R Einzelpreis 3.- Mk. Die Freiheit erscheint täglich einmal als Morgenausgabe und Wontags als berdausgabe mit den Unterhaltungsbeilagen Freie Belt"" Frauen- Welt“ und„ Der Jugend- Genosse". Der Bezugspreis beträgt bei freier Bustellung ins Haus für den Monat September 150 M., im bornus aahlbar Bestellingen nehmen fämtliche Boftanstalten entgegen. Fernfbrecher: Hania 1970, 1971 und 1972. Amt Moabit 2021. Redaktionssekretariat: Dönboff 5593. Verlag und Exped. Berlin NW 40, Kronprinzennfer 27, I, Montag, den 18, September 1922 5. Jahrg, Nummer 336 Die wolfgefbaltene Nonpareillezeile oder beren Raum loftet 25,- M., einschließlich Inferatensteuer. Kleine Anzeigen: Das fettgedeudte Wort 4M., tebes weitere Wort 3, M. einschließlich Inferatensteuer Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien- Anzeigen und Stellen- Gefuche 16. netto pro Beile. Etellen- Gefuche in Wort- Anzeiget: bas fett. gebrudte Wort 3,- M., jebes weitere Bort 2, M. Redaktion: Fernsprecher Dönhoff 4190, 4191 mnd 4192, Berlin SW, 68, Ritterstr, 75, III, greiheit Berliner Organ ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Der Parteitag von Augsburg Ein gufer Anfang Aus Augsburg wird uns geschrieben: Der Augsburger Parteitag den SPD. hat be= gonnen. Sagen wir es gleich von vornherein: er be gann in einem gutem Zeichen. USPD. und SPD.- Arbeiter hatten sich zahlreich eingefunden und füllten die riesige Ausstellungshalle. In den vorderen Reihen saßen die Delegierten. Hermann Müller hielt eine nicht üble Rede, die besonders in den Teilen geschickt war, die sich mit der Einigung beschäftigten. Er schilderte die Not der deutschen Arbeiterschaft, appellierte an die Vernunft der Ententestaatsmänner und verurteilte dann in den schärfsten Worten die schamlose Ausbeutung und Bewucherung des werktätigen Volkes durch die deutschen besitzenden Kreise. Er fand starke Zustimmung aus den Reihen der Delegierten, als er erklärte, die Sozialdemokratie werde eine Erhöhung der Preise für das erste Drittel den Getreideumlage, wie sie von den bürgerlichen Parteien im volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichstages be= schlossen worden ist, nicht mitmachen. In bezug auf die Einigungsfrage war es schon bedeutsam gewesen, daß Müller betont hatte, die Sozialdemokratie sei eine sozialistische und klassentämpferische Partei. Man horchte auf, als er sagte, die beiden Parteien müßten in einem höheren Gemeinsamen aufgehen. Der Eröffnungsabend war ein vielversprechender Auftakt zum Einigungswert. Der Parteitag ist auf die Einigungsfrage eingestellt, sie wird ihm das beherrschende Gepräge geben. Die auswärtigen Delegierten griffen alle das Stichwort auf, sie bezeugten es, daß das internationale Proletariat die größten Hoffnungen auf die deutsche Vereinigte Sozialdemofratische Partei" setzt. Die Eröffnungsfißung Sonntag abend wurde der Parteitag der Sozialdemofratischen Partei Deutschlands in Augsburg mit einer Begrüßungssigung eröffnet. Neben den Delegierten füllten viele Tausende von Parteigenossen den Riesenraum. Der Parteitag wurde durch den Augsburger Abgeordneten Simon mit folgender Ansprache be= grüßt: Seit langer Zeit tagt der Parteitag wieder einmal in Bayern, zum erstenmal in Augsburg. Augsburg ist geschichtlich und parteigeschichtlich ein historischer Boden. Am Ausgang des 18. Jahrhunderts hatten wir bereits die größten Spinnereien in Augsburg. Die steigende Not und das ausgebeutete Deutschland haben nun bewirkt, daß sich die Arbeiter zusammenschlossen. Schon 1864 wurde in Augsburg eine Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins gegründet. Alsbald hatte dieser Verein 1500 Mitglieder. Er gründete eine Zeitung, und der Stiftsgarten, der mit den Groschen der Arbeiter erbaut wurde, ist heute noch ein Zeichen von der Solidarität und dem Opfermut der damaligen Arbeiterschaft von Augsburg. Die Kämpfe zwischen Eisenachern und Lassalleanern übertrugen sich damals auch auf die Augsburger Arbeiter. Erst fünf Jahre später waren die Verhältnisse reif genug, um das ProIetariat zu vereinigen. Dann fam das Sozialistengefeß, das die mühsam aufgebaute Organisation wieder zertrümmerte. Der Weltkrieg hat unseren Aufstieg jählings unterbrochen. Nach dem Krieg haben wir bei den Wahlen zur Nationalversammlung in Augsburg eine absolute Mehrheit sozialdemokratischer Stimmen gebracht. Die Zersplitterung brachte einen Rückschlag, aber wir sind trotzdem in der Mehrheit geblieben. Der Parteitag hat die große historische Mission zu erfüllen, die Einheit der Sozialdemo trate wieder herzustellen. Er wird auch dazu beitragen, damit den letzten Feind der Arbeiterschaft, die Unvernunft der Massen, zu überwinden.( Lebhafter Beifall.) Nunmehr eröffnet Hermann Müller( Parteivorstand) den Parteitag mit folgender Rede: n ernster Zeit beginnt der Parteitag feine Arbeiten. Vier Jahre Weltkrieg und vier Jahre Gewaltfrieden haben gleich verwüstend auf die Geistesverfassung so vieler Völker gewirkt. Das Ende des Krieges brachte nicht das Ende der Not. Das deutsche Volt steht vor einem Winter, wie er drohender für die Maffen und damit auch für den Staat nicht einmal während des Krieges war.( Buftimmung.) In den Reihen unserer Kriegsgegner ist auch heute noch nicht die Erkenntnis vorhanden, daß der Wiederaufbau Europas zur Vorausseßung hat, daß ein Sechzig- MillionenBolf wie das deutsche leben, arbeiten und kaufen will. Wenn nicht noch in diesem Jahre eine europäische Konferenz die Reparationslasten auf ein erträgliches Maß herabjekt, und sich ein Weg nach einem internationalen Schuldenausgleich nicht eröffnet, wird es mit Europas Herrlichkeit sehr bald vorbei sein. Der Weltkrieg wurde beendet mit dem Ver= Sprechen für die Aufrichtung eines dauerhaften Friedens in der ganzen Welt. Soll das eine der größten Lügen der Weltgeschichte bleiben? Das bisherige Verhältnis ist eine schwere Schädigung der Demokratie in Europa. An dem vergossenen Blute Erzbergers und Rathenaus find gewiß in erster Linie die deutschnationalen Hezer schuld, die das Morden des Krieges als Brudermord fortießen. In zweiter Linie find am Tode dieser deutschen Republikaner jene verblendeten Entente polititer schuld, die das mit Wunden bedeckte deutsche Volt nicht zur Ruhe kommen lassen. Die deutsche Demokratie hat in den letzten Jahren Uebermenschliches geleistet, um die deutschen Verhältnisse zu konsolidieren. Wenn aber nicht bald mit jedem tödlichen System der politischen Provoka: tionen und der ökonomischen Unterdrückungen gebrochen wird, so wird der Tag der Katastrophe für das schwerleidende deutsche Volf bald hereinbrechen. Dann wird der gewaltige Kräfteaufwand der letzten Jahre nublos vertan sein. Das Schicksal Desterreichs und Rußlands sollte eine Warnuna sein. Vernunft im Lager unserer früheren Gegner und stärkster Wille zur Selbstbeherrschung im Innern können allein Hilfe bringen. Soll dieser Wille im Junern nicht getötet werden, so muß auf das Eristenzminimum der breiten Massen des deutschen Volkes Rücklicht genommen werden. Die Arbeitskraft ist unier foftbarstes Gut. Ihre Gefährduna macht iede Wiederherstellung Deutschlands unmöglich. Heute aber ist das Existenzminimum des werftätiaen Volkes infolge der Preisentwicklung für alle notwendigen Lebens- und Bedarfsartikel in schwerster Gefahr. Die be fibenden Klassen reden von einer Notgemeinschaft, zu der sich alle Deutschen zusammenschließen müßten. Sie verfündigen fich aber aeaen diefen Gedanken, indem sie nicht mithelfen, um dem Volk eine eiserne Ration an Brot, Kartoffeln, Fleisch und Rucker zu erschwinglichen Preisen zu sichern. Wir haben vom Segen der freien Wirtschaft genug, die für das arbeitende Volt nur züaelloseste Ausbeutung bedenkt. Händler und Produzenten sind ihrer Habgier unersättlich. Der Reichstagsausschuß hat am gestrigen Sonnabend mit den Stimmen aller bürgerlichen Parteien seine Zustimmung dazu gegeben, daß für das erste Drittel des Umlagegetreides der Preis um das Vierfache erhöht wird. Wir haben gegen die Durchführung dieses Beschlusses, dem jede gesetzliche Grundlage fehlt, in einem Telegramm an den Reichskanzler Beschwerde eingelegt und erklärt, daß, wenn das Kabinett dem zustimmen sollte, wir die Verantwortung ablehnen für alles das, was in diesem Winter tommt.