Jahrg.3 1921 = heft.1= 15. Januar Die Frau und ihr Haus Zeitschrift für kleidung Gesundheit Körperpflege und Wohnungsfragen Die Heimat auf dem Lande Beilage Hoffnung und Arbeit! Das sei dir unverloren: Fest tapfer allezeit verdien' dir deine Sporen im Dienst der Menschlichkeit! z u r 3 Rundum der Kampf aufs Messer: Lern' du zu dieser Frist, daß Wunden heilen besser als Wunden schlagen ist. Freiligrath. Viele Hoffnungen und Wünsche, Erwartungen und Ausblicke knüpften wir an das beginnende Jahr 1920. Es ist, als ob wir vergeblich gehofft haben. Oder scheint es nur so? Steckt unter dem Wust und Unrat, unter Egoismus und menschlicher Kälte und Schwäche, unter dem Jammer unserer Tage nicht doch schon der Beginn neuen Werdens? Hoffen und nicht berzweifeln! Helfen und nicht verzagen! Ähnliches drückten wir im bergangenen Jahre in unserer Zeitschrift an dieser Stelle aus und gelobten, unseren Leserinnen in diesem Sinne an die Hand zu gehen. Wir haben es getan, ganz in der Zuversicht, daß unsere Leser und Leserinnen uns zu solchem Tun die Hände reichen. Manche Freunde helfen uns durch gelegentliche Mitarbeit 1. Küchenschürze aus granem Leinen mit roter Verzierung. Schnitt- und Stickereimuster auf dem Schnittmusterbogen Nr. 1, 1921. Latz und Tasche sind mit rotem Berlgarn bestickt und mit breiten, roten Kattunblenden abgeschlossen. Rückenschluß. Gürtel durch Spangen gehalten. Normalschnittmuster für 90-116 cm Oberweite erhältlich. Preis 1.80 M. Stickereimufter 2 M. Schnittmuster F. H. 305. Gleich heit und mit sehr erwünschtem Rat. Möge sich ihre Bahl mehr und mehr bergrößern. Unseren aufmerksamen Leserinnen wird es nicht entgangen sein, daß wir jeder Nummer unserer Zeitschrift einen besonderen Charakter gaben. Es ist immer ein in gewissen Sinne abgeschlossenes Gebiet, das wir versuchen, in einer Nummer darzustellen. Diese Gepflogenheit wollen wir beibehalten; dabei erfahren alle Dinge, die zu dem Begriff Frau und Haus" Beziehungen haben, die gründlichste Berücksichtigung. Und mannigfach, vielseitig und ausgedehnt sind diese Beziehungen. Denn alle Fragen der Lebenskultur haben ihren tieferen Sinn und ihre höhere Bedeutung vor allem für den Mittelpunkt der Familie: Die Frau! Lieferer Sinn und höhere Bedeutung! Lassen wir dies Beides fest erfassen, und danach handeln. Dann aber Hoffnung haben, stark und tapfer sein, ganz im Sinne unseres Vorspruchs, und wir sind gewappnet fürs neue Jahr! D 1. Küchenschürze. GKR Hausfrau und Ernährungsfrage I. Was die Staatsbürgerin denkt. w Im Jahre 1912 fiel im Kölner Rathaus die Bemerkung: Die schlechte wirtschaftliche Lage(!) in vielen Kölner amilien hänge damit zusammen, daß die Frauen sehr geringe haushälterische Eigenschaften bejuben und zwar nicht nur die Arbeiterfrau, sondern auch die der oberen Stände". Naa der unsäglich harten Schule der Kriegsjahre würde solche, die deutschen Hausfraue herabjeßende Bemerkung nicht mehr fallen fönnen. Neben dem„ Haushalten" haben die Frauen gelernt, daß die Schwierigkeiten des Volkshaushalts auch die Schwierigkeiten des Einzelhaushalts sind. Trotzdem fehlt aber im allgemeinen noch eine ganz flare Vorstellung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse. Unsere Ernährung, die in An 2 betracht der heute wieder äußerst vielseitigen Auslagen in den Läden als sehr verzweigtes Gebilde der verschiedenartigsten Dinge erscheint, ist letzten Endes einfacher Natur. Nur wenige Nahrungsmittel sind es, die für unsere Volksernährung bestimmend sind. Die Kartoffeln das Getreide mit diesen beiden steht und fällt unsere gesamte Ernährung. Aus dem Tierreich sind es Fett, Fleisch, Wilch( mit Butter und Käse) die wir unbedingt brauchen. Und notwendig wenn auch nicht in demselben Maße unmittelbar„ nährend"- sind Gemüse und Obst; auch den Zucker nicht zu vergessen. Als sogenannte Genußmittel" sind Kaffee, Tee und Kakao ein fester Bestand unserer täglichen Nahrung geworden. Erwähnen wir dann noch den Fisch, insbesondere den Häring, so haben wir damit eigentlich den Überblick über unsere lebensnotwendigen Nahrungsmittel. Von diesen Dingen erzeugten wir auch in normalen Zeiten nur ganz wenige in genügender Menge im Inland: die Kar toffel, den Roggen, den Hafer, Milch und Zucker. In allen andern sind wir heute mehr als früher, in manchen sogar aus schließlich, auf die Einfuhr