Ur. 260. Abonnemeitts- Kcdtngungen: Abonnements-Preis pränumerando! Pierteljährb 3,30 Mb, monoti. 1,10 SUlf., wöchentlich 28 Pfg. frei tnS©au«. (iinzelne Nummer 6 Pfg. Sonntag«- Nummer mit illustrirter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Marl pro Quartal. Singetragen in der Post- ZettungS- Preisliste für lSS7 unter Hr. 7437. Unter itreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für da» übrige Ausland 3 Marl pro Monat. 14. Jahrg. Die Infertwns- Vedithr beträgt für die lechSgefpaltene Kolonel- i«lle oder deren Raum«o Pfg., für PereinS- und VeriammlungS-Anjetgen. sowie ArbettSmarlt 20 Pfg. Inserat« für die nächste Rummer müssen dt» 4 Uhr nachmittag« tn der Erpeditimi abgegeben werde». Die Expedition ist an Wochenlagen bt« 7 Uhr abend«, an Sonn- und Festlagen bl« a Uhr vormittags geöffnet. Erschein! kiiglich«usjer Stonlug«. Devlinev VolKsblÄkk. Fernsprecher: Bmf I, Hr. 1608. Telegramm-Adreste: „Soiialdemoliral Berlin". Zentvawrgan der sozialdemokratistl�en Partei Deutschlands. : 8V. 19, Menty-Straße Z. Sonnabend, den 6. Uovember ßLpedition: SW. 19, Aieuth-Struße 3. Vom Vampf um den Arhkftundeukag. London, den 2. November. Hier für die deutschen Genossen einige Notizen über den großen Streik der verbündeten Unternehmer. Denn daS darf nicht vergessen werden: die Herren Unternehmer sind's, die gegen die Arbeiter streiken. Ausgenommen in drei Londoner Firmen ist kein Streit zwischen irgend einem i n d i v i d n e H e n Unternehmer und den Arbeitern. Die»Herren*(masters) sperren „ihre* Leute aus— aus„Sympathie". Sicherlich das erste Mal in der Geschichte, daß die Arbeitgeber einen„sympathischen Streik" gemacht haben. Sie kämpfen für ihre Klasse, nicht für ihre individuellen Interessen. Der Klassenkampf heilig ge sprochcn, und von den Kapitalisten als Klasscnpflicht proklamirt! Das ist ein Fortschritt. Im Angenblick, wo ich dies schreibe— natürlich kann seden Augenblick die F o r m des Kampfes sich ändern— ist die Lage thatsächlich ganz unverändert. Die Arbeiter zeigen den Mnth der Löwen und die Klugheit der Schlangen. Indem sie ihre Ehre, ihr Selbstgefühl und ihre Unabhängigkeit aufs peinlichste wahren, habe» die Maschinenbauer' dem Handelsanit höflich und klar geantwortet, unter an» ständigen Bedingungen seien sie bereit, mit den Unter nehmer» zusaminenzukouinien und über alle streitigen Punkte sich zu besprechen. Die Unterehmer, befehligt von Oberst D y c r und Ncservelientenant Siemens, vcr- weigern es aber, unter anständigen Bedingungen mit den Leuten znsalnmcnznkonimen. Gleich Jbsen's Braut wollen sie „Alles oder Nichts". Dieses Verhalten der Unternehmer ist für die Arbeiter von großem Nutzen. Und von noch größcrem Nutzen für die Sache des Sozialie-mns. Es nützt den Arbeitern, weil in dieseni Land der Kompromisse jeder, der einen Kompromiß verweigert, die Massen und die öffentliche Meinung gegen sich hat. Es nützt der Sache des Sozialismus, iveil es auch deni schwächsten Gehirn die Wahrheit zur Erkenntniß bringt, daß d e r K l a s s e n k a m p f e i n e T h a t s a ch e ist, und keine Erfindung der bösen s o z i a l i st i s ch e n A g i l a> t o r c n. Die intelligenteren Unternehmer und Bürger fühlen das, und sie sind nichts weniger als erbaut von dem offen- herzig brutalen Verhalten des Oberst Tycr und seines preußischen Kameraden. Viele— und das ist ohne Zweifel eine Art Vcrsichcrnngsanlage— steuern sogar zu dem Streikfonds der Arbeiter. So meint der Quäker Cadbnry, es sei eine große Dummheit, mit kugeln zu drohen, wenn man dasselbe mit Creme erreichen lönne, und er schickt den Maschinen- bauern jede Woche SV Pfd. Sterling(1000 M). Was beiläufig auch eine sehr gute und billige' Geschäftsreklame ist. Und nun zu den Aussichten der Leute(wen). ES ist selbst- verständlich so klar wie die Sonne, daß Siemens einmal die Wahrheit gesagt hat, als er sagte, das Ziel der Unternehmer sei, die Gewerkschaften z u z e r s ch m e t t e r n. Und es konnte, sowohl vom Standpnnkt der Unternehmer als der Sozialisten, keine bessere Gewerkschaft erwählt werden, um den Ansang zu machen, als die Gewerkschaft der Vereinigten Maschinenbauer. Denn die Vereinigten Maschinenbauer sind so ziemlich die stärkste, reichste und bcstorganisirte von allen englischen Gewerkschaften, und sie zu„zerschmettern" ist beträchtlich schwieriger, als die Tyer-Siemens-Gcsellschaft sich trännicn läßt. Allein ob nun die Maschinenbauer gewinnen oder verlieren— und heute sind ihre Chancen sehr günstig— in j e d e m F a l l e gewinnt d i e A r b e i t e r k l a s s e n- Bewegung. Wen» die Arbeiter gewinnen— und wir hoffen und glauben es—, so sind die Kosten so ungeheuere, daß der englische Durchschnitts-Gewerkschafter sich fragen wird, ob es nicht einen„näheren Weg" giebt, nämlich die V e r Hindu ng der Geiverkschafts- Organisation mit politischer Aktion. Wenn sie verlieren— was wir nicht glauben—, so wird diese Lehre sich ihnen ebenso scharf einprägen. Und noch eins. Die sozialistische Partei Teutschlands verdankt nicht wenig den Verfolgungen. Wir in England entdecken vielleicht auch, daß Verfolgungen ein kräftigeres Neizmittel sind als Quäker- Chokolade. Wer weiß? In der „guten kommenden Zeit", wenn die Gesellschaft der Zukunft ihre Denkmäler errichtet— wir wünschen nur, daß sie nicht so häßlich sein mögen, wie die der Gegenwart!— zur Er- innernng an die, welche in der Vergangenheit gute Dienste ge- leistet haben, dann errichtet man vielleicht Denkmäler für Bismarck, D y e r und die S p a r- A g n e s. Es gäbe eine prächtige Gruppe, und alle drei haben sicherlich ihr bestes gcthan. Und mehr können die besten nicht thun. Aber während der heroische Kampf der Maschinenbauer in der ganzen Arbciterwclt die verdiente Aufmerksamkeit und Sympathie finden, möchte ich hier hervorheben, daß unter den tapserstcn und wichtigsten dieser tapferen Kämpfer die„nn- gelernten"(imslällsck) Arbeiter sind. Und von diesen kann ich aus persönlicher Bekanntschaft sprechen. Ich gehöre der Gasarbeiter- Gewerkschaft seit ihrer Gründung an. Ich ivar in ihrem Vorstand, bis die Entfernung es mir un- uiöglich machte, den Sitzungen regelmäßig beizuwohnen. Ich Flinten- Chokoladen- bin jetzt noch eine der„Vertrauenspersonen' Nun— über 1000 unserer Leute sind in diesen Kampf ver- wickelt. Das bedeutet über 500 Pfd. Sterl.(10 000 M.), die wöchentlich an die Ausgesperrten zu zahlen sind. Keine Kleinigkeit für eine Gewerkschaft, deren männliche Mitglieder blos 2 Peuce(16 Pf.) und die weiblichen gar blos 1 Penny (8 Pf.) Wochenbeitrag zahlen, und die erst seit 1880 besteht Und doch sind diese armen Arbeiter mit Freuden bereit, diese erdrückende Last auf sich zu nehmen, und sind entschlossen und auch fähig, den Kamps noch z iv ö l Monate und länger auszuhalten. Die Gasarbeiter Gewerkschaft umfaßt über 70(siebzig)«rschiedene Gewerbe Männer und Frauen, und die Extrastcuer von 3 Pence (24 Pfennige) die Woche, welche ausgelegt werden mußte— eine gar hohe Summe für so unsagbar arme Männer und Frauen— wird von jedem Mitglied gern und freudig be zahlt. Von solchem Stoff ist„das Reich der Arbeit"! Viele dieser„Ungelernten"— das sei noch erwähnt— sind wohl im stände, die Arbeit ihrer„gelernten" Brüder zu verrichten, und wahrhaftig, es hat nicht an Versuchen und Versuchungen gefehlt, sie zu einer„Besserung" ihrer Lage zu veranlassen— auf Kosten ihrer Kameraden und ihrer Klasse. Nicht ein Manu ist zum Verrälher geworden; nicht eine Frau zur Verrätherin! Ich jagte, dieser Unternehmerstreik werde den englischen Arbeitern die Nothwendigkeil lehre», die Trades-Unions d u r ch d i e p o l i t i s ch e A k t i o n zu v e r st ä r k e n u n d die alten unbrauchbar geivordenen Waffen d u r ch n e u e zu ersetzen. Aber die Gasarbeitcr und die „Allgemeine Arbcitcrgewerkschaft" haben dies längst begriffen und verholfeu, und seit Jahren haben sie, so weit ihre Mj�el es ihnen erlaubten, Männer und Frauen zu ihrer Vertretung in jeden Vcrtretungskörpcr entsandt. In ganz Großbritannien haben wir Mitglieder in den Gemeinderälhen, Kirchenräthen, Erziehnngsräthcn u. s. w., und gestern— den 1. November— stand der brave William T b o r n e, der Sekretär unserer Gewerkschaft, Sekretär des letzten Internationalen Arbeiter kongresscs und Mitglied des Parlamentarischen Komitees der Gewerkschaften, zur Wahl für den Gemeinderath von Westham, im Ostcnde von London. Er wird sicher geivählt— die Frage ist blos, mit wie großer Majorität. Es ist auch ganz gewiß, daß die gegenwärtige Ans- sperrung— einerlei, wie sie für den Moment endet— der Arbeiterbewegung in England mächtigen Vorschub leistet. Ich kenne viele Maschinenbauer und viele der Zweiggesellschastcn. Die Veränderung des Tons der Leute und der Zweige ist außerordentlich. Im Jahre 1880, auf dem Livcrpooler Gewerkschaftskongreß, waren die Maschinenbauer noch that sächlich Gegner des gesetzlichen Achtstundentages, und noch Jahrelang nachher wollten sie nicht weiter gehen als bis zur local option— der von T o in M a n n vorgeschlagenen fakultativen Wahl der einzelnen Oertlich keiten, das heißt: daß es den lokalen Organisationen (Distrikten) überlassen sein solle, den Achtstundentag ein- zuführen. Heute weiß jeder Maschiiieiibauer, daß nur die gesetzliche F e st st e l l n n g der Arbeitszeit nutzen kann. Die Dyer und Siemens haben ihnen die Thorhcit der „lokalen Wahl" gezeigt. Und sie werden die Lehre praktisch verwertben— des"dürfen die deutschen Kameraden ver sichert sein. Und dieser Kampf mit dem Unternehmerthum ist auch eine prächtige Lektion i ni Internationalismus. Er zeigt so handgreiflich, daß es weder für das Kapital, noch für die Arbeit Fragen des„Patriotismus" giebt, sondern nur Fragen des K l a s s e u i u t c r e s s e s. Auf der einen Seite die internationale der Dyer, Carnegie, Stumm, i e m e n s, R e s s 6 g u i e r— aus der anderen Seite die Internationale der Arbeiter aller Länder, die — namentlich die deutschen— so brav zu ihren englischen Genossen stehen. Wenn Siemens maels in Gemany, das heißt deutsches Produkt ist, so ist er nur Einer. Und die Männer und Frauen, die„deutsches Produkt sind in ihrem Denken und Fühlen, zählen nach Tausenden und Hunderttausenden. Auf jeden Ans benter, der— von seinem Klassenstandpunkte mit recht— den Patriotismus in die Winde schlägt und nur Klasseninteressen und Klassenpflichten kennt, kommen zehntauscndmal tausend ausgebeuteter Männer und Frauen, die auch— und zwar zum theil erleuchtet durch das Beispiel der Dyer, Siemens, Stumm— nur Klasseninteressen und Klassenpflichten kennen. Das Recht siegt nicht immer über die Macht, aber der Sieg i st bei den g r o ß e n B a t a i l l o u e n. Und die großen Bataillone haben wir! Wer kann da am Sieg zweifeln? Wir sind in einem gewaltigen Kampf, und das Schöne ist: in jedem Fall gewinnen wir, in jedem Fall verlieren die Feinde. Eleanor Marx-Aveling. Gerade da ich den Brief schließen will, erhalte ich ein Telegramm:„In Westham vier der Unseren gewählt— Thorne an der Spitze." Hnrrah! E. M. A. •) Der Trust ee ist eine Vcrtrauensperson, der auch das Ver- mögen anvertraut wird. Volikifchv Mvfcevjfchk. Berlin, 5. November. „Der letzte Sack Mehl". Da die Eröffnung des Reichs- tags näher rückt, setzen die M a r i n e- P r o p a g a n d i st e n imnier eifriger und eifriger ihre Federn in Bewegung. Eine wahre Fluth von Marine- Artikeln wird in konservativen und nationallibcralen Blättern ausgc- gössen. Voran unter den Befürwortern der Flotten- Verstärkung schreitet die„Kölnische Zeitung", die in ihrer heurigen Nummer wieder die schauerlichsten Gespenster heraufziehen läßt für den Fall, daß die deutsche Flotte nicht zu scrbeherrschender Mächtigkeit entwickelt werde. Der Artikel unter der Aufschrift„Handel und Flotte" erinnert lebhaft au den Rnmmel von 1887, als die Franzosen schon die letzte Kuh schlachteten und die Kosaken unsere Frauen schändeten. „Der letzte Sack Mehl" entscheidet im Kriege. Das ist gewiß richtig, ein kriegführendes Volk, das nichts mehr zu essen hat, muß kapiluliren. Und diese Gefahr droht, so schildert das genannte Blatt, dem deutschen Volke. Deutsch- land, der Industriestaat, ist ans Einfuhr von Getreide angewiesen. Wehe, wenn die Einfuhr gesperrt wird! Und ein Krieg mit Frankreich liege„nach dem Dafürhalten vieler einsichtiger Politiker sehr viel näher", sehr viel näher als ein Krieg mit England, mit dem auch ge- rechnet ivcrdeu ninsse. Also Kriegsschiffe her, ans daß sie die Getreideschiffe, die uns während der 51ricgsnoth das Backkorn bringen sollen, schützend durch den Ozean und bis in die deutschen Häfen ge- leiten! Tie Thorheit solcher Znknnftsspeknlationen, die dem deutschen Volk viel, viel Geld kosten soll, ist schon oft nach- gewiesen worden. Aber unermüdlich sind die Marine» Enthusiasten in der Wiederholung ihrer ebenso luftigen wie verderblichen Ideen. Darum muß diesem Un- fug auch stets wieder entgegengetreten werden. Gesetzt, man wollte den Rathschlägen der Flottensrennde von der„Köln. Ztg." folgen, würden wir damit das erstrebte Ziel erreichen können? Würde nicht Frankreich, das, auf drei Landcsseitcu vom Meere umgeben eine weit größere Flotte hat als Deutschland, uns immer weit überlegen bleiben können? Für jedes neue Schiff, das wir rüsten, baut Frankreich auch mindestens ein neues Schiff und das Stärke-Verhältniß ist dasselbe wie zuvor. Nur heidenmäßig viel schönes Geld haben die beiden Völker zahlen müssen. Aber nach der Kölnerin selbst besteht nicht nur eine französische Gefahr, sondern auch eine englische. Also müßen wir folgerichligcrweisc auch England zu erreichen, zu überflügeln suchen. Die Unmöglichkeit eines solchen Versuches ist jedem klar. Unsere„Patrioten" und neuerlichen Marincphantasten sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Sie preisen tag» täglich den Dreibund, das gute Verhältniß mit Oesterreich, und nun wird mit einem Male die Möglichkeit, über die öfter- r e i ch i s ch e Grenze Eetreidczufnhr zu erhalten, außer alle Berechnungen gestellt. Wenn aber dies nicht genügen soll, so gäbe es freilich ein sehr gutes Mittel, um noch bessere Fürsorge für solche Fälle zu treffen, wie sie die Kriegsgespensterseher ausmalen. Man sei bemüht, unsere Beziehnngen mit England zu ver- bessern. Dann werden die angeblichen Gefahren, die von der französischen Flotte drohen, spielend überwunden sein. Eine solche Politik könnte man ohne Schwierigkeiten bei uns führen, aber der blinde Haß der deutschen Jndnstrieherren gegen die englische Konkurrenz und der noch blöhere Haß der preußischen Junker gegen das freiheitliche, deniokratische Albion verhindern eine ver» nünftige Stellung Deutschlands in der europäischen Politik. Und»m des blöden Hasses und der thörichtcn Un- vernunft dieser Kreise willen soll das deutsche Volk zu den ungeheueren Opfern an Gut und Blut, die es für die Landstreitkräfte aufbringen muß, auch noch un» gezählte Millionen in die hohe See werfen! Dafür bedankt sich das deutsche Volk. Dafür bedankt sich in erster Linie die deutsche Arbeiterschaft. Sie ivünscht nicht, daß auch auf dem Gebiete des Seewesens die kriegerische» Rüstungen im Slnrmtempo und im rasenden Wettlanf der Nationen fortbctriebcn werden. Sie fordert vielmehr eine Politik, die ans die Anbahnung friedlicher Verhältnisse zwischen den Knltnrvölkern gerichtet ist! Dann braucht die„Köln. Ztg." sich nicht mehr um den letzten Sack Mehl" zu sorgen!— Herr v. Stumm»nd K 1V3 Str.-G.-B" Ans Neun- k i r ch e n wird telegraphisch gemeldet: „In dem Prozeß Slöcker-Stumm sprach das Schöffengericht den deklaglen Freiherrn von Slinnm frei, indem es ihm als Gegner der christlich-sozialen Bewegung die> Wahrnehmung berechtigter Interessen und damit de» Schuh des§ 193 St.-G-B. zuertaunte." Die Schöffen von Neunkirchen haben den Herrn von Neun- kirchen freigesprochen, indem sie ihm zubilligten, er habe be» rechtigte Interessen gewahrt, als er den politischen Gegner beleidigend angriff. Wir sind gewiß keine Freunde von Beleidigungsklagen und politischem Streit, wir sind ebenso wenig Freunde der Nichtzuerkennung des Z 103 in solchen Prozessen. Aber die Freisprechung des Herr» v. Stumm ist dennoch im allerhöchsten Maße auffällig. Wann und wo hätte je ein deutsches Gericht einem Sozial- � denwkraten einen Freispruch gesprochen, als er die Interessen seiner, von gegnerischer Seite angegriffenen Partei vertreten hatte? Vielmehr ist häufig genug ausgesprochen worden, Partei-Jutcresse ist kein Jndividnal-Jnteresse. Der Rechtssatz gilt doch auch für Herrn v. Stumm? Man darf gespannt sein, was die oberen Instanzen zu dieser Begründung des Neunkirchener Gerichts sagen werden.— Dr. Lieber über die Militär-Ttrafprozeh-Reform. Der Zeutrumssührcr Dr. Lieber hatte, wie niitgetheilt ist, kürzlich eine Unterredung mit dem Reichskanzler. In einer Rede inAachen hat jetzt Herr Lieber einigesauS seinem Rendezvous mit Fürst Hohenlohe ausgeplaudert. Ob der Kanzler seine Ansplaudernngen sehr taktvoll finden mag, bleibe dahingestellt. Jedenfalls war es nicht uninteressant, was Herr Lieber vermelden konnte. Weniger erheblich für den gegen- wältigen Zeitpunkt erscheint die Mittheilung Dr. Lieber's daß für die Aufhebung des Jesuitengesetzes immer noch keine Stimmung bei der Rcichsregierung vorhanden sei. Bemerkens- werther ist, was der Herr über die Militär- Straf- prozcß-Reform erfahren haben will.„Danach ist, so sagt der Bericht der„Germania", in der Vorlage das Prinzip des mündlichen und öffentlichen Verfahrens bis zu einem gewissen Grade durchgeführt, und auch die Verzichtleistnng des obersten Kriegsherrn bezüglich der von den Militärgerichten gefällten Urtheile darin enthalten." „Bis zu einem gewissen Grade!" DaS klingt nicht sehr ver- heißnngsvoll, entspricht aber dem, was wir schon immer von dieser Vorlage vorhergesagt haben. Auf„modernen Rechtsanschannngen" soll die Reform sich anfbanen.vcrsprach derReichskanzler. Es scheint, alS solle durch starke Durchlöcherungen so ziemlich alles „moderne" in Frage gestellt werden. Hoffentlich wird nicht auch noch die Verzichtleistung auf das Bestätigungsrecht durch allerlei Einschränkungen werthlos gemacht werden. Man wird ja bald sehen!—> •• » Deutsches Reich. D« r B u n d e S r a I h hat in seiner heutigen Sitzung de» Ausschußanlrägen betreffend den Zollv-rwaltungskosten-Etat für Elsaß- Loihringe» und betreffend zollfreie Ablassung von Mineralöl zu RasfinationS- und andere» geiverblichen Zwecken die Zu> stiminung ertheilt. Sodann wurde über den dem Kaiser z» unterbreitenden Vorschlag wegen Besetzung der Stelle eineS vortrageude» Rothes bei dem Rechnungshöfe sowie über eine Reihe von Eingabe» Beschluß gefaßt. � In geheimer Sitzung wurde über die Militär-Strafprozeßreform beratheu.— --Um ein Urtheil über die Wirkungen des preußische» Gerichtsko st eu. Gesetzes und der Gebühr e» o r d n li u g für Notar» vom L5. Juni ISVS ,u gewinnen. werden für die Zeit vom I. November b. I. bis Ende Januar 1833 statistische Erhebungen bei den Gerichten und Notaren stattfinden. Diese Erhebniigeu, deren Veranstaltung mehrfach im Landtage geäußerten Wünschen entspricht, werden eine Vergleichung der jetzigen Einnahmen mit dem Erlrage der früher für Gerichte in Angelegenheiten der nicht streitigen Gerichtsbarkeit und für Notare geltenden Gebührensätze ermögliche» und überhaupt werthvolles Material für ein Urtheil über die Bewährung der neue» Kosten- gesetzt liefern.— — Die Konferenz zur Erörterung der Ge- treidepreiS-Notirnnge», welche vom preußischen Handels- minister eiiibernfen war, tagte heule unter dem Vorsitz des Ministerialdirektors Hoeler. Als Landtvirihe wohnten der Sitzung «. a. bei die Herren Gaiiip, Gravenstein, Graf Kanitz, Ring und Graf Echwerm, auch der Siaatskommissar für die Börse, Geh. Ober-Negierniigsrath Hempteiiiiiacher, während die Berliner Kaufmannschaft fehlte. Wie verlautet, werden die Ver- bandlniige» über eine öffentliche Preisnolirnng keine flortsetznng finden, da denselben durch die ablehnende Haltung der Berliner Produktenhändler die Berbindungen sehle». Der Börsenlrieg geht also lustig weiter.—• — Au ch ein Erfolg der Scharfmacher-Politik. Pastor Kötzschke aus Sangerhausen übernimmt die Redaktion der in Bernbnrg erscheinenden„Ptorgenzeitung". So wird der Mann, der hie und da einmal eine den Machtbabern, und insbesondere der Stumm'schen Clique, unbequeme Politik gemacht hat, künftighin berufsmäßig, n»d wohl energischer als bisher, Politik treiben. Glück auf zu weiteren Siegen, unermüdlicher Scharsmacher!— — Daß Herr v. Stumm nicht mehr für den Reichstag kandidiren werde, behauptet ivieder einmal die„Mit. pol. Corr." Wir haben schon beim ersten Auftauchen dieser Meldung erklärt, daß nach der EnUvickelung der Parteiverhällnisse im Wahlkreise des Herr» v. Stnimn der Entschluß deS obersten Scharfmachers nicht unvegreislich erscheinen würde.— — D t e„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" kon- statirt heute in einem ZIrtikel über de» Schuh deutscher Reichs- »»gehöriger durch unsere Diplomaten, daß bei de» Unruhen in Haxlelon kein ReichSangehöriger gelödtet wurde; zwei aus Deutsch- land stammende Peisone», Caspar Wisniewski und Josef Pawlaeyk, die bereits im Jahre 1834 erklärt habe», amerikanische Bürger werden zu wolle», haben leichte Verwundungen davongetragen, die sie nicht hinderten, nach wenigen Tagen wieder ihrer Beschäftigung nachzugehe» und wegen deren sie eine amtliche Verwendung nicht nachgesucht haben. Wir glauben nun, daß der Schutz deutscher ReichSangehöriger nicht davon abzuhänge» habe, ob ein solcher gefordert wird, sondern daß er einzutrete» habe, wenn er sich irgendwie erforderlich erweist. Wir hoffen, daß die Bemerkungen der„Nordd. Allg. Ztg." be- Weife» sollen, daß die deutsche Diplomatie nur für Reichsaagehörige im Ausland einzutreten beflisse» ist, wenn ihre Interessen wider- rechtlich geschädigt werden. Hoffentlich haben wir nicht so bald An- laß, an die Betonung dieser Absichten zu erinnern.— — Die arme„Post" wird nun von allen Seiten desavouirt, selbst von den Organen der Partei, der die Kardorff und Stumm angehören. So schreibt daS freikonservative„Posener Tagebl.: Die „Post", die jüngst die Maßiegelung des Oberlehrers Dr. Fricke i» Dirschau verlangle, fordert jetzt das Einschreilen des SiaateS gegen den Kurator der Universität Bon», Dr. vo» Rottendurg, da eS nicht wünschenZwerth sei, daß die die Universität Bonn mit Vorliebe freqnenlirende» deutsche» Prinzen und Söhne der ersten Familien des Lande? i» das Berlepsch-Rolleuburgsche Milien kämen.— Wir haben diese» Erguß einer schönen Seele unbeachtet gelassen. Da er aber heute von der„Nat.-Ztg." zu einem Angriff gegen die„Freikonservativen" ausgenützt wird, so sei doch erneuert darauf hingewiesen, daß diefreikonservativePartei in Berlin kein Organ besitzt und für dieAnSlassungen einzelner Persönlichkeiten in der„Post''nicht ver- antwortlich ist. Das ist schon vor mehreren Jahren von einem VorstandSmllglied der Landlagsfraktion öffenllich mit aller Deutlich- leit ausgesprochen»nd von uns seitdem wiederholt betont worden. Run hätte aber die„Post" bald Anlaß, die Polemik gegen ihr Blatt nicht mehr bloS mit billigen Schnoddrigkeiten abzufertigen.— — Der Berliner Schleifstein. Die„Post" füllt fast die ganze erste Seite ihres Blattes mit sozialistenfresserischen Artikeln, die daS Blatt ans der„Konserv. Korresp." herausgeschnitten hat. Es besteht sür unS kein Anlaß, all den Krimskrams von Un- zrichtigkeite» und Verleumdungen richtig zu stelle»; nichts ist ja ge- zässig und schäbig genug, daß es nicht die„Edelsten" sich gestatteten. sind doch sagt die„Konserv. Korresp." und nach ihr die„Post" »lgendes: „Mit beneidenSwerther Ausdauer und Stetigkeit betreiben die\ Sozialdemokraten die Vorbereitungen für die nächsten Reichstags- mahlen. Das Geheimniß der sozialdemokratischen Erfolge ist denn auch nicht sowohl in der allgemeinen poliiffchen Lage, als viel- mehr in dem unablässigen Fleiß«, der von jener Partei tntwickelt wird, zu suchen." Aber woher dieser Fleiß, den unS die Gegner nachrühmen? Könnten Menschen von solcher Art, wie die Konservative» uns Sozialdemokraten hinstellen, so viel Fleiß entwickeln? Müssen hinter so eifriger Thätigkeit nicht doch ander« Kräfte walte», als je»« Leute in ihren Schmähreden glauben machen wollen? Doch es wäre zu viel verlangt, von Jmikerhirnen und Stumm- Hirnen tiefere Einsichten zu verlangen!— — Die Eisen bah»-Konferenz, welche nach der Mel- dung einiger Blätter miS Anlaß der zahlreichen Unglücksfälle gestern im Reichsiags-Gebäude stattstnden sollte, hat nicht stattgefunden, sondern wird erst in den letzten Tagen dieses Monats abgehalten werden.— — Chronik der Eisenbahn-Unfäll«. Dienstag Nachmittag kurz»ach 3 Uhr ertönte plötzlich die Dampspseise der Eisenbabn.Hanptwerkstätte in Linge». Die Arbeiter der Werkstätte, wo des katholischen Feiertages wegen die Arbeit ruhte, eilten von allen Seileu zum Bahnhofe, und es stellte sich heran?, daß in Bippen (Bahn Nheine-Qtiakenbrück) ein Zug entgleist und von dort Hilfe bei der Hauptwerkslälte erbeten war. Nach etwa IS Minute» fuhr ein Sonderzug mit 33—40 Arbeitern nach Bippen.— — Verantwortlichkeit für Preßvergehen. Bor etwa einem halben Jahre brachte das Organ der polnischen Sozialisten, die„ G a z e t a N o b o t n i tz a eine Korrespondenz über die Zustände ans dein Rittergnte Markowitz. Der Besitzer des- selben, der jetzige Oberpräsident von Posen, Herr v. W i l l n m o w i h- Möllendors, fühlt« sich beleidigt»nd strengteeineKlagean. Aber nicht blos gegen den Rednltenr der„Gazeta Robotnitza", sondern auch gegen alle bei der Herstellung des Blattes des ch ästigten Personen. So heißt denn„die Slrafsache":„Gegen Kazmarek (den Redakteur) und Genossen."„Genossen" sind der Ber- leger Morawski, die Buchdrucker Janiszewski»nd Q»ilt, und der Setzer Berfns. Seit acht Woche» wird nun schon unter- sucht, und es hat bereits ein Dutzend Bemehmnngen statlgefnndeii. Wie will man ein solches Verfahren mit den Bestimmungen des Preßgesetzes über ded verantwortlichen Redakteur vereinigen?— — Die Fahrrad-Fabrikanten finden in ihren Be- mübunge», Zolleihöhnngen trotz deS Bestehens der Handelsverträge durchzusetzen, auch die Ilnterstilyimge» eines Theileö der Presse, so z. B. der„Köln. Ztg.", die ihre Ausführungen folgendermaßen schließt: „Die bestehenden Handelsverträge seien kein Hinderniß, da niemand der Reichsregienmg das Recht bestreiten könne,«ine» neuen Zollgegensland in die Zolltarife aufzunehmen." Dagegen ist einzuwenden, daß es erstens schon Fahrräder»nd einen Fahrradimporl zur Zeit des Abschlusses der Landesverträge gab und dann würde eine Erböhnng des FahrradzolleS durch Zins- legung der Handelsverträge allgeniei» als eine illoyale Handlung angesehen. Wir wollen deshalb noch annehmen, daß ötücksichien aus die Kritik des Auslandes den Bnndesrath von der Ersiillnng des Wunsches der Fahrradfabrikante» abhalten werde».