( Bustimmung.) Welche Brotpreise sollen denn die Folge solcher Getreidepreise sein? Unsere Agrarier scheinen zu glauben, daß in Deutschland 20 Millionen Deutsche zu viel leben. Für die Armen und Kinder würde die Durchführung dieses Beschlusses den Hungertod bedeuten. Die Freiheit, die die Kapitalisten meinen, ist nichts als die Zwangswirtschaft der Kartelle, die das Volk je nach dem Stande des Dollars ausGeuten. Diese Patentpratioten machen ihre Geschäfte nur in Dollars und englischen Pfunden und machen dadurch die deutsche Mark zu einem Papierfeben. Hier einzugreifen, ist dringendste Pflicht des Staates und höchste Zeit. mung.) Gerade diese Ereianiffe zeigen uns, daß der Klassenkampf nach wie vor ( Zustim Gesteht. Wir denken nicht daran, den Klassenkampf aufzus geben. Die Arbeiter haben die deutsche Republik gegründet und werden dafür sorgen, daß sie keine Geldiacrepublik wird. Auf bayerischem Boden der Kampf der banerischen Mez aktion gegen das Reich, während Poincaré das Reich be= drohte, war ein unerhörter Skandal.( Stürmische Aurufe.) Wir werden die bayerischen Arbeiter im Kampf gegen diese Reaktion nach Kräften unterstüben. Wir sind in Deutschland vom Einheitsitaate noch weit entfernt, wenn ein Treiben, wie das der banerischen Reaktion, überhaupt möglich ist.( Sehr wahr!) Die deutschen Arbeiter haben lange jede fremde Bedrückuna abgelehnt, aber ebenso scharf wenden fie sich gegen jeden Partikularismus. Wir find uns des Kampfes gegen die Reaktion mehr bewußt als bisher. Wir, die wir das Glück haben, das Ende des Bruderkrieges unter Soziliften zu erleben, wir haben inzwischen mit demselben Eifer wie unsere großen Vorkämpfer für unsere Ideen weiter zu werben und zu wirken. Beide sozialistischen Parteien wurden zusammengeführt im Kampfe zum Schutze der Republik. Ihre Spaltung, die der festigung der Republik sehr zum Schaden gereichte, wird für immer der Geschichte angehören. In der Berantwortung für das Geschick der vom inneren Feind bedrohten Republik gehen beide Parteien in ihrer höheren Einheit auf. Wir sind uns der Schwere der uns barrenden Aufgaben voll bewußt. Auch vereinigt werden wir morgen noch nicht den Himme stürmen. Die Wiedervereinigung der beiden sozialdemokratischen Pars teien muß unsere Werbetraft verzehufachen. Die in den Zeiten des Bruderfampses gleichgültig gewordenen müssen wieder herangeholt werden. Die deutsche Arbeiterklasse kann fich, wenn sie nicht wie Sie Russen verelenden soll, den Zurus der gegenseitigen Bekämpfung nicht mehr leisten. Wenn wir auf dem Boden der Wirklichkeit sicher vorwärtsschreiten, fo werden wir vici eher ans Biel fommen, als jene wilden Stürmer, die sich im Wesel der Phrasen verlaufen. Wir sind von ganzem Herzen zur Einigung bereit und der gleiche Wille wird unsere Bruderpartei in Gera beseelen. Wir stehen am Ende eines Abschnitts der sozialdemokratischen Gea schichte Deutschlands, der sehr viel bittere Tage enthielt. Aber trob aller Stürme der Reit sind wir die Massenpartei des deutschen Proletariats geblieben, von der die Geschichte in einem neuen Abschnitt neue Taten verlangt. Im Auftrage des Parteivorstandes eröffne ich hiermit den Parteitag. Möge er rasche und gute Arbeit leisten, und dann auf nach Nürnberg, auf zum Zusammenschluß der sozialdemokratischen Parteien Deutschlands!( Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Nach der Rede des Genossen Hermann Müller schreitet der Parteitag zur Konstituierung des Bureaus. Zu Vorfizenden werden gewählt: Wels- Berlin und Simon- Aitgsa burg, zu Schriftführern: Panzer- Bayreuth, Schaffner- Hannover, Frau Todenhagen- Berlin, Fintenhock- Elberfeld, Kircha ner- Altona, Riedmüller- Köln, Siebold- Leipzig, Düring- Ulm, Hertwig- Neiße. Für die Mandatsprüfungskommission werden gewählt: Händler- Dortmund, Diez- Plauen, LehmannFrankfurt a. M., Kanjer- Bandsberg a. d. W., Frau Bollmann Halberstadt, Rahn- Singen, Buchwig- Görlig. Ries- Jena und Frau Babe- Hamburg. Zur Tagesordnung schlägt Wels namens des Parteivorstandes vor, bei Punkt 1 die Behandlung der Frage Internationale und Einigung des Proletariat 3" abzutrennen und als beson= deren Punkt Mitte der nächsten Woche zu verhandeln, also zu einem Zeitpunkt, an dem auch auf dem Una5hängigen Parteitag in Gera die Einigungsfrage behandelt wird. Der Parteitag stimmte diesem Antrage zu. Der von Hamburg und einer Reihe anderer Orte gestellte Antrag, die Frage der Neugliederung des Reiches auf die Tagesordnung zu setzen, wird abgclehnt, nachdem Wels vorgeschlagen hat, diese Frage in Ruhe auf einem späteren Parteitag der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei zu behandeln. Ebenfalls abgelehnt wird der Antrag, die Frage der Bekämpfung der Wohnungsnot erneut vor dem Parteitag zu verhandeln. Ueber die Wohnungsnot und ihre Befämpfung ist bereits vor zwei Jahren ausführlich verhandelt worden. Nachdem nun die Tagesordnung des Parteitages festgestellt worden ist, begrüßt Wels die zahlreich er schienenen Vertreter der ausländischen Brudenparteien. Hieran schließen sich die Be grüßungsansprache it der Ausländer. Unter lebhaftem Beifall sprechen Stauning- Dänemart, Davis- England, Moeller- Schweden und Rosbroed Belgien sowie Aster- Prag. = Stadtratswahlen in Braunschweig Braunschweig, 17. September. Bei den heutigen allgemeinen Wahlen der unbesoldeten Mitglieder des Rates der Stadt erhielten die Liste der sozialdemokratischen Partei 5588, die Liste der Unabhängigen 14 508, die Liste der Kom munistischen Partei 4823, die wirtschaftliche Einheitsliste 22 006 und die Liste der Deutsch- demokraitschen Partei 3215 Stimmen. Die Zahl der Wahlberechtigten betrug 98 148. * In Braunschweig zeigte sich, ebenso wie bei den kürzlichen Gemeinderatswahlen in Thüringen, eine große Wahlmüdigkeit in den Kreisen der Arbeiterschaft. Nur 50 Prozent der Wahlberechtigten sind zur Urne geschritten, und namentlich waren es die Arbeiter, die von ihrem Wahlrecht keinen Gebraucht machten. Den Nutzen davon hatten die Bürgerlichen, die in Braunschweig eine riesige Agitation entfaltet hatten und dank dieser Agitation ihre Anhänger ziemlich restlos auf die Beine brachten. Eine Wahl im Elsaß Varis, 18. September. Nach einer Meldung des Jour nal" aus Straßburg haben die Wahlen zum General. rat in Niederbronn folgendes Ergebnis gehabt: der tommunistische Kandidat erhielt 1450, der Kandidat des Na tionalen Blocks 1403, der Radikalsozialist 427, die Elsässische Partei( 3orn von Bulach) 301 und der Sozialist 42 Stimmen Es findet Stichwahl statt. Und die Wirkung? Tor etlichen Monaten, als Herr v. Gerlach seinen NuS- tritt aus der demokratischen Partei erklärte, weil diese sich immer mehr der stinnesierten Deutschen BoltSpartet näherte, wurden in den wenigen noch wirklich demokratischen Kreisen jener Partei Proteste gegen die Haltung der Partei laut. ES bildete sich unter dem Namen«Gesellschaft für republikanisch- demokratische Politik" eine Oppositionszelle, um die wenigen ehrlich-demokratischcn Elemente zu sammeln. Ton dieser „Gesellschaft für rcpublikanisch-demokrattsche Politik" hat man seit ihrer Gründung wenig gehört, sie hat auch nur ge> ringen Anhang gefunden, da eS mit der Demokratie inner» halb der demokratischen Partei sehr schlecht bestellt ist. Nach- dem nun neuerdings die Strömung innerhalb der bemokra- tischen Partei, eine bürgerliche Arbeitsgemeinschaft alS Gegengewicht gegen die Bereinigung der sozialistischen Par» teten zu schaffen, stark gewachsen ist, wendet sich die„Gesell- schaft für republikanisch-demokratische Politik" mit einem Aufruf an die Oeffentkichkeit, in dem eS heißt: „Soll die deutsche Politik diesen Zustand der Lähmung überwinden, so kann das nur geschehen durch ein engeS Bündnis zwischen der Sozialdemokratie und denienigen Kreisen in der Demokratie und im Zentrum, die entschlossen sind zu einer ent- schieden demokratischen Politik, die allein imstande ist, Ruhe und Sicherheit im Innern zu verbürgen, zu einer weitsichtigen internationalen Politik, die nicht nur der Welt einen dauernden frieden, sondern auch dem eigenen Vaterlande die äußere Sicherheit und die Möglichkeit einer selbständigen Entwicklung schafft, und zu einer groß- zügigen sozialistischen Politik, die durch die Brechung beS Bodcnmonopols die Arbeit von der Knechtung durch das Kapital befreit und dem Arbeiter den vollen Ertrag setner Arbeit sichert. Eine solche Verbindung allein kann eine leistungSfähtge Parlamentsmchrhcit und eine darauf gestützte. arbeitS- fähige Regierung ergeben. Wer es darum mit der Politik wohl meint, muß eine solche fozialistisch-demokratische Arbeitsgemeinschaft er» streben. Sie vorzubereiten ist die Aufgabe der Gesellschaft für republikanisch-demokratische Politik." Der Aufruf dürfte bei denjenigen Kreisen, an die er sich «endet, wenig Beachtung finden. Der Parteitag der Demo- kraten in Elberfeld wird de» Beweis erbringen, daß die „Demokraten" stürmisch die Preisgabe der Demokratie wünschen. Der Separatist Dr. Heim Der yührer der bayerischen BalkSpartei. Dr. Hei«. hat, wenn immer er wegen seiner auf die LoSlösung Bayern» gerichteten Bestrebungen