Für unsere Kinder Nr. 22 ooooooo Beilage zur Gleichheit ooooooo 1909 Inhaltsverzeichnis: Sommertraum. Von Emma| Die brauchten es ja gerade nicht zu hören, Tölz( Gedicht.) Hüter der Ordnung. Därchen wie er, der würdige Kater, sich über ihre von Eugen Lewin- Dorsch. Aus dem Reiche Diebereien ärgerte. Das Eichhörnchen hielt der Technit: IV. Die alte Dampfmaschine. Von in seinen Pfötchen geschickt und zierlich eine Richard Woldt. Die Roggenmuhme. Bon Jakob glänzende Kirsche; und die Amsel, dicht da Löwenberg.( Gedicht.) Vixen, eine Wutter. neben, pickte auch an einer und sang juweilen Von Ernest Seton Thompson.( Fortießung.) Till Eulenspiegel als Bauernknecht.- Hänjelein. einen bellen Ton in übermütigem Behagen. Von Hoffmann v. Fallersleben.( Gedicht.) Der Kater aber stand lauernd unten aur der Wiese und blidte mit boshaft grünen Augen zu den beiden auf. Er trug einen starten, grimmigen Schnauzbart im Gesicht und sah aus wie ein alter Feldwebel und Raufbold. Euch werd' ich!" brummte er, aber in Gommertraum. Bon Emma Döls. Sur Sommerzeit geht ein Traum durch den seinem Innern dachte er: Das gäbe einen Wald, Still, Kind, wir werden ihn sehen. Seine Stimme wie ferner Vogelruf schallt, Seine Bänder flattern und wehen. End lebnst du den Kopf an den alten Baum, So fühlst du sein leises Grüßen; Doch willst du ihn sehen, den Sommertraum, So mußt du die Augen schließen. Dann blinzle durch engen Liderspalt Sin über die grünenden Matten. Da tanzt er in tausenderlei Gestalt Im flutenden Licht und im Schatten. Nun scheinet die Gonne so goldig warm, Da nabt er auf leisen Goblen. Doch fiche, schon hält er mein Rindchen im Arm Lind füßt ihm die Augen verstohlen. 000 Hüter der Ordnung. Märchen von Eugen Lewin- Dorich. ,, Das ist denn doch wider alle Ordnung und Eitte!" schnurrte ein großer schwarzer Rater und blickte zu der Krone eines stattlichen Ririch baumes hinauf. Der stand im schönsten Sonnen lichte, und zwischen den grünen Blättern funtelten die roten, saftigen Früchte. guten Bissen, die zwei auf einmal," und sente vorsichtig zu einem tüchtigen Sprunge auf den Stamm des Baumes an. In diesem Augenblick bemerkte ihn das Eichhörnchen, das sich mit seinen schwarzen Knopfäugelein beständig umblickte. Seudem es einst von einem Warder beinahe erwischt worden wäre, war es sehr vorsichtig geworden. „ Nachbar," flüsterte es zur Amsel hinüber und stieß sie mit dem Ellenbogen sachte in die Seite, da unten lauert uns der dicke Schnauz bart auf. Gleich wird er oben sein." Den wollen wir mal foppen," zwitscherte leise die Amsel. Wir stellen uns, als lähen wir ihn nicht. Wenn er nahe ist, so hüpfen wir in die höheren und dünneren Üste. Da sind auch die Kirschen noch füßer als bier. Ich werde das Beichen geben. Du bist doch leicht genug „ Wie eine Feder," antwortete das Eich hörnchen. Und sie taten, wie sie verabredet hatten. Der Kater sprang auf den Stamm und Cletterte gioijchen den Zweigen aufwärts. " Nicht ganz ungeschict," flüsterte das Eichhörnchen mit spöttischer Anerkennung. Aber es fühlte sich doch nicht recht wohl daber; es fing ein wenig an zu zittern; und wenn es fich nicht vor der Amsel geschämt hätte, wäre es am lieben auf den benachbarten Baum gesprungen und von da weiter über alle Berge. Der dide Rater saß jezt gerade unter ihm und blinzelte es mit seinen heimtückchen Augen Nur noch ein wohlgezielter treundlich an. Sprung. " Felddiebstahl!" sprach er vor sich hin, aber nicht gar zu laut; denn oben in den Zweigen des Baumes saßen zwei muntere NachbarsAber der listige Schnauzbart stellte sich, als ob leutchen, eine Amsel und ein Eichhörnchen. er auch gern Kirschen fressen wollte. Er wandte 170 Für unsere Kinder sich ab und kletterte wieder seitwärts in den Zweigen umher. Plötzlich jedoch und uner wartet stand er ganz nahe vor den Spitzbuben. Da tat die Amsel einen hellen, langgezogenen Pfiff. Gleichzeitig sprangen die beiden auf einen höheren und leichteren Ast. Der Kater ihnen nach.