Jahrg.2 1920 heft. 13 15. Juli Die Frau und ihr Haus Zeitschrift für kleidung Gesundheit Körperpflege und Wohnungsfragen Beilage Das„, Haus im Grünen" 3 ur Wohl zu keiner Zeit ist der Wunsch, ein Heim im eigenen Haus zu haben, so brennend gewesen, wie gegenwärtig. An und für sich steckt in fast jedem Deutschen ein Hang zur Seßhaftigkeit, die Liebe zur eigenen Scholle. Darin braucht auch wohl kein Widerspruch zu suchen sein gegenüber der Tatsache, daß der Deutsche gern wandert. Läßt sich doch beides gut begreifen: In der Jugend der Drang nach Erweiterung von Erfahrung und Bildung, und wenn die Familie gegründet ist, der Wunsch nach dem Eigenheim! Leider aber ist es so, daß gegenwärtig Tausende von Familien in Deutschland wohnungslos sind, viele kaum Aussicht haben, eine bescheidene Mietwohnung, geschweige denn eine eigene zu bekommen. Und dennoch wollen wir uns heute ein Haus erträumen, wie wir es uns vorstellen und wünschen. Vielleicht! Vielleicht! Aber bevor wir unseren Traum bom Haus erzählen, wollen wir kurz streifen, was nicht außer acht gelassen werden darf: Die Bestrebun gen weiter Kreise unseres Volkes um Errichtung von eigenen Häu fern vor dem Kriegen.den Genossen. fchaftsge. danken im Wohnungs. bau. Beides hängt eng zu fammen. Ge wachsen ist der Wunsch nach dent ,, Haus im Grünen in der Imengen Großstadt. Zwischen いい m 191 Gleichheit himmelhohen Häusermauern, aus der Not der ewigen Wohnungssuche heraus wurde er lebendig. In den Beamtenund Angestelltenschichten, in den Kreisen der gehobenen Arbeiterschaft wurde aus dem Wunsch ein Wille; und aus dem Wollen entspringt bekanntlich die Tat. Da der einzelne zum Verwirklichen seiner Wünsche zu schwach, zu geldarm war, lag der Gedanke der Verbindung, der Genossenschaftsgedanke greifbar nahe. Er wurde verwirklicht. So entstanden in der Großstadtnähe Siedelungen, die zum Teil alle Sünden, alles Tasten und Suchen der Anfänger zeigen. Aber zu einem größeren Teile sind sie vollkommener und befriedigender geworden. Eins aber ist stets erreicht: Man ist den Steinmauern der Großstadt entflohen. Unser Traum nun ist, daß es dem deutschen Volke trog aller Hemmnisse möglich sein wird, den Gedanken des eigenen Heimes für jede Familie zu verwirklichen! Im Siedelungs- und Heimstättengesetz wurden von der Nationalversammlung die verfassungsmäßigen MailO Grundlagen geschaffen. An den einzelnen Ländern( Bundesstaaten), an den großen Städten wird es nun liegen, in großzügiger Weise dem Heimstättengedanken Geltung zu verschaffen. Wenn man nun in der Genossenschaft wohnt, wird man natürlich nicht in dem Maße feine eigenen Wünsche befriedigt sehen, wie z. B. die Möglichkeit besteht bei einem Hausbau, der ganz nach - 98 Fusgang Zum Garden 00 Wohnz Waschk Vorrate Kilon Holz Kohlen Kellergescho ☑ 00 TOO Bad WN 0.0 Obergendior 192 font Erdgeschos A 0 I 2 3 4 5 6 7 8 9 10 m eigenem Wunsch und aus reichen Mitteln vor sich gehen fann. Der Wunsch, sein eigener Herr zu werden, darf aber nicht dazu führen, auf fleinem Grund und Boden möglichst viele Räume zu errichten. Das geht auf Kosten der Bequemlichkeit und Behaglichkeit. Gewiß sind alle Gedanken über den Kleinwohnungsbau dann Theorie, wenn nur nach Maßgabe des Sparens verfahren werden kann. Wir haben früher Gutes und Schlechtes in Ausstellungen und in bewohnten Siedelungen( Arbeitersiedelungen) gesehen. Sprach man dann mit Fachleuten über die Mängel, wurde man meistens belehrt, daß es nicht anders ginge; doch das Gefühl, daß vieles besser sein könnte, fehrte immer wieder. Ganz besonders fiel es auf, daß man bei den Häusern, die für die wirtschaftlich schlecht gestellten Kreise gebaut wurden, so wenig Wert auf den Vorraum legte. Fast immer kehrte der enge Hausflur mit steil aufführender Treppe wieder, obwohl es manchmal besser gewesen wäre auf Kosten eines anderen Raumes einen traulicheren Eindruck und größere Bewegungsfreiheit zu schaffen. Die Fehler müssen vermieden werden. Eine weitere schwierige Frage ist, ob Wohnzimmer oder eine Wohnküche angelegt werden soll. Diese Frage wurde schon einmal in Heft 4 vom 9. August 1919 in unserer Zeitschrift besprochen. Wir glauben aber, daß sich ein Schema dafür nicht aufstellen läßt. Solange eine Frau ihre Kinder ohne Hilfe aufziehen muß, wird sie darauf angewiesen sein, dort wo sie focht, die Kleinen spielen zu lassen. Wir halten es aber nicht für richtig, daß man den Spülraum neben einer Wohnfüche so flein anlegt, daß in späteren Jahren, wenn die Kinder größer sind, feine Änderungen mehr vorgenommen werden können. Es muß dann möglich