до 2, 1. METTO er 2, ng 3. er B. I t2, ct. tt te ent 2, et, er e. The ent et 11. ett A it 18 11 E Te 111 J. Einzelpreis 3.- Mk. Die Grethe t" erscheint täglich einmal als Morgenausgabe unb Montags als bendausgabe mit den Unterhaltungsbeilagen Freie Welt". Frauen- Weit" und„ Der Jugend- Genoffe". Der Bezugspreis beträgt bei freier Buft- lung ins Haus für den Monat August 70, tm voraus sablbar Peftellungen nehmen fämtliche Bostanstalten entgegen. Fernsprecher: Sanfa 1970, 1971 und 1972. Redaktionssekretariat: Dönhoff 5593. Verlag und Exped. Berlin N 40, Kronprinzenufer 27, L Miffwoch, den 23. August 1922 5. Jahrg. Nummer 310 Die smolfgespaltene Nonpareillezeile oder beren Raum toftet 25,- M., einschließlich Inferatensteuer. Kleine Anzeigen: Das fettgebrudte Bor 4 m., jebes weitere Wort 3, M. einschließlich Inseratensteuer. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gesuche 16 m. netto pro Beile. Stellen- Gesuche in Wort- Anzeigen: das fett. gebrudte Wort 3,- M., jedes weitere Wort 2,- M. Redaktion: Fernsprecher Dönhoff 4190, 4191 und 4192 Berlin SW, 68, Ritterstr. 75, III, greiheit Berliner Organ ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Desterreich vor dem Zusammenbruch Die Ententepolitiker, die in St. Germain zusammen tamen, um unter die Auflösung der alten Doppelmonarchie Desterreich- Ungarn in eine Anzahl ohnmächtiger Kleinstaaten ihr Siegel zu setzen, haben sie den lebensunfähigsten Teil des alten Kaiserreichs unter dem Namen Desterreich weiter bestehen lassen. Weit über die Hälfte der gesamten Republik sind in der Stadt Wien zusammengepfercht. Es fehlt dem Staate an allem zur Produktion notwendige. Fast drei Viertel aller Bedürfnisse der Bevölkerung müssen vom Auslande gedeckt werden. Die völlige Wirtschaftsunmöglichfeit ließ es schnell zusammenbrechen. Seine Währung ist unter dem 16000ften Teil des Friedensstandes herabgesunken. Ungeheure Teuerung ist die Folge. Ein Pfund Schmalz foftet 15 000 Stronen, ein Paar Schuhe bis eine halbe Million, ein Anzug eine Million usw., für eine Straßenbahnfahrt sind 450 Kronen zu entrichten, für ein Brot 4500 kronen. Und diese Entwicklung schreitet rapid vorwärts. Im Laufe eines einzigen Monats vom 15. Juli bis 15. August haben sich die Preise mehr als verdoppelt. Dr. Leo Lederer. der Wiener Korrespondent des„ Berliner Tageblatt" beurteilt die Lage wie folgt: In ihrer Gesamtheit bietet die Preisgestaltung in Deutsch- Defterreich das Bild, das vor einem Jahre der Markt in Sowjetrußland gewährte Es ist sogar festgestellt worden, daß die Entwertung der Krone in der legten Zeit weit schnellere Fortschritte aemacht hat als iene des Sowjet: rubels im gleichen Reitraume des Vorjahres. Aber auch noch eine zweite Analoaie droht binnen furzem in die Erscheinung zu treten. Die Preise in Deutsch- Desterreich werden in absehbarer Zeit die Weltparität vielfach um das zwei bis dreifache überschreiten. Das ist nur natürlich, wenn man bedenkt, daß Deutsch- Desterreich in jener: bensa fähigkeit. mit der es ſeine Schöpfer begabt haben, mit mehr als 70 Prozent seiner Bedürfnisse auf die Einfuhr angewiesen ist, und in den wichtigsten Artikeln auch außer für den Weltrohstoffpreis für die Unterbewertung der Krone, die hohen Frachtspesen und die außerordentlichen Gewinne des Zwischenhandels aufzukommen hat. Da es gerade die wichtlasten Nahrungsmittel und Rohprodukte, vor allem Getreide, Fett und Kohle sind, in denen Deutsch- Desterreich zum größten Teil auf den Bezug aus dem Ausland ange= wiesen ist, müssen sich diese Tatiachen auch in den Produktionsbedingungen der deutsch- österreich schen Industrie, vor allem in den Löhnen auswirken. Alio Ueberschreitung der Weltparität in den wichtigsten Bedarfsgegenständen; dabei werden jedoch die Verdienstmöglich= feiten nicht im entferntesten diesen Preissteigerungen entsprechen". Es wiederholt fich in Desterreich, was sich bereits in Rußland zeigte. Die Ursachen sind nicht die aleichen. Aber die Fapitalistische Wiederaufbauarbeit" hatte nicht minder den sehr lange telegraphische Berichte der Wiener diplomatischen Vertreter der Entente abgegangen. In Budapest wird die Reise des österreichischen BundesKanzlers Dr. Seipel nach Prag dahin aufgefaßt, daß die österreichische Regierung den Versuch einer Angliederung Desterreichs an die Tschechoslowakei unternommen hat. Dieser Schritt erregt hier peinliches Aufsehen, weil man darin eine vollständige Einkreisung Ungarns erblickt. Nach einer Meldung des„ Az Uisag" wird die ungarische Regierung gegen eine derartige Angliederung Desterreichs an die Tschechoslowakei eine Protestnote an den Obersten Rat richten. Der österreichische Bundeskanzler in Berlin Der österreichische Bundeskanzler Dr. Seipel ist gestern nachmittag furz nach 5 Uhr in Berlin eingetroffen und auf dem Anhalter Bahnhof vom Reichskanzler Dr. Wirth, Staatssekretär v. Simson und dem österreichischen Gesandten Dr. Riedel empfangen worden. In die sachlichen Verhandlungen wird erst heute eingetreten Bayern befriedigt München, 22. August. Heute nachmittag fand eine Sigung des Ministerrats statt, zu der auch die Führer der Koaliti onsparteien des Landtages hinzugezogen worden waren. Gegenstand der Beratungen waren die lezten Verein: barungen, die in Berlin in der Angelegenheit der Gesetze zum Schuß der Republik getroffen worden sind. Der Ministerrat und die Führer der Koalitionsparteien haben sich dahin geeinigt, daß die Ergebnisse der legten Berliner Verhandlungen anzunehmen find. Zurücknahme der Ausweisungen? ( EE.) Paris, 22. August. Der Straßburger Korrespondent der„ Daily Mail" meldet, daß die gegen die Deutichen in Elsaß- Lothringen von der französischen Regierung keschlossenen Retorsionsmaßnahmen zurückgezogen worden wären. Der Intransigeant" erkundigte sich hierüber. Er fonnte zwar feine Bestätigung erhalten, aber auch kein Dementi. Ruin des Landes im Gefolge, wie die verfehlten Wirtschafts- Der bayerische Hindenburgskandal maknahmen und die konterrevolutionären Invasionen in Rußland. Oesterreich fordert politische Lösung Kreisen vor, in denen betont wird, ( DA.) Wien, 22. August. Aus Anlaß der Auslandsreise des österreichischen Bundeskanzlers Dr. Seipel liegen hier Aeußerungen aus politischen und parla mentarischen daß Oesterreich nur durch das seit dem Vertrag von Saint Germain bestehende Provisorium an den Rand des Abgrundes gekommen sei. Die österreichische Frage verlange febt eine positive politische Lösung, von der die finanzielle und wirtschaftliche Gesundung abhänge. Desterreich könne nicht weiter existieren, nur um einige politische Negationen der Entente zu ermöglichen. Frankreich wolle nicht, daß Defterreich sich mit Deutschland vereinige, England sei dagegen, daß irgend eine andere Großmacht diese wichtige Donaustellung befeße, Italien protestiere gegen die Donauföderation und die Tichechen und Jugoslaven hätten Furcht, daß sich die italienische Militärmacht noch weiter nach Norden ausbreite. Desterreich könne also tun oder lassen was es wolle, immer werde es irgend eine der Großmächte vor den Ropf stoßen. Das sei ein unhaltbarer Zustand, Desterreich tönne und wolle nicht weiter vegetieren, nur um diese Negationspolitik der Ententemächte zu ermöglichen. In Rom, Prag und Berlin herrsche jedenfalls ein stärferes Intereffe für Deutsch- Desterreich. Diese direkten Nachbarn des unglücklichen Staates wüßten besser, welche Wirkungen die absolute Katastrophe Desterreichs haben müßte. Aus diesem Grunde reise Bundeskanzler Dr. Seipel nach Rom, Prag und Berlin, auch weil er der festen Ansicht sei, daß in diesen Hauptstädten sich das eigene Interesse an dem Weiterbestand Desterreichs durch tatkräftige Silfe manifestieren werde. Dr. Seipel wünscht eine möglichst baldige wirtschaftliche Wiederannäherung an die unmittelbaren Nachbarstaaten. Die Reise Dr. Seipels scheint auf die hiesige Entente- Diplomatie einen starken Eindruck gemacht zu haben. Wie die Dena" erfährt, sind von Wien aus nach Paris und London in französischer Beleuchtung ( EP.) Paris, 22. August. Aus Anlaß des Besuches Hindenburgs in München schreibt der„ Temps", daß die gegenwärtige politische Lage einen auffallenden Gegensag zeige. Auf der einen Seite sehe man, wie Frankreich und England in ernster Weise über die Zweckmäßigkeit der pro= duktiven Pfänder und die Verschuldung Deutschlands disfutieren, andererseits aber wohne man in Deutschland offenen Vorbereitungen für die Wiederherstellung der Monarchie und der militärischen Revanche bei. Seit dem Waffenstillstand beschreibe das Prestige der Alliierten eine fortlaufende fallende Linie, während im Gegenteil die reaktionären Bes strebungen in Deutschland eine aufsteigende Kurve beschreiben. Die zukünftigen Geschichtsschreiber würden eines Tages fragen, warum England beständig Frankreich in den Weg trete, während es doch gleichzeitig diejenigen Tentichen unterstütze, die von einem zweiten Bunischen Kriege reden. Der triumphale Empfang, der Hindenburg in München zu= teil geworden sei, beweise, daß Bayern der Herd der deuts schen Reaktion sei. Es sei übrigens auf mehrere zusammentreffende Tatsachen hinzuweisen. Hindenburg habe kurz vors her in Ostpreußen Truppen inspiziert, General von Seedt habe sich vor einigen Tagen nach Berlin begeben, und Rußland habe letthin die Waffen- und Munitionsausfuhr verboten. Alle diese Tatsachen könnten als eine Vorbereitung zu einem neuen Kriege ausgelegt werden. Schweres Bauunglück Auf dem Grundstüd Stettiner Straße 10 stürzte gestern nachmittag beim Abbruch eines Kellergewölbes eine Wand ein und begrub fünf Arbeiter unter sich. Der 33 Jahre alte Bauarbeiter Ernst Krüger aus der Sparrstraße 22 wurde getötet. Schwerverlett wurde der 32jährige Arbeiter Wilhelm Wesenberg aus der Fennstraße 40. Leichtverletzt wurden der Arbeiter Max Ertel aus der Burgsdorfstraße 2, der Arbeiter August Dombrowski, Nordhafen 5 wohnhaft, und der 20 Jahre alte Arbeiter Max Strauß aus Reinickendorf, Waldemarstraße 11. Unzulängliche Justizreformen Von Dr. K. Rosenfeld In den letzten Tagen konnte die Presse nähere Mits teilungen über die jetzt geplante Justizreform bringen. Nach der Absicht des Reichsjustizministeriums soll das neue Strafgesetzbuch noch im laufenden Monat fertiggestellt, dagegen die völlige Umgestaltung des Strafs verfahrens zurückgestellt werden, bis das neue Strafrecht geschaffen ist. Zunächst soll neben der Reform der Jugendgerichte die Neuordnung der Strafgerichte in Angriff genommen werden. Es ist zu begrüßen, daß der erste Gesetzentwurf zur großen Justizreform endlich dem Reichsrat vorgelegt und so mit der Umgestaltung der Strafgerichte begonnen werden soll. Es muß endlich der Anfang gemacht werden, der Klassenjustiz den Boden abzugraben. Wird die Klassenjustiz auch erst dann verschwinden, wenn in einer klassenlosen Gesellschaft Klassengegensätze nicht mehr bestehen, so sind doch gründliche Reformen schon jezt möglich, vor allem in bezug auf die Organisation der Strafgerichte. Hier liegt das Kernproblem der gans zen Justizreform. Um so erfreulicher ist, daß an diesem Punkt der Hebel zuerst angesetzt werden soll. Insoweit folgt die Regierung den Anregungen gerade unseren Reichstagsfraktion. Haben wir doch bereits im vorigen Jahr im Zusammenhang mit dem von uns eingebrachten Gesezentwurf zum Schutz der Republik gefordert, daß an die Stelle der jetzt die Strafjustiz ausübenden Gerichte andere Gerichte treten sollen, die schon infolge ihrer Zusammensetzung weniagstens eine gewisse Garantie für eine sozialere Rechtsprechung bieten. Freilich bleibt der Vorschlag der Regierung auf halbem Wege stehen. Wir wollen ganze Arbeit gemacht wissen und verlangen daher, daß die Regierung einen Gesezentwurf vorlegen solle, nach dem die Rechtsprechung in Straffachen nur durch Geschworene ausgeübt werden und die Mitwirkung des juristisch gebildeten Verhandlungsleiters auf die technische Durch führung des Prozesses beschränkt sein sollte. Wir wolls ten die Laienrichter an die Stelle der Gelehrtenrichten gesetzt wissen. Der Regierungsentwurf sucht einen Mittelweg zwischen diesem Vorschlage und der jetzt ( wenigstens in den