Jahrg.2 19 20 = Heft. 1== 10.Januar Die Frau und ihr Haus Zeitschrift für kleidung Gesundheit Körperpflege und Wohnungsfragen Beilage z r Gleich heit Gedicht zum neuen Jahre Wenig, wenig begehr' ich im Leben, wenig, wenig und doch so viel! Gütige Götter: wollet mir's geben, bis an all meiner Tage Ziel! Rüftige Hand zu jeglichem Werke, das die Stunde mich schaffen heißt, frischen Mut und freudige Stärke, flare Stirn und flaren Geist. Alle den Meinen, Groß' und Kleine, rosige Wang' und ein lachend Aug'! Feuer am Herde, Brot im Schreine und ein Tröpfelein Weins im Schlauch! Frieden im Haus und im Herzen Frieden, und ein flingendes Saitenspiel! Wenig, wenig begehr ich hinieden. Wenig, wenig und doch so viel! Schultz. ▷ Zum neuen Jahre wünschen wir allen unseren Leserinnen von Herzen Glück! Ein Jahr voll Sorgen und Mühen, voll Hoffnungen und Enttäuschungen liegt hinter uns. Wohl war es ein Friedensjahr; denn die Kanonen donnerten nicht mehr, die Waffen, die so grauenvolle Ernte machten während vieler langer, banger Jahre, wurden aus der Hand gelegt. Aber es ist noch nicht der rechte Frieden! Nicht draußen und nicht drinnen! 1. Anzug für kleine Knaben. Das Pumphöschen ist aus dunkelblauem Stoff, es wird am oberen Rand mit Knopf löchern gearbeitet. Die Knöpfe sind auf eine Leiste genäht, die im Innern der Bluse auf den unteren Rand aufgesteppt wird, so daß dieser Ansatz ganz unsichtbar bleibt. Die Bluse 2. Schürzenkleid für Kleine Mädchen. Die Bluse ist aus weißem oder farbigem Waschstoff, das schürzenartige Kleidchen aus schwarzem Taft oder Wollstoff in kräftiger Farbe zu arbeiten. Das kleine Miederteil wird mit einfachen Stielstichreihen und kleinen Blumen und Blättern in bunten Farben bestickt. Die Achselschleifen sind aus dem ist aus hellrotem Wollstoff Kleiderstoff oder aus Seide in mit blauen Treffen besezt einer der Hauptfarben der Stiks und mit großen weißen keret. Ausschnitt und Ärmels Perlmutterknopfen geschlos= rand der Bluse sind mit schma sen. Normalschnittmuster ler Häkelkante abgeschlossen. für 2-4 Jahr erhältlich. Normalschnittmuster für 2-4, Als wir im Juli 1919 mit der Zeitschrift„ Die Frau und ihr Haus" vor unsere Leser traten, entwickelten wir in einem Aufsatz " Zum Geleit", ein Programm, nach dem wir arbeiten wollten. Dreizehn Nummern zeugen davon, wie wir unsere Aufgabe auffassen. Aber sie zeigen auch, ob wir im Sinne unseres Programmes das Versprechen einlösen, den Bedürfnissen der Frau zu dienen. Wir haben uns bemüht, zu allen Fragen, die die gesunde und dabei schöne und zweckmäßige Kleidung angehen, die Körperund Wohnungspflege umfassen, im Sinne unserer Leserschaft Stellung zu nehmen. Aber nicht nur der Sinn unserer Leser hat uns bestimmt; in uns lebt der Gedanke, daß wir mit dem Zeigen einfacher Linien, mit bescheidenen, aber schönen Formen, mit der Pflege schlichter Selbstanfertigung der Idee wahrer Kultur am besten dienen können. Reich und vielseitig ist das Gebiet, das wir durchstreifen. Es ist nicht zu erschöpfen, und immer neue Wege tun sich auf. Anregungen auf allen Gebieten machen die Arbeit fruchtbar. Was vorläufig noch fehlt ist die unmittelbare Anteilnahme unserer Leserinnen, ist die verhältnis. mäßig fleine Anzahl der Bezieherinnen überhaupt. Ihnen rufen wir am Jahresanfang zu: Helft den Leserkreis erweitern; tragt Sorge, daß unser Streben, unsere Jdeen wirken und eine immer größer werdende Leserzahl den Sauerteig in unserem Volke bildet, der alles durchsetzt mit dem Gedanken: Preis. 50 Pf. Erforderlich 4-6, 6-8 Jahre erhältlich. 0,50 m blauer Stoff 100 cm Preis 50 Pf. Erforderl. 0,75 m breit, 1 m Blusenstoff Blusenstoff 80 cm breit, 1 m 100 cm breit. Schnitt Stoff 100 cm breit. Stickerei muster F. H. 1. muster. Schnittmuster F. H. 2. Doch alle guten Kräfte arbeiten daran, daß vor allem Im Lande Frieden und Aufbau werde! Und daran wollen auch wir helfen! Vorwärts und Aufwärts!" Die deutsche Mutter - 2 Selber die Kirche, die göttliche, stellt nicht Schöneres dar auf dem himmlischen Thron, Höheres bildet selber die Kunst nicht, die gött lich gebor'ne, Als die Mutter mit ihrem Sohn. Schiller. w Was wäre wohl mehr verherrlicht, mehr verewigt durch die bildende Kunst, mehr besungen durch die Dichter aller Zeiten und Völker, als das ursprünglichste, im tiefsten Wesen der Natur begründete menschliche Verhältnis: Mutter und Kind. In tausendfachen Darstellungen hat frommer Glaube die göttliche Mutter, die Mutter des Heilands gefeiert, hat auch sie zu einem Segen der Menschheit werden lassen. Denn sie hat den Erlöser geboren, und sie hat das Leid, das ihm bevorstand, auch auf sich genommen. Liegt nicht ein wunderbar tiefer Sinn in dieser Muttergottesverehrung? Bedeutet sie nicht die Verehrung der Mutter überhaupt, die ihr Kind mit Schmerzen zur Welt bringt und die auch alle die Schmerzen auf sich nimmt, die jedes einzelne Kind ihr sicher einmal bringen wird? Wenn das Kind sich förperlich völlig von der Mutter losgelöst hat, dann beginnen ja erst alle die fleinen und großen Nöte und Sorgen, denen die rechte Mutter mit nie endender Geduld gewapp net gegenübersteht. Mit jener Sorge und Liebe, die unsere Dichter schier unerschöpflich besungen haben, deren Erinnerung den Erwachsenen bis ans Lebens. ende begleitet.