Jahrg. 2 1920 Heft. 11 12. Juni Die Frau und ihr Haus Zeitschrift für kleidung Gesundheit Körperpflege und Wohnungsfragen Beilag e 3#r „ O Ferienzeit, Du gold'ne Zeit!" A Für die Stadtfinder sind die großen Ferien in jedem Jahre von höchster Bedeutung; viel wichtiger für fie, als für die Kinder auf dem Lande. Das Landkind hat täglich frische Luft, Bewegung im Freien; es hat Abwechslung reinster Art, wenn es durch Wald und Feld streift, wenn es im hügeligen Land, am Flüßchen oder am See wohnt. Die Ferien bedeuten ihm weiter nichts als Befreiung vom lästigen Schulzwang. Meist ist es zwar so, daß Arbeit in erhöhtem Maße von ihm gefordert wird, besonders zur Zeit der Ernte. Deshalb finden wir auch in den Gegenden Deutschlands, in denen Landwirtschaft vorherrscht, geteilte Ferien: Kornferien, Kartoffelferien. Gut wäre es aber dem Landkind, wenn es dann und wann zu längerem Aufenthalt in die Stadt käme: es wächst nicht weltfremd auf, wenn es einmal im Industriegebiet die großen Schlote rauchen sah; wenn es die Massen der rußigen Gestalten erblickte, die in Fabriken arbeiten, in denen allerlei nütliche Geräte für Gleichheit Haus und Küche und für die Landwirtschaft hergestellt werden. Früh zeigt sich dann gewiß die Erkenntnis, daß Stadt und Land ohne einander und jedes für sich nicht leben und gedeihen können. Umgekehrt ist es von heilsamstem Einfluß, wenn recht vielen Stadtkindern die Möglichkeit gegeben wird, einige Wochen auf dem Lande, in der Landwirtschaft, zu verweilen. Gegenwärtig treibt in Deutschland allerdings die grinsende Not dazu, daß wir uns mit aller Kraft für die Verschickung von Stadtkindern aufs Land befassen. Die Entbehrungen der Kriegs- und Nachkriegszeit haben unsäglichen Schaden getan, und wenn hier nicht geholfen wird, sind„ englische" Krankheit, Bleichfucht und Tuberkulose in furchtbarstem Umfange Volksfrankheiten. Nicht erst frank werden lassen! Das ist bekanntlich der Wahlspruch der sozialen Fürforge. Die Ursache aller übel bekämpfen! Das ist die beste Wohlfahrtspflege! Aber Alle können nicht aufs Land. Wenn auch die schwächsten Kinder der unbemittelten Schichten unseres 148 149 160 151 152 153 154 G.KR 82 148 149 Abb. 148-154. 150 Für die Kinderkleider wähle man praktische, doch hübsche Stoffe, die möglichst licht und waschecht sind. 148. Kleid aus sandfarbenem Leinen mit buntem Battunbesatz. Einfacher Kittelschnitt mit angeseztem Röckchen. Im Vorderteil zwei abgenähte Falten. Rückenschluß. Erforderlich 1,30 m einfarbiger Stoff 80 cm breit, 30 cm bunter Stoff 80 cm breit. Schnittmuster F. H. 148. 149. Kleid aus blanem Stoff mit weißem Karoftreifen. Blendenbesatz aus einfarbigem blauem Stoff. Kurzes Leibchen mit eingesetzten Ärmeln. Rückenschluß. Auch in einfarbig grau oder blau mit blauem oder rotem Blendenbesag. Erforderlich 1,50 m Stoff 80 cm breit, 30 × 80 cm Stoff für die Blenden. Schnittmuster F. H. 149. 150. Rittel für kleine Knaben. Aus blauem oder grauem Leinen zu arbeiten und mit blauweißem Wäschebörtchen zu besetzen. Drudfnopfverschluß in der vorderen Mitte. Die Höschen find an ein Leibchen genäht. Erforderlich 2 m Stoff 80 cm breit, 1,75 m Wäschebörtchen. Schnittmuster F. H. 150. Stoffangaben für 3-5 Jahr. Normalschnittmuster für alle Abbildungen erhältlich für 1-3, Volfes berücksichtigt werden, viele bleiben in den Ferien in der dunstigen staubigen Großstadtenge. Nun muß man zugeben, daß moderne Stadtverwaltungen ernste Anstrengungen nach dieser Richtung hin machen. Sogenannte Ferienkolonien, Wanderungen nah und fern umfaßten eine große Anzahl Kinder. Das ist jedoch alles nicht umfassend genug, und besonders jüngere Kinder kommen dabei schlecht weg. Sehr zu begrüßen waren die Kinderausflüge, die von größeren Frauenorganisationen( besonders von sozialdemokratischen) für die Ferienzeit ins Leben gerufen wurden. Den Anfang machte der Verein Schöneberg b. Berlin mit städtischer Hilfe.