Einzelpreis 7.- Mk. Die Freiheit" erscheint täglich einmal als Morgenausgabe und 10lontags als aberdausgabe mit den Unterhaltungsbeilagen Freie Belt" Frauen- Welt" und Ter Jugend- Genosse". Der Bezugspreis beträgt bei freier Bustellung ins Haus für den Monat September 150 Mr., im borus ablbar Beitellungen nehmen fämtliche Boftanstalten entgegen. Fernsprecher: Hansa 1970, 1971 und 1972. Amt Moabit 2021. Redaktionsfelretariat: Dönhoff 5593. Verlag und Erped. Berlin NW 40, Kronprinzennfer 27, I. Sonntag, den 10. September 1922 5. Jahrg, Nummer 328 Die swölfgefaltette Nonpareillegeile oder deren Raum toftet 25,- Ma einschließlich Jnferatensteuer. Aleine Anzeigen: Das fettgedrudte Wort 4.M., jebes weitere Wort 3,- m, einschließlich nieratenftener. Laufende Anzeigen laut Sarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gefuche 16. M. netto pro Beile, Stellen- Gefuche in Wort- Anzeigen: bas fett gebrudte Wort 3, M., jebes weitere Wort 2,- m. Redaktion: Fernsprecher Dönhoff 4190, 4191 unb 4192 Berlin SW. 68, Ritterstr. 75, III, greiheit Berliner Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Geldknappheit und Städte Von Bruno Asch. Die Entwicklung der letzten Monate hat dahin ge= Kein abschließendes Ergebnis führt, daß die Flüssigkeit des Geldmarktes, die wir Verhandlungen mit Belgien in Deutschland seit Jahren kennen und die ihren Ausdruck in verhältnismäßig niedrigen Zinssätzen und einem sehr reichlichen Angebot von Leihgeld gefunden hat, verschwunden ist. Die Knappheit an Geld, die nach dem großen Marksturz im Herbst des vergangenen Jahres in Erscheinung zu treten begann und sich im laufenden Jahre ununterbrochen verschärfte, mußte unter der Einwirkung der letzten Markkatastrophe einen gefährlichen Umfang annehmen. Die zur Durchführung von neuen Projekten, zur Reparatur bestehender Anlagen, Beschaffung von Rohmaterialien und Waren jeder Art erforderlichen Beträge wuchsen, in Marf ausgedrückt, so erheblich an, daß die verfügbaren Kapitalien nicht annähernd ausreichen konnten. Die Zurückhaltung des Auslandes, Geld nach Deutschland zu leihen, die durch den Entwertungsprozeß der Reichsmart entschieden gefördert worden ist, trifft zusammen mit einer verhältnismäßig umfangreichen Steuereinziehung, die beträchtliche Mittel in Anspruch nimmt und einer relativ viel geringeren Geldneuschöpfung durch den Inflationskredit des Reiches bet der Reichsbank, dieser Quelle des bisherigen Scheinreichtums, der jahrelang das wahre Gesicht der deutschen Finanzverhältnisse verhüllt hat. Der Sturz der Reichsmarkt aber hat auf den Geldmarkt vor allem deshalb so verengend gewirkt, weil er die Katastrophe des mobilen Kapitals vollendet hat. Alle Effekten, insbesondere die Anleihepapiere der Städte, Länder und des Reiches, die Oblinationen der Industrie und selbst die noch am günstigsten stehenden Aktien repräsentieren heute einen so lächerlich geringen Geldwert, daß ihren Befizern weder durch Verkauf noch durch Lombardierung irgendwelche im Verhältnis zur Geldentwertung beträchtliche Summen zugeführt werden fönnen. Der Inhaber von zehntausend Mark Kommunalanleihen oder anderen Papieren fonnte vor dem Kriege auf diese Werte Leihgeld bei den Sparkassen oder Banken in einer Höhe erhalten, daß er sich davon zur Not mehrere Jahre ernähren konnte; sein jetziger Erlös reicht im besten alle bei großen Einschrän= fungen für ebenso viele Wochen. Ebenso geht es den Ausleihern von Hypotheken, Bürgschaftsdarlehen oder bei irgend einer Form der Hergabe von mobilem Kapital als Anleihe; alle diese Kapitalbesitzer bis herunter zum kleinsten Sparer besißen heute nur in Papierwährung ungefähr die gleiche Summe, die sie einst in Goldmark hergegeben haben. Ihre Bedeutung ist am Kapitalmarkt der Vergangenheit, besonders als Käufer von Rentenpapieren, außerordentlich groß gewesen, sie sind heute fast bedeutungslos geworden, die Summen, die sie verfügbar machen können, sind lächerlich gering. Die Sparguthaben, deren Rolle für den Geldmarkt früher wesentlich gewesen ist, sind nominal um so wenig angewachsen, daß in Wirklichkeit auch hier die Vernichtung des mobilen Kapitales mehr als deutlich in Erscheinung tritt. Eine öffentliche Sparkasse, die vor dem Kriege hundert Millionen Mark Spareinlagen hatte und zur Zeit über dreihundert Millionen Mark verfügt, hat zwar den Nennbetrag anwachsen sehen, der innere Wert aber ist um es vorläufig beendet Berlin, 9. September. Die Besprechungen mit den Vertretern der belgischen Regierung in der Frage der Schatzwechsel wurden heute zu Ende geführt; ein ab= schließendes Ergebnis wurde noch nicht erreicht. Während in wesentlichen Punkten eine Einigung erzielt werden konnte, hat die Frage der Verlängerung der Lauffrist der Schawed fel über jede Monate hinans Schwierigkeiten ergeben, da diese Verlängerung nach Anffassung der belgischen Regierung über den Rahmen der Entscheidung der Reparationskommission hinausgeht. Die belgischen Vertreter werden morgen mittag nach Brüssel zurückreisen, um ihrer Regierung Bericht zu erstatten. Sie betrachten ihr oben umschriebenes Mandat augenblicklich als beendet, was jedoch einer Wiederaufnahme der Berhandlungen nicht entgegensteht. Gewerkschaften und Sachlieferungen D ( eca) Paris, 9. September. Die Frage der Naturallieferungen scheint nunmehr nach der Perfektionierung des Abkommens Luberiac Stinnes auch nach anderer Richtung hin in ein neues Stadium zu treten. Die schon seit über Jahresfrist vorliegenden Angebote der deutschen Arbeiter- Ge= werfichaften zur Teilnahme an der Arbeit für den Wiederaufbau des zerstörten Gebietes treten nunmehr in Berwirklichung. Wie wir bereits gestern meldeten, wird das Attions- Komitee für die befreiten Gebiete am Montag zu einer Sigung zusammentreten, um die Vorschläge der deutschen Gewerkschaften für die praktische Durch führung zu prüfen. Bezeichnend für den Umschwung der französischen öffentlichen Meinung in bezug auf die Teilnahme Deutschlands an dem Wiederaufbau der zerstörten Gebiete sind die Ausführungen darüber vom Petit Parisien", indem festgestellt wird, daß das Projekt der deutschen Gewerkschaften bei seinem ersten Bekanntwerden in einem großen Teil der französischen öffentlichen Meinung dem allerschärfsten Widerspruch begegnete, der seinerzeit nur in dem Gefühl des französischen Volkes gegen die Teilnahme von deutschen Arbeitern in den von Deutschland zerstörten Gebieten begründet war. Nunmehr gestattete es die öffentliche Meinung, daß man nicht nur über ein solches Abkommen spreche, sondern sich sogar darüber freuen fönne, ohne deshalb als schlechter Franzose und Patriot angesehen zu werden. Petit Parisien macht ferner darauf aufmerksam, daß es besser wäre, wenn nicht nur die deutsche Schwerindustrie Gelegenheit hätte, derartige Abkommen, wie sie Stinnes getroffen habe, mit französischen Abnehmern abzuschließen. Sie ist davon überzeugt, daß Stinnes persönlich auch einen großen moralischen Nußen aus diesem Abkommen gewinne. Die deutschen Gewerkschaften seien aber die treueste Stüße der Republik in Deutschland Es sei nötig, daß man nicht nur den Imperalisten und Alldeutschen den Ruhm an der Wiederherstellung der Beziehungen Frankreichs und den fich dadurch bessernden wirtschaftlichen Verhältnissen lasse, der ja insbesondere der arbeitenden Klasse zugute kommen müsse. Zum Schluß wird darauf hingewiesen, daß die Annahme der Vorschläge der deutschen Gewerkschaften erst von der französischen Regieruna autgeheißen sein müssen. einmal deutlich genug an der internationalen Kauf Griechenland bittet um Waffenstillstand fraft auszudrücken bei einem Dollarstand von 1250 Dollar von vierundzwanzig Millionen Dollar auf etwa zweihundertundvierzigtausend Dollar gesunken. Nominelle Verdreifachuna, tatsächliche Berringerung auf den hundertsten Teil des früheren Wertes! Diese Vernichtung des mobilen Kapitales wird begleitet von dem bei der Unsicherheit unserer Währungsverhältnisse und der Entwicklung der deutschen Wirtschaft natürlichen Zustand, daß die Umwertung des immobilen Vermögens auf Papierwährung entweder kaum oder nur sehr unzulänglich erfolgt ist. Es kann in diesem Zusammenhang nicht auf die sehr zahlreichen, dabei wirksamen Faktoren eingegangen werden. Es sei nur darauf verwiesen, daß neben der natürlichen Umwertungsträgheit, die sich bei Gebäuden, Grundbesitz immer zeiat, Rentabilitätsfragen wie die Niedrighaltung der Mieten, Zwangsbewirt schaftung eines Teiles der Ernte, Mangel an Kapital auf der Käuferseite und die bei derartigen Dauerwerten besonders wichtige Frage der Währungsschwankungen hemmend wirksam sind. Es wird nun allerdings seit Jahr und Tag Grundbesitz zu nominell steigenden Preisen umgesetzt, aber das, worauf es uns im Zusammenhang mit der Geldknappheit antommt, st noch nicht eingetreten, eine hypothefarische Beleihung durch Hypothekenbanken und andere mit der Mobilisierung der Güterwerte beschäftigten Institute in einem nur im Entferntesten der Geldentwertung anAngora 9. Sept.( Savas.) Durch Vermittlung der alliierten Kommissare in Konstantinopel ist ein Waffenstillstandsantrag eingegangen. Parlamentarische Kreise sind der Ansicht, daß ein Antrag unmittelbar vom griechischen Genegepaßten Umfange ist noch nirgends erfolgt, es wird vielmehr im allgemeinen an der Beleihungsgrenze in Goldmark festgehalten und das bedeutet, daß auch für großen und wertvollen Grundbesitz heute nur so lächerlich geringe Leihfummen zu erhalten sind, daß gegenwärtig auch diese wichtige Unterlage der Geldbeschaffung fast nicht mehr wirksam ist. ralissimus an den türkischen Kommandanten das einzige Mittel sei, einen Waffenstillstand abzuschließen. Die Türfen werden von den Griechen verlangen: vollständige Räumung Kleinasiens und Thraziens, Entfernung der griechischen Flotte aus den türkischen Gewässern, Anerkennung der an gerichteten Schäden und der Reparationsverpflichtungen. Remals Friedensbedingungen Paris, 9. September. Der Parijer Vertreter der Regierung von Angora, Achmed Ferid Bei, hat dem Intransigeant gegenüber erklärt, die Forderungen seiner Regierung für den Frieden seien dieselben wie vor 3 Jahren: Konstantinoper Adrianopel und Thrazien sowie Entschädigung für den durch die Griechen angerichteten Schaden. Die Kemalisten würden unter allen Umständen die Dardanellen in Besitz nehmen, welche Truppen auch immer sich dort befinden mögen. Folgen der griechischen Niederlage Zuspizung der Gegensätze in der Entente. Die Niederlage der Griechen zieht, wie vorauszusehen war, weitere Kreise. Die Griechen sehnen sich nach Waffens stillstand. Die Türfen lehnen ab. Die Alliierten vermitteln. Bugleich mehren sich aber auch die lockernden Faktoren in der Entente. Daily Chronicle" schreibt in einem Leitartikel, soweit Kleinasien in Betracht komme, jei der griechische Anspruch, dort einen Stüßpunkt zu haben, verloren. Die Frage der Meerengen berühre Großbritannien vital. Die Frage der fünftigen Kontrolle der Meerengen könne einen ent= scheidenden Prüfstein für die Möglichkeit der Fort jegung einer wirksamen Entente mit Frankreich bilden. Daneben tut sich die Frage auf, wie die Entente sich vers halten soll, wenn die Türfen auf Konstantinopel marschieren, das von Ententetruppen gesichert ist. Der Vormarsch der Griechen wurde seinerzeit gehindert. Die Londoner Morningpost meldet, die beherrschende Tatsache in der gegenwärtigen Lage im nahen Osten sei der Beschluß des britischen Kabinetts, unter feinen Umständen Konstanti nopel fréizugeben und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln den Waffenstillstand zwischen den Griechen und der Türkei auf Kleinasien zu beschränken. Man sei in London sehr gespannt auf die Haltung, die Frankreich einnehmen wird. So wird die Katastrophe der griechischen Armee zugleich zu einem Faktor der Zuspizung der Gegensätze in der Entente, namentlich zwischen Frankreich und England, derer Orientpolitik seit langem entgegengesezte Wege geht. London, 9. September. Wie Reuter erfährt, hat die bri tische Regierung erneut vorgeschlagen, die Frage des Schußes der Minderheiten an den Völkerbund zu verweisen. Es wird darauf hingewiesen, daß die aus dem griechisch- türtischen Konflikt entstandene militärische Lage in feiner Weise die Ansicht der britischen Regierung bezüglich der allgemeinen Lage des Friedens zwischen den Alliierten und der Türkei berühren werde und bemerkt, daß alles, was auch nur im geringsten Maße die Freiheit der Meerengen anrühre, nicht zugelassen werden werde. Die Freiheit der Meerengen sei einer der Punkte, um deren Willen der Frieden mit der Türfei ausgefochten worden sei. Eine Preisgabe des Gewone nen fomme nicht in Frage. Oesterreich vor dem Völkerbund Genf, 9. September. In der heutigen Sibung der Völker bundsversammlung wurde die österreichische Frage sehr ausa giebig behandelt, wobei die Vertreter verschiedener Staaten die Notwendigkeit betonten, Desterreich zu helfen. mern werden. Die offiziellen Zinssäße, wie sie sich am Reichsbankdiskontosaß und Lombardzinsfuß mit 7 bezw. 8 vom Hundert zur Zeit darstellen, werden in Wirklichkeit nur von einem kleinen Teil der Geldnehmer bezahlt; wer bei Sparkassen oder öffentlichen Banken gut gesicherten Bürgschaftskredit beansprucht, muß zumeist zwei bis drei vom Hundert an Provision und Gebühren mehr bezahlen. Die Zinssäße der Pri vatbanken für Industriekredit dürften sich zwischen 14 und 16 vom Hundert einschließlich Provision bes wegen. Es ist erklärlich, daß unter diesen Verhältnissen aber nicht nur das Wirtschaftsleben des Landes leidet, sondern daß von ihnen gegenwärtig gerade die Ges meinden und Gemeindeverbände besonders stark beUnter den großen Schwierigkeiten ausreichender Geldbeschaffung leiden Handel und Industrie, Handwerk und Gewerbe, selbst in den Kreisen der Landwirte zeigt sich zum ersten Mal wieder erheblicherer und nicht immer zu befriedigender Bedarf an Betriebsmitteln, insbesondere zur Zeit vor der Ver wertung der neuen Erute, deren Mobilisierung gerade diesmal auch an den Geldmarkt außergewöhnliche Anforderungen stellen dürfte. Die Klage übertroffen werden. Die Inanspruchnahme des Geldden Mangel an ausreichender Kreditmöglichkeit ist allgemein, selbst die Diskontierung von Handelswechseln und die Inanspruchnahme der Darlehnskassen verinag der bestehenden Not nicht ausreichend entgegenzuwirken. Und es ist anzunehmen, daß sich diese Zustände in der nächsten Zeit noch erheblich verschlimmarktes durch die Gemeinden ist nicht nur für laufende Bedürfnisse infolge der mangelnden Zuweisung ausreichender Steueranteile sehr groß, sondern vor allem für die Ausführung im Baut befindlicher oder projeka tierter Anlagen, in erster Linie des von den Ges meinden in weitgehendem Umfange als wichtige sos ziale Gegenwartsaufgabe gepflegten Kleinwohnungsbaues. Es ist offenes Geheimnis, daß viele Millionen Mark furzfristig aufgenommen sind, weil langjährige Tilgungsanleihen kaum zu beschaffen waren und daß diese kurzfristige Verschuldung eine Quelle ständiger Gefahren für die Finanzwirtschaft der Städte bildet. Die rasche Geldentwertung der letzten Zeit aber hat den Bedarf an Mitteln für Ausführung der Bauten so emporschnellen lassen, daß die Frage ausreichender Geldbeschaffung immer mehr zu einem zentralen Problem der Gemeindepolitik wird und daß damit zu rechnen ist, daß wir nicht nur vor einer Einstellung der Neubautätigkeit stehen, sondern auch zum Teil außer Stande sein werden, die angefangenen Häuser fertigzustellen. Neben dieser Sorge für die Beschaffung der Mittel für die Erfüllung besonderer Aufgaben aber tritt infolge der raschen Steigerung des Laufenden Bedarfs ir Gehälter, Löhne, Kohlen, Materialien usw., der sich in der Verwaltung zeigt, immer mehr die Frage in den Vordergrund, wie lange noch in der bisherigen Weise an dem Schicksal der Gemeinden achtlos vorübergegangen werden soll. Die platonischen Bekundungen der Reichsregierung fönnen nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Vorschüsse auf den Mehraufwand an Besoldungsausgaben weder ausreichend noch rechtzeitig an die Gemeinden gezahlt werden und daß dadurch je nach der Größe der Stadt Millionensummen auf dem Anleihewege beschafft werden müssen, die nicht nur kaum zu erhalten sind, sondern auch so hohe ZinsBeträge erfordern, daß die Erfüllung sozialer Aufcaben in den Gemeinden, die angesichts der drückenden ot breitester Schichten der Bevölkerung mehr denn im Vordergrund der fommunalen Arbeit stehen üssen, darunter erheblich leidet und das Gefühl der Empörung sich immer mehr verbreitet. Trotz wahnmißiger Ausgabensteigerung, die zur Zeit Formen annimmt, die jeden Kommunalpolitiker mit Grauen erfüllen, wird an die Abänderung des Landessteuernesezzes noch immer nicht herangegangen, weiß keine Gemeinde, welcher Anteil aus der Einkommensteuer ihr endgültig für die vergangenen Jahre, geschweige denn fitr 1922 zufallen wird. Die hohen Zinssäße und die chwierigkeit der Geldbeschaffuna treiben für die Geeinden zu einer Krise, wenn sich bei dem Reichstare nicht endlich die Erkenntnis durchsetzt, daß es nicht auf ein Drängen bei der Regierung mehr ankommen Yann, sondern daß angesichts der bisherinen Verschlepung der Regelung dieser Fragen die Initiative end= h vom Reichstag felbst ergriffen werden muß. Die elbstverwaltung der Gemeinden wird zu einer arce, wenn ihnen die Mittel zum Leben genommen merden und die allgemeine Zerrüttung, die einer Aufösung der bisher widerstandsfähtesten Verwaltungsrper folgen mußte, sollte alle die Kreise nachdenkich machen, die wissen, daß lebendine Demokratie am itärksten aus den Gemeinden emporwachsen wird und die freie Gemeinde die Grundfeste des freien Staates" ist. Gerade die Vertreter des Proletariats, für dessen rägliches Leben die Art der Gemeindeverwaltung von mefentlicher Bedeutung ist, dessen verelendete Schichten unter einer weiteren Beschränkung der für Wohl= ahrtszwecke erforderlichen Mittel unnennbar leiden, follten alles aufbieten, daß wenigstens die Maßnahmen ergriffen werden, die bei dem gegenwärtinen Zustand Reiches und im Rahmen der kapitalistischen Ordung sofort möglich sind. Die Beschränkung der Versorgung mit Markenbrot Durch eine Verordnung über die öffentliche Brotverforguna vom 8. September 1922 hat das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Ausführbeitimmungen zu§ 31 des Getreidegesebes über die Beschränkung fer Versorgung mit Markenbrot erlaffen. Danach werden Te Personen von einer gewiffen Einkommensgrenze ab von her Beriorauna ausgeschloffen, Da fitr diefes Jahr die Einkommensteuerveranlagung noch nicht erfolgt ist, mußte bas steuerpflichtige Einkommen für das Kalenberiabr 1921 augrunde gelegt werden. Die Einkommensgrenze beträgt für das vergangene Jahr für einzelne Verionen 30 000 ME. auüalich 15 000 Mt. für jeden in dem aemeinsamen Saus halt verpflegten Haushaltsangehörigen. Für denjenigen, helfen Einkommen sich gegen diese Söchftfäße für 1921 in biclem Wirtschaftsjahre um nicht mehr als das Bierfache vergrößert hat. also der Geldentwertung nicht genügend gefolgt ist, bleibt der Nachweis darüber pffen, und damit die Möglichkeit, Markenbrot zu beziehen, auch wenn er nach feinem Einkommen vom Vorjahre davon ausaeichloffen fein würde. Die Durchführung der Verordnung liegt in der Sand der Rommunalverbände. Der Ausschluß der Ver fonen, die auf Martenbrot feinen Anspruch haben, soll bis zum 16. Oktober 1923 erfolgen. Es ist aus dieser amtlichen Meldung nicht klar ersichtlich, ob der Einkommensberechnuna für den Markenbrotbezug eine zurückliegende Beit oder das gegenwärtige Wochenoder Monatseinkommen zugrunde gelegt werden soll. Wir nehmen an das letzte. Daraus eraäbe sich, daß eine Familie, Mann und Frau und ein Kind, mit einem Monatseinkommen von über 20 000 Marf bis zum 16. Oftober nächsten Jahres auf den Beaua, von Markenbrot keinen Anspruch hat. Bei Vorhandensein von zwei Kindern oder sonstigen im gemeinsamen Baushalt Verpflegten darf die Einkommensarenze 25 000 M. im Monat erreichen, ohne daß der Martenbrotbezua dadurch berührt wird, wohingegen Familien ohne Kinder schon bei einem Monatseinkommen von mehr als 15 000 Mt. das Bezugsrecht auf Markenbrot verlieren, Wollte man auch die Beschränkung der Versorgung mit Martenbrot passieren lassen, so ist hier die Grenze doch au • eng gezogen. Zunächst sind so ziemlich alle Einzelverionen, da für diese die Einkommensarense für Martenbrotbezua auf 10 000 ct. feitaeleat märe. ausgeschlossen. Bon 10 000 mt. Fann aber auch heute eine Einzelperson, die für einen großen Teil ibrer Ernährung auf die Restauration mit ihren unerschwinglichen Preisen angewielen lit. nicht einen Monat ihren Lebensunterhalt bestreiten. Rudem ist auch zu berücksichtigen, daß die Aufwärtsbewegung des Dol lar, die auch die Inlandvreiie ständig uitris, augenblicklich wohl zum Stillstand gekommen ist, die Kletterei der Preise aber unentweat fortraft. Die Verordnung ist offenbar der Abficht entivzungen, den Umlagefeinden Entacgenkommen zu zeigen. Man will ihnen die allgemeinen Umlagemengen berabmindern und sürdet damit weiten Bevölkerungsfreisen, die wahrlich nicht auf Rosen gebettet sind, neue nicht unbeträchtliche Basten auf. Mögen sie nur kommen! Pfälzische Bauern proklamieren Gewalt gegen die Getreidenmlage Welchen Grad der Verhezung die Agitation der Agrarier gegen die Durchführung der Getreideumlage bereits erreicht digungen bewenden läßt, sondern mit offener Auflehnung hat, eine Agitation, die es nicht mehr bei Sabotage- Ankünfreien Bauernschaft, christliche Gewerkschaft zur Wahrung droht, zeigt eine Auslassung des Freien Bauern", Organ der wirtschaftlicher Interessen der Landwirtschaft. In seiner Nummer 196 schreibt dieses in Waldfischbach( Pfalz) erscheinende Organ in einem Artikel über„ Getreideumlage, Hungersnot, Hilfswerk und Zwangswirtschaft": ,, Vier Jahre lang hat das Land im Kriege sich selbst versorgt, und die zutage getretenen Mängel lagen in den Mißgriffen der Zwangswirtschaft und im Mangel an Futtermitteln, der auf den mangelnden Zollschutz zurückzuführen war. Mit Greisen, Krüppeln und Frauen konnte man während des Krieges so umgehen, wie umgegangen worden ist. Jest aber sind die Männer zu Hause und das bedenke die Regierung, wenn es fie gelüften würde, die Zwangsbewirtschaftung wieder einzuführen. Es sind der Sünden zu viele begangen worden und deshalb darf heute schon angedeutet werden: Sittet euch. zuviel von Zwangswirtschaft zu plaudern! Sonderlich sei