sein, Küche und Wohnzimmer aus Wohnküche und Spülraum einzurichten. In unserer Zeichnung Abb. 192 ist im Erdgeschoß eine große Küche mit daranschließendem Wohnzimmer vorgesehen. Das zweite Zimmer ist als Arbeitsraum für den Hausvater oder auch als Ausruhezimmer( feine, gute Stube") gedacht. Das Mindeste, was eine Familie mit 4 Kindern zu einfacher Behaglichkeit haben müßte, wäre also die Wohnküche mit Nebenraum und ein Wohnzimmer. Bedingung muß immer sein, daß das zweite Zimmer von der Küche aus geheizt werden kann, weil sonst die Gefahr besteht, daß es nicht seinen Zweck erfüllt, das heißt, nicht benutzt wird. Im Obergeschoß sollte man unbedingt zwischen den zwei Schlafräumen einen Bade- und Waschraum einrichten, damit das Baden der Kinder nicht in dem Spülraum zu geschehen braucht. Unsere Abb. 192 sieht das Badezimmer aus technischen Gründen als Seitenraum vor. Das Dachgeschoß sollte dann auch lieber ein sehr gut ausgebautes Schlafzimmer statt zwei beengter haben. Unsere Zeichnung sieht für das Dachgeschoß keine Zimmer vor. Es soll als Speicher( Trockenboden, Rumpelfammer) vorgesehen werden. Der Einwand, daß im letzten Falle aber doch wieder für eine oder zwei Personen Platz geschaffen wäre, darf nicht gelten, weil das eben beschriebene Haus der kleinste Typ für ein Wohnhaus sein muß. Bei größerer Kinderzahl wird jedoch die Möglichkeit geschaffen werden müssen, auf größerem Grundriß aufzubauen. Wir sagten schon wiederholt: Was wir in unserer Zeitschrift wünschen, möge stets als Anregung wirfen und so die Beachtung finden, die wir wünschen. Also auch „ Das Haus im Grünen". E. M. und E. R. " Wir empfehlen im Anschluß an unseren Artikel das Büchlein Aus der Mietstaserne ins eigene Heim" von Eugen Kaltschmidt, München, Heimfulturverlag m. b. H., Wiesbaden. Der Preis des guten Werkes beträgt broschiert R. 4.80, gebunden M. 7.20. O Frieden, wie bist du ein so edler Schatz Und hast bei den Leuten so wenig Play! Trag nichts hinein, trag nichts hinaus, So ist der Friede stets im Haus. hausinschrift im Unterinntal Es wird kein Ding so schön gemacht, Es kommt ein Spötter der es beracht; Drum gehe hin und schweige still, Es mache ein jedes, wie es will. Hausinschrift in Oberheffen. Der Giedelungsgarten Abb. 193 Der Hausgarten soll die erweiterte Wohnung sein, das Wohnzimmer für die wärmere Jahreszeit. Er muß daher nach Möglichkeit den einzelnen Bedürfnissen der verschiedenen Familiens mitglieder gerecht werden. Wir brauchen da vor allem einen Sitzplatz, eine Laube, einen Spielplatz, einen Sandhausen, einen Turnplatz, eine Teppichstange, eine Rasenbleiche, Blumenbeete, um unser Heim mit frischen Sträußen zu schmüden, einige Gemüsebeete für eine stete, fleine Anregung für die Küche, und in dieser Zeit ganz besonders erforderlich etwas Obst und Beeren sträucher, damit das Einmachen nicht zur Unmöglichkeit wird. Der Grundriß auf Seite 3 soll das Ideal eines solchen kleinen Hausgartens in der Siedelung wiedergeben, es ist in ihm alles enthalten, was man im Hausgarten braucht. Da man mit Rücksicht auf den Nachbar keine hohen Bäume pflanzen darf, find die Apfel- und Birnenhochstämme in den kleinen Vorgarten gepflanzt. Wenn dies alle Siedelungsbewohner tun, so wird feiner besonders an Licht geschmälert, und die Vorgartenreihe ergibt ein schönes einheitliches Bild. Es sind 6 Hochstämme borgesehen; da pflanzt man am atvedmäßigsten 1 Winterbirne, 1 Sommerbirne, 1 frühen, 1 mittelfrühen, 1 späten, 1 ganz späten Apfel. Damit ist der Winterbedarf einer fleinen Familie reichlich gedeckt. Unter den Hochstämmen des Vorgartens ist Rasen, so dient der Vorgarten gleichzeitig als Spielplatz und auch als Sitzplatz für schwüle Tage. Ein Weg mit Platten oder Biegelsteinen belegt, führt sauber und troden zum Haus. Links bom Haus ist ein Niesplatz mit Sandhaufen, Turngeräten, das Turnred fann auch als Teppichstange dienen. Hier kann man auch Wäsche trocknen. Rechts vom Haus ist der Kleintierhof, -.99 er liegt so nabe am Haus, um vor Diebstahl geschützt zu sein. Direkt hinter dem Haus ist eine gepflasterte Terrasse, an den Schmaljeiten von einer kleinen Hecke eingefaßt, an der vorderen Seite läuft ein Blumenbeet, das etwa mit Rosen zu bepflanzen wäre. Vor der Terrasse liegt die Rasenbleiche mit einer Sonnenuhr in der Mitte. Gingefaßt ist der Rasen durch Blumenbeete, die mit halbhohen Stauden zu bepflanzen wären. Zwischen Rasen und Beeten ist ein schmaler Weg. Die Randbecte des Gartens an der Hecke entlang sind mit Beerenobst bepflanzt. Dieser Teil des Gartens ist gegen den Gemüsegarten