— — Das Dreiklassen-Wahlrecht wird recht drastisch illustrirt durch folgendes, von der„Kobl. Bolksztg." veröffentlichtes Verzeichniß der Gemeindewähler verschiedener rheinischer Städte nach den diesjährigen Wählerliste». In Neustadt in Oberschlesten wählen in der ersten und zweiten Wählerklasse vier Herren Frankel n»d zwei Herren PinknS, welche zusammen eine Familie»nd eine Firma ausmachen. Vo» einem Wähler in der zweiten Klasse abgesehen, beherrscht diese Firma Frankel n. PinknS die ganze erste«nd zweite Wählerklaffe und kann zwei Drittel der Stadtverordneten bestimme»! — Zur Auslegung de? sächsischen Versa mm- lungsr echtes. Trotzdem, so berichtet die„Sächsische Arbeiter- Zeitung.", da? Ministerium entschieden hat, daß die Referenten bei B e r s a m m l u n g S- A» in e l d» n g e n nicht z n nennen sind,»nd trotzdem diese Entscheidung die Runde durch die ganze Presse gemacht hat, verlangt der Bürger- meister von Netzschkau Namensnennung deS Referenten sür die nächste» Sonnabend dortselbsl stattfindende Volksversammlung. Man hat geglaubt, der ausdrückliche Entscheid deS Ministeriums ist verbindlich für alle politischen Behöiden Sachsens, doch unter dem Mintsteriuin v. Metzsch ist das nicht der Fall; in jedem ein- z e l n e n Falle scheint man ans Provokalion eines Ministerial- Entscheides angewiesen zu sein, jede Behörde glaubt oder glaubt nicht an den fraglichen Entscheid und je nachdem beruhigt sie sich bei der Nichtnennung oder besteht, wie Herr Dr. Krippendorf in Reichen- dach, ausdrücklich darauf. Derartige Dinge werden die vielbernsene „Autorität" der Behörden sicherlich nicht fördern.— Breslau, d. November.(Privatdepesche deS„Vorwärts".) Die Professoren Herlner, TönnieSj und Genoffen wurden heute in der BerusungSinstanz von der Anklage, durch ihren Ausruf zu gunsten der streikenden Hamburger Hafenardeiter sich der Veranstaltung einer unerlaubten Kollekte schuldig gemacht z» haben, freigesprochen.-• In Gncscn siegten bei den diesjährigen Stadtverordneten- wählen zum ersten Male die Deutschen in der dritten Ablheilung.— München, 4. November.(Eig. Ber.) Bayerischer Land- tag. In der heutigen Sitzung der Kammer der Abgeordneten wurde die EpezialdiSkussion über den M t l i t ä r e t a t zu Ende geführt. Unser Genosse v. V o l l in a r sprach zum Kapitel„Militär-Jnvaliden- Pensionen" und führte hierbei folgendes ans: „Entgegen einem früheren Ausspruch« de? KriegSminisierS fällt es unS nicht ein, die Pensionen wirklich invalider und ruhebedürftiger Offiziere zu bemängel». Wir machen lediglich Front gegen das System der sogenannlen Verjüngung der Armee, gegen die Massen- hasten Penstonirungen und die direkte und indirekte Nöthtgung zur Eingabe nin den Abschied. Im Jahre 1887/83 bat der damalige Kriegsminister v. Heinlelh versichert, daß die Uebergehnng beim Avancement keinen Grund zur Penstonirung abgebe. Nun ist aber vor kurzem«in Fall«ingetriten, der daS Gegentheil beweist. Ein Etabsosfizier wurde beim Avancement übergangen, reichte aber sein Abschiedsgesuch nicht ein. Darauf erhielt er von seinem Oberst«in Schreiben, worin«r mit dem Hinweis auf die Wünsche hoher und höchster Personen gefragt wurde, was er nun zu lhun gedenke. Der Offizier erwiderte, daß er stets belobt worden sei und behuf? Erlangung einer besseren Qualifikation weiter dienen wolle. Drei Wochen darauf ging ihm seine Entlassung zu, ja er konnte diese schon in de» Zeitungen lesen, bevor er selbst den blauen Brief in Händen hatte. DaS ist nur«in Fall, der zufällig bekannt wurde. In neuerer Zeit mehren sich jedoch die Fälle, in denen auch die Offiziere den Weg in die Oeffentlichkeit finden. Freilich von der Verbitterung, welche in diesen Kreisen herrscht, bat die Spitze der Militärverwaltung kaum«ine Ahnung. I» einem Straßburger Blatt hat ein preußischer General ge- schrieben, daß bei dem jetzigen System nur Sozial- demokraten unter den Offizieren gezüchtet werden. Die Nnsteligkeü. wie sie jetzt im Osfizierkorps herrscht, kann doch auch dienstlich nichts nützen! In einem freisinnigen bayerischen Blatte hat ein Offizier ausgerechnet, daß die Zahl der pens. Brigadekommandeure von 28 auf 36, der Regimentskommandeure von 31 auf 33, der Major» von 243 auf 266. der Hauplleuie von 331 auf 352 gestiegen ist. Nun sind aber feit dem 2. Januar 1837»och eine ganze Anzahl höherer Offiziere pensionirt worden. Wenn es sich jedoch darum handelt. armen und hilfsbedürftigen Kriegs- Veteranen etwas zu geben, dann hat der Kriegs« minister nichts. Wie lange hat eS gedauert, bis sich die ver« einigten Regierungen entschließe» konnten, übeihanpt etwas für diese Leute zu lhun. Was sind aber die 123 M. jährlich, die gezahlt werden, gegenüber den ungeheueren Osfizierspensionen? Wie lange soll eine derartige Wirthschaft noch danern? Der Kriegsininister müßte die Anweisnng geben, bei Pensionsgesuchen strenge nach dem Gesetz zu verfahren. Nach dem ReichS-Pensio« nirungSgesetz kann ein Olfizier nur pensionirt werden, wenn er invalid oder 63 Jahre alt ist. Bereits vor zwei Jahren hat mein reund Grillenberger darauf hingewiesen, daß unter besonderen orauSsetznngen geradezu Krankheiten kommandirt werden. Einzelne sehr hohe Osstziere führen den Beinamen Massenmörder wegen der von ihnen verfüglen massenhafte» Pensto« nirungen. Bon sämmtlichen Entlassungen entfallen zwei Drittel ans das 2. Armeekorps. In anderen»ichldenlschen Armeen wird die Qualifikation durch Kommissionen und nicht durch Einzelpersonen festgestellt. Dieses System müßte auch bei uns eingeführt werde». Wenn die Regierung trotz unserer Wünsche weiter so handelt, wenn sie fortfährt, die Steuerzahler in unerhörter Weise zu belasten, werden Sie, meine Herren, sich vertraut machen müssen, endlich einmal, wie eS sich schon lange gehört hätte, parlamentarische Zwangs« mittel anzuwenden.(Beifall links.) Trotz des Widerspruch des KriegZininisterS nahm die Kammer nach längerer Debalte einstimmig nachstehende Resolution an: „Es sei an die k. Staatsregierung das Ersuchen zu stellen, auf eine Abminderung der Zahl der penflomrten Ojsiziere hinzuwirken und insbesondere Penstonirungen vo» Ossizieren nicht ans dein Grunde eintreten zu lassen, daß ein Offizier, welcher sich sür seine bisherige Dienstessiellnng als genügend befähigt erweist, sür die nächsthöhere Dienststellung nicht geeignet ist." Der Mililäretat selbst wurde in namentlicher Abstimmung gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Banernbündler, des Demokraten Mießner und der Zentrmnsabgg. Aumnller und Dr. Heim genehmigt.— Ans Baden. 4. November.(Eig. Ber.) Behördliche Be- anstandungen gehören im„Mnsteiländcheu" zu de» gewöhnlichsten Bei- gaben des WahtkampscS. Es fehlt infolge dessen auch dieses Jahr nicht a» Wahlanfechtungsgründe». Wahlscheinlich wird als An- fechtungSgrund u. a. auch die Thatsache benutzt werden, daß in mehreren Wahlbezirken bei der Wahlansschieibung jeder Hinweis auf den Jsolirranm»ebst den entsprechenden Instruktionen über die neue Wahlordnung behördlicherseils unterlassen wurde.— In Karls- ruhe geben sich die Behörden all« erdenkliche Mühe, um Wahlmänner der Opposilionsparteien zu beanstanden. Eo werden u. a. zwei sozialdemokratische Wahlmänner beanstandet, weil dieselben in der Stadl zwei Namensgenossen mit zufälligerweise gleichen Bernsen und ebenfalls gleichen Vornamen haben. Ganz der gleiche Fall trifft bei zwei nationalliberalen Wahlmännern zu. deren Wahl aber bis jetzt völlig unbeanstandet blieb. Natürlich werden diese kleinen Scherz«! den nationalliberalen Kadaver der Nestdenz nicht mehr galvanisiren.- — Wie die Militärbehörde mit der Zivilbehörde anläßlich der Wahlen in Konflikt kommen kann, zeigt der Fall in Mannheim, wo die Zeit der Abgeordnetenwahlen mit derjenigen der Herbst-Nontroll- versammlnng zusammenfällt. Wie der großherzogl. Wahlkommissär bei Ansetznng des.Termini der Abgeordnetenwahlen auf diese Kontrollverkammlung kein« Rücksicht nehmen konnte, ist völlig nnerfindlich� Das Militär kommt natürlich vor dem Zivil, und wenn eS den Mannheimer Genossen nicht gelingt, den Wahltermin verlegen zu lassen oder die Befreiung der kontrollversammliingi- pflichligen Wahlmänner zu bewirken, dann werden zahlreiche Mann- heimer Wahlmänner wegen AuSübnng ihrer SiaatSbürgerpflicht vier Tage„Loch" erhalten. Der seit Jahren geführten Preßkampagne gegen deu Minister Eisenlohr wird nun ohne Zweifel eine parlamentarische Kampagu« großen Stils folgen. Wenn die nltramontane und freistnn-demokra« tische Opposition so zielbewußt vorgeht, wie die sozialdemokratische, dann dürfte der Herr„Wahlminister" Eisenlohr wohl bald mürbe sein, und gehen. Diesen Fall scheint die„Bad. Landeszig." voraus- zusehen, wenn sie in ihrer heutigen Nummer vorbeugend schreibt. wenn der Herr Eisenlohr ginge, dann wäre es jedenfalls nicht des WahlanSsallS und der Mißtrauensvoten der Opposition wegen. lieber die voraussichtlichen Aufgaben des nächsten LandlagZ wird bekannt, daß der Kammer außer den vo» uns schon angesührlen Gesetzentwürsen auch noch ein« Umgestaltmig der Erlragssteuern in eine Vermögenssteuer zugehen dürfe«. ES düifte sich aber zunächst nur um die Feststellung der Grundsätze, noch nicht um die gesetzgeberische Regelung selbst handeln, mit der auch die Neuordnung der Gemeindebesteuerung in uumitlel- barer Berbindung steht Aendernngen des Gesetzes über die Ber- sicherung der Rindviehbestäude(jedoch nicht Zwangsverstchernng) sind ebenfalls in Sicht. Hieraus erhellt, daß es dem Landtag an reichlicher Arbeit nicht fehlen wird, ganz abgesehen vom Budget »nd den ans den eigenen Anläufen des Landtages hervorgehenden Anträgen, bei denen direkteWahlen und Ordensniedcrlasstmgen wieder im Vordergründe stehen. Gtrastbnrg i. E., 4. Nov.(Eig. Ber) ReichstagS-Abgeordneter P r e i ß- Kolmar, der sich beiden am 6. November staNfindende» Ersatzwahlen zum Landesausschuß nin das Mandat des Kreises Rnppoltsweiler bewirbt, richtet soeben eine öffentliche Erklärung an die kürzlich in dein genannten Kreise ernannte» Wahl- männer, die ein grelles Schlaglicht auf die Art und Weise wirft, mit welcher einzelne reichsländische Behörden die wichligsten Rechte des Staatsbürgers zu behandeln pflegen. Die Erklärung hat folgen- den Wortlaut: „Eine Anzahl der am vergangenen Freilag ernannten Wahl- männer des Kreises Rappolis weiler haben mir die Kandidatur für die demnächst stattfindende LandesauSschnß- Wahl angebote». Ehe ich einen Enlschlnh faßte, wollte ich in die Liste der Wahl- männer, welche aus der Kreisdirektion in Rappoltsweiler fich be- findet, Einsicht nehmen. Ich ging gestern zum Herrn KreiSdirektor und bat ihn um Mitiheilnng der fraglichen Liste. Er ver- weigert« mir die Mitiheilnng derselben, indem er mir erklärte, er habe keine Veranlassung, mir eine Gefällig. k e i t z u erweise». Ich halte es angesichts dieser unglanblichen Erklärung für meine Pflicht, gerade durch Nnfslellnng meiner Kandidatur gegen ein derartiges Vorgehen, welches daS aktive Wahlrecht de- schränkt, daß passive Wahlrecht jedenfalls sür diejenigen lahmlegt, die der Kreisdireklion nicht genehm sind und jede gesunde und freie Wahlagitation unmöglich macht, zu protestiren. Ich bedanre sehr, durch dieses sellsame Verhalten des Herr» Kreisdirekiors in die Na» Möglichkeit versetzt zu sein, den Herren Wahlmännern, sei es persön- lich, sei eS brieflich, mich vorzustellen. Ich kann die Herren nicht besuchen und kann auch nicht an sie schreiben, da ich ihre Namen nicht kenne. Ich muß sie um Entschuldigung bitten, wen» ich, dank der mangelnden„Gefälligkeit" des Herrn KreisdirektorS in Nappolts- weiler mich darauf beschränken muß, sie durch die Zeitung zu bitten, mir am 6. November ihre Stimme geben zu wolle»."— — Chronik der MajestätsbeleidigungS-Prozesse. AnS Magdeburg wird»ns telegraphirl: Der verantwortliche Re- daklenr der„Volksstimme" wurde heute wegen Majestälsbeleidiguug zu drei Monaten Gefängniß verurlheilt, der Slaalsanwalt Halle gar 9 Monate beantragt!— Bei einem Gespräch über seine Soldatenzeit, daS der Häusler Filla ans Alt-Budkowitz, von einem Kiiegervereinsfeste kommend, mit mehreren Personen führte, soll er beleidigende Aeußernngen gegen den jetzigen Kaiser gebraucht haben. DaS Oppelner Landgericht verurlheilte den Kriegervereinler deswegen zu zwei Monaten Gefängniß. Oesterreich-Ungarn. Wien, 5. November. Nachdem gestern in früher Abendstunde die T.ige-isitzmig geschlossen morden war, begann um 7 Uhr die Nachtsitzung, die in stürmischester Weise durch IS Stunden„tagte". Erst um 10 Uhr morgens konitten die Abgeordneten daS Hans ver» lassen. Graf Badeui hat einen Scheinerfolg zu verzeichnen, die Vorlage über das Ausgleichs- Provisorium ist einem Ausschüsse überwiesen worden. Sollte der Ausschuß die Vorlage erledigen, so wird sie doch die zweite Lesung nicht palsiren können, denn in dieser können Abänderungsanträge gestellt werden nud hunderte sollen schon vorbereitet sein. Ueber jeden dieser ins unendliche zu vermehrenden Anträge können geheime und namentliche Abstimmungen vorgenommen werden, so daß au eine Erledigung, im Falle Badem bleibt, nicht zu denken ist. Dem edlen Grafen kommt eS aber wohl nur darauf au, zu beweisen, daß parlamentarische Beschluß- fassuugen unmöglich sind, um dann mit Nothverordnungen vorzugehen. Das Bild solcher Obstruktionssitzungen kennen unsere Leser anS früheren aussührlichen Berichte», wir können es uns deshalb ruhig versagen, den Verlauf der unerquicklichen Sitzung im einzelnen zu schildern. Nur einige Hauptpunkte seien erwähnt. Die beiden feindlichen antisemitischen Richtungen, die deutschnationaleu Antisemiten, vor allem Schönerer und Wolf, und die österreichisch gesinnte» Antisemiten(Christlich- Sozialen) führten einen noch nicht dagewesenen Kampf mit den ärgsten Schimpfwortcn. Uni das Niveau dieser Volksrelter zu charakterisiren, führen wir— 11 ach der„Voss. Zig."— blos einige dieser gegen einander an- gewandte» Liebenswürdigkeiten an: Der christlich- soziale Steiner rief gegen Wolf:„Herr Präsident! Ich gebe Ihnen einige Zwangsjacken, um diesen gewalllhätige» Kerl abzuschaffen!" Lneger nannte die Schönerianer rviederyolt Gassenbuben. Wolf:„Der kann uns nicht beleidigen!" Geßmann(christlich- sozial) gegen Wolf:„Elender Lausbub, Du, infamer!" Schönerer macht Zwischenruf«. Lneger:„Ruhig, Schandbnbe!" Schönerer:„Politischer Hanswurst!" Troll(christlich- sozial) gegen Schönerer:„Er ist ja besoffen!" Leopold Steiner: „Ruhig, Schönerer, sonst kommt die Zwangsjacke!" Bielohlawek (christl.-soz.):„Was ist's mit dem gebrochenen Ehrenworte Jros?" Schönerer:„WaS ist mit Eurer politischen Lumperei?" Während dieser Tumulte wurden fortgesetzt Sitze mit Pnltbrettern bearbeitet, mit Füßen gescharrt und gestampft. Schönerer verlas laut eben an ihn ein- getroffene Drahlgrüße. Gcßniann zu Schönerer:„Schweig, Du Bordellvaler!" Gregorig:„Besoffener Kuppler, hinaus!" Bielohlawek: Schmul Leeb Kohn!(Die Antisemiten behaupten, die Gatiin Schönerers stamme von Jude» ab.) Infolge eines Zwischen« rufes des deulsch-nationalen Antisemiten Wolf schreit Geßmann: „Halt Dein Manl!" und Strobach:„Ruhig, Schandbube!" Lneger nannte dann die Schönerianer die Viermänner-Parlei, da rief Schneider(christlich.sozinl)„Bierlansbuben.Partei!" Zivischen Jungczechen und dentsch-nationalen Antisemiten kam eS zu ernstem Handgemenge. Ohne diese Bubenstreiche und de» Ton der antisemitischen Radaukneipe ließe sich die Obstruktion ebenso energisch durchführen, so schaden die ärgsten Lärmmacher der guten Sache, der die Ob- struklion dient. Die Sozialdemokraten betheiligten sich an den Lärmszenen in keiner Weise.— Wien» 5. November. Di«„Neue Freie Presse" meldet: Die Delegationen sind für den 16. November nach Wien ein- berufen.— Wien, 6. November. Abgeordnetenhaus. Der Ab- fieordnete Ritter v. Berks interpellirte die Regierung, ob sie willens «i, sich den Bestrebungen anzuschließen, welche bezwecken, dem Rückgänge deS SilberwertheS entgegenzuwirken, und ob sie hierauf bezügliche Berhandlimgen mit der ungarischen Regierung gepflogen habe.— Wien, S. Novbr. Ein« von den Deutfch-Nationalen «inberufene Versammlung wurde nach kurzem Verlaufe unter heftigem Tumulte von den Christlich-Sozialen gesprengt. Nach dem Schluß der Versammlung entstand«in Handgemenge; der Saal wurde durch ein großes Aufgebot von Polizei geräumt.— Baden bei Wien, v. November. Bei den Gemeinde- wählen im dritten Wahlkörper verbündete» sich die Deutsch, Liberalen mit den Deutsch-Nationalen gegen die Christlich-Sozialen. Infolge dessen wurden S fortschrittliche Kompromißkandidaten und 1 Parteiloser gewählt. Es sind 4 Stichwahlen zwischen Christlich« Sozialen und Kompromißkandidaten erforderlich. ES ist dies in Niederösterreich die erste erhebliche Niederlage der christtich-sozialen Partei, die bisher nur Fortschritte zu ver- zeichnen halte, aber durch die brntale Ausnützung ihrer Machtmittel fclbst einen Umschwung in der Gesinnung der Wählermassen herbei- ührt.- Lemberg» V. November. Der hier zusammengetretene Ruthenentag wurde von dem Regierungsvertretcr auf- gelöst, weil der Vorsitzende sich weigerte, der Mahnung des RegierungSvertreierS nachzukommen, den ehemaligen Abgeordneten Romanczuk, welcher die parlamentarisch« Lage sowie die bei der ReichsrathSwahl vorgekommenen Mißbräuche besprach, in seinen Ausführungen zu unterbrechen.— Budapest, V. November. Der„Pester Lloyd", ein von der ungarischen Negierung oft zu offiziösen Mittheilungen bemitzt-S Blatt, dessen Ausführungen aber keineswegs immer als inspirirt gelten dürfen, hebt in einer Besprechung der Vorgänge in Oesterreich heivor, daß eine ungarische Einmischung in innere österreichische Angelegenheiten unstatthaft sei; daS Blatt verwahrt sich zedoch dagegen, daß Verfügungen b e- treffend gemeinsame Angelegenheiten nrittelS Nothparagraphen in Oe st erreich inS Leben treten sollen.— Frankreich. PariS, 4. Nov. Die Depulirtenkammer berieth die Kon- vention über den Posidanipferdienst mit Algier und Tunis. Die Depulirtcn Raiberli und Lockroy verlangen, daß nur solche Packet- boote subventionirt werden sollen, die im stände sind, im Nothfalle 23 Knote» in derStnndeznrückznlege», damit sie in K r i e g s- z e i t e n im A u f k l ä r»» g s d i e» st verwendet werden können. Der HaudelSiuinister Boncher erwiderte, der Bau und die Unter« hallung von Schiffen mit besonderer Geschwindigkeit seien sehr thener; die Kosten hierfür würden die zur Verfügung stehenden Mittel überschreilen. Ein entsprechender Antrag Lockroy's wurde sodann mit 610 gegen 207 Stimmen abgelehnt. Italien. — Von einer anarchistischen Verschwörung war im Zusammenhang mit dem Altentat Acciarito'S große? Ansheben gemacht worden. Eine Anzahl Personen war verhaftet worden. Jetzt sind die letzten ver angeblichen Mitschuldigen in Freiheit gesetzt worden und die Polizciannahme einer Verschwörung gegen das Leben deS Königs ist endgillig entkräftet.— England. London, 4. November. Bei der heutigen Wahl zum Unterhanse in Middleton(Lancashire) wurde an stelle de? verstorbenen Kon- servative» Fielde» der Liberale Duckworth mit 5364 Stimmen ge- ivählt. Der konservative Kandidat Mitchell erhielt S664 Stimmen. Alle Nachwahle» zeigen einen Umschlag in der politische» Ge- sinunug der Wähierschast, Rückgang der Konservativen, Forlschritte der Liberalen.— London, S. November. Der Echatzkanzler HickS Beach erklärte in einer Rede, die er gestern in Sheffield hielt, der bloße Selbst» erhaltnngstrieb rechtfertige schon die Politik der Aus- dehn» n g deS Reiches. Bezüglich der Forderungen für die Vermehrung des Heeres bemerkte Hicks Beach, er be» zweifle, daß das Land willens sei, die vermehrten Lasten zu tragen und er glaube, daß zunächst durchgreifende Reformen in der Heeresverwaltung nöthig seien.— London» Anfang November 1607.(Eig. Ber.)(Die Wahl in Barusley, Sieg der Liberalen.— Warum Curran unterlag.— Ar- beiter und Liberale in England.— Allgemeine Wirkung der Barnsley-Wahl. Die Liberalen schöpfen neue Hoffnung.) Die Nachivahl in Barusley hat mit einem großen Sieg deS Kandidaten der Liberalen geendet. Derselbe erhielt über Konservative und Sozialisten zusammen eine noch etwas größere Mehrheit als sein Vorgänger I89S erhalten hatte, wo ihm nur ein Konservativer entgegenstand. Damals ergab die Wahl 6620 liberale gegen 46S3 konservative Siimmen; dicSmal erhielt nach einem äußerst hestigeu und sehr verlängerten Wahlkampf der Liberale 6744, der Konscr- vative 3454 und der Sozialist 1091 Stimmen. Das absolute Mehr des ersteren ist von 2167 aus 2130 gestiegen. Ein solches Resultat in einem ArbelterwahlkreiS zu einer Zeit, wo die englische Arbeilerwelt durch einen der größten Kämpfe zwischen Kapital und Arbeit in Athein gehalten wurde, scheint der Erklärung zu bedürfen. Ich glaube schon geschrieben zu haben, daß der sozia- liftische Kandidat, unser Freund Peter Cnrran, persönlich alle Eigen- schaften aufweist, die ihn Arbeitern als Vertreter empfehlen. Er ist ein erprobter, geachteter Gewerkschaftsorgaiiisalor, sehr guter Redner und in seinem Auftreten durchaus solid. Er hat den Wahlkreis bis in den abgelegensten Distrikt bereist, tüchtige Redner aus den nahegelegene» Industriezentren(Manchester, Sheffield, Hnddcrfield jc.) Tom Mann. Keir Hardie u. a., anerkannte Vertreter der sozia- listischen Bewegung traten für ihn ans; vor jedem Kohlenwerk wurden Versammlungen zu seinen Gunsten abgehalten, kurz, es war nichts unterblieben, was seiner Kandidatur zu einem Erfolg ver« helfen konnte. Und doch nur 1100 Stimmen, während der liberale Kandidat, ein reicher Kohlenhändler, nahezu 7000 Stimmen erhielt. Die erste Erklärung dieses Ausganges ist die, daß der Liberale ein sehr radikales Programm hatte. Neben den Forderungen des politischen Radikalismus figurirle selbstverständlich der gesetzliche Achtstnudentag für Bergarbeiter darauf, und außerdem erklärte sich Herr Walton auch für den gesetzlichen Achtstundentag für Industriell wie das Maschiuengewerbe. Ob das bloße Wahldemagogie war. mag dahingestellt bleiben, denn diesem Verdacht ist jeder Kandidat ausgesetzt. Eine große Anzahl von Gewerkschaftsvertretern seines Wohnorts stellte ihin das Zengniß aus, daß er sich seit langem als zuverlässiger Anwalt der Arbeiterinteressen bewährt habe. Man könnte auch die Zuverlässigkeit dieser Leute bezweifeln, aber es waren ihrer zu viele, alS daß eS anginge, sie etwa als gekauft hin- zustelle». Mit solcher Beschuldigung sollte man überhaupt nicht zu freigebig sein, wenn sie nicht völlig wirkungslos sein soll. Die Tdatsache ist vielmehr unbestreitbar, daß für eine sehr große Anzahl englischer Arbeiter das Wort„liberal" seinen einstigen guten Klang noch nicht verloren hat und sehr viel mehr umfaßt, als man auf dem Festland darunter versteht. Selbst viele Arbeiter, die sich zum Sozialismus bekennen, sind noch nicht von der Nolhwendigkeit überzeugt, mit der liberalen Partei bedingungslos zu brechen. Man kann ans dem Verhältniß der Wahlstimmen durchaus keinen Schluß aus die Stärke der sozialistischen Partei ziehen. Sie beknndeu mehr über die Erfolge einer gewissen Taktik als über die Ansbreitnng einer sozialpolitische» Theorie. So hat die liberale Partei Englands noch einen großen Prozentsatz von Arbeitern in ihren Vereinen. Im liberalen Zentral- Äahlkomitee(dem„Iibora.1 three hnndreds") von Barusley sollen nach«ineni Bericht der im ganzen zuverlässigen„Daily News" mehr als drei Viertel der Mitglieder der Arbeiterllaffe angehören, darunter die einflußreichsten Mitglieder des Bergarbeiter-Verbandes von Jorkshire, Ben Pickard, Edw. Cowey u. s. w. Es ist begreiflich, wie schwer unter diesen Umständen die Auf- gäbe der Sozialisten war. Wohl hatten fle die Zustimmung des lokalen GewerkschaftS-Komiiee's von Barnsley für die Kandidatur Cnrran's gewonnen, aber dieser Körper scheint auf die Masse der Bergarbeiter wenig Einfluß auszuüben. Die lokalen Geweikschasts- räthe sind bei den Leitern und VertranenSuiännern der größern Ge- werkschaiten überhaupt nicht sehr beliebt; sie gelten ihnen als der Tummelplatz aller möglichen Tüftler und Krakchler. Wirklich ver- hängnißvoll aber scheint der sozialistischen Kandidatur die Bundes- genossenschakt einer gegen die Führung des Bergarbeiter-Verbandcs gerichteten Minderheit von Mitgliedern desselben geworden zn sein. Gleichviel ob diese Opposition mit ihren Beschwerden gegen die Führung recht hat oder nicht: je mehr die hinter Cnrran stehende Partei durch ihr Organ und ihre Redner sich mit ihr identifizirte, umsomehr erschien die Kandidatur Cnrran's als die ihre, und sie zu be- kämpfen als die Pflicht derer, welche in der Gewerkschaft aus feiten der Leitung standen. Die Frage, wie sich die politische Arbeiterpartei zn Streitigkeiten innerhalb der Gewerkschaften ver- halte» soll, ist eine sehr verwickelte und erfordert gegebenenfalls außerordentlich viel Takt. In dieser Hinsicht scheinen nun von einigen Befürwortern der Kandidatur Cnrran's nicht alle Klippen mit Erfolg vermieden worden zu sein. Ebenso scheint man in der Bekämpfung der Person des liberalen Kandidaten des Guten etwas zu viel ge- than und durch übe, trieben« Beschuldigungen eine Reaktion zu seinen Gunsten hervorgerufen zu haben. So behaupten wenigstens„Daily New?" und andere Blätter, und die Verführung, deni Groß-Kohlen- Händler und Mitbesitzer von Kohlengruben Walto» nachzuspüren, wo er geschäftlich gegen das Interesse der Bergarbeiter gehandelt, lag gewiß recht nahe. Aber der Effekt solcher Nachweise, sobald es sich nicht um besonders belastende Thatsachen handelt, wird gewöhnlich sehr überschätzt. Wenn die Bergarbeiter an sich nichts dagegen haben, durch einen Grubenbesitzer im Parlament vertreten zu sein, so werden sie keinen sonderlichen Anstoß daran nehmen, daß er als Geschäftsmann den heut übliche» Geichäfisgebräuchen folgt. Es wird nun abzuwarten sein, welche Wirkung der relative Fehlschlag der Kandidatur Eurran's aus die Anssiditen der Sozialisten in anderen Wahlkreisen ausübt. Bei dem hiesigen Wahlsystem und der Denkart des englischen Volkes kommt unendlich viel darauf an, welche Ansicht die Masse der Wähler von vornherein von den Ans- sichten eines Kandidaten hat. Bloße Zählkandidatnren, die den Wählern als solche erscheinen, sind so gut wie aussichtslos. Daher die sonst nncrklärliche Thatsache, daß während im allgemeinen die sozialistische Bewegung wächst, in der Mehrzahl der Wahlkreise, die wiederHoll von Sozialisten in Angriff genommen wurden, die sozia- listischen Stimnien bei der zweiten Wahl, statt gegen die erste Wahl zn steigen, im Verhältniß zu ihr gefallen sind. Mit bezng auf die allgemeine Politik zeigt die BarnSley- Wahl denselben Zug der Wähler nach links an, den schon einige frühere Nachwahlen bekundet haben. Der Rückgang der Stimmen deS Konservativen wirb zum theil durch Enthaltung einer Gruppe von Ullra-ToricS erklärt, denen die jetzige Regierung zu liberal ist, die Mehrheit der ihm verloren gegangenen Stimmen werden aber zn gleichen Tbeilen auf den liberalen und den sozialistischen Kandidaten Übergegangen sein. In zwei Wahlkreisen in Lancashire(Liverpool und Middleton), wo Nachwahlen im gange sind, erregte die Nachricht von dem Sieg in Barnsley großen Jubel im liberalen Lager. Eine dritte Nachwahl steht in Deptford (Südost-London) auS, einem Wahlkreis, der durch den Maschinenbauer- kämpf und den Ausstand der Kesselschmiede außerordentlich stark be- troffen ist. Deptford hat sür daS Parlament seit Jahr und Tag beharrlich konservativ gewählt, im GrasschaftSrath dagegen ist es durch zwei Progressisten vertreten. Die Progressisten wollen min versuchen, de» KreiS für das Parlament z» erobern. Als auSsichtS- vollster Kandidat wurde der Fabianer Eidney Webb betrachtet, der bei der letzten Grafschaftswahl in Deptford mit größerer Mehrheit gewählt wurde wie irgend«in anderer Progressist in London. Herr Webb hat aber abgelehnt, weil er seine volle Kraft der B-rwaliung Londons widmen will, und so hat man jetzt einen anderen Pro- presststen. W. Benn, aufgestellt, der biS 1635 einen Wahlkreis in East-End im Parlament vertrat. Ob ihm die Sozialdemokraten einen Gegenkandidaten gegenüberstellen werden, ist noch zweifelhaft. Spanien. Madrid, 5. November. Hier verlautet, die Regierung habe beschlossen, gegen General Weyler das Kriegsgesetz in Anwendung zubringen, wenn er bei seiner Ankiinst in Spanien die angeblich von ihm bei der Abreise von Havana ge- thanen Aeußerungen aufrecht erhalte. Nach Depeschen, die über Key West aus Havana hier ein« gegangen sind, soll Weyler gesagt haben, die Haltung der spanischen Regierung sei durchaus kläglich; sie scheine mit einem Fuß aus dem Boden der Monarchie, mit dem anderen auf dem der Republik zu stehen. Wcyler soll auch den an Bord des„Montserrat" mit ihm zurückfahrenden Osfiziren seine Anschauungen auseinandergesetzt haben. Ferner wird von ihm berichtet, er beabsichtige, eine neue, auf die niilitärische Macht gestützte Partei zu gründen; Kuba habe er verlassen, ohne die Gewalt dem General Blanco übergeben und ohne ihm das Material über den Stand der Erhebung angekündigt zu haben. Der Dampfer, mit dem General W e y l e r nach Europa zurück« reist, hat infolge von Häver!