„Noch ein Stockwerk weiter hinauf! Flink!" zwitschert« die Amsel dem Eichhörnchen zu. Das war nicht faul. Als sich jetzt aber der Vogel umsah, brach er in«in Helles, froh lockendes Gelächter aus. Er wollte sich ge radezu vor Lachen ausschütten. Der Kater war ihnen auf den zweiten Ast nachgesprungen, aber der vermochte den dicken Gesellen nicht zu tragen. Er brach durch, und der Kater stürzte hinab. So schnell fiel er, daß er sich nirgends festzuhalten vermochte. Jeder Zweig gab ihm noch einen festen Stoß mit auf den Weg, die Blätter raschelten höhnisch, und auf dem Wipfel kicherten die beiden Nachbars leutchen. Aber wie nun einmal ein recht schaffener Kater ist— die Stöße taten ihm nicht viel, und als er auf die Erde gelangte, stand er sogleich wieder auf seinen vier Füßen. „Du Schuft und mörderischer Landstreicher!" Noch halb betäubt von dem tiefen Sturze riß der Kater die Augen auf. Vor ihm stand der braune Hofhund und fletschte die Zähne. „Hab' ich dich endlich gefaßt, du alter ein gefleischter Verbrecher!" knurrte er.„Was hast du dich hier auf fremdem Grund und Boden herumzutreiben? Jetzt will ich dir das Genick zerbrechen und dein Blut trinken!" Der Kater verlor den Mut nicht und sann auf eine List. Er fauchte dem Feinde ins Ge sicht und rief:„Wenn du hier Wächter bist, so sieh dort oben zu, wer dir das Eigentum stiehlt!" Unwillkürlich blickte der Hund nach oben zur Krone des Kirschbaumes, wo immer noch lachend und schmausend die beiden munteren Nachbarsleutchen saßen. Diesen Augenblick benutzte der schlaue Bursch. Als der andere wieder auf ihn losfahren wollte, war er ver schwunden. Boshaft über den Verdutzten lächelnd, saß er auf der Zinne der hohen Gartenmauer, strich sich den Schnauzbart und streichelte die gestoßenen Stellen seines Leibes. „Du räuberischer Schuft!" belferte der Hund, dem ein Leckerbissen entgangen war. „Diese Diebe!" brummte der Kater, und blickte hinauf zu der Amsel und dem Eichhörnchen. Die aber saßen getrost bei ihrem köstlichen Mahle, mitten im Sonnenglanz, auf den Zweigen, die ein warmer Lufthauch schaukelte. Ununterbrochen lachten sie über den Hund und den Kater. Das Eichhörnchen hielt sich die Seiten vor Lachen, und der Amsel rannen die Tränen über die Backen. Und immerfort ließen sie sich die prächtigen Kirschen schmecken. Das Eichhörnchen zielte geschickt mit den Kernen nach den beiden Be trogenen, und die Amsel pfiff jedesmal zwischen zwei Bissen:„Wie mir das schmeckt!— Wie mir das schmeckt!" Ja, seht ihr, Kinder, so geht's im Leben! Der Hund möchte gern frisches Blut lecken und spielt sich als Wächter des Besitzes auf. Die Katze schielt degierig nach einem saftigen Braten und brummt etwas von Recht und Ordnung. Die Amsel und das Eichhörnchen aber stehlen vor aller Augen und erzählen es noch jedem, der vorübergeht. Denn so ist es heute, und so war es immer und allerorten: Wer hoch oben in sicherer Höhe seinen Raub verspeist, hat nicht mehr nötig, von Recht zu sprechen. Er nimmt die saftigen Früchte ins Mäulchen, wirft die Reste der Mahlzeit den anderen vor die Füße und hat--- den billigen Mut zur Ehrlichkeit. o O o Alls dem Reiche der Technik. IV. Die alte Dampfmaschine. In der Kraftzentrale einer Schokoladenfabrik in N. hatte eine Dampfmaschine bisher schlecht und recht ihre Arbeit verrichtet. Sie war nun schon ö0 Jahre auf ihrem Posten, und man erzählte, daß sie in ihrer Jugend einmal sehr schön gewesen sei. Denn sie stammte aus der Werkstätte des berühmtesten Maschinenbauers der damaligen Zeit. Heute war von ihrer Schönheil allerdings nicht mehr viel zu merken. Ihr Bauch, der Dampfkessel, war hie und da geflickt worden, und verschiedene Maschinen teile, ihre Glieder, hatte man wiederholt durch neue ersetzen müssen. So wurde ihr denn jetzt die Arbeit schon etwas schwer, sie stöhnte recht mühsam, wenn sie angetrieben wurde und ihre Räder und Gestänge in Bewegung zu setzen hatte. Die Schokoladenfabrik hatte sich im Laufe der Jahre immer mehr vergrößert. Neue Ar beitsmaschinen waren zu den alten gekommen, und der Fabrikant sah sich deshalb gezwungen, der allen Dampfmaschine jüngere Kräfte zur Für unsere Kinder 171 Unterstützung zur Seite zu geben. Aus der nächsten großen Stadt wurde ein Monteur bestellt, der eine ganze Wagenladung neuartiger Maschinen mitbrachte. Diese sind in den letzten Tagen im Maschinenhaus aufgestellt worden, die Fabrik hatte einen elettrischen Antrieb er halten, wie man sich fachmännisch ausdrückte. Es war Abend. Die neuen Maschinen standen frisch geputzt an ihrem richtigen Platz und sollten am nächsten Morgen