Zlr. 262. Abomements• Dedwgungen: Abonnements- Preis prünumerando: «lerieljährl. 3,30 Ml.. monotL l.ioMl.. wöchentlich 28 PIg. fiel lnS HauS. Elnzelne Nummer s PIg. Sonntags. Nummer mll tllustrlrler Sonntag». Betlage„Die Neue Welt" 10 PIg PostAbonnement: 3,30 Marl pro Quartal. Eingetragen ln ver Post- Zeiiung». Preisliste für 1897 unter Er. 7437. Unter streuzband für Teutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für da» llbrige Auilanv 3 Mar! pro Monat. 14. Jichrs. Die Jnsrrtwns- Kebülir beträgt lur dt- lechSgelpaltsne»olonel- ,eile oder deren Raum»o Pfg.. für LeretnS- und Verlainmlungi-Anjetge», lowti ArbeitSmartt 20 PIg. Inserate sür dt« nächst« Nummer müssen bi» t Uhr nachmittag» in der Erpedittv» abgegeben werden. Tie Expedition !st an Wochentagen biS 7 Uhr abend». an Sonn- and festlagen dt» o Uhr oormtllag» geöffnet. Erscheint täglich ausser Wonsag«. Vevliner Volksblstt. Fernsprecher: Am! I. lstr. 1608. Zetegramm- Adresse: ..Sostaldeinokral verlin". Zentrawrgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Ztedaklio»: 8V. 19. Weuly-Straße 2. Dienstag, den 9. November l89'7. Expedition: 8V. l9. Mettty-Straße 3� Der Vollzug dev JsreiheitsPtrufen. Wie wir schon gemeldet haben, hat sich der Bundesrath am 28. Otlober über Grundsätze geeinigt, nach denen zukünslig im Deutschen Reich die Freiheitsstrafen vollstreckt werden sollen. An sich kann man ja sehr einverstanden damit sei», wenn die bisherige Buntscheckigkeit ans diesem Gebiete aus- hörten und die Strafen nach einheitlichen Grundsätzen vollzogen werden. Nur würden wir gewünscht habe», daß der Reichstag mit dieser Materie befaßt worden wäre. Es heißt zwar:„die reichsgesetzliche Regelung des Gcgenstaildes erscheine zur Zeit nicht ausführbar." Es ist aber durchaus nicht ciiizilsehen, weshalb die Volksvertreter in dieser Frage schwerer zu einer Einigung kommen solllen, als die Regierungen unter sich. Man hat im Gegen- theil bisher angenommen, daß die Schwierigkeiten bei Regelung dieser Materie viel mehr auf selten verschlcdeuer Regierungen, als auf der des Reichstages liege». Jedenfalls wünsche» wir nicht, daß diese Art der Regelung schwieriger Rechtsmatcrle» durch den Bundesrath sich einbürgerte. Das könnte zu unan- gcnehnien Konsequenzen führen. Die vom Bnndesraih aufgestellten„Grundsätze" werden heute im„Reichs- Anzeiger" veröffentlicht, und ivir ivollen im folgenden die wichtigsten Bestimmungeli wiedergeben: Für Neubanle» ivird das Mnidestmaß des Luftraums in Einzelzelle» und in Smumelräiimen sestgestelll. Der Lnftraui» der Einzel- zelten soll inindeftens 22 Knbikmeler betrage» und das Fenster eine Lichlfläche von mindestens 1 Qnadralineler haben. Bei Näninen. die zum Ailfenthatt eines Gefangene» nur bei Nachi und in der arbeitsfreie» Zeit bestimmt sind, beträgt daS Mindestmaß des Lusl- ramns 11 Ltnbikmeler. I» gemeinschaftlichen Ausenlhallsräume» solle» 16, i» gemeinschafllichen Schlasränme» 10»ud in gemein- fchastlichen Arbeilsräume» 8 Kubikmeter aus die Person entfallen. Tie E i» z e l h a s t soll vorzugsweise angewcndcl werden, wen» die Strase die Dauer von drei Monaten nicht übersteigt oder der Gefangene das LS. Lebensjahr noch nicht vollendet oder Zuchlhans, Gefänguiß- oder geschärfte Haststrase noch nicht verbüßt hal. Jedoch solle» Gesaugene unter 18 Jahren ohne Genehmigung der Aufsichts- deHörde nicht länger als drei Monale in Einzelhaft gehalten werde», und diese ist völlig ausgcschlosse», wen» von ihr Gefahr für den körperlichen oder geistigen Zustand des Gesaugene» zu besorgen ist. Endlich soll jeder in Einzclhasl bcsindliche Gesaugene täglich mehrmals von Slnstallsbeamlen, sowie monatlich mindeslens einmal vom Vorstand und dein Arzt besucht werden. Bei Gemeinschaftshast solle» die Gefangene» wenigstens für die Nacht möglichst von einander gelrennt werden. Auch bei Tage solle» die im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte besindliche» »md noch nicht mit schwerer Freiheilsstrase vorbesirnste» Gesänge»?» von Gefangeue» schliinmerer Art so viel wie inögtich abgesondert werden. Beschäftigung. Den Gefängiiißsträflingen sowie de» Ge- faiigcnen, welche geschärsle Haflsuafe verbüße», wird in der Siegel Arbeit zugewiese». Ausnahmsiveise wird Gefäiigiiibsträslinge», sofern sie im Besitze der blirgertiche» Ehrenrechte sich befinden und ZnchthanSstrafe noch nicht verbüßt habe»,»ut Genehmigung der Aiiffichlsbehörde gestaltet, s i ch selbst zu beschäftigen. Die Gestaltung der S e l b st b e s ch ä s t i g u n g kann von der Zahinng einer Entschädigung abhängig gemacht werde». Die Grundsätze über die Beinessnng der Entschädignng werden von der oberste» Slussichtsbehörde feslgeslelll. Die Selbstbeschäsligniig unlerliegt der Beaujsichligung dcS Vorstandes. Bei der Ziiiveisnng von Arbeit an die Gefangene» wird ans de» Gesniidheiisziistand, die Fähigkeiten und das künstige Fort- kommen, bei Gesängnißslräflingc» auch aus den Bildungsgrad und die Beriissverhältnisse tliüctsichl genommen. Bei jugendliche» Ge- fangene» wird außerdem besonderes Gewicht ans die Erziehung gelegt. Den Festungsgefaugeneu wird jede Beschäftigung gestallet, welche mit dem Slrafzweck, der Sicherheit und der Ordnung vereinbar ist. Das Gleiche gilt sür Gefangene, welche einfache Haststrafe ver- büße». Diese» Gefangene» wird, soser» sie damit einverstanden sind, Arbeit zngeiviesen. Die tägliche Arbeitszeit beträgt in der Regel für Zuchthaus- sträfliuge nicht mehr als zwölf Stunde», sür Eefängniß-»nd Haflslräflinge nicht mehr als elf Stunde». Der Ertrag der den Gefangene» zugewiesene» Arbeit fließt zur Staatskasse. Die Gutschrift einer Arbeitsbelohnung ans dem Erlrag ist nicht ausgeschlossen. Die Belohnung beträgl sür Zuchthaus- stiäflingc nicht mehr als zwanzig Psemng, für Gesäugniß- und Hast. sträslinge nicht mehr als dreißig Pfennig aus de» Arbeitstag. Nur unter besonderen Berhallnisse» werden höhere Beträge gnlgeschriebe». Welche Rechte dem Gesaugene» ans der Gutschrift erwachse», wird von der oberste»?I»ssich!sbehörde bestimmt. Der Ertrag der Selbst- beschäflignng, soweit er nicht ans die Enlschädignng zu verrechne» ist, verbleibt dem Gefangeile». Die Verwerlhung der Arbeilskrast der Gefangenen wird so ge- regelt, daß die Interessen des PrivalgewerbeS»iSghchste Schonung erfahren. Zu diesem Zwecke wird auf die Befolgung überein- slimmender Grundsätze bei der Beschäsiigung der Gefangene» Bedacht gen omine», soweit nicht die wirthschastliche» Berhaltnisse für einzelne Anstalten Abweichungen nolhwendig machen. Jnsbesoiidere wird daraus Bedacht genommeu. die Verbingmig der Arbeilskrast der Eefangeiiell an Zlrbeilgebcr thnnlichst einzuschränken, de» Arbeils- betrieb auf zahlreiche Geschäflszweige zu vertheile»»nd auf Liese- rungen sür die Siaatsverivalllliig z» erstreckeii, unter allen Umständen aber eine Unlerbielung der freie» Arbeit z» vermeiden. Beköstigling: Die Kost wird so gestaltet, daß die Gesundheit »nd Arbeitsfähigkeit der Gefangenen erhalle» bleibt. Sie kann mit Rücksicht auf die von dem Gefangene» zu leisteude Arbeit verschiede» seil,, ist im übrigen aber sür alle Gefangene» gleicher Art dieselbe. Ob zur Erhaltung der Gesundheit»nd Arbeitsfähigkeit Eliizellier ltiblvnchuiigeii von der allgemeiiien Kost einzutreten habe», wird auf Gulachlen des Arztes vom Vorstand bestimmt. Gefangenen, welche einfache Haststrase verbüße», sowie FestungS- geiangcileli wird auf ihr Verlangen gcstatlet, nach näherer Be- stimmmig der Hansordinmg sich selbst zu beköstigen. Inwieweit Geiängiußsträflingen die Selbstbeköstigung gestaltet werden darf, bestimmt die oberste Aufsichtsbehörde. Die Selbstbeköstigung darf die Grenze» eines mäßige» Genusses nicht übersteigen. Kleidung: Durch die Hausordnung kann für die Ge- iangene» Anstallskleidung eingesühri werden. Wo Anstallskleidnng «ingesührt ist. erhallen die Znchlhaiissträflinge eine Kleidung. welche sich von der Kleidung der anderen Gesaugene» nnlerscheidei. Gefangenen, welche einfache Haft verbüße», sowie Festungsgefangeue» wird der Gebrauch eigeuer Kleidung und Wäsche, sowie eigener Bcli- stücke gestailet. sosern die Sachen ausreichend, ordentlich und schick- lich sind. Unter welchen Boransfetzlingen Gesängnißsträfliugen, welche im Besitze der bürgerliche» Ehrenrechte sich befinden, der Ge- brauch eigener Kleidung und Wäsche sowie eigener BeUsiücke gesiatlei werden kau», bestimmt die Hailsordnnng. De» männliche» Zuchlhaussträflinge» wird nach näherer Be- stlimmmg der Hansordnung das Haar kurz geschoren und der Bart abgenommen. Bei den übrigen Gefangene» wird die Haar- und Barttracht nur ans Gründe» der Reinlichkeit oder Schlcklichteit verändert. Besondere Bestimmungen find für Krankheilsiälle, sowie über Seelsorge und Unterricht gegeben. Die jugendlichen Gefangenen sollen Unterricht i» de» Gegenständen der Volksschule erhalle», des- gleiche» die erwachsene» Gefangenen»nler 36 Jahren, soweit sie messen bedürfen. Täglich soll de» Gefangenen, solveit es ausführbar ist. min- destens eine halbe Stunde Bewegung im Freien geliallel werden Der schrisiliche Verkehr der Gefangene» u»le> liegt der Aufsicht des Vorstandes. Eingaben an die Gerichie, die Staalsanwaltschasl lind an die Aufsichtsbehörde dürfe» nicht zurückgehalten werden. Als D i s z i p l i» a r in i t l e I sind zulüssig: 1. Verweis; 2 Entziehung hansordniingsmäßiger Vergünstigungen; 3. Entziehllng der Bücher und Schristcil dls zur Dauer von vier Wochen; 4. bei Einzelhaft Entziehung der Arbeit bis zur Dauer einer Woche: 5 Entziehung der Bewegung im Freie» bis zur Dauer einer Woche; 6. Enlziehuiig des Belllagers bis zur Dauer einer Woche; 7. Schmülernng der Kost bis zur Dauer eiiwr Woche; 8. Fesselung bis zur Daner von vier Wochen; i>. einsame Einsperrung bis zur Dalier von sechs Wochen. Die unter Nr. 1 bis 8 bezeichneten Disziplinarmiltel werden einzeln oder in Verbindung mit einander zur Auweuduug gebracht. Die einsame Einsperrung kann geschärft werden h) durch Entziehung han°ordl»lngSi»äb>ger Vergünstigungen, b> durch Entziehung der Bücher und Schristen, c) durch Entziehung der Älrbeil, cl) durch Entziehung des BelllagerS, ei durch Schmülernng der Kost. k) durch Verdunkelung der Zelle. Die Schärslliigen werde» einzeln oder in Verbindung mit ein- ander für die ganze Dauer oder für eine» Theil der Strafzeit, die Schüriuiig durch Verdniikeluiig der Zelle jedoch nicht sür meist als vier Wochen verhängt. Dauert die einsame Einsperrung länger als eine Woche, so kommen die damit verbiindeneii, unter d, e, l be- zeichnete» Schärsuuge» am vierte», achten llnd demnächst a» jedem drille» Tage in Wegfall. Gegen Fesliliigsgefangene werden nur die unter Nr. 1 bis 3 und 5 bezeichnele» Disziplinar»»!!«! angewendet. Gegen Gesaugene, welche emsache Haststrafe verbüße», ist die Feffeliiiig ausgeschlossen. Gegen Gefangcue, ivelche das 13. Lebensjahr»och nicht vollendet habe», ist die Fesselung sowie die Sduusnng der einsame» Ein» sperrnng durch Verdunlelmig der Zelle ausgeschlossen. Jhiieii gegen- über werden nebe» den Disziplinarmiltel» die in Volksichule» gegen Personen desselben Allels und Geschlechts zulässigen Zuchlmitlel zur Anwendung gebrachi. Wo gegen Z u ch l h a u s st r ü s l i n g e zur Zeit D i s z i p l i>i a r- mittel eingeführt sind, lvelche nickit unter'Abs. 1 falten, bleiben dieselben in den bisherigen Grenzen anwendbar. Die Strase»'verde» von dem Vorstand oder von der Aussichts- behörde nach AnHör»»g des Gefangene» verhängt und in der Regel sofort vollstreckt.— Soweit es sich nicht u»> eines der vor- stehend»nler Nr. 1 bis 4 bezeichnele» Disziplinarmiltel handelt, wird dem Arzte rechtzeitig MiUbelliing gemacht, damit dieser Bedenke» gegen die Vollstreckung bei dem Vorstande gellend machen kann. Zur augenblicklichen Bewältigung thäiliche» Widerstandes, so- wie zur Sicherung werden gegenüber Zuchlhans-, Gefängmß- und Haslsträfliiige», sofern andere Millel nicht ausreiche», die Zwangs- jacke oder die Fesselung angewendet." Tiefe„Grundsätze" ivelche» von dem bisher in den emzehleil Bundesstaaten geübten Verfahre» ja nur wenig ab. Besonders auch gegen das bis jetzt in Preußen übliche Verfahren sind nur geringe Aenderunge» cingetrele». Von solchen stnd zu nennen, daß dem zu Gefängiiiß Veruriheilten voll letzt ab bis zn 30 Pf.(bisher 20 Pf.) aus dem Arbeitsverdienst gutgeschrieben werden körnten. Dieser Antbeil am Arbeits- verdienst kann bekanntlich zum theil zur Aufbesserung der Beköstigung verwandt werden. Ganz gut ist es, daß iu die für das ganze Reich geltenden„Grundsätze" die Bestimmung hinein gekommen ist, daß zu Gefänguiß Verurtheiltcn die Selb si'b e s ch ä f t i g u n g gestattet werden kann. Dies war bisher nicht überall im Reiche der Fall. Dem gegenüber werden die Gefängnißverwaltuiigen bei politischen Gefangenen kaum noch Schwierigkeiten machen können, wenn ein Antrag aus Selbstbeschäfligliug gestellt wird. Dasselbe ist zu der Bestimmung zu sagen, daß auch Ge- fängniß-Sträflingcn die Selbstbeköstigung gestattet werde» kann. Ties war, weuigsteils nach den preußischen Reglements, bisher ausgeschlossen— wenn auch durch den Minister gelegentlich Ausnahmen gemacht worden sind. So bezog beispielsweise der Erzbischof von Köln, der während der Kullurkampfperiode zu Gesäugniß verurtheilt wurde, das Essen regelmäßig ans der Küche seines Palastes. Es ist nach den„Grundsätzen" der obersten Aufsichtsbehörde vor- behalten, zu bestliumen, inwieweit Gefäugmß-Sträslingeu die Selbstbeköstigung gewährt werden darf. Wir meinen, die oberste Aufsichtsbehörde wird nicht umhi» kölliien, von dieser Befilgniß namentlich zu gunften politischer G e f a n genen Gebrauch zu machen. Das entwürdigende Abscheeren der Haa re und des Bartes darf bei zu Gesängniß Vernrtheilten nicht mehr statlstilden, was solche Gefängnißverwaltuiigen sehr schmerzen wird, die diese Prozedur liamentlich unseren Genossen gegenüber gern zur Anivendililg brachten. Aus die vielen Punkte, in denen diese Grundsätze den be- rechtigteu Erwartnngeu, die man von ernem Strafvollzngsgesetz hegen dürfte, nicht entsprechen, wollen wir heute nicht ciu- gcheu. Sehr passend wäre uns beispielsweise erschienen, wenn mau BestlmNllliigen über den T r a n s p o r t der Gefangenen außerhalb der Gesängillsse getroffen hätte. Die vielen unliebsame», viel Staub auswirbeludeu Vorkommnisse ans diesem Gebiete, so der Transport von sozialde mokratischcn Redakteure» im ge- fesselten Zustande durch die Straße» der Stadt, sollten doch zu näherer Ncgeluug dieser Materie Veraulassnug gegeben haben. Bcsoildercu Anstoß und Befremden wird es i» weiteil Kreisen erregen, daß mau außer den oben aufgesührteu, sehr reichlich beinesscuen Diszipliilarnuttcln, auch die Prügelstrafe in den Zuchlhäuser» bestehen lassen will. Uiilcr der obigen Wendung, daß solche Disziplinarmittel, die in Züchthällscrn eingeführt, aber durch die vorliegenden„Grund- sätze" iiichl geregelt sind, in den bisherigen Grenzen anwendbar bleiben, ist nämlich hauptsächlich die Prügelstrafe gememt und zu verstehe». Mau sollte mcinen, es hätten sich Mittel und Wege finden »tüssc», diese barbarische, in unsere Zeit nicht mehr passende Strafe durch die„Grundsätze" direkt zu verbiete»,— dies um so mehr, als nicht nur die W i s s e u s ch ci st, sonderir auch die überwiegeude Aiehrzahl der G e s ä u g n i ß p r a k t i k e r von der Prügelsirase, als Sträfling und Bcamtenschast verrohend, nichts mehr wissen ivollen. Die Prügelstrafe ist liamentlich noch iu preußischen Zlichthänsern eillgesührt— uud so wird wohl von dieser Seile der Widerstand gegen die Aufhebung gekommen sein. politische Mebvbstcht. Berlin. 8. November. „Eine Verherrlichung der Nevolntiott" iicniit die „Kreuz-Zeitnng" die Errichlniig eines Deukmals für die Märzgesalleueu. uud bckrellzigt sich darob ganz entsetzt. Das� biedere Junkerblalt ist lil der»loderueil Geschichte sehr schlecht beschlagen, sollst würde es wissen, daß das ganze heutige Preußen m i l s a m m l dem Deutschen R e i ch ein Produkt der Revoliition ist und theils auf der Revollltion von u» t e u des Jahres 1848, theils auf der Revolution von oben des Jahres 1366 beruht— also wenn auch nicht gerade „Verherrlichung", doch, was miudestcuS ebenso schlimm, Ä n c r k c n u u u g und S a u k l i o u l r» u g der Revolution in alle» Gestalten ist. Lilso ivarum so zimperlich? Junker Bismarck, der— gleicksviel aus welchen Gründen — das allgemeine Wahlrecht einsührle, hat überdies sür die, Revolution, auch i» dem der„Kreuz-Zeltuiig" verhaßtesten Siiiiie— der Wirkung»ach— h u» d e r l m a l Nl ehr gethan als die Kämpfer des 18. M" Vermehrung des Eisenbahn-Prrsonalö. Offiziös wird gemeldet: „Zur weitere» Verbesserung der Anstellungsverhältnisse des Betnebspersonals soll dein Vernehmen nach in dem nächsten Etat von den, Landtage eine Vermehrung der elalsmaßigen Beamten- fteUcn erbeten werde», die bei allen Klassen der Eisenbahn-Belriebs- bearnte», namentlich bei dem Slalions-, Telegraphen, Rangir» Wagemneisier-, Lotomoiiv-, Z»g- und Weichensteller-Personat die leyijährigea Aermehrmige» erheblich Übersteigen würde. Es darf wohl mit Sicheiheil daraus gerechnet werden, daß dies Vorhaben, zu welche»! seitens der beiheiligten Ressorls bereits in» Sommer dieses Jahres im»vesentlichen die«ialeitenden Schritte geschehen waren, auch die Zustimmung der Landesvertretung finden wird." Am I. April d. I. wurden 3000 Bedienstete etatsmäßig eingestellt, welche Einstellung durch die Zunahme des Verkehrs bedingt wurde. Der Verkehr ist dauernd im Wachsthum uud die letzten Monate haben eine Uebcrsülle voil Fälleil gezeitigt, in denen sich ein Mangel an Personal herausstellt. Eine weitere Vermchrnug des Personals wurde daher von der Presse dringend gefordert. Daß diesen Fordernugeu von der übcrsparsamen Eiseiibahnverwaltuilg endlich entgegengekommen werden soll, ist erfreulich. Wir»vollen auch gern glauben, daß sich die bctheiligten Ressorts bereits im Sommer d. I. mit der Frage der Vermehrung des Bahupersonals befaßt haben. Darliui ivird niemand annehme», daß etwa das Fordern»lild Drängen der öffentlichen Meinung»rnd der Presse unnöthig gewesen»väre. Die Frage ist nun, ob die von der Regiernn g beabsichtigte. Vermehrung auch genügen»vird, um den großen Mißständen im Eisenbahnwesen— soweit sie durch ungenügendes Personal verursacht sind— wirksame Abhilfe zu schaffen. Dabei ivird vor allem auch die Forderung einer Ver- kürzuug der Arbeitszeit für das gesamiilte untere Eisenbahn- Personal erhoben werden müsse». Eine Vermehrung des Personals, ivelche diesen Erfolg nicht ernlöglicht, kann nur voll sehr untergeordneter Bedernuilg sein!— Graf GoliichowSki hat seinen Bcsnch bei König Hnnibcrt ai» Sonntag in M o n z a abgestattet, nachdeni er am Sonnabend schon in Aiiailand mit dem italienischen Minister« Präsidenten di Rndini und dem italienischen Minister des Ans- wältigen Visconti Vcnosta gefrühstückt und dinirt hatte. Es ging alles vorschriftsmäßig her und am Abend verlieh König Hunibert dein österreichischen Sendbote» den Annnnziaten- Orden. Der Dreibund ist also wieder einmal gerettet!— Ungarns Staatsmänner sind anfs eifrigste bemüht, Nutzen zn ziehen aus der verfahrenen Situation, in die des Grafen Badeni's Staatsknnst Oesterreich und sein Parlament gebracht hat. Alle Gesetzesverletznngen, alle Auslegnnaskttnste der Eeschäftsordnnng durch das Präsidium des österreichischen Abgeordnetenhanses, alle Geivaltlhätigkeiteu, mit denen, die Obstruktion überwältigt werden soll, sind fruchtlos, wenn die ungarische Regierung und das ungarische Parlament ein als Nothverordnnng ohne parlamentarische Genehmigung seitens des Kabinets Badem erlassenes Ausgleichsprovisorinm nicht als rechtSgiltig anerkennen. Deshalb hielt man es für selbst« verständlich, daß Graf Badem, bevor er sein va banque- Spiel im eigenen Lande anfing, sich allen ungarischen Erpressungen gefügig gezeigt und gegen entsprechend schwere Zugeständnisse die Zustimmung Ungarns zn seinem verfassungswidrigen Borgehen er- halten habe. Aber selbst das scheint ein Jrrthmn zn sein, zum mindesten hat sich Badem von seinem ungarischen Kollegen Banffy gehörig übertölpeln lassen und keine bindenden Abmachungen getroffen. So oft ein österreichischer Minister irgend eine Erklärung über den Standpunkt der ungarischen Regierung abgiebt, wird diese Auffassung als unrichtig oder zum mindestens als ungenau von Budapest ans bestrittten. So bringt eines der einflußreichsten ungarischen Blätter, der„Pesti Naplo", einen geharnischten Artikel gegen die Rede des Finanzministers v. Bilinski im österreichischen Budget« ausschnß. Wenn Dr. v. Bilinski drohe, daS AnSgleichsprovisorinin im Mege deS Z 14 mittels Verordnung durchzuführen, so be- Haupte er etivas, was den b e st i in m t e n B e r e i n b a r u n g e» zwischen den Regierung«» widerspreche.«That- sächlich kann in Oesterreich die Regierung alles auf grnnd des ß 14 durchführen, nur das Provisorium nicht. Bilinski behauptet, da» bis Ablauf der Handelsverträge im Jahre ISOä ein gelrenntes Zollgebiet unmöglich sei. Diese Behauptung ist falsch, denn sie würde bedeuten, daß Ungarn mit gebundenen Händen an Oesterreich ausgeliefert ist." Bilinski führe die österreichische öffentliche Mei- nung irre; dem gegenüber müsse energisch betont werden: Ungarn respektire die bestehenden Verträge gewissenhaft, diese hindern es jedoch keineswegs, ein gesondertes ungarisches Zollgebiet zu er- richten, wann es ihm beliebt. Das sei eine Sache, die nur Ungarn und die auswärtigen Berlragsstaale» angehe, sonst nie- »nand. Wenn Oesterreich wirklich aus ungerechten Forderungen betreffs der Quote bestehe, werde es sich überzeugen, daß darauf die Trenuung des Zollgebietes die Antwort sein werde.