Straffammern) ganz in den Hän den der Juristen liegenden Justiz; der Gerichtshof soll fünftig aus Nichtern und Laien gemeinsam gebildet werden. Nach dem Vorschlage des Justizministeriums soll in der ersten Instanz ie nach der Schwere des Falles ein fleines Schöffengericht( wie bisher ein Richter und zwei Schöffen) oder ein großes Schöffengericht( zwei Richter und drei Schöffen) und ein Schwurgericht( wie bisher 3 Richter und zwölf Laien) entscheiden. Neu ist an diesem Vorschlage nur das kleine Schöffengertche, das an die Stelle der jetzigen Straffammern treten soll. Als Neuerung soll aber weiter in Erfüllung einer alten Forderung, die schon im Erfurter Programm zu finden ist, die Berufung gegen alle Urteile der( kleinen und großen) Schöffengerichte eingeführt werden, und zwar in der Weise, daß über die Berufung die Straffammern entscheiden, die aber in Zukunft nicht nur aus Juristen, sondern aus drei Juristen und zwei Laien bestehen sollen. Nach diesem Vorschlage wird allerdings das Laienelement in viel stärkerem Maße als bisher an der Strafrechtspflege zur Mitwirkung herangezogen. Aber befriedigen kann uns diese Regelung nicht. Denn der besondere Vorzug der Schwurgerichte, daß die Laien allein( wenigstens über die Schuldfrage) beraten und entscheiden, fehlt den geplanten Schöffengerichten: Schöffen und Juristen bilden einen Gerichtshof und beraten gemeinsam. Die Laien sind also der unkontrollierbaren Beeinflussung der Juristen im Beratungszimmer ausgesetzt, und nur zu oft wird das Wort des alten Amtsrichters zutreffen, der sagte: Die Schöffen möchte ich sehen, die mich überstimmen!" Es ist daher sehr bedauerlich, daß das Justizministerium mit dieser jetzt vorgeschlagenen Reform auf halbent Wege stehen geblieben ist. Noch weniger fann uns der Vorschlag der Regierung über die Auswahl der Schöffen und Geschwore nen befriedigen. Unsere Fraktion hat auch in der Frage den Weg gewiesen, auf welchem allein eine Heranziehung aller Bevölkerungsfreise nach ihrer Bedeutung erreicht werden kann. Wir haben gefordert: Wahl der Laien durch das Volk nach dem allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrecht und nach den Grundsäßen des Verhältniswahlsystems. Die Einheitsfront der Nationalisten In Pommern tagten fürzlich verschiedene politische, wirtschaftliche und andere Organisationen, um eine vaterländische Einheitsfront zu schaffen. Bertreten waren nicht nur die Deutschnationalen, sondern auch die Deutsche Volkspartei. Nachträglich scheinen der Deutschen Volkspartei Bedenken gegen diese Einheitsfront aufgetaucht zu sein. Darum behandelte der Geschäftsführende Ausschuß der Deutschen Volkspartei Pommers in einer gemeinsamen Sizung mit der Provinziallandtagsfraktion die Angelegenheit. Resultat war folgender Beschluß: Das ,, Eine Einheitsfront ist nur im Kampf gegen äußere Feinde und gegen inneren Umsturz notwendig und möglich, und die Deutsche Volkspartei Pommerns wird im Ernstfalle einem Rufe nach ihr, threr vaterländischen Auffassung und Pflicht getreu, jederzeit folge leisten. Eine Einheitsfront im innerpolitischen Streit ist unmöglich und der Versuch, sie zu bilden, aussichtslos und schädlich, weil er nur zur Verstärkung alter und Schaffung neuer Gegensätze führt. Die Deutsche Volkspartei Pommerns sieht eine Möglichkeit zum Wiederaufbau unseres Vaterlandes nur in einer Entschärfung der Gegensätze, fie fann daher an der Bildung einer sogenannten vaterländischen Einheitsfront nach innen, wie sie in Pommern versucht wird, nicht mits wirken und fordert ihre Organisationen im Lande auf, entsprechend zu handeln." Berichten, daß in Rummelsburg( Pommern) im Gea richtsgebäude( Zimmer 4) eine Buchstelle dea Reichsland bunde 3" fich befindet, die sich mit Steuer beratung und Einrichtung von landwirtschaftlichen Buch führungen beschäftigt. Die Telephonnummer dieser Buch stelle des Reichslandbundes" ist die gleiche wie die des Ge richts, und das Zimmer Nr. 4, wo die Buchstelle untergebracht ist, ist die Amtsstube des Gerichtsschreibers, der nebenamtlich Bücherrevisor des Landbundes ist. Daß die von ihm ausgeübte Steuerberatung" für den Staatssäckel vorteilhaft ift, wird selbst der Reichslandbund kaum zu behaupten wagen. Ein zweiter Rosa- Luxemburg Prozeß? Das Justizministerium hat sich zu sehr an die jetzt geltenden Bestimmungen gehalten, nach denen ein beim Amtsgericht zusammentretender Ausschuß die Schöffen und Geschworenen auswählt. Dieser Ausschuß soll erhalten bleiben, obwohl gerade seine Mitwirkung früher die völlige Ausschaltung der Arbeiterschaft zur Folge hatte und die immer noch übliche Zurücksetzung der Arbeiterschaft auf diesen Ausschuß zurückzuführen ist. Allerdings soll der Ausschuß refor= miert werden. Er soll in Zukunft von den Selbstverwaltungskörperschaften( Stadtverordnetenversammhing, Gemeindevertretungen usw.) gewählt werden, nd zwar durch Verhältniswahl, so daß die Zusam mensetzung des Ausschusses künftig in höherem Maße als bisher ein Abbild der Bevölkerung sein wird. Fernen wird dem Ausschuß vorgeschrieben, daß er die Schöffen und Geschworenen lediglich nach der Eignung zu unparteiischer Rechtsfindung" wählen und daß die Wahl einstimmig erfolgen soll. Höchst bedenkliche Bestimmungen! Denn wann werden sämtliche Mitglieder des Ausschusses darüber völlig einer Meinung sein, ob z. B. der Anhänger einer extremen Oppofitionspartei die Eignung zu unparteiischer Rechtsfindung besitzt? Ist aber eine Einstimmigkeit nicht zu erreichen, so soll nach den Vorschlägen der Regicung jedes Ausschußmitglied soviel Personen vorschla= en, als noch erforderlich sind und unter den Vorhlägen soll dann das Los entscheiden. Damit ist die Zusammensetzung der Laienrichter in viel zu weitem Umfang dem reinen Zufall überlassen. Bei dieser Regelung muß auch fernerhin damit gerechnet werden, baß arbeiterreine Schöffen- und Schwurgerichte die Gerichtsbarkeit in Straffachen ausüben. Nur die Wahl aller Laienrichter gemäß unserer früher erhobenen Forderung sichert das Volk einigermaßen vor einer Zusammensetzung der Gerichte, bet der die Arbeiterschaft nicht hinreichend zur Geltung kommt. Jahr- Organisation Cund ,, Neudeutscher Bund" untersuchungsverfahrens wird es abhängen, zehntelang werden in anderen Ländern, insbesondere in der Schweiz, sogar die Richter durch das Volk gewählt, ohne daß berechtigte Klagen darüber laut geoorden sind. In Deutschland aber will man eine Reform unternehmen und an dem erprobten und am nächsten liegenden Vorschlag einer Wahl der Laten burch das Volk vorübergehen. Die in der Regierungsvorlage vorgesehene Regelung der Auswahl der Balen ist aber nicht nur sehr gefährlich, sie ist auch äußerst unpraktisch. Nach dem Wahlmodus der Regierung mag in Eleineren Gemeinden verfahren werden können. Aber wie soll eine solche Wahl in den Großstädten vorgenommen werden, wenn, wie z. B. in Berlin, jährlich mehrere tausend Laien auszuwählen sind. Eine Einmütigkeit aller Mitglieder des Ausschusses wird selten zu erzielen sein, dann müssen die weitaus meisten Laten durch das Los bestimmt werden und das fann gewiß niemand befriedigen. Der sozialdemokratische Justizminister meint es sicherlich sehr ernst mit der von ihm geplanten Justizreform. Zweifellos sieht er auch all diese Mängel feines Entwurfs. Traurig, daß er dem Reichsrat feinen besseren Entwurf vorlegen fonnte. Wenn nun erst dieser gewiß nicht volksfreundliche Reichsrat den Gesezesvorschlag der Regierung prüft und abändert, wird er sicherlich nicht besseren Inhalts dem Reichstag zugehen. Es wird dann Sache unserer Fraktion sein, auf eine gründliche und vollständige Umgestaltung des unzulänglichen Gefeßentwurfs über die Neuorganisation der Strafgerichte hinzuwirken. Saarländische Zeitungen in Elsaß- Lothringen verboten. Außer der„ Saarbrüder Zeitung“,„ Saarbrüder Landeszeitung" und Bölflinger Nachrichten ist fest auch die Verbreitung und der Bertauf der Neunkircher Zeitumg" burch Verordnung des Gene ralfommissariats in Elsaß- Lothringen berboten worden. Breslauer Hauptmann- Festtage Breslau, den 20. Auguft. Nicht viele von denen, die ihre tadellosen Smokings und seidenen Toiletten im Foher spazieren führten, würden sich wohl in der Gebirgsdorffchente neben einen Fuhrmann segen. Möge er auch Henschel heißen und mit flehenden Augen in die rauchige Stube bliden, ob er nicht irgendwo einen Menschen fände, dem er seine Not tlagen könne. Jm Theater aber begudt man sich so einen Sterl ganz gern und läßt sich von der Seelenqual, die den Athleten mit dem Kindersinn über die Schevelle des Todes peitscht, tief An dem nicht rühren. In der Tat: ergriffen waren sie alle. endenwollenden Beifall, darin sich die aufs höchste gesteigerte Spannung löste, merkte man es. Grundtief hat Gerhart Hauptmanns mitleidiges Auge den Fuhrmann Henschel" ge. fchaut. Man rede mir nichts von Naturalismus! Ich glaube, der weißhaarige Dichter mit der Goethestirn hat oft einem Fuhrmann die schwieligen Hände gedrüdt. Der Henschel", den Eduard von Winterstein us borlebte, wird unvergessen bleiben. Auch bie Hanne Schäl, bas lebensstarke, genußgierige, selbstsüchtige Blondweib der Lucie Höflich. .. Treffliches bot diese Rünstlerin auch als Rose Bernd.( Ein hohes Lob; denn sie ist in dieser Rolle Nachfolgerin der großen Else Vehmann.) Wie sie als starte, finnenluftige. Bauerndirne vor den Männern stand, doch nicht bestehen konnte: Ein Urweibchen, ein Luluchen nur bie trog ihrer strammen Körperlichkeit unfagbar an ihrem Geschlecht litt und zugrunde ging; das war eine prachtboll gerundete Leistung, die vor dem Rönnen ber öflich Respett einflößte. Nach the sind zu nennen: Herbert Hübner als Christoph und Jlka Grüning als Frau Flamm. As man eins der neuesten Werke Gerhart Hauptmanns,„ Das Opfer", spielte und der Vorhang fich gesenkt hatte, meinte ein Aritifer: ja biel Lärm um nichts". Dieses Urteil( bas me Verurteilung ist) scheint nicht gerecht zu sein. Erstlich: Der biele Lärm" war flanglich sehr fern abgewogen; zauberisch schwingt die Sprache bes bramatischen Gedichtes ans Dhr. Und Denn:„ Um nichts"? Ich glaube, man hat zu dem„ Opfer" noch nicht die richtige Einstellung gewonnen und ist deshalb schnell fertig mit bem Wort. Man versucht, in dem Werk nach letzten Weisteiten zu loten, aber das Senkblei faßt feinen Grund. Da beginnt bas Schimpfen. Darauf, daß das„ Opfer" gar fein Epilog sein önnte, daß es nicht das vorlegte und legte Wort eines alten 9 • Der Zweck der Uebung der Deutschen Volfspartei ist also ein doppelter. Gegen den inneren Umstura", d. h. gegen die Arbeiterklasse, wird die Stinnespartei jederzeit zu einer Einheitsfront mit den Deutschnationalen und mit irgend welchen anderen Organisationen bereit sein, weil ihr Haß gegen die Arbeiterklaffe alle anderen Erwägungen zurüde drängt. Des weiteren schwebt der Deutschen Volkspartet fie nennt es die Schaffung eines neuen Burgfriedens vor „ Entschärfung der Gegenfäße", bei dem die Arbeiterschaft ebenso unter den Schlitten käme, wie in den früheren burgfriedlichen Perioden. 