Jahrg.3 192 1 = heft.9= 15. September Die Frau und ihr Haus ihrhaus Zeitschrift für kleidung Gesundheit Körperpflege und Wohnungsfragen Die Heimat auf dem Lande Beilage ur GI e ich heit Zusammenarbeit von Schule und Haus auf dem Gebiete des Nadelarbeitsunterrichts* Von Anna Mundorff.. Hierzu die Abbildungen 155-160. In ihrer Arbeit für das Wohl des Kindes braucht die Schule für den Nadelarbeitsunterricht ganz besonders das Verständnis und die Unterstügung des Elternhauses. Es ist nicht genug, daß von seiten der Schule dem Elternhause durch Vorträge, durch Zeitungsberichte, durch Ausstellungen immer wieder Gelegenheit geboten wird, Aufklärung über den außerordentlich wichtigen Nadelarbeitsunterricht zu erlangen, sondern es darf billigerweise auch vom Elternhause berlangt werden, daß es sich solche Gelegenheiten nicht entgehen läßt. Nur da, wo Zusammenarbeit von Schule und Haus * " In Heft 9 dieser Zeitschrift 1919 ist in einem Aufsak Was bringt die Reform des Handarbeitss unterrichts unseren deutschen Frauen?" die außer ordentliche Bedeutung des neuen Radelarbeitsunterrichts für die Erziehung unserer Frauen flargelegt worden.( D. Schriftltg.) 155. Mittelblusen. Von Volksschülerinnen im 6. Schuljahr gearbeitet. Die drei Mittelblusen sind nach der gleichen Grundform her. gestellt, aus einem etwa 1,70 m langen und 80 cm breiten Stoffstück. Von der Länge schneidet man 40 cm ab, um an jeden Ärmel ein Verlängerungsteil ansehen zu fönnen. Der Halsausschnitt tann auf dem Gebiete der Nadelarbeit besteht, kann sich der rechte Unterrichtserfolg zum Besten des einzelnen Kindes, der Familie und des Staatswohles einstellen. Sollten nicht die mancherlei Unannehmlichkeiten, die durch Mißverständnisse zwischen Müttern u.Lehrerinnen entstehen, bei einigem Nachdenken leicht vermieden werden können? Ein Beispiel aus dem Lehrplan des 6. Schuljahres. Es wird eine Rittelbluse angefertigt, Abb. 155. Die Vorbesprechungen über Form, Stoff, Ausführung und Ver. zierung, die Formentwicklung, die geschmacklichen Übungen 155. Mittelblusen. beliebig rund oder viereckig sein. Die Abb. 165-160 find bem Werk„ Die neue Nabelarbeit in Her Bolksschule" von Bei der 1. und 2. Bluse sind über Anna Mundorff( Verlag G. Braunsche Hofbuchdruckerei) entnommen. Heft 2 u. 5. nehmen einige Wochen in Anspruch, ehe die Aufforderung an das Kind, das auch zu verständigem Einkauf erzogen werden soll, ergeht, den Stoff zu faufen. Sollte man nicht meinen, die lange Vorbereitungszeit hätte genügt, um den Einkauf der Mutter nicht unerwartet vorkommen zu lassen? Wie viele Mütter erschweren aber die Arbeit der Schule gerade dadurch, daß sie immer wieder ihre Kin der damit vertrösten, den Stoff in der nächsten Woche selbst einzufaufen! Zuerst nehmen sie dem Minde die Freude am Einkauf und die der Schulter ein paar Falten eingenäht, die 3. Bluse ist mit weitent runden Ausschnitt gearbeitet, der durch ein Schnürchen zusammengezogen wird. Echlißverschluß vorn oder auf der Schulter. Am Ausschnitt Häkelverzierung. Die Weite wird durch Stoffgürtel oder Häfel schnüre zusammengehalten. Normalschnittmuster für 10-12, 12-14 und 14-16 Jahre. Grundform 1.80 M. Schnittmuster WK 824 Gelegenheit zur Selbständigkeit; dann zwingen fie es, trüben Auges zuzusehen, wie die anderen fröhlich schaffen, nachher sich abzuhezen oder die eigene Arbeit zu vereinfachen, wenn die Arbeit der anderen vorangediehen ist. Wie gerne hätte das Kind seine Sparbüchse mit in Anspruch genommen, wenn es bei der Mutter guten 156 Willen gefunden hätte! Der Aufent halt, der immer wieder dadurch erwächst, daß die Lehrerin jede Nachzüglerin von neuem anleiten muß, schadet der ganzen Klasse. Eltern, die darüber ein wenig nachdenken, tun gewiß ihrem Kinde bie Liebe an, ihm bereitwillig die Mittel zu seiner Arbeit zu geben, falls sie dazu in der Lage sind, oder sich frühzeitig um Lernmittelfreiheit zu bemühen. Schwierig sind auch die Auseinandersetzungen, die entstehen müssen, wenn Mütter in völliger Verkennung des Schulunterrichts dem Kinde die Be stellung mitgeben:„ Sage der Lehrerin, daß du genug Blusen hättest; ich würde dir Stoff zu einer Schürze mitgeben." Eine solche Mutter denkt eben nur an ihr Kind, nicht an die der anderen Mütter. Es sind ja 30, 40, 50 und mehr Kinder in der Klasse, die alle etwas lernen wollen. Würde jedes von ihnen