Jahrg. 2 19 20 Die Frau und ihr Haus = heft. 18= 18. Dezember Zeitschrift für Kleidung Gesundheit Körperpflege und Wohnungsfragen Die Heimat auf dem Lande Weil age la 3 t It t Gleich he it SKR Die Politik der Mutter Erziehe Deine Kinder zu pflichttreuen, zuverlässigen, freien und einfachen Menschent Lehre sie, daß Pflichterfüllung, Geachtetsein bei den Mitmenschen, innere Selbständigkeit und Unabhängigkeit von falschem, äußeren Schein die Grundlage menschlichen Glückes sind. Erziehe Deine Kinder zu reinen Menschen! Lehre sie, daß reiner Körper, reine Wohnung, reine Worte, reine Taten die Vorbedingung sind für körperliche und geistige Gesundheit. Halte Deinen Kindern alles fern, was ihnen Leib und Seele vergiften fann. Gib Deinen Kindern Freude! Schaffe ihnen ein glückliches Heim. Schenke Ihnen schöne Feierstunden mit edlen Genüssen und frohem Spiel, führe sie hinaus ins Freie und lasse sie erkennen, daß nur im steten Zusammenhang mit der Natur die Gesundheit dauernd erhalten bleiben kann. Erziehe Deine Kinder zu Menschenfreundlichkeit, Güte und Hilfsbereitschaftl Lehre sie Achtung vor ihren Nebenmenschen, Mitgefühl fremder Leiden und Opferbereitschaft. Lasse sie erkennen, daß persönliches Glück nur Bestand haben kann, wenn es zugleich dem Glück anderer dientSei Du Mittlerin im Kreis Deiner Familie! Verbinde das Trennende, pflege das allen Gemeinsame. So übst Du die rechte Politik der Mutter und dienest Deiner Familie und Deinem Volke. Elternhaus und Jugendbewegung Schon vor Beginn der Schulzeit dringen von außen mancherlei Einflüsse auf unser Kind ein. Schon wenn es eben laufen gelernt hat, sucht es sich selbst seine fleinen Freunde, sei es auf der Straße oder im Nachbarhaus oder im Kindergarten. In der Schule aber bilden sich mannigfache Zusammenschlüsse: zunächst Freundschaften zu zweien, dann vielleicht kleinere Kreise und endlich Vereinigungen, die durch die verschiedensten Interessen, durch gemeinsames Streben, durch gemeinsame Belehrung zusammengehalten werden. Eifersüchtiges Abschließen der Kinder nach außen hätte keinen Zweck. Das Elternhaus ist keine Insel für sich, sondern durch tausend Fäden ist es mit der Umwelt und lezten Endes mit der ganzen großen Welt verknüpft. Selbstverständlich gewinnt das Kind im Elternhaus, in dem es wurzelt, zunächst eine bestimmte Lebensrichtung, eine bestimmte Lebens- und Weltanschauung. Wenn das Elternhaus diese verstärken will, etwa durch religiöse oder politische Vereinigungen, so ist das sein gutes Recht. Aber falsch wäre es und gegen sein eigenes Interesse gehandelt, wenn diese Erziehung zu bestimmter Auffassung in engherziger Weise, unter Verurteilung der Meinungen Andersdenkender geschehen würde. Es ist traurig, wenn schon junge Menschenfinder gezwungen werden, Welt und Menschen lediglich durch die Parteibrille zu betrachten, wenn sie frühe schon dünkelhaft und absprechend werden, unfähig zu freier, unbefangener Anschauung aller ihnen neu entgegentretenden Lebens. erscheinungen. Eine solche Erziehung würde oft das Gegenteil von dem erreichen, was sie bezweckt: gerade die selbständigeren Menschenfinder, diejenigen, die das Zeug zur Persönlichkeit" in sich tragen, würden sich bom Elternhaus völlig loslösen in dem Augenblick, wo fie äußerlich von ihm unabhängig werden. In überdruß und Efel an der bisherigen Fesselung würden sie in so manchen Fällen sich gerade entgegengesezten Anschauungen in die Arme werfen. " Aber nicht allein das Elternhaus hätte den Schaden bei solcher Erziehung. Den Schaden hätte auch die Allgemeinheit. Sie kann heute feine Menschen brauchen, die unfähig sind, den Auffassungen andrer Verständnis entgegen zu bringen. Man schafft feine neue deutsche Kultur" durch Absonderung und Zersplitterung, sondern man schafft sie durch Sammlung der Kräfte. Unser deutsches Volksleben fordert eine allgemeine neue Geistesrichtung: ein Gesamtstreben nach dem Zusammenflang der vielfältigen berechtigten Lebensäußerungen innerhalb unferer Volksgemeinschaft. Und das geschieht durch das Busammenfassen aller positiv schaffenden Kräfte. Niemand kann sich der Erkenntnis verschließen, daß die Bewegung der Jugend ein Hauptwahrzeichen unserer Beit geworden ist. Die Jugend sucht sich selber, wenn 138 sie ihr Leben von Grund aus neu gestalten will. Sie sucht sich auch, wenn sie sich im Wettbewerb der förperlichen Kräfte mißt oder wenn sie die höchsten und legten Dinge im geistigen Kampf auszufechten trachtet. Sie sucht sich auch dann, wenn sie die Autorität des Elternhauses bei Seite wirft und in die Welt hinausschreit, „ von Euch, von