wir und öle Wahlen. Am 4. Mal wird«in n«uer Reichstag gewählt. Was sagen dt« Frauen der deutschen ArbeiterNasse dazu? Wie werden sie wählen? Werden sie all« al» vollbewußt« Staatsbürgerin handeln. d. h. werden sie dl« Parteien und ihr politische. Wirken während der vergangenen Jahr« obiek'io beurteilen? Oder werden sie, durch Verbitterung ungerecht gemacht, den Einflüsterungen, der extremen Agitatoren von recht» und links folgen? Da« alles find Fragen, die die politisch organisierten Frauen heut« bewegen. Die Sozialdemokratie hatte schon zur National- Versammlung nicht die Mehrheit erhalten, und aus dem Juni-Wahl- kämpf von 1920 zum ersten Reichstag der Republik am 6. Juni 1920 ging sie geschwächt hervor. Aber e» ist oft von ihr verlangt worden, daß sie soviel Einfluß auf die Gestaltung der Politik ausübe, als wenn sie dies« Mehrheit hätte. Und noch mehr. Sie sollt« auch oll« außenpolitischen und voltswirtschastllchen 5>emmiriss« überspringen und rein sozialistische Politik machen, ohne daß ihr die Wähler und Wählerinnen durch ihr« S'immabgab« die zahienmäßig« und moralische Kraft dazu gegeben hatten. Durch die Inflation wurden die Frauen in ganz besonderem Maße getroffen. Das wahnsinnige Tempo der Geldent- Wertung hielt sie in Atem, das tägliche Ansteigen der Lebensmittel- preis« stürzt« sie in tiefst« Rot und Verzweiflung. In dieser seeli- scheu Verfassung waren sie eine Beute der unvernünftigsten Argu- tnent«, mit denen die„Schuld der Sozialdemokratie' an diesen Zu- ständen bewiesen werden sollt«. Aber nicht die Tättgieit der Sozialdemokrott« in der Regie- rung trug die Schuld an dieser Entwicklung, sondern die A b l« h- nung aller sozialdemokratischen Anträge, die eine Hemmung dieser verhängnisvollen Entwicklung bezweckt«. Die bürgerlichen Parteien sahen in den Vorschlägen des damaligen Wirtschaftsministers Genossen Robert Schmidt die Durchführung des sozialistischen Wtrts«hoftsprogramms und lehnten all« dahin zielenden Anträge ab. So konnte es nicht ausbleiben, daß auch die Sozialpolitik des Reich.», die wie auch alle sozialen Einrichtungen abhängig ist von der GesamtwirtschaftÄlag« und von den politischen Machtverhält- Nissen, erschüttert wurde. Verständnislos stehen die lohnarbei- tenden Frauen ebenso wie die Ehefrauen vor der Herab- se'tzung der Löhn«, der Verlängerung der Arbeitszeit und der Beseitigung jede» sozialpolitischen Schutzes der Arbeitnehmer. Mit der Verschiebung der politischen und wirtschaftlichen Macht- Verhältnisse klaffen dt« Klassengegensätze sichtbar auf. Das sieht jede Arbeiterin. Rur dl« Schlußfolgerung, daß die Sozialdemokratie diese Ding« verschuldet habe, ist absolut falsch. Die Arbei'erschaft ist einfach momentan unterlegen in einem Kampf, in dem sie der schwächer« Teil war. Schon rüsten sich die Kräfte wieder, um Verlorene» neuzuerobern. Di« politisch kurzsichtigen Vertreter der bürgerlichen Klasse werden es einsehen lernen müssen, daß die deutsch« Arbeiterschaft sich auf die Dauer nicht knebeln läßt. Aber, so fragen dt« Frauen, sind wir nicht Schachfiguren aus dem Arheiismarkt? Werden un'er« Hände und Köpf« gebraucht, dann host man sich die arbeitswilligen und tüchtigen Frauen heran. Und sieltsam. dann wird viel weniger darüber diskutiert, ob die Frauen mehr oder minder tüchtig sind: wenn es nötig ist, stellt man einfach