»»»MWWWWWo» �r.l4«42.3Bi?raönÄ]'BeUüQC ZUM VOtWäVfa I 12.3m»193Ö 'iww;�aiiiBii»>MWma6)t, das Bewußtsein lebt, daß ÜUx der Jomitie noch eine Instanz fleht, die in der Zugend von heute den Staotsbütgcr von morgen schütz». Doz>ms durch Erziehung eingeimpfte Gefühl unserer Nichtigkeit und Wehrloflgkeit Hot uns im Lebenskampf nicht tüchtiger gemacht. und mancher von uns ist dieses Minderwertlgkcitegei'ihl Zeit feines Lebens nicht mehr losgeworden, und wenn viele Menschen trotz ihrer Sehnsucht nach Gemc'nschast doch einsam bleiben und keinen Frauenarbeit Auf dem Trattor in Sowjetrußland. kieder die Verteilung der weiblichen Arbeitskraft in Rußland tzlkt ein Bericht der Beratungen der ftoatllchen Plankommission intcressanien Ausschluß. Abgesehen von der Landwirtschaft ist das Arbeitsgebiet der Fron auf eine geringe Zahl von Gewerbe- zweigen beschränkt. Der hoch sie Prozentsatz berusstäligcr Frauen findet sich bei den Angestellten von Behörden, in der Industrie ist der Anteil der Frauen 28 Proz. stark, im Handel 19 Proz., im Verkehr 8 Proz., aber dieser als„unzureichend" betrachtete Anteil der Fraucnarboi! soll gegen Ende des Fünfjahrplans eine bedeutende Steigerung erfahren. Denn vor allem soll der unzulängliche» Borbildung der Frauen durch ein« beschleunigte Ausbildung gesteuert werden. So hosst man bis 1932 anderthalb Millionen Frauen zu Lenkern von Traktoren auszubilden. Das Schluß- bild des Eisensteiuschen Films„Di« Generallinie" mit der lachenden tedcrbekleidcten Bäuerin auf dem Traktor versinnbildlicht diese Zukunstspläue. Dem verheißungsvollen AusbliA des Berichts:„Das Arbcitskommi'sariat und die staatliche Plankommission haben neuer- dlngs den Versuch gemacht, das Problem der Frauenarbeit in der Sowjetunion einer endgültigen Lösung entgegenzusühren", wird man im Interesse aller arbeitenden Frauen der Welt gespannt ent- gegensehen. Die Frauenarbeit in Holland. Auch im bäucrlich-woh'habenden Holland wächst die Zahl der «umbstötigeii Frauen. Wenn auch noch nicht wie in Dcuischland jede dritte Frau.Fo ist doch bereits mehr als jede füll st« hol- ländlsche Freu«rwerbstitig, und zwar steckt charaltc- rlsiischerweise ihr Hauptanteil— ein Drittel— als Hilfskraft im Haushält, ein. Bicrtrl von ihnen arbeitet in der Industrie, ein Sechstel in der Landwirtschaft, ein Zehntel im Handel und je ein Zwanzigstel in Verwaltung'und Unterricht. Aus diesem geringen Anteil, der Frau in. der Wirischast eines noch etwas patriarchalisch »der vielmehr matriarchalisch regierten Land erklären sich auch die zum Teil erschreckend niedrigen Frauenlöhne. So verdient z. B. «in« Verkäuferin In Amsterdam im Durchschnitt 746, Gulden im Jahr falsa eiwa rund 119 M. im Monat)— und Holland ist tniert— Ein Gegenstück zu dieser noch langsamen Entwicklung der Frauen- arbeit ist die in Amsterdam erfolgte Gründung der ersten weil»- liche n B a n k, die vom Lehrling bis zum Leiter nur Frauen be- schästigt. Diese Holländische Frauenbank, ein selbständiger Zweig der Notterdamschen Bankvereinigung, zählt auch in der HaupchiHc Frauen mit eigenem Vermögen zu ihren Kundinnen.— ein« Erscheinung, die im reichen und jahrhundertelang vor Krtcg bewahrten Holland nicht selten zu sein scheint. Oie Schweizer Heimarbeit geht zurück. Die Rolle der Heimarbelt ist In der wirtlchastlichen Entwicklung der letzten Jahrzehnte stark zurückgegangen, damit hat sich auch vor allem die Zahl der Heimarbeiterinnen vermindert, denn in der Heimarbeit dominiert die Frauenarbeit ganz überwiegend. Hier wie auch in der abnehmenden Zah! der weiblichen Hausangestellte» zeigt sich deutlich eine!l in s ch i ch l» n g innerhalb dcr Frauenarbeit, die meist nicht genügend berücksichtigt wird. Denn die starke Ausdehnung der Frauenarbeit in andern gewerblichen Berufen erklärt sich nicht nur aus dcr anwachsenden Sck)ar erwerbstätiger Frauen überhaupt, sondern auch ans der Abwandelung arbeitender Frauen v o n H e i m a r b e! t u n d h ä u e l i ch e» D i e n st e n. (Auch die Altersverschiebung spielt hier eine Rolle, es gibt heute im Verhältnis wesentlich mehr Frauen in erwerbsfähigem Alter als vor denn Kriege.) Interessantes neues Material zum Rückgang der Heimarbeit in der Schweiz— bisher ein typisches„Heimärbeils- land"— bringt die Monatsschrift des Schweizerischen Geweik- fchastsbundes(Maihrft 1930). Danach ist in der Schweiz die Zahl der Heimarbeiter von 52 000 im Jahre 1901 aus 34 000 im Jahre 1929 zurückgegangen, während sich gleichzeitig die Fabrik- ardeitcrschast im selben Zeitraum um 70 Proz. vermehrt hat. Aus Weg zn ihr sinden, dann ist daran oft genug dl« Erziehung ihrer Kinderjahr« schuld, die in ihnen den Glauben groß zog:„Es kümmert sich ja doch keiner um den anderen." Wer aber schon mit dem Bewußtsein groß wird, Recht« in einer Gemeinschaft zu haben und ihren Schutz zu genießen, wird ihr auch williger und srendiger dienen, an Ihrem Schicksal Anteil nehmen und sie, wenn nötig, umgestalten helfen. Und derselbe Staat wird ihm nicht der große, allmächtige Götze sein, sondern eine Gemeinschaft, von deren Gestaltung sein eigenes Wahl und Weh» oftmals abhängig ist, Kvre EwalJ. im Ausland. 100 Fabrikarbeiter kamen im Jahre 1921 22 Heimarbeiter, 1929 da- gegen nur noch 8. Leider teilt diese Statistik nicht nach Männern und Frauen, aber man erkennt aus den Zahlen der Bekleidungs- Industrie— noch das Hauptreserooir dcr Heimarbeit.—, daß z. B. bei der Fabrikation von Leibwäsche aus 100 Fabrikarbeiter heul« nur noch 44 Heimarbeiter kommen(1901: 78), bel Stickerei nur noch 18, während 1901 hier aus 100 Fabrikarbeiter sogar 125 Helnwrbeiter entfielen, daß heißt also, daß damals bedeutend mehr in Heimarbeit als in dcr Fabrik gestickt wurde, während man heute dies« Arbeit zu vier Fünfteln in die Fabrik übernommen hat. Gerade diese Zahlen wird man wohl in der Hauptsache aus das Kcnto weiblicher Arbeit fetzen müssen. (Sine Frauenkommiksion der belgischen Gewertt schaften. Zlus Grund der wachsenden Beteiligung der Arbeiterinnen an der Gewerkschaftsbewegung In Belgien—«ine nicht In allen Ländern zu beobachtende Tatsachel— hat di« belgische Gewcrkfchastz- kommission jetzt eine» besonderen Frauenausschuß eingesetzt, dessen Ausgaben denjenigen des Fraiicnausschusjes des Internationalen Gewerkfchostsbundes entsprechen. Er wird sich nicht nur mit der Werbetätigkeit beschästigen, sondern auch e,n allen Fragen der Sozialpolitik mitarbeiten. Oer Atckeil der Frauen im Internationalen Gewert- schastsbund.. Wieviel Frauen sind in einem Land erwerbstätig— und wieviel von ilptcn find gewerkschaftlich organisiert? Wenn man vergleicht, daß im Durchschlügt gerechnet in den Industriell cntwick�tcn Ländern ein Drittel bis ein Viertel aller Arbeitnehmer Frauen find, dann zeigt sich?!u starkes Mißverhältnis zn dem Anleil der im. Internationalen Gcwerkschastsbund sreigewerkschastlich organisierten Frauen, der mir c'i n Achtel der Gesainlmitglied- schast beträgt, ein Beweis, wieviel gewertschasilichcr Auftlärungs- arbeit gerade noch die Frauen bedürfen, lieber dieses Verhältnis in den einzelnen Landeszentralen gibt eine Statistik des Jnternotio- nalen Gcwerkschastsbundcs in seiner Zeitschrift(Heft 4, 1936) Auftchluß: Für deutsche Verhältnisse interessiert besonders, daß dl« Zahl dcr Arbeiterinnen im ADGB. gegen das vorige Jahr gesunken, die dcr Angestellten im AsA-Bund dagegen gestiegen ist. Auch hier zeigt sich dcr starke Zustrom z» den weiblichen Angestelltenberusen, während sich bei den Arbeiterinnen die Folgen dcr Ratioiialisiem)»# und der Arbeitslosigkeit deutlicher bemerkbar inachen. Oie Lefjfenimen in Amerika. Auch in den Vereinigte» Staaten von Amerika ist die Frauen- arbeit langsam im Wachsen, obwohl die Situation für die Frauen- arbeit hier völlig anders liegt als etwa in Deutschland. Rur 16 Proz. der Frauen der Union sind überhaupt erwerbstätig(in Deutschland 35 Proz.!), aber auch die Schichtung innerhalb der Frauenarbeit liegt gänzlich anders. Z. B. fehlt die Haus» »«gestellte fast völlig, dagegen ist der Anteil der Franc,, in den„gehobeneren" Bcnste», in den akndcNiilchcn Berufen und leitenden Hoste» stärker. Von 752000 Schullehrern in den Ber» einigten Staaten sind nach einer amerikanischcn Statistik nur 117 000 Männer, ober 035 000 Frauen, auch von 33 000 Direktoren und Prosestoren vdn Hochschulen und Mittelschulen waren 10000 Frauen. Me weitgehend durchgesührte Rationolisiernng des Haushalts macht die Hmissrauentätigkcit Immer mehr illusorisch, so doh die ameri- kanische Frau, wenn auch nicht nur ans Not, so doch stark aus Neigung in die Erwerbsarbeit kommt— gegen die ein gesuhls- mäßiger männlicher Widerstand kaum vorhanden ist. Ob sich die scharfe Konkurrenz aus dein Zlrbeiismarkt kiinsllg auch gegen die Frau richten wird und damit die Verhältnisse der amerikanische» Fron der Kampfstellung der europäische» Frau annähern wird, dteibt abzuwarten. Tippen- amerikanische NekordgyMitastikk Das Arbeitswilsenschastliche Institut in New Park hat Mt 1000 Stcnochpiftinnen eine Untersuchung des Anschlogtcmpos vorgenommen, nach der die amerikanische Stenotypistin im Durch» schnitt täglich ASISQ Anschläge aus der Schreibniaschlne mach». Da» hieße also, den Tag zu 8 Arbeitsstunden gerechnet, Ober 0000 in de? Stund« oder Ober 1 00 in d e r M in u t e l Wie das Institut mit» teil», könne diese Leistung jedoch„ohne Beeinträchtigung der Gc- sundheit vorgenommen werden, denn die Höchstgrenze liege bei 50000 Anschlägen".— Es ist nicht ersichtlich, I» welchem Austrag und zu welchem Zweck diese arbcitswisseuschastliche ttntersuchuug angestillt worden ist. Solche Grundlagen für etwa kinzusuhrend« Rationaliperungswethode« seien aber dem kritischen Intcresie des Jutcrirationalen Arbeitsamts empsohlcnl Z». 8, Männerüberschuß 9 Millionen. Indische Wiiwen uniex-IVIahren/ Die wenigsten Mädchen besuchen die Schüfe. Die„Times" vom 10. Juni 1930 enthalten eine auszugsweise knappe Zlisamimnifassung des Berichtes der Kommission Simon, die mit der lintersuchung der Zustand« in Indien betraut war. In diesem Bericht ist«in Kapitel den Frauen gewidmet, aus dem wir folgendes entnehmen: „Die Kommissionsmitglicder bemerken, daß in dem Plontagu- Chclinssord-Bcricht der Frauen kaum Erwähnung getan ist, und baß es ein schlagender Beweis dafür ist, was für Berände- ? n n g e n ans dem indischen Sihauplaß in den letzten zwölf Jahren »orgegangen sind, daß Heu!« kein Dokument, das Indiens Ber- sarssniigssystem und dl« Richtung seiner Entwicklung diskutiert, über Indiens Frauen hirnveggehen könnte. ■„Alle gesetzgebenden Körperschaften— ausgenommen der Staatsrat— haben in ihren Beschlüssen, die ihnen nach der Wahl» «rdnung zustehen, das Wahlrecht unter den gleichen Be- dinguiigen, ivie sie für Manner bestehen, aus dl« Frauen «nsgedehnt. aber die Boraussetzuirgen sind so, daß die Zahl der Frauen, die das Wahlrecht bekommen, außerordentlich »«ring ist. I In sieben von neun Provinzen können die Frauen jetzt auch i INitglicdcr der provinziaten gesetzgebenden Versammlung merdrn «nd in diesen Provinzen können sie auch in die zentrale gesctz- gebende Aersanimlung gewählt werdon. In einigen von diesen Pslwin.zen sind auch tatsächlich FrouciD nominiert worden. In einem Wahlkreis wenigstens hat eine Frau für die gcsctzHebendc Bersomnilung kandidiert und bei den Gcmeindcwahlcn find «inigc Frauen gewählt worden.. Gleichzeitig init Weser Entwicklung begann eine starke Be- «ignng zur Errichtung sozialer Reformen, die den Ford schritt der iuWschni Frauen stark fördern würden. Der M ä n n e r ü b c r s ch u ß In Indien beträgt noch der lctzlen Bviks.zählung f a st neun Millionen. Die Kluft ist ain größten in den Altersgruppen zwischen zehn und Zwanzig Jahren »nd niuh in Verbindung gebracht werden mit den sozialen Ge- wohnhoiten und Gepslogenhciten, wie„Purdah"(die„Vorhänge", »as abgeschlossene Wohnen der vornehmen Frauen), Kinderheiraten und ungeschulte Hebammen, die die Gesundheit so vieler indifcher Frauen ernstlich bedrohen. Die MOglloder der Kommission berichten, daß die Stimmung gegen„Purdah" rasch an Boden gewinnt. Bon diesen Einrichtiingeii wurden die ganz Reichen, die ihren Frauen entsprechende ab- gesonderte Räume bieten kaut«», am weiügsten bedrückt. Aerztlich« Berichte zeigen aber, wie schrecklich sie aus die Gesundheit von weniger begüterten Frauen, die in engen Gemächern abgeschlosscn leben, wirken. Ein noch bedeutsameres Symptom ist die werbende Kraft der Bewegung gegen die Kindel heirate«». Beinahe die halste der Mädchen von Indien werden vor Vollendung des 15. Lebensjahres verheiratet, Nach der letzten Volkszählung sind über zwei Millioiren verheirateter „Frauen" und hunderttausend Wilwen weniger als zehn Jahre alt. Die Kommission meint, daß wenn die„Sarda-Akte", das n«ue Gesetz, das di« Kinderheiraten sür Mädchen bis zum 11. und für Knaben und Jünglinge bis zum 18. Jahr« bestrast, ein Gesetz, das eben von der indischen g«sctzg«bei»den.Versammlung verabschiedet wurde, entspr«ch«nd defolgt und durchgeführt wird, so werde eines seiner Ergebniss« ein starker Antrieb zur Aus- bildung der Mädchen[ein. Im Jahre 1921 war In Britisch-Jndlen nur«ine von fünfzig Frauen des Lesens und Schreibens kundig. Es gibt keine Provinz, in der eines von siins Mädchen die Schul« besucht, in manchen Provinzen nicht einmal eines yon zwanzig oder siiiisiliidznwnzig. Gegenwärtig ist die Zahl der indischen Frauen, die im Lehr- oder Pslegerinneicherus ausgebildet sind», gering und die Hindernisse, ihr« Zahl z» vermehren, sind groß. Die Menge des unnötigen Leidens, das durch den Mangcl an örzt» licher Hiife und Kvonkenpslege verursacht wird, ist erschreckend. Die Koinmilsioirsmitglieder siig«!i hinzu:„Di« Frauenbewegung in Indien hält den Schlüssel zum Fortschritt In Händen und di« Erfolge, di« si« erreichen kann, sind unberechenbar groß. Es ist nicht zu viel gesagt, daß Indien die Stellung, dl« es in der Welt erreichen will, nicht erreichen kann» bevor nicht die Frauen dl« ihnen gebührend« Roll««ls gebildete Staatsdürgerimien spielen.� Oer Werbeerfolg der Krauen. Als vorlöustges Ergebnis der beiden vom IS. Blas bis zum 1. Zuni In Deutschland veranstalteten sozialdemokratischen Frauen- »verbewochen ist bisher die Gewinnung von rund SDOO neuen weiblichen Mitglieder» sür dl, sozialdemokratisch« parket zu verzeichnen. Angesichts de» traurigen Wirlschoslslage, dl« dt« Entrichtung auch kleinster Milgliedsbeilröge ot» großes Opfer empfinden läßt. zeugt diese» erfreulich« Ergebnis um so eindrücklichrr von de? starken Werhekrasl der Sozialdemokratie. Krauen im Sachsischen Landing. Aus den Neuwahlen in den Sächsischen Landing, die am 22. Juni' stattsonde», sind 7 Frauen als Abgeordnete h«rvo»Kt>gange>», und zwar 3 Sozialdemokratinnen und 4 Kommunipinixi». Dl« bürgerlichen Parteien einschließlich der nationalsozialistisch.»», habeil kein« einzige Frau in den Landtag entsandt. LI« neuen soztaldcmokmlischcN'Abgeordneten zum Sächsiichei» Landtag sind dieselben, die schon bisher dem Landtag angehört baden, nämlich die Genossinnen Verla T h i e l(Leipzig), Elis« J. hü rn m<((Dresden) und Martha Schlag(Chemnitz). Das Eindringen in alle Berufe. In Amerita fast alle von den Krauen erobert. Nach einer vom amerikanischen„Momcns Büro"— dem stank« lichcn Amte, dem die Ueberwachung und Förderung der Frauen» arbeit obliegt— durchgesührten Statistik wurden in den Bercinlgtei» Staaten 572 Bernfsarten gezählt. In 537 dieser Berus« sind auch Frauen als Crivcrbslätige zu jinden. Es bleiben also nur 35 Bc» rufe übrig, die als Reservat sür Mäimerarbeit gelten können.'Abep — so wird in Kommentaren zu d«r Stotiftit festgestellt—, seit dl« Erhebungen abgeschlossen wurden, dürsten noch in einige aus de? lintersuchung als rein männlich hervorgegangene Berufe Fiauei» eingedrungen fein. Denn, so metiien amerikanische Gelehrte,.die von dieser Untersuchung zu wirtschastlichen und sozialen Schlußsolge» rungen angeregt wurden: weibliche Arbeit läßt sich überhaupt' nicht. beschränken. Zerline und der Zauberet J5«r(i:te Maudsen— eine Vnllin vc>n ciqenartiqem blonden Typus, oUcinjjejessene Famib?, östlicher Adel.- das Gut»«riet unter den 5?animer: der Vater erschoß sich- die Mutter flina nach Berlin vls Näherin— Zerlin« Maudsen begeisterte sich am Tlzeatcr. bis eins Operettenausführung sie sorr-est mitrist, dech sie einem BallcU- ineister varzutanzen wagte— stebzehnjährig damals. Während sie am Tage brav den Berkaufsstand eines Warenhauses ziert«, knappste sie sich jede Stunde ab, labald die Mutter einmal nicht im Hauie war, um tanzen zu lernen. Probeauftrilt in einer Operette. Er- folg: Gaaenanqebot von dreisacher Hohe ihres bisherigen Gehalts. daraufhin willigte die Mutler ein. Ein Agent redete Zerline zu: dos Kabarett zahl« mehr und gebe obendrein Gelegenheit, Meu« lchen und Sitten tennenzuiernen. Er oerjchMeg Mehrausgaben durch Wohnen in Artistenquartieren, ständig« Sorgen um Verträge. Sie schlag, also ob, ging nach Hamburg, nach Wum, nach Toulouse, »nd hier sah ein Agent, der sie nach dem.Ambasiadeur" in Kairo vermittelte Mit einer für ihre Begriffe phantastischen Gage. In diesem Treffpunkte der mondänen Welt Aegyptens überschüttete man sie mit Blumen. Zerline nahm dennoch keine Einladungen an, und man liest zu ihrer eigenen Berwunderung ihr Privatleben z» na«getastet. Stur stimmt« die Rechnung nicht: der Eoisseur verschlang ein Dritte! der Gag«:«in Zimmer Im vierten Stock des Hotels kasteie ebensoviel, Notwendigkeiten wie Wäsche, Schuhe. Toiteiteartike! de- leiteten ihr bereits Kopfzerbrechen.' Der Direktor zuckte die Achseln: „Mudemoiselle müssen den Vertrag erfüllen. Hier sind genug Be- amt« und reich« Kausleute iu Kairo, die geringe Freundlichkeit hoch bezahlen!" Sie schlug zu, er neb sich seine Backe:.Ich wollte Made- moiselle nur einen Rat geben.. Zwei Tage später, sie grübelte gerade in ihrer Garderobe dar- über nach, ob sie ihrer Mutter um Aushilfe telearophiercn dürfe, pochte es. Ein Aegypter trat ein. Er zeigte auf der Bühne phan- tastische Manipulationen. Er verbeugte sich und wartete: auf ihre Anrede erklärte er, der Inhaber sende ihn: sie«olle doch mehr Geld verdienen— gut, ihm, dein..Zauberer", fehle eine Partnerin, mit seinen erstaunlichen ssirlck» verdiene er. fände sich ein« Partnerin, doppelte Gag« und werde den Ueberschust ehrlich teilen. Das war feine Möglichkeit. Die erste Voisiellung. Ein Kasten stand bereit. Zerline ver- schwand in der Kiste und der Mann bohrte. Schwerter hindurch. Da» Publikum lächelt«:.Alter Trick." Minuientang starrte der Aegypter auf den Kasten Die Leute wogten gegen ihren Willen kaum zu atmen. Der Illusionist wandte sich piöstllch um:.Ladies and Gentleman— die Dame wurde zwischen den Schwertern hyp- notisiert und wird sich im Kasten gänzlich entkleiden, sodann öffne ich nach Entfernung der Schwerter d«n Deckel und Sie sehen die erst« weist« Trauiiitänzerin. Nicht einmal ein Mediziner oennag die Trance aufzuheben." Wirklich— ZerZine erhob sich: Füst« tasteten über den Rand der Kiste, bewegten sich ungeschickt vorwärts, die Musik untermalte das Geheimnisvoll« der Vorgänge und nun folste«in Tanz, der den gierenden Menschen ins Btut ging. Der.Zauberer" stand seitlich auf der Bühne und richtete den Blick seiner Augen in die Pupillen der Kabarettistin— Ihr Tanz erstarb nach feinem Willen: sie be- wegl« sich wieder aus die Kiste zu und verschwand. Abermals wur- den die Degen hindurchgejogt, bann zog der Aegypter die Säbel uriick. Zerline trat«ach auf die Bühne und verbeugte sich— be- leidet. .Ambassadeur" machte«norme Kassen. Zerlin« glaubte, be! einen« Täuschungskrick zu helfen, bis ein Znsall ihr die Hvunose d«» Aegypter, zum Bewusstssin brachte. Nach einer Borstellung liest sich ein Aarnt melden.VaIl«r �notole Lersicb, � Tragödie auf der Zeche. Langsam, in mühsamer Arbeit der Rettupgsinannschaften, wurden die Verletzten und Toten aus dem Unglücksschach!« heraus» geschafft. Namen klangen auf, liefen über den weiten Zechen platz, drangen zu den draußen Stehenden. An den Mauern der hohen, knhlenrauchgeschwärzten Gebäude jprangen Schreie empor: ali« Männer fluchten oder beteten... Im rasch Hergerichtsken Speifesaal der Werkskantin« wurden die Toten ausgebohrt.„Ruh!«", sagte der Direktor, der mit zu- snmmengebissenen Lippen die Bergungsarbeiten überwachte, zu dem Platzmeister,„den Frauen nicht länger den Eintritt wehre»! Di« Arbeitspapiere bleiben hier: die übrigen Sachen können ab- gegeben werdea. Sorgen Sie, daß keine Unordnung.., Jawohl, ich komnie!" Draußen wurde heftig nach ihm gerufen. Platzmeister Rühle begann seine Arbeit an den acht Toten, bi« bisher ausgebohrt worden waren. Er telephoniert« mit dem Pförtner und na mite Namen... Dann untersuchte er die Taschen der Toten und schrieb ordnungsmäßig den Inhalt auf. Rühle war ein alter Zechenoeteran, der manches Unglück mit erlebt hakte. Verstohlen wischte er sich mit dem Aermet über die Augen und suchte seiner Gemütsbewegung durch seine pedantischen Angaben über den belanglosesten Tascheninhalt Herr zu bleiben. „Frau Möhring", sagte ein Arbeiter und deutete nach der Tür. Steiger Möhring war sein Freund gewesen. Seit.zehn Jahre» arbeiteten sie zusammen auf Zeche„Morgensonne", und vor sech, Jahren hatten sie beide«m gleichen Tage Hochzeit gehalten. Er ging der Frau seines Freundes entgogen und führte sie, die äußer- sich gesaßt war, zu dem toten Freunde. Sie küßte dem Toten die schon geschlossenen Augen. Es war still im Raum: die Frauen saßen zusammengekauert in diinipfer Hoffnungslosigkeit. „Die Arbeitepapiere bleiben hier", wandte Rühle sich endlich an sie, ,chas übrige nehmen Sie am besten gleich an sich." Er kramte in den Sachen, die er auf«inen Tisch gelegt hatte. Hier war Möhrings Taschenmesser, ein Bleistift, eine Uhr, der Trauring, die Brieftasche... Er öffnete sie, um die Papiere herauszunehmen: da siel ihm plötzlich«in Lichtbild in die Ha«ad. Das Bild einer Frau. Es war selbstverständlich, daß sein Blick aus das Bild fiel. Seine Hand zitterte, und fein Gesicht wurde weiß; ivas er da, her- rührend aus der Brieftasche seines Freundes, in der Hand hielt, war das Bild einer Frau, die er kannte, und von der getuschelt worden war, dost Möhring sein« Frau init ihr betrog. „Also doch!" war sein erster, noch unklarer Gedanke. Nie hätte er dem Gerede geglaubt. Er wandte sich zur Seit« und drehte da» Bild um. Auf der Rückfeite stand eine Widmung, die jeden Zweifel ausschloß.„Also doch!" wiederHoll« er. Das Gerede war be- gründet gewesen. Möhring hatte seine Frau betrogen. Ein'unterdrücktes Weinen ließ ihn auffahren. Blitzschnell, instinktiv handelnd, steckte er das Bild in ine eigene Tasche. Als Frau Möhring, das keine Bündel Habseligkeiten in der Hand, zu den anderen Frauen in der Ecke getreten war und sich mit ihnen unterhielt, drängt« sich lauernd eine andere Frau in den Raum der Toten. Rühle trat ihr entgegen. Sie standen sich gegenüber, Auge in Auge, bis die Frau den Blick nicht mehr aus- hiett. Ihre Augen glitten irrend über die Toten. Rühle faßt« in die Tasche. Während seine Auger» sie bohrend anblickten, reicht« er ihr dos Bild. Sie griff danach, hastig, wie erlöst. Rühles Blick deutete blitzschnell hinüber zu der Frau da drüben, die ahnungslos um ihren Toten trauerte, und feine Augen drohten der anderen gebieterisch Schlveigen, Luise Winkelmarm, �