angewiesen. Dieser für den Ernährungspolitiker wichtigste Punft wird heute auch die deutsche Hausfrau beschäftigen: Wodurch kann unsere eigene Erzeugung gesteigert werden? Wie ist die Ernährung in der Einzelfamilie einzurichten, damit neben dem gesundheitlich besten Ergebnis unsere deutsche Volkswirtschaft günstig beeinflußt wird durch eine zwedmäßig gestaltete Nachfrage? Was für Einkäufe müssen im Einzelhaushalt unbedingt vermieden werden, damit nicht durch eine falsch gerichtete Nachfrage die Kaufkraft der Gesamtheit für die lebensnotwendigen Gegenstände geschwächt wird? Diese Fragen werden uns auch in diesen Blättern zu beschäftigen haben. Nahrung, Kleidung, Wohnung das sind die drei Reiche, in welchen die tüchtige Hausfrau fast unumschränkt herrscht. Ihre Herrschaft richtig auszuüben, das heißt den Vorteil der eignen Familie aufs innigste zu verknüpfen mit dem Gedanken an das Gesamtwohl unseres Volkes das ist die Zukunftsaufgabe der deutschen Staatsbürgerin. II. Das tägliche Brot. Eine Hauptarbeit unserer Hausfrauen besteht in der Zu bereitung der täglichen Nahrung für die Familie. Eine schöne, aber verantwortungsvolle Arbeit, die leider von vielen Hausfrauen leicht genommen wird. Die Sorge für das tägliche Brot ist kein bloßes Herbeischleppen von Nahrungsmitteln, ein Verarbeiten derselben nach den überlieferungen unserer Voreltern, nein, diese Sorge greift tiefer in das Familienleben ein,- es ist die Verantwortung der Hausfrau und Mutter für das förperliche Wohlergehen von Gatten und Kindern. Wie viele Fälle von Rachitis, Strofulose, Tuberkulose, Magenerweiterung uff. sind auf unzweckmäßige Ernährung zurückzuführen. Welchen Zweck verfolgt die Nahrungsaufnahme?- Der kleine Störper soll größer, stärker werden, bei jedem Menschen müssen die abgenußten Stoffe ergänzt werden, die Körpertemperatur soll erhalten bleiben. Die Nährstoffe des menschlichen Körpers zerfallen demnach in Bau- und Brennstoffe. Die Baustoffe sind Eiweiß( Gehirn, Muskeln), Salze( Knochen); Brennstoffe sind Zuder Stärke. Fett ist sowohl Bau- als Brennstoff und das Waffer dient als Transportmittel der obengenannten Stoffe. Eiweiß, Fett, Bucker- Stärke, Wasser, Salze sind enthalten in den Nahrungsmitteln, die wir wiederum dem Tier-, Pflanzenund Mineralreich entnehmen. Das Tiereich liefert dem Menschen hauptsächlich Eiweiß in Fleisch, Fischen, Eier, Milch, Butter, Käse. Das Pflanzenreich Zucker Stärke in den Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Getreideprodukten, Obst und Zucker. Beide Naturreiche liefern Fett wie Butter, Sped, Schmalz-Ol, Balmin, Kokosfett, Nüsse. Die Salze finden ihre Vertreter in Obst und Gemüse. Überblick. Das tägliche Brot Nahrungsmitteln Nährstoffe autoff Eiweiß, Salze Fett terreich Fleisch, Fisch, Milch, Eier, Räje. Brennstoffe Buder Stärke Pflanzenreich Getreideprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Obst. Was die Menge der einzelnen Nährstoffe anbetrifft, die für den Menschen notwendig sind, so finden wir ungleiche Angaben. Die meistvertretene Ansicht stellt fest: 118g Eiweiß, 60 g Fett und 450 g Stärke. Diese Angabe sell der Hausfrau kein Schema geben. Eine ständige Berechnung wird und kann nur bei Massenspeisungen angewandt werden. Für die Hausfrau wird im allgemeinen das Wohlergehen der Familie der Maß stab sein, und aufmerksamste Beobachtung wird ihr den richtigen Weg zeigen. Vor allem kommt es darauf an, die Nahrungsmittel richtig zu verwenden. Die Nährstoffe müssen gut ausgenutzt und nicht durch das Kochen entfernt werden. Die Hausfrau beachte folgende Regeln: 1. Die tägliche Nahrung soll einfach, fräftig, nahrhaft und sorgsam zubereitet werden. Erbsensuppe mit Speck, Himmel und Erde mit Blut und Leberwurst.( Rezept Seite 6). 2. Alle Nährstoffe müssen reichlich enthalten sein. Stodfisch mit Zwiebelsoße und Startoffeln. Kartoffelsupve allein dagegen genügte nicht, da Eiweiß fehlt. Richtig wäre Kartoffelsuppe mit Wurst, Sped- oder Schellfischeinlage. 