Jahrg. 4 19 22 Die Frau und ihr Haus = heft 2= 15. Februar Zeitschrift für kleidung Gesundheit Körperpflege und Wohnungsfragen Die Heimat auf dem Lande Beilage 3 1 t Get chheit Geht ihr fie fizen am Klöppelkissen Die Wangen bleich und die Augen rot! Sie mühen sich ab für einen Bissen, Für einen Bissen schwarzes Brot! Großmutter hat sich die Augen erblindet, Sie wartet, bis sie der Tod befreit Im stillen Gebet sie die Hände windet: Gott schütz' uns in der schweren Zeit. Klöpplerinnen Die Kinder regen die kleinen Hände, Die Klöppel fliegen hinab, hinauf, Der Müh' und Sorge kein Ende, kein Ende! Das ist ihr fünftiger Lebenslauf. Die Jungfrauen all, daß Gott sich erbarm, Sie ahnen nimmer der Jugend Lust Das Elend schließt sie in seine Arme, Der Mangel schmiegt sich an ihre Brust. Seht ihr sie figen am Klöppelkissen Und redet noch schön von Gottvertraun? Ihr habt es aus ihrer Seele gerissen, Weil sie euch selber gottlos schaun! Die Berufsberatung eine wirtschaftliche Notwendigkeit Es ist für die Menschen und für die Wirt fchaft nicht gleichgültig, wer die Arbeitsplätze inne hat. Dies er tennen seit kurzer Zeit die maßgebenden Kör perschaften; und auch bei den Menschen bricht sich langsam die Er. tenntnis Bahn, daß fich hier eine vollstän dige Umstellung voll. ziehen muß. Trotzdem find von der Auffas fung, daß die Kinder wohlhabender Eltern studieren und die Kin der von Arbeitereltern wieder Arbeiter werden müssen, ohne Rücksicht auf ihre Begabung und Neigung, die meisten Menschen befangen Auch heute noch hängt die Verwirklichung der Forderung, freie Bagn dem Tüchtigen" fast ausnahmslos von dem Zufall der Geburt ab. Die Wahl des Arbeitsplazes ist meistens ine Frage des zu. Geht the fte fiben am Klöppelfiffen, Seht ihr die Spigen, die sie gewebt: Ihr Reichen, Großen hat das Gewissen Euch nie in der innersten Seele gebebt? Ihr schwelgt und prasset, wo sie verderben, Genießt das Leben in Saus und Braus, Indessen sie bor Hunger sterben, Gott dankend, daß die Qual nun aus! Seht ihr sie figen am Stlöppelkissen Und fühlt kein Erbarmen in solcher Zeit, Dann werde euer Sterbekissen Der Armut Fluch und all ihr Leid! WK 418 WK 419 WK 420 Beschreibung umsiehend. WK 421 Quise Otto- Peters, die Begründerin der deutschen Frauenbewegung ( 1819-1895) falls und bis zu einem gewissen Grade eine Frage der Mode, die allerdings von dem Verlangen nach Arbeitskräften beeinflußt wird. Das letztere läßt sich ganz besonders von den Berufen sagen, die für weibliche Arbeitskräfte in Frage tommen. Bei der Wahl der Arbeitsplätze für die jungen Mädchen wird noch viel weniger Rücksicht genommen auf Neigung und körperliche und geistige Befähigung zu einer Arbeit als bei den jungen Burschen. Die Erwerbsarbeit gilt im Leben der Frau eben immer noch als eine borübergehende Er. scheinung, die mit der Heirat ihr Ende erreicht, ohne Rücksicht auf die Tatsache, daß schon immer die Ehe feine Versorgungsanstalt auf Lebenszeit darstellte, und baß zahlreiche Frauen nicht zur Eheschließung tommen. Die Zahl der Frauen, die während thres ganzen Lebens - 10 Bier Schürzen zur Berufskleidung. Unsere Abbildungen zeigen 4 Schürzen, die in den Schnitt. formen ganz verschiedenartig gearbeitet sind. 418 ist mit an. geschnittenen Armeln und spizem Ausschnitt, 419 mit tiefer Basse gegeben. 420 zeigt die für Laborantinnen oft er forderliche, vollständig mit Kragen geschlossene Form, während 421 zur Sauswirtschaft gedacht, den furzen angeschnittenen Ärmel und das leibchenartige Oberteil bringt.- Hierzu Schnitt muster auf dem Schnittmusterbogen Winterheft 1922. Normalschnittmuster in den Oberweiten 90 bis 116 cm erhältlich. Preis je 3 Mart. auf Arbeit angewiesen sind, war schon vor dem Kriege groß. Sie ist durch die Kriegsfolgen noch bedeutend angewachsen. Dieser Umstand hat schon dazu geführt, der Wahl des Arbeitsplatzes für die Frauen größere Aufmerksamkeit zu schenken, und zu ber suchen, unter Berücksichtigung der Neigung zu einer Arbeit auch die körperlichen und geistigen Fähigkeiten mit den Anforde rungen des Berufes an den einzelnen Menschen in Einklang zu bringen. Diese Absicht ist nicht so leicht durchzuführen. Sie erfährt Schwierigkeiten durch die Arbeitsuchenden und durch die Unzulänglichkeit der Einrichtungen zu ihrer Durchführung. Bis zum Dezember 1918, dem Termin, wo das Reichsamt für wirtschaftliche Demobilmachung den Landesbehörden die Ermächtigung gab, Gemeinden und