„ Wie einen seine Mutter tröstet" fo bermag ja niemand sonst За Leben kommt überhaupt zu spät; an einem Menschen der nirgends gern gesehen wird und der dadurch tief unglücklich wird, ist nichts mehr zu ändern. So ist die Familie die Vorschule für das Leben in der Volksgemeinschaft; sie ist die Vorschule sozialer Gefinnung, die auch die Rechte des Nebenmenschen anerkennt und den natürlichen Eigennus immer wieder eindämmt durch die Rücksicht auf den Nächsten. Und wer wäre mehr berufen als die Mutter, in der Familie immer wieder das einigende Element zu sein, Widerstrebendes zu binden, jedem einzelnen zu seinem Recht zu verhelfen? Denn in der Einzelfamilie wie auch in der großen Familie des Volkes kann es nur dann wahres Glück geben, wenn feines feiner Glieder unterdrückt, feines an der Entwicklung seiner Gaben gehemmt wird, sondern sich zur vollen Persönlichkeit entfalten fann. Achten lernen müssen wir jeden Menschen nach seiner Eigenart, und in Familie wie Volf muß jener unendliche Reichtum der Gaben wirf sam werden, den die Natur in die Menschen hineingelegt hat. 3b 3. Weste aus buntem Seidenstoff. Siehe den Artifel: Etwas von der Weste. Die Weste ist mit einem Stragen aus weißer Waschseide verziert, der rundum mit glatter Häkelfante oder abgeschnittenem Hohlsaum abgeschlossen wird. Weiß seidenes Gürtelband durch Einschnitte gezogen, die Einschnitte sind mit Knopflochstichen zu umschürzen oder au paspeln. Kragen und Gürtel können auch in der Farbe des betreffenden Kleides gewählt werden. Der bunte Seidenstoff der Weste muß ebenfalls sehr gut in seinen Farben zur Farbe des Kleides passen. Schnittmuster in den 4 Normalgrößen 90-116 cm Oberweite erhältlich. Preis 40 Pf. Maßschnitt 2 M. Erforderlich 1 m bunte Seide 80 cm breit, 40 cm weiße Seide 50 cm breit. Schnittmuster F. H. 3. auf der ganzen Welt dem Menschen wohlzutun. Denn die Mutter will ja nichts für sich; das Gefühl, das die Natur in sie hineingelegt, daß das Kind ihr Geschöpf, für das sie auch in seinem Werden verantwortlich ist dies heilige Gefühl kann sie bis zur völligen Selbstentäußerung leiten. Die rechte Mutter wird so handeln, wenn sie ihrem Kinde förperliche Not und Schmerzen lindern, wenn sie ihm Kummer ersparen kann. Aber wenn es gilt, ihr Kind heranzubilden zu einem tüchtigen und charaktervollen Menschen, dann darf sie nicht sich selbst und ihren eigenen Willen hintenan stellen. Und lehret die Mädchen und wehret die Knaben", das bedeutet, daß jedes einzelne Kind nach seiner Eigenart behandelt werden muß; ein jedes wird die Mutter zum Nachdenken bewegen, wie sie am besten diese Eigenschaft fördert, jene bekämpft und beschneidet. Tief zu beklagen ist das Kind, welches nicht den liebevollen aber festen Willen der Mutter über sich spürt. Das Kind bedarf, um glücklich zu sein, der Führung, in der es sich sicher und geborgen fühlt. Und dann: Wie soll das Kind, das nicht erzogen, sondern verzogen wurde, später die rechte Stellung im Leben finden? Nach bitteren Kämpfen erst wird es erfahren, daß es nicht der Mittelpunkt der Welt ist und daß der eigene Wille sich dem Nebenmenschen anpassen und oft auch unterordnen muß. Oder aber diese Erziehung durch das Also nicht nur die Sorge für das förperliche Wohl und für die Erziehung des einzelnen ist der Mutter anvertraut. An ihr ist es vor allem auch, die Formen zu bilden, unter denen alles häusliche Leben sich vollzieht, und gemeinschaftlich mit dem Vater ist sie verantwortlich für den eigentlichen Inhalt des Familienlebens. Es ist schon oft geſagt worden: der Mann hat vor allem die Kulturgüter geschaffen, die uns in Kunst, Wissenschaft und Technik eigen find. Die Frau aber schafft die Sitte, fie gibt vor allem den Ton an für unser gesellschaftliches und soziales Leben. Und da fragen wir heute: Hat it deutsche Frau der letzten Jahrzehnte diefe ihre Aufgabe erfüllt? Ist sie sich im allgemeinen der großen Verantwortung als Trägerin des deutschen Familienlebens bewußt geworden? Wo ist dessen Wärme, seine Innigkeit und Gemütstiefe geblieben? Zeigt es nicht vielfach traurige Verödung, Leere, Veräußerlichung, ja noch schlimmeres? Hat nicht falscher Schein und eine herrische, unfittlich wirkende Mode Haushaltsführung und Kindererziehung nur zu oft in schlimmem Sinne beeinflußt? Wo blieb die Erziehung zu Wahrheit, Echtheit und Charakterfestigkeit? Wo wird die Achtung vor Redlichkeit, Charakterstärke und gesunder Urteilsfähigkeit gepflegt? Und wo die Duldsamkeit im öffentlichen Leben, die sich von Mensch zu Mensch grade dann bewähren soll, wenn in heißem Kampf der Geister die Ideen ausgefochten werden müssen? Kann denn unsere deutsche Mutter einverstanden sein mit den Formen, unter denen unser öffentliches Leben sich abspielt? Wir wissen aus der Geschichte, daß einzelne Frauen im Gesellschaftsleben eine große Rolle gespielt haben. Wir erinnern an den Kreis der Weimarer Frauen zu Schillers und Goethes Zeit, an Goethes Mutter, ferner an Karoline von Humboldt, an Rahel Varnhagen 1. a. Alle diese Frauen waren Angehörige einer ge hobenen Gesellschaftsschicht, in der sie großen Einfluß übten, der dann mittelbar auch in weiten Volfskreisen weiterwirfte. Unsere gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich heut von Grund aus verändert. Die durch unsere deutsche Verfassung geschaffene Demokratie, die„ Volksherrschaft", hebt die Vorrechte einzelner Schichten auf. Dafür aber legt sie auch jedem einzelnen die tiefe Verpflichtung auf, am Wohle des Volksganzen mitzuarbeiten. Auch die deutsche Frau verdankt der demokratischen Verfassung ihre Gleichberechtigung im Staat. Sie wäre es nicht wert, die Rechte der Staatsbürgerin zu besigen und diese