„Nur im Gefühle des nahen Sturze?, also in oxtreruls, konnte Bilinski derartige Behauptungen ausstellen." Und die offiziöse„Budapester Korrespondenz" veröffentlicht heute folgendes Kommuniqus: In der Siede, welche Finanzminister Dr. von Bilinski im Bndgetallsschnffe des österreichischen Abgeordnetenhauses geHalle» hat, finden wir einige Aeußerunge», welche unbedingt reklisizirl »verde» müssen. Der Minister behauptet, daß, insolauge die im Jahre 1592 abgeschlossene» Handelsverträge nicht abgelaufen seien, das ist also bis Ende des Jahres 1903, das gemeinsame Zollgebiet zivischen Ungarn und Oesterreich mit Rücksicht auf die konlrahirendcn auswärtigen Staaten unbedingt aufrecht erhallen werden müsse. Diese Behauptung ist vollkommen irrig und steht in diametralem Gegensätze zn jenen Gesetzen, auf welchen die selbständige Staatlich- keit Ungarns beruht. Die Sache verhält sich so, daß Ungar» alle Pflichten, welche es als der eine Staat der Monarchie in den Handelsverträgen auf sich genommen hat, den fremden Staaten gegenüber pünktlich einzuhalten ver- pflichtet ist, in solange diese Verträge keinen Einfluß darauf habe», daß die Zollgemeinschast zwischen Oesterreich und Ungarn aufrecht erhallen werde. Das Zollwesen ist keine ge- »»einsame Angelegenheit, und in dem Falle, daß kein billiger Ausgleich mit Oesterreich zn stände kommt, ist Ungarn im Sinne des Ausgleichs von 1567 durch die mit den auswärtigen Staaten abgeschlossenen Handelsverträge nur insofern beschränkt, als es die den fremden Staaten vertragsmäßig zugesicherten Rechte nach jeder Richtung hin zu achten gehalten ist. Jenen Männern, welche im Jahre 1592 die mit den auswärtigen Staaten ab- geschlossenen Verträge ins ungarische Gesetzbuch aufgenounnen haben, ist cS gciviß nicht eingefalle», daß je die Ansicht entstehen könnte, daß Ungarn sich durch dies« Verträge die Hände be- züglich seines auch in den Gesetzen von 1567 vorbehaltenen Selbstbestimmungsrechtes auch nur im entsernlesten gebunden hätte. Wir müssen aber auch von der Warnung spreche», »velche Herr v. Bilinski an seine österreichischen Abgeordneten- Kollegen gerichtet hat, die er ermahnte, die Regierung nicht zn zwinge», das Provisorium mit Hilfe des§ 14 der österreichischen Verfassung ins Leben treten zu lassen. Wir müsse» nameiitlich voraussetzen, der Herr Minister habe Kennlniß davon, daß die Erklärung, welche bezüglich dieser Frage der ungarische Ministerpräsident im ungarische» Abgeordnetenhanse abgegeben hat, keine einseitige, sondern der Ausfluß einer gemein- samen Vereinbarung war, und können daher nur unsere Ver- wnuderung darüber ausdrücke», daß der österreichische Herr Finanz- minister das Jnslebcnlreten der Provisoriumsvorlage ans grnnd des§ 14»och immer als im Bereiche der Möglichkeit liegend dar- stellt. Man sieht, die Situation des Grafen Badeiii ist eine verzweifelte! Und sollte es ihm auch gelingen, sein für die österreichischen Völker so thenres Mandat zu retten, so wird dies nur der Fall sein durch überans große, der österreichischen Reichshälfte aufgelegte Opfer. Von dieser unseligen Politik kann nur daS beutegierige Ungarn Nutzen, nur daS stets bei allen Abmachungen mit Ungarn benachtheiligte Oesterreich den Schaden haben.— Der englische Maschinenbanerkampf hat, abgesehen von seiner unmittelbaren politische», eine außerordentlich hohe soziale und wirth- schaftliche Bedeutung. Noch handgreiflicher, als die großen Kohlen- arbeiterstreiks gegen Ende der achtziger und zu Anfang der neunziger Jahre beweist er, daß der KapitalisumS. durch die gesellschaftlichen und wirlhschastlichen Gegensülze und Widersprüche, die er seinem Wesen»ach schafft»ud schaffen muß, Zustände herbeiführt, durch welche der Fortschritt der menschlichen Gesellschaft gehemmt wird. Das englische Volk bedarf unzweifelhast der Maschinenindnstrie. Nun hat aber der Konflikt der englischen Maschineitbau-Unlernehmer und Maschinenban-Zirbeiter eine» große» Theil der englischen Maschinenindustrie seit 17 Wochen lahm gelegt, und die gesanimte Maschinenindustrie Englands itud mit ihr einen der Hauptpfeiler des englischen WirlhfchaftSsystems in ihrer Existenz gefährdet. Wird dieser Konflilt noch einige Monate lang fortgesetzt— und in ihrer blinden Herrsch« und Ansbeutungswuth drängen di« Uuternchmer dahin— so ist diese für die Enlwickelung des britischen Reichs so noth- wendige Industrie aufs schiversie erschüttert. Das begreift die englische Regierung und deshalb bemüht sie sich ernsthaft, ein« Ber- stäiidigung anzubahnen. Erklärte doch der englische Echatzkauzler Hicks-Beach vorigen Freitag bei einem Besuche in Sheffield, eine Fortsetznilg des Streiks könne die wirlhschaftliche und politische Macht Englands in? Herz treffen, und eine der wichtigsten Industrien Englands ins Ausland treiben. Mehr Einfluß als die Regierung hat ans die Herren Boyd, Siemens und Konsorten vielleicht das unbehagliche Gefühl, daS viele Mitglieder des UnternehmerbnndeS ergriffen hat. Es macht sich nämlich, und zwar fühlbarer als jemals zuvor, die natürliche Folge jedes großen Kampfes zwischen Kapital und Arbeit benierlbar,— nämlich daß die kleinen Unternehmer schwer zu leiden haben, während die großen Unternehmer nicht nur kraft ihres überlegenen ReichthumS die Krise besser auShalleu, sondern sogar positiven Bortheil haben, und zwar gerade durch de» wirthschaftlichen Rückgang der kleineren„Kollegen". Schon bei dem ersten englischen Maschineubauerstreik, im Jahre 1551, wurde diese Beobachtung gemacht. Ali die Arbeiter damals nach 14 Wochen unverrichteler Sache an die Arbeit zurückkehren mußte», waren sämmtliche kleinen Firmen der Unternehmer- Koalition bankrott oder auf dem Weg zum Bankrott. Jetzt ist es ähnlich. Der Kamps hat schon drei Wochen länger gedauert als 1551 und die Arbeiter stehen noch ungebrochen da. Nicht so die kleineren Firmen. Sie müßten, um bestehen zu könne», ihr Kapital rasch umsetzen, und sie habe» keine Reserve», um zuzusetzen. Sie rufen lauter und lauter nach Friede». Um sie zu beschwichtige», hat man ihne» Unterstützung versprochen. Allein das reicht nicht aus. Die kleinen Meister sehnen sich»ach einem Ausgleich. Und so arbeitet die Nanbthier-Ltatur des Großkapitals den ausgesperrten Arbeitern t» die Hände. Die Arbeiter einig, solidarisch einer zum anderen stehend; die Kapitaliste» sogar mitten im Kampf gegen die Arbeiler einer dem andern das Lebensblut aussaugeiid, der Starke den Schwachen auszusressen erpicht,— welcher Kontrast in diesen zwei Bilder». Und welche Gewähr des Sieges der Arbilter und der— Kultur!— •• « DentsckieS Reich. — Der Kaiser bestchtigle am Montag in Jagduniform und begleitet von zahlreichem Gefolge ebenfalls in Jagdkleidnng— die Herren waren zur Jagd i» Groß-Slrchlitz eingeladen— das s ch l e s i s ch e U e b e r f ch w e m m n» g s g e b i e t. Ob diese Be- sichtigung besondere Erfolge herbeiführen wird, muß mau abwarten. Jinmerhin ist es inieressaut. einen Brief in Erinnerung zu rufe», cen der demokratische Achtundvierziger Heinrich Simon im September 1554 anläßlich einer der in Schlesien periodische» lieber- schwemmungen und der Maßnahmen der Beamte» der preußischen Regierung geschrieben hat. Es heißt da: „Unser armes licbeS Schlesien! Welch entsetzliche Ueber- schwemmung in welch ungeheuren» Umfang«! Und mit doppelter Traner,»veil es Schlesien ist, lese ich und sehe ich, daß man es zunächst der Prival-Wohllhäligkeit überläßt, zu helfe», die denn auch bei einem Unglücke,»velches aNein a» Vermöge» Masse» vo» Millionen verschlungen hat. glücklich in Breslau etivn zehn- tausend Thnler zusammengebracht hat. Der Staat»verde sich be- schränke», die»»zureichenden Täm»»e,»velche Unglücksfälle ähnlicher Art periodisch wiederkehren lasse»,»nieder herzustelleu. Daß in d e i» s»i i» f h n» d e r t I a h r e>» angeblicher Gesittung der Staat noch nicht einmal dafür gesorgt hat, das Land gegen das Wasser zn schützen, spricht ausnehmend gegen d i e s e A r t des Staates. Wen» das Geld. dasSchlesie» bei dieser einen U e b e r s ch>v c in m»» n g verliert, dazu v e r>v e n d e t »vorden»v ä r e, Wasserbauten aufzuführen, so »väre Schlesien seit Jahrhunderten vor diese» »viederkeh reu den Vernichtungen deS GlückS von hunderttausende» von Menschen geschützt. In einen» kleine» Städtchen von Kalifornien— an der letzten Grenze der Gesittung, Sakramcnto»»il 16 000 Eiuivohnern, hat man seit seiner Gründung, die im Jahre 1546 erfolgte, also seit acht Jahre», fünf Millionen Dollars zu Wasserbauten gegen das Meer veriveudet. Da»veiß man, wozu das Gemei»- ivese», wozu der Staat da ist, nämlich zuerst als Verbindung zum Schlitz...." Das»var vor 43 Jahren. Simon ist lange ladt. Der preußische Staat aber ist sich in diesen 43 Jahre» gleich geblieben.— — 3l l l e r l e t A n w e n d n n g des tz l 9 3 S t r.- G- B.'s. Das Urthell des Nennkirchener Schöffengerichts, durch»velches Herr v. S t»i m m von der Beleidignug S t ö ck e r' s sreigesproche» wurde, liegt jetzt in ausführlicherer Fassung vor Di« Stelle, welche dem Abg� v. Stumm die„Wahrung berechtigter Juleresseii" zubilligt, lautet nach der„Nennkirchener Zeilnng" folgendermaßen: „Angeklagter nimmt de» Schutz des§ 193 in Anspruch. Es ist bekannt, daß Angeklagter entschiedener Gegner der christlich- sozialen Bewegung ist, welcher er,— ob mit recht oder unrecht. ist gleichgiltig— für weit gefährlicher. als die Sozial- deinokratie hält, da sie sich an die noch gläubigen Elemente der Arbeiler wendet und unter diesen gege» die Arbeitgeber agitirt. In hiesiger Gegend hatte sich auch im Winter 1595 und im Früh- jähr 1596 ein Anwachsen der christlich-sozialen Bewegung geltend gemacht. Am 25. Aiärz 1596 halle eine Anzahl evangelischer Geistlicher im Saargebiet, darunter auch einige a»S den» Kreise Otlweiler, ein« Erklärung zu gunsteii dieser Bewegung erlasse». Die Spitze ricbtele sich gegen den Angeklagten. Wenn er daher Beranlassung nimmt, dagegen aus- zutreten, so kämpft er gegen eine ihn an- gehende Sache, befand sich daher in Ausübung berechtigter Jnteresssen in seiner politischen Stellung im Staat und Gemeinde, n nd nimmt somit der Angeklagte mit recht den Schutz für die unter Anklage g e st e l l l t e n Ausdrücke in A n sp r i» ch." Wir werden noch oft genug Gelegenheit haben, auf diese Auf- fassniig deS Nemikircheuer Schössengerichls ziiiückzugreifen. Heute sei altsogleich folgendes Borkommniß als Parallele mitgelheilt: Der verautworlliche Redakteur der sozialdemokratischen„Volks- stimme" in Magdeburg, Friedrich Vahle, wurde vom Landgericht wegen Beleidigung des Direktors der Biickaner Maschinen- fabrik und eines Ingenieurs zu 100 M. Geldstrafe verurtheilt. Es handelte sich um einen Artikel, worin die Schuld an einem schweren Unfall, den«in Schlosser jener Fabrik beim Schleifen erlitlen hat, der Fabrikleitnng beigemessen war. dt« di« Arbeiler zwinge, nnoor- schrisismäßige Schleissteine zu benutzen. Vahle erklärte, daß er von Arbeitern der g e u a n u t e n Fabrik gebeten worden, etwas zn schreibt»!, damit Abhilfe geschaffen»verde. Durch Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß zwar der erwähnte Schlosser den Unfall durch eigene Schuld erlitten hat, anderseits aber, daß ein Theil der Schleifsteine nicht in Ordnung gewesen ist und ihre Benutzung gefährlich war, so daß sich di« Arbeiter an einem Steine zusammendrängteu; auch andere Mißstände wurden festgestellt, welche in Verfolg des Artikels beseitigt worden sind. Der Gerichtshof versagt- dem Angeklagten den Schutz des% 193, denn nicht einmal den Arbeitern der Fabrik würde der Schutz des§ 193 zugebilligt werden, wen»« sie derartige Uebelstände in dt« Presse brächten» wie viel weniger dem Angeklagten, der doch höchstens von ihnen beauftragt gewesen sei. Um dergleichen Veröffentlichungen zu vermeiden, sei daS Institut der Geiverbe-Jnspektoren geschaffen, bei diesen»in- parteiischen Beamten hätten die Arbeiter Hilf« suchen müssen. So lvird in Neiinkircheii, so in Magdeburg geurtheilt l— — V o m Badent-Schu tz. Wir haben dem Berliner Polizei- präsidum Unrecht gethan, als wir aiinahinen, daß von ihm di« Initiative ausging, die Versammlung des Alldeutschen Vereins zu verbieten, in der deutsch- österreichische Abgeordnet» über das Badent-Regiment referiren sollten. Nun melden die dem„alldeutschen Verein" nahestehenden„Berl. Neuest« Nachrichten': Die Eröffuung des königlichen Polizeipräsidiums bezüglich der Sqmpathieversammluiig für die Oesterreich«! ist, wie auswärtigen Blättern gemeldet wird, auf eine direkte An- o r d n u n g des Ministers des I n n e r n v. d. R e ck e zurückzuführen, ber in» E i n v e r n« h m c u mit d e m S t a a t s m i n i st e r i u m handelte. Ursprünglich sei dem Polizeipräsidenten v. Windheim nahe gelegt worden, seinerseits aus polizeilichen Gründen die Versammlung aufzulösen oder zn verbieten, doch habe er die Verantwortung dafür abgelehnt. Wenn nun Graf Badeni zum Dank verbietet, Herrn v. d. Recke'S Regiment in Oesterreich nach Gebühr zu würdigen, dann haben»vir in Mitteleuropa mustergiltige Zustände.-» — DaS freisinnige Konkurrenz-Unternehmen gegen den Bund der Landivirthe, der Bauernverein „Nordost" hielt in Kösli» seine Generalversammlung ab. Tieselbe war insbesondere aus den nordöstlichen Provinze» Preußens beschickt. Hosbesitzer Steinhauer theilte mit, daß der Verein bereits in 47 Wahl- kreisen vertreten sei. Der alte Vorstand»vnrde»viedergewählt und durch Landivirthe aus Schlesien, Sachsen und Westpreußen ergänzt. Zu den Satzungen»vurden Zusätze beschlossen, die das Ausdehniiligs« gebiet und das Progrvmn» erweitern. Die öffentliche, überaus zahl- reich besuchte Versammlung, in der Steinhauer, Voriverksbesitzer Rnbow, Kreistags-Mitglied Goldtt, Mühlenbesitzer»nid Landwirth Hintze, sowie neun andere Landleute sprachen, wurde der„Voss. Zig." zufolge nach dreistündiger Dauer plötzlich wegen einer von konser- vativer Seite hervorgeruseueu Störung zu allgemeinem Ersiaunei» aufgelöst.— — Theodor Lorentzen, der Kieler Werftarbeiter, dessen Broschüre„Die Sozialdemokratie i» Theorie und Praxis" im vorigen Jahre der kapitalistischen Presse viel Freude bereitete,»vird jetzt von der„Schleswig-Holstein'schen Volkszeitung" als Plagiator ge« wöhnlichsten Schlages entlarvt. Haben da jetzt die Kieler Nationalliberalen den Landesversicherungsiath Hansen als Kandidat«» für den Reichstag aufgestellt, ivelcher Herr vor einigen Jahren unter dem Pseudonym HanS Felsen eine Schrist„Das Buch des deutschen Arbeiters" hat erscheinen lassen. Bei Anssirllung dieser Kandidatur blätterte man»vieder einmal in der vergessene» Schrift und fand, daß Lorentzen dieselbe zum Theil wörtlich abgeschrieben hat. Das Organ der Kieler Nationallideralen. die„Nordostsce-Ztg.", hat bisher noch kein Wort über diese Enthüllungen der„Schleswig- Holst. Voltsztg." zu sagen vermocht. Das Blatt ist sich jedenfalls »och nicht klar darüber,»ver von de» beide» Parteigenossen die edlere Seele ist, ob der Plagiator Lorentzen oder der Reichstags- Kandidat Hansen, der den Plagiator ruhig gewähren ließ. — Die Untern, i,»irer des Reichstags- Wahl« rechts. Die„Westfälische Zeitung" schreibt,»vie die„Post" ihr srelldig nachdruckt: .... Gewiß ist«S«ine Frage von hoher ethischer Tragweite, ob der Bürger bei der Ausübung seines höchsten LandeSrechlS in den Zettel der geheimen Stimingabe eingewickelt»verde oder frei von der Leber»veg seinen Vertrauensmann ailSriise. Es scheint ein Widerspruch zu sei», nachdem Stadlhelm und Schnppenpanzer zum alten Eisen geworfen, wenn sich der freie Mannesmnth, der moderne Revolutionär xar excellence i» der Papierdüt« einer versteckten Wahlurne ver- kriecht! Aber sollte unser Wahlrecht, daS an mehr als«in»r Ecke angcbröckelte Machwerk des Augenblicks, nicht richtigerweise einmal » kirndo der Revision»ulerzogeu und-in neues aufgebaut werde»? Wie der Neubau eines ordentliche» Bürgergesetzes über die Ans- iibrnig des Wahlrechts ansschaue» sollt«, wissen»vir noch nicht. Das aber ist dennoch wahr, daß mehr als eine Beftiinmung des geltenden Wahlrechts vor der Vernuuft nicht stand hält. Darum unr fort mit dem Geist des Stück»verks, kein Flickwerk, sonder»» ein neues Grundrecht!" Alle solche Aeußeruiigen werden im Streit der bevorstehenden Wahlen höchst iverthvoll sein!" — Wahlvorbereitungen der Zentrnn» Spartet. Eine Versammlung deS Provinzial-Wahlkomitee'S der Zeutrumspartei in Westfalen fand am 4. d. M. in Münster statt. Es»vurd« ein Siatut für die Organisation beraihe» und provisorisch an« genommen, ans grnnd dessen die Agitation für die bevorstehende» Wahlen betrieben»verde» soll. Auch für die Gemeinde-, Kreis- und Provinzialverlretungen, sowie besonders für die Gewerbegerichts- Wahlen will man sehr thälig sein. Ei» Bericht ans de» Wahl- kreisen ergab, daß vielfach in Rücksicht auf die konimendeii Wahlen bereits jetzt eine lebhafte Bewegung herrscht.— — Das polnische Z e» t r a l- W a h l k o m i t e e für West- preiiße»»nd Ermland beschloß, auch für die pommersche Kassubei eine» polnischen Reichstags-Kandidaten aufzustellen. Dagegen lehnte das Komilee den Antrag ab, auch in rein deutschen Provinzen also Westfalen, eigene Kandidaten auf- zustelle»; dagegen»vurden polnische Kandidaturen nicht blos für Hiiitsrpommern, sondern auch für die ostpreußischen Kreist Neideubing und Osterode beschlossen.— — Der Wirthschaftliche A n s s ch n ß znr Vor« berathung und Begutachtung handelspolitischer Maßnahmen wird,»vie verlautet. Mitte November nach Berlin berufen»verde». Es»vird sich bei dieser Tagung abgesehen von der Entgegennahme von Berichten üder die bisher getroffenen Bor- bereitungen für die Arbeiten des Ausschusses um die Feststellung seines Arbeitsplanes handeln. — Der„Echuhverband gegen agrarische Ueber« griffe", die bekannle liberale Gründung Rickert'scher Färbung. hielt am letzten Sonnabend Abend seine erste Generalversammlung ab. Man rühmte die Handelsvertrags- Politik und erklärte, den Kamps gegen das Junkerthum eifrig fortführen zn wollen. Die Ver» samnilung war aus allen Theilen Deutschlands besucht.— — Die preußische General-Synodc wird am 23. November ihre Tagung beginnen und sich hauptsächlich mit der Regelung der Besoldungsverhält nisse der evan« gelischen Geistlichen beschäftigen.— —?l n t i s e m i t i s ch e A r b e i t e r f r e n n d l i ch k e i t. Wie früher mitgetheill wurde, hat der Hamburger Senat eine Verordniing erlassen, die besagt:„Zum Austrage» von Zeitungen, Brot und Milch dürfen Kinder unter 12 Jahre» nicht vor 5 Uhr morgeiiS und nicht nach 5 Uhr abends und schulpflichtige Kinder, die das 12. Lebensjahr vollendet haben, nicht vor 7 Uhr morgens und nicht nach 9 Uhr abends verwandt werden." Der antisemitische Reichs- tags-Abgeordnele Dr. Vielhabe» versucht»um im„Hamb Corr." und in den„Hamb. Nachr." nachzuweisen, daß die Bestimmungen der Geiverbe-Ordnniig, tz 120 o. auf die kleinen Schulkinder, welche Zeitungen, Brot und Milch austragen, keine Anwendung sinde» könne, weil diese Schulkinder unter 12 Jahren als Hand» l ii ii g S g e h i l f e n zu betrachten seien. Dieser Versuch des Herrn V i e l h a b e n, auch gegen dies« so nolhivendige sozialpolitisch« Maß» »ahme Sturm zu lausen, dürfte kaum überraschen, da für diese» errn in seiner Stellung als Anwalt der Hamburger Unternehmer- rganisation eine andere Ausfassung kaum ftaithaft wäre.'Auch sonst ist die Anschauung dieses autisemitischeu Führers gegenüber der Bäckerei»»i»d Konsektionsarbeiler-Verorduung so bekannt, daß seine Vertheidiguiig der Kinderarbeit selbstverständlich erscheint, ganz abgesehen von der juristischen lliabulistik. die ihn auch sonst aus- zeichnet. Da aber die Ailüsemitei» sehr gern mit ihrer Ütrbeiler- sreundlichkeit prahlen, sind solche lleiuei» Beiträge zu diesem Kapitel nicht uiiiiileressanl. — Die Verhandlung gegen Dr. PeterS, den ehe- maligen Neichskommissar, vor dem kaiserlichen DiSziplinargericbtshof wird an, 15. d. M. stattfinden. Dr. Peters hatte bekanntlich gegei» daS Urtheil erster Instanz, das ihn deS Amtes entsetzt, Berufung ergriffen. Dr. Petert selbst besindet sich in England und gedenll nach Süd-Slfrika zn gehen.— Lyck, 6. November. Die Polizei verbot die in der Wohnung deZ Redakteurs Bahrke für morgen einberufene Versammlung>er niasnrischen Volkspartei. Wir möchten gern»vissen, auf gruud welchen Paragraphen deS preußischen VersaminlungSgesetzes die Polizeibehörde di» unbequem« Versammlung verboten hat.— Strasburg f.(5., 7. November.(Eig. Ber.) Bei den gestern statlg.hablen E r g ä n z n n g s w a h l e n zum L a n d e s a u s s ch uß für E l s a ß- L o t h r i» g e n. bei denc» durch die..einderäthe der vier gröütc» Siiidte Sirnßburg, Mülhausen. Metz und Kalmar, sowie durch die Wahluüivuer von Li) Landkreisen je ein Abgeordueler zu ernenne» war, wurden, wie vorauszusehen, die früheren Ber- lrcter fast durchweg wiedergewählt. In Straßburg- Stadt fielen aus de» bisherigen Abgeordneten Bergmann(gouverue- mental) 21, Rechtsanwalt Lauge(Dein.) S, Sohle(Soz.) 2 Stimmen. Zaber» wählte an sielle des verstorbenen Etaalsraths Klein den Cauilätsrath Dr. Höffel. In Hagenau erhielten im dritte», ent- scheidenden Wnhlgaug Gutsbesitzer Batiston 41, Baurath Seyler 36 Stimmen; elfterer ist also gewählt. Der Kreis Colmar gab auf den bisherigen Vertreter, Bürgermeister Ruhland in Münster 62, den Priester Wetterls, Redakteur des„Journal de Colmar", d Stimmen ab. Der interessanteste Wahlkampf spielte sich im Kreis Rappoltsiv eiler ab, wo Rechtsanwalt Preiß Colmar(klerikal) gegen den bisherigen Vertreter, Bürgermeister Greiner, stand. Von 37 Sliminen war eine ungiltig, 28 entfielen aus Greiner, 23 atü Prciß. Das Laos, was nun zu entscheiden hatte, war dem ersteren günstig, der deshalb als gewählt proklainirt wurde. Mülhausen- Stadt wählte den Großsnbrikanten Mieg-Köchlin wieder, Mül- h a u s e n- L a n d den Stadipfarrer Wimerer. In Saar« g emiind erhielt der bisherige Vertreter, Fabrikant Jaunez 73, Üteichstags-Abgeordneter Pfarrer Cvlbtts 11 Stimmen. Die Zn- fatumensetzung des Laudesaiisschufses erleidet durch den Aussall der gestrigen Wahlen keinerlei Veränderung. Fast die Hälfte aller Ge- wählten sind Bürgermeister, eine Anzahl Staatsbeamte, nur wenige Vertreter der Industrie und des Ackerbaues. Das arbeitende Volk iir nach wie vor ohne Vertretung in unserer gesetzgebenden Körperschaft. Der etsaß lolhringische Lattdesausschuß wird auch in Zukunft daS willfährigste Parlament Europa's sein.— — E i n Hafen in China ist einer der sehnlichsten Würrich? unserer Kolonialpolitiker. Der Ueberfall einer dettlscheii Milsionsstation in Süd-Shantung erscheint den„Verl. N. Nachr." als willkommener Anlaß, vorerst bis z>tr Erledigung der deutschen Enlschädiguugsarrsprüche einen chinesischen Hasen als Pfand in nnlereu Besitz zu nehinen. Daß man solche Pfänder später nicht leicht zurückerstattet, ist daS Hairptmotiv für den Wunsch unserer Kolonialfreunde. Die Anregung der„Berliner Neuesten Nach- richten" wird im Auswärtigen Amte vielleicht Gehör finden, nmsomehr dann, wenn sich die folgende aus Shanghai datirte Meldung des englischen„Depeschcn-Bnreaus Dalziel" de- stätigt, wonach der deutsch« Gesandte m Peking, Frhr. v. Hepkitig, sorvie der Kapitän des deutschen KanorreubooteS„Cormvrau" in Wuchaug von dem Chinesenpöbel augegriffen wurden. Dieser warf Steine aus die deutsche Flagge und insultirte den Gcsmrdlen, der von der chinesischen Regierung die Bestrafung der Thäter verlangte. Oesterreich-Nngar«. Wien, 3. November. Abgeordnetenhaus. Vizepräsident Abrahamorvitsch kommt auf die Vorkommniste in der letzlen Sitzung zurück»ud rügt die in dieser Eitzung gefallenen Ausdrücke, welche den Parlamentarisinus schädigten und die schärfste Mißbilligung er- heischte». Abrahamowitsch ermahnt das Haus, damit endlich eine Gesundung des Tones eintreten möge.(Lebhafter Beifall rechts; Widerspruch links.) Es folgen formelle Anträge.Ksodaun eine nament« liche Abstimmung. Im weiteren Verlaufe der Sitzung gaben Dr. Hoffmann v. Wellen- Hof im Namen der Deutschen Voltspartei, Groß iin Namen der Deutsch- Fortschritller und Zeller im Namen der Sozialdemokraten Erklärungen gegen die letzten Ausführungen de? FinauzministerS im Budgetausschusse ab. Die Redner bezeichnete» ein eventuelles A u f- drängen des AuSgleichsprovisorinmS mit Ungarn auf grund des§ 14 als verfassungswidrig. Die- selben Redner sowie Kaiser(deutsche VolkSparlei) protcstiren gegen daS Vorgehen deS Präsidiums und der Majorität in den letzten beiden Sitzungen und bezeichneten dieses Vorgehen als einen Bruch der Geschäftsordnung. Nach Verlesung mehrerer Interpellationen nahm das HauS um 1 Uhr 40 Minuten die am 4. d. M. unterbrochene geheime Sitzung »vieder auf.