Gemeindebehörden zur Schaffung von Einrichtungen für gemeinnützige Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung möglichst in Verbindung mit öffentlichen, unparteiischen Arbeitsnachweisen" zu verpflichten, waren Einrichtungen, die den Namen Berufsberatung verdienten, Yaum vorhanden. Durch eine Verordnung vom 5. Mai 1920 ist dem Reichsamt für Arbeitsvermittlung die Aufgabe ge worden, im Einvernehmen mit den obersten Landesbehörden die Aufsicht über alle Einrichtungen zu führen, die zur Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung unterhalten werden. In allen größeren Orten bestehen jetzt Berufsberatungsstellen, meist in Verbindung mit der Lehrstellenvermittlung der Arbeits. nachweise. Allzuviel praktische Bedeutung ist ihnen aber noch nicht beizumessen. Es fehlt den Gemeinden an Mitteln, die Berufsberatung auszubauen. Es fehlt zurzeit noch an Sträften für diese Posten, und es mangelt der Bevölkerung an Vertrauen zu dieser Einrichtung und an der Einsicht von ihrer Notwendigkeit. Ganz allgemein gehen die Klagen der Berufs. berater dahin, daß wohl die jungen Leute, die zur Berufsberatung fommen, ihren Ratschlägen ein williges Ohr schenken, nicht aber die Eltern und namentlich die Mütter der jungen Mädchen. Diese wollen ihre Löchter einem sogenannten besseren" Berufe zuführen und betrachten als solche die Arbeit als Verkäuferin, Stenotypistin oder Kontoristin. Jeder Zweifel der Berufsberater an der Geeignetheit der Beverberinnen für solche Posten und der Hinweis, daß gerade diese Berufe mit mittelmäßigen Arbeitskräften überfüllt sind, wird als persönliche Unliebenswürdigkeit der Berater aufgefaßt und hat oftmals das Fortbleiben von der Beratungsstelle zur Folge. Es ist zuzugeben, daß der Berufsberater ein junges Menschenkind, das zum ersten Male zu ihm kommt, nicht immer richtig beurteilen fann. Aber die Mütter sind auch nicht immer die richtigen Beurteiler der Fähigkeiten ihrer Kinder und meist tvissen sie so gut wie nichts von den Anforderungen des Berufes an die förperlichen und geistigen Kräfte des Menschen. Manche Mutter hat ihr Kind schon dadurch für sein ganzes Leben un glücklich gemacht, oder doch die Entwvidlung seiner Fähigkeiten badurch verhindert, daß sie aus Unkenntnis die Tochter einem Berufe zuführte, der nicht für sie paßte. Wir müssen dazu kommen, eine Auswahl der richtigen Kräfte für die Arbeitsplätze au treffen, im Interesse der Menschen, die auf die Plätze gestellt werden und im Interesse unferer Wirtschaft. Noch stedt die Berufsberatung, die diese Aufgabe erfüllen kann und erfüllen muß, in den Kinder schuhen. Man beginnt erst ihr die Bedeutung beizumessen, bie ihr zufommt und ihr die Erfahrungen der Bragis und der Wissenschaft dienstbar zu machen. Gewerbehygienische und berufspfychologische Erfahrungen werden in immer höherem Maße bei der Berufsberatung angewendet. Das sollte auch von den Frauen richtig gewertet und freudig begrüßt werden in Rücksicht darauf, daß die Tätigkeit im Wirtschaftsleben in immer zahlreicheren Fällen auch für die Frauen den haupt fächlichsten Lebensinhalt abgeben muß. Alles Gerede von dem Naturberuf der Frauen, in dem allein sie Glüd und Befriedigung finden können, darf uns nicht veranlassen, die Augen vor der Tatsache zu verschließen, baß der größte Teil der Frauen zum mindesten für eine Tängere Zeit bem Wirtschaftsleben angehört, und daß zahl reiche Frauen, selbst wenn sie eine Ehe eingehen, dennoch aus bem Wirtschaftsleben nicht ausscheiden und nicht ausscheiden fönnen. Es liegt im Interesse der Frauen und auch in dem der Wirtschaft- wenn die Einrichtungen ausgebaut und gefördert werden, die dazu dienen können und müssen, die In Attentasche WK 427 ist aus naturfarbigem Leinen an gefertigt, die Nähte sind mit schwarzem. Berlgarn in Schlingstichen verziert. Das Stickereimotiv ist aus fupferfarbigem Berlgarn gearbeitet, dessen dreifache Umrahmung ist in schwarzem Berlgarn ausgeführt, ebenso sind die mit Leinen überzogenen Knöpfe mit schwarzem Perlgarn verziert. Nach dem die äußere Sülle 1a, b, c fertig gestellt ist, wird sie abgefüttert. Zwischen Stoff und Futter schiebt man drei genau passende Bappstüde und fügt danach die Seitenstüde 1d und e ein. Eine ungefütterte Tasche wird nach 2a, b, c und d angefertigt, und dem Boden der äußeren Hülle aufgenäht, so daß die Aktentasche in 3 Abteilungen geteilt wird. 25x35 cm großes Stiderei- und Schnittmuster 3 M. richtige Eingruppierung der Arbeitskräfte zu vollziehen. Dann können die Frauen der Wirtschaft und sich selbst bon Nuzen sein. Gertrud Hanna, Mitglied des preuß. Landtag. Ein Brief zu den Berufsfragen der Mädchen Liebe Freundin! ▷ Sie wollen meine Ansichten zur Berufsfrage der Mädchen hören? Da möchte ich zunächst Berufe nennen, die ich für die Töchter unseres Landes nicht wünsche. Ich möchte nicht, daß fie sigen am Klöppelkissen, die Wangen bleich und die Augen rot."