meinen Eltern kann ich nichts mehr lernen!" Da ist es wohl begreiflich, wenn so manches Elternpaar sich empört und meint, daß die Welt aus den Fugen gegangen fei. So gut aber eine allgemeine Umwälzung im Volfsleben nicht denkbar ist, wenn nicht Bindungen, Fesselungen vorhergegangen, die zur Entladung führen mußten, so konnte auch die Jugendbewegung nicht entstehen, wenn das Elternhaus im allgemeinen seine Aufgabe erfüllt und seinen Kindern genug von dem wahren Reichtum des Lebens mitgegeben hätte. Ist es denn nicht gegen die Natur, wenn ein Kind sich so frühe gegen das Elternhaus auflehnt? Das Kind fühlt sich glücklich, wo es seiner selbst sicher und geborgen ist und wo es Teilnahme, ja Miterleben findet an allem, was sein junges Gemüt tiefer bewegt. Wer aber hat den größeren Nußen, die größere Freude, wenn Eltern und Kinder sich nicht entfremden? Wenn die einen am frischen Vorwärtsstürmen der Jugend, die andern an der Erfahrung des Alters teil haben fönnen? So mögen denn die Eltern nicht grollend bei Seite stehen, wenn ihr Kind in Gemeinschaft mit andern Bielen nachgeht, die nicht sie selbst gesteckt haben. Sie mögen sich freuen an dem Willen zur Lebensumgestaltung; sich freuen am frischen sportlichen Treiben, das der Lust am eignen Körper, am eignen Dasein entspringt. Sie mögen Achtung mitbringen da, wo der junge Geist sich abmüht um die tiefen Fragen der Menschheit. Und Geduld mögen sie üben bei den mancherlei Auswüchsen und bei dem überschwang der Jugend, die im Gefühl ihrer Kräfte glaubt, die Welt aus den Angeln heben zu können. Durch ihre weibliche Einfühlung ist es der Mutter gegeben, auch bei ganz verschieden gearteten Kindern den Weg zu verfolgen, den sie sich selber suchen. Und nichts von dem, was aus gutem Willen und Geist geboren wurde, darf die Mutter gering achten. Engherzigfeit und Kleinlichkeit streife sie ab, um eine Mütterlichfeit zu erringen, welche erst die Krönung förperlicher Mutterschaft ist. Dann wird sie unserm Volfe eine Jugend schenken, welche die wahre Volksgemeinschaft schaffen wird. In dem kleinen Werk von Normann Körber„ Die deutsche Jugendbewegung" heißt es, daß diese Bewegung„ für Deutschlands Zufunft schlechthin entscheidende Bedeutung" habe. Ebenso sicher aber ist es, daß der Aufschwung der deutschen Jugend, welcher die Volfserneuerung anbahnt, nicht zur Vollendung ausreifen fann, wenn ihre Träger entwurzelt, zusammenhanglos sind mit dem Boden der sie erzeugte. Scherenschnitte Nachdruck bon P. Mag Grempe, Berlin- Friedenau Fortsetzung Das Schattenbild ist zunächst tein von freier Hand gezeich netes, sondern eine getuschte Umrißzeichnung. Aber es hat doch als der Begründer der Echwarzkunst zu gelten. Und diejer gehörte die Folgezeit des Scherenschnittes. In Paris um die Mitte des 18. Jahrhunderts aufgekommen, eroberte sich die Silhouette bald ganz Europa Ihren Namen führt sie, wie be kannt, nach dem Finanzminister Ludwigs XV., Etienne de Silhouette, in dessen Zeit sie Verbreitung gewann und dessem sparfamem Finanzmejen sie mit ihren geringen Anforderungen an den Geldbeutel so recht zu entsprechen schien. Man kennt das Herstellungsverfahren: der bei künstlichem Licht auf hellem Hintergrund sich zeichnende Schatten des Kopfes oder der ganzen Gestalt wurde mit dem Stift festgehalten und SKA aus Nr. 17 JA verboten hernach mit dem Storchschnabel, einem Übertragungszirkel, auf eine künstlerisch wirksame Verfleinerung gebracht. Besonders in deutschen Landen fand die Kunst des Sil houettierens begeisterte Aufnahme und regjte Pflege. Im Schattenbildnis haben Goethe und feine Zeitgenossen sich der Nachwelt überliefert. In jedes Haus, in jedes Gedenkbuch fand die Silhouette Eingang. Mit ihrer Herstellung be= faßten sich um die Wette Berufskünstler und Dilettanten Die 80er Jahre des 18. Jahrhun derts waren ihre klassische Zeit. Als sie sich später durch Jnnenzeichnung, durch farbige Bu taten und dergleichen mehr zu bereichern trachtete, da verfiel sie in Spielerei. Die Daguerreotypie und die darauffolgende Photographie haben sie bollends en behrlich gemacht. 292 293 294 295 292 bis 298. Blusen in verschiedenartiger Ausführung. 292. Bluse mit Häfelver. zie ung. Aus frisch- grünem Wollstoff gearbeitet, Jaglan. ärmel eingehäkelt, furzer Schiiteinschnitt am Vorderteil, umbäfelt, oben mit Häkelblume in bunten Far ben abgeschlossen. Zuiaum im Taillen, chluß.- 293 ist aus weißem und schwarzem Atlas. Von weißer Stra wattenseide gehäkelte Blütenund Rantengarnitur zur Schulterpasse.