Für unsere Kinder Nr. 15 o o o c> O o o Beilage zur Gleichheit 0000000 1309 Inhaltsverzeichnis: Einem Kinde. Von Cäsar Flaischlen.(Gedicht.)— Uebcr den Grenzen. Von Ernst Almsloh.— Maiseier der Kleinen. Von Ludwig Hand.(Gedicht.)— AuS der rö mischen Geschichte.(Schluß.)— Arria. Von Karl Gerok.(Gedicht.)— Der Teuscl und der Vogt. Ein nordisches Märchen.— Mama Maus. Bon Emma Döltz.(Gedicht.) 0 0 Einem Kinde/ 0 0 Von Cäsar Flatschlen. Sei nicht traurig, sei nicht traurig... es ist heute nur so trübe, es ist heute nur so schwer. Morgen blitzt die Sonne wieder, leuchten Rosen weiß und rot, und mit lauter Lerchenliedern jubelt's in den hellen Morgen, jubelt's in den blauen Äimmel siegreich über Leid und Not... Quillt und schwillt mit jungen Kräften, quillt und schwillt mit junger Lust lebenswarm dir in die Brust; weckt und wappnet deine Seele glaubensfroh zu neuer Wehr... Sei nicht zag drum, sei nicht traurig... es ist heute nur so trübe, es ist heute nur so schwer! 000 Lieber den Grenzen. Als wieder einmal der alte Streit Zwischen seinen Eltern und den Nachbarsleuten los brach, schlüpfte Ludwig schnell durch die Hof- * AuS„Aus den Lehr- und Wanderjahren de» Lebens". Gesammelte Gedichte, Brief- und Tage- buchblätter. Von Cäsar Flaischlen. Egon Fleischel st Co.. Berlin. tür und kletterte die schmale, steile Treppe zum Boden hinauf. Fast in jedem Frühjahr, wenn die Gärten wieder instand gesetzt wurden, kochte in Lud wigs Vater der alte Groll über den schmalen Streifen Erde auf, den ihm der Nachbar an geblich vor sieben Jahren weggenommen haben sollte, als er eine neue Einfriedigung um seinen Garten zog. Es war zwar nur die halbe Breite eines Spatenstichs, die der Nachbar zu weit auf seines Vaters Grundstück gekommen war, und Ludwig konnte gar nicht begreisen, warum der Vater darüber stets in solchen Zorn geriet, wenn da» Gespräch daraus kam, oder wenn er im Garten arbeitete. Die beiden Nachbarn kamen auch sonst ganz gut mit einander aus, besonders im Winter, wenn es im Garten nichts zu tun gab. Dann kamen sie oft genug zusammen von der Arbeit heim, oder sie gingen zusammen in die Versamm lung. Aber sobald der Vater im Frühjahr den Spaten und die anderen Gerätschaften aus der Ecke des Ziegenstalls holt«, wußte Ludwig auch, was bevorstand. „Anzeigen müssen hätte ich den Kerl da mals-- ich reiß' ihm den Zaun doch noch runter-- von meinem Erbe einfach einen halben Meter abstechen—— das lasse ich mir nicht gefallen--" So waren die Redensarten, mit denen der Zorn begann. Der Nachbar antwortete dann auf das Geknurr und sagte wohl gar. daß er Ludwigs Vater gern noch mal so viel Grund und Boden wiedergeben wollte, wenn er den Zaun wieder einmal erneuern müßte, und daß er doch jetzt nicht den guten Zaun um nichts und wieder nichts abreißen könnte, daß er so dumm nicht wäre, und daß doch nicht so viel Wesens um das bißchen lumpige Erde ge macht werden sollte. Bald gab ein Wort das andere, und Schimpfteden klangen darein. Auch die Frauen gaben ihren Senf dazu, und mit roten Köpfen und ergrimmten Gemütern zogen sich schließlich die Männer in ihre Häuser zurück. Wochenlang sahen sich die Familien dann gegenseitig nicht an; selbst Ludwig durfte während dieser Zeit nicht mit Nachbars Karl und Lilli spielen. Traurig stand der Junge am Bodenfenster und schaute in die fliehenden zarten,«eiße» Für unsere Kinder N4 Wolken. Er wußte, nun begannen wieder die traurigen Wochen, in denen im Hause Ge brumm und auf der Straße Unfrieden war. Hin und wieder drang ein Scheltwort zu ihm hinauf. Aber je länger er in die weite blaue Ferne sah, um so mehr versank die Gegen wart um ihn. Er fühlte, wie ihn«ine weiche Hand an faßte. Als er sich erschrocken umschaute, sah er eine schöne Frauengestalt neben sich stehen. Eine solche herrliche Frau hatte Ludwig noch nie gesehen. Aus ihrem Blick sprach Güte und Milde, Reinheit und Weisheit; von ihren Schultern herab wallte ein weicher, weißer Mantel; am Rücken trug sie zwei schimmernde weiße Flügel. „Ich bin der Frieden/ sagte sie mit einer sanften, tlingenden Stimme zu Ludwig,„komm mit mir, gib mir