( Die Stadt lieferte die Fahrgelegenheit nach dem Grunewald.) Der Verein brachte durch Sammlungen Geld auf für Milch und Brötchen; beteiligt waren im ersten Jahre durchschnittlich 700 Kinder. Alle Kinder im schulpflichtigen Alter, auch eine Anzahl kleinerer Geschwister, wurden mitgenommen. Die Einrichtung machte Schule, andere Städte folgten. Als Beispiel greifen wir Frankfurt a. Main, Köln a. Rh. und Neukölln b. Berlin heraus. Während des Krieges ruhten die Bestrebungen. Aber vom vorigen Jahre konnte ein Aufleben der Ferienspiele berichtet werden. So hatte der Magistrat von Neukölln eine erhebliche Summe für diese Zwecke bewilligt, Suppenfüchen auf dem Spielplat eingerichtet. und die Kinder täglich hinausführen lassen. In Köln a. Rh. bekam die große Schar an drei bis bier Spielnachmittagen in der Woche Kakao und 3micback aus städtischen Mitteln. Es ist beinahe unnötig, über den Wert des Spielens nach dem erprobten Muster große Worte zu machen. In jeder Hinsicht ist der Beweis erbracht, daß erzieherisch unendlich viel gewonnen werden kann. Es ist natürlich kein Ersatz für den Landaufenthalt mit Eiern, Butter, Milch und gutem Brot. Der Nachmittagsimbiß, der ja mindestens gegeben werden muß, fann unterernährten Kindern zu feinem normalen Gewicht verhelfen. Aber wenn der Weg zum 151 151. Waschkleid mit besticktem Jäckchen. Das Kleidchen ist aus graublauem Waschkrepp. Das Röckchen mit hochgeschnittener Vorder- und Hinterbahn ift einem Futterleibchen aufgenäht. Das Jäckchen ist mit Halbkreisen in Knopflochstich mit Perlgarn in grün, ret, rosa und ockergelb bestickt. Die Ränder des Jäckchens sind mit Häfelzaden abgeschlossen und mit einer Luftmaschenreihe besetzt, einfache Luftmaschen häkeln und mit der linken Seite nach oben aufnähen. Die Schnur ist aus dem Berlgarn gedreht. Den vorderen Rändern find gleich Ösen für den Schnurdurchzug angehäkelt. Im Rücken wird das Jäckchen durch Spangen zusammengehalten. Schluß des Kleidchens born links am Rand der Vorderbahn. Erforderlich 1,50 m Stoff 100 cm breit, 30 × 80 cm Futter. Schnittmuster F. H. 151. 152. Kittel für kleine Kinder. Am hübschesten aus hellem, einfarbigem Stoff mit Häkelbörtchen aus fräftigem rotem oder grünem Perlgarn. Kurzer Schlitz in der vorderen Mitte. Am Ausschnitt schmale Blende, durch die eine Schnur geleitet wird. Erforderlich 1,50 m Stoff 80 cm breit. Schnittmuster F. H. 152. 153. Blusenkleid. Die Bluse ist aus heller Rohseide, Röckchen und Mieder aus erdbeerfarbener Rohseide mit schwarzer Seidenstickerei. Das Mieder wird an den Schultern und an den Seiten mit schwarzen Samtschleifen zusammengebunden. Die Bluse wird am unteren Rand in ein Bündchen gefaßt, auf das das Unterröckchen aufzuknöpfen ist. Die Stickerei ist im Stiel- und Knopflochstich auszuführen. Erforderlich 75 cm helle, 1,25 m farbige Seide 80 cm breit. Schnittmuster F. H. 153. 154. Mittelanzug für Knaben. Kittel aus sandfarbenem Leinen, Kragen, Gürtel und Höschen aus blauem Leinen, letteres an ein Futterleibchen geknöpft. Erforderlich 1 m helles, 1 m blaues Leinen 80 cm breit. Schnittmuster F. H. 154. 3-5 und 5-7 Jahre. Preis 60 Pf., nur Abb. 152 Preis 40 Pf. Spielplatz mit Volksliedgesang gefürzt wird, wenn auf der Wiese oder im Wald die alten schönen Spiele geübt werden, wenn mit roten Wangen und blizenden Augen der Ball verfolgt, der Reifen geschlagen, ja wenn von den Mädelchen ein bunter Reigen getanzt wird, dann fliegen die Stunden rasch, und nur die Freude auf den kommenden Spieltag läßt den Abschied weniger schmerzlich sein. Man muß es erlebt haben, wenn hundert Fingerchen sich heben, um sich für das Dornröschenspiel als Heldin zu melden. Man muß das fröhliche, herzliche Lachen gehört, in hundert leuchtende Augenpaare geblickt haben, um den Wert eines solchen Nachmittags boll zu begreifen. Die Stadtverwaltungen haben große Aufgaben; sie können sie allein nicht lösen. Sollen möglichst viele Kinder, die feine Ferien auf dem Lande verleben können, hinausgeführt und beschäftigt werden, dann sind Helferinnen nötig. Zum größten Teile müssen das freiwillige Hilfskräfte sein, die von Frauenvereinen gestellt werden. Nicht zu empfehlen ist, daß Lehrerinnen, die gewiß gern mithelfen, wenn sie nicht ver reisen, sich dort beteiligen, wo Kinder ihrer Schulen spielen. Man wird stets beobachten, daß dann die kleine Schar nicht so gern, so zwanglos und unbekümmert spielt. Ein Wort noch zu den Plägen. In den wenigsten Städten ist genügend Bedacht darauf genommen worden, daß Kinder spielen müssen. Wohl ist da und dort ein schöner Park mit wohlgepflegtem Busch- und Baumwerk, mit zierlich eingefaßten Rasenfledchen und Blumenbeeten. Wohl auch ein kleines Wasser ist da. Aber der wundervolle seichte Weiher ist zwedlos, wenn an heißen Sommertagen die Jugend nicht darin planschen darf. Und der kleine Teich hat seinen Zweck verfehlt, wenn man im Sommer nicht darauf rudern und im Winter nicht Schlittschuhe