Jahrg.3 19 21 = heft. 2= 15. Februar Die Frau und ihr Haus Zeitschrift für kleidung Gesundheit Körperpflege und Wohnungsfragen Die Heimat auf dem Lande Beilage z#r Hausfrau und Stoffverbrauch 1. Was die Staatsbürgerin denkt. In der vorigen Nummer unserer Zeitschrift ist von der Hausfrau und ihrem Verhältnis zur Ernährungsfrage die Rede gewesen. Wenn wir heute etwas von der Hausfrau und dem Stoffverbrauch sagen, so denken wir dabei an alles das, was im Gegensatz zur Nahrung an Stoffen nötig ist zur Herstellung unserer Kleidung und zur Ausstattung unserer Wohnung an Vorhängen, Möbelstoffen, Teppichen und dergl., also alles, was nicht aus Stein, Holz oder Metall besteht. Wir denken ferner an den wichtigen Verbrauchsstoff: das Leder. Die Beschaffung der Nahrung einerseits und der für Kleidung und Wohnung andrerseits notwendigen Dinge fordert zu einem Vergleich heraus. Bei der Nahrung handelt es sich haupt14. Unsere Abbildung zeigt die Verwendung ver schiedener Stoffarten. Das einfarbige Kleidchen besteht aus ungebleichtem Nessel, einem Stoff, der heute sehr in der Wertschätzung gestiegen ist. Er wird aus mittel oder feinfädigen Baumwollgarnen angefertigt, am wenigsten in der Faser durch Verarbeitung angegriffen und wird durch die Wäsche immer weicher und schöner. Eine bunte, waschechte Kreuzstichborte um Ärmel rand und Gürtel; Häfelei oder Bierstiche um Ausschnitt und ärmelanjak als einfacher Auspuh des befonders fleidsamen Anzugs. Das zweite Kleidchen be fteht aus schlichtem, mit Häkelrand abgefäumtem Wollröckchen, das zierliche Jädchen ist aus dunklem Samt angefertigt und dicht mit bunten Wollblumen be jift. Vorhang und Kiffen Schnittmuster 1.80 M. und Streuzstichmuster 3 M. WK 1. 14 Gleichheit sächlich um einen mehr oder weniger engen Austausch zwischen Land und Stadt. Die Land- und Gartenwirtschaft fann einen großen Teil ihrer Erzeugnisse( Milch, Eier, Gemüse, Obst) unmittelbar in den Haushalt des Verbrauchers zur weiteren Verarbeitung abführen. Ein großer Teil der ländlichen Erzeugnisse, wie Getreide und Fleisch, macht zwar in Mühle und Schlachthaus noch einen Umwandlungs- oder Verarbeitungsprozeß durch. Aber nur ein Teil dieser Produkte kommt aus dem Ausland; der größte Teil unseres Nahrungsmittelbedarfs wird bekanntlich im Inlande gedeckt und selbstverständlich auch hier verarbeitet. Anders stellt es sich bei den für Kleidung und Wohnungsausstattung notwendigen GKR Schnittmuster. 1.80 M. und Stidereimuster 3 M. WK 2. Schnittmuster für 2-4, 4-6, 6-8 Jahre erhältlich. Rohstoffen, die zum allergrößten Teil aus dem Ausland bezogen werden, während die Verarbeitung der Stoffe selbst größtenteils im Inlande erfolgt. Die Textilindustrie einschließlich der Bezeigen bedrudte Baumwollund Leinenstoffe, die für solche Zwecke viel verwendet werden. Leider sind die so praktischen und dauerhaften bedruckten Stoffe für Arbeitskleider kaum noch im Gebrauch. Manche unserer Lejerinnen werden sich ficherlich der kleidsamen, häufig furzärmeligen Klei der aus sogenanntem " Druckkattun" erinnern. In Köln war dieser unter dem Namen ,, Gedröcks" bekannt. Er wurde häufig bon Blaufärbern fertig gemacht; zeigte aber auch Blümchen oder sonstige fleine Müsterchen auf weißem oder andersfarbigem Kattun. Für künst lerische Zwecke verwendet man heute noch den Handdruck, z. B. in Bayern und in Stade( Hannover). Hier sind für den Handdruc noch Jahrhunderte alte Holzstempel im Gebrauch. Fleidungsindustrie beschäftigt in Deutschland von allen Industrien die meisten Personen. Die Zahl der hier in Betracht kommenden Rohstoffe ist gering, ihre Bedeutung im einzelnen aber um so wichtiger Sie gehören wie Baumwolle und Flachs dem Pflanzenreich, Wolle, Seide und Leder dem Tierreich an. In älteren Zeiten haben wir den Bedarf an den erforderlichen Rohstoffen in der Hauptsache im Inlande selbst erzeugt. Im Laufe des letzten Jahrhunderts ist aber teils wegen des Rückganges der heimischen Erzeugung, teils wegen dem mit der Bevölkerungszunahme und dem zunehmenden Wohlstande steigenden Bedarf die Abhängigkeit vom Ausland immer größer geworden. So wurde mit dem Rückgang der heimischen Schafzucht die Wollerzeugung immer mehr vermindert, sodaß Deutschland in der Hauptfache auf die Einfuhr der Wolle aus Australien, A gentinien, den Vereinigten Staaten von Amerika, uß and angewiesen wurde. Nicht minder verringerte sich mit dem Sinfen der Preise der Anbau von Flachs und Hanf, dem Rohmaterial der Leinenindustrie, und Rußland trat an die Stelle der heimischen Erzeugung. Die Seide haben wir von jeher aus andern Ländern, wie Italien, weiterhin auch aus China, Japan, Ostindien und der Türkei bezogen. Die schon im 18. Jahrhundert unternommenen Versuche, die Seidenraupenzucht in Deutschland heimisch zu