die Hand." Ludwig erschrak, als er daran dachte, daß er heute stundenlang Murmel gespielt und hernach seinem Vater beim Umgraben des Gartens geholfen hatte. Wie mußten seine Hände aussehen! Di« faßte die schöne Frau mit ihren reinen weißen Händen sicher nicht an. Aber als er einen scheuen Blick auf seine Hände warf, sah er zu seiner freudigen Über raschung, daß sie ebenso weiß und rein wie die der schönen Frau waren. Und— er wollte seinen Augen nicht trauen— auch gerade solch ein weißes Gewand hatte er an. Und daS Wunderbarste war: er fühlte, wie er keinen Boden mehr unter den Füßen hatte, wie er mit sanften Flügelschlägen davon getragen wurde. Er war erst einige Meter hoch geflogen, gerade über der Grenze zwischen seinem Eltern haus und dem Nachbarhaus befand er sich. Er sah den Zaun und den schmalen Streifen Erde, um den der Hader ging, er sah die beiden Väter mit wütenden Geberden und zornigen Blicken sich anschreien und die Mütter mit den Schürzen vor den Augen weinen. Er wollte ihnen zurufen, daß sie sich doch nicht länger streiten möchten, aber seine Stimme drang nicht bis nach unten, und die Streiten den sahen ihn auch wohl gar nicht. Und mit sanften Flügelschlägen ging es höher hinauf. Jetzt befanden sie sich in der Höhe des Kirchturms, und verwundert schaute Ludwig unter sich. Mit einem Blick konnte er die ganzen Häuser überschauen. Auch sein Elternhaus sah er noch. Aber wie klein war es. Und bei den Streitenden konnte er nicht mehr erkennen, ob ihre lebhasten Bewegungen dem Ärger oder der Fröhlichkeit entsprangen. Von dem Zaune und dem schmalen Erdstreisen sah Ludwig nichts mehr. Wie winzig mußte er doch sein! Wie gleichgültig schien es Lud wig, ob der Streifen zu seines Vaters Hause oder zum Nachbarhaus gehörte. Aber die Landstraße sah Ludwig jetzt unter sich, die sein Heimatdorf mit dem Nachbarort verband. Sie sah von dieser Höhe aus wie ein liebliches weißes Band mit grünen Rän dern, das zwei gute Freunde miteinander verbindet. Ludwig sah die Frau, die ihn schwebend an der Hand hielt, fragend an. Sie lächelte leise und herzlich. „Ich weiß, was du denkst. Aus dieser Straße seid ihr Jungen von Adorf so oft losgezogen, um euch mit den Jungen von Bedors zu prügeln, weil ihr glaubt, es muß so sein. Jeder Adörfer ist ein Feind jedes Bedörfers, weil die Väter schon Feinde waren und die Großväter. Und warum? Weil sich die Ur großväter nicht wegen des Grenzsteines einigen konnten. Siehst du den Stein da unten? Nein? Es ist auch so gleichgültig, ob er da oder dort steht. Sonne und Regen kümmern sich nicht darum, ob der Acker, den sie erwärmen und tränken, zu Adorf ober Bedarf gehört." Und mit sanften Flügelschlägen ging es höher hinauf. Mit einem Blick sah Ludwig jetzt Hunderte von Dörsern und viele Städte, und i» der Mitte sah er eine große schöne Stadt mit vielen Türmen und Spitzen. Aber so klein sah alles aus, als ob es Kmderspiel« zeug wäre. „Das ist die Hauptstadt," sagte die Frau zu Ludwig,„und das andere sind die vielen kleinen Städte und Dörfer des Landes. Aber nicht alle, die du siehst, gehören zu deinem Lande. Auch zum Nachbarlande zählen schon viele, und die vielen Spitzen und Türme, die du dort ganz hinten in der Ferne— siehst du?-- dort, wohin ich mit dem Finger zeige— auftauchen siehst, gehören schon zur Hauptstadt des Nachbarlandes. Siehst du eine Grenze zwischen den Ländern? Nein? Es ist auch von hier aus keine zu sehen, und»n Wirklichkeit gibt es auch keine Grenze mehr, denn b«de Länder gehören ja zu einem großen Reiche. Aber früher, vor hundert, ja noch vor fünfzig Jahren, da lebten die beiden Länder in grimmigem Streit, da zankten sich die Großen und Kleinen in den beiden Ländern, und es ist auch Blut geflossen. Nun sind die Länder vereinigt, sie baben nur noch verschiedene Für unsere Kinder 115 Und mit sanften Flügelschlägen ging es höher hinauf. Namen. Aber ein wenig Arger ist auf beiden| Blick, wie winzig der kleinliche Streit der Seiten übriggeblieben. Du weißt ja, wie dein Menschen." Vater über die Leute jenseits der weißgelben Grenzpfähle redet, wie er sich und seine