ittt.ii+42.yat>tfmii Beilage zum Vorwärks I 28. Mal 1925> Sollen wir nock Wenn man noch einen Beweis für die konsumentenseind» liche Politik der gegenwärtigen Regierung brauchte, so wäre er durch den Zolltarifentwurf, der jetzt dem Reichs» tag zugegangen ist, erbracht. Und wenn man von Regierung?» Vertretern Logik erwarten dürfte, so hätte der Ernährungs- minister, Graf K a n i tz, seine Rede im Reichstag nur mit der Aufforderung schließen können, die landwirtfchafttichen Zölle, die seine eigene Vorlage einführen will, abzulehnen. Aber Logik sckeint nicht seine starke Seite zu sein. In den ersten Sätzen seiner Rede hieß es:„Weite Teile der Bevölke- rung sind noch nicht imstande, dieselben Aufwendungen für ihr« Ernährung zu machen wie in der Vorkriegszeit. Der Brotverbrauch steht noch nicht auf voller Friedenshöh« und wird zum Teil durch einen verstärkten Kartoffelkonfum ersetzt. Speisungen für Kinder und Minderbemittelte müssen fortge- setzt werden." Und aus dieser Verminderung des Brower» brauchs, mit dem ein Sinken des Konsums an Fleisch, Eiern, Milch und sogar an Kartoffeln Hand in Hand geht, glaubt er die Rotwendigkeit von Zollen, die ganz selbstverständlich eine weitere und nicht unerhebliche Verteuerung der für die Massen wichtigsten Lebensmittel zur Folge haben werden, be» gründen zu sollen! Oder wollte der Minister etwa sagen: die Massen der Minderbemittelten sind zwar schlecht ernährt, noch schlechter als vor dem Kriege, weil sie mit Ihrem Arbeitslohn nicht die gleich« Meng« Nährwert kaufen können, aber das ist mir ganz gleich: die Landwirte und die Industrie verlangen Zölle, also packen wir den Arbeitern ruhig mehr auf, sie werden es schon tragen. Und wenn sie unter der Last zusamenbrechen, wenn die Kinder, die sich noch kaum von den entsetzlichen Kriegs» und Inflationszeiten erholt haben, wieder elend und rachitisch werden, was macht es, wenn nur die großen Grund- besitzer und die Großindustriellen zufrieden sind und die Regie» rung nicht mehr drängen? Denkt Herr Graf Könitz, daß dann wieder mildtättge Menschen im Ausland aufgerufen werden könnten, sich der armen unterernährten Kinder anzu- nehmen, die dank der vortrefflichen Politik der deutschen Regierung und der Profitgier des landwirtschaftlichen und industriellen Besitzes verelenden? Die Einführung von Zöllen auf notwendige Nabrungs» mittel bedeutet einen starken Eingriff in die Lebenshaltung des Volkes. Die Arbeiterfrau spürt das am empfind» lichften beim Einkauf. Sie sieht wie der Lohn verschwindet, wie sie für das gleiche Geld viel weniger Ware erhält. Man versucht zwar, sie darüber hinwegzutäuschen, indem man zum Beispiel den gleichen Brolpreis beibehält und dafür kleinere Brote bäckt, aber über den Hunger des Arbeiters und den Hunger der Kinder, die sich nicht mit dem kleinen Stück Brot abfinden, kann man nicht hinwegtäuschen. Unsere Ernährung ist nun schon jetzt viel schlechter als vor dem Kriege, der Fleischverbrauch machte, wie Graf Kanitz selbst zugibt, vor dem Kriege 52 Kilogranim pro Kopf aus und beträgt heute erst wieder 41 Kilogramm. Roggen wurde im Jahre 1913/14 pro Kopf dor Bevölkerung 153,1 Kilogramm, 1923/24 nur 105,5 Kilogramm verbraucht. Weizen vor dem Kriege 95,8. 1923/24 nur 57,4 Kilogramm. Selbst der Kartoffelkonfum hat sehr stark abgenommen. Während 1913/14 auf den Kopf der Bevölkerung 702,0 Kilogramm Kartoffeln kamen, wurden 1923/24 nur 4?3,1 Kilogramm verbraucht. In dem vergangenen Jahre, für das die Statistik noch nicht vorliegt, werden sich die Ziffern erhöhte haben, aber sie reichen sicher noch nicht an die des Jahres 1914 heran. Der mehr hungern! Milchverbrauch ist ebenfalls zurückgegangen, und wenn der Ernährungsminister das darauf zurückführt, daß„die ärmeren Schichten sich in den knappen Zeiten des Krieges den Frisch» milchkonsum abgewöhnt(I) haben, und daß auch die Kauskrast nicht ausreichend sei", so wissen wir wirklich nicht, wie man den Milchkonsum fördern will, wenn man die Milch durch Zölle noch mehr verteuert. Di« grundlegende Nahrung besonders in den am nie» drigsten entlohnten Arbeiterschichten ist Brot und Kar- toffeln. Wie sehr gerade Getreidezülle auf den Arbeiter« Haushalt einwirken, können wir aus Berechnungen lernen, die bei den Zolltarifkämpfen 1902 gemacht worden find. An der Hand von 75 Arbeiterbudgets stellte M o m b e r t damals einen durchschnittllchen Brotverbrauch von 180,1 Kilogramm im Jahre für ein« Arbeiterfamilie fest. Bei einem Zoll von 3 M. für den Dopelzentner Roggen, wie er jetzt vorgesehen ist, der sich ganz naturgemäß in einer Erhöhung des in» ländischen Getreidepreises in ungefähr der gleichen Höhe aus» wirken würde, müßten wir danach mit einer Mehrbelastung der Arbeiterfamilie um 27,25 M. nur durch verteuertes Brot rechnen. Dabei ist noch besonders zu berücksichtigen, daß die schlechtest bezahlten Arbeiter verhältnismäßig am schwersten zu trogen haben. Denn wenn die Ausgaben für Lebensmittel im Vergleich zu den anderen Ausgaben bei einem Einkommen von über 1600 M. 40,6 Proz. betragen, so beanspruchen die Ausgaben für Lebensmittel bei einem Einkommen von 900 bis 1000 M., die Ermittlungen von M. M a y gezeigt haben. 