11 er 世 1 EA BEREGI d. TPE T Einzelpreis 6.- Mk. Die& retbett erscheint täglich einmal als Morgenausgabe und Montags als abendausgabe mit den Unterhaltungsbeilagen Freie Belt Frauen- Welt" und Der Jugend- Genoffe". Der Bezugspreis beträgt bei freier Bustellung ins Haus für den Monat September 150 m., im voraus aablbar Bestellungen nehmen fämtliche Boftanstalten entgegen. Fernsprecher: Hanfa 1970, 1971 und 1972. Amt Moabit 2021. Redaktionssekretariat: Dönboff 5593, Verlag und Exped. Berlin NW 40, Kronprinzenufer 27, L Sonnabend, den 9. September 1922 5. Jahrg. Nummer 327 Die zwölfgespaltene Nonbaretllezeile oder beren Raum toftet 25,- 9., einschließlich Inferatensteuer. Kleine Anzeigen: Das fettgebrudte Bort 4, M., jebes weitere Wort 3,- m, einschließlich Inferatenftener. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gefuche 16, M. netto pro Beile. Stellen- Gefuche in Wort- Anzeigen: bas fett gebrudte Wort 3, M., jedes weitere Wort 2,- M. Redaktion: Ferusprecher Dönhoff 4190, 4191 unb 4192 Berlin SW, 68, Ritterstr. 75, III, greiheit Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Müssen wir verhungern? Die griechische Armee völlig vernichtet Von Karl Marchionini Ein Teil des deutschen Bolles muß bei fortschreitender Geldentwertung berhun gern."( Leipziger Neueste Nachrichten" bom 3. September 1922.) Es muß schon schlimm stehen um die deutsche Bevölkerung, wenn schon ein großes alldeutsches Blatt eine solche Feststellung macht. Vor einiger Zeit flang es noch ganz anders. Da wurde den Lesern erzählt, ihr Heil beruhe auf der freien Wirtschaft, die ihnen reichliche und billige Nahrungsmittel bringen werde. Was uns die freie Wirtschaft gebracht hat, ist vom Oberbürgermeister von Berlin am 2. September tonstatiert worden:„ Ueber 80 Prozent der Berliner Schultinder sind unterernährt, über 50 Prozent sind tuberkulös". So sieht der tapitalistische Wiederaufbau" aus. Was für ein Geschlecht heranwächst, wenn heute schon 50 Prozent der Schulkinder tuberkulös sind, kann man sich vorstellen. Die Berliner Zustände sind auch in zahlreichen anderen Gemeinden anzutreffen. In manchen Orten ist das Elend noch größer. Wenn hier nicht sofort an eine gründliche Umstellung des Ernäh rungswesens gegangen wird, ist ein großer Teil der arbeitenden Bevölkerung Deutschlands verloren. Die arbeitende Bevölkerung geht zugrunde, wenn fie glaubt, vom Kapitalismus irgendeine Besserung der Zustände zu erwarten. Aus der Geschichte wissen wir, daß in früheren Perioden die Machthaber ruhig weite Schichten der Bevölkerung haben sterben lassen. Erst wenn sie in die Gefahr gerieten, selbst dabei mit unterzugehen, hat sich ein Teil der Besitzenden zu Reformen bequemt, um sich selbst vor dem Untergang zu bewahren. Spaniens Geschichte liefert dafür die besten Beweise. Auch aus anderen Ländern können sie geholt werden. In Deutschland sind aber die Besitzenden noch lange nicht am Abgrunde angelangt. Jm Gegenteil! Sie sind auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung zu einem außerordentlichen Wohlstand gelangt. Sie sind im Besitz der Goldwerte, der wirtschaftlichen Machtmittel, sie verfügen über ausländische Zahlungsmittel, über Konten in ausländischen Banten, über Kostbarkeiten aller Art, über Nahrungsquellen. Sie sind auf lange Zeit mit allen notwendigen Bedarfsartikeln eingedeckt. Sie können es aushalten, auch wenn das Massensterben im Proletariat immer größer wird. Vielleicht, daß sie sich dazu verstehen, einige Almosen zu Kinderspeisungen herzugeben, wenn die Not zum Himmel schreit. Und was sie auf der einen Seite geben, das werden sie auf der anderen Seite durch Preisdiktate wieder herauszuholen wissen. Vom Kapitalismus, von der bürgerlichen Gesellschaft ist nichts zu erwarten. Will die arbeitende Bevölkerung leben, so muß sie sich selbst helfen. Hauptsächlich muß sie sich widmen dem Produktionsproblem und dem Verteilungsproblem. So, wie die Dinge jetzt liegen, richtet uns die tapitalistische Wirtschaft zugrunde. Je höher die Preise steigen, desto weniger wird produziert, desto größer steigt die Not des Proletariats, desto mehr nehmen die Gewinne der Produzenten zu. Diesen ist eine Steigerung der Produktion nicht erwünscht, sie kostet heute viel und drückt die Preise. Daher fommen wir auch nicht zu dem Umfang der Produktion, wie er vor dem Kriege be= stand, und an den wir herankommen müssen, wenn wir leben bleiben wollen. Ein Beispiel aus der Landwirtschaft zeigt das: Nach den Angaben des Statistischen Reichsamtes betrug das Ergebnis der Ernte auf einem Settar in Doppelzentnern: Weizen Roggen Winter- Spelz Sommergerste Hafer k 1913 1921 29,1 18,5 19,1 15,4 16,1 13,5 32,0 15,7 21,9 14,8 Hier ist unbedingt der Hebel anzusetzen. Die Produktion muß höhere Erträge bringen, zumal wir alles haben: Arbeitskräfte, Acker, technische Arbeitsmittel, fünstlichen Dünger. Freilich, die heutige Profitwirtschaft, die nur als Ziel die Bereicherung der Betriebsinhaber fennt, muß mehr und mehr in die Bahnen einer geregelten Bedarfswirtschaft gelenkt werden. Auch die Nordarmee geschlagen Paris, 8. Sept. Nachdem gestern die griechische Südarmee von den türkischen Truppen unter Kemal umzingelt und damit ihr Schicksal besiegelt worden ist, hat heute auch die Nordgruppe der griechischen Streitkräfte eine vollständige Niederlage erlitten. Die Nordarmee hat ihr ge= jamtes Kriegsmaterial im Stiche gelassen und zieht sich ießt schleunig zurück. ( EE.) Paris, 8. September. Der„ Chicago Tribune wird aus Smyrna telegraphiert: Zwei amerikanische Ber störer trafen hier ein; drei weitere gingen aus Konstantinopel ab. Die Lage ist kritisch, da große Scharen von Flüchtlingen in die Stadt tamen. 50 Amerikaner in Smyrna orgas nisierten eine Verteidigung, um ihr Leben und Eigentum zu schüßen. Diese steht unter dem Kommando des Majors Reichfeld. Die türkische Beute bis zum 2. September beträgt: Die Gefangennahme der Befehlshaber Geschüße, 950 Lastantos, 11 Flugzeuge, 2000 Maschinengewehre sowie eine ungeheure Menge Waffen, Munition und Lebensmittel. Wie aus Angora weiter berichtet wird, stehen türkische Kavalleries abteilungen bereits 20 Meilen vor Smyrna. An der gegen wärtigen Offensive nehmen 850 000 Kemalisten teil, 150 000 stehen in Reserve. Die erste türkische Kolonne ist an der Küste des Aegäischen Meeres angekommen. ( EP.) Konstantinopel, 8. Sept. Es wird bestätigt, daß die griechische Nordarmee bei ihrem Versuch, der Südarmee zu Silfe au fommen, bei Kerdos eine vollstän dige Niederlage erlitten hat. Drei Divisionen find vollständig vernichtet worden. Der türkische Vormarsch danert an. At- Hissar ist besetzt worden. Die Truppen nähern sich Manisza. Der Aufstand in Smyrna ( E. P.) Athen. 8. September. Aus Smyrna wird gemeldet, daß dort ein Anfstand ausgebrochen sei, der ariechische Oberkommissar hat sich vor der Wut des Volkes auf das griechische Kriegsschiff Lemnos" geflüchtet. Der Aufstand ist vor allem durch den Nahrungsmittelmangel hervor= gerufen worden der eine Folge des unaufhörlichen Rustromes von Flüchtlingen und Deserteuren ist. Die Banken find geschlossen. 12 000 griechische Soldaten sind aus Thrazien in Smyrna ausgeschifft worden, wo ihnen die Verteidigung der Stadt anvertraut wurde. ( E. P.) Konstantinopel, 8. Sept. Nach einer noch unbestätigten Meldung hat der Kommandant der türkischen Vorpostentruppen eine Botschaft an den Kommandanten der ariechischen Vorposten gerichtet, worin die Uebergabe der Stadt Smyrna und deren Garnison gefordert wird, um Blutvergießen bei der Einnahme zu verhüten. Er aab außerdem die Zusicherung, daß für die griechische Bevölkerung von Smyrna feine Gefahr von den Kemalisten drohe. ernährungsamt ist unter Hermes diesen Aufgaben ernährungsamt ist unter Hermes diesen Aufgaben weit aus dem Wege gegangen. Die Agrarier sind mit weit aus dem Wege gegangen. Die Agrarier sind mit hohen Preisen zur Erweiterung der Produktion angereizt und mit Liebesgaben bedacht worden. Jetzt ist reizt und mit Liebesgaben bedacht worden. Jetzt ist man dabei, ihnen höhere Preise für das erste Drittel des Umlagegetreides zuzuschieben. Die Getreidepreise haben in den letzten Monaten nachstehende Entwicklung durchgemacht:( Es handelt sich um die Preise für einen Zentner Getreide, in Mart.) Preise im freien Umlagepreise: Umlagepreise: Verkehr Juni 22: Weizen 165 Roggen 155 Safer Gerste Alte Neue 370 345 100 90 335 320 Breise im freien Verkehr Sept. 22: | ( EE.) Athen, 8. September. Die Nachricht von der Ge fangennahme der beiden Generale Trikupis und Dige nis sowie von vier Regimentskommandeuren wird offiziell zugegeben. Das Oberkommando der Armee wurde dem Ges neral Polymenafos übertragen. Dieser richtete einen Tagesbefehl an die Armee, worin er sie zur Aufrechterhaltung der Disziplin auffordert. Italien schlägt Waffenruhe vor Rom, 8. Sept. Wie die Blätter melden, hat die italienische Regierung bei den Regierungen von Frankreich und England einen Schritt unternommen, um sie von der Notwendinfeit zu überzeugen, Griechenland und die Türkei zu einer Konferenz einzuladen, die in Venedia stattfinden soll und auf der die Friedenspräliminarien erörtert werden sollen wobei in der Zwischenzeit aus Gründen der Menschlichkeit Vorsorge getroffen werden soll, daß ein Waffenstillstand geschlossen wird oder die Kriegshandlungen unterbrochen werden. Kabinettswechsel in Alhen ( EP.) Athen, 8. September. Die Demission des Kabinetts ist nach einem Kabinettsrat erfolgt, der in der letzten Nacht stattgefunden hatte. Der König, der entgegen anderen Nachrichten, nicht abgereist ist, bot die Neubildung der Regierung, nachdem sich Kalogeroflos die Entscheidung vorbehalten hatte, dem früheren griechischen Oberkommissar in Konstantinopel, Triantaphilaos an, der jedoch bestimmt ablehnte. Schließlich wurde Stuludis mit der Regierungsbildung betraut, der den Auftrag des Königs annahm. In einigen politischen Kreisen wird die Zurückberufung des Kronprinzen aus Bukarest dahin ausgelegt, daß der König die Absicht habe, abzudanken. ventar, soweit es neu beschafft werden muß, durchweg etwas mehr. Also das Fünfunddreißigfache der Bodenrente eingerechnet, ergibt eine Berechnung auf solcher Grundlage Tonne. Getreide( der Reichstag hat 6900 Mart beeinen Produktionspreis von etwa 5000 Mart für die willigt!), also nur ein Bruchteil der gesamten Menge der landwirtschaftlichen Gütererzeugung für diesen Produktionspreis, welcher etwa 35 Prozent des Weltmarktpreises ausmacht, vom Reich verlangt wird, so tann die wirtschaftliche Produktion dadurch nicht geschä= digt werden, selbst wenn im kommenden Jahre durch weiteres Fallen der Valuta die Produktionslasten durch Erhöhung der Preise für die genannten Produktionsmittel weiter steigen. Denn die Differenz zwischen Weltmarktpreis und Produktionspreis für 2,5 Millionen Tonnen Getreide verhindert mag fie rechnungsfähig hoch erscheinen nicht, daß in die Hand der Landwirte durch die freie zum Verkauf gebrachte Menge der erzeugten Güter eine sp große Einnahme gelangt, daß damit alle Kosten für die zukünftige Produktion gedeckt werden können." 