probiert werden. Die scheidende Sonne warf noch ihre letzten Strahlen auf die polierten Messingteile und die blanken Kupferbügel. Dann kam die Nacht. Es schlug zwölf Uhr. Ihr wißt, daß mit dem Schlag zwölf alle Dinge, die der Mensch im allgemeinen für leblos hält, zu sprechen an fangen. So auch im Maschinenhaus. Die alte Dynamomaschine unterbrach zuerst das Schweigen, indem sie sich zum neben stehenden Elettromotor wendete.»Nun, Herr Gevatter, wie gefällt Ihnen unser neues Heim?" „Wollen morgen sehen, wie wir behandelt werden," brummte der Elektromotor, der«in wenig ärgerlich war, weil ihm ein Arbeiter am Tage beim Transport ein Stück von seinem Fuße abgebrochen hatte. Jetzt begann die Dampfmaschine sich in das Gespräch zu mischen. Sie war geladen vor Wut, daß sie nun nicht mehr allein die ver antwortungsvolle Aufgabe haben sollte, die Arbeitsmaschinen zu treiben, sondern in diesen jungen Dingern gleichberechtigte Mitarbeiter erhielt. Deshalb fing sie an zu sticheln:„Die jungen Leute werden sich an die Arbeit hier gewöhnen müssen, noch dazu, da niemand von ihnen Dampf im Leibe hat." Sie wollte damit andeuten, daß sie allein den Vorzug hat, in ihren Leib Wasser aufzunehmen, das durch Kohlenfeuer zu Dampf entwickelt wird, der dann Kolben, Wellen und Schwungräder treibt. Ter Elektromotor hatte gerade darauf ge wartet, sich mit jemand herumstreiten zu können. Er antwortete daher der Dampfmaschine in bissigem Tone:„Frau Pusterich, Sie sollten sich nicht so rühmen. Denn wir sind doch nur deshalb hierher gebracht worden, weil Sie zu schwach und zu unfähig sind, Ihre Arbeit allein weiter zu verrichten." Diese Antwort hatte gesessen. Die Dynamo maschine lieb ein merkbaresHüsteln zum Zeichen ihrer Befriedigung hören, der Akkumulator gluckste ein paarmal und am Schaltbrett ließen ein paar Strommesser ihre Zeiger vor lauter Freude sich mehrere Male im Kreise herum drehen. Das war der Dampfmaschine denn doch zu viel. Sie unterdrückte zwar eine direkte Ant wort, aber sie suchte ein Gespräch mit der Feldschmiede anzuknüpfen, die sich auf ein paar Tage zum Besuch im Maschinenhaus aufhielt. Sie fing an, dieser ihre Lebens geschichte zu erzählen, und sprach absichtlich etwas laut, damit sie von den anderen Ma schinen gehört werden konnte. „Sie müssen nämlich wissen, liebe Frau Feld schmiede, daß ich es nicht notwendig habe, mich mit allen möglichen Leuten auf eine Stufe zu stellen," sagte die Dampfmaschine obenhin. Die anderen Maschinen blinkerten sich wegen dieser Anspielung lustig zu. „Ich bin aus einer sehr vornehmen Fa milie," so fuhr die alte Dame fort.„Meine Wiege stand in Berlin, in der Fabrik von Borsig. Dort sind viele und berühmte Ma schinen geboren worden. Unser Erscheinen in der Welt hatte überall mächtiges Aufsehen erregt. Mich schickte man auf eine Ausstellung. In einem großen Saale wurde ich dort mit noch anderen Maschinen den Menschen gezeigt, die aus aller Herren Ländern zu dieser Aus stellung gekommen waren. Dort lernt« mich auch unser jetziger Herr kennen, der mich nach Schluß der Ausstellung gleich mit nach Hause nahm. So muß ich denn hier mein Leben vertrauern und armselige Maschinen zur Her stellung von Schokolade treiben. Die anderen Dampfmaschinen halten mehr Glück. Den meisten von ihnen ist eine viel ehrenvollere Laufbahn zugefallen. Ein alter graubärtiger Heizer, der weit in der Welt herumgekommen war und einige Wochen hier arbeitete, erzählte oft, wie angesehen die Borstg-Maschinen in der Welt geworden sind. „So sollen Dampfmaschinen in den Berg werken tätig sein. Sie pumpen als Wasser haltungsmaschinen dem Bergmann das Wasser auS den Gruben und ziehen als Förder maschinen auS den langen Schächten die Förderkörbe, gefüllt mit Kohle und Erz, an das Tageslicht. Dem Landmann hilft die Dampfmaschine als Lokomobile sein Stroh dreschen, sein Getreide mahlen, selbst der Pflug wird durch die Dampfkrast in Bewegung ge letzt. In den Webereien treibt die Dampf maschine die Webstühle, in Spinnereien die Spinnmaschinen, in den Hüttenwerken die Hämmer, Walzen, Pressen, in den Maschinen- abriken die Bohrmaschinen und Drehbänke. Auch hat man hier erzählt, wie der Mensch mit Lokomotiven auf eisernen Schienensträngen 172 Für unfere Kinder treiben. Auch der Wind wurde zum Treiben