mit einer Hede abgeschlossen. Die Hecke ist in der Mitte durch die Laube unterbrochen. Rechts und links von der Laube tönnte man Tiederbüsche pflanzen, oder aber der Nüglichkeit wegen SauerFirschenbüsche, die in der Blüte ja auch ganz entzückend schön sind. Der hintere Teil ist der Gemüsegarten. Rundum am Zaun steht ebenfalls Beerenobst. Im Gemüsegarten pflanzt man am besten einige Küchenkräuter wie Petersilie, Lauch, Schnittlauch, danu Buschbohnen, Möhren, Mangold, Neuseeländerspinat, die beiden leztgenannten Gemüse geben von Juni bis zum Frost allwöchentliche reiche Ernten. Dann pflanzt man vielleicht noch einige Tomaten; ein kleines Fleckchen Schnittsalat versorgt uns auch den ganzen Sommer durch und wächst immer wieder nach. Kohl zu pflanzen hat wenig Zweck, in den kleinen eingeschlossenen Gärten gerät er schlecht, er will ein freies, offenes Feld. J. S. Hausmittel Nimm die Geduld als Magd ins Haus, Sie hilft dir ein, sie hilft dir aus; Doch hüt dich, wenn sie herrschen will, Sonst steht die ganze Wirtschaft still. Als Hausarzt nimm den Fleiß dir an Das ist ein rechter Wundermann, Der ohne Saft und Pillen Durch seinen eignen Willen Aus Seel' und Leib dir treiben kann Die Dünfte und die Grillen. Alter Spruch. Wie ich meine Wohnung einrichte und pflege Die Sorge für eine gesunde Wohnung müssen wir Haus. frauen zunächst in die Hände des Baumeisters legen, dem wir unsere Wünsche in bezug auf helle, luftige, möglichst an der Sonnenseite gelegene Räume, auf Größe und Einteilung ausgesprochen haben. Da werden die örtlichen Verhältnisse, besonders jest nach dem Kriege, vieles was wir gerne hätten, unmöglich machen. Aber darauf müssen tvir bestehen, daß Fenster und Türen so geschickt angebracht werden, daß alle Räume leicht und vollständig zu durchlüften find. Schon beim Bau, besonders aber bei der inneren Einrichtung müssen wir ftets im Auge haben, daß wir unsere Wohnung mit möglichst wenig Arbeitsaufwand in gutem Stande erhalten wollen. Des halb wählen wir für den Fußboden ein Material, das glatt und daher leicht staubfrei zu halten ist. Für Außentreppen und Flur können wir Stein oder Beton nehmen, was gescheuert ( geschrubbt) werden kann, für die Küche wäre dies reichlich kalt, auch zu gefährlich, wenn man ein Geschirr fallen läßt. Da wählen wir lieber Dielenbelag, der feft gefügt und gut gestrichen ist, den man leicht abwaschen fann und dessen Anstrich wir selbst erneuern fönnen. Weiches Holz müssen wir zurückweisen, da es, besonders in der vielgebrauchten Küche, zu leicht splittert und dann erneuert werden muß. Für die Küchenwände nehmen wir oben schlichten Leimanstrich, erlauben unsere Mittel einen Sockel von hübschen Fliesen, ist es um so besser, ein abwaschbarer Olanstrich) genügt aber auch. Für die Zimmer wählen wir freundliche, helle Tapeten, unsere Bilder heben sich aber auch gut von einem einfachen gestrichenen Hintergrunde ab. Hier nehmen, wir zum Fußboden wiederum Dielen; schöner wäre allerdings ein Linoleumbelag, den wir durch Einfetten mit Bohnermasse und Nachreiben mit trockenem, wollenen Tuch leicht blizblank halten können. Hier sei ein Wort gesagt zu den Teppichen. Wenn Kinder im Haus find, vermeide man sie möglichst, die Hausfrau oder ihre Hilfe muß sonst zu viel Staub schlucken, da öfteres Klopfen, mindestens ein Mal in jeder Woche, erforderlich ist. Gewiß erhöht ein Teppich die behagliche Stimmung, jedoch sollte man dann in den Räumen, in denen sich unsere Kinder aufhalten müssen, Linoleumteppiche bevorzugen. Für ihre Reinigung trifft dasselbe zu wie für Linoleumböden. Daß wir nicht viele, aber zweckmäßige Möbel in schlichten, schönen Formen wählen, versteht sich heute wohl von selbst, besonders praktisch und zugleich sehr schön sind Tische mit Linoleumplatten für Küche und Eßzimmer. Deden, Kissen und Gardinen sollten waschbar sein, lettere dienen gleichzeitig als Zugvorhänge, die uns von der Außenwelt abschlieBen. Über die Schlafzimmereinrichtung ist in Nr. 6 dieser Zeitschrift bereits ge: sprochen; unsere Leferinnen fönnen hier das wichtigste über Betten und ihre Be: handlung nachlesen. Wenn wir unsere Wohnungdurcheinen einzigen Ofen erivärmen fönnen, unterbleibt das lästige und Schmuz bringende Kohlentragen und Aschefehren in den Zimmern; auch föns nen wir unsere Kinder dort manchmal allein spielen lassen, da es keine Feuer gefahr für sie gibt. Es ist nicht gut, wenn wir unsere Kleinen während des Kochens immer in der Küche bei uns haben, denn die Küchendünfte find für sie besonders schädlich. Die Küche mutz deshalb stets gut gelüftet und von den andern Räumen abzuschließen fein, auch bedarf sie täglichen nasen Aufwischens. Sehr erwünscht ist in der Küche ein Spül stein, in den wir sofort das schmutzige Geschirr selbstver ständlich mit Ausnahme von Messern und Gabeln mit Heffen! unter Wasser stellen können. Es erleichtert das Aufwaschen und die Küche ist stets aufgeräumt. 