machen, scheiterten hauptsächlich an der Schwierigkeit, den Maulbeerbaum, der in seinen Blättern die Nahrung der Raupen liefert, bei uns anzupflanzen. Wohl aber ist in Deutschland eine ziemlich bedeutende Kunstseidenindustrie hervorgetreten, deren Erzeugnisse jedoch den Vergleich mit dem edlen Erzeugnis der Seidenraupe nicht aushalten. Ganz besonders ist es nun aber die Baummelle, die immer mehr neben den anderen Tertilstoffen herangezogen wird. Während vor hundert Jahren auf den Kopf der deutschen Bevölkerung nur ein halbes Pfund Baumwolle verbraucht wurde, war der Anteil furz vor dem Kriege auf fünfzehn Pfund pro Kopf, also um das Dreißigfache, gestiegen. Als Bezugsländer kommen hier vor allem die Vereinigten Staaten von Amerika, Ostindien nebst anderen asiatischen Ländern und Ägypten in Betracht. Und selbst die Häute, von denen unsere heimische Viehschlachtung ja große Mengen liefert, mußten als Ergänzung hierzu aus Südamerifa und Ostindien herangebracht werden, um daraus Leder, namentlich für die Schuhe, herzustellen. Diese starke Abhängigkeit vom Auslande, die sich übrigens in ähnlicher Weise auch bei unseren Nachbarvölkern bemerkbar macht, war namentlich in den letzten Jahrzehnten vor dem Kriege sehr groß geworden. Es ist deshalb auch nicht zu verwundern, wenn während des Krieges unsere Abschließung vom Weltmarkt nicht nur die Ernährungsfrage, sondern fast mehr noch die Bekleidungsfrage so ungeheuer schwierig machte, so daß man für einzelne Zwecke schließlich sogar zu dem Papier als Rohstoff überging. Man könnte nun freilich fragen, ob es nicht möglich sei, die nötigen Rohstoffe wieder, so wie früher, hauptsächlich im Inlande zu erzeugen. Manche Bestrebungen gehen ja dahin, denen wir vollen Erfolg wünschen. Aber bei dem großen Bedarf werden wir es wohl nie dahin bringen, daß Deutschland diesen je wieder auch nur zu einem beträchtlichen Teile selbst deckt. Um so mehr müssen wir in unserer gegenwärtigen bedrängten Lage suchen, im Stoffverbrauch uns nach Möglichkeit einzuschränken und sparsam zu 10 wirtschaften. Der Vergleich mit der Ernährungsfrage zeigt uns, daß man hier noch mehr als in Bekleidung und Wohnungsausstattung von„ lebenswichtigen" Erzeugnissen sprechen muß. Zwar fann man auch in der täglichen Nahrung viel überflüssigen Lurus treiben, gerade so wie in der Kleidung. Aber ein gewisses Maß von gehaltvoller Nahrung verlangt nun einmal der menschliche Körper, wenn er widerstands- und leistungsfähig bleiben soll. In der Kleidung und Wohnung seinrichtung können wir jedoch besonders dadurch sparen, daß wir uns nicht scheuen, unmoderne und abgenugte Stoffe weiter zu verwenden. Die Aufgabe der Hausfrau und ihre Verantwortung, das Notwendige von dem Angenehmen und dem Erlangbaren zu unterscheiden, ist daher hier weit größer als in der Ernährungsfrage, wo ihr die Wege viel genauer vorgezeichnet sind. Aber der Mensch lebt nicht vom Brot allein". Das„ Schöne", das uns über die Nüchternheit und Schwere des Alltags hinausheben soll, darf auch in Kleidung und Wohnung nicht fehlen. Es wird schon viel gewonnen sein, wenn die deutsche Hausfrau nicht mehr glaubt, daß Wechselvolles und Schönes anbedingt eins sind; wenn sie den Sinn für Haltbares, Zweckmäßiges und Gediegenes wieder erlangen wird. Dann wird sie auch dahin kommen, neues nur an zuschaffen, wenn es notwendig ist und wird so die Beschaffung von Kleidung und Wohnungseinrichtung in Einklang bringen mit einer haushälterischen Wirtschaftsführung wie sie unseren Großmüttern selbstverständlich war, und wie unsere harte Zeit sie heute von jeder einzelnen deutschen Hausfrau und Staatsbürgerin von neuem fordert. II. Die Stoffe im Haushalt. A Wie es heute mit allen Dingen des täglichen Bedarfes ist, so müssen wir auch beim Verbrauch der Stoffe ganz anders rechnen als in den Zeiten vor dem Kriege. Früher kam es tatsächlich nicht darauf an, ein viertel Meter oder gar einen halben mehr von einer Sorte Stoff zu faufen. Heute zwingen uns die um das Zehn- und Mehrfache höher geschraubten Pre.se, mit Zentimetern zu rechnen. Die gegenwärtige Moderichtung kommt dem Bedürfnis nach knapper Berechnung entgegen, in dem sie den engeren Rock und immer noch das sparsame Kittel fleid bevorzugt. Während des Krieges störte man sich bekannt lich nicht an Stoffknappheit; man verschwendete in den modis schen Kreisen in wahnwißigster Weise kostbare Stoffe, weil bis vier Meter weite, womöglich im Serpentinschnitt berarbeitete Mäntel und Röcke ,, modern" waren. Der rundgeschnittene Rock ist mit seinen schrägen Nähten das übelste und Unrationellfte, was man sich denken kann. Die Hausfrau sollte bei der Schneiderin oder wenn sie selbst schneidert, bei sich Bedacht darauf nehmen, nicht zu viele schräge Nähte anzubringen. Es