Jahrg. 2 1 9 2 0 heft. 17 27. November Die Frau und ihr Haus Beitschrift für kleidung Gefundheit Körperpflege und Wohnungsfragen Die Heimat auf dem Lande Beil a ge I 2 t Get chheit Schule und Haus Wohl noch niemals haben sich alle Kreise unseres Volkes fo eingehend und leidenschaftlich mit Erziehungsfragen beschäftigt wie im gegenwärtigen Augenblick. Das ist durchaus verständlich. Nach dem unglücklichen Ausgang bes Krieges ist es doch die Jugend allein, auf die wir hoffen. Sie ist das Kostbarste, das uns geblieben. Sie allein ist vielleicht dereinst berufen, unser Volk einer glücklicheren Zukunft entgegenzuführen. Und so lebt in unser aller Herz der Wunsch, unseren Kindern für die große Aufgabe, die ihnen zufällt, die Kräfte zu stählen, fie förperlich und geistig so auszurüsten, daß sie im späteren Leben dieser Aufgabe gewachsen sind. Und an dieser Ausbildung sollen alle in gleicher Weise teilnehmen. Alle Kräfte, die im Volfe schlummern, follen erwedt und zur Entfaltung gebracht werden. Allen soll der Weg zur Bildung offenstehen. Zugleich soll alles Denkbare geschehen, um die Geeignetsten für den hohen Beruf des Erziehens zu gewinnen und sie auf die beste Weise hierfür vorzubereiten. Allen Kindern also gleichmäßig die bestmögliche Schulerziehung bis zum Eintritt in den Beruf zu verschaffen, das ist, fura gesagt, das legte Ziel aller dieser Erziehungsbestrebungen. Vielfach ist nun aber die irrige An276. Einfacher Mädchenmantel und Out. Mantel aus lausaftoff, Hut aus Luch oder Filz zu arbeiten. Der Kragen tann auch hochgeschlossen getragen werden. Ladledergürtel durch Stoffipangen gezogen. Die Stulpen sind mit Leinencinlage zu arbeiten. Normalschnittmuster für 6-8, 8-10, 10-12 und 12-14 Jahre erhältlich. Preis 1.20 M. Erforderlich für 8-10 Jahre 1.50 m Stoff 130 cm breit. Schnittmuster F.H. 276. 277. Rantel n. ut für fleine Knaben. Aus bronzefarbenem Flauschstoff gearbeitet mit schwarzem Samt und Tressenbeja. GKR Der Hut fann auch aus Samt oder Leders tuch gearbeitet werden. Normalschnittmuster 0 sicht verbreitet, daß damit genug gefchehen sei, wenn die Schulausbildung verbessert und allen in gleicher Weise zugänglich gemacht werde. Ist denn wirklich die Schule allein imstande, die Erziehungsaufgabe zu leisten? Man mache sich doch klar, daß die Schule in erster Linie durch den Unterricht Kenntnisse bermittelt und daß diesem Ziele gegenüber die erzieherische Einwirkung auf den Zögling, d. h. die Ausbildung von Charakter und Gemüt, zurücktreten muß. Der Schwerpunkt aller Erziehung liegt auch heute noch im Elternhause. Sie ist durch nichts zu ersetzen, und hier ist es letzten Endes wieder die Mutter, die berufen ist, die Keime der Gesittung in das findliche Gemüt zu pflanzen. Dieser hhn Aufgabe sind sich die Eltern in unserem modernen Industrie- und Großstädteleben vielfach nicht mehr be wußt. Sie glauben vielmehr, wenn sie ihr Kind in eine behördlich beaufsichtigte Schule schicken, sei ihnen selbst die Kindererziehung abgenommen. Allerdings liegen die Verhältnisse für die häusliche Erziehung heute sehr viel ungünstiger als in früheren Zeiten. Die sozialen zustände bringen es mit sich, daß die Mutter vielfach außer dem Hause arbeiten muß und sich infolgedessen nur wenig um ihre Kinder fümmern fann. Und nur von einer Gesundung unserer sozialen Verhältnisse fann man eine solche Besserung erhoffen, daß das Elternhaus wieder in der Lage ist, diese se me ursprünglichste Pflicht zu erfüllen. Aber auch heute schon wird es meiner פות 278 277 276a 277 a für 2-4 und 4-6 Jahre erhältlich. Preis 1.20 M. Erforderlich 1 m Wintel toff für 4-6 Jahre, 40 cm Gamnt 50 cm becit. Schnittmuster F.H. 277. 3.4- D 130 ساسا 280 282 ... 278 & 279 281 Wäsche für Mädchen von 8-16 Jahren. Schnittmuster je 1.20 M. 278. Leibchen für größere Mädchen. Hus fejtem, möglichst luftdurchlässigem Etoff zu arbeiten, Brustteil aus dünn m Etoff. Erforderlich für 12-14 Jahre 80 cm, 80 cm breit. Schnittmuster für 10-12, 12-14 und 14-16 Jahre. K. 77. 279. Reibchen für fleinere Mädchen. Den Rückenteilen find Epangen ange schnitten, die rechte derselben geht unter dem linken Rüdenteil entlang und tritt seitlich durch einen fleinen Schliß nach außen. Beide Spangen tnöpfen dem Vorderteil auf. Erforderlich: 1 m Stoff 80 cm breit Schnittmuster für 8-10 und 10-12 Jahre. K. 78. 280. Hemd. Einfache Form mit Zädchenabschluß am Hals. 279a B Ansicht nach bei einigem guten Willen mancher Mutter möglich sein, ihrer hohen Erziehungsaufgabe gerecht zu werden. Ein reizvolles Bild einer vorbildlichen Mutter hat der für die geistige und sittliche Hebung seines Echweizerbolfes hochbegeisterte Pädagoge Pestalozzi gegeben. In seinem Buche Wie Gertrud ihre Kinder lehrt führt die Mutter ihre Kinder Schritt für Schritt In die fie umgebende Welt ein, erzieht sie zu Frömmig feit, Nächstenliebe, Wahrhaftigkeit und Ordnungsliebe. Alle Borkommnisse des findlichen Lebens bespricht sie mit ihnen, leitet sie in allen ihren Handlungen zum Guten an und sucht sie vom Bösen fernzuhalten. Dabei fft sie ihnen selbst ein leuchtendes Vorbild sittlicher Reinheit, Arbeitsfreudigkeit und Gewissenhaftigkeit. 