53,3 Proz. des Gesamteinkommens. Ein gelernter Textil» arbeite? verdient heute bei voller Beschäftigung im ganzen Jahr durchschnittlich 1428 M., ungelernte beträchtlich weniger, und wenn wir uns daran erinnern, daß auf der Heimarbeiter» ausstellung Stundenlöhne von(�—15 Pfennigen in tariflich nicht geregelten Industrien durchaus nichts Seltenes waren, so können wir uns ein Bild davon machen, was auch nur die geringste Verteuerung von Brot und Kartoffeln für dies« Arbeiterhaushalte bedeutet. Aber man will ja nicht nur Getreide und Brot durch die Zölle verteuern, auch Reis, Grieß, Hülsenfrüchte sollen ml» Zöllen belegt werden, auf Fletsch soll ein Zoll von 35 M. kommen, Speck 24 M., Schmalz 8 M., Margarine 20 Büchsenfleisch 20 M., Büchsenmilch 40 M., Frischmilch 5 M.. ferner soll Gemüse, Obst, Eier, Käs« durch Zölle verteuert werden. Kaum ein Nahrungsmittel, das für die Massen» ernährung in Frage kommt, fehlt in dem Zolltarif. Diese Zölle sollen bis zum August 1926 Geltung haben und dann noch beträchttich weiter erhöht werden. Für die Arbeiterfrau gibt es also keine Mögllchkeit, den Verbrauch eines Teils der Hebensmittel einzuschränken und den Ausfall durch den Mehr? verbrauch anderer auszugleichen. Es wird ja alle» ve» teuert, was für den Haushalt gebraucht wird, die Alternative bleibt nur, wenn nicht gleichzeitig die Löhne beträchtlich steigen, den Gesamtkonsum erheblich einzuschränken— also hungern. Es steht fest, daß die übergroße Mehr» zahl der deutschen Arbeiterschaft bereits jetzt nicht ausreichend ernährt ist, daß der Fleisch- und Fettkonsum viel zu gering ist. Sollen wir noch ausmalen, welches die Folgen einer weiteren Verschlechterung der Ernährungsverhältnisse sein werden? Es scheint, das ist nicht nöttg. Wir alle erinnern uns wohl noch, was wir in den Jahren 1916 bis Anfang 1924 durchgemacht haben, wie zuerst die Lebensmittelknappheit und dann die Teuenmg uns und unseren Familien die Lebenskräfte aus- gesogen haben. Welche Hausfrau könnte ruhig bleiben bei dem Eedankkn, daß wieder eine solche Zeit der Sorge be- ginnen soll! Und warum das alles? Die Notwendigkeit der Zölle wird mit der schlechten Lage der deutschen Landwirt- schaft begründet. Cs wird behauptet, daß sie durch die billiger produzierenden Länder bedroht werde, und daß man ihr durch Zollschutz die Mittel geben müsse, zu einer Intensivierung der Wirtschaft überzugehen. Diese Gründe sind aber nicht stichhaltig. Die Lage der deutschen Landwirtschaft hat sich seit dem Vorjahre erheblich gebessert. Eine intensivere Bewirt- schaftung des Grund und Bodens wird durch die Zölle nicht gefördert, ebenso wie erwiesen ist, daß die Anbaufläche in Deutschland gerade während der Zeit des Hochschutzzolls sich ständig weiter verringert hat. Die Agrarkrise, die nicht nur m Deutschland bestand und die jetzt im abklingen ist, wurde nicht dadurch herbeigeführt, daß Amerika im uebermaß und infolgedessen zu billig produzierte, sondern dadurch, daß in Europa die Kaufkraft so gesunken war, daß die Erzeugnisse nicht abgesetzt werden konnten. Will man also der Landwirt- schaft helfen, und das gleiche gilt für die Industrie, so setz« man alles daran, die Kaufkraft der Massen zu Särken, d. h. man muß die Löhn« erhöhen, damit die llaslen in der Lage sind, mehr zu konsumieren und auf dies» Weis« den Absatz von landwirtschaftlichen und industriellen Produkten zu steigern. Es ist nicht anzunehmen, daß die Regierung und die Rechtsparteien solchen Argumenten zugänglich sein werden, aber das kann uns nicht bestimmen, ruhig hinzunehmen, was ri uns bieten. Die Frauen spüren nun, wa««« «deutet, wenn die Reaktion an die Macht kommt. Sie werden es im Gedächtnis behalten müssen für die Zeit, wo es gilt,«in« andere Mehrheit in der Volksver- tretung und damit eine andere Regierung zu schaffen. Bis dahin gibt es nur das eine: den setzt Herrschenden klar zu machen, daß wir diese neue Aussaugung nicht ertragen wollen, daß wir genug haben von der ganzen