... wie das Gedicht der längstverstorbenen Frauenführerin schildert. Wenn Spizen, zarte, duftige Gewebe, nur gedeihen in der bittersten Not der Heimarbeit, dann wollen wir auf sie verzichten. Ich möchte nicht, daß unsere Töchter in der In dustrie arbeiten, wo sie mit giftigem, zerseßendem Material zu tun haben, wo sie für ihren Körper zu schwere Leistungen voll bringen müssen. Zwar ist die Entwidlung so weit, daß bie Gefahren der Arbeit eingeschränkt werden können. Die Frauen aber müssen wirken, daß das in dem notwendigen Maße ge schieht, haben doch die Frauen heute die größere Möglichkeit der Wirksamkeit durch das Wahlrecht und die Wählbarkeit Das wissen Sie so gut wie ich. Sie haben, liebe Freundin, Ihre besondere Ansicht zur Fabrik arbeit der Frau. Sie schreiben mir, Sie lehnen sie ganz ab, der Gefahren und des schlechten Rufes wegen. Ich kann Ihre Abneigung verstehen. Und ich glaube, ich würde auch meine Töchter nicht so ohne weiteres in die Fabrit schicken; ich stimme Ihnen auch bei, wenn Sie die Arbeit im Haushalte der Fabrik arbeit vorziehen. Und dennoch ist der Standpunkt falsch. Warum soll und muß die Bedienung einer Maschine in der Fabrik et was minderwertigeres fein als die Bedienung der Nähmaschine daheim? Ist es bei festem willen nicht möglich, der Fabrik arbeit den Ruf des„ Gewöhnlichen" zu nehmen? Ich antworte ein träftiges Ja" und schöpfe den Mut zu diesem Ja aus der Entivicklung der lebten dreißig Jahre. Denn vor ungefähr breißig Jahren befand sich das Fabritmädchen in der allerübelsten Lage, sowohl was seine wirtschaftliche Lage als auch den mora Hischen Ruf betraf. In der Hauptzahl wurden diese bedauerns werten Geschöpfe den Prostituierten gleichgestellt. Für einen beträchtlichen Teil stimmte das auch. Daß sich der Zustand in zwischen verändert, ja ich möchte einmal sagen, veredelt hat, ist eine unbestreitbare Tatsache. Die Männer in den Fabriken haben sich an den Zustand gewöhnt, mit Frauen gemeinsam gu arbeiten. Umgekehrt ist es dasselbe. Weiterhin aber ist die große Erziehungsarbeit zu beachten, die von den Arbeiter- und Arbeiterinnen- Organisationen geleistet wurde. Die Gewerk schaften lehnen es zwar ab, Standesorganisationen zu sein. Sie haben aber aur Hebung der Lage in materieller und ideellet Hinsicht sehr viel getan. Das, liebe Freundin, ist ein Teil meiner Ansicht über die Fabrik arbeit und die Beschäftigung unserer Töchter in der Fabrik: An der Veredelung eines Berufes sollen wir helfen! Gewig ist mit dem guten Willen allein nichts anzufangen, und ich sagte schon, daß wir Frauen durch unfre Teilnahme an der Gesetzesarbeit helfen müssen. Vieles muß zusammen- und ineinandergreifen Sie nehmen es mir gewiß nicht übel, daß ich darüber lache wenn von den besseren" Berufen für Mädchen die Rede ist überhaupt:„ der bessere Herr", die bessere Familie",„ das besser Fräulein". Hochmut und Unduldsamkeit in der häßlichste Form sprechen sich hierin aus. Und oftmals hört man di - 11 e e e it t % 6, re e me WK 428. WK 428 WK 429 infe aus weißem Bolle mit& andhohl fäumen und Filetdreiecken. Für die Hohlfäume sind je 6 Fäden aus dem Stoff gezogen, die Fileteden sind mit Knopflochstichen aufgenäht, der Stoff darunter fortgeschnitten. Der Kragen ist hinten viereckig und mit Hohlsaum und Filet eden geschmückt. Erforderlich 2 m Voile 100 cm breit. Hohl faumprobe 3 M. S. Hohlsaumarbeit Schnittmusterbogen 1921. WK 429. Bluse aus Rohfeide oder Waschstoff. Der Aragen fann auch offen getragen werden. Die Borderteile find in Falten gebügelt, oben tur; abgesteppt. Die Armel bündchen sind breit umgeschlagen und doppelt durchgeknöpft. Erforderlich 2,50 m Stoff 80 cm breit. Ansicht, daß man doch was Besseres set, aus dem Mund derjenigen, die zum eigenen Bessersein" herzlich wenig taten. Oftmals ist der Entschluß, einen besseren" Beruf, meinettvegen ben einer Schreibmaschinenbedienung, zu erlernen, nur diftiert von dem Wunsch, die Finger nicht schmuzig machen