eine andere Arbeit mitbringen, fäme feines zu seinem Rechte; denn eine besondere Arbeit berlangt besondere Anleitung der Schülerin, während welcher 66 158 157 Cien a geführt werden. Was muß das Kind von seiner Mutter denken, wenn es sie darüber klagen hört, daß das Hemd, das es in der Schule angefertigt hat, zu kurz sei, und zugleich weiß, daß es von ihr nicht viel mehr als die Hälfte der Stoffmenge bekommen hat, die zu einem passenden Hemde notwendig gewesen wäre. großen Fehler begehen die Eltern, die über freu destrahlende Kinder augen überlegen hinwegsehen können, wenn bas Kind eine fertige Arbeit, sein Werk, mit nach Hause bringt. Es ist so stolz darauf, hat mindestens eine Anerkennung, ein Lob erwartet, und hört nun entweder ein paar nichtssagende oder gar spöttische Worte. Das verwindet ein Kinderherz nicht leicht. Wer einmal in der Schule gesehen hat, mit welch' freudigem Eifer die Kleinen ihre Lesezeichen, Schildchen, Mappen aus Papier schneiden, für die Mutter Bügeleisenanfasser nähen oder ihren Puppen Mütchen formen, würde es nicht übers Herz bringen, dem Kinde zu sagen:„ Das ist doch keine Handarbeit. Wenn du einmal etwas Ordentliches machen darfst, gebe ich dir auch das Material gern." Papiersachen, Tintenwischer, Puppen. teppiche, müßchen und dergl. sind für das Kind etwas Ordent liches. Die Arbeiten entsprechen der findlichen Fassungskraft und den kindlichen Bedürfnissen im Schulunterricht und beim häuslichen Spiel, wecken also seine 156-158 Veränderungen der MühchenGrundform 160. Bedürfnisse stellen. Schon dadurch würden sie, auch wenn sie nicht wichtige Glieder im Aufbau des Lehrplans wären, volle Berechtigung im Unterrichte haben; denn Schaffenslust wird nur erzogen an Dingen, denen der kindliche Geist Interesse entgegenbringt. Zeit die übrigen Kinder zu Unrecht feiern müßten. Arbeitslust, weil sie die Arbeit in den Dienst seiner Die Schule ist eben keine Werkstatt, worin gelernte Arbeiterinnen gerade das anfertigen sollen, was das Kind zur Zeit an notwendigen Kleidungsstücken braucht, sondern eine Unterrichtsanstalt, die ihm Rüstzeug fürs Leben, für sein späteres Leben, mitgeben soll. An jedem im Lehrplan enthaltenen Gegenstande lernt es Neues an Form und Technik. Auch das Zuschneiden gehört in den Bereich des Lehrganges. Die Mutter, die dem Kinde zugeschnittene Sachen mitgibt, beraubt es des schönsten Teiles Jeiner Tätigkeit, ganz abgesehen 159 160 Pflicht und Klugheit des Elternhauses ist es, den Arbeitstrieb des Kindes, den die Schule pflegt, zu erhalten. Eine berständige Mutter wird ihre Tochter auffordern, ihr aus der Nadelarbeitsstunde zu erzählen, wird mit ihr über praktische Anferti gung von ähnlichen Dingen bedavon, daß sie durch ihre Hand- 159 und 160. Puppenmützchen, Herstellung raten, wird sie auffordern zu Jungsweise einen Mangel an Vertrauen in die Arbeit der der Grundform. Lehrerin ausspricht, der wiederum ihrem Kinde zum Schaden gereicht. Die Autorität der Lehrerin sollen die Eltern aber auch zu ihrem eigenen Nutzen achten. Wenn das Kind aus dem Munde der Eltern abfällige Urteile über die Lehrerin hört, verliert es entweder sein Vertrauen zur Lehrerin, oder es fängt an, zu überlegen, ob das, was die Eltern über seine liebe Lehrerin sagen, auch richtig ist. Es empfindet der Eltern Worte bielleicht als Unrecht, beginnt ihr Sagen und Tun auch in anderen Dingen zu beobachten und kann auf diese Weise durch die Eltern selbst zum Mißtrauen gegen sie selbständiger häuslicher Nadelarbeit. Eine Anregung zur Ver wertung bei kleineren Schülerinnen bieten die Abbildungen 156-158 zur Veränderung der MüßchenGrundform( Abbildung 159, 160. Anmerkung der Redaktion. Das Ziel des heutigen Handarbeitsunterrichtes, die schöpferischen Kräfte der Mädchen zu wecken, liegt auch dem Handfertigkeitsunterricht zu grunde. " Was Kinder erfinden" und zwar mittels des einfachsten Materials, mit Hilfe des sogenannten Matador- Laukastens, darüber werden wir in einer der nächsten Nummern näheres berichten. Mit dem größten Rechte aber haben die Erzieher längst darauf gesonnen, den Kindern eine Menge angenehmer und unschädlicher Beschäftigungen darzubieten, um dadurch die Unruhe abzuleiten, welche einzudämmen zu schwer ist. Herbart( 1776-1841), Allgemeine Pädagogit, aus dem Zweck der Erziehung abgeleitet. Hauswirtschaftskammern .68 Prozent alles erarbeiteten Geldes geht durch die Hand der Hausfrauen."" Der Haushalt ist letter 8weck aller wirtschaftlichen Arbeit." So heißt es in einem Aufsaß ,, Verbrauchertammern oder Hauswirtschaftskammern" von Elisabeth BöhmRamgarben. Die Frau", Heft 10, 1921.) Es gibt heute im deutschen Reiche 19 Verbraucherfammern, in welchen Konsumbereine, Wohnungsbaugenossenschaften und Hausfrauenvereine zusammengeschlossen sind. Frau B.