Laufen und Schlitten fahren darf. Wir brauchen Anlagen für die Kinder; in jedem Stadtbezirk müssen sie sein. Weite 83 Wege ober lange Straßenbahnfahrten dürfen die Benuzung nicht erschweren. Wohl wissen wir, daß der Ausführung solcher Pläne viele Dinge hinderlich sind: Vor allem die Tatsache, daß es in jeden größeren Stadt einen alten Stadtteil in der Mitte gibt, in dem es nicht nehr möglich ist, größere Anlagen zu errichten. Aber im weiteren Umkreis der großen Stadt, an der so. genannten Peripherie, müssen Anlagen für Kinder vordie gesehen sein. Ein weiterer Hinderungsgrund vielen Kosten ließe sich aber, wenn man will, überwinden. Denn die heranwachsende Jugend soll stark, fräftig, mit gesunden Lungen und gestrafftem Körper an die vielgestaltigen Aufgaben herangehen, die ihrer harren. Moderne und vorausschauende Menschen in Stadt und Land müssen mit Nachdruck unsere Forderungen zu den thrigen machen. KinderGoldne Brücke . Gold- ne, gold-ne Brüt- te! Wer hat sie denn zerbrochen? DerGoldschmied, der Goldschmied mit sei- ner jüng- sten K- R Spiele Bierundzwanzig Bauernmädchen...( norddeutschl = Vier und zwan- zig # Bau = crn= mäd= chen A macht die gan= ze Stu be = voll, a= ber ich, 05 Tochter. Zieht alle durch! Zieht alle durch! Den let- ten woll'n wir fan- gen, mit Spie- Ben und mit Stangen. ( 3wei Kinder fassen sich bei den Händen und bilden, indem fie die Arme hoch halten, ein Tor, durch das die andern Kinder in langem Zug sich aneinander festhaltend durchschlüpfen.* Das letzte der Kinder wird gefangen, und es wird nun durch eine Frage, welche die beiden Kinder vorher bereinbart haben [ Himmel oder Hölle, Apfel oder Birne, Rose oder Bergißmeinnicht] bestimmt, welchem der beiden Kinder es sich zugefellt. Am Schluß gibt es zwischen den beiden auf diese Weise gebildeten Parteien einen Ziehkampf.) * Siehe das Bild auf der ersten Seite. Der Bauer neh men soll. a= ber ich, weiß nicht wen ich Dieses Spiel läßt sich am besten mit vielen Kindern spielen. Die Kinder bilden einen Kreis und fassen sich an den Händen. In der Mitte des Kreises ein bis drei Kinder, je nachdem ob viele mitspielen. Sind mehrere Kinder in der Mitte, fassen sie sich auch an. Alle Kinder tanzen singend herum. Bei den Worten weiß nicht, wen ich nehmen soll", wählt sich das Sind oder die Kinder in der Mitte jedes ein Kind. Gesang und Tanz so fort, bis ein dritter Kreis gebildet werden muß. Immer weiter, bis die Kreise sich eng umschließen. Dann löst das erste Kind in der Mitte seinen Kreis und kriecht, die andern Kinder seines Streises nach sich ziehend, au einer Stelle durch die Außenkreise hindurch.( Die Kinder halten hier die Arme hoch). Ist der innerste Kreis durchgeschlüpft, so schließt sich der zweite Kreis an und so fort bis alle Kinder in langer Kette durchgeschlüpft sind. Der Mann von Ninive 24 4 Wollt. ihr wissen, wie der Bauer sein Ge1. Es 2. Was fam ein Mann von will der Mann von Ni= ni = be, Ni= ni be? # trei= de aus= fät? Seht, ſo ſät der Kai Kai # B fer= fi fer # pi fi= pi la tus. la * tus. = de ins Bau= er sein Ge= trei Feld. Wollt ihr wissen, wie der Bauer sein Getreide abmäht? Seht, so mäht der Bauer sein Getreide vom Feld. Wollt ihr wissen, wie der Bauer sein Getreide ausdrijcht? Scht, so drischt der Bauer sein Getreide aus. Dem gefunden Kind ist frische Bewegung Lebensbedürfnis. Sind unsere Kinder draußen in frischer Luft beisammen, so spornt eins das andere an, sich auszutoben. Ganz von selbst entstehen eine Reihe von Spielen, die sicherlich in der ganzen Welt, wo Kinder sind, gespielt werden: Nachlaufen, haschen oder kriegen, Versteckspiel, Räuber und Gendarm usw. Wollen wir aber die Kinder zu gemeinsamen Tun sammeln und ihnen doch die frische Bewegung geben, die sie brauchen, so halten wir uns an unsere schönen deutschen Kinderspiele, bei denen „ Er will die jüngste Tochter hab'n." Was will er mit der Tochter mach'n? ,, Er will ihr einen Mann verschaff'n." Was wird das für ein Mann wohl sein? ,, Das wird des Müllers August sein." So nehmt sie hin, die jüngste Tochter. Wort, Ton, Bewegung oder Gebärde in eins zusammengehen. In dem Aufsatz„ Bom deutschen Volks- und Kinderlied"( Nr. 2 d. 3tschr. 