zu müssen. Das entscheidet dann die Berufswahl. Kann man die Frage nicht einmal so stellen: Ist die Arbeit der Hilfsarbeiterin an der Buchdruckereischnellpresse wertloser als die des Schreibmaschinenfräuleins? Genau betrachtet bedeuten beide Berufs arten im Wirtschafts- und sozialen Leben das gleiche: sie sind ein winziges aber wichtiges Mädchen im Organismus des gesell schaftlichen Lebens. Es wäre für mich verlockend, auf Ihre Ansichten über Hausangestellte näher einzugehen. Ihre Meinung, daß es immer und unter allen Umständen das bessere für junge Mädchen wäre Hausangestellte zu sein", bermag ich nicht zu teilen. Auch hier muß man Licht und Schatten gerecht verteilen. Ich kann mir wohl vorstellen, daß die Eignung für diesen wichtigen Beruf nicht immer gleichmäßig vorhanden ist. Sie, liebe Freundin, feben les ja am besten bei Ihren Töchtern. Ihre Marta ist hauswirtschaftlich begabt. Um Klaras Fähigkeiten aber wäre es schade, wenn sie verkümmern sollten; denn bei ihr bereinigen sich Geschmad, Farbensinn und Fingergefchidlichkeit auf das schönste. Sie muß und wird Schneiderin oder Puzmacherin werden. Es bleibt noch viel zu sagen übrig; doch Zeit- und Platzfrage hindern mich, fortzufahren. Lösen können einzelne, wohl meinende Menschen die Frage nicht. Das kann nur in allmählicher, zielbewußter Arbeit der Allgemeinheit geschehen. Wenn allerdings viele Menschen so dächten und handelten wie Sie, liebe Freundin, dann wären wir ein Stück Weg weiter. Ich erwidere Ihre Wünsche für das Fortentwideln unserer gemeinsamen Arbeit und begrüße Sie auf das herzlichste Ihre L. L. et me it te 113 he сп 13. en in at, Cen die and Pert ein. llet rit An mit on, beit fen. cha ift fer Sten bil Volkshochschulheime Der Wolkshochschulheimgedanke, bald eifrig gefördert, bald tart angefeindet, hat im Freistaat Oldenburg eine außerordent lich gesunde Verwirklichung erfahren. Dem begeisterten Apostel ber Idee, Pastor Heins, Wangerooge, war es durch die überBeugungsfraft seiner Persönlichkeit gelungen, Anhänger für eine Bläne in allen Bevölkerungsschichten zu verben. Nach bem Vorbilde der nordischen, insbesondere der dänischen Volks Hochschulen, aber- und das ist das Bedeutsame in Oldenburg -bem Charakter und den Bedürfnissen des Landes und seiner WK 430 WK 431 WK 430. Blufe aus gestreiftem Flanell. Die Vorderteile find in je eine breite Quetschfalte gelegt, esgleichen die Rückenmitte. Einfacher Bündchenärmel. Erforderlich 2,25 m Stoff 80 cm breit. WK 431. Blufe aus Batist, Waschseide oder Bourett. Die Fältchen im Vorderteil and in der Rüdenmitte sind fest eingebügelt. Der Kragen fann auch geschlossen getragen werden. Erforderlich 2,25 m Stoff 80 cm breit. Normalschnittmuster erhältlich in 90-110 cm Oberweite. Preis je 3 M. Doge Bewohner durchaus angepaßt, ja daraus erwachsen wurden im letzten Winter zwei Volkshochschulheime für junge Mädchen vom Landesamt für Volkshochschulen ins Leben gerufen. Das eine, auf der oldenburgischen Insel Wangerooge, fand seine Stätte im Oldenburgischen Kinderhospiz, oas zweite in leerstehenden Räumen des Kurhauses in Dreibergen am Ufer des Zwischenahner Sees, nahe der Hauptstadt Oldenburg. Trug legzteres den Wünschen nach stärferer Betonung hauswirtschaft. licher Ausbildung Rechnung, fonnte es für die übergroße Zahl seiner Insassen die Bildungs- und Kulturstätten der Landeshauptstadt nutzbar machen, so bot die Wintereinsamkeit der Insel Wangerooge den Vorteil der Abgeschlossenheit, der Konzentration. Und dieser überwog so sehr, daß in diesem Winter das Kurhaus Dreibergen aufgegeben, und die Jadekaserne auf Wangerooge zur Aufnahme der aus allen Teilen des Landes sich zahlreich Meldenden wohnlich hergerichtet wurde. In den Leiterinnen der beiden borjährigen Heime sie ar beiten in wundervoller Harmonie jetzt zusammen auf Wangerwaren Persönlichkeiten gewonnen, die mit vorbildlicher Hingabe und seltenen Fähigkeiten unterstügt von ebenso ideal gesinnten Hilfskräften, die Absicht, die den Volkshochschulheimen zugrunde liegt, in die Tat umzusehen verstanden, nämlich, An gehörigen aller Bevölkerungsschichten Gelegenheit zu geben, für einige Monate, losgelöst vom Getriebe des Alltagslebens, sich hin führen zu lassen zu dem Bewußtsein der Verpflichtung der Einzel persönlichkeit gegenüber dem Ganzen und in der Abgeschlossen. heit einer engen Lebensgemeinschaft von gleichstrebenden Men. schen mit dem Rüstzeug für diesen Zwed versehen