3. Die in den rohen Nahrungsmitteln enthaltenen Nährstoffe, besonders Eiweiß und Salze, dürfen bei der Zubereitung nicht verloren oder minderwertig werden, daher: a) Gemüse in wenig, brausend kochendem Salzwasser schnell abkochen,( zartere Gemüse garnicht! D. R.) b) Knochen oft und lange auskochen, damit die Leimstoffe sich lösen und ausziehen. c) Kartoffeln in der Schale kochen, dann bleibt das Eiweiß erhalten, d) Möglichst grobe Sorten von Grieß, Grüße, Graupen, Haferflocken bevorzugen, da der Eiweißgehalt größer ist, e) Fleisch nicht zu lange kochen oder braten, da das Eiweiß unverdaulich wird, f) Mehlsoße kurze Zeit vorher fertigstellen, damit die Stärke ausquillen kann und leichter verdaulich ist. 4. Unterernährung tritt nicht nur bei Mangel an Nahrung, sondern auch bei einseitiger Ernährung auf, daher ist Abwechslung nötig. Die Ernährung der Kinder ist von der der Erwachsenen nicht wesentlich verschieden, wohl aber kommt es beim Kinde in den Wachstumsjahren noch viel mehr auf Zwedmäßigkeit der Ernährung und der Nährstoffauswahl an, ferner auf Vermeidung von Schädlichkeiten, an die sich Erwachsene häufig nicht ungestraft gewöhnen. Bei vielen Kindern macht sich eine Abneigung gegen manche Speisen geltend. Nach„ Preyer" soll in keinem Falle ein fleines Kind gezwungen werden, Nahrung zu genießen, deren Geschmack ihm zuwider ist. Die Aufnahme allzugroßer Speisemassen wird bei Kindern rasch zur Gewohnheit, dadurch werden nachteilige Einwirkungen auf die Verdauungsorgane ausgeübt. Das Wasserbedürfnis bei Kindern ist oft nicht unerheblich. Neben Trinkwasser, Kaffee und dergleichen ist der Genuß von wasserreichen, reifen Früchten anzuraten. Das Wasserbedürfnis wird durch den Obstgenuß vermindert Bei der Sorge um das tägliche Brot ist kein gedankenloses Kochen am Plate. Das Herrichten der Mahlzeiten ist eine Kunst, die in viele Wissensgebiete hineingreift, sei es die Chemie, die Physik, die Bakterienlehre oder die Gesundheitslehre. Durch die Kenntnis der Lebensmittel nach Herkunft, Güte und Zusammensetzung erhält die Hausfrau ferner Berständnis für Lebensmittelpreise, gewinnt Einfluß auf den Lebensmittelhandel, und die Ernährung der Familie liegt in guter Hand. P.S.- Köln. Hab' ein Lied auf den Lippen mit fröhlichem Slang, und macht auch des Alltags Gedränge dich bang! Hab' ein Lied auf den Lippen, dann komme was mag! Das hilft dir verwinden den einsamsten Tag! Feierstunden I. Musik im Hause. Cäsar Flaischlen. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein". Nicht nur für die leibliche Nahrung muß die Mutter sorgen, sondern auch, daß Geist und Gemüt nicht leer ausgehen. Etwas Schönes ist's um die Hausmusik. Etwas Feines und Köstliches steht da vor uns, wenn wir an längst verklungene Zeiten denken; an die Zeit, als der alte Vater Haydn feine Symphonien, seine Quartette komponierte; als tunstbegeisterte Fürsten ihre Hausorchester hielten und als der einzelne nicht selten eine ganze Reihe von Instrumenten beherrschte, die er nach Belieben im Hausfonzert verwendete. Aber auch heute noch gibt es rechte, echte Hausmusit. Ja, wir meinen, daß sie sogar immer mehr aufblüht. Wir denken da nicht allein an den Kunstgesang, au das Klavierspiel des Virtuosen oder an das Streichquartett diese Krone der Musik. Wir denken vielmehr auch an die Musit, die fein ganz so großes Studium erfordert: an das einund mehrstimmige Volkslied, an die Gitarre und die noch bescheidenere Bither. Dieses dem bayrischen Hochgebirge eigentümliche Instrument hat sich in letzter Zeit seinen Platz erobert. Bei einem großen Konzert in München, das nur von der Zither bestritten wurde, konnte der Saal die Hörer, die aus herzlicher, innerer Anteilnahme gekommen waren, nicht fassen. Gibt es schönere Feierstunden, als wenn die Familie und ihre Freunde sich zum Musizieren sammelt, wenn der eine dies, der andere jenes beiträgt und der Rundgesang die Feier schließt? Aber trotzdem: nicht jede Familie kann sich die richtige Hausmusik schaffen. Oft fehlt es am Klavier, das auf so be queme Weise das Einüben vermittelt; oft fehlt es an der Leitung, oft aber auch an den musikalischen Fähigkeiten! Sollen denn nun diese Familien so ganz ohne Sang und Riang sein? Gewiß nicht! nur überall wo Kinder sind, will die Freude einkehren. Jedes gesunde Kind lebt seine Daseinslust in frischer, froher Bewegung, im Spiel und Tanz aus. Wo aber diese dreie sind, da folgt auch unweigerlich Takt und Rhythmus und Ton nach die Musik kann ihnen Erfüllung, letzte Bollendung geben. Für solches fröhliche Spiel setzte sich die Mutter ein. Es mögen dann die Räume wohl manches Mal zu eng werden, ud dann bleibt der Mutter nichts übrig als hinauszuziehen mit ihren Kindern. Kann