Nr. 364. Abonnements-Kedingungen: Abonnement?- Preis pränumerando: Vierteljährl. 3.S0 Mk., monatl. 1,10 Ml., wöchentlich 28 Psg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit tlluftrirter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Marl pro Quartal. Eingetragen in der Post- ZeitungS- Preisliste für 1397 unter Qr. 7437. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland g Marl pro Monat. ErschewI täglich nutzer woitlng», 14. Jahrg. Berliner Volksblnit. Die Insertions-Gebllhr beträgt für die sechSgespaltene Kolonel- teile oder deren Raum 40 Pfg., für BeretnS- und VersammlungS-Anzetge», sowie ArbeilSmarlt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen btS 4 Uhr nachmittags in der Lrpedtlion abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochenlage» bis 7 Uhr abendS, an Sonn- und Festtagen MS o Uhr vormittags geöffnet. Frrnlprecher: Bmt 1, Qr. 1508. Telegramm-Adresse: ..Soxialdrinokrat Berlin". Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Iteduktion: 8V. 19, W-uly-Slruße 2. Spedition: SW. 19, Wcttty-Klr.iße 3; Guittnng. Im Monat Oktober gingen bei dem Unlerzeichneten folgende Paiteibeiträge ein: Augsburg, U. 20,—, Achim bei Bremen, durch de» Vertrauens! manu 30,—. SIchim, von den Fabrikarb. bei Bade u. Burger S,— Aachen, durch de» Verlrauensmanu 100,—. Aachen 3,—. Altona. Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 2. Kr. 898,53(darunter lleberschuß vom„Jakob" 3,48); 4. Kr. Südost 1500,—(darunter: Wer hat die Säge? 56,75, Vergolder Muskanerstr. 7, Bierprozente> Schriftgieherei Wöllmer 125.—); 6. Kr. Schönhauser Vor stndt 700,—(darunter C. Grotmann 2,—). Berlin, diverse Beiträge: A. B. 50.-. P. S. 50,—. Dr. L. A. 50,-. E. G. 5,—. Ohne Zwang 100,—. Großgörschenstraße— ,40. M. W. 5,—. A. B. 20,—. Arbeiter und Arbeiterinnen der Buch Kinderei v. Babing 15.—. M. B. 75,—. I. B. 25.—. R.C. Froh sinns Heimalh 2,—. Rothe Buchbinder Grünslr. 5.—. Von den Breiter träger» 6,65. Vergolder. Wrangelstr. 6,—. Chamissoplatz 5 4,—. Ball Rankestr.-Ecke, am Montag 2,—. R. K., Alexandriuenstr. 25 (Bierprozente) 16,—. Mitglieder der B.'sche» Buchdruckerei 10,—. Schmale Elzevir 6,—. Amerik. Auktion bei einer Hochzeitsfeier in Rixdorf, A. Sucker 2,60. 46 Arbeiter von Schuster u. Bär 11,45. Sk. Lustige Brüder 6.—. Gesammelt von Malina bei der Geburtstagsfeier von Th. Ritter, Rnmmelsbnrg 4,—. Saseon 6,10. Eggersdorf 3,—. Vom Konzert bei Keller am 19. September 30,—. Die Möbelpolirer von F. A. Treue 5, Bernburg 10,—. Bamberg, Jäcklein Rohrbach 5.—. Bant 500,—. Bern, P. L. 50,—. Cottbus, S. 10,—. Crimmitschau 300,—. Charlottenburg, freiwillige Sammlung von Stnckatcure», welche am I. Mai arbeiten mußten 75,50. Charloltenburg, d. D. 60,—. Dölau bei Greiz, lustige Sänger 4,—. Durlach. f. Agitation 6,—. Elsterberg, R. 2,—. Erfurt 40,— Eickel, v. d. E.«. Umg. 20,—. Frciburg, v. badischen Genossen 50,— Falkcnberg(Oberschl.) 2,—. Gießen, E. K. 5,—. Greiz und Um gegend 50,—. Glückstadt, d. d. Vertrauensmann 25,—. Gera, v. d. Genossen 50,—. Haniburg, 2 Kr. C. Tm. 10,—. Haniburg, Gr tränkeüberschuß v. Bau Sewecke, Sachseiistraße, Haiunierbrook, d. Schulz 11,—. Hamburg, nolhleideuder Agrarier, Hamm 3,80. Hamburg, Ueberschuß Anielung u. Jeukel d. H. Sch. 27,25. Hai» bürg, Ueberschuß vom Vergnügen b. Esling, Vereiusftr. 52, 25,—. Hartha i. S. 30,—. Hasladl, v. Gen. 10,—. Hohenstei», Uedersch. v. L.-Schmaus a. d. Zeche 5,—. Hamburg, Uebersch. v. Bau Leimfad 10,—. Hamburg, Bau Diedrichslr., 8,—, Uebersch. Marlinftr. 4,70, ein Beamter I,—, Getränke-Ueberschuß v. größten Baii Hauiburgs 12,—, C. M. 10,—, Sa. 35,70. Kouradsthal i. Schl. 2.50. Lnckeuivalde, freie Turner 1,—. Luxenburg, L. 400,—. Leipzig, rot her Holz wurm H. My. 5,—. Leipzig Stadt und Land 500,—. München, Waldläufer 5,—. Marburg, ein Einsamer 10,—. Meinel, v. d. Genosse» 10.—. Man» im Mond 2400,—. München. Genossen des Gärtner platz-Viertels 20.—. Nürnberg, fürs Recht gesaminell 5.— Nienburg a.©., zuni Wahlfonds 15,—. Neuhaldeusleben-Wolmir stedt, Wahlkreis 90.—. Offenburg, d. d. Verlag d.„Volkfr freund", darunter 2,— vom Landwirth S. in Sch. 22,—. Ods Nitz i. V., v. d. Arbeitern ii»d Genossen bei der Laugtagsivahl 50,—. Otiense», durch Ponlsen, 8. Rate 10,—. Planen i. SB., drei Holzwürmer 1,50. Passing, von Genosse» 10,—. Piliuebcrg, ein Mitglied 3,—. Quedlinburg, von Genosse» durch Tr. 25,—. Rudolstadt, Glanzgold 0,45. Stullgart, G U. 10.—. Stein bei Nürnberg 10,—. Saarabien, a. d. Königreich Stuniui 10,—. Teltow, Beeskower Wahlkreis 300,—. Vorwärts, 3. Quartal 1897 12 023,35. Würtlemberg 50,—. Zwickau L. Größer 50,—. Iii der Quittung in Nr. 240 des„Vorwärts" vom 14. Oktober d. I. muß es nicht heiße» Mühlberg, sondern Mühl- bürg in Baden. Berlin, den 9. November 1897. Für den Partcivorstand: A. Gerisch, Katzbachslr. 9 I. NlnddevAdsksch: „Wenn der Reichstag sich gegen die uferlosen Flotten plane sträubt, dann giebt's einen großen Kladderadatsch, so ist mir gesagt worden." Also sprach der Pascha von Ncunkirchen, Freiherr v. Stiiinm, voriges Frühjahr am Büffet des Reichstages. W e r es ihm gesagt hat, das deutele Herr v. Stumm sehr deutlich an, er bestritt indeß hernach, die Person gemeint zu haben, an die jeder dachte. Der Reichstag pfiff auf die uferlosen Flottenpläne. Und es gab keine u Kladderadatsch— weder einen großen, noch einen kleinen. Gab keinen, obgleich wir„eine kleine aber mächtige" Klique in Deutschland haben, die seit Jahren emsig daran arbeitet, einen Kladderadatsch zu machen, und die wir deshalb die Kladderadatsch-Klique nenne» wollen. Man kennt die Praxis der Bühnen» daß eine und dieselbe Person verschiedene Personen, eine»nd dieselbe Personengruppe verschiedene Personengruppen darstellen müssen. Ein Schau- spielcr spielt zivei, drei Rollen in dem gleichen Stück; und dieselbe Gruppe, die im ersten Akt Landsknechte sind, sind im zweiten Bauern und im dritten Ritter mit ihren Knappen. Aehnlich unsere Kladderadatsch- Klique. Es sind ihrer nur wenige, allein sie spielen viele Rollen und vervielfältigen sich so. Betrachten wir alle Kladderadatsch-Aktionen und Feldzüge der letzten 20 Jahre,— sehen wir uns die Helden lobebären an,— es sind immer die nämlichen Gesichter. Die Judenhatz wird in Szene gesetzt, damit die Allsmerksanikeit vom Spiele der Großkornwncherer abgelenkt werde. Da ist Stöckcr, der Scheitcrhaufeumann, und hinter ihm Bismarck und die ganze Junker- und Getreidewncherer- Sippe. Ter große Feldzng der Großkornwncherer— für Kornzölle»»d theures'Brot: Bismarck, Kanitz, Kardorff und die ganze Junker- und Wucherer-Sippc. Der Liebesgaben- Feldzng für die Schnaps- brenuer— Bismarck, Stöcker, Kardorff, Kanitz und die ganze Junker- und Wncherer-Sippe. Der Feldzng für Falschmünzerei, genannt Bimctallismns, auf daß der Junker seine Schulden mit sclbstgeprägtem mniderwerthigen Gelbe zahlen kann— Kardorff, Mirbach, die Bismarck- Dynastie und die ganze Junker- und Wncherer-Sippe. Die Feldzüge gegen die Börse, weil sie dem junkerlichen Groß-Kormvucher im Wege ist, gegen die M a r g a r i n e, gegen das amerikanische Schwei», gegen die russische Gans, weil Gans, Schwein und Margarine die junkerliche Lebensniittel Bcrtheuerinig hindern— Kardorff, Mirbach, Kanitz und die ganze Junker- und Wnchercr-Sippe. Und die politischen Feldzüge gegen das all gemeine Wahlrecht, gegen die R e i ch s v e r f a s s u n g, für den Staatsstreich— immer dieselbe Junker- und Wucherer-Klique. Die Feldzüge gegen das Freizügigkeits-Gesetz, gegen das K o a l i t i o n s r c ch t— die S o z i a l i st e n h a tz, der A n a r ch i st c n- L ä r m, der U m st u r z- L ä r in— immer dieselbe Junker- und Wucherer-Klique. In hunderterlei Berkappuugeu immer dieselben, und in allen Verkappiuigcu immer nur das eine Ziel: der kleinen aber mächtigen Kladderadatsch-Klique auf Kosten des Gcineiuwescns das Monopol der politischen und wirthschaftlichenAlleinherrschaft zu ergattern und, da dies auf gesetzlichem und friedlichem Wege nicht zu erreichen ist, den Umsturz der Reichsverfassung herbeizuführen und den allgemeinen Kladderadatsch in Gestalt eines Konfliktes zwischen Reichstag und Reichsregierung zu verwirklichen, damit die kleine aber mächtige Kladderadatsch Klique im Trüben hübsch fischen kann. Jetzt ist diese Klique daran, den Feldzug gegen da: allgemeine Wahlrecht zu organisiren und in Fluß zu bringen. Daß es so wie bisher unter dem Zickzack-Kurs nicht weiter gehen kann, daß dem Zickzack-Kurs selbst die Tage gezählt sind— daß die deutsche Politik in eine Sackgasse gcrathen ist und vor der Wahl steht, entweder umzukehren oder ein Loch durch die Mauer zu brechen— das beginnt nachgerade sogar dem trübsten ostelbischen Junkerhirn klar zu werden. Jedoch auch dem trübste» ostelbischen Junkerhirn dämmert die Erkcnntniß auf, daß der Staatsstreich, mit dem seit Jahren so frivol gespielt ward, ein zweischneidiges Schivert ist— eine Revolution, die nicht von denen beendigt würde, die sie begonnen haben. Die Reichsverfaffnng ist unzweifelhaft widerspruchsvoll. Oben die Pickelhaube des Militär- und Polizeistaats, dessen Spitze das mittelalterliche Gottesgnadenthum darstellt, und unten als Basis das allgemeine Wahlrecht, das heißt das moderne Prinzip der Volkssouveränität, die dem Gottesg nadenthum mit seiner nothwendigen Folge dem persönlichen Regiment schroff und ausschließend gegenüber steht. Ter Widerstreit dieser zwei feindlichen Prinzipien muß ans die eine oder andere Weise aufgehoben werden. Das junge Prinzip der Volkssonveränität kann zu gnnsteu des überlebten Gottosgnadenthnms nicht abdanken. Ihm gehört die Zukunft; und dieses ist ein Rest überwnndener Vergangenheit. Ein Ausgleich ist nur dadurch möglich, daß das souveräne Recht des deutschen Volkes und der deutschen Volksvertretung rück- haltlos anerkannt wird. Dies will aber die Kladderadatsch-Klique nicht, und des- halb richtet sie ihre ganze Kraft ans die Beseitigung des all gemeinen Wahlrechts. Direkt, durch einen Reichstagsbeschluß, läßt sich das allgemeine Wahlrecht nicht beseitigen, denn der Reichstag würde Selbstmord begehen, vernichtete er die Grundlage seines eigenen Seins. So soll das Umsturzwerk denn auf Umwegen, hinten herum verübt werden. Und heimlich, wo möglich so, daß der Schein geivahrt wird. Wie Ratten, die einen Käse auffressen, die Rinde nicht anrühren, so daß die Rattcnarbeit gar nicht bemerkt wird, bis man den Käse anschneidet,— so wollen die Umsturz-Ratten das allgemeine Wahlrecht wcgknappern, das Acnßere und den Namen aber bestehen lassen. Für den Umsturz des allgemeinen Wahlrechts haben sich in Deutschland seit Jahren der Reihe nach sämmtliche Reaktionsparteien erklärt: die Konservative», die Freikonser- vativen, die Nationalliberalen, Höbst der Anhängsel der sehr zahlieichen agrarisch-bimetallistisch-antisemitischen Spiel- arten. Alle diese Parteien und Gruppen haben sich wiederholt und unverblümt für den Umsturz des allgemeinen Wahlrechts erklärt durch die Personen ihrer Führer und durch ihre führenden Organe. Gegenivärtig ist, im Zusammenhang mit der immer akuter werdenden inncrpolitischen Krise, die Bewegung gegen das allgemeine Wahlrecht offenbar in ein akutes Stadium gelangt. Jeder Tag bringt neue Angriffe; und von allen Seiten arbeiten die Gegner; es sind keine vereiiizelten Ausbrüche und Vorstöße, es ist ein planmäßiges Handeln. Die Vorschläge sind verschiede», aber sie gehen sämmtlich ans das gleiche Ziel. Die einen befürworten O e f f e n t l i ch- k e i t der Stimmabgabe, d. h. die Entrechtung aller wirrhschaftlich und p o l i t i s ch Ab h ä n g igen, — und das ist die große Mehrzahl der Bevölkerung. Die anderen wollen den Wahlzwang, oder, was besser klingt: die Wahlpflicht. Was dieser Wahl- zwang, der thatsächlich die Wahl und den Wähler unter Polizei- Aufsicht stellen würde, in Wirklichkeit be- deutet, davon hatten wir im Jahre 1887 bei der berüchtigten Faschingswahl einen Vorgeschmack. Obgleich amtlich der Wahlzwang nicht bestand, so bestand er doch bis zu einem gewissen Punkte thatsächlich— durch Einschüchterung und Vor- spiegelnng falscher Thatsachen von einflußreichster Seite. Die Wirkung war, daß die geängstigten und betrogenen Wähler eine Ncichstagsmajorilät nach Berlin schickten, die binnen wenigen Wochen den deutschen Steuerzahlern tausend Millionen abnahm und die traurige Bisniarck'sche Rcaktionswirthschaft zum Unheil des deutschen Volkes noch für drei weitere Jahre über Wasser hielt. Ein dritter Vorschlag bezweckt die Erhöhung des A l t e r s z e n s u s. Das Deutsche Reich hat schon jetzt einen nicht zu recht- fertigenden Alterszensns. Statt wie in Frankreich, Amerika und anderen Ländern mit allgemeinem Wahlrecht das Wahl» alter mit dem Mündigkeits-Alter— mit 21 Jahren— beginnen zu lassen, läßt die deutsche Reichsverfaffnng die politische Mündigkeit erst vier Jahre nach der bürgerlichen Mündigkeit eintreten, wodurch vier Jahrgänge von Staatsbürgern des Wahlrechts beraubt werden. Das genügt jedoch den reaktionären Um- stürzlern nicht; sie wollen, daß der Aitcrszcnsus vom 25. Jahr auf das 30. Jahr erhöht werde. Mit anderen Worten: alle Staatsbürger zwischen 25 und 30 Jahren sollen des Wahlrechts beraubt und politisch e n t- m ü n d i g t werden. So arbeiten und wühlen die reaktionären Umstürzler. Gut, daß sie sich in ihrer wahren Gestalt zeigen und dem Volke verrathen, was sie ihm zugedacht habe». Das nächste Jahr bringt uns die Wahlen für einen neuen R c i ch s t a a. Das ist die Zeit der A b r e ch n n n g. Dann ist die beste Gelegenheit, den reaktionären Umstürzlern das Handwerk zu legen. Die Wähler Deutschlands werden — deß sind wir sicher— die Gelegenheit gründlich ausnutzen und die Personen und Parteien, welche das deutsche Volk durch Vernichtung oder Beschränkung des Rcichstags-Wahlrcchls ganz oder theilweise zu entmündigen trachten, von der politischen Bühne wegfegen und unschädlich machen. Das ist ur der Macht der Wähler! Das ist ihr Recht und ihre Pflicht. Und machten sie von dieser ihrer Macht keinen Gebrauch, sie hätten ihr Schicksal, ihre Schmach und Schande verdient.— ZJolikische MebevsMzk» Berlin, 10. November. Das Wahlergebnift in der Wrst-Priguitz liegt nun vollkommen vor. Schulz ist mit einer absoluten Mehrheit von 1582 Stimmen gewählt worden. Im ersten Wahlgang waren 5043 konservative, 3143 freisinnige, 2015 sozialdemokratische und 1909 antisemitische Stimmen abgegeben worden. Der Kandidat der freisinnigen Volkspartei hat also diesmal noch� 4 00 S t i m m e n m e h r a u f sich vereinigt, a l s i w der Haupt mahl die drei Minoritätsparteien z ii s a m m e n ausgebracht hatten, während für die konicrvative Partei diesmal 956 Stimiiien mehr abgegeben wurden. Man sieht hieraus, daß die Wähler eines rechten alt- preußischen Landraths- Wahlkreises erst Muth bekommen müssen, bis sie es trotz der gesetzlich garaittirteii geheimen Wahl wagen, gegen den eiiigesesseiien Landrath uiid entgegen den Wünschen der die Wahlagitation betreibenden Beamten ihrer Ueberzeugiing nach die wichtigste Bürgerpflicht zu er- füllen. Die Presse der beiden konservativen Richtniigen ist tief betrübt über die Fahiicnflncht der Antisemiten. Man merkt es zwischen den Zeilen der sehr zurückhaltend geschriebenen Wahl- betrackliingen der in erster Linie leidtragenden„Kreiiz-Ztg.", daß sie schwere Sorgen um das künftige parlamentarische Schicksal ihrer Partei kaum zu iliiterdrücken vermag. Ueberall sieht das Jiinkerblalt die von ihm geziichtelen Antisemiten als Todtengräber der Konservativen in deren Wahlkreisen auf- tauchen. Jammernd ruft sie: .. Hätle in der Weslprignitz Herrn v. Saldern nicht Herr Max Schulz, sondern ein leibhasliger Jude gegenübergestaude», so sind wir dessen ganz sicher, daß die A n l i- s e i» i t e n,»nler Bcrleugnung aller i lirer vorgeblichen Grund- sähe, dem deniokiatischen Inden den Vorzug vor dein christlichen monarchischen und nationalen Kon- sc r vativen gegeben hätte n." Das Organ des dlirchgefalleucn Herrn v. Saldern schließt seine Trübiaibläscrei mit der solgendcii Auffordernng an seine Parteigenossen: Ardejlen und Organisiren, das muß auch die Parole der Konservaliveii sein, wenn sie im nächsten Jahre tu Ehre» bestehen ivollen. In diesem Sinne soll uns das Eegebuiß der Wahl in der Westpriegnitz eine gute Lehre sein. Wenn dieser Kampf mit durchaus ehrlichen Mitteln geführt wird und nicht in einer Vorbereitung der bekaiinle», ans Ei»- schüchtcriiiigen und Erpreffiiiigeii ziisammeiigesetzten konservativen Wahlmache besteht, sv soll es uns iiiir recht sein. Das Organ des Bundes der Landwirthe, die„Deutsche Tages-Zeituiig", ist auch nach dieser Wahl klüger als vor derselben, sie weiß nun mitziitheilen, daß sie den Ausgang bcr Wahl von vornherein befürchtet hat. Hätte man statt des Landraths einen Ntann, der den Segen der Plötze und Hahne besessen hätte, aufgestellt, dann wäre nach der„D. T. Z." das Resultat ein anderes gewesen.?lls ob nicht alle vom Bund der Lanvwirthe aufgestellten Kandidaten, sogar der Direktor des Bundes, Herr Rösicke, bei den Wahlen durchgefallen wären! Herr v. Saldern hat sich so entschieden für die agrarischen Forderungen eingesetzt, daß wir uns ver- sagen dürfen, an die verspätete Weisheil des Bündlerblattcs zu glauben. Uebrigeus kann es im Interesse des Ansehens unserer Parlamente, also auch des preußischen Abgeordnetenhauses, nur liegen, wenn man in Zukunft von der Aufstellung von Männern für parlamentarische Ehrenstellen absieht, die von der Regierung abhängig sind. Die Zeiten der Laudraths- kammcrn waren die Zeiten des ticssten parlamentarischen Nieder- gangs in Preußen.\ Die„Nationalliberale Korrespondenz" glossirt das Wahl- ergebniß folgendermaßen: Die zciilrifugalcn Elemente von der Rechten baden dem Frei« sinn zum Siege oerholse». Somit beweist die Wahl allenfalls, dab der Radikalismus als solcher seinen Weizen blühe» sieht und daß der Konservatismus durch sein extremes Agrarprogramm und die Salbung mit antisemitischem Oel sich diskreditirt und seine Absicht, damit zugleich einen ungemesseuen politischen Einfluß sich zu verschaffe», sich selbst in seinen ureigenen Domänen um seine Zugkraft gebracht hat. Anläßlich der Wahl macht die gleiche Korrespondenz über den unter der Decke spielenden Kampf zwischen konservativer Parteileitung und dem Direktorium des Bundes der Land- wirthe folgende interessante Mittheilung: Herr v. Saldern, der dortige Kreisvorsitzende des Bundes der L a n d w i r t h e, hat zu der Bundes- Versammlung, die ihn anfstellte, nur diejenigen Bundesmitglieder geladen, die seiner Kandidatur wohlgesinnt waren. Die anti- semitischen Bnndesmitglieder richtete» darauf eine Beschwerde an die Berliner Bundeszeutrale und stellten einen eigenen Kandidaten auf. Diese antisemitische Beschwerde ist es, deren öffentliche Be- Handlung den Konservative» so unbequem sein soll. Uebcr die Niederlage des Landraths von Saldern darf man aber nicht vergessen, daß diese Niederlage für die Kon- servativcn aller Schattirnngen zu einer dringlichen Warnung geworden ist, alle Kräfte daran zu setzen, die nächsten Wahlen vorzubereiten. So wird sie aber auch für die Gegner dieser Richtung, und vor allein für unsere Partei, die schärfste, entschiedenste und gehaßtcste Gegnerin der Agrarier und Konservativen, zu einer entschiedenen Aufforderung, mit der Organisation für die künftigen Wahlen, mit der Sammlung und Schulung aller verfügbaren Kräfte nicht zn zaudern, alles klar zum Gefecht zu machen. Erst wenn dies geschieht, erst wenn jeder Parteigenosse heute schon daran denkt, was vor den Wahlen zu thun ist, erst dann können wir sicher sein, daß die Neutvahle» im kommenden Jahre die Zertrümmerung der kou- servativen Parteien herbeiführen werden. Die Fehler der Gegner sind werthvoll, die Sicherheit des Sieges bringt aber nur die volle Anspannung der eigenen Kräfte, die Erfüllung jedes einzelnen mit d e m Pflichtgefühl, das die Partei von ihm zu fordern hat.— Bon de» Nationalliberale».„Nationalliberale Selbst- Mordversuche" nennt die„Deutsche Bolksw. Korresp." wenig geschmackvoll die jetzige Politik der Nationalliberalen, weil die- selben abgewichen seien von den Lehren Bismarck's, von der Borliebe für Unterdrückungsgesetze, wie es sich beim Rccke'schen Bereinsgefetz gezeigt habe. Die Folge davon sei der Rückgang der Partei, so der betrübende Ausfall der badischen Landtags- wählen. Die genannte Korrespondenz empfiehlt deshalb den Ratio- ualliberalen„eine schneidigere Taktik gegenüber der Sozialvemo- . kratie." Die Korrespondenz irrt aber und auch in nativuallibcralen Kreisen wird man diesen Jrrthum erkennen; nicht ans den Gründen, welche von der„D. V. K." angegeben werden, ist der Rückgang der uationallibcralen Partei erfolgt, sondern er ist die Folge davon, daß diese Partei noch immer ganz und gar ans reaktionären Pfaden wandelt und daß auch ihre Haltung gegenüber der lex Recke stärksten Anlaß zn Mißtrauen geben mußte. Hätte die Partei die„schneidigere Taktik" bei Bcrathnng der lex Recke befolgt, so wäre ihr Niedergang zweifelsohne noch viel rascher erfolgt; auch bei der Wahl in Baden hätte sich dies in einer noch weil furchtbareren Niederlage gezeigt, als sie die dortigen National- liberalen je erlitten haben. Das Strebe», das sich in einigen Gruppen der national- liberalen Partei bemerkbar macht, von der rohen Brutalitätspolitik loszukommen und klügere Taktik einzuschlagen, ist also keiil „Selbstmordversuch", sondern ein Rettungsversuch. Ob dieser Rettungsversuch jetzt noch gelingen kann, ist allerdings sehr zweifelhaft. Die Partei hat zu viel Sünden auf dem Kerb- holz.- Lord Snlisbury, der englische Premierminister, hat gestern eine bedeutsame Rede gehalten, in der er sich, ab« gesehen vom Maschinenbauer-Streik, über den wir an anderer Stelle berichten, über einige der wichtigsten Fragen der Afrika- und der Oricntpolitik verbeit�e. Ein Londoner Telegramm theilt folgendes mit: „Lord Salisbury führte i» seiner Rede aus dem Lordniayors- Banket in der Guildhall bei Besprechung der Lage in Afrika ans, England habe fortdauernde, aber stets freundliche Unterhandlunge» mit Frankreich, Deutschland, Portugal. Italien und anderen Staate». Ueber derartige Unlerhandliuige» könne er naturgemäß nur mit großer Vorsicht sprechen. Die Unterhandlungen dürfte» noch lange dauern. Der Minister fuhr dann fort:„Wir lassen uns von den strikten Grundsätzen des Rechts und der genaue» Rücksicht auf die Wohlfahrt und die Interesse» des Reiches leite»; wir wollen keine ungerechten Erwerbungen, wollen kein Gebiet deshalb nehme», weil es sich auf der Landkarle gut ausmacht. Wir habe» nur den Wunsch, Geiverbe, Handel und Zivilisation auszudehnen, so viele Märkte als möglich zu erschießen; der Handel an» Niger, Nil und Zambest soll seine» Laus nehmen. Wir wollen uns gut nachbarlich verhalten, müssen jedoch sagen, daß, während«vir in der Vergangenheit Rücksichten ge- zeigt haben, die Bekundung dieser Eigenschaften doch ihre Grenzen hat; wir können»ufere Rechte nicht über den Hansen werfen lasse»." (Lebhafter Beifall.) Redner ging dann zu einer Besprechung der Lage im Südosten E u r o p a's über. Dem europäischen Konzert sei es zwar nicht gelungen, Griechenland vom Krieg abzuhalten, doch davon abgesehen, sei es ihm gelungen, de» Frieden Europa's zu wahre». Wenn in der Kreta-Frage noch nicht mehr erreicht sei, so hätte doch auch eine einzelne Macht nicht besseres leisten könne» als das Konzert der Mächte. Das Einvernehmen der Mächte werde hoffentlich fortdauern.