Zrauenstimme I Nr.25�4,.?ahr'�I BdfagC ZUM UOtlüätfe|«. Dezember 1924 Der Sieg von Nach einem beispiellos heftigen Wahlkampf, in dem die Sozialdemokratie ganze Schlammfluten von Verleumdun- gen und Beschimpfungen abzuwehren hatte, ist unsere Partei mit einem Gewinn von 31 Mandaten und f a st zwei Millionen Stimmen aus dem Kampf hervorgegan- gen. Dieser Erfolg, den wir im Verlauf von 7 Monaten er» zielten, dürfte in der parlamentarischen Geschichte beispiellos dastehen. Er zeigt, daß sich in der Stimmung der proletari- schen Wählermassen ein grundlegender Wandel vollzogen hat und daß unsere Partei, ungeachtet der heftigen Anfeindun» gen von rechts und links, in einer schnellen Auswärts- b e lv e g u n g begriffen ist. Wir buchen den Erfolg vom 7. Dezember mit einem Gefühl der Freude und Genugtuung. All die vielen Tausende von Parteigenossen. Frauen und Männer, die zähe und aus- opfernde Wahlarbeit geleistet haben, teilen diese Empfin- düngen. Und doch bieten die Ergebnisse des 7. Dezember keinen Anlaß zur ungemischten Freude. Unsere Partei Hot zwar einen starken Erfolg davongetragen und geht als die einige Siegerin aus diesem Wahlkampf hervor. Sie hat es aber doch in der kurzen Zeit seit den letzten Wahlen nicht zuwege bringen können, die Mauer der Reaktion endgültig zu zertrünmiern. Trotz der beispiellosen Proltttuierung der Deutschnationalen im Reichstage, die es jedem vatbwegs an» ständigen Menschen hätte verbieten müssen, dieser Partei der personifizierten Charakterlosigkeit die Stimme zu geben, ist sie dennoch in der gleichen Stärke wie früher aus den Wahlen hervorgegangen. Allerdings ist diese Tatsache in erster Linie dein. Umstände zuzuschreiben, daß etwa eine Million Stim- men. die die Völkischen verloren, den Deutschnationalen zu- gefallen sein dürften.(Insgesamt weist die Summe der Stimmen, die für die Deutschnationalen und die Völkischen zu- samn'.en abgegeben wurden, gegenüber dem t. Mai einen Rückgang von 600 OOO Stimmen auf.) Es ist aber den- noch bezeichnend für die politische Rückständigkeit des deutschen Volkes, daß selbst das schändliche Schacheraeschäft der Deutsch- nationalen am 29. August fast spurlos an jenen Schichten vor- übergegangen ist, die aus ihrer rein gefühlsmäßigen Ein- stellung heraus sich zum Stimmvieh für die deutschnationalen Monarchisten herabgewürdigt haben. Dieselbe rein gefühlsmäßige' Einstellung sehen wir bei jenen Arbeiterschichten, die kommunistisch gewählt haben. Allerdings ist die Zahl der kommunistischen Wähler um eine Million und die ihrer Mandate um 17 zurückgegangen. In einer Reihe von Bezirken ist die Kommunistische Partei zur völligen Bedeutungslosigkeit herabgesunken und von der Ar- beiterschaft völlig im Stich gelassen worden. Aber es gibt dennoch eine Reihe von Bezirken— darunter auch Berlin— in denen sich die Kommunisten fast in ihrer alten Stärke de- hauptet haben. Wir können diese Erscheinung nicht anders erklären, als daß auch diese Wählerscyichten sich nicht von politischer Erkenntnis und wohlerwogenen fach- lichen Gründen, sondern von rein gefühlsmäßigen Regungen, die durch die demagogische Agitation der kom- munistischen Presse noch verstärkt wurden, haben leiten lassen. Denn wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß die Kommunisten nicht fähig sind, Arbeiterinteressen zu vertreten und den Anforderungen der