Rechte hätten feinen Zwed, wenn sie nicht neben dem männlichen Wirken im öf fentlichen und politischen Leben die Richtung der Mutter in unser Volfsleben hineinführen würde. Wenn auch selbstverständlich viele eingeine Mütter instinktiv im Sin ne eines glücklichen u. gesun den Familienlebens wirken, der Gesamtheit ist diese heilige Verpflichtung heute noch nicht zum Bewußtsein gekommen. Und viele gutgesinnte Mütter find durch mannigfache Schäden unserer wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisseunbewußt und oft auchgegen ihren Willen in falsche Bahnen gelenkt worden. über alles die erwuchs, ersetze den Gassenhauer. Gesundheit für alle ihr anvertrauten Familienglieder, Gesundheit an Leib und Seele, das muß das vornehmste Biel unserer deut schen Mütter werden. Denn an der Familie wird auch unser Volk gesunden. Wie der einzelne hier den rechten Nährboden, den Mutterboden" finden muß für sein Gedeihen, so fann nur aus dem gefunden Familienleben das gesunde Volf erwachsen. Nur das Volk aber, das in seinem innersten Kern unversehrt ist, wird sich in der Gesellschaft der Völker dauernd behaupten. 17 4. Wandschrank in einem alten Gifelhaus. ses müssen die Frauen sich heute Flar werden: Die Frauenbewegung, die Deutschland heute braucht, wird vor allem die Bewegung der Mütter sein. Ganz deutlich liegen ihre Aufgaben vor uns. Die Mutter muß dem deutschen Familienleben eine neue Richtung geben. Echte Bildung und gute Sitte, Reinheit der Gesinnung, Friedfertigkeit und echte Freude am Schönen muß sie dort wieder heimisch machen. In Haushalt und Kleidung strebe die Mutter nach Schlichtheit, Zweckmäßigkeit und Schönheit, gute Bilder lasse sie an Stelle füßlicher oder sinnlich anreizender Darstellungen treten, die Werke unserer besten Dichter und Schriftsteller mache sie ihren Kindern zu eigen an Stelle der überall verbreiteten Schundliteratur, und gute Musif, die aus der Seele des Volkes 川 In Deutsch land hat die Mutterverehrung einmal ihre stärksten Wurzeln gefun den. Wir haben au unserer Zeit nichts mehr da von gespürt, der große Einfluß der Mutter im Bolfsleben war verloren gegan gen. Ihn bringt uns auch fein Wahtrecht zurück, sondern nur der Wille der Frau selbst, ihr Wille, die Verantwortung, die ihr im Bolks. leben zufällt, freudig auf sich zu nehmen. Die neuen Aufgaben der Mutter gehen über ihre natürlichen Aufgaben weit, weit hin. aus. Um fie er füllen zu fönnen, muß ihr ein neues Erkennen und ein neues Wissenkommen. Wenn die deutsche Mutter dies gewinnt und wenn sie danach handelt, so wird ihr Wir fen unsere deutsche Zukunft ref ten. Und wie im Hause, wo die rechte Mutter schaltet, alle Glieder freudig wohnen, so wird das Haus des Staates allen Bolfsgenossen nur dann die rechte Wohnung und die wahre Heimat sein, wenn die deutsche Mutter daran bauen hilft. Etwas vom richtigen Bauen Hierzu Abbildung 4. O Nicht vom Außenbau soll hier die Rede sein. Ob man dazu gebrannte Steine( ach, sie sind heute so schreck lich rar und teuer, dank der Kohlennot und der Versandschwierigkeiten!) oder ungebrannte Lehm- bazu nehmen foll; ob Veton, Formsteine oder sonstigen Ersatz, darauf wollen wir heute nicht eingehen Nur vom Innenbau und der Inneneinrichtung, als von dem, was für uns Frauen in ganz besonderer Weise von Belang ist, wollen wir uns unterhalten. Zur Zeit unseres wirtschaftlichen Aufstieges, der sog. Broßenzeit, wurden die Räume oft viel zu groß bemessen, man denke nur an das sog. Berliner Zimmer der üblichen Mietswohnung, das oft groß war wie ein Reitstall. Freilich, die übrigen Räume, die Schlafzimmer, auch die Küche waren meist weniger gut bedacht, wurden sie doch nicht von Fremden betreten. Die Familie fonnte sehen, wie sie fich in ihnen einzwängte. Die Höhe der Räume war meist übermäßig, so gar nicht unserem Klima nördlich der Alpen entsprechend. Die Wärme der winterlichen Heizung füllte nur die obere Hälfte des Zimmers. In all diese Fehler wollen wir nicht wieder verfallen, wenn wir, hoffentlich recht bald, von neuem zu bauen beginnen. Einfache, doch wohnliche Räume sollen entstehen, berechnet für die Bedürfnisse der Familie, nicht um Außenstehende zu blenden. Ba. Rüdanficht ப Run zur Inneneinrichtung: Es sei nur eine, besonders naheliegende Anregung gegeben. DiesenSommer bradjie ich einige Zeit in der Eifel zu, dort wo die Luxemburger Grenze nahe ist. In allen Häusern, alten und neuen, sah ich Wandschränke, herrliche, große, geräumige Bandschränfe. Sie fanden sich im Wohnzimmer und hatten immer gleiche Dreiteilung. Der obere Teil war verschlossen durch zwei Türen, die zusammen etwa die Form eines Quadrates bildeten, das mittlere Fach, beim Stehen in Greifhöhe, öffnete fich durch eine herunterzulassende Klappe, die, wie dies bei vielen alten Möbeln der Fall, zugleich als Tisch dienen fonnte. Ein herrlich bequemes Fach, um das Verschiedenartigste aus der Hand zu legen: Das Stridzeug der Mutter, den Tabaksfasten des Vaters, das Buch des Schulfindes, etwas zum Naschen für das Kleinste und was dergleichen Dinge mehr sind. Der untere Teil endlich, groß und geräumig, reichte von dieser Platte bis zum Fußboden; was fonnte nicht alles darin verstaut werden. Runde, gewölbte Messingscheiben mit Löchern versehen, zeigten oft an, daß dieser Teil für die Aufbewahrung von Vorräten bestimmt war. 4 -überall in der Gegend war der Einbau dieser Schränke üblich; man nennt sie dort Tafen.