8war gehört bie Darstellung einer längst vergangenen Zeit an; aber in ihren Grundgedanken fann sie uns auch heute noch vieles lehren. Und wie viele von uns wissen am besten aus eigener Erfahrung, daß ihnen das Vorbild und die Unterweisungen der Eltern den sichersten Halt im späteren Leben gegeben haben. Aber auch die Schule will neben ihrer fenntnisvermittelnden Tätigkeit die fittlichen Kräfte Ihrer Böglinge stärken. Sie gewöhnt den Schüler an gewissenhafte Erfüllung eines bestimmten Pflichtenfreises. Sie verlangt von ihm geregelte Arbeit, erzieht ihn aur Ordnungsliebe, zur Sammlung der Gedanken und sucht burch Darstellung ausgeprägter Persönlichkeiten im Geschichts- und Religionsunterricht auf Charakter und Gemüt einzuwirken. Hier gehen also die Bestrebungen von Haus und Schule Hand in Hand. Bekanntlich ist man dazu übergegangen, Elternbeiräte an den einzelnen Schulen zu begründen, offenbar in der Absicht, die Eltern an dem Leben der Schule teilnehmen zu laffen. Die Eltern follen Gelegenheit haben, ihre Wünsche vor zubringen und Mißstände abzustellen. Aber auch diese 281 a und Armausschmitt, Lochstickerei im Borderteil. Schnittmuster für 8 bis 10, 10-12, 12-14 und 14-16 Jabre. F.H.280. 281. Geteitte Gemdhofe für kleinere Mäd. chen. Praftische Form. ermög licht leichteres Auswechseln beider Teile bei schnellem Wachstum. Erforderlich für 6-8 Jahre 1,50 m Stoff Schnittmuster für 6-8. 8-10 und 10-12 Jahre. F.H. 281. 282. Macht hemd. In einfachster Form geschnitten, Schlißeinschnittrander mit Spipe abgeschlossen oben flappenartig umgelegt, gefchürzte Bindlöcher und Band zum Verschluß. Echnittmuster für 8-10, 10-12, 12-14 und 14-16 Jahre. Erjorderlich für 10-12 Jahre 2 m Stoff 80 cm breit. Schnittmuster F.H. 282. Einrichtung darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Eltern hierdurch nur auf die äußere Gestaltung des Schullebens Einfluß gewinnen sollen, daß aber die selbsttätige Erziehung im häuslichen Kreise immer ihre Haupt aufgabe bleibt. Doris Regel. Herbsttag! Bor Allerfeelen träumen. es tröpfelt von den bunten Bäumten, und Wolfen hängen an des Himmels Weiten, biel Menschen eilen, liebend zu bereiten, der Toten Ruhstatt, wo sie schlafen, Ich trage Kränze, eile mit den andern, ein blondes Kind hilft lieblich mir beim Tragen; mich drängt's, dem Kind ein gutes Wort zu sagen im ham der Toten. Die Gedanken wandern au einem andern Kind, dem blonden, fleinen, das lange schon der grüne Rasen deckt, um das awei Mutteraugen heimlich weinen, das teine Liebe und fein Rujen wedt. , ich danke auch!" Die Stimme war's der Kleinen, die scheidend, grüßend aus dem Traum mich schredt. Mutterpflichten in der Kinderstube .. Kinder sind nicht nur für ihre Eltern da. Und darum haben bor allen Dingen wir Mütter bei weitem größere und ernstere Pflichten unseren Kindern gegenüber, als umgekehrt. Die Kinderstube müffen wir mit einem Garten vergleichen. Die feine Menschenpflanze aus unserem Fleisch und Blut ist unserer Liebe und Obbut anvertraut. Es ist unsere beiligfte Mutterpflicht, dafür zu sorgen, daß die Heine Menschenpflanze Körperlich und geistig blüht und gezeigt, daß Sonnenstein und 283 A Armel 84 131 Einfache Aleider für junge Miten sex 12-16 Jahren Bu Abb. 283a, b und c Wer sich einmal an folch einfache Kleidung, wie fie diefe Zeitschrift verbreiten will, gewöhnt und beren Wohltat empfunden hat, der möchte sie nicht wieder missen. hilft man selbst mit beim Instandhalten derselben, so wird man Anregung finden, immer mehr zu vereinfachen und zu verbessern. Wer aber selbit anfertigt, der wird bald beraus finden, mit wie wenig Rühe und Koften man diese Sachen herstellen und ausschmüden fann. Die Stleider im Mittelschnitt sind besonders für Kinder und junge Mädchen geeignet, weil sie nicht leicht berwachsen. Man muß fie recht weit und mit Haiten zum Herauslasien machen, dann wird man jahrelang Freude baran haben. Besonders die Armel müssen recht weit sein, born offen, ohne Bündchen, dann verschleißen sie gleichmäßig und man wird faum auszubeffern haben Bie mühsam war doch früber das Anfertigen der Meidung! Joh holte fürzlich eine alte Untertaille berber, meine Tochter besah sich das Ding und fragte lächelnd: .Das hast Du wohl einmal aus lauter Hesten zu fammengestüdel?" Nein, ich hatte es in meiner Jugend aus einem neuen Stud Stoff angefertigt, es war damals solche Mode Jch wüßte ineine Beit beffet aitzuloenden", meinte jie. Ich fühlte mich beschämt. Ja, wir können froh sein, daß man uns soich praktische, gesunde und schöne Stei bung geschaffen hat, und wollen uns durch nichts wicber davon abbringen lassen. r. Dr. B. 283a 283b A. 283c Schnittübersicht zu 283, 283 a unb b. Kell 283, 283 a und b.