Landsleute für was Besseres hält, bis ihm deine Mutter sagt, daß sie ja eigentlich aus jenem Lande stammt." Wie weitete sich Ludwigs Blick! Wie klar wurden ihm Dinge, die er früher gar nicht verstanden hatte! Wie lächerlich kam ihm der Streit zwischen den Fürstentümern männlicher und weiblicher Linie vor, wenn er von hier oben sah, wie winzig sie beide waren im Vergleich zu dem unermeßlichen Land, das sich um sie herum erstreckte. Und mit sanften Flügelschlägen ging es höher hinauf. Tausende von Städten, Hunderttausende von Dörfern sah Ludwig wie winzige Pünktchen unter sich liegen. " Wenn wir uns jetzt gerade an dieser Stelle senkrecht auf die Erde hinabließen, weißt du, wohin wir dann kämen?" Ludwig schüttelte den Kopf. ,, Wir kämen gerade auf die Grenze zwischen dem großen Reiche, zu dem du gehörst, und dem großen Nachbarreiche nieder, und gerade an die Stelle, wo vor vielen Jahren die letzte fürchterliche Schlacht gekämpft worden ist, bei der Tausende von blühenden Menschen, von Vätern, Brüdern und Söhnen gefallen sind. Du hörst so oft in der Schule, daß auch ihr bereit sein müßt, diese Grenze wiederum mit Gut und Blut zu verteidigen, wenn es den Erbfeind gelüften sollte, die alten Grenzstreitig teiten aufs neue zu beginnen und den tostbaren Boden des Vaterlandes anzugreifen. Siehst du etwas von der Grenze?" Ludwig schüttelte den Kopf und suchte sein Gesicht zu verbergen. „ Warum wirst du so rot und verlegen?" fragte die schöne Frau.„ Du brauchst dich nicht zu verstecken, ich sehe dich doch und ich Lese in deinem Herzen wie in einem offenen Buche. Willst du's mir sagen?" " Ich schäme mich." Da schien es Ludwig, als ob all die Reiche mit ihren vielen Tausenden von Städten und Dörfern in einem wunderbaren, weichen, smaragdgrünen Bette lägen, das sich nach allen Seiten bis ins Unendliche ausdehnte. „ Das ist das Meer, das schöne, große Meer, das kostbare Band zwischen den Erdteilen." Und als sie noch höher flogen, sah Ludwig in der Ferne neues Land auftauchen, das immer größer wurde, so daß ihm bald das Meer wie eine große, gewaltige Brücke von Land zu Land vorfam. Wenn wir uns jetzt niederlassen würden, so tämen wir gerade auf den spizzen Bug eines furchtbaren Kriegsschiffes, das durch das Meer pflügt, um ein anderes Kriegsschiff zu ereilen und in den Grund zu bohren. So wird das schöne Meer, dieses smaragdgrüne Band des Friedens, das die Länder zusammenhält, entweiht durch die fleinlichen Streitigkeiten der Menschen. Erinnerst du dich noch daran, als du vorhin über der Landstraße zwischen Adorf und Bedorf schwebtest und dabei an euren Bank mit den Bedörfern dachtest? Du mußtest beschämt lachen. Es wird auch für die Menschheit eine Zeit kommen, in der sie beschämt darüber lacht, daß sie einst, einst, in grauer Zeit, das schöne Meer durch blutigen Streit und wilden Massenmord entweihte." Ludwig kam sich wie ein alter Mann vor, der sehr viel im Leben erlebt und sehr viel aus Büchern gelernt hatte, so klar fonnte er denken, so natürlich leuchtete ihm alles ein, was ihm die schöne Frau an seiner Seite sagte. Daß er eigentlich ein kleiner dummer Junge war, vermochte er sich gar nicht mehr vorzustellen. ,, Aber weiter dürfen wir nicht steigen! Schau unter dich! Siehst du, wie die Erde sich wie ein gewaltiger Ball wölbt? Wir müssen uns an sie halten, wenn sie uns nicht davonsausen soll. Sonst landen wir auf irgend einem anderen Sterne. Oder möchtest du dahin?" ,, Nein, nein, ich möchte zurück zur Erde, zu den Menschen, ich will ihnen sagen, daß sie " Wegen meines Vaters und seines Streites den Streit lassen, daß sie sich in Frieden ihres mit dem Nachbar." ,, Und weswegen schämst du dich?" ,, Wegen meines Lehrers und „ Nun, und?" und ,, Du brauchst dich dessen nicht zu schämen. Sie können nicht dafür, daß sie so denken. Wer immer unten im Tale bleibt, erfährt niemals, wie eng sein Horizont ist, wie kurz sein Glückes auf Erden freuen sollen „ Schön, das ist brav von dir. Nun wirf noch einen Blick in den Weltenraum, wie sich in unendlichen Entfernungen gewaltige Bälle drehen und pfeilschnell dahinsausen, und das Mir unser« Kind« Jahrmillionenlang. unaufhörlich, nach ewigen, ehernen Gesetzen-- und dann fasse mich fest an, wir sinken mit ungeheurer Schnellig keit nach unten-- hall, hall, hier wollen wir einen Augenblick verweilen, sieh mal dort das grüne Pünktchen— siehst du es? Was es ist? Ein Luflschiff, die neueste Erfindung von euch Menschen.