1920) war schon davon die Rede, welch wertvoller Befit die alten Kinderspiele für uns sind Vereinzelte Spiele haben sich in allen Gegenden bis heute erhalten; wir möchten aber ihre Zahl vermehren und die schönen Liederspiele cinzelner Gegenden auch für andere Gegenden nubbar machen. Aus unserm Leserinnenkreis ist uns zudem die dringende Bitte ausgesprochen worden, recht zahlreiche Anregungen für Kinder 84— spiele zu geben. Besonders auch solche, bei denen eine größere� Anzahl Kinder beschäftigt werden, damit die Leiterinnen von Spiel- Nachmittagen und Ferienspielen sie benutzen können. Wir bringen in den beifolgenden Notenbeispielcn vier kleine Kinderspiele. Zum ersten Spiele, die goldene Brücke, das in ganz Deutsch- land, wenn auch mit kleinen Texiablveichungen, gespielt wird, bat unsere Ltünstlerin das hübsch: Titelbild gezeichnet. Das Spiel vom Bauer wird ebenfalls wohl vielen kleinen deutschen Mädchen bekannt sein, wohingegen das„vierundzwanzig Bauernmädchen" nicht über die nordwestlichste Ecke unseres Vaterlandes hinausgegangen sein dürfte. Der„Mann von Ninive", das Spiel, Seite 83 dargestellt, stammt aus dem deutschen Westen, und wurde kürzlich in Köln bei den Veranstaltungen des Ausschusses rheinischer Frauenvcreine für deutsche�ultur aufgeführt. ümeiMöl Tie Sonne ist die beste und billigste Pflegerin und Arzt und Medikament zugleich. Ihre Heilkraft wird noch lange nicht genug ausgenützt. Mit dem Frühsahr beginnt die Werdekraft und Zeugungskraft der ganzen Natur zu wachsen. Im guten Sinne wie ini schlechten geht diese Werdekraft nicht nur in unserer Umgebung, sondern auch in uns zur Tat über. Was an Bazillen und Schmarotzern im Körper steckt, wird reger und fruchtbarer, weshalb man zweckmäßig und vernünftig seit altersher mit einer 14 tägigen blutreinigenden Frühlingskur seinen inneren Menschen von den frechen Gästen befreit Aber auch die genesenden, aufkeimenden Kräfte in uns sind bereit zu fruchtbarerer Tätigkeit. Ter Trieb zum Neuaufbau erwacht auch in erkrankten Zellen, und die gesunden Blutkörper nehmen energischer als zuvor den Kampf mit den kranken auf. Diesem Kampf nun kommt die Sonne, die Luft zu Hilfe. Spazieren- gehen, Körperübungen im Freien find Hilfsmittel der Heilung. Aber radikaler und tiefer wirkend ist das Sonnenbad. Schon der Mai schenkt gern so heiße, sonnige Tage, die für solche Kur nicht ungenützt bleiben sollten, Juni und Juli sind die besten .Monate dafür. Die Luft ist noch klar und ohne SommerWub. Man sollte jedes kleine gesunde Kind täglich nackt in die Sonne legen. Ist die Luft kühler, und fürchtet mai�cine Erkältung, so genügt es. wenn man nur die erkrankte Stelle dcr� Sonne aussetzt. Offene und eitrige Wuiidcn heilen in dem Sonnen- bade mit wunderbarer Selbstverständlichkeit und Schnelligkeit, doch auch gegen den innerlich arbeitenden Krankheitskeim hilft die Sonne. Sotvohl Lungen- und Knocheiituberkulose wie Rhachilis werden durch Souncnbadkurcn geheilt und so sollte besonders jede Verkrümmung, die sich an einem Kindeskörper zeigt, täglich der Sonne ausgesetzt werden. Die Sonnenbäder im Frühiahr sind meist ungefährlich, und mit weniger Vorsicht anzuwenden als im Hochsommer, wo man Kopf und Augen vor den Sonnenstrahlen schützen mutz. Meist genügt ein Sonnenschirm, ein Hut oder eine Kompresse auf den Kopf. Im allgemeinen wird bei u»S die Gefahr des Sonnenstichs wesentlich überschätzt. Wenn man sich nach und nach an die Sonne gewöhnt hat, so bietet er keine Gefahren mehr. Wir sind ihm nur ausgesetzt, weil wir uns der Sonne zu sehr ent- 155. Lustbadhemd ans Nessel. Das Hemd besteht aus zwei geraden Stoffstücken, die an den Seiten bis auf die Ärmel- schlitze zusaminengenäht wer- den, an den Schultern Knopf- Verschluß. Die Ausschnitt- und Armelränder sind mit schmalen Blenden aus far- bigeni Kattun zu besetzen, der Gürtel ist durch kleine Spangen zu führen, Verschluß an der Seite. Erforderlich für 93 an Oberiveite etwa 2— 2,35 ni Nessel 80 an breit. Schnittmuster F. H. 155. 156. Lustbadhemd aus zweierlei Stoff. Das kurze Leibchen aus bun- tem Stoff wird in der Rücken- mitte geschlossen und mit Bändern auf den Schultern zusammengebunden. Das Rockteil ist etwa 70 an lang und 150 an weit einzurichten und eingekraust an das Leibchen anzunähen Erforderlich für 28 cm Oberweite K0 an bunter Stoff 80 an breit, 1,50 rn einfarbiger Stoff 80 an breit. Normalschnittmuster in den Oberweiten 82, 86, 90�116 an erhältlich. Preis 80 Pf- Schnittmuster F. 11.156. 