sestzenaselt wurde, stets geleugnet und sich als treuöeutfchir Biedermann hingestellt, dem nichts ferner liege, als solche Bestrebungen zu hege». Mit di.se» «bleugnungen beschäftigt sich die„Glocke" in ihrer neuesten Nummer und zitiert zur Kennzeichnung Dr. HeimS aus einem Artikel, den er am 1. Dezember 1018 im„Bayerischen Kurier" veröffentlicht hat, folgend« Sätze: „Auch wir vom bayerischen Standpunkt aus müssen den engsteu Zusammenschluß von Bayern, Vorarlberg, Tirol, Steiermark. Oberösterreich wünschen. Abgesehen von der Etammeszugehörigkett. dem gleiche« BolkScharakter, dem gieichen Empfinden, ist dies« Gruppierung vom Wirtschaft- .licht» Standpunkt aus für Bayern außerordentlich wertvoll." Ferner: „Wenn feststeht, daß die Alliierten niemals zugeben wer- den. daß da? alte Deutschland durch Oesterreich vergrößert wird, dann hat Bayern nur die Wahl zwischen zwei Mög- lichkeitcn. Eutwcöcr c0 bleibt im Gefüge drS alten Reiches, dann muß eS auf diese glänzende Perspektive verzichte», oder Bayern vollzieht und erstrebt diesen Anschluß. Meiner Ansicht nach kau« nur das letztere in Betracht kommen." Dr. Heim schildert dann die Notwendigkett. daß Bayern vnd Westdeutschland sich abkapseln, yn Rorddeutschland herrsche Korruption und werde deshalb verarmen. Bayern muß sich schon aus diese» Grunde mit der Hoffnung späterer WM», III 1.1 III.......................■IIIIII HIIIW lieber die Enlschädigung abgesetzter Monarchen Aon Hanni Ball. Ich erinnere mich, als Knabe in dex GeschichtSstund« von her Vertreibung des DarquiniuL Superbus gehört zu haben. Ob die Römcrrepublik dem Davongejagten eine fette Pen- siost ausgesetzt hat, ist mir nicht bekannt, dürfte aber ziem» lich unwahrscheinlich sein. Dem Brttenkönig Karl und dem Franzosen Ludwig Eavet erging eS noch viel schlimmer. Bekanntlich wurden »ies-n die gekrönten Häupter abgeschnitten. Bei dem erster«.« soll der Henker allerdings vor der Enthauptung einen ehemaligen lömglichen Herrn alleruntertänigst um " erzeihung für diese Respektlosigkeit gebeten haben. Aber Jeld hat weder der abgehalfterte englische Monarch, noch dessen vom gleichen Schicksal betroffener französischer Kollege jemals von der republikanischen Regierung feines .'ßudeS gesehen. Auch Riky, der Freund de» deutsche» FriedenSkatserS" Wilhelms deS Letzten, hat bekanntlich ei» ähnliches unrühmliches Ende genommen. ES ist zu b«. kannt, um nochmals hier geschildert zu werden. Die Deutschen sind im Gegensatze zu den andern Na- tionen viel humaner gegen ihre früheren Potentaten. Mi: Sem gebührenden Respekt werfen sie den früheren aller- höchsten Herrschaften immer neue Papiermilliarden alS Ab- inbungSfumme in die Hände.- Sie geben so den Erzfeinden -er Republik reichlich Mittel, die von diesen dazu benutzt werden, den Bestand der jetzigen StaatSform zu gefährden. Wahrlich, wäre dies nicht so tragisch, man könnte darüber lache».--- Trotz erdrückender ReparationSlasten, trotz kaiastropha- l«r Geldentwertung und Teuerung wirb weiter abgefunden. Und die hohen Herrschaften, die tränenden AugeS stets ihre Vaterlandsliebe beteuern, denken gar nicht daran, auch nur auf einen Teil ihrer in Deutschland befindlichen Güter und Werte zu verzichten, um dem um sein« Existenz schwer ringenden Volke das Dasein zu erleichtern.— --- Schöner Patriotismus! Aber e» gibt bekanntlich bei uns Leute, die ihre nationale Gesinnung dadurch zum Ausdruck bringen, daß sie die Rückkehr beS„fliegende« Holländers" oder eines SohneS desselben stürmisch herbei- wünschen. Wiederveremigung unbedingt abtrennen und von Sem wirk- schaftlichcn Zerstörungsprozeß durch die eigenen Volks- genossen soviel wie möglich freihalten. Aehnliche Erwä- gungen haben bereits in den übrigen deutschen Bundes- staaten Boden gewonnen, selbst bis in die Reihen der alten Sozialdemokraten hinein. Ich erinnere an die sehr deut- lichen Bekundungen von Hessen, Baden, Württemberg. und erinnere ferner an die Bewegung in der Rheinprovinz und in Hannover. Bei einer derartigen Reu- gruppierung Deutschlands wird die Entente einer Angliede- rung der Deutschen Oesterreichs keine Schwierigkeiten ent- gegensetzen, und ich halte diesen Neuanschluß de: Deutschen Oesterreichs an Bayern als besonders im bayerischen Jnter- esse gelegen. ES ist die Reitung und die Zukunft Bayerns, die einzige Möglichkeit, für ein W-iederaufblühen beS Wirt- schaftSlcbenS in Bayern, die einzige Rettung vor einer Ver- armuug Bayerns." Also Dr. Heim. Und in der Folgezeit liegen noch»eitere nicht minder gravierende Aeußerungen von ihm vor. Nichts- destoweniger wird dieser Bauerudoktor nicht anstehen, die Anschuldigungen gegen ihn alS böswillige Unterstellungen zu bezeichnen, um in der Pose eines RcichSsreundeS zu er» scheine» 5»*? de« Zusammenfchluy Ser ,V»r»ärtS" zum Parteitag von AvßSburg Der Ghesredakteur de» vorwärts", Friedrich Stampfer. fast i» Leitartikel»»» Sonnt«« von dem sozialdemokratl- fchen Parteitag in LusSSurg, baß er ein Parteitag der Einigung sein»erde. Z«eifell»S«erde dort dem AktionS- Programm iugestimmt und die Beschickung deS Nllrn» Seraer EinigungStageS tcschloffe»»erden.— Stampfer fährt fart: „Die Opposttinn t, der UnnSGSngtgen Goztakdemokrati« hat sich auf einen Satz gestürzt, der hier im„SorwärtS" stand und in de» gesagt»ar, das Einig ungSprogramm for- dere von den Anhänger» des Görlitzer Programms keine Preisgabe ihrer Ueberzeugungen. VIS ob das nicht das srlSstnerständlichste Ding von der Welt war«. Eine Preisgabe ihrer Ueberzeugungen wirft »efter» o n der einen Seite,«och von der an- deren geferftert. Aber über diese fortbestehenden Meinungsverschiedenheiten wird die eine gemeinsame Ueberzeugung gesetzt, daß für die Masse de» arbeiten- den BolkeS die Einigung eine Frage auf Tob und Leben ist und daß darum die Schaffung einer aktianSfähtgen höhere» Einheit nicht länger aufgeschoben«erden darf." Gegenüber den Knmmuntste», tie barauf hinweise», daß sich in den Auffassungen der beide» sazialdemvkratische» Parteien in de« letzte» Fahren Wandlungen vollzogen hätten, erinnert Stampfer daran, mir sehr sich gerade die kommuntsttsche Partei gewanftelt habe. Sie sei eine Wahl- Partei geworden, sie«lauSe nicht mehr an eine Ausbreitung der russischen Sbenalution zur Seltrenolution und an einen nahen Einsturz der»anzen kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Au» der Zerrtssencheit ihrer theoretischen Grund- stellung erkläre sich die a»scheuliche Unwahrhastlgke-t und Heimtücke ihrer KampfeSmeise. „Desto notmenftige? ist eS", s« sagt Stampfer,„daS Mög- liche nicht zu versäume»� Die Möglichkeiten eines festen Zusammenschlusses der gesamten ArbetterSewegung sind mit der bevorstehenden Einigung der Seiden sozialdemokratischen Parteien nicht erschSpft. Klarer alS bisher muß eS in das Bewußtsein aller treten, daß die politische, die g e« »erkschaftliche und die genossenschaftliche ve- wegung drei Aeste beS gleichen Stammes sind. An dieser I Beziehung können die Lohn« und Gehaltsempfänger noch viel von ihre« sozialen Gegnern, den Unternehmern, lernen. Sie sehen, mit«elcher Kraft sich das Kapital hinter jene Parteien stellt, von denen eS eine Förderung setner Pläne erwartet. Da» Kapital erkennt ganz richtig, baß die Par- teien und die Presse die eigentlichen Faktoren des politischen Handeln» sind.' Sie, soweit sie ihm zugänglich sind, zu seinen Fnsttumenten zu mache», und damit den Klassenkampf> Knpfersttch» nnd in Treptow. Bon fter Pressestelle de» Be»i:ra«mts Treptow wird uns geschrieben: Fm«roßeu BstzunaRaal de» Rathauses in Trev- tow wird un» in den Tagen oo« 17. September bis 1. Ok- tober eine Kunstlchau voraefübrt. Beranstalter ist daS BolkSbrldunaSamt vom Bezirksamt Treptow, dessen Bemübunaen e» aelunaen ist. den Bund für Schul- bunstauSstellunaen. die Retchöör uckerei und einige kunstgewerbliche Firmen Berlins alS Aussteller zu gewinnen. Eine SunstauSstellun» ist immer ein Ereignis und dann ganz besonders, wenn sie in kleinem Maßstab, auf engem Raum gezeigt wird. Unsere RtesenkunstauSstellungen. dle in Berlin immer Sann einsetzen, wenn der Winur zu Ende ist und die warmen Strahlen der FrüHlingSlonns durch daS Glasdach der AuSstellunaShalle am Lehrter Bahnhof neu- gierig gucken, sind doch gerade weaen ihre» riesigen Um- fangeS mehr ein« Auacnaual als eine Augenweide. Der wirkliche Kunstgenießer ist dem Feinschmecker zu vergleichen. der wenig, aber dafür nur wirklich Vorzügliches in sich aufnimmt. Gute Kunst ist immer eine Delikatesse für da» Luge, für das Gefühl. Man aenteßt sie am liebsten im stillen, kleinen Kreik. im rirblaen aber tiefen Versenken in daS einzelne Kunstwerk, auch im Genügen mit nur wenigem, tv der innigen Freude über