— — Der parlanr entarische Ausschuß der Rechten sprach den beiden Vizepräsidenten Abrahmnowicz und Krainarz seinen Dank für ihr„ausopserungsvolles Wirken' aus und beschloß, daß Abrahamoivicz zum Präsidenten, Kramarz zum ersten Biz-präsidenteu n»d ein Mitglied der katholischen Votkspartei, als das der Tiroler Abgeordnete Zallinger genannt wird, zum zweiten Vizepräsidenten gewählt werde. Die Wahlen sollen Mittwoch stattfinden.— — Zur AuZgleichsfrage konnte die sozialdemokratische Fraktion erst im Budgetausschuß und zwar durch den Genossen Daszyuski ihren prinzipiellen Standpunkt darlegen, und auch hier blos mit gewissen BeschrSukungen. die sich infolge der eigenartigen parlamentarischen Verhältnisse ergaben. Wir zitiren aus der Rede daS Folgende: ............. Für Ungarn giebt eS auch andere Nothwendigkeiten alS diejenigen, die der Fittanzntiuister angeführl hat. Sie berücksichtigen die LebenSinteresten der Bevölkerung, oder wenigstens die der Industrie, während unsere M i n i st« r jetzt nur dieJnteressen deSHofes gegen dieJnter- essen deS Volkes vertreten. Die Ungarn haben keine so große Angst vor dem Schlagwort der Aushebung des„gemein- samen Zollgebietes" wie unsere Minister. Die sogenannte lieber- fuhrnmlage, der unsere Waareu an der ungarischen Grenze unter- liegen, ist nichts anderes als der Einfuhrzoll!(Sehr richtig) Die staatsmänuischen„Nolhiveudigkeiteu" des Finanzministers und seiner Kollegen führen zu den schrecklichsten Konsequenzen für das arbeitende Volk in Oesterreich und unsere Arbeiter im Aus- laud. In H a z l e t o n in Amerika schießt man aus ö st er reichische Arbeiter, auf arme Pole» und Ungarn wie auf wüthende Hunde los, in Preußen maßregelt man uns ohne jedes Erbarmen— aber da schweigen immer unsere Staatsmänner! Vor drei Wochen erschossen die rusfi- schen Soldaten sieben Leute in Dombroiva beim Streit, von denen einige österreichische Bürger waren. Aber wir haben noch kein Wort aus dem Munde eines österreichischen Ministers v«r> n o m m I n. daß der Schutz für ö st e r r e i ch i s ch e Arbeiter eine st a a t s m ä» n> s ch e N o l h w e u d i g k e i t in seinen Auge» ist. Wenn es sich aber um ungarische Schweine handelt, da verwicteln die Herren den Staat j» Zollkriege und diplomatische V« r w i ck e l u n g e n der ernstesten Art. Ich behaupte, daß sich die ungarischen Ochsen und Schweine eines weit ausgiebigeren Schutzes erfreuen alS die österreichischen Arbeiter im Ausland. Wir wollen nicht länger die A u S b e u t n n g Oesterreichs zugunsten der u n g a c i s ch« n G r o ß k a p i t a l i st e n. Wir wollen nicht, daß das Zollgesäll« für gemeinsame Angelegenheiten verwendet werde, und>vir wollen nicht, daß die bisherige Auf- lheilungsiveise weiter bleibt. DaS Zollgesälle soll nach dem Be- stimninngSlande der Waare aufgetheilt werden. Was die Quote an- langt, so ist für uns nur das eine Verhältuiß unanfechtbar, und das ist: 50 pCt. zu 50 pCt Der Streit um die ö st e r r e i ch i s ch- u n g a r i s ch» Bank ist für die Arbeiter nichts anderes als der Kamps zwischen zwei Aiisbeutergruppen: den Agrariern und den Großindustriellen. Bei diesem Streite verhalten wir uns ganz kühl; aber die Begehrlichkeit, die auf beiden Seiten zutage tritt, werden wir uns ins Gedächtnis schreiben, für den Fall, wenn einmal die Bourgevispresse über die „B gehrlichkeit" der Lohnsktaven, die um«ine kärgliche Lohn- e r h ö h i>» g kämpfen, zu schreien anfängt. Bon keiner Seite wurde aber eine der ivichligsten Angelegen- heilen berührt; niit keinem Wort» gedenkt man der Interessen der arbeitenden Bevölkerung. Man jchweigt beharrlich über den Arbeiterschutz in Ungarn. Die Herren Großindustriellen in Oesterreich, die so bitterböse sind über den riesigen Aufschwung der Industrie in Ungarn, mögen mir »nn zuhöre», weil es sich doch um die einzig mögliche anständige Beschränkimg der ungarischen Profilwuth handelt. Ich stelle hier folgenden Vertagungsantrag: „Die Verhandlungen über daS Zoll- und Handelsbündniß werden insolange ststirt, bevor nicht die ungarische Regierung gesetzlich normirt' a) Verbot der Arbeit der Kinder unter vierzehn Jahren; b) Einschränkung der Arbeit der Frauen und jugendlichen Personen, insbesondere Verbot der Nachtarbeit; o)«lfstündiger Normalarbeitstag; d) zwöljstündige Schichten im Bergbau; o) Ge- weibe-J»spektorat; k) Unfallversicherung, wenigstens soweit, wie sie in Oesterreich besteht." Diese Frage geht nicht nur die ungarischen Arbeiter an, sie ist dringend auch sür die österreichischen Bürger, trotzdem manche meinen werbeit, eS gehe n u r um Arbeiler, die sich zu Tausenden in Ungarn abrackern, um dann bei einem Streik von unga- rischen Gendarmen erschossen zu werden, wie die blutige» Tage vom Alsöld, von Fünskirchen u. s. w. beweisen. Ii» gemeinsamen Zollgebiete soll der Arbeilerschutz in Ungarn wenigstens nicht dem österreichischen nachstehen, und deshalb stelle ich den obigen Anlrag. Wir haben noch einen Grund der Vertagung dieser Berathnngcu bis zu dem Zeilpunkte, wo sie für das Volk in Oester- reich überhaupt von irgendwelchem Nutzen sein können, und es handelt sich jetzt um eine dringende Sache, um eine Kalamität, sie im jetzigen Jahre fast ganz Oesterreich heimgesucht hat. Ich spreche da von der beka»nlen gewaltigen Brotvertheue- riing, wie sie durch die Mißernte und durch die Börsen- sch windler heraufbeschworen wurde. Die hohen Brot- preise, das theuere Getreide und Mehl nützen der bäuerlichen Zwergwirthschaft gar nichts;, nur die beiderseiltgen Großgrundbesitzer. die unersättlichen Agrarier haben den Nutzen davon. Und es ist dringend ebenso wie es gerecht ist, daß geineinsam mit der ungarischen Regierung ein Schritt gethan werde, um der Erhöhung der Brotpreise«»igegeiizuarbeilen. Ich stelle deshalb den zweiten Vertagungsantrag folgenden Inhalts: „Die Berathungen über das Ausglcichsprovisorium sind insolange zu sistire», als nicht die Regierung mit Ungarn die bindende Vereinbarimg gelrvffen hat, de» Einsuhrzoll ans Brot- getrcide bis zur»ächsten Ernte aufzuheben." I» diese», Ansschusse wurde der diesjährige Nothftand der Bevölkerung so allseitig zugestände», daß Sie diese Forderung un- möglich so ohne weiteres abiveife» werden können. Geschieht das dennoch, NUN so werden wir daraus die Konsequenzen zu ziehe» wissen. Und schließlich gestatten Sie mir, darauf einzugehen, worüber sich der Herr Finanzminister, der so znrückhallend mit seinen Worten war, zum Schluß so offenherzig geäußert hat. Er droht uns mit dem§ 14 der Verfassung und stellt sich die Sache so dar, als würden wir die Todlengräber der Verfassung und des Parlamen- tarismns sei». Er sagt, daß die Zeit schon zu kurz ist, nm mit dem serligen Ausgleiche vor das Hans kontnien zu können. Aber zugteich hat er selbst ausdrücklich zugestanden, daß die Verhandlungen über die Quote noch gar nicht abgeschlossen sind. Dieses Gesiänduiß des Herrn Finanzniinisters stelle ich hier fest und kouslatire, baß nicht die Opposition an dem Scheitern des Aus- gleiches im Jahre 1397 schuldig war, sondern daß es die Regierung ist, die diese Schuld ans sich geladen hat. Jcb konstatire das um so entschiedener, da die bezahlte Regiernngs- presse und die Presse der Majorität unS immer und immer wieder mit diesem unsinnigen Vonvurs entgegenkommen. Die Spanne Zeit ist wirklich zu kurz, um einen vernünftigen Ausgleich mit Ungar» zu stände zu bringen. Aber dann frage ich Sie, war,»» denn diese Regierung alles gethan hat, um die Opposition möglichst zu verschärfen. Warum diese polizeilichen Verfolgungen, diese Konfiskationen, diese Prozesse, alle diese Chikanen dem Volke gegen- über? Warum hat Ihr Präsidium die Obstrultion heraufbeschworen? Warum wurde das alles gethan? Jetzt werden Sie tvissen, daß Sie es sind, daß das M i n i st e r i» ui Baden» es ist, das d e ni v e r f a s s n u g S in ä ß i g e n?l u s g l« i ch als H i Ii d e r n i ß im Wege steht. Reichen Sie nur Ihre D e in i s s o n ein. und jedes andere Ministerium wird leichler als Sie den Ausgleich vom Parlament bekommen.?tber das wolle» Sie nicbt einsehe» und drohe» uns mit der Umgehung der Volks- verlrelung. Meine Herren! Wir werden wahrscheinlich bald die Gelegenheit haben, vor das Volk zu treie» und ihm die wirklichen Feinde der Verfassung zu zeige»; aber daiin werden in den Auge» des Volkes Sie als Todlengräber der Verfassung dastehen!"— Die Rechte hofft, das Ansgleichcprovisorinm im Ausschüsse bis Donnerstag erledigen, sodann die zweite und dritte Lesung»in Hanse in sechs bis acht Nachlsitzungen erzwingen zu können.— Wien, 8. November. Nach einer Meldung hiesiger Blätter aus Prag fand dort gestern Nachmittag ans dem Weißen Berge eine Vorfeier des Jahrestages der Schlacht am Weißen Berge statt. T..s Fest war überaus zahlreich besucht und verlief äußerst stnrinisch. Eine Menge von mebreren lautend Personen zog in die Stadt und vernnstallete Kundgebnitgen. Ein starkes Wachtamgebot schritt ein und zerstreute die Demonstranten; einige derselben wurden ver- wundet.— Schtvciz. Bern, 8. November. Das schweizerische Budget für 1393 m>r 91 375 000 Fr. im Etmtahme-Etal und 89 340 000 Fr. im Ansgabe-Etat ist vom Bimdesralhe durchb-ralhen und genehmigt worden.— Zürich, 6. November.(Eig. Ber.) Zwei Tage laug, am Dienstag und Mitirnoch, wurde im g ü r ich e r K a n t o n s r a t b wieder ein- mal die alle abgerittene Mähre des Manchesierlhnms gelümmelt. Es handelte sich«in die Generaldeballr über die Gesetzes- vorläge, betreffend die obligatorische staatliche Mobiliaroerstcherung. nachdem die obligatorische staatliche Gebäudeversicherung znr Znfriedeiiheit aller schon seit bald hnnderl Jahren im Kanton Zürich besteht. Diese Thatsache führte der demo- k>«tische Kominissioiisreferenl Schö neberger auch gegen den maiichesterliche» Einwand ins Feld, daß der Slant kein gulcr Ge- schäftemann sei. Er hob dann hervor, daß die schweizerische Mobiliar-VersicherungSgesellschast allein 252 000 Fr. per Jahr sür ihre Agenten und weitere 156 000 Fr. für die verwallnng ausgebe, welche Koste» der Staat ersparen wird. Bei der staatlichen Ver- sichernng sollen alle Gebühren weg, die Versicherung ist unkündbar und keinerlei Verklansiilirungen gefährden dem Verstcherten die Er- langung der Enlschädignng— all das seien werthvolle Boribeil« der staatliche» Versicherung. Pennanent»st alle? im Kanto» versichert— dai ist eine Errungenschaft! Der liberalkonservative Dr. U st e r i, Direktor der Züricher Lebensversicherung, meinte, daß viele andere sozialpolitische Aufgaben vor der Frage der staatlichen Mobiliarversicherung behandelt werden sollten—«in alter taktischer Kniff, der in»»er etwas anderes, als das gerade vorliegende, in der Thal aber natürlich gar kein« Sozialpolitik will, welche daS Privat- kapital beeinträchligt. Ein sehr widerlicher Anwalt des Geldsacks ist der Pfarrer W t ß m a n n. der dem Gesetze Flunkerei vorivarf und behauptete, daß Tanseiide die Prämie nicht zahle» würden. Greulich sührle den Geldsackspfafsen prächtig ab. Man redet von den kleinen Sünder», die dem Staate nichts ließen, sagt« er, aber man drückt das christliche Auge zu den großen Sünder» gegen- über, welche de» Staat durch Eteuerdefraudatlonei» um Millionen betrügen. Für ih» ist die projektirte Versicherung«ine schöne Errnngenschaft. Eirergisch trat gegen die Manchesterleute der UniversitälSprosessor Dr. Zürcher ans, der daS Pränrienwefen der privaten Gesellschaft Hmndug nannte. Mit IIS gegen 53 Stimme» wurde schließlich Eiutrele» auf die Vorlage be- chlossen.— --- Bei der Regier ungSrathSwahl im Kanton Genf siegte die radikal-sozialistische Lifte. Dadurch ist auch«in Sozialdemokrat in die Regierungsbehörde dieses wichtigen Kanton» gekommen.— Arnnkreich. Pari», 7. November. Die P a n a m a- U n t e r s u ch n n g Z- Kommission beschloß, der Kammer einen Antrag zu unter- breite», welcher die Fehlgriffe der Magistratur in der Panama- Affäre tadelt. Der Bericht deS Abgeordneten Viviani(Soz.) übt eine scharfe Kritik an dem Staatsprokurator(Slaatsamvalt) aus.— — Di« Regierung und die Dreyfus-Affäre. Der „TempS" veröffentlicht über die Stellung der Regierung in der Drey- sus- Affäre und zu der diesbezüglich von dem Senator Scheurer- Kestner ergriffenen Initiative folgende Note:„Wie bekannt, hat Herr Scheurer- Kestner beim Ministerpräsidenten und beim Kriegs« minister eine Audienz gehabt und sich mit ihnen über die Dreysus- Affäre unterhalten. Doch setzte er sie bisher von keinem Schrift- stück in Kennt» iß. Daher kann sich die Regierung auch nur an die bestehenden Thatsachen halten, nämlich a» den Richterspruch, der den Exhauptniann DreyfnS verurtheilte. Man inacht anderer- seits darauf aufmerksam, daß nur der Justizminister befähigt ist, die Revision des Prozesses zu beantragen. Nach dem Wortlaut des Ge- setze! vom 3. Juni 1895 kann die Revision beantragt werden, wenn sich nach einer Verurtheilung Geschehniffe oder Enthüllungen ereignen oder wenn vor der Gerichlsverhandlnng unbekannte Beweis- stücke erbracht werden, die geeignet sind, die Unschuld des Ver- urtheillen darznthun. Der Regierung sind bis jetzt weder G e- schehnisfe noch Beiv eisstücke dieser Art bekannt geivorden. Bestehe» sie, so müssen sie dem Justizminister angezeigt werden. Er allein hat nach dem 1395« Gesetze zu bestimmen, ob die Revision statifinden soll, nachdem er die Meinung einer besonderen Kommission gehört hat, die ans Direkloren seines Ministeriums und aus drei Beamten des Kassationshofes zusammen- gesetzt ist." Der„Temps" fügt hinzu, daß er Herrn Scheurer- Kestner von dem Vorstehenden in Kenntniß gesetzt habe und daß dieser erklärte, er habe nichts hiiiziizrifiigen. Einem Redakteur des „Figaro", der ih» über den Stand der Affäre frug, entgegnete er, er habe der Regierung die Gründe mitgetheilt, worauf sich feine Ueberzengnng stütze, und«S sei natürlich, daß er derselben Zeit lassen müsse, die nölhige» Maßregeln zu ergreifen und dafür Sorge zu tragen, daß die Oeffentlichkcit ausgeklärt werde.— — Die Beivegung gegen den MikitariSituiS nimmt in Frankreich sort während zu. In einer» längeren Artikel führt dicS der Pariser Korrespondent d«S englischen Hauplorgaus der konservaliven Partei, des„Standard", aus.„Die Abneigung der Franzosen— so schreibt er— gegen die allgemeine Diensipflicht ist rasch ii» Wachsen. So lange man in Frankreich eine» Angriff von denlscher Seite befürchtete oder die Wiedererobernng von Elsaß-Lothringen hoffte, trug ma» gern die kolossale Last. Aber seil diese Befürchtung und diese Hoffnung abgestorben sind, war es mich nnvermeivlich, daß die Fraiizose» sich srngte», ob»un auch die alle Kraft der Ratio» ans- snugende»»»lilärischen Opfer noch eine» Sinn hätten. Der Zwei- bund mit Rußland weckte für eine» Moment in gewissen Volkskreisen jene Hoffnniig wieder aus, indeß seit die hartnäckigste» Chauvinisten sich»mi, grade überzeugt habe», daß der Zweibund ihnen nicht zu Ettaß-Lvthringen verhelfen kann, wächst die Abneigung gegen den' Miiitarisinus auch zusehends." Wir registrire» die Thalsache, auf die wir schon früher ans» inertsam gemacht haben. JedensallS ist dem Ziveibundrausch Katzen» jammer und E»l»üchteru»g gefolgt.— Holland. Haag, 3. Nov.(Eig. Ber.) Sin» 9. d. M. tritt die Zweit« Kammer wieder zur Behandlnng des Elats znsainmen. Nachdem der einzige Landnationalisalor und einer der drei radikalen Abgeordneten sich der demokratisch- liberalen Fraktion angeschlossen haben,«cgiebt sich die folgende Züsamiueiisetziing der Kainmer: 22 kalbolische i Klerikalen 22 reso.mirte i 1 hochkirchticher i 18 konservaliv«> Liberalen 37 demokratische j 2 Radikale 2 Sozialbemokralen i wilder Sozialist. 1U0 Die Regierung stellt ein Kompromiß der konservativen und deiiioiratilch Liberalen dar; die zwei Pole sind der Minister des Innern(Goeina» Borgesins),«in leidenschaftlicher Sozialresormler, der bisher nur in Worte» sich Hai belhntigen können, nnd der Minister des Aenßerii(de Beansorl), für den die heitligeu gcsellschasiliche» Ungleichkeiten heiliges Recht sind. Wird� ihr schon bei der Einsührniig der Schulpflicht und der persönliche» E>fülln»g der Milizpflichten ans ihrer Kompromiß» Mehrheit manche Eehwierigkeit erwachsen, erst recht heikel wird ihre Lage, wenn sie init den versprochenen sozialen Resorme» einen Ansang macht. Die konservativen Liberalen sind hartnäckige Manchestermäinier, und jeder von ihne». der abtrünnig wird, milßi ans der Fraktion der zuvor durch das Schnlpstichl-Gesetz verstimmten� Klerikalen, oder ans der kleinen Gruppe der Radikalen erseht » erden. Die praklische Politik wird jedoch die Minister eher den Manchesternräiinern als de» Sozialdeinokraie» in die Arme sühren.. Wenn auch die zahlreichste Partei des Parlanients schon jahrelang soziale Reformen detürworiet, um die Nvth der arbeitende» Klasse zu linder», so ist sie doch keineswegs eine jugendkräflige und ihatenfreiidige Partei; den Sozialdemokraten bleibt die Ver- iheidignng mancher Forderung überlassen, die in güristigeiein Falle von einer bürgerliche» Demokratie auffteitonnnen wäre. So das ollgemeine Wahlrecht, dessen Einsübrnng durch eine Verfassniigsreviston bedingt ist. Co die Einschränkiliig des MililariSmuS, der auch hier' immer größere Snniuicn verichincki. Während van Kol in der Zweiten Kammer gegen die Forlsetznng des Atjeh Ki ieges, der fast sünsundzwanzig Jahre währt, 600 bis 1000 Millionen Rtark verschlungen hat und bisher erfolglos getveien ist, fei»« Elimine erhoben hat und noch weiter erheben wird, hat feine Frau(Rcllie) eine Agitation unter den holländischen Frauen untenioniinen, um eine» Massenprolest gegen die abschen» lichen Greuel des Krieges zu bewirke». Unsere Partei hat sich von den übermenschlichen Anstrengungen bei de» Wahlen erholt»»d sängt an. die neu geivorbenen Elemente zu konsolidiren. Unser Organ, d e E o c i a a l- d e in o k r a a l. er- scheint jetzt wöcheiiltich zweimal; Vliegen ist in die Redaktion ein- gelreten. Die jüngste Ablheikung ist die Haag'sche, welche mit vierzig Mitgliedern endlich auf den Tuiinuiern der von Daniela Rieuivendliis vernichtete» Arbeiterbewegiliig gegründet ist. UebrigenS ist dieser anarchistische Sozialist nicht aus Rosen gebettet. Seine Partei, die»nr in Ainsterdani noch ivirkliche» Einfluß qat, wird mit einer endgilligen Spaltung bedroht. Nach de» Wahlen haben einige seiner Jünger eingesehen, daß ohne Theilnahme a» dem politische» Kampf die Arbeilerbeivegmig keine dauernde» Erfolge zu hoffen hat, besonders nicht in Hollaiid, wo die Gewerkvereine noch im ersten Stadium der Entwicklung sich befinden. Wen» auch nur»m der Agitation willen, neigt» sie zur„polt- tischen Aktton"; Daniela NieuwenhuiS aber stellt sich schroff diesem Bestrebet» gegenüber nnd fordert sie aus, sie mögen ihn. wenn sie daS anarchistische Prinzip oerrathen wollen, allein lassen. WaS sie denn auch ivohl Ihun werden. Die Zeit scheint auch in Amsterdam reif für die Errichtung eines Wnhlvereins für Arbeiter, >vo diejenigen, welche sich noch nicht zu unserer Partei bekennen können, wentgstens gegen die bürgerlichen Parteien Front zu machen Gelegenheit haben werden. Italien. Rom» S. November. Vor dem Kassationshofe wurde heute über den Rekurs verhatttelt, den C r i i p i gegen den Beschluß der An- klagekammer am Appcllhose von Bologna, durch rvelchen ein ordcnt- licheS Gerichlsversahre» gegen Crispi für zulässig erklärt worden mar. eii, gelegt Halle. Der Beschluß der Anklagekaunner wurde vom Kassationshose ausgehoben. Dieser Beschluß bedeutet uicht eiue Nbweisunq der Kluge gegen Crispi überhaupt, sondern nur eiue Zurückweisung des von der Anklngebehörde eingeschlagene» prozessualen Verfahrens.— England. London, 5. November.(Eig. Ber.) Ueber die am I.November ftattgehableu G e i» e i u d e>v a h l e n in der Provinz liege» jetzt vollständige Zahlen vor. Danach haben die Liberalen im ganzen 85, die Konservativen 32, sozialistische und Arbeiter- kandidalen 18 Sitze gewonnen. Vor drei Jahren bedeuteten die entsprechenden Zahlen 28. 69 und 18, sodaß also die Liberalen gegen damals ein Mehr von 57, die Konservativen ein Minus von 36 zn verzeichnen habe», während die Sozialisten ihre Posttiou behauptet haben. Genaueres wird sich nalurlich erst feststellen lassen, wen» die Stimmenzahlen der Kandidaten vorliege»; soviel ist aber klar, daß ein starker„Zug nach links" obgewaltet haben muß.— Dänemark. -- Das Unfallversicherungs- Gesetz stand im Landesthing zur zweiten Bernlhung. Zn derselben waren von dem liberalen Abgeordneten Fnssing eine Reihe Aenderungs-An- träge eingelaufen, die auf eiue Erweiterung des Gesetzes auf weitere Arbciterkategorie» hinzielten und damit eine Verbesserung des Ge- setzes bezwecken, leider aber dasselbe anch verschlechter» wollen durch Herabsetzung der zu zahlenden Untersliitznnge». Ferner waren Abänderungsanlräge von drei anderen Ab- geordnete» eingereicht, sodaß nicht weniger als 52 v e r s ch i e 0 e» e Anträge zu behandeln waren. Wenn sich schon hierin zeigte, daß man die Einführung des Gesetzes zn hintertreiben suchte, sotrat diesnoch deutlicher bei der ganzen Beralhnng hervor, namentlich durch de» Antrag Sörensen, Slilling und Schultz:„In der Erkenntniß, daß eine stückweise Einführung der JnvaliditätSgesetzgebung ungünstig wäre, wofern nicht ein nach alle» Richtungen wohl überlegter Plan vorliegt, ersucht der Landesthing die Regierung, bis ein solcher Plan ausgearbeitet, die Behandlung dieses Gesetzentwurfes a n s z u s e tz e n." Glücklicherweise wurde dieser heimtückische Antrag gegen die Interessen der Arbeiter abgelehnt. Daraus versuchte man die Verweisung des Gesetzentwurfes an einen Ausschuß zn erreichen, was auch einen» Begräbniß gleichgekomine» iväre. So mußte man sich denn endlich zur Berathung des Gesetzes bequemen, die aber»vegen vorgerückter Zeit ans den nächsten Tag vertagt»vurde. Eine Depesche ans Kopenhagen vom 6. d. M. meldet dagegen: Nach der heutigen in» Landesthing stattgehabten ziveiten Berathung des Gesetzentivnrses über die Unfallversicherung für Arbeiter in ge- fährlichen Geiverben»vird die Durchführung de? Gesetzes für sicher gehalten. Mehrere Versuche, die Weiterberathung der Vorlage zu verhindern, scheiterten. In, F o l k e t h i n g lag ein Antrag aus einheitliche Regelung des R a d f a h r e r iv e s e n s i in ganzen Lande vor, da der derzeitige Ziistand, daß jede Gemeinde andere Verordnungen erläßt, Niihaltbar sei. Der Minister erklärte dies für einen Eingriff in die Rechte der Geincinden. Einige Redner offenbarten sich als iviilhende iliadfahrfeinde; aber die Mehrzahl war doch für Erivägnng des An- träges und übcrivies ihn einer Kommission.