-B. fordert jedoch die Er. richtung ben Hauswirtschaftskammern, denn nur diese seien imstande, die Interessen der deutschen Hausfrau im vollen Umfange zu bertreten. In diesen Blättern sind wir schon vielfach auf die Pflichten und Rechte der Hausfrau eingegangen; Pflichten: daß sie sich ihrer ungeheuren Verantwortung im Wolfsleben bewußt werden muß; Rechte: daß von seiten der wirtschaftlichen Erzeugung, durch Wissenschaft und Technik und durch ein Zusammengehen von Stadt und Land ihr Wirken gefördert, daß aber auch ihre Leistungsfähigkeit durch soziale Maßnahmen erhalten und gesteigert werden muß. Und so er wacht der Gedanke an Hauswirtschaftskammern", schreibt Fr. Böhm- Lamgarben, die das ganze weite Gebiet der Hauswirt schaft umfassen sollen, Wissenschaft und Industrie in ihren Dienst zwingen würden, zum Wohle des gesamten Boltes. Denn wie die Hauswirtschaft die Trägerin der Familie ist und bamit für Wohl und Wehe jedes einzelnen in Betracht kommt, so muß ihr lebten Endes alles andere dienen: Erzeugung und Verbrauch, Handel und Verkehr, Wissenschaft und Technik. Ihre erste Dienerin aber ist die Hausfrau! Die Hebung der Hausfrau in Ausbildung und Wirksamkeit wäre die wichtigste Arbeit der Hauswirtschaftskammern." Das Bedürfnis meiner Natur zwingt mich zu einer bermannigfaltigten Tätigkeit, und ich würde in dem geringsten Dorfe und auf einer wüsten Insel ebenso betriebsam sein müssen, um nur zu leben. Sind denn auch Dinge, die mir nicht anstehen, so fomme ich darüber gar leicht weg, weil es ein Artikel meines Glaubens ist, daß wir durch Standhaftig keit und Treue in den gegenwärtigen Zuständen ganz allein der höheren Stufe eines folgenden wert und, sie zu betreten, fähig werden, es sei nun hier zeitlich, oder dort ewig. Goethe, an Knebel, 8. Dezember 1781. Etwas über sparsames Haushalten Frau Annie Strempel- Rehrmann, Schopfheim. Die schwere Zeit der Hausfrau scheint noch immer nicht von einer besseren abgelöst zu werden. Die Preise der Lebensmittel steigen. Es handelt sich leider nicht um solche, welche ein Genuß für den verwöhnten Gaumen sein sollen, sondern um die, welche uns für den täglichen Bedarf am notwendigsten sind. Zu den hohen Milchpreisen kamen erhöhte Brot- und Fett preise. Frauenarbeit wird vielfach unterschätzt, wenigstens die, welche sich still im Hause abspielt. Es denken so viele nicht daran, wieviel überlegung dazu gehört, heute mit geringen Mittein einen Haushalt zu führen. Bei den Hausfrauen ist das Wort: Das Geld schmilzt" zu einer stehenden Redensart geworden. Das Leben der Hausfrau ist ein ständiger Kampf. Da heißt es immer wieder überlegen, an welcher Ecke man am richtigsten spart, damit die Familie hierbei in keiner Weise zu kurz kommt. Es hat jede eine andere Art von Sparsamkeit. Die verkehrteste war es bon jeher, am Essen zu sparen, um hernach teure Stärkungsmittel taufen zu müssen. Aber gerade das Bestreben gut und aus. kömmlich zu fochen, gibt der Hausfrau immer wieder neue Rätsel auf. Die Kriegszeit hat uns mit mancher guten und mancher minderwertigen Kochanweisung bekannt gemacht. Wir haben gelernt, daß so manches, was früher nie in unserer Küche verwendet wurde, brauchbar ist. Die geeignetsten Suppen für den großen Haushalt sind von jeher die dicken Suppen gewesen. Graupen, Haferflocken, Reis, Kartoffel und vor allen Dingen Hülsenfruchtsuppen. Gerade die Teuerung der Hülsenfrüchte hat sich empfindlich bemerkbar gemacht. Jetzt sind sie etwas billiger geworden, aber noch immer teuer genug. Möglichste Ausnutzung ist sparsam, also: langes Einweichen und tüchtiges Kochen. Wenn Hülsenfruchtsuppe durchgeschlagen werden soll, so gibt man sie zuerst durch ein grobes, dann erst durch ein feines Sieb. Auf diese Art geht die Arbeit viel schneller vonstatten. Zur Streckung 67 von Hülsenfruchtsuppen sind Graupen geeignet, ebenfalls ein. geweicht und lange genug mitgekocht, auch Haferflocken