beftimmter Maschinen benußt, sogenannter Windkraftmaschinen, Windmühlen. durch die Lande fährt, und wie dadurch Handel| den Bergen zum Tale binabfließen muß, und und Wandel au blüht, Völker und Wölfer mit ließen von ihm Wassermühlen, Wasserräder einander verbunden werden. Auf dem Wasser sollen riesige Dampfmaschinen große Schwim mende Häuser in Bewegung seßen, um Menschen und Güter über die wetten Ozeane fremden Erdteilen zuzuführen. Hat die Tampikraft so ungebeure Vorteile dem Menschen gebracht, weshalb hat er so bald den Respelt vor der Dampfmaschine verloren?" ,, Epäter tamen die Menschen auf die Idee, Wasser in einem großen Kessel zu fochen und den Dampf, der sich dadurch entwickelt, zum Treiben von Wlaschinen zu benutzen. Das war eine Erfindung von gewaltiger Bedeutung, In dem Maschinenhaus war es ftill ge- und Eie, liebe Frau Dampfmaschine, baben worden, man hatte der Erzählung aufmerksam felbft erzählt, wie die Mitglieder der Dampis zugehört. Die Dynamomaschine, die im innersten maschinenfamilie überall von den Menschen Kern ihres Wesens eine gutmütige Natur war, aufgenommen wurden. Denn jetzt brauchten hatte den Wunsch, der alten Dame doch ein paar diese nur aus der Erde die Kohle heraufzus tröstende Worte zu sagen. Sie fing daher an: holen und mit ihr den Kessel zu beizen, um „ Liebe Frau Dampfmaschine, Sie müssen fich andere brauchbare Kräfte zu erhalten. Roble die Geschichte nicht so zu Herzen nehmen. Das ist ja aufgespeicherte Sonnenwärme. Den ist nun einmal der Lauf der Welt. Immer schwarzen unansehnlichen Kohlenstücken sieht hat eine junge Maschine ihre Vorgängerin man es nicht an, wieviel Sonnenstrahlen Лe verdrängt, wenn sie schneller, beffer, billiger in ihrem tausendjährigen Dasein nach und arbeiten fonnte wie die alte. Die Menschen nach verschluckt haben. Diese in den Koblen nennen das den technischen Fortschritt, wenn fie sich immer neue bessere Waschinen und Arbeitsmittel anschaffen und die bisher be nuzten Waschinen und Werkzeuge zum alten Eisen werfen können. In Ihrer Jugend haben Sie und Ihre Familienangehörigen andere Maschinen ebenso aus der Werkstätte verdrängt, wie Sie jetzt von uns elektrischen Maschinen überwunden werden. Ich habe darüber sehr gelebrte Unterhaltungen mit angehört, denn in Sehen Sie zum Beispiel mich an. In meiner Kindheit war ich in dem sogenannten meinen Leib hat man schwere Eisenstücke ein. Laboratorium einer technischen Hochschule aufgebaut und lange lange Kupferdrähte auf gestellt, das heißt in dem Raum, wo wissenschaft- Spulen gewickelt. Wird nun in meinem Innern liche Untersuchungen gemacht und Arbeiten vorgenommen werden, bei denen die Lehren der wissenschaftlichen Forschung praftisch zur Anwendung lommen. Dort mußten die jungen Studenten meinen Körper studieren, um daraus zu lernen, in welcher Weise eine solche Dynamomaschine, wie ich bin, arbeiten lann. Jm Laboratorium hat der Professor oftmals feinen Hörern auseinandergesezt, wie Sie und Ihres gleichen, als Sie noch jung waren, andere Maschinen verdrängt haben. aufgespeicherte Sonnenwärme wird unter dem Dampflefsel frei und gibt das Feuer, melches Wasser in Dampf verwandelt und damit die für den Menschen so wertvolle Kraftentwicklung hervorruft. So wunderbar auch die Naturgeieße sind, nach denen Sie, liebe Frau Dampfmaschine, arbeiten, so müssen Sie doch gestehen, daß wir elektrische Wlas ichinen Ihnen überlegen sind. der sogenannte Anfer gedreht, was von außen etwa von Ihnen oder von einer anderen Krast maschine getan werden fann, so findet in meinem Körper ein ganz geheimnisvoller Vors gang statt. Wir wird nach und nach ganz warm zumute. In den Kupferdrähten entsteht ein elektrischer Strom, wie die Menschen das nennen. Je länger sich der Anter dreht, um so mehr Strom wird in meinem Innern ers zeugt. Diesen elektrischen Strom bin ich bereit, an andere Leute abzugeben. Zunächst an Ge „ Denn vor Ihnen haben die Menschen auch vatter Elettomotor, der neben mir steht. Er schon Maschinen angewendet, wenn es auch ist fast genau ebenso gebaut wie ich, nur mit einfachere Hilfsmittel waren, wie Sie es dem Unterschied, daß er umgekehrt arbeitet wie sind. Man hatte Tretmühlen, Treträder, ich. Während mein Anker angedreht werden in die sich Menschen oder Tiere hineinstellen