Iah�g. 3 l s s t Vis IsiS/ehri�ft/ur �letöHLN9-<öes�r»�h6A< L�örperp/teHe und Wohnungs/rsgen Die�eimai auf�em �ttöe lS.Juli B i l g Z n Gleichheit Von guter MW. von MeiWilMung und nWein Kehen <» Ich sitze mit meiner Freundin in der Elektrischen. UnS gegenüber eine Frau in mittleren Jahren: Moderner Hut und Schleier, elegantes Kleid, hoher Stehkragen und Korsettfigur. So sitzt sie steif und wagt sich nicht zu rühren. Aber wunder schön findet sie sich in ihrem Staat. Daneben eine Frau in den Dreißigern, im blauen Seidenkleid. Em mächtiger Hut, das Kleid ausgeschnitten, sehr viel körperliche Fülle. Der Ober körper ist durch das Korsett gewaltig groß, die Arme vom Körper rund abstehend, die Hände liegen steif auf den weit auscinanderstehenden Knieen. Der Körper weiß in seiner ein gezwängten Fülle nicht wohin mit sich selbst und seinen ein zelnen Gliedern. Da treten zwei junge Mädchen in den Wagen, die eine im Kittel-, die andere im Dirndlkleid. Die schlicht ge kämmten Haare als Flechte um den Kopf gelegt. Strahlende Augen, blühende Farben und frische Bewegungen: ein Hauch von Lebensbejahung und Lebensfreude geht von diesen beiden jungen Mädchen aus.— Unsere beiden Gegenüber fangen an zu tuscheln. Ihre Gesichter werden mokant. Sie nehmen die Zungen Menschenkinder unter die Lupe und schließlich hört man auS ihren hämischen Worten die grenzenlose Verachtung über die beiden jungen Mädchen, die auch nicht„die mindeste Ahnung von der neuesten Mode" haben. Ich bemerke, wie meiner Freundin der Ärger hochsteigt! auf einmal hält es sie nicht mehr. Sie sagt zu unseren beiden Gegenübern:„Sie scheinen diese beiden jungen Mädchen nicht zu verstehen. Sie sind schön!" Die beiden Frauen ver stummen plötzlich. Aber sofort löst sich die Spannung wieder. Sie verstehen tatsächlich diese Bemerkung nicht. Man hätte ebenso gut chaldäisch mit ihnen reden können! -- Zwischen diesen Modedamen und den beiden jungen Mädels gibt es keine Brücke- Es sind Menschen von zweierlei Art. Und diese zweierlei Art gibt es nicht etwa vereinzelt, sondern unsere Frauen von heute sind überhaupt in zwei Lager geteilt: solche, die sich als Kleiderständer betrachten, die ihre Zeit damit hinbringen, die Mode zu studieren und sich bis an ihr Lebens ende in jeder Saison mit ihren Erzeugnissen zu behängen und solche, die leben, um aufzunehmen, zu genießen, sich selbst auszuwirken. Natürlich gibt es auch Zwischenstufen, aber diese spielen für unsere Betrachtung keine Nolle. Woher kommt nun dieser gewaltige Unterschied bei unseren Frauen? Ein Unterschied, der, wie wir gesehen, keineswegs rein äußerlich ist, sondern der sich auf den ganzen Menschen mit all seinen Interessen, seinem ganzen Sein erstreckt. Er hat seine Ursache in der ganz verschiedenen Betrachtung dcS eigenen Körpers. Ist er den einen lediglich Objekt für die Mode, so ist er den anderen wesentlichster Teil ihrer Persön lichkeit. Diese andern wissen, daß nur der freie Körper gesund und daß nur der gesunde Körper volles Menschenglück gewähren kann. Aber nicht nur dies: Diese anderen haben auch anders artige Schönheitsbegrisse. Alles was geschraubt und hölzern und steif, ist für sie unschön. Bei einer geschnürten Frau ver- nimmt das feinere Ohr stets das Geräusch von knackenden Stahlstangen und man spürt Kurzatmigkeit. Freie Haltung und Bewegung und die dem Körper gemäße, sinnvolle Kleidung dagegen formen gemeinsam den Begriff der Schönheit. Wie stellen nun wir Mütter uns zu diesen Dingen? Wir