— Spanien. Madrid, 7. Novbr. Der Ministerrath hat den Vorlagen und den Dekreten, welche den Bewohner» K» b a' s und Porto- rico's dieselben konstitutionellen Rechte zugestehen »v i e den Spaniern»ud alle» Personen, die miudestcns 25 Jahre alt sind, das Wahlrecht gewähren, seine Zustinniuiug gegeben. Dasselbe Wahlrecht wird als Grundlage bei de» städtischen, den Provinzial- und den Barla>n«»tswahleii dienen. Die Kammer der Insel wird aber gewisse Modifikationen einführen kännen, ivelche die Erfahrung als ziveckmäßig für jede der beiden Jiiseli» erscheineii lassen»vird. Die Lo»)alistenparlei von Portorico hat sich bereit erklärt, au der Einführung der Reforme» und der Autonomie mit- zuwirke». Die Autonomiften auf Kuba beschlossen öffentliche Aemter anzn- uehinen. Es iverden zu Präfekten ernannl werden in Havaua Bruzo», in Santa Clara Marcus Garcia, in Piuar del Rio Frey«, in Matnnzas Tonnarelli, in Plierte Principe Vascallo und i» Santiago Capriles; alle sind Autonomiste». Der Ministerralh genehmigte eine Amnestie für politische Ver- gehen auf Kuba und den Philippinen. Ein schiviinmeudes Trockendock für große Panzer,»velches in England erbaut»vurde, ist in der Nähe von Havaua eingetroffen.— Madrid, 7. November. Die spanische Regieruiig erhielt die amtlicherseils ansgestellte Liste der von den Ausständische»»ach Ein- nähme der V i c l o r i a de las Tunas dortselbst geiödtele» Ein- ivohuer. Dieselbe umsaßt 63 Namen, ivobei mehrfach snmmlliche Faniilicnmilglieder niedergemetzelt»vurde»; unter den Getödtete» befindet sich anch ein Deutscher namens Nicolas Wilcher. Anläßlich des letzten großen Karlistenansstandes»vurde ei» Korrespondent,»venn»vir nicht irren, der der Wiener„Neuen Freien Presse", von den Karlisle.» erschossen. Damals forderte das Aus- »värlige Amt des Dcutschen Reiches von der anerkannten spanischen Regierung»olle Genuglhuung, die auch»ach uicht allzulangem Zögern vcivilligt»vurde. Wir sind begierig, ob im Falle der Be- ftäligung vorstehender Meldung vom Deutsche» Reiche»vieder in gleicher Weise vorgegangen»verde»»vird.— Die Freilassung der Gefangenen von M o n j n i ch. Man schreibt uns aus Barcelona unterm 2. November: Heute»vurde auf Befehl des neuen Gouverneurs Larroca die Frei- tassnug der Männer angeordnet, die hinter de» Kerlerinauern von Monjnich als vermeinte'Anarchisten in Gefangenschast schmachtete». Tie als Anarchisten der schärferen Tonart bezeichneten Marians Alvarez, Francisco Cardenal, Pedro Atontanellas, Jose Montemar, Jsidro Miro und Francisco Salas habe» sich verpstichtet, i»»er- halb 43 Stunden nach Valencia, Saragossa, Huesca, Teruel. Madrid und Valladolid zn gehen,»vo sie unter Polizei-'Aufsicht gestellt iverden solle». Die Zahl der»veniger belasteie» Anarchisten ist 35. Die- jcnige» von ihnen,»velche in Barcelona bleiben, müsse» sich alle 14 Tage dem Gouverneur vorstelle», die übrigen den Bürgermeistern und Polizeibehörde» ihres Wohnortes. Außer de» Envähntei» wurden zehn Personen in Freiheit gesetzt, die als„ungefährliche" Anarchisten bezeichnet iverden. Diese sind nicht verpflichtet, sich irgend einer Behörde zu präsentiren; sie müssen nur ihren Wohnort angebe», damit sie gegebenen Falles übcrivacht»verde» können. Die armen Opfer der Canovas'schen Geivaltpolitik haben die Nachricht vo» ihrer bevorstehenden Freilassung natürlich»nit großem Jubel aiisgenommi». Einer, der gerade beim Abendessen»var, warf seine Schüssel gegen die Wand und sagte:„Jetzt wird nicht früher gegessen, als bis ich draußen bin." Vor dem Gefängnisse spielten sich rührende Szenen zivischen den Familien der Gefangenen ab.— Türkei. Konstantinopcl, 7. Noveniber. Bisher sind 14 Bestiinniungen des Friedeusverlrages erledigt, der Erledigung harren noch 4 Punkte und zwar 1. die nähere Feststellung der Aenderung der Kapitnlatione»; 2. die Festsetzung der Entschädigungen für beschädigtes Privateigenthnm, für ivelche die Griechen die Vereinbarung einer Maximal- Summe ablehnen; 3. verlange» die griechischen Delegirte», diese Entschädigungen durch eine Kommission unter Z»>ziehu»g griechischer Mitglieder bestimme» zu lassen; 4. die freie Eniigration der Beivohncr des»vieder ab- getretenen Territoriums. Den letzte» Punkt anlangend,»vollen die Türken die freie Eniigration auf dein ganze» okkupirten Ge- biete, die Griechen solche nur ans den» auf grund der Grenz- Bestininningen abgetretenen Gebiete zulassen. Den erste» Punkt ausginoninlei», ist eine Verständigung der Dele- girten zn erivarteu. Was den erste» Punkt anbelangt, so erscheinen die seitens der Griechen gehegten Besürchtnnge»»vegen Vernichtung der aus de» Kapitulationen fließeiide» Rechte als»n- begründet, da die PrÄliiniiiarien deren prinzipielle Aufrechthaltnng und den Abschluß neuer Vereinbarungen iiiiierhalb dreier Monate, sowie eine eventuelle schiedsgerichtliche Entscheidung durch die Mächte geivährleisten.— — Ans Kanea meldet der„Standard": In dem Lager der Aufständigen von Akrotiri»vurde eine feierliche Messe abgehalten, Aerautivortlicher Nedakteur: Zluglist Jacobe»» in Berlin. »velcher der Präsident und die Abgeordneten der kretensischen Ver- samiiilung beiivohuteu. Die lretensische Fahne»vurde unter Kanoueil- donner und unter dem Jubel des Volkes gehißt. Die Kundgebung »vird vo» den Vertretern der Mächte getadelt. Griechenland. Athen, 6. November.(Meldung der„Agence HavaZ".) D e- lyannis scheint bestrebt, gleich nach Znsaiumentrilt der Kammer gelegentlich der Präsidenlenivahl das Ministerium zu st ü r z e«. Den unabhängigen Blätter»,»velche ihn» desivegen Vor- »vürfe machen, antivortet Delyannis mit heftigen Artikeln. Das M i n i st e r i u»» i st aber f a st s i ch e r, die Majorität zi» er- halte», denn alle parlamentarischen Gttippe» mit Ausnahme derjenigen Delyannis' haben erklärt, sie ivürde» den» Ministeri»»»» ihre Nuterstütznng leihe», um eine Lösung der nationalen Krisis herbeizuführen. 63 Depntirle sind aus der delyauniftischen Gruppe ausgetreten. Man versichert, daß der König,»veu» das Ministerium gestürzt»verde» sollte, jedenfalls Delyannis nicht berufen»verde. Athen, 7. Nov. Nach hier eingetroffenen Meldungen von Kreta wurde i» Rethymnos von mehrere» Muhamedanern ei» Mord- a» f a l l gegen de» Befehlshaber des dortigen russi- scheu B e s a tz u n g s k o r v s verübt. Der Oberst blieb jedoch»»- verivundet, konnte aber die Thäter nicht verfolgen, auch nicht deren Persönlichkeit feststellen. Desgleichen verweigert der türkische Koni- Mandant die Auslieferung der Verdächtigen. Afrika. — Von» S n d a n f e l d z u g e. Die Londoner„Morniug Post" meldet vom 6. d. M. aus Abuhamed, daß vier Kanonenboote den Nil ausivärts bis zum Fuße des sechste» Katarakts, 76 Meile» von Khartum, rekognoszirten und die Forts von Melemmeh beschossen, welche das Feuer erwiderten; es»vurde» jedoch nur geringe Verluste verursacht.» Tanger, 6. Noveniber. Der Kaufmann Pinto, der von den Regierungen I t a l i e u S und P o r t u g a l s mit dem Loskauf der von den Nisfpirateu gefangen gehaltenen Europäer betraut ist, hat die Anweisung erhalle», die Unter- Handlungen abzubrechen,»venn er bis heute Abend nicht zum Ziele gelangt ist.— Der bereits gemeldete Tod eines von den Niffpirate» gesangeu genommene» Franzosen hat Verdacht eriveckt. Das französische Kriegs- schiff„Cosmao" ist mit dem Kanzler des Geiieral-slKsideiiteii au Bord nach Alhucemas abgegangen, um die Angelegenheit zu unter- suchen.— — Ueber den e n g l i s ch- f r a n z ö s i s ch e n Konflikt im Nigergebiet sagen die„Times": England b e st r e i t e den Franzosen absolut d a s R e ch t, sich i» das Hinterland der britischen Kolonien einzudrängen, und legt Verwahrung ei» dagegen, daß sich irgend eine andere politische Expedition, als eine englische, dort aufhatte. Die„Times" sühn» eine lange Reihe von Verträgen und Avkounuei» auf,»»» zu zeige», daß über das ganze Territorium im Hinlerlande der britische» Besitzungen östlich von» Meridian von Say das britische Protektorat in aller Form er- klärt und den Mächten zn de» betreffende» Zeiten hiervon gebührend Millheilnng gemacht»vor den sei.— Biiliiivaiso, 6. Noveinber. Bei dem Festbaiikelt,»velches hier gestern anläßlich der Eröffnung der Bahnlinie nach Kapstadt stattfand, verlas der Minister für öffentliche Arbeiten Sivewright eine» Brief vo» Rhodes, in dem Rhodes mittheilt, er habe sich einschlösse», die Bahn unverzüglich nach dem Z a in b e s i weiter- zubauen, und auf die»nächtigen Kohleufelder verweist, ivelche zwischen Buluwoyo und dem Zainbesi lägen und für Südafrika von der größten Bedeutung»väreii. Die jetzige Generation solle sich be- mühe», das Werk noch bei ihrer Lebzeit zu beende». Auicrika.' Washington, 6. November. Der Verlrag zivischen Nußland, Japan und de» Vereinigten Staaten, betreffend die Frage der Robbensischerei in» Bchringsmeer, ist heute unterzeichnet wordei», bedarf aber zu seiner Giliigkcit noch der Bestätigung durch de» Senat.— — 9lls ein Fei;(schlag hat sich die Einführung des F r a u e»- S t i i» in r e ch t s in Ohio eriviesen. Es fehlt an jeder Begeisterung dcr Frauen zur Ausübung des Stiininrechts. Im ersten Jahre ließe» sich 6666 Frauen registriren; bei der letzten Registrirung aber»nr 82. Für die»veibliche» Wähler»inffeii separate Bücher geführt»verde», und die Unkosten, welch« die Registrirnug der erwähnten 82 Frauen veranlaßt hat, belaufe» sich auf»abez» 86 666 Ach(??!) Die Wahlbehörde von Cleveland ist der Ansicht, daß 82 Stimmen eine solche'Ausgabe nicht»verlh sind »nd hat deshalb den Beschluß gefaßt, bei der Legislatur um Wider- r»f des Gesetzes, das den Fraueu das Stimmrecht verleiht, zu pelitionire».— — Das Attentat eines mißvergnügten Soldaten auf den Präsidenten und den Kneosininisler dcr Vereinigten Staaten vo» Brasilien wird von dem amtlichen Blatte auf eine politische Verschwörung zurückgeführt. In Stadt und Land ist aber alles ruhig. Es kann sich bei dieser Aiinahme»vohl nur»im reaklionäre Ausnntznug eines privaten Liacheakies Handel». Nach Meldungen aus Rio de Janeiro drang in vergangener Nacht eine Atteiige i» die RedaktionSrüinne des Blattes„Repnhiila" ei» und plündcrle dieselben trotz der Bemühnng«» der Polizei, dies zu verhindern. Das Btait Halle den Präsidenten der Republik und den Kriegsminisier wiederholt angegrisicii. Bei der Verhastung des Attentäters, ivelcher den Präsidenten zn erschießen versucht Halle, wurde der Oberst Moraes, ivelcher seiiie» Bruder verlheidigte, schiver verletzt. I» dcr Kamiiier beschimpsleii ein Offizier n»d siebe» radikal« Abgeordnete de» Präsidenten, iiideni sie ihm zum Vorwurf machten, daß er die Ermordung des Kriegs- Ministers nicht verhindert hätte.— Rio de Janeiro» 7. Noveinber.(„N.-'I. Herald".) Nach Meldunge» ans Espuilu Sauio sollen 46 Jakobiner eine Anzahl Italiener angegriffen»nd acht derselben geiödtct haben. Ter italienische Gesandte habe von der brasilianischen Regierung die Eiilsendmig von Truppen verlangt, da die Polizet nicht im stände sei, die Ordnung aufrecht z» erhalten.— Als ReichStags-Kandidatcu sind i» Elsaß- Lothringen vo»»iiiserer Partei ans der Konferenz zn Slraßburg ausgestellt ivorde»: Für den 1. Wahlkreis Alikirch-Than»: I o h. Meise, Posanientier in St. Lndivig; für de» 2. Wahlkreis Mülhausen: F. Bneb, bisheriger Abgeordneter, Mitglied des Stadtralhs und Bezirkstags, Mülhausen i. E.; für den 8. Wahlkreis Slraßburg- Stadl: B. B ö h l e, Mitglied des Stadtraths n»d Bezirkstags. Slraßburg i. E.; für den 9. Wahlkreis Straßburg-Land: A u g u st T r a x, Buchdrucker, Mitglied des Stadtralhs, Slraßburg i. E.; für den lv. Wahlkreis Hagenau-Weißenbnrg: G n st. I a e ck h, Redakteur in Mannheim; für de» II. Wahlkreis Zaber»: Fr. C o st. Privatlehrer i» Hägen bei Zaber»; für de» 12. Wahlkreis Saargeinünd: Leopold Emmel, Kaufmann in L-aargemünd; für den>3. Wahlkreis Diedenhosen-Belcheit: A. Schleicher, Haudelsvertreler i» Metz. Für die übrigen Kreise sind die Kaudidature» noch festzusetzen. In Essen nah»»«ine von eliva 86 Personen besuch!« Partei- versninnilimg einstimmig eine gegen die Redaktion der„Rheinisch- Westfälischen A r b e i t e r- Z e i t>»» g" in Dortmund gerichtete Resolttlio» an, worin der Vertrauensmann bemtstragl»vird, bei dem „Kontrollausschnß" dcr deutsche» sozialdemokratischen Partei eine „gründliche Untersiichung der Dortinunder Preßvorkonimnisse" zu beantragen. Es handelt sich um eiue» Bericht, den die„Rheinisch- Westfälische Arbeiter- Zeitung" über jene Versammlung i» Essen brachte, die sich mit dein Hamburger Parteitage beschäftigt halte. Dieser Bericht, soivie eine Notiz ans Essen sollen den Thatsachen nicht entspreche». Weiter»vird der Redaktion der„Nheinisch-Westf. Arb.-Zlg." vorgcivorfe», die ihr in dieser Sache zugegangenen Berichti- ■Uf guiige», nicht aufgenommen zu haben. Die Resolltttoii gegen die„Rhein.» Westfälische Arb.-Zlg." im„Vorivärls" abzttdntcken, was die betreffende Versammlung in Essen wünschte, erübrigt sich, da dcr „Vorivärts" in seiner Nummer vom 24. Oktober ans dem Bericht der„Rheinisch- Wcflf.'Arb.- Zig." lediglich Millheilungen wieder- gegeben hat, die von der Versammlung selbst nicht besirilten »vvrden sind. Was die in der Nummer des„Vorivärts" vom 29. Okiob-r »viedergegebene Notiz anlangt, die Unlerstützung der Wahl Krnpi's im Jahre 1393 sei durch die Führer der Sozialdemokratie in Essen erfolgt»ind diesen fiele es begreiflichmveise schwer, einzusehen und einzugestehen, daß sie sich i» Widerspruch mit der Mehrzahl der Genossen befanden, so»vurde in der Partciversainmlnng zn Essen erklärt, das Resultat der 93 er Wahl sei lediglich dem Ausfluß per- sönlicher Empsiuduugei» der Genossen entsprunge», hervorgeruse» durch die damalige gemeine Kampfesiveise der Zentrumsleute. In Magdeburg hat der Vertranensmann der Partei, Genosse Vater, im letzten Verivallnngsjahr insgesaminl 9756,23 M. ein- genonune». Nach Abzug der Ansgabe»», nioruiiler sich 2666 M. be- finden, die a» die Hanptkasse der Parte» abgeliefert wurden, blieb ein Ueberschuß von 1542.46 M. Außer den Mitteln für die Partei brachten die Arbeiter Magdeburgs zirka 25 666 M. für die Hain- bnrger Hasenarbeiier, serner bedeutende Silin»»«»» für einheimische Streiks auf. Bersanunlungeii sind 52 abgehalle» ivorde». Genosse Vater»vnrde»viedergeivählt, als ziveiler Verlrauensman»» Genosse H o l z»» a ch e r. Polizeiliches, Gerichtliches:c. — Zun» Thema dcr B e h a» d l n n g gefangener N e- d a k t e» r e lheilt der„Lübecker V o l k s b o t e"»veiler mit, daß seinen Ncdakienr Fei» und F r i e d r i ch die mit dem Lesen von Kaffeebohne» beschäftigt iverden, die Lektüre von Zeitungen, insbesondere die des„Volksboleu", nicht gestattet ist. Fein »vird anch die Selbstbekösligniig verweiacrt,»vährend man sie Friedrich erlaubt hat. I» früheren Zelle» sind diese Vergünstignuge» anstandslos gewährt ivorde». Fein sitzt bereits seit Ende Noveinber 1896, Friedrich seit Ostern im Gesniiguiß. — Der Parteigenosse Lade mann in Wittenberge war seinerzeit vom Schöffengericht»u Lenzen zu 50 M. Geldstrafe ver- urtheilt ivorden, weil er dadurch groben llnfng verübt haben sollte, daß er„Kalender sozialdeinokratischen,«msieizenden Jnhalls" ohne polizeiliche Erlanbniß in der Küche des Geiidarinen zit Boberow, „also au eiitcm öffentlichen Orte", niedergelegt n»d anch in anderc» Hänsern verlhellt hätte. Seine Bcrnsitng»var vom Landgericht Neu- Rttppiu verworfen worden. Die Revision beim Kammergericht hatte insofern Erfolg, als Ladeinanu von der Anklagc des groben Nnfngs freigesprochen wurde, da die Küche des Gcndnrine» nicht als öffeiillicher Ort anzusehen sei; die Sache wltrde in die Vorinstanz znrückveriviesen zur Entscheidung der Frage wegen lleberlretniig des Preßgesetzcs und der Gewerbe- Ordmmg. Am 3, November stand dieserhalb wieder Termii» vor dem genannten Landgericht an. Ter Angeklagte ivendele ein, daß eine Uebertreluiig der betreffenden BestiNi»>u»ge>i nicht vorliege, weil eine einntalige Veriheilnng von Drucksachen»»möglich als gewerbs- mäßig angesehen werden könne. Der Gcrichlshof kam jedoch ivicder zur Verurlheilung»nd erkannte auf 56 M. Geldstrafe oder 10 Tage Gefängniß. — Das Schöffengericht in Krim mit schau verttrlhcille am 6. November den Redakteur H. Gold st ein vom„Sächsischen Volksblatl" ivegen Beleidigung des Feuerivehr- Kommandanten G u t h m a n u zu 6 Woche» Gesängniß. Anlaß zu dem Prozeß gab dcr Doppelmord, den am 15. August in Krimmllschmt der Kupser- schmied A. Iah» an Muiler und Schwester verübt hat. Die Feuer- wehr hatte an jenenr Tage dicht vor dem Hanse,»vo das Verbreche» geschah, eine Uebuiig. Das„Sächs. Volksblatl" hat nun eine Mit- theilniig iviedergegeben, wonach der Kominandant der Feuerwehr zur Zeit, als ans dem Hanse Hilferufe erschallten, die Mannschast ab« gehalten haben soll, in das Haus einzudringen und nachzuforschen. Das konnte ihm in der Verhandlung aber nicht ttachgeiviese» iverden. VZpeslszen und letzte Llscheichken- Pcrlcberg, 8. November.(Privatdepesche des„Vorivärls�.) Bei der heulige» S t i ch»v a h l erhielten Saldern 1722, Schulz 5321 Slimuieu. Wittenberge, 8. November.(Privatdepesche des„Vonvärls".) Die Städte und 32 Dörfer ergabeil als vorläufiges Wahlresultat für Schulz(srs. Vp.) 5326, für Saldern(dk.) 2462 Stimmen. Die Wahl von Schulz dürfte gesichert sein. Köln, 8. November.(B. H.) Zur Absicht des Berliner Stadt- verordneten-Kollegiums und Magistrats, für die Märzgefallene» ein Denkmal zu errichte», schreibt die»atio>ial„lib«rale"„KölnischesZlg": „Wir müssen unser sebhastes Bedauern über den Beschluß ans- sprechei», der einen ausgeprägt polilischen Charakter hat»»d in den iveiiesten Kreisen der Berliner Bürgerschaft heftigen Widerspruch i»id tiefe Aerftimmung hervorrufen muß. Der Veschlnß muß als ein direkter'Angriff gegen das Herrscherthnm bezeichnet werde»; auf jede» Fall ist der Beschluß ei» Unlernehme», für das die paffenden Worte fehlen." Falkenstoin(Voglland), Montag, 8. November. Sonntag früh nm 5 Uhr ersolglen hier zwei heftige Erdstöße, der zwei!« daiterie 6 Sekunden. Wien, 8. Noveinber.(W. T. B.) Abgeordnetenhaus. Schluß. Um 21/i Uhr nachmittags wird die geheiine Sitzung geschlossen »nd die öffentliche wieder aitsgenomme». Das Hans gehl zn dem Gegenstand der Tagesordnung, den» Antrage aus Minister- aiiklage wegen des Erlasses der Epracheliverordiinagein für Böhmen und Mähre», über. Ter?l>ilragstel!er Dr. Funke begründet die Anklage in langer Rede und gelangt zn den» Schlüsse. daß die Sprachcnfrage»nd die Nationalllätenfraqe nur ans dem Wege dcr Gesetzgebung geregell iverden kömllen. D o Abg. Fniike schließt mit den Worte»: Die Deutschen kämpfen iiiwc blas gegen die Spracheiiveiordnnng, sondern für die Freibcil und de» Fortschritt desStaales, die Verfassung und die Einheit des Reiches. Wir können also sagen,„in unsere»! Lager ist Oesterreich."(Lebhallrr, andaneriider Beifall und Händeklaische» links.) Nach dcr Rede des Abg. Funke,»velche 6 Stunden dauerte, schreitet der Vizepräsident Krainacz zum Schlüsse der Sitznng und beraninl die nächste Sitzung für Mitlwoch an. Ter Abg. Pergelt beantragl. als ersten Gegenstand ans dieTagesordiinng der»ächsten Sitzung diePräsidenteiiivahl z» setzen. Der Vizepräsident erklärt, er»erde die Präsidentenivabl ans die Tagesordnung der ziveitnächste» Sitznng fiellen, da die Parteien bis jetzt durch die Umstände verhinderl waren, zur Präsideale»» abl Stellung zu nehmen. Das Hans beschließt in» Sinn« des Vize» Präsidenten, worauf um S3/« Uhr die Sitzung geschloffen wurde. Wien, 8. November.(W. T. B.) Bei dcr heutigen Ergniizniig?« wähl für den Reichsrath in» Lniidgeiiieindcbczirl Krems wurde an stelle von Vergani der christlich-soziale Taschl mit 4068 von 6903 Stimmen gewählt.— Die für heute'Abend anberaumte Sitzung reg Budgelausschnsses des Abgeordnetenhauses wurde abgesetzt, dicjetbe findet iiiorgeii Nachmittag statt. Budapest, 8. November.(W. T. B.) Das hiesige Strafgericht sehte den ehemaligen Direktor der La»des-BildergaII-r>e Karl Pulszty. den Sohn des kürzlich verstorbene» Franz Pulszky unter Auttage ivegen Verbrechens der Bnitsuernntreiiniig. Pariö, 8. November.(W.T.B.) Im Hanse Avenue Marcea» 25 wurden heule Kaufmann Dreysus, dessen Ehefrau und dessen drei Töchter im Aller von 7 bis 13 Jahren durch Kohleuoxydgas erstickt ausgefunden. Marseille, 8. November.(Meldung der„Agence HaraS".) Nach den mit der letzten indo-chincsischen Post ehigegaugeiie» Raa- richten nimmt die Unsicherheit in Sian» iinmer mehr zu. Gewalt- sanier Raub und Mord werden häufiger»uid verwegener aitSgesndrr. als man es jemals erlebt hat. In Bangkol iverden aus offener Straße Revolverschüsse gewechselt. Die Fuhrwerke und die Straßen- bah» iverden von der öffcnllichen Gewalt beschützt. Der Palast dcS Königs ist trotz der Wachtposten nicht sicher vor Dieben. Für den Jilicratciitheil verantwortiiai: Th. Glocke in Berti». Druck und Verlag vo» Niax Bading tu Berlin. Hierzu 2 Beilagen u llntcrhaliiingsblait. Nr. ZßZ. 14. Ixhrglikg. 1. KcilW i>cs„Wmiick" S. November 18S7. Die Skeidkueroedneketimahlr»». Die Siadtverordiieteuwahle» zier dritten Abth-ilung trugen in de» ersten Morgenstunden erklärlicherweise kein besonders in die Augen fallendes Gepräge. Es ist dein Arbeiter selbst bei de» Reichstagswahlen schwer möglich, sich sür den Tag der Wahl- handliing ans dein kapitalistischen Frohndienst freizumachen, ge» schweige denn zu der gewiß wichtigen, aber doch nicht in gleichem Grade den politischen Nerv erregenden Wahl zur Kommunal- Vertretung. So sah man denn in den ersten Stunden meist nur Leute zum Wahlburean schreiten, die sichS leisten konnten; der Hmidwerksnieister und kleine Fabrikant kam vom Frühschoppen und gab seine Stimme für den Liberalen ab. um der sozialistische» Flnth zu wehren. Anders wurde es zur Mittagszeit, wo eine beträchtliche Reihe vou Arbeitern an den Wahltisch schritten. Doch dauerte das Bild der lebhafteren Bewegung nur kurze Zeit; der Proletarier mußte eile». an die Arbeit zu kommen und der Nachmittag gehörte wieder dem Bürgersmann. Mit einem Schlage aber änderte sich die Szene, als die Abenddämmerung hereingebrochen war; in Schaaren kamen die Bauarbeiter und alle jene Proletarier, die bis dahin mit eiserner Klammer an die Werkstatt festgehalten waren. Je mehr die Zeit dem Schluß der Wahlhandlung näher rückte, je lebhafter wurde das Gedränge, und in einigen Wahlbezirken war schon rein äußerlich zu erkennen, daß dem bürgerlichen Wähler unbehaglicher denn je zu Mnlhe werden mußte. Die Resultate in den einzelnen Mahldezirken lanten: S. Wahlbezirk. 1891 CSoz.) 61 Stimme», 1897 Singer 95 St. »(Lib.) 659„ m Druhm 879„ »(Bürgerp.) 620„, Pretzel 804„ Stichwahl zwischen Druhm und Pretzel. 8. Wahlbezirk. 1891(Soz.) 848 Stimmen. 1897 Antrick 802 St. ,(Sib.) 1070„„ Marggraff 1757. »(Bürgerp.) 859„ � Gewählt: Marggraff. 10. Wahlbezirk. 1891(Soz.) 829 Stimmen, 1897 Koblenzer 867 St. „(Lib.) 543.„ Drenske 1093„ „(Bürgerp.) 499 n Gewählt: DrenSke. IS Wahlbezirk. 1891(Soz.) 3617 Stimmen, 1897 Singer 4701 St. ,(Lib.) 491„„ Schlinke 494„ Gewählt: Singer. 14. Wahlbezirk. 1891(Doz.) 1519 Stimme», 1897 Stadthagen 1758 St «,(L>b.) 326„„ Kruse 402, Gewählt: Stadthagcn. 19. Wahlbezirk. 1891(Soz.) 832 Stimmen. 1897 Millarg 432 St. .(Lib.) 969„„ Schein 993„ Gewählt: Sche m. 21. Wahlbezirk. 1891(Soz.) 344 Stimmen, 1897 Singer 470 St. (Lib.) 1036,, Flick 1316, Gewählt Fr ick. 25, Wahlbezirk. 1891(Soz.) 1057 Stimme», 1897 Wernau 1621 St. »(Lib.) 207„„ Wegfraß 840„ .(Bürgerp.) 305„„ Gewählt: Werna». 