- 294 ist im einfachen Kittelschnitt. Die Falten im Vorderteil und an den Ärmeln werden mit Häkelblumen festgehalten. Gürtel schnur gehatelt oder aus Holzperlen. Die Bluse wird ohne Berschluß über den Kopf gezogen. 295. Ginfarbige Scide oder Wollstoff eignet sich aut besten für diese Bluse. In ihrer Blütezeit hat sie aber auf den Papierschnitt ents fcheidenden Einfluß ausgeübt Sie verbreitete zunächst einmal den Gefallen an reiner Umrißdarstellung allgemein. Da neben den gezeichneten und getuschten Silhouetten die übrigens ort zum Zweck stärkerer Wirkung ausgeid n'tien und aufgeklebt wurden auch Schattenbildnisse aus schwar em Bapier ges schnitten wurden, tam dieses Material für den Scherenschnitt allgemein in Gebrauch. Der weiße Bapierschnitt versa, windet mehr und mehr. Eine Folge der Bildnissilhouette ist es auch, daß das geschnittene Bild mehr seine deforative Wirkung aufgibt und, indem es Typen darzustellen unternimmt, zum Genrebild wird. In dieser neuen Gestalt erfreute es namentlich die crite Sälfte des 19. Jahrhunderts. Immer weitere Geb ete zieht es in den Kreis seiner Darstellung. Künstler wie Ph. C. Ruge, M. v. Schwind und Adolf Wenzel verschmähen es nicht, fich zutiveilen der Technik des Papierausschnitis zu bedienen und ihr die Bedeutung eines nitler schen Ausdrucksmittels zu geben. Aber auch in der Volkskunst blühte der Scherensonitt weiter, dafür ist uns ein Beweis jener Möbler, Bauernfnecht und Tagelömer des Waadtländer Oberlandes, Johann Jakob Hauswirth, der in der Tech if des Papierschnittes deforativ bollendet gute und darstellerisch entzückend anschauliche Bilder geschaffen hat. Diese befassen sich aber nicht mehr mit reli gösen Stoffen Hauswirth lebte im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts und gehörte einem protestantischen Landesteile an sondern mit lauter Dingen der irdischen Welt, vornehm lich mit Vorgängen aus dem Alplerleben übrigens scheint er, wenn auch am hervorragenditen, so doch nicht als einziger in jener Gegend den Scherenschnitt geübt zu haben. Das 19. Jahrhundert hat eine Anzahl von Ausschneide. tünstlern hervorgebracht, sogar solche, die sich aus chließlich di. jer Techuif widmeten. Die neue Blüte des Scherenschnitts hat jedenfalls dieser feinen und stillen Kunit so bicle, zum Teil begeisterte Anhänger gebracht, daß man nicht mehr achtlos an dieser Bewegung vorübergeben kann. Es ist der Irrtum unserer Zeit, daß sie meint, man fönne wesentliche Probleme aus dem Zu ammenhang heraus, flucken und für sich allein lojen. Aus„ Stafa" von Christian Morgenje. 296 Stickerei in bunten Farben im Stopŕstich zur Verzierung, Hobliaumichmuck an d.r Ausschnittblende und am Armel. Bu um 10 cm über dem Blusenrand, so daß sich ein fur es Schößchen bildet. Für 296 ist Wiener Werkstättenseide und einfarbige Teide ange= wendet. Verschluß life seitlich an dem vo: deren Laßteil. Bu jaum 5 cm über dem unteren Blusenrand zur Abgrenzung des furzen chößchens. Die Faltel am Ausschnitt ist mit einer Schränblende angesezt, durch die Biende ist ein Zugbändchen zu letten. Hoh! faumnoht zum Ansatz der Armell lende. Normal'chnittmuiter fur 90-116 cm Oberweite erhältlich. Breis je 1.20 M Puppensc, neiderei 1. Li- bes Lottchen! Hierzu Abb. 304. Über Deinen Briei habe ich aber lachen müssen. Warum we ßt Du denn nicht, was Du spielen sollst, wil es immer regnet. Da bist Du aber dumm. Ta spiele ich immer Schmei derin und das finde ich sehr schön und Mutter freut sich immer, wenn ich das tue. Wutter hat mir von der Reise eine Puppe mtgebracht, aber eine gang ohne Kleider, nur mit einigen Schnittmustern, rich ige Schnittmuster. wie sie Mutter immer br ucht, wenn sie mir Kleider macht; und das tue ich nun e meine Buppe auch, und Stoff hat mir Mutter auch gegeben. Zuerst habe ich meinem Lenchen ein Hemd gemacht Das war nicht schuer Da habe ich ein gredes Stück Stoff genomm n, so lang wie meine Buppe bis zum Raie und oben etwas bie ter als Lenchen ihre Schultern; aber den Stoff doppelt für Rüden und vern. Dann habe ich die Whitte oben für das Hasloch rund ausgeschnitten, an den Seiten nach oben etwas schräg abge nitten und das rmloch rund geichnitien. An den Seiten habe ich es dann zusammengenäht, einmal von rechts und dann noch einmal von fints, dann ist es so schön sauber, wie an meinen Hemden auch. Unten habe ich das Hemd umgesäumt, Hais und Armloch auch, und dann habe ich ein Epischen angenäht ( siehe Abb. a1. Und wenn man das Hemd unten ausschmeidet, dann hat man eine Hemdhose Abb. e. Ein Leibchen braucht Lenchen noch nicht, erst muz sie noch ein Aled baben. Und bei dem Hemden, da muß oben noch ein Snopi angenäht werden und ein Knopf och gemacht werden wie bei memen Hemden, aber das macht utter mir, denn das ist noa zu schwer. Und dann habe ich eine Hose gemacht, das war seor le chi, da hatte ich ein Schnittmuster( siehe Abb. b, c, d). Die Seiten habe ich zugenäht, und oben einen breiten Saum ge macht, dadurch wird ein Band gezogen, und damit bindet man die Hofe zu. Wutter sagt aber, so eine Hose darf man nur für eine Buppe machen, nicht für ein Kind, denn es ist sehr un gesund, wenn man ein Band so fest bindet, weil das kneift. De Lem löcher muß man fein umfäumen, und eine Spipe daran segen, oder man hatelt überau gleichem Epigiyenan. In reme feste sche Forts. 