haben in diesen Blättern schon häufig auf das Verwerfliche unnatürlicher, ungesunder Kleidung hingewiesen. Ilusere auf merksamen Leserinnen werden im Grundsatz mit uns einig sein, daß wir sie für uns selbst und im Interesse der Volks- gesundheit ablehnen müssen. Nicht ganz dasselbe ist es aber um unser Schönheitsgefühl, Wenn heute nianche unserer An hängerinnen eine„schicke Korsettfigur"»och hübscher finden mögen, als den frei sich bewegenden Körper, so haben sie nicht immer ganz unrecht. Denn der ungeschnürte Körper, der sich gar nicht in der Gewalt hat, der Muskeln spannt, wo sie lose sein müßten und umgekehrt, der den Bauch vorstreckt, den Rücken krumm hält, der mit den Hüften wackelt und die Füße schlecht setzt, der wirkt manchmal unästhe tischer als die Korsettfigur, die durch die modische Note einen gewissen Reiz erhält. Was wir heute brauchen ist: sehen lernen! Auf uns selber, auf unsere Teilbild 21 aus:«.W.Diefenbach»«chattenfrieseu..per».iper» eck sstra". Verlag von B. G.Teubner, Leipzig und Berlin. Kinder, auf unsere weitere Umgebung achten; den geschnürten Körper vom ungeschnürten unterscheiden lernen, die starre Un- beweglichkeit des erstercn ablehnen und für den frei sich be wegenden Körper nach immer größerer Schönheit streben.— Und wo finden wir unsere Vorbilder? Im täglichen Leben werden sie uns leider noch wenig geboten. Aber die Kunst schenkt uns diese Borbilder. Unser Titelbild zeigt uns eine köstliche Jugend, die im freien Spiel des Körpers herrliches Lcbensgesühl genießt— ein Anblick der den„Sehenden" mit Entzücken erfüllen muß. Und in unseren beiden Abbildungen griechischer Plastik sehen wir die edle Form und Bewegung des erwachsenen Körpers, dessen Muskelspiel niemals eine beengende Kleidung störte. Die Abbildungen aus der alten griechischen Kunst bedeuten nicht, daß wir heute etwa ähnliche Kleidung anlegen sollten sobschon wir manches davon lernen könnten». Das heutig« Kittelkleid und das Dirndlkleid, jene alten deutschen Kleid- sormen, erfüllen Wohl den Zweck, dem Körper freies Spiel zu lassen, wie wir bei unseren beiden jungen Mädels, von denen oben die Rede war, gesehen haben. Aber das wollen wir uns von den schönen alten Bildwerken zu eigen machen: das Streben nach edler Form und reiner Bewegung des Körpers. DaS geht nicht ohne Arbeit und täglich erneute Willenskraft ab. Denn— wir wollen eS ruhig aussprechen— durch un geeignete Kleidung und mangelnde Übung find unsere Körper entartet. Wir müssen also täglich turnen— um den alten griechischen Ausdruck zu gebrauchen: Gymnastik treiben. Unsere Abbildungen oben zeigen einige gymnastische Übungen. Sie sollen einen Begriff geben, wie die Übung die Muskeln des Körpers anspannt, und wie der richtige Gebrauch der Muskeln eine ebenmäßige und.reine" Form hervorbringt. Diese reine Form ist zugleich die gesundheitsgemäße; denn durch sie werden die Funktionen des Körpers wie Atmung, Bintzirkulation in der richtigen Weise gefördert. Wer nun aber die gymnastisch« Übung„schön" ausführen kann, wer in ihr immer mehr körperliches Können, körperlich« Kraft entfaltet, der wird auch in der Bewegung des täglichen LebenS Beherrschung, Ebenmäßigkeit und Schönheit zeigen. Und das Streben danach ist keineswegs Eitelkeit, wie das Tun der Modedame, sondern Pflicht gegen uns selbst und gegen die, welche nach uns kommen werden. Wir Mütter von heute werden uns als Pioniere fühlen müssen für ein neues Sehen und für einen neuen Menschen, der körperlich schöner sein wird, als wir selbst._ Bewegung übt einen wohltätigen Einfluß auf die Willenskraft und Selbstbeherrschung des Nerven schwachen auS; sie weckt ihn auf und bringt ihn wieder zu sich selbst._ Or.