von ihnen keines singen oder spielen, so findet fich gewiß im Nachbarhaus einer oder der andere, der den " Ton angibt". Wie schön wäre zu solchem Spiel die Flöte, und selbst die kleine Mundharmonika würde ihre guten Dienste tun. Und woher nun solche Spiele nehmen? Wenn die Kinder und die Mutter keine fennen, dann mögen fröhliche Schul tameraden aushelfen oder aber die Mutter kann sich Rat holen in der Schule, beim Lehrer, oder bei einem„ Wandervogel", dessen Vereinigungen in den meisten Städten zu finden find. Unsere Zeitschrift hat ja auch schon manche kleine Lieder und Spiele gebracht. Leider mußte das der hohen Kosten wegen in letzter Zeit unterbleiben. Wir hoffen iedoch, unseren Leserinnen bald wieder hübsche Anregungen geben zu können. Die Mutter aber bleibt bei solchem Spiel und Tanz mit den Kindern jung. Und nichts wird die Kinder für alle Zeit so an das Elternhaus fesseln, wie solche fröhliche, gemeinsam genossene Feierstunden. B. Der gute Kaufmann sorgt, daß auf der Erde fein Gut verfommt, sondern daß die Güter der Erde zu allgemeinem Nuzen über den ganzen Erdball hin und hergeschoben werden, daß sie an rechter Stelle den Menschen nüßen, die Not abhalten und die Lebensfreude erhöhen. Gustaf Frenfen. Warum brennt das Gas so schlecht? Bon Ing. Mag Günther, Berlin. Es ist für den Fachmann geradezu erstaunlich, wie selten in den einzelnen Haushalten, Restaurationsräumen usw. gerade im gegenwärtigen Zeitabschnitt eine wirklich einwandfrei brennende 2 2. Brust und Rockhalter von Margarete Winter, Lüdenscheid. Aratl. empfohlen. Der Hauptvorteil besteht in der Teilung des Vorderteils, während das Rückenteil in ganzer Länge geschnitten ist. Die Atmung fann frei geschehen, ohne durch irgendwelchen Zug oder Druck behindert zu sein. An das Gürtelteil werden die Röde angeknöpft, diese Vorrichtung wird den Damen willkommen sein, die stets über ein Herab2 a 3 a 3 Gaslampe anzutreffen ist. In den weitaus meisten Fällen ist dies feineswegs auf eine mangelhafte Konstruktion der Brenner zurückzuführen, vielmehr ist die Ursache hierfür in einer schlechten Regulierung der Lampen zu suchen. Meistens genügen nur wenige sachtundige Handgriffe, um flackerndes blatendes Licht. in ruhiges hellweißes zu verwandeln. Mit dem schlechten Licht geht vielfach ein höherer Gasverbrauch Hand in Hand. Bekanntlich beruht die Konstruktion einer jeden Gaslampe auf dem Prinzip des Bunsenbrenners, dessen Wirkungsweise kurz folgende ist: Der aus einer kleinen treisrunden Öffnung, der sogenannten Gasdüsenbohrung, austretende Gasstrom saugt auf seinem Wege durch das Brennerrohr durch vier am unteren Ende dieses Rohres befindliche Öffnungen Luft an. Das, was also am Mundstück austritt, und zur Verbrennung gelangt, ist nicht reines Gas, sondern ein Gemisch von Gas und Luft. Von dem Verhältnis, in welchem dieses Gemisch zusammengesetzt wird, ist die Intensität der Verbrennung und damit des Lichteffektes abhängig, d. h. also, das austretende Gasluftgemisch muß aus einer ganz bestimmten Menge Gas und einer entsprechenden Menge Luft zusammengesezt sein. Diese Busammensetzung ist wiederum abhängig: 1. von der Größe der Düsenbohrung, also von der Öffnung, durch welche das Gas eintritt, 2. von der Größe der Luftlöcher, und 3. von dem Drucke des Gases, d. h. von der Geschwindigteit, mit welcher das Gas eintritt. Durch die Einführung der Gassperrstunden ist der Gasdruck gegenwärtig größeren Schwankungen unterworfen als in normalen Zeiten; diese Luftlöcher sind bei allen modernen Brenner konstruktionen veränderlich eingerichtet, wodurch die Möglichkeit, die richtige Zusammensetzung des Gas- Luft- Gemisches herstellen zu können, ohne weiteres gegeben ist. Woran erkennt man nun, ob das austretende Gemisch zu viel Gas oder zuviel Luft enthält, und wie hilft man dem einen oder anderen Übelstande ab? Beigt sich nach dem Anzünden und Erwärmen des Brenners ( etwa drei Minuten) ein Zuden oder Rauschen der Flamme, so ist dies ein Zeichen für zu wenig Gas oder zu viel Luft. Bei mattem rötlichem Leuchten oder Blaken des Glühkörpers ist die Gaszufuhr zu groß und die Luftzufuhr zu klein. An Hand der schematischen Darstellung seien die notwendige nRegulierungen wie folgt erläutert:( fiehe die Zeichnung S. 6). I. Zuden und Rauschen der Flamme.