- 56. 283 o zeigt bas ausgebreitete Kleid. Das Stüd Stoff, das im vorderen Halsausschnitt her. ausfällt, wird pleich nach dem Rüdeuteil umgeschlagen und als Sragen verwendet. Man benötigt für diese leider 2 mal die Länge von der Schulter in 70-80 cm Breite und für ärmelaniaz und Seitenteile noch etwa 50 cm Stoff. Abb. 233 ist aus einfarbigem Stoff mit fariertem Blendenbesab. Über der Schulter eingenähte Falte, unterhalb des Gürtels ausspringend, farierte Stoffblende. Rechts Scilite einschnitt unter der Blende, dem ein 5 cm breiter Untertritt angejezt wird. An den Seiten Taschenschlib, mit breiten Butterſtüden unterlegt. Abb. 283 a ist mit eingelegten Quetschfalten gearbeitet, aus dunkelgrünem Stoff, mit bronce. farbener Häkeltante am Ausschnitt und Armelzand. Beschürzte Bindlöcher und Schnur zum Berschluß. Abb. 283 b ist ein weißes Wullfleid mit bellblauen Vunkten. Als Tanzstundenkleid gearbeitet, mit gebrannten weißen Batistfalbeln uns Hellblauer Seidenscäcve geschmüdt. Die Schärpe wird durch aufgefeßte Spangen gehalten. Auf jeder Schulter einige Säum chen abgenäht, Rüdenschluß, am unteren Rodteil 3 mal 4 cm breite Säume in 10 cm breiten Abständen. Normalschnittmuster Grundform für 12-14, 14-16 Jahre erhältlich. Preis 2 M., Häkelprobe 2.50 M. Schnittmuster F.H. 283. 284. Bleib aus gestreiftem Stoff and affamt. Der Rod aus mausgrau und weinrot gestreiftem Stoff ist so in Falten gelegt, daß oben nur der graue Streifen sichtbar ist. Das Leibchen ist aus grauem Waschsamt. In der Rüdenmitte wird es geknöpft, an den Seitenrähten im unteren Teil geschnürt und mit Bällchen aus grauer und weinroter Wolle abgeschlossen. Ausschnitt und Ermelsalbel aus gestreiftem Eloff. Normalschnittmuster für 12-14 und 14-16 Jahre. Preis 2 M. Erforderlich für 12-14 Jahre 1,50 m gestreifter Stoff, 1,25 m Waschsamt 90 cm breit. Schnittmuster F. H. 284. Negen ihr Wachstum fördert, daß wilde Triebe unterbunden unb schwache Knospen gepflegt werden, damit Sturm und Metter das junge Menschenfind nicht umwerfen, sondern daß es stark und mutig wird, und trog fleiner und großer Gefahren feft stehen lernt. Wer stark an Leib und Seele ist, hat im Kampfe des Lebens die besten Waffen. Um unsere Kinder gesund und toiderstandsfähig en Körper und Seele zu erziehen, bedarf es einer gewiffen Abhärtung. Richt ber weichlichen, sondern leistungsfähig machen! Darauf tommt es an. Das Kind, das sich durch ungeschid selbst webe getan hat, barf nicht durch Bemitleiben oder gar burch Näscherei getröstet werden, sonst fordert es bies auch bei der geringsten Ver anlassung und wird bald zum fleinen Hausthrannen. Es soll vielmehr durch Scherzworte feinen feinen Schmerz berwinden, damit es einen Buff bertragen lernt, ohne eine Wiene zu berziehen. Auch in ernften Krankheitsfällen wird das kleine Menschen. find dann geduldiger sein, als das verwöhnte und durch über große Sorge verhäischelte Kind. Ufere Stinder follen nicht nur berlangen", nein, fie follen auch schon frühzeitig an..Leistungen" gewöhnt werden. Damit fie wiffen, daß man vom Leben nicht nur verlangen darf, fondern daß man durch seine Taten selbst sein Schidial formt Wenn wir unseren Mindern fleine Pflichten übertragen, müssen wir auch darauf achten, daß sie gewissenhaft erfüllt werden Mit der Puppe spielen Gierzu Abb. 285 A Das Spiel mit der Puppe ist eine uralte Eite bei allen Bölfern. Ich will mich aber heute nicht in gefchichtlichen Be trachtungen ergehen, sondern die Frage aufwerfen: Mit welcher Buppe spielt das Kind am liebsten? Es muß aber erst gesagt werden, daß es in unseren Beitläuiten eine Unmaffe Buppenforten gibt. Wir fangen bei der fleinsten Puppe an, dem Badepüppchen. Das pflegt man schon dem kleinen Kinde als Spielgeug ins Badewasser zu werfen: denn es ist aus Zellu oid, also fehr leicht, und schwimmt. Aber wieviel Sorten, Größen und Formen gibt es davon! Die vor Jahren beliebteste Form der, Buppen war der abwaschbare Lederbalg, bem dann ein Bor gellan- oder Papiermaché Stopf aufge leimt wurde. Ich er innere mich gern der porzellanenen Köpfe, benen die schwarze, blonde oder braune Haarfarbe, die roten Lippen, die Augen und Augenbrauen Imallblant wie bei Ges schirr vor dem Gla fieren eingebrannt waren. Wer nicht das Geld zu einem Leder baig hatte, ber faufte für ein paar Pfennige einen solchen aus Stoff, bei dem es aber fehr leicht geschah, baß er Sägemeh! #treute. Die aus Bapiermaché herge stellten Köpfe hatten GK- R a 132 ähnliches Gesicht bekam und wie ein Baby angezogen wurde. Zweifellos haben viele Kinder über diese abys, die teils aus Belluloid, teils ganz aus abwaschbarem Bapiermaché waren, die größte Freude emp unden, und sie