* Sollten nicht solche oder ähnliche Wandschränke sich auch in den neuen Wohnungen anbringen lassen? In der Küche z. B. würden sie einen Küchenschrank völlig entbehrlich machen. Welche Ersparnis auch an Holz, das wir für Wöbelzwecke doch 5. Bürokleid von Maria Dähne- Köln. Siehe den Aufsatz: Etwas von der Weste. Rod und Ärmel des Kleides find aus grün- braun gestreiftem Stoff, die Wefte ist aus grünem Tuch. Der dreiteilige Rock ist an ein Futterleibchen genäht. Das Leibchen wird in der vorderen Witte geschloffen. Die Seitent ie des Leibchens find mit Stoff zu besetzen, ehe die Ärmel eingenäht werden, weil die Weste nur lose übergezogen wird. Sie ist futterlos gearbeitet; Borderteile und Rüden sind etwas über Taillen schluß eingefraust, die Sträufelei ist auf ein Bändchen feitzu nähen. Die Gürtelteile sind den Borderteilen angeschnitten, sie werden vorn über Kreuz gelegt, das linte Gürtelteil wird durch einen Einschnitt im rechten Vorderteil nach außen geführt, der Ginschnitt ist au paspeln. Der Tüllap ist auf das Futterleibchen aufzutnöpfen. Normalschnittmuster in den Oberweiten 90-116 cm erhältlich. Rock und Leibchen 1 M. 50 Pf. Nach Maß gezeichnet: Rock und Leibchen 3 M. Weste 2 M. Erforderlich 1,75 m Futter 80 cm breit; 2,50 m ges Streifter Stoff, 100 cm breit; 1,25 m einfarbiger Stoff 100 cm breit, 40 × 40 cm Tüll. Schnittmuster F. H. 5. Weste zum großen Teil aus dem Ausland beziehen müssen! Welche Vereinfachung ferner bei einem etwa nötigen Umzuge. Wenn wir auch hoffen wollen, daß unsere fünftigen Eigenheime uns länger zu fesseln vermögen als die bisherigen Mietwohnungen dazu imstande waren. Immerhin, ein Wechsel wird sich nicht unter allen Umständen vermeiden lassen Wie froh wird man dann sein, weniger schwere Möbelstücke mitschleppen zu müssen. Dipl.- Ing. Wirminghaus. Etwas von der Weste Nicht von der Weste wollte ich sprechen, die seit langer Zeit einen unumgänglichen Bestandteil der Männerkleidung bildet. Freilich wäre auch von ihr manches zu erzählen. In meinem Besize ist eine schön gestrickte seidene Weste, die mein Urgroßvater getragen hat und die an die Zeit erinnert, als der feidene Frack, das feingefältelte Spizenjabot und die gestickte Brunfweste des Kavaliers mit der üppigen Kleidung der vornehmen Dame wetteiferte. Ich habe die Männermeste eigentlich nie recht leiden können. Sie hat mich immer an jene Etagenhäuser erinnert, die vorne eine elegante Fassade und hinten schlecht verpuzte Mauern zeigen. Nein, heute möchte ich von der Frauenweste erzählen, die uns die Mode als praktisches Kleidungsstück beschert hat. * Der Taten in der Wohne stube der alten Eifelhäuser lag stets an der gemeinsamen Wand von Küche und Stube, und zwar so, daß die gußeiserne, verzierte Wandplatte der offenen Feuerstätte gleichzeitig die Rückwand des unteren Gefaches Des Tatens bildete. Durch diese Platte wurde die Wohnstube, die teinen Ofen hatte, gewärmt. Die Öffnungen in den Türen dienten dazu, die erzeugte Wärme in den 28ohnraum hineinzulassen. Man benutzte die unteren Befache insbesondere zur Aufbewahrung von Milch. Die milde Wärme bewirkte ein schnelleres Absetzen des Nahms. Später, bei Benugung von Küchenherden, fiel die Erwärmung der Takenplatte fort, in der Stube mußte ein besonderer Ofen gesetzt werden, und das untere Gefach des Tafens hatte seine ursprüngliche Bedeutung verloren. Eine ähnliche Anordnung findet man in den älteren Häusern im Nordosten Frankreichs. - 5 Wenn von Mode die Rede ist, dann denken wir eigentlich immer an ihren oft so unberechtigten! Wechsel und ihre tollen Sprünge. Und doch mie nebenher bringt sie uns manchmal Dinge, die unmittelbar aus dem augenblicklichen Bedürfnis herausgewachsen find. Ein solches Kleidungsstück ist die Weste. Wir verstehen darunter alle ärmellosen Jacken oder Taillen. Und da hat uns die Mode die verschiedensten Arten und Formen beschert: Solche in furzer oder langer Jackenform, eng anliegend oder in lojen Falten und solche in miederartiger Form; in Tuch oder Wollstoff gearbeitet, in Seide gemustert, glatt oder bestickt. Auch Westen in einer Art Schalform gibt es und da ähneln fie den gestrickten Westen unferer Großmütter, die diese mit dem poetischen und vielsagenden Namen „ Seelenwärmer" bezeichneten. Die Westentracht ist nach drei Richtungen zeitgemäß. Erstens ist die Weste ein Kleidungsstück überher", das unserm Körper mehr Wärme erhalten fann, was wir in der Zeit der Kohlennot nur zu gut gebrauchen können, und das gleichzeitig megen des Fehlens der Ärmel nicht allzuviel Stoff erfordert. Zweitens fönnen wir unter der Weste ältere Blujen auftragen, die dann oft noch einen überraschend guten Eindruck machen. Und drittens fönnen wir mittelst der Weste manchmal noch ein elegantes Kleid hervorzaubern. Daß sie dem heutigen lofen KittelKleid erwünschten Halt gibt, sei noch nebenher erwähnt. erscheinungen ist. Vielleicht ist auch die Weste ein Klei dungsstück, das der Erhaltung lohnt. Die Verbrau cherin wird zu bestimmen haben, ob sie die Weste beibehalten will, ob diese, ähnlich wie die Männerweste, en dauernder Bestandteil der Frauenkleidung bleiben soll. 6. Westenfteid. Eine glatte, in einfachster Machart hergestellte Weste zeigt Abb. 6. Sie erinnert in ihrer Schlichtheit als eine Art Mieder an das bayrische Dirndlkleid, von dem wir nächstens eine Abbildung bringen werden. Freilich paßt dazu fein modisch frisierter Puppenkopf, sondern am schönsten steht dazu eine schlichte Flechten krone, die der Zeichner allerdings nicht dargestellt hat. Die