die Qualität deS Gezeigten. Darum war e? ein glücklicher Gedanke, eine AuSstelliuna von Dürers Graphik i» die stillen oberen Räume de» Treptower RatbauleS zu legen. Dürerblätler »ollen mit viel innerer Freude, mit liebendem Auae be- trachtet lein, denn sie sind voll inniger Liebe zur Natur. voll heller Begeisteruna für alles Schöne, voll tiefer Sehn- sucht nach dem Ewigen.?Zü Blätter werhen uns voraesübrt. sogenannte RetchSürucke. Die Reichsdruckeret besitzt ein geradezu vollendetes Berfahren in der Wiedergabe von Stichen und Holzschnitten alter eMister. Eft ist ein Wage- stück, neben Dürer uoS moderne Kunst vorzuführen. Wer- liner Künstler, Künstler de» Bezirkes Treptow sind die Aussteller Darum ist die Ausstellung eben«in EretaoiS. Schulknnstausstellunaen wollen ganz andeS der Fugend die Kunst zum Erlebnis machen. Welch ein glücklicher Gedanke! Kinder sind gar oit die besten Wegführer zur Kunst, denn sie sind noch vorurteilslos, si« sehe» noch naiv. Wer»och Augen im Sooft und et» fühlendes Ser.z in der Brust hat. der komm«. Lehrer und Schüler. Arbeitsmann und Kops- arbeiter. Fhr alle seid herzlichst eingeladen. Labt den All- tag draußen, hier ist FeiertagSftimmuna. kommt und ge- meßt: nach außen still ohne Kunftgelchwätz. im Fnnern voll edler und lauter Vcaelsterung. Dann ist Euch die Kunst daS geworden, was sie sein will: ein unerschöpflicher Born edelster Freude, eine gestillte Sehnsucht Eurer Seele, ein rechter Gottesdienst. um die politische Macht in seinem Sinne zu entsches« den, ist sein unablässiges Bemühen. Ungeheure Mittel wer« den zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt." Die Einigung der deutschen Sozialdemokratie, so schließt Stampfer, werde nur dann die erhofften Früchte tragen, wenn sie sich auch international auswirke- In der Tat werfe sie die letzten Schranken nieder, die zwischen der Zweit enJnternationale und der Wiener ArbeitSgemein- schaft noch bestanden. Zwischen den beiden sozialdemokrati» schen Parteien könne es jetzt nur noch einen letzten Weit» streit geben, nämlich den, welch« vou beiden die Einsicht in die Notwendigkeit der Einigung geschlossener und würdiger in die Tat umsetze. 120000 Gpfer in Smyrna lEP.s Athen, 18. September. Die Flüchtlinge au» Smyrna berichten, daß bei dem Brand der Stadt 120 00 ü Menschen ums Lebe» gekommen sind. Englands türkische Sorgen London, 17. September. sReuter.i Lloyd George, «hamberlain. Birkenhead. Worthinaton Evan». Hörne und Churchill hatten heute in EheguerS eine Zusammenkunft, aus der si« die Be» ratunq der türkischen Fraae fortfetzten. Sie waren während deS aanzen TageS in ständiaer Berdinduna mit dem Staats- sekretär für auSwärtfae Angeleaenheiten und den Lon- daner ReglerunaSItellen. Morgen mittag nnrd in Downina- street ein KabinettSrat abgehalten werden. Der serbische Minister des Acußeren wird morgen in London eintrefsen. um sich mit Lloyd George und dem Staatssekretär für auS- wärtfge Angeleaenheiten zu beraten. Melbourne. 17. September. Nach Beratuna mit dem Aa- binett reilte H u a k e S mit. daß die australische Regierung bereit sei. Truppenkontingente zum Rahe« Osten zu senden. falls dies notwendia werde. London. 13. September. Neufeeland beschloß die Ab� senduna von Truppen zum Kampfe a ea e n die K e m a l i st e n. lEE.f London. 18. September. Die englische Einladung an die Dominions. Truppen nach den Darda- nellen zu entsenden, rief bei der kanadische.» Reaieruna außerordentliche Uebcrraschuna hervor. Der Ministerpräsident Mackenzie Kina erklärte, daß erst ein heute stattfindender Ministerrat über diese Anaeleaen- heit entscheiden würde. Ter Krieasminister Graham er- klärte. Truppen könnten nur abgesandt werden, wenn daS kanadische Parlament eS gestattete. Der Ackerbauminister E a r o n meinte. Kanada müsie es«ich noch sehr aeuau über- legen, ob eS sich in einen neuen Krieg einlassen könne. lEE.i Kapstadt. 18. September. Fn aut unterrichtete« politischen Kreisen hält man es für unwahrscheinlich. daß die Südafrikanischen Union Truppen«ach den Dardanellen entsenden werde. Nationalisten und die Arbeiterpartei wenden sich acaen diesen Antrag. sEE.i Montreal. 18. September. Das Mitalied deS indischen Staatsrats Sringrafa Sastri hielt im Reform-Elub zu Montreal eine Rede, in der es betonte, falls Enalaud den Kriea an' die Türkei erkläre, würde es sich 7ö Millionen Muhamedaner entfremden, und ein derartiges Ergebnis wäre bejammernswert._ Frankreich will nicht sEE.) Paris, 18. September. In hiesigen politische« Kreisen wird der Gedanke, Truppen nach den Dardanellen abzusenden, abgelehnt. Gewiß habe Frankreich das größte Fntercsse, die Freiheit der Meerenge und den Zutritt zum Schwarzen Meer zu schützen, aber dazu wären KrtegSvor- Bereitungen auf dem Balkan ein ungeeignetes Mittel. Man erklärt in Paris, die englische und französische Flotte im Marmarameer verfüge über genügend Kräfte, um jebe« Offensivversuch der Türken abzuwehren. An eine wirk- samc Hilfe durch die Truppen der englischen Dominions glaubt man in Paris nicht, da die Gefahr durch die Kema- listen im gegenwärtigen Augenblick bestehe, jedoch noch viele Monate vergehen könnten, ehe aus den Dominions Truppen gelandet werden könnten. Wie daS Tabakmonopol in Oesterreich entstand. Die allerwenigsten Menschen wissen, daß die Jagdletdeuschaft des Kaisers Leopold V. die Sckmld trägt, wenn die Österreicher schon seit langem Monopol-BirginiaS und Trabuko» rauchen müssen. Leopod hatte um 1670 nicht Geld genug. um seine Jagd im Lande ob der Ems zu unterhalten. Da erbot sich der Oberst- und Landjägermeifter Fr. Kheven- h ü l l e r, die Summe zu beschaffen, wenn ihm für den ge- nannten Bezirk ein Tabakeinfuhrmonopol aus 12 Jahre ge- geben würde. Er erhielt es und stellte Unterpächter an. Ter Jesuitenpater Balthasar, des Kaisers Beichtvater. machte dann dasselbe Geschäft im Großen und schloß für alle anderen Provinzen Pachtverträge ab. So kamen die Ocsterrcicher zum Monopol. Ein klassisches Betspiel, wie Fürsten und Diener der Kirche sich auf Kosten de»»in Ehrfurcht ersterbenden dummen Volkes" die Taschen füllte». Der erste englische Lehrstuhl für Tuberkulose ist jetzt an der Univer-sttät Wales errichtet worden. Aerzte. die fünf Jahre lang sich nur der Tuberkulose widmeten, können bort ein Diplomexamen w Tuberkulose-Behandlung machen. Tagesnotizen S» bn SoIlMuDne, Sftee.'et am Bülowplatz, sind Bei d-r ErNausftlftnme »en iöiucnsijccn- SiBtnfanS»Ueb-r btc»rast(8. Teil) am Dienstag he» 19. Setü.mBti, tlc Hauptc-tten vte folgt befehl: Holger— Georg Suguf Noch, Statt— Brie SliBerti. Cliaä Sang— Hans Rehmann. Nahel—» Rose Steuetmann. HalBs i— KötUUan eummetflcbf. Anler— öutbo Her« seid, Pohann SBetc— RiAatb Leopold, Slam— Ouiim Sachs. In>»ichtigei« Rollen sind ferner beschäftigt die Hnren: Jos» Almas. Harr» Berber, Aug. Job. D.efcher, Kur! EggerS.Kästner, Hans Felix, HanZ Halden, HanS Hatnlet. Hann? Jleuiftng, Ferowans Steinbofar. Hanl Schultze: die Same«! Uliabe Tloch, Lilli Schliiidorn. Regie i Wolsgang Hoffmann Harnisch, Sübnoii- bilde-: Hans Strobbtch. v'uiii' Aoisgang geller. Fst leutfche» Theater befindet sich Frattl Dedelinds-Slmfon" mit Heinrich George und Agnes S-raut, als simfon und Deiila in Sorberettung. Sie Regte führt Richard Rbvy. Im Lefsiag.Theater beginnt der Norderlauf für das Gastspiel des Ge» famt.EnfembleS de» SioSlauer chünstler-TheaterS mit StsBietamSIl) an der Spitze cm Mitinna:. den 20. d. St. Erfte Aufführung am 26. d. 3)1.:»Zar Feodor Sbenmitaltfch" von tlieiej Tolstoi. Um Theater i. d Rouiggrätzer Si-asje ist ti, erste Ausführung van Grill. parzerS, Jüdin von Lolrdo" auf Sonnabend, den ZZ. September, iesigefetzt morden. Sie Selorot onS« und Koflümentivürfe stammen von Hermann »redan. Theater i d.»ommoodamenftrahe. Sie für lisiontag. den II. d. Vi.