse aller Beteiligten erfolgen. Es ist höchst schwierig, Menschen dazu zu bringen, den Tatsachen ins Gesicht zu sehen. Aber ich hoffe, wir werden imstande sein, zusammen zu marschieren: Frankreich, Belgien und wir selbst. Lloyd George schloß: Wir werden jede Forderung des verwüsteten Frankreich sympathisch erwägen. Großbri tannien hat keinen Mangel an Sympathie für Frankreich und Belgien, aber wir sagen, daß der englische Steuerzahler nicht für immer die Lasten tragen und daß es nicht sagen foll, ieder muß fair behandelt werden außer unseren eigenen Bürgern. Wir wollen Deutschland fair behandeln, wir wollen Frankreich Gerechtigkeit gewähren, aber Gerechtigkeit heißt auch Gerechtigkeit gegen unser eigenes Volk ( Beifall). Montag Beginn der Londoner Konferenz ( EP.) London, 4. August. Poincaré wird in London Sonnbag früh 7½ Uhr erwartet. In Downingstreet ist alles vorbe rettet, damit die Unterredung Montag morgen beginnen kann. Außer Lloyd George wird Chamberlain der einzige Minister des englischen Kabinetts sein, der der Unterredung beiwohnt. Es ist aber möglich, daß auch Lord Balfour noch zugezogen werden wird. Außer Belgien und Italien wird wahrscheinlich auch Japan durch seinen Botschafter vertreten sein. Ueber die Dauer der Konferenz weiß man noch nichts bestimmtes. Lloyd George hat Vorkehrungen getroffen, sich während der ganzen nächsten Woche zur Verfügung der Konferenz zu halten. Er hat aber seine Ansicht noch nicht aufgegeben, an.dem Nationalfest in Wales, daß am 9. August beginnt, teilzunehmen. Man hofft in Downingstteet immer noch, daß die Konferenz in 2 bis 3 Tagen beendet sein wird. Der diplomatische Mitarbeiter der„ Daily Mail" meint, man tönne hoffen, daß die Zusammenkunft die Aussichten auf eine große Konferenz eröffnen werde, an der auch Ameriba teilnehmen würde, um über die Reparationsfrage und die interalliierten Schulden auf der Basis der Note Balfours zu regeln. Die Versammlung, die Ende des Monats in Washington über die Konsolidierung der englischen Schulden an Amerika stattfindet, fönnte eine außergewöhnliche Bedeutung erlangen. Geddes, der englische Botschafter in Washington, der morgen nach New York abreist, wird der amerikanischen Regierung sehr wichtige Mitteilungen überbringen. Amerika bleibt hart ( EP) London. 4. August. Nach einem Telegramm aus Washington haben die Vorschläge Lord Balfours über die Annullierung der interalliierten Schulden in offiziellen Streifen eine sehr ungünstige Aufnahme gefunden. Die Be amten des amerikanischen Schatministeriuma erklärten, daß die Kommission für die Konsolidierung der interalliierten Schulden sich an ihren ursprünglichen Blan halten werden. Die Washingtoner Regierung werde niemals einen Plan, durch den Kriegsschulden allgemein aufgehoben würden, ernstere Beachtung schenken. Die Regierung sei der Ansicht, daß die Beschlüsse des amerikanischen Kongresses ihr nicht. gestatten, irgendeine offizielle Erklärung über die inter alliierten Kriegsschulden abzugeben. Die Regierung halte sich durch seine Beschlüsse für gebunden. Henderson zur Balfour- Note ( EP.) London, 4. August. Arthur Henderson erklärte gestern in einer Rede. die er in Henwood hielt, die englische Arbeiterpartei genehmige die Note Balfours. Sie fritifiere aber, daß England für den Verzicht auf sein Guthaben den Berzicht Ameritas auf sein englisches Guthaben als Bedingung fett. Es wäre besser, in das qute Urteilsvermögen der amerikanischen Nation Vertrauen zu haben, die früher oder später das englische Beispiel nachaeahmt hätte. Die englische Arbeiterpartei sei ieder Lösung in dieser Frage freundlich gefinnt, damit Eurova nicht neuen Kriegsgefahren und der Notwendigkeit neuer Rüstungen ausgesetzt werde Italien gegen Frankreichs Polifik " ( EP.) Paris, 4. August. Der italienische Botschafter, Graf Sforza, hatte gestern eine Unterredung mit Poincaré über den Standpunkt seiner Regierung zur Repara tionsfrage. Das Petit Journal" erklärt, daß die italienis sche Regierung an der Kompenfationsfrage fein Jntereffe habe, da das italienische Guthaben gegenüber Deutschland durch die deutschen Guthaben in Italien ausgeglichen werde. Italien fet aber gegen alle Zwangsmaßnahmen, nur den Sturz der Mark bezweckten. In der Frage des Moratoriums teile Italien die Haltung des englischen Ka binetts. In Bezug auf den griechisch- türkischen Konflikt befürchte die italienische Regierung Verwicklungen, an denen hauptsächlich die gegenwärtige Haltung der Regierung Griechenlands schuld sei. Die unerfüllbaren Reparationen die ( EE.) Paris, 4. August. Savas meldet aus Washington, daß die Funktionäre des Staatsdepartements der Ansicht find, eine Verminderung der Reparationssumme, die Deutschland an drankreich schuldet, sei unvermeidlich; denn sie sei viel zu hoch, um jemals bezahlt werden zu können. Die erste Strafmaßnahme ( GE.) Paris, 4. August. Die Information" erklärt, daß die erste Strafmaßnahme für die Nichterfüllung der Zahlungen des Ausgleichsverfahrens gegen Deutschland am Montag, den 7. August beginnen und in der Ausweisung von 150 Deutschen aus Elias- Lothringen und Beschlagnahme ihres Besizes bestehen soll. Eine weitere Maßnahme soll in der folgenden Woche angewendet werden und eine noch einschneidendere weiterhin. Der„ Temp3" hingegen weiß zu melden, daß bereits Sonabend nachmittag die ersten Strafmaßnahmen zur Ausführung fommen sollen. Im Gegensas dazu behaup tete der interfiacant", daß alle in Deutschland befürchteten 8wangsmittel, nämlich die Beschlagnahme der Zölle und von Privateigentum bloße Erfindungen seien; die französische Regierung habe ihre Absichten bisher noch nicht befanntaeaeben. Gestern vormittag erfolgte die Koalitionserweiterung in der bayerischen Regierung nach rechts. Sie seht sich folgens dermaßen zusammen: Bayerische Volkspartei mit 5 Ministersigen, nämlich Ministerpräsidium, Aeußeres, Finanzen, Handel und Kultus; aug Bayerischer Mittelpartei und Deutscher Volksparitei mit 1 Ministerium, nämlich dem Landwirtschaftsministerinm. Die Koalitions: parteien vereinigen 97 Mandate. Damit ist Bayern zum Kahr- Pohner- Regime zurückge fehrt. Dieselben Parteien, mit denen Kahr regierte, werden fortan mit Zerchenfeld regieren. Oppositionsparteien sind die Demofraten, SPD., usp. und KPD. Wie es heißt, wollen die Demokraten wohlwollende Neutralität" üben. Ist der Witz der Demokraten, als politische Partei„ neutral" zu sein, schon nicht übel, so werden sie noch von der folgendes „ Deutschen Tageszeitung" übertroffen, die schreibt: Während in allen Staaten in Deutschland entweder rein sozialistische oder rotgesprenfelte Regierungen am Ruder sind, hat sich Bayern zuerst von allen Ländern wieder zu einer rein bürgerlichen Regireung und Koalition zurückgefunden, und zwar zu einer nach rechts erweiterten. Das zeigt, daß in Bayern alles getan wird, um Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten, und darum sollte man auch in Berlin den Schritt Bayerns gegen die Berliner Ausnahmegeseze verstehen." Wir wissen zwar schon längst, daß die deutschnationalen Kreise unter„ Ruhe und Ordnung" nur die Wiederherstel lung der monarchistischen Politik verstehen. Aber daß damit Ruhe und Ordnung" aufrechterhalten wird, ist eine ganz neue Erfindung des Agrarierblattes. Denn bekanntlich hat uns die monarchistische Politik Krieg, Not und Elend und schließlich den großen Zusammenbruch im November 1918 gebracht, was doch alles andere als Ruhe und Ordnung" ist. Die Kabinettsberatungen Das Reichskabinett befaßte sich in seiner heutigen Sizung ausschließlich mit den Reparationsfragen, insbesondere mit der letzten Note Englands. Beschlüsse sind nicht gefaßt worden. Meldungen, wonach der Reichsfanzler irgendwelche Kundgebungen beabsichtigt oder nach denen die Absendung einer Antwortnote bevorstehen soll, werden von bestunterrichteter Seite mindestens für verfrüht bezeichnet. Die Beratungen des Reichskabinetts sind noch gar nicht zum Abschluß gekommen und werden fortgesetzt. Lerchenfeld läßt sich Zeit Die Anfunft des bayerischen Ministerpräsidenten Graf Lerchenfeld, die ursprünglich für den morgigen Sonnabend angekündigt war, wird sich verzögern. Wie uns mitgeteilt wird, ist seine Ankunft frühestens Sonntag, wahrscheinlich aber erst Montag zu erwarten. Wo steht die Pfalz? Der Stadtrat zu Ludwigshafena. Rh. faßte in seiner Sigung vom 1. August folgende Entschließung: „ Die bayerische Regierung hat mit Unterstützung der Mehrheit des bayerischen Landtages eine Verordnung erlassen, welche sich gegen die Durchführung der vom Reichstage verfassungsmäßig beschlossenen Gesetze zum Schutz der Republik richtet und dieselben unwirksam macht. Der Stadtrat protestiert gegen dieses Vorgehen der bayerischen Regierung und erwartet, daß diese die Verordnung umgehend wieder aufhebt! Sollte die Regierung diesem Ansinuen nicht stattgeben, wird von der Reichsregierung erwartet, daß diese mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln die Durchführung der Reichsgeieze in Bayern veranlaßt. Die pfälzische Bevölkerung wird in dieser Frage unentwegt hinter der Neichsregierung stehen. Für die Folgen, welche ein offener Konflikt zwischen Bayern und Reich herbeiführen müßte, trägt die bayerische Regicrung allein die Verantwortung." 1 Dollar= 730 Mark Am Donnerstag nachmitting war der Dollarkurs bereits auf 805 M. gestiegen. Auf die Ursachen haben wir wiederholt hingewiesen. Jest scheint die Rede des englischen Schatfanzlers Sir Robert Hornes das Vertrauen zum Wiederaufkommen der deutschen Wirtschaft wieder etwas gehoben au haben. Eine herrliche" Weltordnung, die fapitalistische, die es ermöglicht, daß eine blindwütige Note ganze Völker Wandelgängen und Arbeitsräumen der Barlamente gen macht wird. Sebet draußen die Praxis, des Wirtschaftslebens aufstrebenden Baum. Gehet voran, in Dingen des inneren Friedens des deutschen Volkslebens. Nur schade, daß die nationalliberalen Strefemänner erf febt zu diefer Erkenntnis kommen. Vor dem Kriege und im Kriege, furzum: dann, wenn es gegen links ging, börte man's befanntlich anders. Im übrigen: was soll die Mahnung an die Regierunga die doch alles getan hat, um die Monarchisten zu schonen, die ganz offen den gegenwärtigen Staat unterminieren und ihm schon mehrmals zu stürzen versuchten. Die ganze Ueber parteilichkeit" tann nach alledem nur den 3wed haben, auf feinen Fall den Anschluß an die Deutschnationalen zu vers passen. Die Verordnung zum Schuße der Republik Aufhebungen und Ergänzungen Wie der amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hebt des Minister des Innern infolge Inkrafttretens des Reichs gesetzes zum Schuße der Republik seine zu den Verordnun gen des Reichspräsidenten ergangenen Bekanntmachungen vom 26. Juni 1922 auf. In der Bekanntmachung, in der diese Aufhebung des Näheren ausgeführt wird, weist der Mi nister darauf hin, daß die Verordnung des Reichspräsidenten vom 26 Juni über das Verbot bestimmter Versammlungen und die zu dieser Verordnung ergangene Bekanntmachung vom gleichen Tage, die das Preußische Ministerium des In nern herausgab, nicht aufgehoben sind. Zu den in dieser Bekanntmachung erlassenen einstweiligen Verbote von Rea gimentsfeiern und anderen Veriammlungen von Angehöris gen ehemaliger Truppenteile bemerkt der Minister in Ers gänzung des zweiten Telles seines Erlaffes vom 15. Juli noch folgendes: 1. Solche Vereinigungen von Angehörigen ehemaliger Truppenteile, die wie der Bund deutscher Militäranwärter, der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, der Bund ehemaliger Kriegsgefangener, nicht wesentlich auf dem Grundjaße der Traditions- und Kameradschaftspflege beruhen, sondern in der Hauptsache die Förderung der wirtschaftlichen und sozias len Belange ihrer Mitalieder bezwecken, werden von dem Verbot ausgenommen. 2. Nur den Mitgliedern zugängliche Veranstaltungen rein gesellschaftlicher Art der Vereinigungen von Angehörigen ehe maliger Truppenteile gelten nicht als Versammlungen im Sinne meines Verbotes, sofern sie in gedeckten Räumen stattfinden. 