157b 157. Weis;-schwarz kariertes Taftkleid. DerRockist aus geradenBahnen, das Leibchen schräg genommen, seitlich glatt mit Paspeleinlage, vorn und hinten mit breitem Köpfchen auf den Rock gesetzt. Hierzu Schnitt- muster auf dem Schnittmuster- bogen Nr. 2, Fig. 28-80. Die Bluse kann auch mit Aus- schnitt getragen werden. Normal- schnittmuster in den 4 Oberweiten SO— 116 cm erhältlich. Preis 140 M. Schnittmuster O. F. F. 8. wöhnen. Südliche Völker leben viel mehr in der Sonne und in heißerer Sonne und haben ihn weniger zu fürchten als wir. Das kräftigste, blühendste Kind, das ich je gesehen habe, war ganz nackt aufgezogen und bekam zum ersten Jahrestage sein. erstes Hcmdchen- Das Kind war nie krank geivesen, seine Haut war warm und fest wie ein Backöfchen, und seine kleine Zehen so geschickt wie seine Händchen. Wir unterbinden durch zu viele Kleidung von Kindern die Tätigkeit und Wehrkraft unserer Haut. Empfindliche Personen sollen indessen die Sonnenbäder nicht übertreiben. Täglich einmal, später zwei- mal eine Viertelstunde und nach und nach die Zeit bis zu einer Stunde ausgedehnt, genügt. Für Kinder kann man ruhig mehr Zeit gewähren- Fieberkranke soll man mit dem Bett auf den Balkon oder die Veranda oder an das weit offene Fenster stellen, den Kops kühl halten und im übrigen der Natur die Heilung überlasten. Man wird erstaunt sein, wie rasch sich die Temperatur bessert, wie sanft immer Entzündungen sich beruhigen,— kurz, wie tapfer die kleinen roten Blut- körperchen unter dem Beistande der Sonncuglut und Sonnen- wärme den Kanipf gegen die erkrankten aufnehmen. Gerade heute, wo die Unterernährung unsere Blutzusammensetzung sehr ungünstig beeinflußt, kann man die Sonnenbäder nicht dringend genug empfehlen. Schwester Marie. Ein jedes Band, das noch so leise Die Geister aneinander reiht. Wirkt fort in seiner stillen Weise Für unberechenbare Zeit. sl.v.Pla««». g«st. lsas. 9. ( A. 901 158. Kleid aus karierter Waschseide. Naturfarbener Grund, blau- rote Karos, Blendenbesatz aus blauer Seide. Hierzu Schnittmuster und Beschreibung auf dem Schnittmusterbogen Nr. 3, Fig. 1-8. Das Vorderteil ist gürtelartig über dem Rüden weitergeführt und in der Mitte zur Schleife gebunden. Auf den Schultern wird das Vorderteil dem Rücken aufgeknöpft. Blaue Chiffonrüsche am hinteren Ausschnittrand. Normalschnittmuster in den Oberweiten 90 und 98 cm erhältlich. Preis 1.60 M. Erforderlich 6 m Seide 80 cm breit, 1 m blaue Seide. Schnittmuster D. F. F. 35. „ Die Frau Bürgermeisterin“ Es sind jetzt mehr als zwanzig Jahre, da kam der Bürgermeister zu Th. eines Abends mißmutig und verstimmt nach Hause, setzte sich an's Fenster, trommelte an den Scheiben und pfiff leise dabei, wie er das oft tut, wenn ihm etwas quer gegangen ist. Die Frau läßt ihn eine Weile gewähren, denn fie weiß schon, daß er auspacken wird, wenn es Zeit ist. Sie berrichtet ihr Hausgeschäft sorglich und still und kommt dann endlich mit der Lampe in's Zimmer. Sie seht sich nieder und beginnt Strümpfe zu stopfen. Es ist doch jämmerlich, jämmerlich", sagte der Mann die Stube auf- und abgehend. Man kommt doch oft zu dem Borsake, sich gar nichts mehr um das Gemeinwesen zu befümmern und Glück und Frieden nur in seinem Hauswesen zu schaffen". Was ist denn geschehen", fragte die Frau und legte die Strümpfe weg. " Da sind heute Nacht wieder an dreißig Bäume in der Anlage beschädigt, die Blumenbeete fast alle mutwillig zertreten worden. Wir haben mit so viel Mühe und Kosten den Stadtgraben ausgefüllt, die Anlagen gemacht, um einen bergnüglichen Spaziergang zu schaffen für alle, und aus purem Mutwillen zerstört man das". " Freilich, Aufsicht ist da schwer", sagte die Frau. " Es kann hier gar feine Aufsicht geben", sagte der Bürgermeister, die Sache ist zu weitläuflg. Und dann soll man 85 einen Büttel hinstellen, um die Leute davon abzuhalten und zu strafen, daß sie ihre eigene Lust und Augenweide nicht zerstören? Ist das nicht erbärmlich? Wir haben überall Tafeln angeschlagen, worauf es heißt, daß die Anlagen unter den Schutz des Publikums gestellt seien. Sie wurden doch beschädigt. Wir haben das Wort Bürgerschaft dafür gesetzt. Und jetzt werden die Pflanzungen wieder in gleicher Weise be schädigt. Es ist kein Gemeinsinn unter den Menschen. Sie fühlen und erkennen es nicht, daß es ihre eigene Sache ist, die sie hier beschützen nnd in Obhut nehmen." " Gewiß", sagte die Frau, der Gemeinsinn fehlt leider sehr. Der Sinn für das Allgemeine, Gemeinsame, das niemand allein, sondern allen angehört, ist nur in wenigen wach und lebendig. Ich habe das schon oft an den Schulen