„Die Föderation Europa's ist zwar noch ein Embryo, aber das einzige Mittel, das die Zivilisation vor den Verwüstungen des Krieges bewahren kann. Die einzige Hoffnung, verhindern zu können, daß jdie Konkurrenz in den Riistungen der europäischen Mächte in ein Streben nach gegenseitiger Zerstörnug auslaufe, besteht darin, daß die Mächte alliuälig dahin gebracht«verden, j» freundlichem Geiste in allen Fragen znsamnien zu handeln, bis sie schließlich zu einer internationalen Konstruktion zusannnengeschiveißt sind, die der Welt end- lich eine lange Zeit ungehemmten Handels und dauernden Friedens giebt." Welch wunderliches Gemisch von Versicherungen der Friedlichkeit, von Zukunftshoffnungen und scharfen Heraus- forderungen anderer Staaten! England will keine nn- gerechten Erwerbungen, will nur Handel und Gewerbe fördern, will nur der Zivilisation dienen und mit seinen Nachbarn in Frieden leben. Geiviß, das wollen die europäischen Staaten alle, das versichern sie um die Wette. Aber klingt es nicht schon wie Ironie, tveun Lord Salisbury seines Landes Friedfertigkeit damit bekräftigen will, daß es kein Gebiet deshalb nehmen wolle, iveil es sich aus der Landkarte gut ausmacht? Und nach diesem zweifelhaften Witz folgen die unzweideutigsten Drohungen, insbesondere gegen Frankreich gerichtet wegen der Konflikte im Hinterland des Nigerstromes und im Quell« gebiet des Nil. England, das stets„zielbewußt" und rücksichts- los seinem Vortheil nachgegangen ist, das sich mit brutalen Ellenbogen auf dem Erdenrund Platz schaffte: England hat„in der Vergangenheit Rücksichten gezeigt" und droht, fortan anders, schneidiger aufzutreten, was die hohe Diplomatie in das schöne Wort von„unseren Rechten", die„wir nicht über den Haufen werfen lassen können", kleidet. Wirklich scheint mau in England zu einer aggressiven Politik Lust zu verspüren. Die Erfahrungen, die man mit dem „europäischen Konzert" im Orient gemacht hat, sind nicht be- s onders angenehm für England und seine Pläne gewesen. Dies klingt recht deutlich aus Lord Salisbnry's Aenßerungen her- vor; zwar sagt er, daß eine einzelne Macht in der griechisch- türkischen Frage auch nichts besseres hätte leisten können, und er hofft, daß das Einvernehmen fortdauern möge, aber be- sonders hochschlägt er die Erfolge des„Konzerts" nicht an, worin er ja auch durchaus im Recht ist, und der Grundklang seiner Rede ist, daß England sich auf sich selbst zu stellen habe. Das stimmt auch völlig zu den Wünschen der englischen Bourgeoisie, welcher gegenüber den unbequemen Konkurrenten au dem Weltmarkte jegliches Mittel. recht ist, und zn den vielfach in England laut werdenden Forderungen ans Verstärkung der englischen Kriegsmacht, welcher Forderung am gleichen Tage, da Lord Salisbury seine„Friedcnsrede" hielt, der Kriegs- minister Marquis of Landsdowne deutlichsten Ausdruck gab. Mas bedeuten diesen harten Thalsachcn gegenüber die phantasievollen Worte von der„Föderation Europa's" und der „internationalen Konstruktion"? Der Weg, den England geht gleich den übrigen kapitalistischen Staatswesen, führt nimmer- mehr zn solchem Ziele. Die Diplomaten blasen gar lieblich ans der Friedens- schalmei und im selben Augenblick drängen sie die Völker zn kriegerischen Rüstungen ohne Ende, zn Vermehrung der Truppen- Massen und der Flotte! Die Stiniliinug der englischen Maschinenbauer drückt sich in einer Liebe aus, die Barnes, der Generalsekretär der Vereinigten Maschinenbauer- Gesellschaft, am vorigen Sonntag in einer BolkS- versanunliing zu London(siehe das Telegramm in der Dienstags- Nummer) hielt. Er erklärte, die sämmtliche» übrigen Geiverkschnften Englands stünden ans dem Punkt, für die Maschinenbauer i» Aktion z u treten und den Krieg in das Lager der Feinde zil trage». Damit kann Barnes nnr gemeint haben, daß seitens der Arbeiterorganisationen der zum theil»och fortdauernd« Betrieb in den Werkstätten und Fabriken der Unternehme r durch Abberufung der nicht zur Maschiueubauer-Gesellschaft gehörenden organisirte» Arbeiter zum Stillstand gebracht werben soll. Das würde die Lage der Unternehmer allerdings wesentlich ver- schlinimern. Uebrigens versicherte Barnes unter allgemeinem Beifallsjubel noch weiter:„Was die Finanzfrage beinfft, so haben wir die 18 Wochen ansgchalte», ohne mit der Wimper zu zucke». Und ich kann sagen, ohne mit d e r W i in p e r zu zucken, halten w i r auch noch einmal 18 W v ch e» lang aus! Barnes ist ein ruhiger, enlschlossencr Mann, der einer ivindigen Prahlerei unfähig ist. Und ivir glaubte» uns um so mehr ver- vflichiet, diese Aeußernng hier anznsühre», als von kapitalistischen Blättern die Lüge ausgesprengt worden ist, Barnes habe sich so kleinlaut geäußert, daß ein baldiges Mchgebe» der Maschinenbauer zu erivarten sei. Kleinlaut klingt aber i» Wirklichkeit eine Miltheilnng der Herren Unternehmer, die feierlich beiheuern, es sei ihnen nicht ein- gefallen, was nia» ihnen iinlergelcgt habe,— die Mitglieder der Gewerkschasle» aus ihren Betrieben ausschließe» und die Gewerk- schaste»„zerschmettern" zu wolle». Diese Demenlirung des schneidige» Reserveliculenauts Siemens ist, nach dem hochfahrenden Ton. in dem die Herren bisher gesprochen, entschieden ein bedeutungsvolles Symptom. Uluf ein Moment sei hier noch aufmerksam gemacht, das bisher bei Abwägung der gegenseitige» Machtverhältnisse nicht genügend hervorgehoben ward. Nämlich ans die Thatsache, daß die Maschinenbaner-Gesellschasl zwischen 75 und 8t) Prozent s ä m m t l i ch e r im e» g l i s ch c n Maschinenbau b e- schüft igten Arbeiter umfaßt— also über drei viertel, und darunter anerkanntcrmaßc» die besten Arbeiter. Die Stärke einer Gewerkschaft ist um so größer, je höher der Prozentsatz der in ihr besindliche» Arbeiter des einschlägigen Gewerbes. In Deutschland gelten 20 pCt. schon als eine günstige Ziffer, und wir haben manche Gewerkschaft, die nicht Ig pCt. enthält. Eine Gewerkschaft, die, wie die englischen Maschinenbauer, mehr als 75 pCt. der Arbeiter dieses Faches umfaßt, beherrscht dessen A r b e i t s m a r k t und hat nicht zu befürchten, daß die ausgesperrten Arbeiter durch andere ersetzt werben, zumal im gegen- wärligen Kampf um den Achtstundentag der Zuzug ausländischer Arbeiter gleich Null ist.— Nach der Rede, die Lord Salisbury am Dienstag in der Guildhall gehalten hat, ist die Hoffnung, daß es zu einer Konferenz kommeu werde, sehr berechtigt. Lord Salisbury sagte mit bezug auf den Streit im Maschinenbangewerbe, es lägen hierin Elemenle der künstigen Wohlfahrt oder des künftige» Unglückes Englands. Er freue sich, die Meinung aussprechen zu können, daß dank den ein- sichtsvollen und beharrlichen Bemühungen des Präsidenien des Handelsamtes die Konferenz zwischen den Arbeitgebern und den Ar- beilern, die der Lord Mayor wünsche, bald stattfindeu dürfte.— Zum Gcdiichtniß. Heute vor zehn Jahre», am II. Nov. 1337, sielen in Chicago die sogenannteu Anarchisten S p i e s, Fischer, L i n g g und Fi e I d e n dem Kapitalismus und seinen Polizeischergen am Galgen zum Opfer. Der fünfte. Pars o n s, zog es vor, sich dem grausigen Schauspiel des Justizmordes durch Selbstmord zu cutzieheu, indem er eine mit Dynamit gesüllle Zigarre anrauchte. Diese Männer waren nichts weniger als Anarchisten, sondern begeisterte Schwärmer, ersüllt von dem heiligen Willen, den unlerdrückten Klaffen zu Helsen. Auch der Bertreler der staatlichen Behörde, der ehemalige Gouverneur von Illinois, Altgeld, ist bekanntlich zur Ueberzeugmig von der Unschuld der Hingemordete» gelangt.— « Deutsches Reich. — Di« zur Ergänzung des Bürgerlichen Gesetz- bnchs nolhwendigen Novellen zum Gerlchtsverfassungsgesetze und zur Zivilprozeßordnung liegen noch dem Bundesrath zur Beschluß- fassung vor. Ueber die geplanten Aendernngen haben wir bereits vor einem halben Jahr berichtet. Sie betreffen wesentlich das Zu» stellimgswese», Erhöhung der Revisionssinnmen, Aenderung des Ent- mündiguiigsversahrens und Ausdehnung des Kreises der nnentbehr- lichen Sachen. Es ist müßig, über de» Inhalt der Novelle und der gleichfalls angekündigten zur Strnsprozeß-Ordmmg und zum Gerichts- verfassnngs-Gesetz sich auszulassen, bevor sie endlich den Schooß des Buudesraths verlassen haben. — Die Unterzeichnung der Beitrittserklärung Deutschlands zu dem Abkommen vom 14. November 1896 und dem Znsatzprotokoll vom 22. Mai 1897 über internationales Privatrechl hat gestern im Haag zugleich mit der Oesterreich- Ungarns stattgefunden.— — Schwere Sorgen entstehen bei der„Deutsch. Tagesztg." über die Absicht der K o m m i s s i o n für Sl r b e i l e r st a t i st i k, die durch die Arbeiten über die Konsektionsindustrie jahrelang ans den Abschluß harrenden Erhebungen über die Arbeiterverhällnisse im Mühlengewerbe endlich zn beenden. Sie hoff! zwar, daß, nach- dem Herr v. Notteuburg entfernt ist, die Verhandlungen von einem anderen Geist erfüllt sein werden. Aber schon in der Thatsache, daß die Fortsetzung der Untersuchunge» gerade auf dem Gebiete des Müllergewerbes erfolgt, erscheint ihr als eine Fortwirkung des sozialdemokratischen A g i t a t i o» s p l a n e s. Warum das Müllergeiverbe, jammert das Agrarierblatt weiter, man solle doch andere Industriebetriebe auswählein Zum Schluß wird empfohlen, der Organisation des Gewerbes selbst die Rechte zn verleihen, über Arbeits- und Ruhezeit Bcstimmungeu zu treffen. Das wäre allerdings eine recht schöne Lösung der Frage, wenn die Bäcker- iunung über die Arbeitszeit zu bestimmen hätte. Sicher würde dann sofort der vierundzivanzigstündige Arbeitstag reglementirt, und im Müllergewerbe hätte man nicht»öthig, ihn abzuschaffen. Der Groll ist groß— und noch ehe die Kommission mit ihrer Arbeit beginnt, erscheint sie den wülhenden Eiferern schon als sozial- demokratische Agitntionskommission. Für diesen Zuwachs möchten wir doch höflichst danke». Die Kouimission sür Arbeilerstaliilik hat manches Gute anzustreben versucht, aber wenn wir zu bestimmen hätten, hätte die„Deutsche Tageszeitung" Ursache,»och viel wülhender dreinzuschlage».— — Die„Reform" des Strafvollzugs, wie sie in den vier Grundsätzen des BundeSraihs niedergelegt ist, findet fast in der gesammte» Presse die ihr zukommende abfällige Benrtheilnng. Man ist fast allgemein der Ansicht, daß diese„Neu-Ordiimig" in der Behandlung der Gefangenen überhaupt keine Neu-Ordmmg ist, daß die schlimmsten Mißstände forlbeslehcn, daß die minimalen Aendernngen des gegenwärtigen Zustandes durch die Ueberl»ss»»g der thalsächlichen Ansiührnng in das Belieben der Gefärignißbehörden keinen wirklichen Werth besitzen. Selbst die„Berliner Nenesten Nachrichten" nennen diese„Grundsätze" ein nur unvollkommenes Surrogat. Die sozialdemokralischen Organe üben durchweg eine scharfe Kritik an dieser Art Regelung des Gefängnißweseiis. Denlschlnnd marschirt eben, wie männiglich bekannt, alleweil an der Spitze der Resormpolitik!— — Verstärkte polizeiliche Maßregel» zur Herbei- sührnng von Bestrafung kontraktbrüchiger Landarbeiter sind von verschiedenen Regiernugspräsidenten gelroffe» worden. Die„Deutsche Tagesztg." freut sich über diesen Fortschritt in der Behandlung deffen. was sie die ländliche Arbellersrage nennt. Wir versiehe» darunter etwas ganz anderes.— —„Religion i st Privatsache" Die„Germania" greift einen Beschluß der Charlottenburger Filiale des Verbandes der Maurer auf, welcher lautet:„Stirbt ei» VerbaudSkollege und es geht ein Geistlicher mit zur Beerdigung, so wird dem Verstorbenen kein Kranz gespendet." Die„Germania" sieht hierin den Beweis, daß der Sah„Religion ist Privatsache" vor der Thatsache dieses Beschlusses nichl bestehen könne. Wir möchten dem Zenlrnnrsbkait folgendes zn bedenken gebe». Erstmals ist die Charlottenhnrger Filiale des Maurer- Verbandes nicht eine Gruppe der sozialdemokratischen Parici, und diese kann nicht für das veraniwortlich gemacht werden, was jene Filiale beschließt und thut. Ferner ist wohl zu berücksichtigen, daß jener Beschluß irahrscheinlich darin seine Ursache hat, daß gar häufig die Anwesenheit des Geistlichen de» Hinterbliebenen selbst nicht lieb ist und nur durch soziale Rücksichlen ansgedrängt wird. Wir kennen ja die Gründe nicht, welche die Charlottenburger Filiale des Manrerverbandes bei der Fassung ihres Beschlusses geleitet habe», aber wir wissen, daß oft genug Geistliche an de» Kränzen, die von Arbeitern aus den Friedhof gebracht wurden und etwa mit rothen Schleifen versehe» waren, Anstoß nahmen und sich in wenig schöner Weise hierüber aussprachen; wenn die durch solche Be- Handlung gereizten Arbeiter dann derartige Beschlüsse fassen, so ist das schon einigermaßen begreiflich und die„Germania" sollte Sorge tragen, so weit es an ihr ist, daß die Herren Geistliche» derartige Dinge unterlassen. Endlich wollen ivir aber auch kein Hehl daraus wachen, daß wir de» in Rede stehenden Beschluß keineswegs gut- heißen.— — Fl o tle n a g i t a t i o n. Von der deutschen Kolonial- gcsellschaft und dem Alldeutschen Verband sind nachfolgende Redner zur Agitation für die Flotte gewonnen worden: Dr. Anton, M. Bahr, Graf Bernstorff, G. Erdmann, Max Lorenz, Korvelten- kapitän Meller, Dr. Nenbaur, Oberlehrer Dr. Raffow, Kontre- admiral R. Werner, Kapitänlieutenanl Weyer. Die Herren werden sich sehr viele Mühe gebe» müssen, wenn sie ihre Phantastereien der Masse des Volkes näher bringen wollen. Wenn sie es nicht besser verflehe» als der eine unter ihnen, der Herr Lorenz, in seiner jüngsten Broschüre, so werde» ihre Erfolge gleich Null bleiben. Uebrigens ist es uns intereffant, daß unsere Prophezeiung über den Monsieur Lorenz so sehr schnell eingetroffen ist. Beim„Alldeutschen Verband" angelangt!— — Herr S t ö ck e r hat gegen das Urtheil des Neunlirchener Schöffengerichls, durch welches Freiherr v. Stumm sreigespiochm wurde, Berufung eingelegt. Es wirb sich darum Handel», od baS Landgericht edenjcills dem Freiherrn de» Schutz berechligter Jnlereffeu zuerkennt.— — Ein chri stlich-sozialer Kongreß, veranstaltet von der Rechten des Stöcker'schen Anhanges, im Gegensatz zum evangelisch-sozialen Kongreß, findet heute in Barmen stall. Ans dem Programm dieser Zusammenknuft steht ein Bortrag des Chef- Redakteurs des„Volk". Dietrich v. Oertzen über:„Die Bedeutung des Protestantismus für den Staat und seine sozialen Ausgaben", und ein Vortrag Slöcker's über:„Die Wechselwirkung des Kirch- lichen und Sozialen".— — National-soziale Wahlpropaganda. Herr Damaschke, der Kandidat der National-Sozialeu in Oldenburg- Plön, ivill sich bei den Wählern empfehlen, indem aus dem Wahl- Fliigdlalt sein Porträt angebracht ist. Ob solche Scherze das richtige Mittel sind, um die erhofflcu großen Triumphe der Partei herbeizuführen, möge» die Herren sich selbst überlege».— — Der Schutz der Deutschen im Auslände wird von den Marinisten als ein wesenllicher Grund bei der Befnrwortnng der Flolleuvermehrnng angeführt. Da sind die Mitiheilmige» recht interessant, welche die„VolkS-Zeilung" aus der Monalsschrist„Nord und Süd" entnimmt. Daraus geht hervor, daß zwar insgesammt 9 918 240 Personen deutschen Ursprungs im über» eeischen Auslände existire», daß davon aber nur 28128 Reichs- Angehörige sind. Also noch nicht zn einem Prozent haben die Deutschen ihre Beziehungen zum Mutterlaude aufrecht erhallen! Ei» großer Theil dieser Handvvll deutscher Rcichsangehörigen besindet sich zudem beständig auf dein Sprunge zur Slaalsangehörigkeil des Landes, in dem er wohnt. Da Amerika und 'Asien die Erdtheile sind. Ivo wir angeblich unsere Landsleute durch eine starke Flotte„schützen" müsse», so ist zu betone», daß wir in Asien n u r 4063 R e i ch s a n g e h ö r i g e habe»! Diese vertheilen sich ans die asiatische Türkei. Persien, Ostindien, China und Japan und ein Theil befindet sich im asiatischen Rußland. In ganz A in e r i k a hat niaii 20265 deutsche Lieicheangehörige; davon gehört der größte Theil in die Vereinigten Staaten von Nordamerika, der Nest vertheilt' sich z» je einige» Hunderten auf Mexiko, Westindien, dänisch Indien, Brasilien, Cdile, Argentinien, Urngay, Paraguay, Peru, Bolivia, Guateniala, Honduras, Costarica, Venezuela rc. In einigen dieser Staaten beschränkt sich die Zahl der Deutscheu ans das Gesaudtschaftspersonal, das schon durch das Völker- recht genügend sicher gestellt ist, auch gemeinhin keine wirlhschast- lichen Interessen hat, die eine- besonderen Schutzes bedürfen. Wenn man natürlich, sagt die genannte Zeitung mit Recht, »nie es jetzt von unseren Flottenschivärmern für die Vorgänge auf Haiti angestrebt wird, wegen jedes Reichsangehörigen, der irgendwo in der Welt wegen seines kontravenirenden Kutschers mit der ans- ländische» Polizei Unannehinlicbkeilen gehabt hat, ei» Schiff in See stechen lassen will, dann wird die halbe Milliarde, die jetzt gefordert wird, auch nicht ausreichen. — Chronik der Eisenbahnunfälle. Au? Offenburg in Baden wird heute telegraphirt: Ter Perlonenzug Nr. 63 fuhr heule früh 6 Uhr infolge falscher Weichenstcllung auf de» Schlich einer RaiigiraMheilung. Personen wurden nicht verletzt, dagegen ist der Malerialschaden bedeutend. 7 Güterwagen wurden beschädigt, 3 vollständig zertrümmert.— — Znni Kampfe gegen den PoloniSmus. Die Strafkammer in Posen veiurtheilte heute den Schlossermeifter Stanislaus Bizozowski wegen Anshängens einer r o t h- weißen Fahne zu 33 M. Geldstrafe, weil dies die Farben des früheren Königsreichs Polen, dagegen als Farben für die Provinz Posen durch königlichen Erlaß weiß-schwarz-ivciß festgesetzt sei.— Kassel, S. November. Der antisemitische Pastor Is kraut mich den Schmerz erleben, im eigenen Parleilager schmählich ab- geihaii zu werden. Der hiesige„Deutsche Jugendbund" hatte seiner- z>it Jskrant zum Threnmitgliebe ernannt. Das ist dem Bunde aber wieder leid geworden, und in seiner Hanptversamnilnug am Sonnabend machte er, dem„Volksblatt für Hessen" znfolge, die Ernennung wieder rückgängig. Anklagen hagelte» auf die Person Jskraul's hernieder. Ein Student erklärte, daß Herr Jskrant nach seiner natürlichen Bcanlagung, seiner Vergangenheit und namentlich seinem jüngsten Verhalten i» H-ssen weder ein Christ»och ein Deutscher sein könne, und trat für unbedingte Aberkennung der Ehrenmitgliedschaft Jskraul's ein. Diesem Aiitrag wurde dann auch einstimmig Folge gegeben.— — Das Verfahren gegen den orthodoxen, auch sozialpolitisch hervorgetretenen Pastor Schall in Bahrdors(Braunschweig) hat endlich eine» Schritt»ach vorwärts gemacht. Es ist dem Gemaßregelten nun die Anklageschrift im Umfange von 370 Seile» zugegangen. Das ganze Anklagematerial soll 10 000 Seiten umfassen. Das Verfahre» soll sich zum theil nnf zeitlich sehr weit zurückliegende Angelegenheiten ausdehne». Ans de» 31. Januar nächste» Jahres ist der Verhaudlungstermin an- gesetzt.— AnS Oberschleffen, 10. November.(Eig. Ber.) Dem dies- maligen Kaiserbesnche in Oberschlesien und im besondere» im ober- schlesischen Jndustriebezirk— am 12. d. Mls. besichtigt der Kaiser die Königshütte— scheinen gewisse Kreise eine ganz besondere Be- dentuug beilegen zu wollen. Die Vorbereitungen zum Empfange des Kaisers habe» einen solche» Umfang angenommen, daß sie einen höheren Zweck verrathen. Stadt und Hütte wende» nahezu 100 000 M. daran, um hier ein großartiges Empfangsfest zu ver- austalten. Von weit her werden alle Kriegervereine zusammen- berufen, die ca. 10000 Schulkinder von Königshütte iverden in diesen Tagen in der Schule darauf vorbereitet, ein großer Theil der Stadt KönigShütte wird am Festtage für vier Stunden für alle Wagen und Fußgänger, die mit den Festlichkeilen nichts zu lhnn haben, gesperrt(I), kurz: es hat alles den Anschein, als ob beab- sichtigt würde, der imnier unzufriedener werdenden polnischen Be- völkerung durch ein Glanzstück ersten Ranges wieder etwas mit ihrem Loose zu versöhne».— Täuscht man sich auch nicht über den Charakter der oberschlesischen Bevölkerung?— — Der ge maßregelte bayerische R e g i e r u n g s- rath Burkart verspricht gegenüber den ihn der Pflichlver- nachlässtgung beschuldigenden Darlegungen des Finanzministers v. Riedel im Finanzausschusse der Abgeordnetenkammer, eine alten- mäßige Darlegung seiner Behandlung durch die vorgesetzte» Be- Hörden.— DreSden, 10. November.(Eig. Ber.) Sächsischer Land- t a g. Schon die erste Präliminarsitzung der ziveiten Kanuner des sächsischen Landtags führte infolge einer Provokation des Vor- sitzenden, des bekannten Hofrath Ackermann, zu einem Zivischenfall mit den anwesenden sieben sozialdemokratischen Abgeordneten. Herr Ackermann brachte gegen allen bisherige» Brauch, nach. dem er darauf hingewiesen, daß der gesetzmäßige Sinn des sächsischen Volkes den Widerspruch gegen das neue Wahlrecht überwinden»verde, ein Hoch auf den König aus. Unsere Parteigenossen standen sofort auf und vrrließen den Sitzungssaal. Die dadurch entstehende kleine Pause benutzte der Herr Hofrath dazu, mit erkünsteltem Palhos auszurufen:„Sind das auch Sachsen, die davonlaufen. wenn wir unserem König huldigen?" Daraus ertönten noch einige leise pflichtschuldige Pfuirufe. Wenn Herr Ackermann und die Geldsncks-Abgeordneten des sächsischen Parlaments glaube», auf solche Art köuigstreuen Pa- triotismuS zu züchten, so irren sie sich sehr. Und wie daS sächsische Volk über das neue Wahlrecht denkt, werde» die Herreu in Dresden noch kenne» lernen und es wird ihnen nicht gefallen. DieseS erste Renkontre zwischen dem Präsidium und der sozial- demokratischen Vertretung ist nur das Vorspiel der kommenden Dinge. Die sozialdemokratischen Abgeordneten iverden bald die Fchoe gegen die Wahlrechlszerstörer mit voller Wucht ausnehmen. Karlsruhe, 8. November.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Die Abgeordnetemvahl fiel ganz entsprechend der Wahlmännerwahl aus. Es wurden als Vertreter Karlsruhe's in die zweite badische Kannner entsandt die Eozialdemokraien G e ck und Schaler und der Demokrat B l e ß. Für diese stimmten L2s Wahlmänner, für die nationalliberale» Kandidaten dagegen blos 104.— I» Mannheim habe» die Wahlmänner, wie nicht anders zu »rivarten war, sozialistisch gewählt.