3. Die geschlossene Teilnahme der Mitglieder solcher Vereinigungen an Feierlichkeiten anläßlich der Beerdigung von Mitgliedern fann von den Ortsvolizeibehörden zugelassen werden, wenn hierbei Waffen nicht mitgeführt, schwarz- weißrote Abzeichen nicht gezeigt werden und auch sonst eine Ge fährdung der öffentlichen Nube, Sicherheit und Ordnung infolge der Teilnahme der Vereinigung an der Beerdigungs feierlichkeit nicht zu beforgen ist. Bon den Rahenaumördern Die bürgerliche Presse Berlins berichtet, von den am Nathenaumord beteiligten Personen seien 15 so belastet, da sie in Haft behalten werden müßten. Die übrigen Verhafteten seien freigelassen. Es heißt, die Freigelassenen wollten den Spieß umfehren und ihrerseits gegen das Ber liner Polizeipräsidium Strafantrag wegen Amtsmißbrauchs stellen. Einige von ihnen hätten 17 Tage in Untersuchungshaft zubringen müssen, ehe sie dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden wären. Nun ist es gewiß 6- Sauerlich, wenn unter den Verhafteten vereinzelt Unschuldige das Dos der Verbrecher teilten. Das ist beim Rathenaumord jedoch nicht das erste Mal der Fall und niemand regt sich sonst über derartiges auf. Während des Krieges ist den Personen, die von der Kaiserregierung au Tausenden in Schubhaft" ge nommen wurden, weit schlimmer mitgespielt worden. Man hat sie hungern lebat sie geprügelt und in schlimmster Weise malträtiert. Von deutschnationaler Seite ist gegen diese da mals wiederholt im Reichstage zur Sprache gebrachte syste matische Menschenquälerei nichts eingewendet worden. Die Herren sollten daher auch heute hübsch den Mund halten, zumal die meisten der Berhafteten doch wohl genau wußten, welchen Personen sie in den Rathenaumördern weiterhalfen. Jemand, der wegen Mangel an Beweisen laufen gelassen wird, hat wirklich fein Recht, sich hinterher zu entrüsten. Die Untersuchung gegen Techow soll nahezu abgeschlossen sein. Ob er wegen Mittäterschaft oder wegen Beihilfe zum Mord angeklagt wird, ist noch unentschieden. wie mit einem Schlage in Abgründe stürzt und ein Bort Keine Auslieferung des AnarchistenGhezzi eines Schabkanalers eines weniger in Desperatopolitif machenden Landes sofort wieder eine, wenn auch kleine, Barriere aufrichtet. Schon morgen fann ein neues Donnerwort Poincarés die scheinbar etwas eingedämmte Gefahr vervielfachen. Immerhin eine herrliche Weltordnung, aber herrlich nur für die, die sich auf dem stürmischen Felde der Spcfulation auskennen. Die überparteiliche Volkspartei Der Deutschen Volkspartei, dem Nachfömmling der früheren Nationalliberalen, genannt Bartei Drehscheibe". geht es gegenwärtig wie ihrer Stammutter: sie weiß nicht recht, ob sie für die Republik oder die Monarchie fein soll. Jebt hat sie endlich ein Schlagwort gefunden, mit dem sie glaubt, ibre wiespältigkeit au verdecken. Seit einiger Zeit mimt fie Ueberparteilichkeit. Davon hat vor einigen Tagen die D. A. 3.", unter Leitung des Sozialdemokraten Lentich, ein Riedlein gesungen, und jetzt folgt auch die„ Nationalliberale Korrespondena", der offizielle Pressedienst der Deutschen Volkspartei. Der preußische Landtagsabgeordnete Schiftan läßt fich darin folgendermaßen vernehmen: " Eine Regierung der Gewaltsamkeit tönnte nicht dem inneren Frieden dienen: fie würde nur die Geschäfte der politischen Gegenspieler besorgen. Darum set den deutschen Regierenden gesagt: Fühlet Euch als Vertreter der deutschen Gesamtheit, und verleget nicht die Gefühle derer, die ein anderes Ideal in bezug auf die heutige Staatsform haben, sofern fie chrlich den zeitlichen Notwendigkeiten des Staates nes nügen. Treiket keine Herrschaft der Gewaltsamkeit, auch wenn Ihr dazu gefeßmäßig berechtigt seid. Ihr würdet damit nicht dem inneren Frieden dienen. Suchet die Notgemeinschaft aller ehrlich denkenden Deutschen ieder Parteirichtung. Wendet das scharfe Sawert des Ge seges nur da an wo es lid um die Staatserhaltung haus delt. Erhebet Euch über die Politik, die in den staubiaen Die AusCeferungsfrage des hier verhafteten italienischen Anarchisten Gheaal ist in ein neues Stadium getreten. Ghezzi wurde bekanntlich zusammen mit dem Italiener Boldrint meget des Bombenattentats auf das Theater in Mailand verhaftet. Während Boldrini auf Verlangen der italienischen Regierung bereits ausgeliefert und auch in Mailand abgeurteilt worden ist. verzögerte sich die Auslieferung des Gheast. Nunmehr wird diese von den italienischen Behörden gegen Ghezzi nicht mehr wegen der Teilnahme an dem oben erwähnten Attentat, sondern nur wegen Teilnahme an einem verbrecherischen Komplott und wegen des Besißes einer Handgranate betrieben. Von Justizrat Viktor Fränkl wird diesem Auslieferungsbegehren mit der Begründung entgegengetreten, daß es jetzt nicht mehr um ein reines Verbrechen, wie bei der Auslieferung Boldrinis, handele, sondern um ein politisches Bergehen, bezüglich dessen die Verfassung des Deutschen Reiches eine Auslieferuna verbietet. Um die Angelegenheit noch flären zu können, ist von den deutschen Bes hörden in Italien um Ueberlaffung der rtokolle des Bol drini- Prozesses gebeten worden. Inzwischen wird sich Ghezzt demnächst wegen eines Saftvergehens vor den hiesigen Ge richten zu verantworten haben. Keine Einberufung des Reichstage. Wie aus amtlicher Mitteilung hervorgeht, hat die Besprechung der Fraktions führer mit dem Reichskanaler am Mittwoch die Gewiß heit darüber ergeben, daß sich in der Beurteilung der Lage alle Partelen mit der Regierung einig sind. Infolgedeffen. hält man es zurzeit nicht für notwendig, den Reichstag ein amberufen. Auch eine Einberufung des Auswärtigen Ausschuffes fommt nicht in Frage. Gin Bret 2100 Kronen. Von Montag ab wird in Wien der Preis für den Normallaib Brot 2400 Rronen betragen Bolschewistenjuffiz Die„ Note Fahne" hat einen Teil des Materials aus dem Pariser Archiv veröffentlicht, das von Agenten der monarchistischen Gegenspionage gestohlen und von ihnen der Gegenspionage der Sowjetregierung über mittelt wurde. Wir wissen nicht, was in diesen Dokumenten echt und was gefälscht ist. Diese Papiere haben eine Wanderung durch zu viel schmutzige Hände durchgemacht. Aber geben alle diese Dokumente, selbst wenn fie der Wahrheit entsprechen sollten, der„ Roten Fahne" das Recht, die Köpfe der Goz, Timofejeff und der anderen zu fordern, die in Moskau auf der Anklagebank fizen? Geben sie der Klara Zetkin das Recht, durch blutrünstige Reden, die an die Mostauer Henter gerichtet sind, ihre grauen Haare mit Schmach zu bedecken? In der von der Sorojetregierung herausgegebenen Schrift über dieses Material kommen Dußende von Namen vor, aber fein einziges Mal auch nur ein einziger Name von einem der Mosfauer Angeklagten. Und das ist auch sehr leicht begreiflich: alle in Frage kommenden Taten fallen in eine Zeit, wo Gotz und seine Freunde schon längst im Gefängnis faßen. Es sind dies alles Taten ausländischer Emigranten, die den Massen entfremdet und der Kontrolle der Parteit entzogen waren, deren Zentralorgane in Rußland durch die Verfolgungen der Bolschewisten zerstört worden sind. Und nnn sollen Goly, Timofejeff, Dons kot und andere mit ihren Köpfen Handlungen verantworten, an denen sie nicht teilgenommen. haben und auch nicht teilnehmen konnten? Und das soll kommunistische Justiz sein! Aber noch mehr! Goz und seine Genossen haben wiederholt öffentlich in Briesen, die sie aus dem Gefängnis schickten und die sie in der Parteipresse der Sozialrevolutionäre veröffentlichten, sich gegen neue Bersuche eines bewaffneten Stampfes mit den Bolschewisten und gegen jede neue Intervention ausgesprochen. Und wenn das wahr sein sollte, was in den veröffentlichten Dokumenten auf das Konto nicht der Partei der Sozialrevolutionäre und nicht auf das ihrer ausländischen Delegation, sondern auf dasjenige eines Parteilosen Administrativen Zentrums" gesetzt wird, so unterliegt es feinem Zweifel, daß Goß und seine Freunde in der schärfsten Weise gegen eine solche Tätigkeit Stellung genommen hätten, wenn sie ihnen rechtzeitig bekannt geworden wäre und wenn sie die Möglichkeit gehabt hätten, frei aufzutreten. Die„ Note Fahne" und Klara Zetkin wissen wohl, daß sie den Tod der revolutionärsten Elemente der Partei der Sozialrevolutionäre verlangen, die fähig sind, das Abenteuertum zu bekämpfen, welches in gleichem Maße Eigenschaft der bolschewistischen Partet wie eines Teiles der Sozialrevolutionären Partei ist. Indessen auch nach der Veröffentlichung dieser Dofumente würde das Todesurteil für Gotz und seine Freunde die größte Schmach sein für die Bolschewisten und für die Dritte Internationale, welche sich mit ihnen folidarisiert hat. Und auch nach der Veröffentlichung dieser Dokumente würde das internationale Proletariat nicht aufhören, die Henker zu brandmarken und zwar nicht aus rein humanitären Erwägungen, sondern aus dem Grunde, weil eine blutige Rache für Taten, die bereits dem Gebiete der Geschichte angehören, einen neuen Keil in die Arbeiter und Bauernmasse Rußlands treiben, von neuem schwere innere Stämpfe entfesseln und indem sie Revolutionäre vernichteten, den Boden für den schlimmsten Triumph der Konterrevolution bereiten würden. Darum: Nieder mit der blutigen Rache, nieder mit Todesurteiben! forderte Krylenko der Ankläger von der K. P. R.- forderte nach der„ Roten Fahne" für die Angeklagten der ersten Gruppe mit Ausnahme der Angeklagten Derf Utgoft und globin die Anwendung des höchsten Straf= ausmaßes. Das Revolutionstribunal ist ein Organ des Klaffenkampfes(!!) der Arbeiterklasse, das gegen die Feinde des Proletariats gerichtet ist, und aus diesem Grunde tann es für die Angeklagten der ersten Gruppe, mit Ausnahme jener, die ich schon genannt habe, unr eine Strafe geben: Den Tod durch Erschießen! ware despard angebragt, daß die Sowjet- Regierung von neuem bestätige, daß auch von vornherein die Absicht be= standen habe, das Urteil des Tribunals zu mildern. Die gifttriefende Entgegnung der„ Prawda" läßt die Berliner Zeitung trotzdem kalt und unbeirrt an ihrem Standpunkte festhalten. Der Vorsitzende des allrussischen Vollzugsrates Kalinin scheut sich nicht, in einer Unterhaltung mit dem Vorsitzenden des professionellen Verbandes der Metallarbeiter an verschiedenen Momenten der Gerichtsverhandlung eine abfällige Kritik zu üben. Es will fast scheinen, als wollten die leitenden Männer Moskaus im legten Augenblick trotz alledem der Vernunft und der Gerechtigkeit zum Siege verhelfen, als ob im allrussischen Vollzugsrat die Richtung Oberhand erhalten habe, die eine versöhnende Stellung ihren politischen Feinden gegenüber einnimmt. Das westeuropäische Proletariat würde eine jede Wendung, die mit der Würde des Sozialismus vereinbar ermuß abgewartet werden. Das Urteil wird wohl nicht mehr scheint, nur freudig begrüßen. Ob diese Zeichen nicht trügen, lange auf fich warten lassen. Ein neuer Hölz- Prozeß? Die Korrespondenz BS. meldet: Die Verteidiger des im Juni v. J. wegen Hochverrats in Tateinheit mit Totschlag und zahlreichen anderen Straftaten zu einer lebensMar Höla, Justizrat Viktor Fränkl- Berlin und Rechtsanlänglichen Zuchthausstrafe verurteilten Bandenführers aufnahmeverfahren des Hölz- Prozesses, soweit die Tötung walt Hegemisch- Gelle, betreiben augenblicklich das Wiederdes Gutsbesizers Heß in Frage kommt. Das Sondergericht war damals bekanntlich zu der leberzeugung gekommen, daß Hölz den Gutsbesitzer Heß auf Rittergut Roizschenburg. in der Provinz Sachsen vorsätzlich, aber ohne Ueberlegung getötet habe. Die Verteidiger wollen nun auf Grund neuer Ermittelungen nachweisen, daß Sölz mit dem an den Gutsbefizer verübten Totschlag überhaupt nichts zu tun gehabt habe, und daß somit eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Höhe des Strafmaßes entfielen. Sollte es tatsächlich auf Grund der neuen Beweismomente zu einer Wiederaufnahme des Holz- Prozesses tommen, dann wäre hierfür das Reichsgericht in Leipzig zuständig. Die Lebenshaltungskosten Die auf Grund der Erhebungen des Statistischen Reichsamis über die Aufwendungen für Ernährung, Heizung, Beleuchtung und Wohnung berechnete Neichsindegaiffer für die Lebenshaltungskosten ist im Durchschnitt des Monats Juli auf 4990 gestiegen, gegenüber 8779 im Monat Juni Die Steigerung ist diesmal außerordentlich groß. Sie beträgt 32 v. H. gegen 9,2 v. H. vom Mai auf Juni. Die Reichs= indegziffer für die Ernährungskosten stellt sich im Durchschnitt. des Monats Juli auf 6836. Die Steigerung von 33,5 v. H. gegenüber dem Vormonat ist demnach nicht viel höher als die der Gesamtausgaben. Zu der Erhöhung der Lebenshaltungskosten haben die der Valutaverschlechterung ständig folgenden sprunghaften Preissteigerungen sämtlicher in die Erhebung einbezogenen Lebensbedürfnisse( mit Ausnahme der Wohnungsmiete) beigetragen, besonders auch die hohen Preise für Kartoffeln neuer Ernte. Der Fortschritt der Teuerung ist sowohl in den Großstädten wie in den mittleren und fleineren Städten wenig einheitlich; in feiner Erhebungsgemeinde ist indessen die Teuerung gegenüber dem Vormonat um weniger als 20 v. H. gestiegen. Deutschnationale und Gefreideumlage bei der legten Getreidenmlage sich als die Hüter und Beschützer der Bauern aufspielten und eine maßlose Sebze gegen die Befürworter der Umlage betrieben. Jezt wird in dem Organ des Bayerischen Bauernbundes„ Der Bündler", in Nr. 31, den Deutschnationalen folgendes ins Stammbuch geschrieben: Bekanntlich waren es die Deutschnationalen, die Wer ist denn der Vater der Gtreideumlage? Sind es nicht die Führer des Bundes der Landwirte Dr. Nöside und Freiherr v. Wangenheim, die im Jahre 1917 den Vorschlag machten, zur Abschaffung der 3wangswirtschaft eine Umlage einzuführen? Und waren es nicht Deuticnationale, die der ersten Umlage zur Annahme verhalfen?! Ant 16. Juni 1921 wurde im Reichstage über die erste Umlage abgestimmt. Der Antrag, eine limiage abzulehnen, wurde mit 158 gegen 170 Stimmen, also nur mit 12 Stimmen Meyrheit abgelehnt. Wäre dieser Antrag angenommen worden, wäre die Umlage gefallen. Die Hauptsache bei dieser Abstim mung ist, daß von den Deutschnationalen, die der Bund der Landwirte als seine" Partei betrach= tet, 19 Mann fehlten, darunter der Landwirtebundführer Dr. Rösicke und der in Bayern so wohlsefannte& dler v. Braun, der zwar in Berlin wohnt, aber sich von den banerischen Bauern auch wählen ließ. In Nr. 28 des Bund Die Schlußakkorde im Moskauer Prozeß der Landwirte" beißt es über die Abstimmung am 1. Juli 1922: ,, Geschloffen stimmte die Deutschnationale Volfs= partei und die Deutsche Voltsvartet dagegen. Geteilt waren die Bayerische Volkspartei. die Demokraten, das Zentrum und der Bayerische Bauernbund." Berichwiegen wird, daß von den Dentichnationalen bei der Abstimmung 11 Mann und von der Deutschen Volkspartei 27 Mann gefehlt haben. Warum wird diese Tatsache verfchwiegen? Um den Bauern Sans in die Augen au streuen!" Man schreibt uns: In einem Brillantfeuerwerk von Arbeiter"-Resolutionen, die auf den blutigen Akkord der Todesstrafenforderung abgestimmt sind, wickelt sich in rührendem Zusammenspiel der letzte Aft der tragischen Gerichtsfarce in Moskau ab. Klara Bettin erhofft verschämt, daß' as Tribunal die nötigen Mittel finden werde, um die russische Revolution ein für allemal vor den Sozialrevolutionären zu schützen. Krylenko, dem das Kains- Mal schon seit langem auf der Stirn eingebrannt ist, enthüllt die tiefere Bedeutung der feinsinnigen. Zetkinschen Spekulation und fordert Menschenopfer für seinen Wahnsinnsgöhen, dem fommunistischen Moloch. Bucharin droht dem Tribunal mit dem Zorn des russischen Proletariats. Lunartscharski warnt vor der Popu larität der Sozialrevolutionäre in den Volksmaffen, und der Historiker Pokrowski endlich gefällt sich in offenkundiger Geschichtsfälschung und versucht, die unzähligen Protestresolutio= nen des Internationalen Proletariats durch das Märchen von den sozialrevolutionären bösen Buben, die in Wirklichfeit nicht Sozialisten wären, sondern Verschwörer der Bourgeoific, abzufertigen. Das letzte Wort wird jedoch den An- Heiratserlaubnis für Schuhpolizeibeamte geflagten und dem westeuropäischen