1. S. 142) — 140— 297. Einfaches Festkleid. Rock und Ärmel sind aus Seiden- stoff. das wieder aus besticktem Samt. Rock und Ärmel sind dem Satntleibchen an» beztu. eingenäht, das Futterlcibchen wird nur eingeheftet. Riickenschlutz mit Samtknöpfen und geschürzten Ösen. Normalschnittmuster für vg, 90 und 9K an Oberweite erhältlich Preis 1.20 Ni. Magschnitt 6 M Schnittmuster F. H. 297. 298. Kleid aus zweierlei Stoff für Altere Damen. Die Bluse ist aus buntgemustertem Samt. Grundfarbe lila, Rock, Stulpen, Weste und Kragenteile aus lila Tuch. Der Rock ist der Bluse angesetzt, der Blusenschotz ist nach dem Rücken zu gleichmäßig rund geschnitten. Normalschniitmuster in den vier Größen 90�-nö an Oberweite erhältl. Preis 2 M. Maßschintt 6 M Erforderlich 2 m Seide, 2 m Stoff 100 an breit Schnittmuster F. H. 298.— 299. Nachmittagskleid. Rostroter Chinakrepp diente zur An- fertigung des Kleides, es läßt sich auch auS jeden» anderen, wcichfallenden Stoff nacharbeiten Kragen und Stulpen sind mit Chcnille, Seide oder Wolle mit Ausbogstichen abgeschlossen, sie können auch au« hellerem Material gearbeitet 3ÜOw 301 a 299 V werden. Rnckenschluß. Der Kragen wird in ein Bündchen geiaßt und dem Kleide eingeknöpft. NormalschnUtniusier m den Oberweiten 86, 90, 98 und 106 an erbältlich. Preis 1.20 M. Maßschnitt 6 M. Erforderlich 4 m Stoff 100 an breit. Schnittmuster F. H. 299 300. Bluscnkleid für kleine Mädchen. Die Bluse aus buntgeniujter- tem Stoff ist mit weißem Batisi kragen abgeschlossen. Röckchen und glattes Mieder aus blauem Schragköper. Verschluß des Mieders auf der Schulter und unter dem Arm. Normalschnittmuster für 6—8. 8-10 und 10-12 Jahre erhältlich. Preis ILO M. Erforderlich für 8-10 Jahre I m Blusen. stoff80ai> breit. 1 m Schrägköper 100 cm breit, Batist 40x40 an Schnittmuster FN.3tX)S0I. Kittelkleid m. Stickerei. Bronzebraunes Tuch ist zum Kleid, schwär» zer Atlas für Gürtel und Blenden ver» arbeitet. Die Stickerei in türkisblauer und schwarzer Farbe ist mit Stiel. Spann» und Flachstich gearbeitet. Verschluß an dem linken Rand der Vordcrbahn. Normal- schnitt für 4-6. 6- 8 und 8—10 Jabre erhältlich. Preis 1.20 M. Eriorderlich für 6— 8Jal>re 1.60 in Stoff 80an breit, 20cm Atlas 50 an breit. Schnittmuster F.H. 301. 300 299 a - 141 Weihnachtsarbeiten 302. Purrenfchlitten und Rodelbahu. Aus dünner Pappe.| Schachtel fest klebt, bindet man um den sogenannten Schlittenwelche bu farbig sein soll, schneidet man nach der Grundform fasten einen bunten Faden. Als Insassen für jeden Schlitten 302 a mehrere Schlitten aus. Leere Streichholzschachteln bekommen in ihre obere Decke einen Ausschnitt gemacht in derselben Größe, wie der viereckige schraffiert gezeichnete Ausschnitt der Schlittenform. Dann bestreicht man die beiden Seitenteile( siehe die punktierten Linien) der Schlittenform auf der Innenfeite mit einer Gummilösung oder sonstigem Klebstoff und flebt die Pappform über die Streichholzschachsehen fleine Zupfpuppen. ( siehe Abb. 77, Heft 5, 1920) sehr niedlich aus. Um für die kleinen Puppenschlitten eine Modelbahn zu haben, fer tigt man aus zwei Zigarren fiftendeckeln eine solche an. Die Rutschbahn soll etta 15 cm breit sein und muß zu beiden Seiten schmale Holze leisten aufgena gelt bekommen, damit die kleinen Schlitten nicht entgleisen können. Aus weiteren schmalen Holzleisten wird ein Gestell zusammen genagelt, auf welches die Rodelbahn aufgelegt wird, um schräg zu stehen, damit die Schlitten auch gut rutschen. 