- „Ei, ei, das wollte ich schon immer mal sehen."„Ja, weit über dir hättest du es vielleicht schon sehen können, aber jetzt siehst du eS tief, tief unter dir. Aber sieh, wir kommen näher und näher, und was siehst du? Männer mit bunten Uniformen sitzen in der Gondel des Luftschiffes, und ihren kühnen Flug in die Lüfte und ihr angestrengtes Nachdenken widmen sie der Frage, wie wohl das leichte Schiff der Lüfte auf die beste Weise zum schwersten Feinde der Menschen, zur fürchterlichsten Waffe deS Krieges gemacht werden kann. Welchen Segen und welche Freuden könnte die Eroberung der Luft für die Menschheit bedeuten— die Freu den hast du ja heut« erfahren—, und wie töricht und verblendet sind die Menschen, daß sie ihr ganzes Sinnen zu ihrer gegenseitigen Vernichtung auswenden--- Mit rasender Schnelligkeit und doch sanft und weich ging et tiefer und tiefer; Ludwig konnte schon allmählich wieder Städte und Dörfer erkennen, und bald auch die vertrauten Dörser seiner Heimat, und jetzt befand er sich sogar schon wieder in Kirchturmshöhe über sei nem eigenen Vaterslädtchen. Langsam schwebte die schöne Frau mit ihm über die Häuser da hin, er erkannte sein Elternhaus, und— er traute seinen Augen nicht!— standen da nicht der Bater und der Nachbar einträchtiglich nebeneinander? Und schauten sie nicht jetzt gemeinsam nach oben, in den Himmel, auf ihn und die schöne Frau? Aber nein, ihn hatten sie nicht gesehen, sie hatten das Wetter geprüft. Und in trautem Gcspräch! Wie in den besten Friedenszeiten! Sanft flog die schöne Frau mit Ludwig dem Dache seines Vaterhauses zu. Es öffnete sich wie durch Zaubermacht, und sie beide schwebten herein. Dann fühlte Ludwig einen sanften Kuß aus seinem Munde, und eine weiche Hand strich leicht über sein Haar, und dann-- rieb Ludwig sich oerwundert die Augen. Wo war er? Auf dem Boden? Vor der Dachluke? Und wo war die schöne Frau, die ihn in die Lüste entführt hatte? War alle? nur«in Traum gewesen? Dort war noch die fliehend« weiße, zarte Wolke, die er in traurigem Träumen angesehen hatte, als er vorhin dem beginnenden Streit im Garten entflohen war. Ja, wie war es denn mit dem Streit? Er hörte ja gar keine erregten Reden und Schimpf worte! Nur ruhiges Gemurmel drang zu ihm herauf. Da mußte er doch gleich mal hinunter und sehen, wie die Dinge standen. Und fürwahr! Die beiden Väter standen einträchtiglich nebeneinander, wie er eS vor hin im Flug« durch die Luft gesehen hatte, und die Mütter saßen sogar nebeneinander auf der Bank und plauderten so friedfertig, wie sie es früher nur je getan halten. Und jetzt nahmen die Männer ihre Gerät schaften zusammen, und Ludwig sah mit freudig klopfendem Herzen, wie sein Vater dem Nach bar die Hand reichte, und wie sich beide mit einem tiefen Blick in die Augen und mit kräftigem Händedruck etwas gelobten. „Es bleibt dabei.- „Kein Wort mehr darüber.- Da winkt« Ludwig Nachbars Karl und Lilli mit den Augen, und als die drei vor dem Hause aus der Straße waren, fragt« Ludwig den Karl» wie da? alles gekommen wäre, und ob sich die Männer nicht gestritten hätten. Da lachte Karl und sagte:„Tu' doch nicht so! Du warst doch dabei, oder Haft du ge träumt?- Ludwig errötete und erwiderte etwas ver legen, daß er sich weggeschlichen hätte, al» die Männer zu streiten anfingen. „Ach,- sagte Lilli,„erst schimpften sie beide ein wenig, und dann weint« deine Mutter--- „Deine doch auch?- „Ja, meine auch, und dann sagte mein Vater waS von morgen, da wäre was los, und— und—- „Na, du— du verstehst auch nichts,- fiel Karl seiner Schwester ins Wort,„waS los! Morgen ist Maifeier, sagte mein Vater, und da wäre es doch'ne Schande, wenn sie sich beide heute so streiten täten.- „Und was sagte mein Bater da?