und Kartoffeln, bis zum Berfallen oder in Würfeln gekocht. Im Sommer und Herbst, wo es reichlich Gemüse gibt, wird die Hausfrau möglichst viele Gemüsesuppen auf den Tisch bringen. Die, zu welchen man das Gemüse, nachdem es weich gedünstet ist, restlos durch ein feines Sieb streicht und die sogenannte französische Suppe, zu der das Gemüse in feine Streifent geschnitten wird. Man bindet Gemüsesuppen mit Reis, Gries oder Haferflocken. Will man sie ungebunden auftischen, so dünftet man das Gemüse mit Fett und sehr wenig Salz gar, richtet eine kräftige Brühe aus Maggibrühwürfel und läßt sie mit dem Gemüse einmal aufkochen. Jetzt sind wieder Suppen würfel bester Beschaffenheit im Handel, besonders gut sind Erbswurst und Grünfernsuppe. Man längt sie mit einer hellen Mehleinbrenne und gibt geröstete Brotwürfelchen hinzu. Fleischspeisen müssen für den größeren Haushalt noch immer nach Kriegsweise zubereitet werden, d. h. mit möglichst viel Tunte; auch zu dem gefochten Fleisch. Jetzt im Sommer gibt man eine talte oder warme Kräutertunte zu demselben. Bei Würzfleisch und Braten verhilft man sich zu möglichst viel Tunke, indem man reichlich Zwiebeln mit dem Fleisch anbrät und Fleischertraft- Grsagmittel hinzugibt. Mir leistete die ganze Kriegszeit hindurch Plantog" vorzügliche Dienste nicht nur im letzten Augenblick den Speisen beigefügt, sondern gründlich mitgefocht. Mit diesen beiden Zugaben kann man eine ber hältnismäßig große Menge Beiguß herstellen, obendrein von schönstem Aussehen und bestem Geschmack. Die Angaben über Sparsamkeit gehen natürlich mit den ortsüblichen Preisen Hand in Hand. Bei uns im Badischen ift Öl verhältnismäßig billig. Lewat( Rübsen- oder Raps-) Or foftete bis Juli 14 M. pro Liter. Man faufte also 1 kg Fett zu diesem Preis, deny Lewatöl läßt sich bei richtiger Bor bereitung und Anwendung sehr gut zu vielen Speisen ver wenden. Nicht allen Hausfrauen dürfte bekannt sein, daß der unangenehme Geschmack des Bles verschwindet, wenn man einmal Krapfen darin ausbackt. Natürlich ist die nötige Vor ficht anzuwenden, damit das Öl nicht schwarz wird. Einmal auf diese Art gebraucht, ist das Lewatöl auch als Salatöl zu brauchen. Da es folossal fett ist, ist es sparsam im Gebrauch. Jm Badischen briet man auch in Friedenszeiten Kartoffeln mit Ol. Die rohgebratenen Kartoffeln werden auf diese Art sehr schön. Der finderreichen Mutter ist es besonders schmerzlich, daß fie die Lieblingsgerichte der Kinder: Süßspeisen" so selten auf den Tisch bringeu kann, da der Zucker fehlt. Hier ist mit Süßstoff abzuhelfen, doch muß ausdrücklich betont werden, daß es auf die richtige Anwendung desselben durchaus ankommt. Man nehme den Kristallsüßstoff( besonders für alle Speisen mit Obst geeignet, da er dasselbe nicht verfärbt), löse ihn auf, ohne daß er mit Metall in Berührung kommt, bereite die ganze Speise so zu, daß kein Metall sie berührt( nur unbeschädigtes Emaillegeschirr ist zu gebrauchen). Bei Puddinge und Süßspeisen lasse man den Süßstoff nur einmal mitaufkochen, wohl. berstanden: den aufgelösten Süßstoff. Mit Süßstoff hergestellte Aufläufe und Kuchen schmecken nicht etwa bitter, wie man dies so oft hört. Man behalte nur die schon angegebene Anwendung im Auge. Man bade in emailliertem Geschirr, oder man belege das Backblech mit eingefettetem Papier. Eine gute Ersparnis bet der Herstellung von Mehl und Süßspeisen ist das Trockenei. Obwohl selbst Hühnerhalterin brauche ich dasselbe stets zur Streckung und hatte recht gute Erfolge bei Eierkuchen, Kuchen, Eierstich, Aufläufen. Die Hausfrau, die auf allen Gebieten sparen muß, wird sich sicherlich hie nnd da einen guten Rat bei andern Haus. frauen über deren Erfahrungen holen. Es ist nur zu wünschen, daß sie in diesem Falle immer an die richtige Quelle kommt. Denn nichts ist verkehrter, als falsche Sparsamkeit, die sich nachher als ein empfindlicher Verlust erweist. Das Sparen von Heizmaterial ist ein Problem, das sehr schwer zu lösen ist. Man kann ja immer wieder die Kochtiste empfehlen, aber man muß hinzusehen, daß die Speisen unbedingt lange genug vors gefocht werden müssen. Hafergrüße und andere dicke Suppen schmecken bei ungenügendem Vorkochen unangenehm roh. Das bringende Verlangen, Heizmaterial zu sparen, hat die Schnell. verschlußapparate entstehen lassen und die Bereitwilligkeit, an etwas