politischen Situation gerecht zu werden, so ist er durch ihre Haltung im Reichstage und ihre /ta die 1 7. Dezember. schmähliche Wahlagitation, die jeder Beschreibung spottete, er- bracht worden. Eine Partei, die nicht nur im Reichstag offen mit den Deutschnationalen und Völkischen zusammenging, sondern sich noch später vielfach brüstete, daß sie die Steig- bügelhalterin der Reaktion sei, eine Partei also, die vollkommen bewußt Arbeiterverrat übt und die schlimmsten Feinde der Arbeiterklasse unterstützt, hat von Rechts wegen jeden Anspruch verscherzt, als Arbeiter- partei zu gelten. Und jede Stimme, die für sie abgegeben ist, bedeutet nichts anderes als eine Schrvächung und Schädigung der gesamten Arbeiterbewegung. Diese Tatsache tritt mit besonderer Deutlichkeit zutage, wenn man dieGesamtergebnissederRcichstags- wählen und die Aussichten einer neuen Regierungsbildung prüft. Trotz des enornren Erfolges unserer Partei und der Stärkung der gesamten republikanischen Linken erheben die Deutschnationalen erneut Anspruch auf maßgebenden politi- schen Einfluß und suchen nach wie vor die Bildung eines Bllrgerblockes in die Wege zu leiten. Sie können dies nur.weilsievonvornhereinaufdie still- schweigende Unter st tttzung der Kommunisten rechnen dürfen. Würden diese wirklich« Arbeiter- Politik treiben, so würden die deutschnationalen Man- archisten und Putschisten niemals auf die Bildung eines neuen Bürgerblockes spekulieren können. Wie die Dinge aber heute liegen, scheiden die 43 kommunistischen Abgeordneten automatisch aus der Linken aus. Und die drei Millionen Wähler und Wählerinnen, die ihnen, in gutem Glauben an ihre revo- lutionäre Mission, ihre Stimmen gegeben haben, erweisen sich, ob sie sich dessen bewußt sind oder nicht, als die Bundes- genossen der D e u t s ch n a t i o n a l e n, die den Bürger- block wollen, weil sie mit dessen Hilfe die Ausbeutung der Arbeiterklasse und die Auswucherung der breiten Massen der Verbraucher durchzusetzen hoffen. Die geschilderten Schwierigkeiten sind geeignet, die Freude zu trüben, die der Wahlausfall vom 7. Dezember uns bereitet hat. Aber wir würden keine Sozialisten sein, wenn wir an- gesichts dieser Schwierigkeiten auch nur einen Augenblick in unserer zähen, zielbewußten Arbeit innehalten würden. Wir wissen, daß der geistige Gesundungsprozeß unseres Volkes ebenso wie der Konsol-dierungsprozeß der Arbeiterbewegung nicht nur Monate, sondern Jahre erfordert, und daß dieser Prozeß sich erst in seinen Anfängen befindet. Es gilt deshalb. unverdrossen und unermüdlich die Arbeit fortzusetzen, die wir im Bewußtfein der Richtigkeit unserer Anschauungen begonnen haben. Es gilt, an die Stelle der gefühlsmäßigen Einstellung, der sich insbesondere Frauen hinzugeben pslegen, klare politische Erkenntnis zu setzen, die allein imstande ist, die gemaltigen sozialen Probleme zu lösen, die auf dem Boden der gesundenden Wirtschaft in Angriff genommen werden müssen. Diese Arbeit wird uns in den Stand setzen, auch jene proletarischen Elemente zu gewinnen, die heute noch nickt zu uns gehören, die aber zu dem festgefügten Block der sozialdemokratischen Arbeiterpartei kommen müssen, wenn sie auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete ihre Interessen wie die Interessen der gesamten deutschen Arbeiterklasse wahr- Nehmen wollen. Im Hinblick auf dieses Ziel heißt