( 8u wenig Gas oder zu viel Luft.) Die Regulierschraube c ist etwas nach links aufzudrehen., Läßt nach vollständiger Öffnung der Schraube das Zucken und Rauschen nicht nach, so kann man sich dadurch helfen, daß man die Luftregelung b etwas schließt. Voraussetzung für jede Regulierung ist vorausgegangene vollständige Öffnung der Luftregulierung. II. Mattes, rötliches Leuchten und Blaken des Glühkörpers. ( 8u viel Gas oder zu wenig Luft.) Man schließe die Regulierschraube c durch langsames Drehen nach rechts, nachdem man sich vorher davon überzeugt hatte, daß der Luftschieber b vollständig geöffnet war. Während des Drehens blice man nicht auf den Glühkörper, sondern beachte die Lichtwirkung auf der Wand oder auf dem Fußboden. Bei einiger Aufmerksamkeit wird man die Veränderung des Lichteffektes während der Regulierung bald feststellen können, um im Augenblicke der höchsten Lichtintensität die Regulierung rechtzeitig einzustellen. Viel fach wird sich nun zeigen, daß sich bei einem Versuche weder Gasregulierschraube noch Luftschieber bewegen lassen; möglicherrutschen der Röde flagten. Nur Maßschnittmuster erhältl. Preis 6 M. Anfertigung nach Maß: Fr. Rüdel. haus, Lüdenscheid ( Westf.), CölnerStraße 7. 3. Brust und Rockhalter mit Leibbinde D.R. P. a. von Margarete Winter, Lüdenscheid. Für hoffende Frauen oder Frauen, die einer Leibstütze 3 bedürfen, sehr zu empfehlen. Nur nach Maß fertig fäufl. von Fr. Rückelhaus, Lüdenscheid, Cölnerstr. 7. 4. Mantel aus dun- kelgrauem Flausch» st off. Der Kragen kann auch offen ge. tragen werden- Der Gürtelift seitlich durch Schlitze nach innen geführt. Verdeckter Knopfverschluß. Hel. les Seidenfutter bis zum Taillenschluß. Erforderlich 3,50 in Stoff 130 cm breit, 2 m Seide 80 cm breit. Schnittmuster F. H. 300. chen Farbenton. Verschluß links auf der Schulter und an der Seite. Die Umschlagrän» der des Kragens und der freihängenden Seiten- bahnen sind fransenartig fein eingeschnitten. Nor- malschnittmuster für SO bis 1 1 6 cm Oberweite er- hältlich. Erford. 3,50 m Stoff 120 cm breit, 1 m Chiffon 120cm breit, 1 m Tüll 80 cm breit- Schnitt» muster F.H. 307. 6. Samtmantel und Mühe. Das graue Samt- mäntelchen und die Mütze sind mit Maraburüschen be- setzt. Helles Seidenfutter in dem kurzen Leibchen mit den angeschnittenen Ärmeln. Schnurschlingen und Posa- mentenknöpfe zum Verschluß. Erforderlich für 0--3 Jahre 3 m Samt 60 cm breit. Schnittmuster F.H. 308. 6 7 8 Schnittmuster für 4—6, 6—8 und 8—10 Jahre. 7.«leid mit gesticktem Gürtel. Das Kleidchen ist aus leuchtend blauem Wasch- samt, der Gürtel dicht in bun- ten Farben bestickt. Die Aus- schnitt- Schulter- und Ärmel- ränder sind mit hellgrauer Wolle behäkelt, blaue Schnur zum Zusammenhalten der Schulterränder. Erforderlich für 6—8 Jahre 1,60 m Samt 70 cm breit Stickereimuster mit Probe 2.50 M. Schnittmuster F.H. 309. 8. Blusenkltid. DaS Überkleidchen aus grünem Krepp. stoff ist mit einer Stickerei in blauvioletter, schwarzer und ziegelroter Wolle verziert. Ausschnitt und Ärmelränder sind mit schwarzer Wolle umhäkelt In Gürtelhöhe ist das Kleidchen dreimal eingekraust und mit schwarzer Wolle bestickt. Bluse auö weißem gestickten Mull- Ersor- derlich 1 in Blusenstoff 80 cm breit, 1,60 in Kreppstoff 70 cm breit für 6— 8 Jahre. Schnittmuster F.H. 310. Normalschnittmuster zu jeder Abbildung erhältlich. Preis: Mantel oder Kleid je 3 M. oder Kleid je 1-30 M. Maßschnitt je 9 M. Kindermantel - 5 HK 9 D 12. Pelzweste. Schnittmuster auf Schnittbogen-4a. Einfache Weste ohne Ärmel mit eingearbeiteten Taschen, aus Wollstoff zu arbeiten und mit Belz zu füttern. Erforderlich 1 m Stoff 100 cm breit. Schnittmtufter N. F. F. 73. 10 9. Rod mit Bluse für junge Mädchen. Der Rock ist aus einem getragenen Glockenrod gearbeitet. Den Seitenbahnen sind Taschen einzuarbeiten. Der obere Rand wird auf ein Miederband genäht und mit schmalem Gürtel abgeschlossen. Die Bluse aus fein gestreiftem Stoff ist in Schlupfform gearbeitet. Lab, Schulterrand und Ärmelbund sind mit Tresse eingefaßt. Gingeknöpfter weißer Kragen. Erforderlich 2,50 m Blusenstoff 80 cm breit, 2 m Rockstoff 100 cm breit. Schnittmuster F.H. 311. 10. Jadenticid. Jacke aus dunkelblauem Tuch, Rod aus grünblau kariertem Stoff. Stoffknöpfe zum Verschluß der Jadenfragen fann offen und geschlossen getragen werden. Die Ärmel sind angeschnitten. Der schräg verarbeitete Rock ist am oberen Rand auf ein Miederband genäht und mit einem Stoffgürtel ab. geschlossen. Erforderlich 2,50 m Euch 120 cm breit, 2 m Rockstoff 120 cm breit. Schnittmuster F.H. 312. 