1050 790 2875 2500 910 2200 850 2750 Hier sieht man die ungeheuerliche Preissteigerung in der letzten Zeit. Die Preise für Vieh, Eier, Geflügel usw. sind ebenfalls riesig in die Höhe getrieben worden. Die Produktionskosten auf dem Lande sind nicht entfernt in diesem Maße gestiegen. Trotzdem nicht entfernt in diesem Maße gestiegen. Trotzdem soll auch der Preis für das Umlagegetreide erhöht und damit der Hunger der arbeitenden Bevölkerung_vermehrt werden. Der Erfolg wird sein, daß im nächsten Jahr 75 Prozent der Berliner Schulkinder tuberkulös sein werden, was freilich den„ christlichen" Agrariern nicht die geringsten Strupel verursacht. Ein Fluch aber der Regierung, den Parteien, die an den gesetzlich festgelegten Preisen rütteln. Sie müßten vom Volkszorn hinweggeschwemmt werden. Kurz vor der Festsetzung der neuen Umlagepreise schrieb der oldenburgische Ministerpräsident Tangen, Landwirt und Mitglied der Demokratischen Partei, in in der Frankfurter Zeitung" unter anderem: Der Preis für die abzuliefernde Menge muß dem Produktionspreis entsprechen... Die Produktionsfoften seben triebsmitteln. Gegenüber dem Friedenspreis find die Preise für die Arbeitslöhne, Kunstdünger und Preise für Anzufangen ist mit einer umfassenden Kontrolle über sich zuſammen aus der Grundrente, dem Arbeitslohn, der Art, Umfang der Produktion, damit im öffentlichen Anschaffung von Kunstdünger und der Anschaffung von BeInteresse da sofort eingegriffen werden kann, wo eine Steigerung der Produktion nicht erfolgt, oder wo zur Betriebsmittel im Durchschnitt um etwa das Fünfundmuß die Enteignung sofort einsehen. Unser Reichs- Kunstdünger teilweise weniger, teilweise mehr, das InErnährungssabotage getrieben wird. In diesem Falle dreißigfache gestiegen, die Löhne meist weniger, der Das ist das Urteil eines praktischen Landwirts, der damit den Bucherern, die höhere Preise für das Umlagegetreide verlangen, alle fadenscheinigen Argu mente glatt aus der Hand geschlagen hat. Wird die Regierung trotzdem den Agrariern gefällig sein? Eine Demagogte schlimmster Art ist es, wenn heute Landwirte erklären, sie könnten den Arbeitern nicht eher höhere Löhne bewilligen, bis die Preise für das Umlagegetreide erhöht seien. Damit tommen win 84 einem Gegenstand, der ebenfalls in den Vordergrund gerückt werden muß. Die Erzeugerpreise müssen den Produktionskosten angepaßt werden. Hier darf es feine Diktatur der Produzenten geben. Hier müssen die Vertreter der Verbraucher auf Grund gesetzlicher Maßnahmen mitzubestimmen haben. Und endlich muß das Zwischenhändlertum, das sich Schmeißfliegen gleich, auf die wichtigsten Nahrungsmittel wirft und sie hin- und herschiebt, versteckt, nach dem Auslande schleppt, mehr und mehr ausgeschaltet werden. Die Verteilung der Produkte muß auf dem kürzesten und einfachsten Wege erfolgen. Das System der direkten Belieferung von Gemeinde, Verbraucherorganisatio= nen durch die Produzentenvereinigungen muß mehr zur Geltung kommen. Diefe drei Fragen: Kontrolle der Produktion, Festsetzung der Preise nach dem Stande der Produktionskosten und Verteilung der Produkte auf dem kürzesten Wege müssen zunächst gelöst werden. Die Arbeiterorganisationen haben hier ein weites Feld der Betätigung. Auf diese Weise könmen wir allmählich bessere Zustände erreichen und das Berhungern weiter Schichten verhindern. Daß daneben auf dem Gebiete des Finanzwesens, der Außenpolitif, des Außenhandels, die Forderungen der Arbeiterorganisationen durchzuführen sind, ist selbstverständlich. Auer und Arco Der Abgeordnete Dr. Heim der Bayerischen Boltspartei hatte kürzlich in einer Nottz, die sich gegen die sozialdemokratische Münchener Post" wandte, mitgeteilt, man möge doch gegenüber dem Grafen Arco, dem Mörder Sturt Eisners, wegen seiner guten Behandlung nicht so empfindlich fein, denn der sozialdemokratische Abgeordnete Auer in München habe dem Arco nach dessen Attentat auf Eisner einen Blumenstrauß geschickt. Auf diese Anzapfung Dr. Heims veröffentlichte die sozialdemokratische Münchener Post" folgende Erklärung: ,, Bon befreundeter Seite werde ich darauf aufmerksam gemacht, daß eine Notiz des Herrn Abgeordneten Dr. Heim durch die Presse geht, in der mitgeteilt wird, daß ich dem Grafen Arco einen Rosenstrauß geschickt habe. Graf Arco und ich lagen nach den verhängnisvollen Februartagen 1919 monatelang in der Chirurgischen Klinik. Jeder hatte mehrmalige Operationen zu überstehen. Nach einer sehr schweren Operation- ich glaube es war 1920- habe ich Arco als Erwiderung einer Aufmerksamkeit einen Blumenstrauß geschickt. Ich vermaa auch heute nicht zu finden, daß diefem reinen Menschlichkeitsaft, den selbst fanatischer Wahnwis faum als eine Billigung der verabscheuungswürdigen Tat ausdeuten wird, irgendeine politische Bedeutung beigumeffen ist. München. 1. September 1922. E. Auer." Das sozialdemokratische Hamburger Echo" schreibt dazu: Diese Erklärung Erhard Auers fordert den schärfsten Widerspruch heraus: es handelt sich hier um denselben Grafen Arco, der in verblendetem fanatismus Eisner in dem Augenblick niederknallte. als dieser allen Einflüsterungen von links zum Tros seine Mission als bayerischer Ministerpräsident als erledigt ansah und im Beariffe war, fein Amt dem neugewählten Landtag zur Verfügung zu stellen. Man erinnert sich, daß diesem Morde ein Anschlag auf Auer folate, der von einem fanatischen Anhänger Eisners verbrecherischer Weise verübt wurde. Dieser Schuß Arcos auf Eisner hatte für Banern die verhängnisvollsten Wirkungen, er stürzte das Land in die Wirren des Februar und März 1919 and führte zur Räteregierung mit ihren unieliaen Folgeerschetfie ins Licht der Beffentitatelt an rüden. Aber es kommt in einem gefunden Organismus, wie ihn unsere Partei darstellt, darauf an, auszusprechen was ist. Nur dadurch zeigen wir urs start und lebensfräftig. Das Verhalten Auers, dessen Verdienste um die Partei auch von uns in bohem Maße anerkannt werden, muß in der Partei scharfe Mißbilliguna finden." Eine„ Dena"-Kombination Die bevorstehende Bereinigung der beiden sozialistischen Parteien gibt den Nachrichtenbüros allerlet Stoff zu Kombinationen, die den Dingen vorauseilen. So berichtet die " Dena"( Deutsche Nachrichten- Agentur Ohme), die in diesen Fragen immer schon das Gras, das noch gar nicht gefät ist, wachsen hört, daß„ Vorwärts" und Freiheit" verschmolzen würden und die Freiheit" deshalb am 30. September thr Erscheinen einstellen werde. Dabei haben über diese Fragen zwischen den dafür in Betracht kommenden Körperschaften noch nicht einmal Beratungen stattgefunden, geschweige denn, daß bereits Beschlüsse darüber gefaßt worden wären. Das fünfte Rad am Wagen Jm Auswärtigen Ausschuß des Reichstages, dem fünften Rad am Reichswagen, hat gestern vormittag 10 Uhr der Reichskanzler Aufschluß gegeben über die wichtigsten außenpolitischen Fragen. Bezüglich der Verhandlungen mit Belgien erflärte der Kanzler, er könne darauf nicht näher eingehen, da die Verhandlungen noch fortgehen. Auch sonst erfuhr man nichts wesentlich Neues. Ueber den Stinnes- Vertrag berichtete der Staatssekretär Müller vom Wiederaufbauministerium und auch der Assyrerkönig" Hugo Stinnes selber. In der Debatte darüber sprachen Breitscheid und Helfferich. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Die Verhandlungen waren vertraulich, deshalb fönnen wir über ihren sachlichen Inhalt nichts berichten. Die Gonderbezüge der Beamten BS. Jm Reichsfinanzministerium fanden gestern Verhandlungen mit den Spizenorganisationen über die Anpassung der Aufwandsentschädigungen für das Fahrpersonal, der Auswärtszulagen, der Zulagen für Nachtarbeit usw. an den gesunkenen Geldwert statt. Es wurde eine Vereinbarung dieser Bezüge getroffen. Heute wird im Reichsministerium über die Erhöhung der Besabungszulage und deren anteilige Gewährung an Wartegeldempfänger, Pensionäre und Hinterbliebene mit den Spikenorganisationen verhandelt. nungen. Graf Arco eröffnete mit fener Eat den furchtbaren Reichskabinett und Reigen der politischen Meuchelmorde, Arco wurde in gewissen banerischen Kreisen zu einem Nationalheros gemacht und damit der politische Mord in Deutschland zu einem ehrenbaften Handwerk guter Patrioten. Es ist tief bedauerlich, daß sich zwischen einem Arbeiterführer und einem solchen Manne wie Arco irgendeine Beaiebuna ergeben konnte. Wir glauben nicht, daß wir von fanatischem Wahnwit" defallen find. wir alauben auch nicht, daß Auer die Tat billigt, aber wir möchten es nicht unterlaffen, mit aller wünschenswerten Deutlichkeit au erklären, daß es zwischen einem Grafen Arco und einem Erhard Auer feine denkbare Beziehung aeben fann, der nicht leßten Endes doch politische Bedeutung aufäme. Auer durfte von Arco in feiner Lage eine Aufmerfiamkeit annehmen, die ihn zu einer Erwiderung verpflichten konnte. „ Ein solches Verhalten wird außerhalb Bayerns in der Partei und weit darüber hinaus nicht verstanden werden, es zeugt von einer Verwirrung der Begriffe. Ueber dem belgische Verhandlungen Ueber die Verhandlungen verbrettet WTB. folgende Meldung: Die belgischen Delegierten verhandelten gestern nachmittag 5 Uhr im Reichsfinanzministerium mit dem Minister Hermes und den Stadtfekretären Bergmann und Schroeder. Der belgischen Delegation wurden bestimmte Vorschläge vorgelegt. Diese Vorschläge wurden erörtert und es wurden die notwendigen Aufklärungen darüber gegeben. Die belgischen Delegierten erklärten, daß fie fich wegen der Vorschläge mit ihrer Regierung in Verbindung setzen müßten und daß sie voraussichtlich in der Lage sein würden, am Sonnabend eine Antwort au geben. Am Sonnabend, den 9., werden also wahrscheinlich die Verhandlungen ihren Abschluß finden. Man die Engländer zum Tell Fr die fälligen Zahlungen verants wortlich wären, Die Garantien für diese Wechsel gingen nicht von der Regierung ans, sondern von einer Bantengruppe, die für drei Millionen Pfund Sterling garantiert. erfährt, daß diese Garantie den Belgiern bereits angeboten wurde, che sie noch den Vorschlag angenommen hatten, sich durch Sechsmonatswechsel bezahlen zu lassen. Am 1. Januar 1928 werden die ersten Zahlungen fällig sein. Zu diesem Zeitpunkt müßten die Engländer die drei Millionen Pfund Sterling bezahlen, falls Deutschland hierzu nicht in der Lage wäre. Jedoch geben die Engländer ihre Garantie nur unter ber Bedingung, daß für den Rest des Belgien zustehenden Betrages die entsprechende Garantie von deutschen Finanzs häusern gegeben wird. Bemelman verlangt vollständige Garantien ( E. E.) Paris. 