- »ngaietzlen Grftauffübrungen„Trr T-inzer unserer lieben Frau" und.Sek Fremde" mutzten injolge technischer Schtvierigleilen auf Mitttvoch, da» 80. d. 3». derf hob-n-»erden. Subtuig Frnerbach.Gesrllfchaft. tzn Erinnerung an den 50. TodeSIaS dieseS unsterblichen ItdstcrS soll eine Ludwig Feuerbach-Gesesifchaft gegrüf- det werde» zur wtoenschafsiliden Durchsorschung seiner TZerke und Dee- dreitung seiner G- anleit. Zuschritten erbeten an Sr. Otto 3utluä#uf9«' I. Zt. Schöneberg-Le.lin. LanüZhuter Strafte 3S. Vervierfachung des Brofpreises Wenn Agrarier früher Wünsche äußerten, so war Bies gleichbedeutend mit einem Befehl für die Negierung. Ihre Forderungen wurden erfüllt, die 3ölle auf Getreide ständig erhöht und damit die Preise für Inlandgetreide ständig gesteigert. Zwar ist der Zollwucher gefallen und besteht in seiner früheren Wirfung nicht mehr, aber nichtsdestoweniger ist der Brotwucher geblieben. Seit der Festsetzung des Preises für Umlageges treide laufen die agrarischen Kreise Sturm gegen die angeblich ungenügende Preisnormierung, die die Produktion hemmen soll. Am liebsten möchten sie die Umlage überhaupt beseitigen, doch stehen dem gewisse schwerwiegende Bedenken entgegen. Aber für die Erhöhung des Umlagepreises segen sich nicht nur die Agrarier, sondern auch die Demokraten und das Zentrum ein. Und am Sonnabend in der Sigung des Ausschußes zur Begutachtung der Preise für das abzuliefernde Brotgetreide wurde das Ungeheuerliche Geund Mecklenburg nur für eine mäßige, die aber auch nur durch den Reichstag vorgenommen werden könne. Nach einer Pause, in der die agrarischen Mitglieder unter fic tagten, brachte Schiele( Dnat.) den Antrag ein, die Um lagepreise entsprechend den Inderziffern für August. September und Oftober feftaufeben, außerdem aber den Ernteausfall des laufenden Wirtschaftsjahres zu berüdsichtigen. Diefer Antrag bedeutet eine Vervierfachung des vom Gefeßaeber für das erste Drittel festgefekten Preises. Vor der Abstimmung erklärte Genoffe fellisch zugleich im Namen von Bästlein, Herb. Käppler und Knoll, daß fie fich an der Abstimmung nicht beteiligen werden, um sich nicht an einer gefeßwidrigen Handlung zu beteiligen. Sie feien auch gezwungen, jede Verantwortung für die Folgen eines bejahenden Beschluffes abzulehnen. Die Abstimmung ergab die Annahme des Antrages Schiele mit 11 gegen 3 Stimmen, bei Enthaltung der sozialistischen Mitglieder und des Deutschnationalen v. Oppen, ber fich felbft gegen diefen Beschluß die Opposition des Reichslandbundes offen halten will! Groß- Berlin Die Straßenbahnwartehallen Die städtische Verkehrsdeputation beschäftigte fich mif Sem Brojeft ber Bartehallen für Sie Berliner Straßenbahn. deren Aufstellung durch ein Privatunternehmen bereits vor längerer Reit seitens der Deputation genehmigt worden war. Die Ausführung dieses Planes hat fich aber dadurch verzögert, daß die Tiefbaudeputation, der der Bertrag zur Prüfung vorzulegen war, Schwierigkeiten machte. Es wurde nun gestern beschloffen, auf größte Beschleunbauna des Projektes au dringen und der Stadtverordnetenversammluna alsbald eine entsprechende Vorlage augehen au laffen. damit noch in diesem Jahre mit dem Bau von achtzia artehallen im ganzen Stadtgebiet begonnen werden fann. Bet diefer Gelegenheit sei darauf verwiesen, daß diese Wartehallen der Straßenbahn teinen Pfennig Unkosten verurfachen, ihr vielmehr einen bestimmten Gewinnanteil aus Einnahmen für Verpachtung der vorgesehenen Vera bringt jede der neuen Haltestellensäulen einen garantierten Mindestbetrag von 4000.. voraussichtlich aber das ZweiBis Dreifache dieser Summe. wißheit: die Erhöhung des Umlage- Getreidepreises um Erhöhung der Güfer- und Personenfarife tenfeltände fowie der Retiameflächen garantieren. Ebenio das Vierfache beschlossen. Und zwar gleich für das erste Drittel des Umlagegetreides. Zwar hatte der Ausschuß hierzu keine Befugnis, aber was scheren sich die Herren um Befugnisse! Ueber die Sibung acht uns folgender Bericht zu: Den am gestrigen Sonnabend zusammengetretenen Auß fuß, der im Umlagegeseb zur Festiebung der Preise für Umlagegetreide vorgesehen ist, und der aus je 5 Vertretern des Reichstags, des Reichsrats, der Verbraucher und der Landwirts besteht, bat Reichsernährungsminister ehr um Stellungnahme zu der Erhöhung der Preise für das erite Drittel: fie fei notwendig, da die Geldentwertung die Preise für fretes Getreide gewaltig gesteigert habe und bei der niedrigen Umlagepreisen die Ablieferung stocke. Sie bezrage bis zum 15. September nur 110 000 Tonnen gegenüber dem Vierfachen im Vorjahre. Er beabsichtige nach entsprechender Entscheidung des Ausschuffes die Reichsgetreideftelle anzuweisen, die erhöhten Beträge zu zahlen und wolle die Zustimmung des Reichstages nachträglich einholen. Sächsischer Wirtschaftsminister Gen. Fellisch protestierte gegen dieses Verfahren. Der Ausschuß habe feinerIei Recht, über die Preise des ersten Drittels zu sprechen. Der Gesebgeber habe sie festgesezt und dem Ausschuß nur begutachtende Tätigkeit für die Preise des zweiten und britten Drittels zugewiesen. Auch fachlich fei eine Erhöhung für das erste Drittel nicht berechtigt. Die fächsische Regierung habe sich deshalb mit aller Entfchiedenheit gegen eine Preiserhöhung für das erste Drittel ausgesprochen. Nachdem die Abaa. Cuno( D. Bp.) und Schiefe ( Dnat.) sowie der Agrarier v. Oppen den Standpunkt vertreten hatten, daß die Landwirte auch für das erite Drittel ihrer Ablieferung die Marktpreise mit einem leinen Abichlaa bhaben müßten. erklärte Gen. Herz( usp.): Die Absicht des Ernährungsministeriums, die Preise für bas erste Drittel aus eigener Machtvollkommenheit zu ändern, verstoße gegen das Gesek. Sie fei für die sozialistischen Parteten wirtschaftlich und politisch untragbar. Werde trotzdem eine Erhöhung der Preise für das erite Drittel beschlossen, so müsse das von enticheidender politischer Bedeutung für die künftige Stel= Iuna der sozialistischen Parteien zur Regierung sein. Für den ADGB. gab Gen. Knoll folgende Erklärung ab: Die Erhöhung des Brotpreises, die eintreten müßte, wenn der Preis für das Umlagegetreide erhöht wird. ist eine außerordentlich aroke Gefahr sowohl für die Era nährung der breitekten Volksmassen, als auch inners politischer Art. Die Spanne zwischen dem Einkommen der großen Maffe ber Bevölkeruna und den Kosten der Lebenshaltung bat durch die Ereignisse der letzten Wochen eine geradezu bea brohliche Gestalt angenommen. Durch eine Erhöhung des Brotpreises würde diese Spanne noch größer, da erfahrungsgemäk eine Erhöhung des Brotpreises stets eine Erhöhuna der gesamten Lebenshaltungskosten nach fich ziehe. Bei aller Anspannung ihrer Kräfte ist es den Gewerkschaften nicht möglich, diese Spanne auszugleichen, abaciehen davon. daß diejenigen Verbraucher, die nicht einmal eine Gewerkschaftsorganisation haben ( Sozialrentner, Kleinrentner, rentenlose Erwerbsunfähige und Armenrentner) der weiteren Brotpreiserhöhung volltommen wehrlos gegenüberstehen und heute schon find. buchstäblich am Berhunnern Es ist aber auch eine Grhöhung des Umlagepreises sachlich nicht berechtigt. Anaenommen selbst. daß der ursprünglich festgesette Preis die Produktionskosten des Umlagegetreides nicht decken sollte. so ist der Anteil des Umlage= getreides an der gesamten Getreideerute so aerina. daß die Landwirtschaft sehr wohl in der Lage ist. aus dem in den freien Handel kommenden größeren Teil der Getreideernte fowie allen übrigen Erzeugnissen den relativ geringen Ausfall decken zu können. Sofern dabei einzelne Landwirte, die im Verhältnis mehr Getreide als andere gebaut haben, eine größere Einbuße erleiden follten, dürfte es der Landwirt. schaft bei ihrer vorzüglichen Organisation leicht fein. bier nach den Grundsätzen der Solidarität einen Ausgleich aus eigenen Kräften zu schaffen. Ein badischer Landwirt erklärte offen, daß man dort bis Aur neuen Preisregeluna mit der Ablieferuna zurückhalte. Nur bei wesentlicher Erhöhung der Preise, die sich ständig ben Marktpreisen anpassen müssen, werde man die Umlage erfüllen. Demgegenüber warf Gen. Käppler die Frage auf. ob die Landwirte bei einem Rückgana der freien Breise auch verlangen würden, daß die Umlagepreise erniedrigt würden. Die Erhöhung der Preise für das erste Drittel müffe eine innerpolitische Ariie hervorrufen, für die die beiden foaia listischen Parteien die Verantwortuna ablehnen. Der Umlagepreis entspreche den Gestehungskosten, feineswegs verschenken die Landwirte etwas. Die Gestehungskosten der neuen Ernte haben mit dem jeßigen Preis nichts zu tun. Erhöhung der Umlagepreise bewirke automatisch Erhöhung der Kartoffelpreise, da diese fia) nach den Getreideprcisen richten. Gegenüber den Drohungen der Landwirte mit der Verweigerung der Ablieferung fordere er vom Minister strikte Durchführung des Gefeßes, das die geldliche Erfaßleistung vorfehe. In der weiteren Debatte wendete sich Bäftlein( Konsum vereine) gegen eine Entscheidung des Ausschusses, zu der er nicht berechtigt sei; der Reichstag habe den Preis festgefeßt, mur er fönne ihn ändern. Die Vertreter Breußens und Bayerns fprachen sich für eine wesentliche Erhöhung der Breise des ersten Drittels aus, die Vertreter von Hamburg Als Ergebnis der Verhandlungen im Ausschusse des Reichsetsenbahnrais hat das Reichsverkehrsministerium die folgenden Tariferhöhungen feftgefeßt: Die Gütertarife werden zum 1. Oktober um 100 Prozent( unter Einrechnung der bereits vorgesehenen 33% Prozent), die Berfonentarife sum 1. November um 100 Prozent der Oktobertarife erhöht. Parteitaa der österreichischen Sozialdemokraten Wien, 17. September. Der Parteitag der Sozial demokratischen Arbeiterpartei Defter reichs wurde für den 31. Oftober nach Wien einberufen. 