8 23 612345678910 1.Eingang 2.Obstbaume 3.Rasen 4.Sandplate 5.Geflügel 7. Blumen 8. Hedke 9. Beerenobst 10.Sonnenuhr 11. Laube 6.Terrasse 12. Semuse N 4 22 2. m 10. Straße เก 5 8 193 Wenn wir es ermöglichen können, für unsere Vorräte einen fühlen, luftigen Keller und außerdem eine abgeschlossene Waschfüche einzurichten, so bedarf es keiner allzugroßen Mühe, unt mit ziveckmäßigem Lüften, täglichem Kehren und Staub pugen und zweimaligem feuchten Aufwischen der Fußböden in der Woche, unsere Räume dauernd in gutem Stande zu halten. Go fomme, was da kommen magl Golang du le best, ist es Tag. Und geht es in die Welt hinaus, Wo du mir bist bin ich zu Haus! Ich sehe dein liebes Angesicht, Ich sehe die Schatten der Zukunft nicht. Theodor Storm. Das Sonnen der Kleider und Betten Es ist mit dem Sonnen der Kleider und Betten wie mit allen Dingen: Regel muß darin sein! Als Kind begriff ich nicht, warum meine fleißige Mutter schon am frühen Morgen die Betten zum Sonnen hinaus trug, fie so sorglich an den Leinen klammerte und nach dem Klopfen jedes Stück umhängte. Ich begriff nicht, warum in der heißen Mittagsonne alle Betten schon lange nicht mehr fonnten. Ähnlich ging es mir mit Mutters Kleider besonnen. Auch das erschien mir zu früh begonnen und zu früh beendet. Und warum sie nur so oft, gerade in den heißen Monaten so sehr oft alles Zeug lüftete und sonnte? Später hat Mutter es mir verraten. 90 90 100 194. Sommerkleid. 195. Zanzkleid. 196. Besseres Hauskleid. 194-196. Weste auf drei verschiedene Kleider zu tragen( siehe den Auffab:„ Etwas von der Weste" Heft 1, 1920). Mit Geschick und Geschmack läßt sich die Weste auf drei verschiedenen Kleidern tragen. Hierzu das Schnittmuster der Wefe auf dem Schnittmusterbogen Nr. 3, Fig. 20 und 21. Am besten ist die Weste in grüner oder blauer Farbe( Pastellfarben) zu arbeiten. Jm 1. Bild wird die Weste zu einem Sommerkleid getragen, weißer Grund mit grünem oder blauem Mufter. Das Leibchen anschließend gearbeitet mit Rückenschluß, eingesetten Buffärmeln und angekraustem Rock. Das 2. Bild zeigt ein Tanzkleid aus gelblich weißer Seide. Die Bluse mit angeschnittenen Ärmeln, deren unterer Rand mit feiner Seide mit Zäckchenreihe behäkelt ist, aus gleicher Seide sind die kleinen Quaften zu arbeiten. Der untere Blusenrand wird auf ein Gurtband genäht, der obere Rockrand ist ebenfalls auf das Gurtband zu nähen. Auch feiner Voile ist sehr gut passend 197. Mädchenkleid aus Rohseide mit bunter Handmalerei. Die Bluse ist mit kleinen Ovalen mit bunten, waschechten Heliosfarben, tinten rot und tintenblau bemalt und am Halsausschnitt mit einer Häfelfante in blauer Farbe abgeschlossen. Der Ansatz des Röckchens an die Bluse wird durcheinen Stoff gürtel gedeckt. Der Gürtel besteht aus zwei Teilen, die an den Seitenrändern mit Bindlöchern gearbeitet und mittels Seidenschnur zusammengeschnürt werden. Die Bindlöcher find zur Häteltante passend, die Schnüre für den Ausschnittrand und Gürtel in roter Farbe zu nehmen. Normalschnittmuster für 8-10, 10-12 und 12-14 Jahre erhältlich. Preis 1.20 M. Erforderlich 2,25 m Stoff 80 cm breit für 10 bis 12 Jahre. Das Kleid läßt sich gut aus zweierlei Stoff nacharbeiten. Schnittmuster F. H. 197. Musterpause 1 M. Betten müssen gefonnt werden. Die zusammengeballten Federn werden luftig und locker und wer gewohnt ist auf reichlich und oft gelüfteten Betten zu schlafen, der weiß vom Sonnenleben" der Federn zu erzählen, wenn er nämlich will. Auch tötet die Sonne alle etwaigen Krankheitsstoffe und sorgt auf dem Wege mit für die Gesundheit der Menschen. Sekt man aber Betten stundenlang starter Mittagsonnenhibe aus, werden die Bettinlette geschädigt und leiden die Federn auch selber. Klopfen und Bürsten gehört zum Bettsonnen und darf nicht für die Machart. Rückenschluß. Das 3. Bild zeigt ein Nach mittagskleid, Rock aus Wollstoff mit Waschbluse. Durch die Weste macht der Anzug einen vollkommeneren Eindruck. Der Rock ist am oberen eingefrausten Rand auf ein Miederband genäht. Blusenschluß in der vorderen Mitte. Die Weste ist mit dünnem Futter unterlegt, sie wird auf den Schultern und an den Seiten mit Schnurschlingen und Knöpfen geschlossen. Normalschnittmuster zur Weste und den Kleidern in Oberweite 86, 90 und 98 cm erhältlich. Weste 90 Pf., jedes Kleid 2 M. Maßschnitte: Weste 3 M., jedes Kleid 6 M. Er. forderlich zum 1. Kleid 4 m Stoff 80 cm breit, zum 2. Kleid 3 m Stoff 100 cm breit, zum 3. Kleid 2 m Blusenstoff 80 cm breit, 2 m Rodstoff 100 cm breit. Schnittmuster: Weste D.F.F.40, 1. Kleid D. F. F. 41, 2. Sleid D. F. F. 42, 3. Kleid D. F. F. 43. 