es für alle tätigen und zielbewlißten Elemente heute mehr denn je? Arbeit! Irauen in Üen Parlamenten. Der neue Reichst� wird unter 131 Vertretern der Sczialdemo- krnti'e wahrscheinlich 16 Frauen zählen und zwar die folgenden: Klara Bohm-Schuch*, Berlin, Marie 3 u ch a c z Potsdam I, Marie A n s o r g e, Schlesien-Breslau, Anna Nemitz Schlesien-Liegnitz, Marie Arning, Magdeburg Anhalt, Mathilde Wurm*, Thüringen, Luise Schröder» Schleswig-Holsiein, Elise Bartels». Südhannooer, Berta Schulz, Westfsalen-Süd, Luise S ch i f s g e n s, Köln-Aachen, Lore Agnes», Düsieldorf-Ost, Antonie Pfülf», Nirderbayern-Oberpsalz, Toni Sender». Drcsden-Bautzen, Margarete Stegmann», Leipzig, Minna Schilling, Leipzig, 3ahanna Reitze», chamburg. Gewählt wurden 17 Frauen. Genossin Ryneck, die schon der Nationalversammlung und dem ersten Reichstag der Republik.an- gehörte, war bei der Wahl am 4. Mai unteriegm. Diesmal wird sie, nachdem der Wahlkreis Potsdam I sie auch in den Preußischen Lairdtag gewählt hat, ihr« parlamentarische Tätigkeit dort ausüben. Die Sozialdemokratie konnte nach der Wahl am 4. Mai im Gegensatz zu den bürgerlichen Parteien für sich buchen, datz die Zahl der gewählten Frauen im DrrhäKnis zur Fraktionsstärke die gleiche war wie vorher, wenn wir auch das Ausscheiden einiger be- währter Genossinnen bedauern mutzten. Einige der bei der Wahl am 4. Mai nicht gewählten Genossinnen kommen jetzt zurück, zwei neugewählte können wir ebenfalls in unseren Reihen begrüßen: Marie Arning, im Kreise Magdeburg gewählt, war einige Zeit Parteisekretärin am Niederrhein. Sie hat diesen Platz vor zlrka zwei Jahren mit einer gleichen Stellung in ihrem jetzigen Bezirk vertauscht, wo sie als Leiterin der Frauenbewegung und der Ar- beiterwohlsohrt ein dankbares Arbeitsfeld hat.— Luise Schiffgens, im Kreise Köln-Aachen an 2. Stelle gewählt, ist kein Neuling im Parlament. Sie gehörte seit 1920 dem Preußischen Landtag an. Der Kreis Köln-Aachen hatte, nachdem bei der Reichstagswahl die Partei den der Genossin Elisabeth Röhl zugefallenen dritten Platz auf der Liste nicht behaupten konnte, zwei Frauen in den Preußi- schen Landtag geschickt. Genossin Sch.sfgens, deren Wirkungskreis für die Partei sich oo-mehmlich in ihrem Wohnbezirk Aachen-Stadt und Land abspielte, hat die Folgen der Ruhrpolitik bitter spüren müssen, sie gehörte sehr bald zu den Ausgewiesenen.— Die nächste Anwartschaft auf der Reichsliste hätte Genossin Adele Schreiber» Krieger, die dem Reichstag 1920/23 angehörte. 3hr war das Wahlglück leider nicht hold. Neben den 11 Genossinnen, die dem kurzlebigen letzten Reichs- tag angehörten und die alle wiedergekommen sind, begrüßen wir in den Genossinnen Marie A n s o r g«° Schlesien, Berta Schulz- cherne/Wlstsaicii und Minna Schilling- Sachsen drei alte Be- kannte, die durch den Wahlausfall vom 4. Mai nur eine unfrei- willige Ruhepause erhalten hatten. Für den Preußischen Landtag sind 16 Frauen gewählt, und zwar die folgenden: Toni Wohlgemuth, Ostpreußen, Gertrud Hanna, Berlin, Elsriede Ryneck, Potsdam I, Luise Köhler, Potsdam II, Elfe Höfs, Pommern, Hildegard Wegscheidter-Ziegler, Schlcs.