dieser Mahuruf an die sogenannten Bolfsvertreter gerichtet, von denen ja wir fahen es bei der Genehmigung der Getreideumlage so viele das Volk, das Bauernvolt ichmählich verraten haben, sonderlich jene Volksvertreter, die durch Abwesenheit und Abkommandierung in der Stunde der Gefahr ge= glänzt haben. Bfui Teufel über solche Volksvertretung! Sie hat die eingangs erwähnte, tommende Sungersnot auf dem Gewissen. Es kann nicht geredet werden von Abliefe= rung des Getreides, ebensowenig von einem Hilfswerf der Landwirtschaft und noch weniger von Aeschloffen, daß eine Anzahl Arbeiter der neuen Vers wirrungsparole Vertrauen entgegenbringt. Die Folgen aber würden sich der gesamten notleidenden Bevölkerung aufbürden. Mit solchen Mitteln wird man bei den heutigen, zum großen Teil durch außenpolitische Einwirkungen hervorgerufenen Not nicht Herr. Es ist daher Pflicht aller disziplinierten Arbeiter, den kommunistischen Feuerfreffern entgegenzutreten und ihre Aktionskraft für den Augenblick zu sichern, in dem die berufenen Organisationen dazu aufrufen. Der oder das Verdienst des Gfinnes In einem Artikel der stinnesierten„ Täglichen Rundschau" wird es so darzustellen versucht, als ob Gen. Breitscheid im Auswärtigen Ausschuß bei der Besprechung des StinnesVertrags das Verdienst des Herrn Stinnes besonders hervorgehoben hätte. Zu dieser Auslassung der„ Täglichen Rundschau" schreibt uns Gen. Breitscheid: Die Verhandlungen des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten sind geheim, aber nicht so geheim, daß die volksparteiliche Breffe es sich versagen könnte, Worte, mit denen Herr Stinnes seinen Vertrag begründet und verteidigt hat, in einer für die Leser entsprechend zurechtgemachten Form wiederzubringen. Um ihren Freund als Retter des Vaterlandes in einem um so helleren Lichte erstrahlen zu lassen, beruft sie sich dabei auch auf meine Rede und läßt mich das Verdienst rühmen, daß sich Herr Stinnes durch den Abschluß des Vertrages mit Lubersac erworben habe. Ich habe keinen Anlaß, verschwiegener zu sein, als die volksparteilichen Zeitungen und stelle daher fest, daß ich es in der Tat für einen Verdienst bezeichnet habe, daß hier der Weg zu einer wirtschaftlichen Verständigung mit Frankreich betreten worden ist. Viel nachdrücklicher aber als das VerIm Gegenteil, dem Bauern muk a holistichait dienſt habe ich den Verdienst des Herrn Stinnes herpormarken; et braucht ein Hilfswerk. Ehedem nannte man den Bauern den Sättiger der Hungernden; heute aber, wo je ner Peiniger zu viel geworden sind, da ist er selbst ein Gungernder (?) geworden, und er wehrt sich seiner Saut mit der Kraft und Hilfe seiner Organisation. Das ist also nicht nur die unverhüllte Drohung, daß die staatlichen Organe, die das Umlagegetreide einzuziehen sich anschicken würden, mit Drejchflegeln und Sensen empfangen und davongejagt werden würden, sondern es liegt auch in den Auslassungen geradezu eine Verhöhnung der nicht in der Landwirtschaft tätigen Massen. Auf einmal sind nicht mehr die Kreise, die das ganze Jahr hungern und darben und die auf das aus Umlagegetreide hergestellte Brot an gewiesen sind, notleidend, sondern die Bauern, obwohl feststeht, daß die Lebenshaltung der Bauern heute eine vielfach bessere ist als je, daß die Bauern, im Gegensatz zu der Zeit vor dem Krieg, entschuldet sind und wirtschaftlich in einer glänzenden Lage sich befinden. Aber die Drohung des Freien Bauern" beweist auch, daß jede Nachgiebigkeit gegenüber agrarischen Wünschen vom Uebel ist und den llebermut der Landwirte nur steigert. Wahnsinnige Preissteigerungen Die Großhandelsindexziffern im Monat August Der Martsturz im Monat August hat eine Preissteigerung auf allen Gebieten der Warenwirtschaft ausgelöst, wie fie in der seit Jahresfrist andauernden Periode der fortschreitenden Geldentwertung noch nicht beachtet wurde, Nach der Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts erreichte das deutsche Preisniveau im Angast das 179,9fache des Friedensstandes. Diese Ziffer bezieht sich auf den Monatsdurchschnitt, der durch den Stand vom Ende des Monats, wie in Wirtschaft und Statistik" dargestellt, erheblich übertroffen wird. Gegenüber Juli( 100,6fach) stiegen die Groß= handelspreise um 78,8 v.. Der Dollar wurde im Juli mit 498.22., im August mit 1134,56 Mf. notiert und somit um 130 v. 5. höherbewertet. Dieser Bewegung kommen die Einfuhrwaren am nächsten, deren Preise von dem 188,5fachen auf das 324,9fache oder um 184,5 v. 5. emporschnellten, während die Inlandse waren um 62,2 v. H. von dem 98,0fachen auf das 150,8fache anzogen. Im einzelnen stiegen: Getreide und Kartoffeln von dem 98,3fachen auf das 161,7fache; Fette, Zuder, Fleisch und Fische von dem 86,8fachen auf das 159,2fache; Kolonialwaren von dem 130,8fachen auf das 838,4fache; Lebensmittel zusammen von dem 94,4fachen auf das 178,1fache; ferner Häute und Leder von dem 126,7fachen auf das 395,4fache; Textilien von dem 170,0fachen auf das das 352,1fache; Metalle von dem 108,8fachen auf das 256,7fache; Kohle und Eisen von dem 96,5fachen auf das 128,6fache; Industriestoffe zusammen von dem 112,1fachen auf das 192,5fache. Gegen kommunistische Feuerfresserei Es Aus Effen trifft die Meldung ein, daß die vier Bergarbeiterverbände einen gemeinsamen Aufruf erlassen haben, in dem sie darauf hinweisen, daß das Ueberschichtenabkommen in freier Vereinbaruno aus triftigen, wirtschaftlichen und außenpolitischen Gründen abgeschloffen fei. Sie brandmarken die Bete, die von fommunistischer und unionistischer Seite betrieben wird, indem sie darauf hinweisen, daß die Selbit= Hilfeaktionen gegen die wirtschaftliche Not, die von diesen Elementen propagiert werden, nur für einen Augenblick die Lage scheinbar verbessern, aber schon für die nächste Rukunft und in Wirklichkeit die Schieriafeiten noch vermehren. ist zwar eine sehr einfache Sache". heißt es in dem Aufruf, vorhandene Warenbestände zu beschlagnahmen und zu herabgesetzten Preisen in Umfab au bringen. Aber wenn das Problem der Wiederanschaffung nicht gelöst wird, dann ist das Ergebnis nur eine raiche und vollständige Erschöpfung der Warenvorräte und nadte Sungersnot". Die Demagogie der Unionisien und Kommunisten fönne, wenn fie Erfolg habe, nur zu einer Bertrümmeruna der Gewerkschaften fithren, die das eiraiae Bollwert gegen den vollständigen wirtschaftlichen und sozialen Busammenbruch der Arbeiterklasse darstellen. Jeder Arbeiter. der tros der großen Not feine fünf Sinne beisammen habe, müffe das Eeine zur Abwehr der schädlichen Agitation tun. Die getroffenen Vereinbarungen, auch das Leberarbeit- Abkommen, müßten eingebalten werden. Die neueste fommunistische Aftion erstreckt sich nicht nur auf Rheinland und Westfalen, sondern soweit die Kommuniften nur Einfluß mimen können. Sie haben auch her preußischen Regieruna ihre Forderungen unterbreitet. bie fie aber, wie nicht anders au erwarten war, abgelehnt hat. Jest wird wieber einmal weiter getrieben". Ein Rätefongres foll susammentreten, unt diefem finnipien Treiben einige Resonanz zu verschaffen. Es ist leider nicht aus gehoben. Ich habe darauf hingewiesen, wie er, der Gegner des Wiesbadener Abkommens, sich jetzt mit Hilfe des AbFommens eine Monopolstellung in den Sachlieferungen für Frankreich verschafft habe und wie er uns seine Anhänger, die sich vordem darüber entrüsteten, daß das arme Deutschland infolge der Verpflichtung, die deutschen Dieferungen einstweilen zu bezahlen, zum Bantier Frankreichs werde, es jezt als durchaus gerechtfertigt halten, der von Stinnes fontrollierten Vermittlungsstelle noch einen besonderen Gewinn von 6% zu gewähren. Das ganze sei fein Patriotismus, sondern ein gutes Geschäft des Privatunternehmertums, und es sei auf das lebhafteste zu bedauern, daß die an sich begrüßenswerte Annäherung an Frankreich nicht von der Ne gierung, sondern von Herrn Stinnes, der alles tut, um seine Regierung zu diskreditieren, ausgehe. Ich habe weiterhin darauf aufmerksam gemacht, wie Herr Stinnes und seine Freunde sich jetzt bemühen, für ihre angeblich staatsretterische Arbeit auch noch Bezahlung in Ge stalt pon Ministerportefeuilles zu erhalten, da ihnen der schöne Profit, den sie einheimsten, anscheinend noch nicht genüge. Ich schloß mit der Versicherung, daß die Arbetterschaft alle Anstrengungen machen werde, den ihr gebührenden Einfluß auf die Verständigung mit Frankreich zu gewinnen. Sie wollen den dauernden Frieden, aber sie werden nicht zugeben, daß er ohne fie oder gar auf ihrem Rüden abges schlossen werde. Finanzfragen im Reichswirtschaftsrat Auf Mittwoch nächster Woche haben der wirtschaftliche und der finanzpolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrats eine gemeinsame Sigung einberufen, um sich zunächst mit einem Beschluße des interausschusses für Produktionskredit zu befassen, der das Bankgeheimnis wieder hergestellt, den DepotAwang aufgehoben und den Handelswechsel wieder eingeführt haben will Außerdem foll Stellung genommen werden zu einer Entschließung des Unterausschusses für Ausfuhrbedingungen über die Verwendung ausländischer Zahlungsmittel im infändischen Verkehr. Der Unterausschuß des Reichswirtschaftsrats für Land wirtschaft und Ernährung hat eine Sigung auf Donnerstag, ben 14. September anberaumt. Zur Beratung sollen dabei fommen ein Antrag auf Abänderung der Betreibe um Iage, ein Erlaß der Reichsbehörden zur Kartoffel versorgung, die Frage der Berücksichtigung der Genossenschaften und des Handels beim Stickstoffdüngerbezug und die Frage der Behandlung der Weineinfuhr außerhalb der Einfuhrfontingente. Geheimbündelei in Preußen Der Oberpräsident der Proving Schleswig- Holstein hat vor furzem auf Grund des§ 14 Abs. 1 des Reichsgesetzes zum Schuße der Republik für den Umfang seiner Provinz die Versammlungen, Aufzüge und Kundgebungen des Bundes des Niederdeutschen" e. V. Hamburg verboten. Wie die Dena" erfährt, erfolgte das Verbot, weil festgestellt worden ist, daß der Bund der Niederdeutschen in engen Be ziehungen zu einer Reihe pon in Hamburg und in Preußen verbotenen Organisationen gestanden hat. Ferner sind bei dem ersten Vorsitzenden des Bundes der Niederdeutschen, Ortsgruppe Bergedorf, dem Kaufmann Ernst Dröge, u. a. 15 Maschinengewehre, 10 Ersabläufe, 134 Stahlhelme, 62 Sttelhandgranaten, 4 Riften mit je 1600 Platpatronen festgestellt und beschlagnahmt worden, die Dröge, wie er bei seiner Vernehmung angegeben hat, für den Bund der Niederdeutschen beschafft hat. 500000 Kronen- Nofen Wien. 9. September. Da bei der Leistung größerer Zab lungen das Fehlen von Banknotenabschnitten über höhere Beträge den Zahlungsverfehr bedeutend erschwert, bereitet die Austro- Ungar- Bant die Ausgabe von Banknoten zu 500 000 kronen vor, die aber der technischen Schwierigkeiten wegen erit später dem Berfehr übergeben werden sollen. Bis dahin will die Austro- Ungarn- Banf durch ihre Hauptanstalt bie Herausgabe unverainslicher Sichtfaffenscheine über eine Million und fünf Millionen Kronen tätigen. Sobald der Berkehr mit den neuen 500 000 Stronen- Noten hinreichend versorat ist, besteht die Absicht, die ausgegebenen KaTenfcheine wieder dem Verfehr zu entziehen. Staatliche Gewerbevflegerinnen in Breuken. Der preukische Handelsminister Sierina hat, wie die non ständiger Stelle erfahren, die Gewerbepflegerin Trapp aus Crefeld& Silfsarbeiterin in bos preußische Minifterium für Handel und Gewerbe berufen. Fräulein Trapp wird speziell die Angelegenheiten der Arbeiterinnen und Jugendlichen im Gewerbeaufsichtsdienst bearbeiten. g 1 11 ฐ g t ปี Ein Wort zur Einigung Es mehren sich von Tag zu Tag die Zeichen, welche uns zeigen, daß die USP. in ihrer Gesamtheit von dem einheitlichen Willen, die zersprengten Arbeitermassen in einer ein heitlichen Kampffront zusammenzuführen, beseelt ist. Wer im Intereffe der Arbeiterbewegung und des Soziafismus überhaupt, sich mit der Frage der Einigung in Arbeiter und Gengjenfreisen befaßte, hier und dort in Ge sprächen, Versammlungen, Gedankenaustausch pflegte, konnte feststellen, daß es ganz im Gegensatz zu den Verkündigungen der kommunistischen und gegnerischen Bresse, nicht die leitenden Parteisuvktionäre und die Zentralen der beiden Partelen allein oder in erster Linie waren, bie bie Ginheitsfront propagierten und schaffen wollten, sondern daß die Pioniere auf diesem Gebiet die in beiden Parteien organisierten Arbeiterinnen und Arbeiter gewesen sind, die mit elementarer Gegen die Form der Verhaftung wendet sich die„ Deutsche Allgemeine Bettung" wie folgt: ,, Ohne irgendwie zu den Deliften des Redakteurs der Roten Fahne" Stellung zu nehmen, möchten wir doch be= tonen, daß die Art und Weise, in der die politische Polizei einen Haftbefehl vollstreckt, im höchsten Grade zu mißbilligen ist. Der Haftbefehl gegen den Redakteur lag längst vor. Man hätte diesen also, wenn man ihn nicht in der Redaktion angetroffen hat, in seiner Wohnung verhaften tönnen. Aber daß man ihn wegen einer anderen Angelegenheit ins Polizeipräsidium beordert und ihn dann bort verhaftet, ist ein unlauteres Mittel, gegen das aufs schärfste protestiert werden muß." Auch wir sind der Auffassung, daß die Methode, einen Redakteur unter irgendeinem Vorwand ins Polizeipräsidium zu locken, um ihn dann zu verhaften, aufs schärfste zu verurteilen ist. Bucht und einem seltenen Eiser diesen Gedanken gefördert Die Anklage gegen und zum Reifen gebracht haben. Gewiß soll und darf nicht verkannt werden, daß es in unferer Partei noch heute einen Prozentsaz gibt, der ver strict in allerlei Erwägungen, im Innern noch nicht zur völligen Klarheit gelangt ist. Obwohl nie ein Gegner der Einheitsfront der Arbeiterklasse, stand auch ich bis zu einem gewissen Grade der plötzlichen impulfisen Aufwallung und dem Zueinanderbegehren, pessimistisch gegenüber. Als ich dann reiflich prüfte, die ganze Arbeiterbewegung der leyten Jahre mit den vielen Hoffnungen und vielen Mißerfolgen im Geist vorüberziehen ließ, die Erfolge auf die eine Seite und die Fehlschläge auf die andere Seite buchte, mußte ich mir gestehen, daß bei der Zerrissenheit der Arbeiterklasse und der hierdurch hervorgerufenen Kraftpergendung ein anderer Ausgang als die Erstarfung der Neaftion nicht zu er warten war. Die Vorbedingung für die Unterwerfung der fapitalistischen und reaftinären Mächte und deren endgültige Ausschaltung, ist e Gegenüberstellung einer gleichwertigen, geschlossenen, Zampsfreudigen Arbeiterorganisation, Darin waren wir uns als Unabhängige Sozialdemokraten alle einig und betrachten es als unsere vornehmste und erste Aufgabe, dies Ziel zu erreichen. Welcher Erfolg? Neben uns, rechts und lints, geschah das Gleiche. Die Bersammlungen und die Arbeiterpresse wurden in diesem Moment nicht mehr ausschließlich das Instrument der Arbeitercastlärung uns der Bekämpfung der Klaffenfeinde, sondern notgedrungen Stätten, wo unier Zuhilfenahme nicht immer schöner Mittel die Sprecher anderer Arbeiterorganisationen mundtot gemacht wurden. Das Nachlassen der politisch aftiven Betätigung der nicht organisierten Massen, das Anschwellen der Preise für Preßerzeugnisse und des damit verBundenen geringeren Abfazes bei den Indifferenten oder Mitläufern, machte diesen Kampf vollends zu einem Kampf zwischen den Arbeiterorganisationen oder deren Mitgliedern untereinander. Den Sozialismus wollten wir den Indifferenten lehren und sein Gutes für die Menschheit Beweisen, fragen möchte ich hierbei wie jene Indifferenten in Stadt und Land bei den Auseinandersetzun gen für den Sozialismus gewonnen werden sollten, wenn die sozialistischen Parteien, die Kommunisten eingeschlossen, jede nach ihrer Art und in nicht immer glücklicher Form Agitation trieben. Wir buchten es als Angehörige der einen oder der anderen Partei als einen Steg, wenn wir in Versammlungen einige Stimmer, in Wahlkämpfen einige Mandate gewonnen hatten. Schon lange waren es nur noch Verschiebungen innerhalb der Arbeiterparteien. Jeder sogenannte Sieg ward erfauft mit vielen mübgeworbenen Kämpfern, denen der Bruderfampf zum Ekel geworden war. Dies in erster Linie war es, was mir die Ueberzeugung gab, daß der Schritt zur Vereinigung getan merden muß, wenn anders die Arbeiterklasse nicht ganz der Berelendung und Ausbeutung erliegen soll. Dann aber ist es der Gedanke, der noch viele unserer Genossen quält: werden auch Bedingungen, wird eine Basis geschaffen, auf die wir ruhigen Herzens und voll Zuversicht treten können. Dieser Gedanke hat mich ebenfalls beschäftigt und ich habe mich auch hier nach gründlicher Prüfung durchgerungen. Nicht eine Erklärung auf dem Papier gibt uns die beste Gewähr, diese ist erst gegeben, wenn wir schon jegt erkennen fönnen, daß eine geistige Umstellung in der EPD. stattgefunden hat. Da werden wir an Hand der Ereignisse in der SPD. auf manches stoßen, das uns mit der Zuversicht erfüllt, daß bei einem organisatorischen Zu fammenschluß, bei dem täglichen Zusammenarbeiten mit ben Genoffen, die noch im anderen Lager stehen, unsere Ideen und Anschauungen auf guten Boden fallen werden. Ein Schwächling, wer nicht die Kraft in sich verspürt, auch in der geeinigten Partei die alten Grundsäße hochzuhalten. Das wird um so mehr der Fall sein, wenn die Partei den Schritt els Ganzes tut. Reiner darf vom Wege abbiegen, sondern muß felne Pflichten auch in der geeinigten Bartet weiter erfüllen im Interesse der gesamten Arbeiterklasse. Hermann Lempert, Baumschulenweg. Der Verantwortliche der die Kommunistische Schande Die Nachricht von dem erschütternden Ende des Sozialrevolutionärs Timofejews hat auch die Rote Fahne" auf die Dauer nicht totschweigen tönnen. Die ganze Schamloligfeit dieser Gesellschaft zeigt sich in hellstem Lichte bei der Art, wie sie diese Nachricht bringen, von der sie befürchten müssen, daß sie vielleicht doch auf den einen oder andern ihrer Anhänger Eindrud machen fönnte. Sie schreibt:„ Die Gründe, die man als Ursache des Selbstmordes angibt, leuch ten nicht besonders ein. So wird behauptet, daß die tägliche Revision der Zellen sowie die Leibesvisitierung der Verurteilten und die Verhöhung" der Gefängnisbeamten auf den Gefangenen einen derart aufregenden Eindruck machten, daß er Nervenanfälle hatte und schließlich zum Selbstmord schritt. Es wäre nur zu wünschen, daß die Gefangenen der revo= lutionären Arbeiterklasse in den Gefängnissen der europäi schen Demokratie fp roh" behandelt werden würden, wie die politischen Gefangenen in Sowjetrußland." Das schreibt dieses Moskauer Reptilienblatt, das man im Boltsmunde wegen ihrer Verlogenheit nur noch die ,, Lügen fahne" nennt, trotzdem sie natürlich ganz genau weiß, daß Mörder Rathenaus die sterker der Ticheka in der ganzen Welt berüchtigt find und Zustellung der Anklageschrift In der Nathenau- Mordsache ist jetzt den Beteiligten die Anklageschrift zugestellt worden. Die Anklage richtet sich Die Anklage richtet sich gegen folgende 13 Personen: Stud. des Maschinenbaues Ernst Werner Techow, Schüler Hans Gerb Techow aus Berlin, Stud. jur. Willy Günther aus Berlin, Kaufmann Christian Jlsemann aus Schwerin, Student Günther Steinbeck aus Dresden, Privatdetektiv Walter Niedrig aus Hamburg, Kaufmann Friedrich Warnice aus Hamburg, Bankbeamter Ernst von Salo= mon aus Frankfurt/ Main, Kaufmann Richard Schütt aus Berlin, Kaufmann Franz Distel aus Berlin- Schmargendorf, Student Karl Tillessen aus Frankfurt/ Main, Schriftleiter Hermut Plaas aus Frankfurt/ Main, Kaufmann Berner Vpß aus Berlin. Der Oberreichsanwalt erhebt gegen E. W. Techow die Anklage, gemeinsam mit Fischer und Kern den Mord an Dr. Rathenau ver= übt zu haben. H. G. Techow, Günther, Jlsemann, Steinbeck, Niedrig, Warnicke und von Salomon werden der Beihilfe aum Morde beschuldigt. Ferner werden neben der Beihilfe der Begünstigung besichtigt: H. G. Techow, Günther, Ilsemann; Tillessen, Plaas und Boß sind gemäß § 189 wegen Unterlassung einer Anzeige von dem Vorhaben eines gemeingefährlichen Verbrechens, wie Hochverrat, Mord, Raub usw. angeklagt, Gegen Tillefsen schwebt noch eine Voruntersuchung wegen Beihilfe zu dem Mordversuch gegen Oberbürgermeister Scheidemann. Der angeklagte Boß wird wegen verschiedener Straftaten von dem Untersuchungsrichter und der Staatsanwaltschaft in Beuthen/ D. S., Düsseldorf, Neiße gesucht. Ueber die Persönlichkeiten und das Vorleben der Hauptangeschuldigten ist das meiste bereits bekannt. Als ein Mittäter an der Ermordung Dr. Rathenaus kommt noch der Sohn des Professors Brandt in Kiel, der frühere Marine- Offizier und jeßige Student Günther Brandt, der aber flüchtig ist, in Frage. Bei Prof. Brandt wohnte Kern, als er in Kiel studierte. Der Sachverhalt, wie er von der Anklage dargestellt wird, entspricht im wesentlichen den bereits bekanntgewordenenTatsachen. Die Anklage sieht als erwiesen an, daß der Ingenieur Fischer und der Student und frühere Oberleutnant zur See Erwin Kern das Attentat auf Dr. Nathenau verübt haben, und weiter der Angeschuldigte E. W. Techow, der das Auto gelenkt hat, mit einer Anzahl von Gesinnungsgenossen das Verbrechen aus fanatischem Antisemitismus verübt und in dem Wahn begangen haben, sie Lönnten durch gewaltsame Beseitigung einer hervorragenden Persönlichkeit der Regierung eine Erhebung der Arbeiterschaft und dann, nach deren Niederwerfung die Eins feßung einer rechtsradikalen Regierung herbeiführen. Zum Beweise der Behauptung führt die Anklage die eigenen Aussagen von Fischer und Kern und von Techow gegenüber den Angeklagten von Salomon und Schütt an. Die beiden Techows bezeichnet die Anflage auf Grund des Zeugnisses des Direttors des Arndt- Gymnafiums in Berlin- Dahlem, das sie früher besucht haben, als echte Großstadts finder übelster Art, die durch die Art ihres Benehmens den Leh rern dancrnd Sorge bereitet haben. Besonders der ältere E., Techow soll durch Großmannssucht und durch nicht unbedenkliche Spielereien mit scharfen Schußwaffen Anstoß erregt haben. Die Angeschuldigten gehörten zum großen Teil früher der Marine, dann der Brigade Ehrhardt und schließlich seit ihrem Bestehen der Organisation Can. Wie die Anklage schildert, kann die Vorbereitung zu dem Attentat bis eine Woche vor Ausführung der Tat bis in die kleinsten Phasen hinein verfolgt werden. Auch hier ist das meiste bekannt. Als Kern und von Salomon am 16. 