arbeiterfeindlichen Politik der Regierung Lliüjer. Ihre auswärtige Politik erleidet Fiasko, weil ihr die Erkenntnis der Notwendigkeiten immer zu spät kommt, und weil sie durch ihre Zusammen- setzung und durch die hinter ihr stehenden Kräfte nur Miß- trauen erweckt. Ihre Innenpolitik bedrückt die Massen, entzieht ihnen die Lebenskraft, und in ihrer weiteren Aus- Wirkung schafft sie auch dadurch wieder Spannungen zwischen den Völkern, statt nach gemeinsamer Ueberwindung der wirt- fchaftllchen Schwierigkeiten zu suchen. Tony Breitscheld. Eindrücke von der heimarbeitausfteUung. Von Friede! Schneider. DI« diesjährige Heimarbettausstellung. die auf Deranlasjung der �Gesellschaft für soziale Reform' stattfand, ist vorüber. Ihr Zweck war, das deutsche Volk erneut auf die Zustände in der Heimarbeit aufmerksam zu machen. Es sollte wieder einmal dl« Sorgen und die Nöte der Heimarbeitersamilien klar vor Augen sehen, damit das Hetmarbeiterelend nun endlich aufhört und daß In der Heimarbeit solche Arbeits- und Lohnverhältnisse geschasfen werden, die den so übermenschlich fleißig Schaffenden eine menschliche Existenz sichert. Dreierlei Mißstände, die sich überall, wo Heiniarbeit betrieben wird, zeigen, sind: dl« Kinderarbeit, die engen, ungesunden Woh- nungen der Heimarbeiter und die. miserabel schlechte Bezahlung, vamentlich dort, wo die Entlohnung nicht tariflich geregelt ist. Durch da» Kinderschuygesetz von ISOZ und 1911 wird zwar dem Kinde bis zun, zehnten Lebensjahr« jegliche gewerbliche Beschäftigung verboten, o. h., die Eltern sollen Ihre Kinder unter 19 Jahren nicht mit zu gewerblicher Arbeit heranziehen. Jedoch für ein« auskömm- sich« Ernährung und für gesunde Wohnweis« sorgte kein Gesetz. Denn es ist doch selbstverständlich, daß in 99 von 199 Fällen eben doch nur die Not vi« Eltern veranlaßt, die Kinder schon vom vierten oder sechsten Jahre an mit zur Helmarbeit heranzuziehen' Wir finden die Kinderheimarbeit nicht nur bei der Anfertigung von Spielsachen der Holzindustrie, wo feststeht, daß all« Arbeiter. kinder zur Mitarbeit herangezogen werden, sondern auch bei der Textilarbeit und Metallindustrie sehen wir gar oft fleißig« Kinder- fde mitschasfen. Die Arbeiten erfordern ost«In« sehr große Finger. igkeit, die die Erwachsenen nicht mehr haben, infolgedessen ifen Kinderhände mitunter mehr! Ironie de« Schicksal-, Dinge. den Kindern zur Freude dienen sollen, wie klein« Holzspielsachen. Christbaumschmuck, Musikinstrument« usw. werden von armen. blassen Helmarbeiterkindern angefertigt, die damit für ihr ganzes Leben sich körperliche und seelische Schäden zuziehen! Die Photoausnahmen, die vielen Arbeiten in der Ausstellung beigefügt waren, zeigten mit unbarmherziger Deutlichkeit das Woh- nungselend auch In den kleinsten und fernsten Dörfern. Die Woh- nungsoerhältnisse der meisten Heimarbeiter sind so traurig, daß gar pst«in Raum von etwa 29 Quadratmeter Bodenfläche der ganzen Familie als Arbeits-, Wohn- und Cchlafrauin und als Küche dienen muß. In Krankheitsfällen natürlich auch noch als Krankenstube. Vom gesundheitlichen Standpunkt ist diese Wohnwets« natürlich ein Verbrechen an den Menschen. Und die Unternehmer müßten durch Gesetz gezwungen werden, in den betreffenden Ortschaften nicht nur Betriebswerkstätten für die Arbelt, sondern auch Kinderhorte einzu- richten. Damit würde die Heimarbeit aus den engen Wohnungen herausgenommen und eine klare, tariflich festgelegte Bezahlung für die Arbeiten durchgeführt werden können, die jent durch sogenannte »wilde' Heimarbeit erschwert ist. Und wenn jeder Ort, wo viel Heimarbeit betrieben wird, seinen gutgeleiteten Kinderhort hat, dann (ind die Kinder auch gut betreut und das Kinderschutzgesetz kann eine Erfüllung finden. Schule und Jugendamt müssen hier eng zusammenarbeiten, um die Einrichtung von Kinderhorten zu erkämpfen! Denn die Kinderarbeit ist und bleibt eine Schande für unsere heutigen sozialen Verhältnisse. Die schlechte Bezahlung der Heim- arbeit, sofern die Entlohnung tariflich nicht geregelt war, zeigten die 179 ausgestellten Gegenstände au« dem Textilgewerb« sehr deutlich, denn bei nicht weniger al» 127 betnig der Reinoerdienst pro Stunde unter 2S Pf. Entlohnungen von 5 bis 19 Pf. pro Stund« sind absolut nichts Seltenes. Als am schlechtesten bezahlt kann man die fosamenten bezeichnen, dl« umhökelt werden, danach kommt die pttzenklöppclei. Und gerode die bandgesersigten Klöppelspitzen sind doch im Einzelhandel nicht gerade billig, der Unternehmer und Wiederverkäuser schluckt also auch hier den Löwenanteil. Plattstich- stickereien nach