-Lie>znitz, Minna Vollmann, Magdeburg, Toni Jensen. Schleswig-Holstein, Alwine Wellmann, Weser-Ems, Frau Kröger, Ost-Honnvver. Rosa Helfer, Süd-Hannover, Anna Oventrop, Westfalen-Süd, Lina E g e, Hessen-Rafsau, Elisabeth Kirschmann-Röhl, Köw-Aacheu, Sophie Ehrist mann, Düsseldorf Ost, Marie Knnert. Laudesliste. Ren im Landmz snicht im Parlainerrt) ist die Genossin Ryned— Alwin« W c l Im a n n, jetzt wieder in ihrer Heimat Osnabrück uirig, lernten wir als Mitarbriterin in den Buchhandlung Vorwärts kennen. In ihrem öfsentlichen Wirken hat sie sich besvn- dcrs der pazifistischen Bewegung zugewandr. » Die Genossinnen, die dem letzten Reichstag angehörten, find mit einem Eiern bezeichnet. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß bei den schon vor einiger Zeit statigefundenen Wahlen in Anhalt unter 26 Ab- geordneten nur eine Frau gewählt worden ist, und zwar unsere Genossin Anna Fiedler: die bürgerlichen Parteien haben keine Frau gestellt. In den Hessischen Landtag ist wieder die Genoisin Margarete Steinhäuser- Odenbach gewählt worden. Daß die Sozialdemokratie den Frauen die Möglichkeit gibt, sich ihren Platz im politischen Leben zu erobern, sehen wir z. B. daran, daß der Bezirk Schleswig-Holstein Luis« S ch r ö d e r'an die Spitze der Reichstagsliste gestellt hat, zeigt ebenso der Bezirk Magde bürg, wo Spitzenkandidat der Landtagsliste Genossin Minna 58 ollmann ist. Niederbayern hacke nur schwache Aussicht aus ein Mandat, ge- wählt ist dort als Spitzenkandidatin die Genossin P f ü l s. Dresden- Bautzen schickt 6 Abgeordnete, zwei Frauen an 2. und 6. Stelle sind gewählt. An 2. und 3. Stell« stehen die meisten der übrigen gewähl- ten Frauen in Preußen und im Reich. Nun erhebt sich die Frage, wird es den gewählten Frauen möglich sein, in diesem Reichstag und in diesem Landtag ein be« friedigendes Arbeitsfeld zu finden? Werden die politischen Konflikt« und ZMfen es den Frauen und mit ihnen sehr vielen iNännern, die nicht in der sogenannten großen Politik, in dauernden Unterhand- lungcn bei außen- und innenpolitischen Krisen ihre Neigung für die öffentliche Arbeil ausleben können, möglich fein, gegenüber dem starken bürgerlichen Willen das große Gebiet der sozialen Potilik mit ihren Ideen zu befruchten? Daß das einer sozialistischen Partei möglich ist, auch wenn sie sich in der Minderheit befindet, wenn nur der zielbewußt« Will«, svzialistisches Wissen und Können vorhanden sind, hat die lvergangenheit. bis in di« Zeit Bismarcks zurück, be- wiesen. Die Sozialdemokratie hat in der Gegenwart noch viel zu er. reichen: gerecht« Ausgestaltung der Sozialgesetz- gebung für Alte. Invalide. Kriegsteilnehmer, Witwer und Waisen und vor allem für die Mütter und die Jugend des Voltes, eine Reform unserer Rechts- und Strasrechtspflcge, eine Umgestaltung des bürgerlichen Rechts. Das ist eine Politik auf lange Sicht Soweit wir Heu:« das Ziel dieses Programms sehen, ist es nicht in Tagen, Wochen und Monaten zu erreichen. Wir müssen uns auf ein« zähe Arbeit von Jahren einstellen.!Wenn wir nun dieses heut« sichtbare Ziel als Lebende noch erreichen, dann ist es not- wendige die öffentliche Meinung zu gewinnen für alles, was dahin führt, die Wählerschaft zum geistigen Mit-eh n zu bewegen, unsere Partei groß und stark zu machen. Sczinldemokratische'Werbearbeit tKjrf sich nicht auf di« 5Wah!zeit beschränken. Ob die kommend« Zeit die ruhige und stetige Arbeit in der ge- zeigten Rich.ung ohne Unterbrechung zuläßt, ist nach dem Ausfall der Wahl nicht wahrscheinlich. Eins aber zeigt uns das Wahlergebnis deutlich: Die