Trägerin, nach der unsere Atbildung hergestellt wurde, besigt eine rote und eine grüne Tuchweste, von denen die erstere aus einem Kindermäntelchen, die zweite aus einem FrauenWintermantel hergestellt wurde. Sie trägt beide zu verschiedenen Röden und meist mit weißen Blusen. Und immer wirkt der Anzug schlicht vornehm und zugleich malerisch wie ein echtes deutsches Kleid. Siehe den Artikel: Etwas von der Weste. Die Bluje ist mit angeschnittenen Ärmeln gear beitet, fie wird in der vorderen Mitte geknöpft. Der Rod ist zweibahnig, Schlibeinschnitt in der hinteren Mitte. Der obere Rodrand ist einge traust und auf ein Miederband genäht. Die Weste wird über den Kopf gestreift und zu jeder Seite mit Knopf und Knopfloch geschlossen. Erforderlich 2 m zum Rod 100 cm breit, 2 m Blusenstoff 80 cm breit, 80 × 85 cm zur Weste. Schnittmuster in den 4 Normalgrößen 90-116 cm Oberweite erhältlich. Rock 70 Pf, Bluse 70 Bf., Weite 40 Pf. Vollständiger Anzug 1.50 M. Maßschnitt. Vollständiger Anzug 5 M., Rod 2 W., Bluse 2 W., Weste 2 W. AIS bor etwa 35 Jahren die Blusenmode auffam, da hörte ich eine Frau, die ein feines Gefühl für die Fortschritte des praktischen Lebens besitzt, sagen: Die Bluse wird nicht wieder aus der Mode kommen, es ist ein zu praktisches Meidungsstück. Diese Frau hat recht behalten. Hat die Bluse sich auch vielfältig geändert und manchmal auf Abwege begeben sie hat als Kleidungsstück nicht beseitigt werden können, wie es das Los fast aller ModeE8 tommt nicht alles darauf an, Nur gut zu fein: Frohsein ist mehr! Fang jede Freude ein und jeden Glanz. Qind winde alle Blüten Dir zum Kranz And fall zum Frohsein Dir ein Herz Bum Leichtsein Mut, Dann bist Du, wie Du bist, Biel mehr als gut. Gedichtsammlung: Bon Mensch zu Mensch" von 3ohanna Wolff. Frostbeulen und erfrorene Glieder Die andauernde Einwirkung höherer Kältegrade auf den menschlichen Organis mus ruft eine frankhafte Veränderung hervor, die sich auf den ganzen, oder einzelne Teile des Körpers erstrecen kann. Was die Einwirkung der Käite auf den Gesamtorganismus betrifft, so kann dieselbe in turzer Zeit den Tod herbeiführen. Die örtlichen Einwir fungen der Kälte sind nach dem Temperaturgrad und der Dauer der Kälte verschieden. Wenn es bei uns auch direkt noch nicht vorgekommen ist, daß ein Mensch an erfrorenen Gliedern gestorben ist, so tann doch, abgesehen von allen Schmerzen dadurch die Gefundheit arg beschädigt werden und es ist daher notwendig, einem schlimmeren übel durch gute Rat schläge vorzubeugen. Gesicht, Hände und Füße sind am meisten der Kälte ausgesetzt und daher gibt es in der Hauptsache erfrorene Finger, Zehen, Ohren und Rafen. Nun gibt es verschiedene Arten von erfrorenen Gliedern und wir wollen mit dem harmlosesten Grad beginnen. Das von der Kälte betroffene Glied rötet sich und wird allmählich steif. Bugleich entsteht ein heftiger Schmerz, obwohl eine Berührung gar kein Empfinden veranlaßt. Die Röle geht bald ins Blaue oder Violette über und nun verschwindet auch allmählich das Schmerzgefühl und eine völlige nempfindlich keit des betreffenden Gliedes stellt sich ein. Erst wenn der Betroffene in ein wärmeres Zimmer fomint, verspürt er wieder den heftigen Schmerz und da heißt es nun vorsichtig aber stetig das erfrorene Glied reiben. Man achte auch darauf, daß der Temperaturwechsel nicht zu rasch vor sich geht, denn für das erfrorene Glied ist es ein großer Nachteil, wenn plöbliche Wärme daran kommt. Hier Tann nur die Blutzirkulation helfen, die durch Neiben des Gliedes stärker als sonst in Tätigkeit tritt. In vielen Fällen geht diese leichte Erkrankung wieder zurück. Anders ist es, wenn das Erfrieren einen stärkeren Grad an genommen hat. Der Erfrankie bemerkt bald, wie sich an dem erfrorenen Gliede Blafen bilden, die Haut entzündet sich, ja mitunter kommt es sogar so weit, daß Geschwülste mit jauchiger Absonderung entstehen, durch die an Händen und Füßen mitunter die Knochen blosgelegt werden. Der höchste Grad der örtlichen Erfrierung ist die entweder sogleich oder nach einer vorausgegangenen Entzündung entste hende Ertötung des Teiles, die Verwandlung desselben in eine schwarze, allmählich hartwerdende Masse, wobei es zum völligen Absterben des betreffenden Gliedes kommt. Diese Erscheinung, - 6 die erfreulichermaßen nur selten auftritt und als Brand be= zeichnet wird, darf natürlich bei den kleinen Gliedmaßen, Fingerspiben oder Zehen abgewartet werden, bei anderen Gliedern ist schnellstes Amputieren unbedingte Notwendigkeit. Eine eigentümliche Form der durch die Kälteeinwirkungen entstandenen Gewebsschäden stellen die Frostbeulen dar. Sie finden sich in der Regel an den Händen und den Füßen und ganz besonders bei Menschen, die viel der Nässe ausgesetzt sind. Auch Blutmangel begünstigt das Auftreten der Frostbeulen und so erklärt es sich, daß man dies felben beim weiblichen Geschlecht öfters findet als beim Manne. Am bekanntesten ist der Frosts ballen an der großen Behe. Man hat gegen dieses Leiden verschiedene Mittel angewendet. Gute Dienste leistet das elastische Kollodium, das man auf den Frostballen aufstreicht. Auch eine Bepinselung mit Jodtinktur ist ratsam, ferner wird als einfaches und zuverlässiges Mittel das Heftpflaster empfohlen. Die betreffende wunde Stelle wird mit etwas angewärmtemt ameri tanischem Heftpflaster betlebt, das man 3-5 Lage liegen läßt und dann entfernt. Ebenfo rühmt man den Meerrettich als vorzügliches Heilmittel. Man schneidet eine Stange in