20. Wahlbezirk. 1891(Soz.) 1663 Stimme», 1897 B r u n S 2749 St. „(Lib.) 595„ H Sonnenfeld 1411„ »(Bürgerp.) 638,„ Gewühlt; BrnnS. 28. Wahlbezirk. 1891(Soz.) 609 Stimmen, 1897 Brun? 690 St. „(Lib.) 1021,„ Hohmann 1121„ Gewählt: H oh m a n n. 32. Wahlbezirk. 1891(Soz.) 715 Stimmen, 1897 Timm 861 St. „(Lib) 808„„ Hauer 940„ „(Bürgerp.) 808„ Ullrich 249„ Stichivahl zwischen T i m in und Hauer. 34. Wahlbezirk. 1891(Soz.) 816 Stimmen, 1897 B o r g m a n n 988 St. eDr. Wie,»er 887„ -(2l6) 021»• iKarl Lindemann 172. W(Bürgerp.) 228. Stichwahl zwischen B o r g m a n n nnd W i e m e r. 38. Wahlbezirk. 1891(Soz.) 501 Stimmen, 1897 Hilgenfeld 630 Et. ,(Lib.) 739,„ Raaz 686, W(Bürgerp.) 552„„ 352„ Stichwahl zivischen Hilgenfeld und Raaz. 40. Wahlbezirk. 1891(Soz.) 2143 Stimmen. 1897 Hein« 3615 St. ,(Lib.) 1974,„ Gericke 8571„ ,(Bürgerp.) 1074„„ Schulz 1618„ Stichivahl zwischen Heine und Gericke. Den 12., 14., 25. und 26. Wahlbezirk haben wir behauptet, im 10. unterlagen wir der Koalition der feindlichen Brüder, der Konservativen nnd Freisinnigen. Im VI. Wahlkreise haben wir in allen Bezirken Stichwahlen, die bei«»lsprechender Anstrengung unserer Genossen mit Siegen der Sozialdemokratie enden müssen Mit Ausnahme eines Bezirkes haben wir überall erhebliche» Stinuiieiizuwachs zu verzeichne» h Es gehl vorwärts! Glück auf zu den Stichwahlen! Nommunales. Die Petition des Gvmiiasiallehrcr-Vereins an die städtische Verwaltung um Gleichstellung des Gehalts der Oberlehrer der städtische» Anstalten Berlins mit dem der staatlichen Amtsgenossen, welche dem Ausschusse der Versammlung für die Regelung der Gehaltsordnung an den Gemeindeschnlen überwiese» worden ist, gelangte in der Sitzung am Sonnabend gleichfalls mit zur Be- sprechung. Der Ausschuß wird der Versammlung empfehlen, die Petition so lange zurückznlege», bis die in dieser Angelegenheit zu erwartende Magistratsvorlage eingegangen ist. Uokktles« Die gesundheitlichen Gefahre» der Gemeindeschnl-Ncber- fiillnug sind in den verschiedene» Jahreszeiten verschieden. Im Sommer ist es die heiße, stauberfüUte, rasch verbrauchte Luft der Schulz immer, die den darin zusammengepferchte» Kindern wie de» Lehrern und Lehrerinnen manchmal schiveres Unbehagen ver- ursacht. Das Oeffnen der Fenster zum Zwecke des Lüstens ist ja leider nicht immer und überall angängig, weil der Lärm benachbarter industrieller Betriebe oft störend wirkt. Im Winter fällt dieser Uebetstand vielleicht weniger ins Geivicht. Da mag es manchem beinahe als ein Vortheil erscheine», daß die Klassen so voll sind und die Kinder so gedrängt sitzen; denn ans diese Weise wärme» sie sieh wenigstens gegenseitig. Aber im Winter macht sich etwas anderes um so schlinimer fühlbar,»änilich die Knappheit des Raumes, der sür die S ch u l h ö f e frei gelassen worden ist. I» zahlreichen Schulen kann von einer freie», nngebundenen Be- wegnng oder gar von einem ausgelassene» Spiele der Kinder keine Rede sein. Die Kinder können nur in Reih' und Glied und in langsamein Tempo über den Hof wandeln. Diese Art der„Er- holung" ist schon jetzt im November kein Vergnügen mehr, mitten im Winter aber wird sie geradezu zu einer Gefahr sür die Gesund- heit. Wie klein nnd eng die Höfe der meisten Berliner Gemeinde- schulen sind, davon kann man sich einen Begriff mache», ivenn man bedenkt, daß in neuerer Zeit gewöhnlich nur l>/e Quadratmeter pro Schüler als Hofraum frei gelassen worden ist. Das ist noch nicht einmal doppelt so viel Fläche, als gewöhnlich in den Klassenräunien auf de» Schüler kommt(bei voller Besetzung in der Oberstufe 0,90, Mittelstufe 0,83, Unterstufe 0,77 Quadratmeter.) Eine nachdrückliche Verringerung der Gemeindeschnl-Frcquenz ist also schon aus gesimdheit- lichen Gründe» nothwendig, selbst wenn nicht gewichtige pädagogische Gründe dafür sprächen. Der Vortrag, den Professor Waldeyer am vorigen Eonnabend in der Urania hielt, ließ den Wunsch nach volkslhüm- lichen Hochschulknrsen, wie sie in anderen Städten, z. B. Leipzig nnd Wie», seit längerer Zeit bestehe», wieder auf das leb- hafteste in n»s wach werden. Gerade die hervorragendste» Forscher, die auch i» besonderem Maße die Fähigkeit besitzen, ans ihrer Wissenschast die wesentlichste» Ergebnisse in allgeineinverständlicher Form zusammenzufassen, haben bei uns so gut wie gar keine Gelegenheit, zur großen Masse des Volkes zu sprechen. Daß die wissenschastlichen Beranstnltungen der Urania hierfür keinen Ersatz schaffen können, haben wir schon mehrfach hervorgehoben; selbst, wen» sie um die Hülste billiger wären, als sie gegenwärtig sind, wäre das nicht möglich. Wir wiederholen daher den Ruf»ach Hochschul-Rnrsen für das Volk und wollen hoffe», daß die ihnen geneigten Universitälskreise sich durch den Mißerfolg ihrer Be- mühungen im vorigen Jahre nicht abschrecken lasse», sondern die Frage von neuem anregen, bis sie Erfolg habe». Wie jämmerlich es in Berlin mit der öffentliche» Hilfe- leistnng bestellt ist, lehrt ei» Fall, der sich am Sonnabend ereignet hat. Der Handelsmann Julius Schlei ans der Strelitzerstr. 52 halte abends gegen 11 Uhr das Unglück, in der Juvalidenstraße anszu- gleile» und sich erheblich am Hinterkopfe zu verletzen. Ein Schutz- mann brachte den Verunglückten nach der Sanitälswache in der Eichendorsstraße. Als er dort verbunden worden war, schaffte der- selbe Schutzmann den Verletzten in seine Wohnung.'Ans dem Transport war die Blutung jedoch stärker geworden, so daß der Verband sich als ungenügend erwies, und Frau Schlei mußte, als ihr der Man» ins HanS gebracht war, sofort an ärztliche Hilfe denken. Sie sandte einen Nachbar nach dem in der Bernauerstraße wohnende» Arzt M., der jedoch keine Hilfe leisten konnte, da er, wie seine Wirthschafterin meldete, nicht z» Hanse war. Dann ging der Nachbar zu einem in der Slreliherstraße wohnenden Ütrzte St., der sich zunächst genau er- kundigte, Ivo und wie viele Treppen hoch der Verunglückte wohne und dem Hilsesnchenden den Bescheid gab, er möge nur nach der Polizei gehen und einen Krankenwagen reqniriren. Der Nachbar kehrte mit diesem Bescheid wieder heim und Frau M. machte sich, obgleich der Zustand ihres Mannes immer bedenklicher ivurde, selber auf den Weg zum Revierbureau. Dort sagte man ihr, daß, da sie kein Geld habe, ein Krankenwagen nur aus ärztliche Anordnung besorgt werde; sie möge also erst zu einem Arzt gehen. Frau Schlei ging zu Herrn Dr. K. und klingelte an der Hauslhür. Der Arzt erschien am Fenster, und bedeutete der Frau, nachdem diese den bedrohlichen Zustand ihres Mannes geschildert hatte, daß sie nur wieder zur Polizei gehen möge, von dort müsse ein Kraukenwagen besorgt werden. Auf dem Polizeibnreau wieder augelangt, erhielt die geängstigle Frau abermals den Bescheid, daß zuerst ein ärztliches Attest zur Stelle sein müsse! Zum Glück besann sich Frau Schlei in diesem verzweiflungsvollen Moment darauf, daß in ihrem Hause einHerrNainensJädicke wohne, der in Samariterdiensten bewandert sei. Dieser erklärte sich auch ausopfernngsvoll zur Hilfeleistung bereit und sorgte die Nacht hindurch sür sachgemäße Behandlung. Am nächsten Morgen brachte Frau Schlei ihren Mann nach der Charitee, wo der Znstand der Verunglückten als sehr bedrohlich be- zeichnet wurde. Zu der Erzählung der unglückliche» Frau, wie es ihr in der Nacht ergangen sei, schüttelten die Aerzte den Kopf. Ter Kongreß für VolkSnuterhaltting in Berlin wird nach dem Beschlüsse des leitenden Komitee's Sonnabend den 13. und Sonntag den 14. November statlsinden. Die Sitzungen finden im Rathhans statt. Vorträge sind bereits angemeldet von Otto Ernst- Hamburg, Fritz Mauthner-Berlin, Fritz Telman-Wien, Anna Henne- berg-Berlin. Raphael Löwenfeld-Berlin und vielen anderen. Theil- nehmerkarten werden auf schriftliches Ersuchen bei dem Vorsitzenden des Kongresses, Dr. Löwenseld, Berlin O., Schiller-Theater, den Bestellern zugesandt. Um den HaiidlnngSgehilfen die Gelegenheit zu bieten, sich über das ihnen durch das neue Handelsgesetzbuch gewährleistete Recht Aufklärung zu verschaffen, veranstaltet die hiesige freie Bereinigung der Kaufleute einen Zyklus öffentlicher Diskussionsabende. Der erste dieser Abende findet am Mittwoch, den 10. November. abends 9 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, statt. Da der für die Handlungsgehilfen bezügliche Theil des neuen Handelsgesetzbuches schon am 1. Januar nächsten Jahres in kraft lrilt, werden die Handlungsgehilfen gut thun, sich recht zahlreich an diesen Diskussionsabenden zu betheiligen. Erst muß ein jeder sein ihm zustehendes Recht kennen, um es ganz beanspruchen zu können. DaS Grundstück„Theater des Westens" soll auf Antrag der Stadt Charlottenburg I u b h a st i r t werden. Die Gesellschaft war seit Eröffnung des Theaters mit 500 M. Kanalisationsgebühren bei dem CharlottenburgerMagistrat imRückstande. Da der längst fällige Betrag trotz vielfacher Ermahnungen nicht gezahlt wurde, so beantragte der Magistrat bereits im Sommer dieses Jahres die Zwangsvollstreckung. Der Vollzug der Subhastation wurde dann auf Vorstellungen der Gesellschaft hin durch den Magistrat aus- gesetzt. Da jedoch auch weiterhin eine Zahlung nicht erfolgte, sah sich der Magistrat, um keine Verjährung der Forderung eintreten zu lassen, genöthigt, den Antrag der Zwangsvollstreckung aufs neue einzubringen und hat daher in seiner letzten Sitzung nunmehr be-, schlössen, die Durchführung der Subhastation des Grundstückes desiuitiv zu beantragen. Wegen 500 Mark wird ein Bau subhastirt dessen Errichtung Millionen verschlungen hat. Ein netter Beitrag zum modernen Schwindelbauwesen! Die Eröffnung der elektrischen Hochbahn aus der Strecke vom Schlesischen Bahnhos bis zum Hallesche» Thor ist zum Früh- jähr 1899 zu erwarten. Bei der Arbeit verunglückt ist am Sonnabend Abend der 48 Jahre alte Schlosser Emil Abendroth aus der Wrangelstraße 69.� Der Mann stellte auf dem Grundstück Liebenwalderstraße 45 auf dem Futterboden eine Häckselmaschine auf und durfte dazu kein Licht mitnehmen. Es wurde aber dunkel, bevor er fertig war, nnd so stürzte er etwa vier Meter tief vom Boden hinab nnd zog sich einen Schädelbruch zu. Die Rettungsgesellschast brachte den Ver- unglücklen in ein Krankenhaus. An dem Wrack des Alnminlnm- Luftballons der Wittwe Schwarz, das ans der Schöneberger Feldmark unweit der Wiliners- dorser Grenze liegt nnd täglich hunderte und tausende von Neu- gierigen herbeilockt, ist eine größere Zahl von Arbeitern mit der vollständigen Abmontirnng nnd Wegschaffnng des Kolosses nnaus- gesetzt beschäftigt. Der gleich dem Ballon selbst ebenfalls ganz ans Alumininm gearbeitete werthvolle Benzinniotor, welcher seitlich unter dem Ballon gelegen, und von dem man befürchtet hatte, daß er schwer befchädigt sein würde, hat sich als völlig unverletzt erwiesen nnd ist bereits geborgen. Der Ballon selbst ist seiner werthvollen Hülle, die bekanntlich durchweg aus Aluminiumblech besteht, jetzt völlig entkleidet, nnd eS ragt zur Zeit u»r noch das mächtige Gerippe gen Himmel, welches mit seinen außerordentlich sein und künstlich hergestellten Versteifungen einen sehr interessanten Anblick gewährt. Wie der„Börs. Ztg." mitgetheilt wird, ist Frau Schwarz, die Wittwe des Erfinders des lenkbaren Alnmininm-Lnftschiffes, mit den Vorbereitungen für den Bau eines neuen Luftschiffes beschäftigt. Das Unternehmen soll als gesichert gelten. Die erforderlichen Geld- mittel werden alsbald zur Verfügung gestellt werden. Die Fabri- kanten, die das Geld für das jetzt zertrümmerte Luftschiff hergegeben hatten, sind von dem Vertrauen erfüllt, daß sich die Erfindung im erhofften Umfange bewähren wird. Im Scherz erhängt hat sich Sonntag Abend der 32 Jahre alte Arbeiter Berner ans der Friedenstr. 96. Berner's Wirth, der Schlosser Pabst, feierte seinen Geburtstag. Gegen 10 Uhr abends war das Bier ausgegangen nnd die ganze Gesellschaft machte sich aus den Weg, noch ein Achtel zu holen. Nur Berner blieb in der Kellerwohnung am Hofe zurück. In der Trunkenheit machte er sich nun den gefährlichen Scherz, sich mit seinem Halstuch an der Stange der Kellerthür zu erhänge», um die Heimkehrenden zu er- schrecken. Als diese kamen, war jedoch aus dem Scherz Ernst ge- worden. B. hatte den Stuhl, auf dem er stand, umgeworfen und konnte sich ans der Schlinge nicht mehr befreien. Er war tvdt und alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Die Schließung der Verliner Müllabladeplätze in de« Vororte» und der ferneren Umgebung der Reichshauptstadt soll, wie von zuverlässiger Seite gemeldet wird, nahe bevorstehen. Die Landräthe der belheiligten Kreise sind höheren Ortes dahin vor- stellig geworden, daß aus gesundheitlichen Rücksichten die Unter- bringung des Berliner Hausmülls in den Vororten untersagt werde nnd die Anfhebung der bisher diesem Zwecke dienenden Abladeplätze erfolge. Ter Selbstmörder, der sich am Sonnabend in einem Hotel durch Leuchtgas vergiftete, war der Kaufmann Heinrich Penner aus Wilmersdorf. Seine Bekannten nehmen an, daß Nahrnngssorgen ihn veranlaßten, seinem Leben ein Ende zu machen. Wie ist rS möglich! Großes Halloh gab es am Sonntag Mittag im Thiergarten in der Gegend des Neuen Sees. Eine offenbar den„vornehmen Kreisen" augehörende Dame führte dort ihren Hund, ein sehr schönes schottisches Windspiel spazieren. Cäsar oder Phylax, oder wie der Köter sonst hieß, war aber nicht nur durch ein elegantes rothes Sammetmäntelchen gegen die rauhe Herbstlnft geschützt, das zarte Thierchen trug um den Hals auch noch einen dicken— Federboa, wie dieselben von unseren Damen. jetzt mit Vorliebe benutzt werden. Natürlich erregte das wunderbare Thier großes Aufsehen. Die meisten lachten der zärtlichen Hundemama offen ins Gesicht. Es fielen indessen auch recht böse Worte, und einige besonders vorlaute Geister meinten dreist, ob die„gnädige Frau" vielleicht auch ebenso sorgsam für arme frierende Kinder bedacht sei, es gäbe deren nämlich recht viel in Berlin. Eine Weile hörten Phylax und seine Pflegemutter den Lärm mit vornehmer Gleichgilligkeit an, schließlich schien er ihnen aber doch zu bunt zu werde». Madame winkte eine Droschke herbei und fuhr mit ihrem Liebling unter dem schallenden Gelächter der Zuschauer davon. Ter Maschinenfabrikant Herr C. Weise in der Dresdener- straße 97 theilt uns zu dem vor einigen Tagen von uns erörterten Fahrstnhl-Nnglück mit, daß der Fahrstuhl nicht in den Räumen seiner Fabrik stehe und auf ihn keinerlei Verantwortung sür den Tod des verunglückten Arbeiters falle. Letzteres war bekanntlich auch durch- aus nicht von uns behauptet worden. Der Fahrstuhl stamme aus der Fabrik C. F. Schäfer Nachf. Fenerbericht. Sonntag Nachmittag 4'/z Uhr erfolgte Alarm nach Stein metzstr. 12, wo eine Partie Papier und Düte» in Flammen ausging. Zu gleicher Zeit brannte A d m i r a l st r. 22 eine Mansardenwohnung aus, wodurch dem Hause beträchtlicher Schaden zugefügt wurde. Um 5 Uhr erfolgten Schönhauser Allee 47 und B e l s o r l e r st r. 23 zwei Gardinenbrände. Gegen 10 Uhr abends wurde die Wehr nach K a st a n i e n- A l l e e 45 gerufen, wo in derWaschküche die Schaldecke Feuer gesangen hatte, das erheblichen Schaden verursachte. Montag früh 1'/, Uhr hatte Markusstr. 9 ausströmendes Gas Feuer gesangen, daS durch die Wehr beseitigt werden mußte. 8 Uhr früh ging K u l m st r. 32 ein Posten Stroh in Flammen auf. Endlich mußte die Wehr nachmittags 4 Vi Uhr noch nach S t a 1 l s ch r e i b e r st r. 55 ausrücken. Hier war tolz auf einem Backofen in Brand geralhen.— Ein a ch st u h 1 b r a n d, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel, wüthete Montag Mittag ll'/s Uhr in Moabit, Sickingenstr. 42. Der Dachboden des fünfstöckigen Hauses hatte auf noch nicht aufgeklärte Weife Feuer gefangen, das sich mit rasender Schnelligkeit aus« breitete. Die 19 jährige Elise Klatte, Tochter des Architekten Klatte. befand sich mit einer Waschfrau aus dem Bodenräume, als sie von den Flammen überrascht wurden. Während es der Waschfrau noch gelang, den Ausgang zu erreichen, konnte sich die Klatte nicht mehr retten. Sie stürzte nach dem Fenster und schrie um Hilfe. Beim Oeffnen des Fensters muß ihr aber eine Stichflanime entgegengeschlagen sein, denn als die alarmirte Feuer- wehr am Brandherde, erschien und in den vollständig verqualmte» Bodenraum eindrang, wurde das Mädchen in der Nähe des Fensters am Boden liegend aufgefunden. Es zeigte erhebliche Brandwunden am Körper, dürste aber erstickt feien. Die Wiederbelebungsversuche erwiesen sich als erfolglos. Der Brand wurde durch eine Dampf- und drei Druckspritzenleitungen gelöscht. Ob Brandstiftung vorliegt, konnte vorläufig nicht festgestellt werden. De» Wirkungen des GifteS erlegen ist die 24 Jahre alt« Köchin Auguste Stamm ans der Heinrich Kiepertstraße, die vor vier Wochen mit ihrer Herrschaft von Erfurt hierher gezogen war. Das Mädchen zeigte nach der Uebersiedelnng nach Schöneberg Spuren von Heimweh, die immer stärker auftraten. Vor vierzehn Tagen war die Köchin nach dem Mittagessen so krank, daß sie zu Bett gehen mußte. Da sie über Schmerzen im Magen klagte, sonst abw feilte Nuskttiift gab, so winde sie auf ein Magenleiden behandelt nnd schließlich in.das Elifabeth-Krankenhaus gebracht. Nach ihrer Ueberführung fand man in ihrem Bette in braunes Papier ein- gewickelt ein Pulver, in dem man später Chlorkalinm erkannte. Hiervon halte das Mädchen genommen und vorgestern ist es der Wirkimg des Giftes erlegen. Der Erzieherin der Kinder der Herr- fchcift gegenüber halte es schließlich geäußert:„Es ist besser so, meine Eltern werden mir verzeihen." Sittlichkeit»»d Geldsalf. Ein hiesiges Lokalblatt bringt folgende Miltheiluiig: Die Zlufhebliug eines Absteigequartiers im siidliche» Thcil der Fricdrichstraße hat in gewissen Kreisen der Berliner Lebcwelt nicht geringes Aufsehen hervorgerufen. Den» es sind durchweg Träger bekannter und zum theil recht klangvoller Name h, meist älterer Herren, die dort ein- und ausgingen. Aus welchen Gründen der vornehme Kundenkreis gerade dies Quartier bevorzugte, ist nicht recht ersichtlich; das Haus mi sich ist verrufen, und die„Damen", welche dort zu Hause waren, stauden durchweg schon seil geraumer Zeit unter aimlicher Aussicht. Ter Besuch der Polizei, welcher die Kastastrophe herbeiführte, hatte denn auch hauptsächlich die Festnahme eines Mädchens von anstößigem Lebenswandel zum Ziel. Bei dieser Gelegenheit wurde aber sestgestellt, daß es in dem betreffende» Quartier unge- U'öhnlich ordnungswidrig zuging; vor allen Dingen ivurden die Name» einiger„völlig eiiiwaiidssreier" Zeugen ermittelt, ivelche in., einem Strafverfahre» wegen Kuppelei, das gegen die Wirthin schon von einem früheren Vorfall her � schwebt, iiu» vor Gericht gleichfalls zir erscheinen haben werden. Gegen die Wirthin wurde ein neues Verfahren wegen»»er- laubten Ausschankes geistiger Getränke eingeleitet, doch wurde sie als nicht fluchtverdächlig auf freiem Fuß gelassen. Dgs sind ja abscheuliche Zustände, durch die denjenigen Volks- schichten, die nicht so sehr, ivie die„Träger klangvoller Name»" durch ihre Bildung vor unsittlichen Neigungen geschützt sind, das allerschlsnimstc Beispiel gegeben wird. Wie wäre es, iveiin die kirchlichen Kreise, die bisher über die angebliche Unsiltlichkeit des niederen Volkes mit beträchtlicher Vehemenz gejammert haben, zunächst bei den ihnen ja auch gesellschaftlich näher stehende» vornehme» Sündern ihr frommes Bekehrüngswerk versuchten? Neber den Erfolg solche» Wirkens könnte uns ja gelegentlich Bericht erstattet werden. Zcrriittetc Familie»- und Veruiögensverhältnissc scheine» der Jahre alten Frau Bertha Pinnow aus der Veteraueustr. 15 das Leben verleidet zu haben. Das Piiiiiow'sche Ehepaar betrieb früher in der Jagowstraße eine Schankwirthschaft, die aber nicht recht gehe» wollte. Die Frau wurde unter den mißlichen Ber- Hältnissen sehr nervös und diese Krankheit steigerte sich noch, als vor einige» Monaten Pinnow nach Ausgabe des Geschäfts seine Frau im Stiche ließ. Am Sonnabend Abend sprang die Verlassene, die bei einer verwittweten Schwester ei» Unterkommen gesnuden halte, in den Spreekaual, um sich zu ertränken. Die Lebensmüde tviirde jcdoch gerettet nnd i» ein Krankenhaus gebracht. Huudcrttansciid Mark. Ein Slussehe» erregender Vorfall spielte sich, dem„Berl. Tgbl." znsolge, gestern Vormittag an der Kasse des hiesigen Bankhauses von Julius Bleichröder u. Ko. ab. Dort lieferte der Bote der Firma T. Meißner». Ko. Wechsel im Betrage von rund IVO»Oll M. ei» und setzte sich, ivahrend der Kassirer mit der Durchsicht der Liefernng beschäftig! war, im Vor- räum der Kasse nieder. Als er nach einiger Zeit des Wartens fragte, ob er nicht bald abgefertigt werden könnte, erhielt er die ihn verblüffende Antwort, er hätte doch schon sein Geld in einem Neichs- kmnk-Check erhallen. Ei» Fremder halte, die Gelegenheit beniitzend, den durch das Kassenseiister gereichten Check i» Empfang genommen. Infolge sofortigen Telephonirens an die llieichsbank gelang es. die Auszahlung der Summe an de» Dieb noch im letzte» Moment zu verhindern. In einem Hotel der Friedrichstadt hat sich am Sonnabend der Kaufmann Maximilian Wecks aus Regensburg, ein. Man» von etwa 30 Jahre», erschossen. Wecks war i» Regensburg Vertreter der Aachener illkkiiinulatorenfabrik von Fr. G. Correus, die auch in Berlin ei» Ziveiggeschäst hat, und war von dieser ivege» Unterschlagung angezeigt worden. Die Polizei erschien im Hotel, i» dem er seit zwei Tagen ivohnte, um ihn festzunehmen. Während sie Einlaß i» sei» Zimmer begehrte, fand er Zeit, steh durch Selbst- mord der Verhaftung zu entziehen. Auf einem Balle verstarb am Sonnabend Abend die nenn- zehnjährige Martha Klei», die Tochter eines Eisenbahnbeamlen. Erhitzt trank das Mädchen in der Küche einige Gläser kalte» Wassers. Als die K. wiedtr das Zimmer betrat und weiter tanzte, brach sie beivnßtlos zusammen. Das Polizcipräsidinm theilt niit: Am 26. v. M. sind a»f dem Flur eines Haufes i» derWarschanerstraße folgende K l e i d» n g s- si n dt in eine Pferdedecke gewickelt gesunden worden: Ein schivarzer Cheviol-Nockanzug, ein bläulicher Cheviotrock, eine branngestreiste Hose und eine grüne Fahrrad-Laterne. Es ist anz»nehi»e». daß die Sachen ans einem Diebstahl herrühre» und können sich Rekognos- zemen in den Vormittägsstunden von ö— 1 Uhr im Zimmer 320 II. Stock des Polizei- Präsidialgebändes melden.— Vor einem S ch windler wird geivarnt, der sich meist als Gasthosbesiher aus- giebt und iiniiientlich Zigarrenhändler dadurch schädigt, daß er größere Posten Zigarren nnd Zigarettni nach irgend einem Reslanrant sich senden läßt und.mit.der. Maare dann ohne Bezahlung verschwindet. Beschrieben ivird er als ein Mann von ungesähr 30 Jahren, korpiilent, groß, dunkles Haar, dunkler Schnurrbart. Höchst wahrscheinlich ist er ein Geisteskranker, der vor längerer Zeit ans dieselbe Art Betrügereien verübte und dessen Name der Kriminal- Polizei bereits bekannt ist.