und bei der Suppenanstalt erfahren. Es ist aber nicht immer Schuld der Leute, wie du ja auch schon oft gesagt hast, daß ihnen der Gemeinsinn fehlt. Man überläßt ihnen ja nichts allgemeines, an dem sie sich freiwillig beteiligen sollen. Alles soll von besonders dazu Angestellten und Besoldeten besorgt werden. Der Gemeinsinn wird nicht recht gebildet, und er hat auch oft nichts, woran er sich bilden kann. Ich meine, man sollte mit der Jugend anfangen, den Gemeinsinn zu wecken; damit es jedem Kinde von frühester Zeit an klar wird, wie durch die Wahrung dessen, was alle angeht, jedem einzelnen das Gute und Rechte geschieht". „ Die Jugend, die Jugend!" antwortete der Bürgermeister fast zornig.„ Soll man denn immer auf das kommende Geschlecht harren? Immer glauben, die Zukunft, die Nachkommen, die werden alle Schulden einlösen und alles in die Reihe bringen. So haben gewiß unsere Vorfahren auch gedacht, und ich meine, wir dürften einmal selber etivas sein, und uns selber als die Nachkommen betrachten, auf die man die Hoffnung fett. Einmal müssen wir großjährig sein und das Erbe unserer Vorfahren antreten". ,, Gewiß, und du bist ja selber ein Beispiel davon", sagte die Frau lächelnd, aber mir fällt eben ein, wie man die Jugend jetzt in einem kleinen Stücke zum Gemeinsinn erziehen könnte". " Das wird wieder einer von deinen Vorschlägen sein, die so in's Blaue hineingehen, weil du die Welt nicht kennst". ,, Warte, du!" sagte die Frau schelmisch, du haft mir ja versprochen diesen Männerübermut nie mehr gegen mich zu gebrauchen. Wir Frauen kennen die Welt auch, wenn wir schon nicht so viel draußen herumfahren. Das will ich dir jezt wieder zeigen". Nun so zeig es". " Ich würde an eurer Stelle die neuen Anlagen unter den Schutz der Schulkinder stellen. Ja, lache nur, ich habe doch Recht. Ich berufe mich jetzt auch einmal auf den Erfolg, den die Sache haben wird. Die Kinder werden sich frühe daran gewöhnen für etwas zu sorgen, was der Gemeinde angehört, und das wird ihnen als Männern zugute kommen. Und wie werden sie sich freuen, etwas tun zu können, und nicht immer bloß Verbote vor sich zu haben. Wer jemanden gut erziehen will, muß ihm sagen können: das tue! und nicht immer sagen: das tue nicht. Das finde ich schon bei den kleinsten Kindern. Wie freuen sie sich, wenn ich ihnen einen Auftrag gebe, das und jenes zu vollbringen. Die Erwachsenen werden aber wenn du meinem Rate mit der neuen Anlage folgst zuerst dieselbe unverletzt lassen aus Rücksicht für die Kinder, und dann wird nach und nach der Gedanke, daß ein Gemeingut hier in die Hand eines jeden gegeben ist; erwachen und Schuß und Schirm genug bieten". Und so geschah es auch nach dem weisen Rate der Frau Bürgermeisterin. Jetzt ist die Anlage im üppigsten Wuchse. Manche Männer, die einst als Knaben hier die Bäume, Hecken und Blumenbeete warteten und pflanzten, sehen mit Wohlgefallen auf das schöne Gedeihen derselben und sind die uns bezahlten, aber eifrigsten Beschüßer davon. Sie erinnern sich bei deren Anblick der schönsten Stunden ihrer Kinderzeit, die sie hier verbracht, und jedes nachfolgende Kindergeschlecht tritt mit neuer Freude in das lustige Gebiet des Wirkens ein. Man kann wohl sagen, mit diesen Anlagen wächst auch der Gemeinsinn. Der Gemeindehaushalt von Th. gehört zu den geordnetsten, und wo es Gemeinnüßiges zu schaffen und zu wirken gibt, tritt alles mit frischem, frohem Mute zusammen. Die Frau Bürgermeisterin und ihre Freundinnen hatten dabei nicht wenig mitgewirkt. Denn das ist und bleibt wahr, wenn die Frauen das Edle und Uneigennüßige erfassen, so beharren sie darin mit einer bewundernswerten Ausdauer und Selbstaufopferung. Man würde indes sehr irren, wenn man glauben wollte, die Frau Bürgermeisterin sei eine von jenen Unausstehlichen, die alles lieber sein wollen, als was sie von Gottes und Rechts wegen sein sollen, nämlich Frauen. Im Gegenteil, troßdem, daß sie ein großes Hauswesen, Landwirtschaft und Knechte und Mägde hat, weiß sie doch alles so zu ordnen, daß die Ge 159 160 161 G.Kopp- Rompilat 86 162 Deutsche Volksturst 164 165 159-165. Siebenbärgisch- fächsischer Hausfleiß aus Honigberg bei Kronstadt, Ungarn. Die Arbeiten wurden meist in feinem weißen Waschkrepp mit farbiger Stickerei schwarz, grün, blau oder gelb ausgeführt. 159 und 163 find Beutel aus Leinen mit schwarzer und bunter Flecht und Kreuzstichstickerei. 