Jahrg. 3 heft. 3 15. März 19 2 1 Die Frau und ihr Haus Zeitschrift für kleidung Gesundheit Körperpflege und Wohnungsfragen Die Heimat auf dem Lande Beil a a g e Heimatschuh!-Heimatpflege! ur GI et héit Da uns durch die Verhältnisse die Möglichkeit genommen wurde, altes Verbrauchtes durch Neues zu ersegen, suchten wir das Alte so lange als möglich gebrauchsfähig zu erhalten und nicht nur gebrauchsfähig- wir lernten, aus manchem alten Stüd einen neuen hübschen Gegenstand herzustellen. Ordnung, Sparsamkeit und der Wunsch, mit den geringsten Mitteln seine Umwelt hübsch zu gestalten, waren im Haus, im Garten und im Feld nötig. Wohl selten ist unsere deutsche Erde, jeder Garten, jedes Stück gepachtetes oder eigenes Land fo ausgenugt worden wie in den letzten Jahren. Es war eine Freude, an Schrebergärten entlang zu gehen. Ordnung, Sauberkeit überall, ja am Rande der Beete grüßten uns Blumen. Hier hatte man den Eindruck, daß alle daran 38. Arbeitskittel. Für Hausund Feldarbeit gleich gut zu ver wenden, am besten aus braunem Leinen zu arbeiten. Kragen und Ärmelrand können mit farbigem Berigarn aufgesteppt werden. Eine Strickjacke und ein Rock aus derbem Stoff vervollständigen den Arbeitsanzug. Um den Rockrand vor Nässe und Schmutz zu schüßen, fann man den Rod in praktischer Form hochschürzen, so daß er wie eine hose wirkt und gute Bewegungsfreiheit gewährt. Man arbeitet zu diesem Zwed in den Rocksaum in der hinteren Mitte ein Knopfloch ein. Born am Gürtel näht man eine 25 cm lange Spange an, an den unteren Spangenrand näht man ein Band an und mit diesem Band bindet man den hinteren Randsaum, den man nach vorn hochgezogen hat, mit dem Knopf38 Schnittmuster W. K. 718. arbeiteten das Gesamtbild der Gärten möglichst schön zu gestalten und sich dem Ganzen gegenüber verant wortlich fühlten. Dieses Verantwortungsgefühl gilt es zu wecken, wenn wir an den Garten Natur denken, der uns allen offen steht. Unsere Wälder, Wiesen und Felder sind für uns eine Quelle der Freude und Erholung. k GK- R 39 Schnittmuster W. K. 719. Leider haben viele dafür gar fein Empfinden, daß jeder einzelne sein Teil dazu bei. tragen muß, um Ordnung da braußen zu halten. Wir wollen doch die Freude an der Heimat lebendig und stark werden lassen. Der Blick richtet sich ja mehr als früher wieder heimatwärts, wo die Grenzen unseres Vaterlandes Reiselustigen für Jahre hinaus verschlossen sind. Aber nicht nur der Natur sollte unsere Pflege gelten, Dörfern und Städten gebührt Schutz und Fürsorge. Haben wir schon alle gelernt, daß wir als einzelne Glieder unseres Volkes auch der Geloch an der Spange fest. Es läßt sich so viel besser arbeiten als mit dem so leicht auf die Erde stippenden Rock. Normalschnittmuster für 90--116 cm Ober weite erhältlich. Preis 1.80 M. Erforderlich 3 m Leinen 80 cm breit. Schnittmuster W. K. 718. 39. Schürzenhofe f. Knaben. Am praktischsten aus waschbarem Stoff zu arbeiten. Bunte Borte oder Flachstichstickerei in Raroform zur Berzierung. Farbiger Stoffpaspel am Hals- und Armaus schnittrand. Verschluß des Leib. chens in der Rückenmitte. Der Gürtel wird auf den oberen Rand der hinteren Hosenteile genäht und born links geknöpft. Schnitt muster für 1-3 und 3-5 Jahre erhältlich. Preis 1.20 M. Er forderlich 1 m Stoff 80 cm breit. Schnittmuster W. K. 719. 18 40. Bulgarenbluse mit bunter Stickerei. Die Bluse ist aus dünnem Krepp- oder Boile stoff zu arbeiten. Sie wird am Ausschnitt mittels schmaler Stickerei in Smockfalten genäht. Die Weite des Armels ist am Handgelenk dreimal über dünne Schnüre eingefraust, die Kante mit Überfangstichen verziert. Erforderlich 2,50 m Stoff 100 cm breit. Schnittund Stickereimuster W. K. 720. 41. Rod aus einem Umschlagtuch. Das buntkarrierte, quadratische Tuch wurde in der Mitte durchgeschnitten und die Teile so aneinander genäht, daß die Fransen als Bejaz dienen. Eine Rocklite wurde zur Befestigung der Naht untergesteppt. Verschluß vorn links seitlich, rechts entsprechender Schlitz zum Eingriff in die unterzubinden. de Tasche. Der obere Rockrand wird eingefraust auf ein Gurt band genäht. Schnittmuster W. K. 721. 