zu werden. Wem es beschieden war, durch eigene Anschauung sich vom Leben und Treiben in diesen Heimen zu überzeugen, wer das eifrige Weiterstreben der ehemaligen Heiminjassen unter der verständnisvollen Führung von Bezirkspflegern und- Pflegerinnen in der Heimat berfolgen kann, der ist überzeugt von der Be deutung dieser Volksbildungsarbeit, der muß wünschen, daß Volkshochschulheime für beide Geschlechter erstehen und wie ein dichtes Netz sich über das ganze Baterland ausbreiten. Eins freilich ist not: Führerpersönlichkeiten! Denn es gilt nicht so sehr Wissen zu vermitteln, es gilt die harmonische Entwicklung der 23. TH. ganzen Persönlichkeit ihrer Eigenart gemäß! Hast du genossen das Glück der guten Erziehung, sei dankbar; hüte dich sorgsam davor, zu tadeln den minder Beglückten. Eigene Schuld ist es nicht, die ihn fern von der Bildung gehalten; nah' ihm belehrend und mild, das fordert die gute Erziehung. WK 43 WK 1650 Kapple 12 WK 1651 WK 433 WK 43 WK 432. auskleid aus Waschsamt. Rod gerade geschnitten und längs geftreift, etwa 2,40 m weit, Leibchen auf feines Batistfutter gebracht, quergestreift, mittelst giselierter Kupferknöpfe geschlossen. Buffärmel lang gestreift mit schmalen Bündchen abgeschlossen. Erforderlich 4,50 m Stoff, 80 cm breit. WK 433 Hauskleid aus bläulich graugrünem Bourett. Schnittform ganz gerades Stüd Stoff, etwa 280 × 90 cm, das für den Ausschnitt quer eingeschnitten und durch die Schulterspangen zusammengehalten wird. Unter dem Arm werden die beiden Teile mit schräger Naht verbunden, wodurch sich der Faltenfall ergibt, Gürtel aus großen und kleinen Holzperlen, seitlich durch Schlitze gezogen, in Naturfarbe, die Stofffanten sind behälelt, zur Holzperlfarbe passend, je 3 feste Maschen und 3 Luftmaschen abwechseind. WK 434. Einfaches Nachmittagskleid. Aus lila Gabardine mit blenden artigem Kragen und Armelrand aus passendem Chiffonsamt. Bluse mit Rock find zusammengenäht und 3 mal für den Banddurchzug auf einen untergelegten Futterstreifen durchgenäht in 1%, cm breiten Abständen. Ein Futterleibchen aus Waschtüll wird dem Kleide am Ausschnitt und am Bugsaum eingeheftet, so daß die Bluse leicht kraus überfällt. WK 1650. Ieid mit Chiffonärmeln. Das Kleid läßt sich in Samt, Seide oder Wollstoff nacharbeiten. Die Chiffonärmel sind den kurzen Futterärmeln angeschnürt, so daß das Kleid auch ohne diese Armel getragen werden fann. Doppelseitiges Band zur Schärpe. Rückenschluß. Hierzu Schnittmuster auf dem Schnittmusterbogen Winterheft 1922. WK 1651. leid aus Chinatrepp. Der Stoff ist in Stehfalten gebrannt, Ausschnittblende, Gürtelschärpe und Armelbündchen aus weicher, glänzender Seide. Rückenschluß mit Seidenknöpfen und Seidenösen. Erforderlich 4 m Chinakrepp 100 cm breit, 1 m Seide 75 cm breit. Normalschnittmuster zu den Damenkleidern in 90, 98 und 106 cm Oberweite erhältlich. Zu den Konfirmationskleidern in 86, 90 und 98cm Oberweite erhältlich. Schon frühzeitig bringen wir diesmal die Vorlagen für Konfirmationsund Kommunionskleidung, so daß unsere Mütter schon jetzt, falls sich irgend eine gute Gelegenheit bietet, den Einkauf der Stoffe besorgen fann. Auch als Festkleider lassen sich die Modelle nacharbeiten. 13 WK 435 WK 435 und WK 436. Gesellschaftskleid. Das Kleid besteht aus einem Rock, 2 Blusen und 2 Schärpenteilen und ergibt so ein in drei Arten zu tragendes Kleid. Am besten aus schwar zem Chinakrepp zu arbeiten. Abb. 435 zeigt sie 1. Bluse mit Hohl ( aumschmuck und langen Armeln, dem Rock sind Die zwei Schärpenbahnen mit Fransenbesaz aufgeknöpft. Bei 136 ist über dem einfachen Rock eine Bluse mit langen Schoßteilen ge= 6ogen, der eine mit Berlen bestickte Vorderbahn eingefnöpft wird. Ein ' chmaler Gürtel hält die Weite der Bluse zusammen. Die Zipfel der Schoßteile sind mit Beckquasten abgeschlossen. Bei 435a ist der Bluse ein farbig gestidter, bezw. mit Goldfaden bestickter Lazz eingeknöpft. Der Rod ist einem Tüllfut terleibchen angeknöpft, die Bluse 435 wird in ein schmales Bündchen gefaßt, das durch den breiten Gürtel gedeckt wird. Erforderlich) 5', m Chinatrepp 100 cm breit. Stickereimuster WK 435 Preis 6 M. WK 435 a Preis 3 M. WK 1652 WK 1653 WK 436 WK 1652. WK 435 a Kleid aus Wollstoff. Zur Verzierung Stepperei von glänzendem Berigarn, schmale Schiff chenspitze am Ausschnitt. Hierzu das Schnittmuster Fig. 6-10 auf dem Schnittmusterbogen„ Winterheft 1922". WK 1653. lcid ans Seidenmull. Feine