6, die Pension Scheer am Birfus 10( am Schiffbauerdamm) bezogen, soll Kern schon dem von S. gegenüber erzählt haben, daß er wegen einer nationalen Sache in Berlin sei. Kern, der viel über Rathenau sprach und las, tat gelegentlich eine Aeußerung, daß im Grunewald die Sache vorsichgehen solle", so daß von S. bereits damals auf den Gedanken tam, daß Kern Dr. Nathenau zu beseitigen beabsichtige, über den alle ihm nahestehenden Kreise darin übereinstimmten, daß er ein Schäd= ling und Vertreter des sogen.„ schleichenden Bolschewißmus" sei, und deshalb beseitigt werden müsse. Damals hatte der Erst Roten Fahne" ver aftet Gebante noch keine bestimmte Form angenommen. Nach einer Mitteilung der Roten Fahne" wurde thr verantwortlicher Redakteur Richard Janus am Freitag nachmittag im Polizeipräsidium verhaftet. Janus war in Stuttgart wegen eines Breffevergehens zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden, hat aber feines schlechten Gefundheitszustandes wegen um Strafaufschub gebeten. Dieser Aufschub wurde verweigert und da Janus sich nicht stellte, batte die Stuttgarter Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl erlassen und ihn der Berliner Polizei zur Bollstreckung übermittelt. In der Redaktion fonnte ber Haftbefehl nicht boliftredt werden, weil Janus dort nicht anzutreffen war. Infolgedessen wurde der Roten Fahne" telephonisch mitge teilt, man wünsche ihren Verantwortlichen bei der PresseStelle der Abteilung la des Polizeipräsidiums zu sprechen. Is er nun erschien, erfolgte seine Festnahme. In einer amtlichen Erflärung streitet allerdings das Polizeipräsidium die von der„ Roten Fahne" gegebene Darstellung, als ob die Festnahme gelegentlich einer Vorladung des Brefferefe renten erfolgt jet. Bielmehr erschien Janus bei der politischen Polizei, um in einer schwebenden Straffache AnGaben zu machen. Dabei sei er, dem Stuttgarter Ersuchen entsprechend, verhaftet worden, als Stern am 16. 6. von Salomon die Aufforderung zukommen ließ, in Hamburg einen Chauffeur zu besorgen, der für die nationale Sache gbraucht werden könne, kam von S. auf die Vermutung, daß ein Anschlag auf Rathenau unter Verwendung eines Autos beabsichtigt sei. Im weiteren Verfolg dieses Planes knüpften Fischer und Kern mit dem angeschuldigten E. W. Techow Beziehungen an, der ihnen für ihre Absichten geeignet erschien. Von dem Verteidiger der Angeklagten Schütt und Distel, R.-A. Dr. Alsberg, ist ein Antrag an den Staatsgerichtshof gestellt worden, die Verhandlung in Berlin stattfinden gu laffen. Begründet wird der Antrag damit, daß fast sämt liche Verteidiger in Berlin wohnen, sowie, daß die überwiegende Mehrzahl der Prozeßbeteiligten, der Bengen und Sachverständigen in Berlin seien. Auch die Angeklagten befinden sich alle in Berlin in Untersuchungshaft. Es würden dadurch erhebliche Kosten vermieden werden, wenn die Hauptverhandlung in Berlin stattfindet. Der Staatsgerichtshof hit auch in der Lage, den Ort, an dem die Hauptverhandlung itattzufinden hat, in jeder Sache zu bestimmen. Dieser Antrag ist von sämtlichen übrigen Verteidigern unterzeichnet worden. fie selber gelegentlich in Bersammlungen uns fa diese Stulturerrungenschaft auch für Deutschland in baldige Aussicht stellen. Wir hatten einen letzten Appell an die Mitglieder der deutschen Sentrale gerichtet, das Leben der Verurteilten, die in den Sungerstreit getreten sind, au retten und hatten mit Recht daran erinnert, daß die deutsche Arbeiterbewegung cs verstanden hat, hunderte von politischen Gefangenen aus den Gefängniffen zu befreien. Die Rote Fahne" antwortet darauf: Die Freiheit" weiß so gut wie jeber Arbeiter, daß die Sozialdemokratie durch ihr Amnestiegeieb Hunderte ehr licher deutscher Revolutionäre im Kerfer belassen hat und und daß die Amnestierten ihre Freiheit gegen den Willen der Sozialdemokratie, dem Druck der Arbeitermassen zu verdanken haben. Die Kommunistische Partei wird durch derartige heuchlerische und sentimentale Auslegungen nie dazu bewogen werden, für die ärgsten Feinde der Arbeiter= revolution einzutreten." Wir müssen gestehen, diesen Abgrund von politischer Verrohung hatten wir nicht erwartet. Mit folchen Gefellen fich in einen Disput einzulassen, das ist allerdings nublajes Bemühen, Der Klassenkampf Die folgenden Ausführungen entnehmen wir dem rechtssozialistischen Parteiorgan in Hannover, dem„ Hannoverschen Volkswillen". Wir geben sie ohne Zusatzbemerkung, da sie für sich selbst sprechen. Das Hannoversche Organ der SPD. schreibt: Zu den Schönheitsfehlern, die der Sozialdemokratie in den Augen der bürgerlichen politischen Gegner anhaften, zählt nicht zuletzt der Klassenfampfcaratter" unserer Partei. Alle anderen Fehler" würde man uns m: hr oder weniger gern verzeihen, und eitel Freude und Wonne würde herrschen auf den politischen Gefilden Deutsch= lands; die berühmte„ Einheitsfront" nach außen wäre in greifbare Nähe gerückt, wenn wir aufhören wollten, eine Partet des Klaffentampfes zu sein. Es ist richtig: Wir sind eine Partei mit Klassenkampfcharakter; wir müssen es sein. Niemand kann abstreiten, daß es in allen zivilisierten Staaten, ganz gleich, ob Defpotie, Monarchie oder Demokratie die Staatsform tut nichts zur Sache, Klaffengegensäße der verschiedensten Art gibt; der größte, abgrundtiefste ist der zwischen den Arbeitern, Beamten und Angestellten auf der einen Seite und den Unternehmern der verschiedensten Art auf der anderen. Diese Gegenfäße leugnen zu wollen, hieße Vogel- Strauß- Politit treiben. Sie, die Klaffengegenfäbe sind da und bedingen den Klassenkampf, d. H. fede Klasse ist auf ihren wirtschaftlichen Vorteil bedacht, sucht ihren Anteil zum Ertrage der Arbeit, ihren Anteil an den Gütern dieser Welt auf Kosten der anderen zu erhöhen. Ein ganz natürlicher Zustand. Klaffenkämpfer ist der, der mit den nötigen Kenntnissen der wirtschaftlichen Verhältnisse ausgerüstet die Interessen seiner Klasse vertritt und nach Möglichkeit zu förbern sucht. Daß Maulheldentum, Gaffenbubenton, Iümmelhaftes Betragen die ungeeignetsten Mittel in diesem hochernsten, geschichtlichen Kampf sind, versteht sich am Rande. Klaffentämpfer genannt zu werden, schließt also feinen Makel ein; im Gegenteil: es ist ein Ehrentitel, der besagt, daß ber damit Bezeichnete ein Mann ist, der den Mut hat, für seine eigenen und die Interessen feiner Alaenangehörigen zu wirken und hierfür auch Opfer zu bringen. Genau so bei der Partei: Wir sind stolz darauf eine Partei des Klaffenkampfes zu sein. Wären wir bas nicht, dann wären wir wirtschaftspoli feine feine Gristenztische Baschlappen, hätten wir berechtigung. Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und Post erfplat in der Woche vom 11, bis 17, September unverändert zum Preise von Mit, 5000,- für 1 3wanzigmarfitück, Mr. 2500,- für 1 Behnmarkstück. Für ausländische Goldmünzen werden entsprechende Breife gezahlt. Der An fauf von Reichsitibermünzen durch die Reichsbank und Post erfolat vom 11. b. Mts. bis auf weiteres zum 100 fachen Betrage des Mennvertes, Eine neue Luftfahrtlinie in Nukland. Das Verkehrstommiffariat hat mit dem Kommissariat für Außenhandel eine Aktiengesellschaft gegründet, die unter Hinzuziehung auslänbischen Kapitals eine neue Luftverbindung zwischen Peters bura- Charkow- Taichfent- iew- Obeña und Wlabiwoftot einrichten foll. Die Vorarbeiten für die neue Aktiengesellfchaft haben bereits begonnen. Franzöfifch- beutscher Wettflug in der Rhön. Wie das„ Echo de Paris" mitteilt, hat der franzöfifche Flieger Balloutrot den Siener im Segelfluawettbewerb in der Nhön Henzen zu einem Wettbewerb mit motorlofen Flugzeugen aufgefordert, Er hat sich bereit erklärt. zu diesem Zwecke nach der Rhön Au tommen. 1 Dollar= 1375 Mark ähne 40 u. 50 Mk. mit Friedenskautschuk 3 Jahre schriftliche Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 80 Mk. an Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise Panzer Straße| Zahn- Praxis Hatvani, ochbahnstation In den letzten 2 Jahren über 2500 Gebisse zur vollsten Zuiriedenheit gelteiert. Seiden 45000 Hutsamt ortment...... Meter om FarbenHutseide innenen Farbon, Meter 58000 Duvetinere...... Meter 40000 Seiden- Duvetine Meter 67500 * Crepe Georgette Crepe marocain* Crepe Geisha Handschuhe Damen- Handschuhe Schweden- Ersatz..... 98.00 Damen- Handschuhe 12500 Mocha- Ersatz, gesteppt......... 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Kassenpreis 60,00, 6 Vorstellungen im Abonnement 162,00 Kassenpreis$ 0,00, 6 Vorstellungen im. Abonnement 243,00 Kassenpreis 120,00, 6 Vorstellungen im Abonnement 324,00 Kassenpreis 150,00, 6 Vorstellungen im Abonnement 405,00 Kassenpreis 180,00, 6 Vorstellungen im Abonnement 486,00 Kassenpreis 210,00, 6 Vorstellungen im Abonnement 567,00 Kassenpreis 250,00, 6 Vorstellungen im Abonnement 675,00 Kassenpreis 300,00, 6 Vorstellungen im Abonnement 810,00 usw., zuzüglich 15 Prozent Lustbarkeitssteuer für jeden Platz Die Ausgabe der Abonnementskarten erfolgt nur in den drei Häusern der Firma HERMANN TIETZ Leipziger Strasse, Alexanderplatz, Frankfurter Allee. Nähere Bedingungen dortselbst Ibsen Die Frau vom Meere Hauptmann... Hanneles Himmelfahrt Sardou Fedora Sudermann.. Das neueste Bühnenwerk Fulda........ Die Zwillingsschwester Wilde... Das Bildnis des Dorian Gray Aenderungen des Spielplans und der Darsteller vorbehalten Theatern.Bergnügungen Verein der Freidenker Boltsbühne 7 Uhr: Theater am Nollendorfplatz 734 Uhr Die Ratten. Verliebte Leute Neues Volkstheater 3 Uhr Die erste Geige. abends 7 Uhr Die baune des Verliebfen, der zerbr. Krug Deutsches Theater 71 Uhr: Gegründet 1905. ſtraße 60. Geschäftsstelle: NO. 18, FriedenTheater am Kottbuser Tor Geöffnet von 8-4 Uhr. Jed, Abend 7%, Uhr: u, Sonntag nachm, 3 U. für Feuerbestattung s Zahng bisse Sitz in Berlin. Gold, Silber usw. kauft zum Selbstgebrauch Rudersdorier Strassa 35 1. Zahie Postschecktonto: Berlin NW. Nr. 18957 Fahrgeldvergütung Fernsprecher: Königstadt 7011 Sonnabends von 10-1 Uhr. Mitgliederversammlungen: Elite Sänger Bezirk 1( Berlin- Mitte), Freitag, den 22. September, abends 7 Uhr, Aula der Sophienschule, Weinmeisterstr. 16/17. Volkspreise! Der Vater. Primus Kammerspiele Potsdamer Str. 19 7 Uhr Palast Edke Margaretenstr. 2. Wocue Die Jungfern vom Bischofsberg. Es kommt Großes Schauspielhaus der 348 Uhr: Orpheus i.d. Unterwelt Tag....!" Theater in der Königgrätzer str. 8: Dia wunderlichen Filmsingspiel in 6 Akten von Karl Otto Krause 7 und 9 Bezirk 2( Tiergarten) Für Westen: Donnerstag, den 21. September, abends 7 Uhr, Schulaula, Neue Winterfeldstr. 16. Für Moabit: Montag, den 18. September, abends 7 Uhr, Schulaula, Bremer Straße 13/17. Bezirk 3( Wedding), Dienstag, den 12. September, abends 61, Uhr, Aula des LessingGymnasiums, Pantstr. 18. Sämtliche Metalle kauft von Gewerbetreibenden, Händlern und Fabriken Schulzendorferstr. 2. ankaufsstelle Osten Grün. Weg 80 zahlt Tagespreise f. Kupfer, Messing, Blei Zink usw. Metall Spez.- Beh.nur für in Hüft, Bezirk 4( Prenzlauer Berg), Freitag, den 15. September, abends 7%, Uhr, Schulaula, Islas Gesäß u. Senefelder Straße 6. Bezirk 5( Friedrichshain), Montag, den 18. September, abends 7 Uhr, Königsbant, Große Frankfurter Straße 117. Bezirk 6( Spandau, Staaten, Siemensstadt), Freitag, den 15. September, abends 72 Uhr, Aula der Oberrealschule, Moltkestr. Bein. Da schw. Fälle in 15 Zag. beseit. w, hierüo. unantastbare Seilerf. beſteh u.Refz. Invalidenstr 135 VO van 8-3. Jacoby. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige Den Kollegen zur Nachricht. daß unser hollege, der Presser Albert Messori Danziger Straße 44 am 6. d. Mts. gestorben ist. Die Einäscherung findet am Montag, den 11. September 1922 mittags 12 Uhr. von der Leichenhalle des Krematoriums Berlin, Gerichtstraße, aus statt. Ehre seinem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 5. DISTRIKT 4. ABTE LUNG Den Genossen zur Nachricht. daß unser Genosse Ludwig Flügel nach langem schwe reu Le den verstorben ist. Einäscherung am Montag, den 11.9.. nac. m. 14, Uhr Krematorium Gerichtstr. Reg.Bete ligung erbete Beschichten des apel Sonntgs. 5, 7.9 U. Bezirk 9( Wilmersdorf, Schmargendorf, Grunewald, Halensee), Freitag, ben 15. Sep. Lohnkarte für die Gemeindebetriebe. meisters Kreisler3 Uhr: Halbe Preise WIEN Komödienhaus BERLIN 3 Uhr: Prinzessin Olala Abends 8 Uhr Karussell mit Maria Orska Berliner Theater Heute 7 Uhr Madame JEgerstraße 63 8 Uhr Das RiesenPompadour Varieté Programin Musik von Leo Fail Fritzi Massary a. G. R. A. R.ber a, E, Wiri, L, Naskel, Charl. Ander. E. Behmer, R. Hold. Lene Holstein. Walhalla- Theate 72 Uhr Er und seine Schwester Rotter- Bühnen Täglich& Uhr: Residenz- Theater Hannele 4 Uhr Kaffee m. intern. TanzVorführungen Kalte und warme Kaohe Gr. Blerabtellung. Etablissement 7 Take Trianon- Theater Friedrichstr. 59-60, Lissi Ecke Leipziger Str. Kleines Theater Heitere Spiele u. Totentanz Margareten- Saal tember, abends 7 Uhr, Aula Vittoria- Luise- Gymnasium, Uhland- und Gasteiner Straße Ece. Bezirk 11( Schöneberg, Friedenau), Dienstag, den 19. September, abends 7%, Uhr, 7 Uhr, im Lofal Schweizergarten, Friedrichshain 29/32 Am Dienstag, den 12. Geptember 1922, abends Aula der Gemeindeschule, Feurigstr. 56. Funktionärversamm.ung. Tagesordnung: Bezirk 12( Steglitz, Lichterfelde, Lantwig, Südende), für Lichterfelde: Dienstag, den 19. September, abends 7%, Uhr bei Bansti, Hindenburgdamm 55. Bezirk 13( Tempelhof, Mariendorf, Marienfelbe) Donnerstag, ben 14. September, 1. Die wirtschaftliche Lage und die Gemeinde- Betriebe. Erkner: Donnerstag, den 14. September, abends 8 Uhr, bei Brobts, Friedrich- 2. Die Ergebnisse der Verhandlungen über den 18. abends 7 Uhr, in Mariendorf, Aula, Kurfürstenstraße. ſtraße 75. Bezirk 16( Copenid, Friedrichshagen, Grünau, Bohnsdorf, Wilhelmshagen, Rahnsdorf, Faltenberg, Schmöcivis, Fichtenau und Schöneiche), Dienstag, ben 19. Sep: tember, abends 7 Uhr in Friedrichshagen, Friedrichstr. 74, Sindenfasino". Bezirk 19( Pantow, Blantenburg, Buch), Sonnabend, den 16. September, abends 7%, Uhr in Pantow, Schulaula, Grunobstraße. Bezirk 20( Reinickendorf, Rosenthal, Tegel, Wittenau, Hermsdorf), Freitag, den 15. September, abends 7 Uhr in Reinickendorf, Provinzstr. 81, Hestaurant, Sur letzten Minute". Alle Seifenhändler decken ihren Bedarf Zahle für Zahngebisse! Platin- GoldGold ff. in Tollettenselfen, la Kernselfen, ruch Seitenpuiver usw. im Seifenlager Emerich A. Salgo, N 54, Lothringer Straße 38, Hot Fernsprecher: Norden 1976. Heilanstalt + M.800.Silber ff. M. 26.Platin M. 3000. Zähne M. 100. freibleibend Metallkonter W. John Vané é- Kabarett für inn. u. äuß. Krankheiten, Nervosität, Alte Jakobs r. 138. Mag.- u.Verdauungsschwäch.. Mattigkeit, Großes neues Theater des Ostens Sep.emb.- Programm Angstgefühl, Kopf- u. Rückenschmerzen, 3eißfeloftemer Herz-, Nier, Leb. u.Gallenld. Haut-, Harn8 Uhr: nachm. 4, abds. 7% u.Frauenld, Syph., schnell, schmerzi. 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Graveure und Ziseleure. Montag, den 11. September 1922, nachm. 4% Uhr wichtige Versammlung aller Grabeure und Ziseleure, die unter den Bestimmungen des Reichstarifs arbeiten, im Lokal „ Reichenberger Hof", Reichen berger Straße 147. Vollzäh liges Erscheinen ist Pflicht. Dhne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Achtung! Achtung! Eisendreher. Montag, den 11. September 1922, abends 7 Uhr Branchenkommissions- Sigung im Verbandshaus, Linienſtr. 83/85 ( Zimmer 10). Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. Dienstag, den 12. September, nachm. 4 Uhr Mitglieder- Versammlung im Neuen Volts theater Weißenfür den 1. Bezirk fee, Charlottenburger Straße 120. Tagesordnung: 1. Schlichtungsordnung und das zukünftige ArFranz Jante. 2. Verbandsangebeitszeitgesetz. Referent: Kollege legenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert! Es ist Pflicht aller Mitglieder, zu erscheinen. Achtung! Achtung! Hauptgruppe I. Untergruppe 1 und 2. Dienstag, den 12. September, abends 7 Uhr Versammlung aller Betriebsräte der genannten Gruppen im Verbandshaus, Einzelverkauf intenstraße 83-85( Sigungsfaal). zu alten Engrospreisen in Musikinstrumenten. Mandolinen, Gitarien, Geigen, Lauten, Ziehharmonikas, Zithern, Concertinas, Bandonien. M. Grotehenn, Neuheiten en gros BERLIN SO 36, Manteuffelstrasse 94. Geschlechtskranke Syphilis, Männerschwäche. Frauenleiden, hirt nackige veraltete Ausilüsse linden schnelle Hilfe ohne Berufsstörung durch Phorosanos neues deutsches Reichspaten' Tausende auch die schwersten Fälle, die ander weitig jahrelang ohne Erfolg behandelt waren. wurden durch horosanos kurzfristig geheilt Täglich viele Danksagungen und Dankschreiben. Untersuchung und Aufk ärung hostenlos. zahlung Gewissenhafte äzliche Leitung rosanos- Heilanstalten: Potsdamer Str. 159, nahe Steglitzer Str., Brunnenstr. 191, nahe Rosenthaler Platz. Getrennt für Herren und Damen. Sprechstunden 10-1, 4-7. Sonntags 10-12. TeilPhoTagesordnung wird in der Ver sammlung bekanntgegeben. Achtung! Achtung! Runstgewerbe. Mittwoch, den 13. September 1922 nachm. 6 Uhr Versammlung aller Kollegen und Kolleginnen aus den Betrieben, deren Inhaber Mitglieder des Verbandez Ber liner Kunstgewerbebetriebe finb, im Lokal„ Reichenberger Hof", Reichenberger Str. 147. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Schiedsspruch. 2. 3. Verschiedenes. aller ist Pflicht. gliedsbuch kein Zutritt. Distuffion. Erscheinen Ohne Mit Bauflempner, Rohrleger und Helfer Groß- Berlins Dienstag, den 12. September, borm. 11 Uhr Streif- Versammlung in der Neuen Welt, Haisenheide. Die Ortsverwaltung. Nr. 328 Die Parteipresse zum Aktionsprogramm „ Leipziger Volkszeitung": Es ist außer Zweifel, daß die taktische Einstellung der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei eine weit schärfere Fassung der Kämpfe erwarten läßt, als das bisher bei den Rechtssozialisten zu beobachten war. Insofern ist der vorliegende Entwurf eine Verneinung des Geistes von Görlitz, wo der Klassenkampfgedanke nur mühsam in das Programm hineingeflickt worden war. Die einleitende Fassung des vorItegenden Aktionsprogramms läßt daher feinen Zweifel übrig, daß sich die Orientierung der vereinigten Partei wieder in erhöhtem Maße der marristischen Auffassung vom Kampfe der Klassen nähern wird. In diesem Sinne be= grüßen wir den Entwurf der heiden Zentralinstanzen und es wird nunmehr die Aufgabe der Arbeiterorganisationen sein, das neue Aktionsprogramm einer eingehenden Disfuffion zu unterziehen. Wir sind der Auffassung, daß an der Formulierung der einzelnen Gegenwartsforderungen angefichts der Situation nicht allzuviel geändert werden wird, aulegt aber liegt die Souveränität der Entscheidung bei den Delegierten beider Parteitage. Jeder Vereinigungsprozeß der Arbeiterklassen der Internationale hat Programme, wenn auch vorübergehender Natur, gezeitigt, die diesen Kompromißcharakter trugen und die auf allen Seiten Wünsche übrig ließen. Wichtiger aber als alle parteidogmatischen Forderungen ist die Entwicklung der Kampffraft des Proletariats in seiner Gesamtheit. Um diese auf ein Höchstmaß zu steigern, ist es notwendig, daß die Basis der mittleren Linie gefunden wird." ,, Volkszeitung für Südwestfachsen"( Plauen): Das von der Arbeiterschaft sehnlichst und schon früher erwartete Aktionsprogramm der Vereinigten Sozialdemo= fratischen Partei liegt nun vor. Es ist ein Aktionsprogramm im besten Sinne des Wortes; ein Programm, das zwar klar und scharf das Ziel der Zukunft aufzeigt, das aber vor allem an die Forderungen des Tages anknüpft. Es wird dent Leser zunächst auffallen, daß diese Forderungen zwar alle präzisiert werden, daß aber außer der grundsäglichen Anerkennung der Republik und damit der Demokratie nicht viel über die einzelnen Methoden des Kampfes und die einzuschlagende Taftik gesagt wird. Wir möchten dies für die beste Eigenschaft dieses Aftionsprogramms halten; denn die beste Taktik und die richtigsten Methoden des Kampfes können sich immer nur aus der jeweiligen politischen Situation ergeben. Nichts ist hemmender für eine politische Partei, nichts erzeugt mehr fruchtlose Debatten oft in Momenten, die zu raschen Entscheidungen drängen, als Aftionsprogramme, die nicht nur Forderungen und Ziele, sondern auch Tattit und Methoden festlegen. Deshalb be= grüßen wir lebhaft diese Beschränkung des Aftionspro gramms auf ein Programm für die Aktion. „ Volkszeitung" für Halle: „ Durch die Schaffung des Aktionsprogramms der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei ist die erforderliche Ueberstimmung erzielt, sind die Kampfziele der zur Massenpartei vereinigten deutschen Sozialisten aufgestellt. Dic Spannung ist gelöst, die Erwartungen der Tansende deutscher Arbeiter erfüllt. Auf den ersten Blick ist erkennbar, daß hier das Werk eines Kompromisses vorliegt, das beide Richtungen abschließen mußten, um zu dem erwünschten Ergebnis zu kommen. Wäre anders verfahren worden, dann hätte das die Hinausschiebung des Einigungswertes auf unabsehbare Beit bedeutet. Das Programm läßt zwei Fragen, die nicht von untergeordneter Bedeutung sind, ganz außer Betracht: die Koalitionspolitik und die Diktatur des Proletariats. Diese Stellungnahme zeigt deutlich die Merkmale des Kom Sollen wir aber an diesen beiden Fragen promisses an. das große Werk der Einigung scheitern lassen? Das wird tein aufrichtiger Genosse, ob er der SPD. oder der USPD. angehört, wollen." „ Tribüne"( Erfurt): Bei einer Einigung von bisher feindlichen Brüdern muß feder einige Pflöcke zurückstecken, keiner darf auf jeden Buchftaben feines Programms bestehen. Die Erfüllung der For derung, das Leipziger Aktionsprogramm der USPD. und das Görliber Programm der SPD. aufzuheben und ein neues gemeinsames Aktionsprogramm zu schaffen, ist eine felbstverständliche Vorausiebung für die Vereininuna, die von den zentralen Körperschaften bereits anerkannt wor den ist und der sich sicher auch die beiden Parteitaae nicht verschließen werden. Bereits in dem Titel„ Aktionsprogramm der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands" tommt deutlich zum Ausdruck, daß es sich nicht um ein Anfachen der einen Partei in die andere handelt, sondern um eine Vereinigung der beiden sozialistischen Parteien. In der Einleitung wird betont, daß das Aktionsprogramm geschaffen wurde in dem Streben, alle Kräfte des Proletariats zur Erringung der politischen Macht, aur Beseitiquna der Klaffenherrschaft und 1. Beilage zur„ Freiheit" zur Verwirklichung des Sozialismus einheitlich im Klaffenfampf zusammenzufassen", und daß es ausgeht von den Grundsäßen des wissenschaftlichen Sozialismus. Damit ist dokumentiert. welche