Proletariat gehören. Indes hat sich in den Spalten der kommunistischen Zeitungen ein bedeutsames Wortgepläntel, vielleicht aber auch mehr als das, abgespielt. Die Berliner kommunistische Zeitung Natanune" spricht ganz unverbrämt dem Tribunal die Fähigkeit ab, ein objektives Urteil austande zu bringen, da es den Boden der ruhigen Erforschung des Tatbestandes verlassen habe und zur Arena des politischen Kampfes ge= worden sei, wo sich beide Parteien, die durchaus nicht ungerechtfertigte Vorwürfe einander an den Kopf schleudern, so manche taktische Fehler begangen zu haben. Es sei eben noch zu früh, die Geschichte der letzten Jahre zu schreiben. Es Der Bayerische Bauernbund vergißt nur eins: 1917 faßen die Deutschnationalen in der Regierung und waren mit verantwortlich für die Sicherstellung der Volksernährung. Seute hingegen, wo sie ausgeschifft sind, wollen sie sich an den jegt Verantwortlichen durch eine unverantwortliche Opposition rächen und stimmen deshalb grundsätzlich" gegen alles, was von der Republik kommt, selbst gegen Dinge, deren eigene Väter sie sind, wie bei der Getreideumlage. Der preußische Minister des Innern Severing bestimmt, wie den P. P. N. von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, in Erweiterung eines Erlasses von 1921, daß auf Grund der nach dem Erlaß vom 24. Mai 1922 vorzunehmenden Umgestaltung der preußischen Polizei die Zahl der verheirateten, in den Einzeldienst überführten Beamten, die nicht in staatlichen Gebäuden untergebracht sind, nicht auf die Zahl der 20 vom Hundert verheirateten Stellen innerhalb der einzelnen Schutzpolizeikörper in Anrechnung kommt. Zu den Beamten des Einzeldienstes gehören auch technische Kraftfahr-, Beschlags. Sanitäts- und Luftpolizeiüberwachungsbeamte sowie das Stammpersonal der Polizeischulen. Allen im Einzeldienst beschäftigten Beamten ist, unabhängig von Jeber Prozentberechnung, die Heiratser. laubnis unter Zugrundelegung der Bestimmungen des Er laffes vom 4. Mai 1920 zu erteilen." Das Heiratsverbot der Schupobeamten ist überhaupt auf die Dauer unhaltbar. Polizeibeamte zu fasernteren, kann unmöglich dazu beitragen, mit der Psyche der Bevölkerung in genügenden Konneg zu kommen. Das aber ist erforderlich, wenn die Beamten befähigt werden sollen, ihrer Aufgabe in allen schwierigen Tagen vollauf gerecht zu werden. Bericht des Garantiekomitees ( EP.) Paris, 4. Auguft. Das Garantiekomitee_hat_der Reparationskommission den größten Teil eines Berichtes überreicht. Im Laufe des heutigen Tages oder spätestens morgen wird der letzte Teil des Berichtes fertiggestellt. Ec wird dann sofort den intereffierten Ländern übermittelt werden. Stockholms Dagblad gegen Poincaré Stockholm, 3. August. Zu Poincarés letzter Note und dem Sturz der Reichsmart schreibt Stockholms Dagblad: Die Ers fahrungen der letzten Tage sollten Poincaré über die Urs sachen der Martverschlechterung belehren. Poincaré will nicht sehen, daß er selbst zu den wirksamsten Verderbern der deutschen Baluta gehört. Jede Note Voincarés wird von den Börsen der ganzen Welt notiert. Die Mark finkt, so oft der Unversöhnliche spricht. Nun steht die Krisis unmittelbar vor der Tür. Das nächste Wochenende wird vielleicht der Menschheit zeigen, daß die französischen Heere im Namen der zu erpressen, welches das verarmte Land nicht bezahlen kann. Zivilisation in ein wehrloses Land dringen, um das Gold Soll sich die Menschheit, die das Elend des Weltkrieges aus nächster Nähe erlebt hat, in diese Gewalttaten ohne Protest finden? Der Säbel des Marschalls Foch ist das Symbol für das Schicksal Frankreichs, das in den Krieg zog, um den Militarismus zu vernichten, und jetzt bereit steht, um im Namen des Friedens seine Waffen gegen Wehrlose aut richten. Abbruch des Streik in Italien ( EP.) Rom, 3. Auguft. Der Geheime Streikausschuh der Arbeiterallianz hat den Abbruch des Generalstreiks be= flätigt und fordert alle Verbände zur sofortigen Wiederauf= nahme der Arbeit auf. Ebenso verkündet der allgemeine fozialistische Gewerkschaftsbund den Streifabbruch. ( EP.) Mailand, 3. August. Der Industriellenverband hat beschlossen, morgen, Freitag, in allen Fabriken die Aussperrung vorzunehmen, da die Arbeiter heute mittag den Betrieb nicht wiederaufgenommen haben. An der Aussperrung nimmt die Metallindustrie nicht teil. Faszisten- Diktatur ( EP.) Mailand. 4. August. Die Faszisten besetzten das Rathaus in Mailand und erklärten, das Rathaus nicht ränt men zu wollen, bevor die Regieruna fich verpflichte, an Stelle der Sozialisten einen außerordentlichen föniglichen Kommissar für die Leitung der Stadtverwaltung von Mailand zu ernennen. Ein große Volfsmenge unterstützte die Faszisten durch ihr Vorgehen gegen die Polizei und das Militär, das zum Schuße des Rathauses aufgeboten war. Auf dem Balkon bes Rathauses wurde die Trifolore aebiht. Die sozialistischen Stadträte proteflierten gegen die Besetzung, mußten jedoch unter dem Schuß einer Abteiluna Faizisten abziehen. D'Annunzio, der aus seinem Hotel herangeholt wurde, hielt eine Ansprache. Der„ Gorriere della Sera" schreibt, daß der für die Dauer des Streifs zum Kommissar ernannte Graf Solli dauernd mit der Verwaltung betrant worden sei. Der Palast Tomarino bleibt von den assisten unter dem Kommando des Hauptmanns Formi besetzt. Auflösung der italienischen Rammer ( EP.) Mailand, 4. August. Tie„ Idea Nacionale" mel det, Ministerpräsident Facta habe vom König das Dekret zur Auflösung der Kammer verlangt. Der„ Popolo d'Ita lia" bestätigt die Nachricht. Griechenland marschiert ( EP.) London, 4. August. Auf eine Anfrage im Unter hans erklärte fond George, daß trop der Warnungen der Alliierten an Griechenland die griechische Armee in Thrazien weiter in der Richtung auf Konstantinopel vorrücke. Bloyd George fügte hinzu, daß wegen der unübersehbaren Folgen, welche eine Belegung Konstantinopels durch die Griechen nach sich ziehen würden, die alltierten Regierungen die nötigen Maßnahmen ergriffen haben, um sich dem militärischen Plane zu widersehen. Des weiteren erElärte Blond George, daß die Unterhandlungen für den Abschluß eines Friedens zwischen den Griechen und Türken noch immer im Gange seien. Kommunistische Leicheuschädigung. Die„ Note Fahne" druckt unter Groß- Berlin zum Zwecke ihrer Heßpolitik die Erklärung der Sozialdemokratischen Reichstagsfraktion ab unter der Ueberschrift Hugo Haase( Soz. Fraktion). Sie verschweiat natürlich, dak unier Genoffe Haase nur unter dem Rwange der Fraktion die Erklärung verlas, selbst aber Gegner der Bewilligung war. Spekulieren die Kommunisten darauf, daß unier toter Führer sich nicht mehr wehren kann oder haben die Jünglinge in der„ Roten Fahne" von den Vorgängen am 4. August feinen Schimmer? Sie sollten sich dann wenigstens bei dem Kriegsberichterstatter Dil we II erfundigen. Der ganz begeistert für Krieg und Kriegskredite war und offenbar deshalb jetzt in der Redaktion der„ Roten Fahne" sitzt. Vertreter der ruiflichen sozialistischen föderativen SowjetDie russische Bertretung in Berlin, Der bevollmächtigte republik Krestinski hat Berlin verlassen. Während seiner Abwesenheit führt Herr Stefan Bratmann- Brodowski die Geschäfte der bevollmächtigten Vertretung. 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Wie aus dem Polizeimaterial des Rathenaumordes hervorgeht, laufen die Fäden der verschiedenſten reaktionären Organisationen in München zusammen. Hier berühren sich die maßgebenden Führer des„ Stahlhelm", des„ Heroldbundes", der„ C- Organisation" usw. mit den russischen Monarchisten, und, wie beim Lichte des Erzbergerattentats zutage trat, mit dem erwachenden Ungarn". Die moderne Reaktion ist nicht allein eine internationale Erscheinung, sondern auch eine internationale Organisation. Merkwürdig ist die Kühnheit, mit der die Reaktionäre der verschiedenen Länder auftreten. Am blutdürstigsten und verwegensten sind heute die italienischen Faszisten. Durch Dick und Dünn zwingen sie die ihnen nicht zu Gesicht stehenden sozialistischen Stadträte zum Rücktritt, wühlen die Arbeitskammern auf und Hintern die Vertreter der Arbeiterschaft an ihrem Erscheinen auf nationalen Zusammenfünften und Kongreffen. So zeigten sich auch die deutschvölkischen„ Patrioten" bis zu den allerlegten Zeiten nicht schamhafter als etwa die Helden des Horthyschen Regimes. Jedoch nicht allein die Erscheinungsformen der modernen Reaktion sind sich durch ganz Europa ähnlich, sondern auch die sozialen Ursachen, auf die die mitteleuropäische Reaktion zurückzuführen ist, stimmen in all diesen Ländern auffallend miteinander überein. Die Masse der Reaktionäre setzt sich aus den Schiff brüchigen des Weltkrieges, aus gewesenen Offizieren, aus„ abgerüsteten" aber sich dem friedlichen Arbeitsleben nicht anpassen könnenden Existenzen zusammen, und zwar in Italien sowohl wie in Deutschland und Bayern, in Desterreich und Ungarn. Das Lager der ihrer Stellen verlustig gewordenen Offiziere wird in den letzteren Ländern noch durch den großen Haufen stellenloser Beamten vermehrt. Diese Desperados der Gesellschaft könnten jedoch nicht zu sozialer Macht gelangen, wenn sie nicht die Sympathien eines beträchtlichen Teiles der intellektuellen Schichten sowie die materielle Unterstützung des von der Arbeiterschaft bedrohten Großkapitals und insbesondere des Großgrundbesitzes hinter sich fänden. In den Ländern, wo die Intelligenz ihre Machtstellung durch den wachsenden Einfluß der Arbeiter klaffe bedroht fah, richtet sie sich zum großen Teil gegen die Arbeiterschaft und den Sozialismus. Mehr noch als die steigenden Löhne der Arbeiterschaft, deren Erhöhung doch eigentlich nur Schein ist, wird die in Haß umschlagende Konkurrenzwut der Intelligenz durch die Steigerung der sozialen Macht und des Prestiges Der Arbeiterschaft gereizt. Und da diese Erscheinungen sich in den bestegten Ländern und bei den Siegerstaaten seigen, die gleich Italien in vielem das 20s der Befiegten teilen, darum erhebt die moderne Reaktion in erster Linie nicht in England und in Frankreich ihr Haupt, wo die Autorität der alten Mächte vergleichsweise weniger erschüttert ist, sondern in Deutschland, Italien und Ungarn. Sinzu tritt der wirtschaftliche Verfall dieser Klassen. In intereſſanten Bemerkungen weist die englische " Nation" auf diesen Zusammenhang hin. Die Sittenverwilderung der Junkerklasse, so führt sie aus Der Entgleiste Roman von Wilhelm Holzamer. ( 11. Forsesung.) Die Klar war noch nie hier gewesen. Das imfing fie nun. Das war so vornehm, so gepflegt, wie wenn einer seine Sonntagstleider anhat, ein frisches Hemd und einen weißen Kragen und blankgewichste Stiefel, in denen fein Fältchen ist. Die Klar begriff jetzt, daß hier die„ gewöhnlichen" Leute nichts zu suchen hatten. Der alte Krafft war kein Schullehrer wie die anderen, die an der Staatskrippe futtern und einer ein Schafs gesicht hatte wie der andere, der Krafft war ein Schullehrer für die feinen" Leute. Die Umgebung und dieser Gedanke, das machte sie verlegen. Was wollte sie da! Das Herz fiel ihr in die Schuhe. Und das war ihr eigener früherer strenger Lehrer, der da in seinem schlohweißen Bart vor ihr stand. Die Kirchturmuhr schlug den letzten Schlag. Die Alar grinste und wurde rot. Dann deutete sie nach dem Garten hin und sagte: Wie geleckt, Herr Lehrer!" Das war der höchste Ausdruck ihrer Bewunderung, den sie in der Verlegenheit finden fonnte. Aber wie das Wort gesagt war, hatte sie auch ihre gewöhnliche Forsche wiedergefunden, und sie fügte hinzu: das " Nichts für ungut, Herr Lehrer, aber unsereins weiß auch, was schön ist, wenn man's auch nit so sagen fann. Schön ist's bei Ihnen da. Pozz Dunner tät mir auch gefallen." T Sie lachte mit ihrem breiten, derben Gesicht, und es strahlte von einer Aufrichtigkeit und geraden Ehrlichkeit, daß es dem Krafft wohltat, hineinzusehen. Er hatte schon unmutig werden wollen, nun war aber die Stirnfalte, die ihm in übler Lanne immer so tief und breit über die Stirne querlief, wieder geglättet. " Was führt Sie zu mir, Klar? Kann ich Ihnen etwas helfen? Es freut mich, wenn Ihnen mein Garten gefällt. Was ist Ihr Anliegen?" " Ich hab schon gemerkt, ich hätt auch eine halb Stund früher kommen können," steuerte die Klar langsam um ihre Sache herum, um desto sicherer mitten in ist ohne Zweifel gleich den Brutalitäten der Faszisten and Black and Tans( die Faszstien der irischen Redie maßlose Erbitterung dieser Junker hat noch eine andere Quelle. Sie leiden auch in eigener Person unter der allgemeinen Berarmung. Man kann wohl sagen, daß die deutsche Arbeiterklasse auf die Hälfte ihres Borkriegseinkommens, gemessen an seiner Kauftraft, gesetzt ist. Die Mittelklasse jedoch und insbesondere die Beamten sind auf der sozialökonomischen Stufenleiter verhältnismäßig viel tiefer heruntergeglitten. Die Studentenschaft, die die meisten der aktiven Berschwörer angehören, sahen ihre Laufbahn durch den Friedensvertrag versperrt. Viele von ihnen wären gern Berufsoffiziere geworden und andere hätten in den deutschen Kolonien oder in den zahlreichen überseeischen Geschäftshäusern und Unternehmungen, die während des Krieges aufgehoben wurden, ihren Platz gefunden. Der Frieden hat für diese Klasse den Ruin bedeutet, und so wünschenswert es ist, daß ihnen eine große Armee nicht mehr offen steht, so fann es andererseits doch nicht als Gewinn für die Welt angesehen werden, daß ihnen andere nützliche Laufbahnen verschlossen sind. Hinter diesen jungen Menschen, die an der Schwelle des Lebens stehen, steht die viel beklagenswertere Klasse der Bejahrten, ihrer Eltern oder Verwandten, deren monatliche Pensionen in dem entwerteten Geld kaum den Bedarf eines Tages zu decken vermögen. Der Hunger der Blockadejahre machte aus der mitteleuropäischen Arbeiterschaft eine umwälzende Kraft. Das langsame schleichende Elend der Beamten und eines Teiles der erwerbenden Schicht erzeugt genau die gleiche Verzweiflung nur mit dem Unter schied, daß sie nach der Rückkehr der guten alten Zeit verlangt. Diese Klasse beschuldigt nicht ihre eigenen Führer für den Krieg. Sie beschuldigt