muß, damit Strom erzeugt wird, muß der mußten, um durch fortwährendes Treten aus die Radspeichen die Mühle in Bewegung zu setzen. Dann kamen die Wasserräder auf. Die Menschen benuzten das Wasser, das von Elektromotor Strom erhalten, und sein Anter setzt sich dadurch von selbst in Bewegung. Durch diese beiden star en Kupferdrahttanäle, die Sie hier herauskommen sehen, wird dem Für unsere Kinder 173 einer Spariaffe, die zur Sammlung von Elektrizitäte mengen dient. Es wird nämlich am Tage bäufig vortommen, daß ich mehr elektrischen Strom erzeuge, wie für Kraft- und Lichtzwecke gerade gebraucht wird. Dann gebe ich den überflüssigen Strom an den Alkumulator ab, der mit seinem Vorrat bei anderer Gelegenheit wieder aushilft, wenn ich zuviel zu tun babe oder überhaupt stillstehe. Elektromotor Strom zugeführt. Sobald das| kommenden Falle aufzufpeichern. Er gleicht geschieht, fängt sein Räderwerf an zu laufen viel schneller, als Sie jemals in Ihrer Jugend laufen tonnten, und nun ist der Elektromotor imitande, andere Maschinen mitzutreiben. „ Aber der elektrische Strom tut noch viel mehr. Sehen Sie dort auf dem Hofe die großen milchweißen Glasballons hängen? Ebenso find im Fabrifiaal überall große und fleine Glocken aufgeftellt oder aufgehängt worden. Das sind Lampenglocken. Wird der„ So sehen Sie, bat der Mensch auf funfts elektrische Strom durch ein Leitungsneg von volle Weise verstanden, den electrischen Strom Kupferdrähten diesen Verbrauchsstellen zuge zu erzeugen und zu regulieren. Sie, liebe Frau führt, dann beginnen die Lampen zu brennen, Dampfmaschine, tönnen nur Dampstraft erder elektrische Strom hat sich in Licht verzeugen, die der Mensch an Ort und Stelle wandelt. Deshalb werden wir auch des Abends verwenden muß. Wir elektrische Masch nen hier recht viel zu tun haben: wir müssen nicht und Apparate dagegen sind imitande, uns in nur Kraft für die Maschinen, sondern auch schmiegsamen Formen den stets wechselnden Licht für die Arbeitssäle und Schreibstuben, Bedürfnissen des Menschen anzupassen. Das für Hausflure und Wohnräume liefern. ist auch der Grund, weshalb der Mensch uns elektrische Maschinen den Dampfmaschinen vorzieht. Sie und Ihresgleichen können die Ansprüche nicht erfüllen, deren Bewältigung uns ohne weiteres möglich wird." „ Der elettrische Strom, der das Licht gibt, wird auf finnreiche Weise fortgeleitet und in dem Netz von Kupferdrähten überall verteilt. Zu den Lampen und zu dem Elektromotor darf nicht zuviel und auch nicht zuwenig Etrom gelangen. Wird zuwenig Strom von mir erzeugt, dann will der Gevatter Eleftro motor nicht laufen, und die Lampen wollen nicht brennen. Wird zuviel Strom erzeugt, dann werden die Leitungsdrähte so warm, daß leicht durch Berührung mit brennbaren Stoffen Feuer entstehen lann. Die Apparate am Schalt. brett da drüben dienen dazu, den Strom zu regulieren, zu regeln, daß er die richtige Stärke hat. So müssen die Schalter und Sicherungen je nach Bedarf den Strom unterbrechen oder ihm eine andere Richtung geben. Es find gewissermaßen Stromichleusen, die jeweilig ausgezogen werden. Ferner dienen die run den uhrförmigen Mersinggehäuse dazu, den Strom, der hier erzeugt wird, zu messen. Die Menschen nennen diese Apparate Meßinstru: mente. Es sind untere Kontrollbeamte, die anzeigen, wieviel Strom hergestellt und ver: braucht wurde. Auch diese Apparate gehören alle mit zu unserer Familie, weil sie nur der Verwendbarkeit des elektrischen Stromes ihr Dasein verdanten. „ Eine sehr wichtige Arbeit hat ferner dort drüben der Herr Affumulator zu erfüllen, der ein Vetter von uns ist. Eein viereckiger Leib ist mit einer Flüssigkeit angefullt und besonders zugerichtete Bleiplatten sind in diese Flüssig tett hineingehängt worden. Der Attumulator hat die Pflicht, den elettrischen Strom im vorDie Dynamomaschine war mit ihrer Ers zählung zu Ende. Die Dampfmaschine wollte eben darauf erwidern, als es von der nächsten Turmuhr eins schlug. Die Geisterstunde war vorüber. Das Gespräch verstummte, die Ma ichinen wurden wieder zu den leblosen Gegens ständen, als die sie der Mensch zu betrachten gewohnt ist. Am nächsten Morgen sollten die neuen Maschinen probiert werden. Die Dampfmaschine wurde wie gewöhnlich angeheizt. war sie nun durch das Gespräch in der