Frauenstimme j Nr.z+ 42.?ahrg�I'BCllüQC zum VOttOfttfa| S.Zebruar lyäs' wuroiiiiW'�Bwawg�iWWiiiiiuiiCT'aitiMwaw�iiuiJMwapMHiaityur� Der neue Strafgesetzentwurf. Was geht die Arbeiterfrau das Strafgesetzbuch an? Drücken sie nicht wichtigere Sorgen? Ist das Straf» gefetz nicht nur für Verbrecher da? Oder doch... § 2181 Der Abtreibungsparagraph! Wenn nur er « l l e I n da wäre, dieser unsittliche, grausame und unnü�e Paragraph, der so viel Elend über die Frauen bringt. Es ist aber nicht allein dieser Paragraph. Sehen wir uns einmal den neuen Entwurf zum Strafgesetzbuch an. Merkt man ihm �icht den Makel seiner Entstehung auf den ersten Blick an? Än der Zeitspanne zwischen den Wahlen am 7. Dezember und dem Zustandekommen der reaktionären Regierung hat diese Fehlgeburt das Licht der Welt erblickt. Kein Abtreibungs» mittel hat für eine rechtzeitige Vernichtung dieser Frucht kranker Erzeuger gesorgt. Bei der schweren Zangengeburt hat das Kind nickt unbedeutend« Schädigungen davongetragen. Wie sollte es sonst möglich sein, daß der neue Entwurf an s o vielem achtlos vorübergegangen ist, was schon seit Jahr und Tag fester Besitz der Wissenschast und der Praxis geworden ist? Der§ 218 ersteht von neuem als§ 228. Nach wie vor bedroht er mit Gefängnis diejenigen Frauen, die aus Pflicht traut sind, sollen ihre kritischen Bemerkungen einsenden.. Die Maffen des Volkes dürsen aber nicht schweigend zusehen, wie für sie n e u e F c s s e l n geschmiedet werden. Justus. Zürsorge für gefähröete Zrauen. Von Louise Schröder. Das Altonacr Pflegeamt hat in diesen Tagen seinen Berich! für das Jahr 1924 herausgegeben und damit neue interessante An- gaben über die zum Zwecke der körperlichen und moralischen Ge- sundung unseres Volkes geleistete Arbeit zur Aerössentlichung ge- bracht, die gerade für die arbeitenden Volksschichten von großer Bedeutung sind. Mancher Leser wird fragen: Was ist ein Pflegeamt? Und I» der Tat erleben es die in dem Amt tätigen Personen immer wieder, daß Männer oder Frauen, von falschen Voraussetzungen ausgehend, zu ihnen kommen und andere den Weg zu ihnen nicht linden. Die Pflegeamtsbewegung ist noch neueren Datums und sie schließt in sich die Fürsorge für Frauen und Mädchen, die in sut- licher Hinsicht gestrauchelt oder gefährdet sind. Bei dem Altonacr Amt kommt dazu noch die Fürsorge für kriminell gefährdete Frauen, und es hat sich immer wieder gezeigt, daß sittlich schwache Frauen meist auch in krimineller Hinsicht sehr leicht den Halt verlieren. Diese Arbeit bedingt von vornherein ein enges Zusammenarbeiten mit der Polizei, und so hat die ursprüngliche Erkenntnis der Not- wendigkeit weiblicher sürsorgerischer Tätigkeit auf diesem Gebiete auch dazu geführt, Frauen als Polizeisllrsorgerinnen einzustellen. Erst im Jahre 1917 wurde als erstes selbständiges Amt in Deutschland dos Altmraer Pflegeamt geschaffen; ihm folgten in den verschiedenen Teilen Deutschlands weitere Aemter. und heute haben wir in unserer Provinz neben dem Altonaer Pflegeamt das Pflegeamt Flensburg und in Kiel eine Fürsorgerin beim Polizeipräsidium. Welches sind die Aufgaben des Pflegeamts? ?n erster Linie hat es zweierlei Ausgaben zu ersüllen, die Hand m Hand gehen müssen, nämlich einmal der furchtbaren Verseuchung unseres Volkes mit Geschlechtskrankheiten entgegenzuwirken, indem es zusammen mit der Sittenpolizei und mit den Acrzten für recht- zeitige Untersuchung und Behandlung