lassen sich bei schweren Röcken gut tiefe Falten legen, forg fältig absteppen und dergleichen mehr. Leichte Stoffe, Seidenund Sommerstoffe vertragen stets das Kräufeln und Einziehen. Vor allem soll man niemals die Kinderkleider rund schneiden. Die schmächtigen Mädels vertragen fast alle krause oder in Falten gelegte Röcke, vor allem aber das ganze Kleidchen im Kittelschnitt. Taß man ein solches Kleidchen am besten aus Wollstoff, wenn man fann, aus Samt herstellt, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ganz dünne Stoffe darf man nicht so Altägyptischer Webstuhl berarbeiten, und deshalb muß man beim Einkauf davon mehr berechnen als bei diceren. Die Sparsamteit darf nicht dazu führen, auf Kosten des schönen Aussehens geübt worden zu sein; und ein Restchen zum Flicken tut immer not, ganz besonders an Jungenssachen. Ein Hosenboden ist schnell zermeßt. In früheren Zeiten berechnete man für ein Frauenhemd zweieinviertel bis zweieinhalb Meter Hemdenstoff. Jetzt geht sogar schon die Industrie dazu über, aus zwei Mctern das Hemd zu verarbeiten, nämlich die Achseln anzustücken mit Resten, die sich aus den schrägen Nähten ergeben. Das braucht nicht auf Kosten des guten Aussehens geschehen; es lassen 11 15. But aus weißem Stoff. Die Befaßteile zu beiden Seiten sind mit Häfelblumen geschmüdt. Schnittmufter 1.20 M., W. K. 3. Häkelmuster 1 M. 16. Müge aus blauem Stoff. Befatzteile mit Stickerei aus bunter Wolle geschmückt. Schnittmuster 1.20 M., W. K. 4. Stidereimuster 1.20 M. 17. Müge aus weißem Stoff. Zur Verzierung sind Nähte und Ränder mit bunter Wolle umstickt, ganz einfach Stich an Stich gelegt, je 1 cm breit abwechselnd rot, grün, gelb, lila, blau, die Stiche müssen ganz dicht und gleichmäßig sein, damit sie wie eine Borte wirken. Schnittmuster mit Stickereiprobe 1.20 M., W. K. 5.. 15-17. ut und Mühen für kleine Mädchen. Diese kleinen Kopfbedeckungen zeigen, wie mit geschickten Händen aus wenig Stoffresten, Woll- und Seidenfäden, hübsches für unsere Kleinen Mädchen zu arbeiten ist. Hierzu die Schnittmuster, die Stidereivorzeichnungen und ausführliche Beschreibungen auf dem Schnittmusterbogen Nr. 4, Fig. 56-65. Schnittmuster für 2-4, 4-6 und 6-8 Jahre erhältlich. sich durch haltbare Hohlnähte, durch feften Stickereieinsatz, der meist sowieso als Zierat verwendet wird, ferner durch Aneinanderhäkeln hübsche Wirkungen erzielen. Über Bettwäsche machten wir in Seft 6 1920 nähere Ausführungen. Ein Wort wollen wir heute noch von Gardinen und Fensters borhängen sagen. Über die Zeit, in der es Eitte war, schwere, dunkle, nicht waschbare„ Dekorationen" an den Lichtspendern der Wohnungen anzubringen, sind wir hoffentlich hinaus Sehr sparsam und dabei von freundlichster Wirkung sind die kleinen Scheibengardinen, die wenig Stoff erfordern. Bringt man dann einen faltigen Streifen ob n quer über die Fensterwände an, darunter die an beiden Seilen herabhängenden Zichvorhänge, dann ist eine ganz natürliche Umrahmung gegeben. Sehr viels feitig fann man diese gestalten durch Anbringen von Volants, Bebäkeln derselben mit farbigem Garn, etwa in dem Grundton der Tapeten, durch Hohlfäume, Ginseßen haltbarer Zwirn: oder Klöppelspitzen und dergleichen mehr. Nichts war häßlicher als die langen, weit übereinandergreifenden englischen" Tüll. gardinen,( oder wer es noch feiner" hatte) lang herabwallende englische Stores". Warum das englisch immer betont wurde, liegt an der undeutschen Bewunderung alles fremdländischen. Gardinen bis zur Erde sind eigentlich nur an ganz hohen oder breiten, eigens diefe Note verlangenden Fenstern anzubringen. Wiest jedoch erfordern die Fenster der Mietwohnungen weniger Etoff, und beim Kleinwohnungsbau bevorzugt man heute das fleinere Fenster. Die Industrie bringt heute ungezählte Gardinenstoffmuster hervor. Man wird bei Scheibengardinen das dünnste und durchsichtigste Muster wählen. Sehr empfehlenswert ist ganz dünner Batist, dann auch Voile und Mull. Diese Stoffarten find in der Wäsche dankbarer als alle Gardinentülle. Es tommt für alle, die sparen wollen und müssen heute darauf an, alles, was uns zur Verfügung steht, nach den Geboten der Nüßlichkeit, der Schönheit und Einfachheit zu verbrauchen. Wir machen in diesem Zusammenhang auf den nebenstehen. den Artikel, Garn oder Seide" aufmerksam. Feierstunden II. Lefeunterhaltung A Der Wunsch nach Geselligkeit und Unterhaltung ist meist so geartet, daß er über den Familien- und Verwandtenkreis hinausgeht. Es kann auch beinahe nicht anders sein. Denn nicht immer findet man unter den Menschen mit verwandt. schaftlichen Beziehungen zu gleicher Zeit die seelisch Gleich gestimmten. Gesellige Zusammenfünfte in den Familien, die fich abwechseln, sind meist auf Grund von Wahlverwandtschaften