eigenen Entwürfen bringen, wie da» Filetsticken,«inen Reingewinn von 8 bis 19 Pf. die Stunde. Daß die betreffenden Arbeiterinnen dabei fast verhungern und die Eehkroft ihrer Augen sehr anstrengen müssen, kümmert den Unternehmer, für den sie arbeiten, nicht im geringsten. DI« vorstehend genannten Zahlen mögen ausreichen, um viele der Heimarbeiterinnen wach zu rütteln, daß st« sich schleunigst gewerkschaftlich organisieren müssen, damit auf diefe Weise Tarif- löhne für ihre mühsame Arbeit erkämpft werden können. Und wir anderen Frauen dürfen nicht müde werden, au ollen Stellen aus dies« Mißstände in unserem Wirtschaftsleben hinzuweisen und für eine andere, bessere Gesellschaftsordnung zu kämpsen. Mut. Von Erna B ü s i n g. .Kein schönrer Tod ist in der Welt, Als wer für'm Feind erschlagen. Ans grüner Heid', im freien Feld Dorf nicht hören groß' Wehklagen." 1898 ist dieses alt» Volkslied.Eoldatentod' in des.Knaben Wunderhorn' aufgenommen worden. Wir Frauen der Gegenwart baben die Verwerflichkeit der Lüge, die In ihm liegt, namentlich an den heutigen Verhältnissen gemessen, in grausamer Bitterkeit er- fahren. Der Krieg bedeutet namenlose» Unglück, das dürfen wir nicht vergessen, um der Toten, um unserer selbst, um der Zukunft willen. Trotz aller bitteren Ersahrungen aber, leben wir in einer �eit, die widerhallt von der Unterwürfigkeit vor dem kriegerischen Dieser Mut wird uns al» wohlfeile Ware in der Weltgeschichte angepriesen, die uns jedoch nur als Kriegsgeschichte, nicht als Kultur- fieschichte übermittelt wird. Die Körperkraft des einzelnen, die au,- chlaggebend für den Zweikampf war, ist der Urstoff für da» Helden- deal verflossener Zeiten. Damals lebten noch Menschen primitive- ren Empfinden». Kraft war Gewalt und Gewalt ging vor Recht. E» war ganz natürlich, daß die Frau in ihrem erotischen Empfinden dem körperlich Starten sich zuneigt». Wiederholt entschied zudem einfach die Körperstärk« de» Mannes über den Besitz des Weibes. Eine Abart de» weiblichen Schwarme« für die rohe Körperstärk» des Mannes finden wir noch bei den lebensgierigen und über« sättigten Allerweltsdämchen, vor deren Briefchen sich Ringkämpfer, Boxer, Athleten usw. tauin retten können. Heute kann der Mut de« einzelnen den Ausgang«ine» Kriege» nicht entscheiden. Der Hinweis:.Euer kriegerischer Mut ist welt- verbessernd' wird zur Lüg» und dient nur der Aufrechterhaltung einer Masscnpsvchose. Die Masse ist beute an dl« Stelle des«inzel- neu getreten. Daher ist es auch Pflicht der Mass« in denkende Ein- zelwesen zu zerfallen und nicht nur farblose Masse zu sein, die vom Kadavergehorsam zusammengehalte,» wird. Di» Sucht nach der geldmebeldrcfsur, die sich wieder in verstärktem Maße bemerkbar rnochi, ist nicht» als die gewollte Verantwortungslosigkeit willens- schwacher Einzelmenschen. Gegen diesen Rückfall In die Vergangen- heit gut es anzukämpfen. Jede Generation hat Ihren eigenen Stil. Wir leben im Zeit- alter de» Erwachen» der Mass», darum müssen wir jedem Gedanken- gang entgegentreten, der in der Masse nur Schlachtvieh sehe» will. Zu ihn, gehört auch die sinnlof« Verbeugung vor dem kriegerischen Mut. Mut ftndet ein waches Aua« überall. Mut beweist der Berg- mann, der im Schacht die Kohle fchlögt, der Schiffer, der den Ozean durchkreuzt, die Pslegerin, die sich um Seuchenkranke müht, der Forscher, der unbekannte Kräfte zu bändigen versucht. Mut gehört dazu, im Kleinkampf verderblichen Ideen Mächtiger entgegenzu- treten. Mulig« Menschen braucht der vierte Stand und auch wir Frauen benötigen ihrer, damit eine neue, freie Gesellschaftsordnung entsteht. Mut, ausharrenden Mut brauchen wir, um unsere große Idee, die Verwirklichung des Soziali«mu», für die Zukunft reif zu inachen. Ehebruch im neuen Strafgefetzentwurf. Ein Kapitel für Frauen. Ss will bei uns noch nicht tagen. Seit jcher herrsldt in den Köpfen der Gesetzgeber Dunkel darüber, ob der Ehebruch ein Rechts- aut ist, dessen Verletzung der Staat zu strafen hat. Die Unsicherheit drückt sich schon allein in den verschiedenen Benennungen des Ehe- bruchs aus. Im geltenden Recht heiht es ein„sittliches Vergehen", im Entwurf„ein Verbrechen und Vergehen gegen Ehe und Familie". Sil ch t«. der große deutsch« Denker sagt, daß jedes Verhältnis, auch a» freie, ein« Ehe ist, wenn die Grundlage die Liebe ist. Man sollte nun glaube», wenn Lieb« allein die Ehe schließt, so kann, der Ehe- bruch gar nicht al» eine Verletzung eines allgemeinen Rechtsguts gelten, sondern des Rechtsguts der Ehegatten allein— st« allein haben stch damit abzufinden. Wohl kann er als