Sozialdemokratie ist die Partei, di« die aus der Niederung aufsteigende Arbeiterklasse auf die Höhen politischer lherrschast und sozialer Kultur führen kann und wird. Das muß auch den Frauen Mut und Kraft zur Weiterarbeit geben. die Wahlen in flmerika. Gewählte grauen. Im Staate Wisconsin wurden in dos islariament auch drei Frauen gewählt Es ist dies das crstemal in der Geschichte dieses Staates. Auch in das Parlament des Staates Nebraska sind drei Frauen gewählt worden und in das'Parlament von New Jersey eine Frau. In zwei Staaten wurden Frauen zum Gouverneur gewählt, und zwar ist Frau Miriam Ferguson Gouverneur ocn Texas, Frau Nelli T. R o ß Gouverneur von Wyoming. Beide gehören der Demokralilchm Partei an. In New Park wurde Frau Flvrenc« Knapp zur Staats- srkretärin perählr._ Marx über Erziehung. Wir betrachten die T c n d e n z der modernen Industrie, Kinder und junge Personen beiderlei Geschlechts zur Mit- Wirkung an dem Werke der gesellschaftlichen Pro- d u k t l v n heranzuziehen, als eine forffchriltliche, heilsame und be- rechtigie Tendenz, obgleich die Art und Weise, auf welche diese Ten« denz ir- irr der Kapitalherrschast verwirklicht wird, eine abscheu» liche ist. In ein i rationellen Zustand der Gesellschaft sollt« jedes Kind, ahn« Unterschied, vom neunten Jahre an«in produt- tioer Arbeiter werden: ebenso wie keine erwachsene Person von dem allgemeinen Gesetz der Natur ausgenommen fein sollte, nämlich zu arbeiten, um imstande zu sein, zu essen und zu arbeilen, nicht blotz mit dem Gehirn, sondern auch mir den Händen. (Aus der Resolution über die Kinderarbeit, Genf, 1866.) Mütter und Kinöer. Cs ist doch«in Eicnd mit uns Menschen. Täglich sprechen wir von L�ebe und Gemeinschaft und täglich beleidigen wir auf Wegen. Stegen und Treppen irgendeinen Mitmenschen.— Warum beleid gen wir don anderen? Meist aus Gedankenlosigkeit! Wir waren unfroh. »md weil wir uns über die Ursachen einer belanglosen Kleinigkeit ärgerten, verschärften wir seine W rtunq und schimpften über die urwüchsige Lebenskrast eines Kindts. Ja, ihr Mütter, und in gar vielen Fällen war es euer eigenes Kird, baß sich in seiner natür- liehen Lcbensregung mit irgendeinen« Gegenstand betätigte, d'n es nicht haben sollte.-- Und nun schimpft und bele digt die Mutter ihr eigenes K:nd. Sie selbst hatte doch den Eegcnslond s 0 hingelegt, daß ihn die chände des Kinb's erfassen konnten. Das Kind versteht das Derbot nock nicht, kann die Gefahr, die mit dem betreffenden Ding verbunden ist, nach nicht erkennen oder gor ermessen. Und dennoch schimpfst und beleidigst du Mutter dein Kind. Mußt du so tun? Mußt du durch dein Beispiel und dein Vorbild deine Kinder schon in frühester Jugend an ungerechte Behandlung, an geschimpst und bele'digt werden gewöhnen urd es selbst da.m erziehen? Warum tötet auf diese Weile eine Mutter das seelische Empfinden ihres Kind s? Die rohe, brutale Macht des Stärkeren ist der Feind der Menschheit. Und im Lebenskampf spüren wir dies« Mechtroheit ja täglich. Warum sind nun wir Eltern oftmals selbst diese brutale Macht unseren Kindern gegenüber? Wo liegt der Sinn unseres Kampfes gegm die Machtgewa't des Stärkeren im Existenzkampf? Wenn wir selbst im engen Familienkreis mich so brutal handeln? Schon manche Mutter sagte mir, als ich eines ihrer Kinder zu mir nahm:„To, mit dem verfluchten Bengcl werden Sie ihren. Aenger haben, er ist zu Haus nur durch Prügel zu bändigen."