«tll-g. Auf dem bevölkerungöpslitischen Kongreß der Stadt Köln tMai lMI) durfte eine Kundgebung für die körperliche Ausbildung nicht fehlen. ES fand eine öffentliche Versammlung des Stadtamts für Jugendpflege und Leibesübungen statt. Über die große Bedeutung deS Turnens und des Sportes, gerade heute, wo das Dienstjahr des Mannes abgeschafft worden rst, sprach Kreisarzt Dr. Hiltmann-Sterkradc. Die städtische Hauptturnlehrcri» Thurm-Krefeld, behandelte die Notwendig keit von Turnen und Sport auch für Frauen und Mädchen. Turnerische Darbietungen von Männerturnvereinen am Barren und Reck waren in der Eleganz der Betoegung reif für die öffentliche Schaustellung. Mehr noch auf die Schönheit der Körperform wiesen die Freiübungen einer Frauenriege deS technischen Seminars der Stadt Köln hin- Hier war ein »Hauch jenes griechischen Geistes" zu verspüren, der den ganzen Menschen hinnimmt; der die Gymnastik nicht allein als Bewegung des Körpers auffaßt, sondern zugleich als eine Bewegung des Gemütes und der Seele, welche Empfindungen von Schönheit und Freiheit und Aufwärtsstreben auslöst. Eine„ZnnzMIe NN We Vor etwa zwanzig Jahren kam eine Frau aus Amerika herüber, die sich viel mit griechischer Kunst beschäftigt und erkannt hatte, daß die Menschen, die diese Kunst darstellt, schöner und freier waren, als die Menschen von heute; daß wenn sie sich bewegten im Wandeln, im Spiel und im Tanz, der Anblick diejenigen hatte erfreuen müssen, die es sahen. Diese Arau war Jsadora Duncan. Von ihr ist dann die Er kenntnis weiter gegangen, daß es besseres gibt, als ödes Ballet und moderne Tänze mit häßlichen oder gemeinen Bewegungen. Es kamen dann eine ganze Reihe von„Tänzerinnen", die mehr oder weniger den Spuren Jsadora DuncanS folgten. Jsadora hatte aber eine Schwester, Elisabeth. Diese wollte, daß das, was Jsadora gedacht und gefühlt hatte, nicbt ver loren gehen möchte. Und so nahm sie Kinder zu sich, die sie ausbilden ließ zu allem Guten und Schönen und die sie körper lich zur Freiheit und— zur Beherrschung erzog- Der Körper sollte das Instrument werden, um Jubel und Freude und Innigkeit und Schmerz auszudrücken— so, wie früher, in ur alter Zeit, einmal körperliche Handlung, körperlicher Rhythmus, Ausdruck von Weihestimmung gewesen, die sogar mit der religiösen Feier eng verbunden waren.— Die Schule von Elisabeth Duncan hat durch den kürzlich verstorbenen Karl Osthaus in Hagen i. W. ein Heim gefunden. Wenn die jungen Menschenkinder dieser Schule vor die Öffentlich keit treten, wenn sie ihre Reigen zu deutsche» Volksliedern, ihre deutschen Tänze tanzen, dann empfindet der Zuschauer in dieser Darstellung des menschlichen Kör pers etwas früher nicht gekanntes, etwas reines und sittliches, etwas, da? erhebt und beglückt und das die Menschen besser machen müßte... Der Mensch wirkt alles, was er vermag auf den Menschen durch seine Per sönlichkeit, die Jugend auf die Jugend und hier ent springen auch die reinsten Wirkungen. Diese sind eS, welche die Welt be leben und weder moralisch noch physisch aussterben Spartanische« Mädchen. lassen. Wettlänferin. Soahe. Wahrheit und Dichvmg, s. Buch. Mitte des a.Jayry v. ihr. -7 Jede Mutter weih, was es mit dem Kino auf sich hat: wie es die Kinder durch seine Reklame anlockt, wie