zu glauben, das sich bei reiflicher Überlegung als eine Unmöglichkeit erweist. Nämlich die Herstellung von haltbaren Konserven auf faltem Wege, ohne Abtötung der Bakterien durch Erhizung. Das beste Einmachverfahren, das zugleich die Zubereitung der haltbarsten und der Gesundheit zuträglichsten Konserven ermöglicht, ist das Sterilisierverfahren. Mit der nötigen Überlegung fann man hierbei sparen, indem man statt extra einzuheizen, während des Kochens sterilisiert, oder auf gelindem Feuer, das man mit Briketts anhält. Die Hausfrau weiß genau, was sie hat, wenn sie mit ihren Gläsern von Wed nach bewährten Vorschriften arbeitet und ist vor un 161 162 163 68 164 165 G.K.R 166 161-166. Mäntel und Hüte für Knaben und Mädchen. Normalschnittmuster erhältlich für die Altersstufen von 2-14 Jahr. Preis je 1.80 M. Maßschnitt je 4.50 m. 167 168-171 181. Mantel für größere Anaben. Etwas lose Form, durch Gürtel zusammengehaltene aufgesezte Taschen. Erf. f. 12-14 Jahr 2,25 m Stoff 130 cm breit. Schnittmuster WK 825. 162. Mantel u. Hut mit bunter Wolls od. Sutaschsticeret. Uus Tuch oder Samt zu arbeiten, gleiche Schnittform wie Abb. 163, dazu passender Hut mit aufgeschlagenem Stickereiteil. Erford. für 2-4 Jahr 2 m Samt 65 cm breit. Schnittmuster WK 826. 163. Mantel aus fariertem Flauschstoff. Aufgesetzte Taschen, Hornknöpfe zum Verschluß. Erford. für 4-6 Jahr 1,10 m Stoff 130 cm breit. Schnittmuster WK 827. 164. Mantel aus dunkelgranem Zuch. Silbergraues Tuch mit dunkelweinroter Stepperei für Kragen und Stulpen. Gürtel burch Spangen gezogen. Erford. 1,50 m graues, 0,40 m helles Tuch 130 cm breit für 10-12 Jahr. Schnittmuster WK 828. 165. Mantel und Müge aus doppelseitigem Flauschstoff. Die Innenseite des Stoffes ist für Schalkragen, Stulpen und Müzenkopf genommen. Der Mantel kann auch geschlossen getragen werden. Erf. f.8-10 Jahr 1,60 m Stoff 130 cm br. Schnittm.WK 829. 166. Ulster und Regenhut für Knaben. Loje Form, große aufgesteppte Taschen, Hut aus Lederstoff. Erford. 1,35 m Stoff 130 cm breit für 6-8 Jahr. Schnittmuster WK 830. 167. Jadenkleid mit Treffenschmuck. Jacenteile am Schoß rundum mit eingelegten Falten; zweiteiliger Rock, oben mit Tressengürtel abgeschlossen. Schnittmuster WK 831. 168-171. Garniturkragen. Aus Batist zu arbeiten mit LochStickerei oder eingesetzten Filetteilen zu verzieren. Erford. etwa 50x45 cm Stoff. Schnitt- und Verzierungsmuster nebst Beschrei bungen zu den 4 Kragen Preis 3.50 M. WK 832. 172. Rariertes Jackenkleid. Die Weite der seitlichen Jackenteile ist im Taillenschluß durch Säumchengruppen eingeschränkt. Paspel. borstoß an den Vorder- und Rückenteilen, Osen und Knöpfe aus Lederstoff. 2 teil. Rock mit schmalem Ledergürtel. Schnitim.WK 833. 172 — 69 Bluse« mit leichter HandstiSeret. Die Blusen sind nach einer Grundform in Jumperart her» gestellt und können beliebig in Leinen. Wolle. Trikot oder Seide nachgearbeitet werden. Die leicht sich dem Körper anschmiegende Form verlangt eine gut ausgeglichene Figur und entsprechende Unterkleidung um ein gefälliges Aussehen zu erzielen. Erforderlich etwa je 1.89 in Stoff 80 cm breit. ist aus grauem Leinen mit grün und lila gestickt. Lila Paspel am Ausschnitt und Schlitzverschluh lila Stepperei an den Umschlägen. Schnittmuster 834. zeigt eine Verzierung mittels Sutasch» oder Kurbelstickerei. Rücken» schloß geknöpft, Ränder zur Stickerei farbig gepaspelt. Schnitt muster VVX 835. Zu t7S ist rostroter Seidentrikot der» arbeitet. Stickerei in hell und dunkel silbergrau dazu passender breiter Vorstoß aus Trikot. Verschluß an beiden Seitcnnähten mittels kleiner Knöpfe und Seidenösen. Schnittmuster�VX836. Aus blaugrauer Buretseide ist t7S, mit bronzefarbener Stickerei und Hohlsäumen und bronzefarbener Schnürung auf den Schultern; Gürtel zu beiden Seiten mit Häkelknöpfen und Seidenösen geschlossen, Schnntmuster VVX 837. Aus braunem kräftigen Leinen ist t??, mit schwarz, weiß und grüner Spann- und Stilstichstickerei. Schnittmuster VVX 833. Normal» schnittmuster zu den Jacken kleidern, Blu sen und Röcken in den vier Größen L0 bis 116 ein erhält lich. Jackenkleid je 3 M. Jacke, Bluse oder Nock einzelnje1.80M Maßschnitt je 9 M. bezw. 4.50 M. Schnittmuster sind nur vom G Braunschen Verlag, Karls ruhe i. B., zu bezichen. 47«. Nock mit Knopf schmuck. Vorder- und Hintcr- bahn in flache Falten gebrannt, glatte Sei tenteile. Schnitt muster �VX 839. 