die Be'rieb« auf ihr« minder« Körperkrast um. Geht aber die Kon- junktur zurück, dann wird die Frag« der minderen Tüchtigkeit der Frau wieder diskutabel. Au» sozialen Gründen muh„abgebaut" werden, Doppelexistenzen können nicht gestattet werden. Es wird vorausgesetzt, daß Frauen und Mädchen Ernährer haben. Daß der Verlust der Arbeit für viel« materiell unerträglich ist, daß Unter- ernährung, seelische» und moralisches Versinken ins Elend, die Zu- nahm« der Prosti'utlon damit zusammenhängen, wird wenig ge- wertet. Da» junge Menschen, für die geregelt« Arbeit ein Er- ziehungsfaktor von größter Bedeutung ist. auf die schief« Bahn geraten, geht wenig beachtet nebenher, daß Arbeit und damit eine selbständig« Existenz für viel« Frauen einen Lebens- und Person- lichkeitswert darstellt, daß wirtschaft'iche Abhängigkeit oft genug mo- valisch deprimierend wirkt, wird fast gar nicht gewürdigt. Menschenwert und Persönlichkeit der Frauen sind Begriff«, die in der Gesetzgebung, im öffentlichen und sozialen Leben noch nicht voll zur Geltung kommen. Arbeitslosigkeit und schlechte Enttohnung zerstören das Familienleben. Was dabei zertre'en wird, ist oft genug die Frau als Persönlichkeit. Ihr bestes und schönstes Selbst kann sich nicht entwickeln, weil si« chre Mütterlichkeit nicht zur schönsten Blüte entfalten kann. Di« Ernährung und Pflege der Kinder leidet unter der Sorge um das Nötigste zum Leben, leidet unter der Eng« der häßlichen, ungenügend ausgestatteten Prot«. tarierwohntmgen. Daraus entsteht bei den Frauen, die noch nicht ganz stumpfsinnig find, das Grauen vor neuem Mutterwerden. Sie kommen zu Handlungen, die st« mit dem S'rasgesetzbuch in Konflikt bringen. Wird durch das Gesetz die Mutterschaft als staats- bürgert i'che Leistung anerkannt und materiell geschützt, nützt man damit auch der Entwicklung der weiblichen Persönlichkeit. Cr- hält die Frau dazu außerhalb der schutzbedürftigen Zeit des Kindes das Rechtauf Arbeit neben dem Mann, soweit sie davon Ge- brauch machen will, gibt das ihrer Persönlichkeit die An« erkennung. die eigentlich selbstverständlich sein sollt«. Dos über die Mutterschaft Gesagte gilt natürlich auch für die unverheiratete Mutter. Warum die Augen zumachen vor Tatsache», die einfach da- sind? Der Frauenüberschuß der Schicht zwischen 20 und 4S Jahren, die Unmöglichkeit für viel«, einen Hausstand zu gründen, wirkt aus «in« Vermehrung der unehelichen Geburten ein. Oft aber sind«» Frauen, die auf ihr« Schwester Schande häufen, oft sind es Arbeiterinnen. öfter noch weibliche Beamte und Angestellte, die den Grundsatz der doppelten Moral zur Durchführung bringen. Wie stark sich die Sozialdemokratie in der Bewertung der weiblichen Persönlichkeit von den anderen Parteien unterscheidet, ist daran zu erkennen, daß st« einen dauernden Kampf geführt hat für die Aenderung der ßfj 218 und 219 des Strafgesetzbuches, für eine Erleichterung der Ehescheidung, gegen die Eni- lasiung der Beamtinnen, dl« Mutter wurden, für die Reichs- w o ch« n h i l f e und ihr« Aufwertung, für die soziale Gleichstellung der außerhalb einer gesetzlich sanktionierten Che geborenen Kinder mit den anderen Selbstverständlich stehen auch die sozialdeinokratischen Frauen ihrer Partei und den männlichen Parteimitgliedern kritisch gegenüber. Dos hat seine Ursache in der Verschiedenar'igkeit des Denkens bei Mann und Frau. Auch die gleiche Weltanschauung kann diesen psychologischen Gegensatz nicht überbrücken. Das ein« aber wissen wir bestimmt: nur durch die Sozial de mokrati'e können die gerechten Forderungen der weiblichen Wählerinnen zur Geltung gebracht und verwirklicht worden. Daran mitzmrrbeiien, ist unsere Pflicht! � MarieIuchac». Frauen, iverbl för die Sozialdmolkaiie! Weckruf. 