«W ZrauenMme JIr. 5« 4S �alffflänö]"BcUdQC zum Vonvärks| 5. Marz 1931 i______ .....::>':iii:i.":.j:n/fiT' iir'<;...................................................................................................................................................... Schlagwort:„Doppelverdiener". lnter dem Schlagwort„Gegen die Doppelverdiener" wird wieder einmal, versteckt oder unverhüllt, der Kamps gegen die Frauenarbeit überhaupt gesührt. Es ist ein gefährlicher Kampf für die Frauen und für die Sache, für dir sie jahrzehnie- lang gearbeitet und gestritten haben, und es bedarf einer großen Wachsamkeit der Frauen, wenn sie sich nicht um die Früchte fahr- zehntelanger Arbeit betrogen sehen wollen. Sicher ist in einer Zeit, die ihren Kindern nicht Brot und Arbeit in ausreichendem Maße.u geben vermag, der Kampf gegen die Doppelverdiener so lange ge- rechtfertigt, wie er sich gegen jene Personen richtet, die gemeinsam mehr als den notwendigen Unterhalt für die Familie verdienen. Aber man muß einmal ernsthaft die Frage prüfen, ob denn durch «ine Ausschaltung der Doppelverdiener eine nennenswerte Anzahl von Arbeitsplätzen frei wird. Di« Berufszählung vom Jahre 1S2S hat ergeben, daß Z(545 000 verheiratete Frauen, also LS Proz. aller Ehefrauen, beruslich tätig sind. Zunächst steht man staunend vor dieser Zahlt Es scheint, als ob man mit ihr das Ei des Kolumbus gefunden hättet Als ob es genügen würde, diese mehr als SVi Millionen Ehefrauen aus dem Wirtjchaftsprozeß auszufchallen, um das uns bedrängende Er- werbslosenproblem zu lösen! Aber schauen wir einmal näher zul Bon diesen mehr als 3V4 Millionen verheirateten berufstätigen Frauen arbeiten etwa 2.5 Millionen im Betriebe ihres Mannes, also in Handwerksbetrieben, in der Landwirtschaft, d. h. also in Be- trieben, in denen die Frauen gor nicht durch bezahlte Kräfte ersetzt werden können, ohne daß die Wirtschaftlichkeit dieser Betrieb« aufs Spiel gesetzt würde. Dies« große Gruppe verheirateter Frauen kann also nicht ausgeschaltet werden. Die nächstgrößte Gruppe umfaßt 20,6 Proz. der berufstätigen verheirateten Frauen, also etwa 750 000. Bon diesen sind etwa 40 000 Hausangestellte, die naturgemäß ebenfalls nicht durch Männer ersetzt werden können. Die übrigen sind Arbeiterinnen in Jndu- strien, die in jahrzehntelanger Praxis den Vorzug der Frauenarbeit vor der Männerarbeit für ihre Technik, wie in der Textil- und Betleidungsbranche. erprobt haben, und in denen es einfach un- möglich ist, von heute auf morgen einen Stamm eingeschulter, be- währter Arbeiterinnen zugunsten neuer, unerfahrener Arbeil-kräst« auszuschalten. Also auch hier kann der Arbeitsmarkt nicht entlastet werden, zumal da auch die geringeren Lohntarif« der Frauen nicht für neueinqestellte männliche Arbeiter in Frage kämen. Di« nächstgrößte Gruppe mit 309 000 berufstätigen verheirateten Frauen umfaßt die„Selbständigen", also Betriebsinhaberinnen, Besitzerinnen von Ladengeschäften, aber vor allem auch die in freien Berufen tätigen Ehefrauen. E, ist zu oft schon die Sonderausgabe der Aerztinnen, Rechtsanwältinnen usw.. die in den spezifischen Eigenschaften der Frau begründet liegt, erörtert worden, als daß man hier noch einmal im einzelnen auseinandersetzen müßte, warum die Tätigkeit dieser Frauen einfach durch die Arbeit der Männer nicht ersetzt werden könnte. Was bleibt also für den Kampf gegen die Doppelverdiener noch übrig? Ledialich die 82 000 verherateten weiblichen Beamten und Angestellten, von