es die Er- wachsenen in seinen Bann zieht. Sie weih auch, daß es niit seinen die Nerven aufreizenden oder direkt unsittlich wirkenden Vorführungen vielfachen Schaden anrichtet. Voriges Jahr ist ein Gesetz herausgekommen, welches die Kinovorführungen unter Zensur stellt- Aber dieses Gesetz ist nicht mächtig genug, um alles Verderbliche auszuschalten. Nun kommt jedoch Hilfe von manchen Seiten. Vereine und Verbände bilden sich, wie in Essen und Nürnberg, zur Bekämpfung des Schundfilms. Es werden auch vielerscits Lehr-, Kunst-, Kultur- und Unter- haltungsfilmS geschaffen, die Kindern und Erwachsenen Nutzen und Freude bringen. Allen voran das Berliner Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht, das derartige Films durch die Schulen zu verbreiten sucht. Und ist es nicht bemerkenswert, das; mancherwärtS die Jugend selber gegen das Kino auf- getreten und erreicht hat, daß diese und jene Vorführung schmutzigen Inhalts unterblieb? Kämpft die Jugend so für ihr eigenes Wohl, so müssen erst recht die Mütter über die Seelen ihrer Kinder wachen und energischen Einspruch erheben, wenn eS nottut. Ihnen nahestehende Frauenvcreine oder die Schule tverden unsere Mütter ganz sicher in solchem Tun unterstützen. WWW Ws MW Verschiedentlich ist bereits von treffenden und packenden platt deutschen Sprüchen berichtet worden, die man auf Notgeld. scheinen angebracht hat. Im neuesten Heft der„Mitteilungen aus dem Quickborn" wird nun eine interessante ausführliche Zusammenstellung geboten. So hcitzt es auf dem Notgeld des Kreises Storman:„WaS lütt is, ward mal groot, ahn Saat und Halm keen Koarn; ahn Arbeit, Sorg un Spoarn keen Glück, kcen Ruh, keen Broot." Reu stadt in Holstein:„Heimat, die wüllt wi uns ergeben, dorch di fall Dütschland wedder leben." Kappeln:„Wat veerundföftig unseOlen mitBlot hebbt köffh wi ward et holen."Flensburg:„Jungs holt fastl" Ottern dorf:„Buc und Börgersmann, Schipper un Knecht leggt all ._ mit Hann an, denn ward weller Recht!" Staven- hagen(zu einem Bilde Reuters):„Wenn einer kümmt und tau mi seggt: „Ick mak bat allen Minsch e» recht"; denn segg ick: „Leime Fründ, mit Gunst, o lihren S' mi doch des' swere Kunst." Goslar (zum Dukatenmännchen des Hauses Kaiserworth): „Dou Männecken dreihst all dousend Jahr an dissen einen Dukaten hucken. O neihmest dou fleitigcr deine Arbeit wahr; denn Dousende könnt da von Heike wei brouken." Itzehoe läßt einen seiner öv-Pfcnnig-Scheine sich selbst also verspotten: »Föftig Penn! Hört blos mal to, för so ee'n Lappen ut Itzehoe. Bunt iS dat papiern Geld, bunt geiht her hier up de Welt. Föftig Penn hett ni vel Wert, kost upstunnS Diana. 4. Jahrh. v. Chr. al'u Heringssteert." Man kann den Frühling im Jahre nicht festhalten, aber man kann jung bleiben in der Seele bis an sein Ende, wenn man die Liebe lebendig erhält in seinem Herzen für die Menschen, die der Liebe würdig sind, und das Auge und die Seele offen behält für das Schöne, Grosse, Gute und Wahre- Fmin» Se-waw. Buchbesprechung. Bleibe juug. Tägliche Körperübungcn für die Frau. Von Luise Neyber und Else Wirminghaus. Mit 3S Abbildungen von Hedwig Cartson. Preis lt) Nt- Karlsruhe lD2I, G Braunsche Hofbuchdruckerci und Verlag. Durch unsere Zeit geht ein ausser ordentlich starkes Streben nach Durcharbeitung und Übung deS Körpers. Diesem Streben kommt das Werk„Bleibcjung" für die Frauen zu Hilfe. Zur täglichen Durcharbeitung des Körper? bringt es in 6 ttbungsreihen je l2 der besten Körperübungen, welche