die Zivilisten des Hinterlandes, die an der Schwelle des fünften Kriegswinters umfielen. Sie beschuldigt die Linke, die sich von den 14 Punkten Wilsons täuschen ließ. Jedoch vor allem anderen beschuldigt fie die republifanischen Parteien, die in ihrer Ohnmacht der Ausführung des Versailler Vertrages zugestimmt haben. Die Kühnheit der Reaktion wäre unverständlich, wenn sie nicht auf die wohlgesinnte Unterstützung der Behörden rechnen könnte. Ju Italien steht das Migegenüber. In Deutschland haben die Mordpatrioten litär und die Bürokratic den Faszisten sehr sympathisch allieits, von der Polizei angefangen bis zu den höchsten Funktionären der Gerichtsbarkeit, verständnisvolles Entgegenkommen, aftiven und passiven Beistand gefunden. Die moralische Unterstügung eines Teils der herrschenden Klasse wird durch die materielle Unterstützung des anderen ergänzt. In Italien und Deutschland fließen auf dem Wege freiwilliger Spenden riesige, Summer in die Staſſen der geartionären Dr Großgrundbesitz hat die bewaffneten Konterrevolutio= ganisationen. Das Großkapital und mehr noch der näre in seinen Sold genommen. Der italienische Großgrundbesitz verwendet Faszisten zur Erdrosselung der Arbeitergenossenschaften und der Gewerkschaftsbewegung. In Deutschland leben die verschiedensten deutschvöllischen Organisationen, so 3. B. die Roßbach gung. In Deutschland leben die verschiedensten deutschArbeitsgemeinschaft davon, daß sie auf Geheiß der Gutsbesitzer die streifenden Landarbeiter mit Knüppein bearbeiten, wofür sie mit Geld, Wein, Zigaretten, Schinken usw. belohnt werden. Die herrschende Schicht in Ungarn hat es stets verstanden, sich die für ihre cigene Verteidigung erforderlichen Geldmittel aus der Staatskasse zu beschaffent. Fluß zu kommen, aber' s ist ein langer Weg, von unserer Ziegelgaß bis her zu Ihnen, durchs ganze Dorf durch, Herr Lehrer." Der Kraft nickte, und in seinen großen Tränenerst mit der linken Hand übers linke Ange, dann mit säcken zuckte es. Er hob die Brille ein wenig und strich der rechten übers rechte. Das war die Ungeduld. Die Klar merkte es. Aber nun war sie ja auch im und rechten Fahrwasser. Nun einen Steuerruck fielgerade ins Ziel: Sonnabend, 5. August 1922 Ein allgemein interessantes Symptom ist übrigens, engste mit dem Großgrundbesitz verbunden sind. Die daß die Reaktionäre der verschiedenen Länder aufs den Großgrundbesitz und dieser wendet sich, um seine durch den Krieg verursachte soziale Bewegung bedroht Gristenz zu retten, an jene verzweifelten Elemente, deren Existenz in Deutschland, Italien, Ungarn usw. durch den Krieg vernichtet ist. In Ungarn sind die Gr wachenden" gegenüber der drohenden Agrarreform die vorgeschobenen Posten des Großgrundbefizes. Italien hat seit der Zeit der Gracchen keine so gewaltige Bodenreformbewegung erlebt wie heute. In diesem Kampf hat der Großgrundbesitz die Fasziſten in seinen Sold " genommen. Dieser Umstand macht es erklärlich, Partei, die großgrundbesitzfeindliche christliche Volkswarum neben den Sozialisten die größte italienische partei, sich der die Faszisten begünstigenden Regierung entgegensetzt. Sozialismus und der Reaktion hat es bewiesen, daß Der sich vor unseren Augen abspielende Kampf des herrschenden Klassen, nicht bloß in der Technik des die Studenten und die Offiziere, die Mitglieder der Waffengebrauchs besser bewandert, sondern auch Krieges empfänglicher sind, wie die Arbeiterschaft. Der kämpferischer und grausamer, für die Psychologie des bracht, daß das Bekenntnis zum Evangelium der Gereaktionäre Internationalismus hat den Beweis er walt, zum alleinfeligmachenden Terror eine Theorie ist, die nicht der Praris des Sozialismus, sondern der des Faizismus" dient. Demgegenüber kann und soll vermöge ihrer unentbehrlichen Stellung als Träger die Arbeiterschaft mit ihren eigenen Waffen, die ihr der gesellschaftlichen Produktion zu Gebote stehen, dieser neuen Internationale der Reaktion die Spize bieten. Wer schützt die Schützer der Republik? Von Willy Meir- Kiel. Es gibt Namenlose, die beim Kapp- Putsch Leben und Ge sundheit für die Republik in die Schanze geschlagen haben: die Kapp- Putsch- Beschädigten. Ihre Zahl ist sicher nicht ge ring. Im Hamburg und Kiel, wo sie sich in einer losen Or ganisation vereinigt haben, beträgt ihre Zahl etwa 300. Leider besitzen wir keine Zahlen aus dem Reiche. Wenn man sich aber der Stämpfe erinnert, die sich im März 1920 über all abgespielt haben, so mas man sich vergegenwärtigen, wie zahlreich die Namenlosen sind, um deren geistiges und mate= rielles Wohlergehen die Republik bisher nur sehr dürftig oder gar nicht Sorge getragen hat. Es gibt Söhne der Re publik, die im tiefften Elend leben, weil sie mit ihrer Not überall abgewiesen werden. Die Behörden und Behördenverfreier erklären abieluckend: Wir find leider nicht aus ständig. In der Tat sind auch die Verhältnisse hinsichtlich der Vers sorgung der Kapp- Butsch- Beschädigten ziemlich verworren. Wo eine Regelung getroffen wurde, ist sie meistens provisorisch, ein unhaltbarer Zustand. Wir haben wohl ein Gesetz beim Schute der Republik schwerverletzten Schüßer der Rezum Schuße der Republik, aber fein solches zum Schutze der pubilk. Ein Teil wird allerdings entschädigt nach dem Tumultschadengesit. ein anderer Teil nach dem Personenichadengejet, ein anderer Teil überhaupt nicht und die Nermiten bezießen- Armenunterſtüßung, soweit kein„ perfönliches Verschulden" vorliegt. Die Bestimmungen des§ 5 des Tumultschadengesezes, die bei persönlichem Verschluden" Erstattungsansprüche Bei ihm lerne er nur Französisch. So müsse sie mal beim Pfarrer fragen- vielleicht daß der's täte. Und vor der Klar ging eine Welt auf, in der alles gut war. Gute Menschen, die einem halfen mit Rat und Tat, gute Menschen, die nicht auf ein::: herausahen, nicht fragten, ob man arm sei, ob man Ziegel mache oder Federhüt, gute Menschen, die einem helfen woll ten und gaben, von dem, was sie zu geben hatten. In ihr wurde es so stolz und feierlich, gerade, als wenn sie mit einer Prozession ginge. Wo man über gestreute Blumen geht, zwischen geschmückten Häusern ' ist wegen mei'm Philipp, Herr Lehrer." Damit faßte sie ein wenig nach der Seite hinter sich hin, wo die Sonne auf einen scheint und man zur und zog den Philipp hervor. ,, Da ist er." kann eine Stunde bei mir drin in der Schule sizzen, „ Es ist gut, Klar," meinte der Krafft. Der Philipp und Sie verweilen sich eine Stunde bei meiner Frau in der Pause besprechen wir das kommen Sie kommen Sie Pause zu halten." dann heraus in meinen Garten, da pflege ich meine der Philipp folgte dem Krafft, als ging's aufs Schafott, Die Klar hatte nicht Zeit zu einer Einwendung, Haus. willenlos und fast bewußtlos die klar trat ins Haus. Und eine ganze geschlagene Stunde lang Schule drüben und der Krafft nicht gestört werde. dämpfte sie ihre Stimme, daß man nichts höre in der Und dann ging fie in der Pause mit dem alten Lehrer den breiten Gartenpfad auf und ab. Sie fragic, ihre Meinung. und er gab Rat- er fragte, und sie sagte geradeaus Dabei dachte sie beständig: wenn sie mich jetzt sehen, in der Nachbarschaft, und sie sehen mich sie kriegen die Gelbsucht vor Neid- und wenn sie mich erst drunten sehen könnten, in der Ziegelgaß sie friegten die Schwarzsucht. Fünf Mart im Monat, das könne sie aufbringen aufbringen das wär noch mal schöner. Wenn Sie's mal nicht können, Klar da wehrte sie schon. - Aber „ Jed Arbeit ist ihres Lohnes wert. Ob mit den Händ oder mit dem Kopp. Das nit, Herr Lehrer." Und dann für später. Nach Mainz dann ins Seminar. Aber da sie von Pfarrerwerden auch geSeminar. Aber da sie von Pfarrerwerden auch gesprochen habe- da müsse der Philipp Latein lernen. Monstranz ausblickt mit dem gleichen Recht wie jeder andere auch. Sie wußte nicht, wie sie es fassen sollte. Sie sah nur auf zu dem alten Manne, dessen scharfe Augen nun voll Milde waren und Güte, und nur noch sanfter hinter den hellen Brillengläsern, durch die sie in die Welt sahen, wie man durch freundliche Fenster sieht, die in ein flares Land, die auf eine liebliche Landschaft gehen. Nichts Häßliches und Trübes sieht man durch fie, nur Klarheit und Helle, nur Liebe und Güte, nur das Schöne, das die Welt erfüllt. Und einen Augenblick sah die Klar selbst durch so ein helles hohes Fenster hindurch in die Schönheit der Welt hinein. Und sie fab nur ihren alten Lehrer an. Aber sie meinte, sie habe neue Augen erhalten. Und sie hatte neue Angen erhalten. Sie war eine Stufe höher in ihrem Leben getreten der alte freundliche Mann hatte sie heraufgezogen. Sie fühlte sich geehrt und fie verehrte. Sie fühlte sich dankbar Sie fühlte sich dankbar und wollte es ausdrücken. Sie konnte nicht. Sie war ganz trunken. Sie hatte feine Worte. Hand Hin. Da ging, wie sie kein Wort finden konnte, Alles war abgemacht. Sie reichte dem Alten die Surch den großen groben Körper ein Rütteln, und der klar schossen die Tränen in die Augen. Der Krafft legte seine Hand auf ihre Schulter. Was werden soll, das hängt nun von Ihrem Philipp ab. Haben Sie nur Vertrauen, Selar." Es ist nit das," schüttelte sie den Kopf. schueuzte sie sich und war wieder ruhig. Dann ( Fortsegumg folgt.) überhaupt ausschließen, haben schon manchen Kapp- PutschBeschädigten zur Verzweiflung gebracht. Bei der bekannten reaktionären Zusammensetzung unserer Behörden kann man sich vorstellen, wie leicht es für anti republikanische Beamte ist, den Beschädigten unter Hinweis auf den§ 5 noch obendrein zu verhöhnen. Die Regel ist, daß ein persön liches Verschulden schon dann vorliegt, wenn der Beschüber der Republik aus eigenem Antrieb gegen die Kappisten vorging. Eine Auslegung, die für das Ansehen der Republik von großem Schaden ist und die jedem Republikaner die Zornesröte in die Stirn treiben muß. Der derzeitige Stand der Dinge muß im Reichstag unbedingt zur Sprache gebracht werden. Es ist längst dringend notwendig, daß sich die Deffentlichkeit der Sache annimmt. Es ist vorgekommen, daß man diese Opfer der Kappisten einfach ihrem Schicksal überließ. Wir können Fälle anführen, wo man die Betroffenen auj das unwürdigste behandelte. Eine zeitlang gab man ihnen Erwerbslosenunterstübung, bald aber wurde diese eingestellt mit dem Bemerken, das Ziel der Erwerbslosenfürforge würde nicht erreicht, was ja an sich richtig sein mag.. die Möglichkeit gibt, bei Rechtsputschen die Abwehrmaß-| dem die Gefangenen arbeiteten, ein bigotter, überfrommer. nahmen der Reichsregierung illusorisch zu machen. In Anbetracht dieser Tatsache und des Umstandes, daß der ADGB. beschlossen hat, die Notstandsarbeiten im Falle von Streits zu übernehmen, ersucht das Reichsfartell die Reichsregierung, die sofortige Auflösung der Technischen Nothilfe vorzunehmen, soweit die allgemeine Durchführung des Beschlusses des ADGB. garantiert ist. Schreitet die Reichsregierung nicht zu den von uns geforderten Maßnahmen, so werden sich die republikanischen Studenten, die heute noch in der Technischen Nothilfe tätig sind, außerstande sehen, ihr weiterhin anzugehören. Von seiten des Sozialistischen Studentenbundes Deutschlands wird uns zu dieser Entschließung zur Vermeidung von Irrtümern noch mitgeteilt, daß der Sozialistische Studentenbund die Technische Nothilfe stets wegen ihrer arbeitnehmerfeindlichen Betätigung abgelehnt und die Zugehörigkeit zu ihr für unvereinbar mit der Mitgliedschaft zum Sozialistischen Studentenbund gehalten hat. Schlußabsaß der Resolution bezieht sich daher nicht auf die sozialistischen Studenten, da solche der Technischen Nothilfe auch bisher nicht angehörten. Die Betroffenen wurden darauf von einer Instanz und von Der Kampf gegen einer Behörde zur anderen geschickt, zuletzt an die Armenverwaltung verwiesen, an Stadtmissionen und ähnliche Bettelinstitute mehr. Gegen diese unwürdige und gesetzlose Behandlung legen die Tumultbeschädigten und Hinterbliebenen allerschärfsten Protest ein. In einer Eingabe an den Reichsarbeitsminister vom 11. März 1922 haben die Betroffenen ihre Lage und ihre Wünsche vorgetragen. Der Reichsarbeitsminister hat Berücksichtigung zugesagt. Wir meinen nun, daß die Materie bei der Behandlung der Gesetze zum Schuße der Republik hätte miterledigt werden können. Die Ausübung selbstverständlicher staatsbürgerlicher Pflichten, wie sie die KappPutsch- Beschädigten in Treue erfüllt haben, darf unter keinen Umständen mit persönlichen Nachteilen verbunden sein. Des= halb sollte die Republik Treue um Treue gelten lassen und bie Schüßer der republikanischen Staatsordnung in der großzügigsten Weise stüßen. Die Geschädigten fordern hinreichende gesetzliche Bestimmungen, nach denen ihre Ansprüche geregelt werden. Sie wenden sich erneut an die Oeffentlichkeit, an die Arbeiterparteien und deren Vertreter im Reichstag, die gewiß für die soziale Not ein genügendes Verständnis haben werden. Wir fordern Schuh für die Beschützer der Republik. Wer im Besitz von Material ist, wo Kapp- Putsch- Beschädigten unwürdig behandelt werden, der sende es sofort an Friedrich Möller, den Vorsitzenden des Bundes der Kappund Tumultbeschädigten, Kiel, Knooper- Weg 48a. Hier wird das Material einer Durchsicht unterzogen und an die Gewirtschaften und die Arbeiterparteien weitergeleitet. Studenten gegen die Technische Nothilfe die Technische Nothilfe Am 1. und 2. August 1922 fand in Jena ein republifanischer Studententag statt, der von 15 Universitäten be= schickt wurde und an dem die drei Spitzenverbände der republikanisch eingestellten Studentenorganisationen, näm= lich der Sozialistische Studentenbund, der Reichsbund und der Reichsverband demokratischer Studenten, teilnahmen. Ferner waren Vertreter der katholischen Studentenschaft auf dieser Taguna als Delegierte anwesend. Es wurde ein Reichstartell deutscher republikanischer Studenten ins Leben gerufen. Diesem Reichsfartell haben sich bisher die Reichsverbände der sozialistischen, pazifistischen und demofratischen Studenten sowie die Vertreter der Zentrumsrichtung angeschlossen. Dieses neu geschaffene Reichskartell nahm folgende Resolution einstimmig an, die