denen die in der Privat- Wirtschaft angestellten Frauen ja auch dem Arm« des Staates recht- lich entzogen sind, und für die es vielfach ja auch zutrifft, daß sie mitarbeiten müssen, um der Familie den notwendigen Lebens- unterhalt zu verschaffen. Der Kampf gegen die Doppclverdiener wird sich also in der Praxis vor allem auf die verheirateten weiblichen Beamten konzentrieren, und in der Tat ist von volksparteilicher Seite in der Berliner Stadtoerordnetenversamm- lung und in Eingaben des Zentrums ein Vorstoß in dieser Richtung gemacht und sind Maßnahmen, wie sie der 8 44 der Abbauverord- nung in verfassungswidriger Weise geschaffen hatte, aufs neue ge- fordert worden, zuungunsten der weiblichen Beamten und über- Haupt der gesamten Frauen. Es heißt also jetzt für die Frauen, auf der Hut zu sein, um ihre Recht« zu behaupten! Denn im Grunde hätten Maßnahmen gegen verheiratet« weibliche Beamte, die ja nach den bisher ge- machten Vorschlägen auch nur dann ergriffen werden dürfen, wenn der standesgemäße Lebensunterhalt der Familie gesick>ert und die dienstliche Tätigkeit der Beamtin nachweisbar durch ihre häuslichen Pflichten beeinträchtigt wird, für die Entlastung des Arbeilsmarktes keine ausschlaggebende Bedeutung. Vielmehr geht es um prinzipiell« Fragen für die Frauen, die sie nur dann vorüberaehend in den Hintergrund stellen dürfen, wenn tatsächlich der Gesamtheit damit ein Dienst geleistet wird. Das trifft hier aber auf keinen Fall zu. Abnahme der Säuglingssterblichkeit. Mit dem starken Geburtenrückgang in unserem Jahrhundert steht die erfreuliche Abnahme der Säuglingssterblichkeit in engem Zusammenhang. Und zwar ist es nicht nur die absolute Ziffer der gestorbenen Säuglinge, die naturgemäß mit dem Rückgang der Ge- burten sinken mußte, sondern auch die Abnahme der relativen Säug- lingssterblichkeil hängt mit der Geburtenbeschränkung zusammen. Den Grund hierfür erblickt Professor Hanauer(Frankfurt a. M.) mit Recht darin, daß in den Arbeiterfamilien, bei denen seit dem Kriege in steigendem Maße«ine Geburtenregelung eingesetzt hat. den weniger zahlreichen Kindern ein größeres Maß an Pflege und Fürsorge zugewandt werden kann, als das früher bei einer oerhält- nismäßig großen Linderschar möglich war. Die Hauptursoche der verminderten Säuglingssterblichkeit liegt jedoch in den Wirkungen der organisierten Säuglings- s ü r s o r g e, die seit dem Beginn unseres Jahrhunderts einsetzte, und die jene segensreiche Propaganda für das S e l b st st i l I« n entfaltete, das die Erfolge auf dem Gebiete der Säuglingshygiene erzielt hat. Diese Abnahme des Sänglingssterbens. die in den letzten Jahren durchschnittlich von 43.8 auf 7,4 auf 400 Geborene, also etwa aus die Hälfte gesunken ist, kommt auch den unehelichen Kindern zugute, dank der besonderen Fürsorge, die durch die Berufsvor- mundschaftcn und die Beaufsichtigung der Kostpflege gerade diesen Kindern zugewandt wird. Trotzdem ist die Sterblichkeit unehelicher Kinder immer noch doppelt so hoch wie die der ehelichen! Als zweit« bemerkenswerte Aenderung in den Sterblichkeits- Verhältnissen bezeichnet Professor Hanauer das Verschwinden de» sogenannten..Sommergipsels" und das an feine Stelle getretene Vorkommen eines..Winiergipfels". Früher galten Juli. August, September als die kritischen Monat« der Neugeborenen, während ihnen heute die Sommerhitze anscheinend nicht mehr so viel anzu- haben vermag, der Winter dagegen mit seiner Kohlennot der größte Feind des Säuglings ist. Nicht mehr Magen- und Darmkrankheiten und Brechdurchfälle, die übrigens durch das sensationelle Versahren der„Aepfcldiät" meist leicht zu beheben sind, bilden neuerdings die Hauptsächlichsien Ursachen des Säuglingssterbens.