aufgebaut. Die Geselligkeit nun wird oftmals dem Zufall überlassen. Wie der einzelne im Augenblick gestimmt ist, so plaudert er; der Partner muß sich auf ihn einstellen, oftmals die ganze Gesellschaft. Mitunter nimmt das sogenannte Fachsimpeln, sei es den Berufsmenschen oder den Politiker entfesselnd", tein Ende. Gewiß wird der Zufall die schönsten Stunden bringen im anregendsten Austausch der Gedanken. Aber würde es sich nicht lohnen, die Lesezirkel der Vergangenheit einmal wieder erstehen zu lassen? Eie brauchen ja nicht sflavisch nachgemacht" werden. Hier und da besteht gewiß auch Heute noch ein Kreis lesefreudiger Menschen. Oftmals mag fröhliches Wollen im blassen ästhetentum unserer Tage unters gehen. Davor muß man sich zu bewahren suchen. Liegt hier nicht eine Aufgabe für die Frau des Hauses, die Mutter, die in ihrer furzen freien Beit die Kinder, Freunde und Freun dinnen ihrer Kinder um den Tisch versammelt? Eintöniges, monotones Vorlesen wird natürlich keine Reize auslösen. Die Mühe aber, die sich abwechselnd die Gesellschaft geben muß, um mit Ausdruck und Natürlichkeit anregenden Stoff vorzu tragen, wird sich bestimmt lohnen. Erinnern wir uns, mit welcher Frische und Lebendigkeit die über fiebzig Jahre alte Frau Elisabeth Goethe,„ die Frau Rat", oder wie sie sich gerne nennen hörte:" Frau Aja".* jahre= lang ihren Lejezirkel hatte. Hören wir, was die ewig Junge ihrem Sohn schreibt:" Diesen Winter habe ich alle Mittwoch eine sehr angenehme Unterhaltung die uns die großen Dichter gewähren ich bitte Dich, fage Schillern etwas davon, vielleicht macht es ihm einen guten Augenblic. Wir tommen um fünf Uhr abends bei Frau von Schwarzkopf zusammen, seben uns um einen runden Tisch und dramatisieren wie folgt: Wallensteins Tod! Wallenstein, Herr von Forme; seine Gattin, Frauiein von Bethmann Graf Terzky, Frau Aja Da wir nicht so viele Personen haben so hat eins mehrere Rollen, z. E. ich habe noch den Seni und den Westhausen, das amüsiert uns nun föniglich fünftigen Mittwoch wird Tasso von Dir gelesen dann Iphigenie dann Nathan der Weise Don Carlos. Die meisten deklamieren, daß es eine Art und Schick hat jedes freut sich auf den Mittwoch. Jahrelang besuchte Frau Aja ihren Zirkel, ihre angenehme" Unterhaltung. Wollen wir nicht versuchen, uns und unsere Kinder bekannt zu machen mit den alten und den neuen Dichtern, im geselligen Streife- mit dem Ziel: jedes freut sich auf den Mittwoch!" Garn oder Geide? Durch die allgemeine Teuerung und die relativ hohen Preise der Nähmaterialien, worunter sich natürlich auch Nähseide be findet, macht sich in lezter Zeit ein starker Bug bemerkbar, an Stelle früher verwandter Nähjeide, Nähgarne für alle Kleidungss stücke und Verwendungszwecke zu verarbeiten. Es ist daher unbedingt an der Zeit, ins Gedächtnis zu rufen, daß in früheren Zeiten nicht etwa nur aus Lugus Nähseiden für alle Kleidungsstücke für Nähzwede und Knopflochzwede Verwendung gefunden haben, sondern daß dieses Verarbeiten von Nähseide Gründe hat, die nicht in Vergessenheit geraten sollten! Jedes Kleidungsstück paßt sich dem Körper an und muß den Bewegungen des Körpers folgen. Es muß also in seinen Nähten elastisch sein, und der zu diesen Nähten gebrauchte Faden muß ebenfalls die größtmöglichste Elastizität befißen, abgesehen von der Haltbarkeit, die natürlich eine außerordentlich große Rolle spielt. Das Jdeal des diese Bedingungen erfüllenden Nähfadens ist nun die echte Nähseide, da sie aus einem, aus einem Naturgespinnst gewonnenen, sozusagen endlosem Faden besteht, der die größte Elastizität eines egiftierenden Fadens besitzt, nebenbei aber auch noch eine außerordentliche Haltbarkeit! Den Billigkeitsdrang folgend ist man auch schon in früheren Zeiten teilweise zur Verwendung von Chappe übergegangen, dent gewonnenen Produkt aus den Abfällen der echten Seide, da auch diese noch einen Teil der Elastizität, der noch gerade genügt, um den Durchschnittsansprüchen an die Elastizität zu entsprechen, aufweist. Die allgemeine Verwendung von noch billigerent Nähmaterial wie z. B. Seidenersaz( mercerisiertes Baumwolla garn) ist sehr zu bedauern, da diese Nähmaterialien fast feine Elastizität besiben, und dadurch bei starker Körperbewegung. die mit diesen Materialien genähten Nähte reißen, oder aber in den Stoff einreißen, und so außerordentliche Schäden, auch boltswirtschaftlich verursachen. Für Kleidungsstüde, die biel aushalten müssen, ist also nur Nähseide zu empfehlen. Deshalb„ Frau Aja", weil die Grafen Stolberg beim länger währenden Aufenthalt im Frankfurter Goethehause die allzeit fröhliche, jugendliche Frau Nat als Mutter der„ bier Haimons finder" bezeichneten. 