302. Puppenschlitten mit Nodelbahn. tel, sodaß die beiden viereckigen Ausschnitte oben aufeinander kommen. Das Borderteil des Schlittens, darf nicht geknickt, sondern nur gebogen werden. Damit die Pappform um die 303. Praktischer Kalender von einem vierzehnjährigen Knaben angefertigt. Aus weißem Kartonpapier mit schwarzer Schrift wurde dieser hübsche Wandtalender hergestellt, der auf dem Weihnachtstisch als eigene Knaben- Handarbeit viel Bewunderung erregte. Man schneide aus dem Kartonpapier 12 gleichmäßig große Blätter, 12x15 cm, recht sauber aus. Mit einem sogenannten HerkulesAften- Locher bekommt oben jedes Blatt zwei Löcher zum Durchziehen der Aufhängeschnur. Dann wird mit dünnen Bleistiftstrichen die Liniierung der Blätter borgenommen, wie es das Muster in verkleinertem Maßstab zeigt. Wer nicht malen oder zeichnen kann, flebe zu beiden Seiten der Monatsschrift passende Bildchen auf oder lasse den Raum frei. Unter die einzelnen Monatstage wird 05 13 20 22 13 9 ..... 302 a. Maßangabe zum Schlitten in mm. Der Gesundbrunnenkalender des Dürerbundes ist wieder da! Ju feiner Zeit war er nötiger, als jetzt, wo so vieles frant ist am deutschen Volkskörper. Und er ist ein wahrer Ge sundbrunnen! Wer aus ihm schöpft, sieht wieder die Sonne, sieht Freude, Licht und Kraft in neuem Glanz. Ein Kulturvolk, in dessen Geistesleben so reiche Quellen fließen, darf nicht verzagen im Glauben an seine innere Kraft Möride, der schwäbische Dorfpoet, hat diesmal die Führung und Moritz von Schwind, ihm so eng verwandt im fünstlerischen Erfassen wahrer Volkspoesie, hat als Waler das Wort. Daneben siehen Männer und a a Hemd, b, c, d Hose, e, Hemdbose, If Säfelspite, g Unterrock, h, i Nachthemd. dann ein starker Strich gezogen. Darunter folgt dann ein Sinnspruch. Wer nicht sehr hübsch und sauber zeichnen fann, der lasse licher die Ausschmückung weg. Die Blätter wirken schlicht und einfach schöner als mit verklegten Malversuchen. Die Schrift wird am besten in Rundschrift ausgeführt. Der Kalender läßt sich auch in grünem Kartonpapier mit roter oder weißer Schrift anfertigen. 12 gut ausgewählte Sprüche sowie die Vorzeichnung für 12 fleine Blumensträuße erhältlich bei G. Braunsche Hofbuchdruckerei u. Verlag, Karlsruhe. Sprüche 3 M., Blumensträuße 5 M. Trau feinem, der nie Partei genommen, Und immer im Trüben ist geschwommen! Doch wird dir jener auch nicht frommen, Der nie darüber hinaus will kommen. Gottfried Keller. h 304. Buppenschneiderei. Siehe den Auffaz Seite 139. Sonn GK- R Januar 9 23456 Fr. Sch. 16 23 30 10 17 24 31 11 18 25 12 19 26 13 20 27 Mon. Dien Mitt Donn Frei. Sonn 1 7 14 21 28 8 15 22 29 Was wir in uns náhren das wächst, das ist ein ewiges Naturgesetz. Soethe 303. Praktischer Kalender. 4 Schnittmuster für Hemd, Hose, Rock, Nachthemd für 29, 35 u. 45 cm Puppenhöhe( mit Kopf). Preis der Gruppe 1.20 M. Frauen der Gegenwart, denen die Notzeit tief die Herzen rührt u. fie prächtige Worte und Gedanken finden läßt, um das leibliche und seelische Elend zu lindern und zu heilen.- Wer sich um die Verbreitung des Gesund brunnenkalenders in immer weitere Kreise unseres Volfes bemüht, der wird den Segen an sich selber spüren. Nicht Trennung, sondern zu. sammenfassung aller Geister predigt sein Jubalt, und daß es noch weite Gebiete gibt, die unabhängig von Bolitik und Religion, gemeinsames, tiefstes Erleben ermöglichen, des zum Zeichen schenft uns der Türe bund allweihnacht lich den Kalender. Macco und dann drei Luftmaschen, und dann wieder in dasselbe Loch eine feste Wasche und dann weiter drei Luftmaschen, und dann immer so weiter( siehe Abb. f). Und dann habe ich einen Unterrod gemacht( Abb. g), ds war das allerleichteste. Ich habe ein gerades Stück Stoff genommen, so lang, wie der Rod weit sein muß, und etwas breiter, als wie der Wock lang iein muß, weil man ja auch noch einen Saum machen muß. Dann habe ich den Rock zugenäht. Einen Schlitz braucht man nicht, man kann ihn über den Stopf ziehen. Oben und unten babe ich einen Saum gemacht, und wie bei der Hofe oben ein Band durchgezogen, zum zubinden. Unten an den Saum habe ich eine Spize genäht. Dann habe ich auch noch ein Nachthemd gemacht, dafür batte ich wieder das Schnittmuster. Das habe ich erst mal meiner Puppe anprobiert und dann zugeschnitten. Das Halsloch habe ich dabei etwas weiter aussaneiden müssen. Tann habe ich erst die Ärmel umgesäumt, und wie an den Hosen eine zade daran gehäkelt, und dann habe ich an der Seite das Hemd zusammengenäht und dann am Halsloch umgesäumt und um häkelt immer eine feste Wasche, drei Luftmaschen, eine feite Masche, drei Luftmaschen und immer so weiter. Durch die Löcher habe ich dann ein Band gezogen, und ein bischen an= gezogen, damit das Hemd nicht zu weit ausgeschnitten ist. sonst friert meine Puppe in der Nacht. So, nun habe ich Dir alles ganz genau beschrieben, was ich meiner Puppe gemacht habe. Nun fannst Du es doch sicher auch nachmachen. Die Schnittmuster will ich dir gern borgen. Me ne Puppe ist 35 cm groß mit Kopf. Ich will jetzt noch für Lenchen ein Reidchen, einen