geschlechtskranker Frauen und Mädchen und durch eine Jahre umfassende nochgehende Fürsorge für regelmäßige Wiederholungen der nötige» Kuren und ständige Nach- Untersuchungen sorgt. Dazu kommt als zweites die ebenso wichtige Albeit, moralisch schwachen Menschen Halt zn bieten und zu ver- suchen, Frauen und Mädchen, die durch Arbeitslosigkeit, durch Ver- anlagung oder durch ungenügende Erziehung im Elternhaus voni geraden Wege abgeglitten sind, die Rückkehr in ein Leben der Arbeit zu ermöglichen. Welche Arbeitsleistung hierfür nötig ist, das zeigt der Altonacr Bericht. In 2292 Fällen war ei» Eingreifen des Amts nötig. Zu diesem Zweck wurde» die Sprechstiinde» von 5054 Personen aufgesucht; 1106 Hausbesuche in den verschiedenen Familien und Woh- »ungen waren erforderlich; 750 Besuche In de» vorhandenen Krankenhäusern wurden gemacht. Außer den von der Sittenpolizei angeordneten Untersuchungen wurden vom Pflegeamt 180 Unter- luchungen veranlaßt. Diese und das seit Jahre» beobachtete strikte Innehalten von Nachuntersuchungen und Wicderholungskuren biachte mit«In zahlenmäßiges Zurückgehen der ins Krankenhaus eingelieserten geschlechtskranken Frauen. Schwieriger als diese Tätigkeit aber ist die sittlich« und moralisch« Heilung. Hierzu sagt der Bericht: „Die Festmark hatte dem Zustande ein Ende gemacht, daß in immer wachsendem Maße die Mädchen ein Opfer der Verführung von finanziell starken Ausländern wurden, und manches von ihnen hatte jetzt den Wunsch, in ein geordnetes Leben der Arbeit zurück- zukehre». Diesen Weg selbst zu finden, waren die meisten zu fchn-och: fie biauchle,' wieder seelischen Halt und wirtschastnche Hilfe, und hier zeigte sich im letzten Jahre die Bedeutung des Amtes in der Hilfe bei der Beschassung vcn Arbeitsmöglichkeiten." Aber nun. komme» die Schwierigkeiten, die den engen Zusam- mcnhang der wirtsck)aftllchen Verhältnisse, der sozialen Notstände mit d«r stttlichen Verwahrlosung aufzeigen, und zwar sind dies vor allen Dingen Arbeitslosigkeit. Zahlung geringer Löhne, Mangel an Zimmern sür alleinstehende Frauen und die unerhört en Zimmermieten. Während die. Mädchen in den Fabrt- 16 bis.18, oft nur 12 M. verdienen, sollen sie 5 bis S, oft 10 M. die Woche stir ein Zimmer zahlen I Nur durch ein enges Zusammenarbeiten zwischen dem Altonaer und dein Mecklenburgischen Pslegeaint ist es möglich gewesen, die Mud- chen wenigstens im Sommer in.Arbeit zu bringen»nd es ergibt sich dann, wie auch in Schleswig-Holstein. daß ein engeres Zusammen- Wirken der städtischen und der ländlichen Fürsorge angestrebt wer- den muß Wenn aus dem Bericht hervorgeht, daß trotz dieser Lchwierigkeiten in fast einem Viertel aller Fälle geordnete Verhält- »isse wieder geschassen werden tonnten, dann ist dieser Erfolg sicher Dicht zu unterschätzen. Daß aber auch bei den Frauen»nd Müd- chrn, bei denen ein unmittelbarer Ersatz nicht zu verzeichnen war, die Arbeit nicht ganz umsonst ist, zeigt die Tatsache, daß sie ost nach Hahren noch von selbst den Weg ins Amt finden, um sich helfen Mütter, die Erinnerung wachzuhalten, aui daß sie»Ns immer als Warnung voranleuchten möge und als Ansporn zu tatkräftiger Förderung einer dauernde» Völkerverständigung. Vereinfachung öes Haushalts. In Zeitungen und Zeitschriften finden sich häufig Bericht« über die einfache und leichte Art der Haushaltführung, die in AFierika «llgemein üblich ist. Wohldurchdachte Arbeitsmethoden zweck- i naßig eingerichtete