8000 Franken steuerfrei Nach einer Melbung des Petit Parisien wurde bem frenzofichen Ministerrat beschlossen, einen Gefetentiurf cinzubringen, wonach das steuerfreie Einkommen ben 6000 auf 8000 Francs erhöht werden wird. Dieser Beschluß des französischen Ministerrats forbert zu Bergleichen mit der deutschen Steuergesetzgebung heraus. Hier werben nämlich Einkommen, die relatib meit niedriger find( 8000 Francs find bei dem gegenwärtigen Valutastand 9000 Mari), aur Steuer herangezogen, ja selbst Arbeitseinkommen, bie nicht einmal das Existenzmininum garantieren, unterliegen bem Sofnsteuerabzug Auch die englische Einkommensteuer läßt Einkommen bis su 2600 Schillings( das ist nach der deutschen Baluta cine ähnlich hohe Summe) steuerfrei. Auf jeden Fall weist der Beschluß bes frangofischen Ministerrats auf die Rottnenbigkeit hin, das Lohnsteuergesez zu revidieren und es ben beränderten Geldberhältnissen ensupaffen. Aus dem kommunistischen Theater. Am gestrigen Sonntag hielten die kommunistischen Betriebsräte in Berlin einen Songres ab. Es wird darüber berichtet, daß sich 181 Delegierte aus dem Reich eingefunden hätten, von denen sich angeblich 16 als sur USB., 5 sur SPD. und 24 als parteie Io3" bezeichnet hätten. Es wurde beschlossen, in firgefter Beit einen Rongreß der Betriebsräte" einzuberufen, der endgültige Beichlüsse über die Kontrolle der Produktion und des Handels durch die Betriebsräte befchließen soll. Die Mrbeiterschaft sei entschlossen, mit allen Mitteln die Anerfennung der Funktionen des Kontrollausschusses, epentuell durch Arbeitseinstellung zu erzwingen, Es wurde dann ein 24 gliedriger Ausschus eingefest, der alle Borarbeiten fofort in Angriff nehmen foll. Als bisberiges Ergebnis dieser kommunistischen Bemühungen ist also die Einſegung einer neuen Instanz festzustellen. Nuu fann es der Arbeiterschaft gewiß an nichts mehr fehlen! Der irische Bürgerkrieg. In Sligo ist es zu neuen Rämpfen zwischen den Freistaatlern und den Aufständischen gekommen, bei denen es Tote und Verwundete gab. In Belfast wurden bei einer Bombenexplosion 9 Personen verlegt. Das chilenische Ministerium hat seine Demission wieder zurüdgezogen. Republit des fernen Ostens. In die Nationalversammlung der Republik bes fernen Ostens wurden 124 Delegierte gewählt. davon 85 Kommunisten und Sympathifierende, 18 Sozialrevolutionäre, 12 Mitglieder der Bauernpartei, 3 Menfchewitt, 1 Marimaltit und 5 Bürgerliche. Die Nas tionalversammlung wird** 1. Movember aufemmextreten. " Berliner ugnenspielplan www Bettsbühne: 20.. 28, Der Berfchinenber. 18. taife tenfo. 19., 22, 24., 25. Ueber bie Kraft.( 2. Teil.) 21. Die Ratten. Opernhaus: 18. Bobeme. 10. Der Schabgräber, 20. Stigoletto. 31. Carmen. 22. Ariadne auf Naxos. 23. Der fliegende bulänber. 24. Stargarete. 25. Cabellerie rufticane, Bajazzi. Schauspielhaus: 20. Rapoleon, 18., 21., 25. Beer Gynt. 13., 23. Maria Stuart. 22.. 34. Sum ersten Male: Die Sechzeit bes Abrian Brouwer. Deutsches Theater: 18., 20., 22., 24., 25. Der Bater. 19., 21., 23, Des Glas Balfer. Rammerspiele: 18., 20. 21. Die Jungfrauen bom Bifchofsberg. 23. bis 25. Gastspiel bes Suffifchex Theaters Beilimora": Zer Schleier der Bierette. Leffing- Theater: 18., 19., 21. bis 23. Der Chilbpaittamm. 20., 24. Fauft, 20enter i. b. Königgräger Straße: 18. bis 22. Die munderlichen Gefchichten bes Rapelmeisters Rreisler. 23., 24. Die Rübin van Zolebo. Deutsches Opernhaus: 18. Die Meisters finges bon Nürnberg. 19. Die Fledermaus. 20. Die Jübin. 21. Gigaros Gochzeit. 22. Tosca. 23. Der Troubadour, 24. Die Sugenotten. 25, Der Greischüs. Schiller- Thrater: 20, il- Beibelberg. 18., 22. Göz von Berlichis gen, 19., 21., 25. Die Core. 23., 24, bgmalion. Großes Schauspielhaus: Orpheus in der Unterwelt. Neues Bolts- Theater: 18., 19., 25, euchler. 20. Bis 24. Der Engländer, Gathros.- Die Tribüne: 18, bis 20. Gefchloffer. 216 21. ob und Teufel, Sonnenspektrum, Deutsches Künstler- Theater: Die erste Nacht. Komödienhaus: Karuffed. Berliner Theater: Madame Bompadour. Trianon- Theater: Ciffi. Refibens- Theater: 25 18. Sabh Windermeres Jäche.. Sentenl- Theater: Ein Brachtmädel. Theater i, b. Rommendantenstraße: 18. bis 10. Der Gefchlagene. b 20. Der Sanser unfe rer lieben Frau. Der Grembe. Friedrich Wilhelmstädtisches Theater: Schieber, Luftfpickhaus: Die Schule ber Rofotten. Metropol- Theater: 18. Bis 22. Gefaloffen. 5 23. tehohort- Berlin. Neues Operettem. Theater: Die tolle Sola. Thalia- Theater: Bring Don Juan, Theater am Nollendorfplat: Deia Mund Große Boltsover im Theater bes Westens: 20., 24. Samfon ur Dalila. 18., 21. Die Entführung aus bem Serail. 22., 25. Lohengrin. 22. Der Troubadour. Aletare Theater: Totentons. Wallner- Theater: Der feufche Lebemann. Walhalla Theater; Ab 19. Die Rinofönigin Theater bes Dftens( Nose- Theater): Siebesprobe. Rafina Theater: Lämmelmarne Bummelfahrt. Intimes Theater: Lauf boch nicht immer nadt berum. Sie babenbe Symphe. Die Beitfche und.? Besuch im Bett. Schloßpai! Theater Sieglin: Großes Gaus: 18. bis 25. Gurmann Senfchel. Kleines Saus: 18. bis 25. Der arme Seinrich, Theater am Rut. fürstendamm: Die feine Günberin. Bottes Caprice: Madame Cocotte. Die Badewanne. Beethoven Sonate. biele Beine. Neues Theater am Zon: Dorine und ber Sufall. Schauspielhaus Botsbam: 21., 24. Dret alte Schech teľn. 18., 18., 23. Rabale und Stebe. 20., 22. inna bon Barnhelm. Rachmittagspozitellungen: Dratfches Theater: 24. Rabale und Biche. Rammerspiele: 24. Der Maub ber Sabinerinnen.- Theater t. b. Röniggräger Straße: 24. Die tounderlichen Gefchichten bes Rapellmeifters Areisler. Deutsches Dpornhaus: 24, Mignon. 23. Die verlaufte Braut. Grokes Schauspielhaus: 24. Orpheus in ber Unterpelt, Neues Belts Thea. ter: 24. Die erfte Geige. Die Tribüne: 24. Gefpenfter. Romöbienhaus: 24, Bringeffin Olalz. Berliner Theater: 24. Rigoletto. Thalia- Theater: D föne Zeit, o felige Beit. Theater am Nollendorfplak: 24. Der Better aus Tingsda. 20., 21., 28. Einfame Menfchen, Schloßbark Theater Stepfis: Großes Haus: Der arme Beinrich. Aleines Haus: Seimat, Theater am Kurfürstendamm: 24. Das Gastmahl des Königs Baltharfar. www 9 Better beschäftigte sich die Verkehrsdeputation mit der Frage einer Umorganisation, der eventuellen Bildung einer G. m. b. H. unter Bornahme entsprechender Sagungsänderungen. Gegen die von einer Seite erhobene Forderung, die Tariffragen der politischen Debatte in der Stadtverordnetenversammlung au entziehen, und sie durch den Verwaltungsrat oder einen besonderen Aufsichtsrat regeln zu laffen, machte fich bei den linksstehenden Mitgliedern der Deputation starter Widerspruch bemerkbar. Die Aussprache über alle diese Fragen wurde gestern noch nicht abgeschlossen, ebenso wie die gleichzeitig auf der Tagesordnung stehende Frage des Staffel- oder Einheitstarifes bei der Straßenbahn noch nicht erörtert wurde. Diese Besprechungen werden in der nächsten Sigung der Verkehrsdeputation fortgesetzt werden. Fahrgeldhinterziehungen und kein Ende 31 bahn, das heißt die Drüdebergerei vor der Lösung des Fahrs Wie eine seitlang das Schwarsfahren" auf der Strakens scheins außerordentlich beliebt war, so find neuerdings die Fahrgeldhinterziehungen auf der Eisenbahn geradezu einer Epidemie geworden. Täglich werden in der Stadt, Ring- und Vorortbahn Hunderte von Fahrgästen in der aweiten Klaffe mit Fahrkarten dritter Klasse betroffen, und zwar nicht etwa nur bei Ueberfüllung der Büge. Die wirtliche Zahl der Fahrgeldhinterzieher ist sehr viel größer, weil fich hier nicht eine fo intenfive Kontrolle wie bei der Straßen. bahn durchführen läßt. Den Abgefaßten wird nur die Geldftrafe von 20 Mart abgefordert. Für die gewohnheitsmäßigen Sintersteber, meist Frauen und junge Leute, ist das gar keine Strafe, weil sie immer noch einen recht erheblichen Vorteil haben, wenn sie nur ganz gelegentlich abgefaßt werden. Die Feststellung der Persönlichkeit erfolgt gewöhnlich nur, wenn der Betroffene sich obendrein ungeBührlich beträgt oder die Geldstrafe nicht sofort bezahlen bann. Auf Antrag der Eisenbahnverwaltung fann auch gerichtliche Bestrafung wegen Betruges eintreten. Wiederholt find aus der Fahrgeldhinterziehung auch Anklagen wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt entstanden. Ein Ausnahmetarif für frisches Steina und Kernobst Nach einer Mitteilung des Reichsverkehrsministeriums tritt mit fofortiger Gültigkeit von heute, den 16. d. Mts., ein neuer Ausnahmetarif für frisches Stein- und Kernobit in Rraft und zwar