Glieder und Muskeln geschmeidig machen, die Blut» zirkulafion anregen und vorhandene Äörperfehler verbessern. Die Zusammenstellung der Übungen ist bei aller fortschreiten den Steigerung denkbar knapp und einfach. Vortreffliche Ab bildungen und eine Übungstafcl erleichtern die Einübung. So wird die Belastung des Gedächtnisses vermieden, welche viele Frauen von vornherein vom üben abschrecken würde. Andrer seits sind im einleitenden Teil des Büchleins scharf umrissene Erläuterungen über den Zweck der Körperübungen überhaupt, wie über den Nutzen der einzelnen Übungen gegeben. Die Übende wird also nicht mechanisch arbeiten, sondern allmählich immer mehr zum eigenen Denken angeregt werden.— Ferner bringt das Buch eine kurze Zusammenfassung der am häufigsten vorkommenden Körperfehler und Funktionsstörungen, sowie die Angabe von Übungen, welche deren unmittelbarerBekämpfuna dienen und endlich eine Anleitung zu Frottierübungen, die nach dem Bade besonders zu empfehlen sind-— So weist das Buch bedeutsame Vorzüge auf: es erleichtert unfern Frauen die Durch führung einer zweckmässigen täglichen Körperübung und es vcrhilft zur Kenntnis der allgemeinen Bedingungen des Körpers sowie der besonderen Bedürfnisse des einzelnen. Unsere Frauen haben in dieser Beziehung viel und Dringliches nachzuholen. Müssen sie doch für ihre mütterlichen Aufgaben sich den gesunden Körper schaffen und müssen für das kommende Alter, in dem sie unserem Volk noch nützen sollen, sich frisch und jung erhalten._ Neun Zehntel unsere? allein auf der Gesundheit. llückeS beruhen Schopenhauer. MsW« Fr. H. R., Altona. Die von Ihnen gewünschte Anleitung zur Anfertigung deö gestrickten Kragens der Bluse Abb. öS ist noch erhältlich. Wir haben den Strickbrief und die genaue Beschreibung auf unserem Handarbeitsbogen„Hochsommerheft" gegeben, auf welchem Sie auch Abbildungen und genaue Anleitung zur Anfertigung von Kiudcrhllten und Kiiidermiitzr» für den Sommer finden. Preis de? Handarbeitsbogens 1.2S M. Ur die HmsW Empsehleuswertes Fleckwasscr für schwarze Ttoff«. 250 x neunzigprozentiger Spiritus wird mit 10—12 g gutem Benzin vermischt. Nach ungefähr drei Tagen fügt man noch 7b g Salmiakgeist dazu und verkorkt die Flasche, die vor jedem Gebrauch gut geschüttelt werden muss- Die betreffenden Flecke werden mit einem sauberen Lappen unterlegt und mit einem anderen, in die Mischung getauchten Lappen gereinigt. Sobald dieser schmutzig ist, muss man einen neuen nehmen und die gereinigte Stelle immer mit einem trockenen Lappen sorgfältig nachreiben.— Bei Licht darf die Reinigung nicht vorgenommen werden. Das Fleckwasser muss gut verkorkt und an einem kühlen Ort aufbewahrt werden. W. nk HK» tl«. Sommer- oder Wanderkleid für ältere Damen. Das Kleid ist aus blau-weig gestreiftem Frotteestoff gearbeitet, mit Blendeubcsatz aus passend einfarbigem Stoff, die Blenden sind mit Ausbogstichen aus grünem Garn festgehalten� Knöpfe zum Verschluff aus blauein Stoff mit grünem Köpfchen. Vorder bahn und Hinterbahn je durchgehend zugeschnitten, die Weite an den Seiten durch Einnähen der Falten fortgenommen, so daff sich das Kleid leicht der Körperform anschlieht. Er- forderlich 3.25 m Stoff 120 cm breit. Schnittmuster VVX 785. Leichter Sommermantel.Belicbig in Seide, Covertkoat od. imprägniert. Sommermantelstoffen nachzuarbeiten. Gleich- 1 IIS farbiger Ledergürtol durch Spangen gehalten. Stulpen und Taschenpatten erhalten Leineneinlage. Erfordcrl. 3,50 m Stoff 130 cm breit. Schnittmuster 1119.