� sondern alloe- mein« Lebensschwäche und Lungenentzündung. Be- sonders groß war der Anstieg der an Ledensschwäch« Gestorbenen in den Kriegs- und ersten Nachkriegsiabren. was zweifellos auf da» Konto der Kriegswirkung, feelffche Erschütterung und Unterernäh- rung der Mütter zurückzuführen war. auch aus den höbsren Anteil der Knaben an den Geburten, d-e häufiger als die Mädchen an Lebensschwäche.zugrunde geben. Grivpecpidemien und sonstige Cr- kältungskrankheiten. die Schwierigkeiten der Heizung. Bek eidung und Ernährung bedrohen die Neugeborenen auch weiterhin mit er- höhter Säuglingssterblichkeit. Zu Anrecht vergessene Krauen. Aerzttnnen, Gelehrte, Kämpferinnen. Die bedenleitdea Frauen der Vergangenheit Hollen ganz «rnsthaslen Grund, sich zurückgeseh» zu suhlen. Jedem Gymnasiasten ist Vewton bekannt, und schon als Zwölfjährige bekommen wir es mit Euklid zu lun. wer pylhagoras war, wissen wir im Schlafe. Aber lieses Schwelgen herrscht auch bei Erwachsenen, wenn sie etwa gefragt werden, wer Mary S o m e r o i l l e war. Auch vielseitig gebildete Menschen werden aus die Frage nach dem Tiamen der Frau, die Itewtons„Vrinclpia" ms Französische ubersehle und so eins der bedeutendsten wissenschaftlichen Merke den Gebildelcn ihrer Zell erst zugänglich machte, stumm bleiben. Was gehen die N a t u r w i ss c n s ch a s t e n, die Mathematik und die Philosophie die Frau an? Die Frau gehört «n den Herd. So sonderbar vertraute Ansichten dringen bereits aus der Welt des klassische» Altertums an unser Ohr. Kennzeichnender- weise sind die Berichte über jene Frauen, die Im alte» Rom und Griechenland Hervorragendes leistete», überaus dürftig, lind doch wissen wir, daß es bereits im 6. Jahrhundert vor Christi Geburt in Hellas bedeutende Aerztinne» und Philosophinneu gab. Kurz wird die Gattin des Pqthagoras, T h e o n o, in alten Quellen erwähnt, die immerhin nach dem Tode ihres Mannes die von ihm geleitete Philosophenschule erfolgreich weiterführte und auherdem ein« der berühmtesten Aerztinnen ihrer Zeit war. Hippokrates und Plimus erwähnen überhaupt des öfteren die bahnbrechenden Leistungen weiblicher Aerzte. Ihre Namen hat die Welt längst vergessen. Im Mittelalter befand sich die Heilpraxis zum gröhten Teil i» den Händen von Mönchen und Nonnen, unter denen die heilige Hildegard die berühmteste war Aber in vielen Ländern war es den Frauen gesetzlich verboten, sich aus dem Gebiet« der Heilkunde zu betätigen, und so siuden wir kaum eine berühnite Aerztin bis zu dem Zeitpunkte, da Elizabeth Anderson den Kampf gegen ihre Zeit aufnahm. Als Elizabeth Anderson im Jahre 1836 zur Welt kam, war es ganz ausgeschlossen, dah eine Frau sich dem Studium der Medizin zuwandte. Das wäre geradezu schamlos gewesen. Nachdem die Anderson also vielfache vergebliche�Bcrsuche unternommen hatte, in eine der bestehenden medizinischen Schule» ausgeiiommen zu werden, studierte sie im Londoner Hospital privat Analoinie und»ahm bei den bedeutendsten Professoren jener Zeit Unlerrichtsstnnden Nach vielen Jahren unverdrossenen Kampfes erhielt sie endlich e»i Diplom, das es ihr ermöglichte, sich als erste Frau Englands als praktischer Arzt niederzulassen. Ihr nächstes Ziel mar die Gründung eines Spitals, in dem bedürftige