8. September. Bezüglich der deutschbelaischen Verhandlungen erklärte der belatiche Deleaierte Bemelmans dem Berliner Vertreter des Petit Parifien". die gestrigen Besprechungen mit dem Reichsfinanzminister Sermes gestatteten es noch nicht, die Angelegenheit von Grund aut zu erörtern. Auf deutscher Seite spreche man von einem noch febr oberflächlich gehaltenen Proieft. wonach ein Konsortium deutscher Industrieller die Schabwechsel aarantieren solle. Die gemachte Aureauna fei aber noch zu unbestimmi, um sich eine Meinuna darüber zu bilden, was Deutschland anbieten wolle. Jedenfalls wünsche Belaien eine Garantie für die ganzen 270 Millionen Goldmark und nicht nur für einen Teil diefer Summe. Es feien nicht die Belaier geweien, die den Vorschlag machten. daß deutsche Industrielle die Wechsel aarantieren sollten. Falls in dieser Hinsicht ein bestimmtes Angebot gemacht werden sollte, mükte noch der Wert dieser Garantie aeprüft werden. Aber es scheine bereits jebt wenia wahrscheinlich, daß man sich mit ihr zufrieden geben fönnte. Ein Belgier der Täfer Vor kurzem wurden in Dbertaffel bei Düsseldorf zwei belgische Soldaten erschossen aufgefunden. In Verfolg dieser Tatsache hatte die belgische Besagungsbehörde sehr strenge Verfügungen erlassen, unter denen die gesamte gibilbebölferung schwer zu leiden hatte. Es war nämlich angenommen worden, daß die beiden Belgier von Deutschen erschossen worden seien. Wie nummehr Betit Parifien" aus Brüssel meldet, hat die eingeleitete Untersuchung ergeben, daß der belgische Unteroffizier Stas in betrunkenem Zustande zuerst den belgischen Wachytposten erschossen und dann Selbstmord berübt hat. Bayerische Retter der Republik Eigenbericht der Freiheit" Nürnberg, 9. September. Die bayerische Juftis will jetzt zeigen, daß ihr der Schutz der Republik" etwas heiliges ift. Sie erhob gegen alle verantwortlichen Redakteure, deren Zeis tungen unter der„ Notverordnung" dem Berbot zum Opfer gefallen waren, Antlage wegen Beschimpfung der republikanischen bayerischen Regierung! Derfelben Regierung in der Männer igen, die wie beispielss weise der Kultusminister Matt in öffentlicher Rede von der leider vorübergehend versunkenen dents fchen Kaiserkrone" reden, die teine Gelegenheit vers fäumen, die monarchistische Form als die beste Staatsform zu bezeichnen. Das ist kein Wiß, das ist eine bittere Tats sache. Diese Anklagen richten sich unseres Wissens nur gegen links. Gegen die Redakteure der beiden USP. Blätter, den Genossen Erwin Neumann vom Nürn Zaftgefühl, das das Verhalten Auers diftierte, steht die Englische Banken bürgen für Deutschland berger Sozialdemokrat“ und den Genossen Er a st Person des Führers einer Partei, die mit einem Arco in feinerlei menschliche Gemeinschaft treten tann und darf. Und Erhard Auer hat als Führer fein Privatleben im Sinne einer politisch gleichgültigen Persönlichkeit, er ist. Parteifunktionär und ist seiner Partet gegenüber im höheren Grade verantwortlich als den Gefeßen eines übertriebenen gesellschaftlichen Anstandes. Die Angelegenheit, die wir hier anschneiden, ist gewiß im Höchsten Grade veinlich, und wir entschließen uns nur schwer, „ Die christliche Mördergrube" Mein Haus soll ein Bethaus sein, thr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht," Die frommen Heuchler, die den Frieden auf Erden" predigen, im Schafspelz einherwandeln" aber reißenden Wölfen" gleichen, friegen mitunter einen Spiegel vorgehalten, der die Häßlichkeit ihrer Gestalt im grellsten Lichte zeigt. Die redegewandten Frommler, mit Verdammungsurteilen gleich bei der Hand, venn wider das angebliche, göttliche Gebot" gesündigt wird, verhalten sich dann gewöhnlich mäuschenstill, werden sie mit ihren eigenen Waffen geschlagen. Kritik können fie nicht vertragen, denn ihre Lehre ist Glaube. Aber gut ist es doch, wird ihnen ab und zu der Wahrheitsspiegel vorgehalten. Es zeigt sich dann, daß sie vor jedem anderen Erdenbürger gar nichts voraus haben, ja, daß sie womöglich noch schlechter sind als diese verNicht jedes Buch entledigt sich dieser Aufgabe in anerBennenswertem Sinne. Hinter geschmadlosem Zitatenmaterial tritt der Kern des Problems oft ganz zurüd. Man hat dann ein gelehrtes Wert, aber feine lebendige Darstellung. Im entgegengesetzten Sinne, in Form einer Erzählung ist die kleine Schrift von Robert Walter, Die christliche Mördergrube", gehalten. Ein aufrührerischer Geist zwängt hier in prägnanten Säßen noch einmal das Priegsgewimmel zusammen, nicht in Aneinanderreihung von angeblichen Tatsachen", sondern in einem schlungenen Knäuel. Der Friede von Brest und die ruffische Revolution fahren dazwischen, und aus den leichengefüllten Gräbern des Oftens steigt der Mensch Gott", die Vernunft, die Stimme des Friedens, die sich nach dem Westen fortflanzt und hier Einhalt gebietet. Aber hier sind die Bölfer zu fest aneinandergerannt, als daß sie sich so leicht trennen ließen. Der Mensch„ Gott", der von den geistlichen Würdenträgern" bei seinem Friedenswert die gedeihchste Unterstüßung erhofft, wird von diesen verhöhnt und Berlacht, den Kerfermeistern und Irrenärzten empfohlen. Schließlich fiegt aber doch die Vernunft. Die erlösende evolution bricht aus, die Heere strömen in die Heimat trüd, und als alleiniger Sieger steht vor uns der Mensch Jott", bei dem nun die frommen Heuchler, die aus dem Bethaus eine Mördergrube gemacht haben, um Vergebung Erleuchtung bitten, die ihnen auch zuteil werden soll, wenn Sie sich sichtbar vor aller Welt befrenzigen, wenn sie sich auf te ( EE.) Paris, 8. September. Die„ Daily Mail" schreibt: Englische Finanziers find bereit, Deutschland aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten bezüglich der Zahlung an Belgien herauszuhelfen, indem fie ihre Unterschrift auf die Sechsmonatswechsel fehen wollen, die Deutschland an Belgien zu übergeben hat. Dies hat die Bedens tung, daß im Falle der Zahlungsunfähigkeit Deutschlands Kanzeln und Straßen zu den Geringsten rechnen, wenn sie die irdischen Gewalten und Würden von sich tun und die Kirche vom Staat rein trennen, wenn sie endlich das Evangelium des Frieden 3 allen Völkern predigen. Das kleine vierzig Seiten starke Heftchen ist im KonradHanf- Berlag in Hamburg erschienen und fostet 12 Mart. E. W. N. Deutsches Theater:„ Der Vater", Trauerfpiel in drei Akten von August Strindbera. . Eigentlich ist es nicht der Bater, der in diefem Trauerfriel dem Weibe unterlieat, dem Weibe, das einen struvellofen Kampf führt, um auch den Mann unter einen Mutterrechtsfoder zu stellen und siegt, weil ihm tedes Mittel zur Erreichung dieses Bieles recht tit. Um nur eines disser Mittel zu erwähnen: als nach jahrelangem Rampfe um die Alleinherrschaft in der familie im Manne immer noch nicht der Mann ertötet ist, flößt die nach der Alleinherrschaft gierende Frau selbst ihm Baterschaftszweifel ein, an denen fein Denken sich aufreibt, um schließlich in der Bwanaslacke der Entmündigung au eritiden. Damit war das Riel erreicht, das Mittel durch den 3wed geheiligt. Alle Kunst ist ein Ausdrud für eine Gemütsbewegung und hat wieder ware den Zweck, Gemütsbewegungen hervorzurufen. tiefer der Eindruck in der Seele des Künstlers, um fo deutlicher und bedeutender auch der fünstlerische Ausdruck". schreibt Geora Brandes in seinem Werte über die Hauptströmungen in der Literatur. Bei Strindberas Charakteren tritt une fast plastisch der tiefe Eindruck in der Seele des Künstlers vor Augen. Auch bei dem Trauerfpiel Der Bater". Rittmeister oder 9. der Typ einer im Kampf mit der Frau- als dem eind des Mannes zerriffenen Seele, wirft mit der Ueberzeugungsfraft eines dichterisch verewigten Erlebnisses auch auf den, der das Verhäältnis zwischen Mann und Frau anders fiebt, als es uns in Strindberas Werken entgegentritt. Das bei alledem auch die genenivielerische Seite, die Frau, nicht reitlos als Ausgeburt des Böien erscheint, erhöht die Wirkung. Bu voller Wirfung aber fonnte das Werf sich erit entfalten bei einer Aufführung, wie fie am Donnerstaa im Deutschen Theater aegeben wurde. Eugen Klöpfer und Agnes Straub, als Vertreter der beiden Sauptrollen, gaben darstellerischen Reinichliff. Sie brannten nicht einen ganzen Himmel rhetorischen Feuerwerks mit tausend Don nerschlägen ab, wodurch schon so oft feinste käden dichterischen Gewebes versenat und übermüllt wurden; sie ließen vielmehr in dramatischem Werden nur die schlimmsten Unwetter frachen und schließlich veriant aramverschlossen der Mann in geistige Nacht. Und auch die fieabafte frau mate Nidisch von der Augsburger Umschan" ist schon Antrag auf Aufhebung der Immunität an den bayerischen Landtag gestellt. Gegen die anderen Pressesünder, Unabs hängige, Rechtssozialisten und Kommunisten glaubt man ohne daß auszukommen. 1 Dollar= 1450 Mark nicht den Eindruck, als ob fie fich nun auf einem Throne wähne. Doch darf man auch die übrigen Darsteller nicht übergeben, so sehr auch ihre Rollen binter denen der beiden Sauptdarsteller zurücktreten. Grete Scheer als Tochter, die unbewußt den äußeren Anlaß zum letzten Aft diefes tragischen Machtkampfes" aibt. Aribert äicher als Hausarzt Dr. Cestermark, dem Familienratsentscheide über Menschlichkeit geben, Max Gülstorff als Pastor, Margarethe Albrecht als gutmütterliche Amme, sie alle trugen ihr Bestes dazu bei, dem Ganzen das prächtigste Kolorit au geben. Sollaenders Regie sowie den Hauptdarstellern wurden am Schluffe der Aufführung langandauernde, ebenso lebhafte wie wohlverdiente Beifallsbezeugungen dargebracht. Alles in allem: es war ein Strind berg- Abend, wie man ihn nicht oft erlebt. Tagesnotizen SERGY 2 9 Б a 90 b MEERDERED It de he K δε 258 if ru 10 di mi fo fea tr de ein it re hör Ται BI ftel der reg trä als un de gri erh ip tra gift ( 41 fie wö mi mi Br E. R. err spr gla unt che er Eu er aut St fich dai Große Volksoper. In der am tommenden Sonnabend, ben 9. Seb tember, stattfindenden Aufführung von Samson und Daltla" find befchäf Gunnar Graarud, Dalila tigt: Samon Ludmilla Dostal, Oberpriester Marten van Geldern, Abimelech Wilhelm Guttmann, alter Sebraer Magnus Andersen. Dirigent: Ernst Praetorius, Spielleitung: Alexander d'Arnals. Im Bacchanale tanat Luch Riefelbaufen. Kammerspiele. Die Erstaufführung von„ Der Schattenfischer" in den Rammerspielen des Deutschen Theaters ist auf Mittwoch, den 13. b. M., festgelegt. Die bereits gelöften Ratten behalten für diesen Zag ihre Gültigkeit. Des Theater tu ber Rommandantenstraße, Berlin S., Rommandanten ftraße 57, welches am 12. b. Mts. mit Bilbelm Schmidtbonns Schauspiel " Der Gefchlagene" eröffnet, führt ein Abonnement au ermäßigten Breifen ein, um in Anbetracht der schwierigen Zeitverhältnisse auch minderbemittelten Streifen Gelegenheit zu geben, Aufführungen moderner literarischer Werte beizumohnen. Anmeldungen von 1-22 Uhr im Büro und an der Abendiaffe. Das Märkische Wandertheater eröffnet unter Leitung von Direttor D. Glaffer feine Spielzeit am 20. b. Mis. durch Aufführungen von Haupt manns Sanneles Simmelfabrt" und Die verfunfene Glode" in Rathenow. Das Theater hat gabireiche Einladungen von Provinsstädten zur Aufführung von Hauptmann- Berten erhalten, welche durch diese den Dichter zu feinent 60. Geburtstage ebcen wollen. teu berpflichtet wurden dem Wandertheater Eva Lebors, Dermine Döring, Margarete Breitenstein, Susanne Gerd, Alfred Borchert, Hans Jödel, Berner Simmermann und Willi Stapel. Junge Dichter vor ble