« den kubanischen Hafen Gibara an« gelaufen; er wird am 20. November in Spanien einlaufen.— — Der neue spanische Oberkomm andirende auf Kuba, Marschall Blanco dürste heute einen vom Generalstabe aus- gearbeitelen Rnnderlaß unterzeichnen, in welchem Maßregeln an« geordnet werden, die zum Schutze des ländlichen Eigenthums, zur Förderung des Viehverkanfs, der Kaffee- und Nakaoernte sowie der Knllur des Zuckerrohrs und zur Hebung der Transportmittel dienen sollen. Der Erlaß zählt auch die Mittel und Wege auf, die behufs Beruhigung der Insel zur Anwendung gelangen sollen.— Mnstland. St. Petersburg.(„Intern. Korr.") A r b e i t e r u n r u h- n. Ueber die Vorgänge in den mechanischen Webereien der Gebrüder Morozow in Oreschkowo(Gonvernement Wladimir) ist jetzt ein amt- licher Bericht veröffentlicht worden. In demselben wird zugegeben, daß sich die Aussagen der Fabrikdircktoren und der Arbeiterschaft gegenüberstehen. Die Direklion behauptet, die Arbeiter hätten mehrere Gebäude in Brand gesteckt, um während der Verwirrung die Kasse ausrauben zu können, jedoch habe das Feuer auch das Direktionsbnrean ergriffen, wodurch der Raub verhindert worden sei. Die Arbeiter jedoch erklärte», daß ein ihnen feindlich gesinnter Werkmeister den Brand verursacht habe, wobei drei männliche und fünf weibliche Arbeiter theils geiödtet, theils schwer verletzt wurden. Durch das Einschreiten des Militärs wurden fernerhin sechs Per- sonen gelödtet und mehr als dreißig verwundet, darunter zahlreiche Franc». In Haft befinden sich gegen fünfzig Personen; doch ist nach Miltheilnng deS amtlichen Berichts auch gegen einen Direktor und zwei Werkmeister die Untersuchung eingeleitet, da der Verdacht, als sei von der Direklion ans ZI erger über die neuen Arbeitersdintz« Verordnungen die Arbeiterschaft unnöthigerweise gereizt worden» bisher noch nicht entkräftet wurde.— Türkei. — Zur armenischen Frage erhält die„Intern. Korresp." folgende Drahtmeldnng ans Konstantinopel: Zwischen der Pforte und dem hiesigen nordamerikanischen Gesandten finden zurzeit Verhandlungen betreffs Abberufung der protestantis ch-n o r d a m e r i k a n i s ch e n M i s s i o n a r e ans Syrien und de» nordöstlichen Provinze» Klein-Asiens statt. Die Pforte machte den Gesandten darauf aufmerksam, daß angesichts der i» jenen Provinzen herrschende» Erregung die Zlnwesenheit der Missionare, besonders da dieselben sich andauernd ans Reisen be« fänden, ans die mnhamedauische Bevölkerung beunruhigend wirkeil müsse. Es fei daher für die türkische» Behörden sehr schwierig, die SidzerHeit der Missionare z» gewährleisten. Der amerikanische Gesandte erwiderte jedoch, daß seine Regiernng die Znrückbernfung der Missionare ans den angeführten Gründen nicht anordnen werde.— — AuS K a n e a auf Kreta wird gemeldet: Nach dreitägiger Verhandlung gegen die sechs Türke», die der Mordthalen von Zika« laria beschuldigt sind, verurtheilte der internationale Gerichtshof zivei der Angeklagten zn lebenslänglichem Kerker; die übrigen vier Angeklagten wurden freigesprochen. Slfrika. Bulnwayo, 4. November. Die Eisenbahn, welche Bukuwayo mit K a p st a b t verbindet, wurde heute durch de» Oberkommissar der Kapkoloiiie in Gegenwart zahlreicher ans alle» Theilen Süd» afrikas erschienener Festtheilnehmer eröffnet. Der Koimmssar verlaZ ein Glückwunschtelegramm des Kolonialministers Chamberlain, wo» rauf die Versammelten ein Hoch aus Chamberlain und Rhodts auZ« brachten.— Llinerlka. — D i e Goldwährungspartei im Senate der Ver« einigten Staaten hat durch die letzten Wahlen Verstärkung erhallen. Künstighin werden die beiden Staaten Maryland und Ohio republikanische und nicht wie bisher demokratische Senatoren besitzen.—_ zz>avkei�LlÄlchvichtett. Zn der Notiz gegen die Blätter, die den Haftantritt Lieb knecht's verfrüht gemeldet hatten, schreibt die„Konservative Korrespondenz" und„Post" und„Kreuz- Zeitung" drucken es nach: „Nun also! WrShalb mache» dann aber die sozialdemokrati« scheu Blätter so viel Wesens wegen„einiger persönlicher Unbequemlich« leiten" und versetzen die bestraften„Genossen" gleich unter die „Märtyrer"? Oder sollte das Amt des Herrn Liebknecht als Leiter des sozialdemokratischen Zeniralorgans ein so wenig erfreu- liches sein, daß er den Unterschied zwischen Beuthstraße und Piötzensee nicht empfindet, vielleicht selbst einige Monate absoluter Rnhe in dem Asyl zu Plötzensee sür gar keine so üble Abwechselung halt?" Ach wie ist Herz und Hirn dieser Lente ausgetrocknet! Statt sich menschlich darüber zu srene», daß ein 72jähriger Mann vor einer schweren Straf« und der dazu gehörigen preußischen Be- Handlung politischer Verbrecher noch so jngendsrtsch und harmlos- heiter dieses Opfer, das er seiner Ueberzeugnng bringt, glossirt, er- gehen sie sich in solchen hämischen Betrachtungen! Das zeigt, wie tief unsere eingeschworenen Feinde selbst in rein menschlicher Be- ziehung herabgekommen sind. Ilm Aufhebung dcö BiirgcrrechtögekdeS haben unsere Partei« genossen in Brandenburg a. H. petUionirt. Wie jetzt gemeldet wird, hat der Magistrat die Anfhebnng beschlossen. Der Kongreß der sozialistische» Gcmeinderäthe Frank« reichS, abgehalten in Dijon vom 31. Oktober bis 2. November, hat folgende Beschlüsse gefaßt: Slchtstnndentag und Lohiiminimuin sür alle Geinetndc-Arbeiten, Vergebiliig der Arbeiten in kleinen Partien an Arbeitergenoffenschaften; Koinmiinal-Reserendnm über Fragen, die in den Wahlprogramme» nicht voihergesehe» waren, sowie über finanzielle Fragen; Ersetzung der kommunalen Naturalleistungen durch Zuschlags- Centimes zu den Gemeindestcuer»; Ersetzung der Ver- zehrungsstcuer durch Lnxnssteueru und Zuschlags- Centimes, da dnS Gesetz den Ersatz durch die progressive Einkommensteuer verbietet; Schaffung von Verbänden sozialistischer Gemeinderäthe nach einzelnen Departements; im Falle des Widerstandes der Zentralgewalt gegen «ine Reform sollen sich die sozialistischen Gemeinderäthe zu einer gemeinsamen Protestaktion im ganzen Lande vereinige»; Veröffent« lichuiig eineS Jahrbuches der sozialistische» Gemeinde-Föderation. Die Gründung eines periodischen Bulletins soll in der Folgezeit ver- sucht werden.— Der Kongreß schloß mit einer öffentlichen Bolls« Versammlung, an der sich gegen 2000 Personen betheiligten. Polizeiliches, Gerichtliches»c. — Die„Niederrhei nilche Bolkstribüne" in Düsseldorf veröffentlicht den Text eines gedruckte» Schrislstiicks, das der Bürgermeister Stick in E l l e r an die B e s i tz e r und Vermiether von Arbeiter Wohnungen gerichtet hat. Das Schriftstück lauiet:„Die wiederholt gemachte Wahr» nehmung, daß manche Besitzer und Vermiether von Arbeiterivohnungen bei dem Vermiethen der Wohnungen nicht immer mit der erforder- lichen Vorsicht und Gewissenhaftigkeit zu Werke gegangen sind und daß hierdurch änerseitS zwischen Vermiethcr nnd Mieiher sehr nn« erquickliche Verhältnisse entstanden, andererseits Leuten in der hiesige» Oumjlube ein Unterkommen verschafft wurde, die in kurzer Zeit sich vis ein« recht bedenkliche Last für Gemeinde und Polizei, Zt i r ch e und Schule, ja selbst für die eigenen Hans' besitzer ergaben, so daß es fast den Anschein gewinnen möchte, als wenn Eller der Zufluchtsort für solche Elemente werden sollte, die sich an anderen Orte» unmöglich gemacht baden, wird es angezeigt erscheinen lasse», die Hansbesitzer und Wohmnigsvermiether der Gemeinde zu vereinigen, um durch gemein- sames Zusammengehen diesen für die Gemeinde so schädlichen und gefahrdrohenden Uebelständen wirksam entgegenzutreten. Es ist daher beabsichtigt, einen Verein der Hausbesitzer und Aermiether von Arbeiterivohnungen zu gründen, mit dem Zwecke, eine bessere, solidere luid ordnnngSinäßige Vermiethung der Arbeiterivohnungen herbei- zuführen. Der Zweck soll erreicht»verde»: 1. durch die Errichtung eines Anskunsts» nud Wohnungsbureans; 2. durch die gegenseitige Verpflichtung der Mitglieder, gewisse, durch die Vereinssatzungen näher zu bezeichnende Leute als Miether anszu- schließen; 3. durch Handhabung eines einheitlichen, schriftlichen Miethsvertrages, nuter Verncksichtignug der polizeilichen Vor- schriflen über die Arbeilerwohnuugeu, das Halten von Kost- gäugern und Pflegekindern 2C.; 4. durch Vereinbarungen mit den Arbeitgeber» er. der Mietbcr behuss Sicherstellung und Einziehung der Miethen. Zur Ausführung dieses Vorhabens erlaube ich mir die sämmtlichen Besitzer von Arbeiterivohrnuige» und alle diejenigen, welche sich für das Zustandekommen und die Bestrebungen dcs beab- stchtigten Vereins interessiren, uns Montag, den lt. Oktober, abends 8 Uhr, im ilticharz'scheu Lokale Hierselbst zu einer Versammlung ergebenst einzuladen, in ivelcher die Feststellung der Vereins- satznngen, die Gründung des Vereins und die Wahl des Vorstandes erfolgen soll." Nach Angabe der„Niederrheinischen Volkstribüne" richtet sich diese Vereinsgründung, über deren Zustandekommen nichts mitgetheilt wird, gegen unsere Partei. Eine Anzahl Arbeiter habe sich erlaubt, die„Niederrheinische Volkstribüne" zu lesen und sozialdemokratische Agitation zu betreiben. Deshalb schlage Herr Stick Lärm. In ähnlicher Weise mag wohl»och in manch anderem Orte Preußens auf die Hausbesitzer eingewirkt werden. Hübsch ist es aber, daß man es einmal schriftlich bat, mit welch' brutalen Mitteln gegen Angehörige der Arbeiterklasse vorgegangen wird. GekovMMzlafkttifzes. lvcrliu und Umgebung. Nchtung, Korbmacher! I» den Werkstätten der Firme» Robert Schmidt. N ö f e m a n n und Zimmer dauert der Streik fort. Die Gesammtzahl der Streikenden beträgt 106 Mann; unterslützungsbedürstig sind nur noch vö Mann, die übrigen sind anderweitig in Arbeit getreten. Die Lage ist demnach die aller- günstigste. Streikbrecher sind bis jetzt nur 8 zu verzeichnen. Envaige Unterstützungen sind zurichten a» den Kassirer Hausschild, Wrangelstr. 129. Das Streikkomitee. Die Glaser werden darauf aufmerksam gemacht, daß heute Abend S'/e Uhr im Lokal Arminhalle», Kommandanlenstr. 20, eine öffentliche Versammlung stattfindet, in der der Verbands- Vorsitzende Groll aus Wiesbaden über den Werih und Nutzen der Gewerkschaflsorganisation sprechen wird. Die Bernssgenossen werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Deutsches Reich. Der Zentralvorstand deö ivcrbaudcö deutscher Buchdrucker hat an die englische» Maschinenbauer die drille Unlerstützungsrate im Betrage von 500 Pfund Sterling abgesandt, im ganzen bis jetzt 39 590 M. Die SluSsperrnng der Stettiuer Maurer, die von de» Unter- nehmer» angedroht ivurde, ist zur Ausführung gelangt. 399 Maurer sind bereits von der Maßregel betroffen»lud sind weitere AuS- sperrunge» noch zu gewärtigen. Eine Genugthuung für die organi- sirlen Arbeiter ist es, daß diejenigen, die immer als Streikbrecher den kämpfenden Arbeitern in den Rücken fiele», auch auf den Straßendamm geivorfen wurden. De» Unternehmern fehlt sogar »in gewisses Gefühl der Dankbarkeit diesen Leuten gegenüber. Die Organisation der Maurer, die gegenwärtig 1999 Mitglieder zählt, wird den Kampf mit äußerster Entschiedenheit durchführen, mögen die Maurer allerorts dafür sorgen, daß der Zuzug ferngehalten wird. Die ArbeitSeiustellung in der Schriftgießerei vou Ludwig n. Mäher i» Frankfurt a. M. ist noch vor Ablauf der Kündigungsfrist erfolgt. Als das Personal am Donnerstag die Geschäftsräume betrat, wurde demselben«in Rundschreiben unterbreitet, in dem es hieß, daß jede Verbreitung von Zirkularen, Einladungen zu Ver- sammlungeil. Zusammenstehen von mehreren Personen, sowie Ans» halten in anderen Sälen und an anderen Plätzen ohne jede Nachsicht mit sofortiger Entlassung gerügt wird. Diese Verfügung, die dem Personal als eine grobe Provokation erschien, veranlaßte die Gießer, die Arbeit biS auf weiteres ruhen zu lassen, ohne jedoch die Arbeits- stätte zu verlassen. Kurz vor 19 Uhr vormittags forderte dann der Geschäftsführer die Gießer auf, die Räume z» verlassen, ivelcher Aussorderung sämmtliche 36 Gießer in aller Ruhe prompt nachkäme». Die Maurer in Hageiiow befinden sich in Lohndifferenzen mit ihren Unternehmern und ist deshalb der Zuzug fernzuhalten. Ju der Saiidhofener Filiale der Zigarrenfabrik Brnnner n. Schweizer in M a n n b e i in haben bis auf einen sämmtliche Arbeiter und neu» Arbeiterinnen ivegen Maßregelung zweier organi- sirler Arbeiter durch den Werkmeister gekündigt. 34 Schleifer«iid Mctalldriicker der Fabrik von Brauer». Rehwinkel in Markranstädt bei Leipzig habe» wegen Lohnabzüge die Arbeit eingestellt. Zuzug ist streng zu vermeide». Eine Masseiikiliidgebnng, wie sie die Dresdener Arbeiterschaft seit langem nicht gesehen, fand hier zu gunsten de.r streikende» englischen Maschinenbauer statt. Es waren über 2999 Personen anwesend. N ä t h e r- Berlin hielt an stelle der dazu in Aussicht genommenen englischen Referenten ein begeistert anfgenommenes Referat. Letztere» hatte die Polizei das Reden überhaupt verboten, was bei den hierzulande herrschenden Polizeisitten ja nicht anders zu erwarten war. Folgende Resolution, für welche auch einige anwesende Hirsch> Dnncker'sche ausdrücklich eintraten, wurde einstimmig angenommen: „Es ist eine heilige Pflicht aller klnffenbewußten Arbeiter, jeden Kampf, der auf Verringerung der Arbeitszeit hinausläuft, ideell und materiell nach besten Kräften zu unterstützen. Da nun zur Zeit die englischen Maschinenbauer im Kampfe um den Acht- stundenlag stehen, sagt ihnen die heutige Versammlung thatkräftige Unterstützung zu— wie lange auch der Kampf währen möge. Die Versammlung beauftragt deshalb die Zentralkommifsion, für thatkräftige Unterstützung der streikenden Maschinenbauer in England Sorge zu tragen und beschließt die Erhebung eines f e st e» wöchentliche» Beitrages von 2S P s e»» i g pro Person während der Dauer des Streiks von alle» organisirten Arbeiter» Dresden?." Ausland. Ter Kongreß der Kohleugräbcr von PaS- de< Calais, ein- berufe» aus'Anlaß der Lohnbewegung von Carvi», tagte am 31. Oktober in L e n S. Der Vorsitzende, Abg. Basly. konstatirte. daß der derzeitige Durchschnittslohn niedriger sei als 1393, trotzdem die Kohlenpreise gestiegen sind und die Gesellschaften gute Geschäfte machen. Er bezeichnet« als Ursache dieses Mißverhältnisses de» Zttdisserenlismus der Arbeiter und die damit v-rknüpfle mangelhaste Organisation. Desto unverständlicher sind die Kougreßbeschlttsse. die sämmtlich auf die Verminderung der Produktionskosten bezw. Er- höhung der Profite der Grubenbesitzer abzielen. Man verlangte nämlich die Herabsetzung der Transporltarife, die Vervielfältigung der Verkehrswege zu Lande und zu Wasser und sogar die Erhöhung des Kohle nzolles! Letztere Forderung wurde auch von dem uenliche» Landeskongreß der französischen Kohlengräber votirt. Ter, Schlächteransstaud vou La Billette(Paris) scheint .seinem Ende»ah« zu sein. Von beiden Seite» dürften einige Zu- geständnisse gemacht und dann die Arbeit in den Zentral- Schlacht- Häusern wieder aufgenommen werden. Die Haupiursache der ver- söhnlichen Stimmung der beiden Parteien, die sich seit gester» geltend macht, liegt wohl in dem Drucke, den die Stimmung der Bevölke- rung sowohl auf die Meister, wie auf die Schlächter ausübt. Zum Kampf der englischen Maschiueubaner. Dem in London kursirenden Gerücht, von dem auch„Daily Chronicle" Notiz nimmt, daß eine große Anzahl Unternehmer jetzt bereit sei. über die Frage der Arbeitszeitverkürzung zu diSkutiren, dürste wenig Bedeutung beizulegen sein. ES ist kaum anzunehmen, daß die Unter- nehmer im gegenwärtigen Augenblick, der unziveifelhaft ihnen günstigere Aussichten bietet, mehr nachgiebig sich zeigen sollten, als ehedem.— Den Londonor Kesselbanern ist von ihrer Gewerkschaftsleitung an- gekündigt worden, daß sie bis Freitag, den 5. d. M. zur Arbeit zurückgekehrt sein müßte», von diesem Tage ab würden sie Streik- Unterstützung nicht mehr erhalten. Mntevnvhittev-Vvvbändv. NnSfuhrvergiitigung im Eise»- und Stahlgewerbe. Nach- dem in einer Sitzung der westdeutschen Flußeisen-Erzeuger vom 19. Oktober die Gewährung einer Vergüligung auf ausgeführte Eisen- und Stahlerzeugnisse Zustimmung gefunden hatte, ist nun- mehr für den Kauf von 39 999 Tonnen Stahlknüppel eine endgiltige Vereinbarung getroffen. Die verschiedenen Verbände betheiligen sich wie folgt an der Vergüligung der Ausfuhrprämie: Halbzeug- Verband 6 M., Kohlen-Syndikat 2.S9 M. und Roheisen-Syndikat 1.S9 M. die Tonne, also zusammen 19 M. die 1999 Kilo. Diese Prämie wird aber nur auf höchstens 69 pCt. der bezogenen Knüppel- mengen vergütigt. Diese Vergüligung wird natürlich nur au die Verbände ertheilt. TaS westfälische KoakS-Stzndikat beschloß, vom 1. Januar nächsten Jahres ab de» Preis für Hochofen-Koaks von 12,S9 M. auf 14 M, Gießerei-KoakS von 13,39 M. auf 15 M. und für anderen Koaks gleichfalls dementsprechend zu erhöhe». Der Gesammlversnnd von Koaks der drei ersten Vierteljahre 1397 belief sich auf 4 435 433 Tonne» gegen 4 III 619 Tonnen im gleichen Zeilraum des Vorjahres, hat mithin um rund 8 pCt. zugenommen und mit dem Anwachsen der Roheisenerzeugung gleichen Schritt gehalten. Für das drille Jahresviertel allein beträgt der Versand 1 537 751 Tonnen und dabei die Zunahme des Absatzes an die Hochofenwerke gegen das Vorjahr 143 963 Tonnen, während die Ausfuhr zur See gleichzeitig einen Rückgang vou 63 649 Tonnen zugunsten des inländischen Ver- brauchs erfuhr. Die Koakserzeugung n»d der Absatz zeigten ein stetiges Anwachsen, beide sind aber im Monat Oktober, in welchem während der beiden letzten Wochen die Wagengestellung im Kohlen- bezirk einen Ausfall von rund 29999 Wagen erlitt, anss nachtheiligst« beeinflußt worden. Was die geschäftlichen Aussichten für das Jahr 1898 betrifft, für welche» Zeitraum die Koakserzeugung bereils vollständig verkaust ist, so steht zu erwarte», daß der lebhaft« Jnlandsverbrauch an Eisen sowie die durch die Ausgestaltung deS Verbaudswesens im Eisengewerbe begünstigte Ausfuhr hinreichen werde», die steigende Rokeisenerzengnnp West- Deutschlands a»s« zunehmen. Unier dieser Voraussetzung steht für das nächste Jahr eine volle Beschäfligung der Koaksindnstrie in Aussicht. Sozittles. Neber die ländlichen Arbeiterwohnnnge» i» Preußen hat der Verein preußischer Medizinalbeamte» eine Untersuchung ver- anstallet. Die Ergebniffe sind von der Zentralstelle für Arbeiter- WohlfahrtSeinrichtungen veröffentlicht worden. Die„Frankfurter Zeitung" bemerkt über diese Schrift:„Der Werth des Büches scheint uns nicht groß zu sein. Denn di» Antworte», welche die Frage» gefunden haben, sind i» den meisten Fällen ganz unzureichend, zum lheil sind auch die gestellteil Fragen sehr ungescbickt gefaßt." Die „Freisinnige Zeitung" meint:„DaS Ergebniß der Untersuchung kann für dieBeiirlheilung der ländlichen Wohnungsverhältnisse nichtdnrchaili maßgebend sein, weil die Fragen nicht zweckmäßig gestellt und oft un- richtig oder lückenhaft beantwortet worden sind." So ivenig also selbst nach bürgerlichem Urtheil die Ergebnisse der Untersuchung bedeuten, so ist doch das wenige vollanf ani- reichend, um darzuthu», daß es um die Wohnungen der Landarbeiter nicht gut bestellt ist. Am schlechtesten wohnen natürlich die Land- arbeiter in den polnischen Gegenden. Aus dem Kreise Filehne wird berichtet:„In den polnischen Dörfern sprechen die Wohnungen allen menschlichen Anforderungen Hohn; sie sind fast als Höhlen zu bezeichiien." Und in der Kolonie Javken im Kreise Jnowrazlaw wohnen die Erdarbeiter direkt in E r d h ö h l e», die einen Nieter unter und einen Meter über der Erde stehen; die Familie wohnt samint Schweinen und Ziegen in einem und demselben Raum, der bei 12 Quadratmetern Fläche 24 Kubikmeter»mfaßt. Welchen Werth hat daS Leben einer SchiffSbcsatznug? Zu diesem Thema wird uns aus Hamburg geschrieben: Van acr Durchfahrt durch den Nord-Ostsee-Kaual werden Schiffe ausgeschlossen, die eine starke Schlagseite ausweisen, da solche Schiffe leicht kentern, wenn sie die Ufer berühren. Schlagseite» werden hervorgerufen durch da? Uebergehen der Ladung»ach einer Seite, das Schiff neigt sich und die Besatzung kann infolge dessen taum in den Kojen liegen. An der Holtenauer Kaualschleuse er- schien der Bremer Dampfer Rheinland mit einer Ladung Holz von Heruoesaud nach Brake bestimmt, konnte aber aus dem eben er- wähnte» Umstände die Schleusen nicht passiren. Der Kapitän»ahm Brnikerkohlen an Bord und dampfte, als ihm auch dann»och nicht die Kanalpassage gewährt wurde, wahrscheinlich mit Zustimmung seines llihederS zum Hafen wieder hinaus. um de» durch Siürme sehr gefährliche» Weg»m Ekagen(Stadl an der Nordküste Däne- inarkS) zu nehmen. Und warum, trotzdem es doch ein Wagniß ist. mit einem seeuntüchtige» Schiff um Skaaen zur Herbstzeit zu fahren? Die richtige Berstaunng kostet Arbeitslohn, geht das Schiff verloren, so giebt es ja die Versicherung, der Rheder bekommt ein neues Schiff. Es wird Zeit, daß die Seeleute vor solchen kapitalistische» Waghalsigteiten gesetzlich geschützt werden. Ter preußische HandelSminister Brefeld hat sich, nach An- gäbe der„Köln. Ztg.", über eine Studienreise, die er>m rheinisch- westfälischen Industriegebiet gemacht hat, u. a. wie folgt geäußert:„In der Kleineisen-Jndustrie habe er mit be> soliderer Befriedigung wahrgenommen, welcbe große Regsamkeit dort entfallet wurde, ivie zuversichtlich man in die Zukunft schaue» löinie und wie gesund die wirthschastlichen Grundlage», insbesondere die Lage der Hausindustrie und der Arbeiterverhältniffe seien." Dazu bemerkt unser Kölnisches Bruderorgnn, die„Rheinische Ztg.": Der Herr Minister dürfte, insbesondere was die Lage der Hans- industrie anbelangt, wohl Potemkin'sche Dörfer gesehe» und darauf sein Urtheil gebildet haben. Hätte er die Dinge gesehen, wie sie sind, so könnte ihm nicht entgangen sei», daß die Ausbeutung jugendlicher Arbeiter und N i n d e r in Rheinland-West- falen in besonders hoher B l ü t h e steht; daß die i» der Hausindustrie beschäftigten Arbeiter trotz eifrigen Schaffens von Man», Weib und Kind in endlos langer Ardeits- zeit( a n m s o viel verdiene», um den nothweiidigsten Lebensunterhalt bestreiten z» können. Auch dürfte ihm nicht entgangen sein, daß im allgemeinen die Arbeitsverhältnisse viel, sehr viel zu wünschen übrig lassen." Den Griffelmacher» der herzoglich meinin zischen Schieserbrüch« war zu Neujahr von der Direktion neben andere» Vergünstigungen eine Lohnerhöhung zngeficherl worden, weil eine Erhöhung der Griffelpreise eingetreten sei. AuS der Lohn- erhöhung ist aber nichts geworden, weil, wie die Direktion angiebt, wegen der Ungunst der allgemeinen Handelsverdältnisse, verbunden mit der Eröffnung»euer Griffelbrüche und infolge des Unterbietens der Preise durch Privatbrüche, der Griffelpreis habe herabgesetzt weeden müsse». Das„Saalfelver VolkSblalt" dagegen sagt: Durch das Hinaussckleppen der Erfüllung des gemachten Versprechens sind eine Anzahl Griffelmacher der herrschaftlichen Brüche (und nicht die schlechtesten) zu dem Einschluß gekommen. durch Eröffnung eigener Brüche lobnendere Arbeit zu suchen. Dadurch ist wohl der Preis der Griffel wieder auf den alten Satz zurückgegangen. Aber was ist die Schuld? Wäre die in'Ans- ficht gestellte Lodn-rhöhung eingetreten, nnd hätte man nicht gerade die tüchtigsten Arbeiter Mit den am geringsten bezahlien'Arbettcn beschäftigt, so wären die Privalbrnche zum großen Tdeil nicht ent- standen. Der Arbeitgeber Staat hat sich durch das Nichtinnehalten seines Versprechens die größien Rachlheil« zugezogen; die Konkurrenz, die. ihm seine früheren Arbeiter als eigene Besitzer machen, wird, gerade weil es die besten Arbeiter waren, sich schon noch deutlich bemerkbar machen. Doch auch dieser Fall zeigt wieder, wie uoth- wendig es ist, daß die Griffelmacher sich orgauisiren. Bestände ein« straffe Organisation der Griffelmacher, dann halten sie sicb eine Verbeffernng der Lohn- und Arbeitsbedingungen erzwingen lönnen. so aber»inffen sie zu allen Vornahmen der Direktion Ja und Amen sagen, oder sie„fliegen". Eine Uiifallversicheruiig für Stiibirende der Chemie und Physik ist an der Universität Heidelberg enigefnhrt worden. Die Versicherung ist obligatorisch. Die PrSinien ru der Höhe von 3 M. für die Theilnehiner au praklischeu Uebungen, und von 10 Pf. für Studirende, die nur chemische und physikalische Erperiineulalvorträge hören, müssen zu Begiiin jedes Seniestcrs be. zahlt werden und gewähren Anspruch auf Eiitschädigung bis zu 2999 M. bei dauernder'Arbciisunjähigkeit des von einem Unsall betroffenen Studirende». Arbeiter-Risiko. AuS Paris wird gemeldet: In den Schieferbrüche n von T r s l a z s wurden vier Arbeiter infolge Reißens des Schachlkorbkabels g e t ö d l e t. Verstttnmlunsen. Ter Vorstand der Orts-Krankciikasse für den Gewerbe- betrieb der Kniifleutc, Handelsleute und Apotheker sendet uns »achstehende Richtigstellung zu:„Die in Nr. 255 Beilage 3 enl- haltene Notiz über die Aufstellung von Kandidaten zum Vorsiande der Ocls-Kraiikeukasse für den Geiverbebeirieb der Kaiifle»!