Frauen von Aerztinnen behandelt werden sollten. Das Londoner New Hospital, ihre Gründung, beschäftigt heute nur Aerztinnen, und noch bevor Elizabeth Anderson im Alter von 81 Iahren starb, hatte sie die Genugtuung, zu wissen, daß sie den Frauen Englands den Zugang zuin ärztlichen Berufe ge- bahnt hatte. Die Leistungen der Frauen in de» Naturwissenschasien sind niemals nach Gebühr gewürdigt worden. Nur ein Student der Aftronornie oder ein berufsmäßiger Astronom kennt heute das ge- waltige Werk Caroline Herschels, der Schwester und Assistentin des berühmten William Herschcl(des Entdeckers des Planeten Uranus— d. Red). Und doch war sie es, von der der Plan zu Herschels Lebenswerk ausging. Nacht für Nacht laß sie bis zum Morgengrauen am Fernrohr, während es oft so kalt war, daß die Tinte in der Flasche, gefror. Sie überprüfte jede Beobachtung ihres Bruders und inachte das Werk ihres Bruders der wissenschaftlichen Welt erst zugänglich. Ja, man ist heule der Ansicht, daß i h r das Hauptverdienst am Ruhme ihres Bruders gebührt. Nur Spezialisten sind heute die Namen anderer hervorragender weiblicher Astronomen bekannt. Wer wüßte etwas von Hvrlcnse L e p a u t e, der be- deutendsten Astronomin Frankreichs? Oder von Henriette L e a v i t t, von der Henry Smith Williams sagt, dah sie die einzige Frau unserer Zeit sei, der in der Astronomie Wesentliches zu verdanken istl Welcher Student der Physik hört überhaupt etwas von Mary Someroille deren englische Ueberstßung von Laplaces „Himmelsmechanik", dieses Ewigkeitswerk, erst berühint machte und Leplace zu jener Geltung verhalf, die er sonst vielleicht nie erlangt hätte? Laplace selbst sagte von ihr, daß sie die einzige Frau sei, die sein Werk verstehe. Mary Someroille, die selbst originelle und be< dcutsame wissenschaftliche Leistungen vollbracht hat, gehört heute ebenso zur Armee der unbekannten großen Frauen wie vielleicht— die Gattin Lavoisiers. Sie wußten, daß Lavoisier verheiiatet war, sagen Sie: aber was hat seine Frau schon geleistet? Nun, Lavoisier brauchte für seine Arbeit Auszüge aus zahlreichen Büchern, die ihm, da sie in fremden Sprachen geschrieben waren, nicl't zugänglich waren. Seine Frau war entschlossen, ihm zu Helsen. Sa erlernte sie das Lateinische und Englische und wurde die vollkommene Ueberseszcrin jedes in lateinischer oder englischer Sprache abgefaßten Buches, das ihr Gatte benutze» wollte„Und das ist alles?" fragen Sie? Nein, durchaus nicht Als Schülerin des berühmten französischen Malers Louis David und als ausgezeichnete Kupferstecherin unternahm es diese vielseitige Frau, die bereits die Ergebnisse aller Crperimente ihres Gatten niedergeschrieben hatte, seinen berühmten„Trske elementaire lle Chirnic", das erste Lehrbuch der modernen Chemie, zu illustrieren. Und nach Lavoisiers tragischem Tode(Lavoisier wurde während der französischen Revolution hingerichtet— d. Red.) hat sie seine Me- moire» herausgegeben. Wer ist die„Hexe von Agnesi"? Nein, sie ist keine der drei Hexen aus Shakespeares„Macbeth". Es ist die Bezeichnung einer mathematischen Kurve, die eine der bedeutendsten Frauen, die je gelebt haben, gefunden hat. Maria Goetana Agnesi, die Im Ansang des 18. Jahrhunderts das Licht dex Welt erblickte, war' nicht nur eine außerordentliche Mathemaliterin, sondern auch eine Sprach- forscheri» und Philosophin von Ruf. Im Alter von neu» Iahren veröffentlichte sie eine in lateinischer Sprache geschriebene Ab- Handlung, in der sie das Recht