- „Er sagte erst nichts, und da sagte mein Bater, er hätte den Streit überhaupt satt, und morgen wollte er den Zaun abreißen und um einen Fuß zurücksetzen.- „Und da?- Ludwig las seinem Freunde die Worte fast vom Munde ab. Für unsere Kinder ,, Und da sagte bein Vater:„ Nä, Friz, das tuste nicht. Der Zaun bleibt stehen, und ich werde nie ein Wort mehr darüber sagen." Und morgen wäre Maifeier, und da wollten sie beide hingehen-" ,, Und wir tommen auch mit," fagte Lilli und flatschte vor Freude in die Hände. Und dann sprangen die Nachbarskinder fröhlich in ihre Häuser. Ernst Almsloh. 000 Maifeier der Kleinen. Bon Ludwig Band. Zieh mir die neuen Kleider an," Zur Mutter spricht's der kleine Jan Mit einem Freudenschrei. " Heut ist der Erste Mai!" " Zieh mir die neuen Kleider an, Zu meinem Lehrer sag ich dann: Die Eltern sind zu Haus, Wir gehen heute aus!" Zum Vater trippelt Lenchen hin. " Ich sag zu meiner Lehrerin: Die Eltern haben frei, Wir feiern Ersten Mai!" Der Vater hebt den Liebling hoch. ,, Trotz alledem! Wir feiern doch! Wir seiern unsern Mai, Die Arbeit werde frei!" Die Sonntagskleider holt herbei, Es ist ja heut der Arbeit Mai! Zum Maientag geschmückt, Die Kinder in die Schule schickt! 000 117 schlangen. Scaurus der Jüngere, der kurze Zeit ein hohes Amt im Staate bekleidete, ließ eigens ein Riesentheater für die Spiele bauen, die er während seiner Amtsdauer gab. Der Bau faßte 60000 Menschen, war mit 360 Marmorsäulen, 3000 Statuen aus Bronze und vielen anderen Kostbarkeiten geschmückt, und wurde troß der vielen Hunderttausende, die er gekostet hatte, abgerissen, als Scaurus' Amtstätigkeit zu Ende ging. Als Julius Cäsar in blutigen Bürgerkriegen seine Nebenbuhler um die Alleinherrschaft vernichtet hatte, verteilte er reiche Geschenfe und gab glänzende Feste. Nach dem römischen Schriftsteller Sueton erhielt damals im Volte jeder Mann 10 Modien ( zirka 90 Liter) Brotkorn und 10 Pfund Ol, dazu bares Geld im Werte von 80 Mart. Da zu jener Zeit der tägliche Lebensunterhalt mit 10 Pf. bestritten werden konnte, war das eine sehr große Summe; reichlich zwei Jahre fonnte ein einzelner davon leben. Aber diese Gabe dünkte Cäsar noch nicht seiner würdig. Er übernahm die Bezahlung aller Wohnungsmieten für ein Jahr, die in der Stadt Rom bis 400 Mt., in dem übrigen Italien bis 100 Mt. betrugen. Dazu fügte er einen Fests schmaus, bei dem an 22000 Tischen 200000 Personen reichlich bewirtet wurden, und eine Fleischverteilung. Nach seinen Siegen in Spanien gab er dem Volfe noch zwei großartige Frühstücke. Die Schauspiele, die er veranstaltete, waren von unerhörter Pracht. Einem Schauspieler zahlte er für eine einzige Aufführung ein ganzes Vermögen: 100 000 Mart. Bei einem großen Kampfspiel, das Cäsar nach seinen Siegen in Gallien veranstaltete, wurden 400 Löwen und 20 Elefanten vers wendet. Freilich, was will das besagen gegen die 5000 wilden Tiere, die auf Befehl des Kaisers Titus( 79 bis 81 n. Chr.) an einem Tage in der Arena des Kolosseums gegeneinander losgelassen wurden. Ein einziges Fechterspiel tostete oft 150000 Mt. und mehr. Wenn man das hört, wird es begreiflich, Aus der römischen Geschichte. daß Cäsar in der Zeit vor seinen großen Er( Schluß.) oberungszügen binnen einigen Jahren gegen 39 Millionen Mark Schulden für Spiele geFür die Uneigennützigkeit, Rechtlichkeit und macht haben soll, die er dem Volke gab. Sein Unbestechlichkeit der früheren Zeiten gab es Nachfolger in der Alleinherrschaft, Augustus, in dem späteren Rom teinen Platz mehr. Die der erste römische Kaiser( 30 v. bis 14 n. Chr.), Männer, die aus Ehrgeiz oder Gewinnsucht, bewarb sich in ähnlicher Weise um die Gunst oft aus beiden zusammen, an die Spitze kommen des Voltes. Er verteilte Getreide und Geld, wollten, tausten die Voltsmassen durch Aus- manchesmal 80, manchesmal 50 wt. pro Mann. teilungen von Geld und Getreide und durch In Teuerungsjahren verdoppelte er die GeSpiele, welche die größten Summen verschente, und sogar Knaben unter elf Jahren 118 Für unsere Kinder ließ er den erwachsenen Männern gleich be-| allen die Griechen. Die römische Baukunst denken. Unter Cäsar und