«, Haudelsieule und Apotheker wird dahin berichtigt: I Es handelt sich nicht um einen Beschluß der Orts-Krankeukaffe. 2. Es handelt sich um eine mittels Handzettel eiuberufeue Versammlung du>ch eine nicht mit der Kaffenverivalluug im Zusammenhang stehende Kommission. Mit den Stadtverordneten- Wahle» in Charlottenburg beschäftigte sich eine daselbst am Donnerstag abgehaliene Voile- Versammlung, wo P a u l H i r f ch die Aufgaben. welche den Ver- trelern der Arbeiterklaffe in der Koinmuiialuerwaltung zuialle», ein- gehend erörterte und zum Schluß die Genossen zur rege» Theilnahme sowohl an der Agitation wie an der Wahl selbst anffoiderie. Hierauf berichtete der Stadtverordnete Genosse Beier, daß er beim Magistrat beantragt habe, das sehr ungünstig gelegene Wahl- lokal für den weit ausgedehnten dritten Bezirk zu verlegen, so daß es nämentlich für die weitab wohnenden oder in Berlin beschäfiigien Ar- bester leicbler erreicht werden könne, oder daß andernsalls die Wahlzcit nicht um 7, sondern erst»in 3 Uhr geschlossen werde. Beide An« träge seien abgelehnt worden. Der Redner besprach darauf ver- schiedene Einzelheiten der städtischen Verwaltung und deL EtalS. An Polizeikoste» habe Charlottendurg jährlich 196 179 M. zu zahlen, ohne daß die Stadtverwaitung in Polizei-Angelegenheilen etwas z» sage» habe. Wenn die Polizei der Stadt so viel koste, dann sei das Verkangen, die Polizei der Stadtverwaltniig zu unterstelle», wohl berechtigt. Seit Jahre» habe sich die Stadt ver- gebens bemüht, die Wasserwerke in eigen» Regie zu nehmen. Jinmer seien diese Versuche an dem Wider- stände der Aktionäre der Wasserwerke gescheitert. Ein neuerdiiigs unternommener Versuch, bezüglich des zwischen der Stadt und den Wasserwerken bestehenden Vertrages, die letztere zur Ueber- gäbe an die erstere zu zwinge», habe sich als aussichlslos er- wiesen. DaS städtische Rieselfeld sei seinerzeit auf einem Gelände angelegt worden, welches>» geringer Tiefe eine Lehin- und Thon- schichl emhalte, die die Rieselwäffer nicht durchlasse, weshalb dieselben die tieferliegeiiden Nachbarfelder überschweminten. Infolge dessen mußte mit einem Kostenaufwand von 35 595 M. ein Abzugsgraben hergestellt werde». Ein zweiler Graben. der sich ans der anderen Seite des Rieselfeldes »öthig mache» werde, iviirde etwa 299 999 M. kosten. Diese AuS- gaben wären der Stadt nicht erwachsen, wenn vor Anlage des Rieselfeldes das Gelände eingehend nulersucht worden wäre. Auf dem Gebiet der Arbeiterfürsorge lasse die Sladtverwaltung manches zu wünschen. Die Arbeiter auf den Rieselfelder» hätten ein Jahres- elukomiiien von nur 969 M. Ein Antrag der sozialdemokraiischeii Stadtverordnelen, den 15 Kanalisationsarbeilern eine Lohuzulage vou jährlich 59 M. zu gewähren, sei abgelehnt worden. Das in Berlin bisher vergebens gestellte Verlangen nach einem polizeilichen Verbot der Beschäfligung von Schulkindern vor der Schulzeit be- stehe für Charlottenburg in Gestalt eines Regierungspräsidial- Erlasses gewissermaßen in seine» ersten Anfängen; allerdings nur auf dem Papier, denn von der Ausführung des Erlasses sei nichts zu merken. Der Redner besprach noch eine Reihe anderer kam- inmmler Angelegeiiheiien und zeigte, daß auch in Char- lottenburg noch sehr viel anf dem Gebiet der ftädii- schen Arbeiterfürsorge zu thun sei. Bis jetzt sitzen nur zivei. sozialdemokralische Vertreter in der Stadtverordneien- Versammlung Es sei durchaus nolhweiidig, daß die Parteigenossen bei der bevorstehenden Wahl mit aller Kraft dahin wirken, daß die Zahl der„Rothen" im Ralhhause vermehrt werde� Deinselbe» Ge« danken gaben»och mehrere Redner Ausdruck. Sie iviesen unter andere» darauf hin, daß die Freisiiuiigeu eine lebhafte WahlagilaHo» enifalte»; das möge auch die Arbeiier veranlassen, auf dem Posteu zu sei», damit ihne» der Wahltag zu einei» SiegeStag werde. Depeschen und letzke Mncheichken. Köln, 5. November. Der Besitzer deS Kaiser-Cafö's, Hecht. sollte wegen Meineids verhaftet werden. Er bat den Kriininal» Kommissar, das H»»id wechseln zu dürfen nud entfloh. Die Spur Hechi's ist bisher nicht anfgefmide» worden.— Wie», 5. Nov.(W. T. B.) Gemeiuderalh. Vogler protestirt im Namen der Liberale» auf das heftigste gegen die Voikonimmff« der letzten Sitzung,»amenilich gegen den Versuch des Bürgermeisters Lneger, die von der Sitzung ausgeschlossenen Gemeinderäihe durch Aintsdieiier enlferne» lassen zu ivollen, nnd gegen eine Be- schiinpjniig der Geuieinderälhe durch den Bürgermeister. Bürger- meister Lneger schließt den Gemeiuderalh Bogler wegen Beleidigung des Borsitzeiide» von zwei Sitzniigen aus und erklärt gegenüber dem Verlangen, die Ausschließung ziirückzunebme», er könne diesem Ver- langen nicht nachkomnien, er wolle jedoch eine Mildernng eintreleii lassen, wenn der beleidigende Vorwurf ans der Erklärung Vogler's ausgemerzt werde. Die liberalen Genieinderälhe veilasse» hierauf de» Saal und beschließen, mit Vogler sich solidarisch zu er- kläre» und auch der nächsten Sitzung seriizubleiben. Wie», 5. November.(W. T. B) Der Minister des Au?- wärlige», Gras Goluchoivski, iit heute Zlbend in Begleitung des SektionSralhs Merey v. Kodzodmere»ach Monza abgereist. PariS, 5. November.(W. T. V) Vertreter der Kolouial- gruppe der Kammer und der hervorragendste» Kolonialvereine über- reichte» dem HaiidelSiniiiister Boncher daS Gesuch, es möge im Jahre 1999 eine besondere, möglichst großartige Kolonialausstelluug veranstaltet iverde». Als Platz der Kolonialausstelluug wurde der Park vou St. Cloud i» Aussicht genoimne». London, 5. November.(„Franks. Ztg.") Dr. P e t e r s wird, wie hier verlantel. im Dezember England verlasse» und sich aus zwei Jahre nach Südafrika begebe» und Rhodesrn sowie daS portugiesische Südafrika bereise». Tromsö, 5. November.(W. T. B.) Die„Victoria" mit der Spitzbergen-Expedition ist heute Voruiittag 9Vz Ubr in See ge- gangen. Hier herrscht Regenwetter bei starkem Weft-Süd-West- wind. Verlag vou Max Babing in Berlin. Hierzu T Beilagen. �Verantivorllicher lliedakleur: Aiignst Jarobry in Berlin. Für den Jnseratentheil veranlwvrttich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Nr. M. 14. ZahrgliH. I. Ktilaze i>rs„WwW" Kcrlm UcksW. Zomatti», K. Nsomder 1837. Für die am Montag, den 8. November, stattfindenden Ergnnzungswahlen für die Stadt- Verordneten-Versammlung find von unserer Partei die folgenden Kandidaten aufgestellt: 3. Wahlbez.: Stadtverordneter Paul Singer. Cigarrenfabrikant Otto Antrick. Tischler K. Koblenzer. Stadtverordneter Paul Singer. Stadtverord. Arthur Stadthagen. Tischler Undolf Millarg. Stadtverordneter Paul Singer» Stadtverordneter Julius Werna«. Stadtverord. Kernhard Krüns» Stadtverord. Kernhard Krüns. Schneider Johannes Timm. Stadtverordneter K. Korgmann. Gastwirth Christian Kilgenfeld. Rechtsanwalt Wolfgang Keine. Das Deichsgevichks Mvkhvil gegen Uiebkneetzk liegt jetzt im Worllnut vor. Bei der Bedeutung dieses UrtheilS für die Forlschritte juristischer Zluslegekuust geben wir es hier vollständig wieder: Im Namen des Nciches 1 In der Sirafsnche gegen den Schriftsteller und Neichstags-Abgeordneten Wilhelm Liebknecht zu Charlotlenbnrg. wegen Majestälsbeleidiguiig. hat das Reichs- gericht, vierter Strafsenat, in der öffentlichen Sitzung vom IL. Oktober 1897, an welcher thcilgenomme» haben: als Richter: der Präsident Dr. F r e i e s l e b e n und die Reichsgerichtsräthe Dr. Freiherr v. B n l o w, Zander, Horten, R e i ch a r d t, Brannbehrens, Hesse, als Beamter der Staatsanwalt- schaft: der Rcichsanwalt Treplin, als Gerichtsschreiber: der Oberfekretär Glaesemer, nach mündlicher Verhandlung für Recht erkannt: die Revision de? Angeklagten gegen das Urtheil des königlich preußischen Landgerichts zu'Breslau vom 14 No- veinber 139ü wird verworfen; die Kosten des Rechtsmittels werden dem Beschwerdeführer auserlegt. Von Rechts Wegen. Gründe: Nach den Feststellungen der Vorinstanz standen die den Gegen- stand der Anklage bildende» Aeußerungen deZ Angeklagten in Beziehung zu einer früheren Rede des Kaisers, durch die sich die sozialdemokratische Parteileitung getroffen fühlte; sie sollten eine Gegen- knndgebnng gegen jene kaiserlichen Worte sein. Die Aeußerungen des Zlngeklagten ginge» dahin:..Unter dem Schutze der höchsten Staatsmacht ist der Partei der Fehdehandschuh hingeworfen worden, der Fehdehandschuh zum Kampfe auf Leben nnd Tod. Wohlan, was die Beleidigung unserer Partei betrifft, so stehen wir so hoch, daß die Kothwürfe— kommen sie woher sie wollen— nicht an uns heranreichen." In dem ersten Satze findet die Vorinstanz keine Majestätsbeleidigung, weil er die Deulnng zulasse, daß damit nur gesagt sein sollte: dritte Personen hätten sich, an die nicht kritisirbaren Kaiserworte anknüpfend, ihrer zur Einkleidung eigener Beleidigungen bedient. Dagegen hat nach der Ueberzeugung der Strafkammer der zweite Satz der Aeußernng in den Zuhörern die Meinung hervorgerufen, daß anch dem Kaiser selbst zur Last gelegt werde, mit Koth auf die Partei geworfen zu haben. Wie die Straf- kammer anSsührt, n>» ß t« sich den Hörern der Rede— namentlich bei ihrer Parteistcllung und der ihnen bekannten antimounrchischeu Richtung des Angeklagten— die Ansicht aufdrängen, daß die Aeußernng de? Angeklagten sich gegen den Kaiser richte; selbst in einem politisch unbefangenen Hörer in u ß t e nach der Ansicht deS Richters durch die Worte des Angeklagten die Vorstellung hervor- gerufen werden, daß der Kaiser die Sozialdemokratie mit Koth be> worfen habe. Die Vorinstanz stellt weiter fest, daß die Aenßerung, in diesem Sinne verstanden, eine gegen den Kaiser gerichtete Kund- gebung der Mißachtung enthalten habe; der Angeklagte sei sich auch de? ehrenkränkeuden Charakters der Aeußernng, bei Beziehung der- selben auf den Kaiser, wohl bewußt gewesen; er habe ferner gewußt, daß die Hörer die Aeußernng auf den Kaiser beziehen könnten, sei niit diesem Erfolge einverstanden gewesen und habe ihn eventuell gewollt. Auf grnnd dieser Feststellungen, deren t h a t s ä ch l i ch e Nichtigkeit vom Revisionsgerichte nicht zn untersuchen ist, hat die Strafkammer den Angeklagten mit Recht wegen Majestälsbcleidignng vernrtheilt. DieRevision bemängelt dieBegründung des Urtheils als„in sich widerspruchsvoll". Es kann jedoch ein innerer Widerspruch nicht darin gefunden werden, wenn die Vorinstanz davon ausgeht, der e r st e der beiden vom Augeklagten gesprochenen, oben mitgetheilten Sätze sei nicht nothwendtg aus den Kaiser zu beziehen, wohl aber richte sich der zweite nicht blos gegen dritte Personen, sondern auch gegen den Kaiser und erhebe gegen ihn den Vorwurf, daß er zu denen gehöre, die die sozialdemokratische Partei niit Koth beworfen hätten. Dieser verschiedenen Deutung des Sinnes und der Trag- weite der beiden aufeinanderfolgenden, in der Fassung nicht überein- stimmenden Sätze stand die„logische Beziehung" der beiden Aeußerungen in keiner Weise enigege». Ferner soll nach der Bc- bauptung der Revision ein Widerspruch darin liegen, das der erste Richter vorsätzliches Handeln(Eventualdolus) des Angeklagten für bewiesen erachte, obgleich ausdrücklich festgestellt worden, der An- geklagte habe sich bestrebt, feine Worte so zu wählen, daß eine Ver- folgung wegen Majestätsbelcidigung auSgeschloss-n sei. Auch hier ist ein innerer Widerspruch nicht ersichtlich. Nach Ausweis der Urtheils- gründe war vom Angeklagten geltend gemacht worden, daß er vor der Rede jedes Wort reiflich überlegt habe, weil er gerade durch die gewählte Fassung jeder Majestätsbeleidigung habe auS dem Wege gehen wollen. Dieser letzteren Angabe hat jedoch die Vorinstnnz keinen Glanben geschenkt, vielmehr nur fest- gestellt, daß der Angeklagte feine Worte wohl durchdacht habe und bestrebt gewesen sein möge, seine Worte so zn wählen, daß eine Verfolgung wegen Majestätsbeleidigung ausgeschlossen� sei. Danach hat der Angeklagte nicht der Begehung einer MajestälS- beleidigung, sondern den strafrechtlichen Folgen derselben aus dem Wege gehen wollen. Die? stand aber keineswegs der An- »ahme entgegen, daß der Angeklagte mit dem Bewußtsein handelte, der Sinn seiner Aenßerung jkönne, Irotzlder vorsichtig gewählten Worte, von den Hörern dahin verstanden werden, daß auch der Kaiser zn denen zu rechnen sei, die die Partei mit Koth beworfen hätten. Denn der Begriff der Beleidigung setzt nicht voraus, daß rohe oder beschimpfende Worte gebraucht oder die Personen, gegen oie der Angriff sich richtet, direkt und ausdrücklich bezeichnet werden. Alles kommt auf den Sinn der Aeußernng an. Enthält diese in einer für Andere erkennbaren Weise eine vorsätzliche Kundgebung der Mißachtung, so liegt eine strafbare Beleidigung vox, mögen anch die Worte noch so unbestimmt gewählt sein. Um- gekehrt kann gerade die wohlberechnete vorsichtige Ausdrucks- weise gegenüber dem deutlich erkennbaren beleidigenden Inhalt einer Aenßerung unter Umständen dem Richter die volle Ueber- zeugung von dem Vorhandensein des Beleidigungsvorsatzes vcr- schaffen. Es ist unerfindlich, weshalb es dem 3i i ch t e r verwehrt sein sollte, die„wohldurchdachten" Worte in demselben Sinne zu verstehen, wie diejenigen sie verstanden haben und verstehen sollten, an die sie sich richteten. In maleriellrechtlicher Beziehung rügt die Revision Verletzung des H 9S des Strafgesetzbuches. Die Ans- sührungen des ersten Richters lassen jedoch eine» Rechtsirrthnm nicht ersehen. Jede Beleidigung, also auch die Majestälsbeleidiguug, setzt eine vorsätzliche Kundgebung der Mißachtung voraus. In dem Begriff der Kundgebung liegt aber, daß die Aeußernng Anderen zur Kenntniß gelangt. Insofern muß also die Aeußernng, d. h. die Handlung des Thäters, einen Erfolg haben, und dieser muß auch von dem Vorsätze des Beleidigers inufaßt sein. Ist ferner die Aeußernng nicht klar und bestimmt, sondern bewegt sie sich in An- denlungen, Umschreibungen, unbestimmt gehaltenen Ausdrücken, so erfordert der Begriff der Kundgebung auch, daß die Worte in ihrem wahren Sinne von demjenigen, der Kunde von ihnen erhielt, ver- standen worden sind, und auch hierauf muß der Vorsatz des Ur- heders der Aenßerung sich richten. Handelt es sich also um eine MajestälSbeleidigung, so muß der Thäter mit dem Bewußtsein handeln, daß die Beziehung der Aenßerung aus den Kaiser, den Landesherrn pp. von den Anderen, denen die Worte zur Kunde ge- bracht werden, erkannt werden müsse und könne.(Vergl. Entscheidung Band 13, Seite 137.) Mit Stecht hat daher die Vorinstauz geprüft, ob der Angeklagle sich bewußt gewesen sei, seine Zuhörer würden die inkriminirte Aeußcruug dahin verstehen, daß dem Kaiser der mehrerwähnte beleidigende Vorwurf gemacht werde. Der erste Richter ist bei dieser Prüfung zu der Ueberzeugung gelangt, daß der Angeklagte diesen Erfolg, der lhatsächlich eingetreten, als möglich vorhergesehen, mit demselben auch einverstanden gewesen sei und ihn eventuell gewollt habe. Darin liegt die Feststellung des vom Gesetze erforderten vorsätzlichen Handelns. Daß der erste Richter hierfür an einer Stelle der Urtheilsgrllnde den Ausdruck „Eventualdolus" gebraucht, ist rechtlich unbedenklich. Denn überall da, wo das Strafgesetz nur vorsätzliches Handeln, nicht aber eine bestimmte Absicht des Thäters erfordert, ist es gleichgiltig, ob er den eingetretenen Erfolg seiner Handlung mit Bestimmtheit vorhergesehen oder ihn nur als möglich erkannt, gleichwohl aber in seinen Willen aufgenommen hat und mit der Verwirklichung auch dieser Möglickckeit einverstanden gewesen ist. Ob dieser letztere Fall als dolus indirectus, indeterminatus ober, wie es gegenwärtig und auch von Alters her üblich, als Eventualdolus bezeichnet wird, ist ohne jede praktische Bedeutung; der direkte wie der indirekte oder Eventualdolus fallen beide in gleicher Weise unter den Begriff des vorsätzlichen Handelns. Dies entspricht auch der konstanten Rechtsprechung des Reichsgerichts; die Vorinstauz hat sich völlig zu- treffend auf die von ihr zitirten Ilrtheile, insbesondere das in Band 16 Seite 363 der Entscheidungen in Strafsachen veröffent- lichte bezogen.(Vergl. außerdem Entscheidungen Band 18 Seite 167, Band 21 Seite 426.) Die Revision erhebt schließlich auch eine Prozeßbeschwerde, indem sie rügt, daß ausweislich des Protokolls weder die Gründe des von de» Zuhörern dem Augellagten ge- spendeten Beifalls, noch die Motive, ans denen die Preßorgane die inkriminirten Worte nicht abgedruckt haben, zum Gegenstande der Beweisaufnahme und der Verhandlung gemacht worden seien. Die Rüge kann keinen Erfolg haben. Der erste Richter hat in dem an- gesochlenen Urtheile, und zwar, wie er ausdrücklich bemerkt, auf grund der Hauptverhandlung die Thatsachen festgestellt, daß gerade der Satz der Rede des Angeklagten, in welchem von dem Koth- werfen die Rede ist, bei den Zuhörern lebhaften Beifall gefunden habe, nnd daß, wie der Angeklagte zngeslanden habe, eben dieser Satz von den sozialdemokratischen Parteiorganen nicht veröffentlicht worden sei. Zu einer besonderen Beweisaufnahme und Verhandlung über die Gründe, ans denen die Zuhöre� Beifall spendeten, oder die Motive, ans denen die sozialdemokratischen Parteiorgane die Publikation unterlassen haben, war die Vorinstanz prozeffual nicht verpflichtet, wenn sie schon ans den festgestellten Thatsachen an sich auf den Grund des Beifalls und die Motive des Verhaltens der Preßorgane schließen zu können glaubte. Ob der erste Richter die gedachten Umstände in ihrer Bedeutung für das Beweisergebniß richtig gewürdigt hat, ist vom Revisionsgerichte nicht zn nntersuchen. Uebrigens ist der Revision anch nicht darin beizutreten, daß sie meint, aus dem Sitzungsprotokolle ergebe sich, daß über die Gründe des von den Zuhörern gespendeten Beifalls und die Motive des Unterlassens der Publikation nicht verhandelt sei. Das Ergebniß der Vernehmungen braucht in Sadien, die in erster Instanz vor der Strafkammer verhandelt werden, durch das Sitzungsprotokoll nicht festgeftelll zu werden: es kann daher im vorliegenden Falle auch nicht aus dem Protokolle entnommen werden, daß der Angeklagte n» r die Erklärungen abgegeben hat, welche im Protokolle ver- zeichnet sind. Hiernach war da? Rechtsmittel zu verwerfen. gez. Dr. Freiesleben, v. Bülow. Zander. Horten. R e i ch a r d t. B r a u n b e h r e n S. Hesse. Vommunates. Ten Lehrern und Lehrerinnen, welche an hiesigen Privat- Knaben- und Mädchenschulen unterrichten, soll bei ihrer Anstellung im städtischen Dienst diese Thätigkeit bis z» drei Jahren in An- rechnung gebracht weiden, in welchen sie voll beschäftigt waren. Diesem von der städtischen Schuldepntation gestellten Antrage hat das Magistratskollegium zugestimmt und wird hierzu die Genehmigung der Stadlverordneleu-Versammlung nachsuchen.— Dem Beschlüsse der Stadtverordneten-Versammlung entsprechend hat das Magistratskollegium beschloffen, über die vom Stadtv. B o r g m a n n in der Versammlung gestellten drei Anträge Erörte- rnngen anzustellen: l. darüber, welche Einrichtungen zu treffen sind, um die Beseitigung der s l i e g e n d e n Klassen und eine Herab- setzung der Maximal- Schülerzahl für die einzelnen Klassen der Gcmeindeschnleii zu erniöglichcn, 2. über Einführung des achlllassigen GemeindeschulshstemS, 3. darüber, ob zu gunsten einer gedeihlicheren Ausbildung der geistig zurückgebliebenen Schulkinder Hilfs- oder Sonderklassen oder andere Einrichtungen zn treffen sind. Tic städtische Verkehrs-Tcpntation. welche vom Vorfitzenden Bürgermeister Kirschner zu einer Sitzung nni Sonnabend eingeladen ist, ivird sich u. a. mit einigen wichtigen Projekten von allgemeinem Interesse beschäftigen. In erster Reihe wird der vom Stadt-Baurath Krause vorgelegt« Plan zur Ausgestaltung deLBerlinerStraßen- bah nuetzes, welcher von der Snbkommission mit geringen Aende- rungen empfohlen wird, zur Berathung und Beschlußfassung ge- langen. Ferner liegen zur Berathung und Beschliißfaffung vor: I. Eine Petition wegen Einstellung von Früh wagen auf der Linie der Großen Berliner Pferde- Eisenbahn- Gesellschaft Alexanderplatz— Moritzplatz; 2. ein Antrag der Große» Berliner Pferd«- EisenbahngeseUschaft wegen theiliveiser Auswechselung der gegenivärtig im Gebrauch befindlichen Haltestellen-Tafeln gegen solche mit Zeitungsaulomaten versehene; 3. ein Antrag de?„Schlesischen Thor-Bezirksvereins" w e g e n A n l e g u n g einer Dampfer- Anlegestelle im Zuge der Bevern- resp. Pfuelftraße; 4. ein Antrag wegen Aufstellung von F a h r r a d-?l u t o m a t e n auf öffentlichen Plätzen; V. ein Antrag wegen Ausführung einerTiefbahn- Probe st recke u. a. m. Ter Vorstand des Bezirksvereins Berlin und Umgegend des deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Ge- tränke hat sich an den hiesigen Magistrat mit dem Ersuchen um eine Unterstützung gewendet. Der betreffende Vorstand will es durch Sammlung unter den Einwohnern Berlins und seiner Vororte ver- suchen, die Mittel zur Errichtung einer Trinkerheilanstalt für Berlin und seine Vororte zusammenzubringen. Bevor der Magistrat dem Verein Unterstützungen zu theil werden läßt, verlangt er, daß die Erfolge der geplanten Heilanstalten nachgewiesen werden. Das vom Stadtbanrath Hoffman» aufgestellte Projekt zum Bau des IV. städtischen Krankenhauses unterlag gestern der Beschlnßfassuug des Magistrats. Die Einzelskizzen, soweit dieselben die Genehmigung der städtischen Baudeputation und der Kranken hauSdeputation gefunden haben, wurden nicht beanstandet.— Eine Aeuderung gegen den ursprünglichen Psan'. kommt nur insoweit in betrachl, als von der Krankenhansdeputalion beschlossen worden ist, die von der Polizei als Geschlechtskranke zur Zwangsheilung eingelieferten Personen nicht in das neue Krankenhaus aufzunehmen, sondern»ur Fürsorge für freiwillig sich meldende. Kranke zu treffe» nnd zu diesem Behuf« 360 Betten für haut- lind geschlechtskranke Männer und 166 für solche Frauen einzurichte». Die Station für Geschlechtskranke im städtischen Obdach soll hiernach ans Ersparniß- und Vcrwaltungsrücksichte» auch serner' daselbst verbleiben. Nachdem die Räume in der städtische» Markthalle in de« Zimuierstraße zur Ausnahme der M a g i st r a t s- B i b l i o- t h e k als geeignet erachtet worden sind und daher die Unterbringung derselben in dem neu zu erbauenden Märkischen Provinzialmuseum ausgeschlossen ist, so hat das Magisiralskollegiu»> das definitive Projekt für das Museum, wie es seinerzeit vom Stadtbauratl, Hoffmann vorgelegt worden war. nunmehr so genehmigt und wird dasselbe zur Beschlußsassung der Stadtverordneten> Versammlung vorlegen._ Lokelles. Parteigenossen im zehnten Koinmnnal-Wahlbezirk, welch« am Sonntag, den 7. November, bei der Flugblattverlheilung helfen wollen, mögen sich morgens 7>/s Uhr bei Kitzing, Bellealliancestr. 74a und bei Lüdke, Zoffenerstr. 10 einfinden. Diejenigen Genossen, ivelche am Tage der Wahl thätig sein wollen, müssen sich morgens 3 Uhr bei Lüdke, Zoffenerstr. 10 melden. Das Komitee. Parteigenosse», welche im 19. Wahlbezirk bei der am Montag stattfindenden Stadtverordnete»wähl behilflich sein wolle». werde» ersucht, sich bei Sandrock. Slallschreiberstraße 12», und Richter, Dresdcnerstr. I0S, zu melden; wer im 21. Bezirk sich de- theiligen ivill, wolle sich bei W ö r» e r. Kürassierstr. 10», und bei Lenz, Alte Jakobstr. 69, melden. Ten Parteigenossen dcö Z4. Kommnnal-WahhlbezirkS zur Kenntniß, daß am Sonntag Mittag 12 Uhr und am Montag Abend 9'/» Uhr i» Hensel's Salon. Jnvalidenstr. la, Versammlungen dieses Bezirks stattfinden. Siehe Jnseratentheil. Den Parteigenossen des ersten Berliner Reichstags« Wahlkreises theilen ivir mit, daß am Montag, den 3. No« vember, abends 3r/s Uhr, eine W a h l v e r e i n s- V e r» sammlung bei Slabernack, Jnselstr. 10, stattfindet. Da in dieser Versammlung das Wahlresultat bekannt gegeben wird, ersuche» wir die Genossen, zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. Achtung, zweiter Wahlkreis. Am Sonntag Abend 6'/, Uhr findet bei Znbeil. Lindenstr. 106, eine öffentliche Versammlung statt,! in der Genosse Dr. Borchardt über die Werththeorie von Karl Marx spreche» wird. Die Vertrauensperso». Achtung! 4. Wahlkreis. Südost! Die Parteigenossei, werden ersucht, sick) zu der am Sonntag, den 7. November, früh 7h'e Uhr stattfindende» F l u g b l a t t v e r b r e i t u n g in folgenden Lokalen einzufinden: Erbe, Cnvriistr. 2b, S t a d c l m a n n, Falkenstein« straße 7. Bayer. Wrangelstr. 131, Bieberstein, Lansitzcr Platz 12 a. Tolksdorf, Görlitzerstr. 58, G o lz, Grünauerstr. 3, S e i d l e r, Ratiborstr. 16. In diesen Lokalen liegen zugleich die W ä h l e r l i st e n zur Einsichtnahme aus. Diejenigen Parteigenossen, ivelche geivillt sind, am Tage der Wahl sich in den Dienst der Partei zn stellen, haben sich am Montag, den 3 November, früh 7>/s Uhr, im Zentralbureau bei Tolksdorf. Görlitzerstr. 53, zn melden. Parteigenosse» dcö 6. Wahlkreises, welche gewillt sind, sich an der am Sonntag früh stattfindende» Flugblattverbreitiing zu belheiligen, werden ersucht, sich an dem betreffenden Tage früh 8 Uhr in folgenden Lokale» zu melden: F r. L i e tz k e, Schwedter- straße 33, für den 32. Wahlbezirk; E. Dicke, Ackerstr. 123, für de» 34. Wahlbezirk; E. Ernst, Schwartzkopffstr. 11. für den 38. Wahl« bezirk; I o h. Pfarr, Puttlitzstr. 10. für den 40. Wahlbezirk. Diejenigen Parteigenossen, welche am konimende» Montag, den 3. November, bei der Siadtverordneten-Wahl Hilfe leisten wollen, werden gebeten, sich am Montag früh 3 Uhr in folgenden Lokalen zu melden: Joh.gPsarr. Puttlitzstr. 