laut Beschluß der republikanischen Studentenschaft sofort an das Reichsministerium des Innern weitergeleitet wurde. Das Reichskartell deutscher republikanischer Studenten macht die Reichsregierung, darauf aufmerksam, daß die ihr beim Reichsministerium des Innern unterstellte Technische Nothilfe mehr und mehr zu einer Zufluchtsstätte reaftionärer Elemente, besonders Studenten, die zum großen Teil aus verbotenen Organisationen, wie der Geheimorganisation C, fommen, geworden ist. Hierdurch ist der Reaktion ein Machtmittel in die Hand gegeben, das ihr Fumschau Eine Gesellschaft für Kulturforschung", die fich für gemeinnüßig" hält, weil sie im Film nationalistische Propaganda treibt, behauptet, sie hätte hinsichtlich der Wichtigkeit und Bedeutung ihrer Arbeiten völlige Einigkeit aller Parteien der Nationalversammlung" erzielt. Das kann aber für die Freiheit", von der die Gesellschaft für Kulture forschung" Unterstübung ihrer Pläne erbittet, fein Anlaß fein, auf den Schwindel ebenfalls hereinzufallen. Umsoweniger, als die Freiheit" auf die Gemeinschädlichkeit des Films: Der Veriailler Friedensvertrag" schon vor einigen Monaten, gleich nachdem er vorgeführt worden war, bingewiesen hat. Doch die G. f. R." hofft, uns zu befehren. Sie schreibt: Die politischen Ereignisse der legten Monate haben ernent aufs Schärffte die Notwendigkeit einer objektiven Aufklärung über die Tragweite der Bedingungen des Friedensvertrages erwiesen." Nein! Die politischen Ereignisse der letzten Monate haben erwiesen, daß die Bedingungen des Friedensvertrages zwar unerträglich sind; und doch sind sie noch lange nicht so scharf, um die Bestte zähmen zu können, die einen Minister umbringt, weil er Jude ist, und die gleich hinterher den Adel der germanischen Rasse dadurch dokumentiert, daß sie bei der greifen Mutter des Ermordeten anläutet, um sie mit Unflätigkeiten zu bewerfen! Die politischen Ereignisse der letzten Monate haben erwiesen, daß die Bedingungen des Friedensvertrages zwar hart, aber doch nicht so bestialisch find, wie wenn jene Bestie fie diftiert hätte, die in Brest Litowie eine Kostprobe davon bot! Wobei zu bedenken bleibt, daß die Bestie, während sie in Brest den Rachen aufrik. doch noch im Rücken bedroht war, daß sie aber, wenn sie es nicht gewesen wäre, auch noch den Hintern aufgeriffen hätte, um die Welt- doppelt hält besser nach zwei Richtungen bin au verpesten! Die politischen Ereignisse der letzten Monate haben erwiesen, daß die Bedingungen des Friedensvertrages, die unerträglich find, wie immer die Unschuldigen treffen, daß es also ein Hohn ist, wenn die Bestie die Schnauze aufsperrt, um fich zu beklagen. Unter solchen Umständen verhallt ungehört die Klage, die vom Osten herüberweht. Wenn sie nicht zu betäubendem Brausen anschwillt, jo liegt das daran, daß die nach Millionen zählende Menschheit, von der sie ausgeht, für Der sogenannter Christ, hatte vier Moraen Ackerland mit Kar toffeln bepflanzt. Das Kartoffeltraut war einen Meter hoch, so daß die Leute nicht„ buddeln" konnten. Es wurden also einige von den Gefangenen vorgeschickt, die das Kraut ausziehen mußten. Nachdem das Kraut ausgezogen war, lagen die Kartoffeln buchstäblich wie gesät. Und was für Kartoffeln! Kartoffeln von solcher Größe, weiße und rote, wie ich sie noch nie zuvor gesehen hatte. Auf meine Aeuße rung, daß diese Kartoffel, weil so groß, nicht gut sein könne, wurde ich von dem Bauer. Beyer mit Namen, zu Tisch geladen. Ich staunte über den Wohlgeschmack und den Mehlgehalt der Kartoffeln. Was war nun das Resultat der Ernte eines fast reaenlosen Sommers? Von vier Morgen Land hat der Bauer 560! Zentner Kartoffeln geerntet, zu seinem eigenen Erstaunen. Das macht von ie Morgen 140 Zentner. Nach Aussage des Bauern hat er in den besten Erntejahren höchstens 90 Zentner pro Morgen ge= erntet. Auf meine Frage, ob er die Kartoffeln nun aleich au Geld mache, aab er mir in seiner trockenen Art zur Antwort:„ Nee, da wäre ich ia schön dumm. Die bleiben ruhia liegen bis zum Winter. Jest frieae ich bloß vierzia Mark für den Rentner. im Winter aber viel mehr." Wie richtig dieser Bauer kalkuliert hat, wissen wir alle. denn der Bauer hat im letzten Winter mehr als 200 Mark für den Zentner Kartoffeln erhalten. Nachdem ich also die Familie des Bauern und sein Vieh kennengelernt hatte. rechnete ich aus, daß sich die Getreideumlage der für ih nebst Bieb und Saat hochgerechnet 160 RentDie Presse der Agrarier gibt die Hoffnung, die Getreideumlage sabotieren zu können, noch nicht auf. Wohl hört man hier und da ein Tönchen, daß man versuchen wolle ,,, das Unmögliche möglich zu machen", aber Ankündigungen völligen Versagens herrschen vor. Die„ Deutsche Zeitung" bringt in ihrer Montag- Mittag- Ausgabe einen langen Artikel, in dem unter Anrufung von Konjumvereinsangestellten und Kommunisten die Unhaltbarkeit der vom Reichstage beschlossenen Maßnahmen nachzuweisen versucht wird. Hier ein Pröbchen. Nachdem die Ernteergebnisse als ganz besonders mißlich hingestellt worden sind, schreibt der Verfasser, ein ,, gl. Landrat von Hertzberg": „ Da der Eigenbedarf der Landwirtschaft sich gleichbleibt, ebenso die Umlage für 1922, so behält die Landwirtschaft fein Pfund zu freiem Verkauf über. Also: die Umlage ist nicht nur eine Unbilligkeit, sondern ihre Aufbringung ist unmöglich. Dazu kommt, durch die Dürre von 1921 und 1922, eine Futternot wie noch nie, die manchen Landwirt zwingen wird, Korn zu futtern, um sein Spannvieh und damit die Wirtschaft durchzuhalten; denn Korn fostet 345 M, je Zentner, Eriaz- Mais aber 900 bis 1000 M. Dazu haben in den letzten Wochen Sturm und Sturzregen das Korn so zerpeitscht und niedergewalzt, daß von dem aufstehenden Getreide vielleicht noch 20 bis 30 Proz. verlustig gehen." Das sind die Töne, die jetzt von dem agrarischen Sabotagefonzert zum besten gegeben werden. Die Darstellung ist stark übertrieben. Ueberdies wird die Sache immer so dargestellt, als ob alles Wohlergehen der Landwirtschaft einzig und allein von der Aufhebung des Umlagegesetzes abhinge. Dem Landwirt bleibt angeblich kein Pfund zu freiem Verfauf übrig". Das Umlagegetreide zu verfüttern, wird quasi als sein gutes Recht hingestellt, solange der Mais nicht billiger ist usw. Daß die Landwirte noch manches andere erzeugen, für das sie über den Weltmarktpreisen stehende Beträge erwucherten, verschweigt man verschämt. Es sei hier nur auf ein Beispiel hingewiesen, das für die Lage der Landwirtschaft zutreffender ist, als die Darstellung des Kgl. Landrats". Einer unserer Leser schreibt uns: Im Monat September vorigen Jahres fam ich zufällig nach Neu- Dresden in der Neumark. Die Landwirte dort. ohne Ausnahme reiche Bauern, haben sechszia bis hundert Morgen Land. Bu geizig, regelrechte Landarbeiter zur Ernte zu nehmen und dieselben der Arbeit entsprechend gut zu bezahlen. hatten fie fich zusammengetan und baten den Strafanstaltsdirektor Bechlin in Sonnenbura um Strafgefangene zur Erntearbeit. Die ihnen auch von dem ge= nannten, der Schinderei und Quälerei an Gefangenen wegen bekanntaewordenen Direktor bewilligt wurden. So fuhren dann jeden Morgen achtzehn Strafgefangene unter dem Kommando des Oberwachtmeisters Jrfwib von Sonnenbura nach Neu- Dresden zur Kartoffelernte. Man sage nicht etwa, wie das häufig vorkommt, daß Verbrecher Menschen sind, die nicht arbeiten. Ich selbst habe es gesehen, wie diese Unglücklichen arbeiten. Nur um aus der Anstalt herauszukommen, wo sie hungern mußten, haben sie sich, in der Hoffnung. beim Bauer besseres Essen zu be= kommen, zur Außenarbeit gemeldet. Der erste Bauer bei einen lauten Schrei keine genügende Kraft mehr aufbringt, weil sie im Verhungern liegt! Das Wimmern aber drang nicht einmal bis Genua, sonit hätten hier für die Hungernden einige Brocken abfallen müssen, nicht Berichte, die jo lauten: Im Eden legte ein Russe 28 Millionen Papierrubel an in Champagner und Whisky. Er feierte mit einigen deutschen Kollegen Verbrüderung als Auftakt zum deutsch russischen Vertrag. Grüne und gelbe Liköre flossen in Gläser, in Kehlen und über Tische. Tausendlirescheine flogen wie Spreu in die ungeheuren Säcke der Kellner. Aus dem heißen Tanziaal flüchtete man in den Speisesaal", wo man, beim Saufen und Fressen, natürlich wieder vergaß, an die Hungerqualen eines Millionenvoltes zu denken! Mehr als in Genua dachte man diesen Sonntag hier, in Kellers Festsälen, Koppenstraße, daran, als ein in Rußland aufgenommener Film vom Arbeiterhilfskomitee für das hungernde Rußland" vorgeführt wurde. Der Reinertrag dieser und der nächsten Vorführungen fließt den Hungernden zu. An Filmneuigkeiten gabs diese Woche wenig Erwähnenswertes. Gogols Revisor" als Film( im Marmorhaus) beginnt ganz lustig, weil der Anfang sich an Gogol anlehnt, beginnt ganz lustig, weil der Anfang sich an Gogol anlehnt, er endet langweilig, weil der Schluß fich von Gogol entfernt und in wässerige Sentimentalität verfällt. Der zweite Fehler ist, das Friedrich 3 elnit sich nicht damit begnügt, Regie zu führen, sondern auch noch die Hauptrolle spielt, für die er nicht genug Humor mitbingt. Hätte er sie an seinen Episodenspieler Frib Schulz abgegeben, dann wäre vielleicht ein gutes Luftipiel zustandegekommen, Den im Oswald- Theater laufenden Zirkusschund, der noch unerquicklicher ist als sein Titel: Wem nie durch Liebe Leid geimah", erwähne ich nur, um auf eine darstelle rische Leistung aufmerfiam au machen: Es ist erstaunlich, wie glaubhaft troß einer durch und durch verlogenen Handlung die junge Schauspielerin, Claire Rommer, das Schicksal eines Bauernmädels au gestalten weiß! Hoffentlich fällt fie bald besseren Regisseuren in die Hände! Dosio Koffler. Zwei Tragikomödien in den Kammerspielen( Sommerdirektion). Der Zusab" Sommerdirektion" soll soviel bedeuten wie: nehmt die Sache nicht allzuernst. Das kann man auch beim besten Willen nicht. Also: Die ewig lächelnde Frau"( in zwei Aften von Denys Amiel und André Obey) lächelte immer zu all ihrer Misere ner braucht, somit also 400 Zentner zum Verkauf übrig hat. Der Zentner zu 200 Mart macht einen Ueberschuß von 80 000 Mark von vier Morgen Land. Nun hat der Bauer aber über 60 Morgen Ackerland, das mit Roggen, Weizen, Hafer. Nüben, Raps usw. bepflanzt war. Ein jeder denkende Mensch kann sich nun ungefähr ausrechnen, wie groß die Notlage der Landwirte und Großagrarier ift. Früher hatten die Bauern und viele Gutsbefizer Hypothefen auf ihren Grundstüden. Diese in Goldmark emp fangenen Snpotheken haben sie während des Krieges und nach demselben in Papiermart zurückgezahlt. Man gehe einmal hin und sebe sich heute die Bauernhäuser im Innern an. Der Bauer fauft sich Klaviere nur des Wertes wegen, die er aber weniger achtet als seine Häckselmaschine; er fauft wertvolle Teppiche, Möbel, Schmucksachen und vieles andere; warum? Erstens, weil er sein Geld dem Staate nicht versteuern will; dann aber auch, weil der Staat nicht wissen soll, wie seine Not aussieht. Das, lieber Leser, ist ein kleines Beispiel von den vielen Tausenden. Den Arbeiter und Beamten fann der Staat fontrollieren. was er verdient, und demgemäß muß er seine Steuern zahlen. Dafür hat er dann auch das Recht zu hungern, und sich von dem Bauer, der seinen enormen Ver dienst vor dem Staat sorgfältig versteckt, verhöhnen zu lassen. Diese Methode hat die Front erdolcht! Wichtige Adressenänderung Organisatorische Veränderungen veranlaßten, die Abteis lung Buchhandlung der Verlagsgenossenschaft Freiheit" e. G. m. 6. H. in Berlin, sich von dem Zeitungsunternehmen zu trennen und die Buchhandlung ab 1. Juli als selbständiges Unternehmen unter der Firma Buchhandlung Freiheit G. m. b. H. weiterzuführen. Die Buchhandlung ist jetzt den Parteis instanzen unterstellt und zwar dem Bezirksverband BerlinBrandenburg und dem Zentralvorstand der USPD. Durch Vereinfachung der Geschäftsorganisation wird es möglich sein, Bücher und Schriften bedeutend schneller als bisher liefern zu können. Unsere Geschäftsfreunde, Parteiorganis sationen und Gewerkschaften bitten wir, von dieser Uma stellung Kenntnis zu nehmen und Zahlungen für Liefe rungen, die vor dem 1. Juli erfolgten, an die Verlagsge nossenschaft Freiheit" e. G. m. b. H. zu richten. Für alle Lieferungen der Buchhandlung Freiheit ab 1. Juli 1922 find Zahlungen nur zu richten an untenstehende Adresse. Ebenso bitten wir auch in Zukunft Bücherbestellungen nuq zu richten an die Buchhandlung Freiheit G. m. b. S., Berlin SW. 61, Urbanstraße 7. Bankkonto: Dresdner Bant, Depositentasse Nr. 2, Berlin SW. 61, Belle- Aillance- Straße 107. Postscheck- Konto: Num mer 5257. mit ihrem Rafffe- Mann, dem reichgewordenen Schneidersohn Prevot, und eines Tages gehen Ekel und Scham bei ihr so weit, daß sie den Revolver, mit dem ihr Mann zu spielen pflegt, heimlich lädt, damit ein guter Zufall ihrem Elend ein siel sezte. Da die Sache tragikomisch enden muß, schießt der Ehemann glücklicherweise irgendwohin, und jeßt, jetzt finden sich die beiden. Warum sie sich überhaupt finden, warum die Frau, die noch so viel für ihren Mann übrig hat, die ganze Spielszene mit dem Revolver mitansehen fann und ähnliches mehr, das weiß der Himmel. Allerdings ist dies alles nötig, damit eben die aufregende Szene mit dem Revolver sich abspielen fann. Diese Szene spielte Werner Kraus technisch meisterhaft, seelisch ein wenig fremd. Wie er die geladene Waffe zufällig gerade vor die Stirn, vor den Mund, vor die Brust hielt, das war Angstschweiß austreibendes bestes Kino. Lina Lossen, seine Frau, spielte mittelmäßig die sehr mittelmäßige Rolle. Der Titel des Stückes hat natürlich so gut wie nichts mit dem wirklichen Inhalt zu tun. Es wurde viel geklatscht, weil zwei Stars fich bedanken konnten. Mindestens eben soviel Beifall hätte Walter Jansen für seinen sterbenden Talma verdient. Man glaubte ihm ganz und gar seinen größenwahnsinnigen, famos mastierten Mimen, der römisch" sterben möchte. Der Einafter, ,, Talmas Tod" von Armin Friedmann und A1 fred Polgar ist nicht übel gemacht. Zum mindesten ist er viel, viel geistvoller als die vorhergehende