— — Koloniale?. Bei der hiesigen Neu-Guinea Compagnie ist folgende Meldung eingegangen: Die der Ermordung des Forschuiigsreiscnden Ehlers und des Polizei-Unterossiziers Piering angeklagte» Bukalente Ranga und Opiha, welche, wie bereits ge> meldet, unter Mitnahme von Gewehren aus dem Gefängniß zu StcphanSort entsprungen waren und deren einer(Ranga) am 14'August de» auf ihrer Versolgung an der Spitze einer Expedition begriffenen Laiideshauptnlann von Deulsch-Neu-Gui»ea C. v. Hagen meuchlings erschossen hat, sind am 18. August von benackbarten, be- freundete» Eingeborene», die an der Verfolgung theilgenonnnen haben, getödtel worden. Die Köpfe der Mörder wurden als W(ihr zeiche» für die Sühne der Frevelthal nach Stephan sorl gebracht. Derarlige Brutalitäten sollten in jedem Falle vermieden werde».— Oesterreich. Wien, 0. November. � Der Budgetausschuß des Ab- geordneten Hauses setzte die Verhandlung über das Aus- gleichsprovisorium fort. Das Mitglied des verfassungstreuen Großgrundbesitzes Bär n reither trat den jüngsten Aeußernngen des Jinanzministers, betreffend die Anwendung deS Z 14 des Staatsgrund- Gesetzes vom LI. Dezember 1867 auf das Ausgleichs- Provisorium, entgegen und erklärte, diese Anw e n d u n g sei vollkommen ausgeschlossen; der Erlab einer Roth- Verordnung, wie sie der Finanzminisler in Aussicht stellte, wäre eine Verletzung der Verfassung. Redner beantragte eine Resolution im Sinne seiner Aussührnngen. F i n a u z m i u i st e r Dr. v. B i l i n S k i erklärt, gegenüber dem Vorredner Bärnreither, er habe absolut nicht gesagt, die Regierung werde das hier vorliegende Provisorium eventuell nach dem ß 14 des Staatsgrundgesetzes machen. Er habe vielmehr nur die- jenigen a n d e r w e i t i gen A n o r d n u n g e n. abgesehen von der Regelung der Quote, gemeint, die nach dem ß 14 erlassen werden müßten, falls das vorliegende Gesetz nicht zu stände käme. Der Minister weist daraU hin, daß die S ch a f f u n g eines f o l ch e n P r o v i s o r i n m s nach§ 14 in dem gesagten Sinne sehr wohl zulässig sei, was aus§ II des Staatsgrundgesetzes hervorgehe. Im Jahre 1368 sei sogar ein Gesetz über die Snspendirnng der verfassungsmäßigen Rechte der Staatsbürger ursprünglich im Wege der Verord- nung nach diesem ß 14 erlasse» worden, welcher Vorgang von dem damaligen Berichterstatter Sturm alS verfassungsmäßig und korrekt anerkannt worden sei. Die Regierung wolle gar nicht das Haus vertagen, sie wünsche dringend, daß der Gesetzentwurf Gesetz werde, und eS würde ihr nicht beifallen, den tz 14 anzuwenden, wenn der Gesetzentwurf etwa vom Parlament verworfen würde. Wenn aber die Majorität des Hauses bei jeder Gelegenheit erkläre, sie wolle für das Ausgleichsprovisorium stimmen und daran nur durch äußere Umstände verhindert werde, und jede andere Regelung bis zu dem Ablauf der noch verbleibenden Zeit unmöglich werde, dann müsse der tz 14 anwendbar sein, natürlich nicht auf den vorliegenden Gesetzentwurf, sondern ans ein Provisorium überhaupt. Der Minister bittet dringend, die Vorlage anzunehmen, Zeit zur Berathnng sei noch genügend vorbanden, der tz 14 brauche deshalb nicht nothweudigerweise praktisch zu werden. Abg. Kaiser(deutsch- volklich) erklärt, seine Partei werde gegen das Ausgleichsprovisorium stimmen und im Falle der An- nähme desselben, eine Annahme für drei Monat« be- antragen, da sie(seine Partei) der Regiernng, welche die S p r a ch e n v e r o r d n u u g e» erlassen habe, kein Vertrauen entgegenbringen könne.— Wien, 10. November. Die heutige Sitzung des Nbgeord- nete»-Hauses beginnt mit zwei von der Linke» beantragten namentlichen Abstiinimingeii. Daraus folgt«ine leidcnlckafltiche Geschäftsordnungs- Debatie zwischen Schönerianern und Christlich- Sozialen wegen Richtigstellung der stenographischen Protokolle über die Sitzung vom 4. d. M. Vizepräsident Dr. Kramarcz greift in die von heftige» Zivischenrufen begleitete Kontroverse mit der Erklärung ein, daß sich der gesunde Sinn der Bevölkerung gegen den unglanb- lichen Ton. welcher im Hanse herrsche, auflehnen müsse. Hiernach findet wiederum eine namentliche Abstimmung statt.— Ungar«. Budapest, 10. November. Abgeordnetenhaus. Franz K o s s u t h erklärt, die Aeußerungen des österreichischen Finanz- Ministers Dr. v. Bilinski am letzten Sonnabend im Budgetausschnß seien unvereinbar mit der ungarischen Verfassung Redner spricht den Wunsch aus, die ungarische Regierung möge sich hierüber amtlich äußern, und interpelltrt de» Ministerpräsidenten in betreff der Stellung, welche die ungarische Regierung einnehmen würde, falls Oesterreich das AnSgleichsprovisorium mittels des Noch Paragraphen durchführen sollte.— Budapest, 10. November. Das Komorner Bezirksgericht ver- urtheilte den persönlich zur Verhandlung erschienenen sieben- dürgischen Bischof Grafen Gustav Majlath wegen Vergehens der Wegtaufe zu 60 Gulden Geldstrafe, welche der Bischof sofort erlegte.— Frankreich. Pariö, 10. November. Der„Figaro" meldet, Echeurer-Kestner werde entsprechend der gestrigen Erklärung der lliegierung die Angelegenheit des Hauptmanns Dreyfnß dem Justizminister unter- breiten. — Ganz wie bei uns. Ein französischer Reserve- ossizier wurde von einem anderen Offizier geohifeigt und weigerte sich, ein Duell mit ihm auszufechten, nachdem das Zivilgericht den Gegner zu 600 Franks Buße vernrtheilt hatte. Ei» Ehrenrath von Offizieren sprach sich darauf für die Entlassung des Nlcht-Duellauten ans dem yffiziersstaude aus, da das bürgerliche Urtheil mit bei militärischen Ehre nichts zu thu» habe und das Duell hätte vor sich gehe» müssen. Der Kriegsminifter bestätigte die Eni- lassung. In Frankreich spielt die militärische Sonderehre eine ebenso große Rolle wie in anderen Ländern, besonders in Deutsch land. Der Militarismus erzeugt allenthalben die gleichen Wahn. Vorstellungen.!!!— Paris, 0. Novbr. Die Z o l l k o m m i s s i o n d e s S e n a t s stimmte dem Gesetzentwurf zu, durch welchen die Regierung er- mächtigt wird, sofort und bis das Parlament seine Entscheidung getroffen, dnrch einfachen Erlaß Zölle zur Anwendung zu bringe». falls sie eine Spekulation in Importartikeln verhindern will. Bequemer kann man es der schutzzölluerischen Regierung nicht machen.— Belstie«. — Die Ausländer und der belgische Militär- dien st. Aus Brüssel wird gemeldet: Die Regierung trifft trotz des Widerspruches der hier wohnenden Ausländer Vorbereitungen zi» Einreihung derselben in die Bürgergarde. Deutsche, Franzofen und Englättder sind entschlossen, der Einreihung Widerstand zu leisten.— — Die e r st e Sitzung der Kammer am Dienstag endete nach kurzer Tagung unter großem Tumulte, hervorgerufen durch einen die ganze Linke beleidigetiden Zivischenritf des Klerikalen de Guchtenaere. Zur Verhandlung stand die Interpellation B e r l o z betreffend die Maßregelung zweier Lehrerinnen von Gent. Diese hatten sich au dem Leichenbegängiiiß einer ihrer Schülerinnen betheiligt, das ohne die Mitwirkung des Pfaffen vor sich gegangen war; auch ein rvthes Banner ivar im Trauerzuge mitgeführt worden. Der Unter- richlsminifter suchte die gegen die betreffenden Lehrerinnen er- griffencn Maßnahmen der Schnlbehörden zu rechtfertigen. Nach dem Minister nimmt Anseele daS Wort. Im Lause seiner Rede verliest er den Dlrtikel eines katholische» Blattes über jene Affaire, worin die Stelle vorkommt, daß die Freidenker ihre Tobten„ein- scharren wie die Hunde". Bei Verlesung dieser Stelle schreit der oben genannte de Guchtenaere:„So ist es auch; das lhnl Ihr!" Dieser Zwischenruf ruft einen ungeheuren Tumult hervor. Die gesammte Linke erbebt sich, der Präsident hebt die Sitzung aus. In den Konloirs soll es zu Thätlichkeilen gekommen fein.— Danemark. Kopenhagen, 10. November. L a n d S t h i» g. Bei der ersten Berathnng der Zollvorlage erklärte der frühere Konseilpräsident Eftrnp, die Aussichten für die Durchführung der Zollreform seien geringer geworden, weil die Regierung im vorigen Jahre ihre bis dahin eingenommene Stellung bezüglich des Umfanges des der Industrie zu gewährenden Schutzes aufgegeben habe. Die Vorlage der Regierung gebe die alte Fordernng des Landsthings auf, daß keine Verminderung der Staatseinnahmen stallfinden und daß der nationalen Produktion der nöthige Schutz zu theil werde» solle. Besser seien geringe Zölle auf viele, alS hohe Zölle ans einzelne Artikel. Redner empfahl vornehmlich den Schutz der Landwirthschaft. Italien. Rom, 0. November. Wie schon mitgetheilt wurde, hat der Kassationshof de» Rekurs C r i s p i' s gegen den Anklagebeschluß des Gerichtshofes in Belog»« anerkannt. Der gewöhnliche Gerichts- gang wurde als unangängig abgelehnt. Es ist nun möglich, daß das Gericht von Bologna selbst die Ermächtigung zur Verfolgung Crispi's von der D e p u t i r t e u k a min e r einholen wird. Anderenfalls verlautet, daß der radikale Abgeordnete Cavallotti die Absicht habe, die Angelegenheit vor die Kammer zu bringen.— Spanien. Madrid, 0 November. Die„New-Dork World" hatte an den Ministerpräsidenten Sagasta eine Depesche gesandt, in welcher gesagt war, von feindlicher Seite werde die Nachricht verbreitet, daß Spanien«inen Vorwand suche, um den Vereinigten Staaten den Krieg zu erklären. Hierauf beauftragte Sagasta lelegraphisch den spanischen Ge- sandten in Washington Dupny de Lüme, dem Blatte mitznlheilen, daß Spanien es als ei«großes Unglück betrachten würde, wenn ihm Grund zu einem solchen schmerz- lichen Entschlüsse gegeben würde; indessen hoffe Spanien, das von herzlichen Gefühlen beseelt sei, daß die Ver- einigten Staaten, indem sie die Rechte Spaniens achten, die Ge- fühl« der Freundschaft zum Wohle der beiden Länder befestigen werden. Die Aulwort Spaniens auf die Note Amerika's wurde gester» von der Regierung der Bereinigten Staaten in Empfang ge» noinme». Die Negierung erachtet die Antwort alS sihr befriedigend. Ein« offizielle Depesche ans Havana meldet, Oberst Gonzalez habe Maximo Gomez geschlagen. Türkei. Konstantinopel, 0. November. Die hellcnischen Delegirten sandten heute IL vereinbarte Punkte der Friedensverhandlungen »ach Athen. Der definitive Friedensvertrag wird 16 Punkte enthalten. Vier Punkte, und zwar zwei, Modistkationen der Kapitulation, einer, die Entschädigung der Privaten für ihre Verluste und einer, die freie Emigration aus dem retrocedirten Terri- torium betreffend, sind noch unerledigt. Heule findet die 13. Sitzung stall. Konstantiiiopel, 0. Novbr. In dem letzten außerordentlichen Ministerralhe gelangte die Frage betreffs der bulgarischen Berate zur Erörterung. Es handelt sich um die bulgarische Forde- rung, fünf neue Bifcliosssitze für Makedonien zn bewilligen. Der bulgarische Vertreter Markow wurde dnrch den Großvezir benach- richiigt, daß der Sultan die loyale Hallnng Bnlgarieus in letzter Zeit anerkenne und es in der Ausübung seines Kultus nie behindern werde Er wolle das Versprechen der Erthnlung der gewünschten Berate einlösen, sobald der desinilive Friedensschluß stattgefunden habe. Gegeuwä'tia sei dies unmöglich, und er hoffe, daß Bulgarien sich in Geduld fassen werde. I» den betheiligien Kreise» erwartet man die Erlheilnnz von zwei bis drei Beraleu.— Llsien. — I u I a p a ii hat ein M i n i st e r w e ch s e l stattgefunden. Er soll ohne Tragweile für Japans auswärtige Beziehungen sein.— Slfrika. Tanger, 0. November. DaS spanische Kriegsschiff„General Baldes", mit dem Dragomau Saavedra an Bord, geht heute AKend nach Melilla ab, um die in den Händen der Spanier befiudlicheu Riffpirateu an Bord zu nehmen»»d sie sodann gegen die von den Riffpiraten gefangen gehaltenen Spanier auszutauschen.— Amcrika. — Wegen Schießens auf streikende Kohle»- g r ä b e r i» P e n u f y l v a n i e u— über de» sensationelle» Vorfall ist ieinerzeil aussührlich berichtet worden— bat jetzt die Grand Jury von Wilkesbarre den vielgenannten Sherifs Marlin und seine Assistenten in Anklagezustand versetzt. Neunzehn der Aiiklageakle lauten ans Mord, je einer für jede» der Eischossenen; ei» weiterer lautet ans Mord gegen die Sheriffsmannschast als Ganzes; 36 Anklagepunkte gegen die Sheriffsleule lauten aus verbrecherische Verwundung. Es scheint, als ob die Siaatsanwaltschast die Versolgung der Angeklagten energisch betreiben wird.—_ I» einer Parteivcrsainnilung in Neustadt in Ober- schlcsiru, wo Genosse Dr. W i u l er aus Köiiigehiitte über den Hamburger Parteitag berichtet hatte, wurde beschlossen, zu Neujahr in Neustadt eine sch lesische Bezirkskonferenz zu ver- austalten. ZllS ReichStagS-Kaudidat für den Wahlkreis Planen i. V. wurde von unseren dortige» Parteigenossen der bisherige Abgeordnete Alwin G e r i s ch aufgestellt. Bei der GcmeiuderathStvahl i» Arnstadt i. Th., wo es, wie wir schon metdeleu, unsereii Parteigenossen gelang, einen Kandi- dat en durchznbringen, find für die bürgerlichen Kandidaten 1644 und für unsere 1080 Stimmen abgegeben worden. Auch an der Ersatzwahl am Montag dieser Woche becheiligte sich die Sazialdemokralie. Unser Kandidat, der Parieigenosse Fabrikant A. Winkl er, erhielt 310 Stimmen; der Gegner Rentier Keller, siegte mit 323 St., hat also nur 0 Stiinmeu mehr bekommen. Im ganzen war die Haltung unserer Genossen bei der Wahl misgezeichnel. I» Halle a. S. stelllen die Parteigenossen nach einem Vor- Irage des Reichstags-Abgeordneten Fritz K u n e r t aus Berlin die Parleigeiiossen: Gasthofsbesitzer Jos. Streicher, Klempner Herm an u Schade, Redakteur Adolf Thiele, Buchdrucker R. Franz ke, Zeitungsverleger A. Groß, Restaurateur Otto Mittag und Barbier Paul Böttcher als Kandidaten für die Stadtverordnete n- Wahlen der dritten Klasse aus. Die Wahlen sind am L4. und 26. November. Bon der Agitation. Ueber 160 Parteigenossen a»S Erfurt vertheillen ani Sonntag in dem dortigen Landkreise unter anderem lOOOO Exemplare eines Flugblattes, das sich mit der Frage be- schäftigl:„Wen wählen wir?" Unter den Bertheilern befanden sich eine Anzahl Radfahrer. AlS VertraneuSman« für den Wahlkreis Schwarzburg. Sondershans en fungirt Genosse Friedrich Gilek in Arnstadt, Wachsenburgcr Allee 6. Polizeiliches, Gerichtliches ,c. — Wegen Beleidigung des Redakteurs Schön« von der altenburgischeu„Laiideszeilnng" wurde der frühere Redakteur des „Wählers", Genosse Vo genitz, vom Schöffengericht i» 'A l t e n b u r g zu 14 Tagen Gefängniß und zu drei Aiertelu der Koste» des Verfahrens veruriheilt. Schöne, gegen den Vogenitz Widerklage erhoben hatte, muß 30 M. Geldstrase bezahlen und hat ein Viertel der Koste» zu tragen. Ge w evk fchÄskl irhes. Berlin nud Umgebung. Rchtniig, Töpfer! 0 Kollegen legten beim Töpfermeister Paul Wilmersdorf, Bau Pannemann, Wilhelmsaue, wegen der Fensterfrage die Arbeit nieder. Der Zeulralvorstand. I» der incchanischeu Schuhfabrik von I. C. Burchardt u. S o h n haben wegen Maßregelung eines Arbeiters LI Schuh- macher die Arbeit niedergelegt. Ter Streik der Former in der Fabrik von M a t t h e S u. Sohn in lltathen o w ist durch einen Vergleich beendet. De» Arbeiier» wurden die geslellten Forderungen bewilligt, nur mußte» sie davon absehen, die Arbeiiszeit um eine Sinnde zu verkürzen»nd sich mit einer Reduzirung um eine halbe Simide begnügen. Ter Zuzug von iilrbeileru ist vorläufig sernzudalteii, da noch einige von den Aus- ständigen ohne Beschäftigung sind. Teutschcö Reich. Ju der Kauffinaiiu'sche» Fabrik i» T a n n h a u s e n war den armen Webern bei dem Berzweiflungskampse, den diese ver- gaugenen Winter führte», für einzelne Sorten von der Firma eine Lohiiznlage von 6—10 Pf. gemacht worden. Mit einer solchen Zn- läge, die im günstigsten Falle L0— 30Pf. pro Woche ausmacht, konnte der Einzelne zwar nicht viel aufaiigen, aber man glaubte, daß dnrch die anderen Versprechungen, die den Arbeitern gemacht wurden, sich ihre Lage im allgemeinen etivas bessern würde. Nnn ist es wieder Winter — so schreibt der„Proletarier aus dem Enlengebirge"— und so ist eS wohl angebracht, einmal zu untersuchen, wie die Sache liegt. Betrachten wir uns heute nur einmal die Lohnznlaae. Wo ist sie? Nun, fie hat Platz machen müssen einer Lohnreduktion. Die alten Sorten verschwinden, Sorten, die unserer Ansicht nach den allen gleichwerthig sind, erscheinen unier anderer Bezeichnung und mit einer Lohnreduktion von 10— LO Pf. Auf diese Weise also hat die Qftvma nicht nur die alten Zugeständnisse zurückgezogen, sondern auch noch die Löhne gegen früher gekürzt und die Arbeiter schauen eluem trüben Winter entgegen. Eine nette Beschccrung haben die Herren Grubenbesitzer des Dortmunder Bezirks mit der Einschleppung ausländischer Arbeits- kräfte bereitet. Die Bergbehörde in Brennberg(Nugaru) hat an die Bergbehörden in Dortmund die Mitthcilung gelangen lassen, dast Anfang November er. eine große Anzahl Bergleute des dortige» Reviers nach Bochum, Gelscnkirchcn, Dortmund und Schalke ver- zogen sind und daß sänunlliche dieser Leute mit der Wurmkrankheit behaftet sind. Die Dortmunder Bergbehörden fordern daher mittels Zirkular die Zechenbesitzer auf, jene Bergleute, von denen ein Namensverzeichuiß beigesügt ist, nicht einzustellen, damit die Krank- heit im Bezirk keine Verbreitung stnden möge. Wen» nun auch der sofortige Rücktransport jener kranken Leute verfügt und ausgeführt wird, so ist trotzdem anznuehiuen, daß der Aufenthalt derselbe» nicht zum Vortheil der ansässigen Bergbevölkernng gewesen ist. Obendrein muß es mit der ärztlichen Kontrolle der eingeführten Fremden sehr schwach bestellt geivesen sei», denn anscheinend ist hier garnicht entdeckt worden, was die ungarische Behörde wußte, sonst hatten die Fremden doch absolut nicht angelegt»verde» dürfen. Wer mag da die tlnterlassuiigssünden begangen haben? Die DroSdeiico Buchbinder haben in ihrer Lohnbclvegung bereits einige Erfolge zu verzeichne», da von mehreren Fabrikanten sofort die Forderungen(lOstlmdige Arbeitszeit mit Frühstück und Vesper, IS M. Minimallohn für männliche, 10 M. für»vcibliche Arbeiter) anerkannt»vnrden. Mit anderen Unternehmern steht die Lohnkonimission»och in Unterhandlungen und ist gute Zlussicht vor- Händen, daß auch in diesen Geschäften ei» zusriedeiistellender Abschluß erzielt»vird. AnSland. Die Bcrgarbeitcrbcwcgnng in Westböhmen hat, ivie man der Wiener„Arb.-Ztg." schreibt, recht gute Erfolge zu verzeichnen. Mehrere größere Gewerke im Falkenau-Elbogener Kohlenrevier haben sich angesichts der entschlossenen Haltung der Bergarbeiter zu einer Lohnregnlirnng veranlaßt gesehen. Die R e i ch e n a u e r Kohlen- g e>v e r k s ch a f t in Z>v o d a u hat ihren Arbeitern folgende Zu- geflnndnisse gemacht: Am Nordseld»Verden von» Hunt 4 kr. mehr gezahlt. An Untergeld»vnrden 40 kr. niid einzelne» Schichtarbeitern 5 kr. per Tag zugelegt. Die Lohnerhöhung»vurde nur ans den schlechtesten Platze» geivährt, die Zehnstlindenschicht für die Arbeiter obertags»vurde abgelehnt. Den verheiralhete» Arbeitern »irtertags»vnrden außerdem 10 kr. per Schicht und Person, den ledigen Arbeitern 5 kr. zugesichert. Das ist der „Thenernngsbeitrag", der der Mannschaft an» Schlüsse jedes Monats ausgezahlt»verde» soll. Auch eine Unfallversichernng für die ganze Belegschaft ans Kosten der Werkleitnng»vurde zugesagt. Auch ans den B r i t a n» i a s ch ä ch t e n bei Marieinvörth, an» Richardschachl bei Rensnttl wurde eine Gedingerhöhung von 12 bis 1ö pCt. zu- gestanden. Den Grubenarbeitern der F r i e d r i ch-?l n n a- Z e ch e (des Grafen Nostitz)»vurdeu pro Hunt 3 kr. zugelegt, das entspricht einer Lohnerhöhung um 13 pCt. Auch bei der Dzieditz- Haberspirker Kohlengeiverkschasl i» Dzieditz»vnrden den Ver- hciratheten untertags Arbeitenden 10 kr. pro Tag zugelegt. Die ledige»» Arbeiter erhalten 6 kr. mehr. In einzelne» andere» Schächten sind die Verhandlungen noch im Gange. Die Berglente der A n g I o b a n k s ch ä ch t c haben beschlossen, in vierzehn Tage» in den Streik einzutreten, falls bis dahin ihre Forderunge» nicht beivilligt sind. Ans der Schtveiz. Der B n ch b i n d e r st r e i k i» Bern ist an» Sonntag dlirch eine vom Geiverbegericht bestellte Einigungs- konilnission nach dreistündiger Berathung geschlichtet»vorbei«, ltic Vereinbarung bedarf noch der Zlistinimnng der belheiligte» Arbeiter.— Der Streik der M a u r e r und Handlanger in Luzern ist beendet, nachdem die meiste» Streikende» abgereist sind und 80 Streikende von 3 Privaten ans ihren Bauten zu den geforderten Löhne» eingestellt»vorbei» sind. Die Lithographie W e i ß h a u p t in Biel und die Lithographie T h e l l n n g in Zürich haben den N e u» st» n d e n t a g eingeführt.— In Thun haben etnla 600 Arbeiter der eidgenössische» Werkstältc» und Venvaltung sich zu einem Verein zilsaunnengethan. Beabsichtigt »vird die Äesserstcllnug der ältere» Arbeiter, besonders der Familien- väter.# Der Ausstand der Pariser Schläckjtergcsrlle» ist, soiveit die der Eiigrosschlächter in Frage kominen, beendet. Die Gehilfe» der Schiveineschlächter haben sich mit ihren Meistern noch nicht geeinigt. Belgische Streiks im September. Der„Office dn Travail" »vnrden im September acht»ene Streiks gemeldet, an denen 1300 Personen betheiligt»varen. Drei Streiks mit 460 Personen, die früher begonnen hatten, dauerten in diesem Monat noch fort. Sechs Ausstände betrafen die Kohlenindustrie; dieselben»vurdei» nnier- nolninen, um eine Lohnerhöhung durchzusetzen; sie»varen alle nach der Dauer von»venige» Tagen beendet. Tie Ainstcrdanicr Diamautarbciter haben nun ebenfalls die aus den» letzten internationalen Diamantarbeiter-Kongreß anfgestellten Forderungen den Fabrikanten nnterbreilet. Vier- bis sechshundert Lehrlinge. vo>» denen nur etiva süufzig schon einige einfache Hand- griffe gelernt hatten, die nieisten aber nur als Laufjungen gebraucht ivnrden, sollen von den Fabriken entfernt»verde». Nicht etn�a ein philanthropischer Gedanke hat diesen Beschluß diklirt: auf diese Weise soll das'Angebot jüngerer Arbeitskräfte allmälig verringert »verde». Von diesen» Aiigenblick an»verde»» nur Kinder und Ver- »vandle der Diamantarbeiter als Lehrlinge in den Fabriken aus- genommen»verde». Im»vesentlichen»verde»» die Fabrikanten ans diese Forderungen eingehen; auch den zehiistüiidigei» Maximal- Arbeitslag»verde»» sie»vahrscheinlich beivillige». Zniu Kampf der englischen Maschinenbauer, lieber die Antivorlen, die der Verband der Unteruchnier»»»d der Arbeiter an das Handelsamt anf dessen neueste Einigungsvvrschläge haben ge- langen lassen, verlautet auch jetzt noch nichts bestiinnitcs. Soviel scheint sicher, daß es sich jetzt hauptsächlich nur ,»och»»»» die Ueber- »vindnng eines Hindernisses handelt, nämlich um den unparteiischen Vorsitzenden.'Auf diesen»vollen die Arbeiter bei der Konferenz keines- falls verzichten,»vnhrend die Fabrikanten von einem solchen absolut nicht?»vissen»vollen. Mittleriveile»verde» die Sauimlungen eifrigst fortgesetzt; am Montag gingen allein 4000 Pfd. Steil.,»vorunter 360 Pfo. Sterl. ans Deutschland, beim Streikkomitee ein.