der Frau, sich wissenschaftlichen Be- rufe» zuzuwenden, verfocht Als Dreizehnjährige besaß sie gründliche Kenntnisse des Griechischen, Hebräischen, Französischeii, Spanischen, Deutschen, Lateinische» und— wie ihr Biograph bescheiden hinzu- fügt—„noch anderer Sprachen". Ihr Vater war Professor der Mathematik an der Universität von Bologna. Als Fünfzehujährige folgte sie ihm in seine Gelehrtenzirkel und nahm dort an den schwierigsten philosophischen Diskussionen teil. S>e vcrösfentlichte nicht nur bedeutsame Studien aus dem Gebiet der Infinitesimal- recknung, sondern wurde auch, als ihr Bater erkrankte, von der Unioersilät Bologna aui den Lehrstuhl für Mathematik und Natur- Philosophie berufen Ihre letzten Lebensjahr« verbrachte sie in der Zurückgczogenheit des Klosters. Sind Ihnen die Namen Elizabeth F r y oder Madame Lefcbrc je untergekommen? Nein? Und doch ist Elizabeth Fry jene Frau, deren unermüdliche» Anstrengungen es gelang, die eng- tische Gesängnisreform durchzusetze», und Madame Lefebre jene Chemikerin, in deren Kopf— SS Jahre, bevor ihre Entdeckung in die Praxis umgesetzt wurde— der Gedanke auftauchte, aus der Atmosphäre Nitrate zu gewinnen. Nur ganz»veiiige aus der großen Schar der zu Unrecht ver- gefsene» Frauen wurden hier erwähnt. Stünde» sie aus ihren Gräbern auf, sie hätten wahrlich Grund, sich über das ungerechte Gedächtnis der Menschheit zu beklagen, das Männern die Erinnerung bewahrt hat. die durchaus nicht Leistungen vollbracht haben, welche die der z» Unrecht Vergessenen übertreffen würden. B Pitfcins. Gemeinnühiqe Ehevermiitiuna. ments, da es sich meistens darum handelte, für die verwaisten Er- werbsunternehmen dieser Witwen wieder einen männlichen Leiter zu bekommen. Professor Frischer stellt in den Mittelpunkt seiner Vorschläge mit Recht die Untersuchung aus biologische Chetauglich- keit. Als erste Anknüpiungsmöglichkeit hält er die Hcirwszeitung nicht für ungeeignet. Jeder Bewerber aber hat sich einer ver- trauensärztlichen Untersuchung zu unterwerfen, die Familieneigen- tümlichkeilen, innere Organe, Wassermannsch« Reaktion und Urin- Untersuchung umfaßt. Ferner sollen verlangt werden ein polizei- liches Leumundszeugnis, ein Ledigkestszeugnis. Einkommensteuer- Kescheid evemuell Bankkontoauszug oder Anstellunasurkunde, um Schwindlern die Benutzung der gemeinnützigen Ehebera.ung zu verwehren und dem berechtigten Wunsche des anderen Partners nach Klarheit Rechnung zu tragen. Nach dieser Borprüfunq wird eine Karteikarte über den Bewerber mir einer Decknummer aus- gestellt, unter der er seine Wünsche betreffs des Ehepar ners in einer„Briefliste" aufführen kann. Diese wird unter der Be. dingung strengster Diskretion an in Betracht kommende Parner weitergegeben. Ueber eine Reichszentrale wird dann der zunächst unter einer Chiffre gehende Briefwechsel angebahnt Die ärz ltche Untersuchung der Ehebcwerber könnte in den kommunalen Ehe- beratungsstellen erfolgen: natürlich wäre auch eine private Un er- suchung auf eigen« Kosten durch Vertrauensär.zte gestaltot. Die übrigen Unkosten wären durch einen mäßigen Beitrag der Be- werber selbst auszubringen, denn wer aus Freiersfüß-m geht, dürs e immerhin nicht vollständig mittellos sein. Die Mistes, die für Annoncen und Heiratsvernntllunaen zweifelhaften Charakters auf- gebracht werden, beweiien ja die Zahlungswilligkeit des Publikums. Der Vorschlag Professor Fetschers, die sozial, biologisch und persönlich so unendlich bedeutungsvolle Eheanbahnung