47». Rock mit Hitftpafse. Vorder- u. Hinterbahn leicht eingekraust, Seiten teil zurTollfalte aus springend. Schnitt muster XVX840. 4S0. Plissierter Nock. Die plissierten 176 Dluscnröcke. Von Abbil- dung 4SSbis 4S7, 472 und 473 be finden sich die vchnittmustcr u.genauenBe- schreibungen auf dem Schnitt» muster- bogcn Herbstheft. Stickerei» muster zu den Blusen erhältlich. Preis je 2 M., zur Abb. 162 S M. Rockteile werden an glatte Gürtelteile ge näht. dem vorderen Gürtel sind die langen Seitenteile ange schnitten. Knopfver schluß zu beiden Sei- ten. Schnittmuster �X841. 4»4. Faltenrock. Für den Rock ist ein 2,25 in weiter gerader Stoffteil erforderlich. der gruppenweise in je 4 Plisscefalten zu bügeln ist. Schnitt muster 842. 路 路 70 182 183 182. Handtasche. Die Tasche ist ganz aus Wolle auf Stramin geftidt in drei Farben dunkelbraun, grün- blau- hell, grau- blau- dunkel. Zum Verschluß gehäkelte Ösen und Knöpfe. Die Tasche ist etwa 20x14 cm groß. Schnitt- und Stickerei muster nebst Beschreibung WK 843. Breis 2 M. 183. Beutel aus schwarzem Tuch dreiteilig gearbeitet, mit bunter Wolle bestickt. Am oberen Rand mit Ausbogstichen be näht, abwechselnd in den Farben der Stickerei. Stinge und Häkelschnur zum Abschluß. Schnitt und Stickereimuster nebst Beschreibung WK 844. Preis 2 M. 184. Raffecwärmer aus Tuch oder Leinen zu arbeiten, angenehmen überraschungen bewahrt. Nach meinen Versuchen ist das Arbeiten mit dem Luftverschlußapparat, das in den Gebrauchsanweisungen als so leicht ausführbar geschildert wird, eine sehr große Kraftanstrengung. Man pumpe einmal, topfabwärtsgebeugt, ununterbrochen luftig drauf los! Würde wohl ein bernünftiger Mensch diese Arbeit einer jungen, hoffenden Mutter empfehlen, abgesehen davon, daß die ganze Sache sich als ein Märchen erweist. Wie friedlich und zufriedenstellend ist dagegen das Arbeiten mit dem Sterilisiertopf, wo man, wenn die Gläser eingestellt sind, nur den Stand des Thermometers beobachten muß. Beim Einmachen kann man auch mit Hilfe von Süßstoff sparen. Fruchtfula läßt sich allerdings nicht herstellen. Wohl aber Marmeladen. Das hierzu bestimmte Fruchtmus wird ungefüßt gekocht, dann mit Tapioka oder Sago gebunden. Eingeweicht unter mehrmaligem Wechseln des Wassers- und völlig klar gekocht, ehe man es mit dem Fruchtmus tocht schmeckt dieser Zusak zur Marmelade in feiner Weise vor. Das gekochte, gebundene Mus wird in eine Porzellanschüssel gegeben und 15 Min. mit dem aufgelösten Süßstoff verrührt. Dann füllt man es in Gläser von Wed, in Portionen, die immer nur für einige Tage reichen und sterilisiert.( 35 Minuten bei 90 Grad.) Zu allen Back- und Einmachzwecken stelle man eine verstärkte Süßstofflösung her, um unnötiges Verdünnen zu vermeiden. Wichtige Bücher Die neue Nadelarbeit in der Volksschule von Anna Mundorff, Leiterin des Handarbeitsunterrichtes an den Volksschulen der Stadt Köln. Mit vielen Zeichnungen von Frau Kopp- Römhildt. Heft 5. Sechstes Schuljahr. G. Braunsche Hofbuchdruckerei und Berlag, Karlsruhe, Baden, 1921. Preis 10 M. Das neue Schnittmusterbogen. 184 185 breiteilig, mit leichter Flachstichftideret. Die Teile werden rund um mit Ausbogstichen benäht und mittels Bierstich aneinander gefügt. Rosette aus Häfelschnur zum oberen Abschluß. Schnitt. und Stickereimuster nebst Beschreibung WK 845. Preis 2 M. 185. Schmuckkästchen. über einer Grundform aus Pappe oder Holz ist der Stoffbezug gebracht, der beliebig in Leinen, Wollstoff oder Seide gewählt werden kann. Zur Verzierung Kreuzstich oder Flachstichstickerei, am unteren Rand dunkelfarbige Blende und gleichfarbige Holz perlen als Kugelfüßchen. Schnitt- und Stickereimuster nebst Beschreibung WK 846. Preis 2 M. Heft besitzt in feinen klaren beschreibenden Ausführungen, die durch die hübschen, anschaulichen Zeichnungen auf das genaueste erläutert werden, die gleichen Vorzüge wie seine Vorgänger, zeichnet sich aber durch größere Reichhaltigkeit des Stoffes aus, wie sie dem vorgeschrittenen Alter der Schülerinnen entspricht. Das Heft bringt die Anfertigung einer Mittelbluse, von Hauss und Turnschuhen, zeigt die Ausbesserung von Wäsche, das Strümpfestopfen und bringt Anregungen zu Weihnachtsarbeiten. Das Buch ist dazu angetan, den Kindern Freude an der Arbeit zu verschaffen. Deshalb ist