12 19. Jungmädchenfestkleid für Jugendfeiern ge. eignet. Aus taubenblauem Wollbatist, mit silbergrauer, leicht gelbgetönter Ausschnitt- und Gürtelpasse ist das Kleid gearbeitet. Das Leibchen hat Raglanschnitt mit mäßig weiten Buffärmeln. Die Weite des Halsaus. schnittes ist durch Säumchen näherei zusammengehal ten, je 3 Falten, die aus den Badenspißen der Ausschnittpasse hervorspringen. Auf den Zacken Stickerei mit feiner Wolle. Fars ben: mittlerer längster Etihrostrot, dann tau. benblau, niederster Stich schwarz braun. tief Nachden. die Backen ausgestiďt und aus: geplättet find, näht man Ausschnitt und Gür telpasse hohl und unsichtbar auf. Das taubenblaue Band aus Rips seide wird durch die Knopflochein schnitte der Gür telpaffe gezogen, zu beiden Seiten langfallende Schleifen. Schnitte mufter W. K. 6. 19 20 20. Alcid mit Bandnäherei für Konfirmandin nen. Das Kleid ist im Stil so gehalten, daß es von dem jungen Mädchen zur Einfegnungsfeier mit langen Armeln und später,( die Armel gekürzt, die Buffen nach oben gesezt) als„ Theater- und Konzertkleid getragen 21 werden kann. Die schmalen Bänder sind auf Tüllstoff genäht. Vierteiliger Rod am Futterleibchen, Rüdenschluß und seitlicher Schleifenschmud Oberstoff Leibchen. Schnittmuster W. K. 7. am 21. Communi tantinnenkleid. Das Kleid der jun gen Stommunifan tin ist aus Batist Voile oder auch feinem Wollstoff zu arbeiten. Der Rod sowie die weiten Glockenärmel wer ben dreimal leicht über dünne Schnur gezogen. Das Kleid in der hinteren Mitte sichtbar durchge Inöpft. Ein 4 cm breites Band, das im Sommer in lichten Bastellfar. ben gehalten wird, ist durch die Ein schnitte in Taillenhöhe zu ziehen. Schnittmuster W. K. 8. Schnittmuster und ausführliche Beschreibungen zu Abb. 19-21 auf dem Schnittmusterbogen Nr. 1/1921, Fig. 1-16. 22. Offene Hemdhose. Die Hemdhose ist in einfachster Art gearbeitet, die Schlißränder treten born und hinten breit übereinander. Schmales Bogenbändchen am Ausschnitt, schmaler Einsatz am unteren Rand. Erforderlich 2 m Stoff 80 cm breit, 2 m Bogenbändchen, 2 m Einsatz. Schnitt. mufter E. K. 132. Schnitt 23. Leibchen. muster W. K. 9. Erforder lich 80x80 cm Stoff. Mit Rückenschluß gearbeitet; an den Seiten sind Borderteil und Rückenteil aneinander geschnürt, dieses ermöglicht ein bequemes Erweitern bei schnellem Wachstum. Am besten aus starkfädigem luftdurchlässigem Stoff anzufertigen. Dem unteren Rand ist wie den Seitenrändern 23 ein Osenbändchen anzunähen( Bettgimpe) eben. so dem oberen Rand des Unterrodes Abb. 24, Rod und Leibchen werden dann aneinander ge schnürt. Klöppeleinfaz am unteren Rand der Fal bel. Erforderlich 2 m Stoff 80 cm breit, 2 m Einfab. Schnitt nufter W. K. 9a. 25. Geschlossene Hemdhose. Die reiche Ausschmückung am Ausschnitt und an den unteren Rän dern kann durch einfaches Wäschebörtchen ersetzt wer den. Klappenverschluß am Rückenteil. Erforderlich 2,25 m Stoff 80 cm breit, 2 m schmale, 2 m breite Stickerei, 0,70 m Einfaß. Schnittmuster E. K. 137. 22 24 25 33 a. Rückansicht. Normalschnittmuster zu Abb. 19-26 für 12-14, 14-16 und 16-18 Jahre erhältlich. Preise Seite 14. Die Stoffangaben sind für 14-16 Jabre berechnet. 32 a. Rüdansicht. - 13 28 und 27. Hemd und Unterbein kleid f. grö Bere Kna ben. Hemd aus feinem Wäschestoff m. je zwei Falten neben den Verschlußfal ten. Die är. melstulpen sind mit star fer Einlage zu arbeiten. Erforderlich 2,25 m Stoff 80 cm breit. Schnittmuster W. K. 10.. Das Unter beinkleid ist aus kräftigem Köperstoff, Gürtel in dop pelter Stoffla ge mit aufge setzten Span gen für der Träger. Erforderlich 26 2 m Stoff OKR 27 23 28a 28 29 81 30 80 cm breit. Schnittmuster W. K. 10a. 28. Konfir mationsan zug. Die An. fertigung er fordert schon eine besondere Geschicklichkeit im Nähen und Bügeln. Genaue Anleitung zur Anfertigung liegt dem Schnittmuster bei. Die Jade ist mit Serge abgefüttert. Dazu Weste die 28 a Erforderlich 2,40 m Stoff 130 cm breit, 1 m Serge 140 cm breit, 1 m Westenfutter 80 cm breit. Schnittmuster W. K. 11. Normalschnittmuster zu Abb. 26-31 für 10-12, 12-14 und 14-16 Jahre erhältlich. 30 und 31 auch für 6-8 und 8-10 Jahre. Preise Seite 14. Die Stoffangaben find für 12-14 Jahre berechnet. 29. Rommunionsanzug. Aus blauem oder schwarzem Cheviot zu arbeiten, Weste wie Abb. 28 a. Die furzen Hofen werden am Träger getragen. Schillertragen zum Einknöpfen. Genaue Anleitung zur Anfertigung liegt dem Schnittmuster bei. Erforderlich 2,20 m Stoff 130 cm breit, 2 m Jadenfutter 80 cm breit. Schnittmuster W. K. 12. 30. Unterziehhose mit Leibchen. Mit Rüdenschluß zu arbeiten. Erforderlich 1,25 m Stoff 80 cm breit. Schnittmuster W. K. 13. 31. Hemd mit tiefem Ausschnitt. Das Hemd ist in einfachster Art gearbeitet. Der Halsausschnitt ist verstürzt mit Schrägstreifen sauber gemacht. Schnitt. mufter W. K. 14. 