10, für den 40. Wahlbezirk;. E. Erust, Scywartzkopffstr. 11, für den 33. Wahlbezirk; E. Diele, ülckerstr. 123, für den 34. Wahlbezirk; Brauerei Pfefferberg, Schön- hauser Allee 173, für de» 32. Wahlbezirk. Genossen, welche nicht den ganzen Tag feiern können, iverde» ersucht, wenigstens in den Nachmiltagsstunde» sich de» Wahlkomitee's zur Verfügung zu stellen, damit nicht etwa aus Mangel an hilfsbereiten Genossen die Agitation an diesem Tage unterbrochen werden muß. Die für gestern in Fenerstein's Festsälen anberaumte öffent« liche Versammlung ist polizeilich untersagt worden. Die Versamm-e lung findet daher heute Abend 9 Uhr in den Arminhallen, Kom- uiandantenftr. 20, statt. Genosse Alphons Borchardt wird über das- Thema:„Die Handlungsgehilsen und die Stadtverordnelenwahlcn" reseriren.-- Mit einem große» Unternehmen gegen de»„Vorwärts" hatte sich gestern die Polizei auf richterliche Bersügung hin zu be« fassen. Dem Verleger unseres Blattes, einer Anzahl Expeditions- beamlen, sowie auch dem Hausdiener der Expedition ivnren Bor- ladnngen zugestellt worden, wonach sie sich am Freitag Morgen ansi dem bekannten Zinuner 203 des Polizei-Präsidial-Gebändes einfinden sollte». Voller Erwarluug, was den» großes im Spiele sei, begaben sich die Vorgeladenen nach dein Alexander-Platz, nllivo ihnen die Mitlheilnng gemacht wurde, daß verschiedenen Unteroffiziere in Neufahrwasser Exemplare der am 1. September erschienenen Nummer unseres Blattes zugestellt worden seien, in der ein Artikel sich mit der Lage der Unteroffiziere befaßte. Ob einer von den Expeditionsbeainle» unseres Blattes sich vielleicht der in der Zn- seudung liegenden Straflhat schuldig gemacht habe? Unsere zu diesem Verhör aufgebotenen Parteigenossen tonnten mit gutem Ge- wissen versichern, daß sie für eine politische Agitation tn der Armee, ganz gleichgiltig ob sie von sozialdemokratischer oder reaktionär- ordnungsparteilicher Seile ausgehe, sich grundsätzlich nicht begeisterten und schon aus diesem Grunde mit der Angetegenheil in keinerlei Beziehung stände». Die Vernehmung halte ein völlig negatives Resultat. Das Kondertiren von Flugblättern»inter polizeilicher Auf» sichl hat sich am Donnerstag, de» 4. November, abends von 9 Uhr ab zugetragen. Der Vertrauensniani, der tliosenthaler Vorstadt und vom Gesuudbruiiiieii hatte sich eine Anzahl Genossen zm» Falzen und Kouverlire» der Flugblätter für den 34. Koi»iiul»al-Wahlbez>rk nach dem Viktoria- Garten in der Badstraße geladen. Damit aber seitens der Behörde hier«» nicht eine unangemeldete, von mehreren Personen zusammengesetzte nnd zu gemeinschaftliche» Zwecken in Verbindung getretene Versammlung erblickt werden könnte, wurde- die Flugblattangelegenheil als eine„Besprechnng geladener Personen" polizeilich angenieloet. Zur festgesetzten Zeit erschiene» denn anch ein i Wachtmeister und cin Schutzman». Doch welche Verwundernng ricfi es bei den Beamten hervor, als sie sahen, mit was für einem Eise« die Genoffen bei der Arbeit waren. Die Beamten, welche den Be« fehl hatten, i» der Versammlung bis zu Ende zn verweilen, lang-. weilten sich»ngemein; unseren Genosse» hingegen verging die Zeit! so schnell, daß sich alle wunderten, als es schon nach 1 Uhr nachts geworden n»d die Arbeit immer noch nicht zu Ende wor. Noch beendigter Konvertirnng begann eine Besprechung über das Atbeiten am Wahltage; sodann erfolgte der Schluh der Sitzung. Beim Ver- lassen des Lokals wurde noch ein Beamter in Zivil beobachtet, welcher höchstwahrscheinlich die ganze Zeit über auf dem Hofe Posto gefaßt hatte. Die städtischen Fortbild, niflSschiilen für Jü»gli»ge sind 1896/97 wesentlich besser besucht gewesen als 1895/96. Betrachtet man jedoch einen größeren Zeitraum und geht dabei mindestens bis auf 1891/92 zurück, so zeigt sich, daß das Ergcbniß des Jahres 1896/97 noch keineswegs ein glänzendes genannt zu werden verdient. Es war die Zahl der Theilnehmer belegten Kurse Sonnner Winter Somnier Winter 1891/92... 7106 7733 12 087 13 474 1392/93... 7326 7739 11071 12239 1893/94... 6719 7267 11327 12 773 1394/95... 6950 7369 12 013 12 539 1395/96... 6673 7463 11106 12 689 1896/97'.. 7325 8069 11587 13 473 Die Zahl der Theilnehmer war also im Sommer des Schul- jabres 1896/97 erst wieder so hoch wie in dem des Schuljahres 1892/93, während sie dagegen im letzten Winter höher war als je zuvor und auch die bis dahin höchste Zahl der Winter 1891/92 und ,'1892/93 übertraf. Die Zahl der von diesen Theilnehmern belegten Kurse ist im letzte» Jahre ebenfalls gegen das Borjahr gestiegen, aber sie war im Sommersemester doch immer noch niedriger als fünf Jahre früher, und auch im Winter ging sie über die bereits vor fünf Jahren erreichte Höhe noch nicht wieder hinaus. Eigeut- lich ist es ja selbstverständlich, daß die Frequenz jetzt bedeutend höher fei» müßte als zu Anfang der 90er Jahre. Die Einwohner- zahl Berlins ist seitdem gestiegen, und daneben ist die Gelegenheit zur Theilnahme am Fortbildungsuntcrricht durch Vermehrung der Schulen, Lehrfächer und Kurse erweitert worden. Wenn trotzdem die Fortbildungsschul-Frequenz in ihren absoluten Zahlen heute immer noch nicht günstiger als vor fünf Jahre» ist, so kommt das einem Rück- schritt gleich. In„freisinnigen" Kreisen thut man so, als hänge das Gedeihen der Fortbildnngsschulen von der ferneren Beibehaltung des Prinzips der freiwilligen Theilnahme nb. Nu», die Hebung der Frequenz hat unter diesem Prinzip bisher recht laug- faine Fortschritte gemacht. Es ist klar, daß die Fortbildungsschule» in ihrer Entwickelung gehemmt werden und ein Halbes bleiben .müssen, so lange die Theilnahme freiwillig ist, d. h. in das Belieben 'der meist noch in Lehrlingsstellung befindlichen jungen Leute 'und— ihrer Lehrherren gestellt ist. Wäre die Theilnahme obligatorisch, so würden den Schulen nicht nur szahlreichc .junge Leute zugeführt werden, die heute nichts für ihre Fort- bildung thnn trollen oder dürfe», es würde sich der Unterricht r>uch für den einzelnen Theilnehmer viel erfolgreicher als heute ge- stalten können; den» eS versteht sich von selbst, daß die Einführung 'einer Verpflichtung zur Theilnahme über kurz oder laug auch die Verlegung des Unterrichts vom Sonntag und von den Wochentags- Abende» auf eine dem Unterrichlszivecke förderlichere Zeit zur Folge haben müßte. Die obligatorische Fortbildungsschule, die dem Ber- liner„Kommnualfreisinn" noch ein Greuel ist, hat sich da, wo sie -bereits eingeführt ist, durchaus bewährt. Allerdings kostet sie mehr als die fakultative Schnle, aber in Bildungsfragcn sollte dieser Punkt erst in letzter Linie in betracht kommen. Ucber die Tuberkulose unter de» Handschuhmachcr» macht Dr. Mode in der„Allg. med. Zentral-Zeitung" einige bemerkenk- werthe Mittheilungen. Nach denselben erkrankten in der Orts- Krankenkasse der Handschuhmacher in Berlin im Jahre 1896 von 500 Mitgliedern 127, darunter 91 a» inneren Krankheiten. Bon letzteren betrafen 21(23 pCt.) die Athmungsorgane, und davon wären 17 Lungenschwindsucht. Die Berichte über die Leichen- öffnnngen ergaben ferner 50 pCt. Todesfälle an Tuberkulose, wa? mit den Angaben von Dr. Hannover aus dem Friedrichs- und Allgemeinen Hospital in Kopenhagen übereinstimmt, nach welchen von 16 verstorbenen Handschuhmachern 8 an Lungeuschwindsucht ver- starben--- 50 pCt. Das mittlere Lebensalter der an Schwindsucht gestorbenen Handschuhmacher betrug 35 Jahre. In den von Mode zusammengestellten Fällen wurde der älteste schwindsüchtige Handschuhmacher 33 Jahre alt. Nach K a y s e r starben unter 40 000 Lebenden von Handschuhmachern 84 an Tuberkulose; sie wurden hierin nur übertroffen von den Steinarbeitern(1591, Buch- druckern(105), Kellnern(93), Buchbindern(92) und Zigarren- arbeitern(82). Andere im allgemeinen als gefährlicher geltende Berufe wiese» eine geringere Sterblichkeit an Tuberkulose auf, so die Schneider(68), Metallarbeiter(53). Holzarbeiter(33) rc. Fragt man nun nach der Ursache dieser Erscheinung, so ist dieselbe theils inner- halb, theils außerhalb des Berufes zu suchen. In ersterer Beziehung spielt die Hauptrolle der Staub, der bei der Arbeit entwickelt wird. Derselbe entsteht beim Sortiren deS rohen, noch reichlich Weizenmehl und Alaun Halligen HandschnhlederS; ferner beim Zurichten des Leder», wobei dasselbe mit der rauhen Seite über ein messerförmiges Instrument gezogen wird; beim Deliren, wobei daS Leder auf mit Schmirgel überkleideten Rädern gleichmäßig dünn geschliffen wird, sowie beim Poliren der Handschuhe, wobei dieselben über rotirende, mit gefärbtem Talkum bestreute Walzen geführt. werden. Es wird also pflanzlicher und thierischer bezw. organischer Staub in Masse entwickelt mid die Lnnge dadurch hochgradig ge- schädigt, zumal da? Arbeiten in geschlossenen Räumen, vorüber- gebengte Hallung k. den Athmnngsorganen auch nicht gerade znträg- lich ist. Fand doch schon Dr. Hannover, daß Handwerker, deren Handwerk Körperkraft erfordert, bei denen also gewissermaßen die Lungen durch die Körperbewegungen energischer gelüftet werden, weniger von Lungenschwindsucht befallen werden, als diejenigen, die weniger sich körperlich abmühen, bei denen also die Lungen nur wenig vcntilirt werden. Dazu kommt, daß das Menschenmaterial hier von vornherein schon ein gesundheitlich minderwerthigcs ist, welches Krankheiten weniger Widerstand zn leisten vermag. Für andere Berufe zu schwächlich, suchen sie diese verhällnißmäßig leichte Arbeit. Häufig genug erben die Kinder neben dem Beruf auch die Anlage zur Tuberkulose, denn auch in den Familien der Handschuh- macher ist letztere kein seltener Gast. Das Fahrstnhl-Niigliick in der Maschinenfabrik von Weise, über dessen tödllichen Ausgang in Nr. 256 d. Blattes berichtet wurde, regt wieder einmal die Frage an, wie eS nur möglich ist, daß in Berlin noch immer Fahrstühle gestattet werden, denen die wichtigsten und nächstliegenden Sicherheits-Vorkehrungen fehlen. Oder handelt es sich hier wieder um einen seit Jahr und Tag reparaturbedürftigen Fahrstuhl? Die allererste Bedingung für die sichere Benutzbarkeil eines Fahrstuhls ist doch die: es darf eine Thür zum Fahrstuhl-Schacht sich immer nur in dem Stock- werk öffnen lassen, in dem die Plattform deS Fahrstuhls steht, alle anderen Thüren müssen selbstthätig so ver- riegelt sein, daß sie von niemand geöffnet werden können! Weshalb ist diese alte Polizei- Vorschrift hier nicht erfüllt gewesen? Drs ist die erste Frage, die den etwa Hinter- bliebcnen des so jäh aus dem Leben Geschiedenen beantwortet werden muß. Handell es sich hier um einen alten Fahrstuhl rück- ständigster, Jahrzehnte alter Konstruktion, der sich dem Auge der Baupolizei entzog, oder liegt eine der bekannte» bodenlosen Nach- lässigkeiten vor, die eine rechtzeitige Reparatur des Fahrstuhls ver- hinderte? Von welcher Firma rührt denn diese Menschenfalle her? Der Fahrstuhl ist für unser Zeitalter der Elektrizität ein so höchst wichtiges, allmälig unentbehrlich werdendes Verkehrsmittel, mit dem wir dem Treppen- steigen sobald wie möglich überhoben werden wollen, daß solche grauenhaften Abstürze gar nicht ernst genug ins Licht der Oeffcnllichkeit gerückt werden können. Gerade diese Unfälle sind am meisten dazu angelhan, gegen eine der nolh- wendigsten Wohllhaten der Technik im Pnbliknm das größte Miß- trauen zn erregen. Seit Jahrzehnten ist von der Baupolizei eine Verordnung>n Aussicht gestellt und erwartet, welche Schutz gewähren sollte gegen die gewissenlose Ausführung von Anfzngkonstrnktionen. Hier handelt es sich um einen Arbeiterschutz im allerernstesten Sinne und um die Einführung einer Wohlthat für die in den obersten Stock- werken der Miethskasernen hausende ärmere Bevölkerung, aber gerade auf diesem Gebiete deS Arbeiterschutzes ist die Behörde auf- fallend langsam, die in so vielen anderen das Arbeiterleben be- treffenden Beziehungen mit Erschwerungen und Einschränkungen doch so sehr schnell bei der Hand ist. Für die Anhalter Seite von Grost-Lichterfelde ist jetzt ein drittes und viertes Geleise bewilligt und als vorläufige Kosten sind bereits 5 000 000 M. in den Etat gestellt. Vor einige» Tagen waren einige Herren der Gemeindevertretung beim Landrath, um näheres über das dritte und vierte Geleise zu erfahren. Es hat sich, wie die „Nat.-Ztg." hört, folgendes ergeben: Der Bahnbos Groß-Lichterselde (Anhalter Seite) bleibt auf der allen Stelle. Unmittelbar von der rechten Seite des Bahnhofes(Beamtenräume) führt ein Tunnel für Fußgänger unter den Geleisen der Bahn fort bis in die Nähe der Ferdinandstraße. Das dritte und vierte Geleise wird nur bis Groß- Lichterfclde gefühlt und findet Platz vor dem Bahnhofe, sodaß der Nen-Slnlage die Lindenallee zum Opfer fällt. Die baupolizeilichen Bedenken sind geschwunden und die Strecke Groß- Lichterfelde Berlin wird vom Potsdamer Bahnhofe Berlin ihren Anfang nehmen, während der Anhalter Bahnhof Berlin dann nur deni Fernverkehr dienen wird. Schon im Frühjahr beginnt der Bau. Ein wciblichcr Praktikant in einer Berliner Klinik. Geheimrath v. Leyden eröffnete sein gestriges Klinikum mit der Bitte an die Studirendcn, einer Aerztin ans Oesterreich, die die Klinik hören würde, freundliches Entgegenkommen zu zeigen. Es ist dies der erste Fall an der Berliner Universität, daß eine Dame als Praktikantin einer Klinik zugelassen wurde. Bor Schreck wahnfinnig geworden ist am Donnerstag Abend der 57 Jahre alte Slraßenreiniger August Ergang aus der Metzerslr. 83. Er war in der Museinnsstraße beschäftigt, als plötz- lich eine Droschke um die Ecke gefahren kam und ihm solchen Schrecken einjagte, daß er umfiel. Der Mann glaubte überfahren worden zu sei» und befindet sich noch in diesem Wahne. Ein Schutzmann mußte ihn in ein Krankenhans bringe». Eine„fliegende" Druckerei ist das neueste im Berliner Straßeuleben. Die kleine, nach amerikanischem System konstruirte Maschine liefert in drei Minuten ei» Dutzend Visitenkarten für den Preis von zehn Pfennige». Der fliegende Buchdrucker, der persönlich den Satz, den Druck und den'Transport wie die nöthige Reklame besorgt, erfreut sich zahlreichen Zuspruchs. In dem Theil der Hascnhaidc, der in polizeilicher Beziehung zum engereu Bezirk von Berlin gehört, ist laut Mitlheilung des Polizeipräsidiums nunmehr die Baupolizei-Ordnung für den Stadt- kreis Berlin vom 15. August 1897 nebst den zur Ausführung er- gangencn Bestimmungen eingeführt worden. NahrnngSsorgcn haben den 30 Jahre alte» Arbeiter Karl Sonncck ans der Lycheuerstr. 5 in den Tod getrieben. Der Mann kam als gelernter Maler vor vier Wochen mit seiner Frau und drei Kinder» im Alter von 9 bis 3 Jahre» von Breslau hierher, fand aber keine regelmäßige Beschäftigung, sondern nur hin und wieder einmal Aushilfsarbeit. Seil acht Tagen hatte er nichts mehr ver- dient und die Roth hatte ihren Einzug gehalten. Zu den Nahrungs- sorgen gesellte sich ein Kopsleide», das bei dem Manne von einem früheren Fülle zurückgeblieben war. Unter diesem doppelten Eindruck legte Sonncck Hand an sich. Gestern fand ihn seine Frau in der Küche, in der er zu schlafen pflegte, mit seinem Leibriemen als Leiche am Bett hängen. Professor Rudolf Birchow, welcher gestern sein fünfzig- jähriges Dozentenjubilänm seiern sollte, ist, wie die„Volks-Ztg." meldet, am Donnerstag während einer Vorlesung erkrankt, so daß er sie abbrechen mußte. Besorgnisse sind wegen der Erkrankung glücklicherweise nicht zn hegen. Die Jubiläumsfeier fand nicht statt. Rudolf Virchow hat am 5. November 1847 als Privatdozent seine Älntrittsvorlesung an der Berliner Universität gehalten. Mit Aus- »ahme der Jahre 1848 bis 1856, während welcher Zeit Birchow in Würzburg lhälig war, gehört er ununterbrochen der Berliner Universität an. Ein böser Rcinfall de? Barrison-Bekämpfers, Redakteurs H. W. Otto, bildet dem„Berliner Tageblatt" zufolge in Artisten- kreise» das Tagesgespräch. Otto erhielt eine Anzahl seiner Person gewidmeter Huldignngsgedichte, die er in seinem Blatt abdruckte. Die letzte Nummer des„Artist" brachte nun ein„Unserem Otto!" überschriebenes Gedicht, in welchem ein Akrobat dem„wackern Streiter, der mit der Hydra fürchterlich gerungen." feierte. Die poetische Epistel schloß mit dem schönen Verse:„O laß sür den Artistenstand nicht nach im Kampfe wuthentbrannt." Aber traue Einer den Poeten! Ein Schelm hatte dem Herrn Otto ein Knckucksei ins eigene Nest gelegt, denn die Nusaugsbuchstaben des„Huldigungs- gedichles" bildeten den AuSruf:„Es lebe Lona Barrison!" Herr Otto hat beschlossen, von jetzt ab auf versifizirte Vcrlranenskund- gebnngen zu verzichten. DaS TiSziplinarverfahrc» wider den Krii»i»alko»»nissar v. Tausch nimmt, wie ein hiesiges Blatt meldet, in aller Stille seinen Gang. Die Vernehmungen durch den die Untersuchung führenden Geheimen Regiernngsrath Dieterici haben begonnen; täglich finden jetzt Ladungen neuer Zeugen statt. Visher sind nur Beamte vernommen worden. Fcncr im Postwagen. Im Postwagen des von Berlin nach Hannover gehenden Personenzuges Nr. 14, der morgens 6 Uhr 13 Minuten in Hannover eintrifft, brach hinter der Station Stendal Feuer ans. Durch die Umsicht des Postschaffners gelang es jedoch bald, das Feuer, welches durch Ueberheiznng entstände» sein soll, zn löschen. Wie verlautet, sind etwa sechs Packete leicht beschädigt worden. Sie wurden in Hannover amtlicherseils neu verpackt und ohne Verspätung weiter expedirt. Einer jener jungen Flegel, welche durch daS rasende Dahin- jagen ans dem Fahrrade eine Gefahr für den Straßenverkehr bilden, hat gestern Nachmittag in der Sebastianstraße einen etwa 6 jährigen Knaben derart unglücklich überfahren, daß das Kind in schwer- verletztem Znstande zunächst in einen Milchkeller gebracht und dann seinen Eltern zugeführt wurde. Der Radfahrer, ein 16 jähriger Bursche, wurde festgenommen. Gicbt eS keine Abhilfe? Peinliche Nuflritte gab eS vor- gestern nnd gestern vor dem Hanse Bernauerflr. 47. Hier wohnt im dritten Stock seit dem 1. Oktober die 56 Jahre alte Witlwe Mnndlow mit mehreren Kindern. Die Frau ist geisteskrank geworden, weil ihr vor anderthalb Jahren der Mann nnd ein Sohn ertranken. Den August»nd September d. I. brachte sie in der Irrenanstalt zu Dalldorf zu. In den letzten Tagen trat die Krankheit wieder stärker auf. Die Frau kommt oft an das Fenster der Vorderwohnung, macht nach der Straße zn allerlei Handbewegnngen lind winkt den Vorüber- gehenden zn. So winden vorgestern a»ch Kinder ans die BedauernSwerthe anfnierkfam. Eins rief hiernach daS andere herbei und nun steht auf dem gegenüberliegende» Bärgerfteige fortwährend eine Kinderschaar, die mit der Kranke» ihren„Spaß" treibt, indem sie ihre Beivegniigen nachiiiacht, ihr läriiieiid zuruft und Gesichter schneidet. Die Kinder find vom Platze nicht wegzu- bringen. Verlreibt man sie, so find sie gleich wieder da, sobald i»a» den Rücken geivendet hat. Besonders arg war der Unfug, der ans die Gemüther der Kleinen verrohend wirken muß, gestern Nachmittag. Das Hans liegt dem Eingang zum Güterbahnhof der Nordbah» gegenüber etwas vereinsamt. Hierdurch wird das Treiben der Kinder»och begünstigt. Die Frau mag zivar nicht gemeingefährlich krank im gewöhnlichen Sinne dieses Worte? sein, man wird aber doch wohl dafür sorgen müssen, daß nicht die Kinder der Nachbar- schaft durch sie Schaden nehmen. Feuerbcricht. Freitag früh 8 Uhr brach an der Ecke der Kaiser- und S ch i l l i» g st r a ß e ein Dachsluhlbrand aus, der erheblichen Schaden verursachte. Die in de» Dachkammern iiiitcrgebrachten Wirthschaflsgeräthe verschiedener Miethcr wurde» ein Raub der Flammen, die schließlich durch 2 Schlauchle>t»»ge» gelöscht werden konnten. Zu gleicher Zeit erfolgte Alarm nach A ck e r st r. 8. wo Fußboden und Balkenlage brannten. Das Haus erlitt beträchtlichen Schaden. Kurz vor 9 Uhr kam Brunnen« st r a ß e 145 i» eiiiein Korbivaaren-Geschäft Feuer aus, das jedoch bei Anknnst der Wehr bereits gelöscht ivar. Der Fußboden ist stark beschädigt. Nachdem das Berliner Aquarium neuerdings infolge besonders günstiger Umstände in den Besitz einiger seltener Arten Rochenfische gelangte, koliiitc es dieser Tage auch seine Sammlung Haifische um eine Spezies er- ergänzen, die ihm seit Jahren fehlte. Es sind mehrere kleinere Ezemplare des Dornhai, der zu einer ganz anderen Familie als die hier befindlichen Katzen- und Marderhaie gehört und schon auf den ersten Blick durch die beiden starken Stacheln, deren je einer vor der ersten und zweiten Rücken- floffe steht, sich zu erkennen giebt. Der schlank gebaute, oberseits schiefer- graue, unterseits weißliche Fisch unterscheidet sich von den bekamiteren Katzen- haien auch in sofern, als er leider in Gefangenschaft nicht lange auschält, am Tage munterer, beweglicher ist als jene und lebende Junge zur Welt bringt. WaS diese Erwerbung noch besonders interefiant niacht, ist der Um- stand, daß die durch die Fangstation Rovigno gelieferten Dornhaie in der nördlichen Adria erbeutet wurden, von wo man hier diesen Fisch noch nicht laniite; die früher im Aquarium ausgestellten Stücke stammten aus ver- schiedenen Theilen der" Nordsee. Tie Direktion der Projektions-Borträge über Kunst und Kultur (Altes Urama-Theater am Lehrter Stadtbahnhos) theilt uns mit, daß der Vortrag über Arnold Böcklin von Franz Herrmann Meißner, gesprochen von Otfrid von Hanstein, erläutert durch zum theil farbige Lichtbilder am Sonntag noch einmal wiederholt wird. Den Vorverkauf haben Amsler u. Ruthardt, Behrenstr. Lg-r, Raabe u. Plothow, Potsdamerstr. 7a und Traut- wein'sche Buchhandlung, Leipzigcrstr. 8, übernommen. Theater. Wilhelm Jordan, der greise Dichter ber„Nibelunge", wird nach einer Uiitcrbrcchnug von Jahrzehnteu wieder einmal in Berlin als Rhapsode austreten und aus seinem großen Gedicht„Die Nibelunge", und zwar den Gesang aus der Siegfricd-Sagc vortragen. Wilhelm Jordan ivird nämlich an dem Dichter-Abend des Schiller-Theaters theilnehmen, der Somitag, den 7. November, im Biirgcrsaal des Rathhanscs stattfindet. Das Programm des Wilhelm Jordan- Abends ist folgendes: Vortrag über Wilhelm Jordan von Reinhold Ortmann, Dichtungen von Wilhelm Jordan, vorgetragen von Mitgliedern des Schiller-Theaters, Gesangsvorträge von Koiilpositionen Jordan'scher Dichtmigen, Gesänge aus der Siegsried-Sage, frei vorgetragen vom Dichter.— Das eifie Original Budapest er Possen- und Operetten-Theatcr in Kaufmaiiil's Bariets hat den Opernsänger Gustav Schmidt sür ein kurzes Gastspiel gewonnen, welches heute beginnt. Alis de« Nachbarorte«. R» die Arbeiter nnd Parteigenossen SchönebergS! Am Sonntag früh'/est Uhr findet in ganz Schöneberg eine Flugblatt- v e r t h e i l n n g statt. Ehrenpflicht eines jeden Arbeiters ist eS, sich daran zu betheiligen. Saiiiiiielpniikt an folgendeii Stelle»: Häuser. Sedanstr. 33; Klein, Mersebiirgerstr. 5; O b st. Gnnieivald- slraße 110; Püfchet, Gutzkowstr. 9; P i n z e r, Nolleiidorsstr. 16; Schilling. Kyfshäuserstraße. Das sozialdeniok ratisch« W a h l k o in i t e e. TaS Znstaudekomnien deS Vertrages der Stadt Charlotten- bürg mit der Pcrlin-Charlottcnbnrgcr Strasienbahn-Gesell- schaft, welches seit dem l. Oktober i» Frage gestellt war, ist nun» mehr gesichert. Die Gesellschaft hat»ist Unlerstütznng der Charlotteiibnrger Stadlverordiiele»-Versa»»»liing betreffs der a» die Stadt zn entrichtenden vertragsmäßigen Abgabe» einige Abänderungen bezw. Erleichterungen beim Magistrat beantragt, und dieser ist, nachdem er sich lange dagegen gesträubt hat, den Wünschen der Gesellschaft jetzt entgegengekommen. Wcißeusee. Am Sonntag findet eine AgitationStonr statt. rege Belheiligiiiig ist nothwendig. Treffpunkt niorgeiiS früh 8 Uhr bei Pfeifen- Müller, Königs-Chaiiffee 33. Auch Berliner Partei- genösse», die diese Tour niitinache» wolle», sind uns willkommen: In der am Donnerstag abgehaltenen Sitzung der Rix- dorfer Gcmcindrvcrtrctnug brachte Genosse Retzerau wieder einmal eine Sch»laffäre zur Sprache. Ein Knabe, welcher die Schule i» der Kaiser Friedrichstraße besucht, war beschuldigt worden, eine» andere» Knabe» geschlagen zu habe». Der Lehrer G r e y schickte ihn daher nach der Geineiiideschnle in der Mahlowerstraß», ivoselbst das Kind von dein Lehrer Lehmann dermaßen miß» handelt wurde, daß es drei Tage nicht zur Schnle gehen konnte! Nachträglich soll sich herausgestellt haben, daß der niißhaiidelte Knabe mit dem Schläger nicht identisch ist. somit völlig iinschnldig mißhandelt worden ist. Die Eltern wandte» sich znnächft nnter Vorlegung eines ärztlichen Ältestes an de» Lvkal- Schiiliiispektor Pfarrer Schröder, welcher jedoch erklärte, nichts in der Angelegenheit thnn zu könne», bevor er von der Regiermig in Potsdam imit der Untersiichliiig des Falles beauftragt sei. R e tz e r a» beantragte nun, die Sache seitens der Gemeinde nntersuchen zu lasse».— Geineindevorsteher Boddin erklärte darauf, daß weder die Gemeinde noch der Schnlvorstand hierfür konipetenl seien. Wenn der Fall dem Lokal-Schulinspcktor gemeldet worden sei, habe dieser denselben untersiichen oder weiiigslens der Regierung i» Potsdam imUrbreite» müssen. Er könne nur cmpsehle», daß die Eltern sich direkt an letztere Stelle wenden oder, soser» sie gerichtliche Erledigung wünsche», die Staatsanwaltschast aiirilfcn. Hiermit ist die Angelegenheit in der Gemeindeverlrelung erledigt. Nixdorf. Die Adresse des Vertraueiisuiaunes ist Fritz Hoppe, Erkstr. 10, 2 Tr. Die Parlei-Zeitniigsspeditio» ist bei Ostermaiin, Erkstr. 