empfinden sie noch. Das Baden, Wickeln, Jäckchenanziehen werden die kleinen Puppenmütter nicht so leicht satt, und es g bt Kinder, die eine solche Innigfeit im Spiel entfalten, daß sie ganz weltenirüdt find. Nicht alle können sich so vertiefen. Die Anlagen und vers schiedenen Reigungen der fleinen Mädchen lassen sich im Buppenspiel erkennen. Ich kannte ein fleines Mädel, das nur mit seinen Buppen spielte, wenn es etwas für sie schneidern konnte. Ein anderes wird für b C 285. Zu dem Aufsatz: Mit der Puppe spielen. Schnittmuster erhältlich: zum Bär in 16 und in 20 cm Höhe, Breis 1.20 m., F.H. 285a; au Hemd, Bluse, Hose, Schürze des Puppenjungen für 35 oder 45 cm Puppenhöhe( mit Kopf) Preis 1.20 m., F.H. 285b; au Hemd, Hose, Leibchen, Unterrod, Bluse, Kleid und Schürze des Puppenmädels für 35 oder 45 cm Puppenhöhe( mit Kopf) Preis 1.20 M. und haben meist bewegliche Augen und einen täuschend echten Baarschopf, manchmal sogar echte Haare". Während die von der Mutter hergerichteten Buppen ihr Hemdchen, Höschen, Rödchen und Kleid an- und ausziehbar bekommen, haben die fertig gefauften, die im Buppenladen jo glänzend ausschauen, ihre Wäsche und Kleider teils angeleimt, teils aufgeheftet und gar angestedt. An einer solchen Buppe, die zuerst fehr staatsgemacht und glänzend aussieht, wird jedes Kind eine Enttäuschung erfahren. Es weiß nicht, was es mit dem fteifen Ding anfangen soll. Bieht es die Puppe aus, wird es von der Mutter gescholten über seine Zerstörungsluft. Denn eine solche Buppe bleibt nicht heil, wenn Kinderhände die Sachen lösen. Dieselbe Unvernunft ist es auch, wenn Mütter Puppen faufen, die nur an Sonn- und hohen Feiertagen vom Sofa in der guten Stube genommen und spazieren" getragen oder gefahren werden dürfen. Solche Mütter gab es in meinen Rinderjahren, solche Mütter gibt es noch heute. Gewöhnlich sind es dann die riesengroßen Puppen, an denen das Kind zu Schleppen hat, und die so schredlich teuer" waren. Arme Kinder! Bor ungefähr fünfzehn Jahren begann eine„ Reform" der Puppen. Es tauchte die Charakterpuppe" auf, die ein finder. Durch fleine Belohnungen für gute Arbeit wird der Eifer fehr angespornt. Nur muß man sich bei materiell veranlagten Kindern hüten, diese Anlage besonders zu pflegen. Es kommt fehr darauf an, daß wir bei unseren Kindern schon in frühester Jugend das Gute wecken und die Tatkraft fördern. Wenn der Sturm des Lebens über sie hinbrauft, dann werden sie nicht durch untätiges Jammern und Klagen die Rot vertiefen. Sie wissen dann, daß es keine Sorge und keine Last gibt, die nicht durch tatkräftiges Handeln leichter gemacht werden könnte. Es ist sehr lehrreich für uns Mütter, wenn wir die Kinder unter fich beobachten und sehen, wie sie ürger und Enttäuschung, Schmerzgefühl und Widerwärtigkeiten aufnehmen. Hierbei können wir am ersten erkennen, wie unsere Kinder die Nöte des Lebens zu meistern gedenken. Durch Liebe und Beispiel muß man ihnen die rechten Wege weisen. Die Kinder lernen am meisten von dem, was sie vor Augen sehen. Das Beispiel was wir ihnen geben, ist unbewußt ihr Lehrmeister! Das bürfen wir nie vergessen. W unser Tun und Reden soll darum rein und flar fein, damit es nicht zum Gift für die Seelen unferer Rinder wird. M. Friedel Schneider. fein Büppchen lieber toden, um den füßen Brei mit seinen@ piel lameraden selbst au effen uw. Man ist in der Buppenindustrie nicht beim Baby stehen ge blieben.Hier ist Käte Kruse, die Puppentünstlerin, bahn. brechend geweien. Mit ihren Buppen läßt sich alles anfangen, man fann fie heut als Kleinkind, morgen als Backfisch und dann auch ein bischen als Dame anziehen, sie können als Junge und in Trachtenpuppen ( Dirndl, Bua) vere wandelt werden. Sehr fostspielig und für„ gewöhnliche" Menschen( das heißt folche, die nicht reich find, eigentlich un erfchwinglich find diese Käthe Kruse- Buppen. Aber die Industrie bat ähnlice, aus biegsamem Material hergestellte Buppen erzeugt, die billiger find, als die sogenannten Künstlerpuppen. Ich habe aber die verschiedensten Urteile darüber gehört, in welchem Maze die Kinder mit diesen Buppen spielen; manche Mädchen follen fich gar nichts aus den menschenähnlichen Gebilden machen, manche sollen fie leidenschaftlich lieben. Ich habe eine tieine Freundin und einen kleinen Freund, erftere wird vierzehn Jahre alt, lepterer ist zwölf gewesen. Beide betamen in ihren ersten Kindertagen einen fleinen Wär, be de haben eine rührende Liebe zu ihren jetzt schon sehr ramponierten Bären. Jm Spielzeug nehmen beide den Ehrenplatz ein. Denn für meine Freunde besißen beide Wesen eine Seele. Kinder fannte ich, die sich aus Lümpchen Puppen widelten, und diese formlofen Geschöpfe mit heftigster Kinderzärtlichkeit ans Hers brüdten. Und ich fannte Kinder, die mit einer Fußbant, der ein Tuch umgeknüpft war, selig" Buppe spielten". Mit