a— or JS" or ty er �— n a f-i o rt»ä gSHsf crlft�äs-S" �" s- Frauenstimme Nr.2S.4S.Iahr� BCtUigC zum UOttDUtfe| a. �mber 1928| aaiiiijwiiiDiiwBWKii«Mi>gHB�!r»wwffliiiii»«tfiiwwian� Die Republik und die Krauen. H H H O II Wem hat wohl i» jenen dunklen Tagen des November vor zehn Iahren ein hoffnungsvolleres Licht aus der ver- zweifelten Finsternis der Zeit heraus aufgeleuchtet, als uns sozialdemokratischen Frauen? Verhungert und abgehärmt traf uns dieser Tag— voll Trauer um die Toten und voll fressender Sorge um unsere le- benden Kinder, voll Not um Brot und Licht und Wärme, um Kleidung und Wohnungi Aber als die Volksbeauftragten dem zerbrechenden Reich neue Form gaben, da haben mir nicht gezweifelt, daß diese Männer unseres Vertrauens uns auch Wort halten, daß sie uns die vollen Bürgerrechte, daß sie uns das Wahlrecht geben wür- den. Und wir waren vorberei- tet: die Arbctt in Partei und Gewerkschaft hatte uns geschult, der Krieg hatte uns den groß- ten Teil der Wirtschaftsarbeit auf die Schultern gewälzt— wir hatten vier Jahre lang im Arbeitsleben und m der Fa- milie auf eigenen Füßen ge» standen, hatten unsere Entschei- düngen selbst gefällt... Wir Sozialdemokratinnen konnten die Größe der Aufgabe be- greifen und konnten schon bei der Wahlarbeit für die Ratio» naloersammlung so eingreifen, daß ohne unsere Mitwirkung sehr viel weniger erfolgreich ge- wesen wäre. Daher erschraken wir auch nicht, als die Wahl- resultate zeigten, daß der nicht organisierte Teil der Frauen der Partei, der sie doch ganz allein das Wahlrecht dankten, verständnislos gegenüberstand. Zwar wurden damals auch in den Reihen der sozialistischen Arbeiterschaft Stimmen laut, die das Frauenwahlrecht als einen schweren Fehler betrach- teten- und zweifellos hätten wir— bei reinem Männer- Wahlrecht— eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung erreicht. Trotzdem war diese hie und da vertretene Meinung kurzsichtig und falsch. Große grundstürzende Neuerungen in der Geschichte wur» den eben nicht durch einen Federstrich hervorgezaubert. Sie setzen sich ja nur so durch, daß in Tausenden und Millionen Änzelpersönlichkeiten die neuen Wege durch eigene Willens- akte beschritten werden. Und allgemein menschliche Eigen- schasten, wie Trägheit und Angst vor allem Unbekannten, müssen erst überwunden, neue Gewohnheiten müssen erst ein- gefahren werden. In der Frage des Frauenstimmrechts hat diese Entwicklung ei» rasendes Tempo gezeigt. In Berlin O H » U # ö n i u n Zehn Jahre! Sausendes Lad der entfesselten Zeit, jchwiuaciid gehetzt im ilnrbinentakte, .zehn Zahre geballt— eine Twigitet», die uns mit stählernem Griffe packte. Sausend rollendes Rad der Zeit das Gestern zerstampft zu Vergangenheit,— dem lseute vorUber, dem Morgen entgegen sehen wir deine eisernen Speichen fegen. Zehn Zahre mahlte das kad der Zeit Zum Moderhaufen, vorbei und gewefen, zehn Jahre fiebernder Tätigkeit der Spanungen voll, verrucht und erlesen. In wirbelnder Wandlung kreist heute die Welt. da„Tempo, Tempo!" die Sosung gellt. ?m werden und Schwinden, in Vau und Zerstören will unerhört neu sich das Leben gebären. Stählern« Vögel und ltiefen der Luft, Motorschwung hin über kontinente. Stimme, die rund um den Erdball ruft. herrliche Zähmung der Elemente. Schönheit der Erde, in llähe gebannt zeigt sich der Meng« von flimmernder wa' Menschheit, durchlodert von Lebensglut findet zum eigenen Körper den Mut. vor zehn Zähren Neoolution und zehn Jahre Revolutionen? Ueberall bricht sie Fessel und Fron, will nicht in engen Umgrenzungen wohnen. Rlles wandelt p«, sprengt ste und reift st«, alle Bezirke des Lebens umqreift sie, nach finsteren Jahren voll Tod und Vernichtung ruft sie den Menschen zu neuer Verpflichtung. vorwärts ihr sterren der kommenden Zeit, nie noch begab sich so mächtige Wendung, fübrt das vegonncne kühn zur Vollendung. Völker und Klassen in rasendem Schwung formen sich neu und gebären sich jung. Roter November, Flammenfanfare, bell überglänzt beut zehn Jahre, zehn Jahre... H.S. II O 11 II O II II $ z. B. haben bei der letzten Reichstagswahl 382 447 Männer und 433 749 Frauen unsere Partei gewählt. Bei dem große» Frauenüberschuß gerade im wahlfähigen Alter gewiß»och kein Heldenstück, aber gegenüber den Reichstogswahlen 1924, wo die Frauen an absoluter Zahl hinter den