Scheidungsgrund, aber niemals als Strafgrund gelten. Aber so einfach will e».das Gesetz nicht machen. Es fällt dem Leben, dos die Menschen ohnehin so schwer prüft und straft, in die Arm« und sagt: dies darfst du nicht, und jenes darfst du nicht in der The tun, wa» die Liebe zu deinem Gatten, oder deiner Gattin verletzt. Aber kann der Staat wirNich all da» erfassen, was die Liebe verletzt— oft sogar tätlicher al» der Ehebruch? Aber der Staat handelt nickt einmal wie der»insach« Lehrer handelt. Wenn das Kind etwa» Unerlaubte» tut. io kriegt es Straf« — nein, sagt der Staat beim Ehebruch, du darfst dos nicht tun. ober 3 straf« dich nur, wenn der verletzt« Ehegatt« binnen einer ge- sten Zeit den Sirafantrag stellt. Wa» heißt dos? Ist es ein Ver- brechen, oder ist es nicht ein Verbrechen? Es darf stch also«In Ehe- teil vom anderen wegen Ehebruch scheiden lasten, ohne daß der Richter den ehebrecherifchen Teil straft— weil kein Strofontrag vor- liegt. Ein Kind steht selbst«in, daß da etwa« nicht richtig»st. Und nun kommt der neue Entwurf und sagt: Ich habe den Ehebruch früher mit Gefängnis bis 0 Monaten bestraft, die« find« ich aber nicht streng aenug, und ich gebe dem Richter an die Hand, den Ehebruch mit Gefängnis bis zu einem Jahr zu bestrafen. Ab- aesehen nun davon, daß die neuen Gejetzentumrie der übrigen Staaten die Gefängnisstrafe für alle Vergehen oui da» mindest- mögliche Maß herabfetzen— der neu« italienische Gesetzentwurs hebt die Gefängnisstrafe fast vollständig auf— so ist es unschwer zu er- kennen, daß die Strafen aus alle Vergehen gegen die Sittlichkeit am meisten dt« Frauen treffen, und die Kinder. Der Mann ist ja so viel schwerer bei einem Ehebruck zu ertappen wie die Frau. Er ist auch viel leickter geneigt, die Frau zu verfolgen— natürlich, wenn er st« nicht mehr liebt— dl« Frau aber bleibt oft um der Kinder willen beim Mann, auch wenn er Seitensprünge macht. Ei« wandelt stch dem Mann gegenüber so leicht zur Mutter— ste kann ihn nicht verlasten, sie schügt Ihn und pflegt ihn, weil er der Vater ihrer Kinder ist. Die Folgen einer Verurteilung treffen aber auch dl« Frau viel tiefer, die Scheidung stößt sie hinaus In» Leben, und man nimint ihr dos Recht auf die Kinder, die oft der Frau das Heiligste find, wenn sie sich auch einmal vergessen haben sollt«. Da» geltende Ehegesetz straft das Kind in furchtbarer Weife mit. Es sollte aber auch ein Gesetz nie die Möglichkeit zu Cr- vrestungen geben, und da» tut der Ehebrucheparagraph. Dadurch, daß der ein« Teil der Ehegatten weiß, daß er einen Strafantrag stellen kann. w«rdeii die stylechten Instinkte geweckt. In erbitterter Stunde der ersten Enttäuschung und des ersten Kornes läßt stch«in Mensch leicht zu einer Drohung hinreißen, und Ist er»och dazu ein schlechter Mensck, so schwingt er die Drohung wie«in« Peitsch« über den anderen, oen„schuldigen" Teil, der viel- selcht gar nicht der eigentlich Schuldige ist, sondern durch Lieb- losigkeit dazu gedrängt wurde. Erpressungen müssen auch Nicht nur materielle Vorteile erstreben, es gibt seelische, es gibt auch körperliche Erpressungen. Man weiß, was da» heißt, und die Frau ist da immer der schwächere Teil. Der Mann kann eventuell von ihr alle» erpresfen mit der ständigen Drohung einer Ehebruchsonklage, wob«, st« bei eventueller Bestrafung auch den Anspruch einer Alimentation verliert. Trotzden, die Frau, nomentlich dt« proletarische Frau, die Arbeiterin, mit allen Kräften zum Erhall der Familie und des Hau»- hall» beiträgt, ist sie doch meist der materiell schwächer gestellte Teil und ste bleibt hilflos zurück.* In aller Zeit, fo um da» IV. Jahrhundert herum, war der Äbedruch nur strafbar, wenn er«in öffentliche» Aergerni» erregt«. Dl« mittelallerliche Ordnung war also in diesem Punkt« unserer vielgerühmten Kulturordnung de» Jahres 192ö überlegen. Heut« stnd«» auch kleinere Staaten, wie Griechenland und Belaien, der Schweizer Kanton Genf, dann größere Kulturstaaten wl, England, vi« den Ehebruch straflos lassen. Die sozialdemokratische Partei ha« den Ehe- truchsparagraphen stets abgelehnt. S» ist«in Gesetz, >» vom Versolgergeist durchtränkt ist, der unter Ordnung Knebelung versteht. Alle dies«, dl« Sittlichkeit angebliä, schützenden Gesetz«, waren ursprünglich nur gegen die Frau und da» Kind gerichtet, weil sie die Schwächeren ivaren und alles Schwächer« unterdrückt wurde. Es ist aber auch, wie man ans allein ersteht, inkonsequent und unlogisch, es straft, und es straft nicht, und es «artet auf einen schmählichen Antrag, denn keine Frau, die stch selbst achtet, und kein