kleine Wohnungen ermöglichen es der ameri- konischen Hausfrau, ihre Hausarbeit auf wenige Stunden tödlich zusammenzudrängen, so daß ihr daneben noch genügend freie Zeit zur Pflege ihrer geistigen Interessen bleibt. Frauenorganisationen und ernste Frauenzeitungen fördern die Bemühungen der Ameri- kanerinnen, sich von überflüssiger Hausarbeit möglichst zu befreien. Ueber ernsthaste Bestrebungen gleicher Art wird aus Frank- reich berichtet. Dort war bereits lange vor dem Krieg der Ein- kauf halbfertiger zubereiteter Epeisen(geputzte und gekochte Ge- müse usw.) viel allgemeiner gebräuchlich als in Deutschland. Be- strebungen zu einer methodischen Umgestaltung des Haushaltes, ähnlich wie in Amerika, haben sich jedoch erst in den letzten Jahren Geltung verschafft. 1922 wurde eine Haussrauenorganisation(Jnsti- tut d'Draanisation Mönagere) gegründet, die Propaganda macht für die Umgestaltung des Haushaltes nach amerikanischem Vorbild. Die Organisation gibt seit 1923 auch eine eigene Monatsschrift heraus. Im Sommer 1924 wurde auf einem Kongreß für wissen- schastliche Arbeitsorganisation, der in Paris tagte, neben Referaten über die Gestaltung der Arbeit in verschiedenen Fabriken auch ein Vortrag über Frauenarbeit im Haushalt gehalten. Eine lebhafte Diskussion, auf dem Kongreß sowohl wie in der Presse, schloß sich an dieses Referat an. In A u st r a l i e n, das bei der Berücksichtigung von Frauen- forderungen schon seit Jahrzehnten mit an erster Stelle steht, ist das Interesse für die Vereinfachung des Haushalts besonders lebendig durch praktische und propagandistische Arbeit einer Architektin in Sidney. Wien, die sozialistische Mustergemcinde, hat bei dem Neubau von Wohnungen den Mietern verschiedener Häuserblocks ganz moderne Dampfwäschereien mit elektrisch betriebenen Wasch- inaschinen, Schlciidermaschinen, Trockenanlagen und Rollen zur Ver- sügung gestellt. Die Monatswäsche von vier Personen kann dort an an einem halben Tage gewaschen, gerollt und gebügelt werden. Aehnliche Einrichtungen finden sich in England häusig. Wie steht es in Deutschland? Wir finden hier Bestre- Hungen zur Vereinfachung der Hausarbeit, die zum Teil bereits Jahrzehnte zurückliegen. Unsere Genossinnen L i l i Braun und Henriette Fürth haben, vornehmlich aus dem Gedanken her- aus, daß die berufstätige Frau von dem Uebermah an Hausarbeit befreit werden muß, eine lebhafte Propaganda zur Umgestaltung des Haushaltes entsaltet. Lili Braun wirkte in erster Linie für die Errichtung von Einkiichcnhäusern, Henriette Fürth für die Abwäl- zung vieler Hausarbeiten auf genossenschastlich betriebene Einrich- tungen. 1929 erschien die deutsche Uebersetzung eines Buches der Ame- rikauerin Christine Frederick„Die rationelle Haushalt- sührung*(Verlag Springer, Berlin). Es beschränkt sich auf den Vorschlag, die Grundsätze wissenschaftlicher Betriebssührung aus den heutigen Haushalt zu übertragen, ohne an seiner Form viel zu ändern. Das Buch ist ungemein anregend und enthält vieles, was jede Hausfrau leicht in der Praxis verwirklichen kann. Ein Geleit- wort der Genossin Adele Schreiber, das an der Spitze der deutschen Ausgabe steht, dokumentiert auch hier wieder das beson- dere Interesse sozialistischer Frauen an diesen Fragen. In dem in Berlin bestehenden„Verein für gemeinnützige Einküchenwirtschast" sind ebenfalls einige bekannte Genossinnen tätig. Die Ungunst der Inflatiousjahrc hat aber offenbar die