vergangenen Nacht noch zu aufgeregt, oder hatte es einen anderen Grund, furz und gut, sie konnte sich nicht in Bewegung sezen. Alles mögliche wurde vergeblich versucht, um sie in Gang zu bringen. Der Dampfdruck im Kessel stieg immer höher. Plöglich gab es einen furchtbaren Krach. Der Kestel war geplagt. Zijchend entströmte der Dampi, so daß sich die Arbeiter im Mas schinenhaus nur noch mit Mühe retten konnten. Die ganze Halle war in eine heiße, unerträgliche Damp wolfe eingebüllt. Der Besitzer der Schokoladenfabrik wurde geholt und natürlich sehr ärgerich über diese Betriebs. nötung. So befahl er denn, die Dampfmaschine abzubrechen und ihre Teile zum alten Eisen zu werfen. Der Wionteur aus der Stadt erhielt den Auftrag, seine neuen Maschinen im Betriebe vorzuführen. Er ging deshalb an mar 174 Für unsere Kinder das Schaltbrett, bediente mit leichtem Druck|„ Nimm hin deine Blumen, und laß mich nach die Schalter, Sicherungen und Meßinstrumente, Haus!" und sofort setzten sich die elektrischen Maschinen und bebend stürzt es von dannen. mit leise surrendem Geräusch in Bewegung. tein End, Die alte Dampfmaschine erlebte das nicht mehr, Fort, fort zur Mutter! Das Korn nimmt fie lag entfeelt am Boden, mit ihrer Herrlichfeit war es endgültig vorbei. Im Maschinenhaus wird man nie mehr das Stampfen und Stöhnen der alten Frau Busterich hören, die neuen elektrischen Maschinen haben ihren Einzug gehalten und verkünden das Herannahen einer neueu Zeit, die Herrschaft der Elektrizität. Richard Woldt. 000 Die Roggenmuhme. Bon Jakob Löwenberg. Das Mägdlein spielt auf dem grünen Rain, die bunten Blumen locken. „ Nicht sieht mich die Mutter."- Ins Korn hinein schleicht sacht es auf weichen Socken. „ Die roten und blauen Blumen, wie schön! Die will ich zum Kranz mir winden; doch weiter hinein ins Feld muß ich gehn, dort werd' ich die schönsten finden." Und weiter eilt es. Gefüllt ist die Sand, da will es zurück sich wenden. Es läuft und läuft und steht wie gebannt, das Korn will nimmer enden. Sinaus zum Rain, zum Sonnenlicht! Wo blieb die Mutter, die süße?" Die Salme schlagen ihm ins Gesicht, die Winde umschlingt ihm die Füße. Und horch, da rauscht's unheimlich bang, die Ähren wallen und wogen. „ Da kommt ach, daß ich der Mutter entsprang die Roggenmuhme gezogen!" Sie kommt heran auf Windesfahrt, die roten Augen blizen, gelb ist die Wange, langftachlicht ihr Bart, die Saare find Ahrenspitzen. ,, Wie kommst du her in mein Revier und gehst auf verbotenen Pfaden? Was raubst du meine Kinder mir, Kornblumen und Mohn und Raden? vergebens will es entwischen, die Roggenmuhme dicht hinter ihm rennt, die Ähren höhnen und zischen. Schon fühlt es, wie ihr Arm es umschlingt. „ Erbarme dich mein, erbarme!" Dort ist der Rain. O Mutter!"- Da finkt das Kind ihr tot in die Arme. 000 Viren, eine Mutter. Von Ernest Seton Thompson. IV. ( Fortsetzung.) Die Hühner verschwanden wie zuvor. Mein Onkel schäumte vor Wut und beschloß, den Vernichtungskrieg nun selbst zu leiten. Er besäte die Wälder förmlich mit vergifteten Ködern, dabei auf sein gutes Glück vertrauend, daß unsere Hunde sich nicht daran machten. Abend für Abend trieb es ihn hinaus mit seiner Büchse und zwei Hunden, in der Hoffnung, den Räuber zu erwischen. Biren war nicht so dumm, sie wußte ganz genau, was vergiftete Köder waren, sie lief an ihnen vorüber und behandelte sie mit Verachtung. Nur einen nahm sie auf, warf ihn in die Höhle eines alten Feindes, eines Stunts, und vom selbigen Tage an ward dieser nicht mehr gesehen. Früher hatte der alte Reinete die Hunde auf sich genommen und sie von der Behausung ferngehalten. Jegt lag auf Viren die ganze Last der Erziehung und Ernährung der Jungen allein, sie fonnte nicht länger Zeit damit verschwenden, jede Fährte, die nach der Höhle führte, zu verwischen, und war auch nicht immer zur Hand, um die Feinde irrezuführen. Das Ende war leicht vorauszusehen. Ranger folgte eines Tages einer frischen Fährte nach der Höhle, und kurz darauf verkündete Flick, der Forterrier, daß die ganze Familie zu Hause sei. Das Geheimnis war nun heraus und die Stunden der Füchse gezählt, Arbeiter wurden herbeigerufen und begannen sie herauszuschaufeln, während wir mit den Hunden dabeistanden. Noch ehe das Wert vollendet, zeigte " Weh