— Und wenn die sechs Wochen vergangen waren, konnte i ch der Mutter sagen:„Ihr Junge ist'o ein feiner Kerl, daß es mir sehr leid tut. ihn wieder hengeb-n m müssen."— Und wenn ihr Mütter fragt, wie das denn möglich Ist, dann kann ich euch nur sagen, baß wir init schimpfen und verbieten kein K nd bekehren können, was es wn darf und was nich. Wenn wir miteinander für soziale Gerechtigkeit kämpfen, dürft ihr in eurem täglichen Leben mit- und untereinander nicht antlfozial handeln. Warum gebärt ihr Kinder wenn ihr sie selbst schon von der Wiege an ungerecht behandelt? Welcher Macht dient ihr damit, daß ihr unter euch im keinen Kreis Krieg rührt, und der Stärkers den Schwächeren körperl ch und seelisch mißhandelt?— Krieg dem Kriege ist die Losung aller Mütter!— Und damit wollen wir nicht nur dem Belke nkrieg den Boden abgraben, sandcrir vor allem auch bei uns selbst beginnen, indem wir unsere Kin er im Sinn« wahrer, sozialer Freiheit und Gerechtigkeit erziehen. Ja, es ist schon so, wir müssen mit allem, was wir erstreben, bei uns selbst beginnen mit dem Beredelungsprozeß. Und wenn wir Recht, Freiheit und Einigkeit erkämpfen, erringen wollen, dann müssen auch wir Mütter daran mithelfen, unseren Kindern es vorzuleben. Friede! Schneider. Scherz unü Srnst cm Wer hat nun Recht? Wir erhalten falgende lauuia« Zuschrift, die wir gerne wiedergeben: Liebe„Frauenstimme"! In Ihrer letzten Rummer vom 26. No- vember 1924 las ich unter„Scherz und Ernst" von der späten Er- schafstmg des Weibes und der Antwort des kleinen Bayern:„Weils eahm(nämlich dem lieben Gott! sunst allweil dreing'redt Hütt."— Da ich mich auch zu die'em„allrveii dreinredenden* Geschlecht auf dar Erde zähle, ging es mir durch den Koos was ick wohl als kleines ostpreußisches Mädel dem Lehrer auf feine Frage geantwortet hätte. Ich möchte es Ihnen mitteilen:„Weil Gott am Adam erst mal probieren wollte, damit die Eva besser wird als der Adam." Ich glaube, alle mein- Mitschwestern bätien ebenso ge° antwortet. Kür unsere Kinder Unser Lettcken. Sankt Peter, der Hüter vom Himmelshaus, Rief all die kleinen Englein heraus� Er strich seinen langen weißen Bart Und sprach in seiner brummigen Art: „Wollt ihr nichts tun, ihr Faulpelze ihr? Das Weihnachlssest steht vor der Tür; Die Menschen schmücken schon Bäume aus,— Und ihr sitzt noch gemütlich zu Haus! Die Sterne schimmern ganz matt und krank; Nehmt jeder ein Wölkchen und putzt sie hübsch blankl* Und die Engelein schweben aus leichten Sohlen Und tun, was der alte Sankt Peter besohlen: Ein jedes nimmt sich«in Wölkchen her Und putzt leinen Stern die Kreuz und die Quer.— Bloß e i n kleines Englein, recht ungeschickt, Das hat beim Putzen sich umgeblickt: Da war ein kleiner Komet zu sehn Mit einem Schwänzchen ganz wunderschönl Und als es den so staunend betrachtet, Hat es nicht aus sein kleines Sternchen geachtet. Ein Ruck und ein Schrri, o was für ein Schreck! Das klein« Sternchen ist plötzlich weg, Ist zwischen den andern Sternchen allen Geradewegs auf die Erde gefallen!——— Auf Erden da stand in einem Haus Ein Bettchen, das sah so niedlich aus, Das war so zierlich, so weiß und sein! Und in das fiel unser Sternchen hinein!!! Und hatte mit einmal, das kleine Süßchen, Zwei Augen, zwei Ohren, zwei Händchen, zwei Füßchen Und auch«in Mäulchen, so zierlich klein, Mit dem konnte es recht kräftig schrein! Und alle Menschen standen stumm In Andacht um dos Bettchen herum Und großes Staunen war in allen, Was da so plötzlich vom Himmel gefallen!