160 einfacher Mittelschnitt mit aufgefeßten bestickten Blenden. 161 Hemdfittel mit eingesetzten Ärmeln. 162 Mittel mit raglanartig einschäfte wie am Schnürchen fortgehen. Alles ist immer nett und bei der Hand, wenn sie auch nicht immer von ihrer Haushaltung redet. Ihr Mann hat das Sprichwort: Man hört bei mir die Haushaltungsmühle nicht flappern. Wer die Frau Bürgermeisterin so im gewöhnlichen Leben hantieren sieht, der könnte glauben: die denkt auch nicht weiter, als bis an den Zaun ihres Küchengartens. Das ist aber nicht wahr, wie wir schon gesehen haben. Der Bürgermeister hat schon schwere Opfer bringen müssen; aber was auch kommen mag, die Frau Bürgermeisterin trägt alles mit, und das so heiter und froh, daß es jedem und vor allem ihrem Mann das Herz erquickt und ermutigt. Die Frau Bürgermeisterin ist eine wadere Frau. Oldenburger Gesellschafter 1847. Deutsche Volkskunst in Siebenbürgen Nicht ohne Grund beginnen wir heute unsere Abbildungen von deutscher Volkskunst mit Arbeiten aus dem uns örtlich so fern liegenden Ungarlande. In Wahrheit sind es aber Muster, die aus der Niederrhein- und Moselgegend stammen, denn vor mehr als 700 Jahren rief ein ungarischer König einen deutschen Boltsstamm aus der alten Heimat, um den südöstlichsten Winkel des Karpathenlandes der Kultur zu erschließen. Auch in der neuen Heimat übten die Bäuerinnen den alten Brauch, die felbstgesponnene und gewebte Leinwand mit schwarzen und bunten Wollfäden zu besticken. Ihre Muster entnahmen sie gefeßten Ärmeln und eingefehten Seitenteilen. Die Kittel können von Knaben in den Altersstufen 2-6 Jahr getragen werden, und als Kleider von Mädchen bis zu 14 Jahren mit dem Alter 164 und 165 sind entsprechend angebrachten Gürteln. zwei Schürzen mit bunter Stiderei. Schnittmuster erhältlich für die Kittel von 2-14 Jahren. Preis jedes Kittels 60 f. der Pflanzenornamentik und der Tiersymbolik und fübrien sie in Kreuz-, Ropf- und. Stästchenstich( Holbeintechnik) aus. Aber auch funstvolle Durchbrucharbeiten und die Verzierung von Reihjalten ersianden unter ihren funstfertigen Händen, manch reizvolles Muster wurde von den umivohnenden Völkerschaften übernommen. So schmückten sie in volkstümlich geschmackvoller Weise ihre Kleidung wie ihr Heim. In einzelnen Gegenden hat sich diese Volkskunst noch erhalten, sie wäre aber jedenfalls ganz in Vergessenheit geraten, hätten nicht funstverständige Männer und Frauen die Schönheit und den Wert diesec Arbeiten richtig erkannt. Da ist zunächst Emil Sigerus in Hermannstadt zu nennen, der mit großem Fleiß eine Musterfammlung zusammengestellt hat. Das größte Verdienst um diese Arbeiten gebührt aber einer evangelischen Pfarrersfrau, Frau Leontine Reimesch in Honigberg bei Kronstadt in Ungarn. Ihr ivar es vorbehalten, die Siebenbürger Sachsen dafür zu gewinnen und zu erziehen, die alte Bolkskunst zu gewerblichen Zweden zu benußen. Mit unends licher Mühe, mit Aufopferung von Zeit, Geduld und, auch Geld ist es ihr nach ungeahnten Schwierigkeiten gelungen, vielen armen siebenbürgisch- sächsischen Frauen und Mädchen lohnende und segenbringende Arbeit zu schaffen. Die Abb. 159-165 geben nur einen kleinen Begriff davon, wie reizvoll und eigenartig die schönen Muster an unserer heutigen Frauen und Kinderkleidung wirken. Namentlich die reich gestickten Blusen und Kinderkleidchen fanden überall lebhaftesten Beifall und stärksten Absatz, gerade im deutschen Mutterlande. Leider bat der Krieg diesem segensreichen Streben, dessen boltserzieherischer 163 87 166.Bluse aushand gewebtem Stoff mit handgewebter bunter Bordüre. Die Bordüre ist mit feinen Handhohlfäumen der Bluse eingearbeitet worden. Der Gürtel ist mit festem Futter unter legt, im Süden durch schmale Stoffspangen gehalten und vorn mittels Stoffinöpfen und Hätelösen aufgeknöpft. Halsausschnitt- und vordere Schlißränder sind mit festen Maschen um häkelt. Die Schnur ist aus dem Häkelgarn gedreht. Erforderlich 1,80m Stoff 80 cm breit, 1,40m breite Bordüre, 1,40 m schmale Bordüre, zweiteiliger Rod, am oberen Rand eingefrauft, in ein Bündchen gefaßt und an ein Leibchen geknöpft. Erforderlich 1,75 m Stoff 100 cm breit aum Rod für Oberweite 98 cm. Normalschnittmuster in den Oberweiten 90 bis 116 cm erhältlich. Bluse 80 f., Rod und Leibchen 80 Pf. Maßschnitt Bluse 2 M., Rod 2 M. Schnittmuster F.H. 166. 