„Daily Chronicle" hat jetzt außer den Saminlnnge» für den Streikfonds, die sie seit Wochen betreibt, eine»veitere Subskription eröffnet für die Kinder und Frauen der in» Kampfe Stehenden. Die Londoner Kesselmacher sind trotz der kategorischen Drohnng des Geiverkschaftsleiters, daß andere Mitglieder ihre Plätze einnehmen»vürden, noch immer nicht zur Arbeit zurück- gekehrt. Der Fabrikantenverband hat,>vie bereits»nitgetheilt, in de» „Times" eine lange Liste von Beschiverde» gegen die Trades-Unions veröffentlicht. Danach sollen diese». a. folgende Forderungen anf- gestellt haben: Für jede Maschine soll ein eigener'Arbeiter angestellt »verde»», selbst»veiin einer zwei Maschine» bedienen kann. Eine Firma mußte zivei Arbeiter an zivei sogenannte» Kopir- Drehbänken jeden zu 3ö Sh. die Woche anstellen. Das»nacht 70 Sh. Jetzt bedient ein geivöhnlichcr Arbeiter beide Drehbänke. Er bekommt 24 Sh. die Woche. Die Ersparniß beträgt also in dem einen Falle 46 Sh. Der Leiter einer Londoner Fabrik stellte Nicht- Geiverkvereinler ein,»veil die Geiverkvereinler nicht nach 5 Uhr nachmittags arbeiten»vollten. Sofort erschien die bekannte Ab- ordnung des Geiverkvereins nnd beklagte sich über das tyrannische Gebahren des Direktors. Ein Arbeiter hatte 12'/2 Stunde» zu einer Arbeit gebraucht, die er sehr»vohl in SV, Slnnde» halte fertig be- kommen können. Die Abordnung schien das auch einzusehen. Aber»venige Tage später forderte der Geiverkverein eine Entschuldigung»vegen grobe» Benehmens gegen ein Mit- glicd. Solche Tyrannei dürfe nicht»vieder vorkommen, sonst müsse die Arbeit eingestellt»verde»». Eine Firma in Manchester berichtet, daß ei» Geiverkvereinler zum Abhobeln eines großen Gußstückes 100 Stunden brauchte. Ei» geivöhnlicher Arbeiter verrichtet die Arbeit jetzt in 130 Stunde». Eine Firma am Clyde»neidet:„Einige Zeit vor Beginn des Streiks bemerkten»vir, daß unsere Maschinen- baner keinen Eifer mehr bei der Slrbeit entfalteten. Wir erfuhren, daß der Geiverkverein ihnen anbefohlen halte, sich nicht zu über- anstrenge». Wir verglichen die Leistung, die»»an mit Doppel-Maschinen erziele» konnte,»nit der von einfachen und fanden, daß die elftere nn»20pCl. größer»vnr. Seit dem Streik am Clyde und i» Belfast»var das Benehmen der vom Geiverkverein geivählten Werkställen-Steivarts nicht mehr zun» Erlragen geivesen."— Eine andere Firma bot minder tüchtige» Maschinenbauer» 5 Sh. die Woche mehr Lohn an, »venu sie Maschinen jeder Art bedienen wollten. Sonst könnte» sie gehen. Das Resiillal»var, daß zehn von ihnen sofort ihren Rock anzogen. Sie sagten, sie könnte» sich nicht ans der Straße sehe» fasse», ivenn sie Maschinen bedienen»vürden, die Mitglieder des Geiverk- Vereins nicht bedienen»vollten. Und so gehen die Klagen»veiter. Es hat»nerkivürdig lange gedauert, bis die Unternehmer ihre Beschiverde»» znsammengestelll haben— der Streik dauert jetzt acht- zehn Wochen. Ans solche allgemein gehaltene Behauptungen konnte Barnes, der Sekretär der Maschinenbaner. allerdings etivas Anderes nicht erividern, als die Unternehmer aufzufordern, Beiveise zu bringen, Namen zu neuneu. Einige der oben aufgestellten Be- Hanptnilgen tragen zu sehr den Stempel des Univahrscheinliche», der Ueberlreibnng an der Stirn, als daß sie volle» Glauben verdienten. Uebergriffe einzelner Personen möge»»vohl vorgckoinmen sein, die ganze Geiverkschast dafür verantivortlich zu machen, ist unangängig. Ankernrlzmvv�VevbÄnde. Das österreichisch- ungarische Znckerkartell hat 5 pCt. des Kontingents zun» Verkauf per November freigegeben und den Preis von 36 anf SS'/i fl. pro Doppelzentner erhöhl. Fusion der Auer- Gesellschaften. Der»veitans größte Theil aller Aktien der Wiener Gasglühlicht- Gesellschaft ist durch die Bil- billig von zivei Trust-Kompagiiien in englischen Besitz übergegangen. DieS hat zu den» Projekte geführt, die Londoner und die irische Auer- Gesellschaft niit der Wiener Gesellschaft zu einem einzigen Unter- nehmen zu verschmelzen. Zu diesem Zivecke soll zunächst eine sogen. »liekonslruktions- Gesellschaft geschaffen»verde»,»velche die Ausgabe hätte, die Aktien aller drei Betriebsgesellschaften zu eriverbe», um, wen» der Aktienbesitz vereinigt ist, den großen»nd kostspielige» Apparat der allgemeine» Verwaltung der drei Aktiengesellschaften aufzulassen nnd ein einziges einheitliches Unternehmen zu bilden. Interessant ist die finanzielle Konstruktion der Neugründnng. Das 'Aktienkapital der»ene», n» die Stelle der drei Gesellschafle» tretenden Kompagnie»vürde 3'A. Millionen Pfund betragen nnd ans drei Kategorie» von Aktien bestehe»: I. Knniulativ- oder Prioritäts- Aktien mil fünsprozenliger Verzinsung im Betrage von 1.5 Millionen Psuiid; diese'Aktien können nie mehr als fünf Prozent erhalle», haben jedoch für de» Fall, als in einem Jahre fünf Prozent nicht vorhanden»vären, den Anspruch, ans dem Ertragnisse des nächste» nnd der folgenden Jahre nicht »nr fünf Prozent, sonder» auch die Ergänzung auf fünf Prozent für das Vorjahr zu erhalten; 2. Kumnlativ- oder Prioritäts-Aktie» zu sieben Prozent im Betrage von 1,35 Millionen Pfund; diese Aktien habe» den Anspruch, nach Besriedigung der ersten Kategorie eine siebenprozentige Verzinsung zu erhalten, die gleichfalls, ivenn das Erträgniß eines Jahres nicht dazu ausreicht, in den folgenden Jahren de» Abgang ersetzt erhalte» müsse»; 3. Deferred-Shares in» Betrage von 0,65 Millionen Pfund, Aktie»,»velche nach Befriedigung der zwei ersten Kategorien siebe» Prozent erhallen, um, falls noch ein Geivinnüberschuß erübrigt, den Ueberrest mit der ziveite» Kategorie zur Hälfte zu theilen. Die definitive Entscheidung über das Projekt steht unmittelbar bevor. Sozinles. Ueber die Erhebung zu hoher Lnstbarkeitöstcuern in Preußen haben der Vorsitzende des Zentralverbandes deutscher Händler nnd der Vorsitzende des Vereins reisender Schausteller beim Minister des Innern nnd beim Finanzminister Beschiverde geführt. Mitunter müßten diese Steuern auch für Unternehmungen entrichtet »verde», die überhaupt keine Lnslbarkeiten sind. Zur Unterstützung ihrer Alissührnnge»» haben die Beschwerdeführer eine Anzahl Oniltniige» eingereicht. Nach diese»»vurde beispielsweise i» einer»nittlere» Stadtgemeinde für den Betrieb eines Karussells an zwei Tagen eine Luslbarkcilssteuer von 200 M. erhoben; an einen» anderen Orte für das Hallen einer Schaubude init einem Eintrittsgeld von höchstens 20 Pst eine Steuer von 15 M. für den Tag. Auch sind Lnstbarkeits- steuern für Schnellpholographie-Uiilernehmunge», für den Verkauf von Backivaaren zc. erhoben worden. Die osfiziöse„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" giebt die Be- rechtigung der Beschiverde zu n»d lheilt dann mit:„Den Steuer- Pflichtigen,»velche sich durch ihre der bestehende» Ordnung eilt- sprechende Besteuerung sür überbürdet erachten, muß überlasse» bleiben, von Fall zu Fall bei der zuständigen Aufsichtsbehörde»vege» Abänderung der Ordnung vorstellig z»»verde», nnd die Beschiverde- führer sind in diesem Sinne verständigt»vorbei». Die beiden Minister haben jedoch die zuständigen Stellen unter den» 17. August ersucht, ivenn Anträge i» diesem Sinne bei ibne» eingchen nnd sich bei näherer Prüfung als begründet criveisen, ans die Beseitigung der bestehenden Unzuträglichkeite», mögen solche auf die Vesl'iinmniigen der Stenerordnungen oder nnr auf eine nicht ziveck- entsprechende Anssühnnig derselben zurückzuführen sein, nach Thun- lichkcil hinznivirkeli. Es erscheint dies nn» so nothivendiger, da, ivie die Beschiverdefnhrer i» ihrer Eingabe»vohl mit recht hervor- gehoben haben, zahlreiche Unternehmer von Lnslbarkeiten,»velche i» diesen Unteriiehmungen von Jugend an anfgeivachsen sind, bei vor- geschrittenem Alter einen andere» Eriverbsziveig füglich nicht mehr ergreifen können." Ter Gesanilntvorstand des deutscheu LehrerbereinS hat den deutsche» Lehrerverbänden die Frage zur Erörterung vorgelegt: „In»velcher Liichtuiig und i» ivclchem Umfange»vird die Jugend- erziehnng durch g e>v e r b l i ch e und l a» d>v i r t h s ch a f t l i ch e Kinderarbeit geschädigt?" Er begründet seine Anregniig in folgender Weise:„Es kau»» ohne Bedenke» zugegeben weiden, daß die Kinderarbeit nicht unter allen Umständen schädlich»virke» muß; sie kan» vielmehr, verständig geleitet nnd den kindlichen Kräften ent- sprechend bemessen, zil einem iverthvollen Erziehnngsniittel gestaltet »verde»». Aber bei der Eriverbsarbeit der Kinder treten leider päda- gogische Erwägungen ganz zurück, bier steht eben der Eriverb in» Vordergrunde. Es sind aber die städtischen Verhältnisse nicht allein und nicht immer in e r st e r R e i h e. durch»velche die Kinder übermäßig ins Eriverbslebe»' hineingezogen werden,— auch daS Land macht sich die Kinder tributpflichtig. Distrikte, i» den a g r a r- i n d»» st r i e l l e Unteriiehniungen, z. B. Zticker- und Spiritiissabrikation, ihren Einzug gehalten haben, ziehen»iiit ihre» ausgedehnten Rüben- und Kartoffelfeldern die Kinder in ihren Bann- kreis, desgl. Torfgräberei und Forstknltur. Die vorhandenen Erhebiingen zeigen, daß die kindliche Kraft durch die übermäßige Daiier der Arbeit (achtstündige Arbeitszeiten außer der Schule sii»d nicht s e l t e u), durch zeitige» Beginn(oft n n, 4 Üb r in o r- gen s). durch späte Beendigung(vielfach um Mitter- nacht), durch un an g e in e s s e» e S cd w e r e(Steinklopfen), d n r ch abstunipfende Eintönigkeit(z. B. Düteiiklcbcn, Rüben- ziehen) eine Ausnutzung erfährt, die der gesunde» körperliche» nnd geistigen E n t>v i ck e l n n g s ch» u r st r a ck s zu- wider läuft, der s i t t l i ch e»» Schäden gar nicht zu gedenken, denen das Kind beim Straßenhandel und bei besonderen Arbeits- gelegenheiten ausgesetzt ist. Ans ländlichen Ausnahmen ist zu er- sehe»», daß auf eine» vierstündigen Vormittagsunterricht nicht selten eine nur von kurzen Pansen unterbrochene Arbeitszeit, erschivert durch Sonnenbrand nnd Eintönigkeit, bis 8 Uhr abends sür die Kinder folgt." Durch de» Einsturz dcS Gerüstes eines Nenbancs wurde in Leipzig ein Arbeiter gslödtet niid viele sehr schwer verletzt. Eine Kesselexplosion, wobei Menschenleben glücklicheriveis« nicht zu Schaden kamen, hat sich an» Sonntag in der Stearinsabrik von Gg. V o l m a r in O f f e» b a ch a. M. ereignet. Der Arbeiter Fischer, der den Kessel zu beaufsichtige» hatte, ist 35 Stunden hintereinander im Dienst geivesen.(Zweiinal»vöchentlich hat er 36 Stunden lang in einer Tour die Fetldestillalion zu überivachen.) Wie das„Offenbacher Abendblatt", dem»vir dies- Nachricht ent- »ehnie»,»nittheilt, erhallen die Arbeiter der G. Volmar'schen Fabrik einen elenden Wochenlohn; nur durch überlange Arbeitszeit sei es ihnen möglich, ans eine» ihren Bedürsnisseu einigermaßen ent- sprechenden Lohn zu kommen. Ju der Bersamiuluust der südwestdeutscheu Irrenärzte, die am 8. nnd 0. d. Mts. in Karlsruhe tagte»vurde ein Antrag an- genoniinen,»vonach die Behörden ersucht»verden sollen, die sogen. „amtlichen Erkundigungen" über entlassene Kranke, die immer zu sehr peinlichen Szenen führten, in Zukunft zu unterlassen. Aus dein Vortrage des Prof. Dr. K r ä p e l i n- Heidelberg dürfte die Mit- theilung interessiren, daß trotz der Eröffnung der dritten großen Landesanstalt in Emmendingen vor kaum 10 Jahren die Veivillignng bedeutender»veiterer staatlicher Mittel für die Jrrenpflege eine dringende Nolhivendigkeit ist. Stach den statistischen Feststellungen kann die Grenze des An- stallsbedürfnisses dahin festgestellt»verde», daß in Baden niif 500 Eiinvohuer ein Geisteekranker zu rechnen ist. Dieses vor- handene Bedürfniß führe aber in erster Linie zu einer Ueberfüllnng der Anstalte»», zn einer Verzögerung der Aufnahme der Kranke» vom Lande, zur Entlassung von Kranke», die noch der Behandlung in gewissem Sinne bedürften, und zu einer oft sich bitler rächenden lleberlastnng des Personals. Dr. Kräpeli» verlangte vor allein, daß den Kliniken eine größere Aufnierksainkeit geivährt»verde, um endlich einmal dem»»»»vürdigen Zustand ei» Ende zn machen, nach, velche», oft eingebrachte Geistes- kranke Woche» lang unter den erbärmlichsten Verhältnisse» in Spitälern zurückgehalten»vürde». Tie nächste Versamnilnng in Heidelberg»vird'sich mil Vorschlägen zu einer eingehenden Irren- gesetzgebung befassen. Tie Wiedereinführung der Tampfschifsfahrt anf bei» Neckar ist von Vertreter» der Orte Heilbronn, Eberbach, Hirsch- Horn, Ncckargemünd und Ziviugenberg aus einer Konsercuz zn Heidel- berg i» die Wege geleitet»vorden. ES»vurde beschlossen, die Bürger- ausschüsse der betheiligten Geineindeu um ihre Zustiinmuug zu ersuchen, daß die Geineindeu»ach dem Verhältuiß ihrer Einwohner- zahl die Zinsgaranlie für das erforderliche Slktienkapital von 200 000 M. übernehme». Zunächst»verde» zwei Tampfboote gebaut, die von Juli»ächslen Jahres an de» Verkehr aus den» Sieckar ver- miltel» sollen. Ter Magistrat von St. Petersburg erörterte in einer Sitzung die Frage der Sonntagsruhe. An der Sitzung nahm der Vorsitzende des U» t e r st ü tz u u g s v e r e i»» s der Handlungsgehilfen theil. Als nian ihn fragte, welche Vor- schlüge die Haiidlungsgehilfen zu»nachen hätten, erklärte er, daß die Handlungsgehilfen abhängige Personen seien und kein Siecht be- säße», dem Magistrat irgendivelche Vorschläge zu mache». Die Wünsche der Handlungsgehilsen sind anf diese Weise gar nicht zur Kenntniß des Magistrats gekomm«». So meldet die„K r e u z« Z« i t n» g". Das Organ des preußischen Juukerthnnis bemerkt dann über den Vertreter der Handlungsgehilfen:„Dieser Bieder- »ia»n hat die Rechte der Handlungsgehilsen recht mangelhaft zu vertreten verstanden." Dieselbe„Kreuz- Zeßtnng", die a» dem russischen Arbeiter- Vertreter tadelt, daß er die Interesse» seiner Genossen nicht zur Geltnng gebracht hat, fördert in Deutschland all die reaktionären Beftrebunge», die darauf hinauslaufen, den Arbeiter ungefähr ebenso unselbständig zn machen,»vie es der russische Arbeiter in seiner Mehrheit»och ist. und lehte Mnchvnhken. Höchst a. M.. 10. November.(Privatdepesche des„Borivärts"). Bei der Geiverbegerichtswahl erhielt die Liste des Geiverkschafts- kartells 391, des katholischen Arbeitervereins 57 Stimmen. Bei 707 Wählern»vürden 448 Stimmen abgegeben. Wiesbadcu, 10. November.(B. H.) Der hiesige Magistrat hat de» Major von Ebmeyer, den früheren Adjutanten Caprivi's, zum Kurdireklor geivählt. Stolberg, 10. November.(N. D. B.) Seit gestern Abend herrscht hier eine Feuersbrnnst. Die Kaltenbach'sche Brauerei und 15 Scheunen sind abgebrannt. Karlsruhe, 10. November.(W. T. B.) Landtagsivahleu. Bisher sind 20 Wahlresullate bekannt. ES sind geivählt: 7 Kan- didaten der Zentrumspartei, 5 Nationalliberale, 3 Sozialdemokraten, 2 Deniokrate». 1 Antisemit, 1 Konservativer, einer ist»»»enlschieden. I» Lörrach-Land ist ein zweiter Wahlgang erforderlich, da der nationalliberale und der freisinnige Kandidat gleiche Stinnnenzahl erhielten. Wien, 10. November.(W. T. B.) Abgeordnetenhans.(Fort- setznng.) Nach zivei von Schönerer beantragten namentlichen Ab- stiminlingeu beantragt Pacak, das Haus»löge über die Minister- anklagen betreffend die Sprachenverorduungeil zur Tagesordnung übergehen.(Lebhafter Beifall rechts, Widerspruch nnd Unruhe links.) Der deutsch-sortschritlliche Abgeordnete Baron d'Elverl verwahrt sich dagegen. daß man den Deutsche» Oester- reichs a»li- österreichische Tcndeiize» zuschiebe.(Lebhafter Beifall nnd Händeklatschen links. Pommer(Deiitsch-Volklich) beantragt über die in der letzten Sitzung ihm erlheille Antivort des Vizepräsidenten die Debatte zu eröffnen, soivie eine geheime Ab- stiuunung darüber vorzunehmen, über die Frage der geheinien Ar- stiinmung beantragt Redner die namentliche Abstimmung nnd im Ablehnnngsfall die namentliche Abstinunnng über das Merituü». Vizepräsident Abrahamoivicz erklärt, er könne de» Antrag nicht recht ernst nehnien; derselbe bezivecke wahrscheinlich die Vereitelung der für heute Abend anberaumlen Sitzung des Geschäsis- ausschusses.(Stürmischer Widerspruch links.) Abg. Hosmann vyi» Welle, ihos klagt über die Verletzung der Geschäftsordniing durch den Vizepräsidenle».(Schlußrnse rechts, Lärm links.) Der Vize- Präsident erklärt infolge des aiihallende» Lärmes die S tznug sür aiifgehobeu; er»verde die nächste Sitzung schriftlich bekannt gebe". Laut schriftlicher Mittheilung seitens des Präsidiums finbct iw nächste Sitzung morgen Vormittag statt. Der Rnthene Oknnieivski(parteilos) beantragt die Versetzung dcS Ministerpräsidenten in de» Anklagezustand wegen der galizischen Wahlvorgänge. Wien, 10. November.(W. T. V.) Das Reksorat der Uni» versität hat unverzüglich die Untersuchung über die heniigen Kund- gebunge» deutscher S»ide»ten eingeleitet. Wien, 10. November.(W. T. B.) Eine größere Anzahl deutscher Slndenlen veranstalicte beute Vormittag i» der U»iveisitäls- aula nnd vor dein Parlamente Kniidgeblnigen durch Absingen vo» Liedern, leistele jedoch dcr Ausforderniig �des Abgeordnelen Wolf, sich zit entfzriien, Folge. Budapest, 10. November.(B. H.) Der Zlrader Personenzug stieß insolge Nichtbeachtung des Haltrsignats bei der Station So- botsin mit einen, Lastzug zusammen. Zivei Waggons»viirde» zor- lriluimerl; ein Bremser»vnrde schiver verletzt. Von de» Passagieren Ist niemand verletzt. Warschau, 10. November.(B. H) Anläßlich dcr lctzttägigen Slndenleiideiiioiistratione» sind zahlreich« Stndcnleuverhastliiigen vor- genoniinen»vorden. Rom, 10. November.(B. H.) Einem Tclegronin, ans Neapel zufolge,»vurde die Bank vc» Neapel durch Feuersbiinist zerstört. Ncw-Börk, 10. November.(„Franks. Ztg.") 100 österreichischen Einwandeier»,»velche anf Kontrakt arbeite»»,»vnrde, als sie ans dein Lloyddainpfer„Creseld" in Galveston landen»volllcn, die Laudung verivcigcrl. � Verantwortlicher Aedaktenr: Zliignst Jaeobey in Berlin. Für den Juseratentheil vcraiiuvorllich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Vlax Badiug in Verliii. Hierzu 1 Beilage n Iluterhaltungsblatt Domrlllig, 11. NWkmdcr 1897. AommnttAlcs. J» der gcsirigc»»iilcr Voisitz des Bürgermeisters Kirschver statt��hcil'lcn Sitzung der städtische» S ch u l- D c p» t a t i o n mnren die vier Pläne zu de» Doppelschulbnnlen in der Tuncker-, WilinS-, Oderberger- nnd Glognnerstrnßc cuiegestellt. Dn diese Schnlbaulen- Entwürfe die ersten waren, die der Slndlbnnrnlh Hosfmann vorlegte' so erweckten sie das allgemeine Interesse. Nach Erlänternng durch den Banrath nnd eingehender Besichtigung durch die Dcpntations- Mitglieder fanden dieselben wegen ihrer äustere» eleganten Schönheit soinobl, ivie wegen ihrer innere» praktischen Einrichtung nngelheillen Beifall der Dcpntatio» nnd wurden einstimmig genehmigt. Polizcipriisidinm hat jetzt die Genehmigung zur Auf« stcunng einer z e h n st ä n d i g e n B c d ü r f n i st a n st a l t für Männer innerhalb des Vorgartens vor dem städtische» Grundstück All-Moabit 67/70(Pumpstation) ertheilt. ITolmlvs. Tie„Freie Volksbühne" veranstaltet am Sonntag, 14. d. M., für die 2. Zlblheilnng nachm. 3 Uhr im Friedrich-Wrlhclmslädtische» Thealer die erste Vorstellung von„Sein Jubilärun" von E. Preczang und„Die Fahnenweihe- von Joseph Ruederer. Nene Mitglieder können nur noch für die vierte Ztbthciliing aufgenomnren rnerden. Billets zum Winterfest sind in allen Zahlstellen ä 30 Pf. zu haben. Da nur eine beschränkte Vnzahl Billets ausgegeben werden, einpsehlen wir de» Mitgliedern, sich schleunigst damit z» versehen. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Wie die Freisinnige» agitirten. Das freisinnige Wahl- komilee zu den Stadtverordnetenwahlen der dritten Abtheilung hat an die Hansnürthe der für die Wahlen in belracht kommenden Bezirke vollständige Verzeichnisse ihrer Miether gesandt, rmd die Herren gebeten,„doch gefälligst zu veranlasse», daß diese Wähler, soiveit dieselben zu der liberalen Partei gehören, ihre Stimme für die Kandidaten der liberalen Parteien abzugeben." Alis de» Ver- zeichnissen ist, soweit dies den» freisinnigen Wahlkomitce bekannt rvar, angegeben, wie jeder Miether bisher geivählt hat. Unser» Parteigenossen stehen derartige Agitationsmittel nicht zu. Sie haben bei den bevorstehenden Stichwahlen einzig durch die Lauterkeit ihrer Sache und die Wirksamkeit des sozialdemokratische» Programms die Wähler zu geivinnen. Ettvas von dci» Obdachlose». Der Berliner Asylverein für Obdachlose beobachtet bekanntlich in den beiden von ihm eingerichteten Asylen den Grundsatz strenger Anonymität. Kein Besucher des Männer- oder Franenasyls darf nach irgend einer Legitimation ge- fragt werde», jeder oder jede der Anfnahmesuchenden erhält ein Nachtlager, des Abends und des Morgens bescheidene Verköstigung und nach Bcdnrfniß ein warmes Bad, ohne im allermindesten über die persönlichen Verhältnisse Auskunft ertheilen zu müssen. Die Be- amten des Asyls sind bei Strafe sofortiger Entlassung zu einem rücksichtsvollen nnd freundliche» Benehmen gegen die Obdach- losen verpflichtet, um diesen Aermfien der Armen den Aufenthalt im Asyl zu einem möglichst wohllhnenden zu gestalten. Von grostem Interesse ist es nn», die Wirkung dieses humane» Systems zu beob- achten. Derjenige, der der Meinung ist, es ließe sich in einer so bunt zusammengewürfelten, durch die äußerste Noth auf das ärgste verwahrlosten Masse Disziplin und gesittetes Benehme» ohne die üblichen Polizei- Eingriffe nicht erzielen, würde bei einem Besuch eines dieser Asyle— in der Wiesenslraße SS oder Füsilierstraße 5— sehr erstaunt sein, zu sehen, daß das Be- tragen der vielhnnderlköpflgen Menge geradezu musterhaft ist. Die Verwaltung des Asyls hat die Einrichtung getroffen, daß vor der eigentlichen Zulassung in die Wasch- und Bade-, resp. Est- und Echlafräume, die im Winter um fünf, im Sommer um sechs Uhr beginnt, die Obdachlosen in einer erwärmten Sammelhalle Aufnahme finden, damit sie den Einlaß nicht ans der kalten Straße abwarte» müsse». Die Sammelhalle des Männer- Asyls faßt 700 Besucher, gerade so viel, als dieses Cchlasstellen besitzt. In dem größten Theil des Jahres, namentlich in der kälteren Zeit, ist das Asyl täglich gefüllt, und sehr hänsig ist auch die Sammelhalle schon in den ersten Stunden vollständig besetzt. Niemals aber haben wir bei unseren Besuchen des Männerasyls diese große Versammlung, in der das grauenhafteste Elend in allen Abstufungen und in jedem Alter vertreten ist, anders angetroffen als ruhig und gesittet. Uns scheint es keinem Zweifel zu unter- liegen, daß dieses Betragen der Asyliften die natürliche Folge des ihnen entgegen gebrachten Verhallens ist. Man behandelt die Ausgestoßenen der Gesellschaft hier einmal wie Mensche», in brüderlicher Gesinnung ihnen Hilse bielend, statt sie mißtrauisch und verdächtigend zu empfangen und, wie im städtischen Obdach, einem bochnothpeinliche» polizeilichen Verhör zu unterwerfen, das den Unglücklichen die in vielen Fällen unverschuldete Noth auch noch als Schimps empfinden läßt. Ganz natürlicherweise weckt im Gegensatz dazu ein Benehmen, das dem Elend mit rückhaltloser Theilnadme entgegenkommt, die guten Instinkte, und für den Psychologen sind die Erfahrungen, die man in den Slsylen des Berliner Vereins für Obdachlose gemacht hat, gar nicht wunderbar. Sehr erfrenlich ist es, daß dieser Verein, alle» Schwierigkeiten ungeachtet, die ihm von gewissen Stellen her bereite« werden, an seinen vortrefflich bewährten Prinzipien festhält und sie weiterentwickelt. So ist in den letzten Monaten ein beachtensiverther Versuch mit der Einrichtung einer Bibliothek in dem Männerasyl gemacht worden. Ein Mitglied des Verwaltungsraths, Herr Hugo Heimann, hat dem Verein eine Bücherei von S22 Bänden geschenkt, die zur Benutzung der Asyliste» dienen soll. Die Bibliothek setzt sich zusammen'..,S unterhaltenden und belehrenden Schriften, illnstrirte» Zeitschriiten und dergleichen. Wir nennen z. B. den Heyse'schen Novellenschatz, die Sammlung von Spemann und Engelhor». die Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens, Jahrgänge der Gartenlaube, von Ueber Land und Meer, Fels znm Meer ec. Die Auswahl ist sehr verständig getroffen mit Ausschluß von jeder Art politischer Parteifärbnng. Seit den» 1. August ist die Bibliothek in Gebrauch. Die täglich sorgfällig geführte Statistik ihrer Benutzung zeigt, daß die Asyliften von Anfang an sich ihrer gern bediente». Gleich am l. August wurden 107 Bücher verlangt; die Ziffer der i» der Zeit von 6—>/-S Uhr in den Anstaltsräume» entliehenen Bücher war eine wechselnde und stieg in den ersten drei Monaten auf 171 pro Tag. Kein einziges Buch ist bisher entwendet oder in üblem Zustand zurückgegeben worden. Wen» man bedenkt, wie abgeinüdet, yon vergeblicher Suche nach Arbeit und von Hunger erschöpft die meisten in das Asyl konunen, wie fie froh sind, endlich ein Lager gefunden zu haben,»m anszurnhen. wie viele sich damit beschäftige» müssen, mit den ihnen von der Anstalt gebotenen Flicken u. dergl. ihre Wäsche nnd Kleider»othdürftig ansznbessern. dann sind die genannten Zahlen ei» sprechender Beweis für das geistige Interesse und den Bildungs- «ifer. der selbst in den Elendesten und Herabgekommensten steckt. Und wiederum zeigt die feinfühlige Widmung einer Bibliothek durch die Aufnahme, die sie bei de» Obdachlosen gefunden, daß die Prin- zipien, nach denen der Berliner Asylvereiii geleitet wird, sich auf das beste bewähren. Ter Verein Wöchneriiincnheiin sendet unS eine Zuschrift. i„ der die Grundsätze seines Wirkens sowie die Bedingungen, unter denen Wöchnerinnen in seiner Pflegestätte im ehemalige» Erziehungs- Hause am Urban aufgenommen werde», enthalten sind. Danach sind seit Eröffnung der Heimstätte im Mai d. I. 30 Wöchnerinnen uneiitgeltlich entbunden werden; außerdem haben 16 vom Verein ausgebildete Pflegerinnen über 70 Wöchnerinnen im Hause verpflegt. Bezeichnend für die sozialen Zustände ist die nur zu richtige Mittheiluug des Vereinsvorstandes, daß»ach den gemachten Erfahrungen eine Hanspflege bei bedürftige» Wöchnerinnen in der Regel nur höchst unvollkommen ausgeführt werden kann, weil es unmöglich ist, die zur Reinlichkeit und Kräftigung unbedingt erforderlichen Mittel, welche im Heim im höchsten Maße zu geböte stehen, den Wöchnerinnen i» ihrer Häusüchkeil zn liefern. Es sei deshalb die Entbindung im Heim das weitaus wohllhätigere und wirksamere Mittel der Hilse- leistung, zumal der Verein in die von der Mutter verlassene Häus- lichkeil inzwischen zuverlässige Hilfspflegeriunen zur Fortführung der Wirlhschast und Pflege der alteren Kinder entsende. Die genesene Wöchnerin werde beim Verlassen des Heims in warmer Umhüllung mit ihrem Kinde nach Hause gefahren. Jedes Kind, welches während der Winlermonate das Heim verläßt, werde mit warmer Kleidung beschenkt. Bereitwilligst werde allen, welche sich dafür interessiren, die Heimställe in ih>er Einrichtung gezeigt. Der Besucher iverde dabei die Ueberzeugnug geivinnen, daß der Verein mit Eiser be- strebt ist, das Wohl von Mutter nnd Kind zu fördern. Die Ausnahme- Bet ingungen sind im rvesentlichen folgende: l. Aufnahme finden in Berlin wohnhafte Ehefrauen, ausnahmsweise im Falle dringender Roth auch Unverehelichte. 2. Kranke, ins- besondere an ansteckenden Krankheiten leidende Frauen werden nicht aufgenommen. 3. Die Pflege dauert in der Regel 12—14 Tage; doch wird sie im Bedürfuißfall auch über diese Zeit bis zur völligen Genesung forigesetzt. 4. Bereits entbundene, aber arbeilsunsähige Frauen tverden nebst ihren Säuglingen gleichfalls aufgenommen und bis zur Wiedererlangung ihrer Arbeitsfähigkeit verpflegt. S. Keiner Wöchnerin wird in dringliche» Fällen die sofortige Ausnahme in die Pflegestätte versagt werden, so lauge ein Bell in derselben frei ist; doch liegt es im eigenen Interesse der Wöchnerin, daß sie sich rechtzeitig— thunlichst 3—4 Woche» vorher— an der Pflegestätte anmeldet. Auch gebildeten Mädchen und Frauen werde im Heim Ge- legenheit geboten, nneutgeltlich in drei Monaten Wochenpflege zu erlernen. „An demokratische Blätter geben wir keine Einlaßkarten". Diese Antwort ist dem Vertreter der„Berl. Ztg.", wie das Blatt jetzt meldet, vor kurzem gegeben worden, als der Herr im Bureau der gestern geschlossenen Nahrungsmittel-Ansstellung um Aushändigung einer Eintrittskarte vorstellig wurde. Die dem Berichlerstalter ans seine Bitte zu tbeil gewordene Antwort ist gewiß ebenso anmaßend wie unklug. Aber uns will scheinen, daß i» ihr auch ei» Stück Mißachtung der Presse liegt, zu dem diese zum theil leider selber die Veranlassung giebt. Wer in aller Welt hat de» Mitarbeiter der „Berliner Zeitung" denn gezwungen, um eine Eintrittskarte„vor- Üellig" zu, verde»? Der Eintrittspreis zu öffentlichen Schaustellungen spielt doch im Budget einer Zeitung meist«ine so unbedeutende Rolle, daß ein einigermaßen lolvenles Blatt sich die paar Mark schon aus dem eigenen Geldschrank leisten und seine Mitarbeiter nicht der Gefahr aussetzen sollte, als— Bittsteller behandelt zn iverde». Die Presse würde sich weit mehr Respekt verschaffen, wenn sie hinter derartigen Vergünstigungen weniger hastig herliefe. Bei de» gestrige» Stadtverordiieteuwahlr» der I. Abtheilung wurden, wie nicht anders zu erwarten war, fämmlliche bisherigen Geldsacksverlreter wiedergewählt. Bezüglich der Einsiihruug der elektrische» Straßenbahn in Berlin sind die Behörden von ihren bisherigen Bestimmungen, daß die oberirdische Leitung nur in de» Vorstädten anzuwenden sei, abgewichen; es wird vielmehr nach Bedarf auch in den Straße» des Zentrums oberirdische Leitung augelegt»verde». So ist zu diesem Ziveck beispielsweise der untere Theil der Königstraße, die Spandauer- straße, Alexanderstraße bis znm Alexanderplatz, Müuzstraße und Rosen- thalerstraße freigegeben worden Es wird nunmebr für jeden einzelnen Straßenzug, durch welchen infolge Umwandlung des Pferdebahnbelriebes die elektrische Straßenbahn geleitet wird, im Ein- verständniß mit Magistrat und Polizeipräsidium festgelegt werden, ob dort oberirdischer oder Akkumulaloren-Betrieb platzgreifen soll. Bei der JuvaliditätSverfichernng ist es in neuerer Zeit wiederholt vorgekommen, daß versichcrungspflichlige weibliche Personen, die sich verheirathen, zur Aeit der Eheschließung noch nicht die zur i)i ü ck e r st a t t u n g der Hälfte der geleisteten Beiträge er- forderlichen 23S Arbeitswochen geleistet hatten und daher nach der V e r h e i r a t h u n g das Versiederungsverbällutnib so lange frei- w i l l i g s o r t s e tzt e n, bis 23S Marken verivendet waren. Dies ist jedoch ganz zwecklos, da solche weibliche Personen nach einer neueren Entscheidung, wie von den Slussichtsbehörden jetzt bekannt fegeben wird, aus Rückerstattung von Beiträgen keinerlei An- p r u ch haben. Es müssen vielmehr sämmtliche 233 Arbeitswochen schon vor der erfolgten Eheschließung thalsächlich ge- leistet sein. Ter Verein Berliner Milchpächter nahm am Dienstag in seiner November-Sitzung Stellung zu der vom Kommerzienrath Bolle verfugten Entlassung sämmtlicher»nverheirathen kotholischen Arbeiter. Die Vereinsmitglieder verpflichtete» sich, die Zlnsgesperrten nach Möglichkeit in ihren Geschäften unterzubringen, und sollen Vakanzen wie Bewerbungen vom Vereinsorgan(„Milchzeitung") gebracht werden. DaS Po» dem Pianisten Herr» Liebling in seiner bekannten Affäre eingereichte Gnadengesuch ist einer hiesigen Korrespondenz zu- folge zurückgewiesen worden. Herr Liebling hat bekanntlich wegen thätlicher Beleidigung des Musikreferenlen Löwengard 14 Tage Gesängniß abzubüßen. ES hat allgcmcinc Bcrwnndcrnng erregt, daß daS ab- gespielte Spektakelstück„Madame Sans. Gene" noch auf der Bühne des königliche» Schauspielhauses erscheinen soll. Herr Genstchen schreibt hierzu im„Hau». Konr": „Madame Sans-Göne" hat der Kaiser sich im Berliner Lessing- Theater, das er nicht durch seinen Besuch beehrt, nie angssehen. Ader gelegentlich eines Besuches am Darinstädter Hofe sah er im dortige» Hoftheater eine Aufführung von„Madame Sans-Gäne", bei welcher, laut offiziellen Zeitungsnotizen, ein Theil jener Möbel ver- wendet wurde, deren Napoleon sich einst bei einem Aufenthalte in Darm- stadt bediente. Und wenn jetzt das Berliner Hoftheater die bereits 283 inal in Berlin abgespielte„Madame Sans-Göne" zur Aufführung er- wirbt, so irrt man schiverlich in der Annahme, daß dies nur niit ausdrücklicher kaiserlicher Genehiiiigling geschah Am Ende wird man nun im lschauspielhause die Möbel zu sehe» bekommen, die Napoleon nach der Schlacht von Jena im Hoheuzovernschlosse zu Berlin benutzt hat. Die Tenkniälcr Schillcr'S»nd Luther'S waren gestern am Jahrestag der Geburt der beiden Geistesheroen mit Kränzen und Blumen geschmückt. Ranfcreicn unter Gebildeten. Eine Spezialität der„Branden- burgia" scheint es zu sein, bei den Mensuren mit den Zähne», statt mit de» Waffe zu pariren. Vor längerer Zeit wurde» einem ihrer Mitglieder bei einer Schlägermensur acht Zähne gelockert, ein anderer verlor zwei. Einer dieser jungen Männer wurde Zahnarzt, ob infolge der Mensur, steht indessen nicht ganz fest. Jetzt erhielt wieder ein junges Semester, der Studiosus Ignatz Friedmann, bei einer Bestimniungsmensnr von einem Ururgermanen außer einigen Quarten drei Backenzähne ausgeschlagen. Streik der Statiste». Mit groben Hindernissen war. dem „Berl. Tagebl." zufolge, die vorgestrige Abendvorstellung des Friedrich Wilhelmstädtischen Theaters verknüpft. Die in dem Stück„Die Hexe- beschäftigten zehn männlichen Statisten entfernten sich von der Bübne und iveigerlen sich, iveiter z» spiele», da die ihnen von der Direktion bewilligte Gage von 75 Pf. pro Spielabend um 2S Pf. gekürzt wurde. I» dieser Situation sollen die Bühnenarbeiter unsolidarisch gehandelt nnd Herrn Direktor Samst Statistendienste geleistet haben. Zu unsere« vorgestrigen Artikel über die Mängel der ärzt- liehe» Hilfeleiftnng schreibt uns Herr Dr. med. Mugdan, daß die iiengegründete Zentrals der Reltungsgesettschaft auf telephonische Be- stellilug hin(Amt I Nr. 5223) ohne Slücksicht auf Vermögensverhält- »isse sofort Krankenwage» zur Verfügung stellt; die Gesellschaft halte auch mit den hiesigen Krankenhäusern, das Elisabeth-Krankenhans ansgeschlossen, Verbindungen aufrecht. Ziveimal täglich werde von den Krankenhäuser» gemeldet, ob und wieviel Betten frei seien. Eine folgcnschtvcrc Gasexplosion ereignete sich Mittwoch ?lbend kurz vor 6 Nhr in der Fabrik für Signalbau« nnd Eisen- konstrnkiiou von Hein, Lehmann». Komp., Chausseestr. 113, Der massive rechte Seitenflügel derselben enthält im Parlerreranm die mechanische und im oberen Stock die Schlosseriverksintt. Ilm die angegebene Zeit erfolgte plötzlich eine gewaltige Detonation, die Fensterscheiben flogen auf den Hof und ans den enlstandenen Oeff- »liiigen schlugen meterlange Flammen. Ober-Jngenieur Cohn, der sich im anschließenden Bureauraiun befand, ließ sofort die Feuer- wehr alarmiren nnd drang dann mit Schlosser», die sich aus dem ober» Raul» gerettet und von ihrem Schreck erholt hatten, i» die mit dichtem Rauch aiigefüllle mechanische Werkstatt ein. Die vorher bereits an- gezündeten Lauipeu waren durch die Explosion verlöscht, doch gelang es, alle Personen des Parterrerauines ins Freie zu bringen. Die ge- »aue Zahl derselben konnte in der entstandenen Verwirrung gar nicht f>stgestellt werden, doch befinde» sich unter den Geretteten 4 schwer und 4 b i s 5 l e i ch t V e r w n n d e t e. Mittlerweile war die Feuerwehr erschienen, die den Angriff auf das Feuer ans- nahm» daneben aber noch die schwierige Aufgabe hatte, aus dem Keller, dem Heerde der Explosion, noch Persone» heraus« zitschaffen. Das Vordringen war selbst mit dem Rauch- Helm schwierig. Auf Häuden und Füße» krochen die braven Feuer- niäuner, um den etwa»och Lebenden die Freiheit zn verschaffen. Trotz Feuer und Rauch gelang cs beim zweiten Vordringe», die Ar- bester August Lehmann nnd W i t t k o w s k y, allerdings schiver verbrannt, herauszuholen. Wiltkowsly starb jedoch bald daraus untcr den Händen der herbeigeholten Acrzte. Schon wollte man von weiteren Reltungsversiichen abstehen, weil man alle Personen gerettet glaiibte; Ober-Jngenieur Cohn crmillelte jedoch, daß»och eine Person vermißt werde. Noch zwcitnal drangen die Feuermänuer nnler eigener Lebensgefahr in den Keller, ohne jedoch den Vermißte» zu finden. Da das Kellerloch infolge der rundum aufgehäustcn Eisen- theile schwer zugängig war, so wurde an der entgegengesetzten Seite der Werkstatt der Bode» durchschlagen und so ein neuer Ein- gang znm Keller hergestellt, llnn das alles inmilteu des stinkenden Qualmes, der seine Entstehung der großen Hanfe» brennender Putzlappe» verdankte. Endlich beim sünstcn Vordringen gelang es, den veiinißten Arbeiter Fritz Gipp in einer Ecke des Kellers auszufinden. Er zeigte noch schwache Lebciiszeiche», verstarb aber kurz daranf. Wenn somit augenblicklich nur zwei Tobte zu verzeichnen sind, so dürste sich deren Zahl nach?l»sichl der Aerzle noch vermehre». Die Todle» wurden inittels Leichenivage» fort- geschafft, während die Verwundeten nach der Nnfallstation gebracht wurden. Wie die Explosion erfolgte, ist»och nicht aufgeklärt. Fest steht, daß die Lampe» der Fabrik bereits eine Zeit brannte», so daß also die Gasleitung vorher intakt war. Fahrradschwindler. Ei» rasstnirter Betrug ist zwei Gaunern in einem Fahrradgeschäft am Belle- Allinucc- Platz gelungen. Dort erschienen zwei junge Leute im Alter von 18 beziv. 19 Jahren, angeblich. um zivei Fahrräder zu kaufen. Sie erzählten dabei, daß sie augenblicklich nicht i» der Lage seien, die Maschinen zu bezahlen, dafür aber am folgenden Tage ei» Sparkassenbuch über 730 M. als Unterpfand geben würden, von denen der Fahrradhändler 150 M. sofort abhebe» lönne. Um in dem Vcrkäuser keinen Argwohn auf- kommen zu lassen, zahlten die beiden jugendlichen Gauner 3 Mark Slngeld und ließe» sich die Fahrräder reserviren. Zwei Tage später erschienen die Burschen ivicder und über- gaben dem Fahrradhändler ein Sparkassenbuch über 750 M.» woraus sie die Fahrräder erhielten. Das Buch lautete auf den Namen eines Pserdebahnschaffners in der Kreuzbergstraße. Den Rest für die Räder wollten sie ein paar Tage später baar bezahlen, damit das Sparkassenbuch nur»»> 150 M reduzirt werde. Als die Beide» aber später nichts mehr von sich hören ließen, schickte der Fahrrad- Händler eine» seiner Aiigestellleii nach der Adresse in der Kreuzberg- flraße Dort wohnte auch ei» Pserdebahnbeamler des bezeichneten Namens, und nun klärte sich die Sache schnell auf. Dem Pserde- bnhubeamten waren vier Sparkassenbücher gestohlen worden, und die beide» Fahrradschwindler ivare» die Diebe geivese». An der Volkshochschule Huinboldt-Akademic, Lehrstätte KLulgstadt, Elisabethstr. bl/bS, beginnt heute, Donnerstag, abends präcise 3 Uhr, die letzte der volkölhümlichen Bortragsrcibcn dieses Quartals: Dr. wocl. AgneS B l u h in, Gefundheitspftege der Frau(scchsstlindig), wozu nur Damen Zutritt haben. Der heutige Bortrag ist frei. Programm»nd Karten im Bureau, Th. Fröhlich's Buchhandlung, Lnndsbergcrstr. 32. Fenerbericht. Dienstag Abend erfolgte Alarm»ach Dres- d e» e r st r. 36, wo in einer Wohnung Sioffe»nd Möbel in Brand geralhe» waren. Hierbei erlitt ein Dieustinädchen Brandwunde» au Hände» und Füßen. Der Feuerwehr gelang es bald, das Feuer zu löschen.— Kurz nach 11 Uhr gerielh P r e nz l a n e r st r. 31 ei» Posten Papier in einem Kellerschacht in Brand, der bei Ankunft der Wehr bereits befestigt war.— Mittwoch früh 3 Uhr mußte R e i n i ck e» d o r f e r st r. 70 ein Gardinenbrand abgelöscht werden. — Eine Stunde später hatte K a st a n i e»- A l l e e 43 die Schal- decke i» der Waschküche Feuer gefangen, das erst bemerkt wurde, als es erheblichen Schaden angerichtet halte.— Nachmittags 2 Uhr brannten H i r t e n st r. 19 in der alte» Kaserne Bette» und HauS- geräth. Zwei Trauringe, gez. A. B. 4. 4. 36 und E. 8. 4. 4. 96, die am 25. v. M. eine unbekannte Frau durch eine» Schnlkuabe» bei einem in der Pallisadenstraße wohnenden Pfandleiher verpfänden wollte, sind als mnthniaßlich gestohlen beschlagnahmt ivorden und können im Präsidialgebäude, Zimmer 325, in den Vormiltagsstunde» besichtigt und entgegengenommen werde». Ter»ach Untcrschlagniig von SS 000 M. flüchtig geworden« Buchhalter Herinann I e s ch k e wurde von der Kriminalpolizei fest- genommen. Jeschke war seit Jahre» i» der Porzellanhandlung von Oberländer's Erbe», Andreasstraße 19, thäiig und hatte im Laufe der Zeit seine bedeutende» Verniilrenungen ansgcsührt. Den größten Theil des Geldes verwettete er auf de» Nennbahne» in Karlshorst und Weißensee, hier wurde er auch von einem Kriminallommtssar verhaftet. Aus Berlin ausgewiesen wurden sofort nach ihrer Ankunft eine Anzahl junger Kauslente aus Rumänien, welche nach ihrer An- gäbe hergekommen ivare»,»m hier Stellunge» zu suche», be- ziehnngsweise Agenturgeschäste zu betreiben. Die Ausweisung soll. dem„Berl. Tagebl." zufolge, deshalb erfolgt sein, weil die Rumänen sicki nicht im Besitze ausreichender Subsistenzmitlel befanden. An- gesichts der zahlreichen Brandschatziingen hiesiger Kanflente und Industrieller durch Mitglieder der logenannte»„schwarze» Bande", ivelche in Runiänien ihren Sitz hat. hält es die Behörde für ge- boten, den rumänischen„Agenten" gegenüber die äußerste Vorsicht walten zu lassen. Im Fccnpalast ist seit kurzem ein nenes Programm zusammengestellt worden, das mancherlei des Interessanten bietet. Vor allem ist die Barbarina-Balletgesellschast zn nennen, welche russische Tänze mit Gesangbegleilung aufführt nnd sich durch Eleganz wie durch körperliche Ausdauer auszeichnet. Unter reichem Beifall wird all- abendlich die Posse„Die Balletratten" aufgesührt. Aus der stattliche» Schaar der Spezialitäten erwähnen wir den Rollschuh- läufer Herinann Kreys, Herrn Fra»i;ois Niclroe, einen Künstler, der sich an Bambusstäbe» produzirt, die Kopfequilibriste» Arneslo. die Parterre-Akrobaten Wolpert, soivie den Humorifle» Hanse». Es sei noch hervorgehoben, daß auch die lebenden Photographie» im Feen- palast nicht fehlen. Im ganzen läßt sich sage», daß das Programm dieses Monats nichts an Vielseitigkeit zu wünschen übrig läßt. Durch eine von einem Wage» lieeabfalleude Kisie ist die �3 Jahre alle Schneidelia Johanna Reinberg vom jkronprinzen- Ufer K schwer verunglückt. Diese kam auf dem Heimwege an einem nn der Ecke der Nene» Wilhelm-»nd Dorolheenstraße haltenden Rollwage» vorbei, ans dem Kulscher dabei waren, Kisten umzupacken. Eine dieser Kisten fiel herab und der Schneiderin auf den Kops und brachte ihr schwere Verletzungen bei. Leute, die dazu kamen, führten die Verunglückte ans die Wache des dritten Polizeireviers und von hier brachte sie ein Schutzmann in ein Krankenhans. Ss»s dci« Nachbarorten. Ju Schöneberg haben gestern die Stadtverordneten- wählen der dritten Zl b t h e i l u n g slattgefundcnn. Unsere Parteigenossen waren, wen» auch unter den größten Schwierigkeiten, bekanntlich ebenfalls au den ersten Koiinnunalwahlen der nun zur Stadl erhobenen Vorortgemeinde betheiligt. Von den IL Mandaten, die in der dritten Ltbtheilung zu belegen sind, waren acht für die Hausbesitzer reservirt, und diese müssen, wie in Schöneberg die Ver- hällnisse liegen, von vornherein dem Bürgerlhum überlassen bleiben. I» den übrige» acht Wahlbezirken waren von unserer Seite Kandidaten ans- gestellt ivorde». Das Resultat der Wahlen ist folgendes: Ii» zweiten Wahlbezirk erhielt unser Kandidat(33 Stimme», der „Unabhängige" 95 und der Bürgerparleiler III Sliuimen. Irgend eine politische Bedeutung wohnt der Spaltung unter den diirger- licheu Parteien nicht bei; die Herrschasten bringen eine» rein örtlichen Krakehl zum Auslrag. Im ziveiten Bezirk hat also Stich- wähl zwischen Bürgerparleiler» Und Unabhängigen stattzufinden. Im dritten Bezirk erhielt unser Genosse Köster 97 Stimme», der Unabhängige 94 und der Bürgerparleiler 191. Das Resultat ist also eine Stichwahl zwischen unserem Kandidaten und dem Bürgerparleiler. Im fünfte n Bezirk erhielt unser Genosse M a s u ch 93 Stimme», der Unabhängige 74 und der Biirgerparteiler 6l. Es findet also zwischen unserem Genosse» und dem Unabhängigen Stichwahl stall. Im sechsten Bezirk fiele» auf unseren Ge- iioffc» H o ff in a n n 94 Stimmen, auf den Liberalen 159. auf den Bürgerparleiler hingegen 61. Hier hat also ebenfalls zwischen Sozialdemokraten und Liberalen eine Stichwahl zu erfolgen. Im nennten Bezirk erhielt Genosse Obst 169 Stimmen gegen 51, welche auf den Liberale», und 33, welche auf de» Bürgerparleiler fielen, unser Genosse O b st i st mithin z n in Stadt- verordneten gewählt. Im vierzehnten Bezirk fielen auf unseren Genossen H o f f m a n n 95. aus den Unabhängigen 135J und auf den Bürgerparleiler 63 Stimmen; also auch hier kommt es zu einer Stichwahl zwischen unserem und dem unabhängigen Kandidaten. Im fünfzehnte» Bezirk erhielt Genosse Meiling 86, der Liberale 73 und der Bürgerparleiler 139 Stimmen, letzterer kommt also mit unserem Genossen in S t i ch- w a h l. Im sechzehnten Bezirk endlich hat Stichwahl zwischen Unabhängigem und Bürgerparleiler Stichwahl statlzufinden, unser Kandidat blieb mit 67 Stimmen hinter dem Liberalen, der 199, und dem Bürgerparleiler, der 99 Stimmen erhielt, zurück. Die Wahlbetheiligung war, wie die mitgetheilten Zahlen zeigen, im ganze» außerordentlich lau. Es lag dies an der Interesselosigkeit. welche sich nicht allein in bürgerlichen Kreisen geltend macht« und a» der ungünstige» Wahlzeit, die absichtlich nur bis abends 5 Uhr bemessen war; die große Mehrzahl der Arbeiter war also von der Ausübung des ihnen aus dem Papier zugestandenen Staatsbürgerrcchts ausgeschlossen! Desgleichen