— ttS. Sommer kleid für Altere Damen. Das Kleid ist aus dunkelbraun und meist kariertem Stoff mit braunem Blenden- und Knopfschmuck, Kragen aus Rohseide. Das Leibchen ist lose fallend. Der Rock eingekraust angesetzt, die Ärmel in ver tiefter Armausschnittlinie eingesetzt. Verschluß mittels Ösen aus Seiden stoffröllchen. Der Kragen wird in ein breites Bündchen gefaßt und dem Kleide extra eingeknöpft. Er forderlich 4 m Stoff 100 cm breit. Schnittmuster 788. 121 Hemd oder Turnanzug cm berechnet. tlS. Lustbadhemd. Am besten aus Hellem Wasch stoff zu arbeiten, geradlinig geschnitten, etwal,80m weit, durch 35 cm lange Achsel bänder gehalten. Oberer und unterer Rand mit far bigem Perlgarn durchzogen, Gürtelschnur aus Perlgarn geflochten, durch Spangen gehalten. Erforderlich 2 m Stoff 90—100 cm breit. Schnittmuster 737. t2l>.Tommerhcmdhose. In Hemdform gearbeitet, am unteren Rand mit ein fachem Knopfverschluß. Die Ausschnittränder sind mit Bogenstickerei abgeschlossen, die ausgerundeten unteren Ränder mit 3 cm breitem Schrägstreifen auf der Innenseite besetzt. Am vor deren Ausschnitt eingestick- ter Hohlsaum. Erforderlich 2,30 m Stoff 80 cm breit. Schnittmuster 4. klLl. Turn- oder Blusen- hemdhose. Diese Blusen hemdhose ist äußerst prak tisch. Sie eignet sich sowohl als Turn-, Schwimm- oder Nuderanzug wie auch als einziges Unterkleidungsstück zu Miederröcken, Arbeits oder Wanderkleidern. Die vorderen Beinkleidteile sind der Bluse angeschnitten, die Hinteren Beinkleidteile wer den am oberen Rand ein gekraust in den Gürtel ge faßt. Verschluß vom mit Ofen und Knöpfen. Er forderlich 2,60 m Stoff 80 cm breit. Schnittmuster 8. Normalschnittmnstcr in den Oberweiten 90—116 cm erhältlich. Preis: Kleid oder Mantel je 3 M. je 1.80 M. Maßschnitt je 9 M. oder 4.50 M. Die Stvffangaben sind für Oberweite 93 — Aus weiß-blau kariertem Stoff ist tLS, mit weißen Batistblenden verziert. Erfor derlich 2 in Stoff für 10-12 Jahr- Schnitt. muster �VX 792.— Ai-b. 12» zeigt die ein- fachste Form, aus gestreiftem Stoff mit ein farbige» Blenden gearbeitet. Verschluß auf 122. Sommerkleid auS weiszem und emaille- blanem kariertem Waschstoff. Hemdchen mit kurzen angeschnittenen Armein aus weißem Batist mit kirschroter Verschnürung. Dem langen Leibchen ist der Nock leicht eingekraust angesetzt. DaS Kleid wird ohne Verschluß über den Kopf gestreift, roter Ledergürtel durch Spangen gehalten. Die Ränder des Kleides sind auf derJnnenseite mitSchrägstrcifen besetzt, die Ränder des Kragens und der Unterärmel mit halbem Hohlsaum ab geschlossen. Normalschnittmuster f. 86, 90 u. 98 ein Ober weite erhältl. Preis 3 M. Erford. 1 m weißer Stoff, 3 m karierter Stoff 80 cin breit. Schnittmuster 1522. 123. Dirndklcid aus grau und rot kariertem Stoff. Weißer Batist zur Unterziehbluse. Ausschnitt und Puffärmel sind mit schmalem Bündchen eingefaßt. Mit dem Rock zugleich ist dem unteren Leibchenrand eine schmale Falbel angesetzt. Normalschnittmustcr für 86, 90 und 98 cm Oberweite erhältlich. Preis 3 M. Erforderlich 1 m weißen Stoff, 3,50 m karierten Stoff für 93 cm Oberweite. Schnittmuster VVX 1526. 124— IIS. Badeanzüge. Für die meisten Kinder ist der„Badeanzug" der„liebste" Anzug! Gibt er doch dem Kinde die größte Bewegungsfreiheit und die Ge währ nun einmal nach Herzenslust spielen und springen zu können ohne jemals die Mahnung hören zu müssen „Nimm dich in Acht". Daß auch kleinere Reste zur Anfertigung verwendet werden können zeigen Abb. 124 und 127. Die beiden Knabenanzüge 129 und 130 können ebenso gut von Mädchen getragen werden. Für kleine Mädchen ist 124 bestimmt, aus rotem Stoff mit blauer Stickerei und blauen Blenden. Er forderlich 1 m Stoff für 4—6 Jahr. Schnittmuster V/X 788.