Front. Die für ben 11. September angefeste Beranstaltung mug wegen Ertrantung Frans Ronrad Hoeferts abgefagt werben. Der nächste Abend findet am Montag, den 25, September statt. In der Galerte Ferdinand Möller, Botsdamer Str. 134 c, ift foeben bie erfte erbftausstellung mit einer Sammlung Gemälde von Adolf Erbslöh München eröffnet woorden, Ferner werben Eingelwerte bon Erich Hedel, E. 2. Kirchner, Baula Modersohn, Otto Mueller, Eduard Mung, 5.. Bechstein, Richard Scheibe und Schmidt- Rottluff gezeigt, Mujit. Am 16. b. mts., abends 7% Uhr, findet in ber Cingatabemie ein vollstümliches Konzert unter Mitwirkung von Solisten des Philhar monischen Orchesters M. b. b. Berg( Bioline), G. Tiburz( Biola), B. Schulz( Cello) 3. Göbede( kontrabas) der Konzertfängerin M. Ebel- Bilbe( Begleitung: A. Ebel) und des Bianisten 3. Dahlte ftatt, in bem u. a. die Acie für Sopran und Kontrabaß von Mozart, die Gerenabe für Streichtric bon Beethoven und das Forellenquintett von Schubert sum Bortrag gelangen. ris in lich Sa hat nid 810 jag jah Sch . Eine historische Notwendigkeit Von Paul Hennig, Dresden. Die Einigungsfrage unter den proletarischen Parteien ist jetzt von der geschichtlichen Entwidlung aufgerollt worden und sie wird nicht eher mehr aus dem lebendigen Geschehen verschwinden, bis sie gelöst ist. Zwar hat man schon seit Jahren sehr viel und immer wieder darüber geredet, doch die Zeit für Berwirklichung der Einheit war nicht reif, deshalb blieb alles Reden unfruchtbar. Nun aber ist es ernst mit der Einigung ge= worden, denn die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse wingen dazu. Die Umwälzung von 1918 hat nur einen unbestrittenen Charakter gehabt: die Aufrichtung der Republik und der politischen Demokratie. Alles andere, der Achtstundentag und das Soziale, ist uns schon entglitten oder ist uns im Entgleiten. Als letztes bleibt uns noch das System der politischen Demofratie, das für das schaffende Bolf so lange eine gewaltige Bedeutung hat, als es nicht einig und start genug ist, an seine Stelle die eigene politische Herrschaft zu setzen. Von der Aufrechterhaltung dieser lezten Errungenschaft der politischen Umwälzung hängt unter den gegenwärtigen Verhältnissen sehr viel ab, und zwar gerade für den brennenden wirtschaftlichen und so= zialen Tagestampf der Arbeiterklasse. Dies System der politischen Demokratie und Republik ist auss schwerste bedroht und gefährdet, wie uns die Vorgänge bis zum Rathenaumord und dem Hochverrat Bayerns bewiesen haben, Als einziger zuverlässiger Stampfesfaftor für die politische Demokratie tommt nur das Proletariat in Betracht, weil seine Lebensnotwendigfeiten mit der politischen Demokratie heute einiggehen. So wurde das Proletariat im Verteidigungsringen um die Republik auf der Straße vereinigt. Das war nichts weiter als die Erfüllung des Selbsterhaltungstriebes. Aber das zweimalige Zusammenmarschieren auf der Straße ficherte noch nicht die politische Demokratie. Sie wird uns täglich bestritten, siehe Bayern, siehe das Verbot linksgerichteter Blätter usw. Die Einigung des Proletariats muß erst zur wirklichen Tatsache und zur dauernden Tatsache werden, ehe die politische Demokratie außer Gefahr ist. So machte die geschichtliche Entwicklung die Frage der Einigung der proletarischen Kräfte spruchreif. Sie zwingt uns jetzt zur Vereinigung der sozialistischen Parteien, weil diese zusammenfassung der Kräfte einfach zur Tages notwen digkeit geworden ist. Man sehe nur den finanziellen Zusammenbruch an, man betrachte unser Wirtschaftselend, man fühle die Not des Proletariats wer will da noch zweifeln, daß nur gemeinsames Handeln, fester Zusammenschluß das zu erreichen vermöchte, was heute noch erreichbar erscheint. Das geschloffene Vorgehen der Vorstände der beiden sozialistischen Parteien ist bereits zur Selbstverständlichkeit geworden, ja wehe ihnen, wenn sie jetzt noch getrennt marschieren oder fich gar aneinander reiben wollten! Das sind heute Tatsachen geworden, die nicht ohne Folgen bleiben tönnen. Dieses Zusammenarbeiten macht den weiteren Zu sammenschluß der beiden Parteien zur Notwendigkeit. Da fich die Kommunisten selbst von aller lebendigen Anteilnahme ausgeschlossen haben, ist leider eine noch weitere Zu sammenfassung der proletarischen Kräfte nicht möglich. Die geschichtliche Notwendigkeit der Vereinigung der proIetarischen Kräfte wird von allen Parteien, von allen Rednern, von jedem Genoffen anerkannt. Ueber das Ziel sind alle einig, über den Weg aber gibt es noch endlosen Streit, heftigsten Bruderkampf, erbittertste Feindschaft. Die einen wollen, daß man eine gemeinsame minimale Grundlage finde und sich dann in einer Partei über die weitere Taftif auseinanderseße und verständige, die andern wollen erft Attionen, bis die drei Parteien eine übereinstimmende Taktik gefunden haben, worauf die formale Verschmelzung pon selber fomme. Diese Anschauungen und Wünsche der einzelnen haben nur bedingten Wert, denn die Entwicklung schreibt uns die Notwendigkeit des Anfanges der Kräftezusammenfassung mit solcher Bucht und Eindringlichkeit vor, daß fie sich jetzt einfach durchsetzt. Das bekunden die Beschlüffe der Reichs tonferens, die Haltung der Fraktion, die Stellungnahme der meisten und bedeutsamsten Parteiorganisationen und nicht zuletzt das stürmische Verlangen in den weiten Proletarier schichten der USPD. und der SPD. Diesen Tatsachen muß Rechnung getragen werden. Wir müssen den Beschluß des Leipziger Parteitages in die Tat umseßen: bas Marimum an Einigtett au erreichen, das sich zur Stunde erreichen läßt. Das ist die Bereinigung der beiden fozialistischen Parteien. Zu diesem Anfang bekennen wir uns bewußt und freudig und werden die Durchführung dieser Aufgabe planmäßig und mit aller& raft fördern. Zunächst gilt es, die Auffassungen auflären und an vereinheitlichen. Wir geben der Kritik den weitesten Spielraum, alle Bedenken sollen vorgebracht werden. Aber an uns ist es, daß Negative und Hohle, das Unfruchtbare und Phantastische der Bedenten der Vereinigungsgegner aufzu zeigen und den Sinn wieder auf die Tatsachen hinzu Tenten, die der Arbeiterbewegung diesen Weg diftieren. Ein Parteivorsitzender der USPD., Genoffe Lebebour, bekämpft die Vereinigung mit starrer Leidenschaft und erflärt in jugendlichster Fröhlichkeit, daß er sich einem Mehr heitsbeschluffe nicht fügen, sondern eine neue Partei ausam. menstellen werde mit der alten Politik( mit welcher?) ber USPD. Und ein zweites Mitglieb der Parteileitung, Gen. Rosenfeld, bringt hundert Gründe gegen die Vereini gung vor und sieht nicht oder verfennt die allereinfachsten Tatsachen der Lage, die dem sozialistischen Proletariat die Susammenfaffung der Kräfte aus Lebensnotwendigkeit gebieten. Es ist betrübsam, daß die Folgen des langjährigen Bruderkampfes so schwer zu überwinden sind, daß man heute aus Einigkeitsfreundschaft das Getrenntbleiben empfiehlt, wobei immer wieder der gegenseitige Bruderkampf auflodert, ja auflodern muß, well doch die beiden Parteien gesondert existieren und werben müssen und dabei immer wieder die Differenz zu den andern hervorzukehren gezwungen find, also Serfleischung in Permanenz. Bisher war diese Taktif des Getrenntbleibens richtig und wir haben mit aller Entschiedenheit für die USPD. und gegen die SPD. gewirkt. Gerade wir. Aber es wäre jetzt ein Verbrechen, wenn wir ben Vollaug historischer Notwen bigkeiten hintertreiben wollten, die die Entwicklung bereits durch Tatsachen entschieden hat. Nein, mit dem Bruderfampf zweier Parteien muß es einmal ein Ende haben. Die Vereinigung in einer spzialintisden Gesamtpartel muß lebt herbeigeführt werden, wobet es die Aufgabe der USPD. in, mit all unsern Parteiträften einig und geschloffen zu wuchern, auf daß bei der Vereinigung programmatisch, taktisch und organisatorisch die bestmöglichen Bedingungen im Sinne des wissenschaftlichen Sozialismus, der Klassenkampftaktik und der Besetzung der ( gemeinsamen) Parteileitung gesichert werden. Und wenn wir uns jest nicht in negativer Kritik selbst zerfleischen, so tönnen wir viel, vielleicht alles erreichen, wobei uns die politische, vor allem wirtschaftliche Entwicklung zu Hilfe au Hilfe tommt, die immer heftiger auf den Klassenkampf des gesamten Proletariats hinweist. Aber selbst bei nur teilweiser Durchsetzung unserer Forderungen bei der Vereinigung würden wir doch dann sofort zu den weiten proletarischen Mitgliederschichten in der heutigen SPD. stoßen( man dente nur an Chemniz, Frankfurt a. M., ja sogar auch an Dresden), die schon längst und entschieden eine schärfere Klassenkampftaktik fordern. Die wirtschaftliche Not, der finanzielle Zusammenbruch, die Diftaturgelüfte des Rapitals all das ist der Nadikalisierung günstig. Der Klassenkampf wird auch in einer gemeinsamen sozialistischen Partet unbedingt durchbrechen, wenn wir nur erst einmal sein letztes Hindernis, den scheußlichen Bruderkampf, überwunden haben. Wer das nicht zugeben möchte, leugnet einfach alle wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsgeseße, die uns der historische Mate= rialismus Karl Margens aufgezeigt hat. Das Hauptargument der Vereinigungsgegner ist die Kvas litionspolitik... Heute sei nur angedeutet, daß die Stoalitionspolitik einer geeinigten sozialistischen Partei politisch und geschichtlich ganz anders zu werten ist, als eines Teils des Proletariats. Bisher lag in ihr ein forrumpierendes Element, das braucht nicht immer in ihr zu liegen, wenn das gange sozialistische Proletariat an der Durchsetzung gewisser politischer Notwendigkeiten im heutigen Staate beteiligt ist. Aber wir sind überzeugt, daß die Koalition im bisherigen rechtssozialistischen Sinne und in ihrer heutigen zerfetzenden Wirkung in absehbarer Zeit erledigt wird, und zwar durch die weitere Zuspigung des ganzen politischen und wirtschaft lichen Kampfes. Wer den Gang der Dinge prüft, kann dies nicht bestreiten. Hauptsache ist, daß wir jetzt die Tendenzen auf schärferen Klassenfampf, die in den Arbeitermassen der beiben sozialistschen Parteien lebendig sind, zusammen. fassen dann werden die bitteren Erfahrungen mit der Koalitionspolitik und diese selbst zu überwinden sein. Der Zusammenschluß des Bürgertums, der als Folge der sozialistischen Vereinigung enger werden wird, wirkt in gleicher Nichtung. Der Klassenkampfgedanke hat eine gute Zukunft, er ist im geschichtlichen Geschehen verwoben. Er läßt sich nicht erstiden. Seine Sorge! Und die Kommunisten? Sie führen teinen lassenkampf und können ihn nicht führen. Sie betreiben nur die Auslandspolitik der russischen Bolschewifi- Diftatur und müssen deshalb immer wieder mit dem Klassentampf des deutschen Proletariats zusammenprallen. Die Verwirrung, die sie anrichten, ist nur so lange gefährlich, als die sozialistischen Proletarier in zwet Parteien zersplittert find. Ist eine einige geschloffene sozialistische Partei vorhanden, so werden die Mostaner Quertreiber leichter taltgestellt. Versuchen sie aber, ernsthafte sozialistische Politik