wird berichtet, daß von feiten der Gegner niederträchtigste Wahlbeeinflussimg geübt wurde. Unsere Parteigenossen werden es zu den Stichwahlen nicht an Eifer fehlen lassen, um in den fünf Bezirken, wo sie mit burger- lichen Parteien zn kämpfen haben, unseren Kandidaten zum Siege zu verhelfen. Riiiiinielöbnrg. Parteigenossen! Am Sonnabend Abend 7'/z Uhr findet die Volkssammlung statt, in welcher die Neuwahl der Vertranensperson vorgenommen wird. Zahlreiches Erscheinen ist der wichtigen Tagesordnung wegen erforderlich. Alles Nähere morgen im Inserat und an de» Anschlagsäulen. Der A e r- t r a n e n s m a n n. Charlottenbnrg. Heute, Donnerstag, abends 3 Uhr. findet für den 8. Kommunal-Wahlbezirk eine Versammlung bei P r e st e l, Osnabrücker- und Kepplerstraßen-Ecke statt, worauf wir besonders aufmerksam niachen. Tie bekannte Schöneberger Schnlaffäre ist Dienstag Abend auch in der dortigen Gemeindevertretung zur Sprache gc- kommen, jedoch in einer Weise erledigt worden, die kaum geeignet sein dürfte, zur Beruhigung der erregten Gemüther der Einwohner- schaft und besonders der Eltern zu dienen. Anläßlich einer Vorlage betreffend die Besoldung der Rekloren, Lehrer, Lehrerinnen der Volksschule u. f. w. richtete der Gemeindevertreter G u st. Müller an den Gemeindevorsteher Schniock, der auch Vorsitzender der Schulkommission ist, die Bitte um Ansklärnng über den Fall, damit die Vertretung vom Tische des Gemeinde- Vorstandes ans eine objektive Darstellung desselben erhalte. Die Beantwortung dieser Interpellation wurde jedoch vom Gemein bevor st eher rundweg abgelehnt! mit der Begründung, daß„vorläufig noch nichts gerichtlich erwiesen" sei! Wenn ferner darauf hingedeutet werde, daß es sich nicht um diesen Fall allein, sondern überhaupt um mehrfach vorgekommene schwere Züchtiglingsfälle in Schöneberger Schulen handele, so bemerke er, daß auch in dieser Hinsicht„nichts bewiesen" sei, und er müsse die Lehrerschaft so lange i n S ch u tz n e h>» e n, bis letzteres geschehe! Aus diesen Bekundungen des Gemeindevorstehers geht also hervor, daß die Gemeindeverwaltung bezw. die Ortsschnl- behörden von Schöneberg die Klärung des bewußten einzelnen Falles einfach dem Staatsanwalt überlassen, hinsichtlich der sonstigen Schulverhällnisse jedoch auch serner nicht das geringste unternehmen. Köpenick. Die Frage der Aufbesserung der Lehrergehältcr ist in Köpenick noch nicht zur Erledigung gelangt, da der Magistrat die von der Stadtverordneten-Versammlung durch den Antrag Horn und Genossen festgelegten Sätze der Lehrergchälter nicht bestätigt hat. Der Magistrat beharrt bei seinem Antrage, der das Grundgehalt auf 1399 M. und 130 M. Zuschuß feststellte. Die Stadtverordneten werden sich demzufolge in einer der nächsten Sitzungen noch einmal mit dieser Angelegenheit zu beschäftigen haben. Ter„alte ehrliche Krieger" mit dem eisernen Kreuz erster und zweiler Klasse, der Arbeiter Niete in der Span da«er Munitionsfabrik, über den gestern berichtet wurde, hat sicb als ein alter Zuchthäusler entpuppt. Er hat einen großen Zeitraum seines Lebens in Slrasanstalten nugebracht und sein Bild ziert auch das Berliner Verbrecheralbum. Die letzten acht Strafen, darunter verschiedene Jahre Zuchthaus, sind ihm in Berlin zuerkannt worden. Die nnberechligte Führung von Orden- und Ehrenzeichen, mit deren Hilfe er die mannigfachsten Schwindeleien begangen hat, ist immer seine Spezialität gewesen. In der Munitionsfabrik wurde er wegen seiner vermeintlichen Heldenlhaten im Kriege von jedermann mit Auszeichnung behandelt; vor vierzehn Tagen hat er sich mit einer ehrsamen Wittwe verheirathet, die keine Ahnung von seinem Vorleben halte. Der Mensch stammt aus Prenzlau. Der alte Zuchthäusler hat eine gute Witterung darin bekundet, daß er den Patriotismus als Aushängeschild benutzte, um„von jedermann" geehrt zu werden. Man stelle dem Entgegenkommen, das so einem Gauner in den königlichen Fabriken zu lheil wurde, die Behandlung gegen- über, die an dieser Stelle unfehlbar einen ehrenhaften Arbeiter trifft, der sich mulhvoll als Sozialdemokrat zu bekennen wagt. Nicht einen Tag würde dieser ehrenhaste Arbeiter in den königlichen Fabriken geduldet werden! Ter bor längerer Zeit wegen de? eigenartigen Diebstahls im Hohenzollern-Musenm verhaftete Kaufmann Katz sieht»och immer der Gestaltung seines Schicksals entgegen. Als er verhaftet worden ivar, machte sein Verlheidiger, Rechtsanwalt Dr. Schöps, Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit seines Klienten geltend. Uur über diese Zweifel Gewißheit zu verschaffe», wurde der Ver- haftete auf Antrag des Medizinalralhs Dr. Long der Irrenanstalt zu Dalldorf überwiesen und nach einem dreimonatigen Aufenthalt daselbst wieder in das UntersuchungSgesängniß übergeführt. Da es sich hier um einen schwierigen Fall handelt, konnte der Bericht der Dalldorfer Aerzte noch uicht zum Abschluß gebracht werden. Erst nach Eingang dieses Berichts wird sich entscheiden, ob das Straf- verfahre» seinen Fortgang nimmt. Urkundenfälschung und Betrug fielen dem„Redakteur" Rudolf Schröter zur Last, der sich gestern vor der 3. Straskammcr hiesigen Landgerichts I zu verantworten hatte. Der Angeklagte, welcher einige Zeit lang in Afrika gelebt, gicbt hier eine Kolonial- korrespondenz unler dem Titel„Deutsche Afrika-Poft" heraus. Neuer- dings hatte er sich daniit beschäftigt, für ein in der Bildung be- griffenes internationales Inserate»- Unternehmen, welches für oie in Berlin weilenden Fremden bestimmt ist, Inserate zu sammeln. In dieser Absicht war er auch zn dem In- Haber des Bankgeschäfts Schwerdtf.cger u. Konip. gekommen, von diesem aber abgewiesen worden. Er muß nun aber bei dieser Gelegenheit wohl den Stempel der Firma erwischt und Zeit gefunden haben, diesen auf ein Stück Papier zu drücken, denn er überreichte dem Vertreter des Inseraten-Unternehmens eine gefälschte, aber mit dem Firmenstempel und der Firmennnterschrist versehene Bestellung aus ein Inserat und versuchte dafür sofort die Provision zn erhalten. Als Schwerdlfegcr u. Ko. den Betrag des Inserats bezahlen sollte, kam die Fälschung ans Tageslicht. Slußer dieser Straflhat wurden dem Angeklagten noch zwei Mielhs- schwindeleieu zur Last gelegt. Ju beiden Fällen halte er bei armen Wiltwen sich einquartirl, einige Zeit daselbst gewohnt und war dann plötzlich verschwunden, ohne den rückständigen Miethszins nebst Kaffee zu zahlen. Erhalte sich beimMielhen der Zimmer als Redakteur der „Staatsb.-Ztg." bezw. des„Lokal-Anzeigers" ausgegeben und soll die Vcrmielheriunen dadurch geiäuscht haben. Er wurde in diesen beiden Fällen freigesprochen, weil sich nicht feststellen ließ, daß gerade die Bezeichnung als Redakteur die Geschädigten zum Bermiethcn be- wogen Halle. Wegen der Urkundeufälschung wurde der Augeklagte zu z w e i Monaten G e s ä n g n i ß verurlheilt, auf die Strafe aber ein Monat Untersuchungshaft angerechnet. In dem Streite der beiden Privaldozeuten Dr. Ritze und Dr. Cnsper, der mit der Vernrtheiluna des Dr. Ritze zu 399 M. und im Wege der Widerklage mit der Bernrtheilung des Dr. Casper zu 199 M. Geldstrafe endete, ist von beiden Seiten Berufung ein- gelegt werden, so daß dieser die ärztlichen Kreise hervorragend interessirende Streit auch noch die Strafkammer beschäftigen wird. Die Berufung des Dr. Casper richtet sich gegen die eigene Ver- urtheilung und rügt, daß Dr. Nitze nur auf grnnd der ZZ 135 und 186 und uicht aus grnnd des Z 187 des Strafgesetzbuches verurlheilt worden ist. Tie Schöneberger Schnlaffäre, bei welcher eS sich um den angeblich durch Mißhandlung seitens eines Lehrers herbei- geführten Tod des Schulknaben Rudolf Fischer handelt, dürfte sehr bald vor Gericht erörtert werden. Im Anschluß au jenes Vorkommniß halte das„Schöneberger Tageblatt" in mehreren Artikeln die Schöneberger Schulzustände in einer Weise beleuchtet, durch die sich die dortigen Lehrer beleidigt fühlen. Der Schöneberger Lehrerverein hat deshalb den Rechtsanwalt Dr. Schwind t beauftragt, die Beleidungsklage anzustrengen. Bei dieser Gelegenheit wird sich reichlich Veranlassung finden, auf den Tod des Schulknaben Fischer zurückzukommen. VevsÄmmlitNigett. Tie Abrechnung der lokalorgauisirten Schneider vom KonfelUonSarbeiler-Slreik bildete den Gegenstand der Debatte in einer öffentlichen nur von einigen vierzig Personen besuchten Ver- fammlnng von Konsektionsarbeiiern und-Arbeiterinnen. Bekanntlich hat die Berliner Gewerlschafts-Kommission vor kurzem einen Ausruf im„Vorwärts" erlassen, worin sie sagt, daß über die von der lokalen Richtung für den Konfekiionsarbeiter- Streik gesammelten Gelder lrotz Aufforderung der Gewerkschasls-Kommission bis heute noch keine Abrechnung erfolgt sei. Zu den Führern dieser Richtung habe auch Frau Gubela gehört. In einer von der- selbe» abgehaltenen Versammlung fei die Einführung einer Agitationsmarke beschlossen; vor solchen nnkontrollirbaren Samm- lungen müsse die Arbeiterschaft im Hinblick ans die Erfahrungen, die die Gewerkschafts-Kommiision mit den Schneidern lokaler Richtung gemacht habe, gewarnt werden. In der gegenwärtigen Ver- sammlung suchte sich Frau Gubela gegenüber dieser Auslassung der Gewerkschafts-Kommission zu verthcidigen. Sie behaupiet, daß ihr die Abrechnung vom Streiks nichts angehe, da sie mit de» Samm- lungen nichts zu thnn gehabt habe. Sie habe nur eine einzige Sammelliste gehabt; an die Anhänger der lokalen Richtung seien überhaupt nur etwa 19 Listen ausgegeben worden, denn die Zentralisten hätten die Lokaltisten möglichst von den Sammlungen fern zn halten gesucht und dieselben ausschließlich vo» Anhängern der zentralen Richtung vornehmen lassen. Die Gewerkschafts- Kommission habe übrigens die Lokalisten gar nicht zur Abrechnung eingeladen. Frau Gubela verlas eine Reihe von Ausgabeposten. die zusammen 799-399 M. ausmachen; diese habe sie gedeckt aus Sammlungen, die sie privatim vorgenommen habe. Im übrigen protestirle sie ganz entschieden gegen die Herabsetzung ihres ehrlichen Namens, und meinte, wegen der Abrechnung über die Streiksammlnngen müsse man sich an Knlick wenden. Wiese- m a n n bemerkte, daß Knlick die Saniiiilungen innerhalb der lokalen Richtung der Herrenkonfektion geleitet habe. Er, W i e s e m a n n, habe Kulick's Abrechuung revidirt und für richtig besunden. Nach- dem der Streik kurzerhand beendet war, habe man sich nicht veranlaßt gesehen, das wenige Geld abzuliesern. Dasselbe sei zur Unterstützung der Familie eines in- haslirten Kollegen, sowie zur Agitation verbraucht worden. Schulz, Witte»nd M i l l a r g bedeuteten der Frau Gubela, daß die von ihr verlesenen Ausgabeposten doch keine Abrechnung darstellen. Wenn sie Ausgaben gemacht habe, müsse sie auch Ein- nahmen erzielt haben. Ueber letztere habe sie aber kein Wort gesagt. Es sei Brauch in der Arbeiterbewegung, daß über alle öffenilich gc- sammelten Gelder und über deren Verwendung öffentlich Rechnung gelegt und dieselbe durch Revisoren geprüft werde. Das müsse man auch von Frau Gubela verlange». Des weiteren wurden von den Anhängern lokaler Richtung die heftigsten Vorwürfe gegen die Zentralisten im allgeincinen und einzelne Personen des Zentralverbandes der Schneider im besonderen geschleudert und letztere beschuldigt, sie hätten den 1599 Personen starken Lokalverein der Schneider lystemalisch zerstört. Ein Vorwurf, dem Schulz»nd Witte sehr energisch enlgegentraten. Millarg nahm die Gewerfchafts-ikom- Mission gegen den ihr von Lokalisten gemachten Vorwurf der Partei- lichkeit i» Schutz, indem er darauf hinwies, daß beide Richtungen in der Gewerkfchafts- Kominission in gleicher Stärke vertreten seien und schon aus diesem Grunde eine Bevorzugung der zentrale» Richtung gar nicht stallfinden könne. Er führte weiter ans, daß es nur die Schuld der beireffenden Personen sei, wenn sie trotz Auffordernug nicht zur Rechnungslegung bei der Gewerkschafls-Kominission erschienen wären. Nach sehr langer Debatte, in der es miliinter zu recht heftigen Ailseinandersetzuugeii zwischen Vertretern beider Rich- tuugen kam, wurde beschlossen: die Berliner Geiverkschasts-Kommisston beauftragt drei ihrer Mitglieder, welche der lokalen Richtung angehören, jedoch keine Schneider sei» dürfen, die Abrechnung über alle von de» Kon- fektionsarbeitcrn lokaler Richtung gesammelten Gelder, sowie die von Frau Gubela privatim veranstalteten Sammlungen, soweit die- selben nicht den neugegründeten lokalen Verein der Konfektions- arbeiter betreffen, zu prüfe». Ueber de» Stand des Streiks berichtete in einer öffentlichen Korbmacher-Verfammlnng am 9. November in den Andreas- Festsälen G r ü n b e r g: Von den 196 Korbmachern, die am 26. Oktober in den Ausstand traten, seien zur Zeit noch 55 Aus- ständige vorhanden; im ganzen hätten sich 14 Streikbrecher gefunden. Nach genauen Erkundigungen sei die augeiibtickliche Silnalion eine günstig» zu nennen; bei kouseguentem Ausharren der Streiken- den könne der Ausstand zu siegreichem Ende geführt werden. In der recht ausführlichen Diskussion wurden von anderer Seite ver- schieden« Momente hervorgehoben, die beweisen sollten, daß es taktisch klüger gehandelt sei, den Ausstand zn beendigen. Von beiden Seiten wurden durch eine ganze Reihe Redner gewichtige Gründe für und gegen Aufhebung des Streiks dargethan und eingehend be- gründet. Eine ganze Reihe von Anträgen beider Meinungen gingen dem Bersammlnngsburea« zu, alle fanden ihre Erledigung durch den Beschluß der Versammlung, über die Streikfrage nur die Streikenden in geheimer Abstimmung entscheiden zu lassen. Der Namensaufruf ergab, daß sämmlliche 55 Ausständige anwesend waren; 40 von ihnen stimmten für weiterstrciken, 13 für Aufnahme der Aibeil zu dem reduzirien Lohne, 2 Elimmen waren ungiliig. Die Auszahlung der Streikunterstützung erfolgte nach Schluß der Versammlung. Ülngercgt wurde, in anbelracht der wenig günstigen Finanzlage sofort Sammellisten herauszugeben und dem Delegiitcu der Gewcrkschastskouiniission empsohlen, das weitere zu veranlassen. Eine Former- Versammlung fand am Dienstag Abend im Kolberger Salon statt. Auf der Tagesordnung stand:„Die wirthschastliche Lage der Former und Berufs- genossen nach der Aussperrung." Referent war der Former Louis Müller. Es sind nach feinen Ausführungen noch ausgesperrt 32 Former und Berufsgcnossen. Die Unleistütziing belief sich in der vorigen Woche noch auf 569 M. Der Referent koustalirte, daß sich die Lohn- und Arbeitsverhälinisse in den Gießereien bedeutend verschlechtert haben. Vor dem Einignngsamt sei von den Unternehmern versprochen worden, erst die Ausgesperrten in Arbeit zu nehmen, ehe auswärtige Arbeiter eingestellt werden. Das sei aber uicht überall innegehalten worden. Bei ver- schiedcncn Firmen feien von außerhalb Arbeiter herangezogen worden, trotzdem»och Arbeitslose vom Streik vor- Händen sind. Von solchen Firmen werden genannt Pätzold, „Germania" in Tegel, Sentker, Aichele u. Bachmann, Arendt ec. Auch die gezahlte» Löhne seien nichrsach zurückgegangen. Es scheine sogar, als ob die Arbeiler aufs neue zu einem Streik provozirt werde» sollten. Bei Arendt, Pätzold sind nach dem Streik bedeutend geringere Preise geboten worden, als sie vor dem Streik bestanden. Aehnlich liegt es bei Keiling u. Thomas. Der Reserent fordert die Versainnielten auf, sich Preisreduklionen uicht gefallen zn lassen, sondern die allen Preise aufrecht zu erhalten. SiamerNlich die während des Streiks angelernten Arbeiler sungiie» überall als Preisdrücker. Vielsach erfüllen aber auch die alle» Arbeiter, die während des Streiks die Organisation sehr gut zn finden wußten. ihre Pflichten nicht. So werden von vielen die beschlossenen 5 pCt. zur lliiletslützung der Ausgesperrten nicht bezahlt. Der Referent fordert die Former auf, fest zur Orgauisalion zu halten und ihre Pflichten zu erfülle». Bei zulünstigen Streiks würden solche, die sich in Friedenszciten nicht um die Organisation gekümmert haben, nicht mehr unterstützt werden.— Plath geht ebeusalls auf die wirlhschast- lichc Lage der Former ein. Zern icke meint, die Arbeiter seien zum theil selbst an der Verschlechterung schuld. Sie hätten im- »lillclbar nach Beendigung des Streiks die Gießereien überlausen und dadurch ein scheinbares U-beiangebol hervorgerufen. Nach Beendigung der Diskussion sind verschiedene Wahlen vorzunehmen. Als A g i t a t i o n s k o in in i s s i o n werden gewählt: Müller, Plath. Hartig und Zern icke. Zum Ver- t r a u e n s m a n n wird Louis Müller, zum stellvertretenden VerlrauenSmann wird Zern icke geivählt. In die Geiverkschafts- Kommission werden delegirt Müller und Z e r n i cke.— Ferner wird»och beschlossen, den ersten Bertranensmann, Müller, in Zukunft zu besolden, um ihn von den lliitcriiehinern unabhängig zu niachen und seine ganze Arbeitskraft sär die Organisation zur Versüguug zu haben. Als Wochenlohn werde» 36 M. festgesetzt.— Der Beschluß, 5 pCt. vom Wochenlohn zu zahlen, wird fallen ge- lassen; in Zukunft soll wieder auf Listen gesammelt werden, wobei jeder nach Kräften stcueru kann.— Ferner wird vorgeschlagen, daß diejenigen unter den noch Rnsgesperrlen, die der Organisation vor dem Streik nicht sechsnudzwaiizig Wochen angehört haben, von nun ab keine Streikunlerflütznng mehr be- kommen sollen. Es handelt sich um vier Personen, die in dieser Weise nicht vollberechtigt sind. Es wird dem jedoch mehrsach widersprochen, iveil auch bei den gegenmärligen Sammlnngen viele Uuorgauisirte sich betheiligen. Tie Bersamiului g beschließt, die Unterftützungen auch an die nicht vollberechtigten weiter zn be- zahlen. Eine ansterordeutlich stark besuchte Manrerversammlnng. wozu die Lohiikoinmission die Vertreter aller Berufe im Bau- gewerbe eingeladen hatte, tagte am Dienstag bei Keller, Koppenslraße. Die Tagcsordunng lautete: Bericht- erstallnng der Lohnkommissio» über die stattgehabte Fest- stellung der Mißstände aus den Bauten und Diskussion über die zur Abstellung derselben iiotbwcndigen Reform- vorschlüge. In eincm fast zweistündigen Vortrage schilderte der Maurer S i l b e r s ch m i d t die Schäden und Mängel im Baufach, wobei er in gedrängter Form ein Bild entwarf über die geradezu schauderhaften Zustände in bezug aus die schlechte Beschaffenheit des Rüstzeugs, der Baubuden. Abort- ec., die durch die vorgenommene Baukontrolle au das Tageslicht befördert worden sind.— Das Er- gebniß dieser Baukontrolle ist sachgemäß bearbeitet und nebst kurzen Abhandlungen über 1. Grundftückswucher und Bauschwindel, 2. Sub- niissionswesen, 3. Akkordarbeit, zn einer Broschüre znsauiinengesaßt, die unentgeltlich an die Versammlnngsbesncher veitheilt wurde.— Der Reserent begründete sodann in eingehender Weise die Forde- rnngen, durch welche iveuigstens die ärgsten Mißstände beseitigt werden sollen und die sich an die Gesetzgebung respektive Behörden richten, da, wie der Redner anführt, durch Arbeitsniederlegung«» ec. aus diesem Gebiet nicht alles zu erreichen ist und plädirt schließlich für ein allgemeines Vorgehen säinmtlicher dem Baugewerbe an- gehörigen Berufe, im Sinne der von der Lohiikoinmission der Maurer gcslelllen,»»teu folgenden Resolution.(Von der Wiedergabe des Referats, das von den Versauimelten mit lebhaftem Interesse aufgenommen wurde, sehen wir heule ab, und verweisen auf den i» de» nächsten Tagen erscheinende», die Mißstände im Baugewerbe behandelnden'Artikel. Die Red.) An der hierauf solgeude» Diskussion betheiligte» sich auch mehrere Redner, welche mit der Kontrolle betraut waren und die Ans« sührungen des Referenten, soivie die Details des Inhalts der Broschüre bestätigten, dabei aber anführte», daß die scsigestellten Fälle eher zn milde als etiva zu kraß geschildert worden sind. Es wurde von diesen Redner» behauptet, daß sie sich in mehreren Fällen, wo es sich um Mißstände handelte, die das Leben und die Gesundheit der auf dem Bau beschäsligten Arbeiter i», höchste» Maße gefährdeten. an die Polizeibehörde gewandt habe», um diese zu veranlassen, dem Bauunternehmer ans- zugeben, die Verordnung zur Verhütung von Uufällen innezuhalten, leider habe» i» iviederholten Fällen diese Anzeigen keinen Erfolg gehabt. In längeren Aussührunge» schilderte der Töpfer David die Mißstände, das Arbeiten bei offen brennenden Koaks« körben und im Winter auch»och bei»»verglaste» Fenstern, nnter welchen besonders seine Berusskollegen zu leide» haben und äußert sich schließlich dahin, daß sich seine Gewerkschaft mit dem geplanten Vorgehen eiiiverstanden erklärt und sich in jeder Weise hieran be- Iheiligeu»vird. Nachdem der Vertreter der Dachdecker die schreiende» Zustände und die Gefahren seines Berufes den Versammelten vor Augen geführt und sich für seine Kollegen ebenfalls im zn- stimmende» Sinne für die gemachten Vorschläge ausgesprochen hatte, gelaugte die von der Lohnkommissio» der Maurer vor- geschlagene Nesolution einstimmig zur Annahme. Mit der Weiter- Verfolgung der darin enthaltenen Bestimmungen wurde bis auf weiteres die Lohnkonimission der Maurer betraut. Die Resolution hat folgenden Wortlaut: Die Versammelten erblicken in den festgestellten Mißständen im Maurerbernf eine natürliche Folge der stiesmülterlichcn Behandlnng des Baugewerbes durch die sogenannte Arbeitcrschutzgesetzgebung. Eine Aenderung dieses Znstandes ist nur möglich, wenn 1 der§ 154'Abs 4 der Reichs-Geiverbe-Ordining m kraft tri!! »Hd somit das Baugewerbe iml unter die Bestuumungeri der SS 185 bis 139 b gestellt wird; 2. geeignete rcichsgesetzliche Unfallverhütungs-Vorschriflen er< lasse» und obligatorisch«»rgesuhrt werden; 3 dre Uebenvachilug und Kontrolle derselben durch vom Unter- uehmerlhum und den Berufsgenossenschaften vollständig unabl>äiiglge Beanile, analog den Fabrikinspekloren, geschieht. Ties« müßten wenigstens jur Hülste von den Banarbsitern frei gewählt und aus öfseullichen Mitteln besoldet werden. Uni diele Forderungen zu erreichen, erachten es die Versammelte» für"othivendig, daß sich alle Berufe des Baugewerbes kür die Zu- tiinst an der Feststellung der Mißstände auf de» Bauten betheiligen. Tieselbe» sind periodisch vorzunehmen und die Mißstände ,» ge- ordueter Weise m die Oesfentlichkeil zu ziehe»,»>» so gegen die Lücke in der Neichs'-Ge>verbe-Ord»iing Protest einzulegen. Da ober die Versaiiimlung annimmt, daß an die Verwirklichung dieser Ziele vorläufig von den gesetzgebenden Körperschafien nicht gedacht wird, erachtet sie es als die Pflicht des Berliner Magistrats. von dein§ 1206 der Gewerbe> Ordnung Gebrauch zu machen und banpolizerli6;e Cchutzbestimmungen zu eilassen, welche dem Bau- arbeiler in beziig aus Lebe» und Gesundheit einen bessereu S6,ntz als bisher gewährleiste». Um dieselbe» wirksam durchzuführen, sind Kontrolleure ans städtische» Mitteln anzustellen, weläie das Ver- trauen der Bauarbeiter genußen und daher ans freier Wahl letzterer bervorgegangen sein müssen. Die versainuielten Maurer verpflichten siäi. siir die Besciligung der Mißstände aus Bauten Ihätig zu sein, Jeder besondere Mißsland oder der insolge eines solchen sifl) er- eign.ele Unfall ist sofort der Lohnkounnission zu melde» und derselben cm wahrbcitsgemäßer Bericht zu erstatten. Tic Tischler und Polircr der Firma Wcnkcl Nachfolger, denen eine Werkstätten< Versaminlung als„nicht aiigemeldete Bersammlung" seitens der Behörde auf Hinweis des Unlernehmers illusorisch gemach, t wurde, haben nun in„.