Schei ben und überbrüht sie mit reichs lich einem Liter Wasser. In dieser Brühe badet man die bes treffende Stelle recht heiß, und zwar etwa 14 Tage lang. Die Frostbeulen sollen daraufhin bollständig verschwunden sein. Besteht nur Rötung der Haut, haben sich direkte Blasen noch nicht gebildet, so legt man Bleis salbe, die man auf Leinewand gestrichen hat, auf, oder mache dreimal am Tage Bleiwasserumschläge von viertelstündiger Dauer. Bei starkem Frost ist das Abel oft weniger lästig als beim Übergang von Frost zu Taus wetter. Zu solchen Zeiten kann es durch heftiges Brennen und Juden, hauptsächlich des Nachts, wenn die betreffenden Teile im Bett warm geworden sind, zur unfäglichen Qual werden. Im Sommer ist gewöhnlich nichts von den Frostbeulen zu sehen. doch treten sie im Winter mit ziemlicher Sicherheit wieder auf und es ist daher sehr ratsam, bei beginnender Kälte die Beu len sorgsam und dauernd zu behandeln, damit ein Wieder tommen vermieden wird. M.Tr. Rein Tand Rein Gewand Offne Hand! ( An einem alten Schrank). Much Mundspülen und Gurgeln werde nie vernachlässigt Ebenso muß das Kind genügende Zeit zum Anziehen haben, sonst stürzt es mit halboffenem Mantel, durch den weit ge öffneten Mund„ atemlos" die falte Luft einatmend, zur Schule und zieht sich leicht eine Erkältung zu. Auch zum ruhi, en Essen und genügenden Rauen des Frühs stücks gehört Zeit. Diese sich zu nehmen, muß man die Kinder nötigenfalls awingen. Sie dürfen morgens nicht im Stehen Kaffee oder Suppe brühend heiß hinuntergießen und das Brot 7. Ginfaches Festkleid für junge Damen. Das Kleid ist aus weißem Schleierstoff. Ausschnitt, Armel und Rockrand find mit eingetrauſter Köpfchenrüsche abgeschlossen, am Ausschnitt und Ärmelrand ist ein feines Spitzchen mit gefraust um einen besonders duftigen Abschluß zu erzielen. Gürtel aus Seidenband. Das Kleid wird in der Rückenmitte mittels Osen und fleiner Rugelknöpfe geschlossen. Dazu wird ein einfaches leicht anliegendes Unterkleid getragen, das am Ausschnittrand genau der Form des Kleides folgt und mit schmaler Spike berandet ist. Am unteren Nand ist ein 4 cm breiter Umschlag mit Hohlsaumnaht festgehalten, darüber sind drei fleine Säumchen eingesteppt. Erforderlich 4 m Schleierstoff 100 cm breit, 3 m Batist 80 cm breit zum Unterkleid. Nor malschnittmuster in den Oberteiten 82, 86, 90 und 98 cm er hältlich. Kleid 80 Bf., Unterfleid 80 Pf. Maßschnitt: Kleid 2,50 M., Unterkleid 2,50 M. Schnittmuster F. H. 7. Morgens vor Schulanfang im Winter Rachbruck verboten. Die Stunde vor Schulanfang ist für den Gefundheitszustand des Kindes namentlich im Winter von großer Bedeutung. Steht es zu spät auf, so vernachlässigt es seines Körpers Nahrung und Notdurft, was ihm förperlich entschieden zum Nachteil gereicht und seine geistige Tätigkeit in der Schule stört. Um zur rechten Beit aufstehen zu können, müssen die Kinder abends zeitig ins Bett gehen. Borher sind noch die für den nächsten Schultag nötigen Bücher zu paden. Morgens müssen fie sich in aller Ruhe rein waschen und recht gründlich abtcocknen; denn mit feuchter Haut und mit Wasser im Gehörgang in die winterliche Morgenfälte hinauszulaufen, ist sehr schädlich. hastig verschlingen, oder aus Angst vor dem Zuspätkommen überhaupt nichts essen. Gerade in der falten Jahreszeit muß die Körpermaschine gleich morgens gut angeheizt werden, und die Nabrung liefert die Heizstoffe. Ebenso wichtig als die Kah rungsaufnahme ist ein anderes Geschäft, welches regelmäßig jeden Morgen noch zu Hause mit Muße erledigt werden soll: des Leibes Notdurft. Sehr be herzigenswert ist, was in diefer Beziehung Profeffor Dr. O. Stohl rausch sagt:„ Ich habe alte und fehr erfahrene Familienbäter und Mütter gefannt, die neben andern Erziehungsgrundsätzen es für eine goldene Regel erklär ten, die Kinder von klein auf aur rechtzeitigen Befriedigung des Stuhlbedürfnisses anzuhal ten. Jedes Kind mußte dies morgens vor der Schule tun, es mochte einzuwenden haben, was es wollte. Die Natur gewöhnt sich so leicht an die Regelmäßig teit in dieser Beziehung. Die Ärzte könnten manchem einen lebenslänglichen Arzneigebrauch ersparen, wenn sie auf diese scheinbare Kleinigkeit achteten und in den Familien, die sich ihrer Obhut anvertrauen, ein Wort zur rechten Zeit redeten." Professor Dr. Ebstein, der bedeutende Göttinger Silinifer, schreibt: ,, Besonders bei Mädchen bedingt unzeitige Zimperlichkeit eine früh zeitig beginnende Stuhlträgheit und hartnädige Verstopfung, welche die eigentliche Ursache von bielen späteren chronischen Leiden wird". Jung gewohnt, alt getan! Mögen dies die Eltern stets be Herzigen und die Stunde morgens vor dem Schulanfang bes fonders im Winter zur förperlichen und geistigen Gesundheitspflege ihrer schulpflichtigen Lieblinge genau überwachen. Dr. Thraenhart. Gin Gigengewand 8ft besser als Buz und Tand, Selbst gewebt und gesponnen 3ft nicht mit der Mode zerKleine Ratschläge ronnen! Noch niemals ist das Wort sparen so sehr an die Frauen herangetreten wie jept. Vor allem ist gegenwärtig der Mangel an Brennmaterial schlimm. Um Brennholz zu sparen, lege man Abends in die glühende Asche ein fest in Beitungspapier eingetideltes Brikett. Man schließe Klappen und Türen des Ofens. Des Morgens genügen einige Stückchen Papier, ein gerkleinertes Brikett, um bald wieder Feuer zu haben. Urheber unen unserer Vorlagen: Frau Gertrud Kopp, KölnBickendorf Abb. 1 und 2; Marie Dähne, Köln, Abb. 5; Bertha Seifert, München, Abb. 