1 Die deutschnationale treuzzeitung" veröffentlicht ein Schreiben des Kaiserlichen Korvetten fapitans a. D. Ehrhardt". worin bewiesen werden soll. daß der im Mära 1922 begründete Nendeutsche Bund" teine Fortiebung der Mörderorganisation C set. Wenn es auch Tatsache fet,„ daß die Führer des Neudeutschen Bundes, die mit mir jahrelang Leid und Freud, Kameradschaft und Gefahr geteilt haben, teien Bund so führen, wie es nach ihrer Ueberzeuguna meinem Denken, Wollen und Empfinden entspricht, so iei brbardt doch niemals Leiter des„ Neudeutschen Bundes" gewesen. Weiter heißt es dann über den Neudeutschen Bund": Der Neudeutsche Bund ist daher nicht einmal als tatsächlicher Nachfolger zu beaeichnen, aeschweige denn als Rechtsnachfolger. Das äußerste, was man sagen könnte, wäre, daß der Neudeutsche Bund ein grundsäklich anderes rechtliches(!!) Gebilde ist als die frühere Organisation C." Die Monarchisten haben Bech mit ihren Berichtigungen". Das, was sie aus der Welt schaffen wollen, bestätigen fie jedesmal. So auch Ehrhardt wieder. Denn sein ganzer Brief ist eine klassische Bestätigung dafür, daß der„ Neudeutsche Bund" nichts weiter ift. als eine Firmenänderung der Draanisation G", der zwar rechtlich grundsäßlich" anders dasteht, aber vollkommen dem Denken, Wollen und Empfinden" Ehrhardts und damit der Organisation. O enta spricht. Was nur zu beweisen war! Wie unferm alten System Im früheren Obrigkeitsstaat herrschte ganz allgemein eine enge Verbindung zwischen den Amtsstellen und den Agrariern. Namentlich die Landratsämter und die Gemeindeämter sahen ihre Hauptaufgabe in der Wahrnehmung der Interessen unserer Junker, denen sie beim Steuerbetrug und auch in anderer Hinsicht jeden erdenklichen Borschub leisteten. Ein Obrigkeitsstaat besteht zwar nicht mehr, aber nichts. destoweniger besteht die Geistes- und Geschäftsgemeinschaft zwischen den nunmehr republikanischen" Beamten und den Agrartern auch heute noch. So weiß der Vorwärts" zu Auf Antrag des Staatsanwaltschaftsrates Ortmann ift das Verfahren gegen den von dem Verbrechen des Mordes an Rosa Luxemburg freigesprochenen Leutnant a. D. Krull jetzt wieder aufgenommen worden. An Stelle des verstor benen Landgerichtsrats Leiden führt Landgerichtsrat belt die Voruntersuchung, der gestern Termin zur Vernehmung des Krull und einer großen Reihe von Zeugen angesezt hat. Die Neuaufnahme des Verfahrens ist bekanntlich her beigeführt worden durch die Veröffentlichungen des Vor* wärts". Der Redakteur Kuttner hatte, wie seinerzeit mitgeteilt, am Tage vor dem Termin gegen Krull, in dem es fich um den Diebstahl der Uhr Rosa Luxemburgs handelte, den Vorsißenden der betreffenden Straffammer, Bandgerichtsdirektor Dr. Du ft antelephoniert und ihm mit geteilt, daß der Fäger Runge bei ihm in der Redaktion gewesen sei und ausdrücklich behauptet habe, daß Krull den tödlichen Schuß auf Rosa Luremburg abgeaeben hätte. Er teilte dem Vorfibenden ferner mit, daß noch am Abend ein Artikel im Vorwärts" erscheinen würde und es bestände daher die Gefahr, daß Krull daraufhin flüchtig würde. Von Rechtsanwalt Bahn wurde seinerzeit gegen dieie Sineinziehung der Mordiache in oie Diebstahlsange legenheit energiich prrteftiert. Dementsprechend wurde auch dieses Moment bei der Verhandlung, ausges schaltet. Die Zeugenvernehmungen werden sich sehr umfangreich aeftalten, da fait sämtliche Reugen, die feinerzeit schon in dem Rosa- Luxemburg- Brozek vernommen wurden, wieder vorgeladen find. Von dem Ausaang dieses Bora nach den Gerichtsferien ein neuer Roja- guremburg- Prozeß die Ges schworenen des Landgerichts II beschäftigen wird. Aus der Partei Tagung der zentralen Körperschaften Zum 25. August hat die Bentralleitung den Parteirat und die Kontrollkommission zu einer gemeinschaftlichen Sizung einberufen, in der über den bevorstehenden Parteitag und die im Zusammenhang damit stehenden volttischen Fragen beraten werden sol. Höhere Beiträge! Aus dem Büro der Zentralleitung der Partet wird uns geschrieben: Angesichts der furchtbaren Wirkung des sinkenden Marks wertes auf unser ganzes Wirtschaftsleben erwächst den Arbeiterorganisationen die Pflicht, mit aller Kraft dafür zu sorgen, daß die Arbeiter erhöhte Einnahmen an Lohn ers halten, um überhaupt existenzfähig zu bleiben. Diese Pflicht ist aber damit nicht beendet, sondern auch alle Organisationen samt ihren Einrichtungen, Presse usw. brauchen erhöhte Einnahmen, um existenzfähig zu bleiben. Aus diesem Grunde müssen sich allerorts die Orts, Kreis- oder Bezirksleitungen mit der Beitragsfrage beschäftigen. Die Zentralleitung hat vor nicht allzulanger Zeit vorgeschlagen, bezirksweise s den Durchschnittslohn zu ermitteln und diesen Betrag als Monatsbeitrag festzusehen. Längst sind die Gewerkschaften dazu übergegangen und er heben einen Stundenlohn als Wochenbeitrag. Wohl wissend, daß das alles mit erheblichen Schwierig feiten verbunden ist, glaubt die Zentralleitung doch, den Mitgliedern wiederholt den Vorschlag machen zu müfen, einen Durchschnitts- Stundenlohn als Mindest- Monatsbeitrag für die Partetorganisation zu erheben. Zur Zeit entrichten die Bezirke 6 bis 16 Mart pro Monat, gleich 3 bis 8 Pf. Vorfriegszeitgeld. Aus dieser Gegenüberstellung geht hervor, daß, um eine böhere Leistungsfähigkeit zu erzielen, der politischen Or gantsation ebenfalls höhere Beiträge zugeführt werden Genossen, prüft und handelt, denn wer nehmen will, der gibt! müssen. Dichters( Hoho: Gerhart Hauptmann und alt!) wäre, darauf| leitung fam eine dem poetischen Werk durchaus würdige Aufführung kommen nur wenige. Leider. Denn das Drama ist Erkenntnis und Bekenntnis von des Dichters eigenem Leben. Ein Durchgang, ein Sammeln zu neuem Schaffen. Warten wir ab! Dennoch ist es notwendig, auf das Werk nachdrücklich hinzuweisen, da es ſeit seinem Erscheinen zu Anwürfen gegen den Dichter berugt wird. Die Aufführung lag in den Händen von Künstlern des Dresde ner Stadttheaters und wird ein Ruhmesblatt in der Geschichte dieser Sunststätte bleiben. M An der Seite Gerhart Hauptmanns huldigte man an zwei Abenben Deutschlands größter Schauspielerin: Else Lehmann. Die Mutter Wolffen in der Diebskomödie„ Der Biberpelz ist ihre Rolle. Seit Jahrzehnten schon. Wer sie einmal gefehen- c3 mögen Wochen, Monate, Jalyce selbst bergehen und er denkt einmal wieder an jene Waschfrau": ihr Bild steht gleich vor ihm. Glutboll lebendig. Die schlaue, ja gerissene( dabei äußerlich so ehrbare) stets fleißige, nur auf das Wohl der Ihren bedachte Mutter Wolffen. Das eben ist die große Kunst der Lehmann: Unter Ausnägung jeder Nuance in Bewegung und Sprache einen Menschen ganz zu erleben. Die anderen wuchsen an dieser Großen: Wilhelm Diegelmann als ihr Mann, Julius Wolff, Julius Arnfeld als Schiffer Wulfow und Jannings als Amtsbor. steher und friechender Streber Wehrhahn. In der Genetragödie Einsame Menschen" stand die Mama Boderat der Else Lehmann als prächtige, in sich gefestigte mütterliche Frau inmitten einer angeträndelten, nerbösen Welt; inmitten notgehester Menschenfinder, die immer sterbend sich bemilhn", doch noch nicht erlöst wurden. Schade, daß der Dichter der Aufführung nicht beiwohnte. Er hätte in seiner liebwerten, leifen Art den Darstellern, der Bergner, Paul Mederow, der Lehmann besonders dankend getvinkt. Nun gehe ich zum legten Male an diesen Hauptmann- Tagen ins Theater. Bu einem efte. Sie spielen anneles him. melfahrt. Moissi ist gekommen. Eine halbe Stunde Zeit bleibt noch. Ich will still im dunkelnden Simmer fißen und ganz muhig werden. Will mich sammeln für dieses schönste, sehnsüchtigste aller Traumspiele. Bernd Stanner. Jm Berliner Stabttheater ging Sonnabend Abend vor aus. verkauftem Haus Gerhart Hauptmanns Troumspiel anneles himmelfahrt" in Szene. Unter Viktor Barnowskys Spielzustande. Alexander Moissi als Lehrer Gottwald und Elisabeth Bergner als Hannele wurden vom Bublifum begeistert gefeiert. Auch die vielen tleinen Rollen waren durchweg gut besest. Das Lobe- Theater brachte das Glashüttenmärchen und Pippa tanzt". Die Spielleitung hatte Karlheinz Martin an Stelle bon Gerhart Hauptmann, der Breslau bereits verlassen hat. Herbert Thimig gab den Träumer Michel Hellriegel, Hans Marr ben alten Glasbläser Huhn, Ludvig Wüllner den mythischen Bann, Roma Bahn das Fünklein" Bippa, Stifter den Glashüttendirektor. Die treffliche Aufführung ließ den Bauber des einsamen fchlesischen Gebirgskammes in der Winternacht lebendig werden, Reicher Beifall lohnte die erlesene Künstlerschar. Auffindung eines altgermanischen Bootes. Bei den Ausgrabungen, die lett von den Dänen unter der Leitung des Kustos des Kopenhagener Nationalmuseums, Nosenberg, auf der Insel Alfen vorgenommen werden, hat man türzlich ein Boot ans Licht gebracht, das noch der Metallzeit angehört. Der schwedische Archäologe Lindequist und ein holländischer Kollege, Dr. van Stein- Gallenfels, die Gelegenheit hatten, das Boot zu besichtigen, erklären, daß es das älteste Schiff seiner Art set, das bekannt ist. Ein großer Teil des Fahrzeuges ist bereits freigelegt. Dabet hat man eine beträchtliche Zahl verschiedener Gegenstände aus prähistorischer Zeit, wie Speerspisen aus Eisen und Knochen, Schilde, das Bruchstück eines Kettenpanzers und Keulen gefunden. Das Boot stammt vermutlich aus dem Anfang des 2. Jahrhunderts und ist leider durch Torfftecher beschädigt worden. Man hofft, mit der vollständigen Freilegung in den nächsten Wochen fertig zu sein. Ein altgermanisches Ruderboot, das seinerzeit im Sunderwitt im Nydamer Moor gefunden worden ist, rechnet man dem 3. Jahrhundert nach Chr. zu. Es enthielt römische Kriegerbeute aus dem 2. und ml 3. Jahrhundert. Tagesnotizen Gastspiel bes Petersburger Staatstheaters. Nach Berlin ist die Truppe bes Petersburger Staatstheaters des vormaligen Alegandrinen- Theaters ge fommen und begann am 18. Auguft seine Gastspiele im Apollo- Theater. Das Repertoire der Gastspiele besteht aus Dramen, welche den größten Erfolg Brofeffor der lezten Jahre im Alegandrinen- Theater geerntet hatten: Storigin" von Leonid Andreew, Zarelfins Tob"," Die Heirat Kretfoinstis" von Suchowo- kabilin und andere. Die Große Voltsoper verpflichtete für die Spielzeit im Theater des Westens Quch Kieselhausen zum nochmaligen Auftreten und gleichzeitig für die Eins studierung des Balletts, und zwar in der Ober Samson und Dalila, welde erftmalig am 9. September unter musikalischer Leitung von Dr. Prätorius aur Aufführung gelangt. Spielleitung: Alexander d'Arnals, t 3 e It II ct 吐 e Ent 3. Da Its ent it # ift #f ich ett PU in Iten ett ID, A nd era ID Bes rt. Der ber it ,, Der er= che che Ab fe ex Der e it nd ht) t ft o It Ab arf , 50 M., ter Die mt ort atft, er ent Die deam Sen Thr 3. ma im der tal uf Protestversammlungen gegen die Moskauer Blutjustiz Pogrom und Terror Die Sprengkolonnen der Kommunisten gegen die eigenen Klassengenossen Wir haben in den schweren Jahren seit der NovemberRevolution gewiß schon manche tieftraurige Stunde für die Arbeiterbewegung erleben müssen. Das, was wir gestern in einer der Protestversammlungen mit ansehen mußten, gehört sicher mit zu den traurigsten Ereignissen. Fanatisierte, in Pogromstimmung hineingehezte Arbeiter, die, ohne zu wiffen, worum es sich handelt, im Faustkampf gegen die eigenen laffengenossen sich selbst und der Arbeiterbewegung zu dienen glauben. Die Führer der KPD., die aus allen Bezirken Berlins wohl organisiert die Stoßtrupps in die vier Bersammlungen geführt hatten, wußten wohl, warum fie diese äußerste Kraftanstrengung leisten. Sie sind für die Unterdrüder der Moskauer und Petersburger Arbeiter nur folange wertvoll, wie sie die Schande der antiproletarischen Politik der Bolschewitt vor deutschen Arbeitern in revolutionäre Heldentaten umlügen fönnen. Wer sie fennt, wird für sie nur die Verachtung haben, die diese Stipendiaten verdienen. Das Tieftraurige ist der Fanatismus und die Pogromstimmung, die von ihnen in einem fleinen Teil der Arbeiterschaft heute noch erzeugt werden kann. Wir wissen, baß auch diese Aufpeitschung ihren Höhepunft überschreiten wird, Aber die Folge dieser Mißleitung fann nur Indifferenz und Abkehr von der lebendigen, bewußt sozialistischen Arbeit sein. Die Stimme des Sozialismus fann man vielleicht in Rußland durch blutige Unterdrückung oder in Deutschland in einer einzelnen Volksversammlung durch organisierte Weddingkolonnen auszuschalten versuchen. Die Arbeiterbewegung wird auch diese Schädlinge überwinden. Sie wird es troß dieser kommunistischen Demagogie, trot dieser Zerstörungsarbeit, an der die Bourgeoisie ihre helle Freude hat, sehr bald in größerer Geschlossenheit und Klarheit dahin bringen, daß diese Schreier sich gerade so ausgetobt haben werden, wie das Häuflein der KPD.