Klöppelspige am Fichu, Ausschnitt- und Armelrand. An das einfache kurze Leibchen ist der Rock angesezt. Rückenschluß. Erforderlich für 10 bis 12 Jahre 2,75 m Seidenmull 120 cm breit, 2,25 m Stlöppelspize. WK 1654. leid aus Wollmusselin oder Schleierstoff mit Büff. chennäherei. Das Kleid. chen ist in einem Stück ge schnitten, es wird am Ausschnitt über Schnureinlage eingefraust, ebenfalls am Ärmel. Der weiße Band. gürtel mit einer Stoffrose in der vorderen Mitte wird seitlich durch Spangen ge halten. Verschluß in der Rückenmitte mit gehäkelten Knöpfen und geschürzten Osen. Erforderlich 2 m Schleierstoff für 12-14 Jahre. Schnittmuster zu den Kommunions. kleidern für 10-12 und WK 1654 12-14 Jahre je 3 m. GK- R 14 WK 437 WK 1655 WK 438 WK 1656 Für unsere Kinder. Normalschnittmuster für 2-4, 4-6 und 6-8 Jahre erhältlich. WK 437. Blufenanzug für Knaben. Braunes Loden ist zum Leibchen nebst Hose, heller Flanell zur Bluse genommen. Hofe vorn an das Leibchen genäht, hinten mittels Gürtel aufgeknöpft. Die Leibchenränder sind blau umhäfelt. WK 1655. Kleidchen aus graugrüner Robfeide. Dem glatten Leibchen wird das Nödchen kraus angesetzt. Aleine Büffchen aus gleichem Stoff zum Abschluß der kurzen Armel. Die Zidzadlinien sind in taubengrauer Wolle ge stidt, die Fransen sind abwechselnd taubengrau und leuchtend himbeerrot. Erforderlich etwa 1 m Stoff 100 cm breit. WK 1656. leischen aus emailblauem Waschsamt. Das Röckchen wird in leichten Tollfalten dem langen Leibchen angesetzt. Am Anfahrand sind kleine Wollfransen an gebracht in den Farben lichtgrau, startrosa und patinagrün. Für die Küche Platz( feines Kuchenbrot). 1 Pfd. Mehl, 60 Gr. Kunstbutter, 150 Gr. Zuder, 2 Eier, davon eins zum Bestreichen des Kuchens, Lir. Milch, 1 Prise Salz und 30 Gr. Hefe. bereitung des Vorteiges ist die gleiche wie beim Napfkuchen. Die Bu WK 1658 WK 1659 Preis je 3 M. Stickereimuster zu den Mützen je 3 M. WK 438. antel und Müge aus grauem Flausch stoff. Müße mit grünem Seidenband eingefaßt und bunter Wollstickerei verziert, gleiche Stickerei an den Schulterſtüden des Mantels. Kragen und Taschenrand behäkelt. WK 1658. Rage aus braunem Flausch mit bunter Wollstickerei. Die Müze besteht nur aus zwei Teilen, die schleifenartig abstehenden Seitenteile sowie der breite Nandumschlag sind angeschnitten. Die oberen Müßenränder find mit sandfarbener Wolle mit Bierstichen zusammengeftict. Die breite Randstickerei ist in sandfarbener, leuchtend violetter, giftgrüner und schwarzer Wolle ausgeführt. WK 1659. Mantel aus braunem Zuch, Kragen und Müge aus grünem Flauschstoff. An das furze Leibchen des Mantels find die Rockteile angejezt. Die Müge ist mit bunter Wolle bestidt, der Mükenrand doppelt umgeschlagen. Ist der Vorteig aufgegangen so gibt man das übrige Mebl die Butter und die anderen Zutaten hinzu und verrührt alles zu einem ziemlich festen Teig. Diesen läßt man in einer Kastenform an einem warmen, zugfreien Ort zugededt aufgehen. Der Teig wird hierauf mit gequiritem Eigelb bestrichen und bei gleichmäßiger Ofenhite gut gebaden. der Abbildungen werden in der bekannten Art auf dem frei zu beziehenden Schnittmusterbogen ge Schnittmusterbogen, der Bogen enthält noch Abbildungen und Schnittmuster aus anderen Heften. Preis des Schnittmusterbogens 1 M. und 50 Pf. Porto.( Abonnement jährlich 4 M. und 3 M. Porto; 3 Schnittmusterbogen und 3 Handarbeitsbogen.) Kleine Schnittmuster: Kindertwäsche, Kinderschürzen, Mützen usw.. Schnittmusterpreise St, Söcke, Jacken, Wäschegegenstände für Erwachsene, Nuasen- und Mädchenticidung bis zu 14 Jahren Kleider, Mäntel für Erwachsene, Knaben- und Mädchenkleidung über 14 Jahre Der Verlag gibt Normalschnitte oder= 6chnittmusterversand Echnitte nach Maß gezeichnet zu den am Schluß der Beschreibungen ange und Schnittmusterbogen Maße der Normalschnitte für Erwachsene Normalschnitt W. 2.Nach Wing gecidet . " " 3.5." M. 15.25.führten Preisen ab. Unsere Normal schnitte werden nach mittelgroßen un geschnürten Normalfiguren gezeichnet. Maße der Normalschnitte für Jungmädchentleider Große in Cm Obers Gürtel weite Bordere Hüdens Roc weite Hüftenweite Alter Länge Länge länge Obers weite Gürtel weite Hüftenweite Vordere Müden RodLänge länge länge I 90 70 90 86 86 100 II 98 75 103 87 87 102 14-16 Jahre 86 16-18 66 90 70 883 88 90 III 106 80 114 88 88 102 14 cm unter bem Gürtels fchluß gemeijen 35 35 85 66 86 86 6619 75 IV 116 86 125 38 89 102 