Mehr Zeit für Parteiarbeit? Gemeinschaft läßt sie gewinnen. Zrauenstimme |?lr.ll«47.3abrqa'H?| Beilttge ZUM ZfOttüfitfö j S.JwrilOSO"! Die Weichberechtig�i� ixr Frau«n politischen Lebe» ist for« mell erreicht. Und doch fehlt e» allenthalben an der aktwen Mit- arbeit der Frau tn der sozialistischen Bewegung. Nur wenige Frauen nehmen tatträfttg teil am politischen Leben. Und tnnner und über- all dieselben Gesichter, dieselben Menschen, die aufopfernd die Arbeit leisten. Warrun stehen tausende Frauen noch adseits? Ist«» Mangel an politischer Einsicht, der sie nicht mitmarschieren läßt im tämpsenden Heer der Arbeit? Biel« sind im Herzen längst mit uns verbunden. Filhlen sie doch ebenso stark de» Druck des Kapitalismus wie die anderen, die sich bereits eingereiht haben in die Kampffront. Sie leiden ebenso wie jene unier der Teuerung, unter Ausbeutung und Zurücksehung. Aber bei den Frauen genügt iricht allein dl« B e r e i t s ch a s t zur Anteilnahme am politischen Lcbeir. Die dreifache Arbeitsbelastung der Frau als Gattm, als Mutter»ad als Mitoerdienerin läßt ost ein« aktive Mitarbeit in der Bewegung nicht zu. lieberlastet und ob- gespannt, finden viele Frauen ost kaum Zeit, sich auch nur durch Lesen der Zeitung politisch auf dem laufenden zu halten. Deshalb muß es unsere Ausgabe sein, derFrau mehrFreizeitzu ver- schassen. Wesentliches kann in dieser Richtung durch Rationali- fierung der Hansarbeit geschehen. Kindererziehung und Hausarbeit sind die Haupibelastungen der Frauenkraft. Wie ist nun eine Rationalisierung möglich? Grundprinzip ist die Gemeinschaft. Die Aufgaben des Einzelhaushalts müssen nach Möglichkeit von der Gemeinschaft über- nommen werden. Das mag sehr utopisch klingen, der Gedanke ist aber zum Teil in einer Reihe großer städtischer SieÄungsbauten des roten Wien verwirklicht. Zwar nicht bis zur letzten Kon- sequenz, aber man hat sich dort doch grundsätzlich zum Gemeinschasts- gedanken bekannt und gemeinsame maschinell« Wasch- tüchen. Gemeinschaftskindergärten und- horte für die Siediungsbauten eingerichtet. Rur einzelne Siedlungsbauten entspreche» heute dem Prinzip der Gemeinschaft. Ein Einzelhaus kann außerhalb jeder Siebstmgs. gemeinschaft leicht zurückführen zu patriarchalisch-kleinbürgerlicher Einstellung:„971 ein" Häuschen,„mein" Garten, das ist alles, wofür die Besitzer dann noch Interesse halxn. An Stelle der Arbeits- «rleichterung ist«in« vergrößert« Arbeitsbelastung für die Frau«in- getreten. Für das politische Leben sind die Frauen dann vielfach verloren. Die ideale GemeinschaftSfiedlung. Unser Ziel müßte ein« Eiedlungepolitck sein, die vom Godanken der Gemeinschaft getragen wird. Dos können auch Einzelhäuser sein. Aber notwendig ist die gemeinsame Waschküche, der ge- meinsom« Spielplatz, der geineiusame Kinderhort uad Kindergarten. Warum eine Gemeinschaftswaschkliche zweckmäßiger ist, wird jede Frau ohne weileres einsehen. So wird in der. Wiener Wohnhöfen tu der Gemeinschaftswaschtäche, die mit Waschmaschine, Wring- Maschine und elektrische? Trockenoornchtung ausgestattet ist, die Wäscht einer sechsköpfigen Familie van drei Wachen in vier Stunden gewaschen, getrocknel uirü gerollt! Eine Frau, die diese Arbeit ohne maschinelle Einrichtung selbst bewältigen muß, brouchi dazu IJ» l.u 20 Stunden I Die technischen Eileichtervnge« sind für Elnzelhons- halte nicht möglich. Ebenso ist es mit Zentralheizung in PrÄetarierwohnuugen. Und wieviel Zeit, die die Frau mit Abstauben und Teppichklops«« vertut, könnte durch Staubsauge anlagen gespart werbe u! Heute mir Bessergestellten möglich, müßte das i«. allen Kleinwohnungsneubauten mit dazu gehören. Bon einer Gemeinschaftsküche zu sprechen, gilt heute«och als gewagt. In dies«» Punkt sind dle Männer rückständiger als Vt Frauen. Zu schlechte Erfahrungen haben uns die Knezz-«nh Volksküchen gebracht. Und doch wird auch dieser Gedanke einst seine Verwirklichung erleben. Man braucht nur an tue Ersparnis durch Großeinkauf zu denken, an die Entlastung der Frau, die nicht mehr den ganzen Bormitlag in der Küche stehen muß, weil durch die Er- sparnis beim Einkauf so viel erübrigt wird, daß davon Köchimrea besoldet werden können. Ja, das möchte manche Frau. Aber wie ist es mit dem persönlichen Geschmack? Sehr einfach. Man be- kommt das Essen in die Wohnung und kann dies und das hinzu tun nach dem besonderen Geschmack. Kein Mensch denkt heut mehr daran, sich selbst das Brot zu backen. Man kaust es im Kvnsmn. Und mit vielen anderen Dingen ist es ebenso. Zlber In einem Häuserblock, in dem ll? Familien wohnen, stecken 05 Frauen morgens die Gasflamme an, koche» 95 Frauen Kaffee. SSmal muß Milch geholt, Säuml müssen Brötchen beforgt lverden. Aber Gewohnheit ist der schlimmsle Hemmschuh des Fortschritts, uird deshalb wird es noch gute Weile haben, bl» wir zur Gemeinschaftsküche komme».* UttS fehlt nur Zeit. Trotzdem müssen wir jetzt schon versuchen, der Frau in der Hausarbeit Erleichterungen und Zeitersparnis z» verschassen. Die Männer tonnen viel dabei mithelf-en. Es gibt glücklicherweise auch schon eine ganze Anzahl Genossen, die ihre« Frauen manche Be- sorgung und manche HaiÄreickpurg abnehmen, nm ihnen die Zeit finden zu helfen, sich auch um das politische Leben zu tiiznmerit. Es ist nun mal so, wie Richard �7 e h m-e l siigl: Uns sehlt ja mchts, mein Weib,»nein Kind. Um so frei zu sei», wie die Vög-eni sind. Rur Zeit. Die Frau leidet nicht nur unter der Unterürückung durch tst« kapitalistische Gesellschaft, wenn sie dem Proletariat««»gehört, sie leidet doppelt unter der Last des Haushalt», und da» hemmt viel loch ihre politische. Betätigung, hindert,»aß sie überhaupt von der potv tische» Welle ersaßt wird. Es ist also noch viel Arbeit zu letzten, um von der formelle» Gleichberechtigung zur tatsächlichen, politische« Gleichbmchtt- gung der Frau zu kommen. Viel Ausklärnngsarbeii ist noch durch- zuführen, dei Frauen und Männern, damit die Frau aus threi» Dasein als Arbeitstier im Haushalt zur glelchdcrechtijsicn Kampf- genossin in der sozialistischen Bewegung werde« ta««. ir-n» Le.i»evt>ael». Zeugenaussagen von Lugendlichen Zum Prozeß Frenze!. Der Prozejj Frenz«! Hot unser Augenmerk wieder einmol aus die Zeugenaussagen von Kindern und Jugendlichen gelenkt. Jede Zeugenaussage vor Gericht stellt ein Problem dor, das durchaus nicht einfach zu lösen ist. Es beruht im wesentlichen aus dem Gegensatz zwischen Richter und Zeugen. Der Richter will die objektiven Tatsachen Nären. aber auch zugleich den Gesinnungs- Untergrund erkennen, auf dem sie erwachsen sind. Der Zeuge, der irgendwie dem Geschehe» nahe steht, legt unwillkürlich seine sub- jektive Anschauung dar und hat ein Interesse daran, si« durch Tat- sachen zu beweisen. Ost will er verschweigen, häusig beschönigen, häusig einen Eindruck verschärsen. Und schon hierbei ergibt sich, doh Menschen, die ihrem Wesen nach wahrhastig und zuverlässig sind, schließlich leicht zu Aussagen kommen, die der objektiven Wahrheit nicht entsprechen. Die Art des richterlichen Fragens spielt eine große Rolle. Diese Schwierigkeiten verschärsen sich, sobald es sich um Aus- sage» von Kindern und Jugendlici>«n handelt. Denn die kindliche Psyche ist außerordentlich eindrucksfähig und unterliegt der Suggestion in einem noch viel höheren Maße als die Psyche des Erwachsenen. Durch„geschickte"(?) Fragen kann der Richter be- jahende oder verneinende Antworten aus dem Jugendlichen heraus- holen: er kann weiterhin durch ebenso„geschicktes" Aneinanderreihen von Fragen, die sich logisch entwickeln, dauernde Widersprüche er- zielen, so daß zuletzt das Gegenteil von dem zuerst Behaupteten gesagt wird. Dies hängt einmal mit der noch ungenügend ausgebildeten Fähigkeit des Jugendlichen zusammen, Wirkliches und Gedachtes, vielleicht besser gesagt: innerlich und äußerlich Erlebtes voneinander zu scheiden. Innerliche Erlebnisse oder Phantasieerlebnisse, zu denen auch Traumerlebnisse gehören(nach Freud sind die Träume Wunsch- ersllllungenil), sind oft weitaus eindrucksgewaltiger als tatsächliche äußere Erlebnisse. Diese letzten können sogar an der Seele spurlos vorübergehen, während die nur innerlich erlebten vom Bewußtsein aufgenommen, verarbeitet und somit zum geistig-gesühlsmäßegen Eigentum werden. Nun denke man sich eine» jungen Menschen in der Pub er- t ä t s z e i t. Quälend« Triebkräfte sind in ihm wach geworden. Betätigen kann er si« nicht, das widerspricht der Sitte. So werden sie ins Unterbewußtsein verdrängt. Bon hier aus steigen sie nachts, wenn der Wille ausgeschaltet ist, hervor. Es kommt— im Traum — zu geschlechtlichen Handlungen. Sie werden so stark erlebt, daß der Jugendliche nachher nicht weiß: habe ich geträumt, oder habe ich dies in Wirklichkeit erlebt. Kommt ein solches Träumen öfters vor, so wird allmählich das Bewußtsein mit diesen Vorstellungen derart erfüllt, daß die Grenze zwischen tatsächlicher Wirklichkeit und nur im Traum erlebter völlig verwischt wird Zieht man den Oedipus-Komplex heran, so wird weiter verständlich, daß ein pulierlierendes Mädchen leicht als Objekt der geschlechtlichen Be- tätigung den Vater wMt und es so wohl zur erlebten(in der Seele des jugendlichen Menschen erlebten!) Blutschande kommt, tatsächlich aber nichts Derartiges geschehen ist. So lange das junge Mädchen nichts von seinen Erlebnissen verlauten läßt, lebt die Familie in Frieden. Nun kann aber irgendein Ereignis auslösende s�M o m e n t werden: etwa ein Buch oder ein Film(es braucht kein Schund- roman und kein kitschiger Film zu sein— auch durchaus gute Bücher können als Auslösung wirken!), ein Wort oder eine Predigt. Und hier ist auf eins hinzuweisen: eine Sprache, die nicht offen und ehrlich di« Dinge beim Namen nennt, sondern die Worte so ge- braucht, daß die Menschen hinter ihnen etwas zu suchen haben, ist dem jungen Menschen in der Pubertätszeit besonders gefährlich. Denn seine sexuell erregte Phantasie findet In diesen Geheimnissen die entsprechend« Kost: sie kann nun mit wahrer Wollust in diesen Worten wühlen und ihnen den Sinn unterlegen, der ihm die größte geschlechtliche Befriedigung verspricht. Die Sensationslust des Menschen wirkt konfiikt- verschärfend: denn sie macht die junge Seele noch weiter empfänglich für inquisitorisch« Fragen nach geschlechtlichen Erlebnissen. Man mache sich klar, wie furchtbar klein das tatsächliche Erleben eines jungen Menschen heute in weiten Schichten des Bürgertums und des Proletariats ist, und wie die Not des Lebens zumeist alle Kräfte verschlingt. Der Jugendliche möchte aber mit allen seinen Fasern erleben. Findet er ein großes Ziel, das ihn ersüllt(Sozialismus, Pazifismus), dann ist es gut. Hat er dies aber nicht so muß er irgend etwas suchen, das ihn lockt, das seine Seele In Schwingungen versetzt und ihm starke sinnliche Erregungen verspricht. Die ioziole Lag« wirkt also auch aus dieseni Gebiete entscheidend. Der junge Mensch sucht also nach Sensationen. In die Zeitung zu kommen, Mittelpunkt eines Prozesses zu werden— das bedeutet Hochspannung. Geheimnisvolle Andeutungen fallen. Schon sie machen interessant. Man will anscheinend nicht mit der Sprache heraus. Das Interesse der anderen wird noch größer. Man läßt sich drängen. Schließlich bricht's hervor. Der Zuhörer ist erregt. Die Erregung wirkt zurück aus den Sprecher. Cr steigert sich. Er erzählt ganze Romane. Zuletzt weiß er überhaupt nicht mehr, was er erzählt hat. Aber nun wird er festgenagelt. Vielleicht ist er selbst ver- wundert über dos, was er gesagt haben soll. Doch nun kann er nicht mehr zurück. Er will doch nicht als Lügner gelten. Seine Ehre scheint ihm In Gefahr. So kommt es zu weiteren lieber- steigcrungen und Verleumdungen, zu einer Kette böser, unerquick- lichster Redereien. Nun Übertrag« man das Gesagte auf de» Fall Frenze! und versetze sich in die Seele der fünfzehnjährigen Gertrud. Sie ist die jüngste von drei Schwestern, ein Nesthäkchen, das meistens in den ersten Lebensjahren sehr verwöhnt, später häusig als„die Kleine" zurückgesetzt wird. Es konnten also genügend Minderwertigkeits- gefühle entstehen.(Die Worte, daß sie der älteren Schwester nicht gehorchen und ihre Ueberlegenheit nicht anerkennen wollte, deuten aus eine Opposition aus dieser Grundlage hin.) Ein starker Geltungstrieb verbindet sich nun mit gewissen Rachegefühlen unbe- wußter Art: man rächt durch falsche Beschuldigungen die ertragenen Zurückstellungen. Ziehen wir alle angeführten seelischen MomeM« heran, so wird uns klar wie die Beschuldigung der Blutschande— auch gegenüber eine.,» ganz Unschuldigen entstehen kann, und wie vorsichtig die Aussagen aller jugendlichen Zeugen in solchen Prozessen zu beurteilen sind. Daß das Pfarrerehepaar zumindest unpsychologisch handelte, wenn es diese Sache in die Oeffentlichkeit brachte, ist sicher. Ts hat überhaupt der Seele der Gertrud einen vermutlich unheilbaren Schaden.zugefügt. Denn sei es, wie es sei, ist der Vater schuldig oder unschuldig, hat Gertrud ihre Erlebnisse zusammenphantasiert oder sie tatsächlich gehabt: diese Gerichtsverhandlung, denen fürchter- liche Monate in hochgradiger sexueller Erregung vorausgingen, ist eine Sensation für sie geworden. Ihre sexuellen Instinkte sind vermutlich nicht mehr zur Ruhe zu bringen, irgendwie werden sie nach Ausleben drängen. Es käme jetzt alles daraus an, diesem jungen Menschen ein hohes Lebensziel zu zeigen, die Sehnsucht nach Erfüllung dieses Zieles In ihm zu wecken und ihm Gelegenheit zu geben, sich in dieser Richtung zu betätigen. flerrnzc Sclmmacher. Herkules und die olle Schlange. Laßt den Kinderaeist nicht verdurssen' Eine der reizendsten Episoden in den Jugenderinnerungen der Isolde Kurz erzählt von den Kampsspielen zwischen ihren Brüdern und Spielgesährten: die spielten nicht Ränder und Gen» dann, auch nicht„Krieg" schlechthin— nein, sie waren alle griechische Helden, und der Kampf ging um Troja, man benahm sich stilecht, sührte homerische Wortgefechte, Achill(das war. glaube ich, Isolde Kurz selbst) hatte einen sabc-' heften Helm aus Goldpapier und man kämpfte ganz wie die Neberl-eferunq befahl. Nun sind wahrschein- lich auch damals den Gymnasialschülern die oriechüchen Sagen oft- mals so verekelt worden, daß sie durchaus keine Lust hatten, sich in Ihrem Privatleben noch weiter um die ollen Griechen zu kümmej*. Es war uns ineist doch alles viel interessanter, was man nicht von der Schule zwangsweise vorgesetzt kriegt«: die deutsche Geschichte sah ganz anders aus, wenn man sie nicht aus dem Schu'lcsebuch, sondern aus dem Strecksuß„Das deutscke Volk" lerne» konnte, Berlin lernte man„Vom Fischerdorf zur Weltstadt" von demselben Verfasser kennen,— und daß dieser gute Demokrat manchmal eine ganz andere Meinung von den Dingen hatte, als die Schuie lie sichren mußt«, war nur ein Reiz mehr. So habe» wir den weit- aus größeren und mertvolleren Teil unseres Wissens außerhalb der Schede erworben. Ich weiß, wir haben jetzt ja andere Schulen und man wird auch einwenden, daß„die Jugend von heute nun mal ganz anders Ist". Vielleicht... aber Ich mußte neulich an so manche Nöte meiner Jugend denken, als mein Herr Sohn mich meuchlings mit der Frage überfiel, wer denn eigenkllch der Was>ergott sei der da bei der Stadlbllcherci sitzt: der Papa hatte ihn an mich verwiesen, denn ihm hatte man in der bayerischen Volksschu'e auch nichts von Neptun erzählt. Na. mein Junge ist fünf Jahre a't man kann ihm nicht viel mehr erzählen, als daß der alte Herr Neptun beißt und „im Märchenland vor vielen Jahren" im Wasser wohnte. Aber ■ wun uwßi« u-ec Bc»g< tsa% an all den kcmnschen steinernen Männern eine Geschichte hängt und der nächst«, den«r entdeckt«, mar glück- ltcherwdse 6er Herkules aus dem L ü tz o w p l a A Daran arbeiten Vir nun seit Wochen: nnmer wieder muß ich die Ge- Etlchte erzählen, wie Herkules noch«in Baby war und doch schon stark, daß er„zwei Schlangen erwürgte, in jeder Faust eine" und von der Hydra,„so'ne ölte Schlange mit neun Kopsen, die hat er totgemacht, als er«in großer Mann war. Und weil aus jedem Hals immer zwei neu« Kopse herausgewachsen sind, wenn er eine» abgehauen bat, hat er seinen Freund mitgenommen, der hat jeden Hals mit einer Fackel versengt, damit keine neuen Köpfe wachsen konnten". Herkules ist fabelhaft interessant, die Stadt ist Nim ein steinernes Bilderbuch, von Perseus und Andrvmeda habe ich auch schon erzählen müssen, denn die sind doch am Mar- stallgebäud«„gebaut", wie Hansel sagt. Nun ist es freilich so, daß nicht sehr viele Eltern imstande sein werden, ihre» Kindern so tob« icher die Sagenwelt lebendig zu machen. Ich selbst habe einen fast schmerzha-ften Neid aus eine Iugendaespiel!» empfunden, weil ihr Vater mit ihr in die Museen ging und, selbst aus kleinen Vor- Haltnissen stammend, alles tat, um seinen Kindern die Eroberung von Wissen und Bildung zu erleichtern. Cr lernte mit leinen Kinder». Aber es handelt sich hier ja nicht allein um ei» paar Sagen mehr oder weniger, auch nicht darum, ob wir gerade diesen Stöfs so beherrsche», um davon erzählen zu können, sondern darum, daß wir, durch dieses Erzählen oder durch klug ausgewählte Bücher, unsere Kinder spielend ein Mehr an Bildung erwerben lassen, das joiiist Vorrecht der Besitzenden ist. Es ist jetzt Mode, über das Ideal der„allgemeinen Bildung" vor dreißig, vierzig Jahren sanft zu lächeln. Aber wie arm ist ein Mensch, der nur„Fachwissen" und„gesunden Menscheiwerstand" besitzt! Sicherlich, die Schule kann und soll nicht wieder zur„Lernschule" früherer Jahre wer- den, in der wir mit Geschichtszahlen gefüttert wurden, ohne von den Zustände» jener Zeiten eine'Ahnung zu haben und chemische Formeln auswendig lernten, ohne jenia's selbst experimentieren zu dürfe». Es lebt mehr Hunger nach Wissen in de» Men- schen und auch schon In den Kindern, als die beste Schule befriedigen könnte. Darum muß die„Zukost", die wir bleieii, auch wirklich nahrhaft sei». Aber wie oft geben wir Steine statt Brotl Wie oft erlebe ich es, daß neben mir Vater oder Mutter etwas„für einen zwölfjährigen Jungen" verlangen, wenn der sich ein Blich zum Fest gewünscht ha!. Und dann kriegt der Junge einen Band„Karl May oder eine Jungensgeschichie, die genau so gehaltlos ist wie die noch immer nicht äusgestorbene Bocksischgeschichto— und könnte dafür ein Buch haben, das ihm ein Freund für das ganze Leben wäre: denn zwischen zehn und zwanzig Jahren legen wir den Grundstei» für unser ganges Wisien. Man könnte manchem zwölf- jährigen Jungen Zimmermanns„Daucrnk'.icg" schenken— für die abenteuerlustigen gibt es genug Forschungsreisen»8* Stanley bis zu biasmussens Thuiesahrten. Gerade A i b e l t e r«> I e r n solüen in der Auswahl der Goschenkbücher doppelt wählerisch sein, den» i» einem Haus, das nicht von Büchern strotzt, kommt jedes Buch viel mehr zur Gsidung, ist jedes Buch doppelt kostbar Nun versuchen freiiich die proletarischen Organisatisnen, den Eltern bei der Auswahl der Bücher beizustehen—«bei diese Hilfe- leistuug beschränkt sich aus die Zeit der üblichen Weihnachtsaus- sie Am igen, und es sind unter den ompfohlenen Büchern zevar vkie gut« Bücher, aber selten wird aus Standardwerke zurück- gegrissen— im allgemeinen rät man. ebenso wie bei den„großen Leute»", zur Unterhaltungslektüre. Vor allen Dirgsn liegt der Fehler darin, daß diese Beratung aus die kurz« Zeit vor Weihnachten belchränkt ist; Geburtstage usw. gibt es doch dos ganze Jahr hindurch! Hier wäre ein großes und dankbares Arbeitsfeld für die K i nd« r f r c u nd e. Es müßte— für Eltern«»d Kinder gleich zugänglich— in jeder Gruppe«in„Bücheifreund"«Is Be- i-a kr zur Verfügung stehen, einer, der sein« Pappenheimer und jelne Bücher kennt, der raten kann, was man sich wünischcn und was man schenken soll. Er müßte wissen, daß sich das Kind mit jedem Buche«in Stückchen Welt und Witzen erebern kann und soll. Eine Ergänzung für diesen„Bücherdienst" wären ge- legcntliche Wanderungen durch die He lmotstodt, an denen man auch versuchen müßt«,„6ie Steine reden" zu lassen. Man sieht Beriln anders, wenn man weiß, wo in den Kämpfe» des Jahres 1848 die Barrikaden standen, und daß»ui dem„Neuen Markt" Hans Kohl-hafe und Jud Lippold hingerichtet wurden; man geht nicht gleichgültig über die„Lange Briicke" wenn irgend je- mand einem die Augen dafür geöffnet hat. daß hier nicht nur wied einmal ein Hohenzollerndenkmal, sondern das bsste Neikrdenk- mal des Barock steht. Bielleicht wird man entgegnen, daß alle diese Dinge für die Jugend der kommenden Zeit belanglos seien, belanglos wie diese„allgemeine Bldung", von der man jetzt auch nichts mehr wissen will. Und doch beweisen Boiksdock.schulen und Bildungskurse, wie groß der Hunger nach Wissen in all denen ist, die früher prinzipiell davon ausoeschlotzcn waren— uid mir«in Mensch, der an der Grenze dieser beiden Wc'len aufwuchs, kann wissen, wieviel ichon das Kind aus dem„gebildeten" Eltern- haus an Vorsprung hat allein durch das Witzen, das ihm s» nebenher gegeben und überliefert wird. Ebenso wie wir dafür«rbeik», die materiell« Lag« des Arbeiterkindes so zu gestalten, daß Leib- mann Hollwcgs Wort von der„Freien Bahn dem Tüchtigen" end> iich nickk mehr als ein Hohn wirkt, so sollten mir auch dasbr sor- ae», daß die Gemeinschaft ilMi für seinen Geist das gibt, was ihm die Familie— durch die Schuld der Gesellschast, nicht des einzelnen— nicht geben kann!_ Frauen im„Alten Berlin" Die große Berliner Sommerschau„Altes Berlin" in den Ausstellungshallen am Kaiserdamni zeigt auch die Entwicklung- Beschichte der Frau auf geistigem Gebiet, ihre Besreiung ans lahr- hundertlanger Unterdrückung, ihr langsames Sich-entfaltcn aus allen Gebie'cn des öffentlichen Lebens. Allerdings— die ersten Säle schwelgen vo» Frauenarbeit und Frauengeist. Doch gerade dieses Schweden sagt mehr, als es das Wort vermöchte. Es erzählt von der Zeit des Berliner Zunft- wesens, als die geistige Enge im Einklang stand mit der Eng« dlimpfer Gassen. Da sehen die Frauen der Handwerker aus ihren kleinen Häusern, da eilen sie über die Straßen zum Einkaufen, da wirken sie unermüdlich im Haushalt. Nur einige wenige Frau n vernehme» das Grollen der französischen Revolution, spüren m t feinem Gefühl, daß eine Zeitenwende bevorsteht: Frauen, die Zeit haben, die Wirkungen geistiger Strömungen zu verfolgen, wohl- habende Bürgerinnen. Da ist R a h e l V a r n h a g e n und ihr Kreis, der die Frauenbewegung vorbereitet und stark gefördert hat. Aus altem, wurmstichigem Rahmen sieht uns ein OelgcmÄde an: Rahel und ihr Bruder sie selbst mit dem nachdenkliche», scharfen Blick,, der ihr schon als Kind zu eigen war. Ihre BilVr als junges Mädchen und als reife Fron vervollständigen den Eindruck ibrer Persönlichkeit. Man fühlt ihr starkes Temperament man spürt Ihr« aanze Warmhsrzigkeit. mit der sie sich für die Mii'ter eingesetzt hat, für die Erleichterung der Ehesckeidung zuaunste» der Frau, für eine wegblickende Erziehung des Kindes. N'ckt weit von ihr d«. gegnet uns V e t t i n a von Arnim, die ni�t nur'schwärme' ische Evistoln verfaßt, sondern sich auch in er' r mut'ge» Be öffentti+u-g für die Bekämpfung der Not der schlei.ichen Wclwr eingesetzt bat. Da sind serner die klug" und hochgebildete H«nr:cti« Hertz lind die problematis'''« Charlotte Stieglitz, dn ist Anna Kottheiner und Georgine von Utten Hofen— all's Frauen, die es hinausdrängt aus dem engen Rehmen der ibnen zuaewiesen ist. Km Verlan von N'rolni ersch wen Beröf'ent- lich'ingen von Frauen: eine R"-sei.sschtxjb>,,in Den schlg-hs und Italiens von Elisa von der Recke und D'cktnnge» ein"'' fachen Frau dem Volke. d"r Anna Ka r s ch i n, tie wa» le der bei Hof«-inaekliftrt und der na» d�nT-ch das Best« und N"ti! ,1'' sts ihrer Persönli�kelt ae-anbt hat. Die Ansstellung bat zw-I ih-er Vücher unt"r /»las»"kbeniahrt: da"- leUte erschien 17k>?.>-ach Ih em Tode, als in �-ankreich die große Ne�olulion in der Errichtung der Republik gipfelte. Auch als Künstlerin entfaltet sich die Frau im„Alten Bert'«." an der Wende der Neuzeit. Berühmte Namen stehen un'er den verblaßten Frauenbildern, die von der Wand herabsehen: Caro- Ii na Lanz, Henriette Sonntag. Berta Unzel- mann von den Staatstheotern. Julie Zelter, die San e in, die-weite Frau Zelters, und endlich Jenny Lind, die„schw- difche Nachtigall", in ihrer ganzen Lieblichk it. Laagsam erössn.» sich der Frau leitende Stellungen: Da ist die Di ektorin eines Konservatoriums und ihr zur Seite stehen künstlerische Leistung n von musikalischen oder schauspielerisch begab! en Frauen, die ten Vergleich mit den männlichen Berusstolleg-en nickt zu»cheuen brauchen. Auf literarischem Gebiete oervollständig'N Fanny L c w a l d und Hedwig Dohm, die viel nngeseiubet« Frauen- rechllerin, deren Uebersetzungen der Fabeln L'fontaines,.S-inck- (nie einer Seele",„Der Frauen Natur und Rechi"»nd„DieMüttu" die Ausstellung aufbewahrt, hkse Entwicklung. Und endlich werden unter dem Titel„Berlin im Roman" zwei Frauen der Gegen vart, Clara Bieblg, deren Manuskript„Das täaliche Brot" vorll--"!. und Alice Berend mit ihrem Roman„Spreemaim u. Co." hervorgehoben. Reben diesen bekannten Frauen aber siebt man'mmer mwder hinein in die Schickt jener Frauen, deren Leben nur h"rte A beit »ms iäalicke Brot ist, die nur ganz selten einmal die Sangen um den Alltag hinter sich lass-n können. Da blicken sick die Wäsche- rinnen von Kövenick tief über ih"« Leinewaud. die sie müh- lern in dem kalten Wasser der vorbeifl-etze-'d-n Spree söu'eru: da schlepoen sie unermüdlich die schweren Wasckkörbe von den.oeck- nungen nach dem User, die kleine» Kinder soras-m an den weil sie sie nicht ohne Aufsicht lallen wollen. Und die hamw" ft i 0 gehauenen Bilder der enerascken Anfelve'tä'llerin, und der An'res der Berkänserin von Spandauer Bre-eln:„Kao'en Se rlch sckeen» Spaiidoosck« Zimtbrezeln?" können nicht dari>''er bin"«' ä schen daß d'e Bknnioe, die dies? Frv"«» verdi»»«», Hort»nd schwer ei� kämvft sind. Das sind die Fronen, die d-e A"s"e"m'g endlich in einem besonderen Saal, der Käthe K o l l w i tz und Ha»? Ba/iischek gewidmet i't, celat: die Bral-torierninen van ise'Vn, die le'der nur zu vf' nnch»ock die Vrol"t"rierlnn«n von beute si d. So b!"tet die Sommerschau am Koii'rdamw der Frau e!,w lebendige Anschauung der Vergangenheit ihre? Geschlechts und da- H't p'tien sta'-ken Ansvarn zur g?nreins"M"n Ar''"ich zum«irkfawei� tatlcäfligen Zusammenichluß aller werktätigen Frauen. L.U. l?em unHedingie? GebäfZwüt?g! Mnft die gesundheitlich oder wirtschastlich Gefäl-rdete gebaren? Jinnier wieder werden Fälle bekannt, die grell den Leidensweg jener Frauen beleuchten, deren Mutterschaft statt eine» tiefen Glückes nur Not, Qual und Kumincr bedeutet. Unserer Zeit zmn Trotz, die all diesen Frauen mit Rat und Tat zur Seite stehen will, gibt es immer noch eins Unmenge solch Unglücklicher, die aus einer gewissen Trägheit und Indifferenz den Dingen ihren Lauf lassen, um nachher«in körperliches oder wirtschaftliches Martyrwm, oder auch beides, durchleben zu müssen. Erst unlängst hat ein Mann gegen seine Frau die Scheidungsklage eingereicht, weil sie. die bereits zwei Kinder bsfafz, schwer leidend und in größter Not- läge war, den ehelichen Verkehr nur unter Schutz vor Empfängnis fortsetze» wollte. Kann ei» tranker Körper gesunde, lebensslarte Kinder gebären? Soll eine notleidende Mutler das Brot der Familie noch kleiner teilen? Diese schwierigen Probleme in ihren ungezählten Spielarten zn lösen, ist die Aufgabe unserer Ehe- beratungs stellen. Sie wurde» errichtet, uni speziell der Frau und da vor allem der unaufgeklärten, Rot und Hilfe zu erteilen. Es gibt eine ganze Anzahl vernimstiger Frauen und auch Männer, die sich in körperlichen oder seelischen Nöten dieser Stelle anoer- trauen! noch aber sind es ihrer viel z» wenige, sonst konnte solch ein Fall, wie der oben geschilderte, kaum passiere». Eine Frau, die sich in solch gefährdeter Lage befindet, erhalt ohne weiteres vom Arzt ein Attest, das ihr eine welter« Geburt untersagt, so daß der Mann aus ihrem Verhalten telneriel Verletzung der ehelichen Pflicht tonsiruieren kann! auf der anderen Seite hätte man natürlich auch nichts unversucht gelassen, den Mann zu er- fassen, um ihm das Unverantwortlich« seines Verlangens begreiflich zu machen. Und da ein normal denkender Mensch Vernunft?- gründen schließlich doch zugänglich ist, wäre hier viel Unglück und Leid vechütet worden Jeder, der sich an die Eheberatung wendet, wird Verständnis und Rat für feine Sache finden und es ist ent- weder ganz falsch« Scham, oder grenzenlose Dummheit, die solch schwerbcdräiigten Menschen davon abhält, sich dem medizinisch und psychologisch geschulten Veroter anzuvertrauen. Das Ziel, die große Aufgab« der Eheberatung ist es ja, gerade den wirtschaftlich Schwächeren ein gesundes Fundament ihres Zusaimnenlebens zu schaffen, dem wiederum ein gesunder, lebenestarker und lebens- frecckiger Rachwuchs enisprießt. Wir wollen keine Elendswürmer züchten, nicht die Legion jener Unglückliche!, vennehren helfen, die zeitlebens in elender Fron ein menschenunwürdiges Dasein führen. Ein gesundes Geschlecht soll heranreifen, das, feines Wertes bewußt, weiterarbeitet und weiterkämpft für den Aufstieg der Masse? Elamze Kahlenberg. Werbearbeii. Mit 1000 Zluablatiern vor 71. Israel. Wir vier von der Werbekolsnn« zogen also, wie es die Weisung befahl, morgens gegen 8 Uhr vor des Warenhauses Israel ver- schlosienes Tor,«cm unsere Werbung bei den Angestellten anzusetzen. Zunächst erregten wir die Aufnierksamkeit des Schupos und de» Stroßeukehrer», die uns bedeuteten, daß hier Zone I, Sperrge- biet, Verbot der Flugblattoerteilurg jeder Art fei. Di« erfahrenen Genossinnen hasten aber, derartige Schwierig- teiten vorausahnend, Aktentaschen mitgebracht und darin das Mo- krial verstaut. Also beschlossen wir, dt« Propagandaarbeit durch- zchichren. Nach und muh belebten sich denn auch die Straßen, es wurde Vag Uhr. die Angestellten strömten herzu. Frische, nett«, liebens- wüidige Menschen, die für die Fluabiätter gros;«» Interesse zeigten, hieß es inin rasch bedienen. Unwillkürlich sahen wir im Geist« diese gleichen Menschen abends noch 7 Uhr dieses gleiche Tor wieder verlassen, iniide, blaß, abgespannt. Aber es blieb kein« Zeit zu langen Betrachtungen, der Zeiger ging auf%9 zu. die ganz Eilige» kamen airgeranut. Run mußten wir aus dem Posten sein. Demi fast alle waren mit Schirmen. Akten- lafch«ii und allerhand Utensilien bepackt, und doch mußte ihnen das Mngblatt geschickt zwischen die Finger geklenimt werden, ohne Störung uird AttsenlHalt. Es wurde geschafft, und als es?i9 Uhr schlug, tonnten wir uns sagen:.Jede Angestellte ist versorgt worden." Stock, gab e» interessant« Beobachtungen mit den Passanten. Das Interesse der Manner au den Flugblattern war fast reger als da» der Frauen. Mancher ließ sich ein Flugblatt für sein« Frau gaben. Ei« altes Mütterlein tat den weißen Ausspruch:„Immer wir Frauen werden gerufen, mir bei die Renten, da wenden wir incht gerufen." Als dann«in fahr elegantes Auto an einer Ecke hielt, dem«in ebenso eleganter Herr entstieg, der„königlich" an dein strammstehenden Ehmrfseur vorbeiging, komiteu wir u!»s nicht verkideifen, auch ihm ein Flugblatt anzubieten mit den Worten:„Für die Frau Ge< mcchltn." Lecher war der Erfolg hier negativ. Dafür aber nahm der Chauffeur das Blast lächelnd enfgeaert, »ich wir glauben, hier ist unsere Arbeit auf fruchtbarere«» Boden gefallen. Alles in allem: Interesse für die Werbung lst bei der Bers iiirerin vorhanden ruch ein gewisser Mangel cm„gutem Benehmen", der öfter der Arbeiterfrau, der schassenden Frau, vovgeworsen wird, tritt erst dann hervor, wemi Abspannung und die schlechte, wirb schaftliche Lage den guten Willen überstimmen. Eine gerechte Arbeitsverteilung und eine gesicherte Existenz werden aus verärgerten, erregbaren Menschen bald frohe, liedens» würdig« Genossinnen machen. E» gilt nur, mit frischem Mut und ungebrochenem Willen cuefzuklären und zu werbenl HiTd« Freyer,> Ltnfer Glaube. Sozialisrnus ist keine Erlösnngsreligion. ist vielmehr Sumpf ver Starken. Talträstigen. um eine freie gerechte weit. Schon jetzt müsse» wir beginnen, die tebeasformen der Gesellschaft neu zu bilde«. Wer abseits steht, hat sich und sein« Ausgabe innerhalb der Gemeinschaft nicht erkannt. * 3a der sozialistischen Gesellschaft ist die Ehe das reinste, von keiner anderen Rücksicht al» auf tüe gegenseitige Reizung geschlossene Verhältnis: ei« Verhältnis, da», weil es aus keiner anderen Absicht als. sich gegenseitig anzugehören, von zu gegenseitiger Achtnoz und voller Gleichberechtigung erzogenen Menschen geschlossen wird, eine unendlich sittlicher« Grundlage al» die meisten heutigen Ehen. » Eine größere ltnmoralität ist nicht denkbar, als wenn zwei Menschen, die sich nicht vertragen und nicht zusammenpassen, süc alle Lebensbeztefmngeu gewallfcun aueinandergefesselt sein sollen. Darunter leidet nicht bloß ihr eigener Charakter, der in dieser Zwangslage die schlimmste« Seilen entwickelt, sonder« auch ihre ganze Umgebung und insbesondere die Kinder. » 3m Sozialismus allein tritt die Frau, wie jeder Unterdrückte, in de« Besitz de» vollen Menschenrechtes, ver Sozialismus setzt sich die höchste Entwicklung der Kräfte und Fähigkeiten aller Gesellschaft«- Mitglieder, also auch der Frauen, zum Ziel: er verlangt von allen Gesellschastsmitgtiedern, also auch von den Frauen, dl« Anwendung ihrer Kräfte zum gemeiasamen Ruhe«: er gewährt allen Gesellschasts- Mitgliedern, also auch den Frauen, vollen Anteil an dem gemeinschaft- lichen Ertrage und Ruhen aller Tätigkeit. Im Sozialismus allein kann sich der edelste Trieb im Menschen, die Liebe, voll enlsalten: alle falschen Rücksichten, alle Hemmungen fallen weg, Mann und Frau stehen sich vollständig gleich gegenüber, ihre Reigung allein enischeidel Ihr Zusammenleben, ihre Ehe. « l Unser Ziel erringe» wir nicht durch kleine Konzessionen, durch Kriechen am voden. indem wir zu den Masten heruntersteigen, sondern indem wir die Masten zu uns emporheben, indem wir sie begeistern für unsere großen Ziele, wenn wir in diesem Sinn« arbeilen, bleibt uns der Sieg sicher. » > Nichts wirkt aus die Kinder niederdrückender und demoralisierender als das tägliche Beispiel eines Ellernponres. das sich nicht verträgt, das sich täglich im Angesicht der Kinder mit vorwürsen und Gehässigkeiten und Schlimmerem begegnet, da« deshalb die Achtung und Liebe der Kinder zu den Etler« untergräbt oder gar Spaitaag in die Kladerherzeu wirst. « Die Frau steht dem Manne erst gleich, wenn sie nicht bloß rechtlich, sondern auch ökonomisch ihm gtelchsteht. warn sie dasselbe Mcuschenrecht wie der Mann genießt, wenn die gescvschafllichen Verhältnisse dem Manne es unmöglich machen, sich zu ihrem Herrn aufzuwerfen, weil er ihr Ernährer ist. Bebel. Kindergeist. Boa einer Vierjährigen. Ben» Spie!«, wird sie von einem Hunds angebellt. Unerschrocken schreit st« ihn ebenfalls mit voller Lungenkrast an:. Ätock, wock, wvck, rvockl" Auf dle Frag«, warum st« so schreit, erwidert sie:„Na. ver soll doch denken. Ich bin auch ein Hund' St« schneidet gern rrnd geschickt Biider au» Zu meinem Er- staunen schneidet ste dieser Toge ein ModenaibumbiU) in viele klein« Stück«. Eifrig erklärt ste mir:„Papa, ich mache Kalbfleisch aus der Ta nt«." Ich schenke ihr einen Biiderbozen mit zwei Negerbt-d nisten, «ins Vorderansicht, ein« Seitenansicht. Sie tippt auz das seitliche Bildnis und sragt:„Wo hat denn der Onkel das ander« Äuge?" Ich:„Das kann man nicht sehen, das ist«st der m:d«m Seite." — Auf der anderen Seit« ist»och Papier."