— Ter Agent Richard Will, Lothringer- straße 48,'ist zur Haft gebracht worden, weil er unter dem Vorgeben, eine floltgehende Theateragentur zu besitzen, Buchhalter, Koinloiristen und Hausdiener engagirle, sich deren Ersparnisse als Kaution übergeben ließ und dieselben sofort verpraßte. Es sind bis jetzt sieben Personen ermittelt, die um Bcträge bis zu 400 M. geschädigt ivorden sind. Die Stellensiichenden können nicht dringend genug davor gewarnt werden, in solche Geschäfte einzutreten, welche ihnen die Stellung hoher Kautionen oder sogenannter Geschäftseinlagen zur Eintrittsbedingung machen, namentlich wo banres Geld verlangt wird. Anzurathen ist, sich nusGeschäslseinlngen garnichteinzulasseii.und i» de» Fällen, ivo eine Kantio» durchnns verlangt wird, diese auf der Sparkasse einzuzahle», die Auszahlung an dritte Personen durch einen entsprechende» Bermerk im Sparkassenbuche sperren zu lasse», und letzteres sodann als Sicherheit zu geben. Der solide Geschäfts- mann wird hiermit zufrieden sein, der unsolide dagegen diese Art Kantion zurückweisen. Theater. Das Schiller-Theater hatte vorgestern im Bürgersaale des Rathhauses einen Wilhelm Jordan-Abeud ver- anstaltet, an dem der greise Dichter selber thätige» Antheil nahm. Nachdem Herr Reinhold Orlinan» die Eigenart und Bedeutung des „Rhapsoden" geschildert hatte, betrat Jordan selber das Podini» und trug ans seiner„Nibelunge" verschiedene der schönsteu Szenen vor. Der fünfte»nd sechste Gesang der Siegfriedsage, in der die Ankunft Siegfried's bei König Guirther und Kriemhild erzählt ivird, sowie die DarsteNung der Kindheil des Heldeü erklangen»inrkig und kraftvoll durch de» Saal; es war eine Freude, den 79jährigen Dichter z» hören. Als der Beifallssturm verklungen war, rezitirte Jordan noch ein Gedicht„Bescheide Dich" und hielt dann eine kurze Ansprache an die Hörer.— Das Schiller-Theater bringt morgen zur Feier von Schiller's Geburtstag die erste Aufführung von„Wallen- stein's Tod". Die Besetzung der Hguptrolle» ist folgende: Wallensteiii Max Pategg, Octavio Pieeolomini Max Laurence, Max Piceolomini Ewald Bach, Graf Terzky Karl Schreiner, Jllo Willy Froböse, Jsolaui Julius Eiben, Bnltler Claudius Merten, Oberst Wrangel Albert Patry. Herzogin von Friedland Louise Fouquet, Gräfin Terzky Clothilde Barth. Thekla Hedwig Pauly.— Im„Deutschen Theater" erscheine» Sndermann's„Moriluri" morgen, Dienstag, mit Agnes Sorma und Josef Kaiiiz in de» Hauptrollen wieder auf dem Abeiidspielpla».— Im Ostend-Theater können nur noch einige Vorstellmigen vom„Am Altar" stattfinden. Morgen Mittwoch ist die vorletzte davon.- Herr Felix� Philippi hat an Herrn Direktor Anger vom Luisen-Theater ein Schreiben gerichtet, in dem er seiner Freude über die gute Dar- stellung des Schauspiels„Das alte Lied" Ausdruck giebt. I» der Urania in der Taiibensträße' wird noch diese ganze Woche hindurch das wissenschaftliche Ausstattuiigssrtick„Das Wunderland in der neuen Welt" gegeben.— Iii der Urania in der Jnvalidenstraße werden in dieser Woche Vorträge gehalten werden: Dienstag, Professor Dr. Müller, „Riesen und Zwerge im Thier- und Pflanzenreich".— Donnerstag. Herr Dr. Spies, Elektrisches Licht".— Freitag. Herr Dr. Naß,„Moderne Küche". Solinabend, Herr G. Witt,„Der Bau des Weltsystems". Lrgelvortrag. Fräulein Claire Köhler(Sopran), Fräulein Ella Gerlach(Alt. eine Schülerin der Frau Müller-Ronneburger), Herr Violinist Robert Reske und Herr Organist Arthur Mönch werden den Orgelvortrag des Milsikdirektors Dienet in der Marienkirche am Mittwoch, den 10. d. M., mittags 12 Uhr, uilterstützen. Der Eintritt ist frei. Aus de» Nnchbarortcit. Zl» die Partcigcuosseu Schöiicbcrgs richien wir iu letzter Stunde»ochmals die lviahiiiing, sich ihrer Pflicht bewußt z» sein »nd morgen in der Zeit von vormittags II Uhr bis spätestens nachmittags S U h r ihre Stimme abzugeben. Unsere Gegner mache» die größte» Zlnstrengunge», um auch die acht Bezirke, in denen wir Kandidaten aufgestellt babe», a» sich zu reiße». Ein jeder Wähler hat zu erscheine» und seine Slimme für de» Arbeiterknndidateii abzugeben. Wähler, welche sich nicht im Besitze der Legitimationskarte be- finde», thiin gut, sich die letzte Steilerquittung oder die Militärpapiere einzustecken behnfs Ausweis ihrer Persönlichkeit. Die Name» der Kandidaten sowie die Wahl- lokale sind in dem Flugblatt vom letzte» Sonntag, im „Vorwärts" vom 2. November nnd aus den Plakaten der Anschlag- säule» ersichtlich. Vor jeden« Wahllokale stehen Stimmzettel- Vertheiler mit Zetteln, die die Name»»nserer Kandidaten(Emil Ran, Her»>. Köster. Friedrich Masnch, G. Hoff- »i a» ii, E r>i st O b st, Her m. S ch u b e r l, H e r m. Meiling iiiid Ed. Peterso») eiilhalten. I» betrachl kommen für uns: der 2., 3., 5., 6., 9., 14., 15. und 16. Bezirk. Parieigenossen, welche sich am Tage der Wahl dem Wahlkonutee zur Verfügung stellen wollen, werden ersucht, sich vorm. 10 Uhr bei Obst, Gruneivaldstr. 110, einzilfindeii. Znm Schluß weifen wir noch darauf hin, daß am heutigen Abend in der Schloßbraiierei eine Volksversammlung stattfindet, in der Reichstags-Abgeordneler Paul Singer referire» wird. Zahlreiches Erscheiiieu erwartet Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Nixdorf. Auf die Versaiinnluiig, welche der sozialdemokratische Verein„Vorwärls" heute Abend im große» Saale der Vereins- bimierei. Hermanustr. 214 abhält, machen wir besonders aufmerksam. Genosse Theodor Mehner wird über Sozialdemokratie und Anarchismus spreche». Zu dem Ausfall der Ttadtbcrordnetcuwahlcu iu Spandau» deren Resiillai wir am Sounabeud meldeten, wird uns geschrieben: Es war»ach de» Aorgniige» der letzten Tage vorauszusehe», daß der Ordniiiigsklüiigel die Mehrzahl der Sliiiiinen auf sich vereinigen würde; von gegnerischer Seite wurde eben alles auf die Beine ge- bracht, während sich die nach Hunderten znhleiideii Wähler, welche in den königlichen W e r l st ci t e n beschäftigt sind»nd sonst den Kandidaten. der Arbeiterpartei ihre Stinnne gebe», durch die Drohung der Krieger- und Kaineradenvereine und durch andere nicht mißznverstehende Winke von„berufener" Seite abhalten ließen, ihr Bürgerrecht anszuübeii. Aber auch viele Banhandwerker kamen nicht zur Wahl, da diese an dem Wahltage ihre Löhnung erhielte» »nd wahrscheinlich vermeinte», auf ihre Stimme käme es nicht a»; andernfalls wäre es de» Gegnern nicht möglich gewesen, eine so starke Majorität zu bekommen. Bon einem gefährlichen Schwindler ist am Sonnabend unser Parleigenosse Retzeran heimgesucht worden. Am genannten Tage hatte unser Genosse Berufnngstermin in einer Strafsache wegen Beleidigung deS Nachtwächters Roß. Die in Moabit vor dem Landgecicht II geführte Verhaiidliing endigte, nebenher bemerkt, mit der Bestäligniig des ersten Ilrtheils, welches ans 150 M. Geldstrafe gelautet halte. Bereits am Nächmittage kam ein Mann mit einem vollständig ansgefüllien und inil den Nnterfchrifte» der Gerichts- schreiber Minck und Wöltert soivie des Assessors v. Smolia» vcr- sehencn Formular, welches eine ans 46 M. und 20 Pf. lautende Rechnung für Z e u g e» g e b ü hren enthielt. Retzeran wunderte sich nicht ivenig, daß man es in Moabit init der Einziehnng der Gebühren so eilig habe»nd schöpfte a»s dieseni Grunde gleicl, Verdacht gegen de» Mann, der sich als Kassirer am Landgericht II bezeichnete. Da gerade ein Bekannter in der Wohnung zugegen war, so ging Retzeran ans das Ainlsburea», mn einen Beamten zu hole», und hieß den Fremden bis zu seiner Rück- kehr warte». Diesem mochte aber iiizivischeii schwül zn Mnlhe ge- ivorden sein; er bequemte sich zn dein Geständniß, daß er sich i» schlechten Verhältnisse» befinde und daher ans den Gedanke» ver- fallen sei, das Geld einziikasstreii. Durch das Flehe» des Mannes eriveicht, ließ der Vekaiinte unseres Parteigenossen den Schivindler laufen, ohne sich nach seine» Personalien zu erkundige». Wie der Mann sich die Rechnnng verschafft hat, bleibt ein Räihsel, welches hoffentlich durch die behördliche Untersuchiing, die in der seltsamen Sache eingeleitet ist, bald aufgeklärt wird. Charlottcnbnrg. Zur Erlediginig der Petition betreffend die Gewährung eines Beitrags zur Errichtimg eines Denkmals für die Märzgefallenen will ein Antrag der sozialdemokratischen Stadtverordneten Beyer und Genossen(Wernicke, Wöllmer, Heise und Otto) in Charloltenbiirg einen besonderen Ausschiiß von fünf Mitglieder» der Stadtverordneten- Versammlung einsetze». Der Magistrat halte die Pelitio» ohne Aeußerung der Stadlverordnelen- Versammlimg überwiese». Am Sonntag wurde die Unfallstation XII i» Rixdorf, Steiiimetzstr. 6, eröffnet; sie untersteht»nter Oberleilung dcs Dr. Bode von der ersten Unfallstatio» der Leitung des Dr. Waldstei». Wegen der in FriedrichShagcu allsgebrochene» Diphtherilis- Epidenile ist für den Amtsbezirk Friedrichshngen die allgemeine Anzeigepflicht angeordnet worden. In Grostlichtcrfclde soll i» der Nähe des Potsdamer Bahn- Hofes ein« Polizeiwache errichtet werde». Köpenick. Am Sonntag Nachmittag tagte hier in Klein's großein Saale eine gut besnchle Pa>teiversan>i»liing. Wie bei allen derariige» Versanunlnnge», verlangten mich hier wieder die über- wachenden Beamte» die Enlsernnng der Frane»»nd konnie erst, nachdem die Frauen den»aal verlasse» halte», in die Tagesordnung eingetreten werden. Der bisherige Vertraneiismann Niecke erstattete seine» Bericht, zu welchem er bemerkte, daß einer Einnahme von 1030,80 M. eine Ausgabe von 885,35 M. gegenübersteht und ein Bestand von 145,45 M. sich in seinen Händen befindet, illuch die eigenartige» Verhältnisse in bezng ans das Verhalle» der Polizei- beamten den Arbeiterversainmlnngen gegenüber fanden im Bericht die gebührende Kriiik. Die Versaminlinig entlastete sodann den Vertrauens- maimNiele für seine bisherige Thäligkeil»nd wählte, da dieser eine Wiederwahl ablehnte. Fr. Richter iu Köpenick, Böttcherstr. 45, 2 Tr., zum Vertranensmann. Nun hielt F a b e r einen mit Beifall auf- genounuenen Vortrag über„die Reaktion an der Arbeit", an welche» sich eine rege und ansgedehnte Diskussion knüpfte. Zum Schluß wurde eine Kommission, bestehend aus W o i k, H o f s in a» n n»d F a b e r, z» dein Zwecke gewählt,»in Material in Sachen der eigenartige» Haiidhadinig des Vereins- und Versammlnngsrechts in Köpenick zu sammeln, da in der Diskiisstoii die Thalsache bekannt gegebe» wurde, daß einige Vereine, die sich mit öffentlichen Sln- gelegenheite» beschäftige», unbehindert mit einander in Verbindiiiig getreten seien, während bei öffentliche» Arbeiterversammlungen, die keinesfalls Vereinsversammlungen sind, den Frauen sogar das Ver- sammlungsrecht genommen ist. Gevichk-s-ÄeikuttA. Wege» Vergehens gegen de» K 66 dcs Einkommenstener- Gesctzes>var der Saltlermeister Link angeklagt. Seit vcr- schiedenen Jahren reklaimrte er regelmäßig gegen seine Steuer- veranlaglliig. Bei Darlegung seiner Einkoiinnensverhältnisss gab er die Zinsansprüche nicht a», die ihm aus einer Spareinlage er- wachse». Hierin erblickie die Slaatsanivaltschast das ihm vor- geworfene Vergehen. Ter Angeklagte machte geltend, er habe sich in der festen Ueberzengung befunden, daß jene Zinsansprnche nicht zu dem steuerpflichtigen Eiiikomnieii ge- hörten. Das Schöffengericht sprach ihn denn auch frei, die Strafkammer gab jedoch der Berufung der Staalsanwaltschast statt und verurtheilte ihn zu einer Geldstrafe von 100 M. Das Land- gericht nahm an, daß ei» Vergehen gegen den§ 66 Absatz 2 des Einkonimenstener-Gesetzes vorliege. B. habe iilivollständige Angaben gemacht, die geeignet seien, zn einer Verkürzung der Steuer zu führe». Aus die Behauptung, daß er die Angabe der Ziiisansprüche in einem Rechlsirrthuni uiiterlasseu habe, brauche nicht eingegangen werden: sie sei u n e r h e b l i ch. Der Angeklagte legte»uii- mehr Revision ein und betonte, der Vorderrichter shabe den§ 66 des Einkommenstener- Gesetzes verletzt. Das rechtsirrthümliche Verschweigen eines Einkoinmentheiles könne selbst dann nicht bestraft werde», wen» es geeignet sei, die Steuer zu verkürze». Der Slrafsenat des K a m m e r g e r i ch t s wies indessen gestern die Revision als unbegründet zurück»nd führte zur Begrnndiing seines Urlheils aus: Das Kamniergericht habe allerdings früher den vom Angeklagten eingenommenen Stand- plinkt vertrete», es könne ihn aber jetzt nicht mehr aufrechterhalten. Wie die amtlichen Protokolle über die Verhaiidliinge» des Abgeordnetenhauses ergäben. habe der Re- gierungskoinmissar bei der Beralhung des Einkommenstelier- Gesetzes erklärt, daß der Absatz 2 des s 66 gerade die Fälle treffe» solle, wo rechtsirrthümlich etwas verschwiegen werde. Da niemanv widersprochen habe, so sei anznnehmeii, daß alle Abgeordneten diesen Ausführungen stillschiveigend zugestimmt hätten. Der Wille der gesetzgebenden Faktoren sei entscheidend. Prozcst Blumenreich. Zum Prozeß Blumenreich möge aus ber Soilnnbe»dsitz»,ig»och nachgetragen werde», daß der Zeuge Noseiilhal Gelegenheit fand, ausdrücklich zu erklären: er habe nicht die Epipfludinig gehabt, daß der Zeuge Handelsrichter Kausniami irgendivie beabsichtigt habe, sein Zeugnib zu beeinflussen, im Gegen- theil habe er ihm immer gesagt, daß er nur die reine Wahrheit sagen möge.— In der heiilige» Sitzung erbittet sich zunächst Bücherrevisor Saloino» das Wort zu einer Erklärnng. Der Sach- veisländige hält es für seine Pflicht, ans griind nochmaliger ein- gehender Prüfung der Bücher die Erklärung abzngebeii, daß thatsächlich eine Kassendifferenz nicht e x i st i r t e, die Differenzen n»s dem Papier seien aus Unregelmäßigkeite» in der Buchführung zurückzuführen, iiideni es nnterlassen worden sei, ver- schiedene Aiisgabm zu buche». Der Präsident will sich hiermit nicht zuiriede» geben. Er richtet an de» Sachverständige» die Frage, ob er mit Bestunmtheit im stände sei, den Ltachiveis zu liefern, daß nach dem 23. Jnli Einlragnnge» über Aus- gaben gemacht worden seien, die schon vor dem 23. Jnli geleistet waren. Bücherrevisor Salomon führt mehrere Posten ans. Der Zeuge Kaufuiann erklärt, daß dies nur nachträglich gebuchte Ausgleichsposten seien, welche der Baumeister Sehring aus sei» Konto übernomnien habe, um die Bücher in Ueberei»sti»»i»i»g zu bringen. Nach der Ansicht dieses Zeuge» sei die Thaisache, daß am 23. Juli ein Fehlbetrag von 13 744 M. vorhanden war, nicht aus der Welt zir schaffen. Der Bücherrevisor bemerkt, daß die Sache deshalb so schwer aiiszukläreu sei, weil die später gemachten Eintragungen nicht mit dein Datum versehen war. Der Angeklagte weist darauf hin, daß er selbst die Bücher nicht führte und daß die Eintragiliigen durch den ihm z»wiese»en Buchhalter von Zeit z» Zeit erfolgten. Wenn es dadurch gekommen sei, daß am 28. Jnli»och Eiiitraginigeii im Rück« stände waren, so könne ihm daraiis ei» Vorivnrf nicht gemacht werden. Er bestreite außerdem, daß ein Kaufmann innerhalb 10 Minuten eine Revision vornehmen könne. Bücherrevisor Salonion erklärt, daß man in dieser Zeit zwar eine Aufrechnung des Kassabuches vornehmen könne, aber um zu prüfe», ob die Eiiilragunge» richtig seien, g e- höre mehr Zeit. Es wird sodann ivieder die Wechselangelegenheit mit dem Angeklagten erörtert. Blumenreich sucht die ihm vorgehaltenen Widersprüche zu erkläre», lhut dies aber in einer so weitschiveifende» Weise, daß er wiederholt zur Kürze ermahnt iverden muß. Der Augeklagte behauptet bekanntlich, daß der Baimieister Sehring ihm einen mit der Summe von 10 000 M. ausgefüllten Wechsel übergeben habe, der aber noch der übrigen Ansfüllung bedurfte. Da der Wechsel nicht sofort Beriveiidung fand, so habe Sehring zu ihm gesagt:„Lassen Sie ihn liegen. bis wir mal Geld gebrauchen." Diesen Wechsel soll der Angeklagte verausgabt habe», während dieser behauptet, daß es der Wechsel war, den er de» Zeugen Kaufmann u. Rosen- lhal bei der Revision vorgezeigt babe und eine» Theil des Kaffenbestaudes bildete. Der Zeuge Sehring hält es für nicht wahrscheinlich, aber d o ch f ü r in ö g l i ch, daß die Sache sich so verhält, wie der Angeklagte schildert, es feie» ihm damals so viele wichtige Tinge durch den Kopf gegangen, daß er sich unmöglich der Einzelheiten eiitsiinieii könue. Da ber Angeklagte ininier neue Einwendinigeu erhebt ünd niis frühere Pimtie zurück- kommt, so»inssen die Zeugen immer wieder vortreten, nm durch neues Befragen Anfklärung in die so verwickelten Verhältnisse z» bringe».— Der Zeuge Bauldirektor H e» z e giebt bei seiner Vernehiining»ochmals Veraiilnssimg, ans das Gespräch ziirnckziikoiiiliieii, welches der Zeuge Kaufmaiin mit dem Zeugen Roseiithal über die bei der. Revisio» festgestellte» Thalsachen angekniipst habe» soll. Der Zeuge lltvsenlhal wiederholte mit aller Enlschiedeiiheit, daß Herr Kaufmann nach leiner Richtniig hi» versucht habe, sein Zeugnib z» beeinflussen, im Gegentheil immer mir das Beknudeii der reinen Wahrheit als Pflicht betont habe. Zeuge K.aufm an n hebt hervor, daß jeder Ziveifel in dieser Beziehung ihm i» seiner Eigenschaft als Handelsrichter sehr liikangenehi» wäre, der Vorsitzende erklärt aber, daß es ja nun ganz»nzwcisclhast festgestellt sei, daß dem Zeugen keinerlei Inkorrekt- heil vorgeivorse» werden könne. Eine Anzahl Zeugen, die früher mit Herrn Blumenreich geschäst» lich zn 1h»» halte», bekunden, daß sie de» Angeklagten für einen durchaus ehrlichen Man» hallen. Der Staatsanwalt sucht svdnnn Re Schuld des Augeklagken »achzuweisen und beantragt gegen ihn ivegen zweier Wechsel- fälschuiigen 1 Jahr Zuchthaus, wegen der Unterschlagung 2 Jahre Gesängniß, wegen Vergehens gegen das Genoffenschäsisgesetz sechs Wochen Gesängniß und 3000 M. Geldstrafe soivie schließlich 5 Jahre Ehrverlust. Diese Strafen seien ziisa»imeiiz»ziehen, er beantrage eine Ge- saiiluitstrase von zwei Jahr'eu Zuchthaus, s ü n f Jahre Ehrverlust und 3000 Mark Geldstrafe. Der Angeklagte sank bei diesem Antrage ans einen Stuhl. Nach längerer Replik und Tuplik zivische» Rechtsanwalt und Vertheidigiing wendet sich der Angeklagte entschiede» gegen die?lils- ühruuge» des Slaaisanwalts. Zlin Schlüsse der Bllimenreich'schen Rede ertönt im Zuschanerra»»! ein lautes VeifallSzeichen, wäS dem Vorsitzenden Anlaß zn einer nachdrücklichen Rüge giebt. Der Gerichlsbof sprach den Angeklagten schuldig der schweren U r k u n d e>l s ä l s ch ii n g, der N n l e r s ch l a g» u g, ver- b u„ d e n mit Untreue, in einein Falle nnd des Vergehens gegen die K o» k n r s o r d» n n g. Unter Zubilligung inildernder Umstände wurde der Angeklagle zu einer G e s a m»> t st r a f e von neu» Monaten G e s ä n g»> ß und 50 Mark Geldstrafe ver ur theilt. Der Antrag des Staatsanwalts auf sofortige Verhastnng Blumenreich's wurde abgelehnt. LikevÄvlMzes. Herr M«ix Lorenz hat vor kurze», die sozialistische Theorie, den nofmnmten Marxisuius zu Boden gestreckt. Jetzt begiebt er sich in die Gefilde der praklischen Politik»ud schreibt»»ter dem Titel:„Der nationale Kampf gegen die Sozialdemokratie(Verlag von Grnnow, Leipzig, Preis K0 Pfennige) eine Propagandabroschüre für die Neichslagswahlen Ter ivandlungsfähige junge Mann hat schon ans dem letzten Parteitag der Nniionnl-Soziale» gezeigt, daß er in die tiefsten Geheimnisse staalserhnUender und staalsretterischer Gesinnung ge- lehrig einzudringen sich erfolgreich bemüht hat. Herr Lorenz plaidirt für„die vom Kaiser gefordert« Berniehrnng unserer Flotte" und hat die famose Entdeckung gemacht, daß die SchiffSverniehrung— ob er SO, 100 oder 200 Kriegssahrzeuge für erforderlich hält, verrälh er nicht—„ein Mittel ersten Ranges ist. die Wege sozialer Reformen zil erschließen." Je mehr Soldaten, je mehr Schiffe, um so machtvoller das Reich, um so besser die soziale Lage des Volkes. Solch dreistes Gerede wird als neue Weisheit mir den Miene» staatsmäiimscher Ueberlegenheit vorgetragen. Und das parleitaklische Facit dieser schlauen Voraussetzungen ist die Kampfansage gegen die Sozialdemokratie. Herr Lorenz ruft Nationalliberale und Konservative ans, einig znseinund„dennationalen Kampf gegen die unter sozialistischer Führung vereinigte Demo- lratie mit Entschlossenheit und Opferwilligkeit siegreich auszufechten." Wie sich diese Lorenz'sche Auffassung vereinigen lassen mag mit dem Standpunkt seiner Parteirichrung, insbesondere des Pfarrers Nan- mann, der erst jüngst erklärte:„Die Wahlparole der National- Sozialen müffe lauten: Gegen die Konservativen", kann um deswillen freilich gleichgiltig sein, weil die Bedeutung der politischen Ansichten des Herrn Lorenz im nmgekehrten Verhältniß zn der Meinung steht, die das Herrchen von sich selbst hat. Oder ist Max Lorenz bereits über die Siational-Sozialen hinaus? Würdig ist er gewiß der Ehreninilgliedschast des Altdeutschen Verbandes und der Gunst des Herrn Miquel und seiner Samnielpolitik. Wunderlich verwebt init den kriegerischen Worten wider dieun- nationale Sozialdemokratie bat Herr Lorenz eine Schilderung von einigen Führern der Sozialdemokratie. Was der Herr einst, als er noch auf Erfüllung seiner Ehrsucht in den Reihen der Sozialdemokratie hoffte, am Bierlisch aufgeschnappt, was er halb oder gar nicht verstanden hat. das tischt er hier aus in dem sehr begreiflichen Wunsche, sein sonst so lang- weiliges und wissensleeres Geschreibsel durch einige Piknnterie» dieser Art vielleicht ein wenig schmackhafter zu machen. Gelungen ist ihm freilich auch das nicht und es muß sehr zweifelhaft bleiben, ob Herr Lorenz mit solchem Pamphlet, nußer etwa bei den groß- industriellen Geschäftspolitikern, irgend welchen Beifall finden wird.— Berlin und Nmgrbiiiig. Achtung, Bnrean-Angcstelltc! Heute, abends S'/, Uhr, findet im große» Saale der„Arminhallen", Konnnandantenstr. 20, eine öffentliche Versammlung statt. Der Reichstags-Abgeordnete W u r m wird über die Nothwendigkeit der gesetzlichen Regelung unserer Arbeitsverhältnisse und das Verhalten der Regierung dazu sprechen. — Kollege», agitirt in den Kreisen der uns noch Fernstehenden für regen Besuch der Versammlung. Niemand fehle, damit die Meinung der gesammte» Berliner Kollegenschaft zum Ausdruck kommt. D i e Agitationskommission. Achtung, Maurer CharlottcnbnrgS. Von jetzt ab werde» die Arbeitslosenlarte» des Donnerstags von 2—4 Uhr Nachmittags im Lokale des Herrn Leder, Bismarckstr. 74 abgestempelt. Der B e r- t r a u e n s m a n n: Wilhelm Schulze, Gocthestr. 49. TeutscheS Reich. TaS mecklenburgische SonutagSgesetz wurde in letzter Zeit dazu benutzt, um alle Bersaminlungeu von unserer Seite, auch gewerkschaftliche Zusaminenkünste, an Sonntagen und Sonnabende», sowie während der Fastenzeit 6 Wochen vor Ostern aufzulösen. Nunmehr hat das Oberlandesgericht entschieden, daß diese Versamm- lunaen nicht zn geräuschvollen Zusammenkünften gehören und ist sonnt für die Behörde eine Anweisung gegebe», daß diese für das Versammlnngswesen in Mecklenburg noch besonders erschiverende Umstände hiermit beseitigt sind. Ter Streik der Metallarbeiter in Torgelow hat sich heute aus etwa 280 Mann ausgedehnt. Forderungen sind nicht gestellt. sondern nur von den Fabrikanten verlangt, daß sie außerhalb der Fabrik sich nicht um die Organisation der Arbeiter kümmern sollen. Das Gewerbegericht zn Ueckermünde halte bereits ain Freilag eine» Vergleich in diesem Sinne zwischen den Arbeitern und der Firma Mentzel u. Ko. zu stände gebracht. Die übrigen Fabrikanten aber schloffen sich diesem Vergleich nicht an, nnd wird»u» bei Mentzel die Arbeit am Montag aufgenommen, dagegen in vier andere» Fabriken niedergelegt. Es wird dringend gebeten, den Zuzug von Metallarbeitern nach Torgelow fernzuhalten.