zu wünschen, daß es außer in den Kreisen der Lehrerinnen, denen es ihre schwere Erziehungs arbeit ungemein erleichtert, auch bei unseren Frauen und Müttern Eingang finden möge.. Nene Anregungen für deutsche Leinenftiterei mit einem Vorwort bon Margarete Freytag- Just. Breis 16 M., 1921. G. Braunsche Hofbuchdruckerei und Verlag, Karlsruhe, Baden. Auf dem mühsamen Wege, der unsere Frauen zu geläutertem Geschmad, ficherem Urteil und selbständiger Betätigung auf allen Gebieten der Handarbeit führen soll, bedeutet auch das vorliegende Heft einen Schritt vorwärts. Es beschränkt sich auf nicht zu feine Leinenstickerei und schafft auf diesem Gebiete eine Fülle von Anregungen, namentlich für die Technik der Arbeit, die durch zahlreiche, fertige, allerdings nicht ganz gleichwertige Muster unter stützt werden. Statt des vorgeschlagenen D.M.C.- Garns, das bekanntlich in Mülhausen im Elsaß hergestellt wird, mögen unsere Frauen das deutsche Garn benutzen, das in gleicher Güte überall zu haben ist. Urheberinnen: 265. 155-160: AnnaMundorff, Köln. Abb. 161 bis 166: Werbestelle für deutsche Frauenkultur Köln. 182, 183 und 185: Minni Schaper, Köln. Einige der Abbildungen werden in der bekannten Art auf dem frei zu beziehenden Schnittmusterbogen gebracht, der Bogen enthält noch Abbildungen und Schnittmuster aus anderen Heften. Preis des Schnittmusterbogens 50 Pf. u. 15 Pi. Porto. Der Verlag gibt Normalschnitte oder Schnitte nach Maß gezeichnet zu den am Schluß der Beschreibungen ange Schnittmusterversand Maße der Normalschnitte für Mädchenkleidung: führten Preisen ab. Unsere Normal schnitte werden nach mittelgroßen un geschnürten Normalfiguren gezeichnet. Maße der Normalschnitte für Knabenkleidung: und Schnittmusterbogen Alters stufe Dber iveite Ganze Innere bordere Arm Länge Länge Alters ftufe Obers weite Ganze Innere bordere Arms Länge länge Altersstufe Aeußere Länge Innere für turze, glatte Arms Beinkleider Altersstufe Länge Aeußere Länge für turze, glatte Beintleider Janere Arm Länge 14-16 12-14 82 10-12 78 8-10 74 88810 ត ន 105 95 85 75 3233 43 6-8 40 4-6 66 37 2-4 34 1-2 2888 70 62 60 6282 65 29 14-16 60 25 12-14 55 21 10-12 50 18 8-10 6838 66 62 58 54 44455 49 40 35 6-8 4-6 2-4 1-2 48 42 36 29 8232 26 2222 30 23 20 Den Betrag für die gewünschten Schnitte und 60 Pf. Porto wolle man mit der Bestellung einsenden, andernfalls erfolgt zu sendung mit Nachnahme, die sich außer Porto noch um 75 Pf. erhöht. Einfachste Bestellung auf zahltarie 992 Starlsruhe i. B., G. Braunsche Hosbuchdruckerei und Verlag, Karlsruhe i. B., Karlfricdrichstraße 14. Wir bitten bet Bestellungen von Normalschnittmustern die genaue Größe, sowie die Schnittmusternummer mit den Kennbuchstaben anzugeben. Herausgeberin: Elisabeth Röhl, Köln. Verantwortlich für den Schriftiell: E. Röhl, Köln- Riettenberg, Lohrbergstraße 28, für den Bilbertell: 2. Düben, Karlss ruhe i. B., Karlfriedrichstraße 14. G. Braunsche Hofbuchdruckerei und Berlag, Karlsruhe i. B. 71 2 Die Heimat auf dem Lande& Stader Handdrude Gedruckte Kleiderstoffe kennen ge wiz viele unserer Leserinnen, wie sie bor einigen Jahrzehnten von Hausfrauen und Hausangestellten zu prat tischen Arbeitskleidern und Schürzen bielfach getragen wurden. Wir sprachen in Heft 2, 1921, S. 14 von solchen Stoffen. Weniger bekannt dürste die Verwendung dieser uralten Boltsfunst qu Decken, Kissen, Gardinen und ähnlichen Zwecken sein, wie sie unsere Abb. 186 und 187 zeigen. Sie stammen von der Firma Robert Graevius Söhne in Stade, die dieses Handwerk in einem Hause betreiben, wo es schon 400 Jahre heimisch ist. Die auf den Stoff übertragene Zeichnung wird mit chemischen Zusammenseßungen gedeckt, das Ganze gefärbt und sodann die Deckung entfernt. Die ältesten etwa 3-400 Jahre alten Stempel oder Druckstöde sind größtenteils aus trockenem, ausgesuchtem Kernholz geschnitten. Der Stempel -mit Friedrich dem Großen ist zwischen bon FRIDERICH Abseits auf der Heide Es ist so still; die Heide liegt Im warmen Mittagssonnenstrahle, Ein rosenroter Schimmer fliegt Um ihre alten Gräbermale. Die Kräuter blühn; der Heideduft Steigt in die blaue Sommerluft. Lauftäfer hasten durchs Gesträuch In ihren goldnen Panzerröckchen, Die Bienen hängen Zweig um 3weig Sich an der Edelheide Glöckchen. Die Vögel schwirren aus dem Kraut, Die Luft ist voller Lerchenlaut. Ein