— Dann nahmen'? die Eltern in treue Hut Und nährten es und pflegten«s gut Und küßten es auf sein rosiges Mimdchen, Unsere kleine Lott, unser Sternenkindchen! e« vie Siebsafthläfer. Es waren einmal drei Siebenschläfer, die schliesen sieben Jahre, ohne aufzuwachen, und deshalb nannte man sie Sieben- schläfcr. Als nun sieben Jahre um waren, wachte der erste auf, r eb sich die Augen einmal, gähnte arg und sagte:„Es brüllt ein Ochs!" Dann streckte er sich wieder hin und schlief weiter. Als nun abermals sieben Jahre um waren, da wachte der andere auf, rieb sich die Augen, gähnte ebenso und sagte:„Nein, es war eine Kühl" Dann streckte er sich wieder hn und schlief weiter. Als nun wiederum sieben Jahre um waren, da wachte der dritte auf, rieb sich die Augen, gähnte gerade so wie die beiden andere- und sagte: f.Was Ochs, was Kuh!" Laßt einen doch nur schlafen, Man kommt ja nicht zur Ruh! Das waren die Siebenschläfer, und wenn sie nicht inzwischen aus- gewacht sind, dann schlafen sie wohl heute noch. Rätselecke. Umwandlung. Tadel, Salat, Mais, Edwin, Red«. Lager, Orkan, Ocl, Rolle, Trab, Rot, Made, Nelke, Unrat, Atem, Reime, Litanei, Bresche, Armut. Abest Natter. Diese Wörter suche man durch Umstellen ihrer Buchstaben in andere bekannte Wörter zu verwandeln, richtig gefunden, nennen uns'dann deren?lnfan.gsbuchs!aben, der Reihe nach gelesen, einen beachtenswerten Spruch. Silbenrätsel. a. bel, bun, dan, der, der, drtch, e, en, qer. i, in, ka,!o, lei, lek, lett. fing, mei, mit, nach, nai. n«, nie, ö, reich, ren, ja, schal, fi, ster, tag, tät, the. tri, tri.-ig, zi, zo. Aus diesen SRben bilde man 14 Wörter fr lg ender Bedeutung: 1. Ostsee-Handelsstadt, 2. Inf iarurpe im Atlant fchen Ozean, 2. Rahrflöte. 4. Lehrstuhl, 6. Nebenfluß der Aller, 6. Larve des Maikäfers, 7. Federbettüberzug, 8. Teil Oesterr icks. 9. Biblischer Berg. 19. Altrömrscher Brikssührer, 11. Bern ei'ikraft, 12. Mord» instrument, 13. Mädchenname, 14. Tagesz-eit. Die Anfangsbuchstaben dieser SHorter von oben nach unten und die Endtmäntaben in umgekehrter Reihenfolge erMen.> euren ums wt, beherzigenswerten Spruch._.> ZKagisches Quadrat. d. e, e. e,«, t.-, i, i m. m, in, m. n, r v. Aus diesen Bu chstaben bilde man vier Wörter zu je vier Buch» staben, die. von oben nach unten und v».i links nach rechts gelesen, nacstföehen-de Bedeutung haben: 1. Stadt in Oesterreich. 2. Infekt, 8. Mädchennarne. 4. schlecht« Eigenschaft. Auslösung der Rälses aus voriger Rümmer: 1. Mach:. Pacht, Nacht, Wacht, Jacht. 2. Kiefer. 3. Hammer, Jammer, Kamm--- Ammer. m j- {fi die ffmtt U t9t Hose mit Leibdien« 4. 4-6, 6-« U 296 Jadtenanzug<6-«, 8-10, 10-12, U 302 foppenanzug(6-8, 8-10, 10-12, [ahre> 12-14 Jahre 14-16 Jahre) LYON-SCHNITTMUSTER ZU ALLEN HIER WIEDERGEOEBENEN MODELLEN Große Schnitte 90 PF., Blusen, Röcke, Kinderkleidung 60 Pf. DURCH DIE PARTE1BUCHHANDLUNO AM ORTE ODER DEN VERLAG DER„FRAUENWELT" J. H.W.DIETZ NACHF, BERLIN SW68, LINDENSTRASSE Z AUS DER MODENSCHAU DER„FRAUENWELT'' J 8354 Gabardinekleid mit Kreppeinsatz T 395 Mantelkleid, auch für ältere Dame» T 269 Sdiliditer Tudunantel J 8518 Jackenkleid yß3f€ J 8346 «(W £.3303 L 3903 Rode mit Faltenteilen