11. Kleid mit Sweaterblufe. Aus hellgrauem Stoff. Einfacher Rock, an ein Futterleibchen angefnöpft. Knöpfe und unterer Blusenrand aus dunkelgrauem gerauten Stoff, geschürzte Ösen zum Verschluß. Kleiner, handgefticter weißer Biertragen. Der Blusen fragen kann auch geöffnet getragen werden. Erfor derlich 4 m Stoff 100 cm breit, 20 cm Besabstoff 130 cm breit. Schnittmuster F.H. 313. 11 13. Sportbluse. Der Kragen tann auch geöffnet getragen werden. An die glatten Bassenteile sind die in je 2 Quetschfalten gelegten Vorderteile angesetzt, links aufgesette Tasche. Erforderlich 2,50 m Stoff 80cm breit. Schnittmust.N.F.F.74. Normalschnittmuster zu jeder Abbildung in den 4 Größen 90-116 cm erhältlich. zu Abb. 10 auch für Oberweite 82 und 86 cm. Preis: Rod, Bluse, Jade oder Weste je 1.80 M. Waßschnitt je 4.50 M. Die Stoffangaben sind für Größe II berechnet. - 6 Stickereimuster in altdeutscher Art. weise lassen sie sich auch bewegen, ohne daß jedoch die Bewegung irgendwelchen Einfluß auf den Lichteffekt hätte. In beiden Fällen entferne man vorsichtig Glocke, Cylinder und Glühkörper und schraube den Brenner ab, nachdem zuvor der Haupthahn geschlossen wurde. Man nehme dann den Brenner weiter auseinander. Die Regulierschraube c ist zu nächst gängig zu machen. Zu diesem Zwecke empfielt sich ein vorheriges Anfeuchten der Gewindegänge mit Petroleum. Ist dies geschehen, so beachte man, ob das Drehen der Schraube eine Veränderung der Gasdüsenöffnung zur Folge hat. Je nach der Konstruktion des Brenners schiebt sich ein fonischer Stift mehr oder weniger in diese Öffnung herein, oder die Öffnung ist kreuzschlißartig ausgebildet und schließt oder öffnet sich, je nachdem die Regulierschraube gedreht wird. Funktioniert die Regulierung in dieser Weise nicht, so ist die Tätigkeit des Laien erschöpft, und es bleibt nichts weiter übrig, als den Brenner in Reparatur zu geben. Bei der Luftregulierung überzeuge man sich ebenfalls von der leichten Beweglichfeit und reinige alle Teile, insbesondere den Siebkorb der Luftregulierung, gründ lich von Staub und merke sich die vollständige Offenstellung des Schiebers. Nach der nun zu erfolgenden Montage des Brenners, wobei Glocke, Cylinder und Glühkörper zunächst noch nicht anzuhängen sind, öffne man den Gashahn und entzünde die Stichflamme am Mundstück a. Die Flamme soll bei offener Luftregulierung b einen blaugrünen Kern aufweisen und etwa 5 cm lang sein. Durch Drehen der Regulierschraube c ist die Flamme auf diese Länge einzustellen. Ist dies gelungen, so lösche man den Brenner, um nach erfolgtem Erkalten Glühförper, Cylinder und Glocke anzuhängen. In den meisten Fällen wird man nach wieder erfolgter Entzündung eine bedeutende Verbesserung des Lichteffektes feststellen können, wodurch die verhältnismäßig fleine Mühe reichlich belohnt ist. Für die Küche Das rheinische Gericht: Himmel und Erde, verdient den Einzug auch in anderen Gegenden Deutschlands. Himmel und Erde ist ein aus Kartoffeln und pfeln zusammengefochtes Mus, dem Salz, Buder und nach Belieben Fett untermischt wird. Auf fünf Pfund Kartoffeln rechnet man zwei Pfund Apfel, zu Mus gekocht. Die Kartoffeln zerstampft man, wenn das Wasser abgeschüttet ist, und das Apfelmus rührt man mit dem Holzlöffel darunter. Zu dem Gericht schmeckt am besten mit Zwiebeln gebratene Blutwurst, jedoch auch gebratener Sped. Restlich gebliebene Schmorfleisch oder Bratentunte tann auch dazu Verwendung finden. Eingegangene und empfehlenswerte Bücher F. Niebergall, Die religiöse Erziehung in Haus und Schule. Kartoniert M. 2.80, gebunden M. 3.30. Fr. A. Schmidt, Wie erhalte ich Körper und Geist gesund; ein Mahnbuch für jede Frau. Kartoniert M. 2.80 gebunden M 3.30. H. Speitkamp, Physik in Küche und Haus. Kartoniert M.2.80, gebunden M. 3.50. Diese drei Bücher sind aus der bekannten Sammlung„ Aus Natur und Geisteswelt" des Teubner- Verlags, Leipzig und Berlin. In demselben Verlag erschienen folgende für Fachleute und Laien gleicherweise wertvolle Schriften: Gertrud Scholz, Die Bekämpfung der Rückgrafverkrümmung, Karl Thomas, Nahrung und Ernährung. Geheftet M. 5.