6; fämmtliche Parteililleralnr ist von dort zn beziehe». Rixdorf. Wir machen die Genosse» daraus aufinerksain, daß aui Soiiiiabeiid, den 13. November, abends 3 Uhr, in de» gesammtc» Räume» der Neuen Well das siebente Stiftniigsfest des Soziatdemo- kratische» Vereins„Vorwärts" zu Rixdors stattfindet. Auf de», Pro- grainin steht: Vokal-»»d Jnstrnnieiilal-Koiizerl, onsgefährl vom Orchester-Korps„Vorwärts" nnter Mitwirkung des Gesangvereins „Melodia", sowie Zluftrete» der Gesellschaft Strzelewicz. Ter Bau einer»cuc» Ringbahn-Haltestclle an der Henna, in- traße in Rixdorf ist»nnmehr auch finaiizlell gesichert. Die Juler- essenten haben dieser Tage die Sniiime von 90 000 M., aus welche der Ba» veranschlagt ist, an die Rixdorfer Genieindekasse eingezahlt, worauf die Gemeinde Rixdorf nunuiehr mit der Eiscnbahn-Verw.iltuug die Verträge abschließen wird. „Ein Blick hinter die Koulissr» beim Ankauf von Gcincinde-Grnudstiickc»" lautete das Thema eines Vortrages, ivelche» der Eigenthüiner Reinhold Beiß in Rixdors im Juni d. I. im dortigen Kommunal-llieformverein hielt. Durch die Belß'schn, Ausfnhrnngen fühlte sich der Schöffe und Genicinde-Baiinicistcr W e i g a>i d beleidigt nnd stellte daranfhi» gegen Beiß sowohl als den Vorsitzende» genannten Vereins, den Gemeindevertreter Karl Rahmig, Slrasantrag. Die Staalsamvallschast hat gegen die Geiiaiiiite» Anklage erhoben. Die Sache ko»»»t am 3. Dezember er., vormittags 11 Uhr, vor der zweite» Slraskaimner des Landgerichts II zur Verhaiidlniig. Treptow- Baninschnlenweg. Die Parteigenossen werden auf die hente, voiinabend, abends 8'/2 Uhr, im Lokal von Herrn Nehse, an der Kann er- Chaussee statlsiudende Parteiversammlung ans- inerksa», gemacht, i» welcher Genosse Eberhard-Vritz Bericht über den Parteitag in Hanibnrg erstalten ivird. Außerdem finden die Nenivahlen des Vertrauensmannes nnd der Kommissionen statt. Der Polizeistunde wegen bitte die Genossen, recht pünktlich»»d zahl- reich zu erscheinen. Der Vertraiiensniaun. Tcmpclhof, Mariendorf, Marienfelde! Am Sonntag, den 7. November er., nachmittags präzise 3 Uhr, findet im Lokal des Herrn Tentschbein, Marienfelde, eine Parteiversainnilung genannter Ortschafte» statt. Slußcr einem Vortrag des Genossen Thomas. Rixdorf über den Hanibnrger Parteitag stehen»och die Berichte der Verlraiieiispersonen sowie Neuwahl zn de» Partei-Aenitern auf der Tagesordiinng. Die Parteigenoffen werden gebeten, in dieser Ver- samnilung recht zahlreich zn erscheine». Der Einberufer. Die Parteigenosse» von Schmargendorf werde» hiermit auf die heilte abends 8>/z Uhr im„Wirthshaus Schmargendors" statt- mdende VolkSversanimlnng aufinerksain gemacht. Referent ist der Abg. Znbeil. J» Spandau finde» die Stadtverordiicten-Wahlcn heute statt. Von sozialdemokratischer Seite sind als Kandidaten für die 8. Abtheilung die Genossen S ch r ö e r, W i l h. M ü l l e r, F e u e r- heord und Otto Grieben a»fgestellt. Die Wahl wird in «Bezirken in der Zeit von 10 bis t und 4 bis 8 Uhr vor- ge»o»iinen und zwar wähle» die Buchstaben A bis E im Restaurant M öwes, Ritterstr. 7z E G II bei Seemann, Fischerstr. 8; I K L bei Sawade, Schönwalderstr. 98/99; M N O P Q R bei Conrad, Cchöiiwalderstr. 2; 8 bei Rolher, Potsdainerstr� SS; D bis E im „Rothen Sldler", Poisdauierstr. L. Die vom Magistrat erhaltene Einladung zur Wahl oder der Steuerzettel legitimirt. Herr Oberbürgermeister Kocltze in Spandan ersucht uns unter Hinweis ans unsere Notiz in Nr. 257 vom 3. November er.: „Z» den Stadtverordnete»»Wahlen in Spandau", um Ausnahme folgender Berichtigung:„Es ist unwahr, daß der Beschluß der Militärvereine betreffs der Bervehmung sozialdcmo- lralisch wählender Mitglieder auf mein Betreiben zu stände gekommen ist und daß ich die Vorstände dieser Vereine zusammenberufen habe. Es ist serner unwahr, daß ans meinen Vorschlag erst beschlösse» worden ist, die sozialdemokratisch wählenden Mitglieder ans den Vereinen auszuschließen. Es ist endlich unrichtig, daß ich in der abgehaltenen Sitzung ganz besonders gegen das Militärvereinsmitglied Eulen plädirte. Ich habe der Sitzung garuicht beigewohnt." Am Ufer deS GttiiiewaldsecS soll ein Aussichtsthurm errichtet werden. Italienische Arbeiter an stelle der beaclirlichcn Pole». Vor einiger Zeit ging durch die Presse die Nachricht, daß in der katholischen Kirche zu Eberswalde ein Prediger in polnischer Sprache predigen werde. An diese Notiz halte» die„Berliner Neuesten Nachrichten" die Bemerkung geknüpft, daß es sich empfehlen dürfte, polnisch sprechende Zlrbeiler in größerer Zahl, zumal an öffentliche» Bauten, außerhalb des eigentliche» polnischen Sprach- gebiets nicht zu beschäftigen, um dadurch die Ausbreitung des Polen- thums zu hindern. Wie uns nun aus Ebers walde geschrieben wird, werden die polnische» Arbeiter an öffentlichen Bauten nur in sehr geringer Anzahl beschäftigt. Dagegen sind es christlich- germanische Ziegeleibesitzer, die von den billigen polnischen Arbeilskräsle» den iveitgehendste» Gebrauch machen. Wo es sich um den größeren Profil handelt, da kümmert sich der Unternehmer verdammt wenig um patriotische Grundsätze. Seit dem vorigen Jahre ist nun der Zuzug der polnischen Arbeiter gegen die Vorjahre um etwas zurück- geblieben, weil die Löhne selbst für die Lebenshaltung der polnischen Arbeiter nicht mehr ausreichend waren, so daß in der letzten Kampagne die Ziegeleibesitzer für die ansäsigen Arbeiter etwas böhere Löhne zahlen mußte». Diese Unannehmlichkeit soll die Ziegeleibesitzer, diese sonst so eifrigen„deutschen Patrioten", ver- anlaßt habe», für das nächste Jahr italienische Arbeiter „ einzuführen". Das hindert aber die Staatsstützen nicht, bei nächster Gelegenheit gegen die vatcrlandslosen Sozialdemokraten loszuziehe». Ter schwere Radfahrer-Unfall, der sich vor einigen Woche» auf der Chaussee hinter Spandau bei Gelegenheit der Fernfahrt f amburg— Berlin zutrug, und der den Tod des Fahrrad- Händlers, ansbesitzers Karl Lemke anS Berlin herbeiführte, dürfte nun doch »och ei» gerichtliches Nachspiel haben. 91m Mittwoch fand an der Unfallstelle, wo die beiden Radfahrer so unglücklich aus«inander stieße», ein Lokaltermi» statt, um die Schuldsrage zn untersuche». �Der andere Radfahrer, Justizanwärter Emil Plessow in Gohlitz bei Wachow, behauptet, daß er entgegenstehender Hindernisse wegen gar itticht anders habe fahren können, als geschehen sei. ■ Tie Maul» und Klauenseuche tritt in den beiden Barnimer Kreise» wieder so verheerend ans. daß sowohl der für gestern in Wriezen angesetzte Viehmarkt wie auch die Viehmärkte i» Bernau am 9. und in Oranienburg am 23. November haben aufgehoben werden müssen._ Kunst und MUssenschÄft. Crmete Zacconi wird noch in der nächsten Woche sei» Gast- spiel am Neuen Theater fortsetzen. Aber sei» Gastrepertoire ist er- schöpft.„Ea rnorte civile", der bürgerliche Tod ist im Grunde nichrS als ein ziemlich krasses Melodrama, in dein das trübe Ge- schick eines entlassenen Sträflings aus starke Bühneneffekte hin ge- schildert wird. Der berühmt« Tragöde Saloini halle vor Jahren schon aus seinen Gastspielen die Hauptrolle in diesem Stück ge- spielt. Am Donnerstag noch trat Zacconi als Johannes Vockerat in H a u p t m a n»'s„Einsame Mensche»" aus, in einer Dichtung also, in der modernes deutsches Empfinden lebt, mag man sonst ihre» Werth anschlage», wie man wolle; neues über Kunst und Temperament Zaccoui's wäre nach seinem Johannes nicht zu sagen. In Hauptmann'? Drama ist keine Gelegenheit zu gewalt- samen Ausbrüchen. Erregung und Leidenschaften äußern sich in gedämpften Tönen. Johannes und Frau ikalhariua sind Gestalten, die nach innen hin verbluten. Man konnte begierig sein zu erfahren, wie sich Italiener zu solchem Problem stellen. Die Italiener haben im durchschnitt eine lebhafte, mimische Beredsamkeit. Es giebt ganz hilfSloS-naive Elemente in der Truppe Zacconi'S, Leute, die ganz offenbar de» Sinn einer fremde» Dichtung nicht erfassen können. Trotzdem überraschen sie»litunler durch ausdrucksvolle Geste», durch charakteristische Handbewegungeu, die sie wie instinktiv treffen. Manches, ivas sich energischer giebt, als wir es bei einer Wiedergabe zarter Dichtung gewöhnt sind, muß man aus Rechnung des nationalen Temperaments schreiben. Manches, was äußerlich stören mochte, fällt der gtegie zur Last. Am Müggelsee giebt es keine romanlische Gebirgsszenerie und im Hause eines deutschen Frei- denkers,>vie Johannes Vockerat ist, sind die Wände nicht mit Mvitkc- und Bisniarckbildcrn behangen. Worauf es aber im Wesen ankommt, das hat der ungeivöhnliche schauspielerische Scharfsinn Zaccoui's erfaßt. Im Grunde ist Johannes Vockerat eine uiiide, nicht so sehr eine stolze, eiusaiue Seele; ein Mann, der stelS ängstlich nach einer Stütze ausspäht. Auf lein Boden dieser nervös gereizten müde» Stimmung baut Zacconi seine» Johannes auf; mit bescheidener Zurückhaltung im gaozen führt er die Gestalt durch; um so ivirksamer wird er da»», wenn zeitweilig die nervöse Ueberspanuung, wie ein kurzes Gewitter, sich entlädt. Ergreifende Momente traf diesmal auch Zaccoui's Partnerin, Frl. rll. Varini, als Katharina, eine warm- herzige Schauspielerin, die als Regina in den Gespenstern freilich eulläusche» mußte, da ihre künstlerische Natur eben der Eupsind- lichkeit zuneigt. Ganz ohne Virtuosenlhum ging eS bei Zaccoui's Vockerat allerdings nicht ab; uameutlich nicht in der»üauzeureichen stumme» Szene, bevor Johannes in de» Tod geht. Indessen wäre es doch einseilig, wollte man Zacconi, wie es nach seinem Oswald schien, den ausgesprochenen Virluosen beizähle». An die Kraft und leiden- schaflliche Heftigkeit eines Rossi, an Würde und Adel eines Saloini reicht Zacconi nicht heran. Bei ihur überwiegt der Kunstverstand, bei jenen da? anßcroideutliche Temperanienl. Zacconi irrt, wenn er sich an Monunientales in der Kunst hineinwagt. Es bleibt dann etwas von, Gernegroßen in ihm. Aber wie schon einmal betont wurde, im engere», spezifisch moderne» Genre schafft er Meisterliches. I», höchste» Sinn z» erschüttern vermag er nicht; aber er weiß ganz intime Seelenzustände blitzschnell zu beleuchten und mit seine» be- sonderen Mitteln Milleid zu erwecken. Wo er die Bemilleideus- werthen, die Märtyrer des Alltagslebens, die Betrogenen und die Dahiuivelkenden giebt, da spielt Zaeeoni trotz allem Virtuosenthnm auf seinein eigene» Instrument. Er spielt es einseitig, aber seine Einseitigkeit belebt er mit einer ausgezeichneten Fülle von Variationen. Daß Zaecony mitunter über die Absichten des Dichters hinaus sich in den Mittelpunkt des Schauspiels stellt, trifft zu. Aber kaum ein wandernder Meister der Schauspielkunst hat es anders gehalten; das ist das eingeborene Uebel des Ltar-Wefens. Man giebt sich als elivas ganz Besonderes und man erfindet für das Publikum, das für sein thenres Geld durchaus verblüfft werden soll, rasfinirte Besonderheile». Rossi hat Shakespeare's Romeo gräu- lich zugestutzt; sich selbst, seiner Schauspielerei zu Liebe. Die Einrichtung der Jmprefa, der prosilhuugrigen Agenten, die das schauspielerische Wunderthier gleich durch ein paar Dutzend Länder hetzt, die Reklame. die UeberfchwänglicheS verspricht und ein breites Publikum, das die reprodnzirende Schauspielerei als Kunstübung weit überschätzt all diese Umstände verführen und reizen zum leidigen Birtnosenthum an, zu jeuem Bemühen, sich mehr herauszunehmen und dem Dichter nicht bescheideullich das zu geben, was ihm gebührt.— — Wasscrsterilisirnng durch Ozon. In der elektroiechuischen Abtheilung der schwedischen technischen Vereinigung hielt jüngster Tage der Ingenieur Knut Pauli einen, wie die„Köln. Ztg." berichtet, mit großem Interesse entgegengenommenen Vortrag iiber Ozon und dessen Anwendung zur Wassersterilisirung. Redner wies zunächst auf die Forderungen hin, die man an ein gutes Trink- und Hanshaltnngswasser stellen muß, und daß die beste Sanbfiltrirung die organischen Verunreinigungen und Farbstoffe nicht genügend beseitigen könnte. Dann wies er an Tabellen insonderheit des Stockholmer Wassers nach, daß dessen organischer Inhalt größer sei, als ein»»gefährliches Wasser haben soll. Dr. Frankland, die bekannte Autorität in Wasserfrage», halte dafür, daß ein gutes Trinkwasser, welches einem Flusse oder See entnommen iverde, nicht niehr als 2wA organische Kohle und 0,3mg organischen Stickstoff auf das Liter enthalten dürfe. Darauf ging Herr Pauli zn der Methode Tindals über. Waffer mittels Ozon zu reinigen und zu sterilisire». Diese Methode hat jüngst die Aufmerksuinkeit in Schweden und anderen Ländern auf sich gezogen, und Herr Pauli hatte vergangenen Sommer die Gelegenheit, dieses System hinlänglich zu studire». das auf der Brüsseler Weltausstellung einen hervor- ragenden Gegenstand bildete. Das Ergebnis,, zn dem man gelangt ist, ist nach einer Aeußerung von Professor v. Ermengems ei» Triuniph der hygienische» und technischen Entwickelung. Mittels elektrischer Wechselstrom-Maschinen und Transformatoren wird eine elektrische Ausladung bewerlstelligt, die den Sauerstoff der Luft in Ozon verwandelt. Dies wird mit Wasser in große Böre», sogenannte Sterilisatoren, geleitet; dort kommt das Ozon in innigen Kontakt mit dem Wasser, tödtct alle Bakterien und Ausleckungskeime und vermindert die Menge der or- ganischen Stoffe bis zn einem ungefährlichen Minimum, nimmt auch etivelche Farbe und Geruch des Rohwassers weg und läßt ein krystallklares, frisches, wohlschmeckendes und absolut slerilisirles oder bakterienfreieS Wasser zurück. Wen» das Rohwasser vorher von fadem Geschmack ist, der von Mangel an Luft und Kohlensäure her- rührt, so wird dieses in frisch schmeckendes Wasser verwandelt, das von dem Gehalt a» Kohlensäure herkommt, die durch die Wirkung deS OzonS auf die Organismen entsteht. Die Bakterien und organi- schen Stoffe werde» zu Kohlensäure verbrannt, die das Wasser frisch macht. Die ganze Wasser-Reinigniigsfrage ist durch diese Erfindung in eine neue Bahn gelenkt worden.— — Neber daö Auftauchen einer neuen vnlrauischcu Insel wird aus Holländiscki-Jndien geschrieben: Am 2l. September wurde auf dem nördlichen Theile der Insel Borneo und einigen benachbarte» kleineren Inseln ein heftiges Erdbeben verspürt, welches von großen über das Land hereinbrechende» Sturzwellen begleitet war. Während dieser geivalligen Erschütterung des Meeresgrundes erhob sich eine felsige Insel aus der Tiefe hervor und zwar soweit, daß ihre höchste» Spitzen 70 bis 80 Fuß über den MeereS- spiegel hervorragen. Ihr Flächeninhalt wird aus 200 Faden in der Länge und IS0 Fade» in der Breite angegeben; sie ist etwa 50 Faden von der Küste Borneos entfernt und liegt dem Ort Labuä»(zwischen Mempakul und Lambeida») gegenüber. Dem Erdboden der Insel entströmte während ihrer Besichtigung durch englische und holländische Kolonialbeamte an sehr vielen Stellen«in stark riechendes Gas, das sich jedoch nicht als brennbar erwies. Man hofft indessen in, Innern Petroleumquellen oder Lager anderer brennbarer Stoffe anfzufinde».— Soziale Die Kammer IV deS Gcwcvbegevichts fällte in der Streit- fache des Holzarbeiters W. wider de» Fabrikanten BringS eine»n- begreifliche Entscheidung. Der Kläger verlangte eine Lohn- enlschädigung wegen unberechtigter Entlassung, wogegen der Be- klagte geltend»lachte, W. selber habe nicht weiter arbeite» wollen. Die Beweiserhebung ergab, daß W. allerdings die Absicht kund- gegeben hatte, für den alten Loh» nicht weiter zu arbeilen. Das geschah aber nur einem Kollege» gegenüber in privater Unterhaltung. Ter Beklagte gab ihm des- wegen keine neue Arbeit. Kläger behauptet, er habe BringS wiederholt kimsonst gefragt, weshalb er eigentlich ent- lassen werde. Ans die Frage eines Arbeiterbeisitzers, ob Kläger denn auch d e in Beklagten gesagt habe. er wolle nicht im Geschäft bleiben, berief sich Briugs lediglich aus jene oben angeführte Aeußerung. die W. zu seinem Kollegen gelhan hat. Einer bestimmten Antwort wich er offensichtlich aus. Trotzdem wurde der Kläger abgewiesen. Assessor Dr. Gcrlh begründete das Urlheil damit, daß der Kläger selber erklärt habe, er wolle auf den Loh» nicht eingehen und aufhören.— Die Enlscheidnug ist rechtlich unhaltbar. Meinungsäußerungen, die unter Arbeiter» ans- gelauscht werden, können unmöglich alS Willenserklärungen an de» Arbeitgeber gelte». GeviifjtS-Äettun Z. Gegen den Bankier Karl Heiiitze wurde gestern vor der ersten Slraskauiiner des Landgerichts I unter dem Vorsitz des Land- gerichtsraths Dietz eine Anklage wegen Vergehens gegen das Lotterie- gesetz verhandelt. Im Jahre 189ö erhielten die beiden Vereine für Trabrenne» und für Hindernißreiine» vom Minister des Innern die Erlaubniß zur Veranstaltung einer Lotterie, welche anS sechs Serien und inSgcsammt 3 Millionen Loosen bestehen sollte. Die Gerviune sollten ans Pferden, Equipage», Gold- und Silbermedaillen bestehen. Die ersten vier Serien wurden dem Angeklagten übertragen. Er hatte sämintliche Loose zu übernehme» und sie in der ganze» deutschen Monarchie zu verlreibe». Die Gewinne hatte Heintz« zu de», festgesetzten Preis« zu beschaffen,»nil Ausnahme der Pferde, deren Ankauf sich die Lotteriekommissio» vorbehalte» halt«. Bei der dritten Ziehung, die im vorigen Herbst stattfand, siel der Gewinn Nr. 19, welcher nach dein Plan aus einer Equipage im Werlhe von 2500 M. bestehen sollte, auf ei» Loos, luelches in den Händen deS Agenten Konicki in Gnesen war. Dieser konnte eine Equipage nicht gebrauche», er fragte telephouisch bei Heintze an, wie viel baares Geld er an stelle deS Wagens gebe» wolle. Als ihm nur 1700 M. geboten wurden, zog er es vor, nach Berlin zu reise», um persönlich zu unterhandeln. Da man im Heintze'schcn Geschäft ans dem ersten Gebot beharrte, fragte Konicki, wo sich denn jder Wagen befände und erhielt darauf die Antwort:„In der' Kühlstein'schen Niederlage Am Schiffbaucrdami». Konicki begab sich dort hin und bat de» Angeklagten, ihm doch den Wagen Nr. 19 zu zeigen, welcher zu den Lotterie- gewinnen gehöre. Der Gefragte war höchst verwundert, er erklärte, von einem solchen Wage» nichts zu wissen. Zufällig traf Konicki in der Kühlstein'schen Niederlage mit einem Herrn zusammen, welcher sich als Postassistent Schütz vorstellte und der zu dem- selben Zwecks nach Berlin gekommen war wie Konicki. Auch ihn, waren von der Firma Heintze 1600 M. anstatt des Wagens geboten worden. Beide glücklichen Gewinner beschlossen jetzt, ihre Recht« gemeinsam zu verfolge». Sie verninthete», daß sie übemorlheilt iverde» sollte». Zunächst wandten sie sich a» de» Freiherrn v. Buddcnbrock als den Vorsitzenden des Aufsichtsraths. Herr v. B. erwiderte ihnen, daß seines Wissens die Wage» aus der Neuß'schen Fabrik bezogen würden. Er wolle übrigens mit Heintze Rücksprache nehmen. Die beiden Gewinner erhielten darauf de» Bescheid, daß die Wage» doch bei Kühlftei» stände», die Geschästs- sührerin, mit der Heintze den Abschluß wegen der Wagen gemacht, sei gerade krank und habe ihren Stellvertreter nicht davon unter- richtet. Wieder gingen die beiden Gewinner zu Kühlstein und nun fanden sie merkwürdigerweise zwei der Wage» mit den Nummer» 19 und 20 bezeichnet. Ihr Verdacht, daß sie übervortheilt werden sollten, gewann in,», er mehr Nahrung und nun ließe» sie Heintze durch einen Rechtsanwalt ausfordern, ihnen anstatt der Wagen vollen Ersatz in Höhe von 2500 M. zu ge-� währe». Heintze ging hierauf nicht ein, sondern wollte nur 1300 M. zahlen. Hierauf zogen die Gewinner es vor, ihre Rechte für je 1800 M. bei einem anderen Bankhause zu veräußern. Die Anklagebehörde nahm a», daß Heintze insofern gegen das Lotteriegesetz verstoßen habe, da dasselbe vorschreibt, daß die Ge« wiune auch thatsächlich vorhanden sein müssen. Der Beschuldigte behauptete, daß dies auch der Fall gewesen sei. Er habe mit der Firma Kühlstein einen Abschluß über 10 Wagen ä 2500 M. gemacht. Wenn ein Gewinner nun auf die Lieferung eines Wagens bestand, so konnte er nur zn Kühlstem gehen und sich denselben ausliefern lassen. Der Geschäfisführer der Kühl- steiu'schen Fabrik bekundete aber, daß der Angeklagte nur mit der Firma«in Abkommen dahin gelrossen habe, daß er von jedem Wagen, der nach dem Preisverzeichnisse 2500 M. kosten solle, eine Provision von 10 pCt. erhalten solle. Der Staatsanwalt hielt die Handlungsiveise des Angeklagten als nahe an Betrug streifend. Derselbe sei in allen Fällen derjenige, der den Vorlheil genieße; nähme ei» Gewinner den Wagen, so verdiene der Angeklagte 10 pCt. des Gewinnes, verzichte ein Gewinner auf de» Wage», so biete der Angeklagte ihm 800 M. weniger, als der Werth des Gewinnes be- trage» solle. Die Wagen seien nicht vorhanden gewesen, sondern wurde» erforderlichenfalls erst besorgt, und dies sei ein Verstoß gegen das Lotleriegesetz. de» er niit Rüelsicht aus die vielen Vorstrafen des Angeklagten wegen ähnlicher Vergehen mit einer Gefängnißstrafe von drei Monate» zu aHuden beantrage. Der Vertheidiger, N.-?l. Goldman», plädirte aus rechtlichen Gründen für Freisprechung. Der Vorsitzende erklärte nach längerer Verathnng des Gerichts- Hofes, daß das Urtheil am Montag Vormittag 10 Uhr verkündet werden würde. Ter Prozeß gegen de» t'oriualigcn Direktor deS„Theaters des Westens", Schrislstellcr Paut Blumenreich gelangte gestern vor der zweite» Slraskammer des Landgerichts II unter Vorsitz des Landgerichts- Direktors S t ü b e r zur Verhandlung. Blumenreich wird beschuldigt, die Gesellschaft„Theater des WesteuS" durch Unterschlagung von zusammen 34 404,10 M. geschädigt und ferner zirei Wechsel ans den Namen C. Korlüm über zusammen 5000 M. gefälscht zu haben. Daneben läuft noch eine Anklage wegen Koukursvergehens, das Blumenreich in seiner Eigenschaft als Direktor des Theaters„Alt-Berlin" begangen haben soll.— Mau erinnert sich noch, daß Blumenreich si»> Juli vorigen Jahres, »nchde», sei» Unternehmen auf der Gewerbe- Ausstellung völlig mißglückt mar, plößlich ans seiner Stellung als Direktor des neue» Sehring'schen Theaters enthoben wurde. Nach heftiger Fehde schien ei» friedlicher illnsgleich zwischen der Gesellschaft und dem Exdirektor stattgefunden zn habe», bis dann plötzlich Blumenreich durch eine sehr scharf geschriebene Broschüre wieder die ösfeutliche Aufmerksamkeit aus seine Angelegenheit lenkte. Drei der darin am meisten Angegriffenen erHobe» die Beleidigungsklage, aber ehe noch eine derselben zur Verhandlung kommen konnte, trat eine neue Wendung ein. Der Vorsitzende des Aufsichtsraths der Theater- Gesellschaft, Fabrik- Besitzer Julius Raufmann, erhob ein« Reihe schwerer Beschuldigungen gegen Blumenreich. Letzterer� war inzwischen»ach Italien gegangen; eS wurde ein Steckbrief erlassen. Blumenreich aber stellte sich der Behörde zur Verfügung, nachdem ihm freies Geleit gewährt worden war. Es begann eine langwierige Untersuchung, die erst Anfang Juni d. I. zun, Abschluß gelangle. Zwei Monate später wurde von neue», die Verhaftung Bluinenreich's, der sich auf Sieisen befand, verfügt und zun, zweite» Male siellie sich der auch diesnial steckbrieflich Gesuchte der Slaalsanwallschast. Er wurde in Untersuchungshast genommen, aber»ach fünf Woche» gegen Stellung einer kleinen Kaution enl-. lassen. Ii» Hauptverhandlungs> Termin vertrit, Staatsauwalt S ch ä f f e r die Anklage, als Verlheidiger steht Rechtsanivalt Dr. L ö>v e n st e i» dem Angeklagten zur Seite. Es ist eine beträchtlich« Anzahl von Zeugen geladen, darunter Herr Baumeister Bernhard S e h r i» g. Handelsrichter K a u s m a n» und Hypoihekenmakler R o s e n t h a I. I» der gestrigen Verhandlung, die ausschließlich in der Ver» Iiehmung des Angeklagten bestand, kam die lüderliche Wirthschafd im Thealer All-Berlin und im Theater des Westens zur Sprache;■ eine eingehende Vernehmung fand auch in der Angelegenheit der niannigsache» Wechselgeschäfte statt, mit denen die Macher deS Unternehmens sich zu helfen suchte». Der Gerichtshof vertagt« schließlich die Verhandlung auf heute, Sonnabend Vormittag 10-/» Uhr. Polizeiliches Eingreifen bei konzesstonirtrn Betrieben. Der Chemiker Dr. Behrens hatte gemäß der§Z 16 und 17 der Gewerbe-Ordnung die Erlaubniß zum Betriebe einer Essigsäurefabrit erhalte», ivobei man ihn» gewisse Bedingungen gestellt hatte. Da sich die Anwohner der Fabrik über die der Esse entströmenden Gase beschwerten, veranlaßt« der zuständige Landrath ei» sogenanntes Nachkottzesstouirnngs-Verfahre». Die Bedingungen sollte» verschärft werde». Zugleich erließ aber der Landrath auch eine polizei- liche Verfügung auf grund des tz 10 II 17 des Allgemeine» Laudrechts, worin er den» Dr. Behrens untersagte,»och ferner die gesundheitsschädliche» Gase den, Fabrikschornstei» entströmen.zu lasse». Die Klage beim Bezirksausschuß blieb ohne Erfolg. Da» Ober-VerwaltnngSgericht setzte jedoch die polizeiliche Verfügung außer kraft. Weu» dem Unternehmer eines Gewerbebetriebes der im tz 16 der Gewerbe-Ordnung gedachten Art die Konzession dazu »nler bestimmte» Bedingungen erlheilt sei. dann könne die Polizei- bchörde gegen ihn keine Verfügungen erlassen, die darüber hinaus- gingen. Genügte» die gestellte» Bedingungen nicht, so sei nur durch das Versahren der Naehkonzcssioniruug Abhilfe zu schaffe».' Ein„iciischenfvenndlichcr Aktionär. I» den, GeschästS- berichte einer Aktieugesellschast war vorgeschlagen worden, aus den, Reingewin» den Betrag von 10 000 M. zur Gründung eines Be« aniten- UnterslützuugSsondS für außergeivöhnliche Nothsälle zu ver- wenden. In der Generalversammlung beantragte der Aktionär A. die Verwerfung jenes Vorschlages und entsprechende Erhöhung der Dividende. Die Generalversaiumlung genehmigte jedoch die im Ge- schäftsberichle vorgeschlagene Gewiuuvertheilnng. Diese» Beschluß focht A. in» Wege der Klage als ungiltig an und erstrilt ein obsiegendeS' Erkenntniß. Das Reichsgericht führte»ach Millheilung der „Dtsch. Jur.-Ztg." aus: In, vorliegenden Falle ist die Anlegung eines llnlerstützuugsfouds nicht statlhast. DaS Handelsgesetzbuch schreibt nur den öteservefondS zur Deckung bilanzmäßigen Verluste«: vor, während das Statut der Gesellschaft nur noch de» Erneuerungs- fouds zuläßt und im übrigen den BertheilungSmoduS bestimmt. Hieran ist die Generalversammlung gebunden. Tie ethischen und wirthschasilichen Gründe für die Bildung eines Unterstützungssonds sind durchaus anzuerkenue». Was aber gesetz- und statutenwidrig ist, wird dadurch nicht zulässig, daß es nützlich und sittlich oder sozial geboten ist. Dies kann nur dahin führe», daß die Gesellschaft ihr Statut entsprechend ändert. Der Staat ist wieder einmal gerettet ,1 indem das Schöffengericht zu Ebers walde de» Arbeiter- Gesangverein zu Heegermühle für einen politischen Verein erklärte. Diese kleine Vereinigung hat den preußischen Behörden schon recht viele Mühe gemacht. An, 22. Februar dieses Jahres wurde der Vorsitzende, Genosse Körsten, von, Schöffengericht in Ebersumlde zu 60 Mark Geldstrafe verurlheilt, weil eres unterlasse» hatte, der Polizei das Mitglicdcrverzeichniß einzureich«., und weil er serner der Polizei die„Versaminlunge»(d. h. die Gesangstunde») nicht angezeigt hatte. Auf die eingelegte Berufung erkaiinl? das Landgericht a», 5. Mai auf Freisprechung. Gegen dieses Erkenntniß legte der Staatsanwalt llievisivu beim Kammer» gericht ein und die? erkannte am 19. August das freisprechende llr- theil i» den, erste» Punkte als zn Ltecht erfolgt, da Verjährung ein- getrete» sei. Wege» des zweite» Theils der Anklage erfolgte Rück- Verweisung an das Landgericht zur nochmaligen Beweiserhebung, ob der Verein eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten bezwecke.