55on Klara Bohm-Schuch. So mild« schleich« der graue lag und schleichen alle lag«. Die Arettde schiäst. da» Leid ist wach, und wach find Jlol und Plage. Die Sorge geh« mit un» zur Ruh' und weckt uu» morgen» wieder. Sie winkt ob» noch im Traume zu und wirst na» enblich nieder. hohnlachend zwingt sie uns zur Arou. die wir zum Licht« streben. Elend ist uusrer Arbeit Loh» und unser ganze» Leben. werden, Mr schn»achten nach der Sonne Licht, wann wird da» HÄl un» Da» unsre Sklaveuketten bricht und uns erlöst aus Erden?... Ata» klagt ihr dumps und bang und schwer und klirrt mit«nrea llctfcn? Euch kommt kein heil vom Himmel her. ihr müht euch selbst errette». Nicht Sklave«ehr. new Menschen sein und frei zum Himmel schauen. 3&x alle lacht der Sonnenschein, stir alle blüh» die Aaenc Nur wollen mäht ihr. stolz nnd stark euch die Hände reichen. Einsehen müht ihr Mut und Mark und nicht vom psad« weiche». Erwacht au» eure» Elend» Not und brecht verein» die Setten. hier Hilst kein Himmel»nd kein Gott, ihr müh» euch selbst erretleui Machte nach! Ein schöne» Erlebnis war mir«in Frauenabend der Go» nofsinnen in Hamburg. Die Bühne des großen Saales km Gewert» schostshan» mar mit grünen Bäumen und der Tisch trotz der Jahreszeit mit ernem großen Blumenstrauß geschmückt. Saal und Galerien waren dicht besetzt von Frauen, vi« Einleitung sprach ein Genosse:„Wenn am heutigen Vvend zuerst em Mann»u Ihnen spricht, so Hot da» ein. tiescre Bedeutung. E» ist die Absicht, kund» zutun, daß in dem großen proletarischen Befreiungskampf Mann und Frau nebeneinanderstehen, daß ihr Leid«in gemeinsame» ist und daß eine besser« Zukunft gemeinsam erkämpft werden muß. Roch wichtiger als in« äußere formale Gleichberechtigung ist es, zwischen Mann und Frau die innere Gleichberechtigung herzusteilen. zu neuen Formen de» menschlichen Zusammenlebens zu kommen. wobei die grau die Gestaltende sein wird." Dr»i jugendliche Jiimländermnen gaben durch ihr« wunder» schöne Mustt dem Abend die rech:« Weih«, der außerdem durch Kinderiznzgntppen verschönt wurde. In dieser Stimmung war e» für die Redner« de. Abend» leicht, zu den Frauen über Staats» bürger»«nd Weltbürgerpflicht der Frauen, über die Pflicht der Ge. sellschaft gegenübi r der Frau und Mutter, über da» Grauen de» Krieges und den Willen der Sozialdemokratie zum Frieden zu sprechen. Die Bersommlung war ew unmdcrschöner Auftakt zur Wahl und das ist der Grund, weshalb wir darüber berichien. Mari« Jucharz. vom Zrauenstaat. Die werte eine» weiblichen Prosessor». Bon henni Lehmann. Unter den in der neugeschaffenen erziehungewlrtschastlichen Ab» teilung der Ienenser philosophischen Fakultät Ernannten befindet fich auch der erst« weiblich««r deutliche Professor Deutschlands. Dr. Mathilde Baerttng. Gegenüber den An» griffen auf ihr« Ernennung— unter den Angreifern steht der durch sein Berhakten gegen haeckel unrühmlichst bekannte Professor Plate an der Spitze— ist