6; Agnes Gerlach, Abb. 7; Paula Selber, Straubing( Niederbayern), Abb. 8; Maria Pleve, KölnKlettenberg, Abb. 9. -78. Gefridtes Kinderhäubchen. Unsere Abbildung zeigt ein besonders hübsches Häubchen, das am besten aus farbiger Rotkäppchenwolle glatt gestridt wird. Für ein 3 jähriges Kind werden 65 Maschen aufgesch gen, am Schuß jeder Nad. 1 abge= nommen bis zu 28 Maschen, bann. wird am Schluß der Nadei bis zu 60 Maschen wieder zugenome men und abge= mascht. Die beiden schrägen Seiten werden je und je überwendlich zur Häubchenform zusammenges näht und außen herum von anders farbiger Wolle 2-3 Reihen feste Maschen gehä felt. Zu den Blümchen häkelt man einen Ring von 3 Luftmafchen und häkelt 5 feste Maschen in den Ring, dann kommt in jede Masche von andersfarbiger Wolle 1 feste Wasche, 2 Stäbchen und 1 feste Masche, bis man so fünf Blütenblättchen hat. Man häkelt aus verschieben- farbigen Wollresten nun 12 folche Blümchen und näht in jede Ecke des Häubchens 6 in Kranzform, bei kleineren Häubchen auch nur 3 Blümchen. Mit grüner Wolle werden dann mit wenig Stichen noch einige Blättchen hineingestickt. Unten an die beiden Ecken des Häubchens tommen Seidenbänder in passender Farbe. Schnittmuster für 1-3, 3-5 und 5-7 Jahre erhältlich. Breis 30 Pf. Schnittmuster F. H. 8. 9. Schal, Müge und Faufthandschuhe in Stridarbeit, Aus acht Strang blauer und einem Strang brauner Dochtwolle zu je 50 g sind die vorliegenden Modelle gearbeitet. Zum Schal schlägt man 25 Maschen auf, die man glatt rechts ab strickt, dann seht das Muster ein, das ganz gleichmäßig hin und her gehend gearbeitet wird. Die erste Masche wird abgehoben, dann stets ein Umschlag, 1 Masche wie links abheben, 2 Maschen rechts zusammenstriden, die letzte Mas fche einfach rechts. Auf den folgenden Nadeln liegt der Umschlagfaden vor der rechts erscheinenden Masche, mit 9a der er zusammen gestrickt wird. Siche Abb. 9a Teilansicht der Strickerei. Für die Müge schlägt man 21 Maschen auf, strict das Kopfteil etwa 46 cm, legt es doppelt und hoch, näht an beiden Seiten zusammen. Oben wird es von innen zu fammengezogen, um die Kopfform zu erhalten. Ein Rand wird in der erforderlichen Länge und 10 Maschen Breite quer geftridt und der Müze aufgenäht. Der braune Schmudstreifen wird hierbei mit zwei nebeneinanderliegenden losen Kettenstichen auf den Randteil aufgenäht. 19 Ma schen Anschlag gebraucht man für die and. fchuhe, die breite Manschetten erhalten. Man strict 9b 25 cm lange Teile, näht die viereckigen Stücke an den Seiten ausammen, oben werden einige Maschen abgenommen, die übrigen zusammengestridt. Für den Daus men bleibt eine Queröffnung frei, man nimmt die Randmaschen auf und strickt den Finger ein, der ebenfalls hin und her gestrict und nachher zusammengenäht werden muß, oben nimmt man start ab und spizt zu wie beim Strumpf. Will man den Daumen ohne Naht haben, tann man ihn abwechselnd 1 rechts, 1 links arbeiten. Der Verlag gibt Normalschnitte oder Schnitte 10. und 11. Samtmäte mit weißem elaftreifen und weißer Schal mit schwarzer Silucret. Das Kopfteil des Samtmüßchens ist nur mit dünnem Futter zu unterlegen, es wird in ein Bündchen gefaßt, das steife Leineneinlage erhält. Die Krempe ist mit feiner Leineneinlage zu arbei ten, am Rand ist ein dünner Hutdraht einzunähen. Das Bündchen wird vollständig vom Belgstreifen verdeckt. Schnittmuster für 6-8 und 8-10 Jahr erhält lich. Preis 40 Pf. Der Schal ist aus weißem Flauschstoff etwa 1 m lang und 20-25 cm breit zu arbeiten, er wird mit schwarzer Wolle vergiert, indem man längs durch den Schal einige Faden Wolle im Webstich durchzieht. An den Enden wird in tunesi fchem Stidstich das Mus ter so eingeftidt, daß beide Seiten gleichmäßig fauber sind. Die Enden des Schals werden zusam mengezogen und mit ei ner Quaste abgeschlossen. Auch einfarbig gewebte, 9, 10 und 11 fertig fäufliche Schale fönnen in dieser Weise mit farbiger Wolle verziert werden. Schnittmuster F. H. 10 und F. H. 11. 12. Regenmühe. Die Form dieser Mühe schmiegt sich so gut der Kopfform an, daß sie auch bei Wind ohne Befestigung getragen werden fann. Je nach Stoffart und Farbe und Stickereischmud kann fie von Kindern oder Erwachsenen getra gen werden. Sie be steht nur aus Kopfa und Randteil, die Krempe fann belie big herabfallend oder aufgeschlagen getra gen werden. Erfor derlich 40x25 cm Stoff für 12-16 Jahr. Schnittmuster für die Kopfweiten bon 50--60 cm ers hältlich. Preis 40 Pf. Stidereimuster 1 M. Schnittmuster F. H. 12. Zur gefl. Beachtung Wir machen unsere Leserinnen darauf aufmerksam, daß bon jetzt ab alle Zuschriften, die den Bilderteil unserer Zeitfchrift angehen, an Frau Luise Düben, Karlsruhe i. B., Karlfriedrichstraße 14 zu richten find, alle Zusendungen für den redaktionellen Teil an Frau Röhl, Köln- Klettenberg, Stenzelbergstr. 17. zuzüglich 25% Teuerungszuschlag. Unsere ungeschnürten Normalfiguren gezeichnet. nach Maß gezeichnet zu den am Schluß Gutschein für Schnittmusterversand Normalſchnitte werden nach mittelgroßen jeder Beschreibung angeführten Preisen ab Bei Einsendung dieses Gutscheins wird nur 10% Zencrungszuschlag erhoben. Maße der Normalschnitte für Erwachsene Maße der Normalschnitte für Jungmädchenkleider Groje in Obers Gürtels Bordere Rückens Rods Alter liftenweite cm weite weite Länge länge Länge I 90 II 93 III 106 IV 116 8888 70 90 75 103 80 114 -86 125 15 cm unter dem Gürtels 36 36 100 Sup gemessen 38 37 102 39 38 102 12-14 Jahre 14-16 16-18 Obers Würtel weite weite 82 86 Giftenweite Bordere Ricken Rod Länge länge länge 64 84 34 35 66 88 35 55 36 65 42 90 70 90 36 36 85 2 38 39 102 Abreffe: Den Betrag für die gewünschten Schnitte und 20 Pf. für Porto wolle man mit der Bestellung einsenden, andernfalls erfolgt Zusendung mit Nachnahme. Ausführliche Anleitung zum Magnehmen ist vom Verlag 8. Branusche Holbuchdruderel u. Berlag Karlsruhe i. B., Karlfriebrichstr. 