42. Weste und Bluse. Die Weste ist aus blauem Cheviot mit eingefaßten Knopflöchern und passenden Tresseknöpfen gearbeitet, helles Satinfutter. Zur Bluse ist Siebenbürger Stickerei verivendet, sie läßt sich leicht nacharbeiten. Da borläufig noch keine Stickereien aus Siebenbürgen zu erhalten sind, nehme man feine Voile- oder Kreppstoffe, die Stickerei wird mit schwarz und grünem oder gelbemt Stickgarn im Flechtstich, das ist versetzter Kreuzstich ausgeführt. Vorderteile und Rücken sind eingetraust an die gestickten Achselstücke gesetzt. Halsausschnitt, oberer Armelrand und Armelbündchen find mit Ausbogstichen abgeschlos= sen. Erforderlich zur Weste 70 cm Stoff 100cm breit zur Bluse 2,25 m 80 cm breit. Schnittmuster u. Stickereimuster W. K. 722. Stidereimuster je 4 M. Normal schnittmuster in in den 4 Größen erhältlich. Preis GK- R Rod 1.80 M., Bluse und Weste 1.80 M. 40 famtheit verpflichtet sind? Einige Beispiele, die jeder von uns vermehren kann, mögen zeigen, wieviel es da noch zu lernen gibt, bis jeder einzelne von uns weiß, was er beitragen kann, um die Heimat zu behüten und zu verschönen. Wie häßlich sehen die verschmierten und beschmutzten Unterhäuser unserer Städte oft aus, oder die Alleen, die mit Kreidezeichnungen verziert sind! Gewiß, Kinderhände haben es getan. Aber sind wir Mütter nicht dazu da, in unseren Kindern das Bewußtsein wachzurufen wie häßlich solche Dinge sind? Leider sind es nicht nur Kinderhände, die solchen Unfug treiben. Man sehe sich nur einmal die kleinen Holzhäuser auf Ausfichtspunkten an! Wie viele verschlungene Herzen und wie viele eingeschriebene, eingeschnitzte Namen! Oder: Es ist dem Städter gewiß zu gönnen, daß er sich von feinen sonntäglichen Wanderungen einen Strauß mit in sein Heim nehmen möchte. Aber wie rücksichtslos werden oft Zweige und Blumen gebrochen? Da steht ein Jlerbusch mit roten Beeren, dort ein Weidenstamm im Schmucke der ersten Kätzchen. Wie leicht kann man einen Strauß aus den rückwärtigen Zweigen pflücken. Auch muß man sich bescheiden lernen im Interesse der Allgemeinheit. Dasselbe gilt von den Wiesenblumen. Auch am Rande der Weiden stehen Frühlingskinder, es ist nicht nötig tief ins Gras hinein zu gehen, und dem Bauer das Futter zu vertreten. Auch bei dem Lagern fann man vorsichtig sein und ein wenig an Ordnung denken. Papier und Eierschalen, leere Flaschen und gedrückter Rasen weisen uns nur zu oft die Lagerplätze der Sonntagsausflügler. Viele Beispiele fann man anführen, um einen Hinweis zu geben wie jeder Heimat41 42 pflege üben fann. Wir müssen solche kleinen Rücksichten als Selbstverständlichkeiten empfinden. Wir müßten uns und andere zu der Ordnung erziehen draußen in der Natur wie im Dorf und Stadt, die wir im eigenen Haus, im eigenen Garten, in unseren persönlichen Dingen wünschen. Elternhaus Vaterstadt Heimat sind Begriffe, die ebenso eng zusammengehören wie der die Familie das Volk. Eins einzelne Mensch muß sich dem andern verpflichtet fühlen, nur dann wird Doris Regel. es zum Segen für das große Ganze. Die Pflege des Heimatsinnes tut heute mehr Not als je zubor. Nur wenn wir allen Teilen des Volkes heiße Liebe zu dem Boden einflößen können, auf dem sie geboren sind, und auf dem sie leben, wenn Vater. landsliebe und stolzer nationaler Sinn wieder lebendiger werden als bisher, erst dann werden wir in der Arbeit vorwärts kommen können, die unser Volk wieder gesund machen und unserm Vaterland wieder Stärke und Ansehen ver leihen soll. Noste, auf dem 14. Niedersächsischen Tag zu Hannover. Frühling in der Giedelung I. Mein Hausgarten Liebe Lina! Du willst wissen, wie es mir draußen auf dem Dorfe ergeht und wie ich weiter komme mit dem Gärtchen, das ich mit dem fleinen Häuschen gemietet habe. Besser als die längste Beschreibung beweist Dir das Winter gemüse, das ich Dir zuschicke, daß wir gut vorwärts kommen. Wunderst Du Dich so sehr darüber? Wir stammen doch beide bom Lande, Du und ich, und sind erst durch unsere Dienst stelle und unsere spätere Heirat nach der Stadt gekommen. Da ging das Verpflanzen nicht so schwer. Freilich, vom Garten verstand ich nicht viel; wir dummen Mädchen hatten uns früher daran vorbei gedrückt und behauptet, das sei Männerarbeit". Nun stand ich ratlos vor dem Stückchen Land an meinem Häuschen, das ziemlich ungepflegt auch meinem Heim selbst einen unordentlichen Anstrich gab etwa wie ein un frisiertes Menschenkind. Der Winterschuldirektor hier im Ort ist ein guter alter Be fannter von mir; ich helfe ihm manchmal aus bei der Wäsche. Der tam sich die Sache erst besehen:" Marie", sagte