- Leute, In den Germaniasälen in der Chauffeestraße sollten die Genossen Rosenfeld und Ströbel sprechen. Da den Kommunisten offenbar ganz besonders daran laa. daß die Berliner Proletarier nicht GeIegenheit bekamen, aus dem Munde des Genossen Rosenfeld, der die angeklagten Sozial- Revolutionäre in Moskaut vertetbiat hat, die Wahrheit über die Moskauer ny hören. begannen sie bereits um 6 Uhr mit Stoktrupps den Saal zu besezen. Als dann zur angefeßten Stunde die Arbeiter in Maffen famen, war der Saal bald so überfüllt, daß das Haus gesperrt werden mußte. Vor Beginn der Versammlung wurde auf Antraa eines Kommunisten fast einstimmig befchloffen, einem fommunistischen Korreferenten eine Stunde Medezeit zu gewähren. Als von kommunistischer Seite beantragt wurde, ein Ankämpft habe, dennoch feststellen müsse, daß nie die Vollstreckung von Todesurteilen von so die Verurteilten quälenden Bedingungen abhängig gemacht worden sei, stürmten die Kommunisten Pieck und Dörr mit einem Trupp auf die Rednertribüne, und der Lärm wurde so ohrenbetäubend und anhaltend, daß an eine Weiterführung der Versamm lung nicht zu denken war. Der Vorsitzende erklärte die Versammlung für geschlossen, unsere Genossen räumten das Lokal und ließen die fommunistischen Sprengfolonnen unter fich. Beim Verlassen des Botales wurden unsere Genossen beschimpft und bedroht; dabei taten fich Frauen ganz besonders hervor. In Kliems Festfälen, Hasenheide sollten die Genossen A. Stein und Suttner referieren. Schon vor 6 Uhr hatten die Kommunisten die aus allen Bezirken des Südens und Westens angerückt waren, fast den ganzen Saal besetzt. Genosse Stein wurde in seinem Referat oft viertelstundenlang durch Johlen, Pfeifen, zurufe, Gesang der Internationale und andere Lieder unterbrochen. Heckert und König von der KPD. leiteten diese revolutio= nären Exerzitien. Als nach Stein Gen. Kuttner von der SPD. das Wort ergreifen wollte, steigerte sich der Lärm derartig, daß eine Weiterführung unmöglich wurde. Unsere Genossen verließen in dichten Reihen den Saal und ließen die Kommunisten unter sich. Bezeichnend für den echt sozialistischen Geist waren die Weddingkolonnen, die Kuttner beim Ausgang tätlich anzugreifen suchten, so daß er von ArIftische Federation von Namur, 4 der Rentralverband des Belgischen Glasarbeiter, 5. der Genoffenschaftsverband der Arbeiter von Charleroi. ( S.-R.) Paris, 21. Auguft. Die Soziastische Partei Frank reichs hat folgendes Telegramm nach Moskant gefandt: Das Zentralfomitee der Sozialistischen Partet Frankreichs, bie Sozialistische Parlamentsgruppe und das Erefutiv- Komitee der Sozialistischen Seine- Federation protestieren voll Entrüstung gegen das Urteil des Obersten Tribunals im Prozeß der Sozialrevolutionäre. Sie verurteilen mit aller Ent schiedenheit die Einführung des abscheulichen Geiselsystems, das darin besteht, daß das Leben der Verurteilten von den Handlungen und Erklärungen anderer Personen oder von den Aktionen von Lockipibeln abhängia gemacht wird. Sie erklären, daß die Aufrechterhaltung dieses Urteils die moralische Blokade der verantwortlichen Regierung durch die Sozialisten und Revolutionäre der ganzen Welt einleiten würde. Gez. Paul Faure." ( S.R.) Riga, 20. Auguft. Die Arbeiter der Petersburger Metallwerke haben sich durch ihre Gewerkschaft an das Präfidium des Alrussischen Zentralen Exekutiv- Komitees mit dem Ersuchen gewandt, das Urteil des Moskauer RevoIutionstribunals gegen die Sozialrevolutionäre zu repidieren und an die Stelle der bedingten Erschießung die Ausweisung der Verurteilten aus Sowjetrußland zu setzen. In ihrem Gesuch weisen die Arbeiter darauf hin, daß der von der Sowietregierung veröffentlichte Beschluß des Zentralen Erekutiv- Komitees nicht von einer Regierung ausgehen könne, die sich als Arbeiter- und Bauern regierung bezeichne und im Namen des russischen ProIetariats auftritt. Die Regierung dürfe ihre Rache nicht gegen Sozialisten und Freiheitstämpfer richten. Das russische Volt wünscht nicht, daß das Weltproletariat die russische Arbeiterklasse nach den Handlungen ihrer Regieruna beurteile. beitern gegen Arbeiter geschüßt werden mußte! Mostau Die Arbeitslosigkeit in der fann triumphieren! Wieder einen Sieg erfochten! Genoffe Stein begann damit, daß der Moskauer Prozeß mit Recht die Aufmerksamkeit der gesamten Arbeiterbewegung auf sich gezogen habe, denn es handle sich hier um einen Aft in dem großen Drama der russischen Revolution, der von größtem Einfluß auf den weiteren Verlauf der Entwicklung sein wird. Entgegen den Berliner Vereinbarungen, wonach fein Todesurteil gefällt werden soll, hat das Moskauer Tribunal die Führer der sozialrevolutionären Partei, die ſeit einigen Jahren im Gefängnis fizen, zum Tode verurteilt. Das Todesurteil soll vollstreckt werden, sobald ihre Partei irgendwelche Aftionen gegen Sowjerrußland unternimmt. Es ist nicht nur ein Aft der Barbarei, ein Bruch der Vereinbarungen, sondern die Etablierung eines scheußlichen Geiselsystems. Die gefangenen Sozialrevolutionäre haben den Gewalthabern nicht den Gefallen getan, Reue zu heucheln, um ihr Leben zu retten. Das Gericht fonnte ihnen nicht eine strafbare Handlung nachweisen. Die Angeklagten, die in Wirklichkeit die Attentate begangen haben und später die Rolle von Lockipibeln und Renegaten spielten, wurden freigesprochen und sind heute ehrenwerte und würdige Mitglieder der kommunistischen Internationale. Die angeklagten Mitglieder des Zentralkomitees fortgesetzt aus dem Gefängnis gegen die abenteuerhänger und ein Gegner der russischen Regierung sollten ab- lichen, weifelbaîten Elemente auf dem rechten Flügel ihrer wechselnd zu Worte fommen, lehnte Genosse Rosenfeld das mit der Erklärung ab, er habe niemals die russische Regierung befämpft, sondern er fämpfe lediglich gegen die russische Blutjustia. Hier bereits gaben die Anführer der kommunistischen Sprengfolonne das Zeichen zum Lärm, Genoe Nosenfeld begann dann seinen Bericht über den Moskauer Prozeß und es machte sichtlich tiefen Eindruck, auch auf die tommunistischen Zuhörer, als er darleate, daß die ſozialistischen Verteidiger die Genossen Rosenfeld, Liebknecht und Vandervelde vor Beginn des Prozesses erklärt haben, Berbrechen wie Attentate auf Lenin, die Anwendung von ner= gifteten Geschossen nicht verteidigen zu wollen. Auf die Frage, ob die Angeklagten an derartigen Taten beteiligt ge= wesen feien, gaben wohl einige Angeklagte diese Verbrechen offen zu, fie aber wurden feineswegs verteidigt, von Rosenfeld, Liebknecht und Vandervelde, sondern von Bucharin und anderen russischen Kommunisten. Diese Verbrecher nämlich waren mittlerweile zur Regierungspartei übergelaufen und lieferten den Bolichemisten die Verleumdungen, die das Anklagematerial geoen die Führer der sozialrevolutionären Partei bildeten. Die angeklagten Sozialrevolutionäre aaben ihren Verteidigern die Erklärung ab, daß sie gar nicht daran denken, die Sowjetregieruna mit Waffengewalt zu bekämpfen. Die Erklärung, die auch mehrmals vor der Oeffentlichkeit im Prozeß selbst wiederholt wurde, ist von der kommunistischen Breffe unterschlagen worden, weil damit das Moskauer Bluturteil für jeden Menschen vollends als eine unverständliche Bestialität erscheinen muß. Der tiefe Eindruck, den die Ausführungen des Genoffen Rosenfeld auch auf die fommunistischen Zuhörer machte, die monatelang von der„ Roten Fahne" mit Lügen über die Sozialrevolutionäre und die Vorgänge des Moskauer Prozesses irregeführt und verhett worden waren, schien bereits die Absicht der kommunistischen Führer, unter allen Umständen die Protestkundgebung des Berliner Proletariats nicht zustande kommen zu laffen, ernstlich au Refährden. Als Genoffe Rofenfeld von der heldenhaften Verteidiaung der Angeklagten sprach. die jahrelang in den Gefängnisen des Barismus aeschmachtet haben und nunmehr dem Tode obne Wanken und ohne Ausweichen ins Muae fchen. oaben die Rommunisten wieder das Signal zum Lärm. Der gut organifierte Strach schmoll an, als Gen. Rosenfeld berichtete, daß die Bolschewisten vor Beginn des Prozesses das Abkommen der Berliner internationalen Konferenz für null und nichtig erklärten. Da dieses Abkommen die Grundlage der Tätig= feit unserer Genossen als Verteidiger bildete, war die Verteidigung der Angeklagten bereits hiermit gefährdet. Die bolichemistische Reaieruna suchte den Aufenthalt unferer Genoffen in Moskau durch die Berechnung unerhörter Preise für ihren Unterhalt, die sich insgesamt auf eine Million Mart für 6 Tage beliefen, unmöglich zu machen. Aber erst, als die Tätigkeit der Berteidiger durch die bolichewiftische Gerichtspraxis völlia illusorisch wurde, reiften die Verteidiger im Einverständnis mit den Angeklagten ab. Der Lärm der tommunistischen Schreier war mittlerweile so angeschwollen, bak Genoffe Rosenfeld minutenlang am Sprechen verhindert war. Das Todesurteil tennzeichnete Rosenfeld als eine Entmenschtheit, für die man feine Worte finden kann. Die Taten, wegen denen die Angeklagten verurteilt wurden, sind geschehen, während sie selbst im Gefängnis saßen. Daß das Todesurteil vollstreckt werden soll, wenn die Bolschewisten neue fozialrevolutionäre Verbrechen" entdeden, ist eine Methode, die ohne Beispiel in der Justiz dasteht. Keine bürgerliche Regierung bebient sich in so barbarischer Weise des Geißelsystems, und noch niemals hat der Reichspräsident Ebert die Vollstreckung eines Todesurteils von solchen Bedingungen abhängig gemacht. Nunmehr waren die Kommunisten entschlossen, den Redner nicht zu Ende sprechen zu laffen. Von allen Eden schrien die verteilten Stoßtrupps unaufhörlich den Namen„ Noste", und als Genosse Rofenfeld erklärte, daß er, der stets den Noste- Kurs scharf bePartei protestiert, sie haben den Standpunkt vertreten, daß sich die Partei in Reib und Glied mit dem internationalen Proletariat stellen müsse, sie haben jeden bewaffneten Kampf gegen die Sowietregierung abgelehnt und sich bereit erklärt, ebenso wie der 9. und 10. Parteitag als legale Opposition auf dem Boden der Sowjetverfassung zu wirken. Wichtig ist, daß nicht allein die SR. gehebt und verfolgt werden, sondern auch die Sozialdemokraten, die sich bemühen, das zersplitterte Proletariat zusammenzufassen, den Klassenfampf neu zu be= leben und dem wiedererstehenden Kapitalismus Widerstand zu leisten. Noch vor wenigen Tagen hat Sinojem erklärt, man müsse die Verfolgung der SR. und der Menschewisten in verstärttem Maße fortießen. Das ist der Geist, der in Rußland die Politik bestimmt, das ist aber auch der Geist der in dem barbarischen Moskauer Urteil zum Ausdruck kommt. Jeder ehrliche Proletarier muß vor Scham erröten, wenn er Stefes Urteil und die gesamte Politik der russischen Kommunisten fennenlernt. Wenn wir gegen dieses Urteil und diesen Terror Protest erheben, so tun wir das nicht nur aus Solidarität, auch nicht allein im Namen der Humanität, sondern auch im Interesse der russischen Revolution, die nur gerettet werden kann, wenn eine Einigung der sozialistischen Kräfte herbeigeführt wird, um gemeinsam den Aufbau der zerstörten Wirtschaft Räterußlands vorzunehmen, und um sich gegen den neuen Kapitalismus zusammen zu schließen. Stadttheater Alt- Moabit Die Versammlung ist vorzeitia aefchloffen worden, da es den beiden Referenten Gen. Dr. Ad. Braun( SPD.) und Otto Meier( USB.) nicht möglich war, sich infolge der Opposition der Kommunisten durchzusehen. Da der Lärm nicht nachließ, wurde die Versammlung vom Vorsißenden geschlossen. Die Kommunisten hatten lange vor Beginn der Versammlung die Hälfte des Saales vor dem Rednerpult und die Bühne selbst besetzt. Rum Schluß wurde Genoffe Otto Meier noch tätlich angegriffen. Der in der Versammluna anweiende Genosse Abramowicz wurde von Tscheoslowakei Nach Schätzungen des Präsidenten einer der größten tschechischen Banten gibt es gegenwärtig in der TschechoSlowakei 380 000 Arbeitslose. Mit den Angehörigen dürfte die Zahl der erwerbslosen Proletarier mehr als eine Million betragen. Die Tschechoslowakei befizt eine Bevölkerung von 18 Millionen. Mit ihrer Arbeitslosenzahl steht sie auf dem europäischen Festlande zweifellos an der Spize. Zu beachten ist auch. daß in der Tschechoslowakei weitere große Arbeitermasien mit verkürzten Schichten arbeiten oder wöchentlich bis zu drei Tagen aussehen müssen. Der unverheiratete Arbeiter erhält wöchentlich 48 Kronen als Erwerbslosenunterstüßung, der verheiratete im Höchstfalle 108 Stronen. Eine Aussicht auf Beendigung der Wirtschaftstrife ist nicht vorhanden; das Elend ist entseßlich. Litauen und das Memelgebiet Die litauische Regierung hat den Regierungen Frankreichs, Großbritanniens, Italiens und Japans