welcher Buppe das Kind am liebsten spielt? Wahrscheinlich nicht mit den staatsgemachten", sondern mit denen, bei denen Phantafie und Innigfeit helfen, dem Wesen eine Seele zu geben, die Seele, die ihm das Kind in schöpferischer Kraft gibt. " Die Schulkinder fommen im freien Verkehr mit ihren Kameraden zu jenen ersten Regungen sozialen Empfindens, wie wir in einer Art Berschämtheit das Selbstverständlichste aller Religionen nennen und bekommen den ersten lebendigen Eindrud davon, daß nicht die Kleider den Menschen machen, und daß der große Sämann feinen Samen für alle Felder vor dem Auswerfen gut untereinander gemischt hat. Nur das Gesindel in den oberen Klassen schimpft auf seine Verwandtschaft in den unteren, aber wirkliche Edelleute kennen sich, ob sie Lackschuhe oder Holzpantoffeln tragen. Wo das Elternhaus als ein starkes Vorwerk hinter der Schulfestung steht, da ist noch nie ein Kind durch die Schule verdorben worden, und oft geschicht es nicht einmal, wenn das Elternhaus ebensowenig taugt als der Lehrer Enton Beabrid, Kas: ke Genne, bad Bächlein von ber Siebe sab buc. 133 Scherenschnitte Rachbrud Es gibt kaum eine Stunft, Die mit so wenigen und so ein fachen Mitteln eine so starte Wirkung zu erzielen weiß, wie der stilreine Schattenriß. Er be cänft sich in seinem Aus drud auf die Umriglinie und den Gegensat bon dunklen und hellen Flächen. Ein der artig lapidares Gestalten glüdt nur dann, wenn die künstlerische Anschauung die Form in ihren wesentlichen Rügen erfaßt hat und ficheres Können die Schere befähigt, den W.isungen des formgebenden Willens bis ins fleinste gehorsam zu sein. Weniger denn jedes andere verträgt das Schattenbild eine unbestimmte ausdrucksleere Linie; denn die eine Umriglinie muß eine so flare, eindring liche Sprache reden, daß sie das in gebeimnis. vollem Dunkel oder Weißverborgene Innenleben der umschlossenen Form gleichsam mitantlingen läst und auf solche Weise die Von P. Max Grempe, Berlin- Friedenau ergänzende Vorstellung im Beschauer auslöst. Ahnlich wie beim Relief wird sich jede Form in jener Ansicht daraneten, die über ihr Wesen und ihren Zusammenhang den meisten Aufschluß gibt. Die Forderung nach gesteigerter Ausdrudskraft der Linie, die in der Kargheit der hier gewählten Darstellungsmittel begründet liegt, bringt es mit sich, daß das geschnittene Bild auf Etilisierung hindrängt. Es handelt sich nicht darum, alles zu fagen, sondern das, was wichtig ist. Wirkt so beim Scherenschnitt der Zwang zu bündigem Ausdruck stilbildend, so tut dies das Werkzeug nicht minder. Anders berfährt die Schere mit dem Papier als Stirt oder Feder. Sie hadt ein, fie frist, bald in großen martigen Zügen, bald mit unendlicher Bartheit des Vorgehens, immer jedoch auf ihre eigene, nur bei ihr berechtigte Weise. Aus dem Gestaltungsgang solcher Blätter erklärt sich auch das Zusammenhängende, mit spigenartigen Gebilden sich Berührende ihrer Erscheinung. Durch diese wiederum wird dem Scherenschnitt das Streben nach dekorativer Wirkung nahegelegt. Das Bapier läßt sich falten, bielfach falten sogar, und so bietet es der Schere die Möglichkeit, streng symmetrische, ja mehrfach sich wiederholende Gebild, in Reihen oder rings um einen gemeinsamen Wittelpunkt angeordnet, mit wenig Arbeitsaufwand erstehen zu lassen. Diese besondere Eignung zu dekora tivem Schaffen sicherte, im Verein mit der Einfachheit der Herstellungsmittel, dem Pa pierschnitt von altersher die Gunst der bolkstümlichen Kunstübung. Aber gerade auch unsere Zeit weiß fie an ihm zu schäßen, nicht zuletzt des halb, weil sie darin Möglich leiten seiner Anwendung für Tunstgewerbliche Zwede ero fennt. Von einem neuzeit Scherenschnitt von Paul Konewfa. Rus, Ge lichen Scherenschnittfünfiler, jundbrunnenkalender 1918". Berlag Georg D. B. Gallvey, Münden. Heinrich Wolff Königsberg, geht die Anregung aus, die ge fchnittene Umrißdarstellung für einfache Firmenschilder pra! tisch zu berwerten, die quer in die Straße ragen. Von anderer Seite wird dem dekorativen Fries in Scherenschnittechnik das Wort geredet. Der Scherenschnitt ist eine reine Flächenfunst; aber seine Birtung ist eine fast plastische. Sie kommt dadurch zustande, daß das geschnittene Blatt, indem es sich von seiner Unterlage, auf der es nur leicht befestigt ist, etwas ablebt, ein Spiel von aarten Echatten zwischen sich und dem hellen Hintergrunde hervorruft. In dieser Störperhaftigkeit besteht nicht zum gerings ften Teil der eigene Reiz des geichnittenen Schattenrisses. Die Geschichte des Pavierschnittes umfaßt- soweit sie die europäischen Erzeugnisse dieser Kunstübung im Auge hat- sowohl die volkstümliche Ausschneidetunst als auch die Schattenrisfunst der gebildeten Städter, die hauptsächlich im Gefolge der Bildnis verboten filhouette fich entwidelt hat. Ein Zu ammenhang der abends ländischen