mitzumachen um so besser. Dann werden die von der heutigen KPD.Taftit verlodten Arbeiter noch schneller reif, fich ber einigen jozialistischen Partei anzuschließen. Die KPD. ist nicht von heute auf morgen zu überwinden, aber ihr zweiter Lebensnerv( ihr erster ist der Moskauer Rubel) wird abgeschnürt, sobald die sozialistischen Arbeiter geschlossen mar schieren. Also auch zur Ueberwindung der sogenannten„, fommunistischen" Bewegung ist die sozialistische Partetvereintgung eine Vorbedingung. Der langjährige Bruderkampf der beiden sozialistischen Parteien hat uns alle hüben und drüben- verbittert und wohl ein wenig engsichtig gemacht. Man sieht zu sehr auf das Wohl der Partei und zu wenig auf das Interesse des gesamten Proletariats. Man erhebt Bedenken und zerlegt Begriffe, als wenn die Politik und die Menschen mechanische Produkte wären, die starr blieben. Man vergaß, der le bent digen historischen Entwidlung wieber zu ver trauen. Was soll man dazu sagen, wenn Genosse Rosenfeld schreibt: Und wie wird die vereinigte sozialistische Partet aus sehen? Kann denn ein neues Programm und können organisatorische Sicherungen die vereinigte sozialistische Partei davor schüßen, in die von uns bekämpften Fehler der rechtssozialistischen Partei zu verfallen? Das schönste Programm schüßt uns nicht vor einer mit diesem Programm unvereinbaren Praxis. Ja, da hört überhaupt je de Poltttt auf! Dann fönnen wir uns mit der SPD. auch in dem Falle nicht vereinigen, wenn die geeinigte Partei im Programm und durch organisatorische Sicherungen den flarsten Sozialismus und den selbständigen Klassenfampf beschließt,„ Das schönste Programm schüßt uns nicht vor einer mit diesem Programm unvereinbaren Pragis." In die Wirklichkeit übertragen bedeutet also Rosenfelds Stellung: mit den Leuten und Massen der SPD. dürfen wir uns überhaupt nicht und niemals vereinigen, weil selbst ein neues Programm und organisatorische Sicherungen die vereinigte Sosialistische Partei nicht davor schützen, in die Fehler der rechtssozialistischen Partei zu verfallen."- Das ist entweder Regierung jeder Art Vereinigung für alle Zeiten ober aber: Borschreiben der Tattit der Vereinigten SoziaItstischen Partei ein für allemal und für immer. Bleibt denn gar nichts mehr übrig für die lebendige EntwidIung? Gar nichts mehr für die Selbstbestimmung der Taktik burch die etwa Vereinigte Sozialistische Partei? Gar nichts mehr für die Erfüllung taktischer Notwendigkeiten, die gegen die Schläge der Feinde des Proletariats er griffen werden müssen? Doch ist es müßig, bei weiteren Schwarzsehereien der Vereinigungsgegner zu verweilen. Bleiben wir bei der Vereinigungsgegner au verweilen. lebendigen Entwicklung und greifen wir unter Zusammenfassung aller Parteifräfte fo herzbaft in se ein, daß wir ber zu formenden sozialistischen Partet so flare Züge einprägen, wie das überhaupt erreichbar ist. Bis dahin aber wollen wir uns der Klärung der Meinungen doch recht fleißig der Notwendigkeiten erinnern, die uns der Geschichte ehernes Mus au erfüllen aufgab. Es ist die Lebensfrage des Proletariats, die Geschlossenheit und Einigkeit herzustellen. Es find Tatsachen, baß die Mehrheit der Proletarier der SPD. und die Mehrheit der Zentralinstanzen, der Fraktion, der Parteiorganisationen und der Parteigenossen der USPD. die Vereinigung fordern und anstreben. Es t Taffae, daß die Koalitionsfrage tein entscheibendes Hindernis mehr zum Zusammenschluß der beiden Parteien ist, da einerseits in der SPD. weite profe tarische Mitgliederschichten die heutige Form der Koalition verwerfen, die Parteiführung der SPD. ihre Görlizer Nichtlinien fallengelassen und ein Weitertreiben der Koalition bis zur Stinne& partet abgelehnt hat. Andererseits haben sich die Sentralleitung, die Fraktion und die Reichsfonferenz der USPD. mit 83weidrittelmehrheit bereit erklärt, über die Frage des Eintritts in eine Stoalitionsregierung zu verhandeln und die überwiegende Mehrheit der Parteiorgantsa tionen hat diesen Schritt gebilligt. Es ist weiter Tatsache, daß die gesondert marschterenden Parteien in immer größere Schwierigkeiten geraten, so daß fie einen doppelten Organisationsapparat, zwei Seitungen an jedem Ort, immer schwerer aufrechterhalten können. Die wirtschaftliche Not drückt auch die Parteien, das braucht nicht verschwiegen zu werden. Das sieht jeder. Das ist aber auch von großer Bedeutung! Wenn wir an die Massen der Indifferenten heran wollen, wenn wir einem Wahlkampf gegen die deutschnationalen und Stinnes- Milliarden gewachsen sein wollen, so braucht die Partei schlagkräftige Organisationen, eine gutfundierte große Presse und auch eine gefüllte Partet taffe. Und vor allem darf die Agitationskraft nicht wieder gegen proletarisch- sozialistische Brüder gerichtet und dadurch versplittert werden, Tun sich die sozialistischen Parteien noch rechtzeitig ausamen, so kann die sozialistische Arbeiterklaffe dem kapitalistischen Gegner mit Aussicht auf Erfolg die Stirn bieten. Halten sie die Zersplitterung weiter aufrecht( aus der immer wieder der Bruderkampf auflodern muß), so verdammen sie sich zur Ohnmacht und werden erst dann auf den Weg des Zusammenschlusses gepeitscht, wenn es zu spät ist, um das durchzusetzen, was heute noch durchgesezt werden kann. Nuzanwendung: Wir alle müssen tett planmäßig und bewußt auf die Zusammenfassung der Kräfte der beiden sozialistischen Parteien hinarbeiten, alle Aufmerksamkeit auf ein gutes Vereinigungsprogramm richten und vor allem geschlossen und diszipliniert bleiben, bis zur erlösenden Stunde, der Wiedervereinigung der sozialistischen Bruderparteien. Monarchisten in der Reichswehr unentbehrlich Reichswehrminister Geßler wehrt sich ständig gegen die Anschuldigung, daß seine" Reichswehr nur ein monarchistisches Nest sei. Daß aber die Anschuldigung keinesfalls grundlos ist, daß vielmehr die Reichswehr die monarchistischen Elemente geradezu an sich fettet, lehrt ein Vorkommnis, über das das„ Berliner Tageblatt" berichtet. In Stettin hatte am 10. Juli ein Unteroffizier der dortigen Kraftfahrabteilung an die vorgefeßte Stelle, um fristlose Entlassung unter Ver zicht auf alle mir etwa zustehenden Gebührnisse" gebeten, Er begründete dieses Gesuch mit dem Hinweis, daß er streng monarchistisch erzogen" sei und seinerzeit nur sich in der Erwartung für die Reichswehr verpflichtet habe, daß die Dentschland allein wieder gefundmachende Rückumstellung zur Monarchie baldigft erfolgen würde. Die augenblicklichen Maßnahmen der Reichsregierung zum Schuße der Republik haben mir diese Hoffnung völlig genommen, und ich bitte daher, meine beantragte Entlassung zu genehmigen, da es fich nicht mit meiner Erziehung und meinen persönlichen Anschauungen verträgt, daß ich noch 6% Jahre einer meiner Ansicht nach verlorenen Sache diene, mit der ich innerlich im vollsten Widerspruch stehe". Nun sollt man annehmen, daß einem derartig begründeten Ersuchen eines Reichswehrsoldaten, der sich als offener Gegner der Republik bekennt, sofort entsprochen werden würde. Müßte doch der Mann ohnedies auf Grund seiner Einstellung schleunigst aus der Reichswehr entfernt werden. Aber nichts von alledem ist geschehen. Vielmehr wurde das Entlassungss gesuch abgelehnt. Auf solche Elemente tann die Reichswehr natürlich nicht verzichten, sie sind für sie unentbehrlich. Kommunistische Betriebsrätespielerei In der Neuen Welt" tagte gestern abend abermals eine bon tommunistischer Geite einberufene Versammlung Berliner Betriebsräte. Nach einem Referat Grothes und anschließender Discussion wurde eine Entschließung angenommen, wonach die Schaffung eines Reichsausschusses deutscher Betriebsräte und ein Reichsbetriebsratefongreß im Oktober in Aussicht genommen ist. Der Staatsgerichtshof tritt am 10. September endgültig zu seiner ersten Sibuna zusammen. Die Verhandlungen in der Nathenau- Mordsache werden erst Ende September oder Anfangs Oktober beginnen. Aus der Partei Parteitag in Gera Die Delegierten aum Parteitag in Gera, beginnend am 20. September, die Abgeordneten und Gäste sowie andere Genossen, die der Tagung beiwohnen wollen und Wohnung wünschen, desgleichen die Vertreter der Preffe, wollen so= fort die Anmeldung für eine Wohnung mit den besonderen Wünschen an die Adresse des Lokalkomitees, Parteisekretariat ber USB., Gera- R., Alte Schloßgaffe 11, richten. Parteitag in Nürnberg Die Delegierten zum Nürnberger Parteitag, der am 24. September beginnt, sowie die Gäste, die Wohnung dafelbft wünschen, wollen die Anmeldung fofort mit den besonderen Wünschen an die Adresse S. Losmann, Nürnberg. Breite Gaffe 25, weitergeben. Die Delegierten der USP. werden von den Bezirken bestimmt. efundbelt und Wohlbefinden der Familien mitglieder sind abhängig von der Bereitung der Speisen. Man lerne deshalb auch den Nährwert ber einzelnen Rahrungsmittel fen nen, um aus diefer Stenntnis beraus den Zeigwaren Maffaroni, Nudeln, Hörnchen den ersten plag einsuräumen! PUSAN ゴー Rekleidungswerkstätte der Berliner Gewerkschaften G. m. b. H. Abteilung Warenversorgung Einmaliges Angebot: G. m. b. H. Arbeitsstiefel.700.gute Verarbeitung Größe 40-44 Verkauf nur in folgenden Verkaufsstellen: 1. Zimmerstraße 68 2. Kottbuser Damm 88-89 3. Engelufer 30 4. Jablonskistraße 8 5. Schönhauser Allee 173 7. Friedrichshagen Eingang Schwedter Straße Friedrichstraße 51 6. Cöpenick Kaiser- Wilhelm- Str. 101 Verkaufszeit 9-12 und 3-6 Uhr Theateru.Vergnügungen Boltsbühne Rotter- Bühnen 7 Uhr Täglich& Uhr: Verschwender Residenz- Theater Neues Volkstheater Hannele abends 7%, uhr Trianon Theater Huchler Lissi Deutsches Theater Kleines Theater 7 Uhr Der Vater. 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Er will nicht nur Sportzeitung, sondern gleichzeitig auch Kampforgan sein. Der Arbeiter- Sport" wirkt in dem Bewußtsein, daß der Arbeitersportler ein tätiges Mitglied der proletarischen Kämpferschar sein muß. Der ArbeiterSport wendet sich gegen alle bürgerlichen Sportorganisationen und gegen die, die durch Neutralitätsbestrebungen des Sportes zur Verflachung des politischen Kampfes die Hand reichen. Er fördert den Sport, dessen Wahlspruch lautet: Unsere Aufgabe ist, dem revolutionären Proletariat an Körper und Geist gestählte Kämpfer heranzubilden." Jeder klassenbewußte Arbeitersportler liest den Arbeiter- Sport". Er ist das einzigste Organ, welches seine Interessen wahrnimmt. Verlag des„ Arbeiter- Sport" Berlin SO 16, Köpenicker Straße 108. INS LEBEN HINEIN Von Gg. Engelbert Graf * Wieder vorrätig Preis broschiert 40 Mark Organisationen Preisermäßigung BUCHHANDLUNG FREIHEIT Berlin SW 61, Urbanstr. 7 Gold, Silber, Platin Zeltungen kg 10 Mk. 