32. Blauer Zuchrod mit gefticter Seidenblufe. Zweiteiliger Rod, in der hinteren Mitte mit Biesensäum chen, am oberen Rand an ein Leibchen geknöpft. Die Bluse wird über den Kopf gestreift und am Gürtel zu beiden Seiten mit Knöpfen und Seidenschlingen ge schlossen. Einsatz und Stulpen aus violettem Chiffon, Stickerei in violetter, schwarzer und wenig weißer Farbe. Stickereimuster mit Stickereiprobe 5 M. Erforderlich 2,25 m Seide 80 cm breit. Schnittmuster W. K. 15. 33. Kleid für ältere Dame. Das Kleib ist aus dunkelblauer Seide, bunte Stiderei am Gürtel. Weste und Kragen aus blauem Chiffon. Die Ränder der Aufs schläge, der Armel und des Schoßes sind mit Ösenstickerei in der Farbe des Kleides abgeschlossen. Stickereimuster 3 M., Schnittmuster W. K. 16. 12 भार 34. Strumpfbandhalter. Wird vorn links seitlich geschlossen. In der Rückenmitte eingeschnürte Gummis bandspangen zum Erweitern. Erforderlich 80 x 30 cm Stoff, 0,50 m Band 4 cm breit. Schnittmuster E. K. 109 c. Schnittmuster zu 32 und 33 in den Oberteiten 90 bis 116 cm erhältlich. Preise Seite 14. 33 НК - 14 Puppenschneiderei II Wow. Rand Jehlity 35 a. Mantel Liebes Lottchen, das hab ich mir doch gleich gedacht, Du, daß Du auch so gerne wie ich für Deine Kinder nähen würdest. Das ist doch sehr leicht, nicht? Zu Weihnachten habe ich nun wunderschönen Stoff be fommen, blauen Cheviot für ein Mäntelchen. Das ist ein Wollstoff, der hält schön warm, sagt Mutter. Und rosa Baumwollflanell für ein Kleidchen. Die Baumwolle, sagt Mutter, die tommt ganz weit her. Alle meine Hemden sind aus Baumwolle, Mutter ihre Hemden und Hosen find auch aus Baums wolle. Und roten Kattun habe ich für ein Schürzchen Der ist auch von Baumwolle. Da geht die Farbe gar nicht raus, weil es fo echt eingefärbt ist, fagt Mutter. Erst habe ich nun ein Kleidchen gemacht. Nach dem Schnittmuster, da habe ich die fleine Taille zugeschnitten. Und dann habe ich die Seitennähte zugenäht. Um den Salsausschnitt habe ich ein schmales Bändchen von rechts aufgenäht und dann nach links um gebogen und dann habe ich mit dünnem schwarzen Berlgarn am Rand Knopflochstich gestickt, und damit bleibt das Bändchen nach links umgebogen und der Ausschnitt ist schön sauber und fest. Und hinten am Verschluß, da habe ich an dem linfen Teil ein schmales Stüd Stoff angenäht, und dann in die Hälfte gelegt und einen kleinen Saum ums gebogen und dann genau da, wo die Mitte Sillity Noll appell Kleid aaaaaaaaaaa Soppels & Schürze 福 S Mütze D das mußt Du Dir von Deiner Mutter zeigen laffen; dann habe ich das Mäntelchen genäht. Aber ich habe nur einen großen Kragen gemacht, denn ein Mant'I ist zu schwer. Den Kragen habe ich genau nach dem Schnittmuster gemacht, man legt den Stoff hinten gleich in die Hälfte, dann braucht man teine Naht, Mutter fagt, man nennt das im Bruch schnei den, ist das nicht komisch. Du? Wenn man den kleinen Kragen angenäht hat, dann muß man auf de Naht ein Bändchen nähen, damit es schön sauber ist. Die Knopflöcher hat mir Mutter gemacht, das ist noch zu schwer. Und dann habe ich das München genäht. Das mußt Du auch wieder nach dem Muster schneiden, und dann ein fach zusammennähen. Ich habe es mit roter und grüner Wolle gestickt, und grüne Bänder angenäht, und nun ist es so wunderschön. Und dann kam noch das Schürzchen. Und da habe ich ein gerades Stück Stoff genommen, ungefähr so breit wie die Länge von Lenchens Kleid ist und so weit wie Lenchen dick ist, und dann habe ich es in die Hälfte gelegt und dann nochmal in die Hälfte, und dann habe ich an dem doppelten Knid ein bischen weggeschnitten, für das Armloch, und dann habe ich diese Baffe rund umgefäumt, und dann wie bei dem Kleidchen ein gerades Stüd Stoff fraus daran angenäht. An die Paffe vorne und hinten habe ich vier Bänder angenäht, und die werden auf der Schulter in eine Schleife gebunden und hinten Druckknöpfe angenäht. Nun muß ich rasch ins Bett. Gute Nacht! Deine Elisabeth. GK- R 35. Mantel, Schürze und Kleid zur Puppen fahneiderei. Schnittmuster W. K. 17. Breis 1.80 M. eine Seite angenäht war, habe ich dann die andere Seite an gesäumt. Das tannst Du auf dem Bild genau sehen, wenn Du es so nicht verstehst. Und Mutter sagt, das nennt man einen Untertritt, und das rechte Teil das habe ich einfach umgesäumt; dann habe ich Druckknöpfe angenäht. Und dann kam das Röckchen, das ist nur ein gerades Stüd Stoff, das man oben einfraust, Du weißt doch was das ist? und dann an die fleine Taille näht. Unten muß der Rod umgesäumt werden. Und dann habe ich an die Armel und die Taille auch noch Knopflochstich und Knötchen gestickt. Aber das kann ich Dir nicht beschreiben, Schnittmusterpreise 4 Kleine Schnittmuster: Kinderwäsche, Kinderschürzen, Müßen usw.. Blusen, Röcke, Wäsche für Erwachsene und Kleidung für Kinder bis zu 14 