-. Ferner die Reigen- Sammlung von Minna Radezwill. Kartoniert M. 6. und zum Schluß ein reizend Spielbuch für die größeren Kinder: Spiel nud Spaß und noch etwas, von K. Dorenwell. Kart. M.3.4. Auf sämtliche Hefte und Bücher entfällt noch der Buchhändler- Teuerungszuschlag von 100 Prozent. Einsendungen für den redaktionellen Teil erbeten an Frau E. Röhl, Köln- Klettenberg, Lohrbergstraße 28, für den Bilderteil an Frau 2. Düben, Karlsruhe i. B., Karlfriedrichstraße 14. Außer Zeichnungen können auch fertige Kleidungsstüde, Sand arbeiten, Hausrat eingesandt werden, sofern es Original entwürfe sind. Auch klare deutliche, Photographien fertiger Gegenstände können eingeschickt werden. Urheberinnen: Abb. 1: Gertrud Kopp- Römhildt, Köln- Bickendorf; Abb. 2 und 3: Marg. Winter, Lüdenscheid in Westfalen; Abb. 4, 5 und 10: Modewerkstätten Emmy Schoch, Karlsruhe i. B.; Abb. 11: Hedwig Kappler, Karlsruhe i. B.; Abb. 9, Bluse 12 und 13: Werbestelle für deutsche Frauenkultur, Karlsruhe i. B. Schnittmusterbogen. enthält noch Abbildungen und Schnittmuster aus anderen Hesten. Breis des Schnittmusterbogens 50 Pf. u. 10 Pf. Porto. Einige der Abbildungen werden in der bekannten Art auf dem frei zu beziehenden Schnittmusterbogen gebracht, der Bogen Der Verlag gibt Normalschnitte oder Schnitte nach Maß gezeichnet zu den am Schluß der Beschreibungen ange Schnittmusterversand und Schnittmusterbogen Maße der Normalschnitte für Erwachsene führten Preisen ab. Unsere Normalschnitte werden nach mittelgroßen ungeschnürten Normalfiguren gezeichnet. Maße der Normalschnitte für Jungmädchentleider Große in cm Oberweite Gürtel Bordere Rüdens Nods Hüftenweite Alter weite Länge länge länge Obers weite weite Gürtel Hüftenweite Vordere Nüdens Länge länge Rod länge I 90 II 98 III 106 IV 116 3838 70 901 75 103 80 114 86 125 15 cm unter dem Gürtels 36 36 100 Imp gemessen 38 37 102 39 38 102 12-14 Jahre 82 14-16 16-18 86 " 90 " 3629 64 66 70 8884 841 90 14 cm unter dem Girtel gmp gemessen 34 35 55 35 36 36 36 8885 65 38 39 102 Den Betrag für die gewünschten Schnitte und 40 Pf. Porto wolle man mit der Bestellung einsenden, andernfalls erfolgt Zusendung mit Nachnahme, die sich außer Porto noch um 50 Pf. erhöht. Ausführliche Anleitung zum Maßnehmen ist vom Verlag, 6. Braunsche Hofbuchdruckerei und Verlag, Karlsruhe i. B., Karlfriedrichstraße 14, zu beziehen. Wir bitten bei Bestellungen von Normalschnittmustern die genaue Größe, sowie die Schnittmusternummer mit den Kennbuchstaben anzugeben. Herausgeberinnen: Elifabeth Röhl, Else Wirminghaus, beide in Köln. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: E. Röhl, Köln- Klettenberg, Lohrbergstraße 28, für den Bilderteil: 2. Düben, Karlsruhe i. B., Kartfriedrichstraße 14. G. Braunsche Hofbuchdruckerei und Verlag, Karlsruhe i. B. -7Die Heimat auf dem Lande B www 7 A meine www GX- R Bon Schüsseln, Töpfen und Tellern Vor dem Krieg, als es auch bei schmalerem Geldbeutel möglich war, Reisen zu machen und von den Reisen Geschenke mit zu bringen, hatte ich das Glück, die verschiedensten Gegenden unseres schönen Vaterlandes kennen zu lernen. Ich hatte es mir zur Gewohnheit gemacht, in ländlichen und kleinstädtischen Läden nach schönen, bunten Tellern und Töpfen Umschau zu halten. Ist doch in vielen Gegenden, z. B. im Siegburger Lande, in Hessen, Bayern, Sachsen, Thüringen, im Schwarzwalde usw. die Töpferei und Porzellanmalerei als uralt ererbtes Handwerk betrieben worden. Leider wurde ich fast immer enttäuscht; in Borzellan und Ton gab es fast nur schlecht geformte, häßlich bemalte Massenware, als ob es nie besseres gegeben hätte oder geben könnte. Warum mußte das sein? Ich glaube, wir Frauen sind daran nicht ohne Schuld, daß die bodenständige Arbeit nicht höher bewertet wurde, daß das eigentliche Handwerk überhaupt nicht mehr in rechter Achtung 8 Etwas vom Herd unserer Vorfahren So weit wir in die Bergangenheit zurückblicken können, hat der Herd als heilig gegolten. Woher kam das? Wir müssen hierbei bedenken, daß das Haus unserer ältesten Vorfahren nur einen einzigen Raum hatte, in dessen Mitte die offene Feuerstätte, der Herd, stand. Sein Feuer diente nicht nur zum Kochen der Speisen, sondern gleichzeitig als Spender von Wärme und Licht für die Familie. Sie sammelte sich um den Herd, verrichtete dort ihre Arbeit, und auch die Schlafstätten waren in diesem gemeinsamen Raume aufgeschlagen. Fenster