Männern zu- rückgebliebcn waren, doch der Beweis dafür, daß die Arbeit an der Politisierung der Frau nicht vergeblich ist. Im katholischen Land stehen die Dinge für uns schlechter: die Frauen sind noch immer die sichersten Zentrumswähler: aber auch diese Gebiete brauchen uns nicht für immerverschlossen zu bleiben. In stark indu- striellen Gegenden hat die Sozialdemokratie auch dort an Wählerinnen verhältnismäßig starker zugenomuren, als an Männern. Die Sozialdemokratie ist ja auch die an weiblichen Neichstagsabgeordneten reichst« Partei: 20 Sozialdemokratinnen stehen 13 weibliche Reichstagsabgeordnete aller anderen Parteien gegenüber! Und ihre Arbeit war nicht umsonst. Man kann nachweisen. daß wir ohne das Frauen- stimmrecht und ohne die weib- lichen Abgeordneten heute weder das Gesetz zur Bekamp- fung der Geschlechtskrankheiten, noch den Wöchnerinnenschutz, noch das Jugendwohlfahrts- gesetz in der jetzt erreichten Form erlangt hätten! Nicht als ob mir niit dem Erreichten zufrieden wäreni Auf deni Gebiet der Woh- nungspolitik. sowohl im Reich als in den Ländern und Kam» imrnen, aber auch auf dem Ge� biet der Erziehung, der Be- kämpfung des Alkoholismus und vieler anderer Gebiete, fehlt noch sehr viell Und nun gar auf dem ur- eigensten Frauengebiet, dem Ehe- und Familienrecht. Den Frauen sind, wie wir sehen, mit ihren Rechten gewaltige Pflichtenlasten aufgeladen war- den. Große Aufgaben stehen noch vor uns: ich behaupte, daß es ohne stärkere Heranziehung der Frauen in den diplomatt- schen Dienst zu langsam mit der Völkerverständigung vor- wärts gehtl Ich weiß, daß eine innere Verwaltungsreform ohne Frauen nicht zu machen ist. Wollen wir nicht das eine System seelenloser Bureaukratie mit einem ihm im Wesen ver« wandten, nur äußerlich anderem vertauschen, so müssen Frauen in die Verwaltungen! Wie die Fürsorgerin und K » O U n 5 O H H n O H ..m n 1,1 i i i—-rrvs—-ns-vrxv-reT:>> sn""\ �vvvcc\\\" taWVpTt,\o e�>\u aU«u"Wcmtcrn ftc\d)cl)�n—\ an den höchsten Steilen edecho wie in den nachgeordneten Posten. Unbelastet von Tradition imch die Frau in der Vcr- waltuna den Sieg des lebendig Menschlichen über die Forin erkämpfen,»ich! indem sie die Form verachtet, sondern in- dem sie sie souverän beherrscht. Was Frauen in diesem Sinne leisten werden, davon gibt uns das wie von einer Zaubermacht aus dem Nichts ge- schasfene Niesenwerk der Arbeiterwohlsahrt eine erste Ahnung! Freilich! solange der Klassenkampf gegen die Arbeiter mit der Brutalität gckämpst wird, wie die Unternehmer ihn jetzt im Westen begonnen haben, wird der alte Satz bestehen bleiben: den Letzten beißen die Hunde. Und wirtschaftlich sind es ja Frau und Familie, die den Druck der Krise stets am stärksten fühlen! Da bleibt ihnen nichts als der Kampf um das gleiche Recht auf Arbeit mit dem Manne und auf die Anerkennung des Grundsatzes, daß gleichwertige Arbeit gleichen Lohn er- halten muß, unabhängig vom Geschlecht und«auch vom Familienstand der Arbeitenden! Bei schlecht bezahlter 5)eimarbeit hat noch niemand das Recht der verheirateten Frau auf 2lrbeit bezweifelt. Aber um die verheiratete Beamtin zu entfernen, hat man mit dem Abbau der Frau, der noch heute möglich ist, einen schnöden Verfassungsbruch begangen! Arbeit also die Hülle und Fülle liegt vor uns! Aber die zehn Jahre 191» bis 1928 haben gezeigt: es Seht vorwärts mit der öffentlichen Arbeit der Frauen! Die frau wird sich durchsetzen, aber sie wird es nur in dem Maße tun, wie sie Hand in Hand mit der größten Partei der Echasfenden, der Sozialdemokratie, geht. 5). W e g s ch e i d e r, M. d. L. Die Krauen und ihr Wahlrecht. Zehn Jahre politische Gleichberechtigung, zehn Jahre Mitarbeit der Frau in der Republik sind im Roveinber dieses Jahres vollendet. Jahrzehntelang hatte» die Frauen um politische Rechte gekämpft. Roch 1992 konnte der preußische Minister von Hammerstein gegen «ine Petition des Landesvereins preußischer Volksschullehrerinncn um Zulassung von Frauen zu politische» Vereinen unter dem Beifall der Mehrheit im Landtag erklären:„Ich glaube, es sähe traurig aus um unser preußisches Volk, um unseren preußischen Staat, wenn die leichte Erregsamkeit der Frauen gerade in öffentlichen Ver- Sammlungen das Volk bewegen sollte. Davor müssen wir uns hüte». Es soll deshalb der Polizei immer die Befugnis bleiben uird si« soll scljarf eintreten, sobald die Frauen versuchen, auch politisch tötig zu sein." Das Reichsvcreinsgeseß von 1908 gab„F r a u e» s> Personen" lediglich die Möglichkeit, sich politisch zu organisieren. Während des Krieges durften die Frauen wohl ihre Männer und die Mütter ihre Söhne„dem Batcrlande opfern". Zehntausende von Frauen in Munitionsfabriken arbeiten, Millionen von Frauen entbehren. Laste» tragen und dulden, aber politisch hatten sie zu schweigen. In der Monarchie, im vbrigkeitsstaat waren die Frauen entmündigt. Erst der Ausnif der Sozialdemokratischen Volksbeauf- kragten vom 12. November 1918 brachte den Frauen das polltische Wahlrecht. Die Sozialdemokratie erfüllte damit eine Forderung, die bereits In ihren» Erfurter Programm 27 Jahre früher angenom- inen worden war. So wurde die deutsche Demokratie von vorn- herein mit den politischen Rechten der Frauen verknüpft. Republik und Frauenrecht gehören zusammen. Doch von ihren staatsbürgerlichen Rechten machten die Frauen vielsach zunächst den gleichen Gebrauch wie die Männer, als sie politische Rechte erhielten. Viele gaben und geben den Parteien ihre Stimme, die die Vergangenheit verkörpern und nicht der Partei, die ihre Interessen wahrhaft vertritt. Den Frauen gegenüber stellen sie kirchliche und nationale Ziele auf und appellieren an sie heuchle- risch als„Hüterinnen des häuslichen Herdes", als ob die Sozial- dcmokratic und nicht die gesellschastliche Entwicklung die Familie auslöst. Dabei hat selbst eine bürgerliche Fraucnjiihrerin, Helene Lange, zugeben müssen:„Wie der Magnetberg das Elsen der Schisse, so zog die Großindustrie gefühllos und unaufhaltsam an sich heran, was an fseier oder sagen wir besser„ivehrloser" Arbeits- kraft da mar. w e Ii n auch die Familie auseinander- brach(!)". Diese Tatsache wurde durch das Ergebnis der Berufs- und Bctriebszählung von 1925 aufs neue bewiesen. I1,S Millionen Frauen sind erwerbstätig, davon sind 8,7 Millionen verheiratet. Rur eine dünne Schicht höchstbezahlter Berufe.kann sich eine Htlse tm Haushalt ermöglichen: so ruht aus den Schultern der meisten verheirateten erwerbstätigen Frauen eine doppelte Last. Mehr und mehr werden sich die Frauen der geselischastlichen Tatsachen brwußt. Ihre W ahlbe teilig»ing steigt, wenn sie auch die der Männer»och nicht erreicht hat. In gewissen Teilen des Reiches �IU>.» III»-„>»»»»>> ll.-HU.4l>.>......— VvA V.'....\ � i'.\ V.\.1� roichu to\c DVe Männer.©0 entfielen tn Bern« von leg) Männer- stimmen 32,7 Proz., von 100 Frauenstimmen sogar 33,1 Proz. auf die. Sozialdemokratie. Hier wählte also ei» größerer Prozentsatz der Frauen sozialdemokratisch als der Männer. Im ganzen Reiche sreilich sind die Wahlergebnisse— soweit das durch getrennte Ab- stimmungen scstgestellt ivorde» ist— noch längst nicht so günstig. Im großen Durchschnitt stimme» noch immer viel mehr Frauen für die reaktionäre» Parteien, als für diejenige, die in sich den Fort- schritt verkörpert. So hat man gerechnet, daß durch den falschen Gebrauch, den die Frauen noch von Ihrem Wahlrecht mache», das Zentrum 12 und die Dcutjchiiationalen 9 Mandate im Reichstag ge- wonnen, dagegen die Sozialdemokraten 8 Mandate verloren. Aber es hat unter dem Männcrwahlrecht vierzig Jahre gebraucht, bis aus den 102 000 sazialdemakratischcn Stimmen zum ersten deutschen Reichstag im Jahre 1912 4,1 Millionen, d. h. 34 Proz. der Gesamt- zahl der Wähler geworden waren. So wird mau den Frauen einen gewisse» Zeitraum bis zur richtige» Anwendung des Wahlrechts zubillige». Gerade die letzten Reichstogswahle» waren recht er- mutigend. Aber es gibt»och viel'Arbeit zu leiste», bis die Wähle- rinnen von ihren Rechten den rechten Gebrauch zu machen gelernt habe». Aber der Erfolg ist uns sicher. K. K. Arbeiterin und Sozialdemokratie. Wollen wir die Stellung des arbeitenden Mädchens in der heutigen Gesellschast kennenlernen, so müssen wir zwei gänzlich ver- schicdenartige Betrachtungen anstelle». Das arbeitende Mädchen ge» hört einmal zum großen Heer der arbeitenden Frauen und zum anderen zur proletarischen Jugend. Die erwerbstätige Frau �ist eine Erscheinung der kapitalistischen Gesellschastssorin. Gemeinsam mit dem Mann sinden wir die Frau als Schassende in Fabrik und Kontor. 1t Millionen erwerbstätige Frauen zählen wir in Deutschland. Ein Wirtschastslebe» ohne sie ist heute überhaupt nicht mehr denkbar. Das Proletariennädchen wird heute von ihrem 14. Lebensjahr an genau wie der Junge In die harte Arbeitssron gespannt. Das Ideal der braven, Kisfciuund Decken stickenden Haustochter, deren einzige Ausgabe es ist, bald» möglichst ein„eigenes trautes Heim" zu haben, besteht für das Proletariermädel nicht. Es gehört zum großen Heer der Ausge- beuteten und linterdrückten. Seine Arbeitsleistung wird sogar noch geringer geschätzt als die seines männlichen Kollegen. Soll dieser Zustand immer so bleiben? Rein! Das arbeitende Mädchen muß sich einreihen in die große Freiheitsbewegung ihrer Arbeitsbrüder und-schmestern. Auch sie gehört hinein in die So» zialdemokratische Partei. Die junge Arbeiterin gilt es zu überzeugen, daß es in der heutigen kapitalistischen Gesellschastssorm für die arbeitende Klasse und damit für sie ein besseres Dasein nicht geben wird. Rur im leuchtenden Zukunstsziel der Sozialdemokratie, im Sozialismus, wird sie ein menschenwürdiges Dasein sinden.. 'Aber schon die heutige Slnatssorm gibt der jungen Zlrbeiterin ganz andere Möglichkeiten, ihre Geschicke selbst zu bestimmen al» einstmals ihrer Mutter möglich war. Heute hat die Frau vom 20. Lebensjahr an das Wahlrecht. Nicht nur die männliche, sondern auch gerade die weibliche Jugend gilt es für die Ideen des Sozialis- mus zu begeistern. Gelingt uns das, dann wird in Zukunft ein politisch interessiertes Frauengeschlecht siir die Eroberung! des Staates kämpfen. Die proletarische Jugend, die heule vergeblich nach Jugendschutz und Jugendrecht ruft, wird eine endgültige Erfüllung all ihrer Forderungen nur in einer sozialistischen Gesellschast sinden. Darum gilt heute schon siir die arbeitenden Mädchen die Parole, sich um die Fahne des Sozialismus zu scharen. Um für die Ideen des Sozialismus erzogen zu werden, muß das proletarische Mädchen sich einreihen in die Organisation des kämpfenden Iungproletariats, i» die Sozialistische Arbeiterjugend. Hier jindet es gleichgesinnt« Jungen und Mädel, die später begeisterte Kämpfer der Sozial- deinokratle sein werden. Aber noch eine andere verantwortungsvolle Zlufgabc hat dos arbeilende Mädchen als Angehörige der proletarischen Jugend zu erfüllen. Von uns jungen Arbeltern und Arbeiterinnen wird es abhängen, ob der heutige demokratische Staat einstmals ein so- zinliftischer sein wird. Gerade das arbeitende Mädchen darf bei diesem Ringen nicht interesselos beiseite stehen, sondern muh Hand In Hand mit ihrcni männlichen Arbeits- und Kampsgenosscn den Weg gehen, den ihm die Sozialdemokratie weist. Wir sehen also, von welch entscheidender Bedeutung es für uns Arbeiterjugendmädel ist, wenn wir zu denkenden und politisch ge- schulten Menschen erzogen werden. Wir nnissen erkennen, daß nur die Sozialdemokratie den Kamps führt sür ein« wahre Gleichbe- rechligung der Geschlechter. Laßt uns eintreten, in ihre Reihen und unermüdlich dafür wirken, daß das arbeitende Mädchen nicht ein willenloses, dienendes Ansbeulungsobjekt bleibt, sondern ein freier, vorwärtsstrebeiider Mensch wird. Käthe Fröhbrodt. iQ C o Z. E•— XX -*-• Ct �»»-& A-t w— b L® 2.=°:= �© gg gs a c-"= — Ca C 2 a ,S>> S A«M X JO Z. /Z, „Bis zu 22 Stunden Arbeitszeit" Ein Jahr Berichte über Krauenberufsarbeii. Fraucnorbcit wird hcute aus den meisten Arbeitsgebieten noch schtechter bezahlt als die gleiche Arbeit des Manne». In Amerika, das darin keine Ausnahm« macht, hatxn sich i»solgedess«n die Zlrbeitsverhaltniise bereits grotesk verschoben. Wo es irgend möglich ist— und das Land der unbegrenzten Möglichkeiten hält zum Beispiel sogar Frauenarbeit in Hochöse» sür möglich— stellt der Unternehmer Frauen statt Männer ein und erzielt dadurch beträchtliche Mehrgewinne. Die Männer werden brotlos— ihre Frauen müssen in die Fabriken gehen und dort die Plätze einnehmen, von denen man ihre Ernährer verjagt hat. Es hat sehr den Anschein, als grisse diese ungesunde Entwicklung auch in Deutschland immer mehr um sich. Die Jahresberichte der preußischen Gewerbeausjichtsbeaniten zeigen, daß nicht nur in länd- lichen, sonder» auch in i nd u st r i e l l e n Bezirken— allerdings nicht in solche» mit überwiegend Schwerindustrie— die Zahl der beschästigten Araucn die der Männer bereits mehrfach wesentlich übersteigt. Dabei geben die Berichte an verschiedenen Stellen der Meinung Ausdruck, daß eine stärkere Heranziehung von weiblichen Arbeitern an Stelle von männlichen erst in den k o in in enden Iahren in den rationalisierten Betrieben eintrete» werde. Wir stehen also tatsäch- lich am Anfang des Weges, den Amerika bereits eingeschlagen hat: B r o t l o s in a ch u n g des Mannes, Doppelbelastung der verheirateten Frau. Solange die Frau das leichter auszubeutende Objekt ist als der Mann, wird keine Umkehr möglich sein. Nur gleiche Arbeitsverhältnisse und gleiche Bezahlung der Arbeit können einen vernünftige» Ausgleich zwischen Männer- und Frauen- arbeit herbeiführen. Heute liegen— die Berichte der Gewerbeaufsicht zeigen es wieder deutlich— die Verhältnisse so, daß der Mann vielfach zu wenig verdient, um die Familie zu erhalten. Die Frau muh mithelfen, sür den Broterwerb zu sorgen. Sie nimmt Arbeit gegen oft e /• schreckende Unterbezahlung an und Hilst damit die Aus- sassung stützen, aus der die Unternehmer so gern einen Grundsatz machen möchten: daß die Frauenarbeit immer billiger ist als die des Mannes. Mit den Lohn- und Arbeitsverhältnissen des männlichen Ar- beiters steht es schlecht— mit denen der Arbeiterin steht es viel schlechter. Die leider noch immer viel weniger strasse gewerkschast- liche Organisation der werktätigen Frauen zeigt hier ihre Folgen. Der Bericht aus dem Regierungsbezirk Kassel sagt:„Die Wirtschaft- liche Lage der weiblichen Angestellten ist meist sehr ungünstig, werden sie doch trotz äußerster Anspannung vielfach unter Tarif bezahlt. Ein Einschreiten gegen die willkürliche Bezahlung lehnen die weiblichen Angestellten aus Furcht vor Entlassung ab. Auch die Beschaffenheit der Bureauräume und die hygienischen Verhältnisse lassen teilweise, besonders in älteren Betrieben, zu wünschen übrig." Wenn sich in den sehr vorsichtig gehaltenen Ge- werbeberjchtcn ein solcher Satz findet, so kann man sich denken, welche elenden Verhältnisse herrschen. Immer wieder wird auch aus die Ueberschreitung der gesetzlich zulässigen Arbeitszeit hingewiesen. Ein Eingreisen der Gewerbeaussicht ist hier außerordentlich schwer: denn aus Furcht vor Entlassung widerrufen die Angestellten bei der polizeilichen Vernehmung sehr oft die Aussagen, die sie den Inspizierenden Gewerbebeamten gegen- über machten. Häusig kann erst der Hinweis aus die Folgen eines Meineids die Angestellten dazu bringen, die Wahrheit zu sagen. Ob nicht aber mancher sogar einen Meineid aus sich nimmt, um nicht mit seiner Familie brotlos zu werden? Besonderen Schutz brauchen die in den H o t e l b e t r i e b e n und G a s» st ä t t e n tätigen Frauen. In Magdeburg befanden sich unter den Konzessionsgesuchen für Gast- wirlschaslen mehrere Anträge von ehemaligen Bordellwirtinnen, die die Erlaubnis zum Ausschank von alkoholfreien Getränken erboten. Die Beschäftigung weiblicher Angestellter wurde hier in ollen Fällen untersagt. Doch auch sonst ist die Frau in den Schankbetrieben oft recht wenig geschützt, und die gesetzlichen Vorschriften werden gern umgangen. Sehr zahlreich sind die Verstöße gegen das Arbeits- zeitgesetz. In den Badeorten sind die Ucberschrcitungen besonders S'vß— die Strafen, die dafür verhängt werden, leider recht gering. So erhielt ein Konditoreibesitzer In einem Seebadeort des Regie- rungsbezirks Köslin eine Gesamtstrafe von IS» Mark, weil er Servicrmädchen während der Badesaison bis zu 17 Stunden beschäs- tigt und ihnen die vorgeschriebene Ruhezeit nicht gewährt hatte. Auch die Arbeiterin in den industriellen Unternehmen wird oft er- schreckend ausgebeutet. Hierzu bieten leider auch die Gesetze noch manche Möglichkeit. Nachtarbeit der Frauen oder wenigsten» Arbeit in Spätschichten wird immer wieder zugelassen. Die Frauen bevorzugen oft sogar diese Arbeit, weil sie ihnen die Mög- lichkeit gibt, vorher ihren Haushalt zu besorgen. Welcher Raubbau mit der Gesundheit der Frau durch diese systematische Entziehung de» Schlafes bei körperlicher Ueberlastung getrieben wird, liegt aus der Handl Auch die Pausen werden oft„aus Wunsch der Arbeiterinnen" verkürzt. Wie es damit aussieht, zeigt zum Beispiel der Bericht au« dem Regierungsbezirk Liegnitz. In einer Pappensabrik wurde den Arbeiterinnen, weil sie in der zweiten Schicht einen früheren Arbeitsschluß wünschten, die Pausen bis aus 10 Minute» in jeder Schicht gekürzt. Der Bericht fährt fort:„Aus Befragen gaben aber mehrere Frauen, deren schlechtes Aussehen aussiel, zu, daß sie dl« Wiedereinführung der halbstündigen Pause dringend wünschten. In dem Tarifvertrag der Kreselder Seideniudustrie ist festgelegt, daß ver- heiratete Frauen, die«inen eigenen Hausstand zu ver» sorgen haben, aus Wunsch von einer über 81 Stunden hinaus- gehenden Ueberarbeit freizustellen sind. Statt der ge- Diensfng, dem 30. November 1928, IS'/s Okr, spricht Genossin Tony Sender M. d. R.in einer ttfilenflMien FraucnversamnUang Im Groben Saal der„NEUEN WELT", Hesenhelde.Ober: „1 ft Jahre fr aaenwahlrcdif" niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiimuliiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiniiiiiimimi Gesang- und Spredichöre werden einen schönen Auftakt und einen guten Ausklang geben. forderten-l8-Stunden-Woche haben diese Hausfrauen mindestens die 100-Stundeii-WocheI Der Bericht aus dem Regierungsl'ezirt Düsseldorf teilt mit:„Ein Kabelwerk ließ Arbeiterinnen llsl Stunden ohne Pause arbeiten. Der Leiter einer Bestecksabrik erhielt 200 Mark und sein Meister 100 Mark Geldstrafe, weil sie einzelne Arbeite- rinnen bis zu ZZ Stunden am Tage arbeiten ließen. In einer Weberei und in einem Metallwcrk wurden Arbeiterinnen ohne Erlaubnis 10?1 und 11/-1 Stunden beschäftigt, um den Arbeits- ausfall an Feiertagen nachzuholen." Die sehr geringen Strafen, dl« nicht im entferntesten an den erzielten. Gewinn heranreichen dürften, sehen wie Prämien für solche Verstöße aus. Di« Frauen arbeiten in Krankheit und Schwangerschaft, solange sie irgend können. Denn sie sind auf den geringen Verdienst angewiesen. Eine Schwan- g e r e, die von der Gewerbeaufsicht als Büglerin angetroffen wurde, wie sie ihr 14 Kilogramm schweres Eisen handhabte, sträubt« sich, als sie mit Näharbeit beschäftigt werden sollte, aus Furcht v»r dem L o h n a u s s a l l, den sie dadurch haben würde. Die Beispiele der mangelhaften Zlrbeitsverhältnisse und Unter- bezahlung ließen sich an Hand der Berichte fast endlos fortsetzen. Die schleckztcn U n t e r t u n s t s m ö g l i ch k e I t e n sür Arbeite- rinnen werden vielfach hervorgehoben. Die Arbeitsverhältnisse der jugendlichen Arbeiter und Kinder konnten hier nicht einmal gestreift werden. Sie sind häusig so erschreckend schlecht wie die der Arbeite- rinnen— und die Strafen für Uebertretung der gesetzlichen Bor- schristen sind ebenso gering. Dieselben Kreise, die früher io gern die Frau in das Haus verwiesen und sie von jeder vermännlichenden Berussarbeit fernhalten wollten— um billige Dienstmädchen und Landarbeiterinnen zu haben—, ziehen heute die Frau in die Fabrik. In den Regierungsbezirken Frankfurt, Liegnitz, Lüneburg, St«d« zum Beispiel sind von den in Betrieben arbeitenden Flauem 40 bi» 40 Prozent verheiratet. Zählt man die hinzu, die sür hiisiosc An- gehörige oder uueheliche Kinder zu sorgen haben, so dürste ein- schließlich der Angestellten bis zu zwei Drittel aller außer dem Hause tätigen Frauen die Doppelbelastung von Erwerbs- und Haus« arbeit haben. Ein weitaus besserer Ausbau der Gewerbeaussicht, festere gesetzliche Bestimmungen zum Schutz weiblicher und fügend- licher Arbeiter und vor allein bessere Lohnverhältnisse sind dringend nötig. Trude E. Schulz. II" sS'??2;| S' S Sff I S B£" X 9 V.OIB ff•" �-o V I*"*- VI v%% v'lkis Erziehung zum Hausiyrannen. � Mcui inöchte e»-nicht glauben, aber er lebt wirklich noch, der selbstgerechte Ehemann und Hansvater, der glaubt, etwas„Besseres" zu seln, weil er ein Mann ist— er lebt im Zeitalter des Frauen- Wahlrechts, der Frauenerwerbsarbeit— im Zeitalter der„Befreiung der Frau". Er lebt auch noch in unseren eigenen Reihen, und das ist schlimml Wie oft hört inan, wenn man aus Agitation unterwegs ist von den Frauen-.„Ach. Ihr habt gut reden— ich trete der Partei nicht bei— mein Mann ist auch Sozialdemokrat, aber z» Haus ist er eben nicht besser al» die anderen Männer." Und es sind oft tüchtige und sleihige Genossen, deren Frauen so reden! Biel wird geredet von Kameradschaft zwischen Mann und Frau— aber oft macht die Begeisterung ftir die Idee vor den «tgeneu vier Wänden hast. „Meine Frau dürste nicht so viel ruinrennen, die muh zu Hause bleiben und ihre Wirtschaft machen, wozu habe ich denn geheiratet."— Hundertmal bekommt man e» zu hören, wenn man in der Bewegung arbeitet. Es ist diesen„Genossen" selbslverständ- lich, das, sie jeden Abend unterwegs sind— aber wenn die Frau einmal im Monat zum Frauenabend gehen will, dann gibt es eine große Auseinandersetzung. Diese Männer halten es auch für über- sliissig, mit ihren Frauen von ihrer Arbeft zu reden— mit ihnen politische Vorgänge zu besprechen.„Das verstehst du sowieso nicht," erhalt die srngende Frau zur Antwort, und sie wird still uird resigniert und— nachher wettern dann die Männer über„die Interessenlosigkeit der Frauen". Oder ein anderes Bild: Man» und Frau haben jeder acht oder neun Stunden gearbeitet. Die Frau hetzt so schnell wie möglich von der Arbeit nach Hause, bereitet das Essen vor, bringt die Wohnung in Ordnung— trotzdem sie müde ist zum Unisallen und sich lieber ein bißchen ausruhen möchte. Der Mann kommt nach 5iause, setzt sich an den Tisch, läßt sich womöglich noch die Zeitung bringen, ißt, �vertieft sich in seine Zeitung und sieht und hört gar nicht, wie seine Frau, die doch auch ihre acht oder neun Stunde» gearbeitet hat. sich abschuftet, um es ihm und den Kindern nur recht zu machen. Wenn >«r schon lange schläft, arbeitet die Frau Immer noch— fsickt, wäscht und bringt da» Haus in Ordnung. Todmüde sinkt sie ins Bett— unausgeschlafen kommt sie am anderen Tag wieder zur Arbeit, um dann wieder noch alle Hausarbeit allein verrichten zu �müssen. Eine endlose Tretmühle aus der es kein Entrinnen gibt und das Resultat sind dann 40- bis GOjährige Frauen, die aussehen wie Greisimieu und vollkommen verbraucht sind. Fast überall, wo man über diese Dinge spricht, erhält man die- selbe Antwort: Gute Genossen draußen in der Agitationsarbeit— im eigene» Hause Spießbürger. Man kann politisch sehr radikal sein und in seinen, persönlichen Leben doch ein schlimmer Reaktionär! Gewiß gibt es auch schon andere Ehen— Ehe», in denen Mann und Frau olles gemeinsam tragen, Ehen, tn denen Mann und Frau Seite an Seite in der Bewegung stehen und arbeiten. Ehen, in denen es selbstverständlich ist, daß, genau so wie die Frau durch Erwerbsarbeit zum Familienunterhalt beiträgt, der Mann ihr einen Teil der- Hausarbeit abnimmt— Geschirr abtrocknet, einholt, putzen hilft usw.— ohne Angst davor, von den Kollegen als„Pantoffel- hell>" verlacht zu werden. Aber diese Ehen sind leider noch nicht sehr zahlreich und wenn man sich ansieht, wie ein großer Teil der jungen Generation auswächst, so wird man ftir die Zukunft nicht sehr hofsmiiigsfroh. Schon der kleine Junge wächst mit dem Bc- wußtsei» auf, daß Hausarbeit etwas Minderwertiges ist, gerade gut genug für„die Model". Er findet es selbstverständlich, daß. während er mit den Kameraden auf der Straße oder auf dem Sportplatz spielen kann, das Mädel daheim der Mutter zur Hand geht, Hausarbeit leistet, seine Sachen flickt, ihn bedient. Er ist ja ein„Junge",»nd oft kann man unvernünftig« Mütter zu einem Jungen, der ans sich heraus Spaß hat an Oer Hansarbeit, sagen hören:„Aber, du bist doch kein Mädel!" So wird schon in dem Kind da» Gefühl großgezogen, daß das„Mädel" etwas ganz Minder- ■wertiges ist, daß dem Mann gehorchen, ihn bedienen muß. Man kann sich dann gar nicht wunder», daß aus solchen Buben dann Ehemänner werden, die Rücksichtslosigkeit und Egoismus für„Männlichkeit" halten, und daß aus den Mädchen, die so aufgewachsen sind. dir scheuen gedruckten Frauen werden, die es ganz in der Ordnung finden, daß sie den Mann bediene» und von ihm tyrannisiert werden. Wir sardcrn neue Ehegcsetze, wir protestieren gegen die gesetz- liche Rcchilangkeit der Frauen. Wir sollten auch einmal gtgen uns selbst protestiere» und erst einmal versuchen, in unserem eigenen Hause etwas gerechter und sozialistischer zu sein! Eine wirkliche Arbeitsteilung käme sowohl dem Mann wie auch d.-r Frau zustatten. Ein Familienvater steht doch hem« In den meisten Fällen völlig hilflos da, wenn seine Frau einmal krank ist und er irgend etwas im Hanshalt tu» soll. Schon, wenn er ein«in- jaches Gericht kochen soll, gibt es eine Katastrophe, und wenn er gar irgend etwas selber nähe» oder flicken soll, so ist das schon ein kleiner Weltuntergang. Wenn er schon von Jugend ans, genau wie das Mädel, an diese Arbeiten gewöhnt worden wäre, dann könnte die Frau schon ruhig mal einen Tag oder zwei ausruhen, ohne daß gleich der ganze Haushall in Unordnung gerät. Und auch der jung« ledige Mann wäre besser daran, wenn er nicht mit jedem abgerissenen Knopf, mit jedem zerrisienen Strumpf zu fremden Mensche« gehen müßt«, sondern gelernt hätte, sich in diesen kleinen Dingen selber zu Helsen. Im Amerika erhalten a» einigen Schulen Knaben und Mädchen gemeinsamen Haushaltsunterricht. Die Knaben sollen nicht nur in der Hausarbeit unterrichtet werden, sie sollen auch lernen, daß Hausarbeit ein«„wirtliche Arbeit" ist, um ganz die Arbeitsleistung einer Hausfrau würdigen zu können. Wir sollten nicht nur für«inen gemeinsamen Haushaltsnnterricht in de» Schulen kämpfen, sondern wir sollten auch schon bei unseren Kindern damit beginnen, Jungen» und Mädel» gleicherwelse zu jeder Hausarbeit heranzuziehen— Iungens und Mädels so zu erziehen, daß sie gegenseitig Achtung voreinander haben. Bielleicht konunt dann noch einmal die Zeit, in der der Haustyran» beseitigt ist, und in der wir in Wahrheit alle das sind. was wir doch sein wollen: gute Sozialisten. Herta Gotthels. Ehebrechen als Neruf. Der New Yorker Polizei ist es gelungen, ein eigenaniges Un- ternohmen aufzichecke», da» bereits»ach kurzer Zeit zu einer ae- wissen Blüte gekommen mar. Das Unternehmen, das als Detektiv- bureau figuriert«, war in einem eleganten Haus der besten Stadt- gegeird untergebracht. In seinen»ach dem modernsten und ven- iübrerischsten Geschmack ciuqerichteten Räume« beschäiligt« es jung« Damen von erlesener Schönheit als berussmößige Ehebrecherinnen. Täglich wurde das Institut von Frauen ausgesucht, die mit dem Oberdetektio ihre Eheverhällnisie besprachen, aus denen sie befreit zu werden wünschten, ohne die nötigen Beweisgründe zu einer ttjcheitmug zu besitzen. Die Kundin machte die genauesten Angabe« über den Geschmack, die Gewohnheikn, den Klub usw. des Ehe- molmes. Schon in den nächsten Togen machte der ahnungslos« Gatte die Bekanntschaft einer reizenden jungen Dame, die ganz seinem Geschmack entsprach und der es ohne Mühe gelang, eine Bcrabiednng zum Tee in ganz sreuuMchaitlicher Weise herbeizuführen. Bei einer sehr angeregten Unterhaltung gab dann die Dame ein verabredetes Zeichen, einen Telephvnanruf, eine» Wink durch.das Fenster oder irgendein anderes Zeichen, gleichzefti» näherte sie sich dem Manne in entgegenkominender Weife, und al» plötzlich die Türe aufging, kvnnie die herbeigeeilte Gattin, die vor- sorglich einige Zeugen mitgebracht ljati«, die junge Dam« aus de« Knien ihres Gatten durch den begleitenden Phatographen mit Blitzlicht pholoqraphieren lassen. Der Trick war oft gelungen und hatte zu einer Anzahl Scheidungen in Rem York geführt. Die Ehe- brecherin erhielt für ihre Arbeit ein Honorar von IG»« Mark. Kindergeif!. Was ist der liebe Gott? Eine Frage, über die sich schon so mancher den Kopi zerbrochen hat. Doch Lotii wußte es eines Tages gernz genau. A>s sie au« der Schule kern,, die sie im ersten Jechr besuchte, rief sie schon von weiten,— noch gan,, alencko;— ihrer Mutter entzegrn:„Muttt, der liebe Gott ist ein„Quirl"!"—„Was sagst du. Kind?" fragt die Mutier äußerst verblüsst,„du wirst dich sicher verhört haben Frag morgen dein Fräulein noch einmal darnach"— Am anderen Tag kommt Lotli mit einem»och wichtigeren Gesicht nach önnise ,in> sagt mit ein klein wenig Entrüswng in der Stinune, daß man ihr gestern nicht glauben wollte:„Muttt, die lieb« Gott ist ein— „Schöpser", ich wußte es doch ganz genau, daß es etwas aus der Küche war!" Geklaut tviri» nicht. Auf der Straß« treffe ich die beiden Buben einer Bekannte». Bei der Begrüßung nehme ich den kleinen zweijährigen Buben auf den Arm uick» drücke ihn fest an mich. Es war so ein kkeiue« Dickerchen, man mußt« ihm gut sein„Dich nehme ick mit!" sage ich ni ihm. Dies hört fein vierjähriger Bruder. Ganz eijergisch zupft er mich wn Aermel und tagt dabei:„Gib meinen Brikder her, geklani wird hier nicht!" Die prosaische SchwieIemuUer. Die Hochzeit aus dem Lande war zu Ende und das junge Paar schickte sich au, in die Stadt ins eiaene Heim zu fahren. Darauf sagte die Schwiege rnuüter zu. der jungen Frau, es mar Soiiizab' ich»: „Du könntest noch bis Mittwach hier bleiben, bannt wir die Trfch- tiieher gleich noch zusammen waschen können."