öffentlicher" Bersammlung an, Dienstag Abend bei Zubeil Stellung genonunen zu der seitens der Polirer über den Betrieb der Firma Wentel Nach- f o l g e r verhänglen Sperre. Einleitend bemerkt Polirer Stramm, daß es doch den Unternehmern gelungen sei,\ zwei Streikbrecher zu fiiiden. Redner veruriheilte DaS Verhalten der betreffenden Arbeiter»ufS schärsste. Nrerlich berichtet, daß der Mitinhaber Schulz den Arbeitern gedroht habe. sämmllich der Slaatsanwallschast zu übergeben, falls sie sich mit den Ausständigen solidarisch erklärlen All« weiteren Redner unter- zogen das Verhalten der Unternehmer einer herben Kritik, welche zwei Polirer am selben Tage noch entließen, an dem dieselbe» vor Gericht in einer gewerblichen Slreiligkeil der Wahrheit entsprechende, aller- dings zu Ungunsten der Firma lautende Aussage» machten. Die Versammelten verpflichteten sich schließlich, dafür einzutreten, die Gemaßregelten zu ihrem Rechte zu verhelfen. Eine in diesem Sinne gehaltene Resolulio» fand einstimmige Annahme. Ter Verband der i» Holzbcarbeitnnqs-Fabriken beschäf- tlgtcu Arbeiter Teittschlands, Filiale Berlin I. hielt am 8. d. M be: Wille. Andreasstraße, seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab Bor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Ver- sammlung das Andenken des verstorbenen Genosse» Grilleuberger in der übliche» Weise. Sodann hielt Jahn eine» Vortrag über die Arbeiterbewegung des 19 Jahrhunderts. Eine Diskussion fand nicht statt. Da die in der vorigen Veisaminlung vollzogene Wahl des Kollege» G l a u b i tz nachträglich angefochten wurde und derselbe insolge dessen sei» Mandat wieder niedergelegt hatte, fand die Wahl des Revisors nochmals stall. Geivähll wurde wiederui» H. Glau ditz. Ziim Schluß forderte der Vorsitzende ans, mehr ans die Arbeiter- zcitiingen, insonderheit den„Vorwärts", und nicht diu„Lokal- Anzeiger" Uiid dergleichen Blätier zu abonniren. TaS Nixdorscr Geivcrkschaftökarkcll stellte in seiner letzten Versamnilung»ach einem Vortrage Siegerist's, der die Zustände der Orlskraiikenkasse geißelte. 11 Kandidaten für die Delegirten- Wahlen zur Krankenkasse auf. Aus dem sehr interessanten Bericht der Textilarbeiter ist zu entnehmen, daß diese ehedem so blühende Industrie vom Orte fast vollständig verschwunden ist. Im letzte» halben Jahrzehnt ist die Zahl der Webergesellen von 400 auf 70 heruntergegangen. Wege» vorgerückter Zeit mußten die Berichte der Holzarbeilcr und Steinsetzer vertagt werden.— Nicht anwesend war der Vertreter der Schuhmacher. Arb»li,r.KU»,»»a»rch»U. gritiltir. I«, o, sie. Mittwoch i national- öion omte lSrunovegritse der narionalätonotni«; Dr. 8 0 n t.® tt) rn l M)' Donnerstag i S eich Ich!« iDie vorgeschichiliche Zeil und die ertten getchtchllichen Ueberlteserungen! Dr. Beorg z-ovier).»retlag i GeteeeSkunde iArdetlsverirag. die lozialpottlisch« S-I-Ygebung. Slrasrechi, gewerbliche«»on- zessionSweien� Ehsrechl, Mtelbsrechl. Drb- und vormundtchallsrechi, öflsnUichs« Rechi: Rechlsanwall Woltgang Heine). Die Bidliolhei ist vo» S— s Uhr gsoffnel. Mtigltebsdeilrag monail. Ä Ps., Jhirfu«(10 Abende) l M. pro Fach. Dhetlnehmer werben aufgenonimen in der Schule und in tolg. Stellen i Eoilsr. Schutz, Admiralftr. eo« i Reul, varniwflr. Iii Schiller. Noienthalersir. d? i Aletiieri. Müllerttr. r» i Pa»i Mücle. ManleuNelsir. iiö. H Itöntg«, Dieslenbachsir. Zu. Alle gutchritien sind an den iSorfioenden Paul Mucke Ir.. so. Man- leuNeiftr. Iis, Ssldjendungen an den ftassirer H. König«, s. Dtesfenbachstr. so, zu senden. Mcrband deutscher Kardiere. Kriseur» und p»rriich»noiach»rs«t>flse». Heute, Dounerstag. adsnd»>oz llhr, bei Schiller, Rolenlhalerstraße b?, Versammlung. Kerliner Maturlteilverein S. Heule Abend ois Uhr im Saale de« Verein« sunger Kausieute. Beulhstr io, Bortrag de« Herrn Bartsch über i„Dle Nervosität de« wetdhchen G-schtecht« und ihr Einflub aus da« Famtlieuleben". tzeirtt-at-Kraiihen-»ud Hterdelials»»er Tischler. Die Orisverwattungen Berlin« und Umgegend oersammeln sich am Frettag, den IS. d. M., abends »z Uhr Kopnicke'str. öS bei Schöning. Briefkasten der Redaklion. vir biiien, bei seber Ansrage eine»hissre tzwei Buchsiabe» oder eine gahlj anzugede», unter der die Anlioori«riheili werbe» soll. Die luristische 2pvcchsl»iide findet in dieser Woche am Mitt- woch. Toiiucrstag und Sonnabend vo» 5 bis 7 Uhr abends statt. 101. Fteiichbcschauer werden durch das Polizeipräsidium in Vorschlag gebracht und durch eine Konimission, bestehend aus Slndi-Phhstkns und Departemcnlö-Thicrarzl geprüft. Wenden Sic sich an das Polizeipräsidium. Rr. 0001.> Ksx ist die lateinische Ueberjetzung des Wortes König. Z. Neber 5—»000 Kilometer. 91. K. Feuerbestattung. Matterne, Berlin(?., Neu-Cölln a. W. 22. Wetier-Prognose fllr Tonncrstag, ll Trocken, vorwiegend heiler, zeitiveise mäßigen östliche» Wrnden. Berliner W e 1 t e r b u r e a n. November Ik4S7. nebelig und kalt bei ffür de» Inhalt der Inserate iibrriiliiimt die Redaktion de», Publik»», gegenüber keinerlei Veraiitivortung. �szcnkev. Donnerstag, den 11. November. Opernhaus. Obcron. Ans. 7t/z Uhr. Schauspielhaus. Das neue Weib. Anfang 7t/z Uhr. Deutsches. Jugendfreunde. Anfang 7'/. Uhr. lverliner. Mein Leopold. Anfang 7'/, Uhr. Goethe. Hasemann'S Töchter. An- fang 7»/, Uhr. Leffing. HanS Huckcdeln. Anfang 7'/. Uhr. Neues. 1 Disonesti. Pietro Caruso. Anfang 7i/, Uhr. Residenz. Die vierte Dimension. Vorher: Finale. Ansang?>/, Uhr Schiller. Wallenstein's Tod. Ansang 8 Uhr. Unter de» Lkndeit. Die Groß- Herzogin von Gerolstein. Ansang „ 7i/. Uhr. Luisen. Das alte Lied. Anfang 8 Uhr. Thalia. Tohu-Bohu. Ans. 7i/, Uhr. Ostend. Klippen der Weltstadt. An- fang 7i/, Uhr. Gentral. Berliner Fahrten. Anfang 7i/, Uhr. Friedrich- Wilhckmsiädiisches. Der Veilchcnfrefler. Ans. 8 Uhr. Vekle-Alliance. Die Brckutfahri oder Kunz von Rosen. Anfang 7i/, Uhr. Alexaiiderplatz. Im Sumpf. Ans. 8 Uhr. Reichshallen. Spezlalitäien. An- fang 8 Uhr. American. Berlin, wie'S näht und trennt. Anfang 8 Uhr. Apollo. Spezialitäten. Auf. 7i/, Uhr. Neen-Palaft. Spezialitäten. SdiilleiMEHrnter sWalliier-Thcatcr). Donnerstag, abends 8 Uhr: Wallen- ftcin's Tod. Freitag, abends 8 Uhr, zum ersten Male: Wallenstein's Lager, Die Piccolomiiii. Sonnabend, abends 8 Uhr: Wallen- stein's Tod. I-uiseu-VIieÄer 34. Reichenbergerstraste 34. Abends 8 Uhr: Das alte lied. Schauspiel in Z Aufzügen von Felix Philippi. Morgen. Freitag: Der große Mohlthater. Volksstück mit Geiang m 6 Bildern von H. Willen. Musil vo» R. Bial. Somiiag, nachmittags 3 Uhr: Volks-Vorstellung z» kleinen Preisen unter Regie von�ulivi« Ttti-K: Stuart. Billcks ä 60 Pf zu der Sonntag- Nachmitiag-Volksvorsicllniig in den bekanuien Verkaufsstellen Kenti'gl-slikstkl' Alte Jakobsir.»0. Direktion Aicli»»-«! Hchnltz. Donnerstag, den 11. November 1897; JBinil Thomas a G Zum 69 Male: Berliner Fahrten. BurleSle Ailsslattungspollemit Gesang und Taiiz in 6 Bilder» von Julius Freund und Wilhelm Mannstädt. Musik von Jul. Einödshofer Anfang l/,8 Uhr. Morgen und die folgenden Tage: Berliner Fahrten. i W. Moack s Theater Briiitnen-StPanue 10. Heute, Donnerstag, U. November: Das Mädel ohne Geld. Posie mit Gesang in 3 Akten von Berg u. Jacobsohn. Nach der Borstellimg Tanzkränzchen. Freitag! IM««rille. Urania Taiibcnatrassc 48—4». Naturkundl. Ausstellung täglich geöffnet von 10 Uhr»ormittags ab, Eintritt 50Pf.— Abends 8 Uhr Wissenschafll Theater. Inval idr nstrasisic IV' o. 57/02: Taglich(ausser Sonntags und Mittwochs) abds 8 Uhr Wissenschaftliche Vorträge. Näheres die Tagesanschliige' Passage-Panopticum. Geöffnet von 0 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Wiener Tanz- und Operetten- Gesellschaft B1/,— 10 Uhr. ■■ Castan's■■ Panopticum. Friedrichstr. 165. Inditich- hindiiMta. ,, nische Gaukler — und— Schlange n- BcschwUrer. Das BÄRENWEIB. N Ostend-Thenter. Gr. Fraiikstirlcrstr.l3S. Dir. 0'. Weist. Itllppen«1er WeHstadt. Schauspiel in 4 Akten von l! Pauli. Ansang 8 Uhr Im Tunnel von 7 Uhr ab: Großes - Frei-Koiizeri.- Freitag, zuni letzten Male: Am Altar. Soniiabend: Unicre Rcichsvost Sonntag Nachm.: Geisterglocke Halbe Preise Abends: Klivvcn der Welt- ftadl. In Vorbereitung: Lebe» und Lieben. Vollst, m Ges. v OS Klein Musik von Wanda. eichshallen- Theater. Leipzigerstrasse 77. Erfolgs auf Erfolg;! Paxton's Galerie Paul Racker, der Gips- j bgurenhändler. Die tollen iiTlorlaya! IMcl. ICobcrti! ?Das flammende Räthsel? Ganz Berlin steht Kopfl! Anfang des Konzerts 7Vz Uhr, der Vorstellung 8 Uhr. Entree 50 Pfg Freitag, den 12. November: Benefiz Blanchard, ISjäbriges .Jubiläum. Zum ersten Male: Sylvia, die moderne Sphinx, Atalante, der unsientbare Flug. Im Eeichshallen-Tunnel: miltür. Ciraf• Konzert, Kapelle des 2. Garde-Begimts in Uniform. Anfang 8 Uhr. Entree 20 Pf. Quarg's Vaadevllle Theater Grand-Hotel«lexauderplah. Heute, Donnerstag: K 1 a h r 1 a n-P a r t h 1 e. Toller Xhend. Freitag, den 12. November: Zum 1. Male: Das Modell! Burleske mit Gesang und Tanz von Leonhard Haskel. Das Armband, Schwank nach dem Französischen v. Malm. Müller. Dazu sämmtliche Spezialitäten mit gänzlich neuen Nummern. Thalia- Theater. Donnerstag, den 11 November 1897: Zum 27. Male: ttoiel Tohu-Bohu. (L'Anbcrge du Tolia-Boha.) Vandcville in 3 Akten von Maurice Ordoinicaii. DciiMch von Viktor Leon. Musil von Viktor Roger. Morgen: Dieselbe Vorstesiiing. �eMer»emile!ll'8| 1. Original-Bndapester Possen- n. Ozieretten- Thcatcr in Kaurmann's Varicle. Wnr nochknrzcZcit die Sensations Kassenstücke fEin Abend im WintergartenJ und Im AfelSer. Ueberraschendo, hervor- ragende Spezialitäten, Gustav Schmidt, Pliänomenal-Tenor. Ferner d. brül. Humoristen- Trio Stclnitz, Kose, Jiir- zpense». Marzella und Ütertholdy, Equilibristen. Frl. Heimine von Seidern, Wiener Walzer-Sängerin. Anf. präz. V28 Uhr. Kasseneröffnung Va7 Uhr. Vorbereitung;: Familie Kochsalz. Original-Lustspiel von Gebr. Herrnfeld. EVonDreiend.GliiGklichste. Gelegenheitsakt von Gehrüder Hennfold. Volles- Theater im Wclt-Kcstnnraiit 97. Dresde 11 ev-St raste»7. Noüilnt! Täglich: Novität! O diese Radler) Possen- Burleske-von O R 0 e d e r. Das Damenreglment. Operette von El».— Musik von Einödshofer. Ansang: Sonntags 6 llhr, Wochen- _ tags 71/2 Uhr._ Feen-Palast SS Burgstr. SS | Dir.:'Winkler de Erilbel. Neu! Die Neu! KaUet-Ratten. Hauptrollen Rich. W i n k l e r und Wilhelm F r ö b e l. Dazu das neue sensationelle Rovembcr-Programm u. a. Wotpert Tris— GresienS Adolphi u Erncsto— Niefries — Frid Haiison— Ballet Bar- barina und die hier so beliebte» lebende» Photographie». I Anfang 7>/2 Uhr. Sonntags 6 Uhr Entree 30 Pf. bis 1,60 M koneertdaus l,cipzlfferstr.No�48. Täglich:*99 Hoffmann's Quartett und Humoristen. Aitkana» Sonntag 7 Uhr Allsltng. Wochent 8Uhr- Ganz neu! Dame» vom Ballet. Der Handschuh. Pepita. Zum 213. Male: Lene. liebe Lenc. Neue Welt 1 S. Hasenhaide 408. Inhaber 91. Fröhlich. JedenSonntag: Spezialitäten- Borstellung und Ball. Empfehle meine beiden Säle(mit I Theaterbühne) zu Winterfestlich- 1 leiten jeder Art. Einige Sonn-1 abende sind noch frei. Bestellungen I für Sommerfeste werden schon I setzt entgegenaenommcn. 3217S*| Apollo-Theater. Friedrichstr. 818. Dir.J.<»l/, Uhr. "ha»�' Sanssouci Rottbiifer Straste Rr. 4 a. Dir. H. Pierrii. Artistischer Leiter Jos. stlschinger. Neu! Die Beilchenfee. Neu! Volksslück mit Gesang vo» W. Geride. Unvergleichliche, sensatioiielle Spezialitäten. Anfang de? Konzerts: Wochent. 7 Uhr, Sonntags 5 Uhr. Anfang der Vorstellung: Wochent. 8 Uhr, Sonntags 6 Uhr. MDr* Grosser Kall.-UM K'ult-««- Wochentags 30 Pf. vklltt» Sonntags 60 Pf. Wochent. Passe-partouts giltig. Diese Vorstelliiiigen siiiden jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag statt._ H. Plerry. Maehr'sTheater Oranicnstrasse St Cnnliri? Theater- n. Sncxialltiitcn- Torstcllang;. Kovitllteii-Prozcrnmin. U. a.: l>cta W aldau, U. a.: bildschöne Kostüm- Soubrette. Xeul Mr. Gilfon Neu! und Miss Margaritta, Jongleur und Eguilibrist. Neu! Ein Blaustrumpf. Neu! Ullkglltl' Wochentags 8 Uhr. ANs»Ug. Sonutags 6 Uhr. Preise wie geivöhulich._ Alcazar Variäte-Theatei- I. Ranges. Dresdenerstraße 52/53(Citn-Passage) Aiiueiistraße 42/43. Direktion Richard Winkler Vornehmster Familien- Aufenthalt. Neu! Novität! Neu! Der Her�vorfUhrer. Große AiiSstatlniigS-Operette in 1 Akt von Leop. Ely. Musik von Holländer. Neu! Vorher: Neu! In tansend Aengsten. Lustspiel in 1 All. Auftreten sämmtl. Kuiist-Spezialitäten Allkgtltl» Wochentags 8 Ubr �tllsllllls» Soniitags 6l/» Uhr geT" Entree SO Pf."99 Reservirter Platz 50 Pf. Circns Bnsch (Uahnhof BUrse). Donnerstag. 11 Novbr.. abds 7>/, Uhr: Gala-Abend. Dle vorzüglichsten Hengste, in Frei- heit dress. und vorges. v Dir Busch. Pferd u. Elefant, Originaldressur d Sign Corradiui. Auftreten der berühmten Schulreiterin Mute Maria DorS. Gr. ruff. Schulquadrille. geritten von 6 Damen und 6 Herren. Der Amerikaner und der dress. Elefant. höchst komische Episode Gebr. Batta: Eine Veloetpedesahrt an der Ztrkusdecke. Zum Schluß: Nach Zldlrieu. DaS großartigste aller Manhge- Schaustücke. Morgen: lVaeh Sibirien. Handwdscherel! Empfehle mich den geehrten Herrschaften. Wasche zum billigsten Preise: Laken 10, Bezug 10, 4 Handtücher 10, 4 Taschentücher 10 Pf. u. s. w. 11168b Frau Flügge. Köpenick, Kietz Nr. 20. Schlaffopha, Bettstellen, Matratzen, verschiedene Wirthschastssachen spottb. 1779b T h i e le. Langestr, 10. Kentseher Metaliarbeiter-Verband. (Venvalliingsstelle Berlin). Todes-Anzeige. Am 9. November starb unser Mit- glied. der Schlosser 192/6 Wilhelm Hellmann. Ehre seinem Andenlen! Die Beerdigung siudel am Donners- tag, nachmiltags 2'/z Uhr, von der Leichenhalle des Kraiikeiihaulcs Am Urban nach dem Freireligiösen Friedhof in der Pappcl-Allee statt. Um rege Bctheiligung ersucht Die Ortsverivaltung. 8<>!iiiIUeii>0lii'iili8eller �Valilveiei» f. d.Il.Beii. Reiclistags-Walil kreis. Todes-Auzeige. Den Mitgliedern zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der bewährte Parteigenosse. Schlosser Wilhelm Hellmami Im Alter von 28 Jahren gestorben ist. 239/3 Die Beerdigung findet Heine, nachmittags 2Vz Uhr. vom städt Kranlenhause Am Urban nach beut Freireligiösen Friedhof, Papvel-AUee. statt. Um rege Beiheiligung ersucht Ker Vorstand. Clzsvkokkenburg. Todes- Anzeige. Allen Genossiiuien iiud Genossen die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Anna Flemmiug geb. Aschbrenner am 8. November, morgens 5 Uhr. nach schwerem Leiden saust cntschlasen ist. Die Beerdlgiing sindet am Donnerstag, den 11. November, nach- mittags 3>/z Uhr, van der Leichen- balle des Lonisen-Kirchhofs, Fürsten- brunner Weg(Westend) ans statt. Der trauernde Gatte: Otto Flemuiiug. Kanksajxnng;. Allen Freunden und Genossen unser» besten Dan! für die Thciliiahme bei der Beerdigung unseres Vaters, deS Webers Karl Praxer. 1773b Die Hiiiterbltebcnen. American-Theater. Dresdenersir 55 Donnerstag, den 11 November 1897: Kolossaler Eriolg! Stürmischer Bcisall! Zum 61 Male: Berlin wie'ö naht und trenut. Vollöstück m Gelang in 2Abth v L Elh. Mnsik von M Schmidt Der Traum von Bayreuth. Parod Traumbild Hugo Schulz alö Seemann Lina Stöcker Golh, Soubrette Emuiq und Ernst tttebcntisch als Ziiliiiisis-Ehcpaar Paul«rudtr. Humorist Ansang der Vorstelinngen: Sonnlagö 11/2. Wotliciilags 8 Uhr. Ausserordentliche General- Versammlung der SNttglieder der Allg. Sttt'btkasst für Miimter uiid Kmieil z» Berliii (eheui.Sterbrkasse derMaschtneu. ba»-Arl>eiter?r.> Sonntag, den 14 November, vorm. 10 Uhr, im Englischen Garten (oberer Saal), Alexanderstr. 27b. Tages-Ordnung: 1 Bericht des Vorstandes. 2 Antrag des Vorstandes über einen Zusatz zu§ 16 des Statuts. 3 Wahl eines Revisors. 4. Bestätigung der vom Vorstand gewählten Kassenbeamten laut ß 23 des Slatttts. 1774b Das Quittungsbuch resp. Quittung der Sterbekassc legitimirt. Ter Borftand: Th. M t e d z i n s k i. stellvertr. Vors., Waldemarstr. 56. NB. Mitglieder, welche ihre Adresse resp. Wohnung in der Krausnickstr. 10 noch nicht angegehen haben, werden gebeten, unter Angabe der Buch- Nummer, dasselbe möglichst umgehend zu thun. Berichtigung. In dem Inserat der Orts-Kranken, lasse der Maschlnenbaii-Arbeiter und verwandter Gewerbe zu Berlin muß eS unter 5. Antrag Bauer heiße». HoiiiöoMthislhe Poltklinik, Brunnen-8trasee 14. für Haut», miieie, Kinderkrankheiten:c. täglich(auch Sonnt.) von 12'/,—2 Uhr Schaukgeschäft billig zu verlausen, Schwartzlopfftr 11. Eansitnier Platze 13, E ck l a d e» mtt 2 Stuben und Neben, gelaß zu venniethen 1769b Arbtitsiiillrk! Achtung! Achtung! Holzarbeiter! In dei Möbelfabrik von 1288/7 Lherharlll.Mtlhlitlbrillkel, Komplott Holzmarltflr. 21, stehen 6£» Ttschlei, 5 Drechsler und 25 Polircr im Streik AM ist strnzilhlllttll. Marn»or- Haner verlangt Wcibcnsec, Rlmestr. 129. Zeh» Karton-Arbeiterinnen, geübte, v Wolfs, Neue Friedrichstr. 48. I Farbigmacher und 1 Versilberitt verl. Loose, Liegnitzerstr. 15. 1747b Barockrahmen- Vergolder werden tzverlangl Kottbuser User 32. 1762b Mir 10 Mark liefere Sloss zu einem ss. Herrcn- Winterpaletol. für 5 M. liesere Stoff zu ciiiei» koniplette» Herrenanzug, für 8—10 seinen, für 12 M gute» Kanlingarnstoff oder Cheviot Reste zu Knabenanziigen sehr groß 2—3 M. Man nberzenge sich Im Riesenstofflager' Kransenstr.U, I.,keiiiLili>e». Kapellnietfter ertbetlt unentgelt- ltchen Klavier-, Bioltn-, Zither- Unterricht. Briese„Mozart" Ber- liner Zeitung._ 17*266 Winterpaletots, SSÄS spottbillig Psandleihe, Neanderftr 6. Billig! Nester z. Anzügen, villig! Mädchenkletder, Knaben- Anzüge und -Paletots sehr preiswerth. O. HofTniann, Beteranenstr. 14. Vcrsilbercr verlangt Ad. Göpfcrt. Marlusstr. 44, 2 Tr. 1775b � Schlosser,-MV welchefelbständig arbeiten ttkolonneii- sührcr), verl Thurnistr, 68. 1776b Nlcchantker nusNähuiaschineii ver- langt Kiesel, Rosenthalerstr 31, Packer, welche in Goldlctsteiisabne gearbeitet, verlangt 17781» 11. Werkmeister. Schmidftr. 8a. Btechspanner aus Dünne Stahlbleche sucht* S I A r n h e 1 m, Badftr 40/41. Kartoii-ArbtiterinnenveAangt A, Eisenstädt, Beuthstr. 5. Pappenzuschneider A. Eisenstddt, Beuthstr. 5. Tüchtige Schlosser sür Htntcr- tvagen-Kasten beihohei» Lohn gesucht 3552L* S I A r n h e t m, Badstr.40/41. I Oeffentliche Versammlung der Holzarveiter Berlins am Donnerstag, den U. Nodcmbcr, abends 8V« Uhr, ftt Stechertrs Fcstsälen(früher Joöl) Andreas- Strafte Nr. 31. T a g e s- O r d n il» g: 1. Der Streik bei Eberhardt, Michaclbriicke I, und die polizeilichen Mahnahmen den Streikenden gcgemiber 2. Verschiedenes. 288/12__ per Vertranensmann. W&f GvMÄflsi � Sröffnung:"HW Freunden und Gönnern zur gcsl, Nachricht, dah ich das Weiß- u. Bairlsch-Wer-joKal des Herrn ZMonski, VÄlunrznstvnszv 37. 31711.« übernommen habe und in bisheriger Weise, mit grohcin Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch zu zivilen Preisen, weiterführen werde, Achtungsvoll gttg Müller, Gastwirth, Nauilynstr. 37. Zeige Freunden und Bekannten hierdurch an, daß ich s3o018* SO., Skalitzerftr. 83—83 an der Rmgelstraße, ein Weist- nnd Bairisch-Bierlokal eröffnet habe, _ Frau Clara Ullrich(früher Beclihhof). Pf Oitt«tincI;.Intvix."WU Sonnabend, den 13. November, abends Ilhr, im Lokale des Herrn Weigel, Dürrschmidt-». Gocthestrasten-Ecke: soDldkmoKr.VarM-Uerslliinillung sün LoxKsgen-KummelsKung. Tagesordnung: 1, Vortrag über: Klnssenkninpf»nd Klassenbewnsjtsein. Referent: Stadtv, Genosse Hnpoat aus Berlin, 2. Dislufsion. 3. Berichterstattung der Vertraucnsperson, 4, Wahl derselben. 5, Wahl der Revisoren, 6, Wahl der Lokalkommisston. /ZM- Zur Deckung der Unkosten 10 Pf, Entrec, Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwünscht 221/6 Der Vertranensmann. l/iinoll TohnoOM Schmcral. Zahnziehen 1 M., Plomb. 1,50 M. IUI Mo II. tClM.iü u Iii. Theilz. Zahnarzt Woll", Leipzigers!. 22. Spr.9-6 U Robort Dreschers Bierhaus, Limeustr. 318, am Schöuhaltser Thor. Empfehle-schönes Zimmer für Vereine und Zahlstellen,[35562* Ausnahme Prelje! bietet dem geehrten Publikum unser bekanntes Welthaus für Herren- und Ltnaben-Gardcrobe. Man prüfe die Qualitäten nnd Fapous unserer Sachen, benrtheilc dann selbst, dast»vir auch in dieser Saison an Billigkeit und Güte der Wnarcn jeder Kon- kurrenz die Spitze bieten, Wf Winter- Paletots in tausendfacher AnSwahl jcht zn herabgesetzten Preise» 1», 13, 13, 18, 30, 33, 34 M., die feinsten, auch mit seidenem Futter, 33, 37. 30 M. DM" Jaqnet- und Koek- Anzüge, neueste Mode, von 13, 13, 18, 30, 33, 37 M.. Prachtexemplare 30, 33, 33 Ak. UMT" Hohenzollern- üläntcl mit langer Halten Pelerine jetzt ii»r 18, 30, 35, 37, die besten 3t». 33. 35, 40 M. ZV" StolT- lioscn von 3, 4, 5, 6, 8, IG, 13 11. prima. gV* Hans- nnd Jagd- Joppen mit Lama-Futter von 5 Rt. an.-"Pß Schlaifrücke 6, 8, 10, 13. 15, 18 M. prima. I Xhc liOirendalll Star Works L. Löwenthal, Ä; Musik-Inslrnmenten-Fabrik 121 Reichenbergerslr,, SO. Ich offerire zu phänomenal billigen, scharf calculirten I \ Engros-Export-Prcisen k Zithern. ] Prima Zithern 6,60 M.| j Concert-Zithern 8,75 j Elegie-Zithern 10,— | Conccrt-Zithcrn mit Harfenkopf 13,60 1 Streich-Zithern 6,60 j Arion-Concert- Zith er», 36sait. 35,— | Harl'cn-Conccrt- Zithcrn. 86sait. 31,50 AZither Saiten anf Seide 1 1 Prim. Concert, Elegie f 8 Pf. 0 Pf. lO Pf. 1 15 Pf. Fahrgeld-Yergütigung. i Time is moncy. I Goldene 110, leipziger Strasse 110. Möbel in jedem Stil und jeder Holzart äußerst billig, auch anf Theilzahlnng, Gr, Lager gebrauchter nnd verliehen gewesener Möbel 61592* OranieBistr, 73. Sonntags geöffnet v, 7—10 früh u, 12—2 Uhr»üttags, öbei verliehe» gewesene und lieiie, staunend billig, Theilzahlnng gestattet. Beamten ohne Anzahlung, 29172,* Nette Köttigftr. 39 II. Giteisenaustr. 1Z. Für U Mark fertige seinen Winterpaletot». Maaß, für 36 M, ff. Anzng nach Maaß, für 8— 12 M, ff, Winterhosen nach Maaß. Mau überzettge sich im Rieseuffofflaßer* Krauseustr. 14, 1, kein Laden. Pfd. 25, 30, 10 Pfg, WWWWWWU» Blatt so Kcitle und Rücken 70 und 80 Pfg� Hafen und Kanin- lifil,,.'. Kfl KX che», Qderbrucher vvllllsl dU, dd und 58 Pfg,, auch ausgeschlachtet, Wild- nnd Äeflügclhandlnng K. Ritsehl, DrcShcnertr. 61. ans Theilzilhlllitg. J.Kellerniann,JnUÄ.3«. 17.Zieli»»ffd.4.Klllsse197.Kkl.Pleilsi.Lotlerle. Liehaug uom 10, November 1897, vormittags. Nur die Tcwimie über£10 Marl sind Ccu betreffenden Rümmer» in Parenthese beigesägt, (Ohne Geivähr.) 