er ,,, Marie, der erste Schritt hier ist Männerarbeit. Hier muß tüchtig gegraben werden( rigolt) und das muß Dein Mann besorgen. Wenn er nachmittags aus der Fabrik kommt, tut ihm die Arbeit im Freien nur gut." So ein Städtischer; ob er's nur kann? Ich hatte meine Bedenken. Aber der Direktor ließ nicht nach und heute hat mein Mann die gleiche Freude wie ich am Garten und ver bringt jede freie Stunde in demselben. Und die Kinder erst! Die wollten diesen Sommer am liebsten jeden Tag nachgraben, ob die Saat auch aufginge und haben uns in ihrem Eifer manches verdorben; jetzt sind es aber auch schon gewiegte Gärtnersleute. Der Winterschuldirektor hat uns eine Einteilung der Wege und Beete und einen Anpflanzungsplan gemacht. Wir haben es fertig gebracht, mit dem selbstgezogenen Gemüse auszukommen; tein Drängen in der Markthalle mehr, wo man um teures Geld oft so viel welfes Zeug bekommt. 19Dreimal haben ivir auf manchen von unseren kleinen Beeten geerntet: Im ersten Frühjahr gab es ganz zarte Kleine Radies chen, dann Möhren und schließlich noch einmal Spinat( eine späte Sorte), die wir in Samen schießen ließen, um sie im nächsten Jahre wieder auszusäen. Heute fieht unser Garten etwas trübe aus, wenn auch der Boden bereits vorbereitet die kommende Aussaat erivartet; aber nur etwas Geduld! Im Frühjahr sollst Du uns schaffen sehen Groß und Klein. Dem Mann ist die Gartenarbeit die liebste Stunde im Tage und die Kinder streiten sich förmlich darum; ich versteh's am besten und gebe die Arbeit an. Komm uns nur besuchen, dann, siehst Du mich in meiner neuen Würde als ,, Gartendirektor Marie". II. Frühgemüse und Blumen Ergeht es uns wie im letzten Jahre, dann haben wir ein frühes Frühjahr zu erwarten, und um so zeitiger müssen wir daran denken, unseren Garten zu bestellen, um ihn für unser Frühgemüse auszunußen. Wie gesund gerade das Frühgemüse ist, brauchen wir unseren Leserinnen wohl nicht auseinanderzusehen. Freilich, der Landbewohner hat für dessen Anbau vielfach nur geringes Interesse, er ist zufrieden, wenn die Töpfe mit Sauerkraut und Bohnen bis in den Juni vorhalten. Anders der Stadtbewohner. Er muß seine Arbeit in der Hauptsache in geschlossenen Räumen fizend verrichten. Sein Blut und seine Körperfäfte bedürfen daher nach den langen Winter monaten viel mehr einer Auffrischung. Der reichliche Genuß von Frühgemüse ist ihm dann eine rechte Wohltat, besonders von Spinat und anderem Grüngemüse. Wir können jezt schon Spinat, Möhren sowie Schwarzwurzeln säen, und Buffbohnen ( dicke Bohnen) legen. Von Anfang März an pflanzen wir die überwinterten Kohl- und Salatpflanzen( Septemberſaat) aus, säen Rübstiehl und in der zweiten Märzhälfte fönnen wir an geschützten Stellen schon die ersten niedrigen Erbsen legen. Kleingartenbefizer sollten nicht viel Gemüse ziehen, das in 44 po R großen Mengen auf den Godetia, Gladiolus, Calliopsis, Nigella. Widen legt man wie Erbsen in eine Furche und gibt ihnen später Reiser, oder zieht eine Schnur. Will man möglichst früh etwas Blumenschmuck im Garten haben, so legt man jezt einige Blumenzwiebeln, Tulpen, Hyazinthen, Narzissen. Ein entzückendes Bild ist ein Beet mit Bergißmeinnicht und weißen Poeticusnarzissen besetzt, vielleicht noch mit etwas Goldlack dazwischen. Wie schön wäre es, wenn die glücklichen Besizer von Gärten auch ihren beson deren Blumenschmuck pflegen würden, was sich mit der Zeit immer besser lohnen wird. Was gäbe es dann in den neben einander liegenden Gärten alles zu schauen und zu bewundern. Markt gebracht wird, sie jollten, der Bodenbe schaffenheit entsprechend, feinere Sorten anbauen und jeder seine Besonder heiten pflegen. Rhabarberstauden, die in jedem Garten zu finden sein sollten, kann man leicht treiben, wenn man um die einzelne Pflanze eine Grube von etwa 20 Zentimeter auswirft und sie mit frischem Pferde- oder Esels. dünger füllt. Dann stülpt man eine Niste oder Faß ohne Boden und Deckel darüber und packt außen herum auch etivas Dünger. In 3-4 Wochen hat man dann schon schöne, brauchbare Stangen. Wer noch alte Mangoldpflanzen hat, tue dasselbe, nur pflanzt man da etwa 10 Pflanzen dicht zusammen. Gleichzeitig mit dem ersten Gemüse sät man die ersten Sommer blumen aus: Mohn, Calendula, GX- R 43 III. Unser Kaninchen ... und hier sind Hansels Kaninchen", sagte die Mutter oft, wenn ein lieber Gast unser Heim ansah und dabei in der Hofede eine Niste mit Drahtgitter wahrnahm.