14. zu beziehen. Wir bitten bei Bestellungen, von Normalschnittmustern die genaue Größe anzugeben. Turnbücher von Maul Gerätübungen und Epiele für das Mädchen- und Frauenturuen. Dritte Auflage( XVI, 234 S.) fart. M 3.20 und Teuerungszuschlag. Verlag der G. Braunschen Hofbuchdruckerei in Karlsruhe i. V. Bestellschein In offenem Briefumschlag für 5 Pfg. als Drudfache zulässig. ( An eine Buchhandlung zu richten oder an den Verlag) Unterzeichnete bestellt aus dem Verlage der G. Braunschen Hofbuchdruckerei, Karlsruhe in Baden: Neue Frauenkleidung und Frauenkultur Stück vom 1. Januar 1920 an. Probeheft mit Schnittmuster- Bogen unberechnet und portofrei Stück Deutsche Frauenkleidung. Handbuch, herausgegeben vom 2e band für deutsche Frauenkleidung und Frauenfultur. Kleiderstreckung " 88 Für unsere Kinder. 3. Auflage 09 " Einfache Kleider Das Kleid der arbeitenden Frau H. M. Berg, Zuschneideschule für die DamenSchneiderei Buschneidelehrbuch Band I • M2.50 . Mappe 2. " 2.40 2.20 " 1." 2.40 " • 4.80 " Band II. 4.60 Band III • in Vorbereitung 4.80 2." 0.90 19 2.50 " in weiß Leinen geb. 3.90 " 2.20 " 2.80 " Das Eigenunterkleid Die Frau und ihr Kleid Mahbuch » Kiesewetter- Steffahny, Das Baby( 2. Aufl.) kart. 20 " " Thierbach, Abformungskleider. 2. Auflage Steffahny, Mädchenhandarbeiten, geb... Die neue Nadelarbeit in der Volksschule. Bon Anna Mundorff. Mit zahlr. Abbildungen. 7 Heste( 2. bis 8. Schuljahr). Stück Hejt I( 2. Schuljahr) ad Rª Ein Segen für werdende Mütter. Ausführliche aufttärende Schel ten gratis durch Hamburg Amo pofthof Fergen 6.2 deswegen Jhren Arztl Rad- ToVersand G. m. b. H. oder durch alle Apothe? en, Drogerien, Reformgeschäfte, Sani.dis geschäfte und Bandagiften. ca. 100,000 glänzende Anerkennungen von Frauen, welche Rad- Jo anwand en Geprüft und begutachtet oon hervorragenden Arzten u Professoren, u. a mit grořem Erfolg angewandt an Iner deurften univerfi äts- Frauenklinik. 1.80 1.60 " • 2." 3.20 " " -.25 3." f 1.50 17 • • 2.-.80 10 3. " • • -.35 " . • 1.20 " . 1.60 " In Kürze erscheint: Kalendergeschichten bon Heinrich Würtenberger mit Zeichnungen von G. Liebich. Breis ca. 8. Mart. Im Kalender„ Der Landwirt" hat Würtenberger, der alte Kalenderer auf der Eversteinburg, diese Geschichten zuerst veröffentlicht und ihnen Freunde erworben bis zu den einsamsten Höfen des Schwarzwalds. Nun wird sich erweisen, daß sie im Buch gesammelt, auch vor anspruchsvolleren Lefern bestehen können. Zu beziehen durch jede Buchhandlung und vom Verlag der G. Braunschen Hofbuchdruckerei, Karlsruhe i. B. II( 3. • 19 " 17 " " III( 4. " IV( 5. " " " " " Das Kleid der Frau als Ausdruck deutschen Wesens und deutscher Kultur. Von Frau E. Cadenbach . Birke, die fleischlose Küche in der Kriegszeit, geb. Hinterm Plug zur Kriegszeit. Erlebnisse eines Stadtfindes. Herausgegeben vom Vater ändischen Frauenverein Trier Fräulein Großknecht. Er ebnisse eines Stadtkindes. Herausgegeben vom Vaterländischen Frauenverein Trier Dreßler, Grundlagen der Krankenernährung Taschenkalender für kleingartenbau 1920 Horn, Hausangestellten- Frage " DO " 2 " Aus Krankheitstagen für Krankheitstage. Er ist unser Friede Auf alle Preise erfolgt noch ein Teuerungszuschlag von z. 8t. 60% ( Betrag ist nachzunehmen- folgt auf Postscheck- Ronto Nr. 992 Karlsruhe) Drt, Straße und Hausnummer Name, Stand Abformungskleider Eine neue Art, ohne besondere Vorkenntnisse billige Kleider herzustellen Von Marie Thierbach Mit 15 Abbildungen und 1 Schnittmusterzeichnung Zweite Auflage Preis M2.20 Das Baby Für unsere Kinder 131 Borbilder für deutsche Abbildungen von Babykleidung, Schnittübersichten, Teilansichten, bazu Kleidung, Wäsche, Handarbeit Bearbeitet und herausgegeben von erklärender Text Doris Kiesewetter und Hermine Steffahny Zweite Auflage Herausgegeben von der Schriftleituna der Zeitschrift Neue Frauenkleidung und Frauenkultur" Preis fart. M 2.50, geb. 3,90 Dritte Auflage Preis M 2.40 Verlag der G. Braunschen Hofbuchdruckerei in Karlsruhe i. B. Herausgeberinnen: Elisabeth Röhl, Else Wirminghaus, beide i Köln fird Deutsche Frauenkleidung Handbuch mit 160 Abbildung. u. einem Schnittmusterbogen Herausgegeben vom Verband für deutsche Frauenkleidung und Frauenkultur Preis M 2.50 und Teuerungszuschlag Taſchenkalender für Kleingartenbau 1920 Herausgegeben von Frit Withum Preis 3.- Mart Allgemein wird an diesem Taschenkalender die zweckmäßige und übersichtliche Einteilung gelobt. Be fonders für Anfänger ist dieser Kalender eine gute, flar verständliche Anleitung, sich das für den Haushalt benötigte Gemüse zu bauen und den Kleingarten gedeihlich und ertragreich zu bewirtschaften. " Wir empfehlen ihn daher bestens." Bund der Landwirte. das ungemein reichhaltige, praktische und billige Büchlein.." Ev. Gemeindebote. Verlag der G. Braunschen Hofbuchdruckerci, Karlsruhe i.B. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: G. Röht, f. b. Bilderteil: 2. Düben- Karlsrrhe Erfüllungsart Karfarnbe i.. die Berlag in Karlsruhe 1. B. senden. 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