es von Interesse, die Richtung und Art ihrer wissenschaftlichen Arbeit kennen zu lernen. Es find Studien zur Psychologie, also Studien, die für alle Erziehung-- «rdelt besonder» wertvoll sind. Zwei umfassende Werke.Wahr» heit und Irrtum in der Veschlechterpsychologle"(Karlsruhe, G. Braun lS2Z) und ein etwas älteres»Die weibliche Eigen, ort im Männer st oat»nd die männliche Eigenart im Frauen- staat"(Karlsruhe, G. Braun I9A), von Mathilde Baerttng, heraus- gegeben in Gemeinschaft mit Dr. Mathias Baerttng, untersuchen die zwischen Mann und Frau angeblich oder tatsächlich vorhandenen Unterschied« in Anlage und Leistung. Schon aus dem Titel de» letztgenannten Buches geht heroor, haß Männer» und Frauenstaoten in dieser Richtung einer Prüfung unterzogen«erden. Wir sind in Europa seit erheblicher Zeit— «igentlich im Licht der gesamten modernen Entwicklung— so au». schlleßlich an die Form des Männerstaat«, gewähnt, daß un» das Vorhandensein von Irojienstaoten, aus da« in«nderer Form übrigen» auch Bebel hinweist, ganz in Vergessenheit geraten ist. Dr. M. Vaerting(Zusammenfassung der beiden Autorennamen) weist nun an Hand sehr umfangreicher Studien nach, daß bei zahlreichen Völkerschaften Frauenstaaten bestanden und zum Teil noch bestehen. Zu diesen Frouenstaaien gehörte z. B. auch da» alte Aegyp» t e n. und die Griechen stände», als sie zuerst nach Aegypten kamen. den dorttgen Berhültnissen in dieser Entwicklung völlig Verständnis» los gegenüber, da sie selbst von der Idee de» Männerstaate» aus» gingen. Die Entwicklung in allen Staaten mit weiblicher Dorherr» schast geht nämlich dahin, daß die Frauen die Arbeit übernehme», die Rechte erlangen, die Eigenschaften zeigen, die bei uns in de» Staaten mit männlicher Vorherrschast al» typisch männlich gelte», und daß umgekehrt die M ä n n e r in bezug aus Leistung und Eigen» ort den bei un» al».weib'ich" bezeichneten Typ zeigen. Die Männer oersorgen Hau» und Kinder, putzen sich gern, sind unselbständtz in Geschäften, in Geldsachen von der Fr«u abhängig usw. Die Frau dagegen geht außer dem Hause de? Erwerbstätig- k e i t nach, verwaltet das Vermögen, crdnet die Etaatsgeschäste, ja sie entwickelt sich sogar körperlich krästiger al» der Mann. Daran» zieht M. vaertign den Schluß, daß ursprünglich kein« Veranlagung»- unterschiede bestehen, daß sich aber bei einseitiger Vorherrschost eine» Geschlecht» bei jedem Geschlecht bestimmte Eigen schcsten entwickeln, andere verkümmern, so daß eine harmonisch« Ausbitdung beider Ge» schlechter nur In Staaten erfolgt, in denen beide gleichberechtigt find i» jeder Hinsicht. In dem neueren Werk werden dann die psychologischen Ursachen untersucht, die Fehlurteil« in der Gesch'echterpsychologi« ergeben, und e» wird da«in neuer Begriff angeführt, der der.Sexualkomponente". Ein Geschlecht hat über da» andere kein»oll objektive» Urteil, weil gewisse Gefühismomente sexueller Natur im Unterbewußtsein aus beiden Seiten mitschwingen, bei dem Urteilenden wie bei dem Be» urteilten. Daher erscheint z. B. die Frau dem Manne emottoneller als der ander« Mann, daher beurteilt der nämlich« Richter weiblich« Angeklagte, besonder» junge, anders als männliche usw. Besonder» wertvoll sind in diesem Zusammenhange auch die Unteriuchunqe» über«inaeschlechttiche Schule und oemeinsame Erziehlina. Auch hier kommt