— Aus buntgeblümten Stoff ist 12S gearbeitet mit schmalem Paspelvorstoß aus grünem Stoff, grüne Knöpfe an den Achsclspangen. Erforder lich 1,50 m Stoff für 8—10 Jahr.' Schnittmuster V/X 789.— 12L besteht aus dem kurzen Beinkleid VX 791. 123 der Schulter. Erforderlich für 6—8 Jahre 1 in Stoff. Schnittmuster VVX 793.— Aus Hellem Nessel ist Abb. 130, an den Rändern mit farbigen Garn behäkelt. Schnürösen und Häkelschnur zum Verschluß. Erforderlich 0,80 in Stoff für 4-6 Jahr. Schnittmuster VVX 794. 126 127 124— 13». Badeanzüge. Normalschnittmuster für alle Altersstufen von 2—16 Jahr erhältlich. 2—14 Jahr je 1.80 M., 14—16 Jahr 3 M. Wie ii»ib die läolillHe Arbeitsileldlilig delAIIen sein? Hemd, Hemdhose, Bluse, Reformhose je 1.80 M., Kleid je 3.— M. Normalschnittmuster für 82, 86, 80, S8 und 106 cm Oberweite erhältlich. Viel schon ist geschrieben worden über städtische, viel zu wenig bisher über ländliche Kleidung. Auf eine für letztere unerläßliche gesund heitliche Forderung sei im Folgenden kurz hin. gewiesen. Es ist die: die Kleidung der Land- frau sei iu keiner Weise beengend, sondern so weit, daß sie dem Körper auch bei der stärksten Bewegung stets noch genügend Raum läßt. Bei so vielen Arbeiten auf dem Wirtschaftshof und dem Felde wird der Körper der Frau zu stärker ausladenden Bewe gungen gezwungen, als bei Ar beiten nötig, die für gewöhnlich von der Städterin zu leisten find. Die Kleidung, welche wir von früher her an der ältereil Landfrau zu sehen gewohnt sind: eine an schließend ge arbeitete Klei dertaille mit ländlich wei ten Ärmeln und ein lan- tSt. «leid auS blauem Druckstoff zweiseitig bedruckt. ger weiter Rock, der, um sich zu halten, an einem zu engen Bund befestigt ist, welcher die Wcichteile des Körpers unter halb der Nippen einschnürt,— diese althergebrachte Kleidung wird sich bei solchen Arbeiten schlecht bewähren, ist über haupt von neueren gesundheitlichen Gesichtspunkten auS nicht euipfehlenswert. Bei jüngeren Landarbeiterinnen be merkt man neuerdings zuweilen eine Kittelbluse mit halblangen Ärmeln im Kimonoschuitt. DaS wäre ein ganz guter Anzug, wenn nur der Stock, der darunter getragen wird, nicht auch wieder an einem einschnürenden Bund befestigt Wäre.— Zu einer richtigen Arbeitskleidung für die Landfrau gehört zunächst eine praktische Unterkleidung. Eine Hemdhose oder ein Hemd auS derbem Stoff, beide mit halblangen Ärmeln geschnitten, wodurch für den Oberkörper bei heißem Wetter eine Bluse entbehrlich wird, ist das erste. Die geschlossene Hemd hose genügt als Unterkleidung, über dem Hemd müßte noch eine Neformhose getragen werden, die bei stärkeren Figuren den Hüften aufliegen kann, bei schlanken Figuren an Trägern oder an einem kurzen Futterleibchen zu befestigen wäre. Dar über Min kommt das Kleid. Abb. 13l gibt ein gutes Vorbild. Das Kleid ist auS blauem Druckstoff, zweiseitig bedruckt(man cherorts„Gedröcks" genannt). Der einfache Kittelschnitt mit angeschnittenen Ärmeln hat den Vorteil, daß das Kleid nach der Wäsche nur gemangelt zu werden braucht. In Gürtelhöhe wird durch Ausnahen einer Blende im Innern des Kleides ein Zugsaum eingerichtet. Zum Paspclvorftoß am Ärmel, zur Hals. ausschnitt- und Saumblende verwendet man