Tätig- keit' dieses Vereins ziemlich gelähmt. In den letzten Iahren kamen Anregungen zur Vereinsachung der Wohlving und damit zur Erleichterung der Hausarbelt Haupt- sächlich von künstlerischer Seite. Hier wirkt besonders eindrucksvoll das den Frauen gewidmete Buch des Architekten Bruno Taut „Die neue Wohmiiig"(Verlag Klinckhardt und Blermann, Leipzig 1924), das vor der Anschaffung von Möbeln von jedem Arbeiter- paar gelesen werden sollte. Eine interessante Ausgestaltung ähnlicher Gedanken ist das Beispielhaus des Staatlichen Bauhauses in Weimar. Neuerdings beginnen die Haussrauenoerbände ihre Ausmerk- somkeit der Vereinfachung des Haushaltes zuzuwenden. Der Mangel an Hauspersonal vnd die hohen Löhne der Aufwartefrauen zwingen viele Frauen de» Bürgertums ihre ganz« Hausarbeit oder doch einen größeren Teil als früher selbst zu besprgen. Ihr Wunsch, sich von einer» Teil dieser Lasten zu befreien, findet In den Bestrebungen der Haussrauenoerbände.Ausdruck. In den Reihen der s o z i o l i st I s ck e n Frauen mußt« offen- bor in letzter Zeit das Interesse an solchen Bestrebungen zurück« treten vor dringenden politischen Ausgaben. Gerode die erwerb»« tätigen Frauen, die sich vornehmlich um die Sozialdemokratie scharen, bedürsen aber dringend der Erleichterung in der Erfüllung ihrer hauswirtschaftlichen Pflichten. Diese Erleichterungen hängen zu einem großen Teil ob von dem zweckmäßigen Bau der Woh- nungen und von ihrer vernünftigen Einrichtung. In Deutschland müssen In den kommenden Jahren Wohnungen gebaut werden. Der Wohnungsbau wird hauptsächlich in den Händen der Gemeinden liegen. Warten die Arbeiterfrauen tatenlos diesen Wohnungsbau ab, dann werden auch die Gemeinden nicht viel anders bauen wie früher die-privaten Bauunternehmer: Kmntortable Wohnungen ent- sprechend dem neuesteir Stand der Technik und der Hygiene für die Wohlhabenden, die ibre Hausarbeit' ans Hausangestellte abwälzen können. Die Arbeiterfrau aber, die am Abend abgehetzt au- der Fabrik kommt, findet ihr„häusliches Glück' umschlossen von vier kahlen Mauern, die zwar Schutz gegen Wind und Wetter gewähren, die aber der Hausfrau die Arbeit nicht so erleichtern, wie das heut- zutage möglich und in größeren Wohnungen bereits durchgeführt ist. Hier werden die Frauen unserer Partei mit ihren Forderungen einsetzen müssen. Von der Energie, mit der sie dafür eintreten, wird das Aussehen unserer zukünftigen Wohnungen abhänge». Aus Jahr- zehnte hinaus wird damit bestimmt werden können, wie viel Zeit und Kraft den Arbeiterfrauen bleibt für ihre Weiterbildung und für politisches Wirken im Interesse des Proletariats. A. G. Haushaltsausstellung in Wien. Aus Wien wird uns geschrieben: Hier findet im Mai in Verbindung mit einer großen H y g i e n e a u s st e l l u n g eine zweite Ausstellung„Der neue Haushalt" statt. Sie soll endlich zum erstenmal in Europa die Frage aufrollen, wie wir unseren konservativen Haushalt, der in unserer modernen Zeit immer noch nach den Methoden der Ur- grojjmütter geführt wird, so ausgestalten können, daß wir mit dem geringsten Maß an Geld, Zeit und Arbeit die Befriedigung aller Be- dürsnisse der Haushaltsmitglieder erzielen können. Die'Ausstellung soll zeigen, wie es anders, besser, zweckmäßiger gemacht werden kann. Deshalb soll sie vor allem eine große Erziehungsaufgabe haben, die die Frauen selbst mit den Frauen und für die Frauen lösen wollen. In lebendiger, anschaulicher