283 185 501 75 93 1031 19 75 235 37 87 95 621 36 709 91?£591 617 926»051 81 85 15001 90 197 211 786 1500) 832 978 4076 133 71 237 51 619 836 5005 80 83 259 1300] 352 616 76 756 856 81«152 299 318 11 536 39 68 606 802 960 71 7002 222 121 610 945 H027 121 11500] 94 276 411 1300] 518 740 80 819 986[1500]»011 138 625 47 79 95 950 10119 273 99 539 87 89[300] 645 762[300] 823 95 903 98 1 1099 130 318 413 86 860 903 88 43 l£179 265 94[300] 107 18 88 653 836 50 914 10099 210 572 686 753[500] 887 1 4234 1500] 82 303 1500] 40 64 494 533 69 676-»004 96 118 529 611 25 770 906 I«044 59 131[1500] 200 3 87 94 520 40 606 771 86 822 933 17203>300] 22 315 26 43 505 43 671 729 79 850 973 118039 44 208-386 93 442 1500] 51 66 571 lövlö 684 712 l3v0i 51 972 80 91 10125 491 717 47 836 11500] 904 £0090 152 216 51 83 339 11500] 41? 526 710 48 870 82 99 l£1033 253 90 582 701 858 79 948££034 135 350 134 40 571 640 733 1500! 932»9£0023 24 171 411 l500] 731 61 959£1229 371 13000] 48» 51» 756[1500] 814 909 1300!£5083 279 41, 86 590 673 775 971 11500] 86£«04? 99 512 25 835 917 38 1500]£?082 91 283 432 «05 49 751 985£14139 70 363 75 5V2 683£0089 117 49 531 90 823 44 00079 85 181 253 310 436 13066] 595 649 83[1500] 81 798 931 31033 83 100 79 91 254 77 87 738 829 924 «£093 124 333 38 50 1500) 560 683 702 51 866 983 1300] 00027 164 352 465 705 909[300] 84 34285 326 630 31 789 853 95 05371 456[15001 78 524 685 826 941 71 00034 82 279 493 557 081 713 48 92 917 29 07102 370 89 489 513[3000] 41 012 731 77 825 46 918 08278 412 75 507 57 609 82 827 29 904 20 00013 45 HO 15(1500) 231 79 311 61 132 98 968 40068 123 230 46 84 698 41031 109 512 62 645 55 81 1300] 4£115 11 98 309 578[3001 625 864 936 4 0141 S2 287 1500] 890 44009 219 70 809[300! 998 45011 54 256 360 565 724 803 25 47 81 977 40142 76(00 000] 95 452 524 84 668 926[500] 47014 25 124 Ol 192 508 676 925 95 99 1500] 48024 29 62 197 322(5001 456 550 88 717 52 40017 28 86 438 71 548 13001 90 060 880 910 50227 313 169 597 722 870 99 962 61269 499 [1500] 718 985 5£002 202 71 304 06 431 99 521 610 80 713 53007 15 22 60 133 351 485 88 673 805 19 80 54017 156 224 69 79 382 529 31 012 871 55161 233 459 90 627 53 81 729 30 70 50117[5001 66 211 396 610 840 918 57108 17 62 92 261 424 532 792 58006 178 270 921 27 57 78 08 433 617 19 888 955 76 50250 408 51 648 800 974 «0198 447 62 84 593 690 946«1463 717 814«£072 600 860 955«3416 512 630 781 807 925«1102 50 64 332 418 78 6o7 88 844 917 05100 7 68 495 591 607 68 727 829 5? 61««16? 224 56 645 862 13600] 75 79«7064 301 31 54 469 705 33 819«8013 22 159 299 373 546 «23 768 95 838«!»06» 179 13000) 201 94 337 61 71 115001 571 638 723 91 994 70142 306 62 514 64 75 723[5001 886 916 87 7 1011 [1500] 66 181 83 322 409 566 736 7£I26 43 269 314 67 411 576[500] 005 76 913 73114 328 29 67 96 408 504 [500] 17 41 70 619 744 77 813 31 9,i7 74204 25 94 327 29 90 434 535 686 96 845 77 906. 75092 III 24 270 86 806 478 806 76150 399 412 637 773 813 979 1300] 77139 «79 87 945 78040 94 96 453 687 94 745 47 957 9171)109 25 304[1500] 455 580 731[300] 801 18 21 9o7 80005 26 93 133 91 439 606 81 84 751 82 99 873 87 [300] 8X059 81 115 397 410(5001 37 561 696[300] 844 997 8£U43 214 32 300 560 778 856 927 8!»032 262 622 69 78 743 67 68 814 53 70 960 13001 84205 29 93 337 527 90 658 77 89[500] 85127 58 245 51 85 92 669 76 768 913 86010 33 121 04 74 376 960 91 99 87041 13000] 134 39 299 414 63 560[5001 98 726 833 88059 74 283[3000] 307 14 628 67 721(30001 70 829 87 89061 102 13 65 227 36 460 11500] 62 768 935 00173 76 301 130001 446[3000] 730 54 99 01014 175 083 311 21 516 23 621 721 969 0£Ü18 130 90 202 16 348 64 460 63 557 1560] 606 11600] O!l020 29 46 110 82 42 48 333 47 91 447 511 732 802 924 04 042 87 108 130001 42 46 82 260 13000] 347 59 541 66 657 7(8 «23 33 902 13000] 05039 40 58 107 226 336 83 696 899 n* oo inonnd CMfi Of\i HKlWI AOQ AI A4Q KOJ. öfl�OR 831 IflÄOOS 6�206 3'64'422'767'92 888'9i2W|O102O 636 716 29 43 56[5001 9--0 1 23 I«£033 219(3 590 695 lOlX-113 790 924 104088 140 115000] 85[300] 234 68 407 533 60 80 702 6 54 828 48 970 91 105151 231 32 690 13001 C87 724 815 930 65 76 100108 107131 214 92 654 617 44 851 68 11600) 922 57 1O8102 6 1500) 339 457->16 33 36 100112 84 414 44 626 44 775 971500] 969 110 151 390 503 22 613 50 761(3000) 64 875 83 97» 1 1 1025 218 29 598 669 80» 30 920 72 1 18007 342 61 673 833 39 X13170 815 1X1007 11600] 100 1X5009 Wie schnell und hiliig kann man sich einkleiden! Durch Einkauf von grossen Posten verkaufe ich von heilte ab: Hochelegante Wintcr-Palelols v, 9 M, 50 Pf, an, Hohenzollern- und Peleriiien-Mänlel von» M, 25 Pf, a», Kaiscr-Mönlcl nnd Joppen von 6 M, 75 Pf, an, Hochs, Rock-»nd Jaquet-Anzüge von 12 M, 50 Pf, an, Herren-Hosen von 2 M, 75 Pf. an, Kellner-Losen und Jaquels von 4 M, 50 Pf, an, Leder- und Arvcils-Hosen von 2 M. 35 Pf, nii, Burschen- und Knaben- Paleiols, Herren-Jagnets, Westen und Röcke in allen Größen, Knaben- nnd Bnrichcn- Anzüge, Fahrräder, Hüte, Schirme, Stöcke, Wäsche, Stiesel, Koffer, Opern- gläser, Kessel, Revolver, Tekchings, Stockslinten, Harmonikas, Geigen, Zithern, Trommel», Negiilatenrc, Uhren, Ketten, Ringe u, s.>v, zu enorm billigen Preisen. 3281L* Bustav Luche, M A A VVtthN N S, Berlin, Lrailiellstr. M. Pracks und Gesellschafts-Anzügc ty für jede Figur paffend, werden vcr- liehen, Baruch,Kommandaiite»str,72 1, Ecke Bcnthitraße,_ 17606 Ttrickwolle-Ausverkanf* Reste in Zephhr und Nockwolle zn Fabrikpr, Holzmarktstr, 60, H, 1, 1, Tr, Ällrtrjjtll ohne Bnrgsch, gewährt d, Sparkasse" d, S<. Crcd.-n.HhP.-Vankgesch Kornllns, Breslau. Statut gcg, 40 Pf,* llotton Gardinen, Regulator, spottb, UllllGII, Ncanderstr. 6, Pfandleihe, Freie Volksbühne. Sonntag, den 14. Xovcniber, nachmittags 3 Ehr: Vorstellung für die II. Abtheilung im Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater. Zur Aufführung gelangt:„Sein JubiitinnV4, Bild aus dem Handwerkerleben in 1 Akt von E. Preczang.„Die Fahnenweihe". Komödie in 3 Akten von Joseph Eüderer. Acne Mitglieder können nnr noch für die IV. Ab- theilnng anfgenommen werden.— Die Mitglieder sind nur berechtigt, die Vorstellung ihrer Abtheilung zu besuchen. Nachzügler aus anderen Abtheilungen können, soweit es der Raum gestattet, nur einen Stellplatz erhalten. Billets zum Winterfest sind in allen Zahlstellen zum Preise von 30 Pf. zu haben. Da nur eine beschränkte Anzahl Billets ausgegeben werden, empfehlen wir den Mitgliedern, sich baldigst mit solchen zu versehen, 299/U Der Vorstand. I. A.: G. W i n k 1 e r. mnmant // Gesangvcrcitt „Kreiizbttgtt gunnoiiic (M, d, Sl-S.-B.) Sonnabend, 13. November, i» Dicke l's Konzerthauö, Hasenhaide 52—53; Stiitnngs-Fest. Vokal- u. Jnstrilincntal-Mnsik. TANZ. Ans, 8»/, Uhr, Einlaßlarte 25 Pf. Um zahlreiches Erscheinen bittet 66/17 Das Comit«;. — Karten bei allen Mitgliedern,— uiumui» Feuerstein'8 Festsäle Alte Jakolislrasse 75. Jith. Martin Herzberg. Grosse und kleine Siilc zu Versammlungen unentgeltlich, sowie zu Sommer- u.Winterfestlich- keiten b. koulanten Bedingungen. Vereinszimmer noch z, verg, bei Drohne, Zionskirchplatz 5, 1792b ILmpscHlc allen Freunden u. Bekannte» w mein Weiss-, Bairischbicr- »iid gr. Speisegeschüft. Reichhaltiges Frühstück von 30 Ps,, Mittag mit Bier 50 Pf, sowie Abendtisch ä la carte von 30 Pf, an, 2 Vereinszimmer mit Klavier für 20—50 Personen,* II. Stramm, Rest,,Ritterstr. 123. Zss. Köslinerstr. Ä. Carl Schmidt cinpstehlt seine Restauration nebst großem Vereinszimmer, paffend für Zahlstellen zc. 35001,* Dr. Rmgelinann Spezialarzt für 35032* Haut-, Harn- und ünterieibs- leiden. Fricdriclistr. IGO, zw. Linden u. Behrenstr. 11— 2. 5—7. Or.SiMielSÄ Spezialarzt f. Haut».Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Snhn Atoliov. Künstl, Zähne in tadelloser Ans- jühnnig v, 3 M,, Plomben v. 2 M. an, Schmerzlos, Zahnziehen milt. Coca'sn. Clorelhnk, Chloroform nnd Lachgas iinlcr Leilnilg eines prakt, Arztes, Bei Bestellung v, künstl. Zähnen Zahn- ziehen, Zahnreinige» umsonst! Raten- zahlnng gcstallet, Woche 1 M,* Ciuckcl, La» sitzer Platz 2, Elsafferstraße 12, Sleglitzerstraßc 71. Künstliche Zähne. F. Stessens, Nofenthaleistr, 61, 2 Tr. *j Theilzahlmig pr, Woche 1 M, Zahn-Atelier A. Jammer, Madaistr, 15. Künstliche Zähne 2 M,, auch Theilzahlmig, Plomben-c, M Tttitzlehrer mt Tchiilern wird verlangt F n g i i s e h e r Garten, Alexanderstr. 27c. Sonnabend, den 13. d, M.; Gr. Wnrstcssen. wozu ergebenst einladet Otto Schilling. Zchöneberg, KyffHäuserstr, Uk_ 6teiiopp|ic! Unentgeltlicher Kursus für Damen und Herren: heute, Donnerstag, abends 9 Uhr, Zilie Jakobftr. 38. teitl. StenogWheilMe. 81[3000] 239 631(10 0001 98 643 49 86 716 72 803 13000] 32 13->0] 1)89 1 10059 531 650 712 02 916 1 1703» 58 15t 245 657 738[600] 82 98 994 J IH15S 523 33 50 800 15000J 17 X 11)071 127 35 99 269 627 029 90 761 823 957 1Ü0128 209 350 84 499 715 801 X3I45C 68 581 603 741 50 78[500] X28104£87 304 130001 438 61 592 081 994 l£:tOSO 129 215 589 610 753 813 X£X063 79 98 422 609 733 35 73 849 87 1£5269 324 70 84 516(30001 604 720 808 49 906 45 1£H103 296 493 563 600 1300] IÄ7050 60 116 339 40 54 434 41 79 582 635 770 83» 918 93 188016 75[300] 153 273 471 96 620 78 93 189091 150 223 303 409 523 34 63 688 728 847 90 t 130098 163 76 240 115001 404 7 t 616 1»1144 290 309 20 474 530 627 706 1 38075 128 52 94 261 65 42» 567 76 79 667 801 928 1 33175 201 41396 407 49 92 757 806 18 131041 64 102 65 329 511 29 73 609 17 717 817 1500] 135607 32 737 88 818»95 13B459 63 571 611 66 700 38>300] 42 810 915[501] 26 137673 132 227 11300] 37 503 1(500) 53 66[1500] 632 44 834 98 138021 195 364[10 000! 475 790 1 30076 127 735 St 4 140074 100 276 419 28 98 590 93 724 844 71 141078 92 179 86 292 373 551[300011712 996 14803!) 1300] 50 88 342 74 469 5.68 92 96 723 29 897 143171 325 59 512 27 604 737 65 1 44042 58 186 475 517 72 678 1300] 752 98 815 919 22 86 145104 39 373 441 757 889 927 11«257 75 373 464[360] 549 716 91 83? 92(1 147099 312 27 464 590 610 59 77 864 937 148036 105 448 503 768 84t 53 Sil 140081 141 42 93[3000J 321 507 88[3000] 679 83 729[500] 945 58 97 151)186 280 85 425 950 1 5)126 35(1500) 212 332 13000] 61 468 93 541 791 938 152090 138 53 158 258 1500) 420 574 609 158038 1300] 52 183 iSOOO] 445 5617» 98 632 93 11500] 802 947 154280 345 549 969[30001 80 89 1 55024 62 282 413 629 716 8? 871 921 15014? 67 221 465 632 1 5701 3 46 72 155 203 33 361 72 469 533 684 11500] 732 1300] 828 1 518110 18 96 262 431 78 515 1500] 652 964 81 150064 89 93 319 473 75 571 685 781 60 809 931 40 1«0033 175 411 575 632 746 93 812 946 1 01289 620 737 53 841 45)«£505 43 781 880 911 42 55 57[3001 108154 230 762 897 924 1« 1038 230 437 608 608 721 85» 918 1 05136 71 224 62 458 59 760 84 980 1 00313 14 425 65 504 623 30 811 23 985>07363 484 502 667 811 11500] 72 108143 318>00156 684 790 889 969 17« 109 22 269 467 838 89 1300] 95 171092[3001 249 409 64 662 77 734 38 79 850 964 17£080 96 131 205 545 73 707 46 860 926[SOOO] 38 92 17!1000 6 9S 157 98 1300] 208 741 887 908 174012 265 545 795 832 914 21 76 82 173185 96[30001 414 525 82 678 740 49 54 829 1 700)7 66 87 108 60 238 96 590 806 18 92S 1300] 85 177135 67 377 406 530 720 76 805 8 925 30 55 83 17H366 476 654 1500) 633 38 740 170107 63 442 836[300] 1 8004 1 243 99 470 559 84 718 849 66 999 ISI1I2 76 365 90 629 715 130001 989 1H£108 247 58 324 45 450 545[3000] 48 675 872 81 954 1300] 18:1028 288 344 49 13000] 492 501 2 714 971 18418? 289 370 VI-,' 788 903 185028 64 93 95 11500] 209 54 332 41 74 490 617[500] ÖuO 180023 1500] 321 33 91 475(f.Ooi 568 652 65 707 937 50 187253 362 435 77 512 59 713 826 63 964 1 8808? 157 11500] 359 755 82 826 1300] 67 938 1 80044 121 81 314 97 426 672 768 81 807 903 190026 223 303 14 1500] 510 99 621 48 817 38 950 101111 1500] 48 72 207 40 302 407 28 67 596 700 40 9) 11500] 863 1500] 11)4103 45 257 337(3000] 605 77 700 866 941 l»;t142 51 68 304 55 429 11500] 65 565 1500] 657 910 1 01155 219 317 788 11500] 829 911 10504,. 201 332 652 63 620 731 990 11)0029[300] 227 66 574. 636 795 823 85 917 1 07026 150 351 60 612(15001 5« 643 53 84 86 766 930 1 08099 120 1300] 35» 628[1500] 748 929 190046 52 346 82 486 582 801 997 £00015 83 149 6V 62[1500] 340 514 761 853£01078 707 22 1500] 834 919 40 r40£007 16 222 13000] 342 777 £00082 404 546 96 601 920£04920 82 132[liOO] 47 251 743 964 1500)£05171 88 214 83 675 704 33 48 837 £00113 359 498 527 840 939>300]£07190 96 263 381 453 666[300] 752 815£08078 1300] 234 37 450 514 58 603 776 88 824 43£<10119 Gl 421 32 53 994 £10267 353 718 32 918 33 1300] 57£11007 52 88 132 209 87 586 603 804(3000] 46£12040 188 245 462 633 1300] 41 75 94 767 858£1:»161 222 80 345 414 97 501 84 613 715 59 811 940 90£14115 209 13000] 33 36 318 602 40 51 766 73 1300) 880 985£15221 3» 377 403 11500] 90 578 615 798 860 937£16007 22 36 165 333 78 475 515 828 94£17013 188 274 84 857 96) £18498 570 644 96 904£19069[3000] 669 786 811 42 89 904 ££0458 61 607 38 6t 741 980 94££1101 269 364 477 90 654[3000] 64 743£££148 314 415 87 651 72 766 832 45 1150»] 70 980[3000]££»023 20:1 304 61 559 83 803 917££4086(1500) 269 396 419 512 28 36 673 704£25013 73 III 205 95 351 400 11.__ Ii» Grwlunrade verblieben: 1 Sewui» zu 000 000 Mk,, 1»u oUOOO Mk.. 1 zu 30 000 MI,, 7 zu 16 000 MI., 9 zu 10000 MI,, 12 zu 5000 MI,, 227 zu 3000 MI., 200 zu 1300 MI,. 239 zu 600 MI. 17. Zieh»,», d. 4. Masse 197. Kgl. Prenh. Lotterie. Liehuug Dein 10. Slovimber 1897, nachmittags. Rur die Gewinne über£10 Marl find de» belreffeude» Aummern in Pareulhele belgesügl, (Ohne Gewahr.) 19 54 240 83 33» 466[500] 87[300] 796[5001 916 62 1035 156 301(15001 66 493 701 12 55 833£052 59 414 812 76 3057 441 53 673 694 857 4180 233 88 332[30001 89 435 635 763 5099 118 087 953 0015 21 78 15001 222 317 47 081 11500] 702 892 15001 7130 32 229 55 96 319 509 640 723 821 976 8034 43 176 332 425 38 612 0108 99 220 50 115001 316 465 799 800 11)038 133 65 293 606 808 11078 82 155 366 434 49 576[1500] 673 7u0 820 919 13001 82 96 I£067 88 248 326 60 418 37 762 805[10 0001 20 1 3043 15001 189 226 504 98 680 82 98 822 29(1500) 14027 206 45 662 13000] 714 843 916[3000] 15110 14 23 370 72 494 543 841 7? 10120 34[3000] 41 59 220 387 415 77 634 17055 155 206 595 727 848 952 18102 13 779 97 918 47 57 1 0OO9 278 82 687 701 33 874 85 £0006 18 103 243 84 90 376 567 684 821 928£1005 51 89 133 48 242 332££177 370 84 486 115001 753 934 61£30-8 329 579 724 67[300] 993£4069 361 730 869 73£5092 204 804 10 14 95 609 35 41 808 51 53 55 917[300]£0032£7002 21 197[500] 296 99 375 423 513 661 74[3000] 878£8217 351 517 68 633 41 783 812 £0061 411 881 :)() 1 08 68 96 270 307 17 26[30001 462 94 503(500) 762 815 28 93 95 111041 166 81 364[30001 474 890 982 ' 97»£052 118 68 955 33005 13000] 42 83 135 43 67 93 620 36 13000] 31020 69 107 289 566 839 42 82 988 -1,-030 35 83 102 38 94 419 575 621 34 35 865 930 13u00j »0238 353 60 1 6 730 826 1300] 37014 39[500] 65 97 202 1309) 525 61 74 84 130!/] 619 78 38119 31 87 269 447 560 62 714 96 952 75 89397 653 71 89 927 40012 22 73 147 249 441 525 74 614 13001 880 41110 78 80 248 394 663 905 1500] 4£Q78 378 738 78 802 70 43017 231 58 337 529 638 701 44296 373 86 443 78 542 700 852 906(300) 72 45003 7 63 223 462 516 768 853 964 15001 4 0473 1500] 85 544 77 603 21 76 99 928 31 44 47607[300] 40 812 937 1500] 48189 [5001 276 314 23 619 34 78 818 25 40 94 49293 414 607[50)1 751 511050 66 99 280 465 67 724 849 73 922 51133 77 234>9 407 569[31)00] 622 77 764 879 5£136 231 361 72 91 524 635 53028 118 31 383 611 746 84 971 54062 486 594 698 716[30001 89 896 55254 422 30 689 1300»! 707 00 904 501103 175 250 51 386 415 526 86 645 984 115001 57235 304 43 48 415(300O1 689 749 83 800 58 (5001 925 58009 12 64 447 518 32 803 24 917 84 50021 73 I'ö 389 814 84 «0359 800 927«1238 65 815[15001 400 58 68 593 656 ,19 70 11600) 86 934 73«£003 10 130 68 308 429 [15001 668 75[30001 652 58 897 906 58 60 91 0;J063 75 [3001 175 213 98[5001 613 51 746 90 869 934«4157 212 24 401 666 91 711 874 941«5037 198 255 68 314 74 652 81 964 00005 239 403 73 615 34 768 928«7160 212 17 364 561 649 59 08)140 209 315 10 512 707«0134 323 496 11600) 687 936 -.«000 164 74 302 64 414 99 532 767 85 865 71163 36 385 90 476 605 798 99 7£130 72(30001 554 807 39 ,»00 711154 72 721 824 61 74 74152 54 84 207 95 371 444 63 532 723 68 98 894 919 75233 338 46 959 76062 191 207 827 77196 449 50 68 89 519 61 617[30001 741 KU 995 780142 248 301 92 415 40[300] 65 838 83 953 7008> 100 13[15001 60 403 4 87 554 650 70t 812 43 b» 78 ,11047 167 304 438 54 687 89 787 93 822 962 18 27 63 81000 16 208 ,3? 434 505 650 746 845 76 904 8£28l (50oi 302 12 1500] 22 115 0 00) 464 518>3000] 635 804 7,.-96 1 1 5001 909 77 83334 3 7 85 90 516 812 16 57 81)19 33 11500) 52 64 61 238 403 636 64 763 68 I150Ü) 85194 306 747 88 115001 80344 569 84 91 620 93 724 643 918 36 87135 231 468 71 930 42 88348 415 28 96 676 714 27 814 80047 82 85 87 229 11500] 55 447 76 00107[300] 29 91 216 67 78 749 857«1080 129 41 202 271323 63[1500] 469 70 537 605 45 77915001 964 77 IWÜbl 84 100 462 87 561 93216 65 326 35 48 50 98 424 950«4103 36 99 416 82 1300] 558 92 633 741 80 96 847 939 95001 83 117 24 32 65 11500] 229 66 399 447 [300] 57 58 15001 62 63 66 514 20 48 77 658 701 809 85 928 90155 259 391 513 1300) 659 705 930 07020 97 172 214 448 49 73 696 729 866 948 68 74 85 90«8053 11500) 131 254 70 337 444 570 87 130001 610 67 986 »0076 114 15 61 92[300] 218 27 51 422 511 34 801 6 957 88 100017 44 61 87 101[I500I 83 358 403 715 53 843 61 101329 37 565 85 650 703 979 1U£024 46 129(300) 243 827[30001 991 l«;)Q73 396 495 655 725[360] 45 60 802 65 913 1O4089 277 91 336 54 11500) 587 90 695 97 727 45 60 1O5093 293 100094 221 335 83 422 536 1500) 38 63 11500] 614 59 724 857 954> 07035 74 149 97 310 44 638 55 832 958 108119 58 253 332 434 655 97 729 977 88 11500) 100002 11 16 125 266[1500] 76 474 85 585[I500I 627 57 730 1 10105 641 726 919 II 1011 85 94 173,77[300] 398 670[15001 712 31[1500] 606 22 931 61 1 1£003[1500] 38[5001 104 262 73 83 369 92 467 80 89 512 43 640[500, 67[3000] 922 32 113033 199 218 317 67 462[500] 661 64 609 13 44 50 738 41 99 842 60 114032 117 201 437 66 656 696 700 913 115096 260 62 385 86 89 453 673 75 675 91(30001 983 110037 151 57 557 628 51 55 89 97 778 846 83 85[500] 990 117258(3001 323[1500 459 64 692 781 817 23 48 64 118004 39 261 79 1300) 331 403 501 22 26 72 83 631 826 76 89 92 955 110281 309 [1500] 48 402(15001 7 583 664 86 803. l£«019(5001 60 146 68 266(3000) 320 31 511(16001 730 54 894 925 94 121026 79 89 128 96 458 963 l£iI54 222[3001 62 481 1£»14S 285 96 353 473 596 605 717 76 1£4394 509 966 I£5t25 52 225 31 469[15)0] 530 838 92>£0124 55 58 365 510 633 810 86 990 l£7lS3 237 47 461 62 97 742 985[10 000] 1£8201 358 409 38 625 657 913 1£«033(300) 89 180 209 392 635 952 130028[15001 203 1300] 50 75 360 575 79 671 961 131087 430 70 899 972 1 3£013 151 301 12 401 517 13000] 39 652 816 32 34 930 31 38 1 33127 70 497 550 660 810 914 1 31088 241 340 72(300) 485 130001 607 27 45 711 873 135110 50 56 510 98 609 731[1500] 836 942 1 30071 272(15001 329 428 506 612 816 33 1 87033 144 87 208 392 499 523 97 687 754 837 138190 91 249 51 598 713 881(3000) 913 1 39169 525 646 813 68 913 26"llOOll1 121 60[500] 220 374 726 75 894 141031 379 560 721 48 852 931 14£087 120 70 72 91 348 442 541[300] 661 992 1 43168 68 97 215 47 371 437 668 99 772 95 845 970 144218 45 360 465 67 92 505 620 38 727 823 78 1 45056 107 20 91 279 517 647 769 98 88- 146094 172 256 551 845 47 938 147064 131 49 534 72 635 1 48076 122 255 59 77 333 45 694 1 49013 227 334 499 733 860.... 150021 37 63 156[1500] 283 424 538 91 673 954 151030 275 316 440 64 582 794 864 958 79 1 5£149 294 809 79 846> 53040 67 77 1 19 26 79 90 264 374 82(B00| 96 405 502 38 970 91 154113 857 420 43 544 67 67- 713 895 933 1 55078 93 148 59 336 86 150055 283 426 33 38 638 860 1500) 157003 153 350 443 540 19 622 5» 706 39 75 865»3 958>58071 145 78 360 64 427 66 616 779 899 965 13001 1590/1 139 59 78 354 492 94 524 29 663 71 700 843 71_ 100182 799 1 01129 281 675 759 804 902 1 02092 161 75 222 774 808 73 1OH018 191 240 61 480 611 64 813 985 1 01075 136 94 1300, 353 82 482 84 526 87 883 988 105174 893 680 74 758 1 06008 279 41 1 605 32 75 107061 96 101 43 85 86 240 867 4-14 505 84 628 776 859 108278 130-/0] 4/8 518 49 683 871 902 60 109006 181 281 366 80 607 25 35 837 115001 170040 250 382 584 667 704 815 46 93 949 171019 50 142 1 ,001 255 393 535 634 862 970 77 95>?£)»2 IT 607[500] 857 950 60 99 1 73001 7 52 63 74 143 49!30>), 82 95 502 60 687 702 32 33 837 903 174253 60 321 6- 454 115 00») 62 643 70 873> 75001 71 278 402 654 783> 7 6035 305 695 703 911(500)>77042 113 37l 431 33 587 635 710 57 903 23>78029 164 87 560 614 80[500] 889[600] 9t 179056 341 70[300] 559 915 180023 103 870 993 1 810/7 220 93 326 76 461 623 986(15001 18£19l 233 344 464 183073 88 233 316 77 79 420 723 181199 212 1300] 14 360 413 71 79 574 9- 613 28 11500] 709 61 832 130001-/0S 185036 1300 I] Iii 65[3)1001 344 472 536 874 77 921 180010 128 419 84 827 684 703 1600) 187165 81 256(3001 335 411 91. 53,! 51[3001 54 66 642 68 727 862>88169 418 37 70 615 ■850 948 96 180179 224 66 464 957 c2 190281 410 726 821 962 72 77>91059 114 47 67 047 62 999[500] 11)£067 151 723 803 933 19:1063 215 57 345 87 803 988 94[3000] 194092 96 114 297 321 26 429 644 70115001818 914> 97,044 148 453 519 715 912 »00079 416 593 633>070.-9 62 185 613 43 753 74 8» 831>98035 107 210 509 63 64 63 646 719 190014 2» 334 98 719 02[1-10) 851 76 130)0] 942 £18)255 76 401 3? 753 836 942£01165 48 236 31» 56 576 601 8 42 710 906 66 1500]£02102 56 230 43» 74 766 810 39£00226 37 loO») 471(1500)-12 86 99t £04035 343 85 427 550 664 782 906 1500)£05118 87 97 98 252 323 71 723 883 93» 79£»0032 53 151 233 331 410 15 543 605 53 731 76 13000) 986£0717» 429 30 36 605 64 701 848 966 6.)£08286 334 477 834 59 947£09080 150 51 54 60 85 221 58 309 511 618 28 63 909 13000) £10053 112 27 470 681(300) 722 42 211092(500) 38 129 64 259 82 704 9.0£>£200 85 487 507 613 61 77 92 721 53 939£18125 II. 00) 370 455 562 627 75» 935(5001£14333 81 492 512 54 60 629 63 767 68 Mi 975£155-/2 722 820£>0213 25 60 333 542 743 806 920 62£>7136 361 402 631 95 751 73 95 96489£>8040 227 341 428 622 90 763 79£19155 78 434 639 768 81 [3000] 933 ££«076 173 671 72 764£21074 135 37 246 393 47!) 596 658 755 980 85£££103 10 267 599 655 823 51 8» 906 57(3001££3077 177 290 339(30001 507 31 40 651 718 801 75 79 937££4001 292 336 82 482 529££5267 309 448 Im Gewliinrade verblieben: 1 Gewinn zu 500000 MI., 1 zu 50000 MI„ 1 zu 30 000 MI,, 6 zu 15000 MI,, 7 zu 10 000 MI,, 12 zu 5U00 MI,, 101 zu 3000 MI. 215»u I5o0 MI,. 229 zu 500 MI. Beranlivortlicher Redakteur: Slngnst Jarobev in Berlin. Für de» Jnferaientbeil»eraniworllick: Tü. Glvitc in Berlin. Druck und Verlag von Max Vading in Berlin.