dir!" Sie streckt die Hand nach ihm aus, fich Viren am nahen Waldsaum und führte es fühlt die stechenden Grannen. die Hunde davon, hinab nach dem Flusse. Für unsere Kinder 173 Dort schüttelte sie ihre Verfolger durch einen raffinierten Kunstgriff ab, indem sie einfach auf den Rücken eines friedlich weidenden Schafes sprang. Das geängstigte Tier raste mit seiner Reiterin davon, die— sicher, daß die Hunde ihrer Spur nicht mehr folgen konnten— nach einigen hundert Metern herabsprang und nach der Höhle zurückkehrte. Aber die Verfolger, stutzig gemacht durch das Verschwinden der Fährte, taten dasselbe und fanden Vixen, sich vergeblich abmühend, auch uns von ihren Schätzen hinwegzulocken. Inzwischen hatte mein Onkel Hacke und Schaufel mit Kraft und Erfolg gebraucht. Der gelbe, grobe Sand häufte sich zu beiden Seiten. Nach einer Stunde harter Arbeit rief der Alte: �Da haben wir das Gesindel!" Die Höhle am Ende des Tunnels war bloß gelegt, und in einer Ecke zufammengeduckt saßen die vier Jungen. Ehe ich Einspruch erheben konnte, hatte ein mörderischer Schlag mit der Schaufel und ein plötzliches Zufahren des Foxterriers das Leben von dreien beendet. Der vierte und kleinste wurde am Schwänze herausgezogen und den Hunden nur mit Mühe entrissen. Er gab einen kurzen, quiekenden Schrei von sich, und die arme Mutter, dadurch herbei gelockt, kreiste so nahe um uns herum, daß sie sicher niedergeschossen worden wäre, hätten die Hunde sie nicht in ihrem Übereifer beschützt, denn sie liefen immer in die Schußlinie. Zu letzt führte sie sie zu einer erfolglosen Jagd davon. Der kleine lebende Fuchs wurde in einen Sack gesteckt, wo er ganz ruhig lag, und seine unglücklichen Geschwister wurden in ihre Kinderstube zurückgeworfen und unter einigen Schaufeln voll Erde begraben. Wir Mörder begaben uns nach dieser Hin richtung nach Hause, und der Kleine wurde im Hofe angekettet. Niemand wußte recht, warum man ihn am Leben gelassen, aber bei allen machte sich eine Gefühlsänderung be merkbar, und keiner kam auf den Gedanken, auch ihn zu töten. Er war ein hübscher kleiner Kerl, der aus sah wie eine Kreuzung zwischen Fuchs und Lamm. Seine wollige Gestalt und sein Gesicht ähnelten merkwürdig einem Schaf, und sein Ausdruck war unschuldig wie der eines Lammes. Bei scharfem Beobachten jedoch konnte man in seinen Augen ein Aufleuchten von Schlau heil und Wildheit erkennen, das ihn einem Lamm so unähnlich wie möglich machte. Solange jemand in der Nähe war, verkroch er sich furchtsam in seiner Hütte, und es dauerte eine volle Stunde, bis er es wagte, wieder herauszuschauen. Mein Fenster mußte jetzt die Stelle des hohlen Weidenstammes vertreten. Eine Anzahl Hühner von der Rasse, die dem Füchschen nur zu bekannt war, trieben sich in seiner Nähe auf dem Hofe herum. Am späten Nachmittag, als sie sich zu nahe an den Gefangenen heran gewagt hatten, wurde ich durch das plötzliche Rasseln der Kette ans Fenster gelockt und er blickte den kleinen Burschen, der auf das nächste Huhn zusprang und nur von einem heftigen Ruck der Kette zurückgehalten wurde, es zu packen. Reineke junior krabbelte wieder auf die Füße und kroch zurück in seine Kiste. Er versuchte dasselbe Manöver noch verschiedene Male, wurde aber immer wieder von der grausamen Kette zu Boden geschleudert. Als die Dämmerung hereinbrach, begann er unruhig zu werden. Er schlüpfte aus seiner Hütte heraus, aber verkroch sich beim leisesten Geräusch wieder, nagte an seiner Kette oder biß wütend darauf herum. Plötzlich hielt er inne, als ob er lauschte, erhob dann seine kleine schwarze Nase in die Luft und gab einen kurzen zitternden Schrei von sich. Dies wiederholte er einigemal, die Pausen ausfüllend durch Knabbern an der Kette und ruheloses Umherlaufen. Da plötzlich ertönte eine Antwort, das ferne„Jap-jurr" der alten Füchsin, und einige Minuten später erschien eine schattenhafte Form auf einem Holzhaufen in der Ecke des Hofes. Der Klein« kroch in seine Hütte, kam aber sofort wieder heraus und sprang der Alten entgegen, mit all der Freude, die nur ein Kind seiner Mutter zu zeigen imstande ist. Schnell wie der Blitz packte sie ihn, um ihn auf demselben Wege davon zutragen, den sie gekommen. Jedoch in dem Augenblick, als daS Ende der Kette erreicht war, wurde der Kleine der Mutter mit einem Ruck entrissen, und erschreckt durch das Offnen eines Fensters, entfloh sie über den Holz- Haufen. Eine Stunde später hatte das Junge auf gehört, ruhelos hin und her zu laufen und zu schreien. Ich schaute hinaus und sah beim nhlen Lichte des Mondes die Mutler lang ausgestreckt neben ihrem Söhnchen liegen und an etwas knabbern— das Klirren von Eisen verriet mir an was— es war die grausame Kette. Tip, das Söhnchen, half sich inzwischen zu einem warmen Trank. 