Art soll gezeigt werden, wie bis jetzt Im Haushalt gearbeitet wurde, und wie wir arbeiten könN- ten, wenn Technik und Fortschritt, Betriebslehre und Chemie endlich in die Hauswirtschaft Eingang finden würden. Die Hausfrauen selbst sollen ihre Ersahrungen, ihre Betriebstechnik, chre vraktifchen Erfahrungen im Dienste der Ausstellung verwenden und die wertvollsten von ihnen sollen prämiiert werden, damit der Ehrgeiz geweckt und dem Haushalt dasselbe Studium zugewendet wird, wie der Fabrik. Denn nur wenn zielbewußt gearbeitet wird» hat die Arbeit sozialen Wert. Diese soziale Wertsicigerung der hauswirtschaftlichen Arbeit soll von dieser Ausstellung ausgehen. Die veranstaltenden Frauenorganisationen Oesterreichs, darunter die Sozialdeniokratinnen, hoffen, daß Industrie und Gewerbe, Hand- wert und Handel, die großen Wirtschaftsorganisationen, Sicdlungs- genosienschasten und Konsumvereine, Kreditgenossenschaften und andere Wirtschaftsorganisationen bestrebt sein werden, dem Ziel dieser Ausstellung zu dienen. Es kann dadurch ein neues Arbeits- selb für die gesmnte Wirtschaft gewonnen werden. Die Erfindungen, die verbesserten Einrichtungen, die Verwendung von arbeitsparenden Maschinen, Feuerungsmethoden, Handwerkzeüg aller Art, können neue Arbeitsgelegenheiten schassen. Die neuen Wohn- und Sledlungsmethodcn, wenn sie auch nicht von allen Frauen ver- wendet werden können und vielleicht viele niemals in solchen mo- dernen Räumen wohnen werden, sollen der Volksgemeinschaft als Ziel und Aufgabe gezeigt werden. AU« diese Aufgaben sind Aufgaben der Hygiene, der Volks» gesundheit, der Volksentwicklung und deshalb sollen die beiden Ausstellungen zusammen arbeiten und gemeinsam dem einen großen Ziel dienen, wie wir die Gesanitheit unseres Volkes glücklicher und leistungsfähiger werden lassen. heimarbeitausstellung ln Serlin. Im Mai wird in Berlin eine Heimarbeitausstellung veranstaltet, zu der von den Gewerkschaften das Material beschafft wird. Di« Leitung der Ausstellung wird in den Händen der„Gesellschaft für sozial« Reform" liegen. Die unter gleichen Voraussetzungen zustande gekommene Hciniarbeitausstellung von 1996 und die Ausstellung von 1998 tn Frankfurt am Main wurden zu einem lauten Appell an da» öffentliche Gewissen. Die propagandistische Wirkung dieser Aus» stellungen mar außerordentlich stark, setzte sich aber nur zum gering- sten Teil in wirksame Bekämpfung der Heimarbeiternot um. Erst ganz langsam, und vor allem nach der Verstärkung des Elnslusi«» der Sozialdemokratie und der Gewerkschasten haben sich die Ver- hältnisse der Heimarbeiterinnen gebessert. Elendsbilder, wie sie jedem Besucher der früheren Ausstellungen noch vor Augen stehen, werden sich bei der diesjährigen Ausstellung hoffentlich nicht entrollen lasten, wenn freilich auch gerade die in der Heimarbeit tätigen, schlecht organisierten Frauen unter besonders ungünstigen Arbeitsbedingun- gen zu leiden hoben. Hewerksthastliche Irauenzeitung. Es geht wieder aufwärtst Die„Gewerkschaftliche F r o u e n z e i t u ii g" des ADGB., die Im Oktober 1923, wie so manch« andere Gewerkschastszeitung, der Jnslation zum Opfer siel, erscheint seit Beginn dieses Jahres wieder. Die Zeitung hat in den neun Jahren ihres Bestehens sicher viel beigetragen zur Schulung der gewerkschaftlich organisierten Frauen, die zu einem großen Teil auch Mitglied unserer Panel sind. Wir freuen ims des neuen Mitstreiter» und wünjchen