— Alle Arbeiterblälter werden um Abdruck ersucht. I» der Schuhfabrik von Stciuriick und Kriiger in Biel«- selb sind Lohndiffercnze» ausgebrochen. Der Zuzug ist fernzuhalten. In Miinchcn-Pasing sind in der Kehlleistenfabrik von Gers- dorf und Brandenburg die Arbeiter wegen Lohnredultioue», die bis zu 33 pCt. betrugen, in den Streik getreten. Tie Appreteure in Glauchau beabsichtigen in eine Lohn- bewegung einzutreten. Es handelt sich vor allem nni die Beseitigung eines Mißstandes, der während der Saison in unerträglicher Form auftritt. Fast regelmäßig dauert innerhalb einer Zeit von 15 bis 20 Wochen die ülrbeilszeit von 6 Uhr morgens bis 10 Uhr abends, Und dabei schwanken die Löhne zwischen 12 und 17 M. Di« Arbeiter habe» den Fabrikanten nunmehr folgende Forderungen unter- breitet, über die sie bis zum 20. November Antwort erbeten haben: Die Arbeitszeit ivolle man von morgens 6 bis abends 7 Uhr sestseheu mit Einrcchnnng der üblichen halbstündigen Frühstücks» und Vesperpause und anderlhalbstündigen Mittagspause. Eine 2Sproj«»lige Lohnerhöhung. Für die Folge der Einsetzung von ArbeilerauSschüssen näher zu treten. Ob es zu einem gütliche» Anstrag i» der Angelegenheit kommen wird, ist sehr fraglich, da bereits 17 Arbeiter wohl infolge ihres Eintrelens für diese Fordernngen «nllassc» sind. AuSland. Tie glückliche Vrrnicidnug des belgische» Bergarbeiter- AnSstandeS giebl der bürgerliche» Presse einen willkominenen Anlaß, wieder einmal die Behauptung aufznstelle», die Sozialdeino- lratie l abe an Einfluß arg eingebüßt. Denn sie habe den Streik „angeordnet", aber die Bergleute, die soeben erst mit dem Streik (geineiut ist der letzte Ausstand in der Borinage) bittere Erfahrungen gemacht, hätten den sozialistischen Hetzern keine Folge geleistet. Das sei, wie die„Kreuz- Zeitung" sich ans Belgien schreiben läßt, eine fckiwere moralische Niederlage der sozialdemokratische» Parteileitung. Die bürgerliche Presse Belgiens singt, wie der„Peuple" beute schreibt, dasselbe Lied. Demgegenüber stellt das genannte Blatt fest, daß die Vertreter der Bergleute des ganzen Landes(nicht der sozialdemokratischen Partei) auf dem Lälticher Kongreß den Generalstreik beschlossen� haben, falls ihre Forderungen nicht bewilligt würden. Diese sind thatsächlich von der übergroße» Mehrheit der Unternehmer bewilligt worden, daher der Beschluß, vom Generalstreik abzustehe». Auch die partiellen Streiks in de» Zechen, wo die Forderungen abgelehnt sind, solle» auf Anratheu des Generalraths des Verbandes der Bergleute mög- lichst vermiede» werden. Nun sind aber der Generalralh und auch die sonstigen führende» Stellungen im Bergarbeiter-Verbande oo» Sozialisten besetzt, wie die belgischen Bergleute überhaupt saft alle Sozialdemokrale» sind, und dieser Generalralh und diese Führer haben vom Streik a b g e r a t h e n. Was die„moralische Nieder- läge" anlang», so dürfte» die belgischen Sozialdemokraten diese schon noch auf ihre Schulter» nehme» können. Tie Baumwollspiuner von B o l t o n und B u r y haben be- schloffen, daß jeder männliche Arbeiter pro Tag 25 Pf., jede Frau 15 bezw. 10 Pf. pro Tag zu stenern habe, und zwar solange, bis die befürchtete Arbeilsruhe eintritt.— Der Ausschuß des Baumwoll- arbeiter- Verbandes hat in der am Sonnabend in Manchester abgehaltenen Konferenz beschlossen, die angekündigte Lohnreduklion einem Schiedsgericht zu unterbreiten. Zun, Kampf der englischen Maschinenbauer schreibt nnser Londoner Mitarbeiter: Vor einigen Tagen brachten verschiedene hiesige Blätter Berichte über eine große Knssengründung des Unter- nehincr-Verbandes der Maschineniudustrie, die darauf augelegt sei, die Arbeiter aus de» Gen'erkschaslskasse» herauszuziehen und in die völlige Botmäßigkeit der Unternehmer z» bringen. Eine große, die Maschineniudustrie umfassende Unterstützungskasse solle gegründet und der Beitritt zn derselben den Arbeitern als Bedingung der Wiedereinstellnng auferlegt iverden. Die Sache erschien aus den ersten Blick so unwahrscheinlich, daß ich es nicht der Mühe werlh hielt, von ihr Notiz z» nehmen. Betriebsnnterstützungs- lassen giebt es längst in England, und daß hier und da Unter- »ehmer verstärkte Lust bekomme» haben, es mit solchen zn versuchen, wäre immerhin begreiflich. Aber eine Kasse für die ganze Industrie würde nicht nur den größte» technischen Schwierigkeiten begegnen, sie würde auch der» angegebenen Zweck direkt ins Gesicht schlagen, denn der sollte ja darin bestehen, die Arbeiter an die einzelne» Ge- schäfte zn kellen, wozu eine Jndustriekasse absolut nicht taugte. Als Konkurrenz gegen die Gewerkschastskaffen würde sie auch ihren Zweck verfehlen, da sie verschiedene Versicherungen dieser, wie Reise-, Abeitslosen- Unterstützung, gar nicht durchführen könnte, ohue die Verwaltung in die Hände industriell organisirter Arbeiter zu legen. Kurz, die Sache war anf den erste» Blick als Schreckgespenst zu erkennen, und jetzt gestehe» auch die Blätter, die sie mit so großem Geschrei aufgetischt haben, unter allerhand Ausrede» zu. daß der angeblich entdeckte Elephaut eine unbedeutende Mücke war. Die englischen Maschiuenfabrikaute» sind viel zn sehr daraus bedacht, die öffentliche Meinung anf ihre Seite zu bringen, als daß sie mit so plumpe» Mitteln für ein Ziel arbeile sollte», das eine nicht geringe Anzahl von ihnen allerdings aufs innigste herbeiwünscht. Nach den letzten an? Manchester eingelaufenen Nachrichten hätte bei der vor einigen Tagen dort abgehaltenen Konferenz der Fa- brikante» die versöhnlichere Sektion der letztere» die Oberhand ge- wonne» und Annahme der Vorschläge des Handelsamis durchgesetzt. Doch ist Bestätigung erst abzuwarten. Inzwischen nimmt die Roth unter den mittelbar durch den Kampf betroffenen Arbeitern in erschreckendem Maße zu. Sehr große Bemühungen, die Konferenz zuwege zn bringe», macht n. a. das Blatt„Shipping World", das durch unparteiische Hallung bei Streitigkeiten zwischen stihedern nnd Seeleuten sich einen guten Namen in der Arbeiterwelt gemacht hat. Die Exekutive der Gewerkschaft der Kesselschmiede hat, wie bereits initgelheilt, ihre in Ausstand getretenen Londoner Mitglieder kalhegorisch aufgefordert, bis spätestens Freilag die Arbeit wieder aufzunehmen, wiedrigensalls sie aller Rechte an die Gewerkschast bis ans weiteres verlustig und die belreffeuden Werkstätten für offen erklärt werde», so daß andere Gewerkschafls- miiglieder, die beschäsligungslos sind, das Recht habe», bei Verlust ihres Anspruchs anf Arbeitslosenunterstützung sogar dazu angewiesen werde», die Stelle» der Ausständigen zu besetzen. Die so bedrohien Mitglieder habe» heute beschlossen, der Anweisung nicht Folge zu leisten, sondern den Streit sortznsühren. Es wird sich daher zeigen müssen, wie weit die Gewerkschaft im stand« ist, Streikbrecher gegen ihre eigenen, widerspenstigen Mitglieder z» stellen. Ueber die Motive dieses schroffe» Vor- geheuS der Exekutive wird angegeben, daß ziemlicher Beschästigungs- mangel herrscht und daß die Meister mit Gegenmaßregeln in der Provinz gedroht haben, falls der Londoner Streik nicht beigelegt wird. Technische llmivälzungen in der Reffelsabrikatio» scheinen an dem vorsichtigen Verhallen der Gewerkschaftsleitung nicht ganz un- belheiligt zu sein. Ilebrigens ist es sehr fraglich, ob der Ausstand der Kesselschmiede in London irgendwie die Posilion der Maschinenbauer verstärkt. Die sichtbarste Wirkung vielmehr ist«in Aufruf an die Gewerkschafts- weit, auch sie in ihrem Kamps durch Beiträge z» unterstützen, also eine Vermehrnng der Unterstützungsbedürftigen.--- »» Heute bringt der Telegraph aus London folgende bedeutsame Nachricht: Der Sekretär der vereinigten Gesellschaft der Maschinen- bauer schloß gestern eine in einer öffentlichen Bersaniinlmig in Stepay gehaltene Rede mit der Mittheilung, daß die Trade- Union der verivandle» Kesselschmiede und Schiffbauer, um nicht etwa nach einer etwaigen Besiegnng der Maschinenbauer selbst angegriffen zn werden, den Kampf der Maschinenbauer unterstützen werde und daß alle Trade-Unions den Kampf finanziren werden. Die Unternehmer würden in einige» Tagen einem mächtigen Verbände gegenüberstehen. Soziale*?. Ter ArbeitSmarkt im Oktober zeigte ein weit weniger srenndliches Gepräge als der im vergangene» Monat. Nach den Berichte» der deutschen Aibeitsnachweis-Verwailungen. die allmonat- lich in der Zeitschrist„Der Arbeilsniarkt"(Berlin, H. S Hermann) veröffentlicht werden, bewarben sich um 100 ausgebotene offene Stellen im September dieses Jahres 117,0 Arbeitsuchende, im Oktober hingegen 134,9. Doch drückt sich hierin nur die im Herbst regelmäßig slaltsindende Saisonsteigerung der Arbeitslosigkeit ans; ja sie bleibt sogar hinter den Beobachtungen anderer Jahre noch zurück. Vergleicht man den Oktober dieses Jahres mit dem vor- jährigen, so zeige» die meisten Arbeitsnachweise, nämlich 23(nebst 2 ausländischen) eine Abnahm« des Andranges und nur 15(»ebst 1 ausländischen) eine Zunahme. A b n a h in e: Posen, Breslau, Franksnrt a. O., Berlin. Gera, Hannover, Osnabrück, Essen, Elbersetd. Düsseldorf, Köln. Aachen, Kreuznach, Darmstadt, Heidelberg, Lahr, Karlsruhe, Offenburg, Mannheim, Konstanz, Stuttgart, Eßlingen. Göppingen, Schwab. Hall, Heilbronn. Ulm, Fürth, München, Wien, Brünn. Zunahme: Nixdorf, Hamburg, Halle a. S., Quedlinburg, Erfurt, M.-Gladbach. Wiesbaden, Franksurl a. M., Straßburg i. E., Freibnrg i. B., Schopsheim, Pforzheim, Cannsladt, Nürnberg, Augs- bürg, Bern. Die verglichenen Gesainintzahlen zeigen, daß im Oktober 1896 »in 25 975 gemeldete offene Stelle» sich 83 110 Arbeilsncheud« bewarben, im Oktober 1897 um 30 894 offene Stellen 41 690. Auf 100 ausgebotene offene Stellen kamen damals 146,7 Arbeitsuchende, diesmal nur 134,9. Die Schaffung cinrS GewetbegriichiS ist in Lucken- w a l d« von den Stadtverordneten mit 20 gegen 9 Slimmen ab- gelehnt worden. Wie die„Brandenburger Zeitung" niittheilt, soll der Bürgermeister Snchsland die Ablehnung beantragt habe», weil mit dem Antrage weiter nichts bezweck! iverden solle, als für einflnß- reiche Personen der sozialdcinokiatischen Partei fette Stelle» zu schaffe». Derselbe Mann, der sich dergleichen Redensarlen gegen Andersgesinnte erlaubt, läuft bekanntlich bei der ge- riugsten Kleinigkeit zum Kadi, um arme Arbeiter wegen Beleidigung zu verklagen. Ueber den Schulz der Reisenden vor Beliistigunge» nnd Beleidigungen durch Mitreisende hat die preußische Eisen- bahnverivaltiing folgendes bestimint:„Es ist vorgekommen, daß sowohl Zugs- wie Stationsbeamte, weiche seitens der Reisenden aufgefordert wurden, sie gegen Belästignngeu und Beleidigungen durch Mitreisende zu schütze», ihre Mitwirkung hierbei versagt nnd sich nicht einmal dazu bequemt haben, die Name» der betreffenden Persönlichkeiten festzustellen. Ein derartiges Verhalten muß ernstlich gerügt werden. Geben die Beschuldigten den an sie gerichteten Mahnungen kein Gehör, so sind die Streitenden durch Anweisung anderer Plätze zu trennen. Wenn dies nicht geschehen kann oder nichts fruchtet, so ist von dem§ 20 der Verkchrsordnung, jedoch erst nach nochmaliger erfolgloser Androhung, Gebrauch zu machen nnd Ausschluß von der Weiterreise anznordnen. nnd dl« Beamten find verpflichtet, stets sofort mit allem Nachdruck einzuschreiten, wenn ilieisende ihren Schutz gegen Mitreisende anrufen." Tcutschc Gctreidc-Zluöfnhr. In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden 73 988 Tonnen Weizen und 64 613 Tonne» Roggen nach dem Auslande ausgeführt, in derselben Zeit de? vorigen Jahres aber nur 34 716 Tonnen Weizen und 26 522 Tonne» Roggen. Die Aussuhr ist also ganz bedeutend gestiegen, am meisten der Absatz nach Schweden, Norwegen, Dänemark, England und Belgien. Dagegen ist die Ausfuhr von Mehl und anderen Mühlen» f a b r i k a t e n fortgesetzt zurückgegangen. Sie betrug in den ersten nenn Monaten des Jahres 1897: 120 582 Tonnen, 1896: 122 955 Tonnen, 1395: 127 379 Tonnen, 1394: 142 626 Tonnen. Der Rückgang tritt speziell bei Weizenmehl hervor; so wurden 1397 nur noch 21 140 Tonnen Weizenniehl von Mühlenlagern ausgesührt, während 1896 diese Ausfuhr aus 23 489, 1395 anf 36 324 und 1394 anf 43 331 Tonnen sich belief. Versa mmlmtgrn* Tie Schmiede beschlossen in einer öffentlichen Versaimnlung, die am Sonntag Vormittag im Englischen Garten tagte, den Streik der englischen Maschinenbauer finanziell zn unterstützen. Es sollen zn diesem Zweck von dem Verlranensinann Marken k 50 Pf. uii?" gegeben und von den Kollegen vertrieben werden. Den 2. Pnukt der Tagesordnnug bildete die Frage: Wie verhalten sich die Schmiede Berlins zur Forderung des NeunstnndentageS? Von allen Rednern wurde die Durchfühiung dieler Forderung als durchaus nothwendig erachtet. Essoll die nächste Zeit dazu benutzt werden, ein« planmäßige Agilalion zu entfallen und die Organisalion zu stärken, »in zn gelegener Zeit eine Verkürzung der Arbeitszeit zu erringen. Die Beschlußfassung über diesen Punkt, soweit dieS die Zeit de? Eintritts in die Bewegung betrifft, wurde ausgesetzt und zu titut späteren großen Versammlung verlagt. Unter„Verschiedenem" wurde die Diskussion über die geeignelfte Act der Agitation soff» gesetzt, zum Anschluß au die Organisation aufgefordert und»um rege» Besuch der Versaiiimlungen, die von dem Vertraiient-inau.i einberufen werden, eingeladen, Ter Verband der HaiidclShilfSarbcitcr Berlins bielt am 2. November in den Arniinhallen eine sehr stark besuchte Mitglieder« Versammlung ab. Neichstags-Zibgeordneter Z n b e i l reseririe ir; einem l>/estüudigen Vortrage über die Nothivendigkeit der gewerk- schnsllichen und politischen Organisation. Nach dem Vortrage ehrte die Versammlung das Andenken des verstorbenen Genosse» Grillen- berger, sowie auch gleichzeitig das des am 14. Oktober verstört», m-n Kollegen Eichen durch Erheben von den Plätzen. Nach einigen geschäftliche» Millheilungen sprach Kamp über die Mißstände».ns den Berliner Postpackelämler». insbesondere dem Haupl-Postamt>.« der Spaudauerstraße. Nach lebhafter Diskussion saud eine Nesolulioi. einsliinmige Aiiuahme, durch welche die sozialdemokratische Reichstags- Fraktion ersucht wird, diese Mißstände bei Berathung des Postetats im Reichslage zur Sprache zu bringe», serner. den Vorstand des Verbundes zu beanjtragen. bei der Ober-Postdirektiou Berlin Beschwerde in dieser Angelegenheit einzulegen. Nachdem der Bor» sitzende bekannt gegeben, daß 20 Kollegen in der Versamininng ihren Eintritt in den Verband vollzogen hätten, erreichte die Versaii»»l»m) ihr Ende. Tor Verband der Buchbinder, Zahlstelle Berlin» hielt am I.November seine Milgliederversainmlung ab. Vor EinlrUt in die Tagesoidiiiing gab der Vorsitzende beiannt, daß am 8. November in t eins«Iben Saale die Wahlen für die Orls-Krnnlenkaffe der Vnchbinder statlsiuden sollen und ersuchte um zablreiche Be» Iheilignng an denselben. Hieraus hielt Kollege Sattler«imii mit großem Beifall anfgeuommeneii Vortrag über„Asiatische Konkurrenz", a» welche» sich eine kurze Diskussion anschloß. Im weiteren Verlauf der Bersamiiilmig wild ein« sünfgliedrige Kom- Mission, bestehend ans de» Kollegen Baar, Eber Hardt, I. Krause, Nehr und Boyaezkiz gewählt, welche sich mit dem Ausgeben nnd Smninel» der vom Verbandsvorstand ausgestellteu statistischen Fragebogen zn beschäftigen Hai. AtS HUsSkassirer wnrdeii Eber Hardt. Nehr nnd N o n n i g c r gewählt. Ein Antrag des Kollegen Eber Hardt, daß die Buchbinder sich vv», graphische» Kartell zurückziehe» solle», wird auf eine der nächsten Ver« samnilnnge» vertagt. Charlottcnbnvg. Am Dienstag, den 2. November, fand im Lokale Bismaickshöye eine Generalversaminlung deS Zentral- Verbandes der Maurer Deutschlands, Zahlstelle Ckarloltenburg, statt. Vor Eintritt i» die Tagesordnung ehrte die Bersaminliing daS Andenken des verstotbenen ReichStags-Abgeordneten Karl Grillenberger, sonne das des durch ülbsturz ums Leben gekominenen Verbandskollege» Paul Grosser durch Ei heben von den Sitze». Alsdann hielt S i l b e r s ch in i d t einen langen, mit großer Begeisterung anfgenoniinenen Vortrag über„Minimallohn- nnd Maximal- Arbeitstag. Bon einer Diskilssio» wurde Abstand genoininen. Nnier Punkt BerbaiidSaiigelegenheite» kam folgender Antrag fast ein- stimmig zur Aiinahuie; Stirbt ei» Vcrbandskollege und eS geht ein Geistlicher mit zur Beerdigiing, so wird dein Verstorbene» kein .Kranz gespendet. Ferner wurde der Anirag von W. Schulze, die Verbreitiing des„Grnndstei»" in eigene Regie z» übernehmen, ab- gelehnt, jedoch denselben Anirag i» nächster Verbandsversammlung auf die TageSordiiiing zu setzen, angenoinnien. Ferner ist inilzn- lheilc», daß diirchreiseiide VerbandSkollegen ihre Rcise-Untirstütznng zu jeder TageSzeil in der Zeniraiheiberge von A. Leder, Bismarck- straße 74, abheben können. > Briefkasten der Redaktion. Wir Mite», tel jeder«»srag» eine Uhistre lzwet ivuchflade» oder eine fl.rhl) a»j»gcb«», unter der die Aniworl erihelli werde» toll. Die juristische Sprechstunde findet i» dieser Woche am Miitv woch, Tonuerstag nnd Sonuabeiid von 5 bis 7 Uhr abends statt. <6. in Potsdam. Ohne Einsicht in die Attcu können wir nicht. nriheilcn. Die Aufhednng der Entmündigung ist unter alle» Umstände» eine sehr schwierige Sache. Heinrich. Gehen Sie zur Fachschule für Schuhmacher, Niedcrwall- straße 6/7. O. 3. 100. Die Bcaniworiung von Güterrechts- und Erbrechts- Frage» hängt davon ab, m o der erste Wohnsitz»ach der Heirath genomme» ist nnd>vo der Todesfall sich ereignet bat. ES giebt in Deutschland etwa 1 verschiedene Güterrechts- und ErbschastSshsteme.— F. F. 16. 1. Nein. 2. Ja, falls der neue Wirthmcht bis zw» 3. Ott. zum I.Jan. 1898 gekündigt habe» sollte.- WliicvniigSiibersichl i'om 8. November 1807. Wciter-Prognosc für Dienstag, de» S. November 1807. TheiiS heiler, iheils nebelig, bei schwachen südöstlichen Winden. Nachtsrost und«Iwas höherer Tngesteinperatur; lein« wesentliche» Niederschläge, Deutscher Holzarbeiter-Verband. (Zahlstelle Berlin.) Bezirks» Versammlungen Mittwoch, beit 10. November, abends 8 Uhr. M»«ni HorMtn s,!"""S S""*"""- Tageöordinmg: 1. Vortrag dcs Kollegen Bluck. 2. Diskussion. 3. Verbands- und Werkstattangelcgenheiten. �llstö�l!!! bei Rim«ei»I,ers, Ornnienstrnfie 180. Tagcsordiinug: I. Vortrag des Augenarztes Dr. W n r m mit Demon- strativneii am ktinstlichen Modem 2. Diskusston. 3. Vcrbandsangelegenheiten und Verschiedenes.— Zu dieser Versaininlung haben Nichtmitglieder Zutritt. Frauen sind besonders eingekaden. Westen und Sndlnesten bei�er Klnbernfcr. Fachvereii» der Stellmacher Berlins und llmgegeud. Donnerstag, de» 11. November, abends 8>/z Uhr, im Lokale des Herr» SSeblller, Rosenthalerstr. 57: Dovln m m lnng. Tages-Ordnung: 1. VereinSangelcgenheiten. 2. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. 8. Bericht der Fünfer-Kommisston. 209/4 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Achtung, Zimmerer! Mtmch, ben 10. November, abeubs 8 Uhr: Große ösfelltlilhe Versommlllllg im Engllsclien Garten, Alexanderstraste 37c (zwti'chen Alexanderplatz und Jannowitzbrücke). Tages-Ordnung: Der Streik der englischen Metallarbeiter und seine Bedeutung für die Referent: Gewerkschastssekretär R. Millarg. 1.___________ deutsche Arbeiterschaft. 2. Unser Platzdeputirtenwesen 3. Verschiedenes. 278/10 Die Liohnkonimlssion. Sozialdemokr. Verein für den Y. Berliner Reichstags-Vahlkreis. Sonnabend, den 13. Vovember, abends S1/: I hr, in der Brauerei Friedrichshain(früher Lips), am Königsthor: Erstes Stiftungsfest, Tokal- und Instrumental-Konzert ausgeführt von der Kapelle des Herrn G. Grass, unter gütiger Mitwirkung der Typographia, Gesangverein Berliner Bnchdrucker und Sclirifigiesser und des Berliner Ulk.Trio. Während der Dauer des Programms ist das Rauchen im Saale nicht gestattet. Nach dem Konzert: Grosser Fest-BalL Blllets ä 80 Pf. sind zu haben bei Mertins, Landwehrstr. 11; Richter, Heue Königs tr. 90- Wendland t, Marienburgerstr. 32; Knötzsoh, Hirtenstr. 10; Wittschow, Kleine Hamburgerstr. 27; Schmidt, Luisenstr. 5; Reul, Bamimstr. 42; Spaet, Weinstr. Zahlreichen Besuch erwartet Das Fest-Comlt�. Einlctduuq. Donnerstag, d. 18. November er., abends 8l/z Uhr bei Baske, Grenadierstr. 33. kenersi-VersAmmiung der Vertreter d. ArLeitgeber und der Kasseumitglieder d. Ortskrankenkasse b. Maurergewerbes. Tages-Ordnung: 1. Bericht über die Thätigkeit des Vorstandes. 2. Definitive Genehmi- gung dcs mit deui Verein der frei- gewählten Kasicnärzte abgeschlossenen Kontrakts für das Jahr 1898. 3. Er gänzungSwahl zum Vorstande 1898/99 für die ausscheidenden Mitglieder a) von den Arbeitgebern B i e b e n d t und Linke, b) von den Kassenmitglicdern Kelpin, A r n trt, K l a u st, Linde und Schlösser. 4. Wahl dcs Rechnungsausschnsses. 5. Verschiedenes. sl«Z83b Berlin, den 26.. Oktober 1897. Der Vorstand der Ortskrankenkasse des Maurergewerbes.; A. D a e h n e, A. Kelpin, Vorsitzender. Schriftführer. Dritte Ibönbecimg zu dem Statut d. Ortskrankenkasse des Manrergewerbes vom IL. Febrnar 1804. Artikel I. Bei§2, Absatz Ziffer 3 ist gestrichen: „sowie der Handlungsgehilfen und «Lehrlinge." Artikel II. „Diese Bestimmung tritt nach der Genehmigung des Bezirks- Ausschusses, mit dem Tage der Schliebung der Ortskrankenkasse für Handlungsgehilfen und-Lehr- lingc iu Kraft." Berlin, den 14. Juli 1897. Der Vorstand derOrtskrankeiikaffc des Maurer gewerbcs zu Berlin. A. D a e h n e, A. Kelpin, Vorsitzender. Schriftführer. Borstehende Abänderung wird hier- durch genehmigt. Berlin, den IS. September 1897. Der Bezirksansschnst. _(Unterschrift.) Orts-Krankenkasse BorhaM-Rilnmelsburg. Generalvcrsaniinlnng der Delegirten am 24. November 1897, abends 8>/z Uhr, im B r e w e s' scheu Lokale, Ecke der Kant- und Goethestraste, in R u m m e l s b u r g. Tages-Ordnung: 1. Bericht über den Stand der Kasse. 2. Wahl von 3 Vorstandsmitgliedern: 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer. 3. Wahl der Revisoren für das Rech- nungsjahr 1397. 4. Bcschlttfifassiing über das Bonsystem für die Kassenärzte. S. Anordnung der Aufsichtsbehörde. 6. Verschiedenes. Runnnelsburg, den 8. Nov. 1897. Der Borstand. 288/10 I. A.: Borte, Rendant. Ordentl. Generalversammlnng der Orts-Krankenkasse der Dachdecker Berlins am Sonntag, den 14. November, vorm. 9 Vi Uhr, im Lokale des Herrn Feind, Weinstr. 11. Tages-Ordnung: 1. Wahl von 4 Vorstandsmitgliedern: 1 Arbeitgeber und 3 Arbeitnehmer. Die Wabl findet in getrennter Weise statt. 1731b 2. Wahl eines Rcchnungs-Prüfungs- ausschusses für das Jahr 1897. 3. Abänderung deS Z 12 Abs. 3 des Statuts. 4. Verschiedenes. Zu dieser Versamnilung werden die am 11. Dezember 1896 gewählten Dele- girten ganz besonders aufmerksam ge- macht. Um zahlreichen Besuch bittet G. Krebs, erster Vorsitzender. N. Bergs, r. 28 I. «miistimer Genosse Valentin Borsch, Schanklv., Beterauenstr. 9. 34778" F.Rautenberg'sFestsäie Oranienstr. 180. Noch frei dritter WeihnachtS-Feiertag, Sylvester und Neujahr. 