176 warm Für unsere Kinder Als ich heraustrat, entfloh Viren in den dunklen Forst. Neben der Hütte hatte sie zwei Eleine Mäuse zurückgelassen, blutig und noch Futter für das Junge. Am folgenden Tage fand ich bei einem Gang durch den Wald nach der zerstörten Höhle neue Zeichen von Viren. Die arme, unglückliche Mutter war gefommen und hatte die Leichen ihrer erschlagenen Kinder ausgegraben. Da lagen die drei fleinen Füchse, glatt ge leckt, und daneben zwei von unseren Hühnern, eben erst getötet. Auf der frisch aufgeworfenen Erde waren überall Spuren, Spuren, die er zählten, daß hier eine Mutter an der Seite ihrer Toten gewacht hatte. Neben ihnen hatte sie fich hingestreckt, ihnen vergeblich Nahrung angeboten und versucht, sie zu füttern und zu wärmen, wie früher. Aber nur leine steife Leichen batte sie unter ihrem weichen Fell gefühlt und lleine talte Nasen, still und unbeweglich. Der tiefe Eindruck von Ellbogen, Brust und Läufen zeigte, wo Viren gelegen in ihrer stummen Verzweiflung und gewacht stundenlang und getrauert eine Mutter um ihre Kinder. Nach dieser Nacht tam sie nicht wieder nach dem zerstörten Heim, denn sie wußte nun gewiß, daß ihre Kleinen tot blieben für immer. ( Schluß folgt.) 000 Till Eulenspiegel als Bauernknecht Eulenspiegel hatte sich zu einem Bauern verdingt. Einstmals wollte der Bauer mit seinem Knecht Eulenspiegel in den Wald fahren, um einen Karren voll Holz zu holen. Der Knecht saß auf dem Pferde und der Weister saß hinter dem Pierde auf den Wagenbäumen. Da sah der Wleister einen Hasen vor ich über den Weg laufen und sprach: Knecht, fehr wieder um, es bedeutet Unglüc, wenn ein Hase einem über den Weg läuft; wir wollen heute etwas anderes tun." Als sie anderen Tags wieder nahe an den Wald tamen, sprach Eulenspiegel:„ Weister, es ist da vorn ein Wolf über den Weg gelaufen." Der Wleister sprach:" Fahr hin, es bedeutet eitel Glück, wenn ein Wolf über den Weg läuft." Sie fuhren hin und spannten das Bierd aus auf der Weide und ließen den Karren also stehen und gingen in den Wald und machten Holz. Als der gute Knecht darauf wieder vor den Wald tommt, um den Karren zu holen, sieht er, daß das Pierd niedergeworfen ist und der Wolf mit dem Ropie in ihm steckt und frißt. Eulenspiegel war heimlich froh, lief hin und rief dem Bauer und sprach: Rommet, Meister, das Glück steckt in dem Pferde." Der Meister sprach:" Was sagst du?" Eulenspiegel sprach: „ Gehet bald oder Ihr versäumet das Glück." Da ging der Bauer hinzu und sah den Wolf im Pferde stecken und fressen. Da sprach der Knecht: Meister, hättet Ihr uns dem Hasen lassen nachfahren, der hätte Euch das Pferd nicht gegessen;" und sprach weiter:" Meister, Jbr feid abergläubisch, ich will Urlaub haben," und ging davon. 000 Hänselein. Von Hoffmann v. Fallersleben. Hänselein, willst du tanzen? Ich geb dir auch ein Et. ,, nein, ich fann nicht tanzen, und gäbst du mir auch drei. In unserm Hause geht das nicht, die kleinen Kinder tanzen nicht, und tanzen kann ich nicht." Hänselein, willst du tanzen? Ein Vöglein geb ich dir. " O nein, ich tann nicht tanzen, und gäbst du mir auch vier. In unserm Hause geht das nicht, die fleinen Kinder tanzen nicht, und tanzen fann ich nicht." Hänselein, willst du tanzen? Ich geb dir einen Stock. ,, Onein, ich fann nicht tanzen, und gäbst du mir ein Schock. In unserm Hause geht das nicht, die kleinen Kinder tanzen nicht, und tanzen fann ich nicht." Hänselein, willst du tanzen? Ein Tänzlein geig ich dir. O ja, ich fann schon tanzen, jetzt geig ein Stücklein mir! In unserm Hause gilt der Brauch: Sobald man geiget, tanzt man auch, und tanzen fann ich auch." Berantwortlich für die Rebaftton. Brau Klara Betfin( Bundel), Wilhelmsbobe Won Degerloch bet Stuttgart Druck und Berlag von Baul Singer in Stuttgart.