M. Vaerting zum Verwerfen jeder«ingeschlechtlichen Kultur. Die beiden Werk« sind fraglos hervorgegangen aus Problemen, welche die Frauenbewegung etwa seit Mitte des 19. Jahrhundert» beschäftigen. St ging ein Streit darum, ob Mann und Frau .gleichorttg" oder gleichwertig" seien. Di« Ergebnisse de« Baerttng. schen Buche» bilden gewissermaßen«inen Abschluß dieser Erörte- rungen. Geblieben Ist dem Buch aus jener Kampfzeit der Fronen- bewegung ein« gewisse Schärf« des Tons, die daraus deutet, daß Pro» sessor Mathilde Vaerting ein« Kampfesnatur ist. Sie wird da» in ihrer Stellung in Jena vielleicht gebrauchen können, nicht nur Professor Plate gegenüber.______ Aufstieg. Die Zeitung unserer österreichischen Genossinnen, die seit 1892 unter dem Namen»Arbe'terinnen-Ze tunq" bekannt war. er» scheint seit dem Z. März unter dem Titel.Die Frau". Di« Namens» Änderung gibt der Redokiton Gelegenheit zu einem kurzen Rückblick über die Entwicklung der Zeitung und damit der Frauenbewegung in vesterre'ch: .Der Aufstieg begann erst mit der freien politischen Frau-n» organisation, die fich 1907 aniängiich noch schüchtern zu entwickeln begann Die„Arbeiterinnen-Zeitung" wurde obligatorische» Organ sür die politisch organisierten Gencssinnen. Die Auflage stieg mit der Zunahm« der politisch organisierten Frauen. Bei Kriegsbeginn hatten wir 80 000 Leserinnen. 1919 beim Jnsleben» treten der gemeinsamen Organ sation 110 000 und 1920. noch Ab» trennung der Sudetentänder. b'ieben un» 70 000. Di« gemeinsame Organisation und das Frouenwahlrecht kam bei der.Arbeiterinnen-Zeitung" durch ein ständiges Wachsen zum Ausdruck. Im Sammer des Vorjahre« hatten wir eine Auflag« von 120 000, beim Parteitag im Navember soft 130 000, qeqenwärttg aber bettäqt unser« Auslog« 140000. Oft. var allem seit Bestand der politischen Frauenorqanisotion wurde der Wunsch geäubert, den Titel.Arbeiterinnrn-Zeitling' in einen ollqemeinen Frauenttt�l um. zuändern. Di« politische Organisation be'chränkt fich nicht aus Brbei. lerinnen im«ngnen Sinn«. Viele Frauen geistiger Be» rufe gehören zu uns. Frauen von Parteigenoflen. die ihren Haushoit führen, sind polittsch oroanisiert. Unter Arbeiterin ver» steht man aber vor allem die lohnarbeitende Frau...." internationaler Iravenkongreß. Bom 1. bis 8. Mai d. I. wird unter dem Motto.Für ein« neu« internattonale Ordnung�" der S. Snternotionol« Kongreß der In'ernationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit In Washingt m tagen. Daran schließt sich vom 10. Mnt ab eine Internationale Sommerschule in d:r Chitagoer Universität. Einzel- heilen durch da» Europäisch« Sekretariat, Gens, 0, Ru« du Vieus« College. In einem Ausruf der Frauenliga heißt es; .Frauen kämv'en für eine ne»« Ordnung auf Wvralt'ckem, poli» tischem und wirtschasttichcm Gebiete. Frauen glauben an «inen schöpferischen Willen zur Tat!