Ausschneidefunft mit alten orientalijde Arbeiten dicier Art, die in manchen asiatischen Gebieten in früher Zeit schon heimischworen, ist nicht anzunehmen Das Schneiden in Bapier ist eine so naheliegende bildnerische Betätigung, daß es von jcher uno m den verschiedensten Gegenden selbständig er funden und g übt worden sein dürfte. An dem orientalischen Ursprung der Schattenspiele dagegen ist nicht zu zweif.In. Sie sind z. B. für China, Ceylon und Java schon im 11 Jahre hundert, für Indien fchon gar in borbuddhi ftischer Zeit nachgewiesen. Ihre Figuren waren aber meist nicht in Papier, sondern in Leder geschnitten. Jm 17. Jahrhundert fand das Schattentheater von Tunis aus seinen Eingang in Europa, wo ihm dann namentlich die Zeit der Romantit lebhaft augetan war. Europäische Papierschnitte find uns nur aus verhältnismäßig junger Zeit erhalten. Ein Albumblatt in Bergament geschnitten, datiert von 1631, bürfte aber die ältene bis jetzt belann: e deutsche Arbeit dieser Art sein. Der Name dessen, der es her gestellt, ist nicht überliefert, so wenig als bei den meisten an deren dieser anspruchlosen Bildwerkchen die Verfertiger sich bezeichnet haben. Einen deutschen Ausschneider des 17. Jahr hunderts kennen wir immerhin mit Namen: R. W. Hus, von dem zahlreiche Schnitte erhalten sind, darunter einer, der seine bolle Signatur und. ebenfalls geschnitten, das Datum 1654 aufweist. Seine seltsamen egotischen Gestalten und lebhaft bewegten Darstellungen zeugen von einer erfindungsreichen und temperamentvollen Künstlernatur. Sämtliche Schnitte find in weißem Papier ausgeführt, dem Material, das neben dem Bergament in früherer Zeit und bis zum Aufkommen des Schatten bildnisses das meist verwendete war. GK- R Das dekorative Gepräge haben die Arbeiten des R. W. Hus mit den meisten Erzeugnissen der volkstümlichen Ausschneide funft gemein. Borzüglich zu ornamentaler Behandlung geeignet waren die Marterwerkzeuge Christi, eine der bei geschnittenen Blättern oft begegneten Darstellungen, wohl zur Einlage in Gebet- und Andachtsbücher bestimmt. Am geläufigsten waren dem Papierschnitt frü herer Zeiten wohl hauptsächlich religiöse Vorwürfe und Borstellungen. jundbrunnenka.en er 1920". Aber auch rein ornamentale Gebilde wurden in der Ausschneidetechnik geschaffen. Unter ihnen bilden die sogenann ten Bergament- oder Spizenbilder eine besondere, noch sehr reich vertretene Gruppe. Es sind dies Andachtsbilder, meistens aus Bergament, die eine gemalte 6erentonitt von Kurt Rübner. Nud„ Ge Seiligendarstellung, bon einem Berlag Georg D. W. Cawey, Münden. ausammenhängenden, spißen, ähnlichen Gespinst umrahmt, zeigen. Dieses aus Ranken und Geäst, aus Schnörkeln und geometrischen Figuren gebildete, bis weilen unerhört feine und reiche urchbruchwert wurde freilich nicht mitder Schere, sondern mit dem feinsten Federmesser aus dem Bergamentblatt gewonnen. Früber war überhaupt bei Ausschneidearbeiten das Messer gebräuchlicher als die Schere. Von wem und wo diese Bergamentbilder hergestellt wurden, ist noch nicht einwandsfrei festgestellt. Große Wahrscheinlichkeit hat die Anna me für sich, daß sie Arbeiten aus Nonnenflöftern find. Neben Bayern und Oberösterreich ist auch die Schweiz als Herkunftsland solcher Gedenfblätter zu nennen. Ein neues Kapitel des Papierschnittes seht ein mit der Er. findung des Schattenbildnisses, von dem wir in der nächsten Nummer noch einiges erzählen werden. 6K- R 134 Einfache Kleider für Lehrerinnen Normalschnittmuster für 90-116 cm erhältlich. Rod. Bluse, Hose je 1.20. Kleid 2 M. Maßschnitt: Rod, Bluse, Hose je 3 Wt. Kleid 6 M. 4 237. Zurnanzus. Schoßbluse in der Art wie Abb. 286 nur mit offen au tragendem Aragen. Hofe mit Seitenschluß. Oberer Hosenrand etwas eingetraust, in Bündchen gefaßt und dem Futterleibchen angeknöpft. Erforderlich zur Bluse 2,50 m Stoff 100 cra breit, zur Hofe 2 m Stoff 100 cm breit. Schnittmuster F.H. 287. 286a 1) 286 286. Red nnd Sche bluse. Die Bluse ist aus einer gefärbten Militär. jade gearbeitet. Tressen. einfassung zur Berzierung. Einfacher Zweibahnenrod, am oberen Rand einge frauft, in ein Bündchen gefaßt und einem Futter leibchen angeknöpft. Erfor derlich 4 m Stoff 100 cm breit. Schnittm. F.H. 286288. Bleis für ältere Lehrerts. Vorder- und 287 288 Stüdenteile des Leibchens sind mit angeschnittenen Schoßteilen gearbeitet. Der obere Nodranb ist eingefrauft auf ein Miederband zu nähen, die Seitenteile des Leibchens werden am unteren Rand ebenfalls auf das Gurtband genäht, so daß das Neid zusammenhängend ist und somit stets in guter Form bleibt. Das Futterleibchen mit anzutnöpfendem Batist. tragen wird lose untergezogen. Snittmuster F.H. 288. Bilderbesprechungen Teneriffe der Sonnenfpite von Anna Babette Ertes. Mit 47 Abbildungen. Lehrmeister- Bücherei Nr. 514. Berlag Hochmeister und Thal, Leipzig. Das fleine