Linie die künftige USPD. einzuhalten hat. Für die Innehaltung dieser Richtung müssen alle Parteigenossen durch regste Anteilnahme an der Parteiarbeit und an den Parteibeschlüssen Sorgen tragen." Magdeburger Volkszeitung": " Der Gedanke des Klassenkampfes ist im Programm ents halten, wie es unsere Vartei einmütia wünschte. Nun wird es darauf ankommen, wie die geeinte Partei den Begriff Klassenkampf in der Praxis auslegen wird. Die Rechtssozialisten hatten ihn ins Görlißer Programm nachträglich als Dekoration eingeführt. Die Kommunisten verwechseln Butschismus mit Klassenkampf. Die USP. stand dazwischen und nahm für sich in Anspruch, den Klaffenfampfgedanken unverfälscht zu propagieren. Alle drei Parteien redeten vom Klassenkampf, und doch war ihre Haltung so verschieden. Jetzt heißt es also, in der aeeinten Partei in fachlicher Brüderlichkeit zu streben. daß wirkliche Klassenkampfpofitif getrieben wird. Sonst ist das Programm wie ein Feben Papier, auch dann, wenn noch mehr Säße vom revolutio= nären Klassenkampf darin enthalten wären." „ Ostthüringer Tribüne"( Gera): Das Aktionsprogramm selbst ist ein Kompromißprodukt, hervorgegangen aus der gemeinsamen Beratung der Repräsentanten zweier sozialistischer Parteien. deren Theorie und Praris in vielen Punkten übereinstimmte, in anderen aber auch stark differierte. Berücksichtigt man das, dann muß man das Aktionsprogramm ohne alle Umschweife als eine überans glückliche Lösung betrachten. Klarbeit muß allerdings vorerst darüber bestehen, welche Ansprüche an ein Aktionsprogramm gestellt werden dürfen: Es soll in großen Umriñen die Grundsäße und Richtlinien für die nächsten politischen und wirtschaftlichen Aufgaben einer Partei enthalten! Dieser Anforderung genügt das neue Aktionsprogramm ganz zweifellos. Sein Voraus ist Kürze und Klarheit. Wenia Doamen, aber viel proletarische Forderungen an die bürgerliche Gesellschaft, aus denen eine dementsprechende Taftit ganz von selbst folat. Alles wird davon abhängen, inwieweit der Kampf der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands mit ihrem Aftionsprogramm übereinstimmt. Gelingt es nach der organisatorischen Bereiniauna, in fürzester Frist die geschaffene sozialistische Großmacht für die nenen gestellten Aufgaben in den Kampf zu führen, dann werden bedeutende Erfolge errungen werden, der proletarische Einfluß in Politik und Wirtschaft. Staat und Gefellschaft wird wachsen, und dann werden auch die„ kommunistischen" Krafeelmacher, die heute Seite an Seite mit den bürgerlichen Parteien ihren Aerger über die Einigung des sozialistischen Proletariats Luft machen. zum Schweigen gebracht werden." „ Volkszeitung"( Düsseldorf): „ Das Wichtigste an dem vorgelegten Aktionsprogramm ist der einleitende Sab, daß der Kapitalismus der Welt Frieden, Arbeit und Brot nicht zu geben vermag, und daß die Menschheit nur durch den Sozialismus zur Freiheit und Wohlfahrt gelangen kann. Durch die erneute Feststel= lung der Unfruchtbarkeit des Kapitalismus für die Zukunft der Gesellschaft im Aktionsprogramm beider bisher noch getrennten sozialistischen Parteien ist in der Tat ein Boden aeschaffen, auf dem eine Annäherung und Vereinigung möglich ist. Diese Feststellung entzieht auf wirtschaftlichem Gebiet der so viel umstrittenen Frage der Arbeitsgemeinschaften den Boden, sie bekundet die Unmöglichkeit, mit Hilfe oder durch Unterstübung der kapitalistischen Wirtschaft der Menschheit Arbeit und Brot zu sichern. Auf die politische Tätigkeit angewandt, ermöglicht diese Feststellung eine andere Betrachtung der Koalitionspolitik, die bisher allzusehr von dem Gedanken einer Interessenharmonie getragen schien. Durch die unzweideutige Absage an das kapitalistische System hat die Einleitung des Aftionsprogramms die sozialistische Klarheit geschaffen, die aur Führung des proletarischen Klassenkampfes erstes Erfordernis ist." " Bremer Arbeiter- Zeitung": Die Schaffung dieses Aktionsprogramms, dessen Fertigstellung die Gesamtarbeiterschaft begrüßt, bedeutet die tätige Bereitwilligkeit der sozialistischen Parteien, die Einigung der Arbeiterklasse schnellmöglichst zu fördern und zu vollenden. Es handelt sich bei diesem, der Diskussion der Parteigenoffen unterbreiteten Programm nicht darum, allen programmatischen Forderungen der USP. eine endgültige Form au geben Wünsche zur Ergänzung dieses oder jenes Bunftes, aur schärferen Formulierung dieser oder jener Forderung sind berechtigt und verdienen diskutiert zu werden. Bei diefem aus dem ungestümen Drängen der Massen nach Einigung in wenigen Tagen entstandenen Aktionsprogramm handelt es sich aber auch gar nicht um Endgültiges. Es soll das aktive Programm für das gegenwärtige Wirken der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei sein; ein endgültiges Sonntag, 10. September 1922 und grundfäßlich- wiffenschaftliches Programm muß später folgen. Wir meinen aber, daß ausnahmslos jeder Sozialist und Proletarier den in dem Aktionsprogramm enthaltenen Forderungen anstimmen fann und es freudia begrüßen würde, wenn diese Forderungen erst lebendige Wirklichkeit geworden wären. Daß es dazu kommt, und zwar recht bald, das hängt vor allen Dingen von den Maffen der Arbeiterschaft ab, die sich jetzt restlos hinter diese wesent lichsten Forderungen stellen und die sozialistischen Partei führer unterstüßen müssen, die sich um die Durchführung bemühen." " Freiheit"( Königsberg): ,, Erfreulich ist, daß der Klassenkampfcharakter der ges einten Partei flar und offen bestätigt wird, und an zwet Dingen schon, die der Entwurf zum Ziele setzt, werden selbst die Genossen, denen das Programm in manchen Dingen nicht weit genug geht, erkennen, welch ungeheure Aufgaben der Partei harren, welch bitterharte Kämpfe ihr bevorstehen werden, will sie diesen Forderungen gerecht werden, in ihnen das Proletariat zum Siege führen: die Sozialisierung der Schlüsselindustrien! Gerade in diesen Tagen, da ein Stinnes über den Kopf der Reichsregierung hinweg eigenmächtig mit Frankreich verhandelt und damit die Riefenmacht des vertrusteten Kapitals finnfällig aufweist, dürfte es manchem Proletarier flar werden, wie wichtig, aber auch ungeheuer schwer dieser Kampf um die Sozialisierung der Schlüsselindustrien werden muß und wird. Muß den Arbeitern flar werden, daß ein gespaltenes Proletariat nie und nimmer auf die Berwirklichung dieser Forderung hoffen darf." Sozialdemokrat"( Nürnberg): ,, Wir wollen also ohne weiteres zugestehen, daß in diesem Entwurf nur Gegenwartsfragen erörtert werden, aber wir müssen auch weiter sagen, daß die Fragen erst erledigt werden müssen, ehe wir an die eigentliche Aufgabe herangehen können, Das aber darf auch denen gesagt werden, die vielleicht in wohlverständlichem Wunsch nach einer Weiterführung der Revolution eine scharfe Tonart verlangt haben: Wenn diese Forderungen erfüllt werden, dann nur im schärfsten Kampf mit dem Bürgertum! Das sind alles Machtfragen und niemand wird auftreten können und sagen, daß man mit einer Kompromißpolitik oder durch Koalitionslojungen zu einem Erfolg gelangen fann. Hier wird in der Tat die Art an die Wurzel des Klassenstaates gelegt und wir brauchen wirklich nicht den Glauben zu hegen, daß die bürgerlichen Parteien diesem Programm sympathisch gegenüberstehen." ,, Unabhängige Volkszeitung"( Dresden): ,, Deshalb fügen wir uns heute der Notwendigkeit, im Aftionsprogramm zur Vereiniguna der Parteien die Fragen der Taktik unberührt zu lassen. Ist die Vereinigung vollzogen, so werden gleich die ersten Schritte der Partei Stellung für Regierungsumbildung erweisen, welche Wir kungen sie bei den Gegnern auslösen und wie ihnen begegnet werden muß. Jest eine Festlegung, so oder so zu treffen, könnte eine unverantwortliche Schwäche sein und ein Verzicht auf Wirkungen von Schlägen, die erst Zug um Zug geführt werden müssen. Hauptsache bleibt, daß die proletarischen Massen der Parteimitglieder auf Führung des Klasenta upfes drängen, dann wird auch die jeweils zweckmäßigste Taftit durchgefeßt werden. Und daß die Mitgliedermassen drängen und wuchten werden, ist sicher, dazu treibt sie die Not, das Elend, der wirtschaftliche und soziale Druck. Es gibt feinen anderen Weg für sie. Parlaments. Eine rechtssozialistische Stimme Der Sozialdemokratische dienst" hat an die Presse der Sozialdemokratischen Partei einen Artikel versandt, der in vielen rechtssozialistischen Zeitungen abgedruckt wird. In diesem Artikel heißt es: Wenn der Augsburger Parteitag der SPD. und der Geraer der USPD. das neue Einigungsprogramm beide voraussichtlich mit erdrückenden Mehrheiten annehmen werden, so werden sich dabei die Abstimmenden nicht fragen, ob sie mit jedem Wort dieses Programms einverstanden sind, sondern sie wer den ihre Abstimmung vollziehen je nachdem, ob sie die Eini gung wollen, oder nicht. Wer das Ziel will, muß auch den Weg wollen: den Weg zur Einigung bildet aber eben dieses neue Aktionsprogramm und keiner, der die Einigung will, wird zögern, ihn zu beschreiten. Im übrigen enthält das neue Einigungsprogramm nichts, wogegen sich das theoretische Gewiffen eines Sozialdemokraten der einen oder der anderen Partei erheben könnte, Das ist um so bemerkenswerter und erfreulicher, als das neue Aktionsprogramm feine Formulierung fast ausschließlich von Mitgliedern der bisherigen USP. erhalten hat. Ein Kampf. in dem über Lehrmeinungen und taktische Auffassungen gestritten hat nicht stattgefunden Er wäre worden wäre, fachlich auch nicht im mindesten berechtigt gewesen, da gegen die Programmvorschläge der Unabhängigen ernste sachliche Einwände kaum zu erheben waren. Darin zeigt sich, daß der Einigungsprozeß innerlich schon zu einer hohen Reise gelangt war, so daß die organisatorische Vereinigung nur noch als eine natürliche Folge dieses geistigen Entwicklungspro zesses erscheint." Die Parole des Tages: Sackbesatzstiefel in vielen Ausführungen auch m. farb. Ginsätzen Neueste Modelle, Gesellschu. Ballsch. Damen: u. HerrenBoxcalf Stiefel mit 19 Doppelsohlen. Warme Hausschuhe in prima Qualitäten und sehr vielen neuen Arten. Leiser an allen Brennpunkten Groß- Berlins Urwahl zum Parfeitag Die Urwahl für die Delegierten zum Varteitaa findet heute in der Zeit von 10-1 Uhr statt. Die Stimm zettel sind von den Distrikten zu liefern und dürfen nur die Namen der Kandidaten enthalten. Für jedes Lokal ist ein Wahlkomitee zu bilden, das an demselben Tage die Wahl auszuzählen hat. Das zusammengestellte ausgezählte Wahl= resultat der einzelnen Verwaltungsbezirke ist spätestens bis Montag, dem 11. September, dem Verbandsbüro, zu Händen des Genossen Hermann Müller, zu übermitteln. Als ge= wählt gilt, wer die meisten Stimmen erhält. In folgenden Rokalen findet die Urwahl statt: 1. Distrikt: Baum, Stallschreiberstr. 47; Hagen, An der Stralauer Brücker 6; Michaelfirchstr. 29. 2. Distrikt: 1. Abteilung: Kulad, Kaiserstr. 41; 2. Abteilung: Kurzrock, Zionskirchplas 5; 3. Abteilung: Gelling, Swinemünder Str. 14; 4. Abteilung: Pörschke, Georgenkirchstraße 5; 5. Abteilung: Lorbeer, Gormannstr. 3. 3. Distrift: Dams, Schlegelstr. 9. 4. Distrikt: Kroll, Bülowftr. 55( Tel. 9991). 5. Distrikt: Kaiser, Gozkowskystr. 34; Brehme, Melanch= thonstr. 23. 6. Distrikt: Straße 42. Krüger, Putligstr. 10; Günther, Rostocker 7. Distrikt( Wedding): Wahlbüro Wehner, Wattstraße 3 ( Tel.: Humboldt 1594). Die erste Abteilung wählt bei Garus, Voltastr. 37, die zweite Abteilung bei Nitschmann, Ackerstraße 122, die dritte Abteilung bei Dietrich, Swinemünder Straße 36. 8. Distrikt: Barleben, Burgsdorf- Ecke Wildenowstraße; Abraham, Nordufer Ecke Fehmarnstraße; Erdmann, Schönwalder Str. 25. 9. Distrikt: Wahllokal bei Kroll, Utrechter Str. 21 und bei Schulz, Seestr. 108. 10. Distrikt( Gesundbrunnen): Die Wahllokale befinden fich für die 1. Abteilung bei Grunert. Vankstr. 59; 2. Abteilung bei Fritsch. Drontheimer Str. 4; 3. Abteilung bei Ernst, Bellermannstr. 2. 11. Diftrift: Scheibe, Pasteurstr. 2; Lieb, Naugarder Straße 14. 12. Distrikt: Hoffmann, Lychener Str. 8. 18. Distrikt: Pietsch, Gleimstr. 56; Söhne, Stolpische Straße 37. 14. Distrikt: Büttner, Schwedter Str. 23. ( 11.- 14. Distrift: 4. Verw.- Bez. Zentralwahllokal: Kluge, Danziger Straße 71.) 15. Diftrift: Zentralwahllokal: Bartsch, Friedenstr. 88, Tel. Agit 2795. Hübner, Grüner Weg 65; Becker, Georgenfirchstraße 67; Pilzecker, Blumenstr. 34. 16. Diftrift: 1., 2. Abteilung und Stralau: Hoffmann, Stralauer Allee Ecke Markgrafendamm; 4., 5 und 7. Abteilung: Laufus, Fruchtstr. 17; 6., 8. und 9. Abteilung: Mücke, Warschauer Str. 17. 17 Distrikt: Witschus, Petersburger Str. 5; Drelse, Schreinerstr. 18. 18. Diftrift: Brozowski, Alte Jakobstr. 24. 19. Distrikt: 1. und 2 Abteilung: Gebert, 3offener Str. 1; 3. Abteilung: Kern, Schönleinstr. 26; 4. Abteilung: Bieler, Dieffenbachstr. 76( 3entrallokal). 20 Distrikt: Vogel, Brizer Str. 46; Eifert, Oranienstr. 196 am Heinrichsplay; Reinte, Grünauer Str. 17; Bartsch, Wiener Str. 38; John, Püdlerstr. 39; Valentin, Görlitzer Str. 72; Lilienthal, Stalizer Str. 69 7. Verw-Bez. Charlottenburg: 1. Abteilung: Heinze, Nehringstr. 27; 2. Abteilung: Lehmann, Königsweg 8; 3. Abteilung: Helmholzquelle, Helmholzstr. 21; Tegtmeyer, Suttenstr. 24; Büttner, Kaiserin- Augusta Allee 81; 4. Abteilung: Thelen, Kaiser- Friedrich- Str 45; 5. Abteilung: Grüttner, Lüßowstr. 8; 6. Abteilung: Bälke, Goethestr. 56; 7. und 8. Abteilung: Thunad, Wielandstr. 4; Zentralbüro: Grüttner, Lübowstr. 8 8. Verw.- Bez. Spandau: Wilhelm Wind, Pichelsdorfer Str. 5; Kohlschmidt, Neuendorfer Str. 87; Siemensstadt: Springer, Siemensstr. Ecke Herzstr; Staaten: Wohnung des Genossen Paul Schulz, Lewaldstr. 6. 9. Verw.- Bez. Wilmersdorf, Schmargendorf, Grune wald: 1. Abteilung: Halensee. Schweidnißer Straße, bei Scholske; 2. und 3. Abteilung: Wilmersdorf. Lauenburger Straße, bei Kulfa; 4. Abteilung: Wilmersdorf, DurlacherEcke Fürbringerstr., Schloßbräu; Schmargendorf: Breite Straße 25, bei Bahn.( Sämtlich Wahlzeit Sonntag, den 10. September, vormittag 10-12 Uhr.) 10. Verw.- Bez. Zehlendorf: Sonnabend 6-9 Uhr, Potsbamer Straße 25; Wannsee: Sonnabend 6-8 Uhr, Chauffeestraße 2 a, bei Koch. 11. Verw.- Bez. Schöneberg- Friedenau: 1. bis 5. Bea. bei Baum, Apostel- Paulus- Str. 33; 6. bis 10. Bez. bei Palm, Roßbach- Ecke Cherusterstr.; 12. Bez. bei Palm, RoßbachEcke Cherusferstr.: 11. Bez. und Friedenau, bei Klabe, Handjernitr. 60/61. 12. Berw.- Bez. Stealik: Thiel, Düppel- Ede Kieberst:. Die Wahlzeit ist von 9-2 Uhr festgeießt. Lankwiß. Wahl des Delegierten zum Parteitag beim Genossen Habicht, Ressingstraße 1, von 10 bis 1 hr. 13. Verw.- Bez.. Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade. Wahllokale find in Tempelhof: Werderschule, Mariendorf: bei Kranich, Chauffeestr. 27( Telephon: Südring 187), Marienfelde: bei Jeske, Berliner Str. 114 und Lichtenrade: Gemeindeschule, Roonstr.; Steglib: bei Thiel, Düppel-. Ecke Kieler Straße, Wahlzeit nur Sonntag von 9-2 Uhr. 14. Berw.- Bez. Nenkölln: 1. bis 4. Bezirk: Wohlgemut, Panierstr. 15; 5. Bez.: Idealkasino, Weichselstr.. 8; 6. Bez.: Balfe, Weier Str. 42; 7. und 9. Bez.: Kassum, Erfstr. 8; 8. Bez. Köckerib. Innstr. 8; 10. bis 12. Bez.: Prißfow, Richardstr. 53; 13. bis 15. und 17. Bez.: Tiele, Emser Str. 31; 18. bis 20. Bez.: Hürtler, Prinz- Handjern- Str. 34; 16. und 21. Bez.: Günther, Schillerpromenade 11; 22. bis 24. Bez.: Köster, Karlsgartenstr. 4; Briß: Schröder, Chauffeeſtr. 55; Buckow und Rudow: Radewiß. Bahnstr. 11. 15. Berw. Bez. Treptow: Stiefholzstr. 18b; Baumschulen weg: Baumschulen, 1 13; Adlershof: Radiestr. 18 bei Schröder; Niederschöneweide: Berliner Str. 23 bei Roß; Oberschöneweide: Wilhelminenhofstr. bei Sinberg; Johans nisthal: Friedrichstr. 6 bei Schreiner; Alt- Glienice: Lokal Klingenberg; Falkenberg: Lokal Meyer. 16. Verw.- Bez. Köpenick: Noack, Grünauer Str 1; Reichardt, Siedlung, Dahlwißer Str. 28; Friedrichshagen: Wahlzeit Sonntag 10 bis 1 1hr bei Bogler, Friedrichstr.; Bohnsdorf: Sonntag 9-12 Uhr im Jugendheim; Grünau: Sonnabend 6 bis 8 1hr bei Schedoma, Köpenider Str. 92; Rahnsdorf: Sonnabend 6 bis 9 Uhr bei Boddin, Fürstenwalder Str. 11; Wilhelmshagen: Sonnabend 6-8 Uhr bei Höller, Wilhelmstr 56; Erkner: Sonnabend 7 bis 9 Uhr bei Schäfer, Königstr. 57. 17. Berw.- Bez. Lichtenberg- Stadt: 1. Viertel: Werner, Viertel: Seipfe, Kronprinzenstr. 47; Wühlischstr. 39; 2 3. Biertel: Voit, Neue Bahnhofstr. 2; 4. Viertel: Gärtner, Türschmidtstr. 44; 5. Viertel: Mix, Friedrich- Ecke Margaretenstr.; Röhn, Wagner- Ecke Hubertussir; 6. Viertel: Haß, Möllendorfstr. 106. Lichtenberg- Land: Karlshorst: Sonntag 10 bis 1 Uhr im Sport Restaurant; Buchholz, Dönhoffstraße Ecke Tresfo Allee. 18. Verw. Bez. Weißensee: 1 Abteilung: Nagel, Lothringer Ede Straßburgstr.; 2. Abteilung: Kieler Bucht, Straßburg- Ecke Kronprinzenstr.; 3. Abteilung: Neumann, Die Wiener Arbeitsgemeinschaft Exekutivsitzung in Frankfurt a. M. am 2. und 3. September 1922 Die Erefutive der JASP. trat am 2. September in Frankfurt am Main zu einer Beratung zusammen. Anwesend waren: für Deutschland Crispien und Ledebour, für England Wallhead, für Frankreich Bracke und Longuet, für Desterreich Adler, für Rußland Martow und Schreider, für die Schweiz Graber und Grimm, für die Tschechoslowakei Cermak und für die Partei Poale Zion Locker. Die Socialist Party Amerikas, die ihren Anschluß an die JASP. an ihrer Jahreskonferenz beschlossen hat, entsandte zum ersten Mal Vertreter. Und zwar die Genossen Morris Hillquit, Algernon Lee, Jakob Panken. Der Vorsitzende Lede: bour beg.äßte die neu eintretende Partei auf das herzlichste. Die Crefutive beschloß vorbehaltlich der Genehmigung der internationalen Konferenz, die Socialist Party Amerikas in die JASP. aufzunehmen und ihnen zwei Vertreter im Exekutivkomitee einzuräumen. Als diese Vertreter nahmen Hillquit und Lee an den Verhandlungen der Exekutive feil. In zweitägigen Debatten wurden die Fragen der Internationale auf das eingehendsie besprochen und der Standpunkt der Erefutive in folgenden zwei Resolutionen niedergeleat. Die erste Resolution wurde einstimmig, bei Stimmenthaltung des Genossen Schreider, die zweite Resolution abfabweise mit neun gegen zwei Stimmen und schließlich mit allen Stimmen gegen den Genossen Schreider angenommen. I. Resolution über die internationalen Beziehungen Die Exekutive der JASP. hat die internationalen Beziehungen neuerlich einer eingehenden Prüfung unterzogen und legt den angeschlossenen Parteien ihren Standpunkt ausführlich dar. An der Spitze des Statuts der JASP. ist festgestellt: „ Die Arbeitsgemeinschaft ist nicht eine das gesamte revolutionäre Proletariat umfassende Internationale, wohl aber das Mittel zur Schaffung einer solchen." Die JASP. hat vom Momente ihrer Gründung an stets mit Nachdruck betont, daß sie nicht wie andere internationale Vereinigungen sich den Titel einer Internationale anmaßt, sondern daß allein eine allumfassende Klassenorgani= sation des Weltproletariats auf den Ehrennamen Proletarische Internationale" Anspruch erheben kann. Sie hat in ihren Leitfäßen über die Methoden und Organisation des Klassenfampies" auf der Wiener Konferens erklärt: Das Bedürfnis nach einem gemeinsamen Instrument des gesamten flaffenbewußten Proletariats ist ein allgemeines. Dieses Instrument in Form der internationalen Klassenorganisation fann nur das Resultat des geschichtlichen Prozesses sein, der allmählich die Illusionen der einander befehdenden doftrinären Gruppen berichtigen und sie zu der Erkenntnis der Notwendigkeit einer Zusammenfassung des ganzen klaffenbewußten Proletariats führen wird. Es ist die Aufgabe der engeren Vereinigung, zu der sich die auf der Wiener Konferenz vertretenen Parteien zusammenschließen, das Reifen diefer Erkenntnis zu beschleunigen, Prozeß längere Zeit erfordern kann. ohne sich einer Illusion hierüber hinzugeben, daß dieser Dieser Prozeß ist auch heute noch nicht abgeschlossen. Er erhält durch die Aufrollung der Frage der Vereinigung der beiden sozialistischen Parteien Deutschlands einen neuen starken Antrieb. Wie immer man die Bedeutung dieser Einigung einschäßen mag, so können Einigungen in einzelnen Ländern allein noch nicht die Erfüllung der Hauptaufgabe der JASP. auf internationalem Gebiete bringen. Die Notwendigkeit des Weiterwirkens der JASP. und der Aufrechterhaltung ihrer Organisation besteht daher unverändert fort, bis die Bedingungen einer wirklich proletarischen Internationale erfüllt sein werden. Den der JASP. angeschlossenen Parteien obliegt somit die Pflicht, mit unverminderter Energie im bisherigen Sinne weiterzuarbeiten. Die JASP. hat im Verlauf von anderthalb Jahren feit der Wiener Konferenz Erfolge erzielt, die unsere Erwartungen übertrafen. Sie hat das Vertrauen immer weiterer Kreise des internationalen Proletariats gewonnen, in immer höherem Maße wurde von außenstehenden Parteien der Wunsch nach Anschluß an die JASP. gestellt. Wenn die JASP. wieder zu einer Konferenz zusammentritt, wird sie doppelt soviel Länder vertreten, als an der Wiener Konferenz im Jahre 1921, wird sie nicht nur vertreten die proletarischen Parteien in Eurova, sondern auch Amerikas. Dieses Vertrauen verdankt die JASP. der Tatsache, daß sie unbeirrbar das große Ziel der Ermöglichung gemeinsamer Aktionen und der Schaffung einer Klassenorganisation des Weltproletariats verfochten hat. In Erfüllung ihrer Aufgabe hat die JASP. jede Möglichkeit zu gemeinsamen Aftionen des Weltproletariats ergriffen und mit allen Kräften gefördert. So haben die ihr angefchloffenen Parteien an der Frankfurter FünfländerConferenz im Februar 1922 teilgenommen, um die Reparationsfrage zu klären. fo hat ihre Erefutive der Einladung des Internationalen Gewerkschaftsbundes( Amsterdam) Folge geleistet, um gemeinsam zu wirken für den Schutz der deutschen Republif. so wirken ihre Vertreter mit an der Kommission, die die notwendigen Aenderungen, an den sogenannten Friedensverträgen ron Versailles usw. feststellen foll. Diese Bemühungen haben zur inneren Verständigung der durch den Krieg auseinandergerissenen Parteien im weiten Maße beigetragen, wenn sie auch, wie selbstverständlich, noch nicht den Erfola haben konnten, den Willen des internationalen Proletariats gegenüber den imperialistischen Machthabern der Ententeitaaten durchzusehen. Der Grundgedanke der JASP. seit ihrer Gründung ist, eine Internationale zu schaffen, die feine Richtung des Weltproletariats ausschließt. Von diesem Gesichtspunkt aus hat sie im Januar 1922 den Zeitpunkt für gekommen erachtet, cinen ersten Versuch zu unternehmen, unt die Arbeiter parteien aller Länder zu einer gemeinsamen Tagung einzuberufen. Sie hatte den großen Erfolg, daß im April 1922 die Exekutiven von London, Moskau und Wien sich in Berlin zu einer Tagung versammelten und auch die außerhalb internationaler Verbindungen stehende Partei Italiens Vertreter entsandte. Damit hatten zum ersten Mal seit dem Ausbruch des Weltkriegs die Vertreter aller Richtungen sich zu gemeinsamen Beratungen vereint. Ein hoffnungsvoller erster Schritt war getan. Bedingungen waren formuliert, unter denen eine Fortsetzung der gemeinsamen Aktion möglich werden sollte. Die weitere Entwicklung in dieser Richtung ist bekanntlich durch die Haltung der Zweiten Internationale ungemein erichwert, durch das Vorgehen der Dritten Internationale schließlich unmöglich gemacht worden. Die Erekutive der JASP. hat immer wieder vor den unheilvollen Folgen, die die Verhängung von Todesurteilen im Moskauer Prozeß gegen die Sozialistenrevolutionäre für Charlottenburger- Ede Roelckestr; 4. Abteilung: Jäckel, Berliner Allee 227; 5. Abteilung: Grüner Baum, Berliner Allee; Hohenschönhansen bei Marquardt, Berliner Str. 85, Ecke Quißowstr. 