Mantel und eine Müze machen, und eine Schüre braucht sie auch Dazu will ich mir zu Weihnachten Stoff wünschen. Und dann füreibe ich Dir wieder, wie es gemacht wird. So, das ist aber ein furchtbar langer Brief, da muß ich sicher zwei Marien drauf fieben. Viele Grüße Deine Elisabeth, Schneiderin für Puppen. Schaffe nicht fünftliche Unterschiede zwischen Knaben u. Mädchen Dein dreijähriger Junge freut sich über eine Puppe, die ihm in die Hände gefallen ist, und er spielt liebevoll und zärtlich mit ihr. Du aber redest auf ihn ein: Das ist doch nichts für einen Jungen! Wie kannst du mit Puppen spelen! Das ist doch nur etwas für Mädchen!" Oder den Mädchen ist wild und verwegen. Es fürchtet keinen Knaben und geht keinem noch so wagemutigen und übermütigen Streiche aus dem Wege. Zwischen Knoben ist der kleinen Wildkaze am woblsten, und femmer holt fie beim Laufen ein. Du aber schiltst:„ Biui, schäme dich, du wildes Dirg! Co etwas schickt sich nicht für Wiädchen!" Warum tust du das? Leid st du selbst nicht schwer genug an der Jahrtausende langen Unterdrückung der Frau? Kämpfst du nt mit den übrigen proletarischen Frauen um die Gleichberechtigung der Frau? Dann hilf nicht den fünstlichen Unterschied zwischen der Arbeit, die angeblich nur für Frauen taugt, und dem angeblich würdigeren Werf der Männer bertiefen, dann erziehe dein Kind nicht erit in alten Vorurteilen, dann lag die Knaben und Mädchen miteinander spielen und arbeiten, auf daß sie dereinst gute Genossen und Gefährten werden. Aus:„ Die Mutter als Erzieh rin" von Heinrich Schulz. Stuttgart J. H. W. Diy Nacht. Echnittmusterbogen. 142 Bücherbesprechungen Ans meinen vier Pfählen. Erlebnisse und Blauderstunden mit meinen Kindern. Für nachdenkliche E.tern und Kinderfreunde erzählt von Ernst Almsloh, Dresden. Druck und Verlag von Kaden& Stomp. Das Büchlein zeugt von einem fo innigen Familienleben, von einem so fenfiblenden Mits erleben aller, auch der zartesten Regungen der Kindesseele, daß man nur wünschen möchte, in allen deutschen Familien em so liebevolles Verhältnis zwischen Eltern und Kindern zu finden. In einem so glücklichen Heime werden unsere Kinder zu fräftigen, selbständigen und lebens reudigen Menschen heranwachsen. Ein schöner Zug ist die offene, nichts beschönigende Belehrung des Vaters gegenüber dem rührenden Vertrauen der Kinder, wobei man allerdings insofern verschiedener Meinung seim fann, als man einzelne pacteipolitische Aufklärungen lieber einem reiferen Alter vorbehalten möchte. Teubners Künstlersteinzeichnungen.( Siehe den Auffaz:„ Bom Schmud unserer Wohnung" Nr. 14 d. 3tschr.) 2 er kann sich bei den teuren Zeiten noch Bilder kaufen? Alle diejenigen, die so fragen, seien if die farbigen Künstler- Steinze chnungen hingewiesen, wie sie z. B. der Verlag B. G. Teubner in Le pzig. zu immer noch billigen für jeden erschwinglichen Preisen( von . 10 bis M. 20.- das Blatt je nach Größe) herausbringt. Für die bevorstehende Weihnachtszeit wird dejer Hinweis für Wünsche und für Gaben gewiß von vielen dankbar begrüßt werden. Darum preisen wir ewig und ewig die neue Zeit, die den Menschen wieder zu erziehen beginnt, daß er auch ein Mensch wird, und die nicht nur dem Junker und dem Berghirt. nein, auch dem Schneiderskind befiehlt, seine Glieder zu üben und den Leib zu veredein, daß es sich rühren kann! Gottfried Keller, das Fähnlein der sieben Aufrechten. Für die Küche Kimmelgebäd. Ein Pfund tags zuvor gekochte Sartoffeln werden fein gerieben und mit 80 g gefiel tem Mehl, tinem aestrichenen Eß öffel Fett und einem Teelöffel Salz gemischt. Die gut durchgefnetete Masse wird ausgerollt, zu dreiedigen Schnitten zerteilt, mit Eig. 15 bepinselt und mit Sümmel und Salz in der heißen Röhre g baden. Bu beachten ist, daß man beim Ausstreuen von Salz nicht zu verschwenderisch verfährt. M. A. 2. Schokoladegriestorte. Ohne Ei, Butter und Milch. Vian berrührt, Pfd. Griesmehl, 150 gr Buder, 2 GBlöffel Kafao oder 5 Eklöffel Malbakka- Katao, 3 Teelöffel Eiersparpulver oder 3 Tabletten Norika, Schale und Saft einer ganzen Zitrone mit Liter Buttermilch selbstverständlich fann man auch Milch verwenden). Zuletzt zieht man das Badin durch, füllt in eine gut gebutterte Form und badt bei guter Hiße cine Ctunve lang. Statt des Badins kann man die sehr preiswürdige Mischung von 5 gr Weinstein und 10 gr Natron verwenden oder eine Messerspize Hirschhornsalz nehmen. Urheberinnen: Abb. 292, 295, 296: Käthe Jhlenburg, Köln; Abb. 293: Jda Schroer, Köln; Abb. 294: Frau Kusie, Köln; Abb. 297: Milly Schöppel, Bonn; 298, 299: Medewerkstätten Emmy Schoch. Karlsruhe i. B.; 300, 301: Gertrud Kopp- Röms hildt, Köln- Bickendorf; 302. 