Ehekomödie. dem mit berechnetem Stil französisch gefärbten Stückchen fehlt leider ein dämonischer Rest, der dem Ganzen erst eine Bedeutung gegeben hätte. Immerhin sind die beiden fleinen Dramen fünstlerisch so belanglos, daß fie fogar im Winter sich einige Wochen auf einer Berliner vornehmen Bühne hätten halten können. A. N. Eine Academie für praktische Medizin in Magdeburg. Die Gründung einer neuen Akademie für praktische Medizin ist wie in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift" berichtet wird, für Magdeburg in Aussicht genommen. Es sollen regel mäßig acht zweiwöchige Arbeitsfurie im Jahr abgehalten werden. Die einmaligen Kosten für die Einrichtung, die im wesentlichen durch Umgestaltung der Krankenanstalten Unterrichtszwecken vollzogen wird, werden auf 1 200 000 veranschlaat. Auker dem Magistrat soll sich auch die Induſtrie bei der Finanzierung beteiligen. Groß- Berlin Der Lebenslauf eines Hochstaplers Fakturist Geistlicher Schauspieler- Gerichts: offizier im Edenhotel Kriegsgerichtsrat- General: substitut eines Justizrats Wie ein Roman flingt der Lebenslauf eines jungen Hochstaplers, dessen Werdegang und einzelne Etappen grelle Streiflichter auf die Verhältnisse während des Krieges und insbesondere nach seinem verhägnisvollen Ausgang werfen. Der jezt erit 25jährige, angebliche Schriftsteller" Karl Sebeste war mit 17 Jahren ursprünglich Fakturist in einem Hut- Engrosgeschäft. Schon damals zeigte er sich als Tunichtgut, erhielt bald seine Entlassung und wurde bann Soldat. Wegen Körperschwäche zunächst vom Militär entlassen, betätigte er sich als Hilfskanzlist beim Gubener Magistrat, später als Postaushelfer, stahl aber, erhielt 5 Monate Gefängnis und wurde wieder eingezogen. Berschüttet gewesen, beförderte er sich zu Hause zum Unteroffizier und Inhaber des E. K. I und von nun an bewegte sich seine Karriere in schnellem Aufstieg. Als er auf dent Wege nach Frankreich in Roblenz einen Krampfanfall er litt, wurde mit einem Male aus dem ehemaligen Faktu risten im Razarett ein protestantischer Kandidat der Theologie, de mit Erlaubnis der zustindigen Geistlichen Gottesdienste avhielt. Wieoer bei der Tcuppe, gelangte er auf dem Wege über die Tobsuchtszelle in die Spandauer Wiedergenesenden- Kompagnie, von der der Herr Theologe" als Lehrer für den Religionsunters richt in der Quarta und Obertertia des Hindenburg- Gymnasiums ab kommandiert wurde. Da die er hier Frechheit besaß, den Pfarrer selbst vertreten zu wollen, fam der Schwindel heraus, und er selbst wurde nach Spandau zurückberufen. er zur Nach seiner abermaligen Entlassung wurde er Schau Spieler für kleine Rollen am Gubener Stadttheater, bis er in die Frrenanstalt zurückgeholt wurde. Den angeb lich Genesenen wollte der Vater zu einem anständigen Kaufmann machen. Sebeste tef jedoch bald zum The= ater in Lissa, fehrte diesent aber schnell den Rücken und wandte sich unter seinem Bühnennamen an das dortige Lazarett, von dem er als solcher auch das Gehalt bezog. Nunmehr reiste er in voller Uniform nach Berlin und trat bei der Garde- Kavallerie- Schüßen- Division im Edenhotel ein wo der„ Dr. jur." als Gerichtsoffizier tätig war. Angeblich wegen Geldmangels ging Reinhardt Truppe über und wurde auf Grund seiner juristischen Kenntnisse" in deren bekannter Kriminalabteilung untergebracht. Resultat: 6 Monate Gefängnis. Nach seiner Entlassung aus der Strafanstalt, pumpte er als Offizier und Schauspieler" die Bühnengenossenschaft an und lernte dann auf einem Offiziersball im hiesigen Marmorsaal eine Baronin von E., eine junge Witwe, kennen, der er sich als Graf Sturm vorstellte. Graf Sturm borgte der jungen Witwe nicht nur 20 000 Mart ab und verjubelte sie mit ihr, sondern entwendete ihr auch die Papiere ihres vermißten Schwagers, des Hauptmanns und militärischen Hilfsrichters von E. Mit diesen Papieren ließ dann der falsche Freiherr von E. beim hiesigen Generalkommando fich für die Beschäftigung heimgekehrter Offiziere vormerfen. und wurde bald bei dem bekannten hiesigen Justizrat Schm. als Generalsubstitut untergebracht. Hier nahm er Zivil- und Strafprozesse wahr, und zwar, wie gefagt wird, mit gutem Erfolge. Da ec jedoch auch noch andere Rechtsanwälte vertrat und wichtige Termine oft vertagen ließ, wurden ihm zuletzt vom Justizrat Schm. nur noch Amtsgerichtssachen übertragen. Auf einer Reise nach Magdeburg ereilte Sebeste wieder das Schicksal mit dem Ergebnis einer Verurteilung zu 20 Monaten Gefängnis. Aus dem Kerker wieder heraus, trat Sebeste hier als falscher Schupo- Offizier auf und verübte verschiedene Betrügereien, die jetzt die Ferienstraffammer des Landgerichts II beschäftigten. Gefängnisarzt Dr. Hirsch gab sein Gutachten dahin ab, daß bei dem Angeklagten eine merkwürdige Mischung von Unfähigkeit zu geordneter Tätigkeit und ungewöhnlichen Anlagen vorliege. Er sei ein franthafter Schwindler, deffen Erfindungen jedoch nicht zu selbstsüchtigen Zweden verwandt würden, sondern einem inneren Gefühlsbedürfnis entsprächen. Geistestrant im Sinne des§ 51 sei aber Se beste nicht. Das Urteil lautete auf 2 Jahre Gefängnis. Mit deutschnationaler Gesinnung und der nötigen Frechheit kann man heute in Deutschland alles werden. Gäuberung der Schutzpolizei? In letter Zeit ging durch die Tagespresse die Nachricht, daß auch aus der Schußpolizei eine Anzahl Beamte entfernt worden sind, auf deren Dienst die Republik verzichten konnte. In der Hauptsache waren es Offiziere, bei denen man reaktionäre Gesinnuna festgestellt hatte und die auch bewiesen haben, daß sie die ihnen unterstellten Beamten nicht als Menschen behandeln wollten. Bei der Berliner Schußpolizei gibt es einen gewissen Hauptmann Keil, bei dem alles beides zutraf. Keil hat anläßlich eines Kleiderappells einen Beamten mehrere Male vor die Beruft geschlagen, um sich zu überzeugen, daß sein Rock staubfrei fet. Nur der eisernen Ruhe und Besonnenheit des Beamten war es zu verdanken, daß dieser nicht gleiches mit gleichem vergolten hat. Als Keil merkte, daß der Beamte vor Erregung die Gefichtsfarbe wechielte, fagte er au thm im Befehlston:„ Treten Sie weg." Bei einem Waffenappell hat Keil einem Unterbeamten, der seinen Degen zu start eingefettet hatte, dieses Fett vom Degen abgewischt und es dem Beamten ins Gesicht aeschmiert. Bei einer Weihnachsfeier der Hundertschaft dieses Hauptmanns Keil wurden die Lieder Heil dir im Siegerkranz und„ Es braust ein Ruf, wie DonnerhaII" gespielt. Keil und fein Anhang sangen kräftig mit. Ein groeßr Teil der Beamten, denen dieses zuwider war, verließen empörend den Saal. Beim Unterricht seiner Beamten hat dieser Hauptmann Keil ein aus der Illustrierten Zeitung ausgeschnittenes Bild, das den Reichspräsidenten Ebert und den Reichskanzler auf dem Wege zur Verfassungsfeier darstellt, gezeigt und dazu bemerkt:" Sehen Sie ihn an, das ist die erfte Reprä sentationsperson des Deutschen Reiches, fo, wo soll der's auch herhaben als ehemaliger Sattler. Der Reichskanzler besitzt Anstand, der zieht wenigstens noch seinen Sut." Vor einigen Wochen aing dieser berüchtigte Hauptmann Reil auf Urlaub und die Beamten seiner Hundertschaft, die feste und treue Republikaner find, waren der festen Ueberzeugung, daß Keil nicht mehr wiederkommen wird. Man mußte dies auch annehmen, denn durch die weitere Umgestaltung der Polizei ist festgelegt, daß aus ihr tasächlich eine Polizei werden soll und feine Reichswehr Nr. 2. Da aber die Wahrscheinlichkeit sehr nahe liegt, daß Keil nur bei einer Polizeitruppe Dienst zu tun gewillt war, mußte man annehmen, haß er von selbst gebt. Auch war in Beamtenkreisen verlautet, daß der Herr Minister des Innern auf die Dienste des Keil verzichten wolle. Es ist ia anzunehmen, daß der Minister es tatsächlich wollte, aber irgendeine andere Dienststelle war wohl damit nicht einverstanden. Keil soll sogar an exponierter Stelle Verwenduna finden, wahrscheinlich um die Republik zu schützen! Student Flesch geisteskrank? Der Student Werner Flesch, der Ueberbringer des Blumenstraußes an Dr. HeIfferich im Reichstag am Tage der Ermordung Rathenaus, wurde, wie schon mitgeteilt, kürzlich aufs neue in Haft genommen. Angeblich sollte er an dem Attentat auf Maximilian Harden beteiligt sein. Wie sich jedoch jetzt herausgestellt hat, ist Flesch als ein pathologischer Phantast anzusprechen, der immer Gerüchte über sich verbreitet hat, daß er mit dem Attentat auf Rathenau und Harden in irgendeinem Zusammenhange stände. Flesch ist nunmehr von der Polizei nicht deshalb in Haft nommen worden, weil sie seinen Renommistereien Glauben schenkte, sondern wegen eines Betrugsversuches, der allerdings mit dem Ueberfall auf Harden in einem Zusammenhang steht. Flesch trat nämlich an einen Bekannten mit der Angabe heran, daß der bisher noch flüchtige Mittäter an dem Ueberfall auf Harden, Andermann, sich noch in Berlin aufhalte, und daß er mit Mitteln versehen werden müsse, um sich in Sicherheit zu bringen. Als Mittäter wolle Flesch Anckermann aufsuchen und ihm das Geld zur Flucht überbringen. Der Bekannte schenkte diesen Angaben aber wenig Glauben, war vielmehr der Annahme, daß es sich um ein Schwindelmanöver des Flesch handele und daß dieser das Geld für seine 3wede verwenden wollte und machte der Polizei Anzeige. Mit Rücksicht auf die geistige Verfassung des Flesch hat nunmehr sein Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Ahrens, den Antrag gestellt, Flesch aus seinen Geist e zustand zu untersuchen. Die ganze Affaire Flesch erscheint noch immer reichlich mysteriös, da Flesch auch bei dem Charlottenburger Korps, in dem auch, wie die„ Dena" gestern mitteilte, Techow viel verkehrte, wiederholt übernachtet haben soll. Erweiterung der Sonntagsrückfahrkarten Die Sonntagsrückfahrkarten, die von der Eisenbahndirektion Berlin zu bedeutend ermäßigten Preisen für die beliebtesten Ausflugstrecken ausgegeben werden, zur Hinfahrt bereits am Sonnabend mittag und zur Rückfahrt bis Sonntag um Mitternacht berechtigen, sind jebt freigegeben. Neu eingeführt sind Sonntagskarten vom Schlesischen Bahnhof oder von der Stadtbahn nach Bukow( Märk. Schweiz). Vom Schles. Bahnhof 3. Kl. 31., 4. 1. 27 M.; von der Stadtbahn 34 bzw. 30 M.; vom Stettiner Bahnhof nach Werbellinfee( 33 bzw. 24 M.) und Lindow ( 38 bzw. 28 M.). Um rüstigen Wanderern Tagesfahrten zit ermöglichen, die nicht zum gleichen Bahnhof oder an die gleiche Strecke zurückführen, werden für die Karten nach Neuruppin ( über Kremmen) Buschlagkarten, 3. I. 10 M., 4. S. 7 M., ausgegeben, die zur Rückfahrt auch von Rheinsberg ( über Löwenberg) berechtigen; die Karten nach Rheinsbera( 48 bzw. 35 M.) gelten für die Rückfahrt ohne weiteres auch von Neu Ruppin über Kremmen. Die Einführung weiterer Sonntagsrückfahrkarten ist sehr zu begrüßen. Noch mehr zu begrüßen wäre es, wenn die Sonntagsrückfahrkarten sämtlich von der Stadtbahn aus be= nußt werden könnten und auf allen Stadtbahnhöfen erhältlich wären. Ein deutschnationaler Stadtverordneter als Arbeitgeber Unter obiger Ueberschrift erschien in der Abendausgabe vom 11. Juli eine Notiz, die sich mit den Zuständen in dem Betriebe des Herrn Schreckenberg, Nowawes, Lützowstraße 9-11, beschäftigte. Herr Schreckenberg besitzt die Unverfrorenheit, uns eine Berichtigung" zuzusenden in der er eine Menge von Behauptungen aufstellt und die Richtigkeit der in unserer Notiz gemachten Angaben bestreitet. Wir möchten zunächst nur bemerken, daß wir in unserer ersten Notiz infolge Raummangels nur einen geringen Teil davon veröffentlicht haben, was uns von seiten unserer GewährsIeute vorgetragen wurde. Infolge dieser provozierenden ,, Berichtigung" find wir gezwungen, ein wenig deutlicher zu werden. Herr Schreckenberg gibt in seiner Buschrift zu, daß er den Jammerlohn von wöchentlich 650.00 bis 750.00 M. einschließlich Wohnung zahlt, während wir behaupten, daß in der Woche vom 2. bis 8. Juli 527,00 m. infl. mehrerer geleisteter Ueberstunden ausgezahlt wurden. Einige weibliche Arbeitskräfte jedoch erhielten wesentlich weniger ausgezahlt. Wieviel berechnet da Herr Schreckenberg für dic primitive Lagerstätten, die er bietet? Daß bei solchen schmußigen Löhnen eine Arbeitsleistung nicht erwartet wer= den darf. müßte auch Herr Schreckenberg begreifen. Weiter schreibt Herr Schreckenberg, daß er jetzt unter Ausschluß der freigewerkschaftlichen Organisation, ,, unter freudiger Zustimmung sämtlicher Arbeitnehmer", einen baren Wochenlohn von 250,00 M., bei freier Kost und Logis, vereinbart hat. Von Vertrauenslenten wird uns dazu berichtet, daß zwei jungen Leuten, die Herr Schrecken= bera von auswärts bezogen hatte und die bei diesen schändlich niedrigen Löhnen dauernd in Vorschuk waren, um nicht zu verhungern, nichts anderes übrig blieb, als diese Vereinbarung einzugehen. Der Jubel darüber dürfte wohl auf Seiten des Herrn Schreckenberg sein. interessiert noch ganz besonders, daß Herr Schreckenberg sich Aus dem übrian Teil der weitläufigen Berichtigung" darüber entrüstet, daß die freigewerkschaftliche Organisation, die sämtliche im Betriebe beschäftigten Arbeitnehmer organisiert hat und deswegen als alleinige Interessenvertretung der Arbeitnehmer anzusehen war, es abgelehnt hat, irgendwelche von Herrn Schreckenberg vorgeschlagenen anderen Arbeitnehmer- Verbände" als Tarif- Kontrahent zuzulassen. Alles in allem fönnen wir Herrn Schreckenberg nur raten, die Deffentlichkeit mit derartigen Berichtigungen" zu verschonen, da in bezug auf das Arbeitsverhältnis dieser Betrieb baw. sein Inhaber noch viel mehr„ Dreck am Stecken" hat. Zu alledem kommt noch, daß durch eine Verhandlung vor dem Kaufmannsgericht festgestellt wurde, daß Herr Schreckenbera einem Korrespondenten im Monat Juni d. Js. ein Gehalt von 1300 M.