gab es zunächst noch nicht und der Rauch des Herdes mußte seinen Abzug durch die Tür oder die Fugen der Wände finden, soweit nicht eine Öffnung im Dach Erleichterung vor der Rauaplage schaffte. Aber beseitigt wurde sie erst durch den Einbau eines Rauchfanges, eines Kamins, worin man dem Beispiel der unseren germanischen Vorfahren benachbarten Römer folgte, von denen man auch den Namen( Caminus) entlehnte. In dieser wichtigen Neuerung lag dann weiter ein Fingerzeig dafür, den Herd von der Mitte an die Seite des gemeinsamen Raumes zu legen und ihm eine Form zu geben, wie wir sie auf unserem Bilde sehen. Hier beobachten wir nun auch schon, daß der Raum mit dem Herde kleiner geworden ist, und in der Tat wurden im Laufe der Zeit bon dem sprünglichen Einraum meh rere Nebenräume abgesondert. Es entstand die Küche, ur= stand, obwohl es dem Arbeiter die größte Freude am eigenen Können verschafft, in ihm schlummernde Kräfte weckt und auch, namentlich auf dem Lande, als lohnende Winterfüllarbeit, mancher Familie zu einem behaglicheren Leben verhelfen kann. Glücklicherweise erkennt man die gute, bodenständige Heimarbeit heute wieder mehr und mehr an. Neben vielen Einzelpersonen\ sind Behörden und Vereine tätig, so manche schöne Kunst zu neuer Blüte zu bringen. Da ist es nun Sache der Frauen als Verbraucherinnen tatkräftig mit zu helfen. Für ländliche Gegenden sollten sie doch ja das bunte, lustige Geschirr bevorzugen, mit den kräftigen Blumen und sinnigen Sprüchen. Dieses Geschirr auf dem Bord, auf dem Tisch, im Schrank ist ein prächtiger Schmuck der Wohnung. Und wenn die Mutter täglich an den großen Schüsseln, an den Vasen, Tellern, Krügen und Töpfen sich erfreut, so bildet das kleine Mädchen den Ge schmack an den netten Puppenschüsselchen und Töpfchen. wie auch die geheizte„ Stube", ein Wort, das von dem alt= römischen( lateinischen) Worte Stufa abeleitet wird. Hierdurch und mit dem Einbau weiterer Sonderräume, auch zu Schlafzwecken, konnte der frühere Hauptraum beträcht lich verkleinert und auf den Zweck als Gingangsraum( Diele) beschränkt werden. Endlich gab die Einrichtung des Kamins die Möglichkeit, obere Stockwerke zu schaffen und auch diese nach Bedarf zu heizen. Inzwischen war aber auch schon längst die Einrichtung der Fenster üblich geworden, zunächst freilich nur durch Holzläden geschlossen, da die Verwendung des Fensterglases wegen seiner teueren Herstellung Jahrhun derte hindurch nur den Wohlhabenden möglich war. Und wenn anfänglich der Herd auch als Lichtquelle dienen mußte, so hatte man schon sehr bald gelernt, durch Berwendung von Kienspänen, aber auch von Lampen mit Dochten eine bessere Beleuchtung für die dunklen Stunden zu schaffen. Gewiß war lange Zeit hindurch alles dies einfach und roh. Welch ge waltiger Fortschritt bis zu den bequemen Herden und Ofeneinrichtungen, den Zentralheizungen und elektrischen Beleuchtungen der Gegenwart. Und wenn uns heute die volle Ausnutzung dieser Errungenschaften durch die Not der Zeit erschwert wird, so finden wir vielleicht einen schwachen Trost durch die Betrachtung der einfa chen Verhältnisse. unserer Vorfahren, denen aber doch ihr bescheidenes Herdfeuer das Sinnbild der Familienzusammengehörigkeit und der Heiligkeit des häuslichen Friedens gewesen ist. Feuerstelle aus dem 17. Jahrhundert 6K- R Bei Hals- und Lungenleiden aller Art, wie Katarrhen, tuberkulösen Erkrankungen Asthma usw. erzielten, wie zahlreiche Mitteilungen von Aerzten, Apothekern und Leidenden einwandfrei beweisen, unsere Rotolin Pillen in jahrelanger Praxis vorzügliche Erfolge. Husten, Verschleimung, Auswurf, Nachtschweiß, Stiche im Rücken und Brustschmerz hörten auf. Appetit und Körpergewicht hoben sich rasch; allgemeines Wohlbefinden stellte sich ein. Erhältlich die Schachtel zu 6,- Mk. in allen Apotheken; wenn nicht vorrätig, auch direkt von uns durch unsere Versandapotheke. Ausführliche Broschüre kostenlos durch: Pharindha G.m.b. H.( bish. Plötz& Co.) Berlin SW 68. Krampfadern, offene Beine Hautflechten Frostschäden usw. Brandwunden aller Art, auch ganz veraltete Leiden, namentlich juckende, nässende und sehr entzündliche Ekzeme heilt sofort die kühlende, Fridosan- Heilsalbe' D. R. P. angemeldet, Name gesetzlich geschützt. Erprobt an Universitätskliniken. 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