303: Fr. Schneider, Wust. Bogen 1 enthält eine Anzahl Schnittmuster von Heft 3, 4, 5 u 6. Bogen 2 enthält eine Anzahl Schnittmuster von Heit 8, 10, 11 und 12. Bogen 3 enthält eine Anzahl Schnittmuster von Heft 9, 11, 13 u. 14, u. Bogen 3a enthält Sanittmuster von Heft 14, 15 u. 16. Preis des Schnittmusterbogens 50 Vig. u. 10 Pfg. Porto bei Einsendung untenstehenden Gutscheins. Verlag Schnitte zuzügl. Der Rollag gibi Rormalidnite oder Sie Gutschein für Schnittmusterverſand zägt. 50 Prozent Zeuerungszuschlag. gezeichnet zu am Schluß jeder Beschreibung angeführten Preisen ab Unjece mitte grozen ungeschnürt. Normalfiguren gezeichnet Make der Normalschnitte für Jungmädchentleider und Schnittmusterbogen Make der Normalschnitte für Erwachsene rete in cm Obers weite Gürtels weite Hüftenweite Bordere Rüdens Hot Länge lange Lange 90 70 90 36 36 100 11 98 75 103 38 37 102 III 106 80 114 39 38 102 IV 116 86 125 38 39 102 Alter Obers Gürtels weite weite Hälftenweite Vordere Mudeus Rot Lange Länge tant e 34 35 35 36 36 36 535 65 85 12-14 Jahre 82 64 84 14-16 86 66 88 16-18 90 70 90 N Ten Vetrag für die gewünschten Schnitte und 40 f. Porto wolle man mit der Bestellung einfenden, andernialls Zusendung mit Nachnabme bie sich außer Porto noch um 50 Bf. erhöht. Ausfübrl. Anleitung zum Magnehmen ist vom Vering Adresse: G. Braunsche Hosbud druckeret u. Berlag zu bezieben. Wir bitten bei Bestellungen von Nov Karierube. B., Harbriedrichstr. 14. malschnittmustern die genaue Größe anzugeben. Herausgeberinnen: Elisabeth Möhl, Else Wir si gheus, b ide in söin. Berantwortlich für den redaktione" en Teil: E. Röhl, Köln Kle tenberg. Lohrbe.gitrage s für den Walderteil: 2. Düben, Karlsruhe i. B., Nartiriedrichstraße 14. W. Braunsche Hoivuchoraderei und Beclag, sarisruhe(.. 143 RDie Heimat auf dem Lande B Über Beleuchtungs- und Heizkörper in früherer Zeit In welchen Gegenden Deutschlands man auch immer unsere baterländischen Museen durchwandert, man findet dort freundliche Mahnungen an eine Zeit, wo Lebensweise und Ges brauchsgegenstände besser als jetzt auf einander zugeschnitten waren. In den Bauernstuben, die in unseren rheinischen Museen mit Hausrat aus früherer Zeit hergerichtet sind, fällt Stebe mit Stift und Raochen uns eine Hale" ins Auge, das heißt ein Halter, der von der Decke herabhängt und eine Lampe trägt. In dieser Stubenhal mit Lampe" hat der praktische Geist unserer bäuerischen Vorfahren mit spißfindiger Schlauheit alles vereint, um für deren eigensten Wes dürfnisse einen passenden Beleuchtungskörper zu schaffen. Hier die Abbildung und Beschreibung nach dem Wert Alt- Rheinisches" von Pelser- Behrensberg: ..An der oberen wagerechten Holzstange hängt ein fägeförmig gearbeitetes Flacheisen herab, dessen Unterende die Stubenlampe faßt. Ein Sperrädchen ermöglicht das Hochziehen und Niederlassen der Lampe nach Bedürfnis. Außerdem war die Holzstange der Länge nach ge palten. In dem so entstandenen Schliße fo inte man die" Hal" hin- und herholen. Zu diesen Bewegungen auf und ab, hin und her, mußte dann noch die Drehung hinzutreten, um den ganzen Stubenraum bestreichen zu können. Zu diesem Zweck wurde das eine Ende des wagerechten Armes durch einen Holzzapfen am mittleren Deckbalken befestigt. Damit feine Reibung entstünde, befand sich am Ende des Holzarmes ein kleines gezahntes Rädchen, welches beim Drehen auf der polierten Unterseite einer Scheibe spielte, wodurch nahezu alle Reibung aufgehoben wurde". Sieht man von dem primitiven Brennöl ab, das ein solches Lämpchen füllte und eine Helle verbreitete, die mit unserem elektrischen Lichtgarten verglichen, trübe erscheinen muß, so hat man hier wirklich einen idealen Leuchter vor sich. Jeder Haus. genosse, vom Jungen der seine Schularbeiten vornahm, bis zur Alten hinterm Ofen, die eine Masche in ihrem Stridstrumpf suchte, konnte das Licht ausnuten indem er die Lampe zu sich Herholte. Und wie leicht ließ sie sich durch Emporziehen aus dem Bereich unvorsichtiger Kinderhände entfernen! zampe Petroleum-, Gas- und elektrische Lampen haben nacheinander die sinnige Erfindung des Ölkrüselchens in der„ Stubenhal" überholt Dagegen wundert man sich, daß eine andere Einrichtung der rheinischen Bauernhäuser so ganz daraus berschwunden ist, die uns heute bei der Knappheit des Brenn* materials ganz praktisch erscheinen will. Ich spreche von den „ Tatenplatten".