198. Mädchenkleid aus dunklem Stoff mit bunt: besticktem Leibchen. Das angekrauste Röckchen ist an ein Futterleibchen genäht. Das Leibchen ist im Stil und Flachstich mit bunter Wolle bestickt. Rückenschluß. Zu dunkelblauem Stoff eignen sich am besten für blonde Mädchen, hell- und starkblaulila, ziegelrote und filbergraue Wolle, für dunkelharige Mädchen sind gelb, rostbraun, pastellblau und pastellgrüne Farben geeigneter. Die angeschnittenen Ärmel sind in Bündchen gefaßt. Normalschnittmuster für 4-6, 6-8 und 8-10 Jahre erhältlich. Breis 1.20 M. Erforderl. 1.50 m Stoff 100 cm breit für 6-8 Jahre. Schnittmuster F. H. 198. Stickereimuster 2.50 M. G.K- R Nicht der Verstand, sondern das Herz macht den wahren Menschen. Das Herz entscheidet alles. Der Verstand mag noch so viel predigen und mahnen, wenn das Herz nicht will, ist alles umsonst. H. Hansjako b.( Allerlei Gedanken.) bernachlässigt werden. Auch Betten, die nur für den Besuch lieber Gäste in Truhen oder Kisten bereit liegen, sollten der Mottengefahr halber, regelmäßig 3-4 Mal im Frühling bis Herbst, auf die Leine oder auf die Sonngestelle( sauber auf Böcke gelegte Latten) zum Sonnen gebracht werden. Ebenso ist es mit Kleidern. Auch diese müssen gelüftet und gesonnt werden, teils aus gesundheitlichen, teils aus boltswirtschaftlichen Gründen. Im hellen Licht der Sonne erkennt man Mängel und Schäden der getragenen Kleidung und fann rechtzeitig 101 199. Hemdblufe aus Robfeide für ältere Damen. Border- und Rückenteile sind eingetraust mit Stäbchenhohlfaum an die Achselteile gesetzt. Auch die Ärmel und die Westenteile sind mit Stäbchens hohlfaum angefügt. Die etwa 5 cm breiten Westenteile sind quadratisch in Biesenfalten genäht. Die Streifen für den vorderen Verschluß sind dem hochanliegenden Umlegkragen angeschnitten. Schwarzes Ripsband zum Schleifenschmud. Selbstgearbeitete Knöpfe zum Verschluß. Ein facher, schwarzer Seidenrock, dreiteilig geschnitten am oberen Rand eingefraust auf ein Miederband genäht. Normalschnittmuster in den 4 Größen 90-116cm erhältlich. Rod 1.20 M., Bluse 1.20 M. Magschnitt Rock 4 M., Bluse 4 M. Erforderlich 2,50 m Blusenstoff 80 cm breit, 2mRodstoff100 cm breit. Schnittmuster F. H. 199. 200. Ginfaches Kleid für kühlere Tage. Waschsammt, blau- lila Wolltrepp oder sonst sehr schmiegsamer Stoff eignet sich am besten zum Nacharbeiten. Der eingefrauste dreiteilige Rock ist an einem Futter199 201. Selbstanzufertigende Einsätze, Knöpfe und Spike. Mit Abb. 201a zeigen wir den in Biesensäume genähten Westenstreifen. Für den runden Knopf schneidet man ein treisrundes Stoffstück mit etwa 2 cm Durchmesser, kraust es rundum ein und zieht es über eine Holzform fest zusammen. Man bernäht den zusammengezogenen Stoffrand recht fest durch übereinandergreifende Kreuzstiche und seht ein kleines, rundes Stoffteil darauf, dessen Rand umgeschlagen mit kleinen Stichen rundum angesäumt wird. Die fertig genähten Knöpfe legt man mit der Außenseite auf eine weiche Unterlage und bügelt den aufgefeßten Stoffteil recht flach. Die Außenseite wird dann mit farbiger Seide überstickt. Der mittlere Knopf bei unserer Abbildung ist in Hätelarbeit über Holzperlen herzustellen. Man häkelt je nach der gewünschten Größe ein Metz von festen Mafchen, zieht es über die Perle, sodaß die linte Seite der Häfelei nach außen kommt, berfestigt die Häfelei, näht gleich eine fleine Öse dabei, und übersiickt dann die erste Hälfte des Knopfes rundum mit dunklerer Seide. Diese Knöpfe werden stets etwas hängend angenäht. Die Spize 201 c läßt sich in beliebiger Breite herstellen. Das Muster wird mit einfachen Vorstichen eingezogen. Für den Bogenabschluß am Rand legt man den Tüll 1 cm breit um ہا 200 leibchen befestigt. Die leicht anliegende überbluse ist vorn wie im Rücken mit zipfelförmig angeschnittenem Schoß gearbeitet, die Achseln find stark verlängert ges schnitten, sie werden mit gleichfarbiger Treffe eingefaßt,( ebenso der untere Schoßrand,) und auf die Ärmel genäht. Selbstgearbeitete Knöpfe und Tüllspize mit Durchzugarbeit( siehe Abb. 201) zum Schmud, Durchzugarbeit mit altrosa Chenille gestickt. Die Bluse kann auch mit tieferem Halsausschnitt gearbeitet werden( siehe 21bb. 200a). Normalschnittmuster in den 4 Größen 90 bis 116 cm Oberweite erhältlich. Rock 80 Pf., Bluse 1.20M. Maßschnitt Rod 4 M., Bluse 4 M. Erfordl. zum Rock 2 m Stoff 100 cm breit, zur Bluse 2,25 m Stoff 100 cm breit. Schnittmuster F. H. 200. und näht stets einen Vorstich und einen überfangstich, sodaß sich in gleichmäßigen Abständen von 1-1 cm die Bogen bilden. 