bei Aufgabe zur Beförderung als Gilgut. Der neue Ausnahmetarif, der mir Erleichterung der Verforauna der Bevölkerung mit autem und frischem Obst zunächst nur auf die Dauer bis zum 31. Dezember d. 78. in Rraft tritt, gilt nicht für Südfrüchte und Weintrauben und gilt nur bei Aufgabe der Sendungen als Eilaut und auf den Streden der Deutschen Reichsbahnen. Der Ausnahmetarif gewährt eine Frachtermäßigung von rund 30 v. 5., da bei Aufgabe von Wagenladungen die Säße und Bestimmungen ber Güterklassen B, Bn 10 oder Bn 5 galten und bei Aufgabe als Stückaut die um 30 v. 5. ermäßtiaten Säße der allge meinen Stüdgutklasse( 1) berechnet werden. Es ist zu er warten, daß fich der Frachtvergünstigungen auch die deutschen Aleinbahnen anschließen werden, die gerade als Rubringer aur Reichsbahn eine wichtige Rolle in der Beförderung der Cbftiendungen spielen Private Straßenbahnen vor der Betriebseinstellung. Die Zeipziger Bolkszeitung" schreibt: Die Feinde des städtischen Eigenbetriebes versuchen gern die Sache so hinzustellen, als ob die privaten Straßenbahnen leistungsfähiger seien und in geringerem Maße auf Tariferhöhungen angewiesen seien als die städtischen. Wie falsch diese Darstellung ist, geht auch aus folgender Meldung hervor: Eisenach. Der Aufsichtsrat der Attiengesellschaft Elektrizitätswert Eisenach hat fich in seiner jüngsten Sisung eingehend mit der Frage der Stillegung der Straßenbahn beschäftigt. Die sehr beträchtliche Unterbilanz des Straßenbahnbetriebes kann auf die Dauer vom Werte nicht getragen werden, so daß die Stiflegung der Bahn trot schwerwiegendster Bedenken ernstlich erwogen werden mußte. Der Aufsichtsrat will den letzten Berjuch machen, den Bahnbetrieb aufrechtzuerhalten und hat Hierzu eine weitere Erhöhung der Abonnementspreise um 100 Prosent sowie der Einzelfahrten auf 10 Mark und der Sammelfahrten auf 60 Wharf mit sofortiger Wirkung befchloffen." Dabei muß noch besonders berücksichtigt werden, daß sich die Stredenlänge der Eisenacher Straßenbahn mit der von Leipzig- geschweige denn Berlin- nicht messen kann. Die Straßenbahnen leiden genau so wie jeder Einzelhaushalt unter der allgemeinen Teuerung, die eine Folge des Krieges und der deutschnationalen Ratastrophen- und Wucherpolitik ist, und auch sie werden erst wieder gesunden, wenn es ber Arbeiterklasse gelingt, sozialistische Maßnahmen durchzusetzen. Gegen die Verlängerung der Weihnachtsferien als Rohlenferien wendet sich jebt auch die Lehrerkammer der Stadt Berlin mit folgender Entschließung: Die Lehrerfammer hat mit Bedauern davon Kenntnis genommen, daß von den Behörden geplant wird, die Weihnachtsferien schon jetzt auf sechs Wochen festzusehen, um zu sparen. Nach den vielfachen Schulversäumnissen und der Beeinträchtigung der Schularbeit durch den Landaufenthalt der Kinder im Sommer, ist es dringende Pflicht der Behörden, unter allen Umständen dafür zu forgen, daß der Unterricht im Winter ungestört fortgefeßt werden kann. Sollte die Belieferung der Schulen mit Kohlen und Kots Schwierigkeiten machen, fo müßte es möglich sein, Kohlen und Stotz bei den vielen überflüffigen Bergnügungsstätten zu beschlagnahmen und fie den Schulen zuzuführen. Die Lehrerkammer muß sich aufs entschiedenste dagegen verwahren, daß allein aus Spara samkeitsrücksichten der Unterricht verkürzt werden soll. Die Lehrerfammer hält es aber auch für ihre Pflicht, noch befonders darauf hinzuweisen, daß nicht nur die Belange der Schule, sondern auch das Ansehen der Lehrerschaft schwer Leiden muß, wenn in diefer überaus schweren Zeit ihr die Möglichkeit einer schulamtlichen Tätigkeit genommen wird." Bolkshochschule Groß- Berlin. Der Arbeitsplan für die Herbst- und Winterlehrgänge ist soeben erschienen. Er enthalt die Anfündigung von überaus zahlreichen Kursen und Arbeitsgemeinschaften aus den verschiedensten Gebieten der Wissenschaft, Technit, Kunst, Musik und Literatur. Fachmännische Führungen und Lehrausflüge treten ergänzend hinzu. Die einzelnen Veranstaltungen verteilen sich in gewohnter Weise auf eine große Reihe von Lehrstätten in allen Teilen der Stadt. Die Hörgebühr beträgt für die einfache Stunde 2 Mark, so daß die Vortragsreihe im Durchschnitt 24 Mark( acht Abende zu 1% Stunden) kostet. Hörerfarten und Uebersichtspläne( fostenlos) sind in der Geschäftsstelle, Georgenstraße 34, sowie bei den Buchhandlungen Vorwärts und Freiheit, der Volfsbühnenbuchhandlung, der Arbeiterbuchhandlung in der Annenstraße, sowie im Landsgemeindehaus, Sophienstraße 23, und an zahlreichen, durch Blafate fenntlich gemachten Verkaufsstellen vom 18. September ab, erhältlich. Das große Vorlesungsverzeichnis fostet 3 Mart. Jugendweihe Neukölln. Die letzte Unterrichtsstunde findet nicht am Freitag, sondern bereits am Dienstag, den 19. September, nachmittags 4 Uhr, in der Mittelschule, Donaustraße 120, statt. An diesem Tage können auch die bestellten und noch nicht abgeholten Karten in Empfang genommen werden. Zum Erscheinen ist jeder Teilnehmer an der Jugendweihe verpflichtet, bei Verhinderung kann ein Angehöriger an der Besprechung teilnehmen. Bewertschaftliches Verbandstag des Deutschen Eisenbahnerverbandes 6. Verhandlungstag. Am Freitag begann die Sigung mit der Erledigung des Berichts der Beschwerdekommission. Zur Annahme gelangte eine Entschließung, in der es heißt, daß nach gewissenhafter Prüfung der eingegangenen Beschwerden auf Grund des vorgelegten Aftenmaterials und nach Anhöruna verschiedener 3eugen einwandfrei festgestellt wurde, daß nicht ein einziges Mitglied wegen Zugehörigkeit zu einer politischen Partci aus dem Verband ausgeschlossen worden ist. Den Bericht der Redaktion erstattet der Redakteur des ,, Deutschen Eisenbahner". Wiechmann. Die zu diesem Punkt vorliegenden Anträge werden dem Verband als Material überwiesen. Der Bericht über den Gewerkschaftskongreß in Leipzig wird abaefekt. Ein Das Referat über Beamtenzentrale und Reichssektion erstattet der dritte Vorsitzende Koşur. Er führt aus, daß ſett Bestehen der Organisation das Beamtenproblem noch niemals so im Vordergrund der Beratung gestanden habe als auf dieser Generalversammlung. Viele, die den Beamtenfragen bisher ablehnend gegenüberstanden, haben jekt ihre Liebe zu ihnen entdeckt. Wenn das früher gekommen wäre, stände es heute beffer um die Einheitsorganisation. Rückblick auf den zurückgelegten Weg zeige zwar einen anhaltenden Aufstieg der Beamtenbewegung, aber auch. die Schwierigkeiten, die hindernd im Wege standen. Das Ziel bei dem Abschluß der Vereinbarung über eine Arbeitsgemeinichaft mit der Reichsgewerkschaft war die Bertrümmerung des Deutschen Beamtenbundes. Der Vorstand des Allmeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und die sozialistische Preise vertraten lange den Standpunkt, daß der Theatern.Bergnügungen Boltsbühne Noss Mensch 7. Uhr: Staats- Theater. Opernhaus Theater in der Königgrätzer Str. 3: Die wunderlichen Geschichten des napellmaisters Kreisler abends 7, Uhr Komödienhaus Bohème Schauspielhaus abends 7, Uhr Karussell Abends 8 Uhr- Maria Crska Berliner Theater Peer Gynt Heute 7'. Whe Madame Pompadour Neues Volkstheater Fritzi Massary abends 7, Uhr N uchler Beaisches Theater als Gast B. A. Roberts, Wirl, Hold, Holstein Haskel, Ander, Behmer, Der Vater Inimes Theater 8 Uhr Kammerspiele 74, Uhr Direktion: Gustav Heppner. Spielplan für die Zeit vom 18. 9.- 25. 9. inkl. Täglich 8 Uhr: Die Jungfern vom Bischofsberg. herum. Großes Schauspielhaus Die badende Nymphe. Lauf doch nicht immer nackt $ 48 hr: Biz Peitsche and Besach im Beff. 1 Theater des Ostens 73 r Orpheusi.d.Unterwelt Rotter- Bühnen Die Liebesprobe Täglich 7 Uhr: Residenz- Theater bady Windermeres Fächer Tägen 8 Uhr Trianon- Theater Liss Theater am Hollendorfplatz 734 Uhr Dein Mund Wallner- Theater. Täglich 8 Uhr: Kleines Theater B. keusche Lebemann Totentanz mit Guido Taieischer Kasino- Theater. Walhalla- Theater Die Berliner Posse Lämmelmanns 7 Uhr Er und seine Schwester bummelfahrt Circus Theater am Hottbuser Tor Jed. Abend Busch Tgl.72, Stg.3 U. Die großen 7 Uhr Eröfnungsu. Sonntag nachm. 