— Der Will«, neue Gemeinschaft zwischen den Völkern zu schassen, ist heute led-nMger denn je, besonder» im weiblichen Geschlecht. Langsam vollziehen sich Wandlungen im Leben der Völker aber sie vollziehen sich. Es bandelt sich darum, an Stelle roher Gewalt die geistige Kraft aktiver, nicht pasfioer Gewaltlosigkeit zu setzen. Dazu will unser Kongreß in Washington beitragen!" Sriefe on die.Zrauenstimme' jaooeo fc.vuaiRx £icbe Deinen Nächsten i Lch sitz« in der Eisenbahn im Abteil Z. Klass«. Ein« jung« Mutter mit einem xut gepflegten und ebenso gut angezogenen Kind mir gegenüber Die Anwesenheit von Kindern läszt M>m!ch«n, di« der Znsall in der Eng« eines Eisenbahnabteils zujammensührt. schneller m» Gespräch kommen. U. a. erzählt die jung« Mutter:»Ach, um Lieider und Wäsche für die Klein« brauche ich mir»ein« kargen machen. Sie ist unsere Einzig« und für fi« sorgen zwei Großmütter und drei Tonten. Sie trägt nichts auf. es wird ihr alles zu klein. «eil sie zu viel hat.'.Und was tun S!« mit dem abgelegten Zeugt' —.Das packe ich in ei« List«, weil«nan doch nie wissen kann, in welche Lage s i» später kommt, wenn sie erwachsen ist.'—.Ach. und ich glaubte, Sie dachten vorsorglich on das zweite Kind?'— Ein überlegenes Lächeln der jungen Mutter war dl« Antwort. .Haben Cie schon einmeck auf die vielen Kinder geachtet, die jetzt so ungenügend mit Wäsche und Kleidung und Schuhen»ersehen sind? Wie dankbar wäre manches Kind und manch« Mutter für ein Kleid- che« oder Hemd.' Eine Antwort daraus srhklt ich nicht, der Zug hielt und der Augenblick des Aussteigen» war da. Jugenügerichtstag! Der kleine Artikel in Str. 2 der.Frauenwelt' wühlt« alle« in mir auf, was ich bei vielen Gerichtsverhandlungen erlebt«. Ein junger Mensch wird schuldig.— vorbestraft l— wofür? Dell«r Geld zu Zigaretten, z» Obst»der sonstigen Reimen Bedürf- »issen haben möchte, er begeht Diebstahl, um fich da» Rötig« zu ver» schassen, gewiß, es ist unrecht I Run kommt die Frage: Wer ist mm der Kch-iidiqe? Der betreffende junge Mensch oder jene, die eben diesen Menschen für pch arbeiten liehen, ohne ihm die Nezahlung zu leisten, welch« ihm dies« steinen Bedürfnisse zulassen würban? Müßt« nicht jedem klagenden Unternehmer erst mal die Frag« vorgelegt werden: wie hast du den, der doch auch dazu beiträgt, daß du ein menschenwürdiges Dasein führen kannst, für seine Leistungen bezahlt? Ich glaub«, mancher müßte stch schämen, die gering« Summ»»inzugestelien, und dann noch als Kläger dastehen zu wollenl Fragt ihn doch, wie er wohl selbst damit auskommen würde? Wie leid müssen uns die beiden in dem betreffenden Artikel angeführten jungen Menschen tun. welch« doch nur Opfer dieser Zeit sind, wäre es denn nicht mit einer Verwarnung getan gewesen? Die Geld- strafen bedeuten sür die armen Mütter nur immer größer« Rot und Entbehrung, ki« werden noch am härtesten bestraft. Aeheliche Gedanken werden gewiß auch all« Arbeitereltern er- stillen, möchten sie doch all« zusammenstehen, damit wir durch Eintg. reit und Geschlossenheit zur Besserung kommen. Fr. Schreyer. KinSerfteunöe. Auch ich freue mich— wie wohl jede klassenbewußt« Sozia- listin— über die neue Bereicherung unseres Parteibkaites durch die.Frauenstimme'. Ich möchte gern über ein persSnilches Erlebnis benchten. das w den Jjerzen der Genossinnen hoffentlich lebhosten Widerhall stnöet. Schon des öfteren halte ich in Parteioersammlungen etwa» über die.Arbeitsgemeinschaft prolerarischer Kinder. s r«„ n d«' gehört. Als nun aus dem letzten Zahlabend wiederum zur Beteiligung an der guten Sache aufgefordert wurde, beschloß ich. mich selbst davon zu überzeugen, was«igenttich daran sei. Ich macht« mich also auf den Wog in die mir nSchstgelegm Schule Neukölln», um die Kindersteunde bei ihrer Arbeit zu de- obachten. Di« Eindrücke, die ich von dort