19. Verw.- Bez. Abtlg. Bankow: Wonneberger in der Wollantstr; Griffel, Kaiser- Friedrich- Str.; Vaber, Mühlenstr. die Aufrichtung der proletarischen Internationale haben müßte, gewarnt. Unsere Warnungen wurden nicht gehört, die Todesurteile wurden verhängt und die Barbarei noch erhöht durch die Anwendung des Systems der Geißel, das wir mit tieffter Entrüstung an den imperialistischen Kriegsverbrechern gebrandmarkt haben. Die kommunistische Internationale hat troh ihres Versprechens diese empörende Barbarei sanktioniert; fie erklärt ihre Solidarität mit dem abscheulichen System der grausamen Verfolgungen der Sowjetregierung gegen die russischen Sozialisten und die Führer der proletarischen Klassenorganisationen. Sie hat durch ihr ganzes Verhalten den Mangel an ehrlichen Willen mit den anderen sozialistischen Parteten als Genossen zusammenzuarbeiten, dokumentiert. Dadurch hat die Kommunistische Internationale jede wirkliche praktische Zusammenarbeit der Sozialisten mit den kommunistischen Parteien unmöglich gemacht, solange die letztere nicht ihre zersetzenden und vergiftenden Methoden aufgibt. Ebenso, wie die Frevel, die in Deutschland im Januar 1919 gegen die revolutionäre Bewegung begangen wurden, jeden Gedanken an Einigung des deutschen Proletariats auf Jahre hinaus unmöglich machten und noch heute die Ueberwindung der Schmerzen der alten Wunden das schwerste Opfer im Dienste der Zusammenfassung der proletarischen Kräfte ist, ebenso fordert es Zeit, bis die Wunden, die Moskau geschlagen, so weit vernarbt sind, daß das Werk der Berliner Konferenz wieder aufgenommen werden kann, und um so mehr Zeit, ie länger die Verfolgungen von Sozialisten in Rußland fortgesetzt werden. Und so entsteht nun die Frage: Können wir mit der organisierten internationalen Aftion warten, bis bei den Kommunisten die Selbstbesinnung eingekehrt ist und sie für gemeinsame Aktionen reif geworden sind? Sollen wir unsere Aktion einstellen und eine ganz unberechenbare Zeit mit Warten verlieren? Wir können unser Ziel, die Proletarier aller Richtungen in einer Klassenorganisation zu vereinigen, nicht aufgeben. Wir wissen heute wie früher, daß auch in den Reihen der tommunistischen Internationale viele Genossen sind, die das Ungeheuerliche, das dort verübt wird, innerlich verurteilen, Genossen, die wert sind, als aufrechte Revolutionäre der proletarischen Internationale der Zukunft anzugehören. Heute aber stehen sie im Bann des Kadavergehorsams Mostaus, heute sind Verhandlungen mit Moskau selbst oder mit Moskau angeschlossenen Parteien vollständig aussichtslos. Und daher bleibt uns in diesem Moment keine andere Möglichkeit, als den kommunistischen Parteien für die Zufunft die Türe zur Internationale offenzuhalten, obwohl wir wissen, daß sie heute den Weg zu ihr nicht finden können. Aber das gesamte übrige Weltproletariat, das in seiner überwältigenden Mehrheit nicht im Banne der Moskauer Sefte steht, fann sich durch die verhängnisvollen Irrtümer einzelner Gruppen von seinen Aufgaben nicht abhalten lassen. Wir wollten den Arbeiterweltfongreß mit der Moskauer Internationale. Das Vorhaben ist gescheitert. Moskau selbst hat einen solchen Kongreß unmöglich gemacht. Der Kongres muß aber sein, er ist ein dringendes und immer dringenderes Bedürfnis des gesamten Weltproletariats. Die ökonomische und politische Lage verschärft sich immer mehr. Die Schaffung eines internationalen Aktionszentrums muß so rasch als möglich verwirklicht werden, wenn die Proletarier aller Länder nicht wehrlos dem Verhängnis der imperialistischen Machtpolitik ausgeliefert werden sollen. Das Erefutivfomitee der JASP. ist daher der Auffassung, daß es die Aufgabe des internationalen Arbeiterfongresses sein wird, zit wichtigen Tagesfragen Stellung zu nehmen und in einem Aktionskomitee das Organ zu schaffen, das für die Ausführung seiner Beschlüsse zu sorgen haben wird, bis die Vorbedingungen gegeben find, die selbständigen internationalen Verbände zu einer geeinigten Internationale zu verbinden. Das Erefutivfomitee fordert daher die angeschlossenen Parteien auf, unverzüglich alle diese Fragen zu prüfen, es beauftragt sein Büro, in dem dargelegten Sinne zu wirken und über die Ergebnisse seiner Tätigkeit jo raich wie möglich einer Sigung des erweiterten Exekutivfomifees zu berichten. Diese Sigung des erweiterten Erefutivfomitees wird auch entscheiden, ob sogleich eine Konferenz áller der JASP. angeschlossenen Parteien einberufen werden muk..oder ob es genügt, diese Konferenz unmittelbar vor dem Arbeiter- Weltfongreß stattfinden zu lassen. II. Resolution zur Verschmelzung der sozialdemokratischen Parteien Deutschlands Im Februar 1921 hat die Wiener Konferenz der JASP. folgenden Aufruf an die Arbeiter und Sozialisten aller Länder gerichtet: „ Die internationale sozialistische Konferenz in Wien ruft alle Arbeiter zur Einigkeit der sozialistischen Bewegung in den einzelnen Ländern und in der Internationale auf. Sie ist entschlossen, auf der Grundlage der von ihr gefaßten Beschlüsse und Resolutionen mit allem Nachdruck für die Verwirklichung dieser Einigkeit zu arbeiten. Sie fordert die Sozialisten aller Länder auf, ihre Bemühungen zu unterstützen, indem sie sich in tatkräftiafter Weise um die Herstellung einer revolutionären proletarischen Einheitsfront gegen den Kapitalismus uns Imperialismus sowohl in ihrem eigenen Bande, als auch im Schoße der internationalen Klassenorganisation bemühen." In Deutschland beginnt dieser Einigungsprozeß mit der voraussichtlichen Verschmelzung der beiden sozialdemokratischen Parteien. Dabei ist das Problem der Internationale von größter Bedeutung. Auf die Dauer fann weder die deutsche Arbeiterflaffe ohne internationale Verbinduna sein, noch ist eine internationale Verbindung denkbar ohne die Mitwirfung des deutschent Proletariats. Wir erwarten, daß die Genossen der USP. sich in ihren Verhandlungen auf den Boden der vollen Gleichberechtigung der sich verschmelzenden Parteien gegenüber den beiden internationalen Verbänden stellen werden, daß ihre Anhänger auch weiterhin für die Prinzipien, die auf der Wiener Internationalen Konferenz im Februar 1921 aufgestellt wurden, wirken können und daß in internationaler Beziehung den Mitgliedern der JASP. fein Opfer auferlegt wird, was nicht gleichermaßen die Mitglieder der anderen Partei bringen. Die Erefutive der JASP. erwartet, daß ihre Mitglieder aus Deutschland ihr bei der nächsten Sizung ausführlichen Bericht erstatten werden." Genosse e de bont r teilt in Ergänzung dieses Berichts mtt, daß er am Abend des 2. September abreisen mußte und deshalb an der endgültigen Beschlußfassung über die Resolu tionen nicht teilnehmen fonnte. Er würde jedenfalls da= gegen gestimmt haben. 20. Berw.- Bez. Reinidendorf- Ost: Seebad Jugendhalle; West: Volkshaus, Scharnweberstr. 114; Borsigwalde- Wittenan: Lokal Woitschach, Borsigwalde, Ernststr. 1; Rosenthal: Frieß, Lindent Allee 30; Weidmannslust: Dreißig, Weidmann Ede Dysterhauptstr.; Hermsdorf: Lokal Bahnhofstr., Ede Berliner Str 10. September 1922 Unterhaltungsbeilage der Freiheit" Der Tag des Gerichtes Von Jules Michelet. In der Einleitung zu feinem Ilaffischen Werle Die französische Revolution" gibt der große Geschichtsschreiber Michelet unter dem Titel„ Die Religion des Mittelalters" eine Darstellung der geistigen Triebfräste, die die Revolution borbereiteten. Wir lassen einen der interessant sten AbSchnitte daraus folgen. Wer in Gebirgen gereist ist, der hat vielleicht auch schon gesehen, was mir einmal auffiel. In einer wirrgedrängten Anhäufung von Felsen, inmitten einer reich mit Bäumen und Grün bestandenen Umgebung, erhob sich eine ungeheure Spize. Dieser Einsiedler, schwarz und fahl, entstammte ganz offenbar den Tiefen, Eingeweiden des Erdballes. Kein Grün machte ihn gefälliger, keine Jahreszeit veränderte ihn; kaum setzte sich ein Vogel darauf, al3 fürchte er die Flügel zu verbrennen, wenn er diese, dem Zentralfeuer entwichene Masse berührte. Dieser düstere Zeuge der Qualen im Inneren der Welt schien noch davon zu träumen, ohne dem, was ihn umgab, die geringste Aufmerksamkeit zu schenken, ohne sich jemals aus seiner ungeselligen Melancholie ablenken zu lassen. Welches waren denn die unterirdischen Revolutionen, welche unberechenbaren Gewalten bekämpften sich im Schoßze der Erde, damit diese Masse, die Berge aufwühlend, die Gesteine durchbrechend, die Marmorbänke spaltend, bis zur Oberfläche emporschießen fonnte!... Welche Zudungen, welche Marter entrissen dem Innersten des Erdballs diesen ungeheuren Seufzer! Ich setzte mich, und aus meinen verschleierten Augen begannen Tränen zu tropfen, langsam, schmerzlich, eine nach der anderen. Die Natur hatte mich allzusehr an die Geschichte erinnert. Dieses Chaos angeschichteter Berge lastete auf mir mit demselben Gewicht, das während des ganzen Mittelalters auf dem Herzen der Menschen wuchtete, und in der trostlosen Spize, welche die Erde vom Grunde ihrer Eingeweide gen Himmel schleuderte, fand ich die Verzweiflung und den Schrei des Menschengeschlechtes wieder. Daß die Gerechtigkeit tausend Jahre dieses Gebirge des Dogmas auf dem Herzen getragen hat, daß sie in dieser Zermalmung die Stunden, die Tage, die Jahre gezählt hat, die Iangen Jahre.... Das ist für den Wissenden eine Quelle emiger Tränen. Wer durch die Geschichte an dieser langen Dual teilnimmt, vergißt sie niemals ganz; und wenn es ihm gelingt, bleibt er doch traurig; die Sonne, die Fröhlichkeit der Welt, fann ihm keine Freude mehr geben; er hat allzulange in Trauer und Dunkelheit gelebt. Was mir das Herz durchbohrt hat, das ist die lange Ent sagung, die Milde, die Geduld, das ist die Mühe, die sich die Menschheit machte, diese Welt des Hasses und des Fluches, mit denen man sich belud, zu lieben. Als der Mensch, der sich der Freiheit begeben, der Gerechfigkeit wie eines unnüßen Gegenstandes sich entäußert hatte, um sich blind den Händen der Gnade anzuvertrauen, sah, wie diese fich auf einem nicht wahrnehmbaren Punkt sammelte, auf die Bevorzugten, die Auserwählten, und das alles übrige auf der Erde und unter der Erde verloren war, für ewig verloren, da erhob sich, sollte man glauben, überall ein lästerndes Geheul! Nein, nur ein Seufzen gab es. Und rührende Worte:„ Wenn es dir gefällt, daß ich verdammt werde, so geschehe dein Wille, o Herr!" Und sie hüllten sich friedlich, unterwürfig, entfagend in das Leichentuch der Verdammung. Eine ernste, des Gedenkens werte Sache, welche die Theologie niemals vorausgesehen hätte. Sie lehrte, daß die Verdammten nur hassen könnten. Aber diese liebten noch. Die Verstoßenen übten sich darin, die Auserwählten, ihre Der Entgleiste Roman von Wilhelm Holzamer. ( 42. Fortsetzung.) Und unterwegs fragte er: Wie wird's zu Herbst, wenn du fertig bist?" " Ach," sagte der Philipp, seien Sie mir still- wie wird's? Die Mutter hängt an ihrem Schullehrer ich häng an gar nichts Bestimmtem die Universität foftet viel Geld die Mutter ist auch alt ich glaub, ich muß mich für's Verdienen entscheiden. Ich wär gescheiter Ziegler geworden dann wüßt ich nicht dann wüßt ich nicht weiter. Aber so wird das ein verfahrener Karren." „ Hm, hm." Dann gingen fie nebeneinander her und sprachen nichts. „ Ein verfahrener Karrn" sagte der Schlüssel wie sagte der Schlüssel wie als Schlußsaß einer langen Gedankentette ist auch nicht schlechter wie einer, der auf der breiten Chaussee läuft es wird ihm nur schwerer und er fann auch dabei draufgehen. Aber was willst du geht's uns allen anders? Man braucht viel Wagen, die nebenhinaus fahren, bis man den richtigen bauen fanu, der wieder geradeaus fährt." Ach, seien Sie mir still. Ich danke!" " Du dankst? Danach wird nicht gefragt. Das ist's ja gerade, daß danach nicht gefragt wird. Was man am wenigsten will, das muß man am ersten." ,, Dann hätt ich einfach Ziegler werden können." „ Gewiß und es wär dir eines Tages gerad so gegangen. Wen's herausholen will, den holt's herausob aus der Rettenfaut oder dem Himmelbett. Eure ganze Schulweisheit ist doch arg kurzbeinig. Sie reicht gerade bis zur Krippe aus. Es sollt mir aber um dich leid tun, wenn du für nichts anderes da wärst, wenn du von als für die Krippe. Uebrigens du kannst kommen meinen Büchern haben willst du kannst kommen und dir heraussuchen." " Natürlich will ich." " Sie werden dir aber schlecht in den Kram passen. Sie sind nämlich nicht aus deiner warmen Schulbehaglichkeit sie sind aus dem Kampf." Der Schlüssel sah ihn lächelnd an. Herren, zu lieben. Der Priester, der Herr, diese vom Himmel vorgezogenen Kinder, fanden Jahrhunderte hindurch nur Milde, Gelehrigkeit, Liebe und Vertrauen bei dem demütigen Volke. Es diente, litt still; wenn es getreten wurde, dankte es noch; es versündigte sich nicht mit seinen Lippen, wie der heilige Mann Gottes, Hivb. Wer bewahrte es vor dem Tode? Nur ein einziges, das muß gesagt werden, belebte und erfrischte den Kranken in jeiner langen Qual. Die erstaunlich: Milde des Herzens, die er sich bewahrte, brachte ihm Glück; aus dem gebrochenen aber so guten Herzen entsprang ein lebendiger Quell liebenswürdiger, zarter Phantasie, eine flutende Welle der Volksreligion gegen die Trockenheit der anderen. Getränft in diesen fruchtbaren Wassern, blühte die Legende, wuchs auf und beschaftete das Unglück mit ihren mitleidigen Blumen. Blumen der Heimaterde, Blumen des Vaterlandes, ihr bedecktet ein wenig die unfruchtbare byzantinische Metaphysik und die Theologie des Todes und ließet sie bisweilen vergeffen. Dennoch war der Tod unter diesen Blumen. Der Schutzherr, der gute Heilige des Ories, war nicht genug, seinen Schüßling gegen ein Dogma des Schreckens zu verteidigen. Der Teufel fonnte es faum abwarten, daß der Mensch verschied, und er ihn packte. Er war auch im Leben um ihn. Er war der Herr der Welt, der Mensch sein Gegenstand und sein Leben. Das wird nur allzu offenbar in der sozialen Ordnung der Zeit. Welch eine beständige Anfechtung, zu Die Knechtschaft hier unten zweifeln und zu verzweifeln!. mit all ihrem Elend wäre der Anfang, der Vorgeschmack der ewigen Verdammung. Zuerst ein Leben der Qual, dann als Trost der Hölle.... Von vornherein verdammt! Warum dann diese Komödien vom Weltgericht, die man auf den Vorplätzen der Kirche genießt! Muß der nicht unmenschliches erdulden in Ungewißheit, in furchtbarer Angst immer über einem Abgrund schwebend, der noch vor der Ge444 Das Elend Aus„ Promethidenlos" von Gerhart Hauptmann. „ Das Elend greift in jeden Menschenhaufen Und faßt mit Kreischen Kind und Mann und Greis: Den treibt's zum Hängen, Jenen zum Ersaufen, Den wirst es lachend in des Lasters Kreis, Und wo es schritt, da liegen sie am Wege, Von Ungeziefer und von Schmutz beschwert, In dumpfig, kotigem Gehege; Da hie und da die schwarze Pest durchfährt. Wes Augen hier sich zaghaft nicht verschließen, Ihr Recht bezweifelnd an dem Gottgenuß, Wem hier die Tränen nicht vom Auge fließen, Wenn er empfängt der Schönheit holden Gruß, Indes zu Füßen ihm in tausend Qualen Die Menschheit lallend sich und ächzend krümmt Und von den reichgefüllten Schönheitsschalen Nicht eine Gabe sich hinunternimmt; Wes Busen hier, in eigennüß'gen Freuden Bergehend, nicht des Jammers Stimme hört. Wem hier ein mächt'ger breiter Strom der Leiden Nicht seines Freudensees Spiegel stört Der ist nicht wert, den Himmel zu empfangen, Dem sei vergällt der schmähliche Genuß, Dem hemmen tausend Setle, tausend Zangen Erbarmungslos den luftbegier'gen Fuß!" „ Wir kommen jetzt vom Friedhof. Wenn's keine Tote gäb, könnt's auch keine Lebendige geben. Glaubst du mir das?" Dann gingen die beiden von einander. " Du hättst dem armen Lukas auch einen Kranz faufen können," sagte die Mutter. „ Ja, hätt ich können aber die Obstbäume, die der Lukas gepflanzt hat, die sind sein Kranz- so schön hätt ich doch keinen finden können." Mutter und Sohn waren ein wenig gespannt und sprachen in letzter Zeit nur gereizt mit einander. Es war wegen des Berufs, den der Philipp ergreifen sollte. Er wollte weiter studieren sollte. Er wollte weiter studieren sie wollte es nicht leiden. Er müsse jetzt verdienen, sie habe genug getan. Und sie könne fein Geld mehr aufbringen. Jeden Tag gab es eine Szene. Im Programm des Gymnasiums stand in der Liste der Abiturienten, daß der Philipp Mediziner werden wollte. Er hatte es so angegeben. Die Mutter gab's nicht zu. Das Abiturienteneramen ging vorbei. Der Philipp bestand's. Es war fein groß Kunststück. In Latein und Griechisch blieb er immer ein bißchen schwächer es fehlte die breite Vorschule aber dafür saß das andere um so sicherer. Aber unter„ genügend" kam er nicht. Er gehörte zu den Besseren und hatte so viel zu kompensieren, daß er mit der Gesamtnote gut" abging. Nun stand er geradezu lächerlich in der Welt. Er schämte sich. Und bei jeder Gelegenheit sagte er: Wär ich doch lieber Ziegler geworden!" Es war ja zu dumm. Jetzt Schullehrer werden. Aber die Mutter gab nicht nach. Es war ja kein böser Wille von ihr. Hier hatte ihr Begreifen eine Grenze. Und sie hatte ja auch darin recht: die Mittel fehlten. Ja noch mehr: er mußte verdienen. im Knirschen und weinen, bitten und planen Stübchen den Kopf in der Hand- draußen im Felde wie ein Verzweifelter die phantastischsten Ideen die tausend schönen Wenn es half nichts. Er hatte jetzt eine Fessel am Fuße. In Zorn und verzweifelter Gleichgültigkeit, mit den ärgsten Verwünschungen, fluchend und wetternd, setzte er sich eines Tages hin, schrieb an das Mini10. September 1922 burt dem Abgrund zugesprochen ist, ihm geschuldet wird und angehört! Vor der Geburt!... Das Kind, das unschuldige, eigens für die Hölle erschaffen! Aber was sage ich, das unschuldige? Das ist das Schreckliche dieses Systems, es gibt keine Unschuld mehr. Ich weiß es nicht, aber ich behaupte kühn, ohne Zaudern: Das war der unlösliche Knoten, wo die Menschenseele an hielt, wo die Geduld wanfte.. Das Kind verdammt! Ich habe an anderer Stelle auf diese tiefe, schauerliche Wunde im Mutterherzen hingewiesen. .. Ich habe sie gezeigt und dann den Schleier wieder darauf gedeckt. Wer sie untersuchen würde, fände viel mehr darin, als die Schrecken des Todes. Von daher, das dürft ihr glauben, drang der erste Seufaer... des Protestes? Keineswegs Und dennoch, denr Herzen unbewußt, dem er entstieg, war ein furchtbares Aber" in diesem demütigen, diesem gedrückten, diesen schmerzlichen Seufzer. So gedrückt, aber so zerreißend! Der Mann, der ihn in der Nacht hörte, schlief nicht in dieser Nacht und in vielen anderen auch nicht. Und morgens, vor Tagesanbruch, ging er auf seinen Acker; und dann er da viele Dinge verändert. Das Tal und das Feld waren niedriger, viel niedriger, tief wie ein Grab; und höher, düsterer, schwerer die beiden Türme am Horizont, düster der Glockenturm der Kirche, düster der feudale Schloßturm.... Und er begann auch die Stimmen der beiden Glocken zu verstehen. Die Kirche läutete: Immer". Der Schloßturm läutete: ,, Nniemals". Aber zu gleicher Zeit sprach lauter eine starke Stimme in seinent Herzen.... Diese Stimme sagte eines Tages"! Und das war die Stimme Gottes! Eines Tages" wird diese Gerechtigkeit wiederkehren! Raß nur die nichtigen Glocken in den Wind schwaben. Aengstige dich nicht über deinen Zweifel. Dieser Zweifel ist schon Glaube. Glaube, hoffe; das späte Recht wird kommen, es wird thronen und richten, im Dogma und in der Welt.... Und dieser Tag des Gerichts wird heißen: die Revolution. Lebende Tuberkelbazillen als Heilmittel Als letzte Hoffnung auf dem Gebiet der spezifischen Heilbehandlung der Tuberkulose qaft immer noch die Behandlung mit lebenden Tuberkelbazillen von Mensch oder Nind. Das Alt- Tuberkulin hat sich im Laufe der Jahre eine feste Stelluna in der Behandlung der Tuberfuose erworben, und in geeigneten Fällen wird es sicher eine flinische Heilung herbeiführen können; als das Heilmittel wird es aber selten von dem wärmsten Anhänger bezeichnet werden können. Daher das Bestreben, immer wieder neue Tuberkulinpräparate ausfin= dia zu machen. Die mehrfach versuchte Anwendung lebender Tuberfelbazillen beim Menschen bietet nun nach einer Untersuchung des Königsberger Professors H. Selter, die er in der neun„ Deutschen Medizinischen Wochenschrift" veröffentlicht, nicht die Aussicht, die spezifische Therapie der Tuberfulose weiter auszubauen. Für Selter ist, wie er darlegt, die Frage entschieden, daß auch lebende Tuberfelbazillen nur durch das in ihnen enthaltene Tuberkulin wirken und daß die lebenden Tuberkelbazillen, welche einem tuberkulös infizierten Körper unter der Haut in nicht zu großen Mengem eingespritzt werden, keine andere Funktion ausüben. Sie werden im Körper langsam abgetötet und abgebaut; bei kleineren Mengen schied dies, abgesehen von der Tuberkulinwirkung, ohne weitere sichtbare Reaktion aus, bei größeren Mengen wirkt das Protoplasma der Tuberfelbazillen als Fremdkörper reizend und gibt zu Infiltrationen und Abizessen Veranlassung. Sie vermögen nach Selters Untersuchungen nicht im tuberkulosekranken Körper die vorhan dene Immunität zu steigern. Schädigungen der Patienten wurden nicht beobachtet. sterium und stellte sich ihm für den Schuldienst zur Verfügung. Kein Buch sah er mehr an. Draußen im Felde lungerte er herum. Und wenn er gar keinen Ausweg mehr wußte, ging er hin und trank. sonst Er machte andere Pläne Kaufmann etwas. Nein. Das war ihm alles auch nicht recht. Die Welt hätte er kurz und klein schmeißen mögen. Im März traf das Dekret ein. Er war in ein kleines Landstädtchen an eine Bür gerschule berufen. Er warf das Dekret auf die Erde. Die Mutter war glücklich. Er würgte nun alles hinunter. Ein Gefühl für die Mutter fam obenauf in ihm. Ihr jetzt nicht wehe tunder armen Frau. Sie hat so treu gesorgt. Sie würde es als Undank empfinden. Drein geben! Sie hätte ihn ja einfach können in die Ziegelei gehen lassen. Sie hat so viel mehr getan. Sie hat's zu seinem Guten und Besten getan. Und sie hat mehr getan, als sonst eine Mutter tut. Er mußte nicht zu viel verlangen. Was konnte sie dafür, daß ihm die Welt nun weiter offen war. Davon wußte sie nichts. Für sie war die Welt ihm auch nur so weit offen, als ihr. Und wenn er unter sich sah er war doch höher ge= tommen. Ja, er war doch höher gekommen. Von zu Hause aus war er ja nur ein armer Zieglerbub.... So gab er sich drein. Es war immerhin keine gewöhnliche Volksschule, wo er lehren sollte. Es war doch etwas. Wie konnte er alles haben wollen! Die Leute sahen ihn groß an. Man war jetzt stolz auf ihn. Er gehörte zu denen im Dorf, aus denen etwas geworden. Sie hätten's nie gedacht. Man muß die Sonne nehmen, wo sie herkommt und nit, woher man sie möcht," sagte die Mutter. Und die Emilie sagte:„ Ich gratuliere Ihnen, Herr Kaiser- und ich will es gleich dem Franz schreiben, daß Sie eine Stelle haben." Da tat ihm das Herz weh. Er verbeugte sich sehr förmlich vor ihr. Und er schämte sich oh, er schämte sich so sehr. Er schämte sich, daß die anderen alle so stolz auf ihr i waren. ( Fortsetzung folgt.) Nuze dein Herdfeuer! s Gulasch, richtig zubereitet. Stets zu Appetit verleitet. Wichtig ist bei diesem Essen. Das Gewürz nicht zu vergessen! Denke ebenfalls daran, Wie man praktisch waschen*) kann! *) Persil, das selbsttätige Waschmittel, reinigt und bleicht die Wäsche in einmaligem kurzen Kochen und bringt durch die Vereinigung von Essenzubereitung und Waschen größte Ersparnis an Zeit und Kohlen. Augenprüfung und Gläserbestimmung jederzeit kostenfrei. 