dem blind schaltenden Zufall und den Klauen der Prosilhyänen zu entreißen. ist sicherlich erwägenswert. Freilich muß man sich aus diesem komplizierten Gebiete vor allzu weitgehende» Erwartungen hüten und die Grenzen des Rationalismus gegenüber der a-.waitigßen irrastonolen Macht, dem erostschcn Triebe, klar erkenn-n. S�bst das prächtigste Tauolichkeitszeuanis und der einwandfreicsta Wasi«r- mann können nicht das erzwingen, was man gemeinhin stiebe nennt. Die öffentliche Cbevermittlung wird ste's auf die„Masie Mensch"— in allen Gesellschaftskreisen— beschränkt bleiben: für differenzierte, geistig und seelisch anspruchsvolle Menschen ist dieser Weg»naoTiaba� Mit knncschreitender Emanzipation der l�rau aber wächst dauernd die Zahl von Lebensbünden au! d-r Grundlage geistiger Kameradichast. Da sind Büro und Fabrikiaal. Ver- sammlunasraum. Sportplatz. Bünde und Vereine aller Art bessere Ebevermittli'ngsstellen als ein noch so fein und vielseitig aus- geklügeltcs Venniitlungsinstitut. Feinde der Hausfrau. Schmutz und Llngeziefer. „Der Herr der Ratien und der Mäuse, der Fliegen, Frösche, Weinzen, Ciiuse"— unwillkürlich käme» einem diese Worte Me- pdistvs in fccn Sinn, als man kürzlich die Ausstellung der cheidaudi (Hauswirtschastlichcr Einkaufs-, Bcralungs- und Auskunftsdienst» in Berlin—„Die Insekten als lästige Feinde der Hausfrau"— be- sichngte, denn der mit Anschauungsmaterial vielsei.igster Art über- reich gefüllte Saal erinnerte wirklich an eine Heerschau, die der Höllenfürst über seine krabbelnden Untertanen abhielt. Kein Wun- der, daß manche Hausfrau die serienweise in Reih und Glied geord- neten Zwei-, Wer-, Sechs- und Mehrfüßler mit leisem Schauder beirachtete und beim Verlassen des Saales meinten„Hühl Das war mal kribbelig!" Aber wenn man das„kribbelige" Gefühl über- wunden hatte und aufinerksam in Augenschein nahm, was hier alles zu sehen war, dann konnte man doch gerade als Hausfrau unendlich viel lernen. Denn der Kampf um Volksgefundheit und tägliche Hygiene liegt ja zum größten Teil in der Hand der Frau, und der Kampf gegen Schmuß und llngeziefer gehört zu den wichtigsten Auf- gaben, die eine Hausfrau zu erfüllen hat. Da sind zunächst die Vorratsschädlinge: der Kornkäfer, ein etwa 4 Millimeter langer, dunkler Käfer, den vor allem die Land- frau kenne» muß, denn er findet sich im Getreide auf Schüttböden und Speicher»; ferner der Getreideplattkäfcr, ein etwa 3 Millimeter langer, hellbrauner Käser, der sich in Getreide, Graupen, Mehl und Teigwaren, an Tabaks gctrocknelcn Feigen und Backobst findet, und endlich die Korn motte, die der Lmrdwin de» „w eisten Korn wurm" nennt, die in der Zeit von April bis August auf Kornspeichern an den Wänden sistt und abends ihre Eier an die Gctreidekörner ablegt. In Mehlvorräten der Bäckereien und Haushaliungen lebt der Mehlkäfer, ein etwa 15 Millimeter langes, 5 Millimeter breites, dunkles Tier, dessen Larve, der „M e h l w u r m", als Futter für Singvögel bekannt ist. Zu den gefährlichsten Schädlingen gehört sodann die Mehlmilbe, die sich vor allem in feucht und dunkel lagerndem Mehl entwickelt. Das beste Kennzeichen dafür, daß Milben vorhanden sind, ist der widerlich füstjiche Geruch, den das Mehl dann annimmt. Aber die Milbe findet sich auch in Grütze, Grieß und Graupen, auf al ein Käse, an Rüben und verdorbenen Nahrungsmitteln. Sie geht über auf Tapetenwände, in Polstermöbel und anderen Hausrat und kann so zu einer schweren Plage des Haushalts