187. Bluje aus feinem Waschkrepp mit schwarz grüner Kreuz- und Flechtstichstickerei. F Die Ränder der Bluse sind ganz schmalkantig schwarz eingefaßt. Verschluß mit schwarzen Kugelknöpfen und Häkel ösen. Die Stickerei auf den Schultern ist mit Hohlsaum umrandet. Mit schwarzer Seidenschnur ist die in Gürtelhöhe leicht eingefaltete Bluse zusammengehalten. Der Rock ist zweis teilig am oberen Rand eingefraust in ein Bündchen gefaßt. Er kann einem Leibchen aufgefnöpft oder mit Trägern gehalten werden, fiehe Abb. 63 und 66 Heft 5, 1920. Erforderlich 1,70m Stoff 80 cm breit zur Bluse, 1,75 m Rockstoff 100 cm breit. Normalschnittmuster in den Oberweiten 90-116 cm erhältlich. Bluse 80% f. Rod 80 Pf. Maßschnitt Bluse 2 M., Rod 2 M. Schnittmuster F.H.167. Wert gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann und das helfen sollte, uns in Haus und Kleidung von fremdländischem Einfluß frei zu machen, ein vorläufiges Ende bereitet. Schon während des Krieges mußte die Familie Reimesch vor den eindringenden Rumänen unter Hinterlassung ihrer ganzen Habe flüchten. Die Familie ist zwar zurückgekehrt, aber nur, um an Stelle eines wohleingerichteten Hauses, einer reichhaltigen Gemeindebibliothek und zahlreichen Materials für den sächsisch- siebenbürgischen Hausfleiß Schmutz und vollständige Zerstörung vorzufinden. Mit bewundernswerter Tapferkeit hat Frau Reimesch auf den Trümmern neu zu bauen be gonnen; zum zweiten Mal jedoch ist ihr Wert zerstört worden. über ein Jahr haben ihre deutschen Freunde sich um sie gesorgt, bis fürzlich durch einen Sohn, der nach langen Bemühungen die Erlaubnis erhielt, in Deutschland zu studieren, die Nachricht tam, daß die Familie nach Honigberg zurückgekehrt sei. Leider leben sie aber unter den schwersten Bedingungen, so daß es Schnittmusterbogen. ihnen zunächst fogar unmöglich ist, brieflich mit Deutschland zu verkehren. Was dort, wie in der ganzen Welt an materiellen Werten, vor allem aber an Arbeitskraft und Arbeitfreudigkeit, an hohen Kulturwerten vernichtet ist, läßt sich niemals ersehen, wir müssen aber hoffen, daß die Zeit nicht mehr allzu fern sein wird, wo wir anfangen dürfen, ungestört von störenden Einflüssen auf den Trümmern des alten Baues ein bescheidenes Häuschen neu zu errichten. So wünschen wir auch dieser tapferen deutschen Frau im fernen Lande schöne Erfolge ihrer segensreichen Arbeit. Urheberinnen: Abb. 148, 149, 150, 152, 154 G. Kopp- Rönt hildt, Köln- Bickendorf; Abb. 151 und 153 Jda Schröer, Köln; Abb. 157 Werkstätte leid und Hausschmuck" G. m. b. H., Hannover; Abb. 158 Paula Schulz- Bruß, Hannover; Abb. 157 und 158 sind der Zeitschrift Deutsche Frauenkleidung und Frauenkultur E. V., Verlag G. Braunsche Hofbuchdruckerei, Karlsruhe i. B., entnommen. Abb. 167 A. Gerlach, Nürnberg. " Um vielfachen Wünschen zu entsprechen, haben wir den Bezug von Schnittmusters bogen vorgesehen. Bogen 1 enthält eine Anzahl Schnittmuster von Heft 3, 4, 5 mnd 6. Bogen 2 enthält eine Anzahl Schnittmuster von Heft 8, 10, 11 und 12 nud Bogen 3 enthält eine Anzahl Schnittmuster von Heft 9, 11, 13 und 14. Preis des Schnittmusterbogens 50 Pfg. und 10 Pfg. Porto bei Einsendung des untenstehenden Gutscheins. Der Verlag gibt Normalschnitte oder Schnitte nach Maß gezeichnet zu den am Schluß Gutschein für Schnittmusterversand zuzüglich 50% Teuerungszufchlag. Unfere jeder Beschreibung angeführten Preisen ab und Schnittmusterbogen Normalschnitte werden nach mittelgroßen ungeschnürten Normalfiguren gezeichnet. Maße der Normalschnitte für Erwachsene Maße der Normalschnitte für Jungmädchentleider Größe in Obers Gürtel cm weite weite Silftenweite Bordere NildenRod Länge länge Alter Obers Gürtels Länge Hüftenweite tveite weite Borbere Rüden Rods Länge länge länge I 90 70 90 36 36 100 II 98 75 103 38 37 102 III " 106 80 114 39 38 102 12-14 Jahre 82 64 841 14-16 16-18 IV 116 " 86 125 38 2880 86 90 39 3609 66 70 $ 880 88 90 14 cm unter dem Gürtel Smp gemessen 34 35 55 35 36 65 36 36 85 102 Ten Betrag für die gewünschten Schnitte und 20 Pf. für Porto wolle man mit der Bestellung einsenden, andernfalls erfolgt Zusendung mit Nachnahme. Ausführliche Anleitung zum Magnehmen ist vom Verlag Adresse: G. Braunsche Hafbuchdruderel u. Berlag Karlsruhe i. B., Rarlfriebrichstr. 14. zu beziehen. Wir bitten bei Bestellungen von Nov malschnittmustern die genaue Größe anzugeben. - 88 Kaffee Täglich frisch. Aus eigenen elektr. Röstereien! 14 Pfd. 6,- Mk. 143 Filialen in Groß- Berlin Butterh. 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