halbverfallen Schindelhaus Steht einsam hier und sonnbeschienen; Der Käthner lehnt zur Tür hinaus Behaglich blinzelnd nach den Bienen; Sein Junge auf dem Stein davor Schnitt Pfeifen sich aus Kälberrohr. Kaum zittert durch die Mittagsruh Ein Schlag der Dorfuhr, der entfernten, Dem Alten fällt die Wimper zu, Er träumt von seinen Honigernten. Kein Klang der aufgeregten Zeit Drang noch in diese Einsamkeit. Annette v. Droste- Hülshoff. Ländliche Wanderhaushaltsschulen. Durch eine Neuregelung der staatlichen Unterstützungsgrundsäße soll dieser Unterrichtszweig, welcher biele Lehrerinnen der landwirtschaft lichen Haushaltungskunde braucht, neu belebt werden. Die Ausbildung erfordert zweijährigen Besuch der wirtschaftlichen GKR 186. Kiffenplatte, alter Stempel. 1760-1770 angefertigt. Diese alten Stempel standen etwa 70 Jahre lang unbenugt auf dem Hausboden berpackt und erst zur Stader Ausstellung im Jahre 1911 sind sie hervorgeholt worden. Kunstmaler und Kunstgewerbler wie Hans am Ende, Worpswede, Professor Graf Kalfreuth, Professor Kreis in Düssel dorf, Professor Högg, Rades beul bei Dresden, Beckerath, Czeschka Bahnte von der Hamburger Kunstgewerbeschule in Hamburg und viele andere schäzen diese alten Arbeiten sehr Hoch ein. Seit dieser Aus stellung verfertigt die Firs ma neben ihren anderen Erzeugnissen Tischdecken, Gardinen, Truhen-, Stuhlund Sofatissen auf Leinen und Baumwolle mit waschechtem Indigo- Grund in Sicher jedem Muster an. ich haben noch manche unferer Landfrauen zur Aus#tener ihrer Töchter schönes, Selbstgesponnenes Leinen, das bie Ausgabe des Bedruckens Lohnt. Wer gerne eine dauerHafte, eigenartige und bei borsichtiger Behandlung gut waschbare Decke haben möchte, -in jedem Haushalt werden fa bunte Leinwanddecken verwendet, fann in Stade die verschiedensten Muster in blau mit weiß, blau mit grün, wohl auch schwarz mit rotbraun erhalten. Zaungäste 187. Zell einer Dede, neuer Stempel. Die verehrlichen Jungen, welche heuer Meine Apfel und Birnen zu stehlen gedenken, Ersuche ich höflichst bei diesem Vergnügen Womöglich insoweit sich zu beschränken, Daß sie daneben auf den Beeten Mir die Wurzeln und Erbsen nicht zertreten. Raum wird wieder jemand Zaungästen so liebenswürdig erständnissinnig begegnen wie Theodor Storm in diesem feinem„ Inserat". Freilich ein Dichter! Einer von denen, die bas Leben nicht immer oder wenigstens nicht nur so nehmen, Frauenschulen auf dem Lande, darauf ein Jahr praktische Arbeit in einem Gutshaushalt gegen fleine Entschädi gung, ein Lehrprobejahr bei freier Station und Taschengeld, sowie dreimonatige Ausbildung in Kranken- nnd Säuglingspflege. Gegen Einsendung von sieben Mart teilen das Nähere über die Ausbildung mit die Geschäftsstellen des Reifensteiner Vers bandes in Berlin- Friedenau, Kaiserallee 93 und der Ge. sellschaft für landwirtschaft. liche Frauenbildung in Mün chen- Gladbach, Sandstr. 5/11. Das Striden u. Säfeln bon Jacken, Jääden, Westen, Mühen u. Schals. Mit 60 Abbildungen und mit einem großen Schnittbogen mit allen Schnitten. Verlag Otto Beyer, Leipzig. Preis 8 50 M.- Die Muster find geschmackvoll und praktisch zugleich. Man kaufe sich das Büchlein zeitig, damit man die entsprechende Winterbor A. G. forge treffen kann. wie es ist, sondern so, wie es- ihrer Meinung nach sein könnte! Dennoch: in dem ganzen Begriff„ Baungäste" liegt eine Menge Liebenswürdigkeit und Entgegenkommen, dessen man sich leicht bewußt wird, wenn man ihm nur auf den Grund geht. Baungäfte gibt es noch überall; allenthalben, wo es etwas zu sehen und zu hören gibt: etwas Schöneres als man sich selber leisten kann. Sie promenieren vor den Konzert gärten, fie laufen zu jeder Hochzeit, zu manchem Begräbnis, und manchmal zu allem Möglichen, was abwechslung auch Inhalt in ihr Alltagsleben bringt. Wer mag ihnen das verwehren? Gast kann man nicht überall sein, aber Baungast in allen Ehren. Entnommen bem Büchlein„ Das Deutsche Dorf" von Dr. Jobannes Kleinpaul, Boltevereinsveriag M.- Gladbach, grb. 8.50. Stücolide in die Vergangenyeit unjerer Heimat und unseres Bolkes". Eine reiche Kulturgeschichtliche Blauberet." - 72 Geschenkartikel aller Art. Bei Das Univerfalmittel Stoffe für Damen- Kostüme:: Herren- Anzüge Tuchlager Koch& Seeland G.m.b.H. Berlin C., Gertraudtenstraße 20/21. 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