Den Betrag für die gewünschten Schnitte und 2 M. Porto wolle man mit der Bestellung einsenden, andernfalls erfolgt Bus fendung mit Nachnahme, die sich außer Porto noch um 2.25 M. erhöht. Billigste Bestellung auf Zahitarte 992 Karlss ruhe i. B., G. Braunsche Cosbuchbruceret und Verlag, Karlsruhe i. B., Karlfriedrichstraße 14. Wir bitten bei Bestellungen von Normalschnittmustern die genaue Größe, solvie die Echnittmusterunmmer mit den Kenntudifaben anzugeben. Berandgebezin: Glifabeth Röhl, A& Bin. Berantwortlich für den Echrifttell: G. Böhl, Alu- Alettenberg. Lehrbergstraße 28, flir ben Biberell: 2. Düben, Sart sute i. B., Rarifricbrichfrage 14 G. Brannige Sofbudbruderei uns Becies, harisruhe i.. 15 Die Heimat auf dem Lande& Der Lag der Bäuerin Wir sind im Hochsommer. Die Zeit der Ernte beginnt, der Gras schnitt macht den Anfang. Noch dämmert kaum der Tag, da sind Bauer, Sohn und Knecht schon bei der Hand. Mit den Sensen über der Schulter, gehen sie hinaus zu den Wiesen: die Stunden, in denen der Tau die Halme noch straff hält, müssen zum Mähen ausgenügt Iverden. Mutter ist mit aufgestanden, ihren Leuten das Frühmahl zu bereiten und ihnen bas„ Mähstüc" und das nicht zu knapp und einen warmen Trant mitzugeben; denn es ist noch empfindlich kühl in diesen frühen Stunden. Nun sind die Männer fort, die Bäuerin schafft einige Zeit allein in Küche und Hof. Viel Arbeit gibts hier immer. Bald nach 5 Uhr weckt sie die Magd, und nun gehts zusammen in den Etall. Zuerst tommen die Kühe an die Reihe, die vor dem Melfen gefüttert werden wollen. 3n Seelenruhe tauend steht die bunte Schar bald da, als„ Frau" und Fina, beide mit Gimer und Schemel von einer zur andern gehen und das Melfen besorgen. So bergnüglich es sich ansieht, wenn die Milchstrahlen in den Gimer sausen, und eine dide, tveiße Schaumschicht bilden, so leicht ist das Geschäft nicht: es berlangt biel Mustelkraft und Ausdauer und ebensoviel Geschick. Und wer es nicht in der Jugend gelernt, der wird wohl nimmermehr Meisterin darin! Die Magd dreht alsdann die Milch durch die Schleuder. Viel Arbeit wird gespart, wenn dies sofort geschieht, denn törperwarm entrahmt die Milch sich am besten. Auch das übrige Vieh muß versorgt werden, die Schweine und die beiden Pferde gefüttert, lettere wollen auch gestriegelt fein. Nicht zuletzt kommt das liebe Federvieh an die Reihe. Borerft wird nur die Klappe geöffnet, um ihm freien Auslauf zu geben. Viel Würmer, Insetien und sonstiges Getier gibts auf der Graswiese unter den Obstbäumen, und so sehen wir dort die Hühner bald emsig suchen und scharren; zwei gierige Enten gar streiten sich um einen armen Frosch, dem sie im Freßeifer die Schenkel gar nicht schnell genug auszerren können. Erst später, um Mittag, gibts etwas Körnerfutter für die geSamte gefiederte Gesellschaft. So hat Marthelies, die Hauss tochter, jie war Ostern eben fertig mit der Schule und ihr ist der Geflügelhof anvertraut nicht mehr allzuviel Last Damit, nachdem die Küfen schon herangewachsen, und die jungen Entchen schon lustig auf dem Teiche schwimmen. Doch die Gössel! Ja, diese müssen noch sorgsam vor Nässe behütet werden, bis sie ihre Federn haben. Grünes Gras, und nochmals Gras ist ihr zuträglichstes Futter. Mit einem langen Steden be waffnet treibt Warthelies ihre gelbe flaumige Schar vor sich her an den Rain; sie kennt dort die besten Stellen und will sie ihren Schüßlingen zugute kommen lassen, ehe„ die andern" da find. Leim Hüten ist sie nicht müßig; sie rupft Nesseln, die unter der Hede stehen, zum Schweinefutter: eine volle Schürze bringt sie Mutter mit nach Hause. Nun sind sie alle befriedigt, die Vier- und Zweibeiner. Mutter hat mittlerweile die Morgensuppe gefocht und nach der Arbeit, dem Hin und Her in der frischen Morgenluft, mundet sie allen bortrefflich. Nach kurzer Ruhepause geht wieder jedes an sein Wert. Die Ställe müssen gesäubert werden, im Garten warten Erbsenbeete auf ihre Meiser. Dazu die vielen kleinen Handreichungen, die feinen Namen haven, und die doch notwendig und bedeutsam sind für das Gesamtgetriebe. Von Mutter sind inzwischen die Schulkinder aus den Betten geholt, sauber gewaschen und glatt gefämmt sißen sie nun am Frühstückstisch, Friz, der große, Trudchen und der Jupp, und beißen herzhaft in die Brotschnitten, die Mutter ihnen zuschneidet. Dann schnell die Ranzen um und fort gehts im Trab. Doch nun ruft Nesthäfchen aus der Kammer her. Gern