„ Die Kinder wollen nun mal gern was Eigenes haben", und dabei lächelte fie verstehend. Das hat sich geändert; viele Familien befassen sich jetzt ganz ernsthaft mit der Kaninchenzucht. Schon früher,( nach dem deutsch- französischen Kriege 1871) versuchte man es in Deutsch. land mit rationeller Kaninchenzucht. Unfre Soldaten sahen da mals, wie sorgsam in Frankreich bei der Zucht und Mast der Kaninchen verfahren wurde. Ihre Beobachtungen und Er.. fahrungen verwandten sie, und viel geschah damals durch Ver einsgründungen und dergleichen zur Ausbreitung der Kleinvichwirtschaft. Aber viele Familien ermüdeten sehr schnell, wenn das Glück bei der Zucht ausblieb, wenn ganze Würfe ein. gingen und die Bemühungen der Anfänger ohne große Er folge blieben. Erst der Krieg mit seiner Not und Knappheit hatte erneut die Blicke bestimmter Kreise auf die Kleintierzucht gelenkt. Heute gibt es viele tüchtige Kaninchenzüchter. Aus. stellungen zeigen oft, daß geradezu Erstaunliches geleistet wird. Dennoch ist das Kaninchen immer noch nicht so eingebürgert, wie wir es vom ernährungswirtschaftlichen Standpunkt aus wünschen müßten. 11 In der Hauswirtschaftlichen Beratungsstelle" in Bremen, die sich 1915 aus den Kriegskochkursen entwickelte, wurde der erste Versuch einer Stadt gemacht, Zucht- und Mastversuche int Interesse der kleinen Leute" zu unternehmen. Auf einem schönen großen Hofe inmitten der Stadt wurden vorschrifts. mäßige Ställe gebaut und diese mit Zuchtvieh verschiedenster Art belegt. Die Erfolge waren gut. Täglich famen Schau lustige, die auch oftmals zu Käufern von Mast- und Zuchttieren wurden. Die Aussicht, bald und oft des Sonntags einen leckeren Staninchenbraten auf den Tisch bringen zu kön nen, beranlaßte auch solche zu Zuchtversuchen, die nicht die Vorbedingungen für den Erfolg mitbrachten: Ausdauer und sorgsamste Behandlung! Oft jah die Leiterin der Bremer Einrichtung enttäuschte Gesichter, oft hat sie zureden müssen, doch nicht gleich beim ersten Mißerfolg die Flinte ins Korn zu werfen. Viele verloren schnell die Lust, weil es sich doch nicht lohne!" Gewiß, nirgendwo wie hier ist das Sprichwort so wahr: ohne Fleiß fein Preis". Arbeit macht die Kaninchenzucht: Regelmäßig und sorgfältig sollen die Tiere verpflegt werden, nachdem man alles für ihre Wohnung vorbereitet hat! Diese muß sauber und trocken gehalten, vor Zugwind, Sonnenbrand und Regen geschüßt sein. Licht und Luft aber müssen Zutritt haben. Der Behälter( Kiste) darf nicht unmittel bar auf dem Boden stehen. Vier Mauersteine oder zwei 10 bis 15 cm dice Latten untergelegt, genügen. Doch ist es nötig, den Kasten etwas schräg zu stellen. Für ein Weibchen soll der Raum mindestens 80 cm tief, 80 cm breit und 70 cm hoch fein. Für Riefentaninchen berechnet man in der Breite und Höhe je 10 cm mehr, für Rammler allgemein ebensoviel te niger. Der Boden muß zur Fäulnisverhütung geteert, die Innenwände geweißt, das Dach mit Asphaltpappe gedeckt sein. Sehr vorteilhaft ist noch ein loser, herausnehmbarer Boden aus ziemlich dicht nebeneinander genagelten Laften.( Forts. S. 22.) b. - 20 ( HK) 46. Mantelkleid für junges Mädchen. Aus Tuch oder Pfirsichhautstoff zu arbeiten. Vorderer Verschluß mittels gepaspelter Knopflöcher und gleichfarbiger Steinknöpfe. Tascheneinschnitte ebenfalls gepaspelt. Farbiges Band als Krawatte zum Stehumlegfragen. Gürtel und Armelblende erhalten Leineneinlage. Normalschnittmuster für 82, 86, 90, 98 und 106 cm Oberweite er hältlich. Preis 3 M. Maßschnitt, 9 M. Erforderlich 3,75 m Stoff 120 cm breit. Schnittmuster W. K. 724. 45. Jadenkleid aus maulwurfs. grauem Wollstoff. Die oberen seitlichen Teile der Jacke sind mit angeschnittenen Gürtelteilen gearbeitet. Armel und Jaktenschoß sind mit breiter Perlstichstepperei verziert. Helles Futter bis zu den Hüften. Der Rock ist in der hinteren Mitte mit breiter Quetschfalte gearbeitet. Die Falte ist 12 cm lang festgesteppt. Zierfliegen zum Abschluß der Stepplinie. Erforderlich 5 m Stoff 120 cm breit. Normalschnittmuster für 90-116 cm Oberweite erhältlich. Preis 3 M. Schnittmuster W. K. 723. 48. Mantel und Mütze. Aus dunkelgrünem Tuch mit bunter Stickereiverzierung. Schnittmuster für 2-4, 4-6 und 6-8 Jahr erhältlich. Preis 1.80 M. Stickereimuster 3 M. Erforderlich für 4-6 Jahr 1,50 m Stoff 120 cm breit. Schnitt- und Stickereimuster W. K. 726. 