die Stoffteile, die beim Zuschneiden des Kleides an den Seiten abfallen und zwar mit ihrer linken Seite, eine ebenso praktische wie wohlfeile Ver zierung. Das Kleid wird in der vorderen Mitte geschlossen. Erforderlich: 2,70 m Stoff 80 cm weit. Schnittmuster I, 30. tSL und tSS. Dirndlkleider. Auch das jetzt so beliebte Dirndlkleid ist als Arbeitskleid nicht zu verwerfen, wenn die Taille nur weit genug geschnitten wird. Am zweckmäßigsten ist ein Dirndlkleid ohne Ärniel, bei dem die weißen Ärmel des Hemdes hervorsehen. Dann ist der Arm in seiner Bewegung am wenigsten gehindert und diese Tracht sieht außerdem sehr gut aus. Unsere beiden Abbildungen zeigen Landfrauen bei sehr an strengender Tätigkeit, beim Graben und beim Aufbeben de» schweren Milcheimers, der in die Zentrifuge gegossen wird. Wieviel Muskelbewegung erfordern diese beiden Arbeiten, wie wichtig ist es, daß dem Körper dabei genügender Spielraum durch die Kleidung gelassen wird. Und doch haben«vir vier nur zwei kleine Beispiele aus dem Kreis der anstrengenden Arbeiten, die das ganze Jahr hindurch an die Landfrau herantreten. Unser Versuch, hier für die Kleidung guten Rat zu erteilen, wird ergänzt durch das bei der G. Braunschen Hofbuchdruckerei und Verlag in Karlsruhe erschienene kleine Buch:„Das Kleid der arbeitenden Frau", das wir unfern Leserinnen empfehlen. — Am wichtigsten ist es, daß die Landfrau selbst über die Frage ihrer Kleidung nachdenkt und ihre Erfahrungen und Ratschläge einem weiteren Kreise mitteilt. Dadurch wird die schwere Ar beit der einzelnen immer mehr erleichtert, was in seiner Aus wirkung hinwiederum dem allgemeinen Wohle dient. A. Bl. Schnittmuster zum Hemd mit Ärmel ..... 800 � zur Hemhose mit Ärmel..... 2 Auch Abb. 121 ist verwendbar „ zur Reformhose........ �VIv 801 „ zu Bluse, Rock mit Mieder Abb. 132 802 „ zum Kleid Abb. 133 ...... 803 Der VeAag gibt Normalschnitte oder Schnitte nach Maß gezeichnet zu den am Schluß der Beschreibungen ange» Matze der Normal s öWttiNliIM!!"i°n!>� lS S>Ä uud Schnittmustcrbogcn geschnürten Normalfiguren gezeichnet. chnitte für Mädchenkleidung: Maße der Normalschnitte für Knabenkleidung: Den Betrag für die gewünschten Schnitte und 60 Pf. Porto wolle man mit der Bestellung einsenden, andernfalls erfolgt Zu sendung mit Nachnahme, die sich außer Porlo noch um 7S Pf- erhöht. Einfachste Bestellung auf Zählkarte SS2 Karls ruhe i. B.,V.S», SInieoa»«r»l!e ly. I-szerdesIclitlzunz erdeten! »tlsii« riUl«, risvdtea, Vollsosntiviiäitiigso, Vdntjllvkeu, alte Van- üsn, Naemorrkoiden, Neutleiden, vunde u. .rissixe U»ut, Pickel, k�ervenseltmerTeo ete. tioilt«eldst i. ck. kartnäLitixst.�üUen Um uo»cktt2d»re» Nau». mittel, velede»»ucd dei«t. keltixsten öckmerien«. �uclcen,»olortix« U!»- üe�tnx u. klellunx dringst. Led. 2.50, 6,—, u. 14,—. ia ä. �.poMetcsn, vo nicitt, de»te!Iv m»n äireltt. er» Q»dor»tor. dtiro». verli» dl0. l«? 0r. pr»»Ild»7sr Ztr. LS, Zläzen- u. lZkZieiitLrSte, rote sliincke deseilizl, dlülenraster leint, veille, Linne I4nut»er-ien in klirr. Tisit erreicdt ilnrck mein.«ilke». uniidertro». Xrem„pur»". Sommersprossen, Mitesser, Pickel, kun/ein unä piiitcden versciivinllen. Kote unZ,— Sei kerug von Posten billiger. Versand per blacbn. p. TVelL, Ingenieur, tieiliers- � bacb, Xr. Scbieusingen. aller �.rt.. Xvloo Laibs. Xsiv soxsQ.lloivorsalbvilmiltsl, krkolAe'. I�r. I-l. 12.— rn. 2!us. ?ostlSobselclc. Lorlin 110760. ?rospoo!rt. koslsnl. 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