Mann, der stch selbst achtet, vor allem kein« Mutter und kein Vater, die ihre Kinder lieben, werden einen Straf- anttag stellen, der den«inen elterlichen Teil In die öffentlich» Schande zieht. E« Ist ein Gesetz, das ges>nnung»lol« Menschen ausstackelt und darum sollten all» grauen gemeinsam mit der Sozial- demokratischen Partei alles daranlctzen, feinen Geist zu ertöten und e«»» Fall zu bringen. W. M. Die Engelmacherin. Abtreibung steht unter Strafe; Kindestötung,«in schon an und für sich grausiges Verbrechen, zieht Gefängnis und Zuchthaus nach stch. Die kapitalistischen Staaten haben aber wenig Verständnis für die Qualen der unehelichen Mutter und find auch nicht willens, ihnen zu helfen. Erwerbstätig, Hilfslos, steht die junge Mutter der Tat- fache ihrer Mutterschaft gegenüber und weiß nicht, wo sie mit ihrem Kinde bleiben soll. Sie gibt ihr Kind einer Ziehmutter, zahlt da» Kostgeld und versolgt voll Furcht die Entwicklung de» Säuglings. Da erfährt sie eines Tages, daß das Kind gestorben fei. Böser Ver- dacht steigt in ihr aus. Was aber tun? Wie den Beweis für«in mögliches Verbrechen erbringen? So fügt sich die junge Mutter tn die Tatsache des Todes ihres Kindes, wie sie sich früher in die Tot- sache seiner Gebutt Hineinsinden mußte. Hin und wieder aber erfährt die Oeffentlichkeit mit Grauen über gehäufte Verbrechen der einen oder anderen Engelmacherin. Dieses Mal ist R« w P o r k die Stätte solch eines öffentlichen Skan- dal». Da brachte eines Tages«ine Arbeiterin ihr Neugeborenes in da».Säuglingsheim" einer Frau Geisenvolk. Al« aber die Mutter ihr Kind nach einiger Zeit zurückverlangt«, war es tot. Frau Geisenvolk bot den bestürzten Eltern»inen anderen Säugling an Stelle ihre» Kindes an. Der Vater erstattete aber Anzeige. So kam dl« Bomb« zum Platzen. Es stellte stch heraus, daß In dem„Säug- lingsheim" der Frau Geisenvolk seit Jahren bereit« die Engelmacheret in höchster Blüte stand. Allein seit dem Januar d. I. sollen 22 Säug- ling« ins Jenseits befördert worden fein, und seit 1918 zählt man M tote Säuglinge. Die exhumierten Leichen wiesen Unterernährung und Körpermißhandlung auf. E« heiht sogar, daß Frau Geisenvolk, al» Eltern einmal das Kostgeld für das neugeborene Lind verweiger- ten, den Säugling mit dem Kopf gegen die Wand geworfen habe. Nicht allein in New Park gibt«» Engelmacherinnen. Sie treiben ihr Unwesen überall, wo soziale oder andere Not Mütter und Eltern daran hindert, selbst ihre Kinder auszuziehen. Die Engelmacherin ist eins der traurigsten Produkt« sozialen Elends in der kapitalistischen Gesellschaft._ Die normale Körpertemperatur. Wenn unser Kind erkrankt und der Arzt zu un» kommt, wird seine erst« Frag« in der Regel der Körpertemperatur des Kinde» gelten. Aber auch zur Venihigung für uns selbst ist es notwendig. das Meisen der Temperatur zu verstehen und die Bedeutung der Teinperattirmessung zu kennen. Bei Unwohlsein ist die Wärme unseres Blutes immer ein auter Gradmester uuseres Gesundheits- zuftandes, und man kann fast mit Sicherheit aus dem Ergebnis der Messung feststellen, ob es stch um eine leichtere oder ernstere Er- trankung handelt. Die Körperwärme des gesunden Menschen, in der Achselhöhl« genielsen, beträgt zwischen 36,2 und 37,3 Grad Celsiu» und ist am Abend etwas höher als am Morgen. Geht die Körperwärme nur wenig über 37,3 Grad Celsius hinaus, so spricht man von„erhöhter Temperattir", steigt sie jedoch um mehrere Grade, besonders in Der- bindung mit einer Erkältung oder einem Unwohlsein, dann Hot der betreffende Fieber. Die Erhöhung der Körperwärme ergibt sür den Arzt, aber auch für uns selber, eine» wichtigen Anhalt des Krank- heitsvorganges, und es ist deshalb sehr wichtig, die Höhe der Körper- temperatur oft zu messen und auch aufzuschreiben, wie das bei den Fiebertnfeln in unsere» Krankenhäusern geschieht. Ei» Jieberthermo- meter ist In jeder Apotheke oder Drogerie zu haben. Die An- schasfungskosten stnd an Anbetracht des Nutzens, den das Thermo- meter gewährt, nur gering. Größere Kinder und Erwachsene werden In der Reges in der Achselhöhle gemessen. Man muß beim Einlegen darauf achten, daß die Oueckstlberspitze des Thermometers nur ein dl» zwei Zentimeter aus der Achselhöhle herausragt, und lege den Arm des Kranken fest über den Brustkorb. Man kann bann nach wenige» Minuten dos Thermometer wieder herausnehmen und die Gradzahl ablesen. Meine Kinder werden im Mastdarm gen, essen. Bei dieler Messung ist dl« Temperatur»m einen halben Grad höher als bei der Messung in der Achselhöhle. Man muß diese Mesiung sehr vor. sichtig ausfuhren