hätte Mutter noch eine Weile ohne ihren kleinen Quälgeist gewirtschaftet, doch er läßt nicht Ruhe, bis sie ihn geholt. Gerade faun er auf seinen fleinen Beinchen stehen, und arg muß man auf ihn achtgeben, damit er nicht Unheil anrichtet! Doch Gott sei Dank, mit der Milch, Lieblings bester Nahrung, braucht man nicht zu sparen. Bausbacken hat er denn auch und stramme Glieder. Nun beginnt der Bäuerin Doppelberuf: zu gleicher Zeit ist sie Mutter, ist sie Hausfrau. Ein merkwürdiges Geschick hat sie, beidem gerecht zu werden. Derweil die andern draußen schaffen, sorgt sie für gute Rost. Nach kurzer Mittagsruhe gehts wieder hinaus, ins Heul Diesmal ziehen auch die Magd, Marthelies und die Schulkinder mit, ein jedes mit einem Rechen über der Schulter. Gar lustig ist die Arbeit des Graswendens im leuchtenden Sonnenschein. Mutter ist zunächst daheim geblieben; es gilt noch die Küche sauber zu machen, noch einmal nach allem Vieh zu sehen, ob's auch gut versorgt. Dann zieht auch die Hausmutter los der einen Hand den mächtigen Kaffeeteffel nebst Brotforb, an der andern das Kind. So tann sie noch leiblich ausschreiten. Doch bald wird Klein Peter müde, verlangt nach dem Arm der Mutter. Was bleibt ihr anders übrig, als ihn heraufzunehmen. Mit dieser doppelten Last beladen, kommt sie etwas erschöpft. auf der Wiese an. Doch alle Müh ist schnell vergessen, als sie die Freude der Heuleute sieht über das von ihr Gebrachte. Der Rückweg ist leichter, Sessel und Korb find leer, und KleinBeter thront oben hoch auf dem beladenen Heulvagen, den der große Bruder nun einfährt. Als auch das zweite Fuder geladen, wird Feierabend gemacht, und bald sind alle wieder daheim. an Mutter war nicht müßig inzwischen, u. a. hat sie das Abend. melten besorgt, diesmal allein. Die Kühe, die tagsüber auf der Weide, hat der große Bub ihr heimgeholt. Mit dem Abendessen macht sie heute nicht viel Umstände: es gibt Dickmilch, große Broden Brot sind hineingeschnitten. Nachdem sie ihren Hunger gestillt, sinken bald alle totmüde in die Federn. Doch Hausvater und Hausmutter machen vorher noch ihren gewohn ten Rundgang, uin alle Türen und Tore zu schließen über Nacht. Früher hatten sie solches nicht nötig gehabt, doch die Kriegs zeit brachte Gesindel. a Einige Bierländer Bänke Die Bierländer Möbel( Stühle, Truhen), die Zierde vieler Museen, mit ihren reichen Intarsien find bekannt. Die Bänke von mustergültiger Emfachheit dagegen, die für unsere Jektzeit viel mehr zum Nacharbeiten geeignet sind, sind noch sehr unbekannt. Es gibt da feste und zusammenKlappbare Sitzbänke, Truhenbänke, Deichbänke, Bänke mit einer Schublade drunter, Hühnerbänke. • 1• 1• 1• 1• 1• 1 b Sie sind einfachste Tischlerarbeit. Die Verzierungen find: Ausfägearbeit, Drechslerarbeit, Anstrich. Die hier abgebildeten Bänke haben keine Rückenlehne; denn sie werden an die Wand gestellt. Bei drei Bänken ist gegen das Sizbrett im rechten Winkel ein Vorderbrett gefügt, das mit Ausfägearbeit berziert ist. Ebenso die Füße, die auch aus je einem Brett bestehen. Die vierte Bant mit den Schubladen drunter ist eine Edbant. Des breite Seitenlehne. Die Art der Verzierung gibt jeder Bank ihren eigenen Charakter. Bant a: Der älteste Typ, ein geradliniges Brett, einfach eingelerbt. C halb hat sie eine d Bant b: Verzierung graziöser, lebendiger, schwungvoller. Bant c: steif, geradlinig, nicht To launig und lustig wie die andern. Es ist eigenartig, wie man an diesen drei Bänken troß ihrer Einfachheit bis brei verschiedenen Stilarten unterscheiden kann. So sieht man an Bant a den übergang vom Mittelalter zur Renaissance, an Bant b den Barockstil und an Bant c den Bopfstil. überhaupt ist es ja seltsam, wie die Vierländer sich mit diesen Stil arten abgefunden haben, wie sie aus jeder etwas Eigenartiges, Bierländisches zu machen wußten. 16 Bei Herzlilien- Schampon Korpulenz Hausfrauenfpart Gast welches sich seit 1908 schon millionenfach bewährt hat, findet jetzt immer mehr Anwendung. Der Hauptgrund ist, daß Herzlilien- Schampon ganz allein den echten Panamateer enthält, welcher gegen alle Haarkrankheiten, sowie zur Verschönerung der Haare größte Wirksamkeit hat. Herzlilien- Schampon ist deshalb einzig in Qualität; schäumt vorzüglich und macht reines, volles und feinduftendes Haar. Es ist tatsächlich das Beste aller Haarwaschmittel, was auch viele Dankschreiben bestätigen. 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