Augustus aber hauptsächlich hat Werke geschaffen, die wir hatte die Sitten verderbnis in Rom, hatten noch heute ob ihrer Gewaltigkeit und SchönBestechlichkeit und Käuflichkeit noch nicht ihren heit bewundern. Außer Palästen, Tempeln, Höhepunkt erreicht. Im Laufe der Zeiten ward Theatern usw. wurden die großartigsten Ares damit noch schlimmer, denn immer weniger beiten durchgeführt, die der Volksgesundheit, arbeitete das römische Volt für seinen Lebens- dem Verkehr und Handel dienen oder den Ackerunterhalt, und immer märchenhafterer Reich- bau fördern sollten. Die Römer bauten prachttum strömte in einer kleinen Zahl von Fa- volle Thermen( öffentliche Bäder); sie legten milien zusammen. in Rom und in anderen Städten Kloaken an, das sind Kanäle, welche den Unrat fortschafften; sie errichteten kunstvolle Wasserleitungen, welche teils unterirdisch, teils von hohen kühnen Bogen getragen stundenweit reines Quellwasser in die Städte leiteten. Ein Netz trefflich angelegter, forgfältig gepflegter Straßen überspannte das Reich; besonders berühmt ist die gut gepflasterte Appische Straße, die von Rom aus nach Unteritalien zog, und deren Bau bereits 312 v. Chr. begonnen wurde. Der bereits genannte Claudius, einer der beschränktesten und grausamsten Raiser, ließ den Hafen von Ostia ausgraben und sichern und den Fuciner See durch einen Ranal ableiten. An diesem Entwässerungswert allein arbeiteten 30000 Menschen elf Jahre lang. Durch großartige Entwässerungsanlagen wurden im Süden von Rom die Pontinischen Sümpfe trocken gelegt und dadurch 100000 Hektar für den Ackerbau ges wonnen. Im Frieden, durch fleißige Arbeit wurde so ein Stück Land erobert, groß genug, daß darauf 33 Städte emporblühen fonnten, deren Bewohner in der Hauptsache von der Landwirtschaft lebten. Heute sind diese großartigen Werke verfallen, und die Sümpfe sind wieder zur Einöde geworden, aus denen das Fieber in die benachbarten Gegenden kriecht. Es waren in der Hauptsache Sklaven, welche die kunstvollen Bauten aufführten, die sinnreichen Wasserwerke anlegten. Dazu kam, daß die Männer, welche den Staat regierten und verwalteten, in wachsende Abhängigkeit von dem Heere gerieten. Mochten sie gut oder schlecht regieren und verwalten, sie brauchten die Soldaten, nicht bloß, um durch Eroberungen Ruhm und Schätze zu gewinnen, sondern auch im Frieden, bald um das murrende Volk darniederzuhalten, bald um Nebenbuhler aus dem Felde zu schlagen. Die Anhänglichkeit der Truppen mußte aber teuer bezahlt werden. Jeder römische Soldat erhielt ein großes Antrittsgeschent, einen hohen Sold, und als Entlassungsgeschent außer Land später ebenfalls noch eine recht stattliche Summe. Zur Zeit des Kaisers Caracalla, einem der schlimmsten Wüteriche, welche die Geschichte kennt, betrug das Entlassungsgeschenk fast 4500 Mt. Das alles und die Kriegsbeute dazu befriedigte die Soldaten noch nicht. Sie verlangten und erhielten von Feldherren und Kaisern außerdem noch besondere große Geschenke. Schließlich fühlten sie sich als die eigentlichen Herren von Rom. Die Prätorianer, die kaiserliche Leibgarde, ver kauften die Kaiserkrone an den Meistbietenden. Claudius( 41 bis 54 n. Chr.) zahlte jedem Prätorianer etwas über 2000 Mt. dafür, daß er den Thron erhielt. Von Nero( 54 bis 68) erhielten die Leibgardisten den gleichen Betrag, der von da an gleichsam zu einer festen Tare für die Kaiserwürde wurde. Die höchsten Würdenträger im Reiche aber, ihre Angehörigen und Günstlinge trieben wieder ihrerseits einen schamlosen Handel mit den Ämtern und Stellen, die sie zu vergeben hatten. Und so setzte sich der Schacher von oben nach unten fort. Es gab in Rom keinen Posten, der nicht feil war. Natürlich brachte die Entwicklung Roms zu einem Weltreich nicht bloß Verderbnis und Berfall mit sich. Reichtum und freie Zeit ermöglichten einem Teil der Römer, Künste und Wissenschaften zu pflegen. Das geschah besonders, nachdem sie in Verbindung mit Völkern tamen, die höher standen als sie selbst, wie vor Auch in der allgemeinen Sittenverderbnis, die das Kind des Reichtums Weniger, der Armut der Vielen