werden. In harten Back- waren, Nudeln. Haferflocken, Reis, Graupen, getrockneten Pflanzen, Sämereien, aber auch in Bucheinbänden ist der Brotboh'-er oder Bro köfer zu finden, ein 1 bis 3 Millimeter langes, röllich-relb- braunes Käferlben mit dichter Behaarung. Seine Larven find rund, dick und sechsfüßig. Da alle diese Insekten sich rasch vermehren und im Anfangs- stadium oft übersehen werden, so bedarf es besonderer Aufmcrk- samkcit der Hausfrau, die Vorräte in Küche und Speicher aufbewahrt. Sorgsam muh sie von Zeit zu Zeit nachseyeu, iur Lupung und trockene Lagerung sorgen, für peinliche Sauberkeit und kühle Auf» bewahning. Hat sie das versäumt und findet sich Ungeziefer an, dann hilft nur eine energische, zielbewußte Bekämpfung. Die R mm« müssen völlig entleert und gründlich gesäubert werden. Alle Fugen und Riss« bestreiche die Hausfrau mit Teerki t. Nicht immer kann die Bekämpfung der Insektenplage durch Privatpersonen erfolgen. So ist z. B. die Anwendung von Blausäure zur Vertilgung der Mehlmoite in Mühten oder großen Vorra skammer» äußerst ge- fährlich. Auch die Anwendung von schwefliger Säure und von Schwefelkohlenstoff ist an genau«, vorher einzuholend« Belehrung gebunden. Unentgeltliche Ratschläge erteilt die Biologische Reichs- anstalt für Land- und Forstwirtschaft, die in verschiedenen Gegenden des Reiches Zweigstellen hat In kleineren Haushattsoorräten kann man Ungeziefer, wie z. B. die Mehlmol!«, durch mehrmaliges Sieben in Abständen von einigen Wochen entfernen. Selbstverständlich müssen alle Behälter und Beutel sorgsam desinfiziert werden.hn seine Mutter mit zu Tante Dora, welche eben ein Kind bekommen hatte. Mutter saß an Tante Doras Bett, die Wärterin war gerade herausgegangen und Hans besah sich neugierig den Säugling. Plötzlich erhebt der Kleine sein Stimmchen und sängt gottsjämmerlich an zu schreien. Hansens edle Gefühle regen sich und er versucht beruhigend auf das Kind einzuwirken, indem er grimassenschneidend und unartikulierte Laut« ausstoßend einen Jndianertan,? um das Bettchen aufführt. Ver- wundert blicken die Mutter und Tante Dora auf Hans.—„Aber, Junge, was machst du denn da?"— fragt endlich die Mutter. Und Hans antwortet mit Selbstgefühl:„Ich stille das Kindt" Das Tischgebet. Der Lehrer fragt die Kinder in der Religionsstunde, ob die Kinder zu Hause ein Tiscbqebet beten. Einige besahen die Frage, andere schweigen. Der kleine Rudi hebt die Hand und sagt: „Mein Vater betet auch manchmal während dem Essen."—„Wie bciet er denn, Rudi?"— fragt der Lehrer.—„Er sagt: Herr Gott. ist das wieder ein Fraß!" Ein Wcihnachtsbericht. Die kleine Inge soll in einem Aufsatz über Weihnachten berichten. Sie fängt den Aussatz folgendermaßen an:„Zu Weihnachten war es sehr lustig. Alle Onkel und Tanten haben Schokolade und Lebkuchen mitgebracht und mein Bruder hatte Zahnweh." Ein armer Löwe. Die Mutter nimmt Klein-Jnge mit in die Gemäldegalerie. Sie stehen längere Zeit vor einem Bild«, das eine Christenverfolgung im alten Rom darstellt. Klein-Jnge steht sich das Bild, auf dem dargestellt wird, wie Menschen wilden Tieren vorgeworfen werden, sehr genau und anscheinend mit großem Jnteresie an. Die Mutter, welche das Kind heimlich beobachtet, sieht zu ihrer Freud«, daß das Bild anscheinend einen tiefen Eindruck auf das Kind macht. Gerührt zieht die Mutter das Kind an sich.„Was macht dich so traurig?" fragt sie.„Ach, Mutti," lautet die Antwort,„schau, der arme Löwe dort hat noch gar nichts bekommen!"