( ohne Abzüge) auszahlte. Man kann einen Schreck vor Herrn Schreckenberg bekommen ob seines sozialen Verständnisses. Troßalledem find die Deutschnationalen die einzia wahren Volksbeglücker! Großhandelspreise in Berlin Die Preise verstehen sich für 50 Ka. frei Haus Groß- Berlin, soweit nicht auf Grund des Ortsgebrauchs Rollgeld be= rechnet wird. Von Mark big Mart: Gerstengraupen, Tose 2500-2600, Gerstengrüße, lose 2500-2600, Saferflocken, lose 2900-3050, Safergrüße, lose 2950-8100, Sartoffelstärkemehl 3375-3750, Maisflocken, lofe 2240-2340, Maisgrieß 2400 bis 2500, Maismehl 2200-2300, Maispuder, Iose 3350-3450, Makfaroni, Iose 3000-3600, Schnittnudeln, lose 2650-3000, Birma Reis 3000-3100, glas. Tafelreis 3100-4500, grober Bruchrets 2600-2800, Reismehl, Iose 2500-2750, Reisgrieß, lose 2225-2500, Rinaäpfel. amerif. 21 500-22 600, getr. Aprikosen, cal. 24 130-24 400, getr. Birnen, cal. 14 580-15 300, getr. Pfirsiche, cal. 11 690-12 000, getr. Pflaumen 5220-5400, Sorinthen, 1921 Ernte 9590-9780, Rosinen, fiup. carab. 1921 Ernte 7760-8060, Sultaninen in Kisten 1921 Ernte 19 550 bis 20 150, Mandeln, bittere 12 040-12 540, Mandeln, süße 21400 bis 22 500, Kaneel 19 100-20 500, Sümmel 9775-9975, Schwarzer Pfefer 7490-7650, Weißer Pfeffer 16 923-17 800, Kaffee prime 22 000-22 400, Kaffee superior 21 500-21 800, Bohnen, weiße 2200-2500. Zusaßspeisung für über 600 000 Kinder und Mütter. Das hochherzige Werk der Quäferspeisung wird seit Beginn dieses Jahres von dem Deutschen Auschuß für Kinderpeisung mit amerikanischer Unterstüßung fortgeführt. Diese Zusaßspeisungen haben, wie die zuständigen Referenten des Wohlfahrtsministeriums uns mitteilen, einen sehr großen Umfang angenommen. Im Februar d. I. wurden in Deutschland gespeist: 547 161 Schulkinder, 31 196 Kleinkinder, 12 939 Jugendliche und 16 644 hoffende und stillende Mütter. Das sind zusammen 607 940 Personen. In der Zeit vom 1. Januar bis zum 11. März d. J. wurden in 1500 Gemeinden mit Unterstützung von 22 000 Helfern 22 Millionen Mahlzeiten ausgegeben. Der Wert der hierfür erforderlichen Nahrungsmittel betrug 89,2 Millionen Mark, wovon Amerika 58,2 und Deutschland 31 Millionen Mark aufbrachten. Die Einzelmahlzeit kostet 4,70 Marf. Aus dem Neuköllner Arbeitsmarkt. Die Vermittelungsergebnisse des Neuköllner Arbeitsnachweises können sowohl in der männlichen wie weiblichen Abteilung nach wie vor als günstig angesprochen werden. Bei der im Laufe der letzten Monate in beiden Abteilungen gleichmäßig stark verzeichneten Nachfrage nach ungelernten Kräften deren ausschließliche Vermittelung dem Neuföllner Nachweis obliegt bestand die Möglichkeit, den Bedarf von insgesamt 5271 Arbeitern und Arbeiterinnen für das letzte Vierteljahr bis auf 437 der gemeldeten Stellen zu decken. Von den besezten Stellen lagen etwa 43 außerhalb des Bereichs des Bezirksamts. Die weitaus größte Nachfrage bestand wiederum bei der weiblichen Abteilung und zwar Insonderheit nach Dienstpersonal, Aufwartungen, Waschfrauen sowie Fabritarbeiterinnen. Ats erwerbslos eingetragen wurden 3082 männliche und 2673 weibliche Personen. Maschinenstürmer. Zu den Vorstellungen im Großen Schauspielhaus am Sonntag, Montag, Dienstag und zu der letten Vorstellung am Donnerstag, den 10. August, sind Karten in der Arbeiterbildungsschule, Breite Str. 8/9. zu haben. Auch sind Karten für die Vorstellungen Orpheus in der Unterwelt für Freitag, den 11. August und folgende Tage zu haben. Ein Parteiveteran. Einer unserer alten Genossen August Sprotte. Neukölln, Prinz- Handiery- Str. 9, begeht am heutigen Tage seinen 75jährigen Geburtstag. Bei jeder Kleinarbeit war unser Alter auf dem Posten. 28 Jahre ehrenvoller Parteiarbeit hat er hinter sich, und wir wünschen, daß ihm noch viele Jahre in treuer Mitarbeit in unserem Kreise beschieden sein möge. Die Genossen des Bezirks Neukölln. Milchpreise. Von Montag, den 7. August d. I. ab be trägt der Preis für Kartenmilch 12, M. je Liter, für freie Vollmilch 15,40 M. ie Liter. Die Preise sind für Kleinhandelsgeschäfte und Abmellwirtschaften( Molkereien) die gleichen. Die A I- und A II- Milchkarten werden wie bisher mtit je 4 Liter, die B I- und BII- Milchkarten sowie die Karten für werdende Mütter( A- Karten) wie bisher mit je ½ Liter Frischmilch täglich beliefert. Deffentliches Gesangskonzert im Humboldthain. Der Arbeiter- Gejang- Verein Berliner Schubert- Chor" gibt am kommenden Donnerstag, abends 72 Uhr, ein öffentliches Gesangskonzert im Humboldthain. Englisch und Französisch. In der nächsten Woche beginnen in der Sprachschule für Proletarier auf Wunsch nochmals Abendkurse in Englisch und Französisch für Anfänger. Anmeldungen: Sonntag, den 6. August, vormittags von 10-1 Uhr und Montag, den 7. August, abends von 5-8 Uhr, in der Gemeinde- Schule Gipsstraße 23( Simmer 9), Nähe Rosenthaler Straße. Erinnerungsfeier der ehemaligen Kriegsgefangenen. Die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangenen, Ortsgruppe Charlottenbura. ladet sämtliche Kameraden und ehemalige Angehörige des Volksbundes zu einer Feier am Sonnabend, den 12. August 1922, 6% thr, Spandauer Bock, rechte Seite, zur Erinneruna an die Leiden der Gefangenschaft und die Freude der Heimkehr ein. Musikalische Darbietungen werden die Vorträge des bekannten Volksrezitators Ernst Friedrich und des ihm nahestehenden freien Volksquartetts, sowie die Festrede des Gauvorsitzenden, Großmann, umrahmen. Fackelzug, Belustigungen und Tanz sollen die Feier beschließen: Freiheit ist das höchste Gut der Menschheit". Diese Worte finden wir auf dem Programm, sie deuten klar auf Tendenz und Motiv dieser Veranstaltung hin. Karten zum Preise von 10 M. inkl. Steuer an der Kaffe im neu renovierten Lotal des Spandauer Bocks( rechte Seite) oder durch die Geschäftsstelle Wilmersdorfer Str. 66 erhältlich. Die Berliner Papier- Messe( Herbst 1922) findet vom 19.- 22. August 1922 in den Gesamträumen der Philharmonie zu Berlin, Bernburger Straße 22-23 a statt. Verbunden wird mit derselben die Sonder- Ausstellung Das gute Buch". Diese hat den 3wed, allen einschlägigen Geschäften den Bezug guter und einwandfreier Lektüre zu empfehlen und auf diejenigen Erzeugnisse der Literatur hinzuweisen, die als besonders gute Leftüre bezeichnet werden können. Bei der Verfolgung von Einbrechern erschossen wurde in der gestrigen Nacht der Kaufmann Konrad Friedrich Mehrere aus der Schlüterstraße 20 in Charlottenburg. Verbrecher waren in das Strumpfwarengeschäft Etam in der Pestalozzistraße 13 eingedrungen. Als sie dort von dem Wächter überrascht wurden, ergriffen sie die Flucht. Der Wächter verfolgte sie mit Friedrich. Plößlich wandte sich einer um, schoß auf die Verfolger und traf Friedrich so schwer, daß er zusammenbrach. Leute, die hinzufamen, be Unterdessen fam nachrichtigten das Ueberfallkommando. auch eine Polizeistreife in bürgerlicher lei. dung heran. Die Verbrecher waren in der Dunkelheit entkommen. Friedrich ist im Strantenbause verstorben. Amtlich wird zu der Erichießung des Kaufmanns Friedrich mitgeteilt, daß die dienstliche Untersuchung einwandfrei er. geben hat, daß ein grobes Verschulden der Wachthabenden der Mommsen wache" vorliegt, der entgegen seiner ausdrücklichen Instruktion auf das erste Hilfegesuch nicht sofort Beamte entiendet bat, obwohl genügend Personal der Wache zur Verfügung stand. Gegen den Diensthabenden ist ein Verfahren eingeleitet worden. Gewerkschaftliches Der Reichstohlenral erhöfe am 27. Full die Verkaufspreise für Brennstoffe vom 1. August an unter Bugrundelegung der früheren Relation. Für das Ruhrrevier kommt für die Fettförderkohle eine Preiserhöhung von 205,40 Mt. ausschließlich Steuern, in Russische Gewerkschafter an die Internationale Frage. Mit der Steuer, find es 305 ME. I'm links- rhei( NB.) Gine Anzahl russischer Genossen, die seit Jahren der russischen Arbeiterbewegung angehören und eine her vorragende Rolle in der Gewerkschaftsbewegung spielen, haben an den Internationalen Gewerkschaftsbund in Amsterdam und an das Sekretariat des Internationalen Buchdrucker- Verbandes ein Schreiben gerichtet, in dem sie die traurige Tage der russischen Gewerkschaftsbewegung schildern und an die öffentliche Meinung der gewerkschaftlichen Internationale appellieren. Es heißt in diesem Schreiben: ,, Die Entwicklung des privaten Kapitals und der staatlichen Trufte der Sowietregierung, die die typischen Methoden der kapitalistischen Ausbeutung anwenden, stellt die russischen Arbeiter vor die Notwendigkeit, nach Schutzmaßnahmen Umschaut zu halten, um ihre gewerkschaftlichen Interessen vor dem fich entfaltenden Kapital zu verteidigen. Indessen macht der Mangel freier unabhängiger Organisationen die wirkliche Verteidigung proletarischer Intereffen vollkommen unmöglich. Das Bündnis der bolichewistischen Gewerkschaften mit der regierenden Partei und ihre finanzielle Ab= hängigkeit von dem staatlichen Apparat, führt dahin, daß die erwähnten Gewerkschaften die Grundsätze der Harmonie zwischen Arbeit und Kapital zu verwirklichen trachten. Zugleich führt das Bestreben, die Arbeiter im Sinne der Politik der herrschenden Partei zu beeinflussen, zu dem Ergebnis, daß die Gewerkschaften sich zu Vermittlern zwischen den Unternehmern und den Arbeitern degradieren. Unter diesen Umständen hat auch die offizielle Proklamierung einer neuen Gewerkschaftspolitik an den bestehenden Verhältnissen nichts geändert. Nach wie vor werden iene Verbände, die der kommunistischen Obrigkeit und der Gewerkschaftsbürokratie wegen ihres unabhängigen Charakters nicht genehm sind, aufgelöst, wie das beispielsweise kürzlich in Jekaterinoslaw mit dem Buchdrucker- Verband der Fall war. Funktionäre der Gewerkschaften und der politischen Parteien werden ver haftet und in fernliegende Gouvernements verbannt. Es wütet ein politischer Terror, der von den Kommunisten bei Wahlen angewendet wird, die übrigens durch öffentliche Stimmabgabe vorgenommen werden müssen. In den Gewerkschaften werden die Wahlen des Vorstandes nicht von der Mitgliedermasse selbst, auf dem Wege des Referendums oder auf Generalversammlungen vorgenommen, sondern in dem engen Kreise der Vertreter der einzelnen Betriebe. Die Angelegenheiten der Gewerkschaften werden ohne Befragung der Generalversammlung geregelt. Die Institution der Betriebsbevollmächtigten ist aufgehoben. Unter diesen Umständen stehen die Massen vollkommen gleichgültig der Tätigkeit der Gewerkschaften gegenüber, was zur Folge hat, daß sich in der Arbeiterschaft eine völlig un soziale Atmosphäre ausbreitet. In dieser Beziehuna haben die russischen Arbeiter ihre Paffivität ausschließlich den Kommunisten zuzuschreiben, die bewußt die organisatorischen Erfahrungen vergeuden und vernichten, die eine dünne Schicht der Arbeiter in den wenigen Organisationen der Barenzeit erworben hat. Doch obwohl die russischen Arbeiter ihrer Klassenorganisation beraubt find, find fie dennoch genötigt, einen Answeg aus dem Elend an iuchen, in dem fie fich gemeinsam, mit dem ruffischen Volke befinden. Der russische Arbeiter, der im schlimmern Verhältnissen und mit größerer Anipanttuna arbeitet als vor dem Kriege, einen geringeren Lohn erhält und stumm seinen Verpflichtungen in der Produktion nachkommen muß, kann dennoch nicht den Fragen der Arbeitslosigkeit der Wiederherstellung der Industrie, des Arbeiterschußes usw. gleichgültig gegenüberstehen. Doch jeder selbständige Schritt der Arbeiter auf diesem Gebiete zeigt arell die tragische Einsamkeit der Arbeiter bei der Verteidigung ihrer Interessen und wirft gleichzeitig helle Schlaglichter auf die wirkliche Natur der russischen Gewerkschaften, die ungeachtet der schönen äußern daffade sich die Methoden der gelben Organisationen angeeignet haben." Wenn- so heißt es in dem Schreiben weiter- hinzugefügt wird, daß die Arbeiterklasse sich in völliger Rechtlosigkeit befindet, weder Pressefreiheit noch Versammlungsfreiheit und unantastbarkeit der Berson genießt, wenn ferner auf die Herrschaft der offiziellen Breffe hingewiesen wird, die entweder die Aktionen der Arbeiter verschweigt oder sie mit Sohn und Ver= leumdungen überschüttet, wie man sie sonst nur in den gelben Organen der tapitalistischen Preffe findet, so treffen die Ergebniffe der Herrschaft der Kommunisten in den Arbeiterorganisationen und der Mangel unabhängiger proletarischer Verbände mit aller Deutlichkeit hervor Indem wir uns an den Internationalen Gewerkschafts bund und an das Sekretariat des Internationalen Buchdruckerverbandes wenden, ersuchen wir Endesunterzeichnete, die breiten Arbeitermaffen über die Lage der russischen Arbeiter zu unterrichten, die in so ungünstigen Verhältnissen die Grundfäße der Klaffenverteidigung der Arbeiterinteressen aufrechtzuerhalten suchen." ( Folgen 9 Unterschriften.) PS. Bei der Veröffentlichung des vorstehenden Dokumenta bitten wir. unsere Namen und unsere Aemter nicht zu nennen. da dies angesichts des in Rußland herrschenden Terrors ernste Folgen nach sich ziehen könnte. Lohn- und Preiserhöhungen im Bergbau Infolge der ungeheuren Verteuerung der Lebenshaltung fanden am 25. Juli in Berlin zentrale Verhandlun gen in der Lohnfrage für den deutschen Kohlenbergbau statt. Da die Unternehmer auf die Forderungen der Arbeiter kein annehmbares Angebot machten, so mußte ein Schlichtungsausschuß unter Vorsitz des preußischen Ministers des Innern, Severtng, einen Schiedsspruch für das Rubrrevier fällen. Der Schiedsspruch sieht vom 1. Anauft an eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 65 Mark vor. Davon sollen 2 Mt. auf das Hausstands- und 1,50 Mt. auf das Kinderaels entfallen. Für die übrigen Reviere kam es dann auf Grund des Schiedsspruchs zu einer freien Vereinbarung. Es erhalten am 1. August an Lohnerhöhung für die Schicht einschließlich des Soziallohnes: Kölner Braunkohle und Ibbenbüren 65 Mt.; Sachien 61 Mt.; Oberschlesien und bayrische Pech fohlen 58,50 Mt.; Wurmrevier und Düren 56,55 M.; Mitteldeutsches Braunkohlen- Kernrevier 56 M.; Rand reviere 50,80 Mt.; Niederschlesien 55,25 Mt.; Niedersachsen 61,75 Mt.; Bayrische Braunkohlenreviere 50,40 bis 53,20 mt.; Bayrische Steinfohlenreviere 45,50 W. Für den Mansfelder Kupferschieferbergbau wurde am 27. Juli in Halle verhandelt und für Juli für die Vollarbeiter eine Lohnzulage von 45 Mt, erzielt. Die Löhne der übrigen Arbeiter erfahren eine entsprechende Erhöhung. Der Gedingeausgleich wird um 5 Mt., das Hausstandsgeld um 