ihre Genugtuung ausgesprochen, daß die Botschafterkonferenz die litauische Regierung de jure anerkannte. Sie sprach unter Anerkennung des Statuts über die internationalen Wasserstraßen ihre Bereitwilligkeit aus, die Bestimmungen des Versailler Vertrages, soweit sie sich auf die Schiffahrt auf der Memel beziehen, zu respektieren. Sobald Polen, das ungeachtet seiner feierlichen Versprechungen einen Teil des Iitauischen Gebietes besetzt hält", Litauen durch Bestätigung seiner Unterschrift die Möglichkeit geben werde, gegenseitige freundschaftliche Beziehungen anzuknüpfen und die freie Schiffahrt auf der Memel zu eröffnen, werde Litauen die Bestimmungen realisieren. Sie hofft im übrigen, daß die Alliierten und Amerika sämtliche Rechte und Titel auf das Memelgebiet Litauen übertragen werden. Was der„ Temps" erfahren hat ( EE.) Paris, 22. Auguft. Aus Berlin wird dem„ Temps" gemeldet: Die Verhandlungen zwischen den Delegierten der Reparationsfommission und der deutschen Regierung wer den kurz sein. Sie werden Donnerstag oder spätestens Freitag abgeschlossen werden. Die Delegierten der Repa rationskommission werden als Pfänder für das Morgtorium die Staatsbergwerke im Rubraebiet und die dem ,, deutschen Staat" gehörigen Waldungen auf dem linken Rheinufer fordern. Von der Goldmilliarde der Reichsbank ist keine Rebe. Diese Abordnung soll einen Bruch vermeiden, der durch die interalltierten Verhandlungen der Reparationsfrage berbeigeführt werden könnte. Die deutsche Regierung hat eingesehen, daß die Forderungen der Reparationskommission ein Minimum darstellen, von dem nichts abaehandelt werden dürfe. Wenn Deutschland diese Forderungen ablehnte, würde die fran= zösische Regierung sofort energisch vorgehen. Vielleicht wird Deutschland heute nachmittag andere Pfänder vorschlagen Dieie tönnten aber nur in Erwägung gezogen werden, wenn fie gleichwertige Garantien darstellten. dem Landtagsabgeordneten Stats als„ Mörder" beschimpft. Die Verhandlungen mit der Die Versammlung ift vollkommen gesprengt worden. In der Bichhofbörse waren ebenfalls die Kommunisten seit 6 Uhr mobilisiert und auf dem Plan. Gen. Moses fonnte nur mit äußerster Mühe sein Referat zu Ende halten. Remmele von der KPD. verherrlichte Mostaus Blutjustiz. Es wurde eine Resolution gegen das Verbot der Roten Fahne" und für die Tschutefamethoden angenommen. Gegen das Moskauer Urteil ( R.B.) Reval. 21. August. Siefiae sozialrevolutionäre Kreise haben aus Petersburg die Nachricht bekommen, daß dort die Metallarbeiter sich gegen das Urteil des Moskauer Revolutionstribunals gewandt haben. In einem Schreiben an die Metallgewerkschaft verlangen sie von dieser, daß sie bei dem Allrussischen Sentralfomitee die Ausweisung der zum Tode verurteilten Sozialisten- Revolutionäre nach dem Auslande erwirfen soll. Diese Forderung wird in sozialrevolutionären Kreisen als Symptom eines Umschwunges der Gesinnung der Petersburger Metallarbeiter angesehen. Es ist jedoch kaum anzunehmen, daß die Forderung von der Sowjetregierung erfüllt werden wird. ( S.-R.) Brüssel, 21. Auguft. Die Welle des Proteftes gegen das Moskauer Urteil nimmt einen immer größeren Umfang an. Bisher haben aus Belgien folgende Arbeiterorganifationen Protesttelegramme nach Moskau aesandt: 1. der Genossenschaftsverband von Liége im Namen von 65.000 Arbeiterfamilien, 2. der Sozialistische Unterſtügungsverband im Namen von 360 000 Arbeitern. 3. die SoziaReparationskommission Am gestrigen Nachmittag haben wiederum Besprechungen zwischen dem Reichsfinanzminister Dr. Hermes und dem Staatssekretär a. D. Bergmann einerseits und den Ver tretern der Reparationskommission Bradbury und Mauclere andererseits stattgefunden. Wie nach jeder derartigen Besprechung im engen Kreis ist dann dem Reichstanzler berichtet worden, und es haben sich die einzelnen Refforts mit den aufgeworfenen Fragen wiederum beschäftigt. Ein Ende der sehr eingehenden Verhandlungen ist noch gar nicht abzusehen. Teuerungskrawalle in Oberschlesien ( W.T.B.) Kattowik. 22. August. Gestern abend tam es hier wegen der zunehmenden Teuerung zu Ruheftörungen. In den sväten Abendstunden wurde eine Anzahl Läden geplündert, die Waren wurden auf die Straße geworfen und fortgeführt. Die Juden wurden von der Menge verfolgt und verprügelt. Ein starkes Polizeiaufgebot stellte schließlich die Nube wieder her. Einberufung bes 10. Anruffischen Sowjetkongresses. Das Präsidium des Allrussischen Sentral- Exekutivkomitees hat beschlossen, den Zehnten Allrussischen Sowjetkongreß zu Ende Dezember nach Mostau einzuberufen. 1 Dollar= 1300 Mark Die„ Chemnitzer Volksstimme" zum Ausschluß von Lentsch Dem nun aus der sozialdemokratischen Partei aus geschlossenen Lentsch schreibt die„ Chemnißer Volksstimme" folgende Abschiedsworte: Damit ist endlich einem widerlichen Standal ein Ende bereitet, und die Partei hat befundet, daß sie nicht daran denkt, sich von innen aushöhlen zu lassen. Wir wollen dem früheren Ueberradikalen und heutigen Stinnes- Mann Lentsch gar feinen Vorwurf machen, der Mann ist uns im Gegentetl sehr gleichgültig. Er konnte uns nur nicht gleichgültig sein, so lange er sich zu unseren Reihen zählte und in den Spalten des Stinnesorgans die Sache des Sozialismus befämpfte. Dieser Kampf nahm gerade in den letzten Wochen Formen an, die mehr einer Verhöhnung der Partei gleichfamen. Die Tatsache, daß Stinnes so fest hinter Lentsch steht, daß er alle übrigen volksparteilich ausgerichteten Redakteure der Deutschen Allgemeinen Zeitung" über die Klinge pringen ließ, beweist uns nur, welchen großen Wert Stinnes auf sein Sprachrohr Lentsch legte." Drachensaat Auf dem vor furzem stattgefundenen Verbandstage des Reichsverbandes deutscher Kolonial- und LebensmittelHändler hielt der Bürgermeister a. D. Dr. Eberle= Dresden ein Referat über Individualwirtschaft und Wiederaufbau. Dabei hat er nach dem Bericht des Verbandsorgans der genannten Vereinigung erklärt: „ Nach der Revolution hat die neue Regierung dem Volk gesagt: Ihr habt bloß halb soviel zu arbeiten und werdet dafür doppelte Löhne erHalten." Die Arbeit ist um 50 Prozent gefürzt, aber dafür wurde in der Weise bezahlt, daß die Mart bloß 50 Pfg. wert war. Das ist die Wahrheit über unsere Währung. Es wurden Noten ohne Deckung ausgegeben. Die Wahrheit und Sittlichkeit verlangt, daß das gesunddenkende deutsche Volk gesagt hätte: Wir bringen die Reichs= regierung, die Noten druckt und Schuldversprechungen gibt, für die fie teine Deckung hat, wegen Falschmünzerei ins Zuchthaus.( Rebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wie fommt es denn, daß das Ausland, das nach dem Friedensschluß noch Vertrauen zu uns hatte, jetzt unsere Mark so gering bewertet?... Im Innern hat der Kampf zwischen Sozialismus und Bürgertum Formen angenommen, daß man denken tönnte, wir hätten keine Sorge mehr um das Brot unserer Kinder, sondern darum, wer in die Ministersessel kommt."( Beifall.) Ob diese Rede mehr von grenzenloser Dummheit oder von grenzenloser Niedertracht diftiert, ist wohl schwer zu bestimmen. Wahrscheinlich dürfte sie beiden Eigenschaften entsprungen sein. Zwei Jahre Mord Die Kreuzzeitung" beschäftigt fich in einem überlangen Artikel mit der im Verlage Neues Vaterland" in Berlin in Neuauflage erschienenen Broschüre des Dr. Gumbel wei Jahre Mord". Daß die in dem Buche vorgenommene Busammenstellung der Mordtaten von rechts dem deutschnationalen Blatt sehr una aenehm ist, ist begreiflich. Um gegen Gumbel polemifieren zu können, muß die Kreuzzeitung" über Vechiedenes einfach hinweglesen. Erst so kann sie ihm den Vorwurf machen, er lasse Beamte, die von links ermordet wurden im Kampfe fallen", während er andernfalls von Morden von rechts spreche. Wir möchten hier nur feststellen, daß Gumbel in seinem Buch zwischen Mordtaten und Kampfhandlungen sehr ge= wissenhaft unterscheidet. Wenn er diesen Unterschied nicht machen würde, käme er nicht zu 345, sondern zu einigen tausend Personen. die durch die Rechtsfeite getötet wurden, während andererseits die Zahl nur wenig anschwellen würde. Die Kreuzzeitung" bemüht sich. Gumbels Behauptungen mit Beitungszitaten und Scheingründen zu widerlegen. So soll noch ihr Gumbels Darstellung von der Ermordung Landauers unwahr sein, weil die Münchener Neue Zeitung" wegen ihres Berichts vom Landauermord unter Vorzeniur gestellt worden sei. Das Oberkommando habe auch sofort einen Gegenbericht gegeben, in dem ausgeführt wurde, die Tatzeugen des Landauermordes hätten die von der Münchener Neuen Zeitung" wiedergegebenen Einzelheiten nicht gesehen.- Die Verhängung der Vorzeniur über die Münchener Neue Zeitung" beweist doch höchstens, daß die Bekanntgabe der Einzelheiten dem Oberkommando unangenehm war. Und wenn die Soldaten von den Einzelheiten nichts gesehen haben wollen, fönnen sie troßdem wahr fein. Dies Nichtswiffenwollen" ist ja sehr erklärlich, weil die Soldaten der Tatverdäch= tia waren und die Einleitung eines Verfahrens fürchten mußten. Statt mit Ausdrüden wie Sebzwecken" und„ Tendenzschicht" umherz u werfen, sollte die Kreuzzeitung" lieber von den vielen durch deutschnationale Parteiaänger bea gangenen Bestialitäten abrücken oder wenn sie das nicht vers mag, wenigstens soviel Scham besigen, zu schweigen. sie Parteiveranstaltungen Mittwoch, den 28. August. 5. Verwaltungbezirt, 17. Diftrift. Abends 18 Uhr Elternbersammlung in der Aula, Edertstr. 16. Tagesordnung: Protest gegen die Belegung bon Schulklassen in unserer Schule durch die Kriegsfürsorge und die dadurch hervorgerufenen Mißstände und Gefahren für unsere Kinder. Bortrag des Herrn Lehrer Michaelis über„ Aus der Praris unserer Versuchstlaffe". Boll zähliges Erscheinen wird erwartet. Donnerstag, den 24. August 14. Distrikt. Abends 8 Uhr bei Boigt, Belforter Str. 21, Sibung ber Frauen und Kinderschußlommission. Erscheinen aller Helferinnen notwendig. Arbeitsgemeinschaft sozialistischer und kommunistischer Elternbeiräte bes 12. Verwaltungsbezirks. Abends 28 Uhr findet eine wichtige Sigung der Arbeitsgemeinschaft in der Oberrealschule, Steglit, Elifenstraße, statt. Schöneberg- Friedenau. Abends 8 Uhr Funktionärstzung bei Baum, Apostel- Paulus- Str. 33. Aleistertöpfe und Binsel zum Blafatelleben mit bringen. Freitag, den 25. August Lichtenberg Stadt und Land. Abends 7 Uhr Vollversammlung ber Rom munalen Kommission in Rathaus, Möllendorfstr. 6, Bimmer 25. ages ordnung: Bortrag der Genofffin Dr. Behl über Jugendpflege". Es wird ersucht, pünktlich zu erscheinen. Vereinskalender Donnerstag, den 24. Auguft. Afa- Mitglieder, chemische Industrie. Abends 17 Uhr, im großen Gant des Nordischen Sofes", Berlin N. 4, Invalidenstr. 126, Bersammlung. Verband der Buchbinder und Bapierverarbeiter, Wellpappbranche. Nach mittags 4 Uhr, im Saal 1 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25 Bericht von den Weimarer Ber Branchenversammlung. Tagesordnung: handlungen. Deutscher Transportarbeiterverband( Glas und Teppichreinigungsbranche). Betriebsräte und Obleute! Nachmittags 5 Uhr Versammlung bei Ronif. Inselstraße, Ede Wassergaffe. Buchdrudereien. Abends 5 Uhr in ber Bericht von ber Schulaula, Stallschreiberstr. 56a, Gruppenbersammlung. Lohnberhanlung. Deutscher Holzarbeiterverband( Musikinstrumentenarbeiter!) Die Funk tionäre der Musikinstrumentenbranche haben am Donnerstag, den 24. b. M., nachmittags 5 Uhr, Bersammlung im Reichenberger Hof, Steichenberger Straße 147. Freitag, den 25. August 31 Berband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter. Abends 7 Uhr Branchenber fammlung der Gruppe Gemeindeabeiter, im Restaurant Schuls, Berlin, Elisabethstraße 30. Berantwortlich für die Redaktion Emit Rauch Berlin; für ben Inseratenteil und geschäftliche Mitteilungen: i. B.: Gustav Ratufo, Drud Berlin. Berlags- Genossenschaft Freiheit". e. 3. m. b. S., Berlin. von Gehring& Reimers, G. m. b. G., Berlin S. 68, Ritterstraße 75 Theateru.Vergnügungen Boltsbühne Raglich S Uhr: Rotter- Bühnen 6 Uhr Zum 1 Male: Residenz- Theater „ Siegfried" Fedora Trianon Theater Benisches Treater Femina 8 Uhr: Das Glas Wasser, Kleines Theater Kammerspiele 7 Uhr Totentanz D. Raub der Sabinerinnen Walhalla- Theater Großes Schauspielhaus 71, Uhr Er und seine Schwester Orpheus I. d. Unterwelt 8 hi Theater in der Kasino- Theater. Königgrätzer Str. Die Berliner Posse Lämmelmanns 8 Uhr: Bie wunderlichen Bummelfahrt. Geschichten des Kapeilmeisters Kreisier. Komödienhaus Theater des Ostens Tgi 14 Uhr: 8 U. ,, Greichen" so leben wir Berliner Theater 7.45 Uhr. Le zter Monat Madame Fur Theater am Nollendorfplatz 734 Uhr Verliebte Leute Theater am Kottbuser Tor Jed. Abend 7% Uhr: EliteSänger Volkspreise! Färberei Nord- Well reinigt u. färbt in 3-5 Tagen Expreß in 24 Stunden. 