3501C* Feuerstein'3 Festsile Alte Jakolistrasse 75, Znh. Martin Herzberg. Grosse und kleine Stile zu Versammlungen unentgeltlich� sowie zu Sommer- u.Winterfestlioh- keiten b. koulanten Bedingungen PS~ Töpfer."Wv Mittwoch, den 10. November er., abends 0 Uhr. bei Schiller, RosentHalerstraste 57: Sitznng der Vertrauensmänner. Da wichtige Angelegenheiten besprochen werden sollen, ist es nöthig, daß jeder Bau vertreten ist. 194/7 ____ H. David, Warschauerstraste 45. Grosse Volksversammlung für Weissensee nnd Umgegend am Mittwoch, den 10. November, abends 8 Uhr, im Lokale Albrechtshof, Parkstraste 13, Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags-Abgeordneten Arthur Stadthagen. 2. Diskussion. 3. Bericht der Delegirten vom Parteitag. 4. Diskussion. ä. Verschiedenes. 1740b Rege Betheiligung erwartet_ Der Vertrauensmann. Friedrichsfelde 11. Umgegend. Tonnerstag. den 11. November, abends 9 Uhr: A.ffeiitlicheVliWiiersllWliiW im Lokale des Herrn Bnbe, Prinzen- Allee 30: Tagesordnung: 1. Bericht und Wahl des Vertrauensmannes. 2. Bericht und Wahl der Lokalkommission. 3. Vortrag des ReichStagS-Avg. Arthur Stadthagen über:„An s Vaterland, an s tbeure, schließ dich an." _ Um zahlreichen Besuch bittet Der Einbernfer. in de» KoppcnctacZg Reller's Festsäle, Koppenstrasse 29. Sonnabend, den 13. Xovember, esam m träume» des EtabltfsementSi W interfest der Gürtler nnd Bronzenre. Große hmnorlftische Soirbe der Hamburger Hnartett- u. Kauplet- Sanger. Während der Vorstellung im kleinen Saal:„ Nach der Vorstellung im großen Saal: cftliA» Herren, die am Tanz thcilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. Während der Pansen: Konsert. 1730b Die Musik wird von Mitgliedem der Freien Vereinigung der Zivil- Ansang 8V2 Uhr. Berufsmiisiker ausgeführt. Programme 30 Pf. _ Ilm recht zahlreichen Besuch bittet Das GoniltS. Lerlag von 81. Zrnst, LlünDen. Sammlnug ycsrilschafiliivisscnschkftlicher Anfsahe. Soeben erschienen! Zweiter Neudruck! AasKsilflgckliim eillks armeil Silililers. Von Milhelm Mtiili»,. Mit einem Borwort von Gd»ard Fichi ---- Elegant ausgestattet IS? S. broschirt 80 Pfg.=: Ter zweite Neudruck diese« eigenartigsten WerkeS de« ersten deutschen Kommunisten unterscheidet sich vom ersten durch Beifügung de« auSführlickien und sehr interessanten historisch-biographischen Vorworte?, soipie durch elegantere Ausstattung iu Druck und Papier, ohne daß dadurch der Preis erhöht wurde. --8-- lvir vertreten in Theorie und Taktik heute einen von lveitling dnrchau» ab» weichenden Standpunkt, aber damit ist nicht gesagt, daß seine Schriften werthr los, ihr Studium Zeitverschwendung ist. Nein, im Gegentheile, wer die Entwicke« lung unserer Oartei kennen lernen will, der darf e* nicht unterlassen, die einzige nun einem größeren Leserkreise zogüng» liche Schrift zu lesen.(.Vorwärts.") Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Kolporteure. Der Katalog über die bis jetzt erschieucnen Bände der Tamm lung wird auf Wunsch gratis und franco übersandt. Cireus Busclt (Bahnhof Bl(rsc). Dienstag, 9. Novbr., abends fl/2 Uhr: Grande Soiree equestre. Zum 1. 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Pfarrer N a n m a» u, der Führer der„iiational-sozialen Partei", stand gester» wegen Beleidigung des Bezirkskoinmandenrs, Majors E ch ö» b e ck in Göttingen, vor der III. Straikaminer des Land- gcrichts I unter Borsch des Landgerichtsdirektvrs R ö s l e r. Es bändelt sich»III einen in Nr. 201 der eingegangenen Zeit enthaltenen Artikel:„Erlebnisse eines Reserve-Offiziers". Der zur national-soziale» Partei gehörende Dr. Ruprecht, Mitinhaber der Göttinger Buchhändler- Firma Bandenhoeck u. Ruprecht, erhielt auf Antrag des Bezirkskommandos seinen Abschied, weil er ans der national» sozialen Partei nicht ausscheiden wostte. In einer ain 7. Juli d. I. stattgehabten Unterredung theilte Major Schönbeck dein Dr. Ruprecht mit, er habe die ihm eingehändigten Belege sür die nationale und monarchische Haltung des„National- sozialen Vereins" und auch den national-sozialen Katechismus durchstudirt, könne aber»nr sagen, daß der„National-soziale Verein" bedenklich sei. Warum V Der Verein habe streikende Arbeiter in Hamburg, er wolle nicht sagen Sozialdemokralen, unterstützt! Dr. Ruprecht sei besonders lhätig sür den Verein und werbe für ihn. Nachdem er höheren Ortes angefragt habe, müsse er Dr. Ruprecht vor die Frage stellen, ob er dein Vereine ferner iu der werbenden Stellung angehöre» oder seine Stellung als Offizier aufgcben wolle. Es eiilspann sich alsdann ein längerer Schriftivechsel zivischcn Major Schönbeck und Dr. Ruprecht. Der Artikel, welchen der An- geklagte ans grund des ihm zugegangene» Materials in der„Zeit" veröffentlichte, krilisirte diesen Briefivechsel und die darin bekundete Auffassung des Majors Sckönbeck von den Tendenzen der national- sozialen Partei und de» Pflichten eines Osfiziers im Beurlaubten- stände. Er rügte es, daß der Major ein vom Kaiser in einer Gesellschaft beim Finanzminister Miquel angeblich gesprochenes Wort, wonach„die Hamburger Rheder zusammenhalten s o l l t e n", benutzt habe, um gegen den national-sozialen Verein und de» Dr. Ruprecht Stellung zu nehmen. Schließlich heißt es in dem Artikel etiva wie folgt: Nach der Logik des Majors Schönbeck müßten alle Befürworter des Antrages Kanitz vor etwa zwei Jahren ihre Stetten in der Armee verloren habe», denn auch gegen diesen ZI»trag habe sich der Kaiser in einem Privalgespräche sehr scharf geäußert. Schließlich müßten nach dieser Logik hinter jeder kaiserlichen Aenßerung Offiziersentlassungen stattfinden, denn etliche Offiziere, die einen anderen Standpunkt praktisch vertreten, finden sich in der Lieserve in jedem Falle. Sehr ausfällig sei es auch, daß die ganze Angelegenheit mit der Bemerkung schloß:„Abschied bewilligt auf Antrag des Bezirkskonimandos." So verfahre man mit einem Manne von langjähriger tadelloser militärischer Vergangenheit. Warum wage man denn nicht, das Abschiedsgesuch des Dr. Ruprecht einzureichen? Man wolle a r b e i t e r f e i n d l i ch e P o l i t i k in das Heer hineintragen und doch nichts davon verlauten lassen, man wolle keine Offiziere haben, die der Menge freundlich gesinnt sind ec. rc.— Der kommandirende General des 10. Armeekorps hat ans grund dieses Artikels den Strafantrag wegen Be- leidignug des Majors Schön deck auf grund der ZZ 185 und 186 des St.-G.-B. gestellk. Der 37 Jahre alte Angeklagte, der zu Slörn- thal bei Leipzig geboren ist, wurde vom Rechtsanwalt Dr. S e l l o vcrtheidigt. Ms Zeugen sind Dr. Ruprecht und Major S ch ö n b e ck geladen und erschiene».— Der Angeklagte bestritt, die Absicht einer Beleidigung gehabt zu haben, gab aber zu, daß die Ausdrücke in dem Artikel schärfer ausgefallen feien, als er es beim nachträglichen Lesen für richtig finden konnte. Diese Schärfe erkläre sich aber aus der ganzen Situation, und er nehme den Schutz des§ 193 für sich in Anspruch. Er wolle vorerst nicht sage», wer ihm das gesammte Material zugestellt, könne aber versichern, daß er in die höchste Err e g u n g gerathen sei, als er Kenntniß von den Schriftstücken ge- uommen, denn er wisse ganz genau, wie patriotisch und in jeder Beziehung makellos der in dieser eigenartigen Form ver- abschiedete Dr. Ruprecht sei. Als Vorsitzender des national-sozialen Vereins habe er das Vorgehen des Majors Schönbcck auch als eine direkte Schädigung und Herabsetzung dieses Vereins ansehen müsse», unter dessen Mitgliedern eine ziemliche Anzahl von Personen sein dürften, die sich in d e r s e l b e n L a g e befinden wie Dr. Ruprecht. Wenn eine solche Stellnngnahme öffenlliche» Vereine» gegenüber üblich iverde» sollte, dann müßte dies eine sellsauie Rückwirkung auf unser öfsentlichrs Leben habe». Er habe die Repräsentation des national-sozialen Vereins in Händen und habe sich mit aller Kraft dagegen wehren müsse», daß dieser Verein in solcher Weise von militärischer Seite diskreditirt wurde in de» Augen aller patriolische» Leute. Major Schönbcck habe die Tendenzen des Vereins in ganz unbegreiflicher Weise verkannt, denn dieser bezwecke ja gerade, den nationalen Gedanken von der Erhaltung des Vater- lnndes mit seiner Monarchie und der nothwendigen Wehrkraft i» die A r b eit er krei s e z» trage». Das Heer gehöre zu keiner Partei, sondern dein ganzen Vaterlande, und es dürfe sich in Partei- politische Beziehungen nicht eininische». In dem hier vorliegende» Falle sei nun nicht etwa Mangel an Staatsgesiiinnng, fondern eine Stellungnahme zum Streik der Hamburger Hafenarbeiter zum Aus- gangspnnkt der Verabschiedung eines Reserve- Osfiziers gemacht worden. Eine Uiilerslützung jenes Streiks sei nun aber keineswegs eine Nnterslützung der Sozialdemokratie gewesen, sondern sollte ein lebendiger Beweis dafür sein, daß die Arbeiter auch innerhalb der gegenwärtigen G e s e l l s ch a s t s- O r d n u» g ihre Lage verbessern können, ohne unersüllbaren Utopie» nachzujagen. Jener Streik sei auch nicht von sozialdemokratischer Seile angeregt worden, im Gegentheil haben die sozialdemokratische» Führer alles gclhan, um ihn zu v e r in e i d e». Ueberdies seien ja doch Streiks gesetzlich berechtigte Erscheinungen. durch Gesetz in ihrer Existeiiz gewährleistet und eine Theil- nähme an einem Streik enihalle keinen bürgerlicben Makel. In diesem Falle sei zudem ein Minimum indirekter Unterstützung eines Streikes vorhauden gewesen. Er habe noch nie gehört, daß gegen Personen, die in scharfer Weise für die konservative Partei, den eintreten, in solcher Weife vor- gegen Dr. Ruprecht. Dasselbe Recht. Parteimitgliedern unbeanstandet zu- auch für die Mitglieder des national- sozialen Vereins. Er sei serner sehr gekränkt und verletzt durch die Art gewesen, wie eine private Aciißernng des Kaisers hier gegen eine» Reserve-Osfizier und eine» ganzen Verein verwerthet worden sei.— Solche in ganz»»kontrollirbarer Forin in die Presse gelangenden kaiserliche» Aeußerunge» zum Ausgangspunkte behörd- l i ch e r Maßnahmen zu machen, erscheine sehr bedenklich. Wenn der Kaiser beim Finanzminister Miquel wirklich gesagt habe:„die Hain- burgec Rheder möchten zusaunnenhalten", so beziehe sich diese Aenßcriing doch»nr aus eine bestiniinte Gruppe der an dem Zlusstande belheiligtcii Parteien, der Major Schönbeck sei aber weiter gegangen »»d habe daraus eine Generalproklamalion gegen den Streik der Hamburger Hafenarbeiter überhaupt gemacht. Wenn diese Praxis, unkonlrollirbare Worte des Kaisers auf Soldaten des Beurlaubten- standes i» solcher Weise anzuwenden, sich weiter ausbreiten sollte, dann würde man zu ganz unhaltbaren Zuständen kommen. Der Kaiser habe auch einmal ein Wort vom„Brotwucher" gesprochen, dies habe aber doch nicht die Folge gehabt, daß daraufhin alle dem Heere angehörenden Mitglieder des Bundes der L a n d iv i r t h c ausgemustert wurden. Er habe das Vorgehen des Majors Schönbeck »othwendiger Weise als einen Versuch betrachten müssen, die Charaktersreiheit der einzelne» Personen im deutsche» Heere in einer Weise einzuengen, wie es nicht wiinschenswerlh sei. Auch die formelle Behandlung der von» Dr. Ruprecht eingereichten beide» Ab- schiedsgesuche erscheine ihm sehr anfechtbar. Dr. Ruprecht habe Bund der Landwirthe:c. gegangen iverde, wie welches man andere» gestehe, beanspruebe er darin«in einfaches personales Bekenntniß abgelegt und Major Schönbeck»nach« daraus ganz unberechtiglerweise den Versuch einer persönlichen Belehrung des Kaisers. Er habe in der Erledigung der ganzen Angelegenheit den Versuch erblicke» müsse», den» Dr. Ruprecht eme andere Motivirung seines Abschieds- gesuches nahe zu legen, als sie per Sachlage ent- sprach. Aus allen diesen Gesichtspunkten sei wohl die scharfe Form des Artikels zu erklären.— Präs.: Wen» in unseren politi-i scheu Kämpfe es eingeführt»verde» sollte, daß man seinen» Gegner! niedere Gesinnung, Charakterlosigkeit, Streberthun»»nid dergleichen. vorwerfen dürfte, so»väre dies eine große Gefahr für unsere öffent- liche» Verhältnisse, nalnentlich wenn dies am grünen Holz der ge- bildeten Personen geschieht.— Aug ekl.: Major Schönbcck hat sich in dieser Affäre als der Vertreter einer bestinlinte» parte»- politischen Tendeuz gezeigt, er trägt doch sicher die moralische V e r a» t>v o r t u n g sür diesen Vorfall.— Auf eine Vernehmung der beiden Zeugen»vnrde allseilig verzichtet. — Staatsanwalt Dr. Kleine hob hervor, daß die Angriffe des Artikels nicht aus ch r i st l i eh e r Grundlage beruhen, da es nn- verantwortlich sei, so scharfe Ehrverletzungen gegen einen Dritten auszuspreche». Es handele sich»»>» formell in ho Hein Grade ehr- verletzende Aenßerungen und bei der Feinsühligkeit und den» Bildungsgrade, das de» Pastoren eigen sei,»iüsse der Angeklagte den beleidigenden Charakter des Artikels auch zweifellos gefühlt haben. Er beantrage 300 M a r k G e l d st r a f e eventuell 30 Tage Ge- fängniß und Publikaiionsbcfngniß für den Major Schönbeck.— Rechtsanwalt Dr. Sello betonte besonders die Nolhweiidigkelt, die Frage nach den» Schutz des§ 193 sorgfältig zu prüfen. Auch politische Interessen seien berechtigte Interessen. Der Angeklagte durste darüber aufgebracht sein, daß der Stab ge- krochen»vurde über eine Bewegnng, deren geistige»' Führer er sei und welcher zahlreiche, ebrcuhasle und valerlandsliebende Männer angehören.— In dem Vorgehen des Majors Schönbeck habe er einen Angriff gegeit seine Bestrebungen und seine Person erblicken dürfe»»nid dies»»ißte ihn um so mehr aufrege», als ei» gröbliches Verkennen seiner Bestrebungen vorlag. Es Handel« sich hier un» cineu Verein, der seine Släike in dem Streben erblicke, die Arbeiter znriickznfiihren zur Ikönigslreue»ind dem Erkenne»» von der Nothiveiidigkeit unserer Wahrhaftigkeit und»vein» man ein solches Streben mit der Ehre eines preußischen Osfiziers für nicht vereinbar erkläre, so erkläre sich daraus die geivählte scharfe Form der Abwehr. Es handle sich nn» einen außergewöhnlichen An- griff, der außergewöhnliche Verlheidigungsmittel gezeitigt habe.— Der Angeklagle bat zum Schluß, ihm gegenüber die Schntzgrenzen des z 193 möglichst auch so weit auszudehnen,»vie es dem Fre»- h e r r» v. M i r b a ch»» d Her r» v. S t u»» in gegenüber d e r F a l i>v a r.„ Der Gerichtshof v e r u r t h« i l t e den Angeklagte»»vegen Be- leidignug des Majors Schönbeck zu 3<»0 M. Geldstrafe cvcnt. 20 Tagen Gefängiiist, sprach dem Beleidigten die Publikalions- besiigiiiß im„Reichs- Anzeiger"»nd im„Hannoverschei, Courier" ,» und erkannte schließlich aus Unbrauchbarniachnng der vor- siudlichen Exemplare, Plalten»tnd Forme». Ter Gerichtshof hat den» Angeklagten an sich den Schutz des Z 193 zugebilligt, die Schutzgrenze» aber sür überschritten erachtet, da er sich zu gewerblichen persönliche» Kiindgebnngen der Mißachtung gegenüber dem Major Schönbeck habe hinreißen lasse». Da der Angeklagte, der im öffentlichen Leben steht, sich bisher straflos ge- halten, hat der Gerichtshof die erkannte Geldstrafe sür aiigemesseli gehalten. Hoffentlich läßt sich Pfarrer Naumann durch d>e ihin hier widerfahrene kleine Unannehurlichkeit»veder die Freude am sozialen Königlhum verderben»och die Hoff»»»i»ig raube», daß die Arbeiter dereinst voll renigem Vertraue» aus den Staat der Sozialresorm zur mona rchi scheu Gesinnung zurückkehren»verde». Sür den Jubalt der Inserate bernimmt dte Redaktion den, Publikum gegenüber keinerlei Berantwortnng. Thenkev. Dienstag, den 9. November. OpernhanS. A Basso Porto. Die Jahreszeiten. Anfang 7»/, Uhr. Schanspielhans. Helga's Hochzeit. Anfang 7-/, Uhr. Deutsches. Moriwri. Anfang 7»/z Uhr. Berliner. Mein Leopold. Anfang 7»/, Uhr. Goethe. Hasemann'S Töchter. Anfang?>/, Uhr. Lessing. Hans Huckebein. Anfang 7'/- Uhr. Neues. Pans altrui(Gnadenbrot). Anfang 7»/, Uhr. Residenz. Die vierte Dimension. Borher: Finale. Anfang 7»/, Uhr. Schiller. Ein Tropfen Gift. Ansang 8 Uhr. Unter den Linden. Die Groß- Herzogin von Gerolstein. Anfang 7'/- Uhr. Luisen. Hopfenrath's Erben. An- sang 8 Uhr. Thalia. Tohn-Bohu. Ans. 7»/, Uhr. Ostend. Klippen der Weltstadt. Anfang 7l,-z Uhr Central. Berliner Fahrten. Anfang ?>/, Uhr. Friedrich- WIlhelmftädtische«. Der Raub der Sabinerinnen, Anfang 8 Uhr. illexauderplatz. Im Sumpf. Auf. 8 Uhr. Reichshallen. Spezialitäten. An- sang 8 Uhr. Amcrira». Berlin, wie'S näht und trennt. Anfang 8 Uhr. Apollo. Spezialitäten. Ans. 7»/, Uhr. Feen-Palast. Spezialitäten._ Central-Theater Alte Jakobstr. 30. Direktion Richard Schnlia. Dienstag, de» 9. November 1807: Enill Tlionian a. G. Zum 67. Male: LeHinvn fsknisn. Burleske Ausstattungsposscunt Gesang und Tanz tu 6 Bilden» von Julius Freund und Wilhelm Mannstäd t. Musik von Jul. Einödshofcr. Aufang»/zS Uhr. Morgen»nd die folgenden Tage: Berliner Fahrten. (Wallner-Theater). Dteustag, abends 8 Uhr: Ein Tropfen Gift. Mittwoch, abends 8 Uhr, zum ersten Male: Wallenstein'K Tod. Donnerstag, abends 8 Uhr: Wallen- stein's Tod. Lnisen- Theater 34. Neichenbergerstraste 34. Abends 8 Uhr: Dopfenrlttjss Erben. BolkSstiick mit Gesang in 5 Aufzügen von Heinrich Willen. Musik von G. Michaelis. Mittwoch: IM« Itäuber. Bon Fr. v. Schiller. Direkte Verbindung mit bciu Theater; Elcltr. Bahn: Dönhofsplatz— Reichen- bergerstraße in 40 Minuten. GebfUllerHetTnfejlTz 1. Original-Budapester Possen- n. 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Dresdenerstr. 55. Dienstag, den 9. November 1897: Kolossaler Erfolg! Stürmischer Beifall! Zum 59. Male: Berlin wie's näht nnd trennt. Bollsstüik m. Gesangtn 2 Abth. v. L. Elp. Musik von M. Schmidt. Der Tran», von«ayrenth. Parod. Traumbild. Hugo Schulz als Seemann. Lina Stöeter Goltz, Soubrette. Vlmnh und Ernst Rebentisch als Zukuusts-Ehepaar. Paul Beudix. Humorist. Anfang der Vorstellungen: Sonntags?»/„ Wocheirtags 8 Uhr. Fassage-Fanoyticum. Wiener Tanz- und Operetten- Gesellschaft. B'/j— 10 Uhr. Ostend-Theater. Gr. Franlfurierflr. 182. Dir. E. Weist. Bon der Zensur verboten gewesen! Rllppen der Weltstadt. Schanspiel i» 4 Akte» von C. Pauli. Ansang 8 Uhr. Im Tunnel von 7 Uhr ab: Großes — Frei-Konzert.— Mittwoch: Am Altar. Donnerstag: Klippen der Weltstadt. Freitag: Am Altar. \n ■ Thalia- Theater. Dienstag, den 9. November 1897: Zum TS. Male: Hotel Tohu-Bohu. (Ii' Anbergs du Tohn-Bohn.) Vaudeville i» 3 Akten von Maurice Ordonucau. Deutsch von Viktor Leon. Musik von Viktor Roger. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Theater Im Welt-Reatanraut 97. D r e s d e n e r-T t r a st e S7. Novität! Täglich: Novität! O diese Radier i Poffeii- Burleske von O. R o e d e r. Das Damenregirnent. Operette von E l y.— Musik von Einödshofer. Anfang: Somitags 5 Uhr, Wochen- tags 7-/, Uhr. eickskallen- Theater. Leipzigerstrasse 77. Rrfolg; auf Krfolsr! Paxton's Galerie Paul Racker, der Gipsfigurenhändler. Die tollen Morlays! Mel. Robertl! ?Das flammende Räthsel? Ganz Berlin steht Kopf!! Anfang dos Konzerts T'/z Uhr, der Vorstellung 8 Uhr. Entree 5« Pfg. Freitag, den 12. November; Benefiz Blanchard, ISjahriges Jubiläum. Zum ersten Male: Sylvia, die moderne Sphinx; Atalante, der unsientbare Flug. Im Eeichshallen-Tunnel: iHllltär. John- Konzert in Uniform. Anfang 8 Uhr. Entree 20 Pf. Vaudeville Theater Grand-Hotel Alexanderplatz. Zum 4194. Male acht heute bei den 1. Orig. Bndapestern (Lautzky u. Spitzer) die Ml�Klabrias-Parthie-W« in Szene. Vorher: Hotel- Abenteuer u. das vorzügliche Spezialitäten-Programn». Mittwoch und Donnerstag Wiederholung der Klabrias Parthie. Freitag, den 12. November: Zum l. Male: Das Modell! Burleske mit Gesang»nd Tanz von Leonhard Haskel. Das Armband, Schwank»ach dem Französischen v. Malw. Milller. V. Noack's Theater Urnnncn-Stratizo 16. Heute, Dienstag, 9. November: offe mit Gesang in 3 Alten von Berg»». Jacobsohn. Nach der Vorstellung Tanzkränzchen. vegen Priviltfestlichkeit keine Korstellnug. vöhmizchesvranhaus Landsberger Allee. Heute, sowie jeden Dienstag: Stettinei' Sänger lMetzsel. Pielro. Britton, Steidl. Krone, Röhl, Schneider und Schräder.) Anfang 8 Uhr. Entree S« Pf. Vorverkaiif 4V Ps. (Siehe Plakaie.) Nenea Programm t Apollo-Theater. Friedrichstr.«18. Dlr.J. CilUck- Familie Kelsz. Mr. Rapoll. Carmen Faur. Kaufmann'« Kunst» Rad- fahrer-Troupe. Robert Steidl. ilSlie. Berthe Duchamp. Der KosmogTaf. Kassencrössnung: C'/j Uhr. Anfang 7»/, Uhr. 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IS. Ziehung d. 4. Klasse 197. Kgl. Prenss. Lotterie. � Ziehung vom 8. November 1897, nachmitlaa». Wut die Gewinne über«10 Mark find den detreffeudt» 'Nummern iu Parenthese beigefügt. (Ohne Gewahr.) 9 165[3000] 271 427 76 613 70 99 856 988 1 06« 229 f300) 73 871 88 400 30 41 81 85 600 84 651 717 88 971 8047 131 82 258 349[500] 564 806 34[500] 948»336 622 4343 491 521 64 6053 232 64 328 412 510 686 49 724«108 67 247[500] 370 520 40 730 84 827 981 95 '098 175 215 310 64 67 430 64) 674 786[1500] 884 966 81 o» 886 492 697 793 883 71 0131 232 61 312 43[1500] 4(9 513 65 1600) 92 605 722 843 99 1«136 54 209 356 64 560 652 79« 11006[1500] 249 st- 31 502 4 607 17 704[3000] 27 83 94 821[1500] 64 67 902 1*188 219 499 578 638 788 870 1 3051 223 lloOO] 47 70 70 444 682 876 963 1 4043 438[3001 86 604 31 828 38 915, 5049 122[1500] 381 62 484 583 «05 61 10122 63 1 7096 113 26 284 390 406 22 549 66 6 898 978 18003 6 53 144 267 311 37 62[1600] 426 63 715 870 1 0079 142 50 886 627 64 688 926 .»«212 96 479 638 45 48 601 86 728 68 836[600] 62 018«1116 421 60 86 560 62 664 907 79»*217 848 78 «41 58 67 735 76 838 919*»319 400 783 90*«120 263 364 444 46 96 811»5135 256[300] 349 96 422 625 «3 75, 88 828 86 947 88»«017 I5«0«1 178 265 88 312 «76 581 715 86[30001 871 76(30001 27388 622 636 75 98 815**246 53 481 765 803*»062[300] 59[1600] 164 446 882 9U ««916 71 771»1069 165 90 291 360 609 688 728 70 74 886 3*209 432[3000] 39 62 706 851 916 47 50 70 96 »8098 175 283 859 66 76 435 553 794 841 63»«002 89 164 284 647 695 786 813 907 29 65 85021 33 44 III 23 262 316 62 401 688 705 901»«136 206[15001 436 60 681 97 734 964»7024 166 378 79 11500] 604(6001 658 1500] 96 801 1800] 66 76 38077 127 367 441 665 743 905 »»105 44 617 92 18000196 714 919 40038 66[3000] 817 506 94 737 907«1163 78 410 601 657.866 965 4*226 636 610 718 829 �«OSO 134 -„ 44260 65 318 689 644 726 S77 45051 82 118 11500] 229 317 22 89 447 65 78[600] 563 725 48 928 48I61 858[300] 58 424 33 850 979------------ 244 467 821 827 939 ______,___ � 47070 83 109 4*012 71 143 304 421 541«4 62» 3?[30001 49«»166 3o« 73 460 ««048 78(1600) 289 84 339 444 79 806 924 5 1 381 471 538 84» 66 80 89 6*017 86 96 127 217 456 63 94 55995 747 848 59105 314 93(15001 803 81 919 60 77 •»4026 177 301 584 602 720[50Q1 43 816 28 73 81 924 54 «129 68 342 86 410 776 867»«074 206 507[1500] 941 «8 69 57148 204 307 60 417 82» 61 718 863 58011 68 200 498 512 762 874 980 5»071 99 178 266 678[1500! 643 760 99 928 ««024 87 124 99 34» 516 668 722 896 919«1257 94 97 363 95 670 916 27«*107 46 78(3001 312 61 488 757 «8 505 52 66«»249 60 564 73 604 901 1300]«4008 1 4 i f.co oq(tQi nxjmo i no r/>.t oao »_ AZA 13 95<»398[5001 626 807 941 82'«0058"«04«»3 .605.761 808»51 T1002 ".206 577 772 923 871 1300] 76 91 '•072 258 93 411 631 63...... 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