war, hat es gewiß nicht an einzelnen Männern und Frauen gefehlt, welche die alten Römertugenden in ihrem Familienfreise wie im öffentlichen Leben übten. Eine solche Lichtgestalt inmitten einer Zeit häßlichsten Lasters zeigt uns Karl Gerots schönes Gedicht Arria", das die gleichnamige tapfere Gattin eines Römers feiert, der an einer Verschwörung gegen den Tyrannen Claudius teilgenommen hatte. Römer, die an heißer, uneigennütziger Vaterlandsliebe mit den besten Männern der Vergangenheit wetteifern konnten, haben wieder und wieder ihre Landsleute zu der alten " Für unsere Kinder 119 Achtung vor Gesetz und Recht, zu der früheren Sittenstrenge und Redlichkeit zurückzuführen versucht; haben sich bemüht, durch Gesetze und Einrichtungen der wahnsinnigen Verschwen dung der einen, der Armut der anderen zu steuern. Ja, die weitschauendsten und kühnsten von ihnen,— wie das edle Brüderpaar der Gracchen(133 und 121 vor Christus)— trach teten danach, die allzu große Ungleichheit des Landbesitzes zu beseitigen, in dem sie die Wurzel alles Übels erblickten. Aber alle Mahnungen und Versuche, die Zustände und die Menschen zu bessern, blieben erfolglos. Riesenvermögen häuften sich in den Händen einiger Tausenden an, und Sklaoenwirtschast und Ausraubung der unterjochten Völker trie ben dem Verfall entgegen. Die Ausplünde rung der Länder, über welche Rom herrschte, führte zu ihrer Verarmung und verschloß damit die eine Quelle des Reichtums. Die Ellavenwirtschaft hatte die Ausplünderung und Verarmung des Bodens, den Stillstand, ja das Verkommen von Ackerbau und Vieh zucht zur Folge. Der Sklave, der die Früchte seiner Arbeit nicht genießt, der stall ihrer nur ein hartes, mühseliges Leben erntet, der grausam behandelt und verachtet wird, kann auf die Dauer kein guter Arbeiter sein. Er lernt nicht den Wert, die Freude und die Ehre der Arbeit kennen. Er tut daher nur, was er tun muß, und spannt nicht freiwillig alle seine Kräfte an, um seine Arbeit immer besser zu machen, um sich Arbeitsarten und Arbeitsmittel auszudenken, welche sein Mühen reiche Früchte tragen lassen. Die römische Land wirtschaft verfiel, große Ländereien wurden unfruchtbar und verödeten, die Viehherden hatten nicht die richtige Pflege und verkamen. Im Altertum aber war die Landwirtschast die wichtigste Grundlage des Wohlstandes der Aölker. Die zweite Quelle des römischen Reich tums versiegte. Durch neue Eroberungen konnte kein Ersatz geschaffen werden. Der römische Bauer, der, an Arbeit und Strapazen gewöhnt, für sein Vaterland kämpfte und sich strenger Zucht unterwarf, war ein vorzüglicher Krieger. Der römische Soldat, der im Frieden faulenzte, sich an mörderischen Spielen ergötzte, zuchtloser Verwilderung anheimsiel und jedem feil war, wurde bald auch für sein blutiges Handwerk untauglich. Die einst so gefürchteten römischen Legionen vermochten zuletzt nicht einmal mehr die Grenzen des Reiches, ja die Stadt Rom selbst gegen die einfallenden wilden Horden der Völkerwanderung zu schützen. Die nämlichen Hauptursachen, welche in Rom die Herrschaft einiger Familien und dann eines Einzigen möglich gemacht hatten, öffneten später den Barbaren die Tore. Kleine Völkerschaften freier Hirten und Bebauer des Bodens, die in ähnlichen Gemeinschaften zusammenlebten, wie die Römer am Anfang ihrer Geschichte, besiegten die Söldnerheere und schlugen das Weltreich in Trümmer. Denn die Ausplünde rung und Unterdrückung der Sklaven und ver sklavten Völker, auf die sich einst die Größe des römischen Reiches gestützt hatte, war der art auf die Spitze getrieben worden, daß es nun an ihr zugrunde gehen mußte. c> o o Arria. Do» Karl Serot. Die Verschwörung ist mißlungen, Pätus sitzt vernichtet da, Von der Gattin Arm umschlugen, Der getreuen Arria; Bleich umfangen sich die Gatten, Wortlos, mit gebrochnem Mut, Der Gardine Purpurschatten Taucht sie wie in dunkles Blut. PätuS darf nicht länger leben, Finster lächelt Claudius; Mag er selbst den Tod sich geben, Lautet gnädig sein Beschluß; Draußen harren die Liktoren, Llnd das Weib des Römers spricht: „Freund, dein Leben ist verloren, Aber deine Ehre nicht." Auf deS Tische« Marmorplatte Blitzt das kurze Römerschwert, Ihren Blick versteht der Gatte: „Sei ein Mann, der Väter wert!" Llnd er greift es, zückt— und zaudert, Senkt die Stirn in stummer Qual; Ach! das warme Leben schaudert Vor dem kalten, scharfen Stahl. Angstvoll hört sie vor dem Saale Schon den Schritt der Schergen gehn, Lind sie jammert's, im Gemahle Statt des Manns ein Kind zu sehn.