seinem Wirken weitere Ersolge. Not. All«xr girrend Herzeleid tut lange nicht so weh, wie Winlerkält? im dünnen Kleid, die bloßen Füße im Schnee. All eure romantische Seelennot schafft nicht so herbe Pein, wie ohne Dach und ohne Brot sich betten auf einen Stein. Scherz unü Ernst da C h r i st e n. Tiervalula. Auf dem Kriniinalgericht, Abteilung für Beleidl- gungssachen, geben sich Piefke und Strobel ein unerfreuliches Stell- vichein. Die eindringlichen Bemühungen des Vorsitzenden, den Fall gütlich zu schlichten, scheitern an Picskes Hartnäckigkeit.»Wenn der Mann wirklich in der Erregung Asse zu Ihnen gesagt hat, setzt aber sein Unrecht einsieht und Abbitie leistet, sollten Sie doch auch die Hand zur Versöhnung reichen," sagt der Richter zu ihm.„Re, det kann ick»ich, Herr Rat," erwiderte Piefke,»den Assen würde ick mir schließlich noch einstecken, aber det Kamel kann ick nich uff mir sitzen lassen." Uadio. Minkepinte hat sich einen Radioapparat angeschasst. Gleich der erste Abend war ein Erlebnis. Minkepinke hat sich sterb- lich in eine Unbekannte verliebt. Jeden Abend horcht er jetzt, aber die junge Frau mit dem verbotenen Sender kommt nicht wieder. Minkepinke läßt also folgende Annonce los:»Jen« junge Frau, die Donnerstag, abends 7 Uhr. zu ihrer Zofe sagte:.Sie Gansl", noch den Nebengeräuschen zu schließen Witwe und Mutter von zwei reizenden Kindern, wird um Lebensgeräusch aus Welle 400 gebeten I" Kinderrache. Unter uns wohnt ein kleines Schwabenbllble. Der Knirps kommt öfter zu uns heraus, um mit unseren Jungen zu spielen.— Einmal mußte ich ihn ordentlich auszanken, weil er unartig war. Schwer gekränkt marschiert er zur Türe hinaus, steckt aber gleich darauf den Kops noch einmal herein und ruft: Wascht'» ong'hört, daß t dir net.Adie" g'sagt hab'l" Der kleine Fritz. Vater und Mutter machen einen Ausflug mit ihrem kleinen Buben Fritz. Die Estern geraten über irgend- eine Kleinigkeit in Wut und beschimpfen sich mit bösen Worten. Da fegt der kleine Fritz:„Jetzt dürft ihr aber wirtlich nicht ver> gessen,' daß wir aus einer Vergnügungsfahrt find." m m m §ur unsere Kinöer m m M Die Hosentasche. Wollt ihr wissen, warum zerrissen immer die Hosenlasche von unseren Jungen? Dann seht euch bloß mal an, Was solche Tasche alles bergen kann von einem Zknirps vielleicht von sieben.. ... Ein Stück Brot, vom Frühstück übrig geblieben mit Margarine, eine vertrocknete Rosine, die liebevoll einen Nagel umsängt. der an einem Stück Strippe sich aufgehängt. Ein Kotapust mit drei Schleudersteinen. Knetgumml, vermählt mit dem Futterlelnen der Hosentasche, und hingerissen drei Briefmarken, die weither sein müssen, sich an ein Stummelchen Licht anschmiegen... Ein Tintenwischer, zwei tote Fliegen. ein Splitter Holz, ein Fctzer Papier, ein Bauklotz... Murmeln, drei oder vier, ein Bleistift, natürlich ohne Spitze, die rote Troddel von einer Mütze, eln bunter Scherben von einer Flasche? o Mütter, Väter... die Hosentasche von euern Buben ist unergründlich, aufgeblasen und doch nicht empfindlich... selbst halbgelutschte Bonbons sind drin. ein bißchen Sand, eln Soldat aus Zinn, ein buntes Blatt aus dem Bilderbuch, es ist alles da..., nur kein Taschentuch! C. Stramm. Der hahn und öer Zuchs. Nordisches Volksmärchen. Es war einmal ein Hahn, der stand auf einem Misthaufen und krähte und schlug mit den Flügeln. Da kam der Fuchs herbei. „Guten Tag." sagte der Fuchs.