0,50 Mt. und das Kindergeld um 1 Mt. erhöht. Für den Monat August ficht der Schiedsspruch eine Erhöhung um 47 Mt. vor. Das Hausstandsgeld wird um weitere 2 Mt., und das Kindergeld um 1,50 Mr. erhöht. nischen Braunkohlenrevier erfährt der Preis für Brauntohle eine Steigerung von 28,60 Mt. und für Briketts von 112,50 Mr., die mitteldeutsche Rohbraunkohle um 59,50 Mt. und die Briketts um 178,50 Mr. Für Niedersachsen und Jbbenbüren kommt eine Preiserhöhung von 286 bis 360 M., für Niederschlesien von 309,94 Mt., für Sachsen 402,14 M., für das Wurmrevier von 299,61 bis 379,45 Mt. in Frage. Die bayerische Pechfohle wird um 353,92 und die Steinkohle um 315,31 Mt. erhöht. Die Preise verstehen sich für die Tonne ausschließlich Steuer und Handelsnutzen. Aushungerung durch schwarze Listen Zum Streit bei A. Wertheim. Der Arbeitgeberverband im Einzelgroßhandel GroßBerlin läßt durch seinen Syndikus, Dr. E. Hein, an die Preffe eine Darstellung über die Entstehungsgeschichte des Streites bei A. Wertheim gelangen. Einleitend wird behauptet, daß das gemaßregelte Betriebsratsmitglied, die Sassiererin Wille, höhere Beträge annahm als der Kunde zu zahlen hatte. Von der Kundschaft aufmerksam gemacht, hätte die Firma durch eine Detektivin eine Zahlung leisten lassen, bei welcher dieselbe Kassiererin sich eines aleichen Vergehens schuldia machte. Zum Schuße des Publifums und des Rufes ihrer Angestellten wäre die Firma genötigt gewesen, die betrügerische Angestellte fristlos zu entlaffen. In dem Schreiben wird dann weiter behauptet, daß der böse Zentralverband der Angestellten durch Verbreitung wissentlich falscher Nachrichten zum Streit getrieben hat. Man stehe hier vor einem Falle schlimmsten Terrors und gewissenlosesten Tarifbruches. Dann heißt es weiter: Die weitaus größte Mehrzahl des Personals hat diesem Aufruf der Gewerkschaften nicht Folge geleistet, so daß die Geschäftshäuser der Firma geöffnet find. Die Folgen für die streitenden Angestellten und Arbeiter sind unübersehbar, da fie auf eine Wiedereinstellnna nicht hoffen können und bei anderen Betrieben in Berlin eine Einstellug nicht finden." Neben der falschen Darstellung des Sachverhalts, stellen die Unternehmer eine gemeine Drohung. Donnerstag bekam der Zentralverband der Angestellten die Mitteilung, daß die Unternehmer bereit sind, über den Fall A. Wertheim in Verhandlungen zu treten. Es stellte sich am Freitag jedoch heraus, daß eine Verhandlungsbasis überhaupt nicht vorhanden ist. Die Unternehmer weigerten sich trot wiederholter Aufforderuna der Angestelltenvertreter beharrlich, das ihnen zur Verfügung stehende Beweismaterial über die angeblichen Betrügereien des Betriebsratsmitglieds, Fräulein Wille, vorzulegen. Die Verhandlungen famen aus diesem Grunde nicht zustande. Die Androhung, daß die am Streik beteiligten Angestellten und Arbeiter weder auf Wiedereinstellung„ hoffen" können, noch bei anderen Betrieben in Berlin eine Einstellung finden", ist weiter nichts, als die Ankündigung der Absicht, die Streifenden durch schwarze Listen auszuhungern. Die Berliner Angestelltenschaft wird auf diese Scharfmacherei die richtige Antwort zu geben wissen. Vor dem Berliner Kaufmannsgericht findet bei Drucklegung dieser Reilen eine Verhandlung im Falle Wille statt. Vor dieser neutralen Stelle ist der Firma A. Wertheim GeIegenheit gegeben, entweder den Weg zur Verständigung zu betreten, oder den Beweis für ihre bisher nicht unter Beweis gestellten Behauptungen zu erbringen, * Wie wir kurz vor Redaktionsschluß erfahren, ist der Streif in sämtlichen Warenhäusern bei der Firma A. Wertheim durch Vergleich beigelegt. Die Arbeit wird heute Sonnabend im vollen Umfange wieder aufgenommen. Die im Ausstande befindlichen Arbeitnehmer versammeln fich heute morgen 7½ Uhr in den Kammersälen, Teltower Straße 1-4. Lohnregelung im Holzgewerbe Für das Groß- Berliner Holzgewerbe wurde das letzte Lohnabkommen bis zum 15. August abgeschlossen. Die tatastrophale Geldentwertuna brachte es jedoch mit sich, daß die festgesetten Löhne den veränderten Verhältnissen gegenüber nicht mehr stand hielten. Infolge dieser eingetretenen Situation stellte der Deutsche Holzarbeiter- Verband an die Vereinigten Verbände der Berliner Holzindustrie für das laufende Lohnabkommen eine Ausgleichsfor= derung von 6 Mt. pro Stunde. Auf Grund dieser Forderungen fanden am 2. d. M. zwischen den beiderseitigen Verbänden Verhandlungen statt. bei welchen die Arbeitgeber letzten Endes nachfolgende Zulagen gewährten: Mit Wirkung vom 5. August 1922 erhalten pro Stunde alle männlichen und weiblichen Arbeitnehmer übe: 20 Jahre eine Zulage von 4,60 Mark, von 18-20 Jahren 16-18 " " " " * 3,50 " " " " " 2,50 Trot des minimalen 3ugeständnisses der Arbeitgeber und infolge des noch aufenden Lohnabkommens hat der Holzarbeiterverband diesem Angebot seine Zustimmung gegeben und gilt dasselbe bis zum 18. August d. J. Zwecks Regelung der Löhne nach dieser Periode treten die Parteien erneut zusammen. Soweit die Lohnfäße für Durchschnittsarbeiter in Frage fommen, gelten für die Zeit vom 5. bis 18. August nachfolgende Tariflöhne, welche wir für die ersten Altersgrenzen angeben: 3 Für Facharbeiter Hilfsarbeiter Facharbeiterinnen Silfsarbeiterinnen " " " 41,- Mr. * 35,65 " He B * 28,65 " * 24,45 Für Akkordarbeiter sind die Zuschläge prozentual umzurechnen. Das neue Lohnabkommen, welches von den bevollmächtigten Vertretern beider Vertragsparteien unterzeichnet ist, Deutschen Holzarbeiterverbandes, Rungestr. 30, zum Selbstwird in Druck bergestellt und ist im Verbandsbüro des fostenpreis erhältlich. verbandes bestehen, wird Auskunft im Verbandsbüro erteilt. Soweit Untlarheiten für die Mitglieder des HolzarbeiterDie Ortsverwaltung. Die Lohnbewegung der Straßenbahner Wie wir aus dem Büro der Berliner Ortsverwaltung des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter erfahren, haben sich an der Urabstimmung über den Schiedsspruch des Reichsarbeitsministeriums vom 25. Juli betreffs Straßenbahn 11 095 Beschäftigte beteiligt. Hiervon haben sich 734 für Annahme und 10271 für Ablehnung ausgesprochen. 90 Stimmen waren ungültig. Mit der Ablehnung des Schiedsipruches ist, wie wir bereits mitteilten, noch nicht der Streit be= schlossen worden. Der Magistrat Berlin läßt seinerseits bekanntgeben, daß er beim Demobilmachungskommissar die Berbindlichkeit des Schiedsspruches beantragen wird. Wir find der Meinung, daß der Magistrat Berlin in Anbetradi der Situation erneut mit den beteiligten Arbeitnehmer organisationen in Verhandlungen tritt, um zu einem für beide Teile annehmbaren Resultat zu kommen. 100 Ristenmacher! Infolge der weiteren Preissteigerung ist der Deutsche Holzarbeiterverband erneut an die Vereinigung der Kistenfabrikanten herangetreten, um diesen veränderten Wirtschaftsverhältnissen Rechnung zu tragen. Durch gegenseitige Vereinbarungen sind auch dementsprechend weitere Lohnzulagen für den Monat August gemacht worden, welche wir hiermit zur Kenntnis bringen: Die Löhne erhöhen sich für Kreissägenschneider ab 6. August auf 45,00 M. und vom 16. August ab auf 48,00 M. Die Löhne der Kistenmacher betragen für diese Zeit 43,50 M. bzw. 46,50 Mark. Als Akkord zuschläge werden gewährt ab 6. August 110 Prozent, ab 16. August 120 Prozent. Wir wiederholen nochmals unseren Hinweis, daß Kistenmacher und Kreissägenschneider infolge des beigelegten Streits nach anderen Berufen abgewandert sind, und daß solche noch in einer größeren Anzahl zu obigen Löhnen benötigt werden. Kollegen, welche in diesem Fach firm find, bitten wir, sich im Büro des Deutschen Holzarbeiterverbandes, Rungestr. 30, zu melden, um die noch freistehenden Arbeitspläte zu besetzen. Deutscher Holzarbeiter Verband. = USPD. Gastwirtsgehilfen! Am 9. August, vormittags 10 Uhr, im Clubhaus, Ziegelstraße 2, wichtige Fraktions versammlung und Zahlvormittag. Tagesordnung: Stellungnahme zu den Vorgängen in der letzten Generalvers sammlung. In Anbetracht der ernsten Situation ist das Erscheinen sämtlicher Genossen unbedingt erforderlich. Graphisches Gewerbe. Die Opposition" Nr. 8. th erschienen und heute nachmittag von 4 Uhr ab abzuholen bei Baum, Stallschreiberstraße 47.- Graphischer Aftionsausschuß. Parteiveranstaltungen Siguna der Geschäftsleitung des Bezirksverbandes am Montag, den 7. August, nachmittags 4 Uhr. Pünktliches Er scheinen notwendig. Bezirksverband Berlin- Brandenburg. Mitteilungsblätter zum nächsten Zahlabend können sofort im Bureau Breite Straße 8/9 abgeholt werden.- Die Geschäftsleitung. 11. Diftrift. Die Abteilungs- und Bezirksführer laden am Montag zur Mitgliederversammlung am 9. ein. Die Bersammlung findet mm 7 Uhr in der Oberreallchule, Basteurstraße 44/45, statt. Sonnabend, den 5. Auguft. 16. Distrikt u. Stralan. Die Platate für das Sommerfest am 13. Auguft find sofort vom Gen. Dietrich abzuholen. Sonntag, den 6. Auguft. 2. Berwaltungsbezirt, 4. Distrikt( Westen). Den Eltern aur Kenntnis, daß laut Beschluß die Kinder noch eine Woche am Gorinfee berbleiben. Sonntag früh Treffpunkt 6% Uhr Hochbahnhof Bülowstraße. Abfahrt 7.40 Stettiner Borortbahnhof bis Buch. 5. Berwaltungsbezirk. Gemütlicher Familienabend in Schmidts Gefell schaftshaus, Fruchtstraße 36 a. Konzert, Gesang, Resitationen und Tanz, beranſtaltet vom Männerchor U. S. P. Anfang 4 Uhr fein Eintrittspreis. Sämtliche Genossen sind hiermit eingeladen. 8. Diftritt. Das für Sonntag, den 6. Auguft, angefekte Balbfeft fält aus. Die Parteigenoffen beteiligen fich an der Beranstaltung bes 9. Diftritts. 15. Diftritt. 6. Abteilung. Ausflug nach Ertner. Treffpunkt 48 Uhr morgens, Andreasplat Steglty. Kindergruppe. Fahrt nach Tegel. Wanderung über Seiligen fee nach Spandau. Treffpunkt 7 Uhr Rathaus Steglit. Montag, den 7. Auguft. 14. Berwaltungsbezirk.( Neukölln, Brit.) Funktionärfibung 7 Uhe Karlsgarten. Referat, borber Geschäftsleitungssigung 6 Uhr bei Stahmann, Münchener, Ede Reuterstraße. 19. Verwaltungsbezirk( Abt. Bankowo). Abends 7 Uhr findet bei Bater, Mühlenstraße 12, eine Funktionärtonferens statt. 6. Distrikt, Abends 7 1hr Diftrittskonferens bei Rrüger, Butliksir. 10. 8. Distrikt. 7 Uhr Diftrittstonferenz, Phyfiksimmer, Schule, Tegeler Straße 18/20. 9. Distrikt. Distriktskonferens abends 7 Uhr bei Klinge, Utrechter Straße 24. 12. Distrikt. Funktionärkonferenz abends 7 Uhr bei Hoffmann, Lhchener Straße 8. 14. Diftritt. Funktionärkonferens 7½ Uhr bet Büttner, Schwebter Straße 23. 15. Distrikt. Diftrittskonferens abends 7 Uhr bei Heinrich, Lange Str. 97. Spandan. Abends 7 Uhr bei Kohlschmidt wichtige Suntfionarlonfe rens. Erscheinen unbedingt nötig. Vereinskalender Sonnabend, den 5. Angust. Deutscher Holzarbeiter- Berband. Bollversammlung aller in den Bagen und Karosseriefabriten beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen nachmittags 2 Uhr, in Boeters Festfälen", Weberstraße 17. Tagesordnung: Bericht über die Lohnberhandlungen. Um pünktliches Erscheinen erfucht bas kartell der Arbeitnehmer- Organisationen. Deutscher Transportarbeiter- Verband, Branche Bau- und Arbeitskutscher. Bertrauensleute, Obleute und Betriebsräte abends 7% Uhr im Lotal bon Sarl König. Lange Straße 53 Funktionärtonferenz. Deutscher Transportarbeiter.Verband. Handelshilfsarbeiter aus allen Be trieben ber Leberwirtschaft, der Schürzen, Damenwäsche und Tapilferie fabrikation abends 7 Uhr Bersammlung im Gewerkschaftshaus. Tages ordnung: Stellungnahme und Beschlußfassung zur Lohnbewegung. Sonntag, den 6. Auguft. Deutscher Transportarbeiter- Berband, Branche Bau- und Arbeitstutscher. Bormittags 10 Uhr im Lokal Boeker, Weberstraße 17, Branchenversammlung. Montag, den 7. Auguft. Zentralverband der Hotel, Restaurant- und Cafe- Angestellten. Branche IX, Jugendliche, Lehrlinge und Bagen Branchenversammlung nachm. 5 Uhr im Klubhaus, Siegelstraße 2. Bezirt Wannsee Bezirksversammlung nachts 12 Uhr bei Schmidt, Königstr. 24. Jugendbewegung 6. B. 3., Gruppe Berlin- Mitte. Sonntag, den 6. Auguft, Sabrt nad Strausberg- Labtse:, Treffpunkt pünktlich 6 Uhr Alexanderplat, Berolina. " Arbeitersport Arbeiterwanderbund Naturfreunde". Fahrplan 5. bis 6. August Schar müßelfee bis Springfee. Abfahrt Sonnabend nachmittag 6 Uhr Schlesischer Bahnhof, Sonntags- Rüdfahrkarte lösen. Birkenwerber- Mühlbeder See. Abfahrt Sonnabend nachmittag 5 Uhr Bahnhof Weißenfee. Dahmsdorf Müncheberg. Sonnabend nachm. 5.10 Uhr Ringbahnhof Gesundbrunnen; Strausberg umsteigen. Biesenthal- Brendner See. Sonnabend abend 5.43 Fernbahnhof Gesundbrunnen. Hangelsberg- Magfee. Sonnabend nachm. 5 Uhr Bellevue. Ertner- Möllenfee. Sonntag borm. 6 Uhr Schlesischer Bahnhof. Teupitsee. Sonnabend abends 5.30 Uhr Bahnhof Neuton Groß- Besten- Päter Hintersee. Abfahrt Sonnabend abends 4.46 Bahnhof Baumschulenweg. Königswusterhausen- utleisee. Abfahrt 7 Uhr Bahnhof Steglit. Arbeiter- Wanberverein Berlin. Oberfpreewald Fahrt am Sonntag, den 13. Auguft, Lübbenau- Lebbe( bem berühmten Spree- Benedig), Leipe- Forsthaus Eiche- anno- Mühle-- Lübbenau. Keine Fußwanderungen. Kahn und Bahnhfahrt 115 M. Teilnehmertarten im Bereinslokal Boll fchläger, Adalbertstr. 21, Sigarrengeschäft Erich Koch, Reinidendorferstr. 92. Wanderung am Sonnabend, den 5. Auguft, und Sonntag, ben 6. August, Scharmüßelsee- Glubigfee- Springfee. Abfahrt Sonnabend abend 7.57 üht, Sonntag 6.27 Uhr Görliber Bahnhof; Sonntagsrüdfahrkarte 4. Alaffe lösen bis Scharmütel- See( 21 m.). " Freie Turnerschaft Neukölln- Bris. Sonnabend, den 5. Auguft, abends 7 Uhr, Bereinsversammlung in der beal- Alause", Narefchstraße 13. Arbeiter- Radfahrer- Berein Groß- Berlin. 6. August Liebenwalde 6 Uhr, Summt 1 Uhr. Arbeiter- Turn- und Sportbund, Kreis 1, Bezirk II. Sämtliche Teilnehmer am Dauerschwimmen müssen pünfilio 2 Uhr im Rummelsburger Seebab, Hauptstraße 6, fein. Späterkommende werden vom Start ausgefchloffen. Berantwortlich für die Redaktion mit Raud. Berlin: für den Inferatenteil und geschäftliche Mitteilungen: i, B.: Gustav Ratuf Berlin. Berlags- Genossenschaft Freiheit", e. G. m. b. S., Berlin.- Drud von Gehring& Reimers, S. m. b. S., Berlin 3. 68, Ritterstraße 75