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Wardin: Die sozialrevolutionären Mörder und die sozialdemokratischen Advokaten( Tatsachen und Dokumente)/ L. Trotzki: Zur Lage in der Kommunistischen Partei Frankreichs/ Ivon Jones: Der Arbeiteraufstand in Südafrika Ch. Kabaktschieff: Die Balkanpolitik der Entente u. a. 136 Seiten und 4 Illustrationen Preis Mark 60.Verlag Carl Hoym Nacht. Louis Cahnbley, Hamburg 8 Möbel- Frese Billigste Bezugsqu: lle fü www Schlaf-, Speise-, HerrenZimmer Küchen Weinbergsweg 1 Rosenthaler Platz nur Ueberall in Zigarrengeschäften erhältlich der echte Kapitän- Rautabak Zetteleinlage( Kollen, Schleifen, Stangen. Twist. Verkaufs stellen durch Carl Bäcker, Brin., Lichtenberger Str.22Kgst. 3861) Spezial- Arzt Dr. Heisterkamp, Geschlechts-, Haut-, Harn-, Frauenleid.; Syphilis- Karen, Blutuntersuchungen. In der Heilanstalt Löser". nahe Metall ankaufsstelle Osten Grün. Weg 80 Einzelne zahlt Tagespreise f. Kupfer, Möbel Garderoben f. Herbst u Winter für Herren: Anzüge, Schlüpfer, Kosen, für Damen: Kleider. 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Vertrauensmänner und Kommissionsmitglieder treffen sich eine Stunde vorher im fleinen Saal. Die Ortsverwaltung. Allgemeine Ortskrankenkasse für den Stadtbezirk Cöpenick. Hiermit laden wir die Mit glieder des Ausschusses zu der am Mittwoch, den 30. Auguft d. J abends 7 Uhr im Schloßrestaurant ( Inh. Drange), Berliner Straße 1, stattfindenben Ne ( nur ein. Bermietungen Wohnungen mietet, vermietet, tauscht Baft, Gollnow. itraße 35, Königstadt 9564. Filialen: Gör liber Bahnhof, Wiener Straße 27; Bedding, Lindomer Straße 8; Spittelmarkt, Seydel ftraße 2; Schleftfcher Bahnhof, Langestr. 78; Schöneberg, Haupt Straße 105; Moabit, Baulstr. 7: Westen, Aurfürstenstraße 166. außerordentlichen Ausschuß Sitzung Tagesordnung: 1. Antrag des Vorstandes auf Aenderung der§§ 20, 27, 340, 48 und 4 der Kassensazung 2. Antrag des Vorstandes auf Aenderung der Krantenordnung 3. Antrag des Vorstandes auf Menderung der Mahngebühren. 4. Bericht über das Genesungs heim Seidorf i. R. 5. Geschäftliches. Die Ausschußmitglieder erhalten noch besondere Einladungen nebft den Vorlagen zu Puntt 1-3 der Tagesordnung. Berlin- Copenid, den 21. August 1922 Der Vorstand. Otto Nickel, Borfizender «e.ZI0 Beilage zur„Freiheit" Mittwoch, 23. August 1922 Die Gozialsierung des Hausbesitzes Ein untaugliches Mittel oder Prinzipieureiterei Das berliner Tageblatt" setzt sich mit unserer Forde- rung nach der Sozialisierung des Hausbesitzes kritisch ans- einander. Paul Michaelis findet, daß die Verteuerung ber Miete auf öas Vierfache den Verhältniffen„ange- messen" sei und daß„der überwiegende Teil der erhöhten Miete nicht den Besitzern, sondern dem Hause selbst zugute komme, au dessen Erhaltung die Mieter mindest in dem gleichen Maße, wie die Besitzer interessiert seien." Mit der letzten Bemerkung gibt das„Tageblatt" eine der wichtigsten Voraussetzungen unserer Schlußfolgerung zu. Es gibt zu, daß auf Grund des neuen Reichsmietengesetzes die Mieter in erhöhtem Maße von Vierteljahr zu Viertel- fahr mehr(denn auf Grund des Umlageverfahrens wird ja die Mietserhöhung in einem gewissen Abstand der all- gemeinen Geldentwertung folgen) zur Erhaltung des Haus- besttzes beitragen und an seiner Verwaltung und Bewirt- schaftung mittelbar und unmittelbar in viel stärkerem Maße als bisher beteUigt werden. Daraus folgt von selbst, daß i« immer stärkerem Maße das Bestreben sich durchsetzen wird, diese von den Mietern erhaltenen Werte, deren Be- wirtschaftung jetzt schon in starkem Maße von den Mietern selbst mit durchgeführt wird, auch der Oeffentlichkeit zu erhalten. Die zunehmenden reinen Spekulationsoer- käufe werden diese Bewegung verstärken. Wir sind absolut nicht der Meinung, daß unsere Forderung um der„Prin- zipienreiterei" willen ausgestellt wird und daß sie Wirtschaft- lich undurchführbar sei. Wir verstehen unter der Sozialisierung auch nicht ohne weiteres eine Bewirtschaftung des Hausbesitzes durch den zum Teil auf wirtschaftliche Arbeit gar nicht eingestellten büro- kratischen Apparat der Stadtverwaltung. Eine wirklich nutzbringende Bewirtschaftung des Hausbesitzes kann nur durch die Interessenten, die Mieter in genossenschaftlicher Form, erfolgen, wobei diese Genossenschaften den Hausbesitz alS Träger öffentlich-rechtlicher Funktionen und auf Grund eines zu schaffenden kommunalen Rahmengesetzes zu verwalten und zu erhalten haben. Heut« schon überträgt zum Beispiel Groß-Berlin den Besitz zahlreicher Siedlungen an Genossen- schasten, die tatsächlich ihren Besitz nicht als privat- rechtliches Eigentum, sondern im öffent- lichen und gemeinnnützigen Interesse ver- walten und erhalten. Vorbedingung wäre, daß so- fort durch Gesetz die Gemeinden das Vorkaufsrecht für alle vor einem bestimmten Termin, etwa 1818, erbauten Wohn- Häuser erhielten und daß Grundsätze für die Bewertung beim Ankauf dieser Häuser im Enteignungsverfahren aufgestellt würden, die eine Bereicherung des Hausvesitzes bei der Ab- gäbe der Wohnung verhindern. Wenn das„Tageblatt" meint, daß auch nach unserer Mei- nung eine Steigerung der Mieten auch dann nicht auf- gehalten werden könne und deswegen die genossenschaftliche Verwaltung des Hausbesitzes abgelehnt werden müsse, so ist das ganz abwegig. Eine solche Sozialisierungsaktion und genossenschaftlich gemeinnützige Verwaltung unter Beteiligung und Aussicht der Kommunen würde zwar dieSteigerung der Mieten an sich nicht restlos verhindern können. Aber die Mieter könnte» dann auf Grund ihrer eigenen Beteiligung an dieser Verwaltung die Ueberzeugung haben, daß alle von ihnen aufgebrauchten Mittel immer wieder direkt und indirekt nur ihnen selber und der Gemeinheit zugute kommen würden. Die rein demagogische, keifende Agitation der Kom- munisten würde bei einer solchen Regelung ebenfalls aus- geschaltet werden. Denn die Regelung des Mietspreises würde sich dann ja noch klarer und eindeutiger als augenblick- lich nur nach den tatsächlichen Kosten der Erhaltung und Ver- waltung des Hausbesitzes richten, wie es ja in zahllosen Bau- genossenschaften. die in früherer Zeit von der Arbeiterschaft errichtet worden sind, heute schon der Fall ist. Die Bewegung für die Ueberführung des Hausbesitzes in gemeinnützige Be- wirtschaftung wird zudem eine Bewegung sein, zu deren Träger sich nicht nur die Arbeiterschaft, sondern auch viele VolkSkreise machen würden, die sonst sozialistischen Gedanken- gängen ablehnend gegenüberstehen. Die dabei zu sammelnden Erfahrungen würden gleichzeitig die beste Unterstützung aller Maßnahmen sein, die früher oder später ja doch unausbleib- lich kommen müssen und eine höhere Organisation wichtiger Produktionszweige nach gemeinnützigen Gesichtspunkten zum Ziele haben. Englischer Besuch im Obdachlosenasyl Der englische Genosse Lee. Geistlicher in einer schottischen Gemeiude, während des Krieges einer der schärfsten und mutigsten Gegner des Völkermordens. mußte sich so lange von den Arbeitern seines Landes sagen lassen, man lebe in Deutschland und besonders in Berlin in Uebcrfluß, bis er sich zum Versuch der Selbstüberzeuqung entschloß und nach Berlin fuhr. Hier machte er es nicht wie seine Landsleutc, die ihre „Studienreise" am Kursürstendamm beginnen und im Lunapark beenden, um dann über Deutschland.aufzuklären". er wandte sich vielmehr zunächst dem Wedding zu, dort vom Bürgermeister Gen. Leid mit erschöpfendem Material über Berliner Arbeitcrvcrhältnisse versehen, und begab sich dann in die Umgebung des O b d a ch l o s e n a s n l s. zuletzt in dieses selbst. Zuerst verwundert, wie wenig Elend man eigentlich in Berlin aus den Straßen zu sehen bekomme— ganz im Gegensatz zu den Großstädten des Westens—, erstaunt auch über die Sauberkeit der Bevölkerung der Vorstädte, für einen Kenner Londons geradezu ein Rätsel—. lernte er am Schlüsse die Wahrheit in erschütternden Beweisen kennen: in Berlin ist alles Fassade, aber hinter dieser Fassade ist ein Elend verborgen und verkrochen, das kaum seines gleichen in der Welt hat. Nur einige von den Kneipen der schlimmsten Armut— gedankenlos Kaschemmen genannt — genügen, um das Elend hervorzuzaubern, von dem tags- über das Berliner Straßenbild schon aus dem Grunde ver- schont bleibt, weil diese Armut durch in Lumpen, nein. nicht mehr in Lumpe», schon fast nackt geht, daß sie sich nicht mehr in Gesellschast wagen darf. Und diese Zufluchtshöhlen, Asyle im letzten Sinne des Wortes, sind in Berlin derart viel, daß ein Abschätzen nach Zahl fast zur Unmöglichkeit wirb. Jedes Viertel hat sie— und überall bleiben sie von der Allgemeinheit gleich unbeachtet, der einzigen Wohltat übrigens, die diesen Gesellschaftsopfern zukommt. Im Asyl selbst fand das Bild des Grauens und Mit- leids nur noch Steigerung, statt befreiend und erlösend zu wirken, wie es doch Ausgabe eines Asyls sein müßte. Men- scheu von Empfinduna dürsten den Tod dieser Zuflucht vor- ziehen. Es ist das letzte, wohin ein Mensch flieht— und nur völlige Abstumpfung und Verlust des Würdegefühls vermag den Aufenthalt erträglicher zu machen. Auch ein Beitrag zum Vilöerkapitel Berliner Selbstmorde. Gewiß, was die Leitung tun konnte, das ist geschehen. Die Fürsorge für die Familien und Flüchtlinge ist sogar fast vorbildlich zu nennen— immer natürlich in den Grenzen der notgegebencn Verhältnisse—, aber ein Blick in dse Massenhöhlen des Asyls wirkt so erschütternd, daß man sich fragen muß, ob denn tatsächlich der Berliner Magistrat der- art arm und heruntergekommen ist. daß er nichts, aber auch gar nichts mehr für Volksaenossen übrig hat. die doch immer- bin auch Menschen sind. Die musterhafte Verwaltung ver- mag sich nicht durchzusetzen, wenn ihr die Mittel nur in gänzlich unzulänglicher Weise zur Verfügung stehen und wenn das soziale Verständnis da aufhört, wo die Pflicht dazu und die Verantwortung vorhanden sind. Nicht das Asvl soll hier geschildert werden— den Bettt liner Arbeitern ist es zur Genüge bekannt. Das wird der Geistliche Lee in seiner Sprache nachholen und es wird für uns lehrreich sein, wie man im Auslande die Asylvevhältniffe einschätzt. Es wird dabei vor allem auch fesselnd sein, wie er als Geistlicher damit zurechi kommt, daß man den ärmsten Opfern gesellschaftlicher Lebegier kein Krankenhaus, sondern nur eine Asylabtcilung einräumt, Vergleiche Bibel, Kapitel so und so, Vers x und y... Gen. Lee, der außerordentlich erschüttert war, sah sich„das Volk, das im Ueberfluß lebt", an der Quelle trüber Lebens« wirbel an. Er wird seine Gemeinde aufklären und darüber hinaus zur englischen Arbeiterschaft sprechen können. Und das ist gut und es ist höchste Zeit dazu, denn dieser Winter wird in Deutschland ein arges Verkommen und Blu, ten sein. Der englische Besuch dürfte sich aber auch davon über« zeugt haben, daß deutsches Volk nicht allein am Unoerständ- nis des Auslandes, sondern noch mehr an der völligen eige- nen Berständnislosigkeit zugrunde geht— und daß der K u r- fürstendamm und der Lunapark nicht allein für daS Ausland das herrschende Berlin bedeuten... Für den Besuch, der einer Einladung des bekannten Deutschamerikaners Ferdinand Hansen entsprang« dürfen wir dankbar sein. Diese Art ist Propaganda der Tat. Das Mieterschtttzgesetz im Reichswirtschaftsrat � abgelehnt In einem Leitartikel des„Vorwärts" berichtet Rudolf Wissell von der Ablehnung des Entwurfes des neuen Mieter- schutzgesetzes in der zweiten. Lesung vor dem Reichswtrt- schaftsrat mit 64 gegen 60 Stimmen. Es sei eine Zufalls- Mehrheit gewesen. Sämtliche