45a 45b 49. Rittelanzug. Die Hosen sind an ein Leibchen geknöpft. Der Kittel ist mit einer breiten Borte aus gehäkelten Sternen geschmückt. Verschluß auf beiden Schultern. Normalschnittmuster für 2-4 und 4-6 Jahr. Preis 1.80 M. Häkelprobe 2 M. Erforder= lich 1,50 m Stoff 100 cm breit.. Schnittmuster W. K. 727. 50. Kleidchen aus grauem halbseidenen Krepp. Wollstickerei in blau, weiß und schwarzen Farben, mit leuchtendblauer Wolle ausgebogt. Das Leibchen ist ein schlichter Kimonoschnitt, das Röckchen fraus angeseẞt. Erforderlich 1,50 m Krepp 100 cm breit für 6-8 Jahr. Stickereimuster zum Preise von 1.50 M. Normalschnittmuster für 6-8, 8-10 und 10-12 Jahre erhältlich. Preis 1.80 M. Schnittmuster W. K. 728. 47. Blufe zum Jackenkleid Abbildung 45. Die Bluse ist beliebig aus feinem Woll- oder Seidenstoff au arbeiten, gebrannte Falbel und dunkleres Samtband zum Schmuck. Erforderlich 2,25 m Stoff 100 cm breit. Normalschnittmuster in den 4 Größen erhältlich. Preis 1.80 M. Schnittmuster W. K. 725. 48 49 50 - 21 Praktisches für die Gärtnerinnen Kleidung auch zum Wandern sehr geeignet.( Siehe auch unsern Aufsatz mit Abbildungen ,, Das Arbeitskleid". Heft 7, 1920.) In erfreulicher Weise widmen sich jetzt schon eine ganze Reihe junger Mädchen dem gärtnerischen wie landwirtschaftlichen Beruf. Mit unseren AbGK- R 51 bild. 51-56 wollen wir mehreren unserer Leferinnen Antwort auf ihre Anfragen nach möglichst praktischer Kleidung geben. Vor allem natürlich kein Korsett, auch fein fest anliegendes Leibchen, feine Unterröcke u. feine Sachen, rutschen können. Also Hemdhose, Bluse, Schlupfhose u. Miederrock für mäßige Temperatur. die Bei Kälte dicke Jacken, am besten in Herrenjagdjoppen- Art mit großen Taschen, bei Arbeiten auf feuch51a 51. Blusenkicid. Rock und Mieder aus blauem Stoff mit einer Flachstickerei in grau- grün- rostrot und schwarzer Farbe, dazu lichtgraue oder weiße Voile= bluse. Das Mieder wird vorn mit Schnürverschluß gearbeitet. Schnur aus gedrehten Fäden des Stickereimaterials. Passe und Bündchen der angeschnittenen Ärmel sind mit Hohlsaum an die Bluse gebracht. Stickereimuster Preis 4 M. Schnittund Stickereimuster W. K. 729. 54 GK- R 52. Jacenkleid aus Loden. Nock und Jacke sind futterlos gearbeitet. Der Kragen fann auch offen getragen werden. Der dreiteilige Rock hat große Taschen, er wird born in ganzer Länge geschlossen. Am oberen Nand auf ein Gurtband zu nähen oder an ein Leibchen zu knöpfen. Erforderlich 4 m Roden 130 cm breit. Schnittmuster W. K. 730. 52 55 GIFR tem Boden beztv. in der nassen Jahreszeit Wickelgamaschen. Für Regenwetter den Kapuzenmantel aus wasserdichtem Loden. Für die heiße Jahreszeit am besten Hemdhose mit kurzen Ärmeln, die gleich als Bluse dient, und dünne Leinenmiederröcke, oder Röcke an Trägern( siehe Abbild. 61-66 Heft 5, 1920) und lose Kittelblusen ( siehe Abbild. 123, 126, 166, 167, 1920). Nach Abbild. 51 kann man auch das Arbeitskleid ohne jede Stidereiverzierung arbeiten. Die Schürzen sollen möglichst einfach, jedoch mit großen Taschen ge= arbeitet sein. Zum Anknöpfen der Strumpfhalter siehe Abbild. 34 Heft 2, 1921, Abb. 86 und 87 Heft 12, 1921. Hose oder Rock können dem Leibchen aufgeknöpft werden( siehe Abbildg. 55). Hemdhosen, Leibchen und Strumpfhal ter siehe auch Abbildg. 182 bis 188, 1920. GK- R 53 53. Wettermantel. Aus regendichtem Loden zu arbeiten. Der Gürtel wird durch aufgefeßte Spangen geleitet. Erfor derlich 3 m Loden 130 cm breit. Schnittmuster W. K. 731. 54. Arbeitsschürze. Die Schürze besteht aus einem geraden Stoffteil mit angeschnittenem Latz und großen aufgesetzten Taschen. Erford. 1,25 m Stoff 80 cm breit. Schnittm. W.K. 732. 55. Einfaches Leibchen. Aus luftdurchlässigem Stoff zu arbeiten, am unteren Rand mit festem Futterstreifen zu besetzen, damit die Knöpfe festen Halt haben. Erforderlich 80 cm Stoff 80 cm breit. Schnittm. W. K. 733. 56. Einfache Schlupfhose. Aus dunklem waschbarem Stoff zu arbeiten. Ginknöpfer aus weißem Waschstoff. Klappenverschluß in der hinteren Mitte. Druckfnopfverschluß an dem unteren Teil der Seitennaht. Erforderlich 1,65 m Stoff 80 bis 100 cm breit. Schnittmuster W. K. 734. 