mitnahm, üdertrosen bei weiten, alle meine Erwartungen. Das war ein jubeln, ein jauchzen. ein fingen und springen und daneben ein«nfige« arbeiten, daß einem das Herz im Leibe lachte. Ach, wenn doch in allen unseren Schulen solch«in Frohsinn, solch«>« Arbeitsfreudigkeit herrschen würde. Um Mißoarstävdnisie zu vermeiden, sei darauf hingewiesen, daß die Tätigkeit der Kinderfreunde eine durchaus ehrenamtliche ist, sich auf die Zeit von etwa 3 bis 6 Uhr nachmittag» erstreckt und Kinder im Alter von 2 bis 14 Jahren umsaßt. Jede Art von Veranlagung und Jeteresten der kleineren und größeren Kinder kommt hier zu Ihrem Recht. Wahrhost liebevolle Hingabe und innige Teilnahm« der Kinderfreurad« an den Leiden und Freuden unsere»- Mädel»nb Buben bürgen dafür, daß kein» abseits steht und jedes sich als Glied einer Gemeinschaft fühlt. Schon nach wenigen Minuten drängt stch einem die flederzeuqung aus: hier ist keine Dressur, hier stehst du an der Quell« kindlichen Froh» pnns und kindliche? Unbefangenheit! Nach zwei Gesichtspunkten unterscheidet sich dt« überaus wichtig« Arbeit unserer Kinderfreunde von den üblichen Spie'en in der Schul«: I. die Kinderfreunde stehen nicht, wie es sonst wohl die Lehrer bzw. Lehrerinnen tun, abfeils und.bew fsichtigen' und.leiten' die Arbeiten und Spiele der Kinder, sondern sie werden selbst zu Kindern, und die Kinter sehen sie als ihr« F r e u n d« an. Wie ja denn auch der Gruß.Freundschaft" charakteristisch für das Berhältni, zwischen Helfern und Lindern ist. 2. Es geht alles ohne Zwang, ohne die althergebrachten Zuchtmittel vor sich. Freundschaftliche« Ermahnen wirkt hier mehr«'s der berüchtigte Stock in der Schule. Mau hört kein Schelten, lein Drohon. Es kostet den Helfern sichtlich Mühe, den Uebereifer zu dämpfen. Uebenall spürt man freudig« Arbeitslust und regen Wetteifer,«s den Emsigen(sieichzutun. Die Genossinnen mögen nun nicht geringschätzig die Achseln zucken und sogen:.Warum macht ihr solchen Ausheden» von den Befchäftigungsstunden einiger Kinder?' Mit Ber'aub:«» handelt stch nicht nur darum, di« Kinder zu beschäftigen, sondern vor allem, sie den Gefahren der Straße zu entziehen und erziehlich auf sie einzuwirken. Und«er die Jugend hat, hat die Zu. tunst. Di« Frücht« dieser Arbeit«erden nicht austreiben. Und noch eins: Westen Herz forgendekoöen ist und wer schier am Leben verzweifeln möchte, der gehe einmal unter unser« Jugend. Er wird wieder jung werden an Leib und Seele, er wird wieder da» Lachen ler»!en, wieder stoh unter Fröhlichen sein können. An alle aber, di« Kinder ihr eigen nennen, richte ich die dringende Bitte: Schickt Eure Kinder in bie Arbeits- und Spieistunden der .Arbeitsgemeinschaft proletarischer Kinderfreunde'. Nirgends sind ste bester ausgehoben chz dort. Ihr leistet in zweifacher Hinsicht gute Arbelt: nämlich an Euren eigenen Kind«« vnd an der Zu- kunp der Partei.