Arbcitnehmervertreter, gleich- viel welcher politischen Partei sie angehören, stimmten für den Entwurf. Die dritte Lesung werde hoffentlich die An- nähme des Gesetzentwurfes, bevor er an den Reichstag geht, bringen. Grundsätzlich mag der Entwurf, wie Wissell sagt, einen Borteil für die Mieter bedeuten. Das geht ja schon aus der erbitterten Kampsansage der Hansbesitzer hervor. In schwer- wiegenden Einzelheiten findet der Entwurf durchaus nicht die Billigung der Mieter. Si» warnen nochmals eindring- lich vor der Annahme des Begrisses der erheblichen Belästi- gung des Vermieters als Kündigungsrecht, da die Folgen unberechenbar sind. Zwar ist dieses Kündigungsrecht in die Form einer Klage auf Aufhebung des Mietverhältnisses beim Amtsacricht aekleidet und das Gericht muß neben dem Amts- lichter mit je einem Vermieter und Mieter beietzt sein, aber das sind nicht genügende Garantien. Auch der Ansicht Wissells. daß die Hausbesitzer wegen der Kosten sich die Klage doppelt ! und dreifach überlegen werden, kann man nicht zustimmen. � Wenn die Hauswirte einen unbequemen Mieter aus dem ! Hause herausschaffen wollen, kommt es ihnen auf Geld gar ! nicht an. Man sieht das ja ähnlich bei den nicht aufhörenden ! Klagen auf Räumung der Portierwohnungen. Atttomobilrennen Gegen rücksichtslose Automobilsahrer gebt jetzt die Trev tower Schupo erfreulicherweise sehr energisch vor: Hier � ist die große Aufsahrtstraße zu den Rennen nach Karlshorit. i An Renntagen wird die den Treptower Park durchschneidende Chaussee, neben dem Plänterwald die Krug-Allee mit der gefährlichen Kurve bei Baumschulenwea und die weitere Strecke über Johannistal und Schöneweide hinaus in kurzer Zeit von vielen Hundert Automobilen passiert. Was man dann vielfach sieht, macht den Eindruck eines Automobil- rennens. Auch zu anderen Zeiten werden die für Fußgänger gefährdeten Verkehrsstellcn. so beim Treptower Ringbahn- hos und am Rathause, von Autos meist mit unverminderter Schnelligkeit durchsaust. Fetzt werden Zeitweise besondere Posten, auch solche in Zivil, ausgestellt, welche die Nummer aller unvorschriitsmäßig gesteuertcil Autos notieren. Es sind in den letzten Wochen bereits Dutzende von Feststellun- gen erfolgt. Werden sich aber die Autobesitzer aus einer Der Entgleiste Roman von Wilhelm Holzamer. (26. Fortsetzung.) „Hochmutsstuß, Hochmutsstuß, Hochmutsstuß!" so wie er's dreimal hinter einander nach seiner Gewohn- heit mit seiner unglaublich raschen Zunge sagte. Aber da hatte sie ihren Buben verteidigt und yatte ihm er- klärt, daß das schöne Muster gerad so viel koste wie das ekelige, und daß die armen Leut auch haben könn- ten, was die reichen Leut hätten, besonders wenn's nit wehr kosten tät. „Man kann sich doch das Leben grad so schön machen wit demselben Geld, und es braucht ei'm doch nit auch noch an die Wand geschrieben zu werden, wie lumpig man ist, so wie du's den armen Leut tust und ihnen was an die Wänd schmierst, schön oder nit schön, gut für das Lumpenzeug." Da hatte er sie angesehen und mit den Augen ge- Kwinkert, und auf seiner roten Weinnase gab's ein feines Funkeln, fast, als war ein Streichholz dran an- gestrichen worden— so wie's im Dunkeln nachleuchtet an der Wand— und das Funkeln lief blaurot hinauf bis in die Stirne unter das Kappenfchild, und der Andervach sagte: „Was? Was? Was? Was schwätzt du, was schwätzt du, was schwätzt du?" „Na ja.'s ist doch so!" Da fuhr ihm der Zorn heraus, und er welschte hebräisch. Das tat er immer, wenn er zornig war. Er hatte es von den Fuden gelernt, mit denen er viel verkehrte. Den Schluß seines- Gewelsches machte er wit einem dreimaligen: Katäsem, Katäsem, Katasem � was so viel wie Lump heißt. Aber die Klar kannte das Wort auch, und ihm nach- 'Pottend sagte sie. so rasch es ihre Zunge erlaubte: Selbst Katäsem, selbst Katäsem, selbst Katäsem! und ging rasch hinaus. , Das verjagte dem Anderbach den Zorn, und er wchte laut auf. Aber nach einer Weile hörte ihn die «lar von ihrer Küche aus doch im Selbstgespräch sagen: „Narrenmensch, Narrenmensch, Narrenmensch!" Dann pfiff er.' Und den ganzen Tag hörte das Pfeifen nicht mehr auf. Aber der Klar war es nicht wohl in der seinen Stube, dem Philipp freilich war's noch nicht genug. Eines Tags fand sie ihn, daß er mit Petroleum und Rüböl die nutzbaumene Kommode und das Schatull- chen abrieb, daß er die Tisch- und Stuhlbeine polierte, die Stuhllehnen und die Banklchne, und alles anders stellte in der Stube. Das Eckbrettchen hatte er abgc- nommen und die Perlenfransen umgedreht, die linke Seite nach außen, weil sie noch frisch war, den Lampen- fuß hatte er fein abgerieben und den Rahmen vom Haussegen. Dann hatte er das Bild vom Großhcrzog aufgehängt, das er die Kirchweih von seinem„Kcrwe- geld" gekauft hatte. Es war bunt und hatte einen Rahmen aus Blech, der aber wie das pure Silber aus- sah. Darum hatte er dann ein paar Photographien gehängt— ein Schulbild, auf�em auch der alte Krafft mit seinem weißen Bart war— ihr Bild, wie sie Mäd- chen war, und ein Bild vom Vater, wie er noch ein ordentlicher Bursch war und frisch und flott ansge- sehen hatte. Das Bild war freilich ein bißchen blaß geworden. Aber der Philipp hatte das schön arran- giert, und man konnte meinen, man sei in einer Herr-- schaftsstube. Eines Abends sagte bie Klar zu ihm: „Fein ist's jetzt bei uns, wie bei Baronen." „Ach," sagte er,„lauter alter Kram. Was Geschei- tes ist damit nicht anzufangen." „Nit anzufangen?" wiederholte die Mutter. „Na ja, sollst mal bei's Kraffte sehen." „So? Dann geh ganz hin"— er hörte mit beleidig- tem Ohr das hohe A in.ganz'—„wenn dir's bei deiner Mutter nit mehr gefällt." „Ach, Mutter, du redst dumme Sachen"— er sagte nun nicht mehr ihr, sondern du zu ihr—„Ziegelerleut sind Ziegelerleut, und Schullehrerleut sind Schul- lehrerleut. Du willst ja, daß ich Schullehrer werden soll, da kann ich doch kein Ziegler bleiben." Das leuchtete der Klar ein, und sie nickte und lächelte. Aver wohl fühlte sie sich in der Stube nicht. Oester stand sie auf der Treppe und sah nach der Eulenmühle mit einem bösen Blick. Da war der Philipp. Da ging er hin, sobald er nur seine Schul- ausgaben gemacht hatte. Zu Hause wollte er nicht blei- ben. Erst zum Spengler Schlüssel, der ihm Reden aus seinen Büchern hielt und lauter gefährlich Zeugs vor- schwätzte, und dann hinaus in die Eulenmühle. Bei den reichen Leuten fühlte er sich wohl. Nun hatte sie auch noch die Dummheit gemacht und ihn mit der alten Uhr vom Vater zum ,�rmen Lukas" geschickt. Er sollte die Uhr als Abendmahlsgeschenk haben. Denn nun war er schon vierzehn Jahre— und hätte sie die Stange mit dem Schullehrer nicht im Kopfe, könnte er jetzt schon in der Zicgelhütte arbeiten und Geld verdienen. Zlber nein. Na gut— es war angefangen und wurde durchgesetzt. Der Anderbach sagte zwar immer zum Philipp:„Hochmutsstuß, Hoch- mutsstutz, Hochmutsstuß!" aber wenn der närrische Anderbach sich auch ärgerte, was lag daran! Nun hatte der Philipp um die Uhr gequält. Den„weißen Sonn- tag" hatte sie so müssen vorüber gehen lassen, ohne ihm etwas schenken zu können. Nun sollte er die Uhr haben. Er brauchte sie ja auch. Jetzt hockte er noch jeden Tag bei dem einfältigen „armen Lukas" und ließ sich die Uhr reparieren. Ge- scheites Geschwätz konnte der Lukas machen, aber ge- taugt im Leben hat er gar nichts. Hätt erst mal leisten und verdienen sollen mit seiner Gcscheitigkeit. Aber nir! So ein bißchen da herumbosseln. Dreck— Ö(t pfiff der Hund hinein. Und der Philipp hockte bei ihm und hörte sein Geschwätzt an, als hätt der Lukas d,e Weisheit mit Löffeln gefressen. So ein Bosselmann- chen, der sich nicht mal einen Hosenknpf richtig verdic- nen kann. Der war dem Philipp wieder gut genug, aber sie nicht. Die Eulennrühlc, der arme Lukas, der Spengler Schlüssel, die alte Lisbeth und naturlich: der alte Krafft. Nur nicht seine Mutter. Nein, gegen den alten Krafft wollte sie ja nichts sagen: aber die andern. Und das Wort vom Anderbach kam ihr wahrhaftig selbst auf die Zunge: Hochmutsstuß, Hochmutsstuß, Hoch- mutsstuß! (Forssetzung folgt.) Geldstrafe, felbft wenn sie mehrere hundert Papiermark beträgt, viel machen? Hier kann nach wiederholter Bestrafung nur die rücksichtslose Entate buna des fabriceines belfen. Bund für Mutterschuk. Der Maatftrat bat beschlossen: an den Bund für Mutterschub zu den bereits bewilligten 60 000 Mart weitere 25 000 Mart zu bewilligen. Die Kosten für die Beschaffung der Inneneinrichtung der Quarantäne und Nosestation des städtischen Krankenhauses Moabit im Betrage bis zu 500 000 m. werden vorbehaltlich der nachträglichen Genehmiguna der Stadtverordnetenversammlung bewilligt. Zur Vermeidung weiterer Verteuerung der Sache wird die sofortige Beschaffung der Gegenstände genehmigt; mit dem Bau des Quarantänepavillons wird schon jebt begonnen. Kleinrentnerfürsorge. Der Magistrat Berlin hat weitere 4,40 Mill. Mark zu den vom Reich und Staat für die Kleinrentnerfürsorge bewilligt. Das Reich hatte seinerzeit 100 Millionen Mark für diese zur Verfüguna gestellt, aber nur die Hälfte an Länder und Gemeinden verteilt. Berlin batte nur 6 Millionen Marf erhalten. Der Magistrat hatte zunächst 3 Millionen Mark als Zuschuß gezahlt und dann weitere 1,4 Mill. Mark bewilligt erhalten. Nunmehr hat das Reich einen weiteren Zuschuß in Aussicht gestellt. Jugendweihe. Der Unterricht in der Schule Wrangela ftraße 128 findet ieden Donnerstag von 5-6 Uhr statt. Sprech- Chor für die Proletarischen Feierstunden. Donnerstag, abends 7 Uhr, Uebungsstunde in der Aula der Sophien- Schule, Weinmeisterstraße 16/17. Alle Mitglieder, auch die Kinder müssen erscheinen. Neue Mitglieder, Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder können sich in der Uebungsstunde zur Aufnahme melden. Konsumgenossenschafter! Alle Mitglieder, die sich für Errichtung einer neuen Verkaufsstelle am Schön= hauser Tor interessieren, werden ersucht, zu der am Mittwoch, den 23. August, abends 7½ Uhr, im Bürgerheim, Alte Schönhauserstr. 23/24, stattfindenden Versammlung zu erscheinen. Durch herabfallenden Hauspuh schwer verletzt. Als gestern nachmittag die 41 Jahre alte Frau Bertha Pette an dem Hause Potsdamer Straße 141 vorbeiging, lösten sich plößlich größere Massen Kalkput von der Fassade des Hauses und trafen die P. am Kopfe. Mit erheblichen VerLebungen schaffte man die Besinnungslose nach der Rettungsstelle 2, wo der Arzt auch noch eine Gehirnerschütterung fonstatierte. Ueberfahren und getötet. Gestern nachmittag wurde ein etwa 40 Jahre alter Mann Ecke der Adalbert- und Melchiorstraße von einem Geschäftswagen überfahren und auf Ser Stelle getötet. Der Unbekannte ist auf beiden Unterarmen folgendermaßen tätowiert: auf dem linken Unterarm eine Eichenranke mit dem Brustbild einer Frau sowie ein Herz mit den Buchstaben H. V." 1888, darunter die Buchstaben R. J." mit einer Krone darüber, auf dem rechten Unterarm zwei männliche Personen, die sich die Hände reichen. Bekleidet war der Tode mit einem pfeffer= und salzfarbenen Jackett, Militärhose, grauen wollenen Strümpfen, Strumpfbändern aus Leder. Im Oberkiefer hat er ein fünstliches Gebiß. Ein Fahrrad lag neben dem Leblosen. Die Reiche wurde zunächst nach dem Krankenhause Bethanien geschafft. Vor dem elterlichen Wohnhause Knesebeckstraße 105 wurde gestern nachmittag der 3jährige Sohn Gerhard des Arbeiters Julius Lewandowski von einer Kraftdroschke überfahren uito am Kopfe fchwer verlegt. Man trug ihn nach der elterlichen Wohnung, wo für sofortige ärztliche Hilfe gesorgt wurde. Aus der Chronik der Lebensmüden. Die 25 Jahre alte Gertwige von Stanschewiß, die aus Riga gebürtig ist, wurde gestern abend in ihrer Wohnung in der Bleibtreustraße, durch Gas vergiftet, tot aufgefunden. Ob ein Selbstmord oder UnAus glücksfall vorliegt, bedarf noch der Aufklärung. Furcht vor Strafe vergiftete sich gestern abend die 18jährige Charlotte Sch. in der elterlichen Wohnung in der Müllerstr. mit Gas. Sie wurde noch lebend aufgefunden.