202 und 203. Blusenröcke. Für Abb. 202 eignet sich heller, etwas melierter Stoff am besten. Die Ränder der Vorderbahn und des Tascheneingriffs an der Seitenbahn und der Gürtel sind mit Treffe eingefaßt, Baspelknopflöcher und Tressenknöpfe zum Verschluß und Schmuck. Den furzen Seitenteilen sind die Futtertaschen an gesetzt. Der obere Rockrand ist auf ein Miederband genäht und mit schmalem eingefaßtem Gürtel abgeschlossen. Erfor derlich 2 m Stoff 100 cm breit, 4 m Tresse. Für Abb. 203 eignet sich Seide oder Voile. Der eingetraufte Rockrand wird auf ein Miederband genäht und mit der breiten Gürtelpasse besetzt. Die Gürtelpasse ist in doppelter Stofflage zu arbeiten, am vorderen Rand mit geschütten Ösen zu benähen, durch die ein Seidenband freuzweise geschnürt wird. Die vorderen Ränder des Gürtels sind mit Kragenstäbchen abzusteifen, damit sie nicht zusammenschrunipfen können. Normalschnittmuster in den 4 Größen, 90-116 cm Oberweite erhältlich. Breis 1.20 M. Maßschnitt 4 M. Erforderlich 2.25 m Stoff 100 cm breit. Schnittmuster F. H. 202 und F. H. 203. a 6666 ???? 201 202 über seinen Bestand verfügen, das Sonnenlicht tötet schädliche Reime, Klopfen und Bürsten aber entfernt Staub und verscheucht die Motten. Die heiße und zu starke Mittaghihe aber würde das Gewebe angreifen, zum mindesten die Farbe verändern. Fleißiges Lüften und Klopfen ist Pflicht der Hausfrau. Sie wird es im Gefühl haben wie oft und wie viel gelüftet und geklopft werden muß. denn des Hauses Verwalterin sein ist Ehre der Frau. L. Möller. 203 200 a Blumenpflege im Zimmer Das Wasser in der Blumenvase. Um abgeschnittene Blumen in der Base lange Zeit frisch zu erhalten, wird immer wieder der Zusatz von irgend einem Mittel zu dem Wasser empfohlen. All diese sogenannten Konferbierungsmittel sind zwecklos. Es gibt nur einen Weg, das Wasser geruchlos und die Blumen - 102 204 www 205 a 204. Mantel für junge Mädchen. Der Mantel ist aus einem schwarz- braun- grünfariertem Tuch gearbeitet. Abb. 204 a zeigt, wie die Schnittmusterteile für Oberweite 86 auf das Tuch aufzulegen sind. Die Seitenteile sind mit den Ärmeln in einem Stück zu schneiden, unter dem Gürtel werden die Schoßteile an die Seitenteile angenäht, der übrigbleibende Stoff wird zum- Bejezzen der vorderen Ränder genommen. Die Fransen sind an den vorderen Mantelrändern zu fleinen Schlingen abgenäht. Den vorderen Schoßteilen sind die Taschenteile aufzunähen. Sragen, Stulpen und Gürtel sind aus dunkelbraunem Tuch, mit leichter Leineneinlage gearbeitet, dunkelbraune Hornknöpfe und Baspelknopflöcher zum Verschluß. Normal schnittmuster für die Oberweiten 82, 86, 90 und 98 cm erhältlich. Preis 2 M. Schnitt muster F. H. 204. 205. Mantel für ältere Damen. Der Mantel ist aus dunkelgrauem Tuch. Dem Rückenteil sind die Gürtelteile angeschnitten, fie werden in Verbindung mit dem unteren Rückenteilrand mit dunkelgrauer Seidenstepperei geschmückt. Die Stulpen erhalten Leineneinlage. Die Borderteile sind durchgehend geschnitten, sie werden auf der Innenseite an den vorderen Rändern reichlich 3 2 Hial. Mitte 1. Borderteil 2. Rückenteil 3. Seitenteil mit angeschnittenen Ärmeln 3a 3b Schoßteile 204 a. Schnittmuster auf ein Zuch gelegt. recht lange frisch zu erhalten. Die Vorschrift lautet:„ Täglicher Wasserwechsel und sachgemäße Behandlung der Blumen". Zur Erläuterung diene dieses: Je geräumiger das Blumengefäß ist und je weniger Blumen eingestellt werden, um so weniger schnell wird das Wasser verderben. Beim täglichen Wasserwechsel ist das Gefäß ordentlich auszuspülen. Auch die Blumenstengel müssen, soweit sie im Wasser standen, unter fließendem Wasserstrahl gründlich gereinigt werden. Manche Blumenstengel, so bei Reseda und Levkoyen, gehen schnell in Fäulnis über; Sie müssen doppelt borsichtig behandelt werden. Gemeinhin halten die Blumen fich in fühlem Wasser länger als in warmem; Sonnenbestrahlung der Blumengefäße ist deshalb zu vermeiden. 