25000 bar fur ein Wort oder einen Satz. 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Der ArbeiterSport" wendet sich gegen alle bürgerlichen Sportorganisationen und gegen die, die durch Neutralitätsbestrebungen des Sportes zur Verflachung des politischen Kampfes die Hand reichen. Er fördert den Sport, dessen Wahlspruch lautet: ,, Unsere Aufgabe ist, dem revolutionären Proletariat an Körper und Geist gestählte Kämpfer heranzubilden." Jeder klassenbewußte Arbeitersportler liest den Arbeiter- Sport". Er ist das einzigste Organ, welches seine Interessen wahrnimmt. Verlag des ,, Arbeiter- Sport" Berlin SO 16, Köpenicker Straße 108. 000 Soeben erschienen! Walter Eschbach: Proletarisches Kinderelend Geleitwort von Luise Zietz Mit 17 Bildern nach Photographien Preis 40.- Mark Buchhandlung Freiheit, Berlin W. Urbanstrasse 7 Teilzahlung! Garderobe für Damen, Herren u. Burschen sehr preiswert infolge groß alt. Lagerbestände bei bequemen Für Vereine und Gewerkschaften Sonnabend im Okt u. Nov. Säle frei 800-100 Pers. Köni sbank, Große Frankfurter Straße 117. Platin-, Gold- u. 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Detail- Verkauf von Damen- und HerrenWeinberger Schuh Brunnenstr. 25 Stielein und-Schuhen zu Fabrikpreisen Pabrik Nr. 328 Mein ausgelöster Mantel Eine Katastrophe Als ich im Frühjahr des herrlichen Jahres 1922 tiefbetrübt und sorgenschwer meine Mantisse auf die Pfandleihe schleppte, grübelte ich angestrengt darüber nach, wie ich es wohl im Herbst anstellen würde, sie wieder auszulösen. Sie gehörte ja nicht mehr zu den neuesten, die segensreiche Kälteschüßerin, aber ich habe schon schlechtere gesehen, und als Literat ist ja mein Weltruhm so groß, daß jedermann weiß: der Mann ist Literat, und Dichter und Denker sehen be= fanntlich nicht auf den Mantel, sondern nur auf das Geistige. ( Seine geistigen Getränke, bitte sehr!) Aber um die Geschichte zu fördern: Der Herbst ist gekommen, die Bäume haben aufgehört auszuschlagen, und mit oder ohne Lust, mit oder ohne Sorgen, man bleibt zu Hause, Emanuel Geibels Mailied verändert sich! Man bleibt aber nicht zu Hause, wenn man ein Mantolett auszulösen hat. Und da muß ich sagen: Ich bin außer den Börsenjobbern einer der wenigen Deutschen, denen die Dollarsteigerung Glück gebracht hat. Damals, im wunderschönen Monat Mat, als alle Knospen sprangen, hatte ich eine nicht eben erdrückend hohe Summe ausgezahlt bekommen, denn der Herr Pfandleiher in der Neuen Königstraße frähte verächtlich, als ich mein angeschimmeltes Kleidungsstück vorwies, und nur meinem abgemagerten Exterieur war es geglückt, ihm einige Scheinchen zu entlocken. Im September genügten selbst die nicht erschütternden Erhöhungen meiner Zeilenhonorare, um die mantelbefretende Summe verhältnismäßig gering erscheinen zu laffen. Jch, stolz erhobenen Hauptes wie der Großalmojenier des königlich spanischen Hofes, stelzte also los. Mit dem Siegesbewußtsein eines Lindström- Ludendorff zahlte ich, und als ein Mann, der weiß, was er geleistet hat, verließ ich die Stätte des Grauens, deren unersättlicher Moloch eben mein Geld verschlungen hatte. O weihevoller Augenblick! Ich fühlte die Blicke der Vorübergehenden, mein Mantel mußte jedes Auge mit tödlicher Sicherheit auf sich ziehen, und ich spürte förmlich, wie man ringsum dachte:„ Vornehm und stattlich sieht dieser Mann aus, und einen sehr schicken Mantel hat er." Was das Beste war: Ich hatte noch einen Schein übrig behalten, einen ganzen, um keinen Pfennig nach unten abgerundeten Hunderter! Der mußte, zur Hälfte zum Mindesten, in Bier angelegt werden. Mit Sturmschritten eiite ich in die Stampe. Jeder Sieg muß gefeiert werden! Das war in der großen Zeit" ja genau so. Flaggen heraus! Und ist die Beleuchtung auch noch so schwach, es muß illuminiert werden. Ich hatte mich warm gelaufen, mein Mantel hing, ein Schmuckstück des ganzen Lokals, am Garderobenständer. Nach zehn Minuten war er weg. Spur- und restlos verschwunden. Im Anfang war ich untröstlich und bitte die Leserinnen und Leser von Herzen, nicht wiederum der Wunde unnennbar schmerzliches Gefühl zu wecken. Der Mantel fiel. Soll auch der Herzog fallen? Nein! Eine Lehre hab' ich und eine Hoffnung: Erstens bin ich Abstinenzler geworden, und zweitens schmeichle ich mir in der Erwartung, daß, wer von meinem Schicksalsschlage erfuhr, eine Sammlung für einen neuen Mantel schleunigst„ tätigen" wird.( 3urzeit wird ja alles getätigt".) Ich selbst kann mir bei den heutigen Preisen in der Tat feinen kaufen! Teoderich Neumond. Die nächste Sigung der Stadtverordneten- Bersammlung am Dienstag, den 12. d. Mts., beginnt pünktlich um 4 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen u. a. die Anträge über die Ricarda Huchs Glaube Von Hellmuth Falkenfeld Der folgende Artikel zeigt an einem Beispiel, was für Weltanschauungsphantasien Persönlichkeiten führende intellektuelle Deutschlands ausheden. Auch Ricarda uch gehört zu benen. die sich in größten mystischen Unsinn versteigen, bloß un die verwerflichste Reaktion metaphysisch rechtfertigen zu fönnen. Ricarda Huch, die verehrenswerte Dichterin des„ Ludolf Ursleu", eine der wenigen in Deutschland lebenden Frauen, die eine Souveränität des Geistes besitzen, ließ im Jahre 1917 ein Buch:" Luthers Glaube"( Leipzig, im Inselverlag) erscheinen, dessen Gepflegtheit und stilistische Adligkeit viel Bewunderer finden mußte. Leider gehörte dieses Buch zu der Art vornehmer, edel geschriebener, vielleicht sogar edel gedachter Schriften von der Art der Thomas Mannschen Unpolitischen Betrachtungen", deren geistige Konsequenzen unabsehbares moralisches Unheil über die Menschen bringen müssen. In diesem Buche wurde nämlich das Unpharisäische, das derb an der Sünde Gefallenfindende der Lutherschen Lehre verherrlicht und gepriesen. Luther habe gesagt: Sündige kräftig, und gerade in diesem Nicht- Zurückschrecken vor der Sünde habe seine tiefe unaufklärerische Religiosität gelegen. Denn nur über die sündigen Menschen scheint nach Luther und nach Ricarda Huch der gnädige Gott. Die Konsequenzen dieser geistreich- mephistophelischen Ansicht sind unabsehbar. Zunächst kann jeder, der in der Welt etwas unternimmt, damit das Rechte die klassenlose Gesellschaft, der Völkerfriede herrsche, der Gottlosigkeit, ja der Gotteslästerung geziehen werden. Denn jedes solche Bemühen ist vom moralischen Willen getragen und zielt darauf, daß weniger Rechtswidrigkeiten, weniger„ Sünden" in der Welt geschehen. Vor Ricarda Huchs neulutherischem Buche wurde der Kämpfer für Recht und Friede, für Sozialismus und Pazifismus, ein Schwärmer und Träumer genannt. Ricarda Huch nun gibt eine unfatholische Verfechterin der Berechtigung des schlimm Bestehenden den Geinden von Recht und Humanität die Waffe in die Hand, um jetzt im Namen Gottes" die Durchsetzung des Rechten zu verhindern. Wo bliebe ihr Gott, wenn der Mensch sich der Sünde enthielte, wenn der Mensch nicht durch Uebertretung der moralischen Gebote dem Gott nicht Gelegenheit gäbe, zu zeigen, daß er existiert existiert nämlich als Gnade und Verzeihung Spendender über dem sündigen, verirrten Menschen. 2. Beilage zur„ Freiheit" Bekämpfung der Teuerung und die Beratung der Dringlichkeitsvorlagen des Magistrats. Dieser außerordentlichen Sizung wird dann eine ordentliche am nächsten Donnerstag, den 14. d. Mts. mit einer ausgedehnten Tagesordnung folgen. Wegen der Parteitagung der SPD. und USPD. sollen in der letzten Woche des laufenden Monats die Sizungen der Stadtverordneten- Versammlungen und Ausschüsse fortfallen. Der Wassersporiplatz Plötzensee in Gefahr Der am Plößenice gelegene Wassersportplaß, der gleichzeitig zu den größten Freibädern Berlins gehört und fich troz furzen Bestehens allgemeiner Beliebtheit erfreut, ist durch ein tolles Bürofratenstückiein in Gefahr geraten, mit Abschluß der Sommersaison seinen Betrieb einstellen zu müssen. Die Anlage ist die erste Schöpfung aus dem Fonds „ Park und Spiele" und hat wegen ihrer vorzüglichen Lage und Eignung für Luft-, Sonnen- und Wasserbäder den Beifall aller Behörden und daran interessierter Kreise ge= funden. Trotz des ungünstigen Sommers und erst recht spät erfolgter Eröffnung der Anlage, hat sie die größte Besucherzahl von allen Freibädern aufzuweisen. Die Besucher sehen sich hauptsächlich aus den Kreisen der werktätigen Bevölkerung von Wedding und Moabit zusammen, da es dieser möglich ist, ohne Fahrgeldaufwendungen diese Anlage zu benußen. Mehr noch als in anderen Freibädern sind die schulpflichtigen Kinder unter den Besuchern vertreten. Durch die wiederholt erfolgte Fahrpreiserhöhung wäre es einer großen Anzahl ohne Schaffung der Anlage in diesem Sommer überhaupt völlig unmöglich gewesen, die der Gesundheit so förderlichen Bäder zu nehmen. Man sollte annehmen, daß mit Rücksicht auf die für das Allge= meinwohl so wichtige Anlage von der Behörde jede Förderung erfahren würde. Weit gefehlt. Wohl hat der Magistrat Berlin durch kostenlose Hergabe des Plates und Zurverfügungstellung der ersten Mittel die Anlage mit schaffen helfen. Dem Bezirksamt Wedding war es dann gelungen, durch gemeinsame Arbeit mit allen daran interessierten Schwimmvereinen, die auch ihrerseits große Opfer auf sich nahmen, die Anlage dem Publikum zugänglich zu machen. Der Erfolg der Einrichtung fann, wenn man von allem übrigen absehen will, darin gesehen werden, daß trob wiederholten Riesenbesuchs sich in diesem Jahr keinerlei Unglücksfall ereignete, während sich in den Vorjahren faſt regelmäßig einige Dußend tödlich verlaufene Unglücksfälle an der Badestelle ereigneten. Man sollte annehmen, daß dieser Umstand allein genügen sollte, den weiteren Betrieb der Anlage auch für die Zukunft zu sichern. Das Bezirksamt Wedding, wie auch die beteiligten Schwimmvereine, die für den Betrieb eine Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht gebildet haben, sind bei der Gründung davon ausgegangen, daß im Interesse der Sache und um sie fedem zugänglich zu machen, keinerlei Ueberschußwirtschaft betrieben werden sollte; sondern die Eintrittspreise ganz gering festgesett werden. Um dieses Ziel zu erreichen, haben alle Beteiligten sogar noch erhebliche finanzielle Opfer gebracht. Troßdem will aber das Landesfinanzamt Groß- Berlin, Abteilung für Befiß- und Verkehrssteuern, der Gesellschaft den gemeinnüßigen Charakter nicht zuerkennen. Das hätte zur Folge, daß die zur Erhebung kommenden Steuern eminent hohe finanzielle Anforderungen an die Beteiligten stellen würden, so daß diese sich zurückziehen würden oder die Eintrittspreise müßten so hoch festgesetzt werden, daß Minderbemittelte als Besucher nicht mehr in Frage kämen. Ebenso müßten alle Freibefuche von Schülern unterbleiben und die Anlage somit den beabsichtiäten Zweck verlieren. Gegen den Bescheid des Landesfinanzamts ist Beschwerde bei dem Reichsfinanzminister erhoben worden; wir hoffen, daß dieser nach gründlicher Prüfung der Angelegen= heit zu einem anderen Ergebnis kommt, insbesondere sich nicht von solchen Gesichtspunkten wie das Landesfinanzamt Berlin leiten läßt und z. B. die Tatsache, daß die Anlage außer von Minderbemittelten auch von anderen Personen besucht werden kann, makgebend für seinen Bescheid sein läßt. Wenn das Landesfinanzamt Berlin seine Aufmerksamkeit den Besuchern der Seebäder schenken will, um Steuern einzutreiben, dann kann es nur Erfola haben, wenn es etwas über Plößensee hinausgeht und die Nord- und Oftfeeküste mit seiner Aufmerksamkeit beehrt. Aehnliche Gedanken nun tauchen wiederum in Ricarda, Huchs neuem Buch auf: Entpersönlichung"( Inselverlag, Leipzig 1921). Durchaus künstlich und unrichtig wird mit Bacon hier das neue Weltbild angesetzt. Offenbar liegt der Dichterin an einer etwas unterschiedslosen Diskreditierung des modernen Menschen", der von Zwecken befangen sei. Aber wohl noch wichtiger ist ihr hier die Rechtfertigung eines Gottes, der die Sünde braucht, weil er dem Sünder verzeihen muß und dem Sünder verzeihen muß, weil die„ Gnade" das Hauptmoment in der Existenz Gottes ist. So erklärt denn die Dichterin in ihrem neuen Buch, in dem charakteristischerweise Nietzsches Weltanschauung mit dem wahren Christentum für wesensgleich gehalten wird, daß Gott ohne Satan Satan" sei. Ich glaube, daß es kein Wort gibt, daß den Atheisten mehr triumphieren lassen kann, als dieses. Bisher zweifelte man an der Existenz Gottes, weil er theoretisch unerweislich sei. Wenn Gott der Huchsche Gott nun aber nicht einmal mehr imstande ist, die Reinheit der Gesinnung, das Erstreben des Guten anzubefehlen, ja wenn er die Sünde geradezu verlangt+ welches moralische Recht eignet dann dem alten Gott noch nach seiner theoretischen Niederlage? Sollen wir uns darum noch einen Gott leisten, um die Ungerechtigkeiten, das Weiterbestehen verbrecherischer Institutionen und Handlungen in der Welt zu rechtfertigen? Freilich wissen vic, daß der Sündenlose noch nicht der Gute ist; daß das Ideal mehr von uns verlangt, als das bloß Negative: Keinem Menschen Unrecht tun nämlich jenes: Güte spenden. Aber gerade darum bleibt eben die Einrichtung einer noch nicht guten, sondern schon moralischen Weltordnung eine dringende Minimalforderung der Vernunft. Und es verrät geradezu eine erschreckende Logit, zu behaupten, das Moralische sei zu verachten, weil nur an dem guten Menschen gelegen sei, wo doch der Moralische eine Voraussetzung, eine Vorstufe des guten Menschen ist. Und nun überlege man: Die Weisheit von der Göttlichkeit, der Religiosität, der Herrlichkeit der Sünde predigt uns eine Frau, eine Frau, die geistig an der Spitze der deutschen Literatur steht, eine Frau, die durch diese ihre Weisheit den Himmel und alle Heiligen mit der Verewigung von Krieg und Kanonengebrüll auszusöhnen bestrebt ist. Glaubt ihr Bekämpfer des Pazifismus noch, daß ihr Recht habt, wenn ihr den um die Durchsetzung des ewigen Friedens bemühten Geist einen weibischen nennt? 1 Sonntag, 10. September 1922 Die Zwangspensionierung des sozialistischen Studienrates von Mellenthin vom Fürstenwalder Gymnasium, von uns in der Donner tag- Nummer furz behandelt, stellt sich immer mehr als ein Afi mit startem politischen Beigeschmack heraus. Die Schulverwaltung fann natürlich im Brustton der Ueberzeugung behaupten, daß sie von der politischen Haltung des Studienrates unbeeinflußt geblieben sei, wird aber gestatten müssen, daß man auch anderer Meinung sein darf. Wie leicht es ist, einem mißliebia aewordenen Beamten den psychiatrischen Strick zu drehen, wissen doch wohl unsere noch recht schwach republikanisierten Behörden aus eigener Erfahrung. Der hinzugezogene Pinchiater riecht in solchen Fällen die behördlichen Wünsche schon gewohnheitsmäßig auf sieben Ellen gegen den Wind genau so, als ob einem wohlhabenden oder hochgestellten Sünder die Wohltat des § 51 StGB. erwiesen werden soll, und findet, anstatt nach der Gesundheit an forichen. im Handum= drehen die geistige Erkrankung heraus. „ Geistesschwäche" ist es dann schon, wenn man nicht zu allem Ja und Amen sagt sich nicht für sein Staatsgehalt zum stumpfsinnigen Duckmänier und Reisetreter herabwürdigt, sondern den Mut hat ungeschminkt seine Meinung zu äußern. Mit wissenschaftlichem Anstrich die geistigen Defefte" au angeln, ist eine Kleinigkeit. Der Jude wird verbrannt... auf dem psychiatrischen Schei= terhaufen. Wir hatten bereits erwähnt, daß die Sache ihren Anfang nahm im Kriegsdienste. Der Studienrat von Mellenthin ist nur einer von Tausenden, die als Soldat vor dem Vorgefeßten nicht wie die Taschenmesser zusammenklappten und dann unter das psychiatrische Fallbeil gerieten. Sein da= maliger Geaner, ein späterer Major, dem er die Kehrieite der Tapferkeit an den Kopf warf, erfreute sich aus den Leutnantsjahren guter Beziehungen zu seinem Regimentskameraden Ludendorff. Dieses Majors schon vor dem Kriege erfolgte Geisteskrankerklärung, auch durch den Charlotten burger Professor Stier, der als früherer militärärztlicher Lehrer in solchen Fällen mit Vorliebe sein Licht leuchten lassen daf, war kein Hindernis, ihn wieder als Offizier in den Kriegsdienst zu stellen und zum Major zu befördern. Es paßt einigermaßen dazu, daß Professor Hans Delbrück, Herausgeber der preußischen Jahrbücher, den General Ludendorff einen wahnsinnia aewordenen Kadetten" nannte. Der erwähnte Major war durch sein Vorkriegsleben ebenso wie die Militärbehörde aenau damit vertraut, wie man solche die Offiziersgloriole verdunkelnden Vorgänge mit der piy= chiatrischen Kneifzange anfaßt, und dann mußte natürlich immer der Untergebene, der nicht in gottgewollter Abhängigkeit die Hacken zusammenriß. dran alauben. Mellenthin wollte für seinen Feigheitsvorwurf gradestehen und nötigenfalls friegsbestraft sein, aber das Kriegsgericht sah die Sache milder" an und arbeitete mit dem berühmten Vertuschungsparagraphen. Daß ein solcher Mann, wie Mellenthin, an einem Gymnasium. dessen Lehrer- Kollegium zum Teil aus Geanern der Republik besteht, auf neue Widerstände stoßen und wegen seiner linkspolitischen Tätigkeit eine verbesserte Auflage des vinchiatrischen Wohlwollens erleben würde, war beinahe vorauszusehen. Soll die Reaktion in diesem Falle ihren Willen und ihr Opfer haben, Herr Minister? An derartige amtliche Erklärungen der Geistesschwäche" glaubt doch längst kein vernünftiger Mensch mehr. 20000 Zentner Koks beschlagnahmt Verteilung an die Krankenhäuser und Schulen. Wie wir bereits vor einiger Zeit berichteten, waren auf einem Lagerplatz an der Goßkowskybrücke 20 000 Zentner Kofs eingelagert worden, die im Frühjahr d. J. von der Stern- Dampfer- Gesellschaft( Spree und Havel) aus den Lagerbeständen der Gasanstalt Mariendorf gekauft worden waren. Der Kofs lagerte seit langen Monaten, da die Befizerin offenbar feine Verwendung für das gesuchte Heizmaterial hatte. Infolgedessen sah sich das städtische Kohlenamt veranlaßt, der Angelegenheit nachzugehen. Bei der Untersuchung stellte es sich heraus, daß für die Gesellschaft fein Bedürfnis vorlag, so große Mengen Koks einzulagern, Die Ausgrabung eines altrömischen Theaters. Die jüng ften Ausgrabungen bei Civita Lavinia, dem Lanuvium der alten Römer, brachten die Ueberreste eines römischen Theaters ans Licht, das eine der größten bisher freigelegten Arenen besitzt. Der Durchmesser von mehr als 1600 Fuß bleibt nur um wenige Fuß hinter dem Durchmesser des großen Theaters von Pompeii zurück. Banuvium war eine der ältesten lateinischen Städte, und die Sage berichtet, das Aeneas, als er auf seiner Flucht von Griechenland in Italien landete, sein Schiff an Ringen in der Mauer von Lanuvium verankert habe. In dieser Stadt wurde ein Kaiser geboren, Antonius Pins, Mark Aurel. der Verfasser der berühmten ,, Selbstbetrachtungen" und der Kaiser Okkodus lebten hier längere Zeit. Von dem letteren Herrscher wird berichtet. daß er oft in der Arena, die jetzt wieder aufgefunden ist, als Gladiator sich der Menge gezeigt habe. Vorführungen und Vorträge zur rhythmischen Körvers erziehung veranstaltet auf Veranlassung und nach Vorschlägen des Bundes entschiedener Schulreformer und im Anschluß an dessen Tagung Jugendnot" das Berliner Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht, mit Unterstübung des Hauptausschusses für Leibesübungen vom 5. bis 7. Oft. in der Hochschule für Musik zu Berlin. Die Schulen Daleroze, Mensendieck, Bode, Lobeland usw. werden an Schülergruppen thre Methoden demonstrieren. Es folgen Vorträge zur Analyse und Theorie der verschiedenen Richtungen der Körpererziehung und eine freie Aussprache. Eingehende Programme versenden das Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht, Berlin W. 25, Potsdamer Str 120 und„ Werffreude", Charlottenburg, Bismarckstraße 85 und Berlin W. 35, Magdeburger Str. 7. Tagesnotizen bes Bremieren Großen Schauspielhauses. Die Als erste criten Premiere in der neuen Spielzeit bringt das Große Schauspielhaus am 25. b. Mts eine Neueinstudierung von Shakespeares 3ähmung der Wiberspenstigen" mit Eugen Klopfer, Elifabeth Bergner und Paul Graetz in den Hauptrollen, am 6. November Grabbes Hannibal" mit Werner Krauß. Als dritte Premiere bee Großen Schauspielhauses ist eine musikalische