* Tatenplatte nannte man die Begrenzung im Hintergrunde des Herdfeuers, das in der Küche einen Fuß hoch über dem Fußboden auf einem gemauerten Sockel an gefacht wurde. Diese Feuerstelle befand sich an einer Wand, welche die benachbarte Wohnstube begrenzte. In der Höhe des Feuers war in der Wand eine viereckige Öffnung gelassen, die von der eisernen Tafenplatie ausgefüllt wurde. So leitete man die Wärme des Herd= feuers in die Stube. Die Takenplatte bildete hier die Rückwand einer Nische:„ Take". Mit sinnreichen Berzierungen versehen, war sie ein Hauptschmuck des ganzen Zimmers, man sah auf ihr Bilder aus der biblischen Geschich te, auch Wappen ( s. Abb.). Neben ihr war der Ehrenplatz des Hauses. -Warum werden Einrichtungen, um die Wärme doppelt auszunußen, in unserer fohlenarmen Zeit nicht mehr gemacht? In den Arbeiterhäusern der Firma Krupp in Essen sollen in den Küchen Herde aufgestellt sein, deren eine Seitur and in die Wand des benachbarten Wohnzimmers eingelafsta ist, wobei noch eine sinnreiche Einrichtung dafür sorgt, daß man im Sommer die Wärme nach dem Zimmer hin abstellen kann. Aus der Praxis erwähne ich, daß es noch ein einfaches Mittel gibt, die überschüssige Wärme eines Zimmers in einen Reben raum, etwa ein faltes Schlafzimmer, zu leiten. Man bringe in der trennenden Wand ein ziemlich großes Fenster an. Be= tanntlich steigt alle erwärmte Luft in die Höhe. Sie wird sich also schnell dem Nebenzimmer mitteilen, wodurch auch die Temperatur des Innenraumes reguliert wird( ohne daß man talte Füße bekommt!). Es würde eine hübsche Aufgabe für einen Baumeister sein, ein solches Fenster zu einem Schmuck für beide Räume zu gestalten. A. Bl. * Die Nische wurde vielfach als Schrank verwertet. Vergl. ,, Etwas bom richtigen Bauen", Heft 1 d. 3tschr. 1920. Häkeltante für Wäsche Berbindung väkelei anstatt Hohlfaum verwendbar Für die Winterabende. In der Zeit der langen Abende, wenn auf dem Lande die Winterfüllarbeiten wieder aufgenommen werden, gibt es feine schönere und behaglichere Unterhaltung, als wenn nach des Tages Arbeit die Familie beisammen siẞt, die Männer mit der Zeitung oder einem guten Buch, die Frauen mit der Handarbeit. Aber nicht nur auf dem Lande, auch in der Stadt sollte man seine Erholung und Unterhaltung im Familienkreise suchen, statt im häufigen Besuch der Kinos und Wirtschaften. Die gemütlichste Handarbeit, das Spinnen, von dem wir in Nr. 16 berichteten, das geradezu zum Singen der schönen Volkslieder, zur luftigen Unterhaltung anfeuert durch das muntere Schnurren der Räder, ist leider auf dem Lande nur in wenigen Häusern, in der Stadt wohl überhaupt nicht möglich, auch in der Auswahl sonstiger Handarbeiten sind wir durch den Materialmangel start beschränkt. Doch gibt es eine ganze Reihe schöner Arbeiten, die sich leicht und angenehm arbeiten und bequem mitnehmen lassen, wenn man einen freundschaftlichen Besuch abstattet, und bei denen man sich borlesen, sich unterhalten oder auch zusammen singen fann. Da ist zuerst das alte Strickzeug, das nicht nur zur An eitioung bon Strümpfen, sondern auch von feinen Tecken, Kragen, Häkelfante filr Kleider oder Wäsche an den Einjage Locystid rei Stoffrand angehäkelt Spitzenbesäßen und ähnlichen Gegenständen dient; für die gleichen Zwecke wird die ä felarbeit verwandt. Seit einiger Zeit wird häufiger wieder die früher sehr beliebte Schiffchen. spite angefertigt, die auch Occhi oder Frivolitäten genannt wird. Die früher sehr einfachen Muster haben durch moderne Künstlerinnen eine außerordentliche Bereicherung erfahren, so daß sie den vielseitigsten Zwecken dienen können. Frauen, die in dieser Arbeit gewandt sind, machen wir auf den im Verlag von Ctto Beher, Leipzig erschienenen 9. Band der Beherschen Handarbeitsbücher der Deutschen Moden- Zeitung aufmerksam: Tie Schiffchenipige der Frau Eleonore Endrucks Leichtenstern. Auch die Loch stickerei erfordert nicht sehr viel Material. Das abgebildete Wüsterchen, das jedenfalls den in der Mitte des borigen Jahrhunieits so geschätzten indischen Schals nachgearbeitet wurde, stammt aus dem Jahre 1850, von einer weißen Schurze zur Brauttracht eines Mädchens aus dem alten Lande. Die Handarbeit wird heute in vielen Frauenkreisen wieder weit höher gefäßt. Noch mehr Freude würde sie bringen, wenn in den schönen Vorbildern unsrer alten Volks. und Heimats funst gute Muiter und Anregung zu selbstandigem Schassen gesucht und gefunden wurden. 144 Die vollkommenen NEELMARDY Bicre Kakao Deutschmeister Hervorragende Qualität Alleinige Fabrikanten: Petzold& Authorn A.-G., Dresden Vorrätig in den meisten Spezial-, Delika essen-, Kolonia waren Geschäften und Konditoreien. 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