56 Normalschnittmuster für 90-116 cm Oberweite erhältlich. Blusenkleid, Jackenkleid oder Mantel je 3 M., Bluse, Rock, Jacke, Schürze, Leibchen oder Hose einzeln je 1.80 M. 4 22 Die Tür, die n ht zu klein sein darf, muß nahezu die ganze Borderwand bilden; sie soll mit ziemlich dichtem Draht benagelt, mit Scharnieren, Krampe und überfall versehen, und mit einem Pflock oder Hängeschloß zu verschließen sein. Will man mehrere Kästen übereinander sehen, so tut man gut, jedesmal Asphalt als Zwischenlage zu geben, damit nicht der Urin in den unteren Stall durchsickert. Eine kleine Futterraufe, die man sich, wenn man etwas Draht und eine Biegezange 57. Eine hübsche alte Art Ostereier zu färben( in Schlesien geübt), ist folgende: Getrocknete Gräfer, Veilchen 1927 oder Farnblätter auch zierliche Blüten werden auf das Ei gelegt, ein durchsichtiges Mullläppchen wird fest darüber gelegt, an der Spizze des Eies zugebunden ( siehe 57 a) u. das ganze in Zwiebelschalen hart ge= I focht. Nach Ent fernung desMullläppchens und der besitzt, leicht selbst herstellen kann, wird seitwärts angenagelt eine nicht zu leichte Schüssel für Weichfutter, ein kleines Trintgefäß( nicht alle Kaninchen benußen es) in den zu unterst mit Torfstreu, dann mit Stroh, Preßheu und dgl. bestreuten Stall gestellt und die Wohnung ist eingerichtet. über die Bewohner und ihre besondere Eigenart, was Felle, Fleisch u. a. betrifft, ein anderes Mal mehr. Ostereier II Hanna Harder- Bremen. GK- R III TY 57 a Blätter steht das Muster hell auf braunem Grund, mittels Speckschwarte wird das Ei noch blant gerieben.( Siehe Abb. IVA) Ein feingemusterter Spibenstoff über das Ei gebunden ergibt eine ähnliche Wirkung( Abb. V.) Biele Eier zu färben und hart zu kochen ist heute immer noch ein fostspieliger Scherz; um aber dem Osterhasen etwas nachzuhelfen, der unseren Kindern immer noch keine Schokoladen- und Zuckereier legen will, haben wir seit langem Eier, die in der Küche ber. Wichtige Bücher A Bei B. G. Teubner in Leipzig sind zwei kleine Büchlein herausgekommen: Nr. 1,, Das Kind im Hause". Preis broschiert 1.50 m. mit 100 Prozent Teuerungszuschlag. Es ist ein Ers ziehungsbüchlein feinster Art, das Lili Droescher hiermit schrieb, als sie, von der Umwelt des Kindes ausgehend, auf die kleinen Einzelheiten des Lebens im Hause in ihrer ganzen Bedeutung für das wachsende Kind einging. Das Buch ist ein Leitfaden. Die Bestätigung der aufgestellten Theorien und praktischen Arbeit wird wunderschön gezeigt durch die im Anhang wieder. gegebenen Aussprüche bedeutender Menschen: Goethe, Bestalozzi, Paulsen, Foerster u. a. Nr. 2 heißt: Was schenkt die Natur dem Kinde?" Preis broschiert 1.80 M. Hier hat Minua Blankertß eine Fülle bon Anregungen für die kleinen und größeren Kinder zusammengetragen, gefchöpft aus der Natur, gesehen in Wald und Feld. Mit inniger Liebe in schlichter Weise ist hier für die Mutter und Erzieherin, die Freundin und Beraterin schönster Stoff zusammengetragen. Ein Erziehungsbuch nach ganz eigenartigen Gesichtspunkten ist das im gleichen Verlage erschienene Lesebuch für Schule und Haus", Streifzüge durch die Welt der Großstadtkinder, von Frit Gansberg geschrieben, mit Bildern von C. Windels. Der Preis des 57 wendet wurden, ausgeblasen, gewaschen und getrocknet. Die größeren Kinder bemalen diese nun mit Silhouetten in schwarzer Tusche oder mit Blumen und Sternchen( Abb. II und III.) Auch aufgeklebte Blümchen aus buntem Papier sehen hübsch aus( Abb. I). Mit Süßigkeiten gefüllt und die Öffnungen mit bunten Papier- oder Silberpapierstreifen verklebt, macht solch ein Ei jedem Osterhasen Ehre und jedem Kind viel Freude. sehr empfehlenswerten Buches, das bereits seine vierte Auflage erlebt, ist geheftet 6 M. mit 100 Prozent Teuerungszuschlag. Der Verfasser hat recht, daß die Jugend zunächst alles im Leben wichtige Werkzeug, alle Geräte, aber auch die Malerwerkstatt des Nachbars, den Gemüsemarkt und den Kalender tennen muß. Wundervoll ist geradezu das kleine Lesestüd: Die Hand( S. 110). Ein paar Säße daraus:„ Da ist der Krämer. Jezt gießt er gerade Öl aus einer Flasche in die andere. Wie die Finger die Flasche umfassen! Der Daumen stemmt sich kräftig von unten gegen fie. Wenn die Finger nicht von allen Seiten weit herum greifen, ruscht ja die Flasche leicht weg.... " Urheberinnen Heft 2: Abb. 14: Werbestelle für Deutsche Frauenfultur, Köln; Abb. 15-17: Marg. Schlechter, Karlsruhe; Abb. 19-21: Werbestelle für Deutsche Frauenkultur, Karls. rube; Abb. 32, 33: Modewerkstätten Emmy Schoch, Karlsruhe; Abb. 35: Jda Schroer, Köln. Heft 3: Abb. 41, 42: Else Wirininghaus, Köln; Abb. 45 und 47: Werbestelle für Deutsche Frauentultur, Karlsruhe; Abb. 46: Hedwig Kappler, Karlsruhe; Abb. 51 und 57, I- III: Gertrud Kopp- Römhildt, Köln- Bickendorf; Abb. 52, 53, 54; Hete Eidel berg, Berg.