„Ich habe wohl gehört, daß du gut kräher kannst: aber kannst du auch auf etneni Bein stehen und dabei krähen und schlafen, wie dein Vater dos konnte?" sagte Reineke Fuchs..., „O ja. das kann ich alles sehr gut," krähte der Hahn. Er stellte sich aus ein Bein, ober er schlummerte nur mit einem Auge: und als er dos getan hatte, warf er sich in die Brust und schlug mit den Flügeln, wie wenn er qroßes geleistet hätte. „Das war sehr schön, ja, es war fast ebenso schön, wie wenn der Pfarrer in der Kirche predigt," sagte der Fuchs.„Aber kannst du auch auf einem Bein stehen und krähen und mit beiden Augen schlafen? Das kannst du wohl doch nicht," sagt« Reineke Fuchs.„Ja, ja, dein Vater, das war ein Staatshabn." sänke er. „O ja. das kann Ich auch," sagte der Hahn und stellte sich auf ein Bein und machte beide Augen zul Aber hast du nicht gesehen, 5el der Fuchs über ihn her, packte Ihn im Nacken und warf ihn stch der den Rücken, daß der Hahn noch nicht einmal fertig gekräht haste, als es auch schon dem Walde zuging, so schnell den Fuchs seine Beine trugen. Als sie eln« alte Tanne mit tief herabhängenden Zweigen erreicht hatten, warf Reineke der Hahn auf den Rücken, setzt« ihm den Fuß aus die Brust, und wollte sich eben einen Leckerbissen her» auebeißen. „Du bist nicht so gottessürchtig, wie dein Baier war," sagte der Hahn,„der bekreuzt« sich rmd betete immer vor dem Essen." Aber Reineke wollte gottessürchtig sein,— ja, warum auch nlchtl — Er ließ den Hohn los und wollte die Pfoten über der Brust kreuzen und beten. Aber wipl flog der Hahn auf den Baum hinauf. „Deshalb entgehst du mir doch nicht," sagte Reineke Fuch» im Stillen. Er ging kort und kam mit ein paar 5)obelspänen zurück? der Hahn guckte und guckte, was denn da» fein könnte. „Was hast du denn da?", fragte er. „O, das find Briefe, die ich vom Papst in Rom erhalten habe." sagte der Fuchs.„Willst du mir nicht helfen, sie zu lesen, denn ich felbst bin des Lesens unkundig." „Ich würde es sehr gerne tun. aber gerade jetzt wage ich es nicht, denn dort kommt ein Jäger. Ich sitze hier hinter dem Stamm und ich sehe ihn. ich sehe ihn!" Als der Fuchs den Hahn vom Jäger reden hörte, nahm er Reißaus und lies davon so schnell er konnte. Diesmal hatte der Hahn den Fuchs überlistet! Rätsel-Ecke. Verwandlungs-Rätfel. Sonja. Run«. Augen. Feile, Donner, Tadel, Edwin, Abel, Emmi, Rhin, Rebe. Die Buchstoben dieser Wörter sind so umzustellen, daß st« neue Wörter bilden, deren Anfangsbuchstaben hintereinander gelesen dann eine feierttche Begebenheit im Leben der Jugend nennen. Magische» Quadrat. Aus diesen Buchstaben bilde man vier Wöner, die. von oben nach uulen und von links nach rechls gelesen, nachstehende Bedeutung haben: 1. Körperteil 2. Biblische Person S. Flechlwerk 4. Mädchenname Diamant-Rätsel. Die Buchstaben sind so zu ordnen, daß die Mittelsenkrecht« eine fruchtbare Gegend Deutschland« nennt. Die Wagerechten be» zeichnen: 1. Mitlaut, 2. Alles Maß. S Blüten» stand, 4. Meer, b. Beförderungsmittel, S. Sehenswerter Punkt im Harz. 7. Männer» name, 8. Getränk, v. Selbstlaut. A AAR B DDDD E E K R R E E GHIKELLLM NNNOOOO »RS 8 S TT ü ü Lösungen aus voriger Nummer: Verschiebe-Rätsel. BRAHE» BPRV X GBRETT AUGS BURG WIND M ü K HLE IS K AEL T 0 M A T K A B A EICHEN EI DE0H8E PRO BK ZEIT STELLINGEN HALLE Zusammeuseh-Aufgabe. Mund— Raub— Tier Grund— Ei«— Bär Rohr— Post— Amt Wand— Ahr— Feder Arm— Band— Wurm Ur— Laub— Holz Stadt— 3 Im— Athen Bann•- fiteis— Arzt