- Wegen Familienstreitigkeiten vergiftete sich gestern nachmittag in feiner Wohnung in der Goßlerstraße der 54 Jahre alte Maler August N. mit Gas. Er wurde noch lebend nach dem Krantenhaus Am Friedrichshain gebracht. Gram um den Tod der Tochter hat die 70 Jahre alte Frau Ernestine W, in den Tod getrieben. Sie vergiftete sich in ihrer Wohnung in der Uedermünder Straße mit Gas. Gestern abend jagte sich der 48 Jahre alte Schreiber Heinz M. in seiner Wohnung in Spandau eine Kugel ins Herz und war sofort tot. Motiv: Schwermut. Wegen dauernder Krankheit erhängte sich in der vergangenen Nacht der 55 Jahre alte Schlächter Jo= Hannes T. in seiner Wohnung in der Beuffelstraße an der Türklinke. Gestern abend erschoß sich der 43 Jahre alte Kaufmann Rudolf W. in seiner Wohnung in der Konstanzer Straße in Wilmersdorf. Er war schwer leidend und hatte bereits wiederholt Selbstmordgedanken geäußert. An unsere Abonnenten! Um unseren Bostabonnenten eine pünftliche Weiter belieferung für Monat September sicherzustellen, bitten wir bas Postabonnement sofort, spätestens aber bis zum 25. b. M., beim zuständigen Postamt oder Briefträger zu bestellen. Bei verspäteter Neubestellung find Verzögerungen in der Zus stellung unvermeidlich und übernimmt die Post dann keine Berantwortung. Verlag der Freiheit" e. G. m. b. H. Gewerkschaftliches Verbandstag der Gemeinde- und Staatsarbeiter Am Montag begannen in dem großen Prachtiaal des Metallpalastes in Magdeburg die Verhandlungen des 9. Verbandstages der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Insgesamt sind 267 Delegierte, Verbandsvorstand, Ausschuß, Revisoren, Redaktion und Gauleiter mit insgesamt 44 Personen vertreten. Die Internationale Federation der Arbeiter öffentlicher Dienste und Betriebe ist durch den Sekretär van Hinte, Amsterdam, der ADGB. durch Sabath, die Reichsbetriebsrätezentrale durch Tabbert, Berlin, vertreten. Außerdem find Vertreter von Bruderorganisationen aus Dänemart, Schweden, Frantreich, Belgien, Holland und der Schwetz, sowie Vertreter von anderen deutschen Gewerkschaften anwesend. Der Verbandsvorsitzende Müntner hielt die Begrüßungsansprache, der sich Ansprachen der Vertreter der Körperschaften verschiedenen und Organisationen anschlossen. Die Erstattung des Geschäftsbericht wurde durch ein Referat Müntner über die allgemeine Ver= bandsentwicklung und die Streits- und ohnbewegungen eingeleitet. Nach Mitteilungen über einige Personalveränderungen im Hauptvorstand ging Müntner auf die allgemeine VerbandsentwidI ung ein. Gegenwärtig sind in den 902 Filialen des Verbandes 287 000 Mitglieder organisiert. Die Regierungsvorlage über die Schlichtungsordnung hat der Hauptvorstand entschieden abgelehnt. Die Verordnung des Reichspräsidenten vom 10. November 1920 über das Stillegen von öffentlichen Staatsund fommunalen Betrieben ist ebenfalls vom Vorstand a bgelehnt worden. Zur Heranbildung von Industrie= organisationen hat sich der Vorstand im Sinne des Leipziger Beschlusses betätigt. Zu den von der Organisation im Berichtsjahr geführten Lohnfämpfen teilt Müntner mit, daß im Gegensab zu früheren Zeiten gewaltige Aufwendungen an Arbeitskraft und Geldwert gemacht worden sind. Die durch die Streiks und auch durch Bewegungen ohne Streifs errungenen ohnerhöhungen ergeben im Verhältnis zu früher fabelhafte Summen, aber sie folgen trotzdem nicht der Entwertung der Mart. Müntner befaßte sich dann eingehend mit dem unglücklich verlaufenen Berliner Streit von 1921, der nicht nach gewerkschaftlichen Grundfäßen geführt worden sei.( Starfer Beifall.) In der Nachmittagssigung referierte das Vorstandsmit glied Schulz über das Tarifvertragswesen des Verbandes. Man hat in drei Tarifformen zu unterscheiden: lokaler Einzeltarifvertrag, Bezirf& tarifvertrag und Zentraltarifvertrag. Das lofale Einzeltarifvertragswesen verliere mehr und mehr an Bedeutung. Dementsprechend steigt die Bedeutung der Beairtstarife. Für die Kommunalarbeiter besteht ein zentraler Reichs- Manteltarif, der Mindest säte festlegt, Abweichungen davon aber lokaler und bezirklicher Regelung überläßt. Der Referent beschäftigte sich am Schluß seines Vortrages mit den vorliegenden Anträgen über Aenderung und Erweiterung des Tarif= wesens, die sich auf grundsägliches Festhalten der 48 Ruhelohn, Krankenlohn, LohnStundenwoche, Urlaub. Elaffeneinteilung, Schiedsgerichtsbestimmungen, Lehrlingsfrage u. a. beziehen. Ueber die Betriebsräte im Verband und ihre Aufgaben hielt Stetter( Vorstand) ein inftruttives Referat. Er betonte, daß die an das Betriebsrätegesetz anfänglich geknüpften großen Hoffnungen sich nicht erfüllt hätten. Abgesehen von den dem Geiet anhaftenden Mängeln fehlt organisatorisch zwischen den Betriebsräten und dem Reichswirtschaftsrat das Bindeglied der Bezirkswirtschaftsräte. Diese müßten recht bald geschaffen werden. Trotz der Mängel biete aber das Betriebsrätegesetz den Betriebsräten ein weites Betä= tigungsfeld. Der Redner fam zu dem Schluß, daß das auf dem Boden des Betriebsrätegesebes Errungene eine Plattform darstelle. von der aus der Kampf der Arbeiterklasse erfolgreicher ale früher geführt werden könne. Der Vorsitzende verlas hierauf eine im Laufe des Neferats eingegangene Resolution, die sich gegen das mangelhafte Betriebsrätegeleb und die falsche Handhabung des Gesetzes durch die Gewerffchaften wendet. Dann erfolate noch das Referat des Redakteurs Dittmer über die Presse. Die Auflage der Gewerkschaft" 1919 auf dem Verbandstag in Nürnberg betrua 250 000; die gegenwärtige ist 315.000. In geringem Umfange spielten theoretische Auseinanderiebungen, wie fie aufgekommen sind im besonderen seit der Revolution, sich auch ab im VerAuseinandersetzungen bandsorgan, desgleichen größere über den großen Streif in Berlin. Ein trübes Kapitel ist der Stand der Papierpreise( Ende 1920 pro Exemplar„ Gewerkschaft" 6 Pia.. gegenwärtig 1,30 Mt., die Sanitätswarte" 35 Pfg.) Gesagt könne werden, daß auch über die Kreise des Verbandes hinaus der Gewerkschaft" viel Anerkennung gezollt werde.( Lebhafter Beifall.) Streikgefahr im Einzelhandel Der Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses, der für die Angestellten des Einzelhandels für August eine Erhöhung der Gehälter in den Gruppen 1 und 2 um 47%, in den Gruppen 3 und 4 um 50%, für Lehrlinge und jugendliche Angestellte 35% bam. 871% gegenüber Juli brachte, ist in einer Ur abstimmung in den Betrieben mit überwältigender Mehrheit abgelehnt worden, nachdem vorher schon eine überfüllte Versammlung den Spruch als völlig unzulänglich verworfen hatte. Seit Fällung des Schiedsspruches haben sich die Preise der wichtigsten Lebensmittel und Bedarfsartifel noch weiter nach oben entwickelt, so daß am Ultimo die tatsächliche Lohnerhöhung sich viel schlechter auswirken würde als es prozentual zum Ausdruck tommt. Dazu kommt, daß im Juni nur ein Aufschlag von 12% auf die Maigehälter erfolgte, wobei Jugendliche und Lehrlinge fast völlig ausfielen, während im Juli eine Er höhung von 15- nur 24% bewilligt wurde. Das Elend der Angestellten des Einzelhandels ist so groß, daß die Erbitterung über die mangelnde Einsicht der Arbeitgeber nicht mehr steigerungsfähig ist. Die Ablehnung des Schiedsspruches rückt die Gefahr eines Streits in bedrohliche Nähe. Es ist nicht die Schuld des Zentralverbandes der Angestellien, wenn es diesmal zur Explosion im Einzelhandel kommt. In den letzten dret Jahren sind die Lohnbewegungen der Angestellten dés Einzelhandels immer ohne die Anwendung gewerkschaftlicher Mittel abgeschlossen worden, wenn auch häufig genug lebhafter Widerstand gegen die Abschlüsse bestand. Nun mehr werden die Angestellten des Einzelhandels zu entscheidenden Maßnahmen greifen. Der Zentralverband der Angestellten wird am Mittwoch abend im Kreise der Beschlußkörperschaften zur Sachlage Stellung nehmen und den Angestellten weitere Wetsungen zukommen lassen. In den Betrieben hat schon jetzt jeder dafür zu sorgen, daß auf den Ernst der Situation hingewiesen wird und etwa noch abseits Stehende sich sofort der Organisation anschließen. Es geht um die Existenz der Angestellten. Angestellte der Metallindustrie Am vergangenen Montag wurden mit dem Verband Berliner Metallindustrieller die Verhandlungen über den neuen Manteltarif begonnen. Fris Schmidt vom AFA- Bund vertrat zunächst die Forderung sämtlicher Angestellter bezüg lich der halbmonatlichen Gehaltszahlung. Der V. B. M. I. lehnte diese Forderung ab, so daß die Verhandlungen hierüber als gescheitert angesehen werden müssen. Bei seinem Vorgehen hatte der V. B. M. J. die tapfere Unterstübung der Vertreter des deutsch natio nalen Handlungsgehilfen Verbandes gefun den, der aus reinem Standesdünkel, im Gegensatz zu feinen Mitgliedern in den Betrieben, gemeinsam mit dem Arbeit geberverband diese Forderung bekämpfte. = Die Angestellten der Metallindustrie sind also wieder ein mal die Geschädigten. Die AfA- Vertreter forderten dann für den Monat August eine noch in dieser Woche erfolgende Akontozahlung auf das August- Gehalt. Wir fordern die Betriebsräte auf, fich sofort von den Firmenleitungen darüber Bescheid zu holen und uns zu berichten. Ueber die sonstigen Rahmenbestimmun gen dauern die Verhandlungen fort. = erfolgt in Die Festlegung der August Gehälter einem am Donnerstag, den 24. d. M., nachmittags stattfindenden Termin vor dem Reichsarbeitsministerium. Am selben Tage, abends 8 Uhr versammeln sich unsere sämtlichen Funktionäre in der Metallindustrie im Dresdener Kasino, Dresdener Straße 96 zur Entgegennahme des Berichtes. Rentralverband der Angestellten. Die Lage im Schuhmachergewerbe Am Montaa beschäftigte sich eine vom Zentralverband der Schuhmacher einberufene öffentliche Schuhmacherversammlung mit der Antwort der Berliner Schuhmacherinnungen, die auf die von der Organisation gestellten Lohm Ge forderungen vom 2. August eingegangen war. fordert war die Erhöhung des Stundenlohnes auf 33 Mark. Der Vorsitzende der Berliner Schuhmacher- Innungen, der Obermeister Ederlein, teilte mit, daß auf Grund der gestellten Forderungen nicht verhandelt werden könne, die Innung sei aber zu einem Tarifabschluß bereit ,, wenn ein Angebot auf feste Affordiäße gemacht wird. Der Berichterstatter Schüler bemerkte dazu, daß diesem Verlangen Rechnung getragen worden set. Für mechanische Betriebe seien mit Geltuna bis zum 31. August für männliche Arbeiter 36 Mart. für weibliche 31 Mark gefordert. Ab 1. September werden 35 bis 43 m. verlangt. Auf diese Forderungen hat die Innung noch nicht ge= antwortet. Der Redner betonte, daß die Arbeitgeber diese geforderten Lohnfäße ohne weiteres bezahlen können, da die Preise für Schuhreparaturen entsprechend erhöht worden find. Für ein Paar Herrensohlen( genäht) werden vom 1.- 15. August 281,50 M., ab 15. August 441 Mart gefordert. Das ist eine Erhöhung von 159,50 M. Der Arbeitslohn betrug bisher 60 Mart. Ab 15. August will die Innung 69 Mark bezahlen, also 9 Mark mehr. Genagelte Herrensohlen tosten 241,25 M. bis 327,50 Mark. Der Arbeitslohn beträgt 40 M., ab 15. August 46 M., also ganze 6 Mark mehr. Man sieht, daß die Berliner Schuhmacherinnungen die Preise planmäßig erhöhen. Die Erhöhung der Löhne steht hierzu in feinem Verhältnis. einem nahm vorläufig von Die Versammluna Streitbeschluß Abstand, um die endgültige Antwort der Unternehmer abzuwarten. Am Montag, dem 28. August, finden in den bekannten Bezirkslokalen erneut Bezirksversammlungen statt, in denen über die zu ergreifenden Maßnahmen beschlossen werden wird. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Die am Montag vertagte Versammluna für alle in Buchdrucke reien beschäftigten Kollegen und Kolleginnen findet am Mittwoch, den 23. August, nachmittags 42 Uhr, im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25, statt. Wir ersuchen um pünktliches Erscheinen, da um 7 Uhr der Saal geräumt werden muß. Die Branchenleitung. Holzarbeiter! Heute, Mittwoch abend, 7 Uhr bei Kliems Funktionärversammlung. Verwaltungssigung 5 Uhr im Eleinen Saal. Aufgehobene Sperre. Die vom Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Café- Angestellten über das Lokal Andreas- Festsäle", Andreasstr., verhängte Sperre ist aufgehoben. WENESTI RUND AMCAY PERLINK RUND NEST WENEST WENE RUN RUND FEINE MILDE CONSUM- ZIGARETTE MIT UND OHNE GOLD!