205 breit mit Oberstoff besetzt. Stofffnöpfe und Paspelfnopflöcher zum Verschluß. Normalschnittmuster in den 4 Oberweifen 90-116 cm erhältlich. Preis 2 M. Maßschnitt 6 M. Er. forderlich 3,50 m Stoff 130 cm breit. Schnittmuster F. H. 205. „ Eistaltes" Wasser wird von den Blumen nicht aufgenommen. Welfe Blumen, namentlich solche mit holzigem Stiel, erholen sich in angewärmten Wasser; nach der Erholung ist kühleres Wasser zu geben. Bei jedem Wasserwechsel wird ein Stückchen der Stielenden von den Blumen fortgeschnitten, auf daß die Wasserleitungsbahnen wieder freigelegt werden. Dieses Auschneiden ist auch vor dem ersten Einstellen vonnöten, da an der Luft die Stielenden angetrocknet und die Wasserleitungsbahnen verstopft sind. Wenn Blumenstiel und Messer naß sind, wird der Schnitt besser als bei trockener Ausführung; noch weniger werden die Pflanzengewebe verletzt, wenn der Schnitt ganz unter Wasser ausgeführt wird. 8. Efen in Zimmer. Der Efeu, der im Garten, auf dem Hofe und auf dem Walton so manche Verwendung findet, läßt sich auch im Zimmer, selbst an ziemlich dunklen Stellen pflegen. Doch es gilt, die Pflanzen für diesen Zwed von klein an heranzuziehen. Große Pflanzen lassen sich aus dem Garten nur vor das Fenster eines Zimmers ohne Nachteile für ihr Leben versezen. Für trockene Zimmerluft und dunklen Standort müssen die Pflanzen besonders herangezogen werden. Zu biesem Zwecke nimmt man von Gartenpflanzen kurze, be wurzelte Ranten, die in Töpfe oder Kästen eingesetzt werden und zunächst am Iuftigen Fenster Aufstellung finden. Haben die Pflanzen neue Wurzeln gebildet, dann regt sich der Trieb und nun können sie dorthin fommen, wo sie das Zimmer zieren sollen. Hat man feine bewurzelten Ranken zur Verfügung, so steckt man im Juni oder Juli Zweigspigen in Töpfe mit fandiger Erde. Die Stecklinge ziehen bald Wurzeln, dürfen aber ihren luftigen, hellen Platz erst dann mit der dunkleren Zimmerede vertauschen, wenn der erste Trieb sich zeigt. Der fleinblättrige Efeu ist dem großblättrigen seiner Zier lichkeit halber borzuziehen. Die Ranten find ftets forglich auf zubinden. Vor Staub und Ungeziefer muß der Efeu durch öfteres Abwaschen mit lauwarmtem Wasser geschützt werden. Kann man die Pflanzen bei Regenwetter ins Freie tragen, so bekommt ihnen das sehr gut. Ein Umpflanzen ist ecst nach 2 bis 4 Jahren erforderlich. S. - 103 b Für Fensterfästen und den Kleingarten Etwas über Gießen und Düngen. " Ein sehr wichtiger Faftor in der Pflege von Pflanzen jeder Art ist das richtige Gießen und Düngen. Zuerst etwas über das Gießen: Da ist die erste Frage, wann soll man gießen? Man soll es nur dann, vor allem Topfpflanzen, wenn die Erde frocken ist. Wie oft dies der Fall ist, hängt von der Temperatur ab; bei kaltem Wetter tritt Trockenheit erst nach Tagen( im Winter sogar Wochen) ein, bei Hiße im Sommer schon nach wenigen Stunden. Was für Schaden durch zu wenig Gießen angerichtet wird, weiß jedes Kind. Ein Zuviel" tann aber auch sehr schlimme Folgen haben. Die Erde wird Sauer, die Wurzeln und so die ganze Pflanze fängt an zu faulen. Nun die zweite Frage: zu welcher Tageszeit soll man gießen? Durch das Gießen wird die Pflanze sehr abgekühlt; fie braucht aber Wärme zum Aufnehmen des Wassers; daraus ergibt sich, daß man an falten Tagen in den Mittagsstunden gießt, damit sich die Erde wieder erwärmen kann. Umgekehrt aber, wenn man bei heißem, sonnigen Wetter mittags gießt, so wird das Wasser bald verdunftet sein, die Pflanze also wenig davon aufgenommen haben. Folglich gießt man dann am besten abends. Nun aber braucht die Pflanze in der Luft eine gewisse Feuchtigkeit; ist diese nicht vorhanden, so gibt sie bon ihrer eignen Feuchtigkeit der Luft ab, d. h. die Pflanze berdunstet; je größer nun die Hitze und Trockenheit der Luft, desto größer die Verdunstung, die allmählich zum Welten führt; je feuchter also die Luft( selbstverständlich bei entsprechender Wärme) desto üppiger und schneller das Wachstum. Daraus ergibt sich, daß man bei Hitze und Sonne der Pflanze Wasser zuführen soll. Also, wer seine Pflanzen lieb hat, der gibt ihnen in der heißen Jahreszeit dreimal täglich Wasser, morgens, mittags und abends. Nun ist aber die ganz irrige Ansicht verbreitet, daß man in der Sonne nicht gießen darf, weil die Pflanzen sonst verbrennen. Das ist ganz falsch. Sehr empfindliche Gewächse spritzt der Gärtner in der Sonne alle zwei Stunden. Die Pflanzen berbrennen nur, wenn sie hinter Glas stehen, dann wirken Wassertropfen und Glas zusammen wie ein Brennglas. Nun zu dem Düngen. Am besten ist natürlich Stallmift. Man unterscheidet kalten und warmen Dünger, d. h. Dünger, 206. Auleitung zur Anfertigung gepaspelter Knopflöcher. Gepaspelte Knopflöcher müssen vor dem Saubermachen der betreffenden Ränder gearbeitet werden. Man unterlegt