Jahren Kleider, Mäntel für Erwachsene und Kleidung für Kinder bis zu 14 Jahren Nach Mah gezeidet M. 4.50 Normalschnitt M. 1.20 1.80 3.19 " 9.Schnittmuster von Kleidern, Mänteln, Wäschegegenständen und Kinderkleidung aus älteren Heften sind ebenfalls noch erhältlich, soweit der Vorrat reicht. Breis wie obenstehend. Nicht mehr vorrätige Größen werden in der nächst folgenden Größe geliefert, da mit einiger Geschicklichkeit durch Abnehmen oder zugeben die gewünschte Größe leicht hergestellt werden kann. Bei diesen Bestellungen bitten wir jeweils um Mitteilung, ob gegebenfalls eine der nächst folgenden Größen als die bestellte geschickt werden darf oder ob ein Maßschnittmuster gewünscht wird. Breis fiehe oben. Schnittmusterbogen. Einige der Abbildungen werden in der befannten Art auf dem frei zu beziehenden Schnittmusterbogen gebracht, der Bogen enthält noch Abbildungen und Schnittmuster aus anderen Heften. Preis des Schnittmusterbogens 50 Pf. u. 10 Pi. Borio. Der Verlag gibt Normalschnitte oder Schnitte nach Maß gezeichnet au den Schnittmusterverfand= am Schluß der Beschreibungen ange führten Preisen ab. Unsere Normal schnitte werden nach mittelgroßen un geschnürten Normalfiguren gezeichnet. Maße der Normalschnitte für Jungmädchentleider und Schnittmusterbogen Maße der Normalschnitte für Erwachsene Große in Ober Gürtel Hüftenweite cm weite weite Wordere Rüdens Rod Länge länge Länge Ober Gürtel Alter Hüftenweite weite weite I 90 II 98 III 106 IV 116 22880 70 90 75 103 114 86 125 9. 15 cm unter bem Gilrtel 36 36 100 Snip gemessen 38 37 102 39 38 102 12-14 Jahre 82 14-16 16-18 " 888 64 84) 86 66 88 90 70 90 14 cm " unter dem Gürtels jchluß gemeffen Worbere Müden- Rods Länge länge länge 34 35 55 35 36 36 36 32 65 75 38 39 102 Len Betrag für die gewünschten Schnitte und 40 Pf. Porto wolle man mit der Bestellung einsenden, andernfalls erfolgt Zusendung mit Nachnahme, die sich außer Porto noch um 50 Pf. erhöht. Ausführliche Anleitung zum Magnehmen ist vom Berlag, G. Braunsche Hofbuchdruckerei und Verlag, Karlsruhe i. B., Kartfriedrichstraße 14, zu beziehen. Wir bitten bei Bestellungen von Normalschnittmustern die genaue Größe, sowie die Schnittmusternummer mit den Keunbuchstaben anzugeben. Herarsgeberinnen: Elifabeth Röhl, Else Wirminghaus, bribe in sölu. Verantwortlich für den redaktionellen Tell: E. Röhl, Köln- Klettenberg, Lohrbergstraße 28, für den Bildertell: 2. Düben, Karlsruhe i. B., Rartfriedrichstraße 14. G. Braunsche Hofbuchdruckerei und Verlag, Narlsruhe i. B. 15 Die Heimat auf dem Lande Nochmals vom Weben und von Webstühlen " Im Frühjahr rüstig zur Flachssaat heraus, Schaffet Leinwand allen und Leinöl ins Haus." Mit diesen Worten schließt ein Aufruf des Bürgermeisters von Overath int bergischen Lande, wo Bauernvereine und Bürgermeister bestrebt sind, dem Flachsanbau immer mehr Eingang zu ver schaffen. gebildet, wo solche Webstühle schon viele Jahrhunderte vor Christi Geburt in Gebrauch waren. Er besteht aus einem ein fachen Holzrahmen in vertikaler Richtung aufgestellt. Der Einschlag wurde in der ähnlich noch heute geübten Weise mit den Kettfäden verflochten und nach jedem Schuß mit einem Stock oder Kamme festgeschlagen. Das Weben erfolgte in hockender Stellung und zwar von unten nach oben. Ähnliche Webstühle mögen auch in anderen Läne dern im Gebrauch gewesen sein, wenn sie auch nicht so bekannt geworden sind, ivie die aus dem bon uralter Zeit her durch seine Webkunst berühmten Ägypten. Seitdem hat der Webstuhl manche Wanda lung durchgemacht, manche Vervolle tommnung erfahren, vom alten Bauerns webstuhl, der mit seinem ungefügen Gestell fast die ganze Stube einnimmt, bis zum modernen mechanischen Stuhle unserer großen Fabriken. Auch wurden besondere Webstühle erfunden für alle Sonderzwecke, wie z. B. die Band- und Spißenweberei. Der hier gezeichnete Handwebstuhl, der auf einem fleinen Tisch aufgestellt werden kann, bei dem man die Kettfäden mit einer Nadel durchzieht, ist nach heutigen Begriffen awar nicht rationell, aber nicht jede Frau, die sich einen Gürtel oder eine -Tasche anfertigen möchte, kann einen großen Stuhl in Betrieb seßen. Die abgebildeten Webeproben sind auf solch fleinem Stuhl angefertigt, fie lassen hier leider ihre schönen Farben sehr ver missen. Sie stammen aus Nordschleswig, aus Schlesien, aus dem Rheinland; besonders prächtig und doch schlicht ist die Tasche mit Bügel, die auf schwarzem Grunde mit verschiedenen Schattierungen grau, weiß und Silber gewebt ist. SKR 36. Handwebstuhl ( Nordschleswigscher Verein für Hausweberet, Flensburg.) Zweifellos ist dieser Aufruf bei dem heutig n Rohstoffmangel berechtigt, ob aber die Weiterverarbeitung dieser selbsterzeugten Rohstoffe im Handbetriebe des ländlichen Haushaltes sich