3 U. Elite- Sänger Volkspreise: Sensationen Vorverkauf Werthelm u. Circusk Deutsche Beamtenbund die dritte Säufe der deutschen Gewerkschaftsbewegung werden müsse. Der Streit hat dazu geführt, eine neue gewerkschaftliche Spikenorganisation zu schaffen. Seitdem vollzieht sich das Schicksal des Deutschen Beamtenbundes unaufhaltsam. Die auf der Konferenz des Erweiterten Vorstandes in Hannover geschaffene Reichssektion hat ihre Tätigkeit benutzt, um die Beamten für die Gewerkschaftsbewegung zu gewinnen und entsprechend zu schulen. Dringend nötig ist der weitere Ausbau der Reichssektion. Der Wunsch der Mitglieder des Deutschen Eisenbahnerverbandes, mit der Reichsgewerkschaft zu einer Einheitsorganisation zu kommen, begegnet bei dem Vorstand der Reichsgewerkschaft gewissen Bedenken, die sich aus dem noch vorhandenen Organisationssystem der Fachgewerfschaften ergeben. Es lassen sich bestimmte Etappen nicht überspringen. Im Ziel aber seien sich beide Organisationen völlig einig. In der Diskussion sprechen die beiden als Gäste anwesenden Vertreter der Reichsgewerkschaft, Willms und Scharfschwerdt. Während der erstere auf die Schwierigkeiten hinweist, die der Propagierung der Einheitsorganisation zur Zeit noch im Wege stehen, hebt der letztere hervor, daß auf der im Oktober stattfindenden Hauptversammlung der Reichsgewerkschaft mit allen Kräften versucht werden wird, beffere Organisationseinrichtungen zu schaffen. Die übrigen Diskussionsredner betonen sämtlich, daß der DEV. als Einheitsorganisation erhalten werden müsse. Die mit der Reichsgewerkschaft geschlossene Arbeitsgemeinschaft findet einmütige Zustimmung. Folgende Entschließung gelangt einstimmig zur Annahme: „ Das Perional der Reichsbahn kann eine Förderung jeiner persönlichen und sachlichen Interessen nur dann mit Erfolg wahrnehmen, wenn 1. alle Berufsgruppen in engster Solidarität zusammenstehen, 2. alle hindernden Schranken der Organisationsformen beseitigt werden. Der Vorstand wird deshalb beauftragt, alle Mittel zu benutzen, um dieses Ziel zu erreichen. Er wird ermächtigt, auf dem Wege der Arbeitsgemeinschaft sowohl als auch durch lose Bindungen mit anderen Organisationen eine Zusammenfassung aller Energien zu betreiben. Diese Art der Krästesammlung bedeutet jedoch nur eine Uebergangsform zur Einheitsorganisation der deutschen Reichseisenbahner. Das fommende Eisenbahnfinanzдeieb zwingt notwendigerweise das Personal mehr wie bisher zur Zusammenarbeit. Die zweite ordentliche Generalversammlung erwartet deshalb, daß der Vorstand alsbald in Verhandlungen mit der Reichsgwerkschaft Deuticher Eisenbahnbeamten und -anwärter eintritt, um die bisherige Arbeitsgemeinschaft mit dieser Organisation umzuwandeln in ein festgefügtes Verhältnis innerhalb einer Organisation." Den Schluß der Sibung bildet die Berichterstattung der Rechnungskommission. Ihre Vorschläge zur Diätenhöhe, Lohn- und Gehaltsausfallentschädigung, Festsetzung der Gehälter der Verbandsangestellten usw. werden nach längerer Debatte angenommen. Die Weiterberatung wird auf Sonnabend vertagt. Neues Tarifabkommen im Buchdruckgewerbe Der Tarifausschuß der Deutschen Buchdrucker hat am Sonntag, den 17. September, nach dreitägigen Verhandlungen ein neues Lohnabkommen abgeschlossen, das drei Bochen, also bis 7. Oftober, läuft. In den Spitßen beträgt die Lohnzulage in der ersten und zweiten Woche 800 M., in der dritten Woche 1200 M. Für Maschinenseger wurde eine Extrazulage von 50 Mark bewilligt. Weder Fahrgeld noch Porto sollte man scheuen, um seinen unersetzbaren Augen das beste Augeng as zu beschaffen, das Wissenschaft und Technik hervorgebracht haben. Dies ist der patentierte Lohmann Kneifer, den Tau sende seit Jahren traren und rühmen. Preisausschreiben 25000M.bar Nah gaus Metall: ankaufsstelle Osten Grün.Weg 80 zahlt Tagespreise f. Kapler, Messing, Blei Zink usw. Massanleitung und Druckschritt 7 sind kostentos erhältlich bei der alleinigen Vertriebssteile: Lohmann- Kneiter- Gesellschatt m. b. H., Berlin W, Potsdamer Strasse 134 a. Anhaut, Metall- Hinigsfor Neue Königstr. 8. zahitTagespreise für Messing, Kupfer, Blei, Zink etc. Gold, Silber, Platin Zeitungen kg 10 Mk. Flaschen bis 12 Mk. kauft Schütt, Kyfihäuserstrasse 5, nahe Winterfeldpl. 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Seps tember die Verhandlungen wegen dem Streif der Zwischenmeister resp. Aussperrung der Arbeiter in der Müßenbranche statt. Der Vergleich der zwischen Fabrikanten und Zwischenmeister bzw. dem Kürschnerverband geschlossen wurde, besagt, daß die Zwischenmeister beim nächsten Lohnabkommen den gleichen Prozentjak wie die Arbeiter ab 1. September bis 31. Dezember d. J., neun Zehntel des Zuschlages, erhalten. Die Arbeiter erhalten für die Streiftage dent vollen ohn bezahlt. Gleichzeitig wurde das Lohnabkommen vom 18. bis 30 September um 40 Proz. erhöht. Die Sektionsversammluna der Müzenbranche vom 15. September stimmte dieser Abmachung zu. Parteiveranstaltungen Montag, den 18. September. 7. Distrikt( Wedding). Abends 7 Uhr Schulaula, Streliker Etraße 42, Generalversammlung. Bortrag über das Reichsmietengeset. Mitgliedsbuch Legitimiert. Gäste, die durch Parteimitglieder eingeführt werden, haben Zutritt. Dienstag, den 19, September 2. Berwaltungsbezirk. 4. Distrikt( Westen). Abends 7½ Uhr Borstands fibung bei Mausolf, Culmstr. 20. 13. Berwaltungsb: zirk( empelhof, Mariendorf, Marienfelde, Richtenrade). Abends 8 Uhr Fraktionssigung mit Abteilungsleitern und Obmann der Kommunalen Kommission im Rathaus Mariendorf, 3immer 26. 15. Diftrift. Abdens 27 Uhr Mitgliederversammlung Schulaula Friedens ftraße 31. Tagesordnung: Gen. Rosin: Das. neue Reichsmietengefetz und die Tätigkeit der Mieterausschüsse. Mitgliedbuch mitbringen. Abteilungs führer um 6 Uhr abrechnen. Schulaula wird um 10 Uhr geräumt. Neukölln- Brių. Besprechung der Mietseinigungsamts- Beifizer und Stel bertreter 7 1hr im Rathaus, Zimmer 117. Mittwoch, den 20. September. 10. Distrikt. Bittungskommission. Dringende Sigung bei F. Gliesche, Bankstr. 60. Begi.n 7 Uhr, Anwcienheit aller Stommiffionsmitglieder erforderlich. 27 Uhr Obleute des 3. Rerwaltungsbezirks. 10. Diftrift( Gesundbrunnen). Kommunale Kommission abends 7 Uhr Schule, Christianiaftr. 4/6, Bimmer 18. Bortrag des Genossen Stadtrat Bod: Das neue Retsmietengeset". 12. Distrift. Atends 7 Uhr engere Borstandssigung bei Hoffmann, Lhchea ner Straße 8. Pünstliches Erscheinen wird erwartet. Vereinskalender Dienstag, den 19. September Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Nachmittags 25 Uhr in den Kammerfälen, Zeltomer Straße 1/4 Branchenversammlung aller unter dem Api- Vertrag fallenden Buchbinder und Buchbinderei- Arbeiterinnen der reinen Buchbindereien, Geschäftssuch fabrfen und Briefumschlagbetrieben. Bes richt von den Lohnd rhandlungen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Musikinstrumenten- Arbeiter! Abends 7 Uhr findet die Sigung der Branchenkommission bei Bieberstein, Adalbert Straße 59, statt. Die Branchenleitung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Handelshilfsarbeiter und arbeite rinnen aus allen Betrieben der Engrosfonfektion und Bekleidungsindustrie. Abends 6 Uhr in den Sophien- Sälen", Sophienstr. 17/18, Branchens bersammlung. n Mittwoch, den 20. September. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Gewerkschaftshaus, Saal 4, nachmittags 55 Uhr, findet Branchenversammlung der in Buchdrnde reien beschäftigten Buchbinder- Bersonale statt. Tagesordnung: Bericht von den Lohnberhandlungen. Berantwortlich für die Rebaltion Emil Rauch, Berlin; für den Inseratenteil und geschäftliche Mitteilungen: arI Kohler, Berlin, Berlags- Genossenschaft Freiheit", e. G. m. b. S.. Berlin. Trud von Gehrina& Reimers, G m. b. H., Berlin B. 68, Sitterstr. 75. Der Herr Albert Lorena beabsichtigt die Errichtung einer AnLage zur Herstellung von Gußmaffe für elektrische Taschenlampen in Ber lin- Reinidendorf, Thyssenstraße. Etwaige Einwendungen gegen diefe Anlage find bei dem unterzeichneten Stadtausschuß binnen 14 Tagen, bom Tage nach der Veröffentlichung ab ge rechnet, schriftlich in doppelter Ausfertigung oder Al Protokoll anzus bringen. Nach Ablauf dieser Grift fönnen Einwendungen nicht mehr er hoben werden. Beschreibung und Zeichnungen der geplanten Anlage Itegen, in unserem Büro, Berlin C. 2, Baisenstr. 27, I Trepve. Zimmer Nr. 25, an den Geschäftstagen in der Beit von 9 bis 2 Uhr während der oben bezeichneten Grift zur Einsicht aus. But mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird vor unserem Kommissar. Herrn Findtamtmonn Beber, auf Freitag, ben 6. Cftober 1922, bormittags 9 Uhr, in unserem Eitungssaale Waif: nftr. 27, I Trebbe, ein Termin Kleine Anzeigen Berläufe Sentral- Leihhaus, Jägerstraße 71. Ede Sanonieritraße. tägficher Verkauf von bochelegant. Anzügen. Cut avans Emolings und Fradanzügen, Echlüb fern, Raglans ALL spottbilligen Breilen. Seine Lombardware. Möbel Chaiselongues anderaumt, zu dem der Unternehmer 950, Wietallbetten 925, fowie die Widersprechenden unter der Eröffnung geladen werden, daß auch bei ihrem Ausbleiben mit der Er örterung der Einwendungen bor gegangen wird. Berlin, den 15. September 1922. Der Stadtausschuß Berlin, Abt. I Schneider. 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