Büchlein gibt in leichtverständlicher, durch die Abbildungen anschaulich erläuterter Darstellung eine ausführliche Beschreibung der duftigen Spißensterne. Die Schöne Arbeit hat ihren Namen von der Insel Teneriffa, wohin fie wahrscheinlich von den Mauren, jenen aus Arabien fiam menden, in Spanien eingewanderten Volksstämmen, gebracht wurde, und wo sie noch jest in höchster Bollkommenheit aus geübt wird. Möchte das Büchlein auch bei uns der lohnenden, angenehm auszuführenden Arbeit viele Freunde erwerben. -O Miles färs Rind Nr. 192 Bestiartenm albu Nr.526 Albume blätter, Allerlei Stammbuchverse mit Bildern Nr. 417 und ein Bilderfries für die Kinderstube von Frau Gertrud Koppa Römbildt. Verlag J. F. Schreiber, Eglingen und München. Unseren Leserinnen ist Frau Kopp langit bertraut als„ unfere" Künstlerin geben doch ihre urwüchsigen Zeichnungen unserer Zeitschrift vor allem das fünstlerische Gepräge. Ohne jede Zinjt liche Vlache wie bei den üblichen Modezeichnungen stellt Frau Ropp unsere Kleinen mit großer Liebe und feinem Humor dar. In ihren selbständigen Arbeiten treien die gleichen Vorzüge hervor, wo die Künstlerin, durch die Farbenwirfung unterstübt, awanglos ihre reiche Erfindungsgabe auswirken durfte. Gie Schnittmusterbogen. Bogen 1 enthält eine Anzahl Schnittmuster von Heft 3, 4, 5 u.6. Bogen 2 enthält eine Anzahl Schnittmuster von Heft 8, 10, 11 und 12. Bogen 3 enthält eine Anzahl Schnittmuster von Deft 9, 11, 13 u. 14, u. Bogen 3a enthält Schnittmuster von Heft 14, 15 u. 16. Preis des Schnittmusterbogens 50 Pfg. u. 10 Bfg. Borto bei Einfendung unten stehenden Gutscheins. Der Verlag gibt Normalſchnitte oder Schnitte Gutschein für Schnittmusterverfand unsere Normalſchnitte werden nach mittere nach Maß gezeichnet zu den am Schluß jeber Beschreibung angeführten Breisen ab auzügl. 50 Prozent Zeuerungszuschlag. großen ungeschnürt. Normalfiguren gezeichnet Maße der Normalschnitte für Jungmädchentleider une aliteukerbogen Maße der Normalschnitte für Erwachsene Groje ta cz Obers weite Gürtel Borten dens Rode Stiftenweite Niter weite Länge Hinge länge Ober weite Gürtel weite Guftenweite Länge Berbere Müdens Red Winge län je I 90 70 90 36 36 100 12-14Jabre 82 64 84 34 35 53 II 98 75 103 58 37 102 III 106 80 114 39 38 102 14-16 16-18 86 90 66 70 88 35 36 65 36 36 85 TV 116 86 125 38 39 102 Den Betrag für die gewünschten Schnitte und 40% f. Borto wolle man mit der Bestellung einsenden, andernfalls Zusendung mit Rachnahme bie fich außer Porto noch um 50 Bf. erhöht. Ausführl. Anleitung zum Magnehmen ist vom Bering brcffe: 8.Svenni egraderet a.Besing Rastupe, astr. 14. au begieben. Wir bitten bei Bestellungen von Mor malschnittmustern die genaue Größe anzugeben. 135 RDie Heimat auf dem Lande& GK- R Bom Weben of dann gegen das Frühjahr genug gesponnen, so tommt das Weben an die Reihe." So erzählt eine alte Frau rom Lande, die durch Jahre und Jahre allwinterlich sich dieser Arbeit hingegeben. Unglaublich groß ist er, der Webstuhl alten Schlages, die halbe Etube nimmt er ein. Doch gern wird diese Unbequemlichkeit ertragen, vielleicht nicht einmal als solche empfunden; ist es doch selbstverständlich, daß in jedem Jahre die Vorräte an Stoffen wieder ergänzt werden... Da geht es dann den ganzen Tag schnipp- schnapp, und feine von den Frauen sagt ber andern, wiev el fie gewebt hat von diesem unfchägbaren Gut. Das wird man erst im Frühjahr ge= wahr. wenn die Stücke auf der Bleiche liegen." Spricht hieraus nicht die ganze Liebe der Bäuerin zu ihren felbft gefertigten Schäßen! Mit Stola zeigt fie dann auch gelegentlich Freunden und Be fuchern, was fich in Schrän ten und Truhen durch Jahre angesammelt an fchim. merndem Leinen. Früher war es selbstverständlich, daß das notwendige Leinen für Wäsche im Hause ge webt wurde. Immer im Vorrat mußte genügend davon vor handen sein. Und jedes Mädchen aus gutbäuerlichem Hause würde es mit Entrüstung abgewiesen haben, Hemden aus ge lauftem Stoff au tragen, folch' modisches Gelapp. Ging es in Dienst oder stand es vor der Heirat: im mütterlichen Leinenfarant war immer reichlich vorhanden, um es" däftig" aus zustatten. Denn nicht nur Leinen wurde und wird im länd lichen Haushalt gefertigt, sondern auch sogenannte Weiderwand, in anderen Gegenden Warp oder in der Eifel- Tirtey genannt Roch weitere Bezeichnungen finden sich für diesen 6.off Seine Art, wenn auch verschieden nach den einzelnen Landftriaen hat doch das gemeinsam: leinene Sette eint sich mit wollenem Einschlag. Fest wie ein Brett ist dieser Stoff, baber fast unverwüstlich. Die Wolle wurde vorher meist blau ein gefärbt, was dann mit dem ungebleichten Leinengarn zusammen eine schöne frische Farbe wurde Bon schwarzen Schafen naturs farben genommen, gab es eine äußerst praktise, bräunlich- graue Galtierung. jo eine echte Schmusfarbe, für Arbeitskleider wie gefchaffen, namentlich für Röde und Beinkleider. In den letzten Zabrzehnten wurde vielfach das Leinengarn durch Baumwolle erfezi. Der Stoff wurde weicher, aber naturgemäß weniger haltbar. 