- Gladbach; Abb. 57, IV und V Grete Schmid, Berg- Gladbach. Einige der Abbildungen werden in der bekannten Art auf dem frei zu beziehenden Schnittmusterbogen gebracht, der Bogen enthält Schnittmusterbogen. et noch Abbildungen und Schnittmuster aus anderen Heften. Preis des Schnittmusterbogens 50 Pf. u. 10 Pf. Porto. Der Verlag gibt Normalschnitte oder Schnitte nach Maß gezeichnet zu den am Schluß der Beschreibungen ange-, = 6chnittmusterversand= und Schnittmusterbogen führten Preisen ab. Unsere Normal schnitte werden nach mittelgroßen ungeschnürten Normalfiguren gezeichnet. Maße der Normalschnitte für Erwachsene Maße der Normalschnitte für Jungmädchenkleider Größe in cm Obers tveite Gürtel Vorbere RückenNodtvette Hüftenweite Alter Länge länge länge Gürtel Dber iveite weite Hüftenweite Bordere Müden Länge Rodlänge länge I 90 70 90 36 36 100 12-14 Jahre 82 64 841 34 35 55 II 98 75 103 38 37 102 III 106 80 114 39 38 102 14-16 16-18 86 66 35 36 65 " 90 70 90 36 36 75 H IV 116 86 125 38 39 102 Den Betrag für die gewünschten Schnitte und 40 Pf. Porto wolle man mit der Bestellung einsenden, andernfalls erfolgt Zusendung mit Nachnahme, die sich außer Porto noch um 55 Pf. erhöht. Ausführliche Anleitung zum Magnehmen ist vom Verlag, G. Braunsche Hofbuchdruckerei und Verlag, Karlsruhe i. B., Kartfriedrichstraße 14. zu beziehen. Wir bitten bei Bestellungen von Normalschnittmustern die genaue Größe, sowie die Schnittmusternummer mit den Kennbuchstaben anzugeben. Herausgeberinnen: Elisabeth 351, Elfe Birminghaus, befde in Köfn. Berantwortlich für den rebalilonellen Tell: E. Möht, Köln- Kettenberg, Lohrbe.gstraße 28, für den Bildertell: 2. Düben, Karlsruhe i. B., Startfriedrichstraße 14. G. Braunsche Fofbuchdruckerei und Berlag, Karlsruhe i. B. 23 & $ Die Heimat auf dem Lande B Eifeler Holzarbeit In dem schön gelegenen Eifelörtchen, das mir seit Jahren aur zweiten Heimat wurde, sind die Erfindungen der modernen Technit teine fremde Erscheinung. Die Eisenbahn führt alljährlich Scharen erholungsbedürfti ger Großstädter in die sonst so stillen Straßen, die nahe Talsperre versorgt auch das kleinste Haus mit elektrischem Licht. Auch die Landwirtschaft und das Handwerk bedienen sich dieser Erfindungen; zur Erntezeit hört man bon den umliegenden Feldern das eintönige Geräusch der Dreschmaschine und aus der benachbarten Schreinerwerkstatt erklingt die elektrisch be= triebene Kreissäge. Diese Einrich tungen dienen natürlich sehr zur gewachsener Ast jedoch bricht niemals. Das Hafergerät hat fünf lange Zähne und eine Art Korb, beim Umlegen des Hafers faßi man mit einem Griff die für eine Garbe nötige Menge. Diese Geräte werden von dem jezigen Hersteller sehr viel verkauft, er arbeitet zum Teil noch für die gleichen Familien, für die fchon Bater und Großvater lieferten. 58. Eifeler Stühle Erleichterung und Verschonerung des täglichen Lebens, man möchte sie sicherlich nicht mehr entbehren. Aber daneben genießt man auch den intimen Neiz, den so mancher alte Brauch, alte Lebensgewohnheiten und die Umgebung mit altem Hausrat und Handwerksgerät auf den modernen Menschen ausübt. So fährt neben der Eisenbahn allwöchentlich ein Fuhrmann zur nächsten größeren Stadt, um besondere Aufträge auszu führen. Eine hübsche alte Ortssitte ist bei Hochzeiten in Gebrauch. Die jungen Mädchen der Nachbarschaft umwinden die Türe des Brauthauses mit einem dicken Kranz und streuen nach der Jahreszeit grüne Blätter und bunte Blüten, oder bunte Papierschnitzel. Dafür werden sie am Sonntag nach der Hochzeit feierlich zum Kaffee geladen. Im allgemeinen sind unsere Ortseinwohner Bauern, die mehr oder weniger große Felder bewirtschaften. Die feinen Kaufleute und Handwerker haben wenigstens einen Gemüsegarten und da kommen neben Pflug und Egge, Säe- und Mähmaschinen die alten landwirtschaftlichen Geräte zur Geltung, die feit Jahrhunderten von einzelnen bestimmten Fa= milien gearbeitet und noch jetzt angefertigt werden. So bringen wir