und bei unruhigen Kindern natürlich da« Thermo- meter in der Hand behalten, um ein Herausgleiten oder Zerbrechen iu vermeiden. Selbstverständlich muß das Fieberthermometer nach eder Mesiung gereinigt und, wenn e« täglich welter gebraucht wird. n einem Glas« mit einer desinfizierenden Flüssigkeit oulbewaM «erde». Die Znternatioaalr Frauenliga sür Frieden und Freiheit, Deutscher Zweig, sandte der In Genf tagenden Konferenz de» Völkerbünde» für die Kontrolle de» Waffen- und Munitionshandel» folgende Note: „Unsere Organisation, die seit ihrer Gründung im Jahre 191V auf da, Ziel der friedlichen Schlichtung iMeniationaler Konflikte hinarbeitet, lenkt die Aufmerksamkeit der Konferenz und der össent- lichen Meinung auf die große, auch im Bericht der Sachverständigen an die geinischt«, temporäre Kommission des Völkerbundes an- erkannte Gefahr der wissenfchastlichen Kciegsmittel wie Giftgas», Mikroben usw. Gegen diese Gefahr gibt e» keine Kontrolle; nur wenn in allen Ländern eine vollständig«, materiell« sowohl als intellektuelle und moralische Abrüstung stattfindet, kann sie gebannt werden." Der arme Kunraö. Ich bin der arme Kunrad und komm von nah und sern. vom Ha rtcmatt, vom Hu ngerraln mit Spieß und Morgenstern. Ich will nicht länger sein der Knech! leibeigen, frönig, ohne Recht. Ein gleich Geseß, das will ich han. vom Fürsten bis zum Bauersmann. Ich bin der arme Kunrad. Spieß voran. drauf und dranl Ich bin der arme Kunrad in Aberacht und Bann. den Bundschuh trag' ich auf der Slang', Hab' Helm und Harnisch an. Der Papst und Kaiser hört mich nicht. ich halt' nun selber das Gericht, es geht an Schloß. Abtei und Stift. nichts gilt als wie die heil'g« Schrift. Ich bin der arme Kunrad. Spieß voran. drauf und dran! Ich bin der arme Kunrad, trag' Pech tn meiner Pfann'. Heijohl Run geht's mit Senf' und Axt an Pfaff' und Edelmann. Sie schlugen mich mit Prügeln platt und»nachten mich mit Hunger sott. sie zogen mir die Haut vom Leib und taten Schand' an Kind und Weib. Ich bin der arme Kunrad. Spieß voran, drauf und dranl _ Heinrich von R e h» r, Die Zrauen im Dauerutriege. Bon Anna Bio». In diesen Tagen stnd 400 Jahre verflossen, seit in Deutschland der große Freihettskamps geführt wurde, der unter dem Namen .Bauernkrieg' bekannt ist. Di« Reaktion trug in diesem Kampfe den Sieg davon, und daher komint es, daß lange Zelt dl« Geschichtsschreibung Licht und Schatten so ungleich verteilt hat, daß die Unterlegenen als die allein Schuldigen, als Mordbrenner und Gesindel erscheinen. Erst die Forschungen im IV. Jahrhundert, besonder» die de» schwäbischen Pfarrer» Zimmermann, ergeben ein klare» Bild der Geschichte des Bauernkrieges in ihren Ursacheit, ihrem Verlaus und ihren Wirtungen. Auch die Rolle der Frauen wurde ursprünglich so geschildert. al» ob sie Megären und mit den bösen Mächten In, Bund« gewese» wären. Auch hier hat Zimmermann ein« Ehrenrettung vorgenommen. Gleich der Heldin einer Tragödie tritt plastisch, etwa wie eine der Frauengestoiten au, grauer Vorzeit, eine Brunhilde oder ftrtmhilde, besonder» eine Frau hervor, die unter dem Namen.die schwarze Hofmännin' bekannt geworden ist. Nur ihr Na»« ist der. Nachwelt überliefert, aber gleich ihr werden wohl eine ganze Reih« von Frauen auf der Teste derer gekämpft haben, die Gerechtigkeit und Freiheit herbeiführen wollten. Waren doch dl« Frauen jener Zeit, wenn sie nicht den oberen Klaffen angehörten, genau wie die Männer unterdrilctt und mißhandelt, schlimmer al» da» Vieh. Da ist »» auch kein Wunder, daß sich ihre Empörung In Formen Lust machte, die Schrecken und Entsegen erregten. Zum ersten Male erfahren wir die Beteiligung von Frauen bei dem Ausstand im Ries und Im Ansbnchischen. In R ö r d l i n g e n war der zweit« Bürgermeister Anton Forner einer der Hauptführcr tn den städtischen Bolksauftrltten. Während in Langenau die Gattin Dans Zieglers, eines der Hauptfiihrer, sehr tätig gewesen war, hatten sich In L e t p h e I m die Frauen ebenso aufgeregt wie die Männer gezeigt. In Nördlingen mar es die Hausfrau Anton Forners, welche die heimlichsten.Praktiken' vollbrachte. Vers-nnin- lungen veranstaltete, Briese, welche die Volksbewegung betrafen. hin und her schrieb, öffentlich übel vom Rate sprach und sich riihmie, .sie könne einen Aufruhr machen, wenn sie nur einen Finger aus ihrem Mantel aufhöbe'. Als bedeutendste Frouengcfwlt aber ragte im Bauernkrieg eine Bauernfrau aus B ö ck i n a e n hervor, die in der ganzen Gegend unter dem Namen.die schwarz« Hofmännin bekannt war. .Der Volkskrieg dieser Zeit." schreibt Wilhelm