__ Thekla D e s ch n« r. Was öer Mann nicht begreift. vus einem Kaffeekränzchen erlavschle Avssprüche. «r begreift es nicht, daß hin un» wieder di« Wohnung grün»« lich reingemacht werden muß und dadurch Unruhe ins Haus kommt. » Daß er es kund zu tun hat. wenn etwas an seiner Garderobe nicht in Ordnung ist. anstatt sich morgens beim Anziehen zu wundern. daß da» noch nicht gemacht Ist. * Daß Untertasten. Teller und Blumentöpfe»-ine Aschenbecher sind. Daß Kinder auch einmal Lärm machen wüsten. Daß die Frau den Gatten nicht gleichzeitig Sesektschast leisten und in der Küche Essen kochen kann. * Daß die Hausfrau auch das Recht hat, müde zu fein, und«n Ruheftündchen zu genießen. »* Und wann wird er es begreifen, daß seine Frau di« tüchtigst«, ardentlichste, sporsamste und liebenswürdigste aller Frauen ist! praktische winke Herrenwäsche glänzend zu plätten. Das Zaudermittel. der Wäsche besonderen Glanz zu verleihen, liegt in der Zubereitung der Stärke. Zwei Blatt weiße Gelatine werden mit einem hosetnuß- großen Stück Wachs in einem halben Liter dochenden Masters aus- gelöst. Dann quirlt man von einem halben Pfund guter Stärke einen Eßlöffel voll In wenig kaltem Master klar, übergießt dies mit der ersten kochenden Lösung und stellt die Mischung aus eine wann« Stelle der Kochmaschine Dann löst man den Rest der Stärke in einem halben Liter kalten Waller, aus. tut einen Haiben Liter kochen- des Waster unter ständigem Rühren hinzu und läßt die Masse auf dem Feuer dick werden. Ist da» geschehen, so mischt man di« erste Stärfelösunq mit der zweiten zusammen, doch darf ständiges- Rühren nicht unterbleiben, und stärkt die Wäsche in der noch heißen Flüssigkeit. Verwendung von Südfrüchten. Di« Dottel» und Feigen, die jetzt in solchen Mengen angeboten«erden, sind keineswegs nur als Schleckerei zu betrachien, fanden» als nahrhaft und die Verdauung anregend zu empfehlen. In Puddings. Auftäufe», Stallen, wo man Rosinen verwendet, können statt deren auch zerftückt« Feigen oder Da»«tu gegeben werden: fie schmecken vorzüglich und bieten eine »itKammen« Abwechselung. Gin Arüh'.ings geeicht ist Vleldegemüs«. Schon bald nach. dem das Erdeeich ausgeiaitt ist. kommen die jungen, graugrün aussehenden Pstänzchen zum Vorschein.— Man sucht die Meld« gut au», daß kein« anderen Kräuter daruaterkominen.»md schneidet alle» Erdig« ab. dann kocht man di« Melde in Salzwasser auf, hackt st« fein, richtet st» an und ichlägt,»venn man es hvt, ein frisches Setzei hinüber: Kartoffeln dazu. Sprottenbutler. Di« jetzt überall erhältlichen Sprotten«xrden vorsichtig enthäute» und von der Mittelgrät« gelöst. Dann zerdrückt und verrührt man die zarten Fischchen mit dem ihrer Meng« ent- sprechenden Quantum Lutte»/»der Margarine so lange, bis es ein« gltt zu streichend« Mäste gibt, der man»»och ein paar Tropfen Zitronen. last und ein paar Körnchen Pfeffer binzuftigen leim. Als Aufstrich auf Semmel scheiden schmeckt viere Sprottenbutter vorzügiich. Da»>i«ch« kann man mit Sarhelten, ober auch mit gewässer- tem. entgrätetem und sein gehacktem Hering machen. Milzsuppe. Um sie sparsam und dich schmackhaft herzustellen wird die Mi'z(wenn auch nur»in kleine» Stück zur Verfügung steht) fem geschabt, dann in on« Tasse mit kaltem Waster gut aufgerührt und»venn die Einbren« zur Suppe ausgekocht hat. daran geqosten. Aus diese Weil« bekov.'Nt die Suppe eine viel schöner« Farbe und schineckt stärker nach Mtlz. Mit Leber kann man zur Vereittmg einer Suppe ebenso verfahren. flüam und C?a. .Da ftitfl«in N«bel auf von der Erde und tränkt« den Bod«n. Und J«ho»a bilde!« den Mensch'n au» feuchtem Staube: und er blte» den Lebenshauch In feine Nas«. Und Iehooa sprach: e» Ist nicht gut, daß der Mensch allein fei; ein« Hilfe will ich machen ihm zur Seite. Und er lieh fallen auf den M«nsä;