lohnt, darüber gehen die Meinungen bekanntlich noch auseinander. Bei unserer schlechten wirtschaftlichen Lage dürfen wir weder Zeit noch Arbeitsfräfte verschwenden, besonders nicht der Bauer, den die schwere Feldarbeit so start in Anspruch nimmt. Die mechanische Spinnmaschine und der Webstuhl arbeiten schneller, auch wohl gleichmäßiger, als die Hand es kann, aber wie schon in den Auffäßen Etwas vom Spinnen Nr. 16 und Vom Weben Nr. 17 dieser Zeitschrift besprochen wurde, in dieser uralten, bodenständigen Heimarbeit liegen neben den materiellen so viele ideelle Werte verborgen, daß die Bemühungen von Behörden, Vereinen und Privatpersonen, diese Arbeit neu zu beleben, freudig zu begrüßen sind. In vielen Gegenden Deutschlands wie Ostpreußen, Schleswig- Holstein, Thüringen, Hannover, Schlesien haben die Bauern vielfach noch Leinen und Wolle für den eigenen Bedarf erzeugt, selbst gesponnen und gewebt, häufig auch selbst das Garn gefärbt und die schönen Muster der Leinengebilde und Kleiderstoffe selbst erdacht. Da ist es natür lich, daß die Frauen, welche mit unendlichem Fleiß und Arbeitsliebe ihre Stoffe anfertigen, deren Güte und Dauerhaftigfeit von feiner Fabrikware erreicht werden kann, sie mit wohl berechtigtem Stolze zeigen, mit ihnen verwachsen, und sich nur schwer von ihnen trennen. In vielen Gegenden bedarf es nur geringer Anregung um die Heimarbeit neu erblühen zu lassen. Aber auch in Gegenden, wo sie fast ausgestorben schien, wie z. B. im Rheinland und im bergi schen Lande, haben die Bemühungen der Behörden bereits schöne Erfolge gezeitigt. Eine große Arbeitserleichterung für den Land wirt ist die Einrichtung von Röstund Aufbereitungsanstalten, in denen der Flachs von der Ernte bis zur Spinnfähigkeit verarbeitet wird. Spinn- und Webekurse weden in weiten Kreisen aufs neue das Interesse an dieser Tätigkeit. Besonders günstig für die Wiederaufnahme des Spinnens und Webens im Haushalt ist die Möglichkeit, die arbeitsleeren Wintertage und Abende mit an genehmer und geselliger Arbeit auszufüllen, die dem Landarbeiter dauernden Verdienst ermöglicht und die ihn in vielen Fällen an die Scholle fesseln wird. Hierdurch würden der Landwirtschaft eine größere Anzahl der so notwen digen ständigen Arbeitskräfte zu geführt, die an Stelle der wenig erwünschten, aber leider notwendigen Saisonarbeiter treten könnten. Mit unsern heutigen Abbildungen bringen wir den ältesten bekannten und einen Handwebstuhl. Abbildung Seite 10 ist einer Zeichnung aus einer Felsenhöhle in Ägypten nachWas sich in uns in späteren Jahren zu Bäumen auswächst, das findet seine Wurzelteime immer in frühen Jugendeindrüden. Heinrich Seiber. Ein Lehrgang für ländliche Heimarbeit In der Zeit vom 1. bis 20. Dezember 1920 fand in der Rheinischen Kleinsiedlerschule in Bonn- Poppelsdorf ein Kursus La MONOMACH GK- R 37. Borten und Stoffe für Taschen, auf dem Handwebstuhl hergestellt zur Einführung in das Gebiet des Hausfleißes statt. Außer den Schülern und Schülerinnen der Siedlerschule nahmen auch einige Männer und Frauen aus der Provinz teil. Von der Volks kunstgruppe des Deutschen Ly zeumsklubs in Berlin war in dankenswerter Weise eine Lehr kraft entfandt. Nachdem mit Strohzopfarbeiten, dem Flechten bon Strohschuhen, Matten, Markt taschen, Stuhlflechten usw. bea gonnen war, wurde auf beson deren Wunsch der Schüler das Hauptgewicht auf Flechten von Körben verschiedenster Art gelegt. Einführung in Holz und Pappa arbeiten erübrigte sich, da sie den meisten Schülern schon be fannt waren. Ferner wurde Bucheinbinden und das Fär ben von Papier zu besonders schönen Einbänden gelehrt. Ge gen Ende des Kursus wurde das Spinnen und auch die Grundlage des Handwebens mit den ziemlich umfangreichen Vorbereitungsarbeiten praktisch vors geführt und ein Handwebstuhl mit Hilfe der Schüler aufge stellt. Der Webekursus wurde von einer Lehrkraft der Webeschule in Sorau( Oberschlesien) abgehalten. -16Jede kluge Hausfrau wäscht mit Ganger" Reine Wäsche ohne Mühe Bleichenille LOA GER ma. Lakin Severstal Bleichmiller GAUGER Pres 53 Orber 6 er or delta With Gougeres Sorin Deschoo 3435. Endlos das Richtige Überall erhältlich! rampfadern, offene Beine Kr Hautflechten Frostschäden usw. Brandwunden aller Art, auch ganz veraltete Leiden, namentlich juckende, nässende und sehr entzündliche Ekzeme heilt sofort die Bei Korpulenz Fettleibigkeit sind Dr. Hofbauers ges. gesch. Entfettungs- Tabletten ein vollkommen unschädliches und erfolgreiches Mittel ohne Einhalten elner Diät. Keine Schiladrüse. Kein Abführmittel! Broschüre auf Wunsch. Elefanten- Apotheke Berlin, Leipzigerstr. 74, Dönhoffpl. Zentr.7192. Wer vorteilhaft Möbel, Teppiche, Gardinen, Kronen, Dekorations- u. 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