Zimmermann,.hatte auch seine Heldinnen: und klebt ihr auch Blut und Grausen an. und scheint sie der Mciischiichkeil fast wie der Weiblichkeit entwachsen, den Ruhm der Heldin hat selbst die Parteilcidenschaft durch treue Aufbe- wahrung der Akten der schwarzen Böckingerin eher gerettet als geraubt." Die schwarze Hofmännin gehört« dem Haufen Iäklein Rohrbach» an, eines Weinroirts, der ebenfalls aus Böckingen stammte. Daß sie Freundin unz Geliebte des Ritters Florian Geyer gewesen sei. gehört In» Gebiet der Fabel. Wir wissen heule nicht mehr, ob diese mter- effante Frau jung oder alt, schön oder häßlich gewesen ist. Aber der Eindruck, den sie auf ihre Zeitgenossen machte, war ungeheuer. Daraus erklärt sich, daß ihr— dem Glauben ihrer Zeit ent- sprechend— geheime Kräfte zugeschrieben wurden: Zauberkünste. Segens- und Bannsprüche. Ihr Einfluß auf Jakob Rohrbach war sehr groß. Sie war seine Ratgeberin und Helferin, sein Sporn und sein mahnender Geisu Die Ursach« ihres furchtbaren Hasses gegen Adel, Städter und besonders gegen die stolzen Heilbronnerinnen ist unbekannt. Si« ruhte nicht, bis sie das Landvolk unter Waffen sah. Den.gnädige» Frauen' wollte sie die Kleider vom Leibe schneiden,.daß sie gehen, wie die gerupften Gänse'. Den Bauern sagte sie:.Wenn die vo» Heilbronn euch Bauern schelten oder euch etwas tun, so fallet bei dem Leiden Gottes zusammen und untersteht euch, auch denen von Hell- bronn leidig zu tun, zu erwürgen und zu erstechen, was tn der Stadt ist.' Die schwarze Hofmännin gab Ratschläge und kannte die Rat- schlüge der Eingeweihten, der Hauptleute.„Sie handelte, enthusiäs- mieÄe, warnte, wirkte mit kühner Entschlossenheit für die Sache der Ihrigen, wo kein Mann mehr handelte und sprach.' Als die Bauern gegen Weinsberg zogen, machte sie ihnen Zeichen in der Lust und rief ihnen zu:„Die feindlichen Büchsen werden euch nichts schaden.' Da» wirkte natürlich auf den Glauben der Zeit und ermutigte den Haufen. Nach der Erstürmung von Weinsberg und der Blutrache an dem Grafen von Helsenstein mißhandelte sie noch dt« Leiche und trat mit Füßen auf„den Schelm', wie sie ihn nannte. Jahrelang« unmenschliche Behandlung hatte tn Ihr wie in vielen Bauern den furchtbaren Rachedurst geweckt. Als Rohrbachs Hausen gegen Heil- bronn zog, war die schwarze Hoimännin wieder an der Spitze und sprach«wen Fluch aus über dt« Stadt, zumal über den Rat als über .Bösewichter und Buben', und segnet» die Bauern. Daß übrigen» auch unter den Heilbronner Frauen manche auf Seiten der Bauer« standen, zelat der Bericht über die Erstürmung dieser Stadt, bei der ein kecke» Weib, Claus Greßlins Frau, einen Mann, der stch den Bauern feindlich zeigt», von der Mauer herabwarf. Was aus diesen Frauen, die für die Freiheit kämpsten, nament- lich au» der schwarzen Hofmännin geworden ist, wissen wir nicht. Biel« werden wohl das entsetzlich« Schicksal der Männer geteilt haben, an denen die Ritter und Herren eine so grausam« Rache nahmen, daß darüber die Grausamkeiten, die die Aufständischen ver- übt hatten, noch weit in den Schatten gestellt wurden. Ein wunder- schönes Denkmal hat Zimmermann den Frauen Im Bauernkrieg» gesetzt in dem Nachruf, den er der schwarzen Holmännin gewidmet hat:„Schwarze« unterdrückte» Weib, aus der Hütte am Neckar, mck der starken, verwilderten Seele voll Leidenschaft, gleich stark im Haß und Liebe, mit deinem.Gott will'sl' im Mund« und mit deinem Freiheit»-, Schlacht- und Racheaeist. wie lebtest du tn Sage und Ge- schichte, in Gesang und Red«, hätte dein« Sacke gesiegt ober geHöne sie wenigstens nur nicht der Bauernhütte an!' Rätselecke. Lehrsahre. Ich kam zum Meister in die Lehre, Schlimm hatt' es da ein Körperteil, Es ging mir wider meine Ehre: Denn selten war's geiund und heil. Stell um da» Wort jo ganz und gar. Dann weißt du. wie der Meister war. Emil Pein. Slcichkltmgrötftl. Wenn der Sommer kommt in» Land, Sitzt es gern am Wiesenrand, Musiziert bei Sternenpracht In der schönen Sommernacht. Aber sitzt dir'» Kn Gehirn, Leuchtet dir kein gut Gestirn, Scheint die Sonne noch so hell, Bieibsi ein grämlicher Gesell. Kory Towska. Desiziiaufgabe. ad— cc— ce— de— del— era— in— jti— la— na— neu — pro— ra— saue— stein— las— ter— tll— tist— tnr.— Vorstehend« 20 Silben find die Anfangs- und Endsilben von 10 dreisilbigen Wörtern mit gleicher Miticlsilbe. Wie heißt diel-- und was beüeuten die Wörter? Auflösuugen der Rätsel au» voriger Rummer. Stokelrölset. Verschieberätsel. C h e in n Leo P y r e d N i e r s Z o b t S p r e Hümme B i r i t z p o i d m o n t w i n t e i n e r e n e w a 1 d r n b• u rn