- Sit der»Ittfangrelchen BeiveiSaufnnhm«(eZ waren sieben Zeugen, eiiiter ihnen der Kandidat des Kreises, Genosse Bruns geladen) war der H a u p t b e l a st» n g s z e n g e ein Schuhmacher D ö l f s ans H e e g e r in ii hie. Er gievt an, früher Verlranensmann der sozialdemokratischen Partei gewesen zu sein»nd als solcher auch einmal eine Unterst ii tz u n g von der Parlei erhalten zn haben. Er habe dann sein Geschäft erweitern wollen und sich zn diesem Zweck ein Darlehn bei dem sozinldemokralischen Parlei- vorstand erbeten; an dieser Stelle sei das Gesuch aber abgelehnt worden. � Er sei in Roth gewesen und habe darum bei der ch r i st l i ch e n P a r t e i nm Unterstützung nachgesucht und solche auch erhalte», infolge dessen babe er sich dieser Partei an- geschlossen. Seines Wissens sei der Gesangverein ans Betreiben des Sozialdemokraten Bruns gegründet, nm sozialdemokratischen Zwecken zn dienen, und bei den Sitzungen des Vereins seien auch politische Gespräche geführt worden. Hauptsächlich ans griind dieser Aussage glaubte der Gerichtshof dem Antrage des Staatsanwalts folgen zn müssen; es verurtheilte den Angeklagten zn 30 M. Geldstrafe und Suchen Kosten, da schon das Singen sozialdemokratischer Lieder eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten bezwecke. Zwei auffallend harte Urthcile wurden vom Landgericht Dresden gefallt. In einein Falle soll während des Streiks der Arbeiter der Tischleret von Roch in Pillnitz ein früher dort be- schäfligt gewesener Tischler einem dort als Arbeiter thätigen M u s i k e r(!) ans der Straße zugerufen haben: Das ist daß Luder, das uns die Arbeit wegnimmt. Der betreffende bestritt, da mehrere bei der Gelegenheit zusammen waren, so geschimpft zn haben. Ursprünglich hat der„Bedrohte" auch einen andern als den Missethäter angegeben; jetzt ivollle er aber den wahren b e st i in m t(!) wieder erkennen. Das Gericht sprach trotz dieser Sachlage eine Veriirtheilnng zu einem Monat G e f ä n g n i ß ans. Ein anderes Bild. Fünf Arbeiter kamen eines Abend? an? einer Gewerkschaftsversammlung in Radebenl. Unterwegs rissen st« etliche nm Fußweg stehende Haufen Ziegel um, so daß dem Eigenlhümer desselben ein Schaden von etwa 90 M. erwuchs. Sie sollen diese Dummheit in der Aiifregiing, in welche sie durch jene V e r- f n Iii in l ii ii g versetzt worden waren, begangen haben.(!) Einer der fünf wurde zu vier Monaten, die andere» vier zn je zwei Monaten G o f ä n g u i ß vernrtheilt. Die That streife hart an Landfriedensbruch(!). heißt es im Urtheil. Die Venirlheiltc», welche zum t h eil Familien- väter sind, habe» über 2 Monate in Untersuchung gesessen, und davon ist ihnen nur ein Monat angerechnet worden! Diese Nechlsprechnng befindet sich zweifellos mit dem Rechts- bewußtsein des Volkes in offenbarem Widerspruch. DevfttmntlunZen. Uever die. bevorstehenden Gtadtverordncte»- Wahle» teferirte der Kandidat für den 3. Kommiinal-Wahlbezirk Genosse A n t r i ck in einer Volksversammliing, die am Donnerstag bei Zühlke, Dennewitzstraße, tagte. Der Referent, der in treffender Weise den „Liberalismiis" der freisinnige» Partei, die für den 8. Kommunal- Wahlbezirk den Rechtsanwalt Markgras als Kandidaten ausgestellt dal, kennzeichnete und das Verhalten dieser Partei im„Rothen Hanse" gegenüber den Anträgen der sozialdemokratischen Vertreter einer herben aber verdienten Kritik unterzog, gab schließlich der Meinung Ausdruck, daß bei genügender Bethäligung der Partei- genossen auch dieser Bezirk für die Sozialdemokratie gewonnen werden wird. Mit dem Hinweis auf die Bedeutung der verschiedenen kommunalen Einrichtungen forderte der Redner die Versainmelteii eindringlichst ans, eine rege Zlgitation zn entfalten und in jeder Weise thätig zu sein, damit die Wahl im Interesse deS arbeitenden Volkes entschieden wird. Eine Diskussion über die niit lebhaftem Beifall anfgenoninienen Anssührnngen wurde nicht beliebt. Nachdem noch zur Äetheilignng an der Flngblaltverlheilnng aufgefordert und ans die am Sonntag Mittag 12 Uhr und Montag Abend 3 Uhr im Königshof, Bülowstrnße, stattfindenden Versammlnngeii hingewiesen worden war, erfolgte der Schluß der Versammlung. Arbeiter- Sängcrbnnd Berlins niid Umgcgeiid. Am 31. Oktober fand eine Aiisschnßsitznng de? Bundes statt. Vor Beginn derselben theilte der Vorfitzende mit, daß der Vorstand es für gut befunden habe, auf dem Sarge des verstorbenen Ab- geordneten Grillenberger im Namen des Arbeiter-Sängerbundes Berlins und Umgegend einen Kranz niederlegen zn lassen. Der Ausschuß erklärte sich hiermit voll und ganz einverstanden. Be- schloffen wurde, das StiftnngSfest am 1l. Dezember stattfinden zu lassen. Sechs Vereine, welche ansgcloost sind, werden sich programmmäßig bethetligcn. Der Vorstand ist beauftragt, nur gut« Kräfte(Solisten) zu engagiren, sowie für gute Musik zu sorgen. — Von feiten des Vorstandes wurde beantragt, der Arbeiter- Samariterkolonne 1b0 M., den im Lohnkampf sich befindenden englischen Maschinenbauern S00 M. aus der Bnndesknsse zu über- weisen. Der Ausschuß beschloß demgemäß. Vom Vorstand wurde zum Schluß berichtet, daß die Angelegenheit des Vereins„Wacht aus" in Pankow geklärt und beigelegt sei. Der Verband der Buchbinder ehrte in seiner letzten General- Versammlung vor Eintritt in die Tagesordnung daS Andenken des verstorbenen Mitgliedes Sachse. Hierauf erstattete Brückner den Geschäftsbericht des Vorstandes. Die Zahl der männlichen Mit- glieder ist im 3. Quartal von 1183 auf 1182 gesunken, die der weiblichen von 602 auf 627 gestiegen. Dem Kassenbericht zufolge war eine Einnahme von N5S,30 SN., eine Ausgabe von 2312,92 M. zu verzeichnen; an die Zentralstelle sind 3142,38 M. abgesandt worden. Die Loknlkasse vereinnahmte außerdem 2724,47 M. und verausgabte 1l77,83 M. Dem Kasstrer wird Decharge ertheilt. Durch den Zlrbeitsnachweis erhielten 109 männliche und 162 weib- liche Mitglieder Stellung.— Als 1. Schriftsiihrer siir die Orts- Verwaltung werde» Z e I in» r, als 2. Schriftführer Frl. Ketten- dach gewählt; außerdem werden in den Vorstand gewählt: Gerlach, Klappe und Frl. Blankenburg. Die Glaser wählten in einer öffentlichen Versammlung Mertens, R o ch o w und Fisch,»m die Abrechnung des Ver- traiiensmannes zu revidiren. Mit der übrigen Thätigkeit desselben erklärte man sich einverstanden. Eine öffentliche Steiiiarbelter- Bersammlniig tagte am 4. November im„Englischen Garten" in der Rlexanderflraße. Zur Tagesordnung stand Ergänzungswahl rcsp. Neuwahl des Zentral- Ausschusses. Es wurden Ger st en berger, Wille und Fischer als Zentral-AnSschiiß gewählt. Nachdem Mietschke, Zentral- Geschäftsleiter der Steinarbeiter, über den Streik der Maschinenbauer Englands ein übersichtliche? Bild gegeben, beschloß die Versanimlung, sofort 200 M. abzusenden und verpflichtete die Berufskollegen, die allsonnabendlich ansliegenden Sammellisten recht regsam in Anspruch zu nehmen. Zum Schluß wurden UnterstütznngSgesuche besprochen und darauf angekündigt, daß künftig im„Steinarbeiler" die Ver- fammlungen ebenfalls bekannt gegeben würden. Ter Verband der Korbmacher hielt am 1. November eine außerordentliche Mitgliederversammlung in den ArminhaNcn ab und beschäftigte sich mit dem Ausstand der Kollegen in der Kngelkorb- brauche. Der Vorsitzende machte bekannt, daß ans griind deS Be- schlnsses der öffentlichen Versammlung, die den Minimalloh» pro Kugel korb auf 4,ö0 M. festsetzte, sämmtliche Kollegen in den Werlstätien von Zimmer, Rösemann, Bunzel und Schmidt u. Co.. Krautstraße, die Arbeit niederlegten, da in diesen Werkstätten nur 4 M. gezahlt wurden. Zur Zeit befinden sich noch 106 Korbmacher im Ausstand, davon gehören 62 dem Lokalverband. 18 dem Holzarbeilerverband an. 26 sind unorganisirt. Zunächst wurde ein Antrag Glöckner an- genommen, welcher lautet: I» anbetracht der günstigen Lage des Streiks erklärt die außerordentliche Mitgliederversammlung denselben für berechtigt. Es wurde beschlossen, die Unverheiratheten mit 12 M., die Verheiratheten mit 15 M., desgleichen auch die Un- organisirten. pro Woche zu unterstütze». Streikbrecher sind bis jetzt nur wenige vorhanden._ De« Arbeiterverei» von Stralan, Rummelsbnra«nd Umgegend hielt am Sonntag, den 31. Oktober, sein» General- Versammlung ab. Der Kassenbericht ergab: Einnahme 301,45 M., Ausgabe 243,05 SN., bleibt ein Bestand von 53,40 M. Im ganzen wurden im vorigen Jahre 773,95 M.«ingenommen und 715,75 M. verausgabt. Dem Knssirer wurde Decharge erlheilt. Ans der Vorstandswahl gingen die Genossen A. Oehlling als I. Vorsitzender, M. Bröcker als Schriftführer und M. Bitterhoff als Knssirer hervor. Als Kassenrevisoren wurden die Genossen G. Berger, Bänsch und Gebauer gewählt, ebenso wurde G. Berger als Bibliothekar wieder- gewählt. Nachdem noch verschiedene Vereinsangelcgeuheiten geregelt wurden, wurde die Versammlung geschloffen. Frelvellgiöf« v«m«ind». Sonntag, den 7. November, vorm.» Uhr, im groben Fetlsaal der Berliner Ressource,»ommandantenslr.«?: Versammlung. Fretrellglöse Vorlesung. Um II Uhr vorm. ebendaselbst Vortrag de» Herrn Woldert Manafse:„Weitere« vom Papslthum". Gäste willkommen. Soi>aIde,»»Ur»tlsch»r Zlgitatlo»»»-r«>>» siir den zpnblbrei» Stralsund franiI-nrg-Niige». Sonntag, den 7. November, vorm. 10 Uhr, bei Mörschel, iidenstrabe 3«; BereinSsttzung. xand»>na»»schnft der K NN»»N>ig-Hol Seiner. Heule, Sonnabend, Herbste lränzchen tu S. sieuerstein'S ffestsälen, Slste Jatobstr. 75. einsang 8>j Uhr. Ssteatervereln„Shalia". Heule Abend Sitzung und Probe Küstriner Platz» bei Pause. Klerein der Anchdrnister»nd Schristglefter siir ztlrdors-Krlfe. Sonntag, den 7. November, nachmstlag« 1 Uhr, Versammlung in der Vereinsbrauerei, Hermannstr. Zi<— l». Vortrag de» Herrn Dr. Jacobt über: Tuberkulose. ZSIetallarbriter in Prltj. Sonntag, den 7. November, mittag« 2 Uhr, grobe öfscnlllchc Versammlung bei Herrn Dorn, Bürgersir. t. Dagegordnung: Ter Rlesenkamps der englischen Maschinenbauer. Reserent Genosse Timm- Berlin. zierband»er tn Aol,b»arb»lt«ng»-Labril>»n„nd ans HoizplStsen beschnstigte» Zlrbeiter Kentschland«. Filiale Berlin I. Monlag, den 8. Nov., abends 8\ Uhr, lm Lolale de« Herrn Wtlt«, AndreaSslr. Mitglieder- Versammlung. Borlrag dcs Genossen Jahn. Vevmifrszkes mmr MsAr« t. Kork wälder in Algier. Der französische Staat besitzt in Algier eine Fläche von 281 402 Hektar, die mit Korkeichenwald bestanden ist; davon sind 163 669 Hektar ertragssähig. Im Jahre 1396 wnrdeii 22 073 Zentner Kork gewonnen und da siir ein Preis vo» rund 700 000 Fr. erzielt.— — Die Frage, ob Röntgen- Strahlen irgend- welchen Einfluß auf Bakterien au Süden, beantwortet I. Witllin im„Ceulralblntt für Bakteriologie mid Parasitenkunde" an der Hand eingehender Versuche mit N e i n. Auch der Nährbode» der virschiedensten Bakterien wird in keiner Weise vo» den tliöntgen- Strahlen beeinflußt; er ist, längere Zeil dicsen Strahlen ausgesetzt, noch eben so für weitere Eutwickelung von Bakterien geeignet, wie vorher.— — Wie Präsident Steyn im Volksraad feststellt, sind im ganzen Gebiet des O r a n j e- F r e i st a a t e s durch die K o ch' s ch e Impfung Dreiviertel des gesammten Rindviehbestandes von der Seuche bewahrt geblieben.— — In B r ii ss e l grassirt das Nesselfieber in hohem Grade.— — In Raab(Ungarn) stürzten bei einem Brande eine Mauer und ein Schornstein zusammen. Sicht Feuerwehrmäiiuer und drei Soldaten wurden schwer, zwölf Feuerivehrmäuner und fünf Soldaten leicht verwundet.— c. e. Am Allerseelentag wurden in Madrid sieben Per» s o n e n durch ein durchgehendes Gespann schwer verletzt.— — Bei einem Schadenfeuer sind in A m st e r d a in 3 Kinder verbrannt.— — In Pforzheim erdrosselte ein 41 jähriger Jäger seinen 10 Jahre alte» Sohn und erhängte sich hierauf an der Bettlade. Der Mann war über de» im August ersolgle» Tod seiner Fran tiefsinnig geworden.— — Gold im Ruß. Im Jahre 1885 wurde für fast 800 M. Gold aus dem Russe gewonnen, welcher sich im Laufe der Jahre in de» Schornsteinen der Münze in London angesammelt halte. Die Berliner Münze gewann dreimal soviel ans ihrem Schornsteinruß, Raphael n. Sönner in Liniehouse, deren Goldschmiede-Werkstatt die größte in der Welt sein soll, erhalten jedes Jahr für über 1100 M. aus ihrem R»ß, und in den Gold- und Silberminen verschiedener Orte der neuen und allen Welt werden auf gleiche Weis« große Mengen Edelmetall geivoniieu.— — Von der serbischen Post. Bei dem letzten Hayduken- firozeß kam auch ein llhrenraub zur Sprache. Der Pope, dem man ie genommen, verlangte sie vor Gericht zurück. Der Angeklagte er- klärte, sie müsse bei den„Akten" sein. Der Präsident ließ nach- sehen. Nachdem man eine ganze Zeit lang gesucht, fand man zwar nicht die Uhr, aber eine Spur.„Herr Pope", sagt« der Präsident etivas verlegen,„eine sehr sehr nnangeiiehme Geschichte. Man nahm die Uhr tbatsächlich dem Bauern weg und schickte sie Ihnen, damit Sie ihre Identität feststellen sollten. Ans d e r Post ist die Uhr verschwunden— sie wurde gestohlen und ist leider nicht mehr zum Vorschein gekommen".— Eingelanfene Druckschrift«»«. Tie„SoilaliSIkcheii Monntohest,"(Redakilon und Verlag: Birlln KW., Marlevstr. 13) haben loeden ihr lo. H-sl erscheinen lassen. Tasselb««mhäll eine lrttisch« Betrachlrnig Georg Ledebour'« über dl« Stellung de« soztaldeino. rralischen Partettage» zu de» preußischen LandlagSwablen. Ferner wird In lbi» die Arillelserie über den Slniid der sozialistischen Bewegung ln de» ver schlcdenen Nultursloaten, welche berett« In Stnzeldarliellungen de» Sozialismus ln England, JlaUen, Ungarn, Spanten und Queensland behandelt hat, in diesem Heste songesetzl durch die Studie: Ter Sozialismus in Polen ans der Feder von Dr. Rosa Luremburg. Ter überaus relchhaltige Inhalt des elegant autgestatteten Heste» ist inSgesammt der folgende I Georg Ledebour: Ter Hamburger Parteitag und die preußischen LandiagSwahlen.— Hugo Ernst Schmidt: Zu Arnold Böcklin'S siebzigstem Geburtstag.— Saverio Merltno: EozialtSmu« und sozialistische Tokirin.- Carl Legten: Tie Bedenlung der ManisesteS.— Gustav Landaaer; Tie«narchistenhetze ln Spanien.— Wilhelm Bölsche: Tie sozialen Grundlagen der modernen Dichtung.— Dr. Arthur Mütberger- Noch einmal Ernst Busch.— Dir« Troelsira: Ter Steg der sozial- demolrattschen Arbetterpartel in den Niederlanden.— Rundschau: Bücher Revuen.— Ein Selbstporträt Böcklin'Z ist beigegeben.— Tie Bettage der „Sozialistischen MvnalSiiesie",„Ter sozialistische Student" wird der alademi- jchen Ferien wegen diesmal etwas später erscheinen. Tie„Sozialistischen Monaitdesie" kosten pro Quartal l,5v M.; Elnzelheft 60 Pf. Zu beziehen durch all» Buchhandlungen, Kolporteure und Postanlialteu. „Jucht» für soiiale Krlrhg»d„»g>>»d Ptatiftiß". TaS neueste Heft dieser Zeil-chrlst sBcrlin, Sarl Heymann'S Verlag) hat folgenden Inhalt: Abhand- luugen: Tie Soztalpolttti de« Handetsstande« und da« deutsche HaudelSgesetz- duch. Von Wolsgang Heine. Rechtsanwalt tu Berlin.— Tie engltichcn Sewerk- veretne nach ihrem Ivtrlhschafltichen Werth. Bon Sidney und Bcairtce Wedb tu London. Die amerikanische Arbctterstatisttl. Bon Pros. Edward W. BemiS ln lihlcago.— Tie osterrcichtsche Handwerker Gesetzgebung. Von Dr. Richard Schüller in Wien.— Gesetzgebung: Belgien. Der Eniwurs elneS Gesetzes über BcrnsSvereine. Bon Pros. Dr. Snitt Banderveide ln Brüssel.— TeuischeS Reich. Tie Bekanittmachung des Bundesraths vom 31. Juli 1697, betreffend die Einrichtung und den Betrieb der Buchdruckereion und Schriftgießereien. Von Pros Dr. F SriSmanit in Zürich— Wortlaut der Bekanittmachung, betreffend die Einrichtung und den Berrtcb der Buchdruileieien und Schriftgießereien vom ai. Juli 1997.— Worilau: de« Handelsgesetzbuch« vom 10 Mai i-o? VI. und VN. Abschnitt.— Großbritannien. Tie Gesetzgebung zur Verhütung von Grausanikeilen gegen Kinder. Von Tr Adoll Lenz, Prtvaldozent in Wien.— Schweiz. Tos waadlländische Gesetz, betreffend da« LehrlingSwese». Eingeleitet van Otto Lang. BezirtSrichler in Zürich.— Wortlaut des waadtländischen Gesetze«, beircffend da« LehrltngSwesen vom»I. November 1897.- MiSzellen: Die Sialistil der Unfall-, Jnvalidttäi«-, Alters- uns Krankenversicherung im Teuischen Reich für da« Jahr>895. Von Dr. Ernst Lange in Berlin— Tie Grundsätze für die Ausbildung der preußischen Scwerbe-Jnspetlion. Bon Tr. F. Schiller, eidgenössischeni Fabrilinspetlor in Molli«.- Wortlaut der Bo>- dildung« und Prüfungsordnung für die preußischen Gewerbi-AufsichtSbeamten. - Snasihaten im Hambnrger Hafenstreil Bon Pros Tr Ferdinand TönnieS ln Hamburg— Ter Vollzug de« schweizerischen Fabrilgesetze« Von 5. Raes. KantoiiSstaristiker in Aarau.— Literatur: Neuere Schriften üver die Konsettions- industri» Beiprochen von Tr. Alsred Weber in Berlin. Aschroit, 1'. F.. VollS- biblioibek und VollSlelehalle Beiprochen von Ernst schultze in Berlin.— LviiiS Frank, Tr. Keifter. LouiS Maingle. L'assuranco maiernello. Besprochen von Lily Braun in Berlin. „Per soiinliitilch- Ktudrnt"(Redaktion und«erlag: Berltn KW., Marien- straße 13) hat soeben sein 7 Heft erscheinen laffen. Dasselbe hat folgenden In- hall: VeruS: Tie Studentenschaft und der Sozialismus. � Gabriele d'Annunzto: In der Eampagna.— A. Bernhardt: Ter Fall Teffotr.- H a n« Ha r l w i g: KöntgSberger Brief.— Professor Slisse R e c l u S: Eiillge Worte über historische Thatsachen.— Rundschau: Von den Hochschu'.en.— Frauenstudium.— Bon unseren Professoren.— Unsere Be- tveguug. Preis der Einzelnummer 10 Pf., pro Quartal 30 Pf. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Kolporteure und Postanftalten. „Ter so, lalisttfche Student" erscheint auch al««eilage der„Sozia- ltsttschen Monatshefte"; PrelS pro Quartal(lnklufkv« Beilage) 1,70 M. Briefkasten der Redaktion. Die snrifiische Sprechfiiinde findet am Montag, Dienstag und Touiiabend abends von 6 bis 8 Uhr statt. R. F. 200, Poppeubüttel. 1. Führt erbberechtigten Titel. 2. Wir haben noch nicht probirt. 3. Nein. 4. Alles muH wieder zurück, nichts kann entrinnen. Sie schätzen die Anziehungskrast unserer Erde sehr niedrig ein. E. N. I. Uns unbekannt. 2. Im Jahre 182S durch eine englische AaSgesellschaft. H. D. Wenn Sie so weiter dichten, komm! Ihnen die Geschichte monatlich wenigstens aus 1 M. 30 Ps. zu stehen. Haben Sie denn keine andere Verwendung für Ihre Groschen? R. R. 19. Uns ist das MiUel nicht bekannt. Kaiser. Das läHt sich mit zwei Worte» nicht ausdrücken. Bieffeicht bringen wir einmal im„UnterhaltungSblatt" etwas darüber. Meyer. Der Lehrer war zur Bestrafung des Schiiliiiädchens wegen Vergeblichkeit durch Entziehung des Frühstücks nicht berechtigt. Die Eltern können sich beschwerdeführend an die Schuldeputntion wenden.— Prinzen- Aller. Da weniger als 235 Marken geklebt sind, besteht lein Anspruch auf Rückerstattung seitens der jungen Frau.— Ware» i. Mecklenburg. Für Gefangene wird nicht geklebt, die betreffende Zeit zählt also nicht als Klebe- zeit.— 91. G. 78. Der Strafantrag wegen Beleidigung irnih innerhalb 3 Monate seit KeimtniH von der Beleidigung gestellt sein.— O. S. i». Nein. — A.>2. 8. 1. Meist nein; in der EnlbindungSgnstalt(Dorath eenstigf«) ist mehr Aussicht. 2. Rein. 3. Die entstandenen. 4. Die Mutter hat l-ie Sechswochen- und EntbindnngSkosten, der Vormund die Alimeiitc ein» zuklagen. 5. Sie kann einen dahingehenden Antrag an das Boriimndschaits. gcricbt und den Waiseurath stellen. 6. Das ist schwer möglich, viclleicbl unterbleibt die Anzeige infolge des Antrags zu 5.— Hanschtc. Die G» sellschaft würde den Prozeh gclvinncn.— W. 77. Sie lönnen gegen dU Verfügung Beschwerde einlegen. Die Beschwerde ist an den Oberpräsidentcii zu richten, aber an das Polizeipräsidium einzusenden oder dort abzugeben — B. R. 500. Sie mühten auf Auszahlung des Kapitass nebst 5 pEt. Zinsen seit erreichter Volljährigkeit klagen.— A. St. Weder ist das eme Erpressung noch das andere strafbare Deminziation. WltternngSIibcrstcht vom 5. November 1897. Wetter-Prognose fttr Toniiabeiid, den 6. November 1897. Ein wenig wärmer bei schwache» westlichen Winden und zu« nehmender Beivölknng; keine oder unerhebliche Niederschläge. Metallarbeiter-Tcrbnnd. Berwaltniissstclle Berlin. Todes-Auaelge. Am Mittwoch, den 3. November, starb miser Mitglied, der Schloffer ilulin» Knapp. Ehre seinem Andenken! Die Bccrdigimg findet am S -onntag, den 7. November, nackin. 3Vj Uhr, von der Leichenhalle des Kirchhofes in Pankow, Spandauerstrahc, aus statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht lg 1/20 Die Ortsverwaltung. Iteutsober Metallarbeiter V erband. Bcrwaltungsstelle Berlin. Todes Anselme. Am Donnerstag, den 4. November, starb unser Mitglied, der Gürtler Franz Krüger. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 7. November, nachmittags 1 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes, Hennannstrahe,, ans statt. Um zahlreiche Beiheiligung ersucht 192/12 Die Ortsverwaitnng. Bin Nach Weimiicistersir. 18, an der Roscnthalerstrahe, verzogen. f1S77b ldr. Kalisclier, prakt. Arzt«lid Spezinlarzt für Haut- und Harnleiden.__ Ein Brief n»S Amerika kmit der Adresse: F r a» Schulz. Wrangel- strahe 72) ist gestern, Donnerstag, abends von 6—7 Uhr, im Stadibahn- zuge(Warschaucrstrahe— Moabit) liege» geblieben. Um gefällige Zurück- gäbe desselben an Fran Schulz wird höflichst gebeten._ _ Achtung! Telegraphen-Monteure mid vcren Hilfsarbeiter. Wir machen darauf aufiilerksam, dah am Sonntag, den 7. November, vor- mittags lv Uhr, eine Bersaniiiilnng im Lokal Sophienstr. 5 b. Jmmeildorf, stattfindet. Zahlreiches Erscheinen ist erwünscht.___ 13986 Ürterlnitttts, 83SÄSS tpottvtllig. Pfandleihe. Ncaudcistr. ii. Jeden Sonnabend Gänic-Ausspiclcn bei Vocl». BreSlauerstr. 9. Kranken-n. Begräbnisskasse der Berk Gttrtlern.Bronzeare (E. H. 60). Die Beerdigung des am 4. d. M. verstorbenen Mitgliedes Gürtler ITranir, Krliger findet am Sonntag, den 7. November, nachmittags 1 Uhr, von der Leichen» halle des St. Thomas-KirchhofeS auZ statt. Um rege Betheiligung bittet, 16766 Der Vorstand. Orts-Krankenkasse der KUrscliner o.verw. Gewerbe, Montag, den 8. November er., abends 8l/i Uhr, im Restaurant deS Herrn Miethe, Mcndelssohnstr. 9: Ordentliche Getteralversamikiliiiig der Delegirte». Tages-Ordnung: 1. Verlesung der Dclegiitcn- Präsenz- liste und des Protokolls der Generali Versammlung v. S./4 97. 2. Statntenändcruiig(Ausnahme de» Haiidlungsgehilfen und Lehrlinge) 3. Bericht über den Antrag:„Di» Krankenuiiterstützung aus 20 Wochen auszudehnen." 4. Wahl von 3 Revisoren(1 Arbeitgeber und 2 Arbeitnebmcr). 5. Wahl von 3 BorstandSmItglicdern (1 Arbeitgeber u, 2 Urbettnehmer). 6. Regelung der Krankciikoiitrolle. 7. Naturarztsrage. 8. Wie stellt sich die Generakversamm- lung zur Auflösung der Kasse, um zu einer Zentralisation sämuitlickier Orts-Krankenkaffcn Berlins über- zugehen? 96 8 Um pünktliches Erscheinen der De- legirtcn ersucht Der Vorstand. Wilh. Frey er, Vorl., Heiuersdorserstr. 6. Llilhbillhtr ü. um. Penise. Heute, Somiabcnd, abends 8>/, Uhr, im Lokale Oranienstrahc 180, Burbe- sprechung der organis. Tcleg. d. Qrtok. V.nr nenen Bicrglocke. Konimaudaiitenste. 05"4Hj neben Eafs Watzel. Jeden Sonnabend Abend: Slrostes Gäuse-Zlnsspielei». 1690b.1«»«. t-'iriilce. Für Schiildc», die mein Sohn Kurl Rndelt machen sollte, komme ich nickt auf. Wwe. fftndelt, Namiynstr. 87. IRvTRtv'{ 1G8W Adiniralstr. 18c, bei Möhring, feiert der Ranch-Club„Virginia"(jUitgl.d.Arb.-Ilanclierbd."! sein Stlftunjfs-Fest.(sxtra inter. Vorträge! Tanz? Fidelitus! Gäste willkommen! BillctS bei Schnieder. Ncstauratcur, Admiralstr. 21. GesltiÄftkS-Evöffnnttg! Freunden»nd Gönnern zur gefl. Nachricht, duh ich das Weih- u. Dainsch-Vjer-Zoknl des Herrn Ziilisojiski, Naun»znstvn�ze<57, 31711.« übernommen habe und in bisheriger Weile, mit grofscm Frühstücks-, Mittags- und Abriidtisch z» zivile» Preisen, iveitcrführcn werde. Achtungsvoll Mo Müller, Gastwirth, Namiynstr.;]7. Park-Restaurant„Johaanistbal" |Pnrtstt. 12/13' FfttZ Halt 12 13 Jeden Sonntag: Anfang 4 Uhr. Empfehle meinen Saal, 800 Personen saffcnd, zu allen Bcrsaiiimluiigen und Festlichkeiten. � 3397L« k'riiM kau, Gastwirth, früher Skalifferstr. 120. «ercinlivortkicher Redakteur:«ugnst Jacebey in Berlin. Für den Jnseratentheil verantwortlich: Td. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max«ading in Berlin. gt.26o. a mm. 2. Ktilllge des Joniitts" Kerlmer DcksblM sm>'dt»d.s.NmMrl897. Volkstvirthfrhnftlirhe Munvfihelu. Die ueueste» Vorgang e in der Zuckerindustrie. (Die allgemeine Prämienerhöhung 1896.— England nnd feine Znckerrohr-Kolonien.— Der amerikanische Differentialzoll.— Die viingdildnngs-Versnche.) —ms. Eine ljciinifchc landwirthschaslliche Industrie, die nicht nur den heimische» Markt linninschräukt beherrscht, die vielmehr auch in fremde Absatzgebiete von Jahr zu Jahr mehr vordringt, ist heute natürlich in alle» Ländern des europäischen Kontinents ein verhätscheltes Schoohkind der Wirthschafispolilik. Ueberall fürchtet man die iiberseeische Landwirlhschast als den Ruin unseres Älcker- baues. Aus seinen Ltübenfeldern dagegen scheint das alternde Europa Kraft zu überlegenem Wettbeiverb auf einem der ansdehnungs- fähigsten Märkte der Welt zu sauge». Schritt für Schritt hat in de» letzten Jahren der europäische Rübenzucker den überseeischen Rohrzucker von seiner einstige» Monopolstellung zurückgedrängt. Noch vor vierzig Jahren lieferte die europäische Produktion für den Zuckerkonfnm kaum mehr ivie zehn Prozent; heute rverde» zwei Drittel der Wellmarkt-Nachfrage vom Rübenzucker befriedigt besetzt, obwohl diese Nachirage selber sich riesenhaft ansgedebnt hat nnd weiter ausdehnt. Nur wenn es gelänge, das Petroleum als Lencht- sloff durch den Spiritus zu schlagen, so wäre der europäische» Landwirlhschast, in erster Linie abermals der deutschen, ei» zweites Feld zu ähnlichen wirthschafllichen Triumphen erschlossen. Vorläustg wenden stch unsere Landivirlhe immer stärker dem Rübenbau zu, je verlustbringender und hoffnungsloser der Getreidebau scheint. Alle Staaten fördern diese Entivickelung durch Staatsunterstützunge», be- sonders in Form der Ausfuhrprämien. Die deutsche Zuckerproduktion arbeitet bereits zu zwei Dritteln sür den Export. Wenn neuerdings trotzdem der Eifer für staatliche Zuschüsse eine merkliche Abkühlung erfahren hat, wen» sogar unsere Zuckerindnstrie selber mit dem künftige» Wegfall der Prämien zu rechnen beginnt, so trägt Deutschland eine» Theil des Verdienstes, freilich wider Willen. Mit seinem letzten Zuckersteuergesetz, das sich in der Be- gründnng auf die höheren Prämien des Auslandes berief, gab es de» Anstoß, daß Oesterreich und Frankreich sofort auch ihre Prämien steigerten und sich dabei natürlich wiederum aus das Aorgehen Deutschlands steiften. „In jüngster Zeit— heißt eS in den österreichischen Motiven— hat Deutschland, welches in dieser Beziehung in erster Reihe in betracht kommt, eine Verschärfung der Situation dadurch herbeigeführt, daß es eine namhafte Erhöhung der bereits be- stehenden Aussuhrprämien beschlossen hat... Es ist klar, daß unter den so wesentlich geänderten Verhältnissen die in Oesterreich- Ungar» thatsächlich geleistete Slusfuhrprämie„nicht mehr ausreiche» würde, um gegenüber der deutschen Konkurrenz ans dem Wellmarkt nicht zu unterliegen". Was der deutsche Reichstag am Ib. Mai 1896 in dritter Lesung zum Abschluß brachte, machte ihm daS österreichische Parlament bereits im Juni nach. Dann forderte Herr Meline an der Spitze seiner in Bewegung gerathenen Bauern selbstverständlich Frankreich zur„Ver- theidigung" auf. obivohl Frankreich, selbst mit seiner alten Prämie, noch immer an der Spitze der agrarischen Liebesgabenpolitik marschiren würde:„Die von unseren Konkurrenten letzthin ge- troffenen Maßregeln ändern nothwendigerweise die Situation. Es drängt sich die Verpflichtung auf, denselben Weg wie unsere Konkurrenten zu beschreiten. Wir können daher auch unserer- seits nicht mehr umhin, neue Prämien zu bewilligen." Das Konknrrenzverhältniß der drei mächtigsten Zuckerländer zu einander stand so sofort wieder auf dem alten Fleck; nur waren die Steuerzahler überall um ein paar Millionen mehr belastet worden. Drastischer konnte auf keinen Fall und zwar vor den Augen der ganzen Welt bewiesen werden, daß auf dem Wege des gegenseitigen Ueberbietens für den Export der mitteleuropäischen- Staaten• nichts zu gewinnen sei........ Der Beweis wurde noch eindringlicher gemacht durch die Gegenwirkungen, welche die europäische Prämieiipolilik in den Einfuhr ländern, vor allem i» den Vereinigte» Staaten, ab- geschwächt auch in England, hervorrief. Das größte Rübenzucker-Absatzgebiet ist heute England. Vorläufig überwiegt hier noch immer das Interesse der Konsumenten an billigem Zucker, der einen außerordentlich hohen Konsum diesss Genußniiltels zwar nicht ausschließlich bewirkt, aber doch wesentlich befördert hat. Auch ganze Industriezweige, wie die Bisquit- und Jam-(Fr»chtgelöe-)Fabrikation leben wesentlich mit von der heutigen Znckereinfuhr, die infolge der Prämien unter dem normalen Kostenpreis erfolgen kann. Andererseits ist England infolge seiner politische» und ökonomischen Stellung gegenwärtig viel mehr wie früher darauf angewiesen, den Forderungen seiner Kolonien Gehör zu schenke»; und soweit diese Kolonien in ihrem wirthschaft- liche» Dasein von dem Gedeihen der einst so gewinureichen Zucker- rohrplantagen abhängen, geht ein allgemeiner Ausschrei gegen die unlautere, staatlich subventionirte Rübenzucker-Konkurrenz.durch diese Länder. Ihren eigenen Markt können diese wohl durch Zölle schützen, aber die eigene Aufnahmefähigkeit ist wie in allen tropischen Gebieten eine minimale. Alle diese Plantagendistrikle lebten und leben von der Ausfuhr und aus dieser werden sie beim Zucker immer mehr ausgeschieden, weil sie Prämien nicht aufzubringen vermöge». Setzen doch die Ausfuhrznschüsse selber wieder einen stärkeren Inlands- absah voraus, de» man schröpfen und besteuern kau». Die Kolonien müssen daher ihre Hoffnung auf das Mutterland England setze», das den Kolonialzncker bevorzugen und den Rübenzucker mit Aus- gleichszöllen belasten soll. Daß man diese Agitation der Kolonien und der Kolonial- interessenten in England nicht mehr ignorire» kann, beweist die Einsetzung der königlichen Kommijsion zur Unlersuchung des west- indischen Nothstandes. Daß der jetzt erschienene Bericht sich rund- weg für die Forderungen der Pflanzer aussprechen würde, war frei- lich von vornherein nicht zu erwarten, da die Vorschläge eines englischen Untersuchnngsansschusses gewöhnlich die Vorläufer eines entsprechenden endgiliigen Gesetzentwurfes sind. Immerhin ist das ablehnende Gutachten von Sir David Barbour und Sir Edward Grey ein überraschend zahmes; es verwirft die Ausgleichszölle eigentlich nur, weil diese nicht genügend wirksam sein und zu neuer Ueberproduktio» durch die Mehrerzengnng in den Kolonien und da- mit zu neuem PreiSdruck führe» würden. Sir Henry Norman be- fnrwortet dagegen in seinem besonderen Gutachten daS „große Mittet", wie unsere Agrarier in diesem Falle ivahrscheinlich sage» würden. Er wisse zwar, daß seine Ausführungen in England noch immer auf großen Wider- spruch stoßen müßten, er sehe jedoch keinen anderen Weg, den west- indische» Besitzungen wirksam zu Hilfe zu kommen. Es sei allerdings zuzugeben, daß, wenn die Ausgleichszölle die gewünschte Wirkung haben sollten, die englische» Konsumenten de» Zucker theiirer bebezahle» müßten, etwa'/e Penny(4 Psennige) das englische Pfund. Aber wenn andere Länder Europa'? seit vielen Jahren ihre» Zucker tbeurer kauften, so werde England auch keinen große» Schaden zu befürchten haben; andererseits ständen die Kolonien am Rande des Abgrundes, wenn sie sür ihr Produkt keine lohnenden Preise zu erzielen vermöchten. Auf einen Hieb fällt kein Baum, am allerwenigsten, wenn er in den Interessen nnd Traditionen der breitesten Volksschichten so festgewurzelt ist. wie die englische Freihandelspolitik. Trotzdem schreibt der„Kuaircial Reformer" in seiner Seplembernummer: „Augenscheinlich werde» diejenigen. die in westindischen Zucker- Pflanzungen oder in heimische» Znckerrasfinerieu interessirl st»d. alle Hebel in Bewegung setzen, um in dieser oder jener Form wieder z» Zuckerauflagen z» kommen. Wen» wir uns der sonstigen Haltung der gegenwärtigen Regierung erinnern, so glaube» wir fast an einen derartigen Erfolg, wen» die Freihändler nicht energisch ihre Stimme erheben und dem Volk die Wohllhat des billigen Zuckers auch ferner- hin sichern." Was in England noch Zuknnftsspeknlation nnd vielleicht nie realisirbar ist, ist in den Vereinigten Staate» nunmehr bereits zur handgreiflichen Wirklichkeit geworden: seit dem 24 Juli, dem Tage des Inkrafttretens des Dingley�Tarifes, erhebt die Union nicht nur eine» allgemeinen Zoll von jeder Znckereinfuhr. sonder» für allen Zucker aus Prämienländer» noch einen„Znschlagszoll gleich dem Nettobelrage der darauf vergüteien Prämie"— also genau das, was englische Interessenten als Ansgleichszoll verlange». Die Cxlrabelastung des deutschen Zuckers mit L'/e M. pro Doppelzentner ist formell ziveifellos eine Verletzung des zivischen Deutschland und Amerika bestehenden Meistbegüitsligungs-Verlrages, der eS ausdrücklich verbietet, ans deutsche Erzengnisse„weder andere noch höhere Abgaben" zu legen, wie ans die irgend emes anderen" dritte» Landes. Aber das Klammern an Worte wäre hier doch ei» kurzsichtiges Beginnen— so wenig es sonst im Interesse auch der deutschen Arbeiterklasse liege» kann, rechtswidrige Schädigungen des deutsche» Exportes unter allen Umständen rudig einzustecken. Einmal gehören die amerikanischen Znckerzölle zweifelkos zu denjenigen Schutzzölle», die nicht einfach das Ausland trägt, sondern wesentlich der heimische, in diesem Falle der amerikanische Konsument. Die Union erzengt mit Ach und Kiach etwa ein Sechstel ihres»»- geheuren Znckerbedarfs; alle Slaatehilfe hat bisher nnr die(im Verhältniß zum Wachsthum des Znckerbedarfs) sehr mäßige Expnnstonsfähigkeit der amerikanischen Zuckerproduktion klargestellt. So lange wie die hierfür maßgebende» Verhältnisse, die besonders in den Arbeitsznständen ihren Grund haben, fortbestehen, so lange ferner der fremde Rohrzucker trotz feiner Befreiung vom Extrazoll nicht gefährlicher ist wie heute, so lange m u ß Amerika eben den europäischen Rübenzucker z» seiner Versorgung mit heran ziehen und dabei natürlich den Zoll ans sich nehmen, so gut wie wir den Getreidezoll zahlen müsse», wenn wir daS fremde Getreide nicht entbehren können. Wenn unsere Znckersabrikante» monatelang vor dem Dingley-Taris maßlos die Läger in de» Vereinigten Staaten gefüllt habe», so müsse» sie freilich auch verschiedene Monate auf die regel- mäßige Einsuhr verzichten, bis die alten Borrälhe geräumt sind. Doch was beweist das für die spätere normale Marktlage? Sind wir recht unterrichtet, so denke» unsere Zuckerexportenre auch inner- lich gar nicht so ängstlich, wie sie sich nach außen zuweilen geben, um die diplomatische„?lktion" zu ihren Gunsten möglichst energisch ausfallen zu lasse». Jedenfalls ist es charakteristisch, daß die beide» Eingaben des Vereins der deutsche» Znckerindnstrie an de» Reichskanzler sich, soviel wir wisse», ganz und gar ans den Boden des Dingley> Gesetzes stellen nnd nur verlangen, daß Deutschlands Interessen beim Import seines Zuckers in Nordamerika gegen- über andere» Prä mienländern nicht verletzt werden. Diese Verletzungen erblicke» die Interessenten darin, daß gewisse Staaten in der Liste der Extrnzahler anfangs ganz fehlten, und daß für einige derselben die Höhe der(direkten und indirekten) Prämie» falsch berechnet sei. Danach würden die Interessenten zunächst also ganz beruhigt sein, wenn Deutschland mit einem relativ niedrigere» uschlagszoll unter den R ü b e n znckerländern angesetzt würde. egen daS bisherige Verhältniß, daS unter de» Rübenzucker- Lieferanten bestand, ist schon der heutige Zustand für Deutschland ein Fortschritt. Denn bisher zahlten alle Prämienländer einen gleichen Zuschlag von>/ro Cent pro Pfund; künftig würde Deutsch- land einen relativ niedrigen, Frankreich z. B. einen relativ hohen Znschlagszoll zahle». Wozu also soviel Uebermaß von Eiser? Jndeß haben alle diese Ereignisse deS letzten JahreS doch einen tiefe» Eindruck ans die Liebesgabenpolitiker machen müssen. Deutsch- land durfte im vorigen Jahre noch hoffen, feine Ueberproduktio» ans Kosten des Absatzes seiner Konkurrenten los zu werde»; es zog zu diesem Zwecke die Steuerschraube nochmals schärfer an. Es ha damals die Entschlossenheit Oesterreichs, Frankreichs und anderer Länder, denselben Schritt sofort nachzumachen, gewaltig unterschätzt. Gegenüber diesen Rivalen erwiesen sich sofort alle Opfer als vergeblich. Im Wellstreile mit dem Rohrzucker hat das Verhalten der Bereinigten Staaten ebenfalls sofort unseren künstlichen Vorsprnng wieder ans- geglichen; was wir als staatliche» Aussuhrzlischuß dem Rübenzucker mit ans den Weg geben, streicht das amerikanische Schatzamt als Znschlagszoll schmunzelnd ein. Und wenn wir unsere Prämie auf eine schuündelhaste Höhe treiben wollten, der Ausfuhr nach den Vereinigte» Staate» würde das gar nichts nützen, nur die amerika- »ische Bundeskasse würden wir jiillen. Tasselbe lächerliche Schicksal kann uns leicht eines schönen Tages durch England bereitet werden. Thut man angesichts dieser Ersahrungen und Wahrscheinlichkeiten nicht gut, sich auf das Ende der Staatszuschüsse vor- zubereiten? Daß Deutschlands Zuckerindustrie dadurch irgendwie in ihrer Entivickelmig zurückgeworfen würde, ist kaum zu befürchten. Zunächst würde der I n l a n d s k o n s u in zweifellos beträchtlich wachsen, wenn ihn» die künstliche Vertheuerung, die heute zu gnnften der Aussuhr eintritt, abgenommen würde. Der Deutsche verbraucht pro Kopf und Jahr etiva 12 Kilogramm Konsumzncker, gleich 14 Kilogramm Rohzucker. Würde in Deutschland so viel Zucker verzehrt, wie in England oder in de» Vereinigten Staate», >vo 43, bezw. 31 Kilogramm erreicht werden, so würde die deutsche Produktion knapp sür den heimischen Markt genügen. Nun hängt der andersbemessene Zuckerabsatz in England nnd Zlmerika gewiß nicht nur von dem niedrigeren Preisstand des Genußmittels selber ab. Phantasien, wie sie vor ein paar Tage» in der„Deutschen Tageszeitung" zum besten gegeben wurde», werden selbst nach dem Wegfall der Prämien und sogar aller Reichseiunnbinen vom Zucker »och lauge unerfüllt bleiben. Wie expausionsfähig ledoch der Zuckerbedarf auch unter anderen Lebens- und Einkommens- Verhältnissen wie in England ist, zeigt die stetige Zunahme deS Zuckerverzehrs in Deutschland, trotz aller Belastung. In der Schweiz ist von 1885 bis 1896 der Jahresverbrauch von 16 ans 26 Kilo- gramm pro Kopf der Bevölkerung angeivachsen; nur ein kleiner Theil dieses Wachsthnins eutsällt— ähnlich wie in England auch— ans wieder ausgeführte Zuckermenge« in kondensirler Milch, Choko- lade, Koudilorwaaren. Der Werth eines nicht künstlich verkümmerte» heimischen Marktes kommt so den Zuckerfabrikanlen mehr und mehr zum Bewußtsein. Aus der letzten Generalversammlung des Vereins für die Rübenzucker- Industrie widmete Herr Dr. Hager sein Reserat den„Mitteln zur Hebung des Zuckerverbrauchs". Er gefiel sich zwar in den seltsamsten Vorschlägen und hoffte besonders von der Eiusührung des Zuckers in die Arniee-Eruähruug große Vortheile. Allgemeiner als früher betonen jedoch jetzt Landwirihe wie Industrielle unseres Produklions- rweiges, daß die größere Billigkeil das beste Mittel zur Hebung des Jnlandverbrauches sein werde. Freilich, die Roth des Tages treibt die Zuckerindnstrie trotz der aufdämmernden besseren Erkenntniß zunächst zu einer genau ent« gegengesetzlen Maßnahme: zum Kartell, das aus eigener Kraft, nicht durch neue staatliche Ausschläge, den Jnlandskonsum mehr belasten soll, um mit dem Mehrerlös— also nicht durch neue staut- liche Prämien— die Ausfuhr weiter zu stimuliren. Wir können über die finanzielle Seite dieser Bestrebungen kurz hinweggehen, da über das österreichische Kartell der Leitartikel in der Miltwoch-Nummer des„Vorwärts" sich ausführlich aussprach und das deutsche Kartell im wesentlichen in den Fußstapfen seines Nach- bars zu wandeln gedenkt. Der augenblickliche Druck ans dem Zuckermarkt scheint den Wider- stand der ausdehnungslustigen Fabriken im Osten und Norden, an dem früher alle Kartellirungsversuche bei uns scheiterten, gebrochen oder doch abgeschwächt zu haben. Aber auch politische Be- r e ch n u» g e n t r e i b e n i n d i e s e r R i ch t n n g vorwärts: kann ein Kartell nicht den Export z. B.»ach Amerika, dem großen Zukunftsmarkt für Zucker, künstlich durch Ueberschüsse besörder», die man aus der Ueberbelastuug des inländischeu Konsums zieht— müssen dann aber nicht, wenn der Staat bei dem Handel durch Aufhebung feiner Prämien ans dem Spiele bleibt, die amerika- nische» Differentialzölle gegenüber dem deutschen Zucker fallen? Kann man durch ein Kartell nicht alle Vortheile des deutschen Zuckergesehcs haben, ohne solche offenkundige Nachtheile wie die Gegenmaßregeln Anierika'S und fpäler vielleicht auch Englands be- sürchlen z» müssen? Die„Deutsche Znckerindnstrie" jubelt bereit?, daß das Znstande- kommen des Kartells so gut ivie gesichert sei. Wir werden es ab- warten. Auch die Profilnoth führt allerdings zu seltsamen Bett- genossen. Alte nnd neue, gesättigte und ansdehnungslustige Zucker- distrikle, die gestern noch wie Hund und Katze hintereinander her waren, mögen morgen vom Geschästslrieb, der sie alle beherrscht, zu gemeinsamer Plünderung des guten deutschen Michels zusammen« gebracht werden. Ganz leicht wird es nicht sei», so viele wider- strebende Interessen unter einem Hut zu vereinigen.„Wenn wir erst wissen— äußerte einer der angesehensten Zuckerdirektore» des Ollens im vorigen Dezember— wen» wir erst wissen, das Syndikat verkauft in der Kampagne nnr das Nolhwendige, dann werden wir in der Kampagne alles verkaufen. Denn wir werden die ge- schafsene Situation so gut als möglich ausnutzen." So wird wohl auch heute noch mancher denken und außerhalb des Kartells bleiben. Das Solidaritätsgefühl dieser Kreise kam erst vor ein paar Tage» wieder zu einem merkwürdigen Ausdruck, als Magdeburger Jnler- essenten sich gegen eine Herabsetzung der Eisenbahntarife für Zucker erklärten, weil die Provinz Sachsen den Wasserweg der Elbe habe, die billigeren Tarife also vorwiegend dem verhaßten Osten nutzen würden! Jndeß, man schlägt sich, nian verträgt sich. Vor dein Ende dieses Jahres werden die Konsumenten Über die ihnen zu- gedachte Bescheermig im klaren sein. Central-Leihhaus, 72 Jägerstrasse 72, Im nett umgebaute» Waarenhans. 20 helle Räume. Vlektrische Beleuchtung.[8479C* TWchn vttlilNtf elegaiitkn, mniietiifii Wiiiter-Ueberjiehern•»> Wntkr-AiMMN 10, 12, 15, 20, 25, 30-36«SK... NoltitNIoIIoutt-ZTtcin�ul mit langer Falten-Pelerine 4 o»)A«dkl 9A(hoch- Knaben- u. Junglingö-Aiiziige, Mäntel u. PaletotS, Herren-Tchlafröcke, Joppen, Kaiser-Mantel, Servir- und Lama-Futter Mk. JLt?,.Ce),«Jil, elegant), JaquetS, Fracks für Kellner ic.. 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Anfang ' 7V-Uhr. Deutsches. Agnes Jordan. Anfang 7V- Uhr. Berliner. Mein Leopold. Ansang 7V- Uhr. Goethe. Arria und Mesialina. Anfang 7>/z Uhr. Lessing. Hans Huckebein. Anfang 7�- Uhr. Renes. Kenn. Anfang 7»/, Uhr.'«? Residenz. Die vierte Dimension. Vorher: Finale. Anfang?:/, Uhr. Schiller. Das Stärkere. Mitten in der Stacht. Anfang 8 Uhr. Unter de» Linde». Die Groß- Herzogin von Gerolstein. Anfang 8 llhr. Lnisen. Das alte Lied. Ansang 8 Uhr. Thalia. Tohn-Bohu. Auf. 7»/, Uhr. Ostend. Die Geisterglocke. Anfang 8 Uhr. Central. Berliner Fahrten. Anfang 7'/- Uhr. Friedrich- Wilhelinstiidlischc». Romeo und Julia. Anfang 8 Uhr. tUlexanderplah. Im Sumpf. Auf. 8 Uhr. Reichshallcn. SpeztalttSten. An- fang 8 Uhr. American. Berlin, wte'S näht und trennt. Anfang 8 Uhr. Apollo. Spezialitäten. Auf. 7t/, Uhr. Feen-Palaft. Spezialitäten. SchilleiMCTzcake« (Wallner-Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: DaS Stärkere. Hierauf: Mitten in der Nacht. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Dritte Vorstellung im Schiller-Cyclus: Don Carlos. Abends 8 Uhr: Ei» Tropfe» Gift. Montag, abends 8 Uhr: Weh dem, der liigt. Luisen-Theater 34. Reichenbergerstrasle 34. Sonnabend: Z u m 3. M a l e: Das alte Med. Schauspiel in 3 Aufzügen von Felix Philipp!. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Volks-Borftcllnng zu kleinen Preisen unter Regie von Jullns Türk: Maria Stuart. Abends 8 Uhr: Das alte Ned. Schauspiel in 3 Aufzügen von Felix Phtlippi. BtlletS h 60 Pf. zu der Sonntag- Rachmittag-Volksvorftellung in den bekannten Verkaufsstellen. Ostend-Theater. Er. Frauksnrterstr.IZS. Dir. C.Weifi. Auf Wunsch: Am Altar. Anfang 8 Uhr. Sonntag Nachmittag 3 Uhr halbe Preise: Lieder des Musikanten. — Abends: Klippen der Weltstadt.— Thalia- Tlseater. Sonnabend, den 6. November 1897: Zum SS. Male: Hotel Tohu-Bohu. (L'Auborge dn Tohu-Bohu.) Vaudeville tu 3 Akten von Maurice Ordonneau. Deutsch von Viktor Leon. Musik von Viktor Roger. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Gentral-Theater Alte Jakobstr. 30, Direktion Richard Schnitz. Sonnabend, den 6. November 1897: Eiull Thomas a. G. Zun» 64. Male: BeHioei» Fahrten. Burleske Ausstattmigsposse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Julius Freund und Wilhelm Mannstädt. Musik von Jul. Etnädsh ofer. Anfang Vi8 Uhr. Morgen und die folgende» Tage: Berliner Fahrten. Ein« Sehenswiirdlskeit der Residenz Ist unstreitig Gebrüder Herrnfeld's I.Original-Budapester Possen- n. Operetten- Theater in Kaufmann's Yari6t6. Ganz Berlin spricht von Ein Abend im Wintergarten und Im Atelier. Einen nenenjnbelnden Erfolg: erzielt das Gastspiel dos Tenors Gustav Schmidt vom Stadttheater in Leipzig. Ausserdem: Ufene Spezialitäten und Attraktionen. Ä7. November sofort gratis zu vergeben. 3324L* Nleft'S ifflfttlt, Weberstr. 17. Urania Tanbenstrasse 48—40. Naturkundl. Ausstellung täglich geöffnet von 10 Uhr vormittags ab, Eintritt 50 Pf.— AbendsSUhr Wissenschaftl. Theater. 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Daselbst ist der unentgeltliche Arbeiisnachweis, sowie bei Mohn, Oranienstr. 197 und Geicke, Swinemindersir. 26. 148/19 Per Vorstand. Verband der Sattler n.Tapezirer. Soiiuabeud, den 6. November, abends Sl/2 Uhr, im Englisolien Garten, Alexander- Strasse.Vo. 27c: iomliinittc Mitglieder-Versammlung der Filiale» Verlin 1, III und IV. Tagesordnung: 1. Berathung über die emzusührende Reise- Unlerstühnng. 2. Verschiedenes. 153/4 Tie Ortsverwaltung. Große öffentliche Versammlung aller in der LediürindiiLtrik beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Montag, kett 8. November, im Lokal von Märiens. Friedrichstr. 236 Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Wagner über.Industrielle Entwtckelung'. 2. Diskussion. 3. Abrechnung und Neuwahl der Agitations-Kommission. 4. Wahl eines Deleginen zur Gewerkschasts-Kommtssion. b. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet 188/19____ Die Agitattons Kommission. Deutsch. Metallarbeiter-Verband ( Verwaltnngsstelle Berlin). Sonntag, den 7. November er., vormittags 10 Uhr, tm Lokale von l.ehder. Bisniarckstrafse 74; Bezirks-Vee-sammlung für Clznulottenl>ttvg und Spnnduu. TageS-Ordnung: 1 Vortrag deS Ingenieurs Grempe über:..Die Sklaverei des WcibeS in den Kuliurstaaten' 2. Diskussion. 3. Verbands- Angeicgenhciien. 4. Verlchicdcnes 192/1 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Pie Ortsverwaltnng. Verein der Maschinisten, Heizer u. Berufsg. Berlins and Umgegend. Sonntag, den 7. November, nachmittags 5 Uhr. Oranienstr. 51: V e r 8 a in m I u ii g. Tagesordnung: 1 ExPertnicntal-Bortrag des Herrn JngenIenrS Schmidts- dorff über: Wasser und Luft. 2 Verschiedenes. 3. Ausnahme neuer Mitglieder. 139/7 Per Vorstand. Ehreuerkläruug. Die Beleidigung. die ich Frau Giessier zugefügt habe, nehme ich hiermit zurück und erkläre dieselbe als eine ehrenwcrthe und achtbare Frau. 1678b_ Frau Kuhnert. Die Beleidigung gegen Frau Hoff, »laiin bereue ich und nehme ich zurück lk8öb J. Prscplcrski. Betten bill. j verk. Alexandrtnenstr 74 4 St., Fuchs.__ 1675b Frdl Schialst Kochstr.20, H.III, Zielcsch Atbeitsiiilttkt Rahnirnuiacher aus Verkröpsungen verlangt Stnllschreiberstr. 12. Steppdeckenarbeiterinnen bei hohem Lohn vl. Schmerz ler, Blumenstr. 13. Goldleisten. Tüchtige Vergolderinnen werden verlangt Köpuickerstr. 109*.(16816 Achtung! Achtung! Holzarbeiter! I» der Möbelfabrik von(288/7 eberdsrdl�ichatlbrUel, Komptoir Holzmarktstr. 21, stehen 6b Tischler, 5 Drechsler und 25 Polirer tm Streik Zuzug ist sentztlhaltett. Tüchtige Farbigmacher gesucht. Goldletstensabrik Liegnitzerstr. 15. Pnpierzuschneider Verl. A. Eiscnstädt, Beuthstr. 5 s 1682b Tüchtige Berstlberer und geübte Vergolderinnen aus Goldleiftcn sucht Werkmeister, Bninnenftr. 194. sl680d Bantisehler verlangt 1691b Kenhe, Marieudorf. Ein 15 jähriger Arbeitsbursche wird für Grundirerei verlangt 16S2b Kottdufer Nfer 32. Ein Bilderrahmenmacher wird v»rlangt Kottbufer iifer 32. 13, Zlchiinad. 4. MllsstI97. SIftl. Pienff. Lotterie. Zlehaug vom S. November I»S7, vormitiiigS. Nur die Gewi»»« über Sil» Marl fiud de» beiresfendeu Nummern in Parenihese beigesüfli. (Ohne Beivnhr.) 97 114 256[500] 363 74 890[5001 917 41 53[3000) 1058 109»62 495 512 671 726 40 837 918 32«076 SO 107 1300] 43 46 222 357 464 710 S33 1500] 904 13 CO 61 65 3069 84 88 188 329 32 411 535 58 87(15001 809 13000] 50 4043 141 218 66 325 1500] 54 11500) 578 88 613 60 57 85 90 830 63 901 5017 27 127 221 440 70 93[500] 511 38 703 76 964 71 93«054(3000174 128 244 91 328 706t 136 501 22 791[3000] 8145 507 847 »061 134 215 28 410 507 657 806 45 10088(1600] 205[600] 300 79 495 752 829 932 11057 148 503 55 638 76 865[500] 13225 445 575 682 703[300] 801 13074 85 110 41 230 307 584 630 779 14123[1500J 247 359 526(300] 621 15195 221 375 486 93 662 800 32 47 997 1 0221 37 73 381 13000) 492 523 942 17122 28 31 68 88 91 204 311 51[3000] 54 689 1500] 816 69 959 1 8117 36 248 364 435 588 725 61[1500] 10003 78 94 531 58 1500] 620 1500] 03 912 62 30030 129 217 335 93 506 28 31 69 619 54 88 97 760 74 79 884 31168 79 91 274 418 589 97 688 779 86 912 «3018 184 688 3«014 250 52 401 21 42 537 708 8)6 925 31026 28 90 257 416 64 35009 210 11500] 36 40 51 11500] 57 407 54 521 11500] 617 70 759 860 30079 363 660 845 925 31 37270 851 458 615 80 805 13 38117 87 92 229 42 426 569[300] 709 874 80 920 83 35M05 21 32 35 200 326 73 402 23[500] 538[500] 627 59 68 749 875[500] 30043 82 204 468 81046 88 101[300] 271 97 332 651 702 836 82 89 33136 296 357(300] 96 602 87 893 902 33070 105 62 400 66 571 90 729 52 828 961(5001 34094 128 265 646 712 26 35212 404 32 718 962 95 :i«114 51 355 68 775 37008 143 274 413 570 821 87 973 98[300] 38067 309 513 65 622 718 35 75 976 »»097 308 484 576 862 4O209 21 68 41041 171 305 67 71 402 642 68[500] 94 719 883 89 944 66 43080 177 202 414 94 671 792 832 979 43179 400 606 44169 212 18[600] 46 95 529 751 70 844 96 990 45418 500 816 49-10093 126 93 130001[517 46 57 75[300] 801 4 30 35 73 902 47506 632 93[500] 793 876[1500] 921 46 4 8016 487 94 511 97 606 10 74 82 722 71 808 994 40083 473 525 41 91 656 724 69 83 960 50004 IM 500] 160 217 518 21 610[3000] 14 70 833 938 59[500] 51114 215 31 449 524 62 89 11500] 779 53076 140 71 243 365 491 611 952 53024 42 182 205 37 338 85 569 668 744 869 947 73 6 4228 332[3000] 36 94 437 77 92 618 52 63 925 77 65033 92 124 220 400 52 546 697 988 50085 171 279 439 535 779 67459 638[30001 «31 75 815 49 940 68135 66 63 282 98 358 406 IISOOJ 702 69 812 57 13000] 957 50056 85 147 223 33 85 87 97 622 626 SO[1500] 843[1500] 82 85 •00329 500 22 46 53 82 511 67 629 86 960 65 61048 816 447 633 93 755 940 6«ö92 96 065 765 882 03045 61 191 341 733 959«402« 30 331 417 56 569 79 89.715 987«5175 477 667 70 702«03 55««029 68 115 58 827 471 677 762 844 68 970«7072[30001 337 88 636 701 975 08123(300) 422 28 513 82 671 758 68 840 71 906 «»222 427 561 95 623 745 76[3000] 849 58 949! 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L-ednng vom ö Novewber 1807,»«chmillags. Nur die Gewinne über 210 Marl find den betreffevdni Nummern in Pnrenlhtie beigelügt. (Ohne ILewohr.) 473 662 791 1051 223 59 409 87 501 946 76 2194 808 63 465 512 711 885 990 8261 320 60 68 11500) 442 702 92 867 913 4285 380 522(500) 38 57 994 5215 57 308 564 949«082 136 241 43 380 504 14 42 51 603 51 7074 514 629 737 826 922 75 8267 514 74 614 34 68 1300) 911 0041 202 71 712 48 803 946 87 10024 242(1500) 43 301 88 404 671[600] 869 991 11040 65 72 108 86 351 765 824 1 2076 417 J1500J 60 1500) 510 33 65 1500) 662 I3000) 725 92 812 59 98 947 1500] 13140 355 707 33 61 982 14164 246 63 88 402 572 771 1500) 886 903(SOOO] 15173 201 51 339 607 60 799 951 75[5001 10623 705 876 904 1 7114 236 11500] 43[30(10) 72 807 535 630 54 760 896 974 18146 354 63 417(30001 84 130001 87 652 59 98 621 88 771 867 84 807 28 61 63 1 9040 62 115001135 507 «0324 434 40 41«1062 64 214 48 445 115001 66[3001 737 813 2«072 876 415 974«8188 642 62 767 «4146 59 87 304 72 469 557 621 48 710 844«5151 68 80 229 48 62 302 450 74 76 614 70 722 889 99 913(3000] 25 59 78««268(500«) 333 477 13000) 596(3001 691 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Mt.. 2 zu 30 ODO MI, 9 zu 16000 Mt, 21 zu IOOOO Mt, 29 zu 600C Mt., 468 zu 3000 Mt. 618 zu 1600 Mt., 661 zu' 600 ML Beraiilivortlicher viedakteur: August Jacobe» in Berlin. Für den Inseralenlheil veranlivortlich: Tb. ivlocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin.