Frauenstimme Beilage zum Vorwärts Das Los der Krau. Sexuelle Moral und Klassenbewußtsein. Toixtd man die(o.jkrie Seite der sexuellen Moral berührt(und die Moral ist«ine soziale Frage), zeigt sich ganz deutlich die Skr« wachsenhett der sexuellen Reform mit der sozialen. Es war das Verdienst des bekannten Soziologen Rudolf G 0 l d s ch e i d, in einer ausgezeichneten Rebe auf dem kürzlich veranstalteten Wiener Kon« grefr für Sexualresorm gerade diesen Zusammenhang beleuchtet zu haben. Goldscheid führte �Zur Geschlchie der Serualreform' aus, daß die Sexualreform in ihrer eigentlichen Bedeutung als„gene- ratio« Moral"(Zeugungsmoral) das Zentrum der sozialen Moral bildet und als solche sehr bald einem bestimmten tierrschastsverhält- nis dient. Mg» kann direkt erklären:„Sage mir, welche Gesell- schastsordnung, Klassenordnung du wünschest, und ich werde dir sagen, für welch« Sexualresorm du dich einsehen wirst." So ließ die herrschaftsmäßig-autoritäre Moral der Oberklasse die eigentlich ge> meinschaftsmäßige autonome Moral, die dem Individuum gerecht werden konnte, lange Zeit nicht aufkomme». Der Mensch der Vergangenheit war, zuerst herdeomäßig, dann klassenmäßig gebunden, und die Zrau unterlag dabei noch außer- dem der Herrschost des Mannes. Erst der Aufstieg der breiten Massen hat der autonomen Moral allmählich zum Durchbruch verholfen: mit anderen Worten: das Recht der Individualität ist, so paradox es klingt, überall und Immer von der scheinbar individualikätslosen Masse zur Regel erhoben worden. Besonders hart war das Los der Frau unter der Herr- schaft der alten bürgerlichen Moral. Denn Hand in Hand mit der wirtschaftlichen Ausbeutung der Massen ging die generative Aus« beutung der proletarischen Frau, die unter dem Druck einer ihr wesensfrcmden und ausgezwungenen Moral unbeschränkt Kinder zu gebären halt«. Natürlich richteten die herrschenden für sich eine andere Moral auf. Diese moralische Heuchelei diente als Deckmantel für die dahinter verborgene soziale Heuchelei. Jeder Einbruch in d<« herrschend« Moral ist deshalb von gewaltiger revolutionärer Be- deutung. „Wir Reformer", sagt Goldscheid,„sind also ulchl die Moral- Zerstörer, al, die uns die Machthaber Hinstellea. fanden, t» Wirklichkeit diejenigen, die den Lebensraum für eine gesund«. wirksame Moral überhaupt erst schassen" Die ursprüngliche Aemeinschastsmoral, die mir aus ihren leßten Tiefen wiederherstellen wollen, ist„das System der Innerlich verbundenen, sachlich fundierten individuellen und gesellschaftlichen Ber- antwortlichteiten". Um sich diesen Berantwortlichkeiten zu entziehen, haben die Herrschenden die große moralische Heuchelei ausgestellt, die somit zu einer der wichtigsten Stützen des kapitalistischen Systems geworden ist.„ Berlage tie Streng« in der Sexualmoral statt echter, voll verantwortungsbewußter Sozialmoral— das war seit seher der Genietrick der Reaktion den brutal ausgebeuteten Massen gegen- über." Nur aus ihrem herrschaftsmäßigen und klassenmäßigen Ursprung können wir der verlogenen bürgerlichen Moral einiger- maßen Verständnis abgewinnen. Es ist das Charakteristische dieser Moral, daß sie dem weibliche» Geschlecht beinahe die ganze Last ihrer sogenannten„Sittlichkeit" anserlegt hat. Wurde doch nameut' sich von der katholischen Kirch« seit dem frühen Mittelalter mehr noch als der Geschlechtstrieb selber das Weib als sündig erklärt. Geschützt wurde die.Trau von dieser Moral nur unmittelbar als Tochter. Schwester oder Gottin oder um der Kinder willen. Sie keilte da» Schicksal der breiten Massen: dürftigster Schutz, durch weitgehende Hörigkeit erkauft. Diese Abhängigkeit hatte ihren Sinn darin, daß die Frau, lediglich als Sexualobjekt und Arbektstter bewertet, für den Menschen« Überfluß Sorge tragen mußte, dessen Fortdauer geradezu da» unentbehrliche Fundament jeder reaktionären Machtpositton ist.„Je höher die Kinder, zahl, desto mehr sind die Menschen ln ihrer freie« Beweglichkeit, in ihrer freien Entschließung elngeengl: desto ge- fügiger müssen sie sich, um auch nur die nackte Eristenz für sich und die Ihren fristen zu können, den jeweiligen Machthaber» unterwerfen." Wir wollen natürlich« Moral von unten her stalt willkürllchee Moral von oben. Die heuchlerische doppelte Sexualmoral,„die groß« geistige Geschlechtskrankheit der bisherigen GesellschaU". schob immer dem Individuum die Schuld an alledem zu, was die widernalür- lichen gejellschastlichen Verhältnisse herausbeschworen und verdeckte(• die tatsächlich« Urjachenverknüpsuua zwischen dem weitverbreiteten menschlichen Leid und der sozialen Unordnung So tonnt« man der Masse lange Zelt den sozialen Kern des Nebels durch den Redet der „Moral" verhüllen, ja. man schuf sich im Recht handhaben, um diesen unsozialen Zustand noch fester zu verankern: Daraus enlstanden der Abtreibungsparagraph, die Aecdiung de unehelichen Mütter und Kinder, die Ueberbewertung der Zeug- fräutichteit und trotzdem mangelnder Schuh der Schwangeren, die wirffchoslliche Versklavung der Trau in der Eh« und vieles andere mehr. Heute hat sich die soziale Struktur gewandelt, viel rascher als die Serualmoral, und das Sexualrecht bleibt selbst noch hinter dem Wandel der Sexualmoral weit zurück. Es ist also Aufgabe der Sexualreformbewegung, die hier erforderliche Anpassung z-.i be- schleunigen. Dazu muß man aber die proletarischen Massen zu völligem Umdenken über die Roll« erziehen, die die Sexualität im kulturellen Entwicklungsprozeß gespielt hat. Die Sexualität ist nicht nur Motor der Fortpflanzung, sondern zugleich„der elgenttlch Ge- meinschaft bildende und Gemeinschaft tragende Faktor".—„Die soziale Ordnung ist in ihren Anfängen generative Ordnung und muß es in irgendeinem Ausmaß alle Ewigkeit bleiben." Der alte Vorkämpfer einer gefunden Menschenökonomle prägt sogar da» Work:„Soziole Rot und sextieil« Rot sind Zwlllingsgeschwister. Wer die sozial« Rot nicht beseitigen will, weil er ihr Rutznießer ist. weil er ein Leben der wenigen auf Kosten der Vielen wünscht, de? kann auch die Serualnol nicht beseitigen wollen." Jahrtausendelang wurde durch die sexuelle Bergewalltgung der Frau «in ganzes Gesästecht sümlos vergeudet, weil eine aiesfchließlich an der Güterötonomie interessierte Oberschicht für du Menschenökonomle kein Verständnis hatte. Die breite Volksmafje war für sie Geschäfts- kapital, an dem lediglich die günstigsten Bedingungen für eine mög- lichst hohe Rente des Fortpflanzungsgeschästs interessierten. Aber „Reformen, die Notwendigkeiten des aufsteigenden Lebens sind, lassen sich auf die Dauer nicht aushalten." Für uns ist heut» nicht mehr der Körper der Kerker der Seele, sondern wir erwarten tmp gekehrt von de r Bejreiung des Körpers die tief sie Befreiung der Seele. Di« befreiten Seelen werden auch eine gesunde Schaffenskraft und einen sozialen Lebenswillen hervor- bringen. EirM Böhm. Drei Ringe un Elms Sonnabends schlenderte Jakob in den Abendstunden über den Rummelplaft> Die Hände in de,, Taschen irinq er an den Buden entlang, schaute sich nach den Mädchen um und fuhr endlich vor lauter Langeweile aus dem grohen Fliegerkarussell. Dann würfelte er am Glücksrade»och 50 Pfennig und wollte sich schon wieder dem Ausgonge zuwenden, als er noch einen Augenblick stehen blieb, um sich das„Japanische Riiigewerscn" anzusehen. Eine Menge ansehnlicher Gewinne, sichtbar im Vordergrunde der Bude ausgestellt, lockte die Vorübergehenden an: Teddybären und Biumcnvasen, gerahmte Bilder und Kristallschalen, Aluminiumtöpfe und— al« Hauptgewinn endlich— eine Armbanduhr, standen aus einem Breite. Doch erforderte das Ringewersen eine so grohe Ge- wandtheit, daß nur ganz selten einer der Preise seinen Plag verlieb. Trotz der schönen Preise wäre Jakob wohl bald weitergegangen, hätte ihn nicht ein Blick aus zwei braunen Augen getroffen. Sie gehörten einem Mädchen, das die abgeworfenen Ringe zusammenlas und sie den Spielern reichte, während ein älterer Mann, anscheinend der Vater, dabei stand und das Geld einkassierte. Jakob trat an die Bude heran und drängte sich zwischen die Spieler, die offenbar ihr Glück vergeblich versuchten. Dabei begegneten sich feine Auge» für einen Airgenblick mit denen des Mädchens, als wollten sie sich festhalten und nicht wieder loslassen. Jakob war ein hübscher Kerl und auch nicht ungeschickt. Als er jedoch die Ringe nahm, zitterten seine Hände. Er warf einen um den anderen, aber keiner blieb hängen. Ehe er aber noch einmal 20 Pf. aus das Brett legte, sah er fragend nach dem Mädchen, das ihn die ganze Zeil über aufmerksam beobachtete, und es schien ihm, als hätte sie leicht mit dem Kopfe gcnickr. Da warf er so lange, bis er kein Geld mehr in der Tasche hotte, und ging dgnn mit leichten Schritten fort, als müßte er über vieles nachdenken. Am nächsten Abend kam er wieder und ebenso am übernächsten. Endlich, am dritten, hatte e> Gelegenheit, das Mädchen einen Augen- blick allein zu sprechen.„Ich weiß, daß Sie nur meiipetwegen kommen," flüsterte sie ihm zu.„Wenn Sie am nächsten Sonntag um drei vorn im Gartenrestaurant sind, können wir eine Stunde miteinander allein sein." Jakob nickte und warf wie immer seme Ringe. Aber seine Blicke suchten nur die braunen Augen des Mädchens. Am Sonntag ging er um drei nach dem verabredeten Platze. sie sah schon da und wartete, und als er sich nach einer Stunde von ihr trennte, mußte er, daß er dieses Mädchen lieb hatte. Nur verstohlen trafen sie sich in den nächsten Wochen, denn der Alte bewachte das Mädchen wie einen kostbaren Schatz. Aber als� Jakob das erstemal zu dem Mädchen vom Heiraten sprach, schüttelte sie den Kopf:„Nein, das geht nicht. Mein Vater will dos Unternehmen erweitern, und ich soll einen Mann heiraten, der Geld in das Geschäft steckt.— Nein," seuszie sie.„ich kann dich beim besten Willen nicht heiraten." „So," sagse Jakob,„das wäre doch gelacht!"— Geld hatte er freilich nicht. Aber er war jung und hatte zwei Arme, mit denen man arbeiten und eine Frau erhalten konnte. Und als am Abend der Rummelplatz geschlossen wurde, ging er kurzerhand z» dem Vater, um. wie er sich ausdrückte, reinen.Tisch zu machen. Der Mann sah ihn nur von oben bis unten an und erklärte ihm dann trocken, ohne erst die Zigarre aus dem Mund zu nehmen, seine i» ein Mädchen. Tochter würde eine bessere Partie machen und nicht einen gewöhn» lichen Schlosser heiraten. Jakob sagte kein Wort mehr. Er griss nur an seine Mütze und ging. Am nächsten Tage kaufte er sich drei Ringe, genau so bunt wie die in der Bude. Lange Zeit hörte das Mädchen nichts mehr von ihm. Sie Ichrieb ihm einen Brief und bot ihn, sie zu vergessen. Aber Jakob Ichrieb ihr postwendend zurück, das wäre ganz ausgefchloffen und sie sollte nur die Zeit abwarten. Auch seine Freunde erfuhren nichts von ihm. Wenn er abends von der Arbeit nach Hause kam, schloß er sich in sein Zimmer ein. Seine Wirtin sagte ei» paarmal, so einen verrückten Mieter hätte sie schon lange nicht mehr gehabt. Im Spätherbst wurde der Rummelplatz geschlossen. Am letzlen Sonntag kam Jakob wieder. Das»Mädchen, das ihn schon von weitem sah, wars ihm«inen stürniische» Blick zu, während der Vater stirnriinzelnd an ieiner Zigarre sog. „Dreimal," sagte Jakob und schob Geld hin. Dann strasste«r die Schulkern und sah zu dem Manne hinüber:„Wollen Sie mir Ihre Tochter geben?" „Losten Sie mich doch zufrieden I Ich habe es Ihnen ja schon einmal gesogt." entgegnete der Alte und nahm das Geld. Die Um- stehenden kicherten. „Gut! Wie Sie wollen," erwiderte der Schlosser und begann zu werfen. Cr wars die erste» drei und gleich hinterher die nächsten. E» wars, ohne zu zielen. Die Ringe slogen durch die Lust und blieben an den Stäben hängen. Dann wars er noch einmal drei und holt» sich die Armbanduhr. Die hinter ihm Stehenden rissen die Augen aus. Jeder Ring saß. So etwas war überhaupt noch nicht vor» gekommen. Jakob halte in feinen Abendstunde» gut trainiert. In weniger al« 10 Minuten war das Schauspiel beendet— Jakob halle all« Gewinne bis auf das letzte Stück gewonnen.„Hole«inen Dienst- mannl" sagte er.zu einem Jungen, der ihn mit olsenem Munde anstarrte.„Cr soll kommen und den Krempel wegfahren. Oder noch besser, ich oerschenke ihn. Was sollen mir schon die Töpse..." Da erwachte der Mann, dem vor Schreck die Zigarre a»«» gegangen war, aus seiner Erstarrung.„Holt!" jchri« er.„Mein» schönen Preise verschenken? Verschenken? Ith bin ruiniert. Ich muß meinen Laden zumachen, wenn ich keine Preise habe!" jammerte er. Die Umstehenden brachen in«in Gelächter aus.„Jetzt willst du wohl mit uns stempeln gehen?" tchri« ein Arbeitsloser. „Gut," sagte Jakob und blinzelte zu dem Mädchen hinüber, „ich lasse Ihnen den Kram. Sie könne» olles behalten. Aber Sie wissen mein« Bedingung." Dabei machte er schon Anstallen, die Gegenstände an die Zuschauer zu verteile». Der Alte wurde grün im Gesicht:„Nimm sie in Gottes Namen," schrie er endlich,„nimm sie, wenn du es schon einmal aus mich abgesehen hast!" Und Jakob legte, dhne sich um die Neugierigen zu kümmer», seinen Arm um das Mädchen und stihrte es durch die Menge. Die Bude„Original Jtipanisches Ringewerfen" besteht he>te »och. Die Armbanduhr und die übrigen Gewinne liegen da und warten auf den glücklichen Gewinner— nur das Mädchen mit den bräunest Augen ist nicht mehr zu gewinnen,.LaUbsu, Schopenhauers Mutter. Ein immer verzerrtes Charakterbild.— Interessante Literaturgeschichte. Au d«n Mcnschcii, deren Charakter dauernd verzerrt aus die Nodhweit kommt, gehört Johanna Schopenhauer. Ihr Lohn, der berühmte Philcsoph hatte ihr eine Reihe schlechter Eigen- schasten nachgesagt, hatte sich über sie lustig gemacht. Ihre litera- rischen Versuche galten ihm als„dilettantischer Trödel". Johanna schrieb in ihrem Testament, der Sohn lchtte sich so schrecklich gegen sie benommen, daß sie es nicht wiederholen könnte. Sie sähe sich daher befugt, ihn zu enterben. Zudem Hütte er bei dem großen Zusammenbruch ihres Vermögens(nach dem Tode ihres Gatten) seinen Anteil gerettet. Er hätte niemals weder ihr noch seiner Schwester Adelheid im geringsten geHolsen, und so sollte die Tochter ihre einzige Erbin sein. Arm und trank starb Johanna Schopenhauer in Jena. Der Großherzog Karl Friedrich vcn Sachsen-Weimar hatte ihr eln bescheidenes Jahrgcld ausgesetzt. Der Sohn hatte sich nie mehr um Mutter und Schwester gekümmert. Und doch war Johanna Schopenhauer eine bedeutende Frau, deren Salon in Weimar eine große Rolle spielte. Goethe, der ein ständiger Gast von Johannas Teestunden war, sagte, daß Weimar von diesem geselligen Wesen eine Art Kunstsorm erhalten würde durch die konzentrierte und konzentrierende Unterhaltung. In der Tat war Johanna eine Meisterin in der Kunst, bedeutende Menschen anpizieheu und einander näher zu bringen. Es gab unter den vielen berühmten Menschen, die damals in Weimar lebten, keinen, der es nicht als Ehre ansah, ihr Gast sein zu dürscn. Ebenle ivar niemand unter den vielen Fremden, die gelegentlich nach Weimar kamen, der nicht bei ihr eingeführt zu werden versuchte. Dabei »var die Bewirtung denkbar einfach. Johanna ließ jeden gewähren, jährte nicht das Wort, machte sich nicht zum Mittelpunkt des Kreises. lieh vielmehr die Gesellschaft auf ihren eigenen Geist wirken. Goethe war jahrelang taglicher Gast Johannas Aber auch dann, als er schon nicht mehr ausgehen konnte, blieb ihrem Salon die alte Anziehungskraft. Für wie großzügig Goethe Johanna hielt, bewies er dadurch, daß er ihr die ihm eben angetraute Christiane Bulpius zuführte, über die die Weimarer Gesellschaft die Nase rümpfte. Johannas Bildung war weit über dem Durchschnitt der da- maligen Zeit. Sie trieb Sprachen, musizierte, malte und ichrtst- stellerte. Goethe, der selbst gern und viel zeichnete, hat sie sogar gewürdigt, mit ihm gemeinschaftlich eine Zeichnung anzufertigen. Landschoft»nd Rankenwerk stammen von ihm; die beide» Figuren im Vordergrunde zeichnete Johanna. Auch für ihre iiterarisch?,-» Arbeiten hatte Goethe ein reges Interesse. Johanna wurde damals ausgefordclt, die Redaktion einer aus» schließlich für Frauen bestimmten Zeitung zu übernehmen—„in schmeichelhaflen Ausdrücken", wie Johanna in ihrer Aniwort schreibt. Johanna klagte durüber, daß unter den Frauen eine ganz große Sucht eingerissen wäre, sich durch schriftstellerische Arbeiten auszu- zeichne». Viele täten besser, die Nadel statt der Feder zu führe». Sollte sie sich zur Herausgabe einer Franenzeitung entschiiehc», so wurde st« sehr streng vorgehen in der Ausnahme weiblicher Arbeiten. „Die Zeiten, wo inan für Frauen wie für Kinder eigene Bücher schreiben durste, sind längst vorüber." Die gebildeten und gcist» reichsten Leserinnen würden verscheucht, wenn man nur für Frauen 'chvciben wollte. Wer«s würde nicht schwer sein, das Vorurteil gegen de» Titel einer Frauenzeitung durch ihren inneren Werl zi< besiegen. Sie dächte sich das Ganze als einen geistreichen Zirkel, tn welcheni jeder zur Unterhaltung das seine beiträgt und bei dem sie die Wirtin machte»nd dafür sorgte, daß jeder Gast znsriede» sei. Auch Männer sollte» mitarbeite». Von bekannten Frauen schlug sie u. a. als Mitarbeiterinnen vrr: Frau von Chäzn(die Tcxtdichterin von Webers Oper „Eilrymithe"), Frau von A h l e s e l d(die Freundin Jmmermanus), Therese H u b e r, di« Redakteurin des Eoltaschen Morgenblatts in Stuttgart li. a. Auch die gefchästliche» Angelegenheiten hat Jvhanna- Schopenhauer in ihren Borschlägen klar»nd gewandt geregelt. Der Vlan dieser Franenzeitung ist nicht verwirklicht worden. Aber manche Frauenzeitung könnte aus Johanna Schopenhauers Vor« Ichlägen auch heute noch Nutzen ziehe». In den Literaturgeschichten wuroen ihre Romane als„Eni- sogungsromane" bezeichnet. Goethe schrieb über„Gabriel den bekanntesten„Fortschritt edler Gesinnung und Handelns, wodurch der Uebergang ins wahrhast Große leicht, ja nrtwendig wird. Nichts Phantastisches, sogar das Imaginative ichließt sich rationell ans Wirkliche. Das Problematiiche, ans Unnwbrscheinltche grenzend, beantwortet sich selbst und ist mit großer Kühnheit behandelt. Und in sei ei»« reine, sreundliche Teilnahme treulich und dankbar aus- gesproihen."| In diesem Sinne sollt« auch Johanna Schopenhauers Andenken von der Nachwelt geehrt werden. �nrni Blos.> Fußbekleidung im Wandel der Zeiten. Einen interessanien historischen Rückblick auf die Verwendung des Leders zur Fußbckleidling der verschiedene» Völkerstämm« und Epoche» bot in der letzten Septembcrwochc die in Berlin ver- nnstallete Ledcrschau. Vergliche» mit dem ochnh.zeug unserer Tag«, weist di« Fußbekleidung früherer Zeilen bei einer für unsere Be- grisse recht primitiven äußeren Form eine ungemein minutiöse und komplizierte Verarbeitung aus. Der Phantasie und Geschicklichkeit sind keine Schranken gesetzl, und man hat bei vielen Stücken das bestimmt« Gefühl, daß hier in unendlich langer,»uihevollster Arbeit «in Meisterwerk geschaffen wurde, das materiell und ideell«inen Höchstwert besaß. Da sind afrikanische Reilerstiesel aus feinstem Ziegenleder mit Applikationen, zierlichsten Stickereien und anderei» Schmuck, wild- lederne Sandalen, reich gestickt oder gestanzt, weih und farbig, ander« wieder reich mit Straiißensedern geschmückt, so daß sie eher einem Fächer als einer Fußbekleidung ähneln. Kokette Zierknöpse und Laschen, Lederriemchen n»d Schnallen schmücken die Fuß- bekleidungen, di« in ihrer reichen Verarbeitung und phantastischen Form wahre Prachlobjekle darstellen. Roriximerika um IllOO zeigt Sandalen, reich mit Perlen gestickt. Tartansche Lederschuhe aus dem Jahre 1826 wirken durch eine ganz eigeiiartige Form des Absatzes; auch sie sind reich mit Perlen und Metallsöde» bestickt. Höchst merk- würdig muten Schuhe aus Dioka an, die ein unserem Stiefelknecht ähnliches Holzgcstell darstellen, das mit einer lederne» Lasche über dem Fuße schließt. Man kann sich nicht gut vorstellen, daß die Bewegung auf solch unnachgiebiger Fläche sonderlich angenehm Vernes«» wäre. Reine Marterwerkzeuge aber stellen altchinesische Schuhe dar: Aus kleinen, schmalen Holzfüßchen mit zwei ausgestellten Brettchen ist der Schuh aufmontiert. Die Sohle ist, wie bei allem asiatischen Schuhwerk, slaik erhöht, etwa wie bei unserem orthopä- dtschen Schuhen Ebenso schmerzerregend wirken— sür unser« Begrisf«— koreanische Kinderschuhe, deren vorderer Teil ganz schmal, steil nach abwärts gehend gearbeitet ist, so daß der Fuß völlig «inge.zwänpt, fast wie sestgeschraudt darin sitzen muh. Diese Form entsprach gewiß der künstlich verbildeten.Form des Chinejenjnßes. Den stark erhöhien iogciiamiten Stel.zenichuh sindet man auch bei attvenezianischem Schuhwerk in der zivelten Hälfte de» l6. Jahr» Hunderts: auf hohem, hölzerne» Podest sitzt ein winzig kleiner zi«r» licher Schuh oder die reichgeslickt« Sandale. Bon einer oernunst- mäßigen Hygiene der Fußbekleidung läßi sich hier wohl kaum» sprechen: es ward ausschließlich der damalige» Mode und ihre,» Auswüchsen Rechiiuiig getragen. Doch nicht alle Völker hielten es mit koketten Modelauire n. So erwecke» beispielsweise wildlederne Fraiienstrüinpse o»s dem 17. Jahrhundert, unbekannten Ursprungs, mit reicher Lederstickerei» in ihrer meher als bequemen Welte den Eindruck ange>ith»iste>» Tragens. Sehr schön und kostbar wirken� indische Sandalen mit goldbestickter Sohle und maroktaniiche Schuhe mit eingelegte» Perlmutterarbeitei!. Bizarr in Form und Verarbeitung wirkt der gotische Schnabelschuh ans dem Spanien des 16. Jahrhuiiderls, dcssm unwahrscheinlich schinales Vorderteil in eine etwa 1Z Zciilimeter lange, ganz seine Spitz« ausläuft. Ueberfchuho für Frmicli- sie hießen damals Trippen— gab es schon im 15 Jahrhundert. Allerdings waren das nur derbe Ledersohlen mit Ricnienverschluß, die! lediglich die Sohle des eigentliche» Schuhes vor Nässe schützten. Ei» römischer Schuh aus dem zweiten Jahrhundert». Chr. zeigt reiche Lederarbeit. Ein Straßburger Stöckelschuh läuft im Hacken in die winzig kleine Fläche von etwa einem halben Zentimeter Durchmesser aus. Die nordischen Völker Grönlands und Islands zeigeitz grobe, derbe Lederschäfte aus Renntiersell, die Jakuten lange, be- stickte Lederstrümpfe. Eigenarlig wirken Schuhe aus dem 18 Jahr» hundert, die auf der Sohle den gekreuzigle» Christus zeigen, serner die sogenannte» Kuhmaul-Schuh« aus dem 16. Jahrhundert, die aus einer ganz breite» Vorderlajche und einem flachen Schnil beftchen. Die Schuhe der Kopten, Nachkommen der alte» Aegypter, aus dem Jahre 600». Chr. sind eigentlich Lederstriiinpie oder Sandalen mit eingestickten Pslanzen- oder Tierornamenten, deren Farben und Vergoldungen bei der 1200 Jahre spater erfolgte» Ausgrabung noch erhalte» waren. Hans nimmt mi Wir kommc-n eben wm der..öreundjchajt". die zusammen mit der Freien Turnerschaft ein Fest gefeiett hat, und Hans ist sehr stolz, das; er wieder mal Im Zu�e mitinarschiert ist, gleich hinter der roten Fahne. Nun miilsen wir aber nach Hause: aus der Straße treffen wir einen Junge», dem mein Herr Sohn stolz und wichtig zunickt.„Der is aus unserer Straße!"—„So?— gehört denn der auch zur greundichast?"—..Nein, der is bloß von nebenan."— „Mochte ich bloß wissen, wie der nu hierher tomintl"—„Vielleicht is er durch die Luft geflogen... ja, tannste glauben, richtig!" Und mein Herr Sohn steht mich erwartungsvoll an: Vielleicht falle ich doch darauf rein... aber denn! Und er strahtt, als ich mich todernl; umfehe und dann erttäre. daß doch gar kein Flieger zu sel>en ist.„Nein, von alleine— bloß ausgepustet bat er ficht Bteinste nich?!" Was soll man nun dagegen inachen?! Die Spigbubensreude leuchtete dein Halunken aus den Augen: Soll!« ich ihm nun etwa einen Vortrag darüber halten, daß ein braoer Junge nicht schwindelt und ihm beweisen, daß große Leute viel zu schlau find, um an ftiegende Jungens zu gtauben— aber nicht zu schlau, um nicht rinnen Leuten die Geschichte von Nitolaus zu erzählen, der alle Valtons nach den Schuhen der braven Kinder absucht und die Mohrrüben für sein Eselchen abhott? Ra. ich hals mir diplomatisch: Ich kiüss das link« Buge zu und sah meinen Herrn Sohn lachend an:„Also Schwindler sehen aus wie Menschen— wer's nicht weiß, kann iie nicht unterscheiden! Meinst« ntch?l Und mein Herr Sohn bemüyte sich, ebenso diplonwftsch mit den Augen zu zwinkern. Die Angelegenheit war ohne längere Erklärung und Eingeständnis zwischen uns beigelegt und wir batlen beide unsere Würde gemahn: er hatte mir bewiese«, daß er et« großer Mann ist, der mich eben so ftdö» ioppen kann wie ich Ihn soppe— und ich hatte ihm bewiesen, daß ich eine große Frau bin. die nicht auf jeden Schwindel rein- Mk. Mein Sheir»-ob» ist jeßt ja längst heraus aus dem Alter, in dem man noch weint, wenn eine Mama behauptet, sie hätte die Nas« abgebissen: wir übertrumpfen uns jetzt in schauderhaften Drohungen und Geschichten und beweisen uns dann immer, daß alles ja doch, bloß„große Quatfchmacherei" ist. Wen» er wieder mal ein Paar Hofe» ausgewachsen hat, dann habe ich ihm ge» »ähnlich gedroht, daß ich aber nun von der Schneiderin ein Paar Au'näher i» sein« Peine nähen ließe,« ging« nicht, daß«r die Peine so lang durchstecke— und heute sagt« er mir aus dies« Drohung überlegen lächelnd:„Do sind ja denn»och die Knochens drin, die kann p« nich nähen, ähk" Mir aber droht er. er würde strich auffressen, wenn er vielleicht keine zweite Schrippe zum Frühstück kriegte und ich muß in allem Ernst beweisen, daß ich in feinem Bauch doch nicht Ptatz habe > Was wohl an diesen Schauergeschichten schuld hat? Ich weiß es genau: Es ist«in wunoerjchönes Buch, aus dem wir nun schon ein halbes Jahr lang all« Morgen eine Geschichte lesen: Grimms Märchen. Ich rveiß, es gibt Erzleher, die das Märchen, und nun gar das Volksmärchen mit seiner manchmal recht blutrünstigen oabel durchaus aus unseren Kinderstuben verbannen wollen. Die Märchen sollen einen ungesunde« Anreiz ans die Phantasie der Kinder ausüben, solle» ihr« tieinen Seelen durch fremdes Leid krank machen und angreifen... Ich selbst habe mit dem Märchen- erzählen sehr zurückgehalten, bis ich einmal meinen Herrn Sohn fand, als er im Alter von drei Iahren streichelnd und beinahe weinend dick Kätzchen auf einem Bild bedauert«, denen nach seiner Meinung gerade ein schauderhaftes Unrecht geschah und bis der Junge mir mal von einer Bekannte« mir der Heinzelmännchen- geschichte richtig„angegrault" war. Da merkte ich, daß er uns doch sttst unmöglich ist,„Miterzieher" ousznjchakten und es schließlich und endlich nur darauf ankommt, Leben und Lüge und Märchen säuberlich schon in den ersten Lebensjahren unserer Kinder zu trennen und z» schlichten. Nicht das Märchen ist das Gift für die kindliche Phantasie, sondern«ine Erziehung, die dem Märchen nicht d«», ihm gebührenden Platz anweist und dem Kinde die„Flucht ins Märchenland" verlockend macht oder Märchen zum Schreck- geipenst der Kindertage werden läßt. Die Heinzelmännchengeschicht« ist wunderschön, wenn sie Wunschtraum kleiner und großer Faul- petze bleibt und wenn es feststeht, daß die Heinzelmännchen nun ein- für allemal von dem ekelhasten Schneiderweib vergrault worden find, aber sie kann zum Alpdruck werden, wenn das Kind fürchtet, daß nachts heimlich ans allen Lächern Heinzelmännchen kriechen und vielleicht sogar kleine Kinder gegen Wechsel bälge aiistauschen... Wen» sede alte Reisigsammlerin zur Men Hexe" gestempelt wird. fit der Wald, ist jedes alte Weib unheimlich. Wenn die ganze Te- schichte vor vielen Jahren im Märchenland spielte und heute selbst- verständlich der Förster viel zu gut aufpaßt, dann ist dos ganze ein glorreiches Spiel, in dem die Gerechtigkeit siegt.„Die alte Hexe hat ganz recht gehabt! Klein« Jungs schmecken am besten— aber bloß, wenn sie frisch gebadet sind!"„Aber die Grete! hat doch am rechtesten gehabt, die hat sie in den Ofen geschoben! Schieb die Mama in'n Ofen!"„Po-hö! geht ja gar nicht! Wir haben ja gar mchn'o'n großen vsenk" So viel vom„Graulen". Run zur anderen Seite, der Flucht m das Märchenland. Das Kind, dem feine richtige Stellung in der Familie gesichert ist, wird kein Verlangen haben, die auch nur in der Phantasie gegen die eines Märchenvrin.zen einzutauschen. In das„Märchenland" flüchtet sich der Unterdrückte, der sich im späteren Leben auch dann einen Wich träum schafft, wenn ihm in der Jugend ch auf den Arm. alle Märchenbücher vorenthalten worden sein sollten. Charakteristisch dafür ist mir ein„Wachtmum", den ich selbst in der Zeit von meinem 12. Lebensjahr hatte, in dem ich mich zu Haus aus den verschiedensten Gründen herzhast unglücklich sühlte. Ich»var oft genug, um begriffen zu haben, daß Geld der Schlüssel zum irdischen Glück ist, daß das Märchenland lange versank— und zu alledem halten wir in der Schul« gerade Zinsrechnung. Da habe ich Tags und Tage damit ausgefüllt, von einem fabelhaften Vermögen von 18 Millionen zu träumen, daß ich besäße. 18 Millionen mußten«# sein, sovies brauchte ich gerade, um für all« Leute zu sorgen, dt« ich gern hatte und für eine M«nge armer Leute außerdem— ohn« daß da» Geld all« wurde, alle» van den Zinsen! Und Blatt mn Blatt meines Tagebuches füllt« ich mit der Zinsrechnung von den 18 Millionen... Mein Herr Sohn aber spart höchst real alle „Hansetpfennige" für seine nächste Sommerreis« nach Bayern und freut sickt. daß die Büchse immer klappert:„Hanfelgeld, Hanset- geld!" Er braucht kein Märchenland und weiß, daß wir alles t»n> um seinen Wunschiraum„Wceder nach Bayern" verwirklichen y» tonnen. Und dann dte Lüge. Klnderiügen habe» zwei Wurzeln: D* Angst und die Phantasie. Di« Angst können wir hier ausschalten: die Phantasteiüge hat ihren Grund darin, daß eben das Kind sei» lägilches Leben als grau und sich selbst als unterdrückt empfindet. Wcrd fein gesundes Selbstgefühl irfcht gebrochen, so hat es keinen Grund, zum Prahlhans zu werden. Rur ein verprügelter Hund wird zum„Angstbeißer". Schon eine Fahrt tn den herbstlichen Wald, abseikZ der Straße, Kastaniensuchen unter goldlaubigen Bäumen kann dem Kind« zu einem großen Erlebnis werden, und die Beobachtung eine» Amecsenhaufens, in den man«in paar Krümchen Zucker wirft, macht diesen Wald ebenso iuteressant, aber doch zu einem ganz anderen Gebilde, als den Märchenwald mit der Ränberherberge. Auch davon läßt sich großartig erzählen und man ist damit den anderen so kolossÄ überlogen! Kinder haben von Natur ein sehr feines Gefühl für die Unterschied«. Sehr schön fand ich immer die Klassifikation der kleinen Renate, für die der Bär im zovlogtschen Garten ein„richtiger Bär", ihr Teddybär ei» „iebendticher Bär" stebendtg-wtrtlichj und der Bär im Bitderbuch «in„tun als obper Bär" war. Auch meinem Jungen, der dte gräßliche Geschichte vom Machandeiboom.ans eigenen Wunsch er- zählt bekommen hat und dabei nicht mit der Wimper zuckte, traten die Tränen In die Augen, als ich von einem Jungen las, der.feinem Teddybären die Ohren abgeschnitten hatte. Denn daß man eine« kleinen Jungen nicht kochen darf, ist ihm ganz Aar und er Ist ein großer Anhänger der Theorie,„daß nicht sein kann, was nicht fein darf", aber bei dem Schmusetbären ist die Lötstelle, die Märchen und Wirklichkeit verbindet. So lange wir aber dem Leben gebe», was des Lebens ist und dem Märchen sein Reich säuberlich abgrenzen, brauchen wir telye Furcht zu haben, daß das Märchen das Leben unserer Kinder stören oder zerstören könnte. Unsere Märchen enthalten wertvollstes Gut und Wilsen des Volkes, und wenn Scheiinemnärchen den Sinn für Humor. Grotesk« und Eukenlpiegelel in unsere» Kindern befreien, so sollten wir damit ganz zufrieden sein. S!« werben In ihrem Leben noch genug davon brauchen.* Rose Ewald. Kindergeist. Susi ist ein« sehr gute Schülerin, bekommt aber am ersten Tinie-Schreibelag Z— 4, weil sie zw» Kleckse gemacht hat. Darauf setzt sie sich zu«am« hin und Ichretbt einen«rief an den heiß geliebten Lehrer: „Herr H. dl« stich« mit dem 3— 4 sind« ich gemein. Wenn man da» erstemal schrerdl. t..." Soweit kam st», als Muttt da» unpassende Papier und auch den Text, besonders die Anrede beanstandete:„Herr H.? Sonst nichts?" „Na. Ich zank doch mit ihm. da kann ich doch nicht schreiben: Lieber Herr H." ril«e. • Meinem kleinen Purzel ist beim Umhertollen im Garten etn Unglück passiert. Mit ernster Mtene ninnnt ihn der Vater am Arm: „Sog' mal. wann ist denn das geschehen?" Mit großen Augen starrt der kleine Kerl aus den verräterischen feuchten Fleck. Der kleine Mund zuckt bedenklich.„Uebermorgenl" kommt es endlich mit treuherzigen, Augenaufschlag heraus und ein erleichlertes Schluchzen dringt aus der kleinen Brust. * In aller Frühe ist mein kleiner Purzel erwacht und aus seinem Bettchen geklettert. Lorsichtig beugt er sich über mich und versucht mit seinen Fingerchen meine Augen zu össnen.„Du, Mutti, mußt mir eine Geschichte erzählen!"—„Ach, ich bin noch so müde, erzähl du mir lieber was."—„Ja, ich erzähl dir... Da waren einmal viele Kinder und da war einmal ein gro— o— ßes Haus... und da sprangen die Kinder über das Haus und da waren sie tot.,. lind da kamen vie— le große Leute und da sagten die großen Leute: Ach Gott, Kinder, wie seid ihr tot!.. A. L.