die c Ränder mit dünnem, doch festem Futter, und zeichnet mit scharfem Kreidestrich die Linie für den Einschnitt des Knopflochs. Die Länge des Knopflochs wird ebenfalls durch sent rechte Kreidestriche festgestellt. Siehe Abb. a. Dann legt man zwei Stoffftüde auf, siehe Abb. b, die je 1 cm länger als das Knopfloch und 2 cm breit sein müssen. Die Streifen. werden genau in der Länge des Knopflochs angesteppt, dann zieht man die Streifen durch den Einschnitt nach der Innenseite, bügelt die Naht flach aus, und knipft dabei die Naht am Anfang und Ende so ein, daß sich an jeder Seite des Knopflochs ein kleines Dreieck umbügein läßt. Siehe Abb. c; wir zeigen hier der Deutlichkeit wegen nur einen Streifen, deffen d Naht flach ausgebügelt ist und der an jeder Seite umge schlagen das kleine Dreieck frei läßt. Die beiden Paspelränder werden nun auf der rechten Seite so eingerichtet, daß sie genau aneinanderstoßen, dann näht man die Seitenränder des Knopflochs an die Paspelstreifen mit kleinen Stichen an, und schürzt eine se darüber, siehe Abb. d. Auf der Innenseite wird der Baspelstreifen an das Futter angesäumt. der sich im Lagern erhißt und solchen, der es nicht tut. Warmer Dünger ist Pferde-, Schaf, Efel, Ziegen-, Kaninchen- und Geflügelmist; falter Dünger ist Kuh- und Schweinemist. Warmer Dünger ist für falten, nassen Boden vorzuziehen, weil er denselben erwärmt und trockner macht. Aber da er in der Erde brennt, darf man ihn nur entweder im Winter oder auf noch nicht bebautes Land bringen, das man dann einige Wochen liegen läßt. Sonst muß man ihn durch öfteres Umsetzen, wodurch er kalt wird, unschädlich machen. Bei der Anlage von Fenster- und Balfonfästen ist es gut, wenn man auf die Schicht Scherben, die man selbstverständlich hinein geben muß, damit das Wasser ablaufen kann, eine Schicht falten oder erfalteten Dünger gibt. Sind die Kästen einmal gepflanzt, fo fann man nur noch flüssig düngen. D. h. man richtet sich ein Faß ein, in das man etwas Dünger und Wasser gibt und es verdeckt einige Zeit stehen läßt, vor dem Gebrauch rührt man es um, und gießt damit alle paar Wochen, aber nur abends oder besser bei Regenwetter. Wenn man eine frischgedüngte Pflanze in der Sonne trocken stehen läßt, dann verbrennt sie. Früher gab es die verschiedensten künst lichen Düngemittel, mit denen man gießen fonnte, aber die bekommt man heute nicht mehr. So muß man sich mit andern Dingen helfen. Gute Düngemittel find Ofenruß, Spülwasser, in dem natürlich kein Soda sein darf, nur sehr schwache Seifenlauge, Hornspäne, die man in einem Faß mit Wasser zugedeckt gären läßt und Holzasche, die sehr viel Kali enthält. Hornspäne und Ruß sind Stickstoffdüngemittel. Die Pflanzen brauchen vor allem Stickstoff zur Blattentwicklung, Kali zum ganzen Aufbau( Holz) und zur Wurzelentwicklung( Rüben, Knollen). Phosphor braucht die Pflanze zur Blütenbildung und dem feinen Aroma der Früchte. Im Stallmist ist alles enthalten, was eine Pflanze braucht. Damit aber die Pflanze die nötigen Nährstoffe aufnehmen und verarbeiten kann, braucht sie einmal Feuchtigkeit, dann aber vor allem Kalk; dieser wirkt sozusagen appetitanregend. Man soll im Garten alle paar Jahre alt eingraben, in Töpfen und Kästen immer beim Neupflanzen Kalt mit der Erde vermischen. Kalt vernichtet auch eine Menge Schädlinge und Keime von Pilzfrankheiten. 3. S. Urheberinnen: Abb. 194-196 Elisabeth Merkel, Freiburg i. Br., Abb. 198 Fr. Schiele, Köln. Der Berlag gibt omtalschnitte oder Schritte Gutschein für Schnittmusterversandüglich 50 Prozent Leuerungzzuſchlag. Unſere nach Maß zu am Schluß jeder Beschreibung angeführten Preisen ab und Schnittmusterbogen Maße der Normalschnitte für Erwachsene werden nach mittelgroßen ungeschnürten Normalfiguren gezeichnet. Maße der Normalschnitte für Jungmädchenkleider Größe in DberGürtel cm tveite weite Hilftenweite Dorbere Midens Rod Länge Länge Länge Obers Gürtels Borbere Rücken- Rode Alter Hüftenweite weite weite Länge Tänge Länge I 90 II 98 III 106 IV 116 22880 70 90 75 103 114 86 125 15 cm unter bem Gürtels Schluß gemessen 36 36 100 38 87 102 " 39 38 102 12-14 Jahre 82 64 14-16 86 16-18 " 80 66 90 70 8884 841 90 14 cm unter dem Gürtel fclus gemeffen 34 35 35 36 36 36 8885 55 65 38 39 102 Abreffe: Den Betrag für die gewünschten Schnitte und 40 Pf. für Porto wolle man mit der Bestellung einsenden, andernfalls erfolgt Busendung mit Nachnahme. Ausführliche Anleitung zum Maßnehmen ist vom Verlag G. Braunsche Hofbucheruderet u. Bertag zu beziehen. 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