mit Abbildung 59 a den altbekannten Heurechen, der für langes Gras mit 9, für fürzeres mit 12, auch wohl 14 Zähnen angefertigt wird. Abbildung 59 b ist ein sogenannter KornKnebel, mit dem man genau die zum Binden einer Garbe nötigen Halme aufnimmt. Die Geräte 59 c, d, e bedürfen der Ergänzung durch den Schmied; der bekannte Sensenbaum, der Schaufelstiel aus Naturholz und das Hafergerät. Die gewöhnlich verwendeten Stiele sind künstlich gebogen, fie müssen aber 8. B. beim Düngergraben einem sehr starken Druck standhalten und brechen dann leicht an der unteren Biegung; ein gebogen C a D d 59. Eifeler Feldarbeitsgeräte. Manches Handwerk, manche Heim arbeit haben sich überlebt, so werden 3. B. teine Butterfässer mehr in Heim. arbeit angefertigt; mit dem Stillegen der großen Tuchfabriken, die in Montjoie, Aachen, Eupen in Betrieb waren, ist für die früher massenhaft angefer tigten Tuchbrettchen fein Bedarf mehr. Andere Heimarbeit ist durch den Krieg und die augenblicklich so drückende wirtschaftliche Lage der schwer geschädigt, es ist aber Aussicht vorhanden, daß in absehbarer Zeit die Anfertigung eigenartigen, sehr dauerhaften Bu chenstühle wieder aufgenommen wird, bie unsere Abbil dung 58 zeigt. Die fe Stühle werden schon ſeit 500 Jahren in gleicher Art und am gleichen Ort hergestellt. Die Beine_find_auf einer ganz primitiven Drehbant angefertigt, das Ausbohren der Löcher ist eine die Brust sehr anstrengende Tätigkeit, da es durch einen Handbohrer geschieht. Die großen Stühle find für Veranden und den Garten, sowie als bequeme Schreibtischstühle zu empfehlen. Unsere Kleinsten werden sehr beglückt durch die hübschen Kinderstühlchen. Wie man zu gutem Hausrat gelangen kann Dazu gibt Ferdinand Kühl in der Frankfurter Zeitung eine beachtenswerte Anregung. Sie interessiert uns besonders im Anschluß an die in Nr. 1 dieser Zeitschrift gezeigten Abbildungen guter Bauerntöpfereien. Er schlägt vor, in viel gefehenen Schaufenstern eine Anzahl guter, deutscher Töpferei erzeugnisse auszustellen, in einem anderen Fenster gute und schlechte Arbeiten nebeneinander. Unsere Frauen würden durch das häufigere Ansehen gar bald den Unterschied herausfinden und darauf verzichten, ihre Wohnung mit den titschigen Waren zu berunzieren.- Solche Ausstellung von guten und schlechten Töpfereien käme besonders für solche Städte in Frage, in deren ländlicher Umgebung noch Töpfereien angefertigt werden. Das Gänseblümchen als Zimmerschmuc Wer an dem Gänseblümchen längere Zeit im Zimmer Freude empfinden will, der hebe im Frühling ein paar Pflanzen mit Wurzelballen aus dem Erdboden heraus und setze sie in Töpfe. Diese werden sodann vor das Fenster einer ungeheizten Stube gestellt, wo die Pflanzen Blume um Blume treiben. Von Zeit au Zeit müssen die Pflanzen etwas gegoffen werden; weiteres berlangt das bescheidene Tausendschön nicht. Beim Einpflanzen bevorzuge man Pflanzen mit möglichst viel Knospen. Hat man einen Garten, seze man die Pflanzen über Sommer mit den Töpfen in die Erde und gieße regelmäßig. über Winter wird etwas Laub um die Pflanzen gedeckt, die man dann vom Januar an in das Zimmer nehmen kann. Eine einfache Vogelscheuche Beerensträucher und Kirschbäume werden von Vögeln gerne besucht, wenn die Zeit der Reife der Früchte herangekommen ist. So gerne wir die gefiederten Sänger draußen in der Natur auch haben, so wenig lieben fie die Gartenbesizer in ihren Obstbäumen und Sträuchern. Nun gibt es schon lange gar schön aufgepuzie Vogelscheuchen, aber diefe Vogelscheuchen erfüllen ihren 3wed bald nicht mehr, denn die Vögel gewöhnen sich sehr schnell an die„ schweigsamen Herren an der Stange". Weit besser ist es eine große Kartoffel mit Glasscherben oder Weißblechstücken zu bespicken und dann in die Bäume und zwischen die Sträucher zu hängen. Sobald die Sonne scheint, spiegeln fich die Strahlen in dem Glas oder Blech, dann huschen gespenstische Blize überall und verscheuchen die Vögel. -24 Chemische Waschanstalt u. Färberei Reinigung und Reparatur von Herrenund Damen- Garderoben, Zimmer- und Dek.- Stoffen, Gardinen, Spitzen usw. OSWALD NAEFE Fabrik Britz, Rudower Straße 34, Fernsprecher Nr. 208 Filialen in allen Stadtteilen v. Groß- Berlin Ausführung in kürzester Zeit Eilsachen in 3 Tagen Timmer- Essig überall erhältlich! 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