Novität des heiteren Genres in Aussicht genommen. Die Abonnenten werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Nachzahlungen auf das Abonnement bis zum 23. November erfolgen müssen. Eintrittskarten ohne Nachzahlungsvermerk berechtigen nicht zum Besuch der Vorstellungen. Im Lessing- Theater wird Goethes" Faust" mit Theodor Loos, Alexander Granach, Margarete Schön( vom Staatstheater), Marta Hartmann, Emil Lind und Max Grünberg in den Hauptrollen am Mittwoch, den 13. und Sonntag, den 17. wieder in den Spielplan aufgenommen. Goethe- Bühne. Die für den 10. September vorgesehene Eröffnung der Bühne in der Stlosterstraße 42 muß aus bautechnischen Gründen um einige Wochen verschoben werden. Der genaue Termin, der auf mitte Oktober fallen dürfte, wird mitgeteilt. Das Renaissance- Theater" eröffnet Ende September mit Mis Sora Sampson" von Leffing. Die Regie führt Ludwig Berger. um so mehr, als der Dampferverkehr in diesem Monat zum großen Teil eingestellt wird. Das Kohlenamt Berlin beschlagnahmte deshalb am heutigen Morgen die gesamten Borräte und ließ sie durch Lastautomobile abfahren. Der Kots wird unverkürzt den Groß- Berliner Krankenhäusern sowie den Schulen zu Verfügung gestellt, um den dringendsten Bedarf dieser Anstalten zu decken. Ein Mahnruf an die Kleingärtner Ginen sehr beherzigenswerten Mahnruf an die Kleingärtner richtet das Kleingartenamt Tempelhof, den wir zum Abdruck bringen, weil wir hoffen, daß vielleicht die Organisationen ber Kleingärtner fich veranlaßt sehen, durch gemeinsame Arbeit zu zeigen, daß gerade in der werktätigen Bevölkerung sozialer Geist merklich lebendig ist: Die Kartoffelernte steht vor der Tür, ein kleiner Prozent fatz dieser Ernte von jedem Kleingärtner unseres Bezirks beigesteuert, ermöglicht es vielen Alten, vielen mindererwerbsfähigen Kriegs- und Berufsbeschädigten, vielen Erwerbslosen, aber auch den vielen, welche in falicher Scham vor ihrem unverdienten Elend in ihren vier Wänden hungern müssen, sich für einige Zeit notdürftig zu sättigen und mit Vertrauen und neuer Hoffnung in die Zukunft zu blicken. Auch von seinem Ueberfluß an Dauer- Gemüse und Obst möge jeder abgeben, soviel er vermag. Ich habe die Zuversicht, daß, veranlaßt durch dieses Notopfer der klein= gärtner, auch andere Kreise, welche dazu in der Lage sind, nicht zurückstehen werden, so daß auch mit anderen notwendinen Dingen den Allerärmsten geholfen werden kann. Wegen der Ablieferung der Spenden wolle sich jeder an den Vorstand seines Vereins wenden. Ich verbürge mich dafür, daß die Spenden restlos denjenigen aufließen, für die sie be-= stimmt find. Berlin Tempelhof. Kleingartenamt. üter." Die weltliche Schule Am 1. Oftober beginnt das neue Schulhalbjahr, mit Neueinschulung der Kleinen. Gleichzeitig die beste Gelegenheit r Sozialisten- und Arbeitereltern, ihre Kinder von der Obit und Macht der geistlichen oder christlichen Schule zu bereien. Gin einfacher Reitel, der aber von beiden Eltern nterschrieben sein muß, an den Klassenlehrer oder Schulter( Reftor), in dem mitgeteilt wird, daß das Kind an dem eligionsunterricht nicht mehr teilnehmen, foll, aeniat, um ie Ueberführung in die weltliche Schule einzuleiten. Dann miffen die Eltern darauf achten, daß die Umschuluna zum Salbjahrsende auch tatsächlich erfolgt und eventuell sofort Protest erheben. Gewiß wird auch in der weltlichen Schule religiöie Erfenntnis vermittelt, aber nur in dem Sinne wie das seither an Gymnaften und anderen höheren Schulen üblich war, und mie es auch sozialistischen Grundsägen entspricht. Im übgen entwickelt die weltliche Schitte eine, mehr der Seele des indes angepaßte Lehrmethode, die auch jetzt schon gegenüber Sem methodischen Drill der alten Schutte, wie er sich am ßlichsten in den Religionsstunden breit macht, Erfolge aufweisen hat. So wird der Gemeinschaftsschule, in der das ind fast ganz über das, was gelernt wird, selbst bestimmt, Weg bereitet. Die weltliche Schule hat sich, wo sie besteht, 3 Vertrauen der Schulgemeinde erworbent. Hunderte von ndern gehen heute nicht mehr bedrückt zur Schule. Es müssen tausende werden. 20913 Eltern bedenkt, daß zum heutigen Tagesfampf nicht mehr c Glaube der Großmutter, sondern Wissen und Praxis der regenwart gehören. Und nur der erreicht die höchste Eigung, der von allem Ueberflüffigen befrett bleibt. Also fort mit dem Lehrstoff der heiligen Legenden. Schon im Interesse der Kinder muß Schulanmeldung an die weltliche Schule oder bie Umschulung dazu jest sofort erfolgen. Und man fann agen, selbst im letzten Jahre gewinnen die Kinder noch. Jeder Schulwart gibt Auskunft, bei welchem Lehrer die Anmeldung für die weltliche Schule erfolgen fann. Anmerkung: Für Reinickendorf nimmt in der Hoppestraße, a Schule Lehrer Bethge die Anmeldung entgegen, in er der ba Schule Auguste- Vittoria- Allee Lehres Busack * der 6 a Schule, Holländerstraße Lehrer Wolff dic meldungen entgegen. Die Rohrpost- Schnecke Gin Leser schreibt uns: Gine Rohrpoftfarte mit dem Aufbestempel Berlin NO 55. 6. 9. 22. 4-5 9." wurde mir amanderen Morgen wenige Minuten vor 8 Uhr durch- Radjahrboten bestellt. Fünf Minuten später fam ber regelmäßige Bestellbriefträger. Er hätte mir auch die Karte gebracht, wenn sie ohne Rohrpost drei Stunden später aufgegeben worden wäre. Der Ankunftsstempel lautet:„ Berlin GO 36, 7. 9. 22. 7 B.". Die Rohrpoftfarte hat also zu ihrer Beförderung 15 Stunden gebraucht. Da soll man doch Die Rohrpostbeförderung, die so hohe Gebühren schluckt, Iteber gana einstellen, Was mancher noch zu verlieren hat Sür die Wiederbeschaffung des einer Berliner Dame im Auto- pder Autoklub verloren gegangenen Kolliers von etwa 00 vollständig weißen und runden Perlen ist eine Be= lohnung von hunderttausend Mart ausgefest worden. Der Verschluß der Perlentette bildet eine mit bret Brillanten befeste ovale Platinspange. Die Lügenfahne Die Rote Fahne" berichtet in ihrer Abenbausgabe vom Donnerstag, den 7. September( Nr. 394) von einer Maffen". versammlung gegen die Teuerung im 17. Verwaltungsbezirt Bichtenberg, schildert, wie fich ein großer" Demonstrations sitg zu der gerade im Lichtenberger Rathaus tagenden Be Airfsverordnetenversammlung beaeben habe, um die fofortige Beratung der kommunistischen Anträge zu verlangen und fährt dann wörtlich fort: Bei der Annäherung der Massen nahmen die unabhängigen und rechtsfoz. Stadt- und Bezirksverordneten Reikaus!" Ich stelle demaegenüber fest, baß nicht einer der unabhängtaen Stadt- und Bezirksverordneten„ Reißaus" genommen hat, sondern die Fraktion bis mun Schluk der Sikung anovefend war. Der Berfaffer dieses Schwindelberichte ist ein erbärmlicher Lügner. Frizz Thurm, Stadtv. Vorsitzender der USP- Frottion im Berw. Bez. 17, Lichtenberg. Straßenbahnpreife. Der Rat der Stadt Beipsig schlägt eine Erhöhung der Tarife auf 10 Marf für die einfache Fahrt und auf 12 Mart für die Umsteigefahrscheine vor. Serbstiugendtag der Angestelltenjugend. Am Sonn. tag, den 10. September ds. J8. findet in Wilhelmshagen bei Ertner, Nähe Reftaurant Neuer Krug" ein Herbstjugendtag der kaufmännischen Jugend, einberufen von Zentralverband der Angestellten, statt. Beginn der Veranstaltung nachmittags 3 Uhr. Programm: Chorgesang, Rezitationen, Aufführungen usw. Diefer Herbftjugendtag foll eine Rundgebung der freigewerkschaftlichen Angestelltenjugend werden; darum darf kein kaufmännischer Lehrling und Angestellter fehlen. Eine Kleingartenausstellung veranstalten die Kleingärtner in Neukölln und Treptow am 10., 11. und 12. d. Mts. in Items Festsälen Hafenheide. Diese Ausstellungen sind für die Ausbreitung des Kleingartengedankens von außerordentlichem Wert. = Der Berliner Volts: Chor( Dirigent Dr. E. Zander) veranstaltet am Montag, dem 11, und Dienstag, dem 12. September, 7% Uhr, im großen Saal der Neuen Welt, Hasenheide 108-114, zwei Aufführungen von Liszt's PrometheusChören und Mendelssohn's erster Walpurgisnacht.& 3 wirken mit: Frau Paula Weinbaum, Herr Paul Bauer, Herr Kammerfänger Werner Engel, Herr Professor FerSinand Gregori, ferner das Blüthner- Orchester und der Männerchor Lerche. Pilzschau. Vom 9. bis voraussichtlich 17. September findet in der Vorhalle des Hauptgesundheitsamtes der Stadt Berlin, C. 2, Fischerstr. 39-42( am Mühlendamm). eine Schaustelluna der wichtigsten zurzeit in der Umgebung Berling anzutreffenden eßbaren und giftigen Pilze statt. Die Pilzschau ist täglich von-6 Uhr kostenfrei augänglich. Es ist jedermann freigestellt. felbst gesammelte Pilze beizusteuern. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen, Ortsgruppe Neukölln, hält am Montag, den 11. September, in der Aula des Kaifer- Friede rich- Realgymnasium, Neukölln, Kaiser- Friedrich- Str. 209-210, abends 7 Uhr, eine öffentliche Versammlung mit dem Thema 23 te iit unsere Versorgung ab. Die Veranstalter haben zit dieser Versammlung Vertreter des Bezirksamtes und aller politischen Parteien eingeladen, um denselben einen Einblick in die Notlage der Kriegsopfer zu gewähren. Beschädigte und Sinterbliebene erscheint zu dieser Versammlung in Massen, protestiert mit aller Macht gegen die beabsichtigte Kürzung der Renten. Die Wucherbekämpfung. Wie wir von der Wucherabteiluna des Polizeipräsidiums erfahren, ist von dieser der Ueberwachung der Preisgestaltung auf iämtlichen Wochenmärften Berlins arößie Aufmerfiamfeit gefchenkt worden. Die Beschwerdeannahmestellen find überall eingeführt und haben sich durchaus bewährt. Das Publikum hat durch Anzeige die Beamten in jeder Weise unterstützt, so daß es möglich war, nicht nur auf den Märkten felbit eine Sentung der Preise durchzuseßen; vielmehr waren die Geschäfte auch in der Nähe der Markthallen aus Konkurrenzgründen gezwungen, eine Preissenfung vorzunehmen. Wo nachweislich Verstöße gegen die Preisgestaltung vorlagen, find fic der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht worden. Durch auffällige rote Platate, die im Einvernehmen mit dem Magiftrat die Wucheraufsichtsstellen bezeichnen, ist es dem Publitum erleichtert, fich auf das schnellste an die beamicien Organe zu wenden. zumal die Schußpofizet durch engites Zusammenarbeiten mit dem Fachpersonal der Abt. W. das Publikum im weitgehendsten Make unterstüßt bat, Die Schutzpolizei hat allein im vergangenen Monat 161 Fälle von Wucher zur Anzeige gebracht. Insbesondere richtet sie wie vorweisungsgemäß ihr Augenmerk auf die angemessene Durchführung der Preisschilder- Verordnuna. Um bei der augenblicklichen wirtschaftlichen Lage ihre schwierige Aufgabe in vollem Umfange durchführen zu können, ist die Bucherabteilung durch Beamte des Polisciverwaltungsdienstes verstärkt worden. Die Kontrolle des Bucker und Textilhandels ist ebenfalls weiter durchgeführt worden, mit dem Ergebnis, daß in verschiedenen Fällen zurückgehaltene Budervorräte dem Verkauf auneführt werden konnten. wobei die Angemessenheit des Preises amtlich fontrolliert wurde. Im Zusammenhang mit den Anweisungen der Reichsbehörden geht die Wucherabteilung verschärft gegen die Polizeistunden- Uebertretungen vor. Gegen Sofale, in denen nachweisliche Fälle von Wucher vorliegen, wird unter Verschärfung der bisherigen Bestimmungen Schließuna und Entziehung der Handelserlaubnis verfügt werden. Sierdurch wird die strafrechtliche Verfolgung, die außerdem in die Wege geleitet wird, nicht berührt. Ferner wird in allen Fällen, wo die Vorrechte von eingetragenen Vereinen miß braucht werden, bei Uebertretung der Polizeistunde unnachsichtlich vorgegangen werden. Sört's bald auf? Sente vormittag ist wieder ein VorortAug auf der Strecke Stahnsdorf im Grunewald mit Steinen beworfen worden. Die Fensterscheibe eines Abteils wurde zertrümmert Der Täter ist ein zehnjähriger Knabe, dent man aber nicht mehr fassen konnte. Ein Borschuß- Schwindler an der Arbeit. Unter der Firma Fortuna, Abzahlungs- und Vermittlungsgeschäft, Leipzig VI, bereift ein angeblicher S. Pantel mit einem Alus. meis mit Bild das Land und sucht unter Verteilung von Reflamezetteln großzügiger Aufmachung Kunden auf, denen er Fahrräder, Näh- und Waschmaschinen, leider, Waffen usw., insbesondere Wäsche, zum Kaufe auf Teilzahlung preiswert anbietet, jedoch nach Kaufabschluß einen Vorschus verlangt, den er auch in mehreren Fällen erhielt, in einem alle jogar 3000 Mart. Bis fest liegen der Kriminalpolizei Leipzig aber nur aus Orten in Brandenburg und Preußen einig: Anzeigen vor. Aus der Anzahl der bei der hiesigen Boft eingegangenen Brieffchaften, die natürlich unbestellbar sind, da die Firma gänglich unbekannt ist, muß aber geichloffen werden, daß der Schwindler arößere Erfolge hatte, daß also weit mehr Beute als bis jetzt hier bekannt sind. geschädigt wurden.. 8weckdienliche Nachrichten von Geschädigten werden erbeten au Rr. R. XI. 1825/22 an die Kriminalpolizet Leipzig. Ein gefährlicher Dieb, der sich der Tragweite feiner Sandlungen nicht bewußt war, wurde heute morgen am Bahnhof Papeftraße von der Schußpolizei festgenommen, Er hatte versucht, vom Bahngeleise Eisenteile zu entfernen. Auf der Wache fand man bei ihm Meffingteile, die er nach seinem Geständnis in der Charlottenstraße von Türen abgeschraubt hatte. Der geheimnisvolle Dritte. In der Stafener Straße in Spandau wurden zwei Männer dabei überrascht, als fie eiserne Bahnschwellen auf einen Wagen verluden in der Absich, diese zu stehlen. Sie wurden festgenommen, sowie Fuhrwert und Bahnschwellen beschlagnahmt. Sie erklärten, im Auftrage eines unbekannten Dritten gehandelt zu haben. Ein Aufrechter. Zu einem Artifel unter dieser Ueberschrift in unserer Ausgabe vom 20. 8. 22 teilte uns die Diteftion der Straßenbahn mit, daß die gegen Herrn Gr. hardt erhobenen Vorwürfe sich nach einer ftattgefundenen Untersuchung nicht aufrecht erhalten ließen. Wir stehen dem. nach nicht an, unsere Vorwürfe zurüdzunehmen. Berichtigung. Der in Charlottenburg. Nehringstr. 84 wohnende Installateur Frans Busch macht uns darauf aufmerksam, daß der bei der Demonftration hervorgetretene Safentreuz Installateur, der schließlich von der Polizei fitiert wurde. Tusche heißt und er mit ihm nicht identisch ist. Verloren gegangen ist das Mitgliedsbuch Nr. 1779 auf den Namen Ludwig Matlow, Friedenau, Wiesbadener Straße 14 a. Es wird um Abgabe des Buchs auf dem Parteibüro gebeten, 1 Berliner Bühnenspielplan Vom 10. bis 16. September Boltsbühne: 10., 12. Die Ratten, 11., 14. Maffe Menfch. 13., 15. Der Berschwender. 16. Der Traum ein Leben. Opernhaus: 10. Rofentabalier. 11. Madame Butterfly. 12. Carmen. 13. Barbier von Bagdad. 14. Ariadne auf Ragos. 15. Ztifian und 3folde, 16, Eofi fan tutte, 17. Zannhäuser. 18. Boheme. Schauspielhause: 10., 12., 14., 18. Beer Gynt. 11. und 17. Napoleon 13. und 16. Maria Stuart. 15. Zorquato Tasso. Deutsches Theater: 10., 11., 13., 15. Der Bater. 12., 14., 16. Das Glas Wasser. Rammerspiele: 10., 11., 12., 14., 16. Die Jungfern vom Bischofsberg. 13., 15. Der Schattenfifcher. Leffing- Theater: Der Schildpattfamm. Theater in der Königgräger Straße: Die wunderlichen Geschichten des Kapellmeisters Kreisler. Deutsches Opernhaus. 10. Tannhäuser. 11. Siegfried. 12. St garos Hochzeit. 13. Götterdämmerung, 14. Zigeunerbaron. 15. Mignon. 16. Die Königin von Geba. Schiller- Theater: 12., 15. Göz bon Ber lichingen. 10., 11., 13., 16. Die Ehre, 14. Alt- Heidelberg. Großes Schauspielhaus: Orpheus in der Unterwelt. Neues Boltstheater: 10., 11., 14., 16. Die Saune des Verliebten. Der zerbrochene frug. 12., 13., 15. Tie erfie Geige. Die Tribüne: Ab 12. Totentanz.- Drattfches KünstlerTheater Die erste Nacht. Komödienhaus: Karuffell. Berliner Theater: Madame Pompadour, Trianon- Theater: Liffi. Residenz- Theater: Carola Zölle. 3. ntrol- Theater: Ett Practmädel. Theater in der Kommandan tenstraße: Liebe und Trompetenblafen. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Wie feßle ich meinen Mann? Luftfpiethaus: Die Schule ber Rototten. Neues Operetten- Theater: Metropol- Theater: Die Bajadere. Die tolle Lola. Theater am NollenThalia- Theater: Bring Don Juan. dorfplay: Dein Mund Große Volksoper im Theater des Westens: 10., 16. Lohengrin. 11., 14. Die Entführung aus dem Serail, 12., 15. Det Freischüß. 13. Samson und Dalila. Reines Theater: Zotentana. Wallner- Theater: Ter leufche Lebemann. Nose- Theater: Die Liebesprobe. Rakno- Theater: Lämmelmanns Bummelfahrt. Schloßpark Theater Steglin: Ab 12. Armer Heinrich. Fuhrmann Henschel. Folies Caprice: Madame Cocotte. Die Badewanne. Beethovensonate. Oh, diefe Beine. Intimes Theater: Die badende Nymphe. Lauf doch nicht immer nadt berum. Die Beitsche und Neues Theater am 300: 15., 16. Dorine und der Zufall. Theater am Kurfürstendamm: Die Ileine Sünderin. Nachmittagsvorstellungen: Voltsbühne: 10. und 17. Ueber Die Kraft, 1. Zeil. Schauspielhaus: 10. und 17. Die wunderlichen Be fchichten des Rapellmeisters Kreisler. Deutsches Opernhaus: 10, Der Evangelimann. 17. Mignon. Schiller- Theater: 10. Charleys Lante. 17. Die fünf Frankfurter. Neues Volks- Theater: 10. unb 17. Die erffe Berliner Theater: 10. und Geige. Komödienhaus: 10, Brinzessin Olala. 17. Rigoletto. Thalia- Theater: Luftiptelhaus: 10. Der Werwolf. Neues 10. Better aus Dingsda. Kasino- Theater: 10, Robinson Crusoe. Theater am 300: 10. Einfame Menschen. 1 1 Parteiveranstaltungen Sonntag, den 10. September 18. Diftrift( Arausberg). Die Delegiertenfarten zur Vertrauensgeneral versammlung werden heute im Wahllolale, Alte Jakobftt. 24, ausgegeben. Montag, den 11. September 2. Verwaltungsbezirk, 4. Diftritt, Weften. Abends 7 Uhr bei Wiemers, Blowstraße 58, unitionärfißung. Die Bestrtsführer werden ersucht, die alten Funktionärfarten wegen Erneuerung mitzubringen. 4. Verwaltungsbezirk( Prenzlauer Berg). Abends 7 Uhr im Bezirksamt Danziger Str. 61/63, Stationssigung. 5. Verwaltungsbezirk, 17. Dificult. Abends 7 Uhr bei Drelse Funktionär bersammlung. Mitgliedsbuch mitbringen, 12. Verwaltungsbezirk( Etegliz, Lichterfelde, Lankwit). Sigung der fommunalen Aommission abends 8 Uhr Rathaus Steglit, Simmer 23. Sehr wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller Mitglieder ist dringend notwendig. 13. Verwaltungsbezirk( Tempelhof, Mariendorf, Marienfelbe, Lichten rade). Abends 8 Uhr gemeinsame Sigung ber Bezirksführer aller bier Otte, der Bildungstommiffion und der Agitationstommission in Mariendorf, Rathaus, Zimmer 26. 1. Abrechnung und evtl. Austausch der Karten zum Alt Wiener Abend 19. Verwaltungsbezir!( Abteilung Panfow). Abends 7 Uhr findet bei Bater, Mühlenstr. 12, eine Funktionärtonferens statt. Jebe Gruppe muß bertreten fein. 3. Diftritt. Abends 7 Uhr bei Dams, Schlegelstr. 9, Funktionär Tonferens. Erscheinen ist unbedingt erforderlich. 6. Diftritt. Abends 7 Uhr Eiftrittstonferents bet Laitfch, Brebowstraße. 2. Diftrift. Abends 7 Uhr Funktionärkonferenz bet echeithauer, Got mannstraße 28. 7. Diftritt( Webbing). Abends 7 Uhs Funktionärstzung Bei Carus, Boltaste, 87, 9. Diftritt, Diftriftskonferens abends 7 1hr bei Alinge, 11trechter Str. 24. 10. Diftritt( Gesundbrunnen). Abends 7 1hr Diftrittskonferens bei Mann, Christiania, Ede Briezener Straße. Die gewählten Delegierten zu der Generalversammlung haben Zutritt. 18. Diftritt. Abends 7 1hr Disteilte Funitionärtonferens Bet Gitefche, Kopenhagener Str. 72. 15. Diftrift. Abends 7 Uht Diftrittskonferens Bei Seinrich, Lange, Ede Krautstraße. Das veröffentlichte Altionsprogrammi ist mitzubringent. 19. Diftritt( Kreuzberg). Abends 7 Uhr Funktionär Nonferensei Rabe, Fichtestraße 29. Charlottenburg. Fraktionsstzung mit fämtlichen Funktionären um 7% Übr im Rathaus, 8immer 1. Neukölln- Bris. Funktionärfizung abends 7 the pünktlich in der Aula Bobbinstraße. Lichtenberg- Land. Diftrittekonferens 7 1hr bei Tempel, Friedrichsfelde, Bringenallee. Dienstag, den 12. September Copenta. Abends 6% uhr für die 1. Genieinbeschule Elternberfamm Tung. Wegen der Wichtigkeit dieser Berfammlung ist das Erscheinen unfec Parteimitglieder notwendig. Mittwoch, den 18, September 5. Verwaltungsbezirt, 17. Diftrift. Abends 7 Uhr bet Drelfe, Sigung ber Diftriftsleitung. Politische Besprechung. Stadt- unb Begirisbetorditete, Abteilungsführer und Dolcute müffen erscheinen, 19. Verwaltungsbezir?( Abteilung Banfoto). Sie gemeinschaftlichen Sablabende finben bieber tt den befannten Schul- ulen statt. Gemeinfamer 19. Berwaltungsbezirk( Abteilung Niederschönhausen). Zahlabend, Scule Buchholzer Straße. Lichtenberg- Stadt, Biertes Biertel. Genteinfames Sahlabend, in ber Schule Linfftr. 60, Beichenfaal, Bortrag des Genossen Stimming. Vereinskalender Arbeiter- Samaritet Kolonne. Wie immer, veranstaltet bie Kolonne auch in diesem Jahre wieber 19 Kurse in der ersten Silfe. Sämtliche Aurle werden von einem Arst gelettet. Jebermann foute bie Gelegenheit nicht Serfaunten, fein können in dieser Bestehung au erweitern, um seinen Mitmenschen bei plöglichen Unglüdsfällen au helfen. Der ganze kursus loftet 20 Mart mit Lieferung des Verbandsübungsmaterials. Der Besuch bes ersten Lehrabenbé fteht febermann jret. Die Kurfe beginnen pünktlich abends 7 Uhr. 2ehetusfe: Charlottenburg, Leibniz- OberrealGymnafium, Montag, ben 18. Sept.; Friedrichshagen, Schulstr., Realghm nafium, Montag, den 9. Off.; Berlin- Mitte, Stallschreiberstr. 50/54, Soule, Montag, ben 11. Gept.; Treptow- Beumfchulenweg, Milbenbruchlir., ede Gräbstr., Schule, Montag, ben 25. Eept.; Hallesches Tor Bergmannstraße 60/65, Schule, Dienstag, den 12. Gept.; Bantow, Floraftr., Schule, Mitt woch, bent 4. Ctt.; Abpenid, freiheit, Dorotheett- Schule, Mittwoch, beit 4. Oft.: Friedrichshain, Elifabethfit. 88. Ghule, Donnerstag, den 7. Gept.; Ziergarten, Bremer Sir. 13/17, Schule, Tonnerstag, ben 7. Sept.: Reu toun, Rüfftftr. 41/42, edule, Donnerstag, ben 14, Sept.; Schöneberg, Geurigfit. 57, Edule, Tonnerstag, den 14. Gept.; Weißenfee, Röbiteft., Schule, Donnerstag, ben 14. sept.; Wedding, Bernauer Str. 89/90, Schule, Donnerstag, den 28. Sept: Adlershof, Bismarditt., Schule, Donnerstag, ben 12. Oft. Steglis, Seefeftt., Gymnaftum, Freitag, den 15, Sept. Schule, Tempelhof- Mariendorf, Marlendorf, Mönigstr., Freitag, dent 15. Sept.; Lichtenberg, Aconbringenstr. 10, Edule, Greitag, den 15. sept.: Sermsdorf, Anfang Banuar, wird in der Preffe noch selanntgegeben. Friedrichsfelde und Umgegend, Anfang September. Meibungen: An die Gefchäftsstelle oder bei Gtefe, Balderfeeftr. 38. Nach bestandener Prüfung fann gegen mäßige Gebühr ein 8eugnis Beansprucht werden. Montag, den 11. September Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter, Gtuis. and Ration branche. Nachmittags 5 1hr in den eminbaden, Kommandantenstr. 