229.8leid für junges Mädchen, in Anlehnung an ländl. Tracht Es gibt Gegenden, wo das Weben auch handwerksmäßig, das heizt zum Verkauf betrieben wurde. Doch die armen Handweber des Erzgebirges, des Eichsfeldes und anderer Gebiete fristeten in den letzten Jahrzehnten nur mehr ein fümmerliches Dasein. Die Maschine batte ihnen ihren Verdienst genommen. versteht sich in die Kindesfeele bineinzudenken, ihre Bildchen zeigen die Kleinen, wie sie mit Leib und Seele bei Arbeit und Spit find, frisch und lebendig, mit lustigen Augen und tecken Stupsnäschen. Und mit diesen Bildern find eng verbunden die lieben, alten und neuen Kinderverschen. Für die ganz kleinen ist der bunte Fries gedacht und auch das Buch„ Alles fürs Kind". An den 15 Glückwunschfarten" gum Ausmalen, wie an den Albumblättern" werden sich etwas größere Kinder erfreuen. " Die Maschine war es denn auch, die auf dem besten Wege war, das Handspinnen und- weben völlig zum Aus fterben zu bringen. Obgleich der ländliche Hausfleiß noch feineswegs so stark zurüd gegangen ist, wie in wei ten Areisen angenommen wird. Zählte man doch in bannober 1913 nocy 40000 Handwebstühle.( Ob sie tato sächlich noch alle im Ge. brauch, wird bei dieser Sta tistik freilich verschwiegen.) Dennoch. langsam doch sicher wäre diese Zeitentwidlung wohl vor sich gegangen, Handarbe t wäre durch Jn. dustrie verdrängt worden, wenn jwenn nicht der Krieg gekommen. Der Krieg mit feiner Stoffnot, der die Mädchen auf dem Land wies der zum Schnurren brachte. Und jetzt fliegen auch schon wieder die Schiffchen durch die Kelte: schon im vorigen Frühjahr sah man wieder so manche Stiege Leinen auf der Bleiche liegen. Freilich, de studierten Bolkswirtschaftler sagen, es fei nicht meir lohnend, die einen vom Spinnen, die anderen vom Weben, fie www GKR wwww find sich hierin feineswegs 290. Junges Mädchen in einig. Auf jeden Fall übers overheffischer Tracht sehen sie dabei, wie sehr ge rade diese häuslichen Beschäftigungen auch das Gemüt bewegen. Wie schnell verging doch der lange Winter, belebt durch die Spinn stubenfreuden. Märchen und Sagen wurden erzählt, Lieder murden gesungen. Manches junge Menschenfind mag dadurch auf dem Lande festgehalten worden sein. Denn der Freude be darf die Jugend wie die Pflanze des Lichtes. Und wie hält diefe ganze Beschäftigungsart die Familie zusammen, wie nährt fie die Liebe zum eigenen Heim, und, fo eng mit der Scholle berwachsen, die Liebe auch zur Heimat. Ganz abgesehen von dem Sinn für das Schöne, Echte, das Wahre, der sich in unserem Landvolke, noch erhalten hat, wenigstens als Grundanschauung. Sollen wir uns alle diese hohen Borteile entgehen lassen, die der Hausfleiß uns bringt, nur weil die Maschine billiger arbeitet! Sehr zweifelhaft ist es dabei noch, ob sie das in Wirklichkeit tut, wenn man die so viel größere Haltbarkeit des Selbstgefertigten dageren in Rechnung stellt. So wollen wir denn treu festhalten an der Arbeit unserer Mütter, wollen sie selbst pflegen und auch unseren Kindern lehren- nach guter deutscher Frauen Arti Eng war der Hausfleiß immer mit der bäuerlichen Tracht berknüpft. Unser zweites ild zeigt ein Oberhessen- Mädchen im dichtgekrausten Rod aus selbstgefertigtem Stoff. Die erfte Abbildung bringt ein Beispiel, wie man auch heute noch in Anlehnung an die Form der alten Tracht- anliegendes Mieder und gradbahniger Rod eine praktische und dabei doch ane mutige Arbeitst eidung schaffen fann. Der Stoff auch zu diesem Kleide ist hausgeweht, ebenio der zur waschbaren Blufe. Briefta ten R., Stobleng. Gie fönnen noch von allen b bildungen die Schnittmuster beziehen, auch aus dem Jahr 1919, jedoch zu den jept üblichen Breisen. Wäsche, Kinderiachen, Röde, Blusen, Jaden je 1.20 m., Kleider oder Mäntel je 2 M. nebit 50% Teuerungszuschlag. Urheberinnen: Abb. 281 Reformhans Colonia, Köln, 283a- c Frau Dr. Wolman, Leverkusen( Niederrhein), 286 Anna Zuffen hofen, Karlsruhe i. B. Grandgeberinnen: Glifabech Kihi, Gife Birminghans, bribe in köln. Berantwortlich für beu rebattlenetien Tell: G. Röhl, As- Rosenberg. Zohrbe.grafe 58, fär ben Dilberteil: 8. Säben, Rarlsruhe i. S., Karrierigstraße 14. G. Branule ofbuchbenderei und Bering, narlömbe i. 8. 136 Die vollkommenen WEELMANDY Birre Bei Sals- und Lungenleiden ailer Art, wie Katarrhen, tuberkulösen Erkrankungen Asthma usw. erzielten, wie zahlreiche Mitteilungen von Aerzten, Apothekern und Leidenden einwandfrei beweisen, unsere Rotolin Pillen in jahrelanger Praxis vorzügliche Erfolge. Husten, Verschleimung, Auswurf, Nachtschweiß, Stiche im Rücken und Brustschmerz hörten auf. 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