— Sei's denn, wenn ein Kind, ein krankes, Die Arznei vom Munde stieß, Schlürft die Mutter selbst des Trankes: „Nimm, mein Kind, es schmeckt ja süß!" 120 Für unsere Kinder Und er sieht ihr Auge glänzen, Und des bittern Tods Pokal Dem Geliebten zu fredenzen, Faßt sie rasch den blanken Stahl, Bohrt sich tief die Todeswunde In des Busens teuschen Schnee, Lächelt mit erblaßtem Munde: " Pätus, nimm, es tut nicht weh!" 000 Der Teufel und der Vogt. Ein nordisches Märchen.* Es war einmal ein Vogt, so ein echter und rechter Leuteschinder, einer von der allerschlimmsten Sorte. Da fam eines Tages der Teufel und wollte ihn holen. Ich höre von den Leuten nie etwas anderes als:, Der Teufel hole den Vogt! Jezt mußt du mit mir gehen", sagte der Teufel. „ Ja, wenn du auf alles hören willst, was die Leute sagen, dann mußt du hinter mehr herjagen, als du aushalten fannst," sagte der Bogt. Aber wenn du so ein guter Mann bist, der alles tut, um was ihn die Leute bitten, dann könnte ich diesmal ja auch noch frei ausgehen." Und so gelang es dem Vogt, den Teufel herumzubringen, denn der war wirklich gutmütig; so tamen sie überein, eine Strecke miteinander weiterzugehen, aber der erste Mensch, der ausrufen würde:" Dich soll doch gleich der Teufel holen!" der sollte dem Teufel verdenn dann im Winter zum Sonntagsschmaus? Nein, das tam nicht von Herzen." Sie gingen weiter und kamen bald an eine andere Hütte. Hier hatte der kleine Junge fich schlecht aufgeführt.„ Nein, ich mag dich gar nicht mehr!" rief die Frau.„ Die ganze Zeit muß ich hinter dem Schmutzfint her aufpuzen und aufwaschen. Dich soll doch gleich der Teufel holen!" Nimm doch den Jungen!" sagte der Vogt. " Ach, das fommt nicht von Herzen, wenn die Mutter über das Kind loszieht," sagte der Teufel. Sie gingen wieder eine Strecke weiter; da begegneten ihnen zwei Bauern. „ Siehst du dort unsern Vogt?" sagte der eine. „ Ja, den soll doch gleich der Teufel bei lebendigem Leibe holen, den Leuteschinder!" rief der zweite. „ Das fam von Herzen. Her mit dir!" sagte der Teufel. Und da half fein Bitteln und kein Betteln; er mußte mit. 000 Daher tommt's. Wie machen die Bäcker Die Wecke so flein! Sie schieben dreihundert Jn's Ofenloch' nein. 000 Mama Maus. Bon Emma Döly. fallen und der Vogt dafür frei ausgehen. Aber Am Ackerfeld, in ihrem Haus, so recht von Herzen muß es tommen", sagte Trägt Körner ein die Mama Maus. der Teufel. Zuerst tamen sie an eine Hütte; davor stand die Hausfrau beim Butterstoßen. Als sie Fremde daherkommen sah, mußte sie sich natürlich umsehen; indessen aber watschelte das fleine Stubenferkel herbei, schnüffelte gemächlich an dem Butterfaß herum und steckte seinen Rüssel in die Buttermilch; da fiel das Butter: faß um, und das Ferkel schleckte schmaßend die Sahne auf. Gibt es wohl ein dummeres Vieh als so ein Schwein!" rief die Frau.„ Dich soll doch gleich der Teufel holen!" " Nimm doch das Ferkel!" sagte der Vogt. „ Meinst du, sie gönne mir das Schweine fleisch?" sagte der Teufel. Was hätte sie M * Aus„ Nordische Bolts- und Hausmärchen." Riveite Sammlung. München, Berlag Albert Langen.| Daneben spielen ihre Jungen und haben just ein Lied gesungen. Da kommt die Tante zum Besuch, Die ist so dick und ist so klug! und schilt:„ Was sind denn das für Sachen, Das könnten doch die Kinder machen! Wir wurden auch schon klein geplagt, Kein Mäuslein hat danach gefragt!" Doch Mama Maus spricht:„ Laß sie spielen, Grad uns, die wir's noch heute fühlen, Wie freudlos unsre Jugend blieb, Jst unsrer Kinder Lachen lieb." Berantwortlich für die Redaktion: Frau Klara Betfin( Bundel), Wilhelmshöhe, Bon Degerloch bei Stuttgart. Druck und Berlag von Baul Singer in Stuttgart.