59, Branchenbersammlung. Tagesordnung: Bericht von den Leipziger Ber handlungen. Verband der Gemeinde. nus Staatsarbeiter, 2. Berwaltungsbegiet. Abends 7 Uhr in Woabit, Waldenfer Str. 19( éotal Zhiedemann), Ber [ ammlung. Verband der Gemeinde- und Staatsarbetter, 13. Berwaltungsbezirt. Abends 7% Uhr in der Schulaula, Mariendorf, Aurfürstenfir., Besirlever fammlung. Sentralverband der Hotel, Nestaurant. und Gafe- Angestellten. Caf Ielner und Cafe Nöche augemeine Mitgliederversammlung bormittags 10 Uhr im Rofenthaler Sof", Rofenthaler Str. 11/12. Tagesordnung: Reu wahl der Branchenleitung. Strengite Einlabiontrolle. Mitgliebsbücher find mitsubringen, Schildermaler, Branchenberfammlung nachmittags use Bet Bonfaläger, Abalbertstr. 21. Kriegsopfer Charlottenburgs, Abends 7 Uhr Schulaula Spreeftr, 28/20, Offentliche riegsbeschädigtenverfammlung. Tagesordnung: Das Glend bet Kriegsopfer und Arbeitsinvaliden. Erscheinen i Pflicht, Dienstag, ben 12. September Verband ber Gemeinde und Staatsarbeiter. Gasbetriebsgesellschaft. Abends 7 Uhr in der Schulaula Wittenwalder Straße, Geftionsverfammlung. Nadjuristags& Use iat Gefangical, Gitschiner Straße, Vertrauensmänner. fbung. Arbeitersport Freie Turnerschaft Lichtenberg- Friedrichsfelde. Propaganda- Stapellauf " Quer durch Lichtenberg". Start 3 Uhr nachmittags am Bahnhof Frants furter AWee, Gewerkschaftliches Stinnesvertrag,„ Rote Fahne" und ADGB. Zu diesem Thema schreibt der vom in unferem Büro Nachfrage zu halten und des weiteren über die nächste Versammlung die Breffe zu beachten, da jedenfalls dieselbe am Dienstag stattfindet. Deutscher Solzarbeiterverband Berwaltungsstelle Berlin, vor, fo bak für die Verheirateten mit Kindern der Wochen( Iohn 2800 Mart beträgt. Inzwischen haben die Arbeitnehmer und Arbeitgeber ihre Zustimmung aur Annahme des Schiedsspruches gegeben. Die neuen Tarife fönnen im Verbandsbüro, Zimmer 31, v. II, Engelufer 24-25, in Empfang genommen werden. Weitere Berichterstattung erfolgt am Montag, den 11. DGB. herausge- Delegierte zur Betriebsrätegeneralversammlung 5. M. im Gewerkschaftshaus( Großer Saal). gebene Gewerkschaftliche Nachrichtendienst": Die Note Fahne" sett in Nr. 393 vom 7. September thren Kampf gegen den ADGB. fort: Der Vorstand des ADG B. als Vermittler des Stinnes= paftes". Unter dieser Ueberschrift behauptet fie unver " Die Gewerkschaftsspiben und die Parteileitungen find bewußt mit Stinnes im Bunde. Die Gewerkschaftsführer haben den Herren von der Schwerindustrie im Namen des Proletariats bie Auslieferung des Proletariats garan Am Montag, den 11. Scptember, nachm, 4½ Uhr, findet in der Arbeiter- Bildungsschule, Breite Str. 8-9, eine wich. tige Rouferenz fämtlicher USPD. und SPD.Delegierten zur FBR3. ftatt. Erscheinen dringend notwen big. Partelausweis legitimiert. bms- 9119 SPT. Bez.- Verb. Berlin- Bebbg. J. A.: A. Holz. fiert. Während Stinnes zum erstenmal felbft auf die 920 Streik der Angestellten des Baugewerbes? Bühne trat, haben die Reipart, Grafmann, Silberschmidt hinter den Kulissen ihre Rolle fein und leise gespielt. Das Proletariat verlangt Rechenschaft." In diefem lieblichen Tone geht es durch drei Spalten. Dazwischen wird England angerufen, doch nur den Stinnes vertrag zu bekämpfen, weil er englische Interessen verletzt. Dr. Lensch, der anläßlich des Bergarbeiterabkommens in der Deutschen Allgemeinen Zeitung von der Notwendigkeit etner Mitverantwortlichkeit bei der Erfüllung der Reparationsverpflichtungen geschrieben hat, wird als Kronzeuge angerufen, um zu beweisen, daß der ADGB. den Stinnesvertrag vor seinem Entstehen gekannt und seine Durchführung garantiert habe. Es ist die alte Tattit der Kommunisten im Kampfe gegen die Gewerkschaften: Verleumde, Iüge, bebe, ein Teil der nicht informierten Arbeiter wird es schon glauben. Und warum dieses Ueberschlagen der Roten Fahne?" Weil die Bergarbeiter angesichts der Kohlennot Deutschlands, die feine Industrie lahmдulegen droht, sich ent schloffen, Ueberarbeit zu leisten. Die Gewerkschaftsführer, dte die durchschlagenden Gründe anerkennen mußten, find Verräter". Gewiß, den kommunisten und der„ Roten Fahne" ist die Lösung der Ueberschichtfrage nicht angenehm. Nicht weil sie dem Proletariat den Achtstundentag erhalten wollen, denn in Sowietrußland zwingt mant den Arbeiter at 10 bis 12 stündiger Arbeit. Aber man fann nicht den Rettungsweg für das Proletariat wollen, weil man im Zusammensturz alles Bestehenden, im vollendeten Chaos die Vorbedingungen für den Kommunis mus fieht. Darum feine Mehrförderung von Kohle, darum ist der Beschluß über das Ueberschichtenabkommen ein Vers rat seitens der Gewerkschaftsführer. Mag doch die Indu ftrte stillstehen, mögen unfere Schlote erfalten, mögen doch die Arbeitermassen hungern und frieren, dann werden fie wenigftens zur höheren Ehre Moskaus auf die Straße gehen und alles zerschlagen. 3ft es wirklich notwendig au fagen, daß ber Stinnes. vertrag, über den am 2. September bte Savas zuerst berichtete, dem Vorstand des ADG B. völlig unbe= tannt war? it es nötig zu beweisen, daß die Behaup tungen der Roten Fahne" der vollkommenste Unfinn End, dett je die an Lüge und Verbrehung so retche Roten Fahne" ausgehedt hat? Generalversammlung der Eisenbahner Eine der größten freigemerkschaftlichen Organisationen, der Deutsche Eisenbahnerverband, hält seine zweite ordentliche Generalversammlung in der Woche vom 11. September in München ab. Die dem Kongreß vorliegende umfangreiche Tagesordnung steht neben den Geschäftsberichten mehrere bedeutende Referate vor. Genoffe Wiffel- Berlin wird über den Aufbau der Boltswirtschaft und Kobur über Beamtenzentrale und Reichssektion sprechen. Eine Reihe Verwaltungsstellen schlagen eine Erweiterung der Tagesordnung vor. Referate über das Thema Reallohn und Soziallohn" und über die Tat= tit bei Bohnbewegungen und Wirtschafts= tämpfen", für die Referenten und Rorreferenten der Amfterdamer und Moskauer Richtung vorдufehen sind, werden gewünscht. Die Frage Mostau oder Amsterdam dürfte bei ber großen Anzahl kommunistischer Mitglieder im DEB. eine besondere Erörterung, die große Mehrheit des Verbandstages aber auf der Seite Amsterdams finden. Eine Fülle von Anträgen über 950 zeigen das Interesse der Mitgliedimaft an der Tagung. Sie enthalten aum Teil Forderungen an Gesebgebung und Regierung, die fich auf politische und wirtschaftliche Fragen beziehen, zum Tell Forderungen, die das Streifrecht der Beamten, Rege= lung der Arbeitszeit uim. behandeln. Der Verbandstag wird auch Stellung zur fünftigen Organisationsform nehmen. Ein fommunistischer Antraa perlanat Einberufung eines Arbeiter- Weltkongreffes, deffen Vorbereitung durch den ADGB., die Verwaltungsstelle München fordert. 1 Ein gebrudter Beidhäftsbericht wird den Dele gierten erft auf der Taaung selbst ausgebändiat. Wir werden über den Kongreß berichten. Schiedsspruch in der Holzindustrie In einer überfüllten Funktionärversammluna Beschäftigten fich die Berliner Solaarbeiter am 7. d. M. mit dem Ergebnis der bisherigen Verhandlungen über das Zustandetommen eines Lohntarifs für die erite Hälfte dieses Monats. Der Bevollmächtigte Boese teilte mit, daß bei den eriten Verhandlungen die Unternehmer bas lächerliche Angebot von 10 Prozent machten. Der Schlichtungsausschuß GroßBerlin wurde angerufen, der nunmehr folgenden Schiedsspruch gefällt hat: Die bisherigen Lohnjäße werden für die Belt Dom 2. Septembere 1922 um 25 Prozent erhöht. Die in ben Betrieben vereinbarten Affordiäße und die Montagefäße erhöhen fich um den gleichen Prozentfat. Die übrigen Bestimmungen bleiben unverändert" Die Verwaltung empfiehlt trob der minimalen Lohnauf Nach einbesserung den Schiedsspruch anzunehmen. gehender Debatte stimmten die Funktionäre dem Antrag der Verwaltung Au, jedoch soll unter feinen Umständen das Lohnabkommen über den 15. Ceptember hinaus Geltung haben. Weiter wurde beschloffen, in allen Betrieben, wo fich die Unternehmer weigern, ben Schiebsspruch bis Ende diefer Boche zu erfüllen, und die Augebilligten Lohnzulagen bie Montag, dem 11. Sept., morgens, nicht auszahlen, die Arbeit nicht wieder aufzunehmen. Der Ortsverwaltung wurde Vollmacht aweds Auftellung neuer Forderung für die zweite Dälfte des tember erteilt. * Verhandlungen im Bankgewerbe gescheitert Wie uns der Allgemeine Verband der Banfangestellten furz vor Redaktionsschluß mitteilt, sind die Verhandlungen im Bankge verbe nach 9stündiger Dauer ergebnislos verlaufen, ba die Arbeitgeber die von den Verbänden gemeinsame aufgestellten Forderungen ablehnten. Tarifabschluß bei den Reparaturschuhmachern Verband der selbständigen Schuhmacher ist es zum Abschluß 8wischen bem Bentralverband der Schuhmacher und dem cines Mindestlohntarifs gekommen, der am 4. September in Kraft getreten ist und Ende September abläuft. Die festgesetten Stundenlöhne betragen 43 und 38 Mark in mechanischen Betrieben, für männlich und weibliche Arbeiter Am Mittwoch, bem 6. September, fand im Nordischen Sof", Juvalidenstraße, eine Versammlung aller im Hochbaugewerbe beschäftigten technischen und fanfmännischen Angestellten statt. In welcher Wille vom fa- Bund refe= rierte. Es bestehen zwei Tarifverträge, einer für die faufmännischen und einer für die technischen Angestellten. Tarif- in anderen Betrieben 40 und 35 Mark. Der Affordlohnt ist fontrahenten auf Arbeitgeberseite sind: der Beton- und Tiefbauarbeitgeberverband und der Verband der Baugeschäfte von Groß- Berlin E. V. Durch Schiedsspruch wurden die Augustgehälter für die Angestellten festgefest. Der Beton- und Tiefbauarbeitgeberverband nahm den Schiedsspruch an, während der Verband der Baugeschäfte ihn ablehnte, obwohl er unter Zustimmung der vom Birband der Baugeschäfte benannten Arbeitgeberbeifiber zustande kam. Der Verband der Baugeschäfte, bekannt durch seine reaktionäre Führung, beschloß, anstatt der durch Schiedsspruch festgelegten 50% igen e= haltserhöhung eine solche von 88% vorzunehmen, offenbar in dem Glauben, daß sich die Angestellten damit abfinden werden. Das ist aber ein Irrtum. Die Angestellten werten mit aller Energie und mit allen Mitteln danach trachten, den Schiedsspruch zur Durchführung zu bringen. Der Referent legte eine Entschließung vor, in der entschieden gegen das Verhalten der Arbeitgeber protestiert und von ihnen verlangt wurde, daß sie bis aum 12. Septem ber ihren ablehnenden Standpunkt aufgeben. Sollten sie sich bazu nicht berett finden, io hat sofort eine rabstimmung in den Betrieben über zu ergrei fende Kampfmaßnahmen stattaufinden. In der äußerst lebhaften Distusfton wurde von mehreren Rednern bemängelt, daß der entscheidende Termin aufpät angegeben sei. Schließlich wurde aber die Reiolution in der vorgelegten Fassung doch angenommen. Ene erhebliche Minderheit stimmte dagegen und verlangte sofor= tige Aufnahme des Rampfes. Danksagung Siermit gestatten wir uns, Frau Molle, Gutsbeligerin von Schenkendorf bei Königswusterhausen, unseren tiefgefühlten Dant auszusprechen für den Teuerungsausgleich von 5 Bapiermark= 2 Goldpfennige für den Monat Nuault an unseren Kollegen Garn, der auf dem dortigen Gute als Gärtner tätig ist. Da G. nun 153 Mart monatlich, nebit freier Rost und Wohnung bezieht, fühlt er sich moralisch verpflichtet, ein Moffeblatt zu abonnieren( monatlicher Bezugspreis 300 Mart. Die Red.), um zu erfahren, wie r beiterinteressen vertreten werden und Frau Moe dadurch noch ganz besonders seine Dankbarkeit zu beweisen. Berband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter, Gan Brandenbura. Gegen den Schiedsspruch in der Metallindustrie Am Donnerstag, den 7. September, beschäftigte fich eine Vollverfammlung aller Holzarbeiter aus den Be trieben der Metallindustrie mit der durch den Schiedsspruch des Reichsarbeitsministeriums geschaffenen Situation. Der Berichterstatter Picht schilderte den Verlauf der Verhandlungen und erklärte, daß es dem Holzarbeiterverband unmöglich ist, dem Schiedsspruch die Zustimmung au geben. In der Diskussion stellten sich die meisten Redner auf den von der Funktionärversammlung der Solzarbeiter eingenommenen Standpunkt, die 46% ½stündige Arbeitswoche nicht zu durchbrechen. In einer einstimmig angenommenen Entschließung stimmte die Versammlung dieser Auffassung zu. Weiter wird bemängelt, daß die Lohnregulierung völlig ungenügenb sei. Die Versammlung behält sich vor, in den Betrieben der Metallindustrie für die Arbeiter der Holzindustrie die Löhne zu beanspruchen, die in der Holzindustrie bzw. in der Karosseriebranche bezahlt werden. Es ist nun Sache der Holzarbeiter, in den Betrieben diese Entschließung zur Durchführung zu bringen. Neue Löhne im Malergewerbe Nach der Entscheidung des Hauttarifamtes vom 6. September beträgt der Lohn im Malergewerbe für GroßBerlin ab 8. September 1922: für Maler über 20 Jahre 53,30 W., unter 20 Jahre 50,65 M., für die Anstretcher über 20 Jahre 52,80 mt. pro Stunde. Ab 16. September 1922 für Maler über 20 Jahre 75 M., für Maler unter 20 Jahre 71,25 M., für Anstreicher über 20 Jahre 74,50 M. pro Stunde. Die lebtgenannten Lohnfäge gelten bis einschließlich 15. Ottober 1922, jedoch ist Sicherung getroffen, daß bei zunehmender Teuerung die Löhne bereits bei den Verhandlungen am 2. Oftober 1922 revidiert werden können. Verband der Maler. Streit in den Cöpenicker Wäschereien Die Arbeiter der Göpenicker Wohn- und Dampfwäschereien stehen seit Montag den 4. b. M. wegen Cohndifferenzen im Streit. Troybem bte Löhne für Heizer, Waschmeister und Rutscher 1375 Mart wöchentlich, die Stundenlöhne für weibliche Arbeiterinnen 12 und 17 Mt. betragen, verweigern die Unternehmer überhaupt in Lohnverhandlungen zu treten. Der Deutsche Transportarbeiterverband bittet die Berliner Arbeiterschaft, den Streifenden volle Unterstügung zu gewähren. Alle Wäsche, die aus Copenic tommt, ob per Eisenbahn oder Fuhrwert, ist Streltarbelt. Uebt Soli. barttätt Handelshilfsarbeiter im Einzelhandel Der Deutsche Transportarbeiterverband hat für den eponat September eine Bohnforderung auf die August( öhe von 110 Prozent den Arbeitern eingereicht. Verband fungen, Sie am 2. d. M. stattfanden, führten zu feinem Er. gebnis, da die Arbeitgeber die Forderung, für den Wtonat August noch eine Ausgleichszahlung zu gewähren, grund. fäßlich ablehnten. Beide Parteien verständiaten sich, das ant Montag, den 4. cr. unter Borsib eines Unpartetischen vor bem Schlichtungsausfchuß weiter verhandelt werden soll. Der Schiedsspruch, der vom Schlichtungsausschuß gefällt wurde, ficht eine Erhöhung auf die Augustlöhne von rund 75 Prozent Rene Berhandlungen in der Holzindustrie Weit den Vereinigten Verbänden der Berliner Holzindu strie find erneute Berhandlungen zum Sonnabend, den 9. d. 2. anberaumt worden, über belfen Ergebnis zur Zeit noch nichts gefagt werden kann. Wir bitten unsere Mitglieder, aweds Informationen am Montag, den 11. d. M., morgens, auf Basis der Arbeitszeitberechnung besonders festgefeßt. Fournituren sind vom Arbeitgeber zu liefern, ein 7prozentiger Aufschlag ist für außerhalb der Werkstatt geleistete Arbeit zu zahlen. Eine Entschädigung von 10 M. wöchentlich wird dem Arbeiter gewährt, der eigenes Werkzeug hält. Die in der Reparaturbranche beschäftigten Arbeiter stimmten dem Tarifvertrag zu und beauftragten die Branchenleitung, ihn am 15. September zu fündigen, well die festgefesten Rohnfäße bereits wieder überholt sind. USPD.- Straßenbahner. Am Mittwoch, dem 18. September, abends 6 Uhr, Vollversammlung aller USPD- Straßenbahner im Gewerkschaftshaus, Engelufer Nr. 24/23. Raffierer Material mitbringen. Erscheinen aller dringend erforderlich. Parteibitcher mitbringen. Die Distriktleitung der USPD- Straßenbahner. Bertreterverfammlung des AfA- Bundes. Alle Mitglieder der Vertreterversammlung des Ortskartells Groß- Berlin des„ AfA- Bundes" müssen am Montag, dem 11, d. M., nach= mittags 4 Uhr. in der Stadthalle. Klosterstraße 65, Aur Generalversammlung der Betriebsräte anwesend set:, USPD. Gastwirtsachilfen, Mittwoch, den 13. September, Dorm. 10 Uhr, Clubhaus, Siegelstraße 2, 1 Tr. Tagesordnung: 1. Vortrag, 2. Verschiedenes. Bollzähliges Erscheinen erwartet die Abteilungsleitung. Dachbeder und Berufsgenossen! Der Stundenlohn beträgt ab 1. September für den Dachdecker 68,00 Mt., für den Diffearbeiter 64,60 9. Sur weiteren Information sende jede Werkstelle ihren Gertrauensmann zur Sigung am Mous tag, dem 11. Sept. 1922, abends 7 Uhr, Sophienstr. 5, bei Summel. Metallschleifer und Galvanisenre, Wie uns mitgeteilt wird, legen die Arbeitgeber des Verbandes der Meta!! ichleifereien und galvanischen Anstalten den Kollegen Arbeitsordnungen zur Unterschrift vor. Wir emp= fehlen unseren Kollegen, die Unterschrift abzu lehnen. Eine Arbeitsordnung soll von Verband zu Verband vereinbart werden. Die Ortsverwaltung. Former und Berufsgenossen. Die Former und Gießeret. arbeiter der Fürstenwalder Betriebe befinden sich im Streif. Wie ersuchen, den Zuzug von genannten Berufen nach dorthin fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. int Berichtigung. Zu unserer Notis Schiebsspruch Zimmerergewerbe" in Nr. 825 vom 7. d. Mes tefft uns der Zentralverband der Zimmerer aur Richtigstellung des letten Sabes biefer Notis mit, daß die Lohnforderung von 80 Mark pro Stunde sich auf das letzte Lohnabkommen bezicht, daß also die Höhe der Forderung für die kommende Zeit noch nicht endgiltig feitgefekt ist. Jugendbewegung Sozialistische Proletarier- Jugend. Zentrale. Donnerstag, abends 28 Uhr, in der Arbeiterbildungsschule, Breite Etraße$/ 0, lebungsabend des Sprachchors. Zahlreiches Erscheinen notwendig. Betretariat: Stenstag und Winod Materialausgabe, Gruppen müssen unbedingt abrechnen. Gragebogen abliefern. Agitationsbezirk. Norboten: Montag,% 8 Ubr, Seim, Christburgerstr. 14, Günfter Ar beitsabend, Natur und tuilut. Alle Teilnehmer müssen pünktlich erscheinen. Der Chor übt Dienstag 7% Uhr im yseum, Greifswalder Str. 28. Puntt Often: Donnerstag fiches und vonzähliges Erfdeinen wird erwartet. 7% Uhr bei Witticus, Petersburger Str, 8, Sigung der Gruppen Olten, Petersburger Biertel, Stralauer Biertel, Lichtenberg, Karlshorst und Aöpes nid müffen bertreten fein. Gruppenveranstaltungen. Rotbosten: Mittwoch gemeinfamer Gruppenabend mit Arbetter- Jugend. Die proletarische Jugendbewegung. Donnerstag: Arbeitsgemeinschaft, GrundFreitag: Tagen bes Cozialismus, in bee edule Geinersdorfer Straße. Gruppenabend, Entwicklung ober ecöpfung. Sonntag, 10. Eept., 6 ubr Alexanderplat, Berolina. Berlin- Mitte: Montag: 7 Uhr Selfersißung beint Genoffert Enbtejat, Schönhauser Allee 181, Eingang Fehrbelliner Bortrag Citake. Mittwoch: bielen. Freitag 7% Uhr: Shule Gipsstr, 23 a, Sonntag: Beteiligung an der bes Genoffen Marcuse, Die Utopisten". Rundgebung bes proletarischen Auftue- artells att det krummen Lante. Diten: Mofttag: Spielen im Gried. Treffpunkt wird noch betanntgegebent. richshain. Die Versammlung in ber Edertier, fält aus. Mihwoch: Spielen im Friedrichshain, Freitag: Jugendheim, Frankfurter Straße 10, is Tuifionsabenb. Petersburger Biertel: Montag: Spielen im Friedrichshain. Dienstag: Gruppenabend, Die Berfammlung in bet Edertstr. fällt aus. Mittwoch: Spielen im Friedrichshain. Schule Petersburger Ettaße 4. Donnerstag: Gemeinfames Epielen mit der Arbeiter- Jugend und Gruppe Bilbosten der Arbeiter- Tugend. Wiele 4 in Treptow, Treffpunkt 6 Uhr Baltenplat. Sonntag, ben 17. Sept., gemeinsame Wanderung mit der Gruppe Westen: Arbeiter Jugend. Näheres wird noch bekanntgegeben. " Die Gruppenabende finden bis auf weiteres bei Meiners, Bülowstr, 58, tatt, Conning, ben 10. Sept., nahm, 4 ühe, swanglofes Beisammenfein. Dienstag: Mitglederversammlung. Freitag: Vortrag. Lichtenberg: Mitt woch: Organisatorischer Abend. Gesundbrunnen: Dienstag: Mitglieder. bersammlung mit der Kommunistischen Jugend und der Arbeiter- Jugend. Tagesordnung: 1. Die lepten Borgänge am 3. September, 2. Die Einigung der Jugendbelegungen. Moabit: Dienstag: Vortrag über die heutige Menton Brist Jugendbewegung. Referent: Genoffe Willi Schwars. Dienstag: Montag: Beim, Aaifer Friebrich- Straße 4. Funktionärhibung. Heim, Schierleſtr. 44, Distuffionsabend. Freitag: Seint, Schierlefte. 44, Die freibeutfche Jugendbewegung. Mittwoch: Seim, Briz, Chauffeeftr., Dis tuifionsabenb. Sonntag: Lodnigwanderung. Treffpunkt 6 the Babnhof Reutönn. Sub- Diten: Dienstag: 7 1hr Bücherausgabe ist ber@pedition Sinner, Staltzer Str. 101, 168 uhe, Schule Glogauer Str. 12/16, Unters baltungsabend. Alle Spieler Inftrumente mitbringen, Tonnerstag: Schule, Glogauer Str. 12/16, Gruppenabend, Rarishorit: Treffahrt der Stettiner nach Chorinden am 17. September. Treffpunkt 10 Uhr Bahnhof Chorinchen. Steat jahlreiches Erscheinen aller wirb erwartet, Ortsgruppe Reinidendorf- Weft. Dienstag: Funktionärfizung. Mittwoch: Leseabend für die Jugendgenossen. Donnerstag: Beteiligung der Jugend lichen sum Aufbau der SPJ.- Kindergruppe, Freitag: Gemeinfame Sufam menkunft der Arbeiterjugend und Sos. Proletarieringenbaum Bortrag des Genoffen Baul Seibel über Die Einigungsfrage", mit anschließender Dis. tuffton. Conntag, ben 17. September: Reigenabend. Berantwortlich für die Redaktion Emil Rauch, Berlin; für den Inferatenteil und gefchäftliche Mitteilungen: Karl Robler, Berlin, Berlags Genoffenfchaft Greiheit", e. G. m. 6. G., Berlin, Drud bon Gebring& Reimers, G. m. b. S., Berlin 2. 68, Ritterstr. 75. Ecrvorragend bewährt bei: Gicht, Grippe, Jogal Roeuma, Serenigus, 36chia, Nervenfchmerzen. Sogal tit bie Schmerzen und ichelbet bie Harnlaure aus. on allen Apoth.er:." Best. 64,30 Acid, acet. salic. 0406 Chimin. 12.6% Lithium, ad 100 Amyium, Ausführliche Broschüre gratis nnd franko. Fabrik Pharmacia, München 72. Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg! Haben Sie jemals den Versuch gemacht, sich von der erstaunlichen Billigkeit meiner Warenangebote zu überzeugen? Wenn nicht, dann lassen Sie sich durch nichts abhalten, die große Herbstausstellung von herrlicher Modellkonfektion, Modellhüten und Modellwäsche im Kaufhause Hermann Engel, 85, 86, 87 zu besichtigen. Landsberger Str. 85,86,87, Ulster, Raglan- Form 2975,-| Dunkelblaue Kostüme 4500, aus guten Sportstoffen ganz gefüttert Blaue Tuchmäntel 3950,- Allerleinste Nachmittagskleider 3750, mit Stepperei Pelzmäntel aus aus Persianer. 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