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Genosse Dr. Hertz( Schluß der Rede): Die Brotversorgung bis zur nächsten Ernte ist nicht aesichert. Aber nicht nur dadurch, weil wir abhängig ünd vom Ausland, sondern weil der organisierte Widerstand der Landwirtschaft die Ablieferung des Umlagegetreides verhindert. Der Widerstand der Landwirte gegen die Abliefe= rung des Umlagegetreides ist auf politische Gründe zurückzuführen, denn die Agrarier wollen den Staat auf die Knie zwingen. Die Stadt muß auf bestimmten Gebieten einen Preisdruck ausüben. Daß dies sehr wohl möglich ist, beweisen die billigen Seefischverkäufe. Bei den Kartoffeln sind dieselben Maßnahmen erforderlich. Wir bitten um Mitteilung, was vom Magistrat unternommen ist, um die Bevölkerung vor einem Winter wie 1916 und 1917 zu be= wahren. Die Milch versorgung ist ein tragisches Kapitel. Niemand wird sagen können, daß diejenigen, die die Zwangsbewirtschaftung der Milch aufgehoben haben, unschuldig sind an den zahllosen Toten und Kranken, die eine Folge der Milchpreissteigerung und schlechten Versorgung bilden. Wie bei der Brotversorgung müßten die Landwirte gezwungen werden, ein bestimmtes Quantum Milch abzuliefern. Zur Durchführung des Programms des Magistrats ist ein Mann nötig mit eiserner Energie, großem Wissen und warmem Verständnis Notwendig ist es, daß der Magistrat aur Unterstüßung der Erwerbslofen beim Reiche materielle Hilfe geltend macht. Eine weitere Maßnahme besteht darin, Einspruch zu er= heben gegen eine geplante nachträgliche Erhöhung des Preises für das Umlagegetreide. Ohne Abschlußzwang von Kartoffellieferungen ist schwerlich auszufommen. Auch bei dem Zuder wird man ohne 3wang nicht auskommen können. Es ist ein ungeheuerlicher Zustand, daß teilweise der Weltmarktspreis bei Inlandsprodukten überschritten ist. Was das bedeutet, wenn jetzt zur Teuerung noch gesteigerte Arbeitslosigkeit tritt, braucht nicht besonders erörtert zu werden. Wir warnen ausdrücklich devor, die Situation als leicht aufzufassen. Maßnahmen müssen durchgeführt und nicht nur beraten werden, sonst stehen wir tatsächlich am Sterbebett des deutschen Volfes!( Lebhafter Beifall links). Zu diesem Punkte der Tagesordnung lag folgender Ans trag der USB. und SPD. vor: „ Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, mit größter Beschleunigung für eine ausreichende Sicherstellung der notwendig= #ten Lebensmittel, Kartoffeln, Brot, Fleisch, Ruder, Fette und Milch sowie der Brennmaterialien Sorge zu tragen. Die Sprunghaften, willkürlichen Preiser= höhungen für die Nahrungsmittel und notwendiaften Bes darfsgegenstände haben Formen angenommen, die nur als glatter Wucher bezeichnet werden können, da die Her: stellungskosten in feinem Verhältnis zu den jezigen Breisen der Ware stehen. Der Magistrat möge daher bei der Reichs= regierung dahin wirken, daß die von den Landwirten nachträglich geforderte Erhöhuna der Getreidepreise als im Widerspruch zu dem Umlagegesetz stehend, unterbleibt und daß alle Maßnahmen zur wirksamen Bekämpfung de& Wuchers von Erzengern und Händlern ers griffen werden. Der Magistrat wird ferner ersucht, bei der Reichsregierung erhöhte Mittel für alle Arten der Rentner und Sonstige Unterstüßung& empfänger zu bean: tragen. Die Versammluna ist weiter der Auffassung, daß der Mas giftrat vorbereitende Maßnahmen treffen muß, nm der mit Der Entgleiste Roman von Wilhelm Holzamer.. ( 41. Fortsetzung.) Der Eulenmüllerfranz trug seine Narbe auf der Bange, der Philipp trug seinen Riß auf der Hand, und fie waren gute Freunde. Das Dorf hatte sich daran gewöhnt, daß die Emilie und der Franz ein Verhältnis" mit einander hatten, und als der Herbst dem Eulenmüllerfranz das einjährige Zeugnis brachte und en nach Worms auf die Müllerakademie ging, da trug der Briefträger allwöchentlich ein zärtlich Brieflein in ein Haus, das hinter einem Garten lag- und am Fenster erwartete ihn ein glühend Rundgesicht, leichte Füße sprangen die Stiege herunter, helle Augen, die glänzten, sahen den grauen Briefträger dankbar an, und gar schöne, sanfte Finger faßten nach dem Briefchen, das er entgegen- und manchmal, er neckte gern hoch hielt. Und nach einem halben Jahre flüsterte er auch manchmal in ihr rosa Dehrchen hinein: Frau Eulenmüllerin" und ging tichernd davon- und wenn er sonst am Hause vorbeiging, und nichts hatte- weil auch gar nicht der Tag war, so rief er laut über die Straße: Nir für heut!"- und jedesmal freute er fich an dem schämigen Erröten des hübschen Mädchens, das seine Liebe, sein Sehnen und Erwarten und die füßen kleinen Schmerzen und die großen schwärmerischen Freuden so anmutig trug und sich so begehrlich in ihnen verschönte. Für den Philipp stand sie nun in verehrter Ferme ein Stern, den man nicht begehrt und in dem Schönsten, was er empfand, blidte er zu ihr auf, heimlich und verschwiegen, ganz in sich verschlossen und mit Scheu und Freundestreue. Die Zeit ging und nahm und brachte. Die Mutter hatte manchmal Neißen in den Gliedern, aber sie fragte nicht danach. Sie mußte immer schaffen. Schaffen für zwei, das war ihre Natur so. Lieber tot als Faulenzen! jagte sie. Die alte Lisbeth war noch vüstig. Aber das Spät jahr meinte es nicht gut mit ihr. Sie spürte viel Schmerzen in dem Bein, das auf dem Friedhof lag. In endloser Rede, die nichts positives, sondern nur negative Kritik enthielt, erging fich dann der Redner der K. P. D., Schwenk. Einen unerhörten Eingriff in die Redefreiheit leistete sich bei dem Wortschwall Schwenis der Stadtverordnetenvorsteher Dr. Caspari( D. Vp.). Nachdem er Schwenk wiederholt ohne Ursache zur Sache gerufen hatte, stellte er zum Schrecken der Bürgerlichen an die Versamm= lung die Frage, ob sie Schwent weiter hören wollte. Viele Bürgerliche verließen vor der Abstimmuna den Saal und nur die Furcht vor einer Vorsteher- Krise hielt andere Bürgerliche davon ab, fich gegen den Vorsteher zu erklären. Mit 85 gegen 75 Stimmen entschied sich in namentlicher Abstimmuna die Versammlung, Schwenk das Wort nicht zu entziehen. Die Absicht des Vorstehers, die K. P. D. mundtot zu machen, endete mit einer wohlverdienten Blamage. Dank der Rede Schwenka zoa sich die Sigung ins Endlose hin. In später Abendstunde sprachen noch van der Borght( Dntl.) und von Eynern( Dt. Vpt.). Namentlich Ennerns Ausführungen riefen gelegentlich stürmischen Widerspruch der Linken hervor. Er behauptete, daß die Arbeiter die Konjunktur ausnutten, warnte vor Experi menten, trat für Verlängerung des Achtstundentages und ähnliche schöne Dinge ein. Gegen 11 Uhr wurde die Situng auf Dienstag vertagt. Die Anträge der Linken, zu denen noch Anträge der Deutschnationalen( gegen den Versailler Vertrag usw.) und der Volkspartei kommen, gehen an einen Ausschuß, an den auch die noch nicht eingegangene Vorlage des Magistrats betr. Bewilligung von 208 Millionen für die notleidende Bevölkeruna gehen soll. Der Ausschuß soll beschleunigt arbeiten. Am Dienstaa ist Fortiebung der Beratung. Die Notstandsvorlage des Magistrats Der Magistrat teilt der Preffe folgendes mit: Bei der verzweifelten finanziellen Notlage, waren umfassende, der ganzen Bevölkerung der Stadt zuante tommende Maßnahmen für rechtzeitige Versorgung mit Lebensmitteln und Brennstoffen nicht au finanzieren. Nur über eine bescheidene Kartoffelreserve wird noch verhandelt. Dagegen beschloß der Magistrat, wenigstens für den ärmsten Teil der Bevölkerung Erleichterungen zu schaffen. Dabei ist an einmalige Winterbeihilfen an die Empfänger von Armenunterstübungen, an Unterstübungserhöhungen und an Brennstoffbeihilfen an Unbemittelte aedacht worden. Ferner soll die Volksspeisuna, die am 1. Oktober eingestellt werden sollte, auch während des Winterhalbjahres fortgeführt und die Armenspeisung durchgeführt werden. Endlich soll die Milchverbilligung in der bisherigen Weise fortgeführt und die Zuschüsse für die privaten Krippen und Horte erhöht werden. Die Durchführung dieser Maßnahmen erfordert bei der Wohlfahrtspflege rund 120 Millionen, bei der Jugendfürsorge rund 80 Millionen. Die entsprechenden Vorlagen werden morgen dringlich den Stadtverordneten vorDienstag, den 12. September, abends 7 Uhr in den Sophiensälen, Sophienstraße, Außerordentliche Generalversammlung für die USP. Groß- Berlin Tagesordnung: Stellungnahme zum Parteitag in Gera Zum Erscheinen verpflichtet sind die gewählten Delegierten und die Berlin- Brandenburger Reichstags- und Landtagsabgeordneten. Mandate hierzu sind den Distrikten zugesandt. Bezirksleitung USPD. Berlin- Brandenburg. Die Leute begriffen das nicht, wenn sie manchmal da= von sprach. Aber sie versicherte, daß es so sei. Und manchmal scherzte sie das Bein wolle wieder seinen Körper haben und da müsse der Körper zum Bein - weil es doch nicht zu ihm kommen könne. Es sei ja auch Zeit. Alt genug set sie dazu. Und was ihr das Leben habe geben können, das hab es ihr gegeben. Wenn der Tod sie rufe, sie gehe leicht. Weihnachten kam und Fastnacht ging Ostern tam wieder nahe- da rief sie der Tod. Er trat vorsichtig und sanft bei ihr ein, mit dem schönen Respekte, der ihr gebührte. Er rührte sie sanft an in der Nacht im Traume, im milden Schlafe. Ihr Holzbein flang am anderen Morgen nicht in den Taft des Lebens, das der Tag sonst brachte. Sie hatte rote Wängelein und helle Augen ein weißes Häubchen deckte ihr schneeiges Haar. Die Adern auf ihren Händen waren hohl und dunkel, aber sie waren still und ergeben. Ihre Enkel kamen an ihr Bett, und einem nach dem anderen legte sie die Hand auf den Scheitel. Der älteste fehlte. Da wurden ihre Augen trübe und füllten sich mit Tränen. ,, Kann er nit kommen?" fragte sie. Vielleicht fann er kommen, Mutter." „ Aber er soll bald kommen ich muß bald gehen." " Ja,' ist ihm geschrieben." Und sie starb in der nächsten Nacht, sanft und gut, wie gute Menschen sterben. Vor ihrem letzten Seufzer lallte sie noch einmal:„ Er soll- bald- kommen" und ihre Hand strich über die Decke und suchte seinen Scheitel. Aber er fam nicht. Mit diesem Schmerze starb sie sonst war ihre Seele ungetrübt und ruhig, wie eine Kerzenflamme, die vorm Winde geschützt ist. Im Sarge hatte die Lisbeth noch die roten Wangen äpfelchen. Und wie sie dalag, war sie jedem ein Bild des Gutseins. Die Klar saß wieder auf ihrer Treppe und machte einen Kranz. Es gab noch viel Blumen. Da wurde es ihr doppelt schwer. Und sie konnte auch fast nichts tun vor Weinen. Die Gasse war ihr leer. Dann fam der Philipp und brachte einen wunderschönen von Daing mit, den er von seinem Taschengelde gekauft hatte. gelegt werden. Ihre Durchführung ist jedoch nur mölich. wenn sofort fließende Mehreinnahmen geschaffen werden. Der Magistrat beschloß deshalb, die Werktarife so zu er höhen, daß 40 Prozent obigen Betrages durch die Gas bracht werden. Er beschloß weiter. die Verdoppelung der Hundesteuer für das 2. Halbjahr und die schleunige Eins bringung einer Verzehrsteuer( Schlemmersteuer) in Anseh nung an das kürzlich von Preußen empfohlene Statut. Eine Vorlage hierfür soll unter Hinzuziehuna der Handelstammer und der Gastwirte ausgearbeitet werden. Von dem Gefrierfleisch, welches die Ernährungsdeputation beschafft hat, find wöchentlich etwa 150 Zentner von der Bevölkerung abgenommen worden. Der Preis hierfür hat sich neuerdings auf 83-84 Mark erhöht wegen teuren Einkaufs. Diefe Preise haben auch beim Frischfleisch weiteren Steigerungen entgegengewirkt. Die Invaliden und die Teuerung Die Not der Erwerbsunfähigen wurde am Donnerstag nachmittag durch eine Veranstaltung des Zen tralverbandes der Invaliden auch den Berliner Stadtvätern vor Augen geführt. Während der Sigung der Stadtverords. neten erschien eine Abordnung der Großberliner Invaliden Erwerbsunfähigen, Sozialrentner usw., um wegen schleus niger und durchgreifender Hilfe vorstellig au werden. Der Sprecher der Abordnung, Verbandsvorsitzender Lüneburg, schilderte den Vertretern sämtlicher Frak tionen die Notlage, in die sie durch die Teuerung gekommen sind. Mehr als 250 000 Erwerbsunfähiger oder Erwerbsbe schränkter haben ein monatliches Einkommen von weniger ale 1200 Mart. Etwa 80 000 Berliner Sozialrentner haben ein monatliches Einkommen von 200-800 Mart. Sie sind gezwungen, sich durch Betteln durchs Leben zu helfen. Die Notlage dieser Erwerbsunfähigen übersteigt jedes Maß, und dringende und schleunige Hilfe ist erforderlich, sollen viele tausende von Menschen nicht der Verzweiflung zum Opfer fallen. Die Invaliden und anderen Erwerbsbeschränkten fordern, nicht nur Erhöhung ihrer Barbezüge, sondern for dern vor allem die Abhilfe der dringendsten Not durch die Einführung der Naturalleistungen, durch Riefe rung von Brot, Kartoffeln, Nahrungsmitteln für alle die jenigen Personen, deren Einkommen weniger als 1200 Mark beträgt. Die Prüfung der Notlage soll hierbei nach dem Vorschlage der Invaliden einer alsbald einzurichtenden Notstelle überlassen bleiben, in der neben städtischen Beamten auch die Vertreter der in Frage kommenden Organisation die Verteilung überwachen. Die zur Linderung der dringendsten Not bereit gestellten Mittel in Höhe von 121 Millionen Mark wurden von den Vertretern der Organis sationen als viel zu gering bezeichnet. Die Wohlfahrtsdeputation sollte sich mit den durch die Abordnung angeregten Vorschlägen, und zwar unter Zuziehung von Vertretern der Invaliden bereits am Freitag befassen. In Zukunft sollen mit diesen auch die Einzelfragen beraten werden. Aus der Arbeit der Schutzpolizei Wie vielseitig und umfangreich die heutige Tätigkeit der Schubpolizei ist, zeigt eine Uebersicht für den Monat August aus dem großen, mit Parkanlagen, Wäldern und mächtigen Laubengeländen durchsetzten Schubpolizeibezirk Treptow, der sich über Baumschulenweg, Nieder- und Oberschöneweide, Johannistal, Adlershof, Alt- Glienicke bis an das Ende von Bollensdorf und Grünau erstreckt. Die einzelnen Fälle des Eingreifens, insgesamt 376, verteilen sich, von einigen ganz unbedeutenden Positionen abgesehen, zahlenmäßig wie folgt: Unterstüßung anderer behördlicher Organe 6, Arrestantentransporte 2, Aufläufe 3, öffentliche Beleidi= gungen 14, Beschlagnahme( darunter eine Beitung) 2, Bestechung 1, Bettelet 5. Demonstration 1, Diebstahlsver= dacht 17, Diebstähle 21, Einbruchsverdacht 2, Einbrüche 2, Eisenbahnübertretungen 32, Fahrgeldhinterziehungen 22, Forstdiebstähle 5, Feuer 5, enta wichene Fürsorgezöglinge 3, herrenloses Fuhrwerk 1, Fundfachen 9, Ueberschreitung der Ladenverkaufszeit 2, Glücksspiel 1, Hausfriedensbruch 1, Haussuchung 1, Hebleret 1, Die Gräber vom Krafft und der Lisbeth liegen einander gegenüber zwischen ihnen ist der breite Hauptweg des Friedhofs in der zweiten Reihe, auf gleicher Höhe, denn man hat auf der Seite, auf der die Lisbeth ruht, nicht vom Wege, sondern von der Mauer hinten angefangen zu begraben. Auch die vorderste Reihe wurde bald voll. Es war ein böses Frühjahr. Nun mußte man auf der Höhe beginnen, wo der große Ahornbaum steht. Und hier ruht der arme Lukas. Ueber seinem Grabe rauscht die gewaltige Kron edes Ahorns. Der Herbst hat ihn dahergerufen. Er liegt ein klein wenig höher und wenn man in der Friedhofstüre steht, sieht man sein Grab. Lukas Schlüssel" steht auf seinem Kreuznicht wann er geboren, das wußte man nicht. Drum ließ man auch das Datum weg, wann er gestorben. Der Anderbach hat das Kreuz geschrieben und nichts dafür abgenommen. Er hatte gerade neue Buch stabenschablonen geschnitten, als er den Auftrag bea fam. So schrieb er das Kreuz mit ihnen. Sie sind breit und groß und stehen so fest und feierlich da, wie für die Ewigkeit. Die Gemeinde hat den armen Lukas begraben auf ihre Kosten. Er hat aber ein paar hundert Mark' hinterlassen, die er sich gespart hat. einer noch schönen älteren Frau in tiefer Trauer. An seinem Grabe stand eine junge Frau neben Man sagte, die junge Frau sei des armen Lukas Kind. Andere wußten es bessen sie sagten, sie sei seine Schwester. Sie hat das Geld bekommen, das er hinterlassen hat, wie es von ihm bestimmt war. hof ging, sagte der, indem er auf das Grab des Krafft Als der Philipp neben dem Spengler vom Fried und das der Lisbeth deutete: Siehst du, das ist eine vergangene Welt, die schön war. Der waren die all viel wert. Ob auch unsere Welt einmal einen so schönen Schein haben wird und ob wir ihr auch einmal so viel wert wie die drei siehst du, das hängt jetzt noch von uns ab. Dafür find wir noch im Leben." ( Fortsetzung folgt.) herrenlose Hunde 3, Hunde ohne Maulforb 4, entlaufene Kinder 4, Körperverlegungen 3, Leichenbewachungen 4, Leichenfunde 2, Obdachlose 10, Parkbeschädigungen 2, Auffinden Hilfloser 10, Personenschutz 29, Ueberschreitung der Polizeistunde 1, Ruheftörungen 4, Sachbeschädigungen 8, Selbstmorde 3, Sittlichkeitsvergehen 2, Schlägereien 10, Uebertretungen der Straßenordnung 26, Totschlag 1, Trunkenheit 9, Vagabundieren 2, Unfälle 3, grober Unfug 11, Waffenbeschlagnahme und unberechtigtes Waffentragen 4, Widerstand gegen die Staatsgewalt 5, Bechprellereien 2, Wucher 2, Wagenzusammenstöße 4, Werfen mit Steinen nach Eisenbahnzügen 2 Fälle. Im Verhältnis zu unserer Zeitlage ist die Gesamtzahl der begangenen strafbaren Handlungen in einem so großen Außenbezirk keineswegs hoch. Nur 2 verfolgbare Wucherfälle zeigen, was auf diesem Gebiete noch zu tun bleibt. Die regelmäßigen Wachgestellungen wurden in 217 Fällen mit 1964 Beamten ausgeführt, die Sondergestellungen( auf der großen Treptower Spielwiese, auf der Radrennbahn, im Deutschen Bad, in Theatern und an 4 Feuerwerkstagen in der Umgebung von Treptower Sommerlokalen) int 105 Fällen mit 632 Beamten. Der Millionenscheckfälscher„ Gilgengold" Die Untersuchungen zur Aufklärung der großen Scheckschwindeleien, über deren Aufdeckung wir berichteten, haben ergeben, daß diese einen noch weit größeren Umfang hatten, als zuerst angenommen wurde. Nach den ersten Feststellungen schien der verhaftete Galizier Blinbaum, der unter dem Namen Gilgengold eine bekannte Persönlichkeit war, gefälschte Schecks im Betrage von etwa 30 Millionen Mark bei Banken umgefekt zu haben. Nach dem bis heute vorliegenden Material überschreitet die Summe jedoch 100 Millionen. Es handelte sich um Auslands- Schecks, die von einer Bande von Taschendieben Ausländern hier mit anderen Wertsachen gestohlen wurden. Für die Schecks war, Gilgengold" der Abnehmer, der mit einer Chlorlösung die auf den Schecks befindlichen Namen der wirklichen Eigentümer entfernte und seinen eigenen falschen Namen„ Gilgengold" eintrng. So erhielt der Schwindler hohe Summen anstandsles ausgezahlt. Da viele dieser Schecks noch laufen, so gehen im Polizeipräsidium noch fortwährend neue faliche Schecs ein. Auf das Konto des„ Gilgengold" fommen außer den bereits erwähnten 30 Millionen Mart noch ungefähr 50 Millionen Marf gefälschter Schecks. Es hat sich aber herausgestellt, daß nicht er allein diefes einträgliche„ Geschäft" betrieben hat, sondern auch noch eine zweite und dritte Gruppe und zwar mit dem gleichen Erfolge. Auch von diesen find nach den bisherigen Feststellungen Schecks über etwa 50 Millionen Mark in Umlauf gebracht worden, sodaß sich die Gesamtsumme der falschen Schecks auf weit über 100 Millionen Mark beläuft. Milchpreise. Vom Montag, dem 11. September 1922, beträgt der Preis für Milch einheitlich 34,- Mt. fe Liter. Der Preis ist für Kleinhandelsgeschäfte und Abmeltwirtschaften ( Molkereien der gleiche. Die AI und A II- Milch farten werden wie bisher mit je 3/4 Liter, die B I- und B II- Milchkarten sowie die Karten für werdende Mütter( A- Karten) wie bisher mit je ½ Liter Frischmilch täglich beliefert, Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. 17. Kreis. Am Sonntag, dem 10. September 1922, nachmittags 3 Uhr, sammeln sich die Kinder zum Besuch der Marionettenvorstellung im Reform- Gymnasium, Richtenberg, Parkaue, an folgenden Treffpunkten in Lichtenberg: Trave- Plab Ecke Weichselstraße, Bahnhof Stralau- Rummelsbura Ecke Sonntagstraße, Bahnhof Neu- Lichtenberg, am Wagner- Platz. vor der Pfarrkirche, am Schwarzen Adler, Bahnhof LichtenbergFriedrichsfelde. Wir bitten die Parteiaenofen, ihre Kinder den Veranstaltungen der Kinderfreunde zuführen zu wollen. Gäste willkommen. Eintritt für Kinder 1,50 Mt. Ein Opfer feiner Spielleidenschaft. Der Kunstmaler Gerstel, der seit Juli d. Js. verschwunden war, ist gestern in einem Kaffeehause des Westens verhaftet worden. Gerstel hatte von verschiedenen Kollegen und anderen Leuten, dic wertvolle Bilder besaßen, diese zum Verkauf an seine Rundschaft erhalten. In der letzten Zeit aber erhielten diese weder die Bilder zurück, noch den Kaufpreis dafür. Gerstel fuchte sie damit zu trösten, daß der Käufer noch nicht ge= zahlt habe. Endlich aber verschwand er ganz aus seiner Wohnung. Wie sich jetzt herausstellte, hatte er einige der Bilder verkauft und das Geld für sich behalten, andere be= lichen. Dieses Geld hat Gerstel alles verspielt. Die Betrügereien beging er dann nur, um durch neue Beteiligung am Spiel die Verluste wieder wettzumachen. Das gelang ihm jedoch nicht und nun verließ er Berlin und kehrte nach seiner Wohnung nicht wieder zurück. Gestern wurde er in einem Lokal im Westen Berlins festgenommen. Die in feinem Geschäft beschlagnahmten und auch die sonst noch herbeigeschafften Bilder werden zur Rekognoszierung durch die Eigentümer in seinem Geschäft in der Hardenbergstraße ausgestellt. Leichenfund bei Pichelswerder. In der Nähe des Lokals zum Alten Freund" wurde ein unbekannter Mann an einem Baum erhängt aufgefunden. Er ist 60-70 Jahre alt. Nachrichten nimmt Kriminalkommissar Gamich, Anruf Polizei- Präsidium 512 entgegen. Der tote Geiger. In das Neuköllner Krankenhaus in Ruhom wurde wegen Ifoholvergiftung ein 85 bis 40 Jahre alter Mann eingeliefert. Er hatte eine Geige bei fich und soll Rasmus oder ähnlich heißen. Seine Wohnung ist unbekannt. Annahme in allen Speditionen des Berlages Geschäftsstelle: Berlin NW. 40, Kronprinzenufer 271 Stannenerregend! Verläufe reuzfühle! Gilbertrof fitchje! filchfe! Gewerkschaftliches Verbandstag der Transportarbeiter 5. Verhandlungstag. k. Am Donnerstag wurde nach dem Referat Bender über Wirtschaftstämpfe und Gewerkschaftstaktit" und furzer Debatte gegen wenige Stimmen eine Resolution des Referenten angenommen, die die Lohn- und Tarifpolitik des Vorstandes billigt, ihm und allen Mitgliedern zur Pflicht macht, beim Abschluß von Tarifverträgen feine Rechte der Arbeiter preiszugeben und keiner Durchbrechung des Achtstundentages zuzustimmen. Ferner, heißt es in der Resolution, müssen alle Kräfte für Anpassung der Löhne an die Teuerung und für Demokratisierung des Wirtschaftslebens eingesetzt werden Eine zweite angenommene Resolution wendet sich scharf gegen die von der Regierung in letzter Zeit eingehaltene Lohn- und Gehaltspolitik, durch die die höheren Besoldungsgruppen der Reichs- und Staatsbediensteten ganz unangebracht bevorzugt, die unteren aber der fortschreitenden Verelendung preisgegeben werden. Der Verbandstag billigt die protestierende Haltung der Verbandsvertreter, die in Zukunft einem solchen„ Ausgleich" durch die Regierung nicht mehr zustimmen wollen. In der Stellungnahme zur„ Technischen Nothilfe" schloß sich der Verbandstag der durch den Gewerkschaftsfongreß ausgesprochenen grundsäßlichen Ablehnung der„ Technischen Nothilfe" an. Der Verbandsvorsitzende Schumann hielt dann ein wichtiges Referat über den organisatorischen Neuaufbau des Verbandes". Schumann progagierte den Gedanken der Organisierung der Arbeiter, Angestellten und Beamten in einheitlichen Organisationen mit der alleinigen Spike im ADBG. Die heutigen Aufgaben der Gewerkschaften seien durch die Lohnarbeiter allein nicht mehr durchzuführen. Dazu braucht man auch die Kräfte der Angestellten und Beamten. Als organisatorische einheitliche Zusammenfallung für das Verkehrsgewerbe soll der dentiche Transportarbeiterverband fünftig den Namen" Dentscher Berkehrsbund" führen, als die gewerkschaftliche Organisation für das in den Transport- und Verkehrsbetrieben bezw. Verwaltungen des Reiches, der Länder, Provinzen, Gemeindeverbänden und Gemeinden sowie in den privaten Handelsund Transportabteilungen, industriellen Unternehmungen beschäftigte Personal, soweit nicht nach den Satzungen und Beschlüssen des ADGB. und besonderen Abmachungen andere Organisationen zuständig find. Schumann betonte, daß vor allem der Deutsche Eisenbahnerverband für die Einheitsorganisation gewonnen werden müsse. Der Verbandstag müsse in einer Entschließung an den DEV. Herantreten, gemeinsam mit dem Transportarbeiterverband den Verkehrsbund zu schaffent. Der Eisenbahnerverband werde sich auf seiner am 10. d. Mts. beginnenden Generalversammlung mit dieser Frage befaffen. Lehne er ab, so möge trotzdem am 1. Januar nächsten Jahres der Verkehrsbund ins Leben treten, dann aber natürlich die Hand von jenen Betrieben lassen, die gemäß Abkommen dem DEV. vorbehalten find. Die von Schumann erläuterten Anträge des Vorstandes, die sich auf den inneren Organisationsaufbau beziehen, sind so gehalten, daß auch die Interessen der Beamten berücksichtigt find. Der Vorstand rechne weiter mit dem Aufgehen des früheren Hafenarbeiter- und Seemannsverbandes in den Transportarbeiterverband. Nach Schumanns jehr beifällig aufgenommenem Referat wurden die Verhandlungen auf Freitag vertagt. Krise in den Magistratsbetrieben In einer start besuchten Mitgliederversammlung berichteten Tilemann und Krueger vom Zentralverband der Angestellten über den Schiedsspruch des Schlichtungsausschuffes im Reichsarbeitsministerium, der der über 30 Jahre alten Angestellten eine Erhöhung des Magistratêangebots für August um 300 Mart brachte. Sowohl die Referen ten, als auch die Diskussionsredner traten einmütig für Ablehnung des Schiedsspruches ein. Ein dahingehender Antrag wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. Es wird nochmals versucht, in weiteren Verhandlungen mit dem Magistrat eine Erhöhung des bisher vorliegenden Angebnis für August zu erwirken. 21 Die Kommunist en glaubten, hier die Einheitsfront" Herstellen zu müssen. Herr Schumacher erschien als Stadtverordneter, um sich über den Geist der Versammlung" zu orientieren, fand jedoch bei den Angestellten nicht allzuviel Gegenliebe. Die Angestellten fehen der Entwicklung der Dinge mit Ruhe entgegen und glauben, daß die gesamte Arbeitnehmerschaft fie in ihren berechtigten Forderungen unterstüben wird. Wir bitten die Angestelltenschaft, nur die Parolen der Organisation zu befolgen! Handelshilfsarbeiter im Textilgroßhandel und Lederwirtschaft Die Verhandlungen des Deutschen Transportarbeiter Verbandes mit dem Groß- Berliner Arbeitgeber- Verband des Großhandels führten zu feinem zufriedenstellenden Refultat. Das Angebot der Arbeitgeber, die äußerst unzureichenden Löhne um nur 50 Proz. zu erhöhen, lehnte die Kleine Anzeigen 5. Rotfühle teigerung halb um- Kammgarne, Gabar Alastafüchfe! Bobellonit! Belzwaren! Nestehaus Betz, enormer Brets. Rottbuser Straße Maffenauswahl bine, Tuche, Seiden, Kreuzfüchse, Alas afuchfe, Futterftoffe, Stoffe für Dpoffum! Auf Teilzahlung. Wölfe! Stuntje! Rie- Sobe füfe, Belzjacken Herren, und AnabenHerrenanzüge, Guta- fenauswahll Fabel Belzvertrieb, Rottbuser anglige. fertige Mantel. Sommer- Damm 2, neben Jandorf. Roftüme, Röde febr ways, Ulster, Schlüpfer, baft billige mod. Maßarbeit, be- preife! Spesial- BelzAnzüge preiswert, Abonnenten queme bistrete Maten verlauf im Bros. Rabait. zablung, Leibhaus, Sommerpaletots. 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September findet vor dem Schlichtungsausschuß für die Bekleidungsindustrie eine Verhandlung zur Festsetzung der neuen Löhne statt. Der Fabrikarbeiter- Verband machte den Borschlag, vorläufig am nächsten Lohnzahlungstage auf die Augustlöhne 75% Zuschlag zu zahlen. Diesen Vorschlag haben die Unternehmer abgelehnt. Am Mittwoch, den 13. September, abendsß 6 Uhr, findet in den Berliner Vereins- und Konzertjälen, Kommandantenstr. 58/59, eine Gruppenvers sammlung statt, in der über die zu ergreifenden Maßnahmen beraten werden soll. Parteiveranstaltungen Bezirksverband Berlin- Brandenburg Wir ersuchen, heute die Mitteilungsblätter vom Verbandss büro, Breite Straße 8-9, abzuholen. Die Geschäftsleitung. Urwahl zum Parteitag Wir weisen nochmals auf die Urwahl für die Delegierten zum Parteitag hin, die heute, Sonnabend, den 9. September, in der Zeit von 5-8 und morgen Sonntag, den 10. September, in der Zeit von 10-1 Uhr stattfindet. 9. Verwaltungsbezirk Wilmersdorf, Somargendorf, Grunewald. teilung Halenfee, Schweibnizer Straße bei Scholtta; Abteilung Wilmersbort Durlacher Straße, Ede Tübinger Straße, Schloßbräu. Sämtlich Wahlzeit: Sonntag bormittag 9-12 Uhr. AB13. Berwaltungsbezirt, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade. Bahllotale find in Tempelhof: Werderschule, Mariendorf: bet Kranich, Chauffeeftr. 27( Zelephon Sübring 187), Marienfelbe: Bei Jeste, Berliner Str. 114 und Lightenrade: Gemeindeschule, Roonstr.. Steglit: bei Thiel, Düppel, Ede Rieler Straße, Wahlzeit nur Sonntag bon 9-2 Uhr. 20. Verwaltungsbezirt, Reinidendorf, Tegel, Hermsdorf, Wittenau. Die Abteilungsleiter werden gebeten, die Stimmzettel und Brotokolle Sonntag nachmittag bef dem Genossen Behrendt, Reinidendorf, Amendestr. 29, abe sugeben. 7. Diftrift( Wedding). Telephon Wahlbüro Wehner, Battstraße 3, Sumboldt 1594. Die erfte Abteilung wählt bei Carus, Boltaftr. 37, bie sweife Abteilung bei Nigschmann, Aderstr. 122, die dritte Abteilung bei Dietrich, Swinemünder Str. 36. 7. Diftritt, 1. Abteilung. Das Wahllolal befindet sich bei Rarus, Bolto firaße 37. Die Bezirksführer werden gebeten, eine Stunde früher 8 erfcheinen. 9 Diftritt. Bahllolal bet Aron, Utrechter Str. 21 und bei Schuls, Geeftr. 108. 10, Diftrift( Gefundbrunen). Die Wahllotale befinden sich für die 1. Abteilung bei Grunert, Pantstr. 59; 2. Abteilung bei Fritsch, Dront heimer Str. 4; 3. Abteilung bei Ernst, Bellermannftr. 2. Steglig Das Wahllotal befindet sich bei Thiel, Düppels, Ede Rieler Straße. Die Bahlzeit ist auf einstimmigen Beschluß auf Sonntag von 0-2 Uhr festgesetzt. Sonnabend, den 9. September n Charlottenburg. Die Abteilungsleiter tönnen das Material sur Urwahl bom Genoffen föhnte, Greiheit" Spedition, Ballstr. 4, bon 3 Uhr ab ab holen. Bahlseit für Charlottenburg: Sonnabend 6-8 Uhr, Sonntag 10-12 Uhr. Charlottenburg, 5. Abteilung. Die Urwahr findet Bei Grüttner, Bütower Str. 8, statt. Sonntag, den 10. September 11. Diftritt. Gemeinfamer Spaziergang nach Weißenfee- Rennbahn. Treffpunkt Arnswalder Play, Abmarsch 12 Uhr. Rege Beteiligung mit Kindern erwünscht. Vereinskalender Breiteligiöse Gemeinde. Bormittags 11 Uhr im Rathaus, Königstraße. Bortrag des Herrn Dr. H. Saffe: SDS., das internationale Hilfszeichen". Bappelallee, 15. Bortrag des Herrn E. Himmel: Richard Wagners Rohengrin"( mit musikalischen Erläuterungen). Gäste willkommen. Arbeitersport 1 Athletit- Sport- Club e, B., Leichtathletik Rubern, Männer, Frauenund Jugendabteilung. Training Dienstag, Donnerstag abend und Sonnfag vormittag auf dem„ Fichte"-Sportplay in Treptow, Eichbusch- Allee. Geschäftsstelle: E. Seinas, Reutöln, Beißstr. 9. Arbeiter- Nabfahrer- Bund Solidarität", Berlin, Sämtliche Abteilungen nach Brenzlau. Es findet Eonnabend eine öffentliche Sportversammlung daselbst statt( Konzerthaus Romette). Sonntag, Propagandafpiele aller Sportarten. Für Bundesgenossen, die schon am Sonnabend in Prenzlan eintreffen, ist für Unterkunft gesorgt. Erfter Start: Für Bundesgenoffen. peldie gleich bis Prenzlau durchfahren, Sammelstart: 3 Uhr, am Bahnhof Weißenfez( Grellftr.). Start der Abteilungen: Nachmittags 5 Uhr, bis Gr.- Schönebed( lebernachten bei Gafimirt Braun). Sonntag früh: durch Die Schorfheide bis Brenalan. Ankunft gegen 10 Uhr. Sonntag bis Gr. Echönebed. Start der Abteilungen früh 5 Uhr, nachmittags Start 12 1hr nach Basdorf( Waldschante), Sammelftart am Ende des Torfes Buchholz. Jeder Fahrwart ber suerst eintreffenden Abteilung übernimmt in Schöne bed und Basdorf die Leitung refp. Bertretung des Gaufahrwaris. Rege Beteiligung ift notwendig! Berantwortlich für die Rebaffion Emt! Rauch Berlin, für ben Inseratenteil und geschäftliche Mitteilungen: Rarl Rohler, Berlin, Berlags- Genossenschaft Freiheit", e. G. m. b. S., Berlin. Drud bon Gehring& Reimers, G. m. b. S., Berlin SB, 68, Ritterstr. 75. Schlechte Stoffe im Blut sind die Träger vieler Krank heiten, besonders von Hantausschlägen, Pickeln, Hämorrhoiden, Rheuma. Diese verschwinden nach einer gründchen Butreinigungskur mit Sanitätsrat Dr. Strahl's Hausice, welcher den Organismus grundlich en giftet und durch den Urin die schlech en Storle ausscheidet. Ene jährliche gründuche Batreinigungs- und Auffrischungskur ist jedem zu empfehlen, weicher Wer aur Gesundheit legt. Originalpaket Mk. 15,-.( Eine Kar von vier Paketen Mk. 275,-). Zu haben in der Berlin 19, 24 Elefanten- Apotheke Ben, Leipziger Strasse 14 ( am Donhojfpia.z). Das Überschriftswort 4- M., jedes weitere Wort im Zert 3